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April 09 2013

06:15

NASCAR: Analyse Martinsville April 2013

Das Rennen in Martinsville präsentierte sich wie immer als typische Short-Track-Sause, insgesamt kam es zu 12 Gelbphasen durch mehr oder weniger kräftigen Lackaustausch. An der Spitze ging es am Sonntag allerdings eher übersichtlich zu, denn lediglich fünf Piloten konnten überhaupt Führungsrunden sammeln. Am Ende gewann Martinsville-Spezialist Jimmie Johnson.

Jimmie Johnson Victory Lane Martinvsille NASCAR April 2013 300x199 NASCAR: Analyse Martinsville April 2013Schon die achte dieser enormen Standuhren muss Jimmie Johnson nun durch seinen Sieg in Martinsville irgendwie in seinem Trophäenzimmer unterbringen. Der Hendrick-Chevrolet mit der #48 lief zuvor ähnlich präzise wie das anschließend gewonnene Uhrwerk, denn immerhin holte Johnson satte 385 von 500 möglichen Führungsrunden. Lediglich Matt Kenseth und Kyle Busch konnten da mit ihren 96 bzw. 56 Umläufen in Front des Feldes einen Anspruch auf eine Fahrt in die Victory-Lane stellen. Marcos Ambrose streckte seine Nase beim Rennstart kurz vor Johnson über die Linie und Travis Kvapil nutzte die zweite Gelbphase, um einen Bonuspunkt zu sammeln. Ansonsten blieb der Nachmittag in Virginia quasi eine One-Man-Show, zumindest wenn man die Spitze betrachtet. Dahinter flogen wie gewohnt ordentlich die Fetzen, was dann zu insgesamt 12 Cautions führte. Weil ich die jetzt nicht einzeln nacheinander herunterbeten möchte, gehen wir einen anderen Weg und sehen uns den Tag im Büro aus der Sicht der einzelnen Beteiligten an:

Hinter Johnson erlebte auch der Rest der Top5 ein vergleichsweise ruhiges Rennen und so sicherte sich Clint Bowyer einen starken zweiten Platz vor Jeff Gordon. Die letztjährigen Martinsville-Streithähne tauschten zwar auch dieses Mal etwas Lack aus, die Bump-&-Run-Manöver liefen aber durchgehend fair ab. Während Bowyer zur Rennmitte in eine der größeren Karambolagen verwickelt war und sich zurückkämpfte, fiel Gordon des Öfteren an der Boxengasse zurück. Beim finalen Money-Stop zeigten sich Fahrer und Crew der #24 aber wieder voll auf der Höhe. Die Top5 komplettierten Kasey Kahne und Kyle Busch, was einen fast makellosen Tag bei Hendrick Motorsports vervollständigte. Lediglich Dale Earnhardt Jr (24.) blieb farblos und kam zur Überraschung der Beobachter nach der Beteiligung an einigen Scharmützeln nicht einmal in die Top20.

Hinter bzw. neben dem jüngeren Busch-Bruder fuhr Brad Keselowski um wenige Zentimeter ganz knapp nur einen sechsten Rang ein, gefolgt von Jamie McMurray, Marcos Ambrose, Greg Biffle und dem Hamlin-Ersatzmann Mark Martin im Gibbs-Toyota. McMurray fuhr im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya (26.) ein starkes Rennen und war dabei konstant in den Top10 unterwegs. Montoya brachte dagegen einmal mehr kein Bein auf den Boden und fing sich schon nach weniger als 100 Umläufen seinen ersten Rundenrückstand ein. Martin war mit seinem zehnten Platz noch durchaus gut dran, bedenkt man, dass er gegen Rennmitte an der Boxengasse übel erwischte wurde. Der Oldie verabschiedete sich etwas zu früh von seiner Crew, welche den linken Vorderreifen noch nicht komplett festgezogen hatte. Da sein Wagen daraufhin zwischen Tür und Angel zusammenbrach, musste man die #11 außerhalb des eigenen Pitstalls erneut aufbocken, was natürlich in einer Bestrafung resultierte.

Hinter den Top10 wurde es im Kampf um Platz 11 auf den letzten Metern noch einmal richtig eng. Brian Vickers schob sich knapp vor Danica Patrick über die Linie, welche ein bärenstarkes Rennen ablieferte und sich auch von ihren vielen Feindkontakten (u. a. mit Dale Earnhardt Jr) nicht einschüchtern ließ. Da Patrick zudem aufgrund eines vorangegangenen Motorwechsels das Feld von hinten durchpflügen musste, wertet dies ihre Leistung noch einmal enorm auf. Kevin Harvick hatte dagegen in dieser Dreiergruppe auf Platz 13 das Nachsehen, wobei ihm gerade Vickers die Sache nicht wirklich leichter machte. Nach der Zieldurchfahrt schickte Harvick den Waltrip-Toyota mit der #55 dann auch kurzerhand in einen harmlosen Dreher, um sein Missfallen auszudrücken.

Apropos Dreher: Die schönste Pirouette des Tages lieferte wohl Carl Edwards ab, der es ziemlich genau zur Rennmitte schaffte, seinen Roush-Ford nach einem Reifenplatzer auf einer Distanz von weniger als fünf Metern um 360 Grad zu drehen. Der Pilot der „Number ninety nine“ kam am Ende direkt hinter Matt Kenseth (14.) ins Ziel, welcher wie erwähnt seinerseits die zweitmeisten Führungsrunden nach Johnson einfahren konnte. Doch nicht nur Edwards hatte Schwierigkeiten mit den Reifen, denn auch bei u. a. David Reutimann, Ryan Newman und Brian Vickers gingen zwischenzeitlich die Schlappen kaputt. Dabei darf man allerdings Goodyear nicht die Alleinschuld daran geben, weil sich die Ursachen dafür im Gegensatz zu meinen Erwartungen im Vorfeld des Rennens weniger bei den – dann doch kaum genutzten – Two-Tire-Pitstops finden ließen. Vielmehr erwiesen sich die sehr engen Duelle als Hauptschuldige daran, dass einige Pneus nämlich schlicht und ergreifend im Infight aufgeschlitzt wurden.

Weitere erwähnenswerte Details:

- Bei Stewart-Haas Racing holte sich doch tatsächlich Danica Patrick das beste Resultat der Mannschaft ab. Tony Stewart (17.) fuhr erneut der Meute hinterher und hatte deshalb auch keine Zeit, sich um Joey Logano (23.) zu kümmern, welcher seinerseits wiederum tatsächlich die Zielflagge sah. Ryan Newman (31.) versuchte nach seinem Reifenplatzer eigenmächtig eine Gelbphase auszulösen, indem er seinen Wagen quasi fast auf der Rennstrecke stoppte. Bei den NASCAR-Offiziellen kam das hingegen nicht so gut an, denn die brummten ihm daraufhin an der Box drei Runden Rückstand auf.

- Auch Brad Keselowski bekam es mit der eisernen Faust der NASCAR zu spüren, da er nach Meinung eines Offiziellen knapp außerhalb der eigenen Pitbox abgefertigt wurde. Nach Ansicht der Wiederholung stellte sich dies allerdings zumindest als grenzwertig heraus, doch natürlich nehmen die Offiziellen selten eine Entscheidung zurück. So musste Keselowski nach dem Reifenwechsel auf der rechten Seite zunächst seine Standposition korrigieren, bevor weitergearbeitet werden durfte.

Die beiden herausstehenden Cautions ereigneten sich kurz vor Rennmitte sowie wenige Runden vor Schluss:

- In Umlauf 181 führten zwei unabhängige Vorfälle im Mittelfeld zu einer ganzen Reihe von Auffahrunfällen, welche bei einigen Teams natürlich sofort größere Reparaturarbeiten auslösten. Während aber zum Beispiel Clint Bowyer und Mark Martin noch glimpflich davon kamen, war bei Travis Kvapil und Martin Truex Jr der Tag nahezu komplett gelaufen.

- Kurz vor dem Finale musste dann Kurt Busch seinen Furniture-Row-Chevrolet nach einem Bremsdefekt brennenderweise mitten auf der Strecke abstellen. Der Bordfeuerlöscher sorgte jedoch dafür, dass es beim älteren Busch-Bruder zum Glück nur bei einem angesengten Visier blieb. Zur Reinigung der Strecke kramte die NASCAR dann sogar mal wieder eine rote Flagge heraus.

In der nächsten Woche steht nun das erste reguläre Nachtrennen im Sprint Cup auf dem Programm, wenn die NASCAR das 1,5 Meilen lange Intermediate-Oval in Texas befährt. Dorthin reist jetzt Jimmie Johnson nach seinem Sieg als Führender in der Meisterschaft, knapp vor Brad Keselowski und Dale Earnhardt Jr. Letzterer musste die unauffällig erworbene Spitzenposition nach seinem schwachen Martinsville-Auftritt (vorerst) wieder abgeben.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

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April 05 2011

06:23

NASCAR: Analyse Martinsville April 2011

Die Martinsville-Serie ist gebrochen! Am Ende waren es weder Jimmie Johnson noch Denny Hamlin, die in die Victory Lane einbiegen konnten. Auch die Lap-Leader Kyle Busch, Clint Bowyer und Jeff Gordon mussten passen, denn Kevin Harvick kam sechs Runden vor Schluss, ähnlich wie in Fontana, mal wieder aus dem Nirgendwo und stahl Dale Earnhardt Jr den Sieg.

Am Sonntag dominierten vorerst ganz andere Fahrer die 500 Runden von Martinsville und auch Denny Hamlin und Jimmie Johnson waren nicht gänzlich ohne Siegchance. Doch nach dreieinhalb Stunden voller Blechschäden resultierend in elf Cautions und einer roten Flagge war am Ende plötzlich Kevin Harvick zur Stelle und holte sich den Erfolg von einem zunächst überragenden Kyle Busch sowie Dale Earnhardt Jr, der fast seine sieglose Periode durchbrechen konnte. Weil die Gelbphasen das Rennen doch arg zerpflückt haben und dazwischen in ein paar längeren green-flag-runs eher Überleben angesagt war, lässt sich der Tag nicht ganz so einfach zusammenfassen. Statt einer linearen Übersicht, werde ich mich dieses Mal daher eher auf die einzelnen Fahrer konzentrieren.

Vor allem sechs Piloten drückten dem Rennen ihren Stempel auf und diese waren in der Reihenfolge ihrer Führungsrunden Kyle Busch (151), Clint Bowyer (91), Denny Hamlin (89), Jimmie Johnson (65), Jeff Gordon (37) sowie Matt Kenseth (31). Alle diese Fahrer hielten sich konstant in den Top10 in Schlagdistanz zur Spitze und in Reichweite des Sieges auf, konnten sich anschließend jedoch alle aus unterschiedlichen Gründen nicht durchsetzen.

Die entscheidende Rennsituation entwickelte sich 130 Runden vor Schluss, als Ryan Newman die vorletzte Gelbphase auslöste und damit seinen bescheidenen Tag fortsetzte. Die Führungsriege (Top8) inklusive der oben erwähnten, dominierenden Fahrer blieb geschlossen draußen, während Piloten wie Dale Earnhardt Jr, Kevin Harvick und Jamie McMurray schon an dieser Stelle versuchten, das Spritfenster bis zum Ende zu schließen.

In Runde 458 musste dann schließlich unter Grün Denny Hamlin zum finalen Boxenstopp anrücken, als erster Fahrer wohlgemerkt. Dies und ein weiterer Umstand zerstörten ihm schließlich das Rennen. Im Nachgang von Martinsville gab es größere Diskussionen zwischen Hamlin, Mike Ford und Teamchef Joe Gibbs den Benzinverbrauch betreffend. Berücksichtigt man die unterlegene Fuel-Mileage in der letzten Saison und die vielen Motorschäden bei Joe Gibbs Racing zu Beginn der diesjährigen, dann lassen sich wohl einige Punkte miteinander verbinden. Scheinbar versuchte man bei JGR ohne Erfolg, den Verbrauch zum Positiven zu beeinflussen. Dieses Thema ist und bleibt interessant.

Der zweite schlechte Umstand war für Hamlin die Tatsache, dass Regan Smith 35 Runden vor dem Ende eine letzte Gelbphase auslöste, die den Gibbs-Fahrer damit am Ende der Führungsrunde stranden ließ. Hamlin bekam zwar seinen verlorenen Umlauf durch einen Wave-Around zurück, befand sich danach aber am Ende der Lead-Lap. In bester Gesellschaft übrigens, denn dort startete er gemeinsam mit Jimmie Johnson in das Finale.

Johnson lag den gesamten Tag über aussichtsreich in den Top5, bevor eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse seinem Tag ein bitteres Ende bereitete. Der amtierende Meister versuchte es schon über das ganze Rennen hinweg mit einem kleinen Kniff, Positionen in der Pitlane gutzumachen: So beschleunigte er zwischen den einzelnen Messpunkten immer mal wieder, nur um kurz vor der Radarpistole auf die Bremse zu treten. Was u.a. in Lübeck auf dem St. Jürgen Ring super funktioniert, brachte NASCAR auf die Palme und Johnson nach seiner Strafe auch. Allerdings frage ich mich, was an dieser Stelle sein Problem ist. Das Speedlimit beträgt nun mal 30mph und wenn ein Herr Jimmie Johnson meint, zwischendrin schneller fahren zu müssen, dann gilt die Regel für ihn trotzdem. Immerhin gefährdete er die arbeitenden Mechaniker in der Boxengasse.

Jeff Gordon war zum Ausbruch der Caution schon in die Boxengasse eingebogen, verzichtete aber wegen einer möglichen Strafe auf seinen Pitstop. Dies kostete ihn einige Positionen, da er ja anschließend unter gelber Flagge noch ein weiteres Mal kommen musste. Seiner Top5-„Serie“ in Martinsville konnte das am Ende aber wenigstens keinen Abbruch tun.

Nach dem Restart erwischte es mit Kyle Busch auch den Fahrer, der das letzte Rennviertel nach Belieben beherrschte und sich anschließend den Extra-Punkt für die meisten Führungsrunden abholte. Buschs Auto war dabei definitiv auf Long-Runs ausgelegt, was sich mit der Gelbphase kurz vor Schluss negativ auswirkte. Ca. 30 Runden benötigte der Toyota, um nach einer Ruhephase wieder die gewohnte Stärke entwickeln zu können. Für die Ränge 1 und 2 sollte es daher bei noch 29 zu fahrenden Runden knapp nicht reichen. Dass Busch wieder in Schwung kam, zeigte sich in der letzten Kurve der letzten Runde, als er Earnhardt noch seinen zweiten Platz streitig machen wollte.

Clint Bowyer, Dale Earnhardt Jr und Juan Pablo Montoya waren einige der Fahrer, die mitten im Rennen out-of-sequence gingen, um sich Track-Position zu sichern. Für diese Piloten zahlte es sich aus, obwohl Bowyer nach einem sehr guten Start später das Handling des Autos verlor und anders als Teamkollege Harvick zum falschen Zeitpunkt in Front des Feldes zu finden war. Montoya fiel nach einem two-tire-stop zwischenzeitlich aus den Top10 heraus, befand sich im Finale aber rechtzeitig wieder in den Top5. Hinter Kyle Busch und Earnhardt griff er aber nicht mehr großartig an, um das gute Ergebnis und die Punkte nicht unnötig zu riskieren.

Matt Kenseth kam am Ende noch auf Platz 6 ins Ziel, nachdem er direkt zu Beginn eine Runde in Folge einer Durchfahrtsstrafe verlor. Kenseth hatte beim Start des Rennens verbotenerweise die Spur gewechselt, bevor er die Start/Ziel-Linie überquerte. Dasselbe passierte Mark Martin noch vor Rennhalbzeit bei einem Restart, weshalb später noch ohne Probleme ein Top10-Resultat zu holen war. Auch Tony Stewart entging der NASCAR-Polizei bei einem solchen Unternehmen nicht, was seinen eher bescheidenen Tag dann endgültig ruinierte.

Carl Edwards, von dem ich mehr erwartet hätte, bekam schon früh sein Auto nicht richtig in den Griff und musste zudem einen Teil des Rennens ohne Servolenkung bestreiten. Sicherlich kein einfaches Unterfangen, was dann aber Platz 18 einigermaßen erträglich machte. Jamie McMurray konnte seine Pole-Position „nur“ in einen siebten Platz ummünzen, weil ihm immer das letzte Quäntchen fehlte. Zwischenzeitlich verschlug ihn eine lose Radmutter ans Ende der Führungsrunde, die allerdings nach ordentlich Verkehr auf der Strecke ohnehin kurz nach der Top10 vorbei war. Abschließend lässt sich auch sagen, dass nur mit gewagten Strategien eine Rückkehr in die Führungsrunde möglich war. Auf den Lucky-Dog konnte und wollte sich niemand alleine verlassen, Mark Martin und seine zwei Wave-Arounds sind ein gutes Beispiel dafür.

Die Glückspilze des Tages waren wohl Martin Truex Jr und Kasey Kahne, als kurz vor Halbzeit des Rennens das Gaspedal bei Truex steckenblieb. Nach Betätigen des mittlerweile obligatorischen Kill-Switches und einem beherzten Tritt auf die Bremse war der Toyota mit der #56 trotzdem immer noch viel zu schnell und drohte, frontal in die SAFER-Barrier einzuschlagen. Trotz der neuen Autos und der „weicheren“ Wände hätte das böse ausgehen können, doch zum Glück (so muss man sagen) konnte Truex noch Kasey Kahne aufs Korn nehmen und so entscheidend an Geschwindigkeit verlieren.

Der Einschlag war immer noch mehr als heftig und den Ernst der Lage erkannte man, als Truex sich sofort nach dem Wohlbefinden von Kahne erkundigte. Zum Glück wurde niemand verletzt, in der Vergangenheit sind bereits mehrere Fahrer einer ähnlichen Situation zum Opfer gefallen. Wie heftig der Aufprall trotzdem noch war, zeigte die anschließende Unterbrechung des Rennens: Fast eine halbe Stunde brauchten die Arbeiter an der Strecke, um einen Teil der SAFER-Barrier zu ersetzen, die ordentlich in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Woher nun aber Kevin Harvick plötzlich kam, war mir ein Rätsel geblieben. Ich vermute mal seinen Stopp in Runde 372 als Quelle des Erfolgs und die Tatsache, dass er dort einen Großteil seines Pit-Windows schließen konnte. Allerdings kam auch Harvick in der letzten Gelbphase noch einmal für vier neue Reifen an die Box und soviel weniger Sprit kann bei einem Four-Tire-Stop ja nicht eingefüllt worden sein. Auch wenn diese Fragestellung für mich letztlich offen bleibt (ich hoffe ja auf viele Kommentare, die einen Grund liefern können), so war Martinsville zumindest in den letzten 100 Runden durchaus eine spannende Angelegenheit:

Als nach dem letzten Restart dann Harvick am drittplatzierten Montoya vorbei ging, während zeitgleich Earnhardt dem short-run-schwachen Busch die Führung abluchste, war ein packendes Finale garantiert. Als Junior in Front ging, sprangen die Fans wie üblich von den Sitzen auf, muss ihrem Idol letztlich aber vergebens zujubeln. Geradezu unwiderstehlich wie in Fontana holte sich Harvick – dieses Mal aber schon vier Runden vor Schluss und weil Earnhardt mit Übersteuern aus der Kurve kam – den ersten Platz. Ein Shorttrackmanöver musste Harvick nicht mehr ansetzen, was aber nicht heißt, dass es davon den gesamten Tag über nicht genug zu sehen gab.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung. Nächste Woche macht die NASCAR erst den zweiten Ausflug in diesem Jahr auf ein Intermediate Oval, wenn in Texas außerdem das erste Nacht-Punktrennen von Samstag auf Sonntag auf dem Plan steht.

2011MartinsvilleApr_NSCS_Mark_Martin_Grid 2011MartinsvilleApr_NSCS_Green_Flag_Start_McMurray_Newman 2011MartinsvilleApr_NSCS_Track_Wide_Angle 2011MartinsvilleApr_NSCS_Clint_Bowyer_Leading 2011MartinsvilleApr_NSCS_Ambrose_Spins 2011MartinsvilleApr_NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_Pit_Stop 2011MartinsvilleApr_NSCS_Kyle_Busch_Leading 2011MartinsvilleApr_NSCS_Bobby_Labonte_and_Joey_Logano_spin 2011MartinsvilleApr_NSCS_Kevin_Harvick_Pit_Stop 2011MartinsvilleApr_NSCS_Harvick_passes_Earnhardt_Jr_for_the_win 2011MartinsvilleApr_NSCS_Kevin_Harvick_wins_flagstand 2011MartinsvilleApr_NSCS_Kevin_harvick_Burnout 2011MartinsvilleApr_NSCS_Kevin_Harvick_climb_out_victory_lane 2011MartinsvilleApr_NSCS_Kevin_Harvick_and_crew_in_victory_lane

April 01 2011

06:25

NASCAR: Vorschau Martinsville April 2011

An diesem Wochenende packt die NASCAR hoffentlich wieder einen ihrer Shorttrack-Klassiker aus, wenn auf dem Martinsville Speedway in Virginia gefahren wird. Wenn man die Statistik der letzten vier Jahre zugrunde legt, dann sehen wir am Sonntag entweder Denny Hamlin oder Jimmie Johnson in der Victory Lane: Seit Ende 2006 gelang das nämlich ansonsten niemandem.

Die halbe Meile des adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Die Nationwide Series macht einige Tage Pause und ist erst in der nächsten Woche in Texas wieder mit von der Partie. Dafür fahren in Martinsville am Samstag die Trucks als Unterstützung.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 01.04.
17:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 02.04.
16:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Truck Series Rennen (Kroger 250), SPEED

Sonntag, 03.04.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Goody’s Fast Relief 500), FOX

October 26 2010

06:08

NASCAR: Analyse Martinsville Oktober 2010

Denny Hamlin verlängerte die unheimliche Martinsville-Serie, welche er gemeinsam mit Jimmie Johnson Ende 2006 begann, um ein weiteres Rennen. Mit nur insgesamt 40 Führungsrunden konnte er sich seinen ersten Chase-Erfolg holen und den Rückstand in der Meisterschaft signifikant verkürzen. Kevin Harvick bleibt derweil dran, während der Rest so gut wie draußen ist.

Das Martinsville-Rennen am Sonntag war recht spannend, denn über den Verlauf der 500 Runden setzten sich insgesamt sieben verschiedene Fahrer für mehr als 30 Umläufe in Führung. Denny Hamlin begann den Tag in Front des Feldes und beendete ihn auch dort, zwischendrin tauschte das Feld auf dem kürzesten Shorttrack der Saison mitunter gehörig die Positionen. Zudem wurde während 15 Cautions eine Menge Schrott produziert und für ca. ein Fünftel des Rennens unter gelber Flagge gefahren. Am Ende blieben die Gelbphasen aber aus, was gerade Hamlin nützte. Denn während er vorne einsam seine Runden abspulte, drehte hinter ihm jemand noch einmal richtig auf, mit dem man schon nicht mehr gerechnet hatte:

Mark Martin trumpfte mit einem heftig ondulierten Auto richtig auf und fuhr plötzlich die schnellsten Runden im Feld. Eine letzte Gelbphase, die den Altstar direkt an Hamlin herangebracht hätte, ließ jedoch nach dem zuvor turbulenten Rennverlauf plötzlich auf sich warten. Martin hätte den Führenden vielleicht noch abfangen können, doch ihm gingen zum Schluss die Runden aus. Wie es zu diesem Szenario kam, ist aus der nachfolgenden Zusammenfassung des Renngeschehens ersichtlich.

DAS RENNEN IN DER ZUSAMMENFASSUNG:

Nachdem Denny Hamlin das Martinsville-Rennen von der Pole-Position in Angriff nahm, dauert es nicht lange, bis Marcos Ambrose von der „outside pole“ das Ruder übernehmen konnte. Der Australier qualifizierte sich am Freitag sensationell gut und schnupperte nun für 40 Runden Führungsluft. Nach einem guten Rennstart sollte der Tag aber schlecht für ihn enden. Eine umgedrehte Situation erlebte Kevin Harvick, der von Platz 36 aus ins Rennen ging und sich erst mühsam nach vorne kämpfen musste. Harvicks Aufgabe an diesem Wochenende war es, nicht zu viele Punkte auf Johnson und Hamlin zu verlieren, die in Martinsville über einen großen Stärkevorteil verfügen.

In Runde 47 löste Travis Kvapil die erste Gelbphase aus, weil ihm ein Reifen platzte. Damit begann ein unglücklicher Nachmittag für Front Row Motorsports, denn Kvapil fuhr in Martinsville ausgerechnet den Ford mit der #38. Dieses Auto stand in der Owner-Wertung vor dem Rennen nur fünf Punkte hinter der #7 von Robby Gordon Motorsports und verlor somit wieder etwas Boden im Kampf um die Top35, doch dazu später mehr. Zu diesem Zeitpunkt war Kevin Harvick bereits in die Top20 vorgedrungen.

Bei den ersten Boxenstopps war die Crew von Ryan Newman am schnellsten und brachte den Stewart-Haas-Piloten an die Spitze des Feldes. Polesitter Denny Hamlin hatte im Rennen lange mit dem Handling seines Gibbs-Toyotas zu kämpfen, was bereits nach spätestens 50 Runden ersichtlich war, denn außer einer Luftdruckveränderung wurde auch an „wedge“ UND „track bar“ gedreht. Die „pit stops“ brachten Harvick nun noch weiter nach vorne und so konnte er den Restart bereits auf Platz 8 angehen.

Newmans Führung hielt jedoch nicht lange, denn von hinten nahte Jeff Burton mit Riesenschritten, um sich an die Spitze zu setzen. Burton begann damit seine dominante Phase, welche etwa bis zur Hälfte des Rennens andauern sollte und sich als sehr hektisch, unfallträchtig und reich an Cautions darstellte. Zum Zeitpunkt des Führungswechsels hatten sich übrigens die Top3 der Meisterschaft unter den besten Zehn im Rennen eingefunden und kämpften um Platz 5. Nachfolgend liste ich die insgesamt sieben(!) Gelbphasen während der Burton-Dominanz auf, um nicht noch ausführlicher als eh schon zu werden:

- #2 (Runde 111): Elliott Sadler drehte sich in Turn 2 und bekam von NASCAR zwei Runden aufgebrummt, weil diese einen absichtlichen Dreher vermuteten.

- #3 (Runde 119): Marcos Ambrose traf mit dem Splitter die Curbs auf der Innenseite der Turns, was ihn direkt in einen Zweikampf mit dem aufschließenden Jimmie Johnson beförderte. Nach einem Kontakt platzte Ambrose ein Reifen, was ihn in einen Dreher zwang, der einen Einschlag in die Mauer nach sich zog. Damit war ein hoffnungsvolles Rennen für den Australier leider frühzeitig beendet.

- #4 (Runde 132): Ken Schrader drehte sich mit der #26 auf der Gegengerade, nachdem er einen Schubs von Casey Mears bekommen hatte.

- #5 (Runde 170): Martin Truex Jr blieb direkt vor der Einfahrt zur Boxengasse stehen und hatte allen Vortrieb verloren. Nachdem er die #56 nicht wieder anwerfen konnte, musste NASCAR eine Caution auslösen, um den Wagen zu bergen. Bei den nachfolgenden „pit stops“ wurden an Denny Hamlins Wagen erneut größere Abstimmungsarbeiten vorgenommen.

- #6 (Runde 185): Sam Hornish Jr und Scott Speed stritten sich um eine Position im Mittelfeld und kamen sich dabei ein wenig zu nah. Hornish traf den unbeteiligten Regan Smith und schickte ihn in einen Dreher inklusive Mauerkontakt.

- #7 (Runde 193): Clint Bowyer drehte sich in Turn 4 und schlug in die Mauer ein. Zum Restart sprach NASCAR eine Warnung an den Führenden Jeff Burton aus, der mit zögerlichem Neustarten immer wieder Auffahrkettenreaktionen im Verfolgerfeld auslöste. Dieses Mal gab Burton sich dann mehr Mühe dabei, seine Position fair zu verteidigen.

- #8 (Runde 209): Aric Almirola schob Paul Menard an, welcher sich daraufhin drehte. Menard konnte aber der Mauer fernbleiben.

Kurz nach dem Restart in Runde 214 konnte Harvick Harvick die dominante Phase seines Teamkollegen Jeff Burton beenden und diesen auf Platz 2 verweisen. Dort hielt sich Burton aber nur wenige Umläufe auf, bevor er in Runde 222 erneut die Führung übernehmen konnte. Allerdings hatte er nicht lange etwas von der wiedereroberten, sauberen Luft in Front des Feldes, denn ein Techtelmechtel zwischen Mark Martin und AJ Allmendinger sorgte für Gelbphase #9. Allmendinger schickte Martin nach einem Shorttrack-üblichen „bump“ in einen Dreher. Die #5 von Hendrick Motorsports kam jedoch auch in Kontakt mit der Mauer, was in einem total verbogenen Heck resultierte.

An dieser Stelle triumphierte Jeff Gordons Crew Chief Steve Letarte mit einem Strategie-Kniff, denn er ließ seinen Fahrer bei den Boxenstopps nicht antreten, um ihn so in Führung zu spülen. Mit Gordon blieben auch einige andere Piloten ihrer „pit crew“ fern, sodass sich das Feld zum Restart etwas durcheinandergewirbelt präsentierte: Gordon führte in Runde 232 Kyle Busch, Tony Stewart, Dale Earnhardt Jr und Carl Edwards zur grünen Flagge, während die Top3 der Meisterschaft plötzlich knapp außerhalb der Top10 abgetaucht waren.

Lange hielt der Rennspeed aber nicht an, weil Brad Keselowski schon nach einer Runde etwas optimistisch David Reutimann abräumte. Erneut war es nach dieser Gelbphase Jeff Gordon, der den Neustart anführte und diesmal entwickelte sich für knappe 40 Runden ein guter Fluss. Während dieser Zeitspanne war viel Bewegung im Feld, denn von weiter hinten stach Jeff Burton wieder nach vorne in die Top5 vor und wollte seine durch Taktikspielchen verlorene Führung wieder zurückgewinnen. Mark Martin hatte erneut Pech, als ihn ein Reifenschaden zum Boxenstopp zwang, wodurch er sich nun schon die zweite Runde Rückstand einfing. Umso mehr ist dadurch allerdings seine Aufholjagd gegen Rennende zu loben, denn wann konnte man zuletzt sehen, dass ein Fahrer mit zwei Runden Rückstand noch fast das Rennen gewonnen hätte.

Insgesamt gesehen lief es für Hendrick Motorsports eigentlich recht gut, denn Jeff Gordon führte zu diesem Zeitpunkt das Rennen an und Jimmie Johnson hielt sich den ganzen Nachmittag über in Reichweite der Top5 auf. Martins unglaubliche Fahrt sollte ja noch folgen und auch der ewig totgesagte Dale Earnhardt Jr fuhr nach langer Zeit endlich mal wieder ein tolles Rennen. Durch den ausgelassenen Boxenstopp konnte Junior in die Top3 vorstoßen und auch dort verbleiben. Nach vielen Meisterschaftsläufen, bei denen er chancenlos im Mittelmaß versank, war er in Martinsville sogar in der Lage, einige Führungsrunden zu absolvieren: Nach dem Restart in Runde 246 benötigte er zunächst zwölf Umläufe, um den zweitplatzierten Kyle Busch zu überholen. Weitere 27 Runden auf der halben Meile später nahm er Gordon unter lautem Gejubel seiner leidgeplagten Fans die Spitzenposition ab.

Direkt darauf folgte bereits Gelbphase #11, weil JJ Yeley auf der Gegengerade zum Stehen kam und dort aus eigener Kraft nicht mehr wegkam. Beim Restart folgten Earnhardt dann Tony Stewart, Jeff Gordon, Kyle Busch und der wieder zurückgekehrte Jeff Burton auf dem Fuße. In den Top5 ging es ordentlich zur Sache, denn Burton pflügte weiter durchs Feld und war in Runde 317 bereits wieder auf Platz 2 angekommen. Zwischenzeitlich stritten sich dahinter Jimmie Johnson und Kevin Harvick erbittert aber jederzeit fair um den siebten Rang. Bevor sich Burton um den zweitplatzierten Gordon kümmern konnte, musste NASCAR fast eine weitere Gelbphase auslösen: Marcos Ambrose drehte sich erneut und räumte dabei Sam Hornish Jr ab, was beide Autos in die Mauer schickte. Weil beide Fahrer es aber zügig von der Strecke schafften, konnte die Gelbe Flagge im Köcher der Offiziellen verbleiben.

Langsam nagte Burton nun am Vorsprung von Dale Earnhardt Jr und verkürzte ihn erst auf 1,3 und später auf 0,5 Sekunden, bevor Caution #12 seine Aufholjagd einbremste, denn Greg Biffle platzte ein Reifen und die #16 drehte sich auf der Strecke. Beim Restart in Runde 356 bekam Earnhardt dann wirklich massiven Druck vom Richard-Childress-Duo bestehend aus Jeff Burton und dem ebenfalls wieder in die Top5 zurückgekehrten Kevin Harvick. Auch Denny Hamlin war zu diesem Zeitpunkt wieder gemeinsam mit den besten Fünf unterwegs und legte langsam aber sicher den Grundstein für seinen späteren Sieg.

Nach gerade mal zwei Umläufen war Sam Hornish Jr bereits in den nächsten Zwischenfall verwickelt und musste sich nun endlich auch höflich bei der SAFER-Barrier vorstellen. Es war in Martinsville wirklich auffällig, wie oft der Ex-IndyCar-Pilot sich durch Kontakte oder Abflüge bemerkbar machte. In Anbetracht der Lage, dass er für 2011 noch keinen neuen Sponsor gefunden hat, dürfte dieser Fahrstil seine Chancen auf ein Cockpit im nächsten Jahr nicht gerade verbessern. Es sei denn, Roger Penske findet einen Geldgeber, der einfach nur möglichst oft im Fokus der TV-Kameras sein möchte. Mobil 1 wechselt ja bekanntlich zu Stewart-Haas Racing, weil Penske für 2011 einen Vertrag mit der Konkurrenz von Shell-Pennzoil abgeschlossen hat.

Bei ihrer Jagd auf Earnhardt kamen sich derweil Burton und Harvick immer wieder sehr nahe und beschwerten sich während der Gelbphase per Funk über den jeweils anderen. In Runde 363 führte Junior das Feld zum Restart und bot den RCR-Fahrern eine neue Möglichkeit, ihn abzufangen. Kevin Harvick nutzte dies und kassierte fünf Umläufe später zuerst seinen Teamkollegen und in Runde 378 schließlich Dale Earnhardt Jr. Letzterer fiel dann recht schnell auf Platz 4 zurück, nachdem ihn Burton und Jimmie Johnson ebenfalls überholten.

In Runde 384 war dann der gute Tag von Jeff Gordon vorbei, weil er sich mit einem nicht sehr kooperativen Kurt Busch anlegte. Gordon „bumpte“ Busch, welcher nicht sonderlich zufrieden sofort umfangreiche Vergeltungsmaßnahmen einleitete: Ausgangs Turn 4 nahm Busch die #24 aufs Korn, drehte sie um und schickte Gordon so in die innere Mauer der Zielgerade. Ob die Aktion nun sonderlich fair war, sei mal dahingestellt. Jeff schob die blaue #2 schließlich nur in bekannter Shorttrack-Manier an und bekam dafür im Gegenzug gleich sein Auto zerstört. Da ist die Rache sicherlich nicht verhältnismäßig ausgefallen.

An dieser Stelle nützte das Geschehen allerdings einem anderen Hendrick-Fahrer, denn Mark Martin bekam den „lucky dog“ und befand sich nun pünktlich zur finalen Phase des Rennens wieder in der Führungsrunde. Die nachfolgenden Boxenstopps sollten gleichzeitig auch die letzten des Nachmittags bleiben, denn bei noch ca. 115 zu fahrenden Runden betrug das Spritfenster noch einmal zehn bis zwanzig Umläufe mehr.

Ken Schrader entschied sich allerdings, nicht an die Box zu fahren und war somit plötzlich an der Spitze des Feldes zu finden. Das es eine schlechte Entscheidung war, den zwar äußerst erfahrenen Fahrer im unterlegenen Auto auf dem engen Shorttrack auch dann noch in Führung zu lassen, nachdem er sich die fünf Bonuspunkte abgeholt hatte, verstand sich von selbst: Harvick ging bereits eine Runde nach dem Restart in Umlauf 394 außen an Schrader vorbei, welcher mit einem „tire rub“ ziemlich schnell aus den Top10 herausfiel. Direkt danach löste Tony Raines die allerletzte Gelbphase des Rennens aus, weil er sich in Turn 4 beim Versuch drehte, die Boxengasse zu erreichen. Jeff Gordon bekam übrigens den „lucky dog“ und konnte seinen Rundenverlust durch den Reparaturstopp nach dem Crash mit Kurt Busch ausgleichen.

Den letzten Restart ca. 100 Runden vor dem Ende führte Kevin Harvick an, gefolgt von Jeff Burton und Denny Hamlin. Ziemlich spät im „run“ fand Hamlin in seinem Toyota dann doch noch das Gaspedal, welches er im gesamten Rennverlauf zuvor vermisst hatte. In Runde 456 überholte er zunächst Burton und kämpfte dann 15 Umläufe später über fünf Runden lang mit dem Führenden Harvick.

Unterdessen startete Mark Martin seine erwähnte Aufholjagd und verfügte plötzlich über das schnellste Auto im Feld, nachdem die #5 eigentlich schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen war. Rusty Wallace begründete diese Performance-Änderung in einem Anflug von großer Weisheit mit einer besseren Aerodynamik eben durch die Beschädigungen. Nun zum einen weiß man, dass die Aerodynamik auf einem Shorttrack so gut wie keine Rolle spielt, denn nur deswegen sind z.B. „bump & run“-Manöver ohne größere Auswirkungen möglich. Zum anderen bietet ein beschädigtes Chassis vor allem auf den Intermediate-Ovalen keine ausreichenden Aerodynamikeigenschaften mehr, um noch konkurrenzfähig mitzufahren. Das war wieder so eine geistreiche Bemerkung von Wallace, die man am liebsten überhört.

ÜBERSICHT DER PLATZIERUNGEN EINIGER FAHRER:

Weil in den letzten 100 Runden eine weitere Gelbphase ausblieb, ging Martin die Zeit aus, um Denny Hamlin an der Spitze noch abzufangen. Der Lokalmatador aus Virginia gewann deshalb zu Hause sein bereits drittes Martinsville-Rennen in Folge und hält damit die unheimliche Serie gemeinsam mit Jimmie Johnson aufrecht: Seit Ende 2006 haben nur diese beiden Piloten auf der Büroklammer von Martinsville in der „victory lane“ gestanden.

Hinter Mark Martin landete Kevin Harvick auf Position drei, gefolgt von Kyle Busch und Jimmie Johnson, was den Meisterschaftskampf an der Spitze vor Talladega noch einmal richtig eng macht. Die Top10 komplettierten Joey Logano, Dale Earnhardt Jr, Carl Edwards, Jeff Burton und Brad Keselowski. Vor allem die Gibbs-Fahrer Busch und Logano fuhren ein äußerst unauffälliges Rennen und zeigten gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Hamlin ein großartiges Mannschaftsergebnis: Top6 für Joe Gibbs Racing! Für Earnhardt ist das Top10-Resultat ein großer Schritt nach vorne und nach der langen sehr erfolglosen Zeit mehr als zufriedenstellend. Immerhin führte die #88 in Martinsville mehr Runden als in allen vorangegangenen Rennen der Saison zusammengerechnet.

Auch Edwards hat sich schadlos gehalten und dabei sehr unauffällig agiert. Keselowski konnte in Martinsville das erste Top10-Ergebnis seiner Cup-Karriere einfahren und war nur kurz in einen Zwischenfall mit David Reutimann verwickelt. Außerdem wurde er nach dem ersten Rennviertel zu schnell in der Boxengasse erwischt, was ihn ans Ende der Führungsrunde zurückschickte.

Die andere Hälfte der Chaser erwischte einen schlechten Tag: Matt Kenseth (15.) war bis zu den letzten Boxenstopps in den Top10 unterwegs und musste dann genauso wie Keselowski seine Position zum Restart aufgeben. Kurt Busch (16.) fuhr bis auf die Konfrontation mit Jeff Gordon (20.) unauffällig, verfügte aber einfach nicht über ein schnelles Auto. Gordon verlor nach besagtem Zwischenfall noch zwei Runden und wegen der Überreaktion von Busch wohl auch die letzten, bis dahin verbliebenen Meisterschaftschancen. Tony Stewart (24.) lag ebenfalls auf Top10-Kurs, musste aber zehn Runden vor Schluss einen geplatzten Reifen hinnehmen.

Greg Biffle (33.) traf es noch schlimmer: Nachdem der Roush-Pilot im ersten Rennviertel noch gut unterwegs war, erwischte es ihn zunächst zwei Mal an der Box (zu viele Mechaniker am Auto, Radmutter vergessen) und später auf der Strecke, als auch ihm ein Reifen platzte. Clint Bowyer (38.) war nach seinem Mauerkuss und der anschließenden Reparaturpause mit Rundenrückstand unterwegs. Bis dahin war er wie so viele ebenfalls in den Top10 umhergefahren.

Kasey Kahne beendete sein erstes Rennen für Red Bull Racing sehr unauffällig auf Platz 14, während Aric Almirola in der #9 von Richard Petty Motorsports einen 21. Rang einfuhr. Juan Pablo Montoya war lange Zeit in den Top10 unterwegs, hatte aber im Endspurt kein konkurrenzfähiges Auto mehr. Das Resultat war nur Platz 19. Sein Teamkollege Jamie McMurray wurde Elfter.

ANALYSE DER PUNKTETABELLEN:

Der Kampf um die Meisterschaft ist mit dem Sieg von Denny Hamlin wieder etwas enger geworden: Nur winzige sechs Punkte trennen ihn jetzt noch von Jimmie Johnson. Weil auch Kevin Harvick vor dem Tabellenführer ins Ziel gekommen ist, beträgt sein Rückstand nur noch 62 Zähler. Der nächste Verfolger ist nach diesem Wochenende Kyle Busch, der hat allerdings schon 172 Punkte Rückstand. Ab Jeff Gordon benötigen alle Fahrer mit mehr als 200 Zählern Differenz in Talladega ein Wunder. Falls Johnson auf dem von ihm nicht sonderlich geliebten Superspeedway nach einem Unfall letzter der 43 Piloten würde, könnten maximal 161 Punkte von den anderen Chasern aufgeholt werden. Der Talladega Superspeedway wird dem Meisterschaftskampf sicherlich eine Menge Würze verleihen und die finalen Voraussetzungen für die letzten drei Rennen schaffen.

In der Owner-Wertung kann sich Robby Gordon wieder ein wenig entspannen, denn Travis Kvapil hatte mit der #38 von Front Row Motorsports in Martinsville etwas Pech und landete nur 13 Plätze hinter der #7 von RGM. Gordon versuchte sich am Wochenende übrigens auch mit der #07 selbst zu qualifizieren, scheiterte aber im Einzelzeitfahren an der Konkurrenz. Daraufhin ersetzte man teamintern Kevin Conway und der Teamchef griff selbst ins Lenkrad, um nicht erneut wichtige Punkte zu verlieren. Zwischen den beiden Teams kam Hermie Sadler im Auto mit der #71 von TRG Motorsports ins Ziel. Weil auch Tony Raines und David Gilliland für FRM kein gutes Rennen ablieferten, wird es im Kampf um die Top35 etwas kompakter. Der aktuelle Stand kann in der nachfolgenden Tabelle überblickt werden, natürlich ebenso die Fahrerwertung.

Talladega ist am nächsten Wochenende übrigens wegen der Zeitumstellung in Deutschland eine Stunde früher, das gilt allerdings nicht für das Truckrennen am Samstag. Die Amerikaner stellen ihre Uhren erst in der darauffolgenden Woche um, sodass die Nationwide Series und die Trucks in Texas bei uns ebenfalls eine Stunde eher über den Äther fließen, der Cup am Sonntag jedoch wieder mit den gewohnten sechs Stunden Verzögerung gesendet wird.

2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_stands_by_car 2010_Martinsville_Oct_NSCS_race_start at Martinsville Speedway on October 24, 2010 in Martinsville, Virginia. 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Marcos_Ambrose_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_33_car_in_garage 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Dale_Earnhardt_Jr_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_fans_cheer 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Jeff_Burton_leads 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Jimmie_Johnson_races_Kyle_Busch 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_Kevin_Harvick_side_by_side 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_crosses_finish_line 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_after_burnout 2010_Martinsville_Oct_NSCS_Denny_Hamlin_Victory_Lane Web OnTheBubbleNSCS2010_32Martinsville

October 22 2010

06:21

NASCAR: Vorschau Martinsville Oktober 2010

In Martinsville startet die zweite Chase-Hälfte und nur noch drei Piloten kämpfen innerhalb von 100 Punkten um die Meisterschaft. Die Verfolger Jeff Gordon, Kyle Busch und Tony Stewart benötigen dringend möglichst einen Sieg, um weiterhin dabei zu sein. Da trifft es sich schlecht, dass der Shorttrack ausgerechnet die stärkste Strecke der Top2 ist.

An diesem Wochenende beginnt der Endspurt zur Playoff-Trophäe und ausgerechnet die beiden bestplatzierten Piloten haben die Chance, auf dem Martinsville Speedway davonzuziehen. Tabellenführer Jimmie Johnson und sein Verfolger Denny Hamlin haben sich auf dem Shorttrack in Virginia praktisch in die „victory lane“ eingemietet: Seit Ende 2006 hat in Martinsville kein anderer Fahrer außer den beiden ein Rennen gewonnen. So eine Statistik wird den Verfolgern gar nicht passen, wobei aber zumindest Jeff Gordon ähnlich starke Resultate vorweisen kann. Kevin Harvick wird versuchen müssen, sich mit einem Top10-Ergebnis nach Talladega zu retten. Die anderen Chase-Piloten könnten nach einem schlechten Martinsville-Wochenende zumindest realistisch gesehen aus der Entscheidung draußen sein. Zu Beginn des Artikels möchte ich aber kurz auf die Hammermeldung der Woche eingehen, die gestern über die US-Seiten schwappte:

Richard Petty Motorsports hat Kasey Kahne mit sofortiger Wirkung aus seinem auslaufenden Vertrag entlassen. Damit ist sein Wechsel zu Red Bull Racing nun schon vor Beginn der neuen Saison möglich geworden. Reed Sorenson ersetzte bisher den erkrankten Brian Vickers in der #83, muss nun aber für Kahne seinen Platz räumen. Interessanterweise war Sorenson schon vor diesem Wechsel nicht für Martinsville gelistet gewesen: Die ESPN-Kommentatoren kündigten an, dass Reed an diesem Wochenende nicht für Red Bull fahren würde, wobei ein Ersatz zu dem Zeitpunkt noch nicht benannt war. Aric Almirola wurde daraufhin für die #83 verpflichtet und ersetzt nun im Zuge des „Wechsels“ Kahne in der #9. Bezüglich einer weiteren Zusammenarbeit zwischen RPM und Almirola nach Martinsville ist bisher nichts bekannt geworden.

Theoretisch könnte der Weggang von Kasey Kahne ein größere Rotation in der Sprint-Cup-Garage auslösen: Im nächsten Jahr soll bekanntlich Marcos Ambrose im RPM-Ford mit der #9 sitzen, doch nun erscheint auch in diesem Fall ein vorzeitiges Debüt möglich. Der freiwerdende Platz in der #47 von JTG-Daugherty Racing wäre daraufhin frei für Bobby Labonte, der 2011 ohnehin das Cockpit von Ambrose übernimmt. Da wird es am Wochenende sicher noch einige neue Informationen geben.

Gehen musste Kahne unterdessen, weil er sich in der Öffentlichkeit lautstark unzufrieden mit seinem Team zeigte. Das Verhältnis galt ja nun schon seit geraumer Zeit als zerrüttet und man sehnte das Ende der Saison beiderseits herbei. Die Kritik von Seiten des Fahrers scheint berechtigt: Drei Mal in diesem Jahr versagten am RPM-Ford von Kahne laut seiner Aussage die Bremsen, davon passierte dies zwei Mal in den letzten drei Rennen. Zwar nutzen natürlich alle vier Wagen von Richard Petty Motorsports dieselbe Technik und dieselben Produkte (Öl, Bremsflüssigkeit usw.), doch AJ Allmendinger und auch Paul Menard standen bei vielen Rennen deutlich besser da als Kahne.

Hier scheint wiederum die Sicht des Teams verständlicher zu sein: Angeblich plagten Kasey in Charlotte grippeähnliche Symptome, weswegen er sich nach dem vorzeitigen Ende seines Rennens auch habe übergeben müssen. Da zudem der erwähnte technische Defekt die Ursache für seinen Dreher inkl. Mauerkuss gewesen sein soll, wollte er nicht wieder in den Wagen einsteigen. JJ Yeley musste schließlich in der ondulierten #9 das Rennen zu Ende fahren. Trotz seiner körperlichen Beschwerden war es Kahne aber am folgenden Tag möglich, an einem 5-km-Lauf seiner Wohltätigkeitsstiftung teilzunehmen. Wie man hört, soll er dabei zwar mit einer langsameren Zeit als sonst üblich gestoppt worden sein, aber trotzdem warf die Teilnahme ein schlechtes Licht auf seine Motivation bezüglich seines – nun verlorenen – Cockpits bei Richard Petty Motorsports.

Die Sachlage ist klar: RPM ist nach den vielen Jahren unterschiedlicher Besitzverhältnisse völlig durchgeschüttelt! Durch die Absorption von zunächst Petty Enterprises (2008) und Yates Racing (2009) kam es zu keiner Stabilität im Arbeitsumfeld, die einem Mitarbeiter wirkliche Ruhe vermitteln konnte. In diesem Jahr wurde dann auch noch eine Technikpartnerschaft mit Roush-Fenway Racing eingegangen, die für das Vier-Wagen-Team Chassis und Motoren liefern. 2010 sollte nun also das Jahr sein, welches für Ruhe sorgt und die ersehnten Erfolge bringt. Passiert ist das Gegenteil: Der einzige konkurrenzfähige Fahrer kommt nicht nahe genug an einen Sieg heran und sieht sich häufiger technischen Defekten ausgesetzt. Zwei Wasserträger fahren an guten Tagen gerade mal in die Top10 und ein vierter Pilot dümpelt zwischen den Hinterbänklern rum und verliert beinahe sein Leben. Letzteres ist natürlich nicht die Schuld von Richard Petty Motorsports, aber der Unfall dürfte die Moral des Teams nicht gerade verbessert haben.

Richtig interessant wird es aber erst, wenn man sich die Besitzverhältnisse von RPM ansieht: Richard Petty gehört praktisch nichts vom Team, es wird nur sein prominenter Name genutzt. Petty steht vielmehr auf der Gehaltsliste von Boston Ventures, einer Investmentfirma, die 2008 sein Team Petty Enterprises aufkaufte. Schon zu dieser Zeit hatte der „King“ also alle Macht verloren. Der Hauptteil des Teams gehört jedoch dem amerikanischen Unternehmer George N. Gillett Jr, der 2007 mit einer Mehrheitsbeteiligung in das Team Evernham Motorsports einstieg, welches von Jeff Gordons ehemaligem Crew Chief Ray Evernham gegründete wurde. Daraus wurde dann Gillett Evernham Motorsports und nach den Übernahmen von Petty und Yates eben Richard Petty Motorsports.

RPM ist somit eigentlich ein Konglomerat und Flickwerk aus verschiedensten ehemaligen Teams, deren wirklich große Tradition in diesem „Investment“ aufging bzw. unterging. Gillett ist nebenbei übrigens in weiteren Sportarten beteiligt, so gehört ihm beispielsweise das NHL-Team der Montreal Canadiens und bis vor kurzem auch der FC Liverpool. Nach einem Beschluss des Liverpool-Vorstandes musste Gillett allerdings den Verkauf des Vereins an New England Sports Ventures über sich ergehen lassen, Gerichtsverfahren diesbezüglich sind noch anhängig. Der Clou an der Sache ist aber, – und nun kommt der wirkliche interessante Teil des Kahne-Wechsels – dass NESV niemand anderem als John W. Henry gehört, der mit seiner Fenway Sports Group unter anderem 50%iger Teilhaber an Roush-Fenway Racing ist.

Da Gillett bei dem Verkauf des FC angeblich eine Menge Geld verloren hat, ging die Sache nun vor Gericht. Das sind sicherlich nicht die besten Voraussetzungen für eine gute Partnerschaft in der NASCAR und prompt passierte auch etwas: FoxSports und SPEED berichtete am gestrigen Donnerstag, dass Roush-Fenway Racing als Lieferant von Chassis und Motoren an RPM den Stecker zog und die Talladega-Autos durch den Gerichtsvollzieher abholen ließ; angeblich wegen nicht bezahlter Rechnungen. Die Frage ist nun, wie ernst ist es mit Richard Petty Motorsports, wo sich einige Angestellten schon Sorgen machen, ob sie nach Martinsville überhaupt noch einen Job haben. Schlecht auch für Marcos Ambrose und AJ Allmendinger, die im Falle einer Pleite kein Cockpit mehr für das nächste Jahr hätten. Auf der anderen Seite könnte diese Aktion reine Schikane von John W. Henry sein, der sich lange gegen Gillett erwehren musste, um den FC Liverpool kaufen zu können.

Auch in diesem Fall gilt: Da könnte am Wochenende noch mehr ans Tageslicht kommen und es ist nicht ausgeschlossen, dass Richard Petty Motorsports nach diesem Wochenende die Pforten schließt. Allerdings ist noch zu sagen, dass Roush-Fenway Racing die Chassis mittlerweile wieder zurückgegeben hat, die Motoren und Getriebe fehlten dabei aber. Kasey Kahne kann sich jetzt ins Fäustchen lachen, er hat den Absprung zum richtigen Zeitpunkt geschafft und hat sehr gute Zukunftsaussichten bei Red Bull Racing und Hendrick Motorsports.

– Ende Exkurs Richard Petty Motorsports – (Anm: Ich bitte, die vielen Links zu Wikipedia zu entschuldigen, aber die relevanten Angaben sollten dort alle durch Quellen belegt sein! Falls etwas nicht stimmt, korrigiert mich bitte…)

Damit der Artikel nicht zu lang wird, gehe ich etwas kürzer auf die Siegchancen der einzelnen Fahrer in Martinsville ein, die wichtigsten Informationen werden aber nicht zu kurz kommen.

Als absolute Favoriten müssen an diesem Wochenende Jimmie Johnson und Denny Hamlin gelten: Sie sind im Doppelpack seit Ende 2006 in Martinsville ungeschlagen und zeigten auch in den letzten Saisonrennen, dass sie derzeit konkurrenzfähig sind. Ausgerechnet diese beiden Piloten stellen aber die Top2 der Meisterschaft und bei einem ähnlich guten Rennen für sie auf dem Shorttrack können die anderen Chaser eigentlich einpacken – wäre da nicht Talladega in einer Woche, wo bekanntlich alles passieren kann.

Um noch die beeindruckenden Zahlen von Johnson und Hamlin zu zeigen:
- Hamlin ist in Martinsville bereits zehn Mal angetreten und kam dabei nur ein einziges Mal nicht in die Top9. Sieben dieser Rennen beendete er sogar in den Top5 und vier der letzten fünf Rennen in den Top2.
- Johnson zeigte noch ein wenig mehr und jetzt kommt der Knüller: Bis auf sein erstes Rennen in Martinsville kam er auf dem Shorttrack nie schlechter als auf Platz 9 ins Ziel und das war immerhin 2002! Von den letzten acht Rennen hat er außerdem ganze fünf gewonnen.

Direkt dahinter sehe ich Jeff Gordon, der an diesem Wochenende wohl die besten Chancen aller Verfolger haben dürfte. Seine Martinsville-Statistik zeigt, dass er seit 2005 immer(!) in die Top5 gefahren ist. Gordon ist seit 1993 schon 35 Mal auf dem Shorttrack gefahren und kam dabei nur drei Mal nicht in die Top12 bzw. sechs Mal nicht in die Top9. Diese Ergebnisse sind ebenso beeindruckend wie jene von Hamlin und Johnson.

Dann kommt eigentlich schon der Rest vom Schützenfest mit gehörigem Respektabstand. Weil Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing in Martinsville traditionell stark sind, ziehe ich die mal vor:

Tony Stewart konnte seit 2007 in vier von sieben Rennen in die Top10 fahren, wobei davon sogar zwei Ergebnisse Top5s waren. Eines der letzteren Resultate muss er dringend wiederholen, um in der Meisterschaft nicht noch mehr Boden zu verlieren. Auf Dale Earnhardt Jr trifft Statistik-technisch im Übrigen dasselbe wie bei Stewart zu, vielleicht kommt er am Sonntag mal wieder unter die Top10.

Kyle Busch erreichte in den letzten drei bis vier Jahren drei vierte Plätze, die gleichzeitig auch seine besten Martinsville-Resultate darstellen. Alle anderen Zielankünfte ab 2007 waren jenseits der Top20. Wenn er in der Meisterschaft dranbleiben will, ist ein Top5-Ergebnis Plicht. Joey Logano wurde im Frühjahr Zweiter, deswegen sollte man ihn am Wochenende auf jeden Fall im Auge behalten, vor allem weil er zuletzt vermehrt in die Top11 fahren konnte.

Mark Martin hat den Shorttrack in seinen beiden Teilzeitjahren 2007 und 2008 ausgelassen, nur um 2009 mit zwei Top10-Ergebnissen zurückzuschlagen. In diesem Jahr ist er bekanntlich etwas schlechter unterwegs, war aber zuletzt wieder in Reichweite der Top10. Stewarts Teamkollege Ryan Newman beendete die letzten drei Martinsville-Rennen mit Top10s und sollte auch am Wochenende wieder dazu in der Lage sein.

Bei Richard Childress Racing wird es schon enger, denn Kevin Harvick, Jeff Burton und Clint Bowyer sind jetzt nicht so die Martinsville-Experten. Am besten sieht es dabei noch für Bowyer aus, der bis auf das letzte Chase-Rennen immer in den Top11 angekommen ist, allerdings war nur ein Top5 dabei. Burton ist 2007 und 2008 nur je ein Mal in die Top5 gefahren, ansonsten waren das seit 2006 ausnahmslos Ergebnisse jenseits der Top12. Harvick dürfte insgeheim schon auf Talladega hoffen, denn immerhin gewann er in diesem Jahr zwei der bisher drei Superspeedway-Auftritte. Am Wochenende sollte er wie immer gut genug für die Top10 sein, denn das schaffte er mit Mühe und Not auch in drei der letzten sieben Martinsville-Rennen. Aber ob das auf Dauer reicht, nur Top10-Resultate einzufahren? Eher nicht, ein schlechtes Ergebnis von ihm und es sind nur noch Johnson und Hamlin im Titelkampf übrig.

Schlechter sieht es bei Dodge und Ford aus, Kurt Busch zum Beispiel ist seit 2006 nicht mehr in die Martinsville-Top-10 gefahren. Seine Meisterschaftschancen sind aber ohnehin nur noch rechnerisch. Die Roush-Ford-Chaser Matt Kenseth und Greg Biffle sind in den letzten Jahren mal so vereinzelt in den Top10 angekommen. Während Biffle allerdings nur zwei solcher Resultate in Martinsville überhaupt vorweisen kann, hat Kenseth wenigstens sechs aus 21 Rennen. Carl Edwards ist seit 2007 auch nur drei Mal in den Top10 angekommen, dabei steht als bestes Ergebnis ein dritter Platz in den Büchern. Wenn Martinsville eines ist, dann eben keine Ford-Strecke!

Der letztwöchige Sieger Jamie McMurray und sein Teamkollege bei Earnhardt-Ganassi Racing, Juan Pablo Montoya, haben Chancen auf die Top10. McMurray beendete die letzten sieben Martinsville-Rennen auf den Plätzen 9, 32, 8, 38, 10, 6 und 30. Montoyas Statistik sieht folgendermaßen aus: 16/8/13/14/12/3/36. Ein ähnliches Ergebnis wie in den letzten Saisonrennen sollte er also wiederholen können, der flache Shorttrack liegt ihm seit Beginn seiner NASCAR-Karriere vergleichsweise gut.

Martin Truex Jr wurde im Frühjahr Fünfter in Martinsville und David Reutimann hat sich in dieser Saison zu einem echten Top10-Fahrer entwickelt. Mit Michael Waltrip Racing muss man also auch weiterhin rechnen, es kann sein, dass beide Piloten in den Top10 auftauchen.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik in Bildform kommen wie üblich noch Playoff-Punktetabelle, Owner-Wertung und die Ausstrahlungsdaten für das komplette Wochenende. Zu den Meisterschaftstabellen habe ich in der Charlotte-Analyse schon was geschrieben. Damit dieser Artikel nicht zu lang wird, bitte ich darum, dort nachzuschauen.

Sprint Cup und Trucks sind auf dem Martinsville Speedway unterwegs, während die Nationwide Series mit Danica Patrick im Schlepptau auf dem Gateway International Raceway fährt, einem 1,25-Meilen-Oval mit unterschiedlichen Turns in der Form von Darlington. Allerdings ist der Speedway langsamer, denn Turns 1 & 2 ähneln New Hampshire, während Turns 3 & 4 dem Phoenix International Raceway nachempfunden sind.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 22.10.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
19:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
22:40 Uhr, Truck Series Qualifying, nicht im TV

Samstag, 23.10.
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
17:15 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (erst um 00:30 Uhr)
18:30 Uhr, Truck Series Rennen (Kroger 200), SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (5-Hour Energy 250), ESPN2

Sonntag, 24.10.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Tums Fast Relief 500), ESPN

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Schweinderl