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February 25 2012

16:00

NASCAR: Analyse Gatorade Duels / Vorschau Daytona 500

Die Gatorade Duels sind Geschichte – zumal auch Budweiser im nächsten Jahr das Sponsoring der Qualifikationsrennen übernehmen wird – und damit stehen alle 43 Starter für das Daytona 500 fest. Zeit also, sich noch einmal einen letzten Überblick vor dem Great American Race zu verschaffen.

Das erste Duel am Donnerstagabend war mit Sicherheit das spannendere und spektakulärere von beiden. Drei Cautions über 60 Runden sorgten dafür, dass das Rennen nicht so wirklich in einen Fluss kam und auch oft nicht so ganz nachzuvollziehen war, wer denn nun einen der beiden Transfer-Spots inne hatte. Trevor Bayne und Michael Waltrip schnitten leider nur unterdurchschnittlich ab und hatten auf ihre Weise mit der Qualifikationsmühle kämpfen: Bayne fehlten als Zwölftem nur drei Positionen auf Robby Gordon, um sich neben seiner schnellen Zeit aus dem Einzelzeitfahren noch ein weiteres Mal zu qualifizieren. Letzterer startet als zweiter Nicht-Top-35-Fahrer damit zwar neben Michael McDowell im Daytona 500, hatte jedoch trotzdem eine ordentliche Krawatte:

Terry Labonte ruhte sich nach Meinung von Gordon allzu sehr auf seinem Champions-Provisional aus und bog bereits nach 12 Runden mit den üblichen Start-&-Park-Begründungen in die Boxengasse ab, da er ja eh einen Startplatz am Sonntag sicher hatte. Er tat dies aus dem einfachen Grund, weil sein Team nur mit einem einzigen Auto nach Daytona gekommen war, welches man nicht unbedingt in dieser klaren Situation aufs Spiel setzen wollte. Man kann ihm daher nicht wirklich einen Vorwurf machen, immerhin hat er nur die Regeln zu seinem Vorteil ausgenutzt. Ob die Regeln so auch gut formuliert sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt!

Zur Ergänzung: Die erste Gelbphase recht früh im Rennen sah ein ziemlich geschreddertes Auto mit der Startnummer #42, nachdem Juan Pablo Montoya unverschuldet zwischen David Gilliland und Paul Menard eingeklemmt wurde. Caution #3 ereignete sich in der letzten Runde ausgangs von Turn 2, als Danica Patrick ebenso unschuldig abgeschossen wurde und verdammt heftig in der inneren SAFER-Barrier einschlug. Schön konnte man ihre Open-Wheel-Gewohnheit erkennen, da sie sofort die Hände vom Lenkrad nahm, als der Unfall nicht mehr zu vermeiden war. Selten konnte man auch derart detaillierte Aufnahmen – gerade aus dem Wageninneren – von einem Crash sehen, was ich als sehr aufschlussreich empfand.

Sowohl Patrick als auch Montoya werden daher mit dem Backup-Auto das Daytona 500 vom Ende des Feldes aufrollen. Tony Stewart gewann das erste Duel am Ende unter Gelb vor Dale Earnhardt Jr, welcher eine echte Siegchance hatte und auch schon zuvor mehrere Runden in Führung lag, und einem sehr sehr starken Marcos Ambrose, der schon im Budweiser Shootout glänzen konnte. Pechvogel des Rennens war Michael Waltrip, der außerhalb der Sequenz an die Boxengasse kommen musste und damit den Draft verlor. Bei der Ausfahrt auf die Strecke setzte er dann seinen Toyota in der ganzen Aufregung durch einen dummen Anfängerfehler in die Mauer, was das Aus für seine Daytona-500-Träume bedeutete.

Das zweite Duel empfand ich mehr oder weniger als Langweiler: Matt Kenseth konnte sich in einem Rennen ohne Cautions am Ende durchsetzen und ließ Regan Smith sowie Jimmie Johnson hinter sich; auf den beiden Transfer-Spots kamen Dave Blaney und Joe Nemechek ins Ziel. Für Blaney sicherlich eine späte Genugtuung, nachdem er seine Owner-Points an Danica Patrick verloren hatte. Das Beispiel Joe Nemechek zeigte, wie wichtig Mannschaftsarbeit auf einem Superspeedway ist: Teamkollege Bill Elliott schob den vom Draft abgeschnittenen Wagen mit der #87 ohne Rücksicht auf Verluste, auch als der Kühler zu explodieren drohte. Zwar hatte er sich selbst auch Rundenrückstand eingefangen und lag sogar noch hinter dem direkten Nemechek-Verfolger Robert Richardson Jr, der hatte ohne Hilfe aber keine Chance.

Auffällig war noch, dass sich die beiden Burger-King-Toyotas von Landon Cassill und David Reutimann ebenfalls sehr früh aus beiden Duels zurückgezogen haben, da sie über ja die Owner-Punkte von Red Bull verfügen. Neben Terry Labonte schieden auch Tony Raines und David Stremme recht schnell wegen Vibrationen aus, weil sie ihren Platz im Daytona 500 über das Pole-Qualifying sicher hatten. Das muss man wahrscheinlich genau so wie die Terry-Labonte-Situation bewerten, obwohl ich nicht beurteilen kann, ob diese Teams ebenfalls über keine Backup-Autos verfügten. Gerade von BK Racing bin ich aber etwas enttäuscht, hatte man doch angekündigt, eben kein Start-&-Park-Team sein zu wollen. Wenn man dann noch eine Viertelmillion Dollar für die Teilnahme am Great American Race absahnt, wirkt das schon fast ein wenig frech.

Alles in allem hatten also alle Fahrer auf den nachfolgenden Qualifikationsplätzen hinter Trevor Bayne, Tony Raines und David Stremme vergeblich auf Schützenhilfe gewartet. Besonders bitter war das wie erwähnt für Michael Waltrip und Kenny Wallace. Sowas habe ich so auch noch nicht gesehen.

Im Hinblick auf das Daytona 500 am Sonntag bedeuten die Erkenntnisse der beiden Gatorade Duels, dass man sich mal wieder nicht sicher sein kann, was passiert. Bleiben die Piloten ruhig, könnte es sehr langweilig werden. Drehen alle schon beim Start durch, wird es ein sehr langer Abend. Die Push-Unfälle aus dem Budweiser Shootout hat man in den Gatorade Duels nur noch ansatzweise gesehen, die Fahrer haben sich den veränderten Gegebenheiten sehr gut angepasst. Den Trucks hat man im Vorfeld von Daytona ja auch einige Änderungen am Kühlkreislauf verpasst und wohin das geführt hat, konnte man in der letzten Nacht ja sehr gut sehen:

Versuche eines Two-Truck-Draft waren von vornherein fast vergebens, da sofort eine Wasserfontäne aus dem Überdruckventil schoss, wenn zwei Wagen länger als eine halbe Runde zusammenblieben. Das Rennen selbst war spektakulär, es gab einen Rookie-Sieger und zwei heftige Unfälle mit fliegenden Trucks. Zum Glück gab es aber keine Verletzten zu beklagen! Weitere Erkenntnisse wird mit Sicherheit das heutige Nationwide-Series-Rennen bringen: Dort startet Danica Patrick übrigens von der Pole-Position! Das Final-Practice des Sprint Cups läuft zurzeit noch und es sind wieder mehr Autos auf der Strecke als noch in den Trainings-Sessions vom Freitag.

Noch eine kleine Einschätzung der Stärkeverteilung: Für das Daytona 500 selber habe ich vor allem die Restrictor-Plate-Spezialisten auf der Rechnung, denn Dale Earnhardt Jr und Tony Stewart haben über die Speedweeks ihre Fähigkeiten wieder einmal unter Beweis gestellt. Dazu kommen die Roush-Fords, welche so langsam den Earnhardt-Childress-Motoren ihren Superspeedway-Rang ablaufen. Als Dark-Horses würde ich dagegen Marcos Ambrose und Regan Smith bezeichnen, da könnte noch eine dicke Überraschung warten. Zudem darf man Kyle Busch und Carl Edwards noch ein wenig aus der Masse herausheben.

Abschließend gibt es noch adie endgültige Teilnehmer- bzw. Starterliste des Daytona 500 sowie einen Zeitplan für das Rest-Wochenende:

Ausstrahlungsdaten

Samstag, 25.02.
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Final Practice, SPEED
18:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Drive4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 26.02.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

Alle Angaben sind ohne Gewähr!

2012 Daytona Feb NSCS Duel 1 Danica Patrick Greg Zipadelli pit road 2012 Daytona Feb NSCS Duel 1 green flag 2012 Daytona Feb NCSC Duel 1 Stewart leads pack 2012 Daytona Feb NSCS Duel 1 Dale Earnhardt Jr leads 2012 Daytona Feb NSCS Duel1 Stewart Victory Lane 2012 Daytona Feb NCSCS Duel 1 10 car rollback 2012 Daytona Feb NSCS Duel 2 race start 245188 2012 Daytona Feb NSCS Duel 2 Matt Kenseth crosses finish line 2012 Daytona Feb NSCS Duel 2 Matt Kenseth Victory Lane 2012-DAYTONA-500_Date_C

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February 21 2012

07:15

NASCAR: Analyse Budweiser Shootout / Vorschau Gatorade Duels

Mit dem Budweiser Shootout ist das erste Rennen des Jahres – und dazu noch ein ziemlich spektakuläres – Geschichte. Welche Lehren können die Teams aus dem Event ziehen? Außerdem ging am Sonntag das Pole-Qualifying über die Bühne, womit die ersten Mannschaften aus der Go-or-go-homer-Riege fest im Daytona 500 stehen.

Kyle Busch war in der Nacht von Samstag auf Sonntag der Held des Abends und gewann das Budweiser Shootout des Jahres 2012, nachdem er mehrfach eigentlich schon so gut wie geschlagen schien. Zwei Mal fing er seinen Gibbs-Toyota in spektakulärer Manier bei über 300 km/h noch querstehend wieder ein, während um ihn herum die Hölle losbrach. Zu insgesamt drei Big-Ones kam es über eine Renndistanz, welche noch nicht einmal halb so lang wie die des Daytona 500 ist. Da es sich um ein Showrennen handelt, will ich nicht zu viel analysieren, doch einige Beobachtungen in Bezug auf das Bump-Drafting sind es wert, genauer unter die Lupe genommen zu werden:

Nachdem ich mir im Anschluss an die Winter-Testfahrten und vor dem ersten Wochenende der Daytona Speedweeks recht sicher war, dass sich das Fahren im großen Paket relativ in Grenzen halten würde, bekam ich das genaue Gegenteil präsentiert. Warum ich letztendlich falsch lag, kann ich nur vermuten: Möglicherweise hing es mit den zahlreichen unterschiedlichen Parametern zusammen, welche NASCAR die Teams bei den Testfahrten ausprobieren ließ. Die genutzte Regelauslegung für das Budweiser Shootout könnte also eine nicht direkt in dieser Kombination getestete Variante gewesen sein.

Wie auch immer, das Ergebnis konnte sich auf jeden Fall sehen lassen: Die Autos waren insgesamt schneller unterwegs als noch in der Vergangenheit und ein Ausbrechen aus dem großen Drafting-Feld war auch nicht ohne weiteres möglich. Lediglich drei Runden im Two-Car-Train waren den Wagen möglich, bevor die Instrumente im Cockpit Alarm schlugen. Außerdem reichte der Geschwindigkeitsüberschuss in dieser Größenordnung nicht aus, um einen dauerhaften Abstand zum Rest der Meute herauszufahren. Was man auch gesehen hat, war die Tatsache, dass ein wild rotierendes Teil-Feld auf zwei oder drei Spuren langsamer unterwegs war, als die verfolgende Single-Line-Gruppe.

Den Fahrern hat es sichtlich Spaß gemacht, wieder im Pack zu fahren und praktisch niemand hat sich hinterher kritisch geäußert. Worauf man in den anstehenden Gatorade Duels und dem Daytona 500 allerdings achten müssen wird, ist die aerodynamische Anfälligkeit der Autos durch den kleineren Heckspoiler beim physischen Pushen mit Kontakt: Sobald der hinterherfahrende Wagen seinen Drafting-Partner in den Turns zu weit links anschiebt, übernimmt er den Luftstrom am Heck des vorderen Autos sehr ungünstig und sorgt ungewollt für Auftrieb. Der Grip des Vordermanns lässt dadurch schlagartig nach, was zu einem klassischen Dreher führt. Alle drei Big-Ones im Shootout sind auf diese Weise entstanden.

Ich denke nicht, dass die NASCAR-Offiziellen sich da bis zum größten Rennen des Jahres noch spontan etwas einfallen lassen können oder werden. Zudem sorgt die derzeitige Konfiguration ja endlich mehrheitlich dafür, dass Pack-Racing wieder möglich ist. Da nimmt man es dann mit den Auswirkungen von aggressivem Fahren nicht so genau. Lediglich Richard Childress war kurzzeitig sehr besorgt um seine Brieftasche und funkte an seine Fahrer, dass sie doch ein direktes Anschieben des Vordermannes im Paket unterlassen sollen, um nicht noch mehr Unfälle zu provozieren.

Das wird dann vermutlich auch der Tenor für den restlichen Teil der Speedweeks bleiben: Lieber etwas verhaltener fahren! Die Fahrer müssen das selbst in den Griff bekommen und abschätzen, wann ein Bump-Draft zu aggressiv wird. Sollte das nicht funktionieren, könnte die NASCAR im Zweifelsfall auch wieder ihre unbeliebte No-pushing-in-the-turns-Regel auspacken. Allerdings dürfte dann sofort Kritik aufflammen. Am besten ist es wohl, wenn wir erstmal die Duels am Donnerstag abwarten und uns dann ein aktuelles Bild der Situation machen.

Bei den angesprochenen Gatorade Duels handelt es sich um die nächste Phase der Speedweeks, bei denen die letztendliche Startreihenfolge für das Daytona 500 festgelegt wird. Das gesamte Feld wurde nach dem Pole-Qualifying geteilt und fährt am Donnerstag in zwei Qualifikationsrennen um die letzten verbliebenen Startplätze im größten NASCAR-Event des Jahres. In Duel 1 starten alle Fahrer mit einer ungeraden Position in den letztjährigen Owner-Points aufgereiht nach ihrem Ergebnis aus dem Einzelzeitfahren vom Sonntag. Duel 2 beinhaltet dagegen die geraden Plätze der Besitzer-Wertung von 2011. Bei einem Ungleichgewicht der Starteranzahl behält sich NASCAR vor, einzelne Änderungen in der Zusammensetzung der Felder zu unternehmen. Das Ergebnis des ersten Duels bestimmt die Startreihenfolge auf der Innenbahn des Daytona 500, während im zweiten die Außenseite ausgefahren wird. Pro Duel können die beiden besten nicht Top35-Teams in das Hauptfeld aufrücken, wobei es noch einige Besonderheiten zu beachten gibt. Im Pole-Qualifying haben sich nämlich aus rechnerischen Gründen schon drei Fahrer aus der Go-or-go-homer-Gruppe fest qualifiziert. Die Rechnung ist folgende und eigentlich relativ einfach:

35 (Top35) + 4 (2×2 in den Duels) + 3 (die schnellsten nach den Duels noch nicht qualifizierten Teams aus dem Einzelzeitfahren) + 1 (Champions-Provisional oder das vierschnellste Team) = 43

Da das Pole-Qualifying aber schon vor den Gatorade Duels stattgefunden hat, sind eben die drei schnellsten Teams außerhalb der Top35 schon fest im Rennen, jedoch ist ihre Startposition im Daytona 500 noch unklar. Dabei handelt es sich um Trevor Bayne (#21 – Wood Brothers), Tony Raines (#26 – Front Row Motorsports) und David Stremme (#30 – Inception Motorsports). Zusätzlich verfügt Terry Labonte immer noch über den Anspruch auf das Champions-Provisional, was derzeit Bill Elliott etwas nervös machen dürfte.

Diese drei bzw. vier Fahrer haben am Donnerstag aber immer noch die Möglichkeit, sich über die Duels erneut ins Daytona 500 zu fahren, was dann vorrangig wäre. Damit würden sie ihre festen Plätze aus der Qualifikation an die nachfolgend schnellsten Fahrer abgeben. In den Genuss einer solchen „zugeschanzten“ Startposition könnten nach dem Ergebnis des Einzelzeitfahrens Kenny Wallace (#09 – RAB Racing), Dave Blaney (#35 – Tommy Baldwin Racing) und Michael Waltrip (#40 – Hillman Racing) in dieser Reihenfolge kommen. Positioniert sich auch Terry Labonte unter den besten zwei Go-or-go-homern in seinem Duel, wandert das Provisional an Bill Elliott weiter.

Damit verbleiben noch sechs Fahrer, welche sich auf keinerlei Schützenhilfe verlassen können und die Qualifikation aus eigener Kraft über ein Top2-Resultat innerhalb der Go-or-go-homer in ihrem Duel schaffen müssen: Joe Nemechek (#87 – NEMCO Motorsports), Michael McDowell (#98), Mike Wallace (#37), Robert Richardson Jr. (#23), Robby Gordon (#7 – Robby Gordon Motorsports) und JJ Yeley (#49). Während der TV-Übertragung wird das aktuelle Szenario dann erstens von den Kommentatoren immer wieder neu durchgespielt und zweitens im Leaderboard farblich dargestellt, damit man auch zu jedem Zeitpunkt voll im Bilde bleibt.

Im Pole-Qualifying selbst wurde am Sonntag natürlich nur die erste Startreihe ausgefahren, welche sich Carl Edwards (1.) und Greg Biffle (2.) sichern konnten. Damit verschafften sie Jack Roush ein absolutes Traumergebnis und übernahmen zum ersten Mal seit 2007 wieder die komplette erste Reihe für ein Ford-Team. Beide Piloten dürfen übrigens trotzdem aus Gründen der Gerechtigkeit in ihrem jeweiligen Gatorade Duel antreten, allerdings haben – sie egal was kommt – ihre Startposition für das Daytona 500 in der Pole-Reihe schon sicher.

Abschließend gibt es noch adie Teilnehmerlisten der beiden Gatorade Duels sowie einen Zeitplan für die restlichen Daytona Speedweeks:

Ausstrahlungsdaten

Dienstag, 21.02.
— FREI —

Mittwoch, 22.02.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED

Donnerstag, 23.02.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
18:00 Uhr, Truck Series Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Gatorade Duels), SPEED
00:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 00:30 Uhr)

Freitag, 24.02.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
22:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
01:00 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 25.02.
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Final Practice, SPEED
18:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Drive4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 26.02.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

Alle Angaben sind ohne Gewähr!

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February 17 2012

07:15

NASCAR: Vorschau Budweiser Shootout / Daytona 500 Qualifying

Es ist wieder soweit: Nach gut drei Monaten des Wartens beginnt die neue NASCAR-Saison traditionell mit den Speedweeks in Daytona! An diesem Wochenende steht zunächst das Budweiser Shootout in der Nacht von Samstag auf Sonntag an, gefolgt vom Pole-Qualifying für das Daytona 500 am Sonntagabend.

In diesem Jahr muss eine schriftliche Saison-Vorschau der Teams und deren Fahrer aus Zeitgründen leider entfallen. Einen Ersatz bieten wir aber dennoch in unserem Podcast an: In der gestrigen Ausgaben haben wir zunächst über Hendrick Motorsports, Stewart-Haas Racing und Joe Gibbs Racing sowie Penske Racing gesprochen und die Veränderungen (wie Fuel-Injection) gegenüber 2011 aufgezeigt. In den nächsten Wochen stehen dann weitere Vorstellungen an, zu kurz sollte also keiner der Racingblog-Leser bzw. Podcast-Hörer kommen! Wem die Dreiviertelstunde von dieser Woche zu lang zum Reinhören ist, der kann sich auch adirekt im Teamchart 2012 bei Jayski.com umsehen. Diese Vorschau soll sich daher explizit mit dem ersten Teil der anstehenden Speedweeks befassen:

Auf dem aDaytona International Speedway startet die NASCAR nämlich an diesem Wochenende traditionell mit dem Budweiser Shootout und dem Pole-Qualifying zum Daytona 500 in ihre neue Saison. Das Einladungsrennen wird seit 1979 unter einem ständig wechselnden Regelwerk ausgetragen und bringt dem Sieger derzeit satte 200.000 US-Dollar. Bis Ende 2008 war das Shootout ein inoffizieller Wettkampf aller letztjährigen Pole-Position-Inhaber, doch dann ging der Sponsoring-Vertrag für den Pole-Award an den Konkurrenten Coors Light über. Budweiser wollte deshalb das Rennkonzept von der Spitzenplatzierung im Qualifying lösen und so wurde das Shootout 2009 zu einem Machtkampf der sechs (plus je 1 Wildcard) bestplatzierten Wagen pro Hersteller der Vorjahres-Owner-Wertung erklärt.

Diese Qualifikationsregel ließ sich durch den mehrheitlichen Ausstieg von Dodge nur ein Jahr aufrechterhalten, so dass die Startplätze ab 2010 schon wieder nach einem neuen System vergeben werden mussten. Dieses Mal rückte der Daytona International Speedway selbst in den Vordergrund, denn neben den vergangenen Siegern des Einladungsrennens waren erstmals auch alle ehemaligen Rennsieger der beiden Daytona-Punkterennen zugelassen. Dazu gesellten sich in einem – trotz großzügiger Teilnahmebeschränkungen – relativ kleinen Starterfeld (24) auch noch alle bisherigen Cup-Champions, die Chase-Piloten der Vorsaison sowie alle Fahrer, die jemals zu Rookie-of-the-Year-Ehren in der ersten Liga gekommen sind (2010 nur der beste Vorjahres-Rookie).

In dieser Saison entschied man sich dazu, die Bedingungen etwas zu vereinfachen und das Feld wieder zu vergrößern. Ab 2012 sind beim Budweiser Shootout nun die Top25 der Fahrerwertung gesetzt und zudem noch wie bisher alle ehemaligen Gewinner des Einladungs- und der Punkterennen. Der Modus, nach dem das Event ausgetragen wird, hat sich hingegen seit der Einführung des heute gültigen Namens 2001 nicht großartig geändert. Damals dauerte das Shootout 70 Runden, seit 2009 sind es 75 Runden, wobei diese seit 2003 in zwei Segmente unterteilt sind.

Segment 1 läuft über 25 Umläufe (bis 2009 nur 20 Umläufe) und lässt sich als Vorgeschmack auf das längere Finale sehen. Es gibt den Teams genügend Zeit auf der Strecke, um das Setup des Wagens in den Griff zu bekommen, bevor es in Segment 2 über 50 Runden um die Wurst bzw. Siegprämie geht. Die beiden Abschnitte werden durch eine zehnminütige Pause unterbrochen, in welcher die Mannschaften in der Boxengasse oder wahlweise auch der Garage alle Arbeiten am Fahrzeug vornehmen dürfen, zu denen sie auch während eines normalen Pitstops im Rennen befugt sind. Größere Änderungen wie z. B. der Wechsel von Federn, Stoßdämpfern oder Heckpartien sind verboten.

Das Budweiser Shootout ist normalerweise ein ziemliches Spektakel, da der Umfang des Preisgeldes im Verfolgerfeld des Siegers recht schnell abfällt: „Win or bust!“, wie die Amerikaner sagen. In den letzten Jahren ist es dagegen etwas ruhiger geworden, da man für die gesamten Speedweeks nur noch mit zwei Wagen pro Fahrer kalkuliert. Das beste Auto einer Mannschaft wird dabei für gewöhnlich erst zum Great-American-Race aus dem Hauler gerollt, um ja nichts zu riskieren. Also sollte man die B-Variante, welche nach dem Shootout auch noch durch die Pole-Qualifikation sowie eines der Gatorade-Duels muss, tunlichst beim Einladungsrennen in einem Stück wieder in der Garage abstellen! Ansonsten ist halt das Überstreifen der Samthandschuhe für die restlichen Speedweeks im eigentlichen Einsatzauto angesagt…

Was wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr (Jawohl, es geht direkt mit einem der so geliebten Nachtrennen los!) aber auf jeden Fall sehen werden, ist ein interessanter Ausblick auf den Bump-Draft-Modus für das große Daytona 500. Die NASCAR hat bei den Pre-Season-Tests ja schon gewaltig mit dem Kühlsystem der Autos herumgespielt, um die Cockpit-Instrumente früher zum Aufleuchten zu bringen. Denn wenn der Motor schneller überhitzt, müssen die Fahrer eines Two-Car-Drafts öfter die Positionen tauschen, da die neuere Form des Restrictor-Plate-Racings von vielen Fans, Fahrern und Offiziellen nicht gerne gesehen ist. Das leidige Thema sollte nach den Daytona-Testfahrten im Januar eigentlich der Vergangenheit angehören, doch so ganz erfolgreich war man dabei nicht.

Die Tangos wollten sich einfach nicht auflösen lassen, und dass obwohl man den Lufteinlass für den Kühler quasi direkt an die Kontaktstelle für das Bump-Drafting versetzt hatte. Unter Umständen bekommt der Motor also bei einer Hinterherfahrt nun gar keinen kühlenden Wind mehr. Zusätzlich wurde auch das Fassungsvermögen des Kühlkreislaufs verringert und ein Druckventil vorgeschrieben, welches schon bei weniger Dampf eine kochende Fontäne in den Himmel schießen lässt. Zahlen führe ich hier aus Übersichtsgründen bewusst nicht auf, da die Offiziellen doch sehr viel im Kleinen herumexperimentiert haben. Auch eine Vergrößerung der Löcher im Restrictor-Plate brachte keine Besserung, höchstens insofern, als dass sich die Verbindung der beiden Wagen schwerer herstellen ließ.

Was NASCAR also letztendlich erreicht hat, ist eine Verkürzung der maximalen Durchführungsdauer eines Two-Car-Drafts pro eindeutiger Reihenfolge in der Formation der beiden Wagen. Konnte man früher mehr als zehn Runden gemeinsam fahren, so ist diese Zeitspanne mittlerweile auf unter zehn Umläufe gesunken. Trotzdem sind die Tandems nach wie vor schneller, um bis zu fünf Meilen pro Stunde nämlich. Der einzige Nachteil ist der Zeitverlust beim internen Positionswechsel und solange NASCAR den nicht mindestens jede zweite Runde erforderlich macht – wie es früher einmal war – sehe ich da keine Änderungen. Das testweise Fahren im großen Paket hat sich im Januar jedenfalls nicht bewährt. Vielleicht sollten die Offiziellen da noch etwas kreativer und rigoroser werden.

Bevor wir aber überhaupt zum Daytona 500 kommen, müssen zunächst die Teilnehmer in einem recht komplexen Qualifikationsmodus ermittelt werden. Der erste Schritt einer langen Reihe erfolgt dabei am Sonntagabend ab 19 Uhr beim sogenannten Pole-Qualifying und dabei geht es wie der Name schon sagt, eigentlich nur um die Pole-Position (auf beiden Seiten). Nach der Session stehen nämlich die beiden erstplatzierten Piloten auf eben diesen Startplätzen fest im größten Rennen des Jahres. Alle anderen Resultate aus dem Qualifying bestimmen dann nur noch die Startreihenfolge der beiden Gatorade-Duels, in welchen die genaue Ordnung im Grid für das Daytona 500 ermittelt wird; mit einer Ausnahme:

Es ist sehr wichtig, die drei (möglicherweise vier, falls kein Champions-Provisional in Anspruch genommen wird) bestplatzierten und noch nicht fest qualifizierten Teams zu beobachten. Diese sind aus rechnerischen Gründen dann bereits nach dem Pole-Qualifying für das Daytona 500 startberechtigt. Sie können sich in ihrem Gatorade-Duel aber noch ein weiteres Mal ins große Rennen fahren und somit eventuellen Nachrückern einen großen Gefallen tun. Dazu komme ich aber in der nächsten Woche rechtzeitig vor den Duels am Donnerstag noch zu sprechen. Um die möglichen Szenarien etwas abzukürzen, gibt es deshalb vorerst nur so viel. Wer wirklich die volle Dröhnung auf einen Schlag haben möchte, der kann sich gerne ameinen letztjährigen Artikel diesbezüglich anschauen, den ich hier verlinkt habe.

Na gut, eine Sache noch, nicht das sich einige Leser umsonst Sorgen um ihren Favoriten machen müssen: Wer in der vergangenen Saison innerhalb der Top35 der Owner-Points gelandet ist oder sich beim diesjährigen Geschacher nachträglich solche ausreichenden Punkte ergattert hat, der ist in jedem Fall beim Daytona 500 dabei. Die relativ frische Entry-List dazu bietet Jayski.com an, diese habe ich ebenfalls verlinkt. Alle fest qualifizierten Fahrer sind NICHT rot markiert. Dazu gibt es natürlich auch die Entry-List für das Budweiser Shootout sowie einen Zeitplan bis zum nächsten Artikel:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 17.02.
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Budweiser Shootout Practice, SPEED
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Budweiser Shootout Final Practice, SPEED

Samstag, 18.02.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
22:30 Uhr, ARCA Series Rennen (Lucas Oil Slick Mist 200), SPEED
02:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Budweiser Shootout), FOX

Sonntag, 19.02.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Pole-Qualifying, FOX

Montag, 20.02. & Dienstag, 21.02.
— FREI —

Mittwoch, 22.02.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Daytona 500 Practice, SPEED

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February 14 2011

15:38

NASCAR: Daytona Speedweeks Update I

Wir befinden uns mitten in den Speedweeks und können bereits auf ein interessantes Budweiser Shootout sowie die ersten Qualifikationsergebnisse für das Daytona 500 zurückblicken. Dabei wird vor allem immer klarer, dass NASCAR sich hinter den Kulissen ausführlich mit der extremen Häufung der two-car breakaways beschäftigt und diese gerne zurückfahren würde.

Während der Reifentests im Januar und der beiden Trainingssessions für das Budweiser Shootout am Freitagabend kündigte sich der massive Gebrauch der two-car breakaways schon an. Mit der neuen Silhouette des CoT, welches 2007 eingeführt wurde, lassen sich die Stoßstangen der Fahrzeuge beim bump drafting wesentlich besser verbinden als dies beim alten Auto der Fall war. Sehen konnte man dies im direkten Vergleich zwischen Budweiser Shootout und dem ARCA-Rennen in dessen Vorfeld. Die ARCA nutzt weiterhin alte Cup-Chassis, die damals nach der Ausmusterung billig zu erwerben waren. Im Rennen am Samstagabend sah man dann auch das eigentlich übliche, große Drafting-Paket, sofern es denn das Talent des Starterfeldes zuließ, seinen Vordermann auch mal kräftig anzuschieben.

Das neue Chassis mit seinen nachträglichen Veränderungen an Spoiler und Splitter ist aber nicht alleine Schuld am Umstand der two-car breakaways, also dem schnelleren Vorankommen mit zwei exakt verbundenen Fahrzeugen. Zusätzliche Innovationen im Motorenbereich – wenn man denn in Bezug auf die antike Technik der NASCAR davon sprechen kann – tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Zu nennen sind als Beispiele u.a. der Einsatz druckresistenterer Ventile am Kühlwasserüberlauf sowie die Nutzung des Bremskühlsystems zur zusätzlichen Kühlung des Motors. Denn wenn ein Auto seinen Vordermann über mehrere Runden konsequent anschob, ging bisher schon nach ein bis zwei Umläufen die Temperatur des Wasserkreislaufs gen 300°F.

Letztere der angesprochenen Neuerungen hat die NASCAR bereits vor dem Budweiser Shootout verboten, obwohl sie gar nicht von allen Teams eingesetzt wurde. Der Clou dieser technischen Lösung war die Tatsache, dass man Bremsen auf einem Superspeedway einfach nicht kühlen muss und die entsprechende Kühlungsanlage direkt der Motorkühlung zur Unterstützung bereitstellen konnte. Gebracht hat das aber anscheinend nicht viel, denn das Resultat war ja im Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu begutachten. Die andere Möglichkeit, welche die Teams seit Anfang der Saison nutzten, wurde nun nach dem Shootout verboten: Hochdruck-Kühlsysteme. Zusätzlich beschränkte NASCAR die Kühlerfläche vorne am Auto noch ein weiteres Mal.

Durch einen neuen Aluminium-Rahmen hinter der Frontverkleidung stehen den Teams nur noch 322,58 cm² (50 square inch) Fläche zur Belüftung des Kühlergrills zur Verfügung. Außerdem wurde der Öffnungsdruck des Überlaufventils im Wasserkühlsystem auf 2,275 bar (33 psi) gesenkt. Damit soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, bei knapp 300°F Wassertemperatur und Motordrehzahlen von 9500 RPM einen Push für 30 oder 40 Runden zu geben. NASCAR erwartet dadurch wieder Temperaturen im normalen Rahmen von ca. 250°F und die Drehzahlen zurück unter 9000 RPM. Zusätzlich könnte diese Neuregelung auch ein weiteres Problem lösen:

Schon seit den Freitagstrainings schaute man besorgt auf die purzelnden Rekorde in Bezug auf die mittlerweile extrem hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten. 205 mph waren während des Budweiser Shootouts im two-car draft keine Seltenheit und sowas sieht NASCAR bekanntlich nicht gerne. Generell kann man sagen, dass bei Geschwindigkeiten jenseits von 200 mph die Autos bei einem Dreher zum Abheben neigen. Früher trat diese aerodynamische Tatsache bekanntlich schon eher auf, konnte mit den zusätzlichen Finnen auf Heckscheibe und –klappe jedoch so ziemlich gelöst werden.

Dazu kommt, dass – trotz des topfebenen, neuen Streckenbelags in Daytona – bump drafting bei über 200 mph keine sichere Sache mehr ist. Gleich zwei Mal in wenigen Runden schoben sich dabei zuerst Mark Martin und Kyle Busch sowie später Tony Stewart und Michael Waltrip unabsichtlich gegenseitig von der Strecke, was auch daran liegt, dass die neue Drafting-Möglichkeit ungleich mehr Präzision erfordert als das Fahren im großen Draft. Anstatt nun einfach die restrictor plates erneut zu verkleinern und die two-car breakaways von der Ausnahme zur Regel zu befördern, hält sich NASCAR lieber am Status Quo fest und versucht diese interessante Draft-Form auf die Schlussphase zu beschränken.

Nachlesen kann man diese Hintergrundinformationen hier verlinkt bei ESPN und auf der offiziellen Homepage der NASCAR.

Es wird sich meiner Meinung nach schon Donnerstagabend in den beiden Gatorade Duels zeigen, ob diese Maßnahme als Erfolg gewertet werden kann. Generell finde ich NASCARs Vorgehen gut, weil mich der Anblick von 75 Runden Renngeschehen nur in Zweierpaketen etwas befremdet hat. Das Fahren im großen Pulk ist vielleicht für das Auge einfach gewohnter und folgendes Szenario finde ich weit besser als das, was wir im Budweiser Shootout gesehen haben: Zwei Fahrer hinten im Drafting-Feld tun sich spontan zusammen, um von Platz 30 und 31 innerhalb von zwei Runden (mehr Zeit hat man durch die neue Kühlungsregelung nicht mehr!) three-wide an den beiden Hauptkolonnen vorbei in Führung zu ziehen. Die Speeds (ca. 185 mph ohne Draft, ca. 195 mph im Hauptdraft sowie max. 205 mph in einem two-car breakaway) vom Wochenende zeigen, dass dieses Szenario in Zukunft das spannendere und erfolgversprechendere für die NASCAR sein dürfte. Auf eure Meinungen zu diesem Thema bin ich wie immer gespannt.

Noch ergänzend zum Budweiser Shootout: Das Einladungsrennen gewann Kurt Busch (unterstützt durch Jamie McMurray) am Ende gegen Denny Hamlin, der zuvor Ryan Newman pushte. Weil Hamlin aber unterhalb der doppelten gelben Linie an Newman vorbeizog, blieb ihm der Sieg natürlich verwehrt. Für Busch war es unterdessen der erste Superspeedway-Erfolg seiner Cup-Karriere in einem Rennen, welches erst im zweiten Segment über 50 Runden so richtig in Schwung kam. Die Favoriten von Richard Childress Racing waren zu Beginn noch weit vorne unterwegs, verpassten im Finale jedoch den Anschluss an die führenden beiden two-car breakaways.

Qualifying zum Daytona 500

Nach dem Einzelzeitfahren am Sonntagabend sind 39 der 43 Startplätze bereits vergeben, zwar nicht als feste Platzierungen, sondern bis auf zwei Ausnahmen lediglich durch die Tatsache in der Rechnung. Diese Ausnahmen sind natürlich Rang 1 und 2, welche sich Dale Earnhardt Jr. und Jeff Gordon gestern holen konnten. Für Junior ist es sicherlich ein guter Start in die Saison, auch wenn die Pole auf einem Superspeedway wie Daytona für die Rennentscheidung so wenig eine Rolle spielt wie nirgendwo anders. Da sich in diesem Jahr der Tod seines Vaters zum zehnten Mal jährt, kann man aber zumindest von einer emotionalen Situation in Runde 3 ausgehen, wenn alle Fans im Gedenken an Senior die drei Finger in den Himmel strecken und eventuell sein Sohn das Rennen zu diesem Zeitpunkt anführt.

Sportlich gesehen bedeutet die Doppelpole von Hendrick Motorsports natürlich, dass mit der Truppe in punkto Motorleistung und Aerodynamik im Daytona 500 zu rechnen ist. Die Überraschung des Abends stellte der dritte Platz von Rookie Trevor Bayne im Ford der Wood Brothers dar. Diese Platzierung ist aber im Endeffekt nur die Erfahrung wert, denn alle Positionen von 3-39 werden erst in den Gatorade Duels am Donnerstag ermittelt und da könnte dann erneut mit Bayne zu rechnen sein. Meine bisherigen Favoriten von Richard Childress Racing landeten in einer Dreiergruppe hinter dem Roush-Nachwuchsfahrer auf den Plätzen 4-6. Insgesamt fuhren acht Chevrolets in die Top10, nur Trevor Bayne sowie Greg Biffle auf Rang 10 bildeten für Ford eine Ausnahme. Vor allem Hendrick und RCR (inkl. Earnhardt-Ganassi Racing) sollte man also in den Duels und vermutlich auch im 500 auf dem Zettel haben, da diese beiden Teams alles in allem derzeit über das beste Motorenprogramm verfügen.

Zusätzlich zur ersten Startreihe machten aber auch vier der go or go-homer am Sonntag alles klar: #09-Bill Elliott (17.), #38-Travis Kvapil (20.) und #87-Joe Nemechek (21.) waren die schnellsten drei der nicht fest qualifizierten Fahrer. Zusätzlich kommt noch #32-Terry Labonte (42.) dazu, der zwar eine schlechte Performance im Qualifying bot, aber über das jüngste freie champion’s provisional verfügt. Sollte er sich bei den Duels am Donnerstag nicht aus eigener Kraft ins Rennen fahren können, bleibt ihm dieser Strohhalm.

Da diese vier Fahrer sich natürlich auch über die Gatorade Duels noch ins Rennen fahren können, was Priorität bei der Startplatzvergabe hat, besteht für vier Piloten im hinteren Teil der Qualifying-Ergebnisliste noch die Möglichkeit, sich mit Schützenhilfe zu qualifizieren. Dies betrifft #15-Michael Waltrip (25.), #36-Dave Blaney (26.), #60-Todd Bodine (35.) und #97-Kevin Conway (36.), welche im entsprechenden Fall einer doppelten Qualifikation von Elliott, Kvapil, Nemechek und/oder Labonte in dieser Reihenfolge nachrücken würden. Bei Kevin Conway erscheint mir diese Möglichkeit allerdings unwahrscheinlich, weil dann alle vier Fahrer im Duel unter die jeweils besten zwei go or go-homer fahren müssten, was bei Terry Labonte meiner Meinung nach am Material scheitern wird.

Damit steht für die restlichen Fahrer hinter Quali-Platz 36, welche sich außerhalb der Top35 der Owner-Wertung befinden, folgendes fest: Sie müssen sich über die Gatorade Duels am Donnerstag qualifizieren. Dies betrifft #13-Casey Mears, #66-Michael McDowell, #46-JJ Yeley, #64-Derrike Cope, #92-Brian Keselowski und #57-Norm Benning. Die letzten drei Piloten schließe ich mal kategorisch von dieser Fähigkeit aus, da sie im Qualifying nicht mal ansatzweise auf Speed kamen.

Diese Fahrer waren immerhin langsamer als Denny Hamlin, der gestern mit einer kuriosen Situation zu kämpfen hatte: Bei ihm löste sich nach der Ausfahrt aus der Boxengasse das Lenkrad und der Wagen schlug den Weg nach links in die Wiese ein. Per vorsichtiger Fahrt nach Behebung des Problems und ohne Schaden am Auto konnte er immerhin eine Installationsrunde drehen. Diese war nötig, da zuvor der Motor der #11 getauscht werden musste. Die Platzierung in der Qualifikation (44.) ist für Hamlin aber unerheblich: Zum einen ist er fest qualifiziert, zum anderen muss er sein Duel wegen des Motorenwechsels ohnehin von ganz hinten in Angriff nehmen.

Terminplan – die Zweite

Zum Ende des ersten Updates gibt es hier noch den Terminplan für den Rest der Woche. Ein weiteres Update kommt am Wochenende nach den Gatorade Duels. Der Trainingsbetrieb geht übrigens erst am Mittwoch weiter:

Mittwoch, 16. Februar 2011
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:10 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
22:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED

Donnerstag, 17. Februar 2011
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
16:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
18:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:00 Uhr, Gatorade Duels (2x 150 Meilen), SPEED
00:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED

Freitag, 18. Februar 2011
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (NextEra Energy Resources 250), SPEED

Samstag, 19. Februar 2011
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
19:15 Uhr, Nationwide Series Rennen (DRIVE4COPD 300), ESPN2

Sonntag, 19. Februar 2011
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Daytona 500), FOX

Alle Angaben ohne Gewähr! (Dieses Mal ist es eine Menge…)

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