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18:09

NASCAR: Vorschau Chase 2010

In New Hampshire beginnt an diesem Wochenende der insgesamt siebte „Chase for the Sprint Cup“ und damit die entscheidende Phase der Meisterschaft. Während der kommenden zehn Rennen streiten sich nur noch zwölf Fahrer um die Krone der NASCAR.

Der „Chase for the Sprint Cup“ wurde 2004 eingeführt, um eine vorzeitige Entscheidung in der Meisterschaft zu verhindern; zumindest ist das der offizielle Grund. Gerüchte besagen, dass Matt Kenseth für die Einführung der NASCAR-Playoffs verantwortlich war, indem er 2003 mit nur einem Rennsieg die Meisterschaft gewinnen konnte. Das ursprüngliche Punktesystem des Chase ist nun aber nicht wirklich freundlich zu den Rennsiegern der „regular season“ gewesen, weshalb es 2007 auch überarbeitet wurde. Alles in allem dürfte der Chase eine Ausgeburt des amerikanischen Gedanken gewesen sein, immer hochdramatisch in Playoffs entscheiden zu wollen. Zusätzlich entgeht man dem Zuschauerschwund pünktlich zum Start der Football-Saison, wenn Spannung bis zum letzten Rennen garantiert bleibt.

Die Tabellenführer der „regular season“ bekamen im Chase meist so ihre Probleme, was z.B. Tony Stewart im vergangenen Jahr erfahren musste. Mit weit über 200 Punkten führte Stewart das Verfolgerfeld in die Playoffs, doch dort angekommen musste er seine Vorsprung aufgeben und sich hinter Mark Martin einreihen. Warum? Weil im Chase die Punkte zurückgesetzt werden und zwar nach folgenden Regeln:

- Die zwölf bestplatzierten Fahrer in der Meisterschaft nehmen am Chase teil, bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der Siege, danach die Anzahl der Top5s usw.

- Die Punkteanzahl dieser zwölf Fahrer wird auf 5000 Zähler gesetzt, was somit dem Rest des Feldes rechnerisch die Chance auf die Meisterschaft nimmt.

- Jetzt bekommt jeder Chase-Fahrer zusätzlich zu den 5000 Punkten noch zehn Bonuszähler pro Saisonsieg auf seinem Konto gutgeschrieben.

Verständlicherweise zeigte Stewart sich nicht gerade begeistert und meiner Meinung nach sollte der Tabellenführer am Ende der „regular season“ nach 26 Saisonrennen auch ähnlich wie die Rennsieger des Jahres einen Extra-Bonus bekommen. Zusätzlich könnte man auch gleich alle Rennsieger der Saison am Chase teilnehmen lassen, auch wenn die Playoffs dann vielleicht etwas überfrachtet würden. In anderen US-Sportarten ist es aber üblich, dass ca. die Hälfte aller Mannschaften an der Meisterschaftsentscheidung teilhat.

Die NASCAR-Offiziellen überlegen derzeit noch angestrengt, ob das System im nächsten Jahr erneut verändert werden soll. Dabei sind auch Überlegungen auf dem Tisch, nach denen schlechter positionierte Fahrer jeweils nach mehreren Rennen aus dem Chase eliminiert würden. Wer beispielsweise nach der Hälfte der zehn Rennen nicht mehr in den Top6 zu finden ist, der wäre aus der Entscheidung ausgeschlossen. Was mir dabei Bauchschmerzen bereitet, ist dass am Ende möglicherweise die drei besten Fahrer im letzten Rennen die Meisterschaft unter sich ausfahren, nachdem zuvor die Punkte erneut zurückgesetzt wurden! Ein totaler Bruch mit den traditionellen Motorsportregeln, bei dem die vorangegangenen 35 Rennen dann kaum noch einen Wert hätten.

Den Hinweis, dass diese Alles-oder-nichts-Situation auch bei anderen Sportarten, wie z.B. im KO-Modus beim Fußball gang und gäbe sind, nehme ich gerne an. Vermutlich bin ich aber zu konservativ, um mich im Motorsport damit anfreunden zu können, dass plötzlich zu jedem Zeitpunkt alles vorbei sein kann und Punktepolster nicht mehr gelten. Für diesen Faktor hat der Rennsport schließlich etwas, was bei anderen Sportarten seltener vorkommt: Unfälle! Bitte nicht falsch verstehen, ich bin grundsätzlich für den Chase, finde aber, dass viele Errungenschaften während der „regular season“ generell zu wenig gewürdigt werden. Außerdem ermöglicht das, meiner Meinung nach schlecht gewählte, NASCAR-Punktesystem diese Konstanz-Orgien à la Matt Kenseth 2003 oder Kevin Harvick in diesem Jahr.

Naja, jedenfalls bin ich gespannt, was die Verantwortlichen für die Zukunft beschließen werden, auch wenn es möglich erscheint, dass nichts am bestehenden System geändert wird. Dieser Artikel soll jetzt aber zu seinem eigentlichen Fokus zurückkehren, nämlich der Bewertung der Chase-Fahrer 2010:

1. Denny Hamlin, #11 Joe Gibbs Racing, 5060 Punkte

Noch vor der Saison wurde Denny Hamlin zum Johnson-Herausforderer bestimmt und bekam damit eine schwere Last aufgebürdet. Als er sich dann das Kreuzband riss und eine Operation unumgänglich wurde, schienen alle Meisterschaftsträume ausgeträumt. Wenige Tage vor seiner OP zeigte er dann allen Kritikern, aus welchem Holz er geschnitzt ist und gewann sein erstes Saisonrennen in Martinsville. Danach folgten Texas und Darlington, bevor Hamlin eine kleine Verschnaufpause einlegte, um erst im Juni nacheinander in Pocono und Michigan zu gewinnen. Während des Sommers lief es für ihn allerdings nicht so gut, da sein Team mit vermehrt auftretenden technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Im zweiten Michigan-Rennen hätte er beispielsweise ohne die Elektronikprobleme seinen Sieg wiederholen können, musste aber Kevin Harvick den Vortritt lassen, der mit dem Erfolg auf einem nicht „restrictor plate“-Oval seine eigenen Meisterschaftschancen untermauerte. Sein sechster Saisonsieg folgte unmittelbar vor dem Chase-Beginn in Richmond am vergangenen Wochenende, was Hamlin eine Menge „momentum“ bescheren könnte. Die #11 ist jederzeit siegfähig, wenn die kleinen Problemchen im Team abgestellt werden. Mit Martinsville folgt zudem eine der Hausstrecken von Denny Hamlin.

Prognose: Ernsthafter Meisterschafts-Kandidat, falls Jimmie Johnson sich selbst schlägt und Hamlin keine DNFs mehr hinnehmen muss.

2. Jimmie Johnson, #48 Hendrick Motorsports, 5050 Punkte (-10)

Obwohl der Chase 2010 so offen erscheint, wie schon lange nicht mehr, möchte sicherlich niemand gegen Jimmie Johnson wetten. Vier der bisher sechs Playoff-Ausgaben konnte der Dauermeister bisher gewinnen und das auch noch direkt hintereinander in den letzten vier Jahren. Seine Vorstellung 2009 war dabei sogar so dominant, dass er die Meisterschaft auch nach den alten Punkteregeln gewonnen hätte. In diesem Jahr sah die #48 bisher aber nicht so überzeugend aus: Zwar gewann er gleich mal mit Fontana, Las Vegas und Bristol drei der ersten fünf Saisonrennen, doch dann war lange Zeit Schluss mit seiner Dominanz. Viele Experten machen den Wechsel vom Heckflügel zum –spoiler für sein schlechtes Abschneiden in den Rennen danach verantwortlich.

Nach einem Durchhänger im Frühling gelangen Johnson dann aber doch noch zwei Rennsiege und zwar „back-to-back“ in Sonoma und New Hampshire. Der Erfolg auf dem Infineon Raceway stellte zudem seinen ersten Rundkurs-Sieg dar. Im Sommer kamen dann aber Abstimmungsprobleme auf, denn Chad Knaus und Johnson bekamen die #48 im Laufe der Nachtrennen einfach nicht in den Griff; eigentlich ungewöhnlich für den Meister-Crew-Chief. Zum Chase ist Johnson aber in den letzten Jahren immer wieder rechtzeitig fit gewesen und kann das mit einer unglaublichen Statistik auch belegen: 18 der bisher 60 Playoff-Rennen konnte der Kalifornier gewinnen, was knapp 20% oder aber drei Rennen pro Chase bedeutet.

Prognose: Die Statistik sagt, dass Jimmie Johnson sich nur selbst schlagen kann. Zudem ist Johnson auf den Intermediate-Ovalen und in Martinsville stark. In diesem Jahr erscheint er zwar angreifbarer als sonst zu sein, trotzdem ist der der Favorit auf den Titel.

3. Kevin Harvick, #29 Richard Childress Racing, 5030 Punkte (-30)

An dritter Stelle im Chase steht der Meister der „regular season“ Kevin Harvick, der 2010 bisher soviel Top5- und Top10-Resultate einfahren konnte wie kein anderer Konkurrent. In 26 Rennen kam er elf Mal unter die besten Fünf und siebzehn Mal unter die besten Zehn, was bedeutet, dass Harvick in jedem zweiten Rennen ein Top5-Resultat eingefahren hat. Diese unglaubliche Konstanz brachte ihn nach Richmond mit 228 Zählern in Front. Nachdem er im letzten Jahr den Chase verpasste und die Saison außerhalb der Top20 in den Punkten abschloss, kam 2010 das große Comeback. Zwei Siegen in den „restrictor plate“-Rennen von Talladega und Daytona im Sommer folgte dann auch ein Sieg unter „normalen“ Bedingungen in Michigan. Spätestens dort untermauerte Harvick seine Chancen auf die Meisterschaft.

Prognose: Harvick ist ein ernsthafter Kandidat auf die Meisterschaft, das hat er in den ersten 26 Rennen eindrucksvoll bewiesen. Zudem hat er das Zeug dazu, das Talladega-Rennen im Chase zu gewinnen. Wenn die Konstanz weiterhin stimmt, dann kann er endlich seinen ersten Titel holen.

4. Kyle Busch, #18 Joe Gibbs Racing, 5030 Punkte  (-30)

Nachdem er den Chase im letzten Jahr trotz vier Siegen verpasst hat, gab Kyle Busch der Vernunft eine Chance und hielt sich mit einer defensiven Fahrweise nicht einfach nur in die Top12, sondern beförderte sich zum Abschluss der „regular season“ sogar auf Platz 2 hinter Kevin Harvick. Die Tatsache, dass er dabei nur einen Sieg weniger einfuhr als 2009, sollte ihm zu denken geben. Kyles Chancen vorauszusagen fällt mir sehr schwer, denn bei ihm kann alles passieren. Wenn es läuft und das Auto schnell ist, gewinnt er und das durchaus auch mal mehrere Wochen hintereinander. Fällt er jedoch in eines seiner Tiefs, kann er die Meisterschaft abhaken. Kyle Busch ist am wenigsten durchschaubar, hat aber wie eigentlich immer die Chance, den großen Wurf zu landen.

Prognose: Wenn Busch seine Rookie-Fehler und sein Temperament jetzt endgültig abgestellt hat und solide Resultate wie in der „regular season“ auch an schlechten Wochenenden liefern kann, dann hat er eine realistischen Titelchance, falls die obengenannten drei Fahrer patzen.

5. Kurt Busch, #2 Penske Racing, 5020 Punkte (-40)

Kyles Bruder Kurt Busch gewann die erste Ausgabe des Chase 2004. Diese Meisterschaft hätte er nach traditionellen Regeln nicht holen können, denn im alten System wäre nur ein vierter Platz für den Penske-Piloten drin gewesen. Kurt hat 2010 in Atlanta und Charlotte gewonnen, was seine Gefährlichkeit auf den Intermediate-Ovalen unterstreicht. Außerdem ist er ein guter „restrictor plate“-Fahrer, was seine Chancen auf ein schlechtes Talladega-Resultat verringert. Das große Fragezeichen ist aber Penske Racing: Das Team stellt Busch gutes Material zur Verfügung, was zu vereinzelten Glanzleistungen und Rennsiegen führt. Insgesamt ist die Performance des letzten verbliebenen Dodge-Teams derzeit aber allgemein zu schlecht, um wirklich eine Meisterschaft zu gewinnen, was man besonders bei seinen Teamkollegen sehen kann. Busch ist einfach in einer Außenseiterposition gefangen und holt an schlechten Wochenenden keine Schadensbegrenzungsresultate, sondern geht komplett unter.

Prognose: Ein oder zwei Siege sind für Kurt Busch im Chase drin, aber wenn bei Penske Racing auf der Performance-Seite nicht plötzlich ein Wunder passiert, dann ist er kein Kandidat auf den Titel.

6. Tony Stewart, #14 Stewart-Haas Racing, 5010 Punkte (-50)

Im letzten Jahr führte Tony Stewart sein eigenes Team in der Debüt-Saison gleich mal als Tabellenführer in den Chase und damit hatte eigentlich niemand ernsthaft gerechnet. In diesem Jahr geriet das Unternehmen etwas ins Stocken und keiner weiß so richtig, woran das liegt. Im Sommer hatte er wie gewohnt wieder seine starke Zeit und gewann auch vor zwei Wochen das Rennen in Atlanta, ob er das Tempo allerdings halten kann, ist unsicher. Seine zweite Meisterschaft 2005 gewann Stewart unter Chase-Regeln, er weiß also wie es geht. Es kommt aber stark auf die Leistung seines Teams in den kommenden Wochen an, was er aus seiner Playoff-Qualifikation machen kann.

Prognose: Für Stewart sollte ein weiterer Sieg ähnlich wie für Kurt Busch möglich sein, doch wenn sein Team nicht plötzlich einen Wahnsinnsaufschwung erlebt, sollte die #14 nichts mit der Titelvergabe zu tun haben.

7. Greg Biffle, #16 Roush-Fenway Racing, 5010 Punkte (-50)

Ford ist in diesem Jahr so etwas wie das Problemkind der NASCAR: Erst ein Sieg gelang der Marke 2010 und diesen so wichtigen Erfolg holte Greg Biffle kurz nach Halbzeit der Saison in Pocono. Biffle war die letzten beiden Jahre ebenfalls im Chase vertreten, konnte aber nur als Dritter und Siebter abschneiden. Der dritte Rang 2008 kam in der starken Saison von Ford zustande, wo alleine Carl Edwards neun Saisonsiege abräumte. Danach ging so ein wenig das „momentum“ bei Roush-Fenway Racing verloren, bis Biffle und seine Teamkollegen im August endlich wieder zur Spitze aufschlossen. Vor Jack Roushs Team liegt in den kommenden Wochen und Monaten aber noch eine Menge Arbeit, die Chase-Qualifikation kann nur ein Ansporn und eine Bestätigung sein, mehr nicht.

Prognose: Bevor Roush-Fenway Racing nicht vollends zu seiner ehemaligen Stärke – vor allem auf den Intermediate-Ovalen – zurückfindet, sehe ich Biffle nicht in einer ernsthaften Anwärterposition. Vielleicht gelingt 2010 noch ein weiterer Sieg.

8. Jeff Gordon, #24 Hendrick Motorsports, 5000 Punkte (-60)

Jeff Gordon wartet ja nun schon seit längerer Zeit auf einen Sieg und außer Jimmie Johnson schwächeln zurzeit alle Fahrer bei Hendrick Motorsports ein wenig. Mark Martin verpasste die Chase-Qualifikation und Dale Earnhardt Jr ist meilenweit von Gut und Böse unterwegs. HMS hat in dieser Saison massiv an Dominanz eingebüßt, ob es nun am Wechsel Flügel-Spoiler lag, weiß ich letzten Endes nicht. Trotzdem ist Jeff Gordon bei gefühlt schlechterer Leistung in diesem Jahr als drittplatzierter Fahrer in den Chase eingezogen, nur zwei Pünktchen hinter Kyle Busch. Gordon stand 2010 oft dicht vor einem Sieg, vor allem zu Beginn der Saison und der Durchbruch könnte immer noch jede Woche kommen. In den vergangenen Jahren war er stets ein Mitfavorit auf den Titel, nur um am Ende immer knapp Zweiter oder Dritter zu werden.

In diesem Jahr scheint er einen ganz besonderen Beweis erbringen zu wollen: Eine Meisterschaft ohne einen einzigen Saisonsieg. Möglich ist das Ganze und es würde NASCARs Punktesystem total ad absurdum führen. Gordon hat aber viel von seinem früheren Biss verloren, immerhin ist er schon seit Ende 1992 im Cup unterwegs und hat bereits vier Meisterschaften gewonnen. Gordons Karriere klingt ähnlich wie die von Mark Martin langsam aus, doch er kann stolz auf seine jetzigen Resultate sein. Er ist nach all den Jahren wirklich immer noch ein guter Fahrer, dass muss man einfach mal so sehen. Es gibt nicht viele Piloten, die jede Woche so konstant vorne unterwegs sind wie Gordon.

Prognose: Ich würde Gordon schon gerne ohne einen einzigen Rennsieg die Meisterschaft holen sehen, das wäre einfach schon vom Gedanken her zu genial irgendwie. Er kann es schaffen, muss aber wirklich konstant in die Top5 oder sogar Top3 fahren. Ein Rennsieg erscheint mir jedoch wahrscheinlicher, wobei sich dann seine Chancen auf den Titel noch vergrößern würden. Jeff Gordon kann in diesem Jahr eigentlich nur noch gewinnen (jetzt nicht unbedingt auf einen Rennsieg oder die Meisterschaft bezogen).

9. Carl Edwards, #99 Roush-Fenway Racing, 5000 Punkte (-60)

Bei Carl Edwards angekommen, beginnt die Riege der wirklichen Außenseiter. Für ihn gilt im Prinzip dasselbe wie für Greg Biffle, denn es liegt wohl zurzeit mehr an Roush-Fenway Racing als an seinem Talent. Wenn man Edwards ein gutes Auto hinstellt, dann gewinnt er neun Saisonrennen, wie 2008 geschehen. Damals hat er die Intermediate-Ovale fast nach Belieben dominiert und musste sich am Ende nur knapp Jimmie Johnson geschlagen geben. In diesem Jahr konnte er nach dem noch beginnenden Wiederaufschwung bei Roush eine schöne Top10-Serie mit vereinzelten Top5-Resultaten hinlegen, die ihn auf Platz vier in der Meisterschaft liegend in den Chase brachte. Noch ist sein Team aber nicht weit genug an der Spitze dran.

Prognose: Ein Sieg ähnlich wie bei Biffle erscheint bei Carl Edwards möglich, wenn Roush-Fenway Racing aber nicht plötzlich schlagartig besser wird, dann hat er keine Chancen auf den Titel.

10. Jeff Burton, #31 Richard Childress Racing, 5000 Punkte (-60)

Der „Bürgermeister“ der NASCAR war bereits 2006 (7.), 2007 (8.) und 2008 (6.) im Chase vertreten, musste 2009 allerdings wie die gesamte Restflotte von Richard Childress Racing passen. Jeff Burton wartet schon seit geraumer Zeit auf seinen ersten Cup-Titel, den er sich auf jeden Fall verdient hätte. Seine erfolgreicheren Jahre hatte er aber vor seinem Wechsel zu RCR damals noch bei Jack Roush in einem Ford. Mit der Konstanz und der Leistung seines Teamkollegen Kevin Harvick kann Burton derzeit leider nicht mithalten, deswegen ist er aber kein schlechter Fahrer. Seine starke Strecke im Chase ist Texas, vielleicht kann er dort aufblitzen.

Prognose: Mit der Meisterschaftsentscheidung hat Burton vermutlich nichts zu tun, er könnte eher als Unterstützer von Kevin Harvick von sich Reden mache, vor allem in Talladega. In Aussicht ist ein mögliches Top-Resultat in Texas, an einem Sieg habe ich aber noch Zweifel.

11. Matt Kenseth, #17 Roush-Fenway Racing, 5000 Punkte (-60)

Für Matt Kenseth gilt im wesentlich dasselbe wie für Greg Biffle und Carl Edwards, da ist wohl das meiste schon gesagt worden. Kenseths Erfolg stoppte 2009 schlagartig, nachdem er zuvor noch die ersten beiden Saisonrennen für sich entscheiden konnte, darunter auch das Daytona 500. Er war bis auf das letzte Jahr in jedem Chase mit dabei und erreichte von Platz 2 bis Rang 11 so ziemlich alles. Bei ihm kommt es immer stark auf die momentane Form an, wo er am Ende landet. Er kann konstante Ergebnisse liefern, das hat er 2003 mit seiner Meisterschaft bewiesen, doch zurzeit ist er davon weit entfernt.

Prognose: Kenseth nimmt 2010 eine Statistenrolle im Chase ein und ist in diesem Jahr hinter Edwards und Biffle nur der drittstärkste Fahrer bei Roush-Fenway Racing. Auf die Meisterschaft hat er wohl keine Chance und auch ein möglicher Rennsieg erscheint mehr als fraglich.

12. Clint Bowyer, #33 Richard Childress Racing, 5000 Punkte (-60)

Clint Bowyer kann schon zwei Chase-Teilnahmen verbuchen und landete dabei immer in den Top5. 2007 konnte er bei Playoff-Beginn in New Hampshire sogar seinen ersten Cup-Sieg feiern und beendete die Saison auf einem guten dritten Platz. Bei Richard Childress Racing spielt er häufig nur die dritte Geige, ist aber was das fahrerische Talent angeht ebenbürtig. Ob er in diesem Jahr wieder eine ähnlich bemerkenswerte Abschlussposition erreichen kann, bleibt abzuwarten. Für den Chase qualifizierte er sich in den beiden Jahren ähnlich knapp wie 2010, also ist ein erneuter Aufschwung wohl auch nicht unwahrscheinlicher. Es kommt aber stark auf sein Team an und ob man ihm gute Autos hinstellt. Will er in Zukunft weiterhin oben mitspielen, muss er die Saison wieder oben in der Punktetabelle beenden.

Prognose: Ähnlich wie Jeff Burton hat er eine Chance, vielleicht ein Rennen zu gewinnen, die Meisterschaft wird ihm aber unter normalen Umständen verwehrt bleiben. Er kann dem Team etwas zurückgeben und Schützenhilfe für Kevin Harvick leisten.

Zum Schluss noch eine Übersicht über die kumulierten, bisherigen Leistungen der Chase-Fahrer auf den zehn Rennstrecken der Playoffs. Auch hier hat Jimmie Johnson statistisch gesehen ganz klar die besten Karten aller Piloten. Die Chase-Rennen finden auf den folgenden Strecken statt:

1. New Hampshire Motor Speedway (1 Meile, Short Track, 2x 180°-Turns)
2. Dover International Speedway (1 Meile, Short Track, 2x 180°-Turns)
3. Kansas Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Trioval)
4. Auto Club Speedway (2 Meilen, Intermediate, D-shaped)
5. Charlotte Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval)
6. Martinsville Speedway (0,526 Meilen, Short Track, 2x 180°-Turns)
7. Talladega Superspeedway (2,66 Meilen, Superspeedway, Trioval)
8. Texas Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval)
9. Phoenix International Raceway (1 Meile, Intermediate/Short Track, Unique)
10. Homestead-Miami Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, 2x 180°-Turns)

(Fünf Strecken fehlen noch in unserer Übersicht, werden aber bis zum Ende des Jahres nachgereicht!)

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Schweinderl