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17:13

Formel Eins: Jerez Test Tag 3

Das Hauptinteresse galt heute erneut Renault, wo Nick Heidfeld seine Chance bekam und genutzt hat. Aber auch bei Mercedes lief es wieder gut.

Es sicher keine leichte Situation für Nick Heidfeld. Im Winter kein Cockpit bekommen, quasi aufs Abstellgleis geschoben, und nun soll er den Ersatzmann von Kubica geben, mit dem er lange zusammen gefahren ist. Wohl fühlt sich in so einem Moment vermutlich keiner, aber auf der anderen Seite ist es natürlich eine Chance für Heidfeld. Es könnte sein, dass er wie Jenson Button nach vielen Jahren endlich in einem Wagen sitzt, der den Eindruck macht zu besseren in diesem Jahr zu gehören. Noch hat er das Cockpit nicht sicher, Renault testet morgen noch Senna, aber heute schaffte der Deutsche die Bestzeit des Tages und die zweitschnellste Zeit der gesamten Testwoche. Besser kann man sich wohl nicht empfehlen.

Heidfelds Tag begann mit Anpassungen im Cockpit und vielen Systemtests. Renault hatte erst für den Nachmittag Long Runs angekündigt, was logisch ist, denn Heidfeld kennt den Wagen ja nicht und musste erste eine für ihn passende Abstimmung finden. Am Nachmittag folgten verschiedene Long Runs, aber auch ein relativ kurzer Stint mit acht Runden, in denen er dann gleich in der ersten Runde die beste Zeit des Tages hinlegt. Danach fielen seine Zeiten wieder, was dafür sprechen könnte, dass er Super Softs drauf hatte. Das ist schon ein starkes Statement, aber ich bin mir sicher, dass Renault morgen Senna die gleiche Chance geben wird. Dennoch sind seine Chance auf das Cockpit mit Sicherheit sehr groß, da Eric Boullier schon klar gestellt hat, das man einen erfahrenen Piloten sucht.

Die anderen Team spulten ihr Programm ab, große Überraschungen gab es nicht. Autosport postete im Chat einen Vergleich zwischen Alonso und Schumacher, die ähnlichen Long Runs unterwegs waren.

Alonso
26.3, 26.3, 26.4, 26.3, 26.5, 26.4, 26.9, 26.8, 26.7, 30.0, 27.1, 27.4, 27.6, 27.8, 28.9

Schumacher
26.5, 26.5, 27.2, 27.3, 27.2, 27.2, 27.4, 27.4, 27.5, 27.8, 28.2, 28.5, 28.6, 32.3

Wie immer gilt: Man weiß nicht, welche Reifen drauf waren und ob die gebraucht oder neu waren. Ebenso fehlt die Info über den Tankinhalt. Die sehr konstanten Zeiten von Schumacher können auch dafür sprechen, dass man schauen wollte, wie der Reifen sich auf einem konstanten Run entwickelt. Grundsätzlich verstärken sich aber zwei Eindrücke: Der Mercedes ist nicht schlecht, aber es fehlen ein paar Zehntel auf Ferrari. Die wiederum scheinen ein starkes Paket zu haben.

Bei Red Bull verfolgte man heute ein eigenes Programm, schnelle Zeiten waren nicht zu sehen. Die Zeiten der Long Runs waren aber wohl im Bereich von Ferrari. Red Bull mauert im Moment ein wenig bei den Zeiten, was man aber gewohnt ist. Den echten Speed wird man vermutlich erst in Bahrain in Q2 sehen, wenn man Vettel und Webber von der Leine lässt.

Ähnliches gilt für McLaren, die weiterhin solide Zeiten liefern, aber nichts, was einen die Augenbraue hochziehen lässt. Auch hier gilt die Erfahrung, dass das nicht ungewöhnlich für die Briten ist, die das bei den Tests schon immer so gemacht haben.

Ein Lebenszeichen gab es von Lotus, die konstant gute Zeiten im Mittelfeld fahren konnten. Der neue Wagen leidet zwar noch unter Kinderkrankheiten, ist aber mit Sicherheit ein großer Schritt nach vorne. Sollten die Zeiten echt sein, ist man irgendwo im Mittelfeld angekommen, was schon ein großer Erfolg wäre. Vorgenommen hat man sich ja, dass man regelmäßig die erste Quali-Hürde überspringt um vielleicht mit Glück mal einen Punkt ergattert.

Bei Virgin scheint man davon noch etwas entfernt zu sein. Der Wagen, der eine Evolution des letztjährigen Modell ist, kommt nicht so richtig in Schwung, die Zeiten sind bescheiden. Dazu kämpft man auch mit technischen Problemen, was die Sache ja nicht leichter macht.

Ebenfalls weiterhin nicht sonderlich flott unterwegs ist Williams. Nun muss man bei denen auch immer vorsichtig sein, weil Williams meist bei den Tests lange mit vollen Tanks unterwegs ist und sich um die grundsätzliche Abstimmung kümmert. Gestern schnallte man diverse Sensoren auf den Wagen, die vor allem den Luftfluss an der Front messen sollte. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es dort Probleme gibt. Der sehr eigenwillig gezeichnete Wagen braucht wohl noch etwas Zeit.

Morgen ist der letzte Testtag in Jerez.

1 Heidfeld Renault 1m20.361s
2 Alonso Ferrari 1m20.493s +0.132
3 Schumacher Mercedes 1m21.054s +0.693
4 Hamilton McLaren 1m21.099s +0.738
5 Kobayashi Sauber 1m21.242s +0.881
6 Vettel Red Bull 1m21.574s +1.213
7 Buemi Toro Rosso 1m21.681s +1.320
8 Kovalainen Lotus 1m21.711s +1.350
9 Barrichello Williams 1m22.227s +1.866
10 Di Resta Force India 1m22.945s +2.584
11 D’Ambrosio Virgin 1m25.471s +5.110

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Bilder: Ferrari, Mercedes, Red Bull, Lotus, Williams, Force India. Heidfeld Foto per CC-Lizenz von f1photo.org.

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