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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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October 18 2011

17:32

BTCC: Bericht Finale Silverstone

Mathematisch sah es vor dem letzten Rennen nach einem Dreikampf in der Meisterschaft aus, doch schon im ersten Rennen änderte sich die Lage.

Es war nicht das Wochenende von Jason Plato, dem amtierenden Meister der BTCC. Schon vor dem Rennen auf dem kurzen National Kurs in Silverstone war klar, dass der Cruze nur wenig Chancen haben würde. In der Qualifikation zeigte sich das schon, als Plato nur P7 erreichen konnte. Viel weiter nach vorne würde es nicht gehen, meinte Plato, der relativ frustriert schien, da er gegen die NGTC auf der Geraden keine Chance hatte. Aber dann gab es noch Mat Jackson im privat eingesetzten Focus aus dem letztem Jahr im Airwaves Team. Die hatten sich sogar James Thompson als Verstärkung geholt, der jedoch in der Quali nur auf P16 kam. Das erste Rennen war dann aber sowohl für Jackson, als auch für Thompson und Plato eher eine Katastrophe.

Rennen 1

29 Wagen standen in der Startaufstellung und das konnte ja nicht wirklich gut gehen. Während vorne alle Titelfavoriten gut wegkamen, gerieten weiter hinten Rob Austin, Liam Griffin, Ollie Jackson und Tony Gilham aneinander. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, stand Gilham in der Mauer und Austin humpelte mit einer defekten Aufhängung ins Aus. Leider erwischte es im Getümmel auch James Thompson, der seinen Focus abstellen musste. Nach einer kurzen Safety Car Phase ging es dann wieder los.

Matt Neal hatte sich vorne auf P1 gesetzt, gefolgt von Mat Jackson und Gordon Shedden. Neal schleppte zwar 45 Kilo Ballast mit sich rum, aber Jackson konnte davon nicht profitieren. Auf der Bremse kam er gerade in Luffield immer wieder nah an die Stoßstange des Honda, aber in Sachen Beschleunigung konnte er mit dem Civic nicht mithalten. Selbst im Windschatten kam der Focus nicht näher ran, was Neal das Leben etwas leichter machte. Shedden lag auf P3, ein paar Zehntel hinter Jackson und schaute sich den Kampf an. Vermutlich hoffte er, dass der Focus-Pilot ein verzweifeltes Manöver startete, was aber nicht passierte.

Dahinter lag James Nash, der allerdings schnell den Anschluss an die Top 3 verlor und einen ganzen Schwarm von Fahrzeugen hinter sich hatte was wiederum gut für Jason Plato war, der so immerhin noch die Aussicht auf P4 hatte. Doch nach nicht mal der Hälfte des Rennens platzten in Form des linken Vorderreifen die Titelträume von Plato endgültig. Damit musste er in Rennen 2 von ganz hinten starten und dort sammeln sich die privaten NGTC, die auf der Geraden auch nicht langsam sind. Schulterzuckend meinte Plato nach dem Rennen nur, dass es zwar klar war, aber eben auch frustrierend ist.

Vorne tat sich wenig, Jackson kam nie wirklich in die Position Neal angreifen zu können und ein paar Runden vor Schluss erwischte es auch den Focus. Ein Reifenschaden beendete die Titelträume von Jackson und dampfte somit die Titelentscheidung auf die beiden Honda-Piloten ein.

Im Hinterfeld gab es in einem ansonsten sehr ruhigen Rennen einige nette Zweikämpfe, doch vorne war dann alles klar. Neal gewann vor Shedden, Nash, Cole, MacDowell, Newsham, Jordan, Collard, Neate und Warthall. Die spannende Frage für das zweite Rennen lautet: Wird Shedden noch eine Chance auf den Titel haben?

Rennen 2

Schon vor dem Rennen war klar, dass Jason Plato aus dem Meisterschaftsrennen war, auch wenn er rechnerisch noch Chancen hatte. Auch war es klar, dass Gordon Shedden das Rennen unbedingt würde gewinnen müssen, um Meister zu werden. Und am Start sah die Sache für den Schotten sogar richtig gut aus. Neal kam schlecht weg und wurde von Onslow-Cole geschnappt und für einen Moment war sogar James Nash vor Neal. Derweil lag Shedden in Führung und konnte sich meterweise von Cole absetzen, dessen Rückspiegel allerdings komplett mit dem Honda von Neal ausgefüllt war. Doch der Focus konnte sich vor dem Honda halten.

Weiter hinten tobte Jason Plato durchs Feld. Der Chevy hatte weniger Probleme mit den langsameren NGTC-Fahrzeugen, als man dachte und kam so relativ flott nach vorne. Mit ausgefahrenen Ellenbogen wühlte er sich vom letzten Platz aus nach vorne und kam sogar in die Top Ten, wo sein Vorwärtsdrang dann logischerweise etwas gebremst wurde.

Nachdem Onslow-Cole Eingangs Brooklands quer stand, schnappte sich Neal P2 und machte sich auf die Jagd nach Shedden. Der blieb allerdings auch nach einer SC-Phase vorne. Nick Foster hatte eine kurze Berühung mit Liam Griffin und dabei seine gesamte Front in Einzelteilen auf der Zielgeraden verteilt. Nachdem der Schrott weggeräumt war ging es weiter, allerdings ohne dass es zu großen Veränderungen kam. Nur Plato schnappte sich noch Chilton und landete am Ende auf P7.

Shedden gewann vor Neal, Cole, Newsham, Jordan, Boardmann, Plato, Chilton und MacDowell. Die Ziehung des Reverse Grids ergab dann P9, was MacDowell auf die Pole schob.

Rennen 3

Der Reverse Grid sah dann so aus: MacDowell, Chilton, Plato, Boardman, Jordan, Newsham, Cole, Neal und Shedden. Shedden konnte Meister werden wenn: Er auf P4 landet und Neal nur P9 erreicht. Oder P3 vs P8, P2 vs. P6, P1 vs. P3. Da Neal in Rennen 2 hinter Shedden gelandet war, hatte er auch den leichteren Wagen und er startete einen Platz vor dem Schotten.

Den Start gewann Tom Chilton relativ leicht, weil MacDowell zu viel Wheelspin hatte. Plato schnappte sich P2 und machte sofort Druck, aber auf der Geraden zog der Focus dem Cruze einfach weg. Erstaunlicherweise konnte Plato den Abstand aber lange im Bereich von 0,3 Sekunden halten, so dass Chilton keine Ruhe hatte. Hinter Plato tauschten MacDowell und Boardman die Plätze und für einen Moment sag es so aus, als könne sich der Seat an Plato ranfahren, aber dafür reichte es dann doch nicht.

Neal und Shedden klebten während des Rennens zusammen. Der Schotte hatte sichtbar mit Übersteuern zu kämpfen und kam nie in die Position, Neal zu gefährden. Der klemmte seinerseits hinter Onslow-Cole, kam aber auch nicht vorbei. Das führte dann dazu, dass es am Ende noch mal hektisch wurde, denn von hinten nahten Rob Austin, James Nash und Frank Wrathall. Austin war offenbar wild entschlossen, sich nach vorne zu boxen und machte jede Druck auf Shedden, der ihn schließlich passieren lassen musste. Damit war das Rennen für Shedden endgültig gelaufen, selbst wenn Neal ausfallen würde, hätte seine Punktausbeute nicht ausgereicht, um Meister zu werden. Der A4 von Rob Austin schnappte sich aber noch Matt Neal, so dass die Hondas wieder zusammen lagen. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Meisterschaft gelaufen.

Vorne ging auch nicht mehr viel, da bei Chilton nicht wie erwartet die Vorderreifen nachgaben. Plato ließ es dann auch gut sein und begnügte sich mit dem zweiten Platz.

Das sich das Meisterschaftsrennen auf beide Honda konzentrieren würde, war schon vor dem Wochenende klar und das beide sich nicht gegenseitig ins Auto fahren würden, auch. Im Grunde hat mit Matt Neal der Fahrer gewonnen, der vor der Saison als absoluter Favorit gehandelt wurde. Erstaunlich war höchstens, wie schwer er es hatte, sich gegen Gordon Shedden durch zu setzen. Aber sieben Meisterschaftssiegen ist Neal auch ein würdiger Champion. Und es tut der Serie gut, dass Honda den Titel holen konnte.

Das war es für dieses Jahr mit der BTCC, das nächste Rennen gibt es erst wieder im April 2012. Bisher ist nur klar, dass Honda einen neuen Civic aufbauen wird. Ob das Team Aon mit dem Focus wiederkommt ist ebenso unsicher, wie ein erneuter Start der Cruze, die bekanntermaßen einen neuen Motor bauen müssten, was bisher nicht bestätigt wurde. Der Vertrag von Plato läuft auch nur bis Ende des Jahres. Wir werden News aus der BTCC natürlich auch über die Winterpause berichten.

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October 13 2011

16:21

BTCC: Vorschau Finale Silverstone

Die letzten drei Rennen der diesjährigen BTCC-Saison stehen auf dem Programm und es kämpfen noch vier Fahrer um den Titel.

Schon zum Start der diesjährigen Saison war eines klar: Der Weg zum Titel führt nur über Honda. Die waren bei den Tests um Längen besser als der Rest des Feldes und Matt Neal ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er in diesem Jahr der BTCC-Meister werden würde. Das wäre vermutlich auch schon längst der Fall, doch die TOCA und ein sehr energischer Jason Plato sorgten dafür, dass die Honda eingebremst wurden und die Meisterschaft im letzten Rennen richtig spannend ist. Denn in der Tabelle sieht das jetzt so aus:

Matt Neal – 225 Punkte
Jason Plato – 220 Punkte
Gordon Shedden – 220 Punkte
Mat Jackson – 189 Punkte

Es ist also angerichtet, wie man so schön sagt und es gibt genug Stoff für drei dramatische Rennen. Jason Plato sieht seine Chancen allerdings nicht sehr optimistisch. Die BTCC fährt in Silverstone den kleinen Kurs. Man biegt nach Becketts scharf rechts ab auf die Club Straight, die dann in Brooklands endet. Faktisch bedeutet das einen sehr hohen Vollgasanteil, der die Wagen mit NGTC-Motor klar bevorteilt. In Sachen Beschleunigung und Topspeed hat der Cruze da eigentlich keine Chance. Da für das Wochenende auch kein Regen angesagt ist, können die Turbos ihre Vorteile voll ausspielen. Natürlich darf man Plato nie abschreiben, zumal es im Rennen Drei den Reverse Grid geben wird, der noch mal für Veränderungen sorgen könnte.

Klare Favoriten sind also Matt Neal und Gordon Shedden, wobei es interessant werden dürfte, wie welcher Fahrer vom Team ein “Du bist unser Mann” Zeichen erhalten wird. Das Team Dynamics hat sich bisher gegenüber beiden Piloten sehr fair verhalten, man darf nicht vergessen, dass der Teamchef der Vater von Matt Neal ist. Es wäre logisch, wenn er seinen Sohn bevorzugen würde, bisher war das aber nicht der Fall. Ich vermute, dass das Ergebnis des ersten Rennens zeigen wird, wer Meister werden darf.

Mat Jackson hat nur Außenseiterchancen. Es müsste viel bei Honda und Chevrolet schief laufen, damit Jackson noch ein Wörtchen um die Titelvergabe mitreden kann. Aber das Motorbase Performance Team dürfte in Silverstone durchaus zu den Favoriten auf den Sieg gezählt werden, denn der Focus ist sehr schnell unterwegs. Da auf der kurzen Variante auch die Kurven fehlen, sollte der sonst hohe Reifenverschleiss auf der Vorderache auch keine große Rolle spielen. Dazu kommt, dass Motorbase sich massiv verstärkt hat. Man setzt James Thompson in das dritte Auto, was ein deutliches Zeichen ist. Thompson ist gerade mal wieder arbeitslos und dürfte ein Interesse daran haben, sich so gut wie möglich zu verkaufen. Er ist Wasserträger für Mat Jackson, hat aber auch angekündigt, dass er im dem Fall, in dem Jackson ausfällt oder weit zurück liegt, um den Sieg fahren will. “Thomo” ist ein harter Hund, er wird seinen Gegner das Leben schwer machen. Allerdings wird man auch sehen müssen, ob er den Focus in Richtung Top 5 bewegen kann. Die anderen sind ja nun auch keine Schlafmützen.

Ebenfalls vorne sollte man die Vectras bei ihrem letzten Auftritt sehen. In Sachen Topseed gehen die Vauxhall gut, vor allem James Nash und Andrew Jordan könnten einigen Meisterschaftsaspiranten die Suppe versalzen.

Es wird also ein spannender Rennsonntag in England, wir kommentieren die Rennen live bei Twitter.

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August 31 2011

17:57

BTCC/WTCC: Vorschau Knockhill & Valencia

Mal wieder ein Doppelheader der beiden Tourenwagenserien und damit auch ein schöner Vergleich der Leistungsdichte in beiden Serien.

Die BTTC Saison hat bisher durchaus Anlass zur Freude gegeben. Es gab einige spektakuläre Rennen, andere waren etwas müde. Aber in der Meisterschaft gibt es doch einige Überraschungen. Die befürchtete Dominanz des Honda-Teams ist ausgeblieben, auch weil die TOCA die NGTC-Turbos in im Laufe des Jahres immer wieder eingebremst hat. Nicht zu letzt auch deswegen, weil Chevrolet, bzw. Jason Plato mehrfach deutliche Worte gefunden hat. Man will das RML-Team mit Sicherheit nicht verlieren, also ist man ihnen etwas entgegen gekommen. Profitiert hat davon aber komischerweise nur Chevrolet. Die ebenfalls mit altem S2000-Motor fahrenden BMW sind in diesem Jahr chancenlos. Das wird sich in Schottland auch nicht ändern.

Die 1974 eröffnete Strecke von Knockhill ist ein echtes Unikat. Nur rund 2km lang, bietet sich doch mehr Abwechslung, als mancher Kurs, der in den letzten Jahren in den Boden betoniert wurde. Das liegt zum einen daran, dass man Knockhill schön die sanften Hügel Schottlands eingebettet hat, zum anderen daran, dass es die wenigen Kurven auch stark in sich haben. Turn 1 ist ein perfekter Platz um abzufliegen, die Schikane spektakulär und die letzte Haarnadel immer wieder für ein gewagtes Bremsmanöver gut. Man braucht in Knockhil eher ein kompaktes Autos, aber vor allem eins, was Leistung hat, sonst wird man auf der Bergaufgeraden gnadenlos stehen gelassen.

Die Turbos sollten wegen ihres besseren Drehmoments in Knockhill also einen leichten Vorteil haben, was für die Honda und die Focus von Airwaves spricht. Mat Jackson startet, etwas überraschend, als Führender der Meisterschaft ins Wochenende, was allerdings auch mit dem eher katastrophalen letzten Wochenende von Matt Neal zu tun hat. Der wird die drei Rennen am Wochenende auch mit einem starken Handicap bestreiten müssen, denn er hat sich vor drei Wochen bei einem Sportunfall die rechte Hand gebrochen. Der zweite Honda-Pilot, Gordon Shedden, gibt auch aus diesem Grund sehr zuversichtlich, was seine Meisterschaftschancen angeht. Aber man sollte auch einen angeschlagenen Matt Neal nicht unterschätzen.

Jason Plato wird den Rennen mit gemischten Gefühlen entgegen sehen, denn sein Cruze ist für den teilweise engen Kurs einfach nicht so gut gerüstet. Er wird auf Regen hoffen, was den Leistungsvorteil der Turbos etwas einbremst. Und Regen ist zu der Jahreszeit in Schottland ja eher die Regel, denn die Ausnahme.

Nur noch geringe Chancen auf die Meisterschaft hat James Nash mit seinem betagten Vectra des Triple8 Team. Das hat in den letzten Rennen immer wieder geschwächelt, vermutlich, weil die Leistungsreduzierung des NGTC-Motors den aerodynamisch nun auch nicht mehr vollkommen neuen Wagen eher getroffen hat, als die Honda und Ford.

Es dürften drei spannende Rennen werden, die wir wie immer für jene, die itv4 nicht sehen können auf unserem @racingbloglive Twitteraccount live kommentieren werden.

WTCC – Valencia

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen in die nächste Runde. Die Meisterschaft entwickelt sich zu einem Duell zwischen Rob Huff und Altmeister Yvan Muller, der sich gerne einen weiteren Meisterschaftspokal in den Schrank stellen würde. Und in den letzten Rennen sah auch alles danach aus, dass ihm dies wieder gelingen wird. Huff scheint ein kleines Formtief zu haben, jedenfalls gelang es ihm nicht mehr an Muller vorbei zu kommen und er musste sich mit P2 begnügen. Nur noch Aussenseiterchancen hat Alain Menu, der zwar noch in Reichweite liegt, aber vermutlich darauf hofft, dass seine Kollegen mal Probleme haben oder sich ins Gehege kommen.

Chevrolet baut in Valencia in alle drei Wagen einen neuen Motor ein. Die FIA erlaubt einen straffreien Motorwechsel pro Jahr, der allerdings bis Valencia stattfinden muss. Da die Motoren verplombt sind, kann man sich den Verschleiss nicht richtig anschauen. Und diese Gelegenheit ergreift das RML-Team nun. Ein neuer Motor bedeutet zwar auch wieder etwas mehr Leistung, aber das Risiko, dass etwas schief geht, ist natürlich auch da. Dennoch werden die Cruze auch in Spanien wieder das Maß der Dinge sein.

Volvo sah in den letzten Rennen besser aus, was auch am niedrigen Startgewicht des C30 lag. Doch die FIA hat den Schweden nun 10 Zusatzkilo aufgebrummt, und man darf gespannt sein, wie sich der Volvo damit schlägt. Aber ein deutliches Lebenszeichen von Robert Dahlgren wäre auch mal schön.

Die BMW scheinen ihren Motorprobleme auch in den Griff bekommen zu haben. Der Sieg von Franz Engstler in Oschersleben war ein deutliches Lebenszeichen und es steht zu hoffen, dass BMW auch in Valencia wieder vorne mit dabei ist. Allerdings wird Engstler mit Zusatzgewicht unterwegs sein. Dazu kommt, dass die fahrerisch nicht uninteressante Strecke den BMW in den letzten Jahren nie so recht gepasst hat.

Quasi das “Dark horse” dürfte in Spanien Gabriele Tarquini im Seat sein. Spanischer Wagen in Spanien halt. Der neue Seat-Motor konnte bisher nicht sonderlich überzeugen, auch wenn ein klarer Aufwärtstrend zu sehen ist. In Oschersleben ging vieles schief, das wird Seat nicht zweimal passieren. Und Tarquini ist immer für einen Sieg gut, wenn denn sein Material stimmt.

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June 20 2011

06:10

BTCC: Analyse Croft 2011

Regen und Mischverhältnisse – das ist für die BTCC eigentlich ein Rezept für spannende Rennen und genauso war es auch in Croft. Pech hatte mal wieder Jason Plato.

Der Meister aus dem Jahr 2010 hat keine gute Saison. Entweder schimpft er, dass die Turbos zu schnell sind, oder er hat Pech mit seinem Wagen. In Croft war es dann beides. Im ersten Rennen stand er zwar auf der Pole, endete aber weiter hinten. Im zweiten Rennen brach eine Antriebswelle und er musste in Rennen 3 ganz von hinten starten, wo er dann hinter den Mittelfeld-Turbos stecken blieb. Seine Laune dürfte nach dem Wochenende nicht die Beste gewesen sein. Besser lief es dann dieses Mal für Matt Neal. Nachdem er im letzten Rennen seinem Team einen Doppelsieg gekostet hat, liess er es dieses Mal ruhiger angehen und wurde am Ende dafür auch belohnt. Doch die eigentliche Überraschung waren die BMW von West Surrey Racing, die mit ihrem S2000 Motoren richtig auftrumpfen konnten.

Rennen 1

Die Strecke war zwar sehr nass, aber es regnete sich nicht und einige Fahrer setzten auf Slicks auf der Vorderachse. Darunter war Mat Jackson, der auf P9 startete. Doch schon beim Start ging es für den Airwaves Focus erstmal nach hinten und er fand sich auf der Suche nach Grip im hinteren Mittelfeld.

Vorne kamen alle Fahrer gut weg. Plato war ebenso wie Neal, Collard und Shedden auf Fullwets und so ging es in die erste Kurve. Dort schob Collard Plato ganz leicht an, so dass der Cruze quer stand und Plato die erste Schikane auslassen musste. Er ordnete sich auf P3 wieder ein, während Neal vorne einen leichten Abstand herausfahren konnte.

Im ersten Teil des Rennens tat sich wenig. Die Slick-bereiften Fahrer kamen nicht nach vorne, auch in Sachen Zweikämpfe hielten sich die Fahrer zurück. Nur Jordan und Chilton befanden sich rundenlang in einem schönen Duell um P5, doch der Vectra-Pilot konnte sich knapp vorne halten. So langsam zeichnete sich eine trockene Spur ab und so begann die Zeit von Mat Jackson.

Begünstigt wurde sein Rennen durch eine kurze SC-Phase, nachdem Gilham seinen Vauxhall in den Kies gesetzt hatte. Damit wurde das Feld eng zusammen geführt und Mat Jackson hatte sich schon auf P11 heran gerobbt. Der Restart ging unspektakulär über die Bühne, aber jetzt begann das Rennen von Jackson noch einmal von vorne. Er wühlte sich in den verbleibenden sieben Runden wie ein Derwisch durch das Feld. Mit jeder Runde kamen seine Slicks besser zur Geltung, er hatte allerdings das Problem, dass er nur auf der trockenen Spur richtig schnell war. Zum Überholen musste er aber ins Nasse, und Anbremsen mit Slicks im Nassen ist dann eine Sache für sich.

Aber Jackson ließ sich nicht beirren und schnupfte einen Konkurrenten nach dem anderen auf. Seine Fahrweise war dabei mehr als spektakulär. Teilweise kam er aus den schnellen Knicks auf der Strecke quer raus und das Anbremsen auf dem Nassen schien ihn auch nicht zu stören. Er schnappte sich hintereinander Chilton und Jordan, eine halbe Runde später war Shedden dran. Da waren noch zwei Runden zu fahren, und der Vorsprung der Top 3 schien zu groß zu sein. Doch in einer Runde radierte Jackson knapp zwei Sekunden weg und schnappte sich Plato. In der letzten Runde robbte er sich an Collard ran, den mittels eines leichten Schubsers zur Seite schob und P2 übernahm. In den letzten Kurven war er dann sogar hinter Matt Neal, der vor Start/Ziel verzweifelt die Tür zur warf. Jackson kam aus der letzten Kurve etwas besser raus, doch Neal schaffte es seinen Honda mit 0,055 Sekunden vorne zu halten. Ein selten spannendes Finish.

Ergebnis: Neal, Jackson, Collard, Plato, Shedden, Jordan, Chilton, Nash, O’Neill, Boardman, Cole, Wrathall, Foster, MacDowell, Smith, Wood, Hollamby, Griffin, Newsham. Daraus ergibt sich auch die Startaufstellung für das zweite Rennen.

Rennen 2

Das zweite Rennen fand unter trockenen Bedingungen statt, also waren alle auch auf Slicks. Allerdings hatten einige Wagen eine Mischabstimmung gewählt, die etwas stärker die Vorderachse belastete. Beim Start ging wieder alles gut, Neal konnte P1 verteidigen, aber Jackson musste sich in einem harten Kampf dann Collard beugen. Der BMW kam in den ersten zwei Runden aber nicht gut in Schwung, da seine Reifen nicht richtig auf Temperatur kamen. Jackson versuchte sich ein paar Mal an Collard, doch der BMW-Mann schmiss immer wieder die Tür zu. Dann erholten sich die Reifen und Collard zog langsam weg.

Jackson musste sich auch mehr nach hinten orientieren, wo Shedden mächtig Druck machte. Es entwickelte sich ein schöner Zweikampf, in den sich auch Plato einmischte. Doch für den amtierenden Meister war das Rennen schnell zu Ende, als eine Antriebswelle brach und er ausfiel.

Zwei Vorfälle brachten dann das SC raus. Griffin fährt in den Jim-Clark-Esses geradeaus und mäht ca. 150 Meter Getreide nieder, während Boardman es schafft, sich auf der Wiese beider Vorderradaufhängungen zu entledigen. Beiden ist nichts passiert, aber das Feld wurde für die letzten 10 Runden wieder zusammengeführt.

Den Restart entschied Neal für sich, da Collard mal wieder Probleme mit der Reifentemperatur hatte. Dahinter prügelten sich Jackson, Shedden und Andrew Jordan um P3. Jackson hatte massive Probleme mit den Vorderreifen und kämpfte mit Untersteuern, so dass Shedden vorbei gehen konnte. Für Andrew Jordan lieg es plötzlich sensationell. Er hatte offenbar eine andere Abstimmung gewählt, oder seine Reifen im ersten Teil des Rennens mehr geschont. Relativ problemlos holte er sich Jackson, dessen Rundenzeiten in den Keller fielen. Aber auch Gordon Shedden hatte dem Vectra nichts entgegenzusetzen und so holte sich Jordan P3. Um P6 wurde es am Ende auch noch mal eng, aber Jackson konnte sich gerade so vor Chilton halten. Am Ende hieß es: Neal, Collard, Jordan, Shedden, Jackson Chilton, Foster, Newsham, Neate, Cole

Die Ziehung des Reverse Grid ergab dann: P7, also Nick Foster auf der Pole, Dann Chilton, Jackson, Shedden, Jordan, Collard, Neal, Newsham, Neate, Cole.

Rennen 3

Nick Foster kommt beim Start sehr gut von der Pole weg, doch ein paar Kurven später muss er sich Mat Jackson beugen, der den Focus an ihm vorbeiprügelt. Nick Foster ist kein “Full-Time” Fahrer, auch wenn er die gesamte Saison bestreitet. Der 40jährige fährt schon länger Rennen, ist aber eher Geschäftsmann. Mit dem verdienten Geld finanziert er teilweise das WSR-Team, aber ein reiner Pay-Driver ist auch nicht.

Foster konnte sich hinter Jackson halten und ließ den Focus nicht wegziehen. Hinter Foster hatte sich dessen Teamkollegen Rob Collard eingenistet, der zwar Druck auf Foster machte, aber auch nicht anklopfte. Die drei klebten rundenlang zusammen und lieferten sich ein typisches Duell in der BTCC.

Weiter hinten tat sich erstaunlich wenig. Jason Plato musstte aus der letzten Reihe starten und blieb dann im hinteren Mittelfeld hängen. Bis P13 ging es recht schnell, danach passierte gar nichts mehr. Plato steckte fest und schob sich mit Mühe am Ende auf P11.

Vorne wurde Collard langsam ungeduldig, da Jackson sich nach und nach von Foster lösen konnte. Der ließ dann Collard tatsächlich passieren, damit sich er sich an Jackson versuchen konnte. Tatsächlich gelang es Collard, dass er bald wieder hinter dem Focus klemmte und in seinem Kielwasser kam auch Foster wieder ran. Die drei setzten Jackson erheblich unter Druck, der sich teilweise nur wegen des besseren Topspeeds seines Fords vorne halten konnte.

Um P5 entwickelte sich ebenfalls ein schönes Duell zwischen Andrew Jordan, Gordon Shedden, Matt Neal und James Nash, die sich aber fair Platz ließen. Jordan kam mit seinem Vectra mal wieder sehr spät in Schwung. Das ist schon ein paar Mal passiert, dass Jordan erst gegen Ende eines Laufes auftauchte, was etwas mit dem Reifenverschleiss zu tun haben muss. Entweder ist der bei der Konkurrenz extrem hoch, oder der Vectra geht zu sanft mit den Reifen um.

Vorne blieb es eng, aber Collard fand einfach keine Lücke, da Jackson fehlerlos blieb. Auch in der letzte Runde blieb es dabei. Nach der letzten Haarnadel machte Collard einen echten “Gentleman-Move” und ließ Nick Foster vor der Ziellinie wieder auf P2. Ein sehr schönes Manöver, hatte Foster ihn doch auch freiwillig gelassen, damit Collard P1 erobern konnte. Das hatte nicht geklappt, also steckte Collard im Ziel zurück.

Es gewann also Jackson vor Foster, Collard, Jordan, Nash, Shedden, Neal und MacDowell.

Das nächste Rennen ist erst in sechs Wochen, die BTCC macht ihre übliche Pause.

BTCC_Croft_2011_13 BTCC_Croft_2011_1 BTCC_Croft_2011_2 BTCC_Croft_2011_3 BTCC_Croft_2011_4 BTCC_Croft_2011_5 BTCC_Croft_2011_6 BTCC_Croft_2011_7 BTCC_Croft_2011_8 BTCC_Croft_2011_9 BTCC_Croft_2011_10 BTCC_Croft_2011_11 BTCC_Croft_2011_12 BTCC_Croft_2011_14 BTCC_Croft_2011_15 BTCC_Croft_2011_16

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June 06 2011

06:46

BTCC: Analyse Oulton Park 2011

Die Rennen in Oulton Park wird man so schnell nicht vergessen. Plato schimpft nach einem Sieg wie ein Rohrspatz und die beiden Führenden schieben sich ins Kiesbett.

Zu Beginn der Saison versprach die TOCA, die die BTCC organisiert, dass in jedem Rennen eine Gleichheit zwischen den S2000 und den NGTC bestehen wird. Das war auch einer Gründe, warum Chevrolet überhaupt angetreten ist, denn hinterher fahren wollte man als Werksteam nicht. Tatsächlich hat die TOCA im ersten Halbjahr schon massiv nachgeregelt. Die Turbos wurden eingebremst, die S2000 leichter gemacht. Geholfen hat es allerdings nur wenig, denn im Rennen konnte man sehen, wie schnell die Honda wirklich sind. Selbst auf den kurzen Geraden in Oulton Park schlüpften die Honda an den Cruze vorbei, als hätten die 50 PS weniger. Plato reagierte nach dem zweiten Rennen in einem Live-Interview mit einer Schimpfkanonade und nannte die Regeln “lächerlich”. Dennoch waren die Rennen mal wieder sehr sehenswert.

Rennen 1

Die Hondas hatten sich die erste Startreihe gesichert, doch vor dem Rennen war die Strecke nass und es nieselte leicht. Die Rennleitung entschied sich relativ spät dazu, ein “wet race” zu erklären, was die Reifenwahl nicht leichter machte. In der BTCC kann an die verschiedenen Reifen mischen, also zum Beispiel vorne Regenreifen und hinten Slick, oder beim Heckantrieb auch umgekehrt. Einige entschieden sich auf komplett auf Slicks zu setzen, während Matt Neal auf Nummer Sicher ging, und nur Regenreifen wählte. Die Startaufstellung sah dann hinter den Honda etwas überraschend Andy Neate im neuen Ford Focus, dahinter lauerte schon Jason Plato.

Der Start ging erstaunlicherweise gut über die Bühne, Neal schnappte sich auf der Außenbahn Shedden, der sich auch nicht sonderlich wehrte. Stattdessen musste sich Shedden mit einem sehr wilden Andy Neate herumschlagen, der seinerseits von Plato unter Druck gesetzt wurde. Der hatte Andy MacDowell als Schutzschild im Nacken und dahinter mischte sich das Feld ordentlich durch.

Nun hörte der Regen aber auf, was vor allem für all jene schlecht war, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatten. Dazu gehörten Neal und Neate, die nun massiv unter Druck kamen. Neal ließ Shedden kampflos durch, dahinter schnappte sich Plato dann Neate. Der neue Focus soll zwar etwas netter zu den Vorderreifen sehen, viel sah man davon aber nicht. Relativ flott versank der Ford dann Mittelfeld, aber er machte es seinen Gegnern nicht leicht.

Neal war offenbar bedacht, so viel Punkte wie möglich einzusammeln und blieb weiter vorsichtig in den Zweikämpfen. Während Shedden vorne mit seiner Misch-Bereifung einen Vorsprung von bis zu 7 Sekunden heraus fuhr, machten es sich beide Cruze auf den Plätzen zwei und drei gemütlich. Da sollte dann auch nichts mehr passieren.

Doch dahinter ging es teilweise wild und unübersichtlich zu. Vor allem James Nash, der von weit hinten hatte starten müssen, schob seinen Vectra durchs Feld und passierte sämtliche Konkurrenten um schließlich auf P4 zu landen. Dahinter ging es allerdings zur Sache, weil die unterschiedlichen Reifenstrategien nun zum tragen kamen. Rob Collard hatte eine Mischbereifung und kämpfte mit Nick Foster, Lea Wood, Matt Neal und Andy Neate. Es entwickelte sich ein enger aber immer fairer Kampf, den Collard dann für sich entscheiden konnte.

Am Ende siegte Shedden vor Plato, Macdowell, Nash, Collard, Foster Wood, Neal, Neate und Andrew Jordan.

Rennen 2

Aus diesem Ergebnis ergab sich dann auch die Startaufstellung für das zweite Rennen. das ebenfalls unter gemischten Bedingungen los ging. Nach dem Start tat sich jedoch nicht viel, nur MacDowell hatte einen miserablen Start und fiel ein paar Positionen zurück. Shedden setzte sich vorne relativ leicht ab, daran konnte auch die erste SC-Phase nichts ändern, die nach einer Runde kam, weil Jeff Smith seinen Vectra schlecht geparkt hatte. Plato dagegen hatte größere Probleme, da er von James Nash massiv unter Druck gesetzt wurde.

Dann wurde der Regen stärker und all jene, die teilweise Slicks aufgezogen hatten, kamen in große Probleme. Dafür tauchten plötzlich Rob Collard und Matt Neal auf, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatten und teilweise 4 Sekunden schneller als der Rest waren. Neal schnappte sich Collard, dann auch Andrew Jordan und gewann innerhalb einer Runde mehrere Plätze. Danach machte er sich auf die Jagd nach James Nash und Jason Plato, die immer noch im Zweikampf steckten. Nash boxte sich Eingangs der letzten Kurve an Nash vorbei, am Ende der Start/Zielgeraden ließ er auch Plato stehen.

Doch das Rennen von Neal sollte noch deutlich aufregender werden. Kaum auf P2 gelandet, verbremste er sich in der Haarnadel und rutschte wieder auf P4 zurück. Doch mit dem völlig überlegenen Honda holte sich innerhalb von einer Runde P2 wieder zurück. Plato ließ er dabei in einem Beschleunigungsduell auf der Gegengeraden einfach stehen, was beim amtierenden Meister für eine dicke Halsschlagader sorgen sollte.

Das Rennen wäre damit gelaufen gewesen, da Shedden vorne 10 Sekunden in Front lag, aber dann stand der 2010er Cruze von John George in Lodge in der Schusslinie. Nach einer erneuten SC-Phase ging es dann noch über drei Runden weiter. Shedden blieb vorne, Neal machte aber Druck und verbremste sich in der Haarnadel. Er berührte Shedden leicht im Heck, der den Wagen jedoch meisterlich abfangen konnte. Doch Neal war offenbar auf einer Mission.

In der letzten Kurve der letzten Runde setzte er sich plötzlich innen neben Shedden und verpasste erneut den Bremspunkt. Neal rutschte einfach geradeaus und schob sich und den Führenden Shedden ins Kiesbett.

So was sieht man auch nur selten und Neal, der ja nun als zweifacher BTCC-Champion kein Anfänger ist, saß minutenlang zusammengesunken im Wagen. Das half aber auch nicht, Jason Plato staubte den Sieg ab.

Der war allerdings überhaupt nicht glücklich, sondern griff im Siegerinterview massiv die TOCA, die Organisatoren der BTCC, an. Es sei ein Witz, so Plato, dass ein Honda auf der Geraden einfach an seinem S2000 Wagen vorbei gehen könne. Das habe nichts mit Chancengleichheit zu tun, es sei lächerlich und dumm. Mal sehen, ob seine Aussagen noch ein Nachspiel haben werden.

Ergebnis: Plato, Nash, Collard, Jordan, MacD, Shedden, O’Neill, Foster, Jackson, Chilton, Wood.

Rennen 3
Die Auslosung des Reverse Grid erbrachte P9 und damit folgende Startaufstellung: Jackson, Foster, O’Neill, Shedden, MacD, Jordan, Nash, Collard, Plato, Chilton, Wood, Austin.

Dieses Mal war die Strecke trocken, allerdings gab es noch etliche nasse Stellen, die gleich in der ersten Runde Paul O’Neill zum Verhängnis wurden. Der wollte vor Druids aussen den zweitplatzierten Nick Foster überholen und kam auf so eine nasse Stelle. Das Ergebnis war ein heftiger Abflug, ein zerstörtes Auto, aber ein Fahrer, der ok war. Da James Nash seinen Vectra ebenfalls in die Botanik geworfen hatte, musste das Safety Car rauskommen.

Das Rennen entwickelte sich aber auch nach dem Restart nicht zu dem “Demolition Derby”, das man normalerweise im letzten Rennen des Tages erwartet. Stattdessen zog sich das Feld unter den Top 3 etwas auseinander. Dahinter sorgten beide West Surrey BMWs mit Foster und Collard für einigen Trubel, weil von hinten Plato und Matt Neal auftauchten. Neal fuhr offenbar mit einem dicken Hals und schnitt durchs Feld. Plato ließ er dank der überlegenen Leistung des Hondas einfach stehen, die BMWs dauerten aber etwas länger, weil die zusammenarbeiteten. Dennoch holte sich Neal schnell P4 und machte sich auf die Jagd nach Andrew Jordan.

Jason Plato blieb hinter den BMW stecken und den Unterschied zwischen dem Honda und dem Chevrolet konnte dabei gut feststellen. Wo Neal einfach auf der Geraden vorbei ging, blieb Plato hinten. Er versuchte es mit einem sehr späten Manöver in Lodge, das natürlich in die Hose ging und ihn aus den Punkten warf.

Neal hatte derweil Jordan eingeholt und setzte den massiv unter Druck. Doch Jordan hat auch einen NGTC Motor unter der Haube, also ging das nicht so leicht wie bei den S2000 Wagen. Der Kampf war eng, aber fair, beide mussten einmal die Schikane auslassen, aber am Ende konnte sich Jordan auf P3 halten. Erstaunlicherweise gelang Mat Jackson ein relaltiv ungefährdeter Sieg, obwohl beide Focus des Airwaves Team am Wochenende völlig von der Rolle waren.

Die turbulenten Rennen in Oulton Park haben dafür gesorgt, dass die Meisterschaftstabelle kräftig durch geschüttelt wurde. Neal führt zwar weiterhin, aber dahinter ist es richtig eng geworden. Die Tabelle gibt es bei der BTCC.

BTCC_OPark_2011_8 BTCC_OPark_2011_1 BTCC_OPark_2011_2 BTCC_OPark_2011_3 BTCC_OPark_2011_4 BTCC_OPark_2011_5 BTCC_OPark_2011_6 BTCC_OPark_2011_7 BTCC_OPark_2011_9 BTCC_OPark_2011_10 BTCC_OPark_2011_11 BTCC_OPark_2011_12 BTCC_OPark_2011_13 BTCC_OPark_2011_14 BTCC_OPark_2011_15 BTCC_OPark_2011_16

April 18 2011

06:05

BTCC – Analyse Donington 2011

War das erste Rennen eher ruhig, ging es in den beiden anderen Rennen richtig zur Sache. Jason Plato zerlegte seinen Cruze im zweiten Rennen nachhaltig.

Nach dem Rennen auf dem dem Indy-Kurs in Brands Hatch, der dann doch eher eine Kartbahn ist, konnten die NGTC Wagen zum ersten Mal zeigen, was wirklich ihnen steckt. Und schon in der Quali wurde klar, dass für die Saugmotorfront alles Hoffen nicht geholfen hat. Gleich fünf NGTC Wagen belegten die ersten Plätze, und das auf den relativ kurzen Geraden von Donington. Wie das in Thruxton, Croft oder Oulton Park werden soll, kann man sich ausmalen. Vor allem Honda war in der Quali eine Macht für sich. Aber dahinter tauchten dann schon einige ältere Vectra auf, die immer noch gut für Siege sind, wie Andrew Jordan in Brands Hatch gezeigt hat. So leicht wird das für Matt Neal in diesem Jahr nicht.

Race 1

Bei schönem Wetter ging es in das erste Rennen. Die Startaufstellung sah wie folgt aus: Neal, Shedden, Nash, Jordan, Chilton, Smith, Jackson, Plato, MacDowell, Collard, O’Neill, Boardman, Gilham, Neate. Neal hat am Start zu viel Wheelspin und auch Shedden kommt nur zögernd weg. Dafür hat James Nash einen Raketenstart und geht sofort in Führung. Weiter hinten kommt es in der ersten Kurve (Redgate) weiter hinten zum üblichen Geschiebe, dem einige Fahrer auf der Wiese entkommen. Nash kann gerade die erste Runde als Führender beenden, dann legt ihn sich Neal zurecht und schlüpft vorbei. Auch Shedden setzt Nash unter Druck, als wie aus dem Nichts plötzlich Andrew Jordan auftaucht und in einem sehenswerten Manöver nach der Old Hairpin Shedden vernascht. Eine halbe Runde später schnappt sich Jordan auch den Markenkollegen Nash vor Redgate, als dieser die Tür einfach auf lässt. Damit ist der Ärger für Nash aber noch nicht vorbei, er muss sich auch noch Shedden beugen, der ihn auf P4 zurückstuft.

Das war es dann leider im ersten Rennen mit den Kämpfen vorne. Donington ist nicht gerade eine Strecke, auf der man gut überholen kann, oder die die Fahrer zu Fehlern verleitet. Dazu kommt, dass man sich vorne schon aufs Punkte holen fest gelegt hat. Jordan klebt zwar im 0,8 Sekunden Abstand hinter Neal, macht aber keine Anstalten mehr ihn weiter unter Druck zu setzen. Alle Fahrer berichteten nach dem Rennen übereinstimmend, dass man auf die Bremsen geachtet hat, die auf der Strecke besonders gefordert sind.

Während sich vorne nichts mehr tat, gab es einen interessanten Kampf um die achte Position. Rob Collard prügelte den altersschwachen BMW um den Kurs und versuchte den Seat von Boardman in Schach zu halten, der auf der Geraden deutlich schneller war. Aber Boardman kam nicht vorbei, was dazu führte, dass MacDowell und Paul O’Neill ebenfalls aufschließen konnte. Es entwickelte sich ein fairer Kampf, mit einigen Überholversuchen. Collard konnte sich vorne halten, meinte nach dem Rennen aber, dass mit dem BMW einfach nicht mehr attackieren kann.

Richtig übel erwischte es Jason Plato gegen Ende des Rennens, als sich vorne links ein Reifen verabschiedete. Er schimpfte dann per Funk, dass man mit dem Saugmotor einfach keine Chance mehr habe. “It’s joke” meinte er noch recht gefasst.

Am Ende gewann Neal vor Jordan, Nash, Chilton, Jackson, Collard, Boardman, O’Neill, MacD, Smith, Cole, Foster. Plato kam nur auf 19 und verlor im ersten Rennen schon die Führung in der Meisterschaft an Matt Neal. Der zweitplatzierte Shedden wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Motor einen zu hohen Ladedruck hatte.

Race 2

Das zweite Rennen beginnt gleich mit einer Schrecksekunde. Jason Plato, der von hinten starten musste, wurde von Liam Griffin, der wiederum von Shedden angeschoben wurde, abgeschossen und in ultraschnellen Craner Curves in die Wiese geschickt. Plato konnte den Wagen nicht stoppen, rutschte in eine Böschung und überschlug sich dreimal. Ihm passierte nichts, ein Streckenposten wurde von einem Trümmerteil leicht verletzt.

Die Aufräumarbeiten dauerten lange, erst in der siebten Runde ging es weiter. Stand zu diesem Zeitpunkt: Jordan, Nash, Neal, Collard, Chilton, Jackson, O’Neill, Cole, MacD, Foster, Newsham, Smith, Shedden. Vorne tat sich nichts, aber Mat Jackson machte sich nun auf die Jagd nach vorne. Erst schnappte er sich Chilton, dessen Focus immer noch nicht richtig gut geht, dann machte er Jagd auf den erstaunlichen Rob Collard, der sich auf P4 hielt. Jackson rutschte aber dann in der Schikane aus, und Chilton ging wieder vorbei. Doch Jackson übertrieb es jetzt etwas und kam Ausgangs der Old Hairpin aufs Gras. Collard freut sich, ebenso Chilton, der jetzt wieder knapp hinter Jackson hing. Eingangs McLeans berühren sich beide, Jackson musste in den Kies und fiel weit zurück.

Der zweite BMW mit Foster am Steuer kam dann in Cranes zur Old Hairpin während eines Duells von der Strecke und rodelte mit 180 km/h durchs Gras, überschlug sich aber erstaunlicherweise nicht. Doch er beendete seine Countrytour im Kies, so dass das SC noch einmal raus musste. Der Restart machte vor allem Tom Onslow-Cole im Golf Sorgen, der sich auf P7 gefahren hatte, denn hinter ihm lauerte eine ganze Meute. Vorne blieb nach dem Restart alles beim alten. Jordan konnte James Nash auf Distanz halten, Neal musste sich allerdings gegen Chilton wehren, der immer besser in Schwung kam. Nachdem Jackson weg war, musste sich Collard gegen Shedden wehren, aber überraschenderweise konnte er den BMW dann doch vor dem Honda halten. Weiter hinten kämpfte Cole um seinen siebten Platz, während es sich hinter ihm etwas staute. Doch weil die Konkurrenz dadurch beschäftigt war, konnte Cole P7 tatsächlich nach Hause bringen.

Vorne passierte nichts mehr und so gewann Jordan vor Nash, Neal, Chilton, Collard, Shedden, Cole, Gilham, MacDowell, Jackson, Neate, George, Smith, James, Newsham und Hughes. Die Ziehung des “reverse grid” erbrachte dann, dass der neuntplatzierte auf die Pole gesetzt wurde. Dadurch ergab sich folgende Startaufstellung: MacDowell, Gilham, Cole, Shedden, Collard, Chilton, Neal, Nash, Jordan, Jackson, Neate, George.

Race 3

Obwohl der Einsatzwagen von Jason Plato nach mehrfachen Überschlag eher wie ein Schrotthaufen aussah, und Plato selber schon seinen Rennanzug ausgezogen hatte, schaffte es seine Mannschaft, den Wagen wieder hinzu bekommen. Das gelang auch, weil man sich von anderen Teams ein paar Teile ausborgen konnte. Plato rollte mit seinen reichlich verbogenen Chevrolet dann tatsächlich in die Startaufstellung.

So ein “reverse grid” bringt in der BTCC immer wieder interessante Rennen, bei denen es meist eng wird. Und kaum hatte man das Rennen gestartet, ging es auch schon los. MacDowell kam schlecht weg und für einen Moment war Tom Onslow-Cole im Golf vorne. Doch Tony Gilham war etwas übermotiviert und schickte Cole direkt mal in Redgate in den Kies. Cole wühlte sich zurück und kam direkt ein Paket rein, dass zu dritt in Richtung Old Hairpin unterwegs war. Das konnte nicht gut gehen und so landete Tom Chilton final im Kies. Und irgendwie hatte sich in dem Trubel Mat Jackson von P10 auf P2 vorgefahren.

Nach der SC-Phase ging es weiter. MacDowell blieb vorne, doch Mat Jackson machte mächtig Druck auf den Nachwuchsmann von Chevrolet. Nach einer Runde war er schon in Front und löste sich sofort. Richtig eng wurde es dann dahinter. Matt Neal hatte einen defekten Splitter und damit einen unruhig liegenden Wagen. Das machten sich Andrew Jordan, James Nash und Andy Neate zu Nutze, die den Honda-Piloten nach einander aufschnupften. Erstaunlich stark war auch Jeff Smith im privaten Vectra unterwegs, der nun Neal im Heck klebte. Doch der Routinier gab nicht nach, die beiden wechselten oft die Positionen. Das erlaubte dann auch Tony Gilham und Jason Plato aufzuschließen.

Die vier Piloten blieben rundenlang eng zusammen. Plato versuchte an Gilham vorbei zu gehen, doch der hielt in der Schikane dagegen, schnappte sich etwas später auch noch Matt Neal. Danach machte er sich in Richtung Andy Neate auf, der auf P5 lag. Als Neate dann einen kleinen Ausrutscher in der Old Hairpin hatte, setzte sich Gilham neben ihn, aber die beiden berührten sich. Neate flog heftig in die Reifen, Gilham stellte seinen Vectra dann dann drei Kurven weiter mit einer gebrochenen Hinterradaufhängung ab. Damit waren Neal und Plato plötzlich wieder alleine, aber Neals Honda lief nicht mehr und Plato konnte mit dem schwer ondulierten Cruze tatsächlich noch vorbei gehen.

Vorne tat sich nur nichts mehr. Mat Jackson blieb vorne, dahinter balgten sich Jordan und Nash ein wenig, dachten aber vor allem an die Meisterschaft und blieben vorsichtig. MacDowell rettet P4 vor dem erstaunlichen Jeff Smith, der sich für P5 das Herz aus dem Leib fuhr. P6 ging dann an Matt Neal.

Drei gute Rennen, die zeigten, dass die Sache für Honda nicht so einfach wird, wie man gedacht hat. Vor allem Andrew Jordan im Pritek Vectra und James Nash im 888 Vectra sind absolute Titelkandidaten. Plato wird seinen Titel nur verteidigen können, wenn er im Laufe des Jahres einen Turbomotor bekommt, was wohl nicht der Fall sein wird.

Als nächstes Rennen steht die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Thruxton auf dem Programm, wo man sich auf spektakuläre Windschattenschlachten zwischen den Vectra, den Ford und den Honda freuen kann.

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