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December 04 2013

07:12

Formel Eins: Rückblick 2013 – Marussia und Caterham

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Den Auftakt machen Marussia und Caterham. Ein Rückblick und eine Analyse.

Motor Racing - Formula One World Championship - Brazilian Grand Prix - Race Day - Sao Paulo, BrazilAls Grundlage für den Rückblick dient das Ergebnis der Team-WM in diesem Jahr. Ich fange mal hinten an, weil diese Teams sonst selten in den Fokus der Berichterstattung rücken. Marussia und Caterham fahren seit Jahren hinterher und schaffen den Anschluss einfach nicht. Was eigentlich erstaunlich ist, denn das Reglement ist einigermaßen stabil, also sollte man meinen, dass es möglich sein sollte, den Rückstand aufs Mittelfeld zu reduzieren. Aber das gelang beiden Teams in diesem Jahr erneut nicht. Stattdessen ging es noch weiter zurück.

Caterham

Dass Caterham in diesem Jahr nur den letzten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft belegen konnte, ist schon erstaunlich. Denn immerhin bezieht man den Motor von Renault, während Getriebe und KERS direkt von Red Bull kommen. Das sollte doch eigentlich die halbe Miete sein, um ins Mittelfeld vorstoßen zu können. Doch schon bei den Tests im Februar wurde klar, dass das Team auch 2013 chancenlos sein würde. Mark Smith, ehemaliger Force-India-Designer, gelang es nicht, ein Chassis zu entwerfen, das sich mit dem Mittelfeld messen konnte. Tatsächlich konnten einem die Fahrer teilweise leid tun. Im ersten Rennen konnte man in den Cockpitaufnahmen sehen, dass der Caterham teilweise unfahrbar schien. Untersteuern am Kurveneingang, Übersteuern am Kurvenausgang. Charles Pic kam in Australien nicht mal über die 107% Hürde und auf die Marussia fehlten rund 1,4 Sekunden.

Das änderte sich mit den ersten Updates am Fahrzeug kaum und die Arbeit des Teams wirkte teilweise hilflos. Mehrfach probierte man in der Saison eine neue Front aus, mal mit, mal ohne Stufe. Man reaktivierte Heikki Kovalainen, weil das Team offenbar dem Feedback der unerfahrenen Piloten nicht traute. Immerhin gelang es Caterham, während der Saison wieder auf Marussia aufzuschließen, aber der Durchbruch blieb ihnen verwehrt. Insgesamt eine äußerst enttäuschende Leistung des gesamten Teams.

Die Fahrer wirkten zu Beginn des Jahres teilweise überfordert. Charles Pic, der 2012 im Marussia teilweise ansprechende Leistungen in der Quali gezeigt hatte, zeigte in den ersten Rennen keine gute Leistung, Guido van der Garde wirkte gar leicht überfordert. Als es dem Team gelang, den Caterham fahrbarer zu machen, lief es etwas besser, teilweise konnte man im Rennen die Marussia hinter sich lassen. Aber das ist insgesamt zu wenig für ein Team, das eigentlich schon 2012 ins Mittelfeld vorstoßen wollte.

Ob es für Caterham besser gelaufen wäre, hätte man Kovalainen und Petrov im Team behalten? In der Quali hätten beide sicherlich auch nicht mehr reißen können, aber im Rennen wäre mit der Erfahrung beider Piloten vielleicht mehr drin gewesen. Caterham hat zumindest angekündigt, dass man 2014 auf mindestens einen Piloten setzen möchte, der mehr Erfahrung mitbringt.

Marussia

10998698775_c91e03c46b_kDas britisch-russische Team ist in Sachen Finanzen schlechter als Marussia aufgestellt, aber man konnte im letzten Winter eine technische Partnerschaft mit McLaren eingehen. Damit konnte man auch den Windkanal in Woking nutzen, was Marussia offenbar geholfen hat. Die Testzeiten waren besser als erwartet, der Abstand in den ersten Rennen zu den Williams war durchaus knapp. In Malaysia gelang Jules Bianchi das Kunststück, auf Platz 13 einzufahren. Das lag auch daran, dass Alonso, Maldonado und beide Force India ausfielen, aber dennoch muss man so eine Position erst einmal schaffen. Darauf hätte man aufbauen können, doch dem Team fehlt einfach das Geld. Das letzte große Update am Fahrzeug kam laut Teamchef John Booth im Mai, seitdem gab es nur kleinere Veränderungen. Verständlich, immerhin musste man auch den Wagen für 2014 bauen und vorbereiten. Das Gefühl bleibt aber, dass das Team in diesem Jahr eine Chance verpasst hat, zumal Williams bis zum Herbst in Reichweite schien.

Dass man so gut unterwegs war, lag auch an Jules Bianchi. Der Franzose wird von Ferrari unterstützt und war erst im Februar ins Team gerutscht, nachdem die Sponsoren des eigentlichen Einsatzfahrers Liuz Razia keine Zahlung geleistet hatten. Im Endeffekt war es für Team und Fahrer ein Glücksgriff. Bianchi entpuppte sich als schneller und zuverlässiger Pilot, der in einigen Rennen eine bemerkenswerte Leistung zeigte. Es ist ein wenig bedauerlich, dass Bianchi vermutlich auch 2014 bei Marussia wird fahren müssen, da alle anderen Plätze in der F1 für ihn dicht sind.

Max Chilton hat mich teilweise positiv überrascht. Der Brite hatte sich mit viel Geld ins Team gekauft (und damit Timo Glock rausgekickt), doch seine Leistungen waren ok. Immerhin gelang ihm das Kunststück, als einziger Fahrer der Saison alle 19 WM-Läufe zu beenden. Aber insgesamt blieben seine Ergebnisse in den Rennen schwach, wie sein letzter Platz in der WM belegt. Beide Caterham-Piloten liegen noch vor ihm, in den meisten Rennen kam er weit hinter Bianchi ins Ziel. Vermutlich wird er 2014 aber erneut bei Marussia an den Start gehen.

Aber die Zukunft von Marussia scheint unsicher. Es gibt Gerüchte, dass der Teambesitzer von Marussia, der Russe Andrei Tscheglakow, an einer Fusion mit Sauber interessiert sei.

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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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December 15 2011

10:43

BTCC: Die Saison 2011

Eigentlich war es schon vor der Saison klar, wer in diesem Jahr Meister wird. Aber etliche Regeländerungen sorgten dann doch für eine Entscheidung, die erst im letzten Rennen fiel.

Die Saison 2011 sah in der BTCC eine ziemlich weitreichende Änderung, die allerdings auch für einige Verwirrung sorgen sollte. Die TOCA, die hinter der BTCC steht, hatte in den letzten Jahren eine eigene Nachfolgeklasse für die Fahrzeuge geplant, die nach dem S2000-Reglement der FIA auch in England unterwegs waren. Die Übernahme der S2000 hatte den Vorteil, dass die Hersteller ihre Wagen weltweit einsetzen konnten. Zwar hatte die FIA auch an den Regeln geschraubt und den 1.6 Liter Turbo/Weltmotor eingeführt, aber das reichte der BTCC. Wegen der hohen Kosten der S2000, die oft für dünn besetzte Starterfelde sorgte, entschloss man sich, eine eigene Formel einzuführen. Die NGTC hat ein eigenes Chassis, dass von der TOCA entwickelt wurde, und zum größtenteil ein Einheitschassis für die gesamte Serie ist. Beim Motor entschloss man sich auf einen eigenen 2-Liter-Turbomotor zu setzen. Und genau das führt zu Ärger, nicht nur in der BTCC.

Warum sich die BTCC für einen eigenen Motor entschieden hat, anstatt auf die vorhandenen FIA 1.6 Liter Maschinen zu setzen, ist den meisten immer noch ein Rätsel. Die Entwicklung eines Motors ist so ziemlich das teuerste, was man machen kann, der Griff in die Hersteller-Schublade wäre leichter gewesen. Auf der anderen Seite bietet die TOCA selber den Motor auch kleinen Teams an, und dies wohl zu einem kleinen Preis. So macht man sich natürlich auch von den Herstellern unabhängig. Die BTCC hat da schlechte Erfahrungen gemacht, daher vielleicht auch die Vorsicht. Doch in diesemJahr führte die Umstellung der Regeln zu einigem Chaos. Es gab reine NGTC, Wagen mit S2000 Chassis, aber NGTC-Motor und reine S2000 Teams. Die TOCA versprach, dass man alle Teilnehmer mittels BoP einleveln würde, aber das Unterfangen war schwerer, als gedacht.

In den ersten drei Rennen flogen die S2000/NGTC wie Honda und Ford der Konkurrenz davon. Meister Jason Plato, dessen Chevy 2010 noch das dominierende Auto war, betete nach jedem Rennen mantramäßig runter, dass es so nicht weiter gehen können, das sei ein Witz, ein schlechter dazu, er habe keine Lust mehr. Diese Aussage wiederholte er in Thruxton, Donington, Silverstone und Croft. Was immerhin dafür sorgte, dass die TOCA schrittweise den Ladedruck der gemischten NGTC Fahrzeuge runterdrehte, während der, der reinen NGTC teilweise unangetastet blieb. Das führte dann ab Mitte der Saison zum wundersamen Aufstieg von Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der Rookie ärgerte die Stars vorne mehrfach kräftig, vermutlich auch, weil die TOCA zeigen wollte, dass man mit einem NGTC auch gegen Chevy ankommt.

Ein weiterer Fahrer, der in diesem Jahr für eine Überraschung sorgte, war Mat Jackson im Airwaves Ford Focus. Airwaves Racing hatte von Ford die letztjährigen Focus ST Chassis gekauft und mit einem eigenen NGTC-Motor ausgestattet. Die Kombination funktionierte dann sogar besser, als die es “Quasi-” Werksteams AON von Ford. Die waren mit Chilton als Nummer Eins auf dem Papier gut aufgestellt, aber es ging wenig zusammen. Man war sogar so verzweifelt, dass man Tom Onslow-Cole zurück holte, den man Ende 2010 entlassen hatte. Aber auch das brachte nur wenig. AON war sicher einer der Enttäuschungen in diesem Jahr. Jackson hamsterte dagegen fleissig Punkte und lag zwischenzeitlich sogar mal in Führung. Doch dann kam das Wochenende in Knockhill, wo Jackson ohne Punkte blieb. So kurz vor dem Saisonende war das dass Ende der Titelträume.

Aber schon vor der Saison war klar, dass der Titel ziemlich sicher über Honda zu holen sein müsste. Chevrolet musste schon früh in der Saison feststellen, das man keinen Chance hatte, da konnte Jason Plato noch so laut schimpfen. Es war schon erstaunlich, dass er den Titel-Kampf so lange offen halten konnte. Im Prinzip verlor er den Titel erst beim letzten Rennen in Silverstone, aber gegen die Turbos hatte er keine Chance.

Erstaunlicher war dann schon, wie lange Honda um den Titel bangen musste. Gordon Shedden war Matt Neal in fast allen Rennen ebenbürtig und teilweise sogar besser. Das führte dann zu so kuriosen Unfällen wie in Oulton Park, als Matt Neal seinen Teamkollegen einfach abschoss und beide ins Aus rodelten. Papa Neal, der zufälligerweise auch der Teambesitzer ist, war dementsprechend sauer, der Filius geknickt. Danach ließ er es ruhiger angehen, was aber nicht unbedingt langsamer war. Insgesamt gewann er sieben von 30 Rennen. Bei Shedden waren es sechs Siege, somit hatte Honda auch die meisten Siege in der Saison 2011 eingefahren. Spannenderweise gelangen Jason Plato acht Siege, aber ein paar Ausfälle, vor allem der in Donington, schmälerten seine Titelchancen.

Man muss aber auch sagen, dass Team Dynamics, die die Honda Civic bauen, den Titel auch verdient haben. Sie sind das Wagnis mit dem NGTC-Motor eingegangen und haben, mit Honda im Rücken, viel investiert. Chevrolet hat das nicht gemacht, allerdings hatte RML auch jede Menge mit dem FIA-Motor für die WTCC zu tun, da blieb nur wenig Zeit und Geld für einen NGTC-Motor. Bisher ist auch nicht klar, was Chevrolet in der kommenden Saison machen wird. Honda hatte es leichter und sie haben ihren Vorteil auch genutzt. Das Mat Jackson so lange vorne mit dabei war, dass Plato dennoch mehr Siege holte, war sicher so nicht geplant, aber für die Fans hat es sich gelohnt.

Es war kein schlechtes Jahr für die BTCC, auch wenn die Rangelei hinter den Kulissen und die unterschiedlichen Einstellungen der Fahrzeuge keinen richtig fairen Vergleich zu lassen. Es wäre schöner gewesen, die TOCA hätten allen noch ein Jahr Zeit gegeben, um dann komplett umzustellen. Für 2012 erwartet die Fans ein weiteres Übergangsjahr. Immerhin sollen aber die NGTC offiziell bevorzugt werden. Mehr dazu dann im nächsten März, das erste Rennen 2012 steigt am 1.04.2012 in Brands Hatch-

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October 18 2011

17:32

BTCC: Bericht Finale Silverstone

Mathematisch sah es vor dem letzten Rennen nach einem Dreikampf in der Meisterschaft aus, doch schon im ersten Rennen änderte sich die Lage.

Es war nicht das Wochenende von Jason Plato, dem amtierenden Meister der BTCC. Schon vor dem Rennen auf dem kurzen National Kurs in Silverstone war klar, dass der Cruze nur wenig Chancen haben würde. In der Qualifikation zeigte sich das schon, als Plato nur P7 erreichen konnte. Viel weiter nach vorne würde es nicht gehen, meinte Plato, der relativ frustriert schien, da er gegen die NGTC auf der Geraden keine Chance hatte. Aber dann gab es noch Mat Jackson im privat eingesetzten Focus aus dem letztem Jahr im Airwaves Team. Die hatten sich sogar James Thompson als Verstärkung geholt, der jedoch in der Quali nur auf P16 kam. Das erste Rennen war dann aber sowohl für Jackson, als auch für Thompson und Plato eher eine Katastrophe.

Rennen 1

29 Wagen standen in der Startaufstellung und das konnte ja nicht wirklich gut gehen. Während vorne alle Titelfavoriten gut wegkamen, gerieten weiter hinten Rob Austin, Liam Griffin, Ollie Jackson und Tony Gilham aneinander. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, stand Gilham in der Mauer und Austin humpelte mit einer defekten Aufhängung ins Aus. Leider erwischte es im Getümmel auch James Thompson, der seinen Focus abstellen musste. Nach einer kurzen Safety Car Phase ging es dann wieder los.

Matt Neal hatte sich vorne auf P1 gesetzt, gefolgt von Mat Jackson und Gordon Shedden. Neal schleppte zwar 45 Kilo Ballast mit sich rum, aber Jackson konnte davon nicht profitieren. Auf der Bremse kam er gerade in Luffield immer wieder nah an die Stoßstange des Honda, aber in Sachen Beschleunigung konnte er mit dem Civic nicht mithalten. Selbst im Windschatten kam der Focus nicht näher ran, was Neal das Leben etwas leichter machte. Shedden lag auf P3, ein paar Zehntel hinter Jackson und schaute sich den Kampf an. Vermutlich hoffte er, dass der Focus-Pilot ein verzweifeltes Manöver startete, was aber nicht passierte.

Dahinter lag James Nash, der allerdings schnell den Anschluss an die Top 3 verlor und einen ganzen Schwarm von Fahrzeugen hinter sich hatte was wiederum gut für Jason Plato war, der so immerhin noch die Aussicht auf P4 hatte. Doch nach nicht mal der Hälfte des Rennens platzten in Form des linken Vorderreifen die Titelträume von Plato endgültig. Damit musste er in Rennen 2 von ganz hinten starten und dort sammeln sich die privaten NGTC, die auf der Geraden auch nicht langsam sind. Schulterzuckend meinte Plato nach dem Rennen nur, dass es zwar klar war, aber eben auch frustrierend ist.

Vorne tat sich wenig, Jackson kam nie wirklich in die Position Neal angreifen zu können und ein paar Runden vor Schluss erwischte es auch den Focus. Ein Reifenschaden beendete die Titelträume von Jackson und dampfte somit die Titelentscheidung auf die beiden Honda-Piloten ein.

Im Hinterfeld gab es in einem ansonsten sehr ruhigen Rennen einige nette Zweikämpfe, doch vorne war dann alles klar. Neal gewann vor Shedden, Nash, Cole, MacDowell, Newsham, Jordan, Collard, Neate und Warthall. Die spannende Frage für das zweite Rennen lautet: Wird Shedden noch eine Chance auf den Titel haben?

Rennen 2

Schon vor dem Rennen war klar, dass Jason Plato aus dem Meisterschaftsrennen war, auch wenn er rechnerisch noch Chancen hatte. Auch war es klar, dass Gordon Shedden das Rennen unbedingt würde gewinnen müssen, um Meister zu werden. Und am Start sah die Sache für den Schotten sogar richtig gut aus. Neal kam schlecht weg und wurde von Onslow-Cole geschnappt und für einen Moment war sogar James Nash vor Neal. Derweil lag Shedden in Führung und konnte sich meterweise von Cole absetzen, dessen Rückspiegel allerdings komplett mit dem Honda von Neal ausgefüllt war. Doch der Focus konnte sich vor dem Honda halten.

Weiter hinten tobte Jason Plato durchs Feld. Der Chevy hatte weniger Probleme mit den langsameren NGTC-Fahrzeugen, als man dachte und kam so relativ flott nach vorne. Mit ausgefahrenen Ellenbogen wühlte er sich vom letzten Platz aus nach vorne und kam sogar in die Top Ten, wo sein Vorwärtsdrang dann logischerweise etwas gebremst wurde.

Nachdem Onslow-Cole Eingangs Brooklands quer stand, schnappte sich Neal P2 und machte sich auf die Jagd nach Shedden. Der blieb allerdings auch nach einer SC-Phase vorne. Nick Foster hatte eine kurze Berühung mit Liam Griffin und dabei seine gesamte Front in Einzelteilen auf der Zielgeraden verteilt. Nachdem der Schrott weggeräumt war ging es weiter, allerdings ohne dass es zu großen Veränderungen kam. Nur Plato schnappte sich noch Chilton und landete am Ende auf P7.

Shedden gewann vor Neal, Cole, Newsham, Jordan, Boardmann, Plato, Chilton und MacDowell. Die Ziehung des Reverse Grids ergab dann P9, was MacDowell auf die Pole schob.

Rennen 3

Der Reverse Grid sah dann so aus: MacDowell, Chilton, Plato, Boardman, Jordan, Newsham, Cole, Neal und Shedden. Shedden konnte Meister werden wenn: Er auf P4 landet und Neal nur P9 erreicht. Oder P3 vs P8, P2 vs. P6, P1 vs. P3. Da Neal in Rennen 2 hinter Shedden gelandet war, hatte er auch den leichteren Wagen und er startete einen Platz vor dem Schotten.

Den Start gewann Tom Chilton relativ leicht, weil MacDowell zu viel Wheelspin hatte. Plato schnappte sich P2 und machte sofort Druck, aber auf der Geraden zog der Focus dem Cruze einfach weg. Erstaunlicherweise konnte Plato den Abstand aber lange im Bereich von 0,3 Sekunden halten, so dass Chilton keine Ruhe hatte. Hinter Plato tauschten MacDowell und Boardman die Plätze und für einen Moment sag es so aus, als könne sich der Seat an Plato ranfahren, aber dafür reichte es dann doch nicht.

Neal und Shedden klebten während des Rennens zusammen. Der Schotte hatte sichtbar mit Übersteuern zu kämpfen und kam nie in die Position, Neal zu gefährden. Der klemmte seinerseits hinter Onslow-Cole, kam aber auch nicht vorbei. Das führte dann dazu, dass es am Ende noch mal hektisch wurde, denn von hinten nahten Rob Austin, James Nash und Frank Wrathall. Austin war offenbar wild entschlossen, sich nach vorne zu boxen und machte jede Druck auf Shedden, der ihn schließlich passieren lassen musste. Damit war das Rennen für Shedden endgültig gelaufen, selbst wenn Neal ausfallen würde, hätte seine Punktausbeute nicht ausgereicht, um Meister zu werden. Der A4 von Rob Austin schnappte sich aber noch Matt Neal, so dass die Hondas wieder zusammen lagen. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Meisterschaft gelaufen.

Vorne ging auch nicht mehr viel, da bei Chilton nicht wie erwartet die Vorderreifen nachgaben. Plato ließ es dann auch gut sein und begnügte sich mit dem zweiten Platz.

Das sich das Meisterschaftsrennen auf beide Honda konzentrieren würde, war schon vor dem Wochenende klar und das beide sich nicht gegenseitig ins Auto fahren würden, auch. Im Grunde hat mit Matt Neal der Fahrer gewonnen, der vor der Saison als absoluter Favorit gehandelt wurde. Erstaunlich war höchstens, wie schwer er es hatte, sich gegen Gordon Shedden durch zu setzen. Aber sieben Meisterschaftssiegen ist Neal auch ein würdiger Champion. Und es tut der Serie gut, dass Honda den Titel holen konnte.

Das war es für dieses Jahr mit der BTCC, das nächste Rennen gibt es erst wieder im April 2012. Bisher ist nur klar, dass Honda einen neuen Civic aufbauen wird. Ob das Team Aon mit dem Focus wiederkommt ist ebenso unsicher, wie ein erneuter Start der Cruze, die bekanntermaßen einen neuen Motor bauen müssten, was bisher nicht bestätigt wurde. Der Vertrag von Plato läuft auch nur bis Ende des Jahres. Wir werden News aus der BTCC natürlich auch über die Winterpause berichten.

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October 03 2011

11:48

BTCC: Analyse Brands Hatch 2011

Drei, für die BTCC unverhältnismäßig ruhige, Rennen gab es am Wochenende in Brands Hatch. Allerdings mit dem Ergebnis, dass die Meisterschaft zu einem Dreikampf ausartet.

Noch-Champion Jason Plato zeigte sich nach dem Wochenende mit ungewohnt guter Laune. Der Wagen war, so Plato, perfekt, die Rennen seien super gewesen und überhaupt sei er rundum zufrieden. So viel positiver Esprit beim sonst eher grimmig schauenden Meister ist dann doch ungewöhnlich. Daher relativierte er dann seinen guten Eindruck auch gleich wieder mit der Aussage, dass beim letzten Rennen in Silverstone alles anders sein würde. “Wir sind nicht gut in Silverstone, zu langsam.” Doch wer Plato kennt weiß, dass man immer vorsichtig sein sollte. Vor allem nach so einem brillanten Wochenende wie in Brands Hatch, wo er den favorisierten Hondas nur ein Rennen übrig ließ. Ansonsten reagierte leider die Langeweile.

Rennen 1

Das der Chevrolet in Brand Hatch gut gehen würde, hatte man schon vor dem Rennen erwartet. Plato unterstrich diese Erwartung mit einer dominanten Vorstellung in der Quali, wo er problemlos die Pole holte. Auch das erste Rennen des Tages war eher eine Spazierfahrt. Den Start gewann er locker, danach fuhr unbedrängt an der Spitze einem Sieg entgegen. Dahinter war etwas enger. Alex MacDowell belegt zu dem P2 und schirmte seinen Chef vor James Nash ab, der das Tempo aber eh nicht gehen konnte und noch hinter Matt Neal zurückfiel. Mit Shedden auf P5 sah es für Honda gar nicht so schlecht aus, doch dann begann das große Drama. Erst machte Shedden einen Fehler im Graham Hill Bend und fiel bis auf P9 zurück, dann ging in Runde 10 der Ärger richtig los, als Neal plötzlich einen Reifenschaden erlitt und an die Box kommen musste. Kurz vor Schluss des Rennens ereilte Gordon Shedden das gleiche Schicksal und so fielen beide Honda aus den Punkten und hatten zu dem für das zweite Rennen ein denkbar schlechte Startposition.

Ein schönes, aber auch eher kurzes Duell gab es um P2 zwischen Mat Jackson und Alex MacDowell, dass der Focus-Pilot für sich entscheiden konnte. Er versuchte noch an Plato ran zu fahren, doch konterte die guten Rundenzeiten von Jackson locker.

Ansonsten tat sich im Rennen herzlich wenig. Erstaunlich war die Tatsache, dass die reinen NGTC in Brands Hatch überhaupt nicht liefen. Weder die sonst so starken Toyota von Dynojet, noch der Audi von Rob Austin waren in den Top 10 zu sehen. Brands Hatch hat sicher seine eigenen Anforderungen und scheinbar liegen dem NGTC die schnellen Passagen der GP-Strecke nicht. Da wartet noch viel Arbeit auf die Techniker.

Ergebnis Rennen 1: Plato, Jackson, MacDowell, Nash, Cole, O’Neill, Chilton, Collard, Neate, Foster

Rennen 2

Das zweite Rennen war eigentlich ein Abklatsch des ersten Laufs. Plato ging locker in Führung und musste sich trotz der 45kg Handicap-Ballast aus dem ersten Rennen nicht wirklich gegen Mat Jackson wehren. Der hatte allerdings vor allem in den letzten Runden deutlich mehr Arbeit, den von hinten drängelnden Onslow-Cole unter Kontrolle zu behalten. Die neuen Focus, vor und vor allem Onslow-Cole waren endlich mal wieder an der Spitze zu sehen, nachdem die Saison ja eher zäh lief. Dass man nicht am 2010er Focus von Jackson vorbei kam, war dann allerdings wieder eine kleine Ohrfeige für das Semi-Werksteam. Deren Zukunft in der BTCC ist auch noch nicht gesichert, da Ford ja in die WTCC einsteigt.

Matt Neal und Gordon Shedden mussten von P18 und P19 starten, hatten aber zunächst keine Schwierigkeiten sich ihren Weg zu bahnen. Neal war innerhalb einer Runde (!) in den Top 10, doch dann wurde sein Vorwärtsdrang naturgemäß etwas langsamer. Shedden ließ sich etwas mehr Zeit, weil er nicht so flott an beiden WSR BMWs vorbei kam, die ihm das Leben schwer machten. Während es vorne mal wieder eher langweilig war, sorgten dann Neal und Shedden in hübschen Duellen mit Nick Foster, Andy Neate und James Nash für die nötige Abwechslung.

Am Ende reichte einfach nicht die Zeit um wirklich weit nach vorne zu kommen. Plato gewann das Rennen vor Mat Jackson, Onslow-Cole, O’Neill, Chilton, James Nash, Neal, Shedden, Neate und Nick Foster. Der BMW-Pilot war dann auch besonders happy, als die Ziehung des Reverse Grid für das dritte Rennen P10 ergab. Jason Plato schaute eher enttäuscht, denn er wusste wohl, was da auf ihn zukommt. Aber immerhin hatte er mit seinem zweiten Sieg die Führung in der Meisterschaft übernommen.

Rennen 3

Viel Spaß hatte Nick Foster an seiner Pole nicht. Nicht mal eine Führungsrunde war ihm vergönnt, denn von hinten nahten schon nach einer halben Runde Matt Neal und Gordon Shedden, die mit dem BMW auf der Start/Zielgeraden einfach kurzen Prozess machten. Foster fiel danach wie ein Stein durchs Feld, was allerdings weniger an womöglich mangelnden Fahrkünsten lag, sondern mehr an seinem völlig unterlegenem BMW. Man darf gespannt sein, ob sich WSR das im nächsten Jahr noch mal antut.

Neal und Shedden zogen vorne relativ leicht weg und ließen der Konkurrenz keine Chance. Man konnte sich sogar erlauben, einmal die Positionen zu wechseln, damit Shedden in den Genuss einer Führungsrunde der damit verbundenen Punkte kam. Der Doppelsieg war dann ungefährdet.

Ein deutlich anstrengenderes Rennen hatte Jason Plato, der nach dem Start auf P11 zurück fiel und einfach nicht voran kam. Im Getümmel des Mittelfelds konnte er die Vorteile des Cruze nicht ausnutzen, dazu kam, dass er beim Überholen nicht die Brechstange rausholen wollte. So hing er lange hinter dem durch gereichten Nick Foster fest und erst, als Foster einen kleinen Fehler machte, kam Plato vorbei. Einen weiteren Platz gewann er, als bei seinem Teamkollegen MacDowell der Motor platze und er die gesamte Strecke einnebelte. Einen derartig finalen Motorschaden hatte man lange nicht mehr gesehen. Plato gelang es dann bis zum Ende des Rennens noch auch P6 zu fahren, was den Schaden einigermaßen eingrenzte. Am Ende siegte Neal vor Shedden, Nash, Chilton, Jackson, Plato, Cole, Jordan, Boardman und Foster.

In der Meisterschaft sieht die Sache jetzt so aus:

Matt Neal 225
Jason Plato 220
Gordon Shedden 220

Man liegt also praktisch gleichauf, doch die Chancen, dass der Cruze mit seinem S2000 Motor in Silverstone die Honda in Schach halten kann, sind gleich Null. Plato meinte nach dem Rennen “Silverstone ist zu 85% Vollgas. Wir sind aber nur gut, wenn wir nicht Vollgas gehen müssen.” Er rechnet sich wenig Chancen aus und hoffe vermutlich darauf, dass sich beide Honda-Piloten in die Quere kommen. In der BTCC ist ja alles möglich.

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September 15 2011

06:04

BTCC: Vorschau Rockingham 2011

Die BTCC 2011 neigt sich so langsam dem Finale zu, allerdings ist es in der Meisterschaft noch richtig eng.

Ich muss gestehen, dass von allen Strecken in Grossbritannien, die in Rockingham nicht gerade meine Lieblingsstrecke ist. Wie im Fall des Eurospeedway handelt es sich um eine Retortenstrecke, ein Oval, in das man eher so Notfall-artig eine Rundstrecke implementiert hat. Und die ist weder schön noch sonderlich gut. Aber das hat die BTCC auch selten davon abgehalten, gute Rennen abzuliefern. Kernstück der Strecke ist die lange Start/Zielgerade, die die leicht überhöhte erste Kurve beeinhaltet und gefühlt knapp die Hälfte der Strecke ausmacht. Das sind schlechte Nachrichten für alle Fahrer eines reinen S2000 Wagen, wie zum Beispiel Jason Plato, dessen Meisterschaftschancen nach dem Desaster in Knockhill wohl nur noch marginal sind.

Der Chevrolet Cruze wird in Rockingham nicht gut gehen, das kann man jetzt schon vermuten. Es kann zwar sein, dass die TOCA zum Wochenende hin mal wieder an der Ladedruckschraube der NGTC dreht, aber ich vermute mal nicht (Wenn doch, sorry, Text ist ein paar Tage früher enstanden). Wie man selbst auf so kurzen Geraden wie in Knockhill sehen konnte, waren die NGTC einfach eine Klasse für sich. Erschwerend kommt auch in Rockingham hinzu, dass man aus einer engen Kurve auf die Gerade beschleunigt, was den den Drehmoment-Vorteil der Turbos entgegen kommt. Vermutlich wird man die Cruze wieder um Platz 5 sehen, was für die Meisterschaft nicht reichen wird. Zwar darf man Plato nie abschreiben, aber ein Sieg wäre schon ein kleines Wunder.

Schon deutlich eher darf das Honda Team von der Meisterschaft träumen. Gordon Shedden führt mit einem Punkt Vorsprung vor Matt Neal (182 zu 181 Punkte), Mat Jackson hat nach seinem verkorksten Wochenende in Schottland nur 159 Punkte auf dem Konto. Für Team Dynamics könnte sich das Luxus-Problem ergeben, welchen der beiden Fahrer man in Richtung Meisterschaft schieben möchte. Matt Neal, der quasi zum Inventar des Teams gehört, hat ein paar Meistertitel im Rücken, aber Gordon Shedden sieht in diesem Jahr extrem stark aus. Bisher hat man beide Fahrer von der Leine gelassen, man darf gespannt sein, wie lange man das noch macht.

Denn auch wenn Mat Jackson im 2010er Focus vom Airwaves Team nicht gerade zwingend wie ein Titelkandidat aussieht – unterschätzen sollte man ihn in Rockingham nicht. Im Gegensatz zu den vor ihm in der Meisterschaft liegenden Konkurrenten, fährt er ohne jeglichen Ballast, was in Rockingham ein schöner Vorteil sein sollte. Ein Doppelsieg ist durchaus drin, allerdings fehlt Jackson ein starker Partner im Team, der in der Lage ist, Neal und Shedden die Punkte zu klauen. Als Alleinunterhalter wird es Jackson schwer habe, das Team Dynamics aufzuhalten.

Etwas überrascht war ich über die starke Leistung des AON Team mit dem neuen Focus in Knockhill. Zwar zeigte der Wagen immer noch die alten Probleme mit dem Reifenverschleiss auf lange Distanz, aber man war endlich mal wieder konkurrenzfähig. Ein gut aufgelegter Chilton wäre jemand, den Jackson gut gebrauchen könnte.

Auch Frank Warthall mit seinem Toyota Avensis machte in Knockhill eine gute Figur. Schon in den letzten Rennen schob sich das Dynojet Team gerne mal nach vorne, nun scheinen sie die Früchte der Arbeit zu ernten. Die Podiumsplatzierungen beim letzten Rennen waren schon mal ein Erfolgserlebnis, ein Sieg ist durchaus im Bereich des Möglichen, auch wenn vermutlich noch ein Schritt dahin fehlt. Aber weil Rockingham so eine eigenartige Charakteristik hat, könnte die dem Toyota entgegen kommen.

Der Rest des Feldes wird mit dem Ausgang der Rennen nichts zu tun haben, es sei denn, es setzt mal Regen ein. In diesem Jahr sind die Rennen der BTCC von Regen bisher erstaunlich oft verschont geblieben, vielleicht ändert sich das ja auch am nächsten Sonntag. Das würde die Chancen von Plato aber auch nur marginal erhöhen.

Kurz in eigener Sache: Leider muss am Sonntag der Liveticker ausfallen, da ich ausnahmsweise mal unterwegs bin. Auch die Analyse wird vermutlich ausfallen müssen, die liefer ich aber dann in Kurzform mit der nächsten Vorschau für Brands Hatch nach.

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August 08 2011

05:31

BTCC: Plato verkürzt den Abstand

Drei interessante Rennen gab es auf dem umgebauten Kurs von Snetterton. Matt Neal hatte dabei ein rabenschwarzes Wochenende.

Der umgebaute Kurs von Snetterton kam bei allen Fahrern sehr gut an, aber wie würde er sich im Rennen schlagen? Das Ergebnis: Nicht schlecht. Es dauerte etwas, bis die Fahrer die Stellen fanden, an denen man sich in der sehr engen Serie an der Konkurrenz vorbeiquetschen konnte. Dazu kommt, dass man etwas knauserig mit den Curbs war. Die sind recht schmal und dahinter ist dann bester britischer Lehmboden. Da muss man noch mal nachbessern und zumindest etwas Teppich verlegen. Aber nach und nach kamen die Piloten mit dem Kurs klar und die Rennen wurden richtig gut. Zumindest für alle, ausser Matt Neal, der ein katastrophales Wochenende erlebte, weil er in den ersten beiden Rennen nicht in die Punkte kam. Schön war aber zu sehen, dass der Dynojet Toyota mit Frank Warthall endlich in Schwung gekommen ist.

Rennen Eins

Und schon in der ersten Kurve gab es dann mächtig viel Ärger. Plato hatte einen guten Start, aber Neal hatten ebenfalls einen guten Start und setzte sich im sehr langen Turn 1 auf der Aussenseite von Plato fest. Doch das konnte einfach nicht gut gehen. Plato hatte innen auch keinen Platz und hielt einfach seine Linie, während Neal nach innen ziehen musste, um nicht auf das Gras zu kommen. Es kam, wie es dann kommen musste – Plato und Neal berührten sich mit dem schlechteren Ende für den Honda. Der drehte sich mitten ins Feld rein aber erstaunlicherweise kamen alle Kollegen um ihn herum. Neal hatte den Wagen abgewürgt und brauchte lange, um ihn wieder zu starten. Damit war auch schon klar, dass Neal damit im zweiten Rennen von ganz hinten starten musste. Neal meinte nach dem Rennen, dass er sich auch nicht ganz sicher sei, ob es ein Rennunfall war, oder ob Plato ihm zu wenig Platz gelassen hat. Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen.

Damit war das Feuer vorne aber dann auch leider raus. Plato war abgesichert durch durch MacDowall, der wiederum Gordon Shedden auf Distanz hielt. Die Reduzierung des Ladedrucks bei den S2000/NGTCs scheint wirklich dem Chevrolet geholfen zu haben. Plato fuhr dann einen ungefährdeten Sieg entgegen.

Hinter den Top 3 entwickelte sich ein nettes Duell zwischen Chilton und dem erstaunlichen Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der dient ja als Versuchsträger und fährt schon nach dem kompletten NGTC-Chassis Reglement. Bisher waren die Toyota nur sehr weit hinten zu finden. Aber offenbar hat Dynojet in der zweimonatigen Pause einiges am Wagen gefunden. Der Toyota lief jedenfalls sensationell gut und konnte auch die Zeiten der Top 3 halten. In einem sehenswerten Zweikampf rang er dann den Ford Focus von Chilton nieder und kam so auf P4. Schön, dass man eine weitere Marke unter den Top 5 sehen kann.

Erstaunlicherweise zog sich das Feld schnell weiter auseinander, vor allem das Mittelfeld fiel weit zurück. Der Abstand zwischen Plato und P10 betrug am Ende satte 26 Sekunden, was schon erstaunlich viel war.

Das Endergebnis sah dann so aus: Plato, MacDowall, Shedden, Warthall, Nash, Jackson, O’Neill, Cole, Chilton, Mewsham, Smith, Jordan, Foster, Byford, Austin, Neate, Griffin, Neal, George, James.

Rennen Zwei

Die Startaufstellung ergab sich aus dem Ergebnis des erstes Rennens. Plato musste aber mit dem maximalen Zusatzgewich von 45kg starten, was man schon am Start bemerkte. Er kam nur zäh los, Shedden, der von P3 kam, war deutlich agiler unterwegs und setzte sich auf der Innenseite für T2 fest. Plato konnte sich zunächst wehren, aber in T2 gab es hinter ihm einen kleinen Stau, der dazu führte, dass Shedden leicht angeschubst wurde, der wiederum Plato anschob. Der kam auf die schmutzige Seite und wurde von Shedden und Nash und Warthall überholt. P4 war aber immer noch ein gutes Ergebnis, zumal er von hinten von MacDowall abgeschirmt wurde. Der Toyota lag damit auf P3 und Warthall versuchte sich an James Nash heran zu fahren, was aber misslang. Nach hinten hatte er zunächst genug Luft.

Matt Neal hatte eine sensationelle erste Runde. Er startete von P18 und lag nach wenigen Kilometern schon auf P10. Aber hier wurde es etwas schwerer mit dem Überholen, aber nach sieben Runden hatte er sich Dave Newsham Seat geschnappt und lang direkt hinter MacDowall auf P6. Als man sich auf eine nettes Duell vorbereiten wollte, fuhr Neal plötzlich an die Box. Der Wagen wurde gecheckt, aber nach 20 Sekunden ging es weiter. Ein Wochenende zum Vergessen für Neal, dessen Vorsprung in der Meisterschaft damit hinüber war.

Vorne ließ Shedden keinen Zweifel an seinem Sieg. Dahinter lag auch James Nash sicher auf P2. Doch beim Dynojet Toyota bahnte sich ein kleines Drama an. Denn plötzlich verlor er viel Zeit und hatte Plato erneut im Genick. Den konnte er zwei Runden abwehren, was aber auch den weiter hinten liegenden Fahrer erlaubte, etwas näher zu kommen. Wrathall musste schließlich beide Cruze passieren lassen, aber es kam noch schlimmer. Er rollte dann mit einem überhitzten Motor aus.

Die einzigen Kämpfe gab es noch um P5, wo Newsham im Seat, O’Neill im 2010er Cruze und Jackson im 2010er Focus sich wenig schenkten. Es war mal wieder britischer Motorsport at its best und am Ende machte Newsham den entscheidenden Fehler und die Konkurrenz ging vorbei.

Am Ende siegte Shedden, vor Nash, Plato, MacD, O’Neill, Jackson, Newsham, Cole, Jordan, Collard, Foster, Chilton, Gilham, Griffin, Wood. Die Auslosung des Reverse Grid ergab dann P7.

Rennen Drei

Einen interessanten Mix gab es im letzten Rennen. Allein die Startaufstellung mit Newsham, Jackson, O’Neill, MacD, Plato, Nash, Shedden, Cole, Jordan, Collard versprach schon viel Spaß. Nicht mehr dabei war leider Frank Warthall mit dem Dnyojet Toyota, dessen Kühler hinüber war und man keinen Ersatz hatte.

Newsham hielt seinen Seat in Front, auch weiter hinten gab es zunächst kaum Veränderungen. Jason Plato und MacDowall bildeten mal wieder ein Tandem und blieben hinter Newsham, Jackson und O’Neill auf den Plätzen 4 und 5. Derweil entwickelte sich vorne ein schöner Kampf zwischen Jackson und Newsham, den der Ford-Pilot aber für sich entscheiden konnte. Der Grund war, dass die Vorderreifen des Seat schnell nachließen und Newsham sich mit einem fürchterlicher Untersteuern beschäftigen musste. So rutschte auch Paul O’Neill durch, der dem Tempo von Jackson nicht folgen konnte. Da Newsham mehr und mehr mit der Abwehr von Jason Plato beschäftigt war, konnte sich O’Neill auf P2 einrichten.

Plato blieb hinter Newsham erstaunlich ruhig, doch das änderte sich gegen Ende des Rennens, als Matt Neal plötzlich auftauchte. Neal hatte sich mal wieder durch das gesamte Feld gekämpft und auch seinen Teamkollegen Gordon Shedden nieder gerungen. Jetzt hing er MacDowall und Plato sah das Unheil kommen. Sein Druck auf Newsham wurde größer, aber der erlaubte sich zunächst keine weiteren Fehler.

Doch das änderte sich dann in den letzten zwei Runden. Als Newsham in der Schikane mal wieder eine weite Linie nehmen musste, setzt sich Plato innen rein und ging vorbei. MacDowell zog gleich mit, aber wenige Kurven später rempelte sich Neal an dem Youngster vorbei. Da war Plato vorne aber schon weg gezogen und MacDowall versuchte Neal weiter unter Druck zu setzten.

Doch es paasierte nichts mehr vorne, nur der arme Dave Newsham fiel mit abgelutschten Reifen noch weiter zurück. Das Ergebnis im letzten Rennen lautete dann: Jackson, O’Neill, Plato, Neal, MacD, Nash, Shedden, Newsham, Foster, Austin, Cole, Collard, Chilton, Jordan, Gilham.

In der Meisterschaft ist man nun sehr eng zusammen gerückt und mit Mat Jackson gibt es einen neuen Führenden im Championat. Jason Plato hat seinen Rückstand um satte 20 Punkte verkürzt und ist nun wieder mitten drin im Meisterschaftskampf.

1 Mat Jackson 158
2 Gordon Shedden 150
3 Matt Neal 148
4 Jason Plato 138
5 James Nash 127

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June 20 2011

06:10

BTCC: Analyse Croft 2011

Regen und Mischverhältnisse – das ist für die BTCC eigentlich ein Rezept für spannende Rennen und genauso war es auch in Croft. Pech hatte mal wieder Jason Plato.

Der Meister aus dem Jahr 2010 hat keine gute Saison. Entweder schimpft er, dass die Turbos zu schnell sind, oder er hat Pech mit seinem Wagen. In Croft war es dann beides. Im ersten Rennen stand er zwar auf der Pole, endete aber weiter hinten. Im zweiten Rennen brach eine Antriebswelle und er musste in Rennen 3 ganz von hinten starten, wo er dann hinter den Mittelfeld-Turbos stecken blieb. Seine Laune dürfte nach dem Wochenende nicht die Beste gewesen sein. Besser lief es dann dieses Mal für Matt Neal. Nachdem er im letzten Rennen seinem Team einen Doppelsieg gekostet hat, liess er es dieses Mal ruhiger angehen und wurde am Ende dafür auch belohnt. Doch die eigentliche Überraschung waren die BMW von West Surrey Racing, die mit ihrem S2000 Motoren richtig auftrumpfen konnten.

Rennen 1

Die Strecke war zwar sehr nass, aber es regnete sich nicht und einige Fahrer setzten auf Slicks auf der Vorderachse. Darunter war Mat Jackson, der auf P9 startete. Doch schon beim Start ging es für den Airwaves Focus erstmal nach hinten und er fand sich auf der Suche nach Grip im hinteren Mittelfeld.

Vorne kamen alle Fahrer gut weg. Plato war ebenso wie Neal, Collard und Shedden auf Fullwets und so ging es in die erste Kurve. Dort schob Collard Plato ganz leicht an, so dass der Cruze quer stand und Plato die erste Schikane auslassen musste. Er ordnete sich auf P3 wieder ein, während Neal vorne einen leichten Abstand herausfahren konnte.

Im ersten Teil des Rennens tat sich wenig. Die Slick-bereiften Fahrer kamen nicht nach vorne, auch in Sachen Zweikämpfe hielten sich die Fahrer zurück. Nur Jordan und Chilton befanden sich rundenlang in einem schönen Duell um P5, doch der Vectra-Pilot konnte sich knapp vorne halten. So langsam zeichnete sich eine trockene Spur ab und so begann die Zeit von Mat Jackson.

Begünstigt wurde sein Rennen durch eine kurze SC-Phase, nachdem Gilham seinen Vauxhall in den Kies gesetzt hatte. Damit wurde das Feld eng zusammen geführt und Mat Jackson hatte sich schon auf P11 heran gerobbt. Der Restart ging unspektakulär über die Bühne, aber jetzt begann das Rennen von Jackson noch einmal von vorne. Er wühlte sich in den verbleibenden sieben Runden wie ein Derwisch durch das Feld. Mit jeder Runde kamen seine Slicks besser zur Geltung, er hatte allerdings das Problem, dass er nur auf der trockenen Spur richtig schnell war. Zum Überholen musste er aber ins Nasse, und Anbremsen mit Slicks im Nassen ist dann eine Sache für sich.

Aber Jackson ließ sich nicht beirren und schnupfte einen Konkurrenten nach dem anderen auf. Seine Fahrweise war dabei mehr als spektakulär. Teilweise kam er aus den schnellen Knicks auf der Strecke quer raus und das Anbremsen auf dem Nassen schien ihn auch nicht zu stören. Er schnappte sich hintereinander Chilton und Jordan, eine halbe Runde später war Shedden dran. Da waren noch zwei Runden zu fahren, und der Vorsprung der Top 3 schien zu groß zu sein. Doch in einer Runde radierte Jackson knapp zwei Sekunden weg und schnappte sich Plato. In der letzten Runde robbte er sich an Collard ran, den mittels eines leichten Schubsers zur Seite schob und P2 übernahm. In den letzten Kurven war er dann sogar hinter Matt Neal, der vor Start/Ziel verzweifelt die Tür zur warf. Jackson kam aus der letzten Kurve etwas besser raus, doch Neal schaffte es seinen Honda mit 0,055 Sekunden vorne zu halten. Ein selten spannendes Finish.

Ergebnis: Neal, Jackson, Collard, Plato, Shedden, Jordan, Chilton, Nash, O’Neill, Boardman, Cole, Wrathall, Foster, MacDowell, Smith, Wood, Hollamby, Griffin, Newsham. Daraus ergibt sich auch die Startaufstellung für das zweite Rennen.

Rennen 2

Das zweite Rennen fand unter trockenen Bedingungen statt, also waren alle auch auf Slicks. Allerdings hatten einige Wagen eine Mischabstimmung gewählt, die etwas stärker die Vorderachse belastete. Beim Start ging wieder alles gut, Neal konnte P1 verteidigen, aber Jackson musste sich in einem harten Kampf dann Collard beugen. Der BMW kam in den ersten zwei Runden aber nicht gut in Schwung, da seine Reifen nicht richtig auf Temperatur kamen. Jackson versuchte sich ein paar Mal an Collard, doch der BMW-Mann schmiss immer wieder die Tür zu. Dann erholten sich die Reifen und Collard zog langsam weg.

Jackson musste sich auch mehr nach hinten orientieren, wo Shedden mächtig Druck machte. Es entwickelte sich ein schöner Zweikampf, in den sich auch Plato einmischte. Doch für den amtierenden Meister war das Rennen schnell zu Ende, als eine Antriebswelle brach und er ausfiel.

Zwei Vorfälle brachten dann das SC raus. Griffin fährt in den Jim-Clark-Esses geradeaus und mäht ca. 150 Meter Getreide nieder, während Boardman es schafft, sich auf der Wiese beider Vorderradaufhängungen zu entledigen. Beiden ist nichts passiert, aber das Feld wurde für die letzten 10 Runden wieder zusammengeführt.

Den Restart entschied Neal für sich, da Collard mal wieder Probleme mit der Reifentemperatur hatte. Dahinter prügelten sich Jackson, Shedden und Andrew Jordan um P3. Jackson hatte massive Probleme mit den Vorderreifen und kämpfte mit Untersteuern, so dass Shedden vorbei gehen konnte. Für Andrew Jordan lieg es plötzlich sensationell. Er hatte offenbar eine andere Abstimmung gewählt, oder seine Reifen im ersten Teil des Rennens mehr geschont. Relativ problemlos holte er sich Jackson, dessen Rundenzeiten in den Keller fielen. Aber auch Gordon Shedden hatte dem Vectra nichts entgegenzusetzen und so holte sich Jordan P3. Um P6 wurde es am Ende auch noch mal eng, aber Jackson konnte sich gerade so vor Chilton halten. Am Ende hieß es: Neal, Collard, Jordan, Shedden, Jackson Chilton, Foster, Newsham, Neate, Cole

Die Ziehung des Reverse Grid ergab dann: P7, also Nick Foster auf der Pole, Dann Chilton, Jackson, Shedden, Jordan, Collard, Neal, Newsham, Neate, Cole.

Rennen 3

Nick Foster kommt beim Start sehr gut von der Pole weg, doch ein paar Kurven später muss er sich Mat Jackson beugen, der den Focus an ihm vorbeiprügelt. Nick Foster ist kein “Full-Time” Fahrer, auch wenn er die gesamte Saison bestreitet. Der 40jährige fährt schon länger Rennen, ist aber eher Geschäftsmann. Mit dem verdienten Geld finanziert er teilweise das WSR-Team, aber ein reiner Pay-Driver ist auch nicht.

Foster konnte sich hinter Jackson halten und ließ den Focus nicht wegziehen. Hinter Foster hatte sich dessen Teamkollegen Rob Collard eingenistet, der zwar Druck auf Foster machte, aber auch nicht anklopfte. Die drei klebten rundenlang zusammen und lieferten sich ein typisches Duell in der BTCC.

Weiter hinten tat sich erstaunlich wenig. Jason Plato musstte aus der letzten Reihe starten und blieb dann im hinteren Mittelfeld hängen. Bis P13 ging es recht schnell, danach passierte gar nichts mehr. Plato steckte fest und schob sich mit Mühe am Ende auf P11.

Vorne wurde Collard langsam ungeduldig, da Jackson sich nach und nach von Foster lösen konnte. Der ließ dann Collard tatsächlich passieren, damit sich er sich an Jackson versuchen konnte. Tatsächlich gelang es Collard, dass er bald wieder hinter dem Focus klemmte und in seinem Kielwasser kam auch Foster wieder ran. Die drei setzten Jackson erheblich unter Druck, der sich teilweise nur wegen des besseren Topspeeds seines Fords vorne halten konnte.

Um P5 entwickelte sich ebenfalls ein schönes Duell zwischen Andrew Jordan, Gordon Shedden, Matt Neal und James Nash, die sich aber fair Platz ließen. Jordan kam mit seinem Vectra mal wieder sehr spät in Schwung. Das ist schon ein paar Mal passiert, dass Jordan erst gegen Ende eines Laufes auftauchte, was etwas mit dem Reifenverschleiss zu tun haben muss. Entweder ist der bei der Konkurrenz extrem hoch, oder der Vectra geht zu sanft mit den Reifen um.

Vorne blieb es eng, aber Collard fand einfach keine Lücke, da Jackson fehlerlos blieb. Auch in der letzte Runde blieb es dabei. Nach der letzten Haarnadel machte Collard einen echten “Gentleman-Move” und ließ Nick Foster vor der Ziellinie wieder auf P2. Ein sehr schönes Manöver, hatte Foster ihn doch auch freiwillig gelassen, damit Collard P1 erobern konnte. Das hatte nicht geklappt, also steckte Collard im Ziel zurück.

Es gewann also Jackson vor Foster, Collard, Jordan, Nash, Shedden, Neal und MacDowell.

Das nächste Rennen ist erst in sechs Wochen, die BTCC macht ihre übliche Pause.

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April 18 2011

06:05

BTCC – Analyse Donington 2011

War das erste Rennen eher ruhig, ging es in den beiden anderen Rennen richtig zur Sache. Jason Plato zerlegte seinen Cruze im zweiten Rennen nachhaltig.

Nach dem Rennen auf dem dem Indy-Kurs in Brands Hatch, der dann doch eher eine Kartbahn ist, konnten die NGTC Wagen zum ersten Mal zeigen, was wirklich ihnen steckt. Und schon in der Quali wurde klar, dass für die Saugmotorfront alles Hoffen nicht geholfen hat. Gleich fünf NGTC Wagen belegten die ersten Plätze, und das auf den relativ kurzen Geraden von Donington. Wie das in Thruxton, Croft oder Oulton Park werden soll, kann man sich ausmalen. Vor allem Honda war in der Quali eine Macht für sich. Aber dahinter tauchten dann schon einige ältere Vectra auf, die immer noch gut für Siege sind, wie Andrew Jordan in Brands Hatch gezeigt hat. So leicht wird das für Matt Neal in diesem Jahr nicht.

Race 1

Bei schönem Wetter ging es in das erste Rennen. Die Startaufstellung sah wie folgt aus: Neal, Shedden, Nash, Jordan, Chilton, Smith, Jackson, Plato, MacDowell, Collard, O’Neill, Boardman, Gilham, Neate. Neal hat am Start zu viel Wheelspin und auch Shedden kommt nur zögernd weg. Dafür hat James Nash einen Raketenstart und geht sofort in Führung. Weiter hinten kommt es in der ersten Kurve (Redgate) weiter hinten zum üblichen Geschiebe, dem einige Fahrer auf der Wiese entkommen. Nash kann gerade die erste Runde als Führender beenden, dann legt ihn sich Neal zurecht und schlüpft vorbei. Auch Shedden setzt Nash unter Druck, als wie aus dem Nichts plötzlich Andrew Jordan auftaucht und in einem sehenswerten Manöver nach der Old Hairpin Shedden vernascht. Eine halbe Runde später schnappt sich Jordan auch den Markenkollegen Nash vor Redgate, als dieser die Tür einfach auf lässt. Damit ist der Ärger für Nash aber noch nicht vorbei, er muss sich auch noch Shedden beugen, der ihn auf P4 zurückstuft.

Das war es dann leider im ersten Rennen mit den Kämpfen vorne. Donington ist nicht gerade eine Strecke, auf der man gut überholen kann, oder die die Fahrer zu Fehlern verleitet. Dazu kommt, dass man sich vorne schon aufs Punkte holen fest gelegt hat. Jordan klebt zwar im 0,8 Sekunden Abstand hinter Neal, macht aber keine Anstalten mehr ihn weiter unter Druck zu setzen. Alle Fahrer berichteten nach dem Rennen übereinstimmend, dass man auf die Bremsen geachtet hat, die auf der Strecke besonders gefordert sind.

Während sich vorne nichts mehr tat, gab es einen interessanten Kampf um die achte Position. Rob Collard prügelte den altersschwachen BMW um den Kurs und versuchte den Seat von Boardman in Schach zu halten, der auf der Geraden deutlich schneller war. Aber Boardman kam nicht vorbei, was dazu führte, dass MacDowell und Paul O’Neill ebenfalls aufschließen konnte. Es entwickelte sich ein fairer Kampf, mit einigen Überholversuchen. Collard konnte sich vorne halten, meinte nach dem Rennen aber, dass mit dem BMW einfach nicht mehr attackieren kann.

Richtig übel erwischte es Jason Plato gegen Ende des Rennens, als sich vorne links ein Reifen verabschiedete. Er schimpfte dann per Funk, dass man mit dem Saugmotor einfach keine Chance mehr habe. “It’s joke” meinte er noch recht gefasst.

Am Ende gewann Neal vor Jordan, Nash, Chilton, Jackson, Collard, Boardman, O’Neill, MacD, Smith, Cole, Foster. Plato kam nur auf 19 und verlor im ersten Rennen schon die Führung in der Meisterschaft an Matt Neal. Der zweitplatzierte Shedden wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Motor einen zu hohen Ladedruck hatte.

Race 2

Das zweite Rennen beginnt gleich mit einer Schrecksekunde. Jason Plato, der von hinten starten musste, wurde von Liam Griffin, der wiederum von Shedden angeschoben wurde, abgeschossen und in ultraschnellen Craner Curves in die Wiese geschickt. Plato konnte den Wagen nicht stoppen, rutschte in eine Böschung und überschlug sich dreimal. Ihm passierte nichts, ein Streckenposten wurde von einem Trümmerteil leicht verletzt.

Die Aufräumarbeiten dauerten lange, erst in der siebten Runde ging es weiter. Stand zu diesem Zeitpunkt: Jordan, Nash, Neal, Collard, Chilton, Jackson, O’Neill, Cole, MacD, Foster, Newsham, Smith, Shedden. Vorne tat sich nichts, aber Mat Jackson machte sich nun auf die Jagd nach vorne. Erst schnappte er sich Chilton, dessen Focus immer noch nicht richtig gut geht, dann machte er Jagd auf den erstaunlichen Rob Collard, der sich auf P4 hielt. Jackson rutschte aber dann in der Schikane aus, und Chilton ging wieder vorbei. Doch Jackson übertrieb es jetzt etwas und kam Ausgangs der Old Hairpin aufs Gras. Collard freut sich, ebenso Chilton, der jetzt wieder knapp hinter Jackson hing. Eingangs McLeans berühren sich beide, Jackson musste in den Kies und fiel weit zurück.

Der zweite BMW mit Foster am Steuer kam dann in Cranes zur Old Hairpin während eines Duells von der Strecke und rodelte mit 180 km/h durchs Gras, überschlug sich aber erstaunlicherweise nicht. Doch er beendete seine Countrytour im Kies, so dass das SC noch einmal raus musste. Der Restart machte vor allem Tom Onslow-Cole im Golf Sorgen, der sich auf P7 gefahren hatte, denn hinter ihm lauerte eine ganze Meute. Vorne blieb nach dem Restart alles beim alten. Jordan konnte James Nash auf Distanz halten, Neal musste sich allerdings gegen Chilton wehren, der immer besser in Schwung kam. Nachdem Jackson weg war, musste sich Collard gegen Shedden wehren, aber überraschenderweise konnte er den BMW dann doch vor dem Honda halten. Weiter hinten kämpfte Cole um seinen siebten Platz, während es sich hinter ihm etwas staute. Doch weil die Konkurrenz dadurch beschäftigt war, konnte Cole P7 tatsächlich nach Hause bringen.

Vorne passierte nichts mehr und so gewann Jordan vor Nash, Neal, Chilton, Collard, Shedden, Cole, Gilham, MacDowell, Jackson, Neate, George, Smith, James, Newsham und Hughes. Die Ziehung des “reverse grid” erbrachte dann, dass der neuntplatzierte auf die Pole gesetzt wurde. Dadurch ergab sich folgende Startaufstellung: MacDowell, Gilham, Cole, Shedden, Collard, Chilton, Neal, Nash, Jordan, Jackson, Neate, George.

Race 3

Obwohl der Einsatzwagen von Jason Plato nach mehrfachen Überschlag eher wie ein Schrotthaufen aussah, und Plato selber schon seinen Rennanzug ausgezogen hatte, schaffte es seine Mannschaft, den Wagen wieder hinzu bekommen. Das gelang auch, weil man sich von anderen Teams ein paar Teile ausborgen konnte. Plato rollte mit seinen reichlich verbogenen Chevrolet dann tatsächlich in die Startaufstellung.

So ein “reverse grid” bringt in der BTCC immer wieder interessante Rennen, bei denen es meist eng wird. Und kaum hatte man das Rennen gestartet, ging es auch schon los. MacDowell kam schlecht weg und für einen Moment war Tom Onslow-Cole im Golf vorne. Doch Tony Gilham war etwas übermotiviert und schickte Cole direkt mal in Redgate in den Kies. Cole wühlte sich zurück und kam direkt ein Paket rein, dass zu dritt in Richtung Old Hairpin unterwegs war. Das konnte nicht gut gehen und so landete Tom Chilton final im Kies. Und irgendwie hatte sich in dem Trubel Mat Jackson von P10 auf P2 vorgefahren.

Nach der SC-Phase ging es weiter. MacDowell blieb vorne, doch Mat Jackson machte mächtig Druck auf den Nachwuchsmann von Chevrolet. Nach einer Runde war er schon in Front und löste sich sofort. Richtig eng wurde es dann dahinter. Matt Neal hatte einen defekten Splitter und damit einen unruhig liegenden Wagen. Das machten sich Andrew Jordan, James Nash und Andy Neate zu Nutze, die den Honda-Piloten nach einander aufschnupften. Erstaunlich stark war auch Jeff Smith im privaten Vectra unterwegs, der nun Neal im Heck klebte. Doch der Routinier gab nicht nach, die beiden wechselten oft die Positionen. Das erlaubte dann auch Tony Gilham und Jason Plato aufzuschließen.

Die vier Piloten blieben rundenlang eng zusammen. Plato versuchte an Gilham vorbei zu gehen, doch der hielt in der Schikane dagegen, schnappte sich etwas später auch noch Matt Neal. Danach machte er sich in Richtung Andy Neate auf, der auf P5 lag. Als Neate dann einen kleinen Ausrutscher in der Old Hairpin hatte, setzte sich Gilham neben ihn, aber die beiden berührten sich. Neate flog heftig in die Reifen, Gilham stellte seinen Vectra dann dann drei Kurven weiter mit einer gebrochenen Hinterradaufhängung ab. Damit waren Neal und Plato plötzlich wieder alleine, aber Neals Honda lief nicht mehr und Plato konnte mit dem schwer ondulierten Cruze tatsächlich noch vorbei gehen.

Vorne tat sich nur nichts mehr. Mat Jackson blieb vorne, dahinter balgten sich Jordan und Nash ein wenig, dachten aber vor allem an die Meisterschaft und blieben vorsichtig. MacDowell rettet P4 vor dem erstaunlichen Jeff Smith, der sich für P5 das Herz aus dem Leib fuhr. P6 ging dann an Matt Neal.

Drei gute Rennen, die zeigten, dass die Sache für Honda nicht so einfach wird, wie man gedacht hat. Vor allem Andrew Jordan im Pritek Vectra und James Nash im 888 Vectra sind absolute Titelkandidaten. Plato wird seinen Titel nur verteidigen können, wenn er im Laufe des Jahres einen Turbomotor bekommt, was wohl nicht der Fall sein wird.

Als nächstes Rennen steht die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Thruxton auf dem Programm, wo man sich auf spektakuläre Windschattenschlachten zwischen den Vectra, den Ford und den Honda freuen kann.

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April 16 2011

05:59

BTCC: Vorschau Donington 2011

Ein interessantes Wochenende dürfte die BTCC in Donington auf die Beine stelle. Der abwechslungsreiche Kurs verlangt nach viel Leistung.

Jason Plato hat in Brands Hatch zwar zwei Rennen gewinnen können, zeigte sich nach dem Rennen aber pessimistisch, was die Leistung der Chevrolet Cruze anging. Jeder Punkt sei wichtig, bemerkte er, und was nach einer Plattitüde klingt, ist in Wahrheit keine. Da sich Chevrolet in diesem Jahr eher auf die WTCC konzentiert und die BTCC ein anderes Motorreglement hat, als die FIA, blieb dem RML Team nichts anderes übrig, als nur einen neuen Motor zu bauen. Das BTCC Team muss daher in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Reglement fahren und schon auf den winzigen Geraden in Brands Hatch zeigte sich, dass der Turbomotor nach NGTC in diesem Jahr der Antrieb der Wahl ist. Wären die Geraden nicht so kurz gewesen, die Konkurrenz wäre an Plato locker vorbei gezogen. Daher wird Donington kein Spaß für die Cruze.

Denn der Kurs hat zwar so seine langsame Ecken, aber allein die Passage runter zur Old Hairpin geht im Tourenwagen voll und man kann auch durchaus eine zweite Linie aufmachen. Auch die lange Gerade zurück zu Start/Ziel dürfte lang genug sein, damit die Turbos von Ford, Honda und den privaten Vauxhalls ihren Leistungsvorteil ausspielen können. Der einzige Vorteil, der für Chevrolet spricht, ist die Tatsache, dass man das Ballastgewicht aus dem ersten Rennen los wird und dementsprechend etwas flotter unterwegs sein.

Man darf Plato und Chevrolet nicht unterschätzen, die Saison wird Verbesserungen bringen, aber es wird schwer, wenn die NGTC auch ihre Kinderkrankheiten ablegen. In Brands Hatch sah es so aus, als haben Honda im Moment das beste Paket, danach folgen die Airwaves Ford, der Pirtek und der 888 Vauxhall. Team Aon, das verkappte Ford-Werksteam, war dagegen beim Saisonauftakt nicht sehr sonderlich gut unterwegs. Im ersten Rennen konnte Chilton noch überzeugen, danach versank mam im Mittelfeld. Der neue Focus ist offenbar auch noch eine mittelgroße Baustelle, aber immerhin hat man der Problem mit dem zu hohen Verschleiß an den Vorderrädern in den Griff bekommen.

Eine interessante Analyse, welcher Wagen in Brands Hatch besonders gut ging, haben die Kollegen von Touringcar Times. Nimmt man die reine Höchstgeschwindigkeit, so sind die NGTC unschlagbar. Auf der kurzen Geraden fehlen den Cruze rund 6 mph, wie das dann auch einer langen Geraden aussieht, kann man sich vorstellen. Doch es geht ja nicht allein nach dem Topspeed, und wenn die Rundenzeiten der Teams addiert sieht man, dass Chevrolet doch nicht so weit weg ist. Der Cruze scheint mehr Abtrieb zu generieren und besonders aus den engen Kurven heraus konnte man auf Inboard-Aufnahmen sehen, dass er etwas raus kam.

Das Leistungsplus der NGTC und das höhere Drehmonent zerrt auch an den Vorderreifen, besonders bei Ford und Honda. Und in Donington gibt es zwei Ecken, aus denen man eher langsam kommt, was die Chancen des von Plato und MacDowell erhöhen könnte. Dennoch – ein Sieg von Plato wäre eine kleine Überraschung, er wird auf Regen hoffen. Und im Verlaufe der Saison wird er das noch oft hoffen müssen, denn Thruxton, Croft, Oulton Park und Silverstone sind alles andere als langsame Strecken.

Begibt man sich in die Untiefen des Mittelfelds, so fällt auf, dass sich hier vor allem die zweiten Fahrer einiger Teams tummeln. Andy Neate, zweiter Mann bei Aon, konnte im letzten Jahr im BMW noch überzeugen, aber offenbar hat er Probleme mit dem Umstieg von Hinter- auf Vorderradantrieb. Und wo ich gerade bei BMW bin – es ist erstaunlich, wie chancenlos der Wagen geworden. Noch weiter hinten mühen sich die Toyota ab, mit denen man im letzten Jahr das NGTC getestet hatte. Das wird beim zweiten Rennen nicht anders. Zum ersten Mal dabei wird dann hoffentlich der Audi A4 sein. Der konnte beim ersten Lauf nicht starten, weil ihnen ein Teil der Einspritzung am Wochenende abhanden kam. Fahrer Dave Pinkney half es auch auch nicht, dass er per Twitter (!) unter den Zuschauern (!) einen A4 mit dem passenden Bauteil suchte. In Donington geht dann auch Teamchef Rob Auston selber an den Start, da Pinkney verhindert ist. Dafür soll der Audi dann im traditionellen Silber/Rot lackiert sein.

Es dürfte also am Wochenende bunt an der Spitze werden, ich rechne aber damit, dass Honda in Donington dominieren wird.

April 04 2011

06:27

BTCC: Analyse Brands Hatch Indy 2011

Drei sehr abwechslungsreiche Rennen lieferte die BTCC zum Saisonstart auf der kurzen Indy Variante. Größter Gewinner war Jason Plato, der in der Quali nicht sehr stark aussah.

Schon die ersten Rennen machten klar, dass es sich für viele Team gelohnt hat, den Umstieg auf den 2 Liter Turbomotor nach dem NGTC-Regeln zu machen. Der Leistungsunterschied soll bis zu 20 PS betragen und selbst auf den kurzen Geraden in Brands Hatch konnte man sehen, das Chevrolet, die weiter einen 2 Liter Saugmotor nach S2000 Regeln einsetzen, in diesem Jahr einen schweren Stand haben werden. Wenn ein Andrew Jordan im Pirtek Vectra durchs Feld pflügt, als würden die anderen eine Klasse langsamer sein, dann sieht man, was da in diesem Jahr gehen wird. Das spricht alles für Honda, die als einziges Team eine Werksunterstützung haben. Doch für Matt Neal startete die Saison nur teilweise gut.

Rennen Eins:
Wie es sich für die BTCC gehört, startete die Saison gleich mit einem Chrash. Liam Griffin im zweiten Airwaves Focus kam in der Einführungsrunde dem Kollegen Rob Collard im BMW etwas zu nahe. Ergebnis war eine zerstörte Aufhängung vorne links bei Griffin und hinten rechts bei Collard. Beim Start wurde es dann richtig eng. Beide Chevy kamen gut weg, auch Andrew Jordan, der Matt Neal im Heck klebte. Neal rutschte auf den kalten Reifen in Paddock etwas raus, was Plato erlaubte ganz nach innen zu gehen. Wie üblich kam es in Druids dann zum Stau und beim Anbremsen räumte MacDowell dann Neal einfach ab. Der Meisterschaftsfavorit stand schon nach 500 Meter im Kies und damit war das Rennen beendet. Stand vor dem Restart: Plato, Nash, McDowell, Chilton, Jordan, Jackson.

Chilton zeigte dann gleich das Überholmanöver des Wochenendes, als er Ausgangs Surtees komplett auf dem Gras an MacDowell vorbei schoss. Der völlig überraschte Youngster konnte nur noch hinterher schauen, wie Chilton dann weg zog. Der Focus Fahrer lief dann auf seinen Markenkollegen Mat Jackson auf und man konnte schön die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Focus sehen. Denn offenbar bewirkt die neue Front des Focus weniger Belastung auf den Vorderreifen, was vor allem die Reifen schont.

Wie gut der Honda geht, zeigte Gordon Shedden, der vom letzten Platz starten musste, nachdem er im Training seinen Civic zerlegt hatte. Innerhalb weniger Runden zog Shedden durchs Feld und ließ alle hinter sich. Erst auf Platz 6 war dann die Überholorgie beendet, aber auch nur, weil das Rennen halt zu Ende war.

Vorne setzte sich Plato relativ locker ab und er hielt James Nash im erstaunlich gut laufenden 888 Vectra auf Distanz. Weiter hinten zeigte Andrew Jordan im Pirtek Vectra ein sehr gutes Rennen. Beim Start hatte er viele Plätze verloren, die holte er sich teilweise aber wieder zurück. Mit dem ebenfalls starken Boardman im Seat und MacDowell lieferte er sich rundenlang ein packendes Duell, dass er am Ende für sich entscheiden konnte. Doch dann platzte Jordan vorne links der Vorderreifen und das Rennen war für ihn beendet.

Boardman prügelte sich dann in der Endphase mit Gordon Shedden, der setzte sich aber in der üblichen BTTC-Fahrweise durch, und schob Boardman leicht an. Der versuchte gegen zu halten, dabei zerbröselte allerdings seine Vorderradaufhängung. Ein überflüssiges Manöver, Shedden war deutlich schneller und eigentlich schon vorbei.

Am Ende gewann Plato vor Nash, Chilton, Jakcson, MacD, Shedden, O’Neill, Gilham, Smith, Newsham, Neate, Foster, Cole, George, James und Jordan.

Rennen Zwei:
Der Start vom zweiten Rennen lief wieder gut für Jason Plato im Chevy, der gleich vorne bleiben konnte. Dahinter quetschte sich Mat Jackson vor Alex MacDowell und James Nash. Da Onslow-Cole und Tom Boardman eine kurze Begegnung hatten, die ihren Wagen nicht gut tat, kam das Safety Car für zwei Runden raus. Nach dem Restart bekam Macdowell eine Durchfahrtstrafe, weil er einen Frühstart hin gelegt hatte und fiel damit weit zurück. Das nutzte Gordon Shedden aus, der sich auf Platz Drei vorschieben könnte.

Weiter hinten flogen Andrew Jordan und Matt Neal gemeinsam durchs Feld. Quasi im Duett zogen sie relativ leicht an der Konkurrenz vorbei und schoben sich in die Top Ten. Doch richtig spannend war es vorne. Denn dieses Mal konnte Plato Mat Jackson nicht abschütteln und der Airwaves-Pilot klebte derartig knapp im Heck des BTCC-Meisters, dass dieser sich rundenlang vor der Anfahrt zu Druids gezwungen sah, die Innenlinie zu blockieren. Shedden dahinter sah sich das Ganze in Ruhe an, wollte es aber dann auch mal mit Plato versuchen und setzte Jackson unter Druck. Das sorgte dann dafür, dass Plato sich ein paar Zehntel Luft verschaffen konnte.

In den letzten Runden kam es für Mat Jackson richtig dick. Seine Vorderreifen waren hinüber und Shedden ging in den letzten Runden relativ leicht an ihm vorbei. Von hinten nahte dann auch noch James Nash, der ebenfalls am Focus vorbei wollte, aber Jackson schaffte es gerade so vorne bleiben.

Andrew Jordan und Matt Neal legten sich derweil Tom Chilton zurecht, dessen 2011er Ford Focus Probleme machte. So richtig wehrte er sich auch nicht, als beide innerhalb einer Runde an ihm vorbei gehen konnten. Richtig mies erwischte es Andy Neate, der im zweiten Focus nicht mal ansatzweise in die Top Ten kam.

Plato gewann das zweite Rennen dann auch noch, aber stellte nach dem Rennen gleich klar, dass das mit dem Titel in diesem Jahr schwer wird, da die NGTC-Motoren einfach zu stark sind.

Ergebnis Lauf 2: Plato, Shedden, Jackson, Nash, O’Neill, Jordan, Shedden, Neal, Chilton, Collard, Gilham, Newsham, Neate, MacD, Foster

Rennen Drei
Ex-F1-Weltmeister Jody Scheckter war in Brands Hatch und durfte die Startnummer für den Reverse Grid ziehen. Das Schicksal meinte es gut mit Matt Neal, der dann auf der Pole landete. Die Startaufstellung sah also so aus: Neal, Jordan, O’neill, Nash, Jackson, Shedden, Plato, Gilham, Newsham, Neate.

Gleich am Start hatte James Nash eine unschöne Begegnung mit Mat Jackson, der den Vectra unsanft ins Gras schickte und so die Chancen von Nash auf ein Podium zunichte machte. Vorne blieb Matt Neal, der nach Druids diesmal auch auf der Strecke bleiben konnte und erneut Andrew Jordan im Nacken hat. Dahinter reihte sich Paul O’Neill ein, der ja den alten Chevy Cruze von Plato aus dem letzten Jahr fährt. Dahinter kam Mat Jackson und Jason Plato, der am Start drei Plätze gewinnen konnte.

Jackson machte massiv Druck auf O’Neill, der mit seinem alten S2000 Motor nur schwer gegen Jackson ankam. Der Focus schob sich dann in Druids neben O’Neill und schrubbte sich unter Verlust eines Außenspiegels vorbei. Damit hatten sich die Zweikämpfe unter den ersten Drei erledigt. Neal im Honda, Jordan im Vectra und Jackson im Ford waren ziemlich gleichwertig unterwegs, was ein gutes Zeichen für die weitere Saison ist.

Leider platzte Andrew Jordan gegen Ende des Rennens schon wieder ein linker Vorderreifen, was ihn sein Podium kostet. Angeblich war es wieder mal ein Trümmerteil, vielleicht hatte sich Pirtek aber auch mit der Abstimmung vertan. Beide Reifenplatzer kassierte Jordan nach Paddock Hill Bend, vielleicht hatte man etwas zu optimistische Sturzwerte.

Eng wurde es noch im Kampf um Platz vier. Plato, Shedden und der wieder aufgetauchte James Nash lieferten sich ein schönes Duell, vor allem Shedden und Plato. Der Alt-Meister war klar langsamer, konnte Shedden aber rundenlang hinter sich halten. In einem sehenswerten Manöver setzte sich Shedden dann direkt nach Druids neben Plato und zwang diesen eine weite Linie in “Graham Hill” zu nehmen. In Surtees vollendete Shedden das Manöver und machte noch Jagd auf O’Neill auf Platz drei, konnte diesen aber nicht abfangen.

Matt Neal holte sich seinen verdienten Sieg, Mat Jackson machte mit Platz 2 klar, dass man mit ihm in der Meisterschaft rechnen muss. O’Neill schleppte den alten Cruze auf einen hervorragenden Platz 3. Plato sicherte sich Platz 5, was für die Meisterschaft wichtig ist.

Nachdem Wochenende kann zur neuen Kräfteverteilung noch nicht viel sagen. Fast alle kämpften mit kleinen Problemen, manche Teams brachten ihre Wagen nicht mal auf die Strecke (Audi A4). Dennoch konnte man sehen, dass der neue NGTC-Motor einen klaren Leistungsvorteil hat. Die Teams mit einer S2000 Maschine werden vor allem auf den extrem schnellen Kursen von Thruxton, Silverstone und Croft schwer leiden.

Enttäuscht haben die Semi-Werks Ford mit Tom Chilton und Andy Neate. Chilton konnte nur im ersten Rennen ein Ausrufezeichen setzten, danach verschwand er im Mittelfeld. Noch schlimmer erging es Andy Neate, der Mühe hatte in die Top Ten zu kommen. Da wartet viel Arbeit auf Team Aon, aber der Wagen ist halt auch brandneu. Vorne hat man in Brands Hatch kaum Neuwagen gesehen, daher kann sich das noch ändern.

Das nächste Rennen ist in Donington, danach wird man schon mehr sagen können. Klar ist aber, dass der Kreis der Meisterschaftsfavoriten größer ist als gedacht und man muss auch das Airwaves Team, das 888 Team und Pritek Racing im Auge haben. Das dürfte eine interessante Saison werden.

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