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December 19 2013

06:35

Formel Eins: Rückblick 2013 – Mercedes

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

778188664-51441027112013Es war Saison voller Höhen und Tiefen für Mercedes, dazu kamen interne Schwierigkeiten und fast wäre man auch noch aus der laufenden Saison geflogen. Freunde hat sich das Team in diesem Jahr jedenfalls im Paddock keine gemacht, dafür hat man aber zum ersten Mal gezeigt, dass man auch innerhalb einer Saison das Ruder wenigstens teilweise rumreißen kann. Denn wirklich toll startete man nicht in die Saison. Nach dem überraschenden Umbau der Managementetage im Winter und der Verpflichtung von Paddy Lowe den man mit einem Fantasietitel (Geschäftsführer Bereich Technik, aber man hat schon mit Bob Bell einen “Technischen Direktor”) erst mal in der Ecke parkte, waren die ersten Auftritte des Teams im Frühjahr nicht gerade erfolgsversprechend.

Man kämpfte, mal wieder, mit Reifenproblemen. Die neuen Pirellis lösten sich auf der Hinterachse des Mercedes schneller auf, als Ross Brawn seine seine Stirn in Falten werfen konnte. Auf der anderen Seite zeigte sich aber auch, dass der W04 nicht langsam war. Wie in der Saison 2012 überzeugte der Mercedes mit seinem Speed, doch der reichte leider nur für ein paar Runden. Bei den Tests konnte man schon sehen, dass der Wagen schnell war, leider brachen die Zeiten aber nach drei bis vier Runden sehr schnell ein. Während Red Bull sich vor allem beim Verschleiß konstant zeigte, gab es bei Mercedes mal wieder nichts Neues zu berichten.

Das änderte sich in den ersten Rennen auch nicht großartig. Die Mercedes waren gezwungen mit ihren Reifen hauszuhalten. Zwar gelang es in Malaysia und in Bahrain den dritten Platz zu belegen, aber das war immer noch weit unter den gesteckten Zielen. Die Krise verstärkte sich in Barcelona, als Mercedes nur die Plätze 6 und 12 belegen konnte. Red Bull, Ferrari und Lotus lagen zu diesem Zeitpunkt deutlich besser und dass das Team den vierten Platz belegte, lag auch nur an der noch schwächeren Form von McLaren.

Es folgte der höchst umstrittene Test mit Pirelli nach dem Rennen in Spanien. Wie genau es dazu kam, ist nie richtig herausgekommen. Mercedes und Pirelli sagen, es wurden einige Teams im Vorfeld eingeladen, Red Bull bestätigte zumindest eine Einladung. Man habe aber abgelehnt, weil der der Test mit 2013er Chassis ausgeführt werden sollte, was man als Regelverstoß ansah. Auf der anderen Seite hatte Pirelli eine unklare Aussage der FIA, die wiederum einen solchen Test befürwortete, nachdem die Probleme mit den neuen Reifen immer klarer wurden. Keine Frage – der Test war nötig. Und vieles deutet darauf hin, dass FIA, die gerne Michelin in die F1 gebracht hätte, Pirelli das Leben extrem schwer machte. Mercedes wiederum hat die Chance zu einem für sie wichtigen Test gesehen und sie genutzt. Rechtliche Nachfragen blieben lieber aus, so machte man sich auch nicht so richtig “schuldig”. Ob der Test, bei dem 2014er Mischungen getestet wurden, Mercedes etwas gebracht hat?

Zumindest begann ab Monaco eine erstaunliche Siegesserie der Deutschen. Man gewann in Monaco, Silverstone und Ungarn und beide Fahrzeuge standen meist in der ersten Reihe. Mercedes holte mit großen Schritten auf Red Bull auf und so war es auch kein Wunder, dass Christian Horner und Helmut Marko bei der FIA Druck ausübten, damit Mercedes und Pirelli für den ihrer Meinung nach illegalen Test bestraft wurden.

Die FIA gab beiden einen Klaps auf die Hand, mehr passierte aber nicht. Sorgen musste sich Red Bull aber nicht machen. Denn die neuen Reifen von Pirelli passten besser auf den Red Bull, während sich Mercedes plötzlich wieder mit Problemen konfrontiert sah. Man hatte die Verschleißprobleme sehr gut in den Griff bekommen, es stellte sich aber heraus, dass man mit den neuen Reifen vor einem neuen Problem stand: Der Verschleiß war plötzlich zu niedrig und man hatte Probleme, die Pneus auf Temperatur zu bekommen. Plötzlich sah man die Mercedes im Rennen lange Stints fahren und mit der Strategie auf eine Weise zu arbeiten, wie man es sonst nur von Lotus oder Ferrari gesehen hat.

Nach der Sommerpause brachen die Leistungen wieder komplett ein. Hamilton gelang nur noch ein dritter Platz (Spa), Rosberg ein Dritter (Abu Dhabi) und ein zweiter Platz (Indien). Man kämpfte vor allem gegen Alonso und Räikkönen und es war klar, dass mehr auch nicht mehr drin sein würde. Die Stagnation bei den Ergebnissen mag damit zutun haben, dass auch Mercedes mehr auf die Saison 2014 schaute. Immerhin entwickelte man den Wagen soweit weiter, dass man am Ende knapp den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM erobern konnte.

Das war insgesamt eine gute Saison von Mercedes, auch wenn man sich, wie alle anderen Teams, von Red Bull hat demütigen lassen müssen. Interessant war, dass Mercedes zur Mitte der Saison die Reifenprobleme in den Griff bekommen hatte, während es in der zweiten Hälfte des Jahres nicht gelang, den Verschleiß wieder zu erhöhen. Man könnte meinen, dass es doch einfach sein sollte, den Verschleiß wieder auf ein Niveau zu bringen, dass man zu Beginn der Saison hatte, aber so einfach ist das mit den ganzen Updates nicht, mit denen man monatelang genau das Gegenteil erreichen wollte. Vermutlich wäre es möglich gewesen, hätte aber den Einsatz von Geld und Zeit erfordert. Beides wollte man aber lieber in die Saison 2014 stecken, was nachvollziehbar ist.

Drei Siege, mehrere Pole Positionen und ein paar interessante Rennen zeigten, dass im Team jede Menge Leben steckt und man auf dem richtigen Weg ist. Auch die internen Probleme legten sich einigermaßen, allerdings auch auf Kosten von Ross Brawn, der das Team zum Ende des Jahres verlassen wird. Paddy Lowe rückt nach und muss erst einmal beweisen, dass er mehr kann als Brawn. Zwar hat Lowe bei McLaren einen sehr guten Job gemacht, Teamchef war er allerdings noch nie. Ob er das allerdings auch im klassischen Sinne sein kann und darf, ist dann wieder eine andere Frage. Nach außen scheinen Toto Wolff und Niki Lauda das Team zu repräsentieren, im Inneren dürfte das Designteam um Aldo Costa und Geoff Willis sehr stark sein. Lowe dürfte eine Rolle spielen, die er auch bei McLaren inne hatte: Als Koordinator und Chef der unterschiedlichen Arbeitsgruppen zusammenhält und als derjenige, der die Strategie mitbestimmt.

Zu den Fahrern: Man kann weder Rosberg noch Hamilton in diesem Jahr einen Vorwurf machen. Zunächst hatte Rosberg die Nase vorn, überraschenderweise auch in der Qualifikation. Nachdem sich der Brite allerdings an den Wagen gewöhnt hatte, drehte sich die Lage etwas. In der WM konnte der Hamilton 18 Punkte mehr sammeln, allerdings Rosberg auch einen Ausfall mehr in diesem Jahr zu beklagen. Zu verdanken hat Hamilton den Vorsprung auch durch die besseren Ergebnisse zu Beginn der Saison, als Rosberg auch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Nicht vergessen darf man auch, dass der Deutsche in Malaysia per Teamorder hinter Hamilton gehalten wurde. Am Ende waren beide auf einem sehr ähnlichen und sehr hohen Niveau unterwegs.

2014 ist naturgemäß schwer vorherzusagen. Als Motorenhersteller sollte Mercedes, wie Ferrari, einen gewissen Vorteil haben. Neue Updates am Motor landen zunächst bei den Herstellern, nicht bei den Teams, die die Motoren einkaufen. Am neuen Wagen sitzt Aldo Costa seit Anfang 2013, der Motor soll, laut den Gerüchten im Paddock, der stärkste im Feld sein. Mit Rosberg und Hamilton hat man eine sehr starke Fahrerpaarung, die sich hinter Alonso und Räikkönen nicht verstecken muss. Damit sollte man eigentlich wieder in den Top 3 unterwegs sein. Aber klar ist auch, dass 2014 alles wieder anders sein kann.

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December 08 2013

09:03

Formel Eins: Rückblick 2013 – Williams

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Williams F1Nach der einigermaßen brauchbaren Saison 2012 hatte man eigentlich damit gerechnet, dass das Williams-Team sich 2013 weiter nach oben arbeiten könnte. Das Traditionsteam hatte sich nach der katastrophalen Saison 2011 neu sortiert und mit Mike Coughlan einen vielversprechenden Designer geangelt. Coughlan war nach seinem Rauswurf bei McLaren einige Jahre nicht in der F1 unterwegs, sondern hatte Unterschlupf beim NASCAR-Team von Michael Waltrip gefunden. Die komplette Neuorganisation des Entwicklungsteams war eine Seite, die andere Seite war die geschäftliche. Nach dem plötzlichen Abgang von Toto Wolff zu Mercedes entschied sich Frank Williams, die Geschäfte wieder in die Hände der Familie zu legen, und betraute seine Tochter Claire teilweise mit der Teamführung. Aber 2013 sollte ein Rückschlag für das Team werden.

Die Probleme zeigten sich schon bei den Tests im Winter. Richtig gute Zeiten sah man nicht, aber Williams ist auch bekannt dafür, die Tests sehr konservativ anzugehen. Doch schon damals war dem Team wohl klar, dass man sich mit dem neuen FW35 vertan hatte. Ähnlich wie McLaren hatte man sich nicht für eine Evolution, sondern für ein komplett neues Chassis entschieden. Doch der Wagen aus der Feder von Coughlan war von Anfang an eine Krücke. Was erschwerend hinzukam, war die Tatsache, dass sich die Probleme nicht durch einen Rückbau erledigen ließen. Schon beim dritten Rennen in China überlegte man, wieder die alte Auspuffanlage zu montieren, doch die passte nicht mehr ins Heck. Also blieb Williams nichts anderes übrig, als mit einem Wagen anzutreten, der komplett unterlegen war.

In der ersten Saisonhälfte fiel man komplett aus dem Mittefeld heraus. Man hatte keine Chance und irrlichterte um Platz 14 herum. Nur selten gelang ein Platz weiter vorne. Den ersten Punkt des Jahres ergatterte Maldonado in Ungarn, dann war wieder Sendepause. In den letzten Rennen brachte man im Hinblick auf 2014 schon einen Wagen ohne den Coanda-Auspuff und plötzlich lief es auch wieder etwas besser. Zumindest gelang Bottas in Austin ein achter Platz und man holte so insgesamt fünf WM-Punkte. Damit wiederholte man das schlechte Ergebnis von 2011.

Ein bisschen unverständlich ist das schon, denn die Regeln hatten sich 2013 nicht fundamental verändert, aber der Blick zu McLaren verrät, dass man sich in der Formel Eins leicht verheben kann, wenn man versucht, neue Wege einzuschlagen. Mike Coughlan kostete der Fehlschlag seinen Job, Williams verpflichtete stattdessen den ehemaligen Renault-Technikchef Pat Symonds. Der kam immerhin noch rechtzeitig im Sommer, sodass er das 2014er Auto entscheidend mitgestalten kann.

Die Fahrer zu beurteilen fällt angesichts des schwachen Chassis schwer. Von Pastor Maldonado weiß man, dass er seine lichten Momente haben kann, immerhin fiel er in diesem Jahr nicht weiter durch Kollisionen auf, was aber auch einfach damit zu tun haben könnte, dass er immer von sehr weit hinten startete und die Williams die meiste Zeit mehr oder weniger alleine unterwegs waren. So richtig glücklich war Williams mit Maldonado aber auch nicht mehr, sonst hätte man ihn kaum gehen lassen. Er nimmt damit auch gerüchteweise 30 Millionen Dollar an Sponsorgeldern mit zu Lotus, aber Williams hat die Lücke durch Massa und seinen Sponsor “Petrobas” wohl einigermaßen schließen können.

Valtteri Bottas ist schwer einzuschätzen. Der ehemalige GP3-Meister von 2011 blieb ein paar Mal in Q1 hängen, auch im Rennen sah man wenig von ihm. Sein achter Platz in Austin war allerdings eine feine Leistung angesichts des schlechten Autos. Gegen Ende seiner ersten Saison besserten sich auch seine Leistungen in der Quali und das Duell konnte Bottas mit 11:8 für sich entscheiden. Maldonado ist kein schlechter Mann in der Qualifikation, also deutet die Leistung an, das Bottas durchaus zu mehr in der Lage ist. Genaueres wird man dann im Vergleich zu Massa sehen.

Man kann jetzt schon sagen, dass 2014 ein wichtiges Jahr für Williams werden wird. Mit Massa hat man jemanden im Team, der viel Erfahrung und Know-how von Ferrari mitbringt und der als ein guter Entwickler gilt. Pat Symonds ist ein alter Fuchs, allerdings ist die Frage, ob ihm die Zwangspause geschadet hat. Williams muss es 2014 gelingen, wieder regelmäßig in die Punkte zu fahren, und das Beispiel Lotus gibt zumindest die Hoffnung, dass man dazu in der Lage sein kann.

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November 28 2013

15:56

Formel Eins: Ross Brawn verlässt Mercedes

Das Mercedes AMG F1 Team hat heute bekannt gegeben, dass Ross Brawn das Team verlassen wird. Die Frage ist: Warum eigentlich?

778188664-11481027112013Die Gerüchte gab es seit Anfang des Jahres, jetzt ist es dann dann soweit: Ross Brawn verlässt das Mercedes-Team, ihm folgen Paddy Lowe und Toto Wolff nach. Während Lowe sich um die technischen Belange des Teams kümmern soll, wird Wolff die Geschäftsseite übernehmen und vermutlich weiterhin der erste Ansprechpartner für die Medien sein. Überraschend kommt die Meldung nicht, dafür wurde in den letzten Wochen zu viel auch von Seiten Mercedes über einen möglichen Wechsel an der Spitze gesprochen. Aber warum Brawn das Team verlässt, ist nicht so ganz klar.

Sein Abgang hängt vermutlich mit der massiven Umstrukturierung des Teams aus dem letzten Jahr zusammen. Schon Mitte 2012 sorgte die Erfolglosigkeit des Teams für Sorgenfalten im Mercedes-Vorstand. Das Engagement in der Formel Eins ist im Konzern nicht unumstritten, da die hohen Kosten sich zusammen mit den mangelnden Erfolgen schwer verkaufen lassen. Man muss dabei allerdings zwischen Mercedes AMG High Performance Powertrains und dem Mercedes AMG F1 Team unterscheiden. Während die Motorenschmiede in Brixworth Geld einbringt, kostet der Einsatz des Teams einen dreistelligen Millionenbetrag. Offizielle Budgetzahlen gibt es zwar nicht, aber man kann sich die Summen ausrechnen. John Booth, Teamchef von Marussia, nannte 70 Millionen Dollar als Budget für sein Team pro Saison. Bei Red Bull werden knapp 300 Millionen genannt, wobei hier ein Teil zu Red Bull Technologies fließt, die nicht nur das F1-Team beliefern. 200 bis 240 Millionen Dollar scheint eine im Moment realistischen Summe für ein F1-Team zu sein, wenn es an der Spitze mitfahren möchte.

Mitte 2012 stand man bei Mercedes vor der Frage, ob man die Anteile an Team wieder abstößt oder ob man noch mal richtig versucht: Mehr Geld, mehr und vor allem neue Leute. Man entschloss sich dazu anzugreifen, ließ sich aber für einen Ausstieg die Hintertür offen, indem man die Marke AMG in den Teamnamen aufnahm.

Man holte Niki Lauda, der wohl schon länger im Hintergrund als Berater fungierte. Der sollte die Strukturen des Teams durchleuchten und schauen, wo es in der Bürokratie klemmt. Gleichzeitig angelte sich Ross Brawn Lewis Hamilton. Tatsächlich war es Brawn, der Hamilton überzeugen konnte McLaren zu verlassen. Im letzten Herbst ging es dann Schlag auf Schlag: Toto Wolff wechselte von Williams zu Mercedes und kaufte sich ins Team ein. Gleichzeitig setzte man Norbert Haug vor die Tür, der bisher zusammen mit Ross Brawn das Team geleitet hatte. Seine Stelle teilten sich (mehr oder weniger) zunächst Wolff und Lauda. Schon damals gab es Gerüchte, dass Mercedes gerne Lauda als Teamchef sehen würde.

Interessant wurde es dann, als Mercedes Paddy Lowe von McLaren abwarb. Lowe war bei den Briten als Technischen Direktor ein Stellvertreter von Martin Whitmarsh. Seine Position bei Mercedes war völlig unklar. Überhaupt hatte das Team eine etwas überfrachtete Managementstruktur, die vor dem Abgang von Brawn so aussah:

Vorsitzender des Aufsichtsrats – Niki Lauda
Teamchef – Ross Brawn
Motorsportdirektor (Business) – Toto Wolff
Berater Bereich Business – Nick Fry
Geschäftsführer Bereich Technik – Paddy Lowe
Technischer Direktor – Bob Bell
Chefdesigner/Technologiedirektor – Geoff Willis
Ingenieurdirektor – Aldo Costa
Chefaerodynamiker – Mike Elliott

Es gibt also einen Geschäftsführer im Bereich Technik, einen Technischen Direktor und einen Technologiedirektor. Dazu kam, dass Ross Brawn sich für alle diese Bereiche ebenfalls als Chef sah. Mercedes wollte wiederum die Zuständigkeiten anders verteilen, was Brawn wiederum als Entmachtung betrachtete. Immerhin war es “sein” Team, auch wenn er 2009 75% von BrawnGP an Mercedes verkauft hatte. Die neue Managementstruktur sieht dann wohl so aus, dass Lowe der Teamchef für die technischen Belange wird, während Wolff die Geschäftsseite übernimmt. Lowe wird das Team also auch bei allen Verhandlungen in Sachen Technik (neue Regeln usw.) gegenüber der FIA vertreten, ein Alleinherrscher wie Brawn es war, wird er aber nicht. Er muss sich zum einen mit Lauda auseinandersetzen, zum anderen wird auch Bob Bell eine größere Rolle spielen.

Ross Brawn verlässt also Mercedes, weil er dort hätte Kompetenzen abgeben müssen, vor allem im Bereich der technischen Entwicklung. Ob es klug ist, Brawn gehen zu lassen, ist schwer zu sagen. 2010 und 2011 hat Brawn keine gute Autos entwickelt, das 2012er Auto stammte mehr oder weniger aus der Hand von Goeff Willis, während Aldo Costa das Entwicklungsteam für das 2014er Auto leitet.

Brawns Fähigkeiten liegen aber nicht nur in der Entwicklung, sondern auch im politischen Bereich, der in der F1 ja nicht ganz unwichtig ist. Den Part wird in Zukunft dann wohl Lauda übernehmen.

Was Ross Brawn in Zukunft machen wird, ist ungewiss. Es ist unwahrscheinlich, dass Mercedes Brawn einfach so gehen lässt und er am 1. Januar 2014 bei einem anderen Team sitzt. Immerhin hat er das Wissen über alle Details des 2014er Chassis und Motors im Kopf. Vermutlich bekommt er eine üppige Abfindung, die mit der Auflage verbunden ist, im nächsten Jahr mal Urlaub zu machen.

Die Gerüchteküche bringt den Briten mit Williams, Ferrari und McLaren bzw. Honda in Verbindung. McLaren scheint unwahrscheinlich, da Martin Whitmarsh trotz des katastrophalen Jahres fest im Sattel sitzt. Williams hat Interesse bekundet, aber auch schon gesagt, das man kein Geld hat, um Brawn zu bezahlen. Bei Ferrari sieht die Sache anders aus. Stefano Domenicali sagte neulich sinngemäß, dass es eine Ehre wäre, für Ross Brawn Platz zu machen.

Ich bin gespannt, wie es mit Mercedes im nächsten Jahr weitergeht. Paddy Lowe ist ein sehr erfahrener Mann, der in der gleichen Liga wie Brawn spielt. Es ist von außen auch schwer zu sagen, wie viel Anteil Ross Brawn am diesjährigen Erfolg des Teams hatte. Er hat sich jedenfalls einen guten Zeitpunkt für seinen Weggang ausgesucht. Sollte der 2014er Mercedes zu langsam sein, wird die Presse sagen “Das kommt davon, dass ihr Brawn vertrieben habt”. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir Ross Brawn spätestens 2015 wiedersehen werden.

Bild: Mercedes AMG F1

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