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December 08 2013

09:03

Formel Eins: Rückblick 2013 – Williams

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Williams F1Nach der einigermaßen brauchbaren Saison 2012 hatte man eigentlich damit gerechnet, dass das Williams-Team sich 2013 weiter nach oben arbeiten könnte. Das Traditionsteam hatte sich nach der katastrophalen Saison 2011 neu sortiert und mit Mike Coughlan einen vielversprechenden Designer geangelt. Coughlan war nach seinem Rauswurf bei McLaren einige Jahre nicht in der F1 unterwegs, sondern hatte Unterschlupf beim NASCAR-Team von Michael Waltrip gefunden. Die komplette Neuorganisation des Entwicklungsteams war eine Seite, die andere Seite war die geschäftliche. Nach dem plötzlichen Abgang von Toto Wolff zu Mercedes entschied sich Frank Williams, die Geschäfte wieder in die Hände der Familie zu legen, und betraute seine Tochter Claire teilweise mit der Teamführung. Aber 2013 sollte ein Rückschlag für das Team werden.

Die Probleme zeigten sich schon bei den Tests im Winter. Richtig gute Zeiten sah man nicht, aber Williams ist auch bekannt dafür, die Tests sehr konservativ anzugehen. Doch schon damals war dem Team wohl klar, dass man sich mit dem neuen FW35 vertan hatte. Ähnlich wie McLaren hatte man sich nicht für eine Evolution, sondern für ein komplett neues Chassis entschieden. Doch der Wagen aus der Feder von Coughlan war von Anfang an eine Krücke. Was erschwerend hinzukam, war die Tatsache, dass sich die Probleme nicht durch einen Rückbau erledigen ließen. Schon beim dritten Rennen in China überlegte man, wieder die alte Auspuffanlage zu montieren, doch die passte nicht mehr ins Heck. Also blieb Williams nichts anderes übrig, als mit einem Wagen anzutreten, der komplett unterlegen war.

In der ersten Saisonhälfte fiel man komplett aus dem Mittefeld heraus. Man hatte keine Chance und irrlichterte um Platz 14 herum. Nur selten gelang ein Platz weiter vorne. Den ersten Punkt des Jahres ergatterte Maldonado in Ungarn, dann war wieder Sendepause. In den letzten Rennen brachte man im Hinblick auf 2014 schon einen Wagen ohne den Coanda-Auspuff und plötzlich lief es auch wieder etwas besser. Zumindest gelang Bottas in Austin ein achter Platz und man holte so insgesamt fünf WM-Punkte. Damit wiederholte man das schlechte Ergebnis von 2011.

Ein bisschen unverständlich ist das schon, denn die Regeln hatten sich 2013 nicht fundamental verändert, aber der Blick zu McLaren verrät, dass man sich in der Formel Eins leicht verheben kann, wenn man versucht, neue Wege einzuschlagen. Mike Coughlan kostete der Fehlschlag seinen Job, Williams verpflichtete stattdessen den ehemaligen Renault-Technikchef Pat Symonds. Der kam immerhin noch rechtzeitig im Sommer, sodass er das 2014er Auto entscheidend mitgestalten kann.

Die Fahrer zu beurteilen fällt angesichts des schwachen Chassis schwer. Von Pastor Maldonado weiß man, dass er seine lichten Momente haben kann, immerhin fiel er in diesem Jahr nicht weiter durch Kollisionen auf, was aber auch einfach damit zu tun haben könnte, dass er immer von sehr weit hinten startete und die Williams die meiste Zeit mehr oder weniger alleine unterwegs waren. So richtig glücklich war Williams mit Maldonado aber auch nicht mehr, sonst hätte man ihn kaum gehen lassen. Er nimmt damit auch gerüchteweise 30 Millionen Dollar an Sponsorgeldern mit zu Lotus, aber Williams hat die Lücke durch Massa und seinen Sponsor “Petrobas” wohl einigermaßen schließen können.

Valtteri Bottas ist schwer einzuschätzen. Der ehemalige GP3-Meister von 2011 blieb ein paar Mal in Q1 hängen, auch im Rennen sah man wenig von ihm. Sein achter Platz in Austin war allerdings eine feine Leistung angesichts des schlechten Autos. Gegen Ende seiner ersten Saison besserten sich auch seine Leistungen in der Quali und das Duell konnte Bottas mit 11:8 für sich entscheiden. Maldonado ist kein schlechter Mann in der Qualifikation, also deutet die Leistung an, das Bottas durchaus zu mehr in der Lage ist. Genaueres wird man dann im Vergleich zu Massa sehen.

Man kann jetzt schon sagen, dass 2014 ein wichtiges Jahr für Williams werden wird. Mit Massa hat man jemanden im Team, der viel Erfahrung und Know-how von Ferrari mitbringt und der als ein guter Entwickler gilt. Pat Symonds ist ein alter Fuchs, allerdings ist die Frage, ob ihm die Zwangspause geschadet hat. Williams muss es 2014 gelingen, wieder regelmäßig in die Punkte zu fahren, und das Beispiel Lotus gibt zumindest die Hoffnung, dass man dazu in der Lage sein kann.

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October 27 2010

06:41

Ferner liefen: Die Newshappen

// Williams hat bestätigt, dass neben F2 Champion Dean Stoneman auch GP2 Meister Pastor Maldonado beim Young Driver’s Test nach dem Rennen in Abu Dhabi für das britische Traditionsteam im Auto sitzen wird. Das könnte auch ein gewisser Wink in Richtung einer Verpflichtung des Venezoelanders im Jahr 2011 sein. Denn Testzeit ist in der Formel 1 immerhin kostbar – einen Fahrer einzusetzen, von dem man schon ahnt, dass er 2011 im Team sein könnte, würde für das Team sicherlich Sinn machen. Hülkenberg-Manager Willi Weber beharrt derweil in einem Interview mit der dpa darauf, dass noch nichts entschieden sei – gibt aber auch zu, dass Williams aus finanziellen Gründen gezwungen sein könnte, Maldonado zu nehmen. Für diesen Fall gebe es in der F1 für Hülkenberg aber jedenfalls Alternativen. (Vorsicht)

// Lotus hat es nach einigen Verhandlungs-Mühen wohl endgülitg geschafft, für 2011 einen Motorenvertrag mit Renault abzuschließen. Nach positivem Verhandlungsbeginn hatte Teamchef Tony Fernandes im Rahmen des GP von Singapur den Deal schon mehr oder wenig live auf BBC bestätigt. Dann begann der Streit um den Lotus-Teamnamen, der Renault wohl ein wenig verunsichert hat. In Korea hat man jetzt aber nun eine endgültige Einigung erzielt – berichten zumindest in äußerst sicheren Worten Autosport und Joe Saward unter Verweis auf einen Insider. Eine offizielle Bestätigung soll es demnach vermutlich in Brasilien geben. (Vorsicht)

// Nach der letztlich doch gelungenen Grand Prix Premiere haben die Organisatoren von der Korea Auto Valley Assosiation (KAVO) schon wieder große Pläne: Glaubt man einer Aussage von CEO Chung Yung-Cho gibt es “hinter den Kulissen” bereits Planungen für ein koreanisches Formel 1 Team mit heimischem Fahrer. Wer hinter diesem angeblichen Plan stecken könnte, ist noch völlig unklar – KAVO steht aber wohl mit einer Finanzspritze bereit, sollte das Projekt über mangelnde Finanzen verfügen. Vielleicht war die Aussage auch überhaut nur ein Versuchsballon, um zu sehen, ob irgendeine koreanische Firma wegen des versprochenen Fördergeldes anbeißt. Denn immerhin erscheint es auch fraglich, wo man auf die Schelle einen einigermaßen F1-tauglichen koreanischen Fahrer herbekommen will. (Vorsicht)

// Und es dreht sich doch: Auch, wenn die Plätze bei den Topteams vergeben sind, im zweiten Teil des Feldes hat das Transfer-Karussell mittlerweile eine Geschwindigkeit aufgenommen, mit der man NASA-Astronauten trainieren könnte, wie aus einer sehr lesenswerten Meldung der altehrwürdigen Auto Motor und Sport hervorgeht. Der beste noch offene Platz ist demnach das zweite Cockpit bei Renault – Vitaly Petrov ist wegen seiner Sponsoren und Breitenwirkung in Russland wohl noch immer interessant. Allerdings könnte sich der Russe trotzdem als Verlustgeschäft erweisen – dann nämlich, wenn Renault mehr an Preisgeldern verliert, als sie an Sponsoren-Rubel einnehmen. Sollte man den  Platz tatsächlich neu besetzen wollen, haben angeblich zwei Deusche die besten Karten: Nick Heidfeld und Adrian Sutil. (Vorsicht)

// Der bei HRT aufs Abstellgleich verschobene Karun Chandhok könnte derweil bei Lotus andocken – das hat zumindest BBC Reporter Ted Kravitz im Rahmen des Rennens in Korea behauptet. Der sympathische Inder würde in diesem Szenario 2011 als Testfahrer zum malaysisch-britischen Team wechseln und im Folgejahr zum Stammfahrer aufsteigen. Mögliche Connection: Inder stellen eine der vier großen Volksgruppen im Vielvölkerstaat Malaysia – und Indien ist eine wichtige Destianation für Tony Fernandes’ Fluglinie Air Asia. (Vorsicht)

// Chandhoks ehemaliges Cockpit bei HRT könnte derweil für die restlichen zwei Saisonrennen von Sakon Yamamoto wieder zu Christian Klien zurückschwenken. Das zumindest berichtet die österreichische Kleine Zeitung. Angeblich hofft das Team darauf, dass Klien im Falle eines Chaos-Rennens am ehesten in der Lage ist, auf der Strecke zu bleiben. Wichtig ist das vor allem, um den derzeit elften Rang in der Konstrukteurs-WM vor Virgin zu verteidigen – oder mit viel Glück vielleicht doch noch Lotus zu schlagen. Bemerkenswert ist aber auch noch ein anderes Detail, das Klien in dem Artikel verrät: Demnach hat HRT seit dem Saisonauftakt in Bahrain keinerlei Änderungen an der Aerodynamik des Autos vorgenommen! (Vorsicht)

// Neue Gerüchte gibt es auch auf Seiten der Teams für 2011: Angeblich verhandelt Epsilon Euskadi-Chef Joan Villadelprat immer noch mit (nicht näher bezeichneten) Investoren über die Finanzierung eines Formel 1 Programms für das kommende Jahr. Die Mannschaft hat zwar bei der offiziellen Berwerbung um einen Platz keinen Zuschlag erhalten, Villadelprat geht aber in einem Interview mit der spanischen Zeitung Noticias de Gipuzkoa davon aus, dass über den Winter auch auf anderem Wege Lizenzen zu bekommen wären – seiner Ansicht nach stehen nämlich gleich mehrere Teams auf wackeligen finanziellen Beinen. Und damit ist noch nichtmal HRT gemeint – mit den spanischen Kollegen möchte Epsilon nämlich dezidiert nicht über eine Übernahme verhandeln. Sollte Epsilon Euskadi tatsächlich 2011 oder 2012 auf dem F1-Grid stehen, dann jedenfalls mit einem soliden finanziellen Unterbau – Villadelprat möchte nur dann in die Königsklasse einsteigen, wenn er eine Finanzierung für vier bis fünf Jahre sicherstellen kann. (Vorsicht)

// Die italienische International Superstars Series, die Italienische Superstars Series und die GT Sprint Series haben ihren Kalender für 2011 bekannt gegeben: Für die International Series wird es insgesamt wird es acht Rennen geben, je vier in Italien und vier im Ausland, darunter wieder das Deutschland-Rennen am Hockenheimring, wo auch die GT Sprint starten wird. Neu dabei ist in diesem Jahr Spa (wo auch die italienische Serie fahren wird), Kyalami ist dafür nicht mehr am Kalender vertreten. In etwas weniger verwirrender Tabellenform:

10. April Monza (Intl. / It / GT Sprint)
8. Mai Valencia (Intl.)
22. Mai Portimao (Intl.)
5. Juni Italien TBA (It. / GT Sprint)
19. Juni Italien TBA (It. / GT Sprint)
10. Juli Misano (Intl. / It / GT Sprint)
7. August Spa (Intl. / It / GT Sprint)
11. September Hockenheim (Intl. / GT Sprint)
25. September Mugello (Intl. / It / GT Sprint)
9. Oktober Vallelunga (Intl. / It / GT Sprint)
(Vorsicht)

// In der WTCC gibt derweil bei den Rennen am kommenden Wochenende in Okayama und Ende November in Macao noch einmal Colin Turkington ein Gastspiel. Pilotieren wird er dabei wie gewohnt einen BMW des WSR Teams. (Vorsicht)

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