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December 04 2013

07:12

Formel Eins: Rückblick 2013 – Marussia und Caterham

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Den Auftakt machen Marussia und Caterham. Ein Rückblick und eine Analyse.

Motor Racing - Formula One World Championship - Brazilian Grand Prix - Race Day - Sao Paulo, BrazilAls Grundlage für den Rückblick dient das Ergebnis der Team-WM in diesem Jahr. Ich fange mal hinten an, weil diese Teams sonst selten in den Fokus der Berichterstattung rücken. Marussia und Caterham fahren seit Jahren hinterher und schaffen den Anschluss einfach nicht. Was eigentlich erstaunlich ist, denn das Reglement ist einigermaßen stabil, also sollte man meinen, dass es möglich sein sollte, den Rückstand aufs Mittelfeld zu reduzieren. Aber das gelang beiden Teams in diesem Jahr erneut nicht. Stattdessen ging es noch weiter zurück.

Caterham

Dass Caterham in diesem Jahr nur den letzten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft belegen konnte, ist schon erstaunlich. Denn immerhin bezieht man den Motor von Renault, während Getriebe und KERS direkt von Red Bull kommen. Das sollte doch eigentlich die halbe Miete sein, um ins Mittelfeld vorstoßen zu können. Doch schon bei den Tests im Februar wurde klar, dass das Team auch 2013 chancenlos sein würde. Mark Smith, ehemaliger Force-India-Designer, gelang es nicht, ein Chassis zu entwerfen, das sich mit dem Mittelfeld messen konnte. Tatsächlich konnten einem die Fahrer teilweise leid tun. Im ersten Rennen konnte man in den Cockpitaufnahmen sehen, dass der Caterham teilweise unfahrbar schien. Untersteuern am Kurveneingang, Übersteuern am Kurvenausgang. Charles Pic kam in Australien nicht mal über die 107% Hürde und auf die Marussia fehlten rund 1,4 Sekunden.

Das änderte sich mit den ersten Updates am Fahrzeug kaum und die Arbeit des Teams wirkte teilweise hilflos. Mehrfach probierte man in der Saison eine neue Front aus, mal mit, mal ohne Stufe. Man reaktivierte Heikki Kovalainen, weil das Team offenbar dem Feedback der unerfahrenen Piloten nicht traute. Immerhin gelang es Caterham, während der Saison wieder auf Marussia aufzuschließen, aber der Durchbruch blieb ihnen verwehrt. Insgesamt eine äußerst enttäuschende Leistung des gesamten Teams.

Die Fahrer wirkten zu Beginn des Jahres teilweise überfordert. Charles Pic, der 2012 im Marussia teilweise ansprechende Leistungen in der Quali gezeigt hatte, zeigte in den ersten Rennen keine gute Leistung, Guido van der Garde wirkte gar leicht überfordert. Als es dem Team gelang, den Caterham fahrbarer zu machen, lief es etwas besser, teilweise konnte man im Rennen die Marussia hinter sich lassen. Aber das ist insgesamt zu wenig für ein Team, das eigentlich schon 2012 ins Mittelfeld vorstoßen wollte.

Ob es für Caterham besser gelaufen wäre, hätte man Kovalainen und Petrov im Team behalten? In der Quali hätten beide sicherlich auch nicht mehr reißen können, aber im Rennen wäre mit der Erfahrung beider Piloten vielleicht mehr drin gewesen. Caterham hat zumindest angekündigt, dass man 2014 auf mindestens einen Piloten setzen möchte, der mehr Erfahrung mitbringt.

Marussia

10998698775_c91e03c46b_kDas britisch-russische Team ist in Sachen Finanzen schlechter als Marussia aufgestellt, aber man konnte im letzten Winter eine technische Partnerschaft mit McLaren eingehen. Damit konnte man auch den Windkanal in Woking nutzen, was Marussia offenbar geholfen hat. Die Testzeiten waren besser als erwartet, der Abstand in den ersten Rennen zu den Williams war durchaus knapp. In Malaysia gelang Jules Bianchi das Kunststück, auf Platz 13 einzufahren. Das lag auch daran, dass Alonso, Maldonado und beide Force India ausfielen, aber dennoch muss man so eine Position erst einmal schaffen. Darauf hätte man aufbauen können, doch dem Team fehlt einfach das Geld. Das letzte große Update am Fahrzeug kam laut Teamchef John Booth im Mai, seitdem gab es nur kleinere Veränderungen. Verständlich, immerhin musste man auch den Wagen für 2014 bauen und vorbereiten. Das Gefühl bleibt aber, dass das Team in diesem Jahr eine Chance verpasst hat, zumal Williams bis zum Herbst in Reichweite schien.

Dass man so gut unterwegs war, lag auch an Jules Bianchi. Der Franzose wird von Ferrari unterstützt und war erst im Februar ins Team gerutscht, nachdem die Sponsoren des eigentlichen Einsatzfahrers Liuz Razia keine Zahlung geleistet hatten. Im Endeffekt war es für Team und Fahrer ein Glücksgriff. Bianchi entpuppte sich als schneller und zuverlässiger Pilot, der in einigen Rennen eine bemerkenswerte Leistung zeigte. Es ist ein wenig bedauerlich, dass Bianchi vermutlich auch 2014 bei Marussia wird fahren müssen, da alle anderen Plätze in der F1 für ihn dicht sind.

Max Chilton hat mich teilweise positiv überrascht. Der Brite hatte sich mit viel Geld ins Team gekauft (und damit Timo Glock rausgekickt), doch seine Leistungen waren ok. Immerhin gelang ihm das Kunststück, als einziger Fahrer der Saison alle 19 WM-Läufe zu beenden. Aber insgesamt blieben seine Ergebnisse in den Rennen schwach, wie sein letzter Platz in der WM belegt. Beide Caterham-Piloten liegen noch vor ihm, in den meisten Rennen kam er weit hinter Bianchi ins Ziel. Vermutlich wird er 2014 aber erneut bei Marussia an den Start gehen.

Aber die Zukunft von Marussia scheint unsicher. Es gibt Gerüchte, dass der Teambesitzer von Marussia, der Russe Andrei Tscheglakow, an einer Fusion mit Sauber interessiert sei.

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November 11 2013

07:13

WEC: Analyse 6H Shanghai 2013 – Toyota macht Druck

Toyota überraschte, Audi zitterte, es brannte bei Labre und in der GTE Pro gewann der Sieger mit weniger als eine Sekunde Vorsprung. Doch die größten Gewinner der WEC kamen nur auf Platz 3.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232Audi hatte vor dem Start in Shanghai Zweifel, was den Sieg anging, denn die Strecke passt dem R18 nicht so gut. Zum einen hat sie etliche sehr langsame Ecken und da Audi sein Hybrid-System erst ab 120 km/h nutzen darf, hatte Toyota schon mal einen Vorsprung. Zum anderen machte man sich um die Reifen Sorgen. Der R18 verbraucht die Michelin-Reifen etwas schneller als der TS030, also muss man sie häufiger wechseln, was wiederum 25 Sekunden mehr Zeit an der Box kostet. Das es schwierig werden würde, war den Ingolstädtern also vorher klar, überrascht war man aber doch, wie schnell die Toyota waren.

Dabei hatte Toyota den Start in Shanghai gar nicht geplant. Aber weil das Rennen in Fuji buchstäblich ins Wasser gefallen war und man sehen wollte, wo man mit den Entwicklungen nun steht, entschloss man sich kurzfristig für den Einsatz in China und hat vorsichtshalber auch gleich Bahrain noch mit auf die Startliste geschrieben.

In der Quali zeigten die Japaner schon mal, dass sie in Sachen Speed den Audi Paroli bieten konnten. Die Startaufstellung war hübsch durchgemischt, mit der #7 (Wurz/Lapierre) vor dem Audi mit der #1 (Lotterer/Treluyer/Fässler), dem zweiten Toyota #8 (Davidson/Buemi/Sarrazin) und der #2 von Audi mit McNish/Duval/Kristensen. Für letztere war die Ausgangssituation im Rennen komplett anders. Sie mussten den vierten Platz belegen, um sich den Weltmeistertitel zu sichern.

Dementsprechend ging es vorne auch los. Die #2 hielt sich aus allem raus, während die #8 in Führung ging und sich relativ leicht vom Audi mit #2 absetzte. Der musste nach ein paar Runden auch noch den zweiten Toyota passieren lassen und verlor an Boden.

Wer gedacht hatte, das Toyota hier nur ein Feuerwerk abbrennt, sah sich im Verlauf des Rennens, das ohne Unterbrechung blieb, getäuscht. Es zeigte sich, dass die Toyota das Tempo halten konnten und konsequent schneller waren als die Audi. Tatsächlich nahm man nach knapp zwei Stunden sogar etwas Speed raus, denn zu diesem Zeitpunkt hatte man die Audi kurz vor einer Überrundung. Dabei konnten die Toyota auf zwei Ebenen überraschen. Zum einen war man auf der Strecke schneller, zum anderen blieb man in der gleichen Stoppsequenz wie die Audi und man hat es geschafft, den Stopp genauso lang zu gestalten wie die Audi. Der Vorteil der Toyota lag nicht mal darin, dass sie die Michelin nur bei jedem zweiten Stopp wechseln konnten. Das ging aufgrund des sehr rauen Asphalt in China nicht. Toyota fuhr den großen Vorsprung also nur raus, weil man tatsächlich schneller war.

Doch das Glück war Audi mal wieder hold. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens brach beim führenden Toyota mit #8 ein Teil der vorderen rechten Aufhängung, womit das Rennen beendet war. Die #7 stolperte über zwei schlechte Reifensätze. Nach vier Stunden musste Lapierre wegen eines schleichenden Plattfuss kurz nach seinem Stopp wieder an die Box. Beim letzten Stopp erwischte Alex Wurz einen nicht passenden Satz und er verlor sukzessive Zeit auf den drängelnden Fässler, der ihn dann 30 Minuten vor Schluss überholen konnte und dem Toyota auch noch 15 Sekunden in den letzten Runden abnahm. Die Enttäuschung bei Toyota war sichtlich groß, auf der anderen Seite hat man zum ersten Mal in diesem Jahr gezeigt, dass man schneller als der R18 war.

Am Ende jubelte also wieder Audi. Der Sieg war hart erkämpft und dementsprechend verdient. Noch ausgelassener feierten Alan McNish, Tom Kristensen und Loic Duval, die sich mit dem dritten Platz die Fahrer-WM sichern konnten. Es ist der erste WM-Titel für alle drei Fahrer und vor allem Kristensen und McNish haben sich diesen mehr als verdient. Schön, dass die „Alt-Herren-Riege“ gegen Ende ihrer Karriere noch mal einen solchen Titel holen konnte.

LMP2

In der kleinen Prototypklasse gab es eine erneute Auflage des Zweikampfes zwischen dem G-Drive Oreca und beiden OAK Wagen. Dieses Mal konnten sich die Dauersieger Rusinov/Martin/Conway aber nicht wie sonst mit ihrem G-Drive an die Spitze setzen und diese bis zum Ende halten. Der Oreca lief dieses Mal nicht so gut, stattdessen sah man sich durch den OAK mit Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle an der Spitze unter Druck gesetzt. Immer in Schlagdistanz blieben Baguette/Gonzales/Plowman im zweiten OAK.

Es entwickelte sich ein zumindest auf dem Timingscreen spannendes Rennen, dass man allerdings in den TV-Bildern nur selten gezeigt bekam. Nach vier Stunden hatten sich Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle gerade mal 17 Sekunden Vorsprung vor Rusinov/Martin/Conway herausgefahren. Die Entscheidung fiel dann im Verkehr und an der Box. Der G-Drive hatte am Ende etwas bessere Rundenzeiten und die etwas bessere Strategie, sodass man sich in der letzten Stunde dann absetzen und den Sieg für sich beanspruchen konnte. Auf P3 landete der zweite OAK mit Baguette/Gonzales/Plowman.

Der Rest des Feldes hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Die Pecom-Mannschaft fiel nach vier Stunden Rennzeit aus, was für lange Gesichter sorgte. Aber bei Pecom war die Stimmung am Wochenende eh nicht gut, nachdem das Team bekannt gegeben hatte, dass man 2014 auf die WEC verzichten muss. Zum einen sind es die Kosten, zum anderen hat Teambesitzer Luis Perez Companc die USCC als möglichen Ersatz im Auge.

Bei Greaves lief es mal wieder schleppend, während die Lotus doch etwas überraschend langsam waren. Hatte das Team zumindest in Austin noch eine ansteigende Form gezeigt, fiel man in China wieder weit zurück. Ein Wagen fiel nach der Hälfte des Rennens aus, der andere hatte am Schluss fünf Runden Rückstand.

In der Fahrer-WM sieht es nach einem Sieg für Baguette/Plowman/Gonzales aus, die 15 Punkte Vorsprung auf Pla/Heinermeier-Hanson/Brundle haben. Allerdings darf man sich beim letzten Rennen in Bahrain keinen Ausfall erlauben bzw. man muss auf P3 kommen, sollten die Teamkollegen das Rennen gewinnen. Die G-Drive Mannschaft Rusinov/Martin/Conway liegt 22,5 Punkte zurück. Da müssten beide OAK schon aufallen und sie das Rennen gewinnen, um die Meisterschaft noch zu holen. Schuld daran ist der Ausfall beim Rennen in Le Mans, der das Team viele Punkte gekostet hat.

GTE Pro

Und weiter ging es mit der Auseinandersetzung zwischen Ferrari und Aston Martin mit gelegentlicher Beteiligung von Porsche. Das Manthey-Team kämpfte in Shanghai mit dem Asphalt. Die Reifen des neuen 991 RSR waren so schnell hinüber, dass man nicht mal die geplante Stintlänge durchhalten konnte. Das warf die Manthey-Truppe zu Beginn dann etwas zurück, aber man hielt zumindest Kontakt zur Spitze.

Dort hatte sich zunächst der AF Corse Ferrari mit Kobayashi/Vilander die Spitze gesichert, aber denkbar knapp vor dem Aston Martin mit Turner/Mücke am Steuer. Dahinter folgten Fisichella/Bruni vor dem nächsten Aston mit Senna/Lamy/Stanaway. Erst danach folgten die Porsche mit den genannten Problemen.

Im Verlauf des Rennens änderte sich das Bild und die Aston schoben sich mehr und mehr nach vorne. Grund dafür war mal wieder auch der verkleinerte Tank der Ferrari, die in Sachen Stintlänge nicht so ganz mithalten konnten. Das spülte dann die Aston nach vorne, die sich im Verlauf der letzten Stunde ein packendes Duell um den Sieg lieferten. Im letzten Stint lagen Stefan Mücke und Bruno Senna innerhalb von einer Sekunde und dieser Abstand blieb auch bis zum Zieldurchlauf bestehen.

Schlechter lief es am Ende für beide AF Corse. Die Ferrari verloren bei kühler werdender Strecke immer mehr an Grip und sahen sich durch den Porsche mit Bergmeister/Pilet am Steuer unter Druck gesetzt. In einem sehenswerten Zweikampf bügelte die Porsche-Mannschaft dann die Ferrari nieder. Die kämpften allerdings wirklich mit stumpfen Waffen, da ihnen jeglicher Grip fehlte.

GTE Am

Der „Dänenbomber“ mit Nygaard/Poulsen/Thiim sah mal wieder wie der sichere Sieger aus, doch nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens war dann plötzlich Feierabend. Die Elektronik streikte und Thiim musste den Wagen mitten auf der Strecke abstellen. Damit rutschte der Porsche mit Narac/Vernay/Paltalla an die ersten Stelle, der sich allerdings nicht vom 8Star Ferrari mit Potolicchio/Agus/Rigon absetzen konnten. Im Gegensatz zu den AF Corse in der Pro-Kategorie wurde der 8Star Ferrari aber im Verlaufe des Rennen besser. Die IMSA-Mannschaft kämpfte zudem mit kleineren technischen Problemen, sodass sich der Ferrari am Ende den Sieg holen konnte.

Doch die Glückspilze des Rennen kamen aus dem Labre-Team. Beim letzten Boxenstopp, ca. 50 Minuten vor Ende des Rennens, entzündete sich plötzlich die gesamte (!) Tankanlage. Ein sehr dramatisches Bild zeugt davon, wie groß das Feuer war. Im Fernsehen sah man davon nur das Ende, da hatten alle benachbarten Teams (Lotus, Aston, Porsche und andere) schon die Feuerlöscher gezückt und das Feuer erstickt. Die im Bild zu sehenden Mechaniker sind alle ok, niemand hat Verbrennungen oder Rauchvergiftungen erlitten, laut der FIA konnten alle untersuchten Teammitglieder das Streckenhospital nach einem kurzen Check wieder verlassen. Das zeigt auch, wie gut die feuerfesten Anzüge geworden sind. Und wie wichtig es ist, dass in einer Boxengasse alle einen tragen müssen.

Es war jetzt kein wirklich umwerfendes Rennen der WEC, aber es war aus strategischer Sicht durchaus spannend zu betrachten. Das letzte Rennen der Saison und damit auch der „alten“ LMP1 findet am 30.11. in Bahrain statt.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-401 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-399 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-308 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-297 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-258 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-176 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-159 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-100 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-092 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232

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October 28 2013

11:09

Formel Eins: Analyse GP Indien 2013 – Vettel und die Vier

Das Sebastian Vettel den Titel holen würde, daran gab es keinen Zweifel. Und wirklich gefährden konnte ihn auch in Indien niemand.

F1 Grand Prix of India - RaceVier WM-Titel in vier Jahren – das muss man erst einmal schaffen. Dazu kommen in diesem Jahr alleine 10 Siege aus 16 Rennen, sechs Siege davon in Folge. Vettel und Red Bull dominieren die F1 in diesem Jahr wie Schumacher mit Ferrari in seinen besten Jahren. In den ersten Stunden nach dem WM-Erfolg von Vettel gab es aber auch in Stimmen, die sofort sagten, dass Vettel erst noch beweisen muss, dass er zu den Allerbesten gehört in dem er mal das Team wechselt. Ich halte das für Quatsch. Senna wurde nur mit McLaren Weltmeister, Häkkinen ebenso. Jim Clark nur mit Lotus. Alles Fahrer, die man zu den besten Piloten ihrer Zeit zählt. Natürlich – der Red Bull ist überlegen, aber man muss auch als Fahrer eine solche Serie hinbekommen. Vettel ist in der Qualifikation fast unschlagbar. Fehler in der Quali bedeuten bei ihm, dass er irgendwo zwei Zehntel liegen lässt. Vettel überfährt das Auto nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er in den letzten Jahren irgendwann mal seinen Wagen im Training oder im Rennen in ein Kiesbett gesetzt hat. Im Rennen ist er fehlerlos, er kommt mit allen Reifen klar. Es gibt kleine Klagen über Graining oder Grip. Er nimmt, was er bekommt und macht das Beste draus. Er leistet sich keine Flüchtigkeitsfehler und er verliert nicht den Biss. Nach seinem dritten WM-Titel war genauso ehrgeizig wie vor seinem ersten Titel.

Aber kommen wir mal zum Rennen, das, mal abgesehen von der Spitze, gar nicht so uninteressant war, weil es die verschiedenen Strategien es teilweise unmöglich machten, die spätere Reihenfolge zu erahnen. Etwas überrascht war man über den ultrakurzen Stint von Vettel mit den “Soft”. Da man die Soft, zumindest auf dem Red Bull, wohl nicht lange fahren konnte, entschloss man sich dazu, Vettel in den ersten Runden einfach volles Rohr fahren zu lassen. Man baute, nicht zu Unrecht, darauf, dass der Rest die “Soft” etwas länger drauf lassen und dementsprechend vorsichtiger agieren würde. Die Strategie war aber nicht ungefährlich. Zum einen fiel Vettel damit ins Mittelfeld zurück, zum anderen gab es da noch Webber, der auf “Medium” gestartet war und von dem man nicht wusste, wie lange und wie schnell er würde fahren können.

Webber hatte allerdings das Problem, dass er am Start aufgrund seiner Reifen einen Platz verlor und dann nicht überholen konnte, weil alle vor ihm auf “Soft” waren. Er musste warten, bis die Herren Kollegen an die Box gingen. In der Zwischenzeit hatte sich Vettel durchs Feld gewühlt, bzw. wurde nach vorne gespült, weil die anderen zum Reifenwechsel kamen. In dieser wichtigen Phase war Webber nicht in der Lage den nötigen Vorsprung herauszufahren, mit dem er Vettel hätte unter Druck setzen können. Es fehlten ihm am Ende rund 10 Sekunden, was aber durch seinen Ausfall obsolet wurde. Danach cruiste Vettel ins Ziel, was für den Rest der F1 frustrierend zu sehen sein muss, denn der Deutsche hatte im Ziel 30 Sekunden Vorsprung.

Hinter den Red Bull war es sehr, sehr unübersichtlich. Ein schönes Beispiel sind Rosberg und Hamilton, die nach dem Start noch direkt hintereinander lagen. Im Ziel betrug der Vorsprung von Rosberg aber 22 Sekunden. Wie konnte das passieren? Den ersten Stopp erledigte Rosberg in Runde 7, Hamilton in Runde 8. Rosberg kam in Runde 27 wieder, Hamilton in Runde 30 und beide fuhren dann durch. Der Vorteil lag eigentlich bei Hamilton, weil er gegen Ende die frischeren Reifen hatte. Tatsächlich lagen beide bis zum letzten Stopp eng zusammen, doch Rosberg hatte nach seinem letzten Reifenwechsel das Glück auf eine freie Strecke zu kommen, Hamilton hing dagegen erst kurz hinter Sutil und dann hinter Massa fest. Am Schluss verlor er noch einen Platz an Sergio Perez, der erstaunlich gut unterwegs war. Immerhin konnte Mercedes mit Rosberg den zweiten Platz sichern.

Der war aber gar nicht so sicher, denn da war der sehr gut aufgelegt Felippe Massa, der ihn immer wieder unter Druck setzen konnte. Noch mehr Ärger drohte aber von Romain Grosjean, der scheinbar aus dem Nichts auftauchte. Lotus hatte sich in der Quali vertan und Grosjean blieb in Q1 hängen. Von P17 gestartet lag er in Runde 5 schon auf P11. Dann profitierte er von den frühen Stopps der anderen und reihte sich in P4 ein. Sein erster und letzter Stopp folgte dann in Runde 13, der ihn auf P15 zurückwarf. Grosjean fuhr dann ein sehr kluges Rennen. Er blieb geduldig hinter Fernando Alonso und auch Jenson Button und schonte seine Reifen, die immerhin 47 Runden durchhalten mussten. Als alle zum zweiten Stopp kamen, zog Grosjean das Tempo an und offenbar hatten seine Reifen noch genug Leben in sich, um vorne bleiben zu können. Das ist doppelt interessant, weil Räikkönen eine ähnliche Strategie hatte. Er war aber in Runde 7 schon drin und versuchte mit den “Medium” 53 Runden durchzuhalten. Das gelang nicht, obwohl sich der Finne lange hinter dem Sauber von Hülkenberg anstellte. Als alle Zwei-Stopper an die Box kamen, zog er das Tempo deutlich an, was aber dann natürlich auf Kosten der Reifen ging. Und die brachen dann am Schluss so sehr ein, dass er der berühmte “Sitting Dog” war. Er kam dann in Runde 58 noch mal rein. Das hatte aber keine weiteren Folgen für seine Position, da der Abstand zu di Resta groß genug war.

Aber warum gelang Grosjean das Kunststück aufs Podium zu fahren, während Alonso nicht mal Punkte holen konnte? Zum einen lag das am frühen Zwangsstopp des Spaniers, der sich am Start unglücklich den Frontflügel beschädigt hatte, was ihn auf P19 zurückwarf. Dann klemmte er hinter Vergne und kämpfte mit einem einem Ferrari, nach den diversen Berührungen nicht mehr komplett in Ordnung war. Erschwerend kam hinzu, dass er die Medium nicht so lange fahren konnte, wie die Lotus-Piloten. Wie schlecht sein Wagen war, sieht man alleine daran, dass er in den letzten 20 Runden hinter Daniel Ricciardo steckte und nicht an ihm vorbei kam.

Interessant war auch die Strategie von Force India. Paul di Resta kam schon in der ersten Runde zu einen Stopp. Danach stoppte man noch einmal in Runde 26 und fuhr das Rennen dann zu Ende. Weil der Stopp des Schotten kürzer war, als der von Alonso, landete er vor dem Spanier. Sutil startete mit den “Medium” und kam erst in Runde 41 zu seinem einzigen Stopp. Ihm gelang dann das Kunststück 19 Runden mit den “Soft” zu fahren. Am Ende bedeutete dies, dass beide Force India bei ihrem Heim GP in die Punkte kamen, was für die Team-WM sehr wichtig war, da beide Sauber dieses Mal kein Glück hatten. Hülkenberg fiel mit einem Bremsdefekt aus, Guiterrez bremste eine Durchfahrtsstrafe.

Aber am Ende gab es die große Feier nur bei Red Bull und Vettel. Dessen hübsche Donuts vor der Haupttribüne kosteten den Weltmeister am Ende dann tatsächlich auch noch 25.000 Dollar Strafe. Das dürfte er angesichts seines Erfolges verschmerzen können.

Nächste Woche geht es in Abu Dhabi weiter, und in der Team-WM wird es richtig eng. Mehr dazu dann in der Vorschau am Donnerstag.
Mercedes 313
Ferrari 309
Lotus 285

Sergio on track Jenson on track Motor Racing - Formula One World Championship - Indian Grand Prix - Race Day - New Delhi, India Motor Racing - Formula One World Championship - Indian Grand Prix - Race Day - New Delhi, India F1_IND_2013 00007 F1_IND_2013 00008 F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race F1 Grand Prix of India - Race

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September 23 2013

12:39

Formel Eins: Analyse Singapur 2013 – Red Bull mit Traktionskontrolle?

Es war eine Demonstration der Stärke. Red Bull und Sebastian Vettel fuhren in Singapur die Konkurrenz in Grund und Boden. Die Abstände nach hinten waren und sind atemberaubend.

GP SINGAPORE F1/2013“Und dann haben wir nach dem Restart die Hosen runter gelassen.” Das sagte Sebastian Vettel in der internationalen Pressekonferenz nach dem Rennen und Fernando Alonso schaute dabei leicht genervt zur Seite. In der Tat war das, was Vettel nach der einzigen Safety Car Phase im Rennen zeigte für alle andere Teams frustierend. Rundenlang düpierte er er Nico Rosberg, in dem er ihm im Schnitt zwei Sekunden pro Runde abnehmen konnte. Als Fernando Alonso einen Stopp weniger einlegte und zwischenzeitlich dem Red Bull auf die Pelle rückte, reagierte Vettel erneut mit Fabelrunden. Und am Ende hatte er auch noch einen frischen Satz “Supersoft” übrig, mit denen er gemütlich zum Sieg cruisen konnte. Oder anderes gesagt: Es gibt Fragen.

Adrian Newey muss im Sommer einen genialen Einfall verwirklicht haben. Denn Red Bull sah sowohl in Monaco, als auch in Ungarn zwar nicht schlecht, aber auch nicht so gut aus. In beiden Rennen musste man sich Mercedes geschlagen geben. In Singapur sah es dann so aus, als habe der Red Bull 100 PS mehr unter der Haube. Es kann auf einer Strecke, die mehr oder weniger nur aus Kurven und kurzen Geraden besteht, nur einen Grund geben, warum so viel stärker ist: Traktion. Nur wie genau Newey es hin bekommt, dass der Wagen um so viel schneller ist, das ist ein Rätsel.

Wir befinden uns in der Schlussphase der Saison, die Aerodynamik ist seit zwei Jahren mehr oder weniger bekannt, bei Ferrari, Mercedes, Lotus und McLaren sitzen die besten Ingenieure, die man für Geld bekommen kann. Und man sieht auch in Singapur, wie eng das Feld hinter Red Bull zusammenliegt. Also wie genau schafft es Red Bull, dass man einen derartigen Vorteil hat? Das böse Wort “Traktionskontrolle” steht zumindest im Raum, und das erst nicht seit dem letzten Rennen. Schon in Kanada hatte es Gerüchte gegeben, Red Bull könnte per Motorsteuerung an so etwas arbeiten. Und Singapur bot weitere Argumente für dieses Gerücht. Zum einen der enorme Zeitvorsprung, zum anderen der geringe Reifenverschleiß, der bei Vettel schon auffällig war. Vettel ließ seine “Supersoft” im ersten Stint länger drauf, als die hinter ihm liegenden Fahrer (nur di Resta fuhr länger). Aber war er so viel schneller?

Hier sein erster Stint


Runde Vettel Rosberg 2 1:52.866 1:55.031 3 1:53.005 1:54.478 4 1:53.318 1:53.949 5 1:53.265 1:53.228 6 1:53.029 1:53.457 7 1:53.069 1:53.450 8 1:53.142 1:52.993 9 1:52.901 1:53.237 10 1:53.339 1:53.333 11 1:53.016 1:52.972 12 1:53.222 1:53.111 13 1:52.756 1:53.457 14 1:53.299 1:53.835 15 1:53.663 Box 16 1:53.784

Wie man sieht, sind die Unterschiede jetzt nicht so groß, allerdings hatte Vettel nach einiger Zeit sichtbar Gas rausgenommen und sich, wie in den letzten Rennen üblich, auf die Konservierung des Abstandes konzentriert. Interessant ist der Restart in Runde 31.


Runde Vettel Alonso Rosberg Raikkönen 31 1:51.773 1:54.473 1:53.965 1:54.575 32 1:50.641 1:53.470 1:52.998 1:53.954 33 1:50.430 1:53.158 1:53.191 1:53.317 34 1:50.996 1:53.013 1:52.642 1:52.708 35 1:50.687 1:52.513 1:52.711 1:52.463 36 1:50.182 1:52.707 1:52.491 1:52.658 37 1:50.185 1:52.497 1:52.452 1:52.526 38 1:50.123 1:52.287 1:52.335 1:52.836 39 1:50.259 1:52.628 1:51.891 1:52.764 40 1:50.262 1:52.362 1:51.950 1:52.411 41 1:50.022 1:51.724 Box 1:52.452 42 1:50.511 1:51.789 1:52.355 43 1:51.109 1:52.287 1:52.301 44 Box 1:51.082 1:51.970

Dabei muss man wissen, dass Vettel in Runde 17 gestoppt hatte, und mit Medium unterwegs war. Rosberg hatte in Runde 15 neue Medium-Reifen genommen. Räikkönen und Alonso hatten jedoch in der Unterbrechnung frische Medium aufgezogen und hatten auf dem Papier die besseren Reifen. Allerdings steckte man im Verkehr fest. Es bleibt also der Vergleich mit Rosberg, die beide relativ identisch unterwegs waren. Rosberg hatte zudem ebenfalls freie Fahrt und wusste, dass noch ein weiterer Stopp kommen würde.

Der Vorsprung von Red Bull ist also ziemlich dramatisch und die Frage, wie das Team das schafft darf schon gestellt werden. Wie kann man so schnell unterwegs sein und gleichzeitig die Reifen so schonen, dass man weit nach der Konkurrenz stoppen kann? Also doch eine Art der Traktionskontrolle? Doch ein Eingriff in die Motorsteuerung?

Das ist nicht so leicht, denn man müsste den passenden Code vor der FIA verbergen können. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich. Und auch, dass Red Bull zu einem solchen, auffälligen Trick greifen würde. Wie es mit einer passiven Traktionskontrolle über die Dämpfer aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Einen Rotationsdämpfer setzt Red Bull nicht ein, der bringt auch nur etwas in Sachen Bodenabstand, nicht aber dafür den Wagen zum Beispiel nach einer Kurve weicher abzufedern, damit man mehr Traktion bekommt. Aber auffällig sind die Zeiten und der Vorteil des Red Bull auf allen Strecken schon.

Der Rest des Rennens wurde von der Unterbrechung durch den Unfall von Ricciardo geprägt. Ferrari und Renault beschlossen einen Stopp einzulegen und fuhren mit dem letzten Satz dann durch. Mercedes entschloss sich beide Fahrer draussen zu lassen, weil man wusste, dass man am Ende Probleme mit den Reifen bekommen würde. Das bedeutete aber auch, dass man nach dem Restart um hart umkämpften Mittelfeld hängen bleiben würde, was zusätzlich Zeit gekostet hat. Warum Mercedes die Strategie, vor allem für Hamilton, nicht gesplittet hat, ist etwas rätselhaft. Ein Versuch wäre es zumindest Wert gewesen.

Ansonsten gab es wenig aus Singapur zu berichten. An der Spitze war es nicht spannend, etwas enger ging es weiter hinten zu, weil die McLaren es ebenfalls mit der Strategie probierten mit einem Stopp durchzufahren.

Deutlich mehr Aufregung gab es nach dem Rennen. Mark Webber war in der letzten Runde der Motor geplatzt, in den TV-Bildern sah man ihn dann als Mitfahrer auf dem Wagen von Alonso in die Box kommen. Das ist verständlich, die Wege in Singapur zum Paddock sind lang und kompliziert. Die Rennleitung bestrafte die Aktion mit einer Verwarnung für beide Fahrer. Weil Webber schon seine dritte Verwarnung in diesem Jahr bekommen hatte, bedeutet dies, dass er in Korea 10 Platze in der Startaufstellung aufgebrummt bekommt. Das klingt erst mal nach einer typischen “Ach, die FIA” Entscheidung, sieht man sich allerdings die Bilder der Streckenkamera an, so kann man die Entscheidung der Rennleitung absolut verstehen. Allein, dass Webber da locker über die Strecke joggt ist schon unverantwortlich. (Aber auch erstaunlich, dass ausgerechnet Alonso angehalten hat).

Vettel hat jetzt bei noch sechs zu fahrenden Rennen 60 Punkte Vorsprung. Klar, es kann immer noch eine Pechsträhne kommen. Ein Motorschaden ist schnell da, ebenso kann ein Rennen mal schlecht laufen, wenn es Mischbedingungen gibt. Und das kann zumindest in Korea und Japan oassieren. Alonso macht zumindest alles, was er kann: Er fährt die zweiten Plätzen ein und ist damit immer in der Position einen Sieg zu holen, falls Vettel mal in Probleme kommt. Aber wer rechnet schon damit.

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July 28 2013

16:24

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2013

Der Grand Prix von Ungarn brachte vor allem die Erkenntnis, dass Mercedes auf dem Weg ist, in der Weltmeisterschaft noch ein Wörtchen mitzureden. Der Titel ist durchaus in Reichweite.

GP Ungarn 2013Das vermutlich heißeste Rennen des Jahres, die Reifen der Marke “Soft”, konstanter Druck in der Frühphase des Rennens – und doch kann Mercedes das Rennen gewinnen. Red Bull genießt mit Sebastian Vettel zwar noch einen großen Vorsprung in der WM, aber die Sache könnte noch enger werden, als es den Österreichern lieb ist. Und auch Lotus rückt Red Bull dank der neuen Pirelli auf die Pelle. Großer Verlierer des Wochenendes ist jedoch Ferrari, die mal wieder kein Bein auf den Boden bekommen haben und im Entwicklungswettkampf der vier führenden Teams offenbar unterlegen sind.

Es war schnell klar, dass sich das Rennen über zwei Dinge entschieden wird: Strategie und Reifenverschleiß. Und in beiden Punkten sah sich Red Bull eigentlich im Vorteil. Am Freitag schimpfte Lewis Hamilton noch über einen schlecht liegenden Mercedes, nach seiner Pole spielte er die Siegchancen runter und hoffte auf ein Podium. Doch offensichtlich war das eher Theater. Denn Lewis konnte in Ungarn von Anfang an die Pace bestimmen und er musste auch nicht mehr oder weniger auf seine Reifen aufpassen, als das Vettel tat. Die beiden kamen nach dem ersten Stint mit nur einer Runde Abstand in die Box, um die “Soft” gegen die “Medium” zu tauschen. Dabei war der frühere Stopp von Hamilton am Ende sogar die bessere Strategie, denn er konnte auf seiner Outlap Vettel klar distanzieren. Helmut Marko sprach nach dem Rennen von einer schlechten Inlap, die Vettel gefahren sein, Vettel wiederum erklärte, dass die Reifen in den letzten zwei Runden des Stint einfach komplett eingebrochen seien.

Für Vettel bedeutete dieser Zeitverlust allerdings, dass er das Rennen schon nach dem ersten Stopp verloren hatte. Während Hamilton vor den auf “Medium” gestarteten Jenson Button raus kam, landete Vettel hinter dem Briten und verlor dort sehr viel Zeit. Knapp 8 Sekunden werden es über die Runden gewesen sein, die der Deutsche einbüßte, wobei man Button keinen Vorwurf machen kann. Der fuhr sein Rennen und kämpfte um seine Position.

Für Vettel bedeutete dies ein weiteres Problem, wie sich allerdings erst später im Rennen rausstellen sollte. Lotus hatte Räikkönen nach einem langen ersten Stint auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt, die der Finne mustergültig umsetzen konnte. Ein wenig abseits der Kameras und nur sichtbar, wenn man den Zeitenmonitor verfolgte, fuhr er sehr schnelle und sehr konstante Rundenzeiten. Sein Abstand zu Hamilton war wegen seines schlechten Qualis schon kurz nach dem Start zu groß, das Ziel hieß also P2. Lotus stellte die Strategie just in dem Moment um, in dem man sah, dass Vettel sehr viel Zeit hinter dem McLaren verlor. Eine strategische Meisterleistung, aber auch eine grandiose Fahrt von Kimi, der von seinen Reifen im letzten Stint (32 Runden) genau die richtige Leistung abverlangte. In der letzten Runde, so der Finne, brachen die Medium dann ein, was man auch am tänzelnden Heck des Wagens sehen konnte.

Interessant an der Sache ist, dass Lotus Red Bull mit der Taktik unter Druck setzen konnte. Dass Vettel hinter Kimi ins Ziel kam, lag sicher auch daran, dass er hinter Button feststeckte, aber auch der anderen Seite musste Räikkönen zu Beginn des Rennens mit Alonso kämpfen und konnte seinen Speed auch nicht fahren. Mag sein, dass die Umstände (Strecke, Hitze) auch dazu geführt haben, dass Red Bull nicht wie gewohnt dominieren konnte, aber es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass neuen Reifen vielleicht im Moment doch nicht so recht passen. Wenn Lotus auch in Zukunft immer einen Stopp weniger machen kann, dürfte das interessante Rennen geben.

Das Ergebnis für Renault hätte noch besser ausfallen können, wenn Romain Grosjean nicht mal wieder Ärger mit den Kommissaren bekommen hätte. Bei einem Überholmanöver gegen Button, zog der Franzose etwas früh rüber und die beiden Fahrzeuge berührten sich. Ein paar Runden später zog in er einem sensationellen Manöver außen in T4 an Massa vorbei. Blöderweise lag die weiße Linie dieses Mal vor der schraffierten Fläche und er war mit beiden Rädern außerhalb der Strecke. Die Folge war eine regelkonforme Durchfahrtsstrafe, die aber sich aber ein wenig harsch anfühlt. Für die Berührung mit Button brummten ihm die Kommissare dann auch noch eine 20-Sekunden Strafe auf, die sein Ergebnis (P6) aber nicht änderte.

Ferrari hatte mit dem Ausgang des Rennens überhaupt nichts zu tun. In der Quali kam Alonso immerhin auf P5. Das ist jetzt nicht toll, aber auch nicht schlecht. Und wie man bei Mark Webber sehen konnte, kann man daraus was machen, wenn das Auto stimmt. Am Ende kam Alonso auch auf P5 raus, rund 31 Sekunden hinter Hamilton. Man verliert pro Runde also knapp 0,5 Sekunden und das ist einfach zu viel. Ferrari fährt im Nirvana hinter Mercedes, Red Bull und Lotus. Nach hinten muss man sich nicht wirklich verteidigen, nach vorne geht aber auch nicht. Das Problem für Ferrari ist, dass ihnen die Zeit davon läuft. Zwar kommen noch neun Rennen, aber die liegen wiederum so dich beisammen, dass es schwierig sein wird parallel die Entwicklung voranzutreiben. Es ist auch nicht so, dass Ferrari grundsätzlich Schwächen zeigen würde. Der Reifenverschleiß ist ok, der Topspeed usw. Auch die Fahrer berichten, dass sie mit dem Wagen grundsätzlich zufrieden sind. Der F138 ist einfach grundsätzlich zu langsam und Ferrari gelingt nicht, die Lücke nach vorne zu schließen.

Da wundert es fast nicht, dass Ungarn Gerüchte aufgetaucht sind, Alonso könnte zu Red Bull wechseln. Schuld daran war ein Gespräch von Luis Garcia, der Manager von Alonso, mit Christian Horner. Helmut Marko ließ es sich nicht nehmen, etwas Feuer unter der Sache zu machen, aber man sollte darauf nichts geben. Alonso hat bei Ferrari einen Vertrag bis Ende 2016, der eng an den Sponsorvertrag mit Santander gekoppelt ist. Red Bull wird sich Alonso auch nicht antun wollen. Hintergrund des Gespräches dürfte viel mehr Carlos Sainz jr. gewesen sein, der ebenfalls von Gracia vertreten wird.

McLaren zeigte sich in Ungarn etwas verbessert. Perez schaffte es recht locker in Q3, im Rennen lagen beide aufgrund der Zwei-Stopp-Strategie recht gut im Rennen. Für einen Moment sah es sogar so aus, als könne Button aufs Podium fahren, aber dann war der MP4/28 dann doch zu lahm und wurde von der Konkurrenz aufgeschnupft. Perez und Button kamen beide in Punkte, was insofern wichtig war, weil Force India am Wochenende patzte.

Die Inder hatten sich gegen die Änderung der Reifen mit allem gewehrt, was sie hatten. Sie wussten wohl schon, dass die neuen Pirelli dem Wagen nicht gut tun würden. Schon in der Quali blieben beide Piloten blass und schafften nicht den Sprung in Q3. Sutil hatte in seinem Rennen Pech und fiel mit einem Hydraulikproblem aus, allerdings lag er zu diesem Zeitpunkt auch nicht in Punktenähe. Paul di Resta kämpfte sich durchs Rennen, dass man sich am Ende aber einem Williams geschlagen geben musste, sagt schon einiges.

Williams gelang es in Ungarn endlich den ersten Punkt in diesem Jahr zu holen. Bedanken können sie sich da bei Pastor Maldonado, der mit einem sehr guten Start die Basis für den Erfolg legte. Man sollte das allerdings nicht überbewerten. Die enge Strecke liegt dem Williams besser, als das, was sonst so in der Saison fährt, dazu kam das Glück, dass Rosberg kurz vor Schluss liegen blieb. Aus eigener Kraft hätte Williams den Punkt nicht geholt.

Force India war während des gesamten Wochenendes nicht zu sehen. Q3 war utopisch, die Rundenzeiten auf den Long Runs schlecht. Grund mag die Strecke gewesen sein, der STR mag die schnellen Kurse lieber.

Sauber hatte ebenfalls ein, wie in diesem Jahr schon fast gewohnt, zähes Rennen. In der Quali blieb Guiterrez mal wieder in Q1 hängen, im Rennen fiel der Mexikaner früh aus. Hülkenberg lag zwischenzeitlich auf P10, verlor aber viel Boden, als er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam.

Ein Wort noch zu Mark Webber, der von P10 auf P4 fahren konnte. Er startete mit den “Medium”, was sich als gute Entscheidung für den ersten Stint herausstellen sollte. Allerdings, und das habe ich nicht so ganz verstanden, setzte man Webber ebenfalls auf eine Drei-Stopp-Strategie. Entweder kann der Red Bull nicht mehr, oder man hat sich da vertan. Durch das zweimalige Wechseln auf die “Medium” verlor Webber rund 20 Sekunden an der Box, ob er die auf der Strecke auf verloren hätte, ist zumindest mal eine Frage wert.

Das Rennen war also durchaus interessant, bot packende Zweikämpfe und für Ungarn erstaunlich viele und vor allem sehenswerte Überholmanöver. Leider geht die Serie jetzt in eine vierwöchige Pause, das nächste Rennen ist erst Ende August in Spa. Die Fabriken müssen zwei Wochen geschlossen bleiben, was aber nicht bedeutet, dass keiner arbeiten wird. Vier Wochen sind viel Zeit, um den Wagen zu verbessern.

Vettel führt in der WM zwar mit 38 Punkten vor Räikkönen, Alonso hat 39 Punkte Rückstand und bei Hamilton sind es 48 Zähler. Das bedeutet, dass die WM noch längst nicht entschieden ist. Ein Ausfall von Vettel und die Sache sieht wieder anders aus. Mercedes hat mit Hamilton auch noch durchaus Chancen. Wenn deren Performance weiter so stabil ist, Vettel noch einmal ausfällt und es gelingt, immer ein oder zwei Plätze vor Vettel liegen, dann könnte es gegen Ende der Saison noch mal knapp werden. Das klingt etwas viel nach “wenn und sollte”, aber ausgeschlossen ist es nicht, dass Red Bull noch mal ins Schwitzen kommt.

In der Sommerpause gibt es von uns wie gewohnt die Halbzeitanalyse, damit es nicht ganz so langweilig wird.

2013 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_Ungarn_2013 00007 F1_Ungarn_2013 00018 F1_Ungarn_2013 00006 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00005 F1_Ungarn_2013 00010 F1_Ungarn_2013 00004 F1_Ungarn_2013 00017 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Sergio Perez in action F1_Ungarn_2013 00015 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00011 Jenson button in action 2013 Hungarian Grand Prix - Saturday

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October 10 2011

05:58

Formel Eins: Analyse Suzuka 2011

Sebastian Vettel holte sich wie erwartet die WM-Krone, doch der Red Bull war überraschenderweise nicht das dominierende Auto am Wochenende.

Selten haben sämtliche Experten vor einem Wochenende so falsch gelegen. Und auch in unserer Vorschau lagen wir (besser gesagt ich) komplett daneben. Der Red Bull war in Suzuka nicht so stark, wie das alle vermutet hatten. Stattdessen waren Ferrari und McLaren auf Augenhöhe und konnten Vettel mächtig unter Druck setzen. Das änderte zwar nichts mehr an der WM, aber die Frage ist schon, warum der RB7 auf einer Strecke, die ihm eigentlich so gut liegen sollte, nicht dominieren konnte? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, James Allen, der uns ja auch immer die Strategie-Analyse liefert, ist sich auch noch nicht sicher. Vermutlich gibt es aber zwei Gründe, für die eher schwache Performance des Teams.

Der erste Grund könnte der Radsturz sein. Seit Monaten vermutet man, dass Red Bull in der Quali und im Rennen mit Sturzwerten an der Vorderachse unterwegs ist, die dem Wagen erlauben, die Reifen besonders schnell auf Temperatur zu bekommen. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass der Reifenverschleiss besonders hoch ist, was auf dem eher aggressiven Asphalt in Suzuka keine gute Sache ist. Wie man hört, hatte Red Bull mit dem Verschleiß der “Soft” Reifen zu kämpfen, weswegen man sich für eine deutlich konservativere Herangehensweise in Japan entschloss. Womit auch der zweite Grund genannt wäre: Red Bull wollte Punkte, nicht den Sieg. Man ordnete einen Sieg dem WM-Titel unter. Die Frage ist allerdings, warum Red Bull so vorsichtig war. Ein Punkt in 5 Rennen sollte ja nun kein Problem sein.

Das McLaren und vor allem Jenson Button so stark waren, hat mich auch überrascht. Button gelang die schnellste Runde im Rennen, ohne die Spritspar-Aktion am Ende des Rennens, wäre der Vorsprung gegenüber Alonso und Vettel und noch größer ausgefallen. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass der McLaren ein neues DRS-System an Bord hatte, aber das allein kann nicht der Grund gewesen sein, warum Button gewonnen hat. Vielmehr war es mal wieder seine Eigenart, die Reifen besonders zu schonen, die es ihm erlaubte, den klassischen “Undercut” gegenüber Vettel zu schaffen. Da der Red Bull die Reifen schneller verbrauchte, verlor Vettel auf den Runden vor seinem Boxenstopp zu viel Zeit, und Button gelang es wiederum auf den letzte Runden das letzte aus seinen Pirelli rauszuholen. Dennoch ist es interessant, dass McLaren auf einem Red Bull Kurs so viel Zeit gefunden hat. Sollte die Briten da dauerhaft etwas gefunden haben, was die Performance des Wagens derartig verbessert, dürften dass noch interessante Rennen in diesem Jahr werden.

Button ließ sich auch durch das harte, fast etwas unfaire Manöver von Vettel am Start nicht beirren. Sein Glück war allerdings, dass sich Hamilton im ersten Stint einen schleichenden Plattfuss einfing, der er es ihm erlaubte, an seinem Kollegen vorbei zu gehen. Sonst wäre es schwer für ihn gewesen, das Rennen zu gewinnen. Hamilton seinerseits hatte mal wieder ein eher schwieriges Rennen. Durch den frühen Stopp fiel er weit zurück und verlor Zeit im Mittelfeld, besonders im Kampf gegen seinen Lieblingsgegner Felippe Massa. Die beiden werden auch keine Freunde mehr.

Ferrari sah am Wochenende nicht sonderlich stark aus, sondern lieferte nur eine solide Performance ab. Der zweite Platz von Alonso ist eher eine Überraschung und der konservativen Strategie von Red Bull zuzuschreiben. Der Abstand im Rennen zu McLaren war zwar nicht groß, es fehlten nur ein paar Zehntel, was angesichts der sonst so ausgeprägten Schwäche der Ferrari auf den Medium-Reifen, schon etwas überraschte.

Ein eher unauffälliges, aber gutes Rennen fuhr Michael Schumacher, dem das Kunststück gelang, mit einem ultra-langem Mittelstint Felippe Massa hinter sich zu lassen. Platz 6 ist eine nette Belohnung, mehr ist da im Moment nicht drin. Erstaunlich war da eher, wie lange Rosberg brauchte, um sich das aus dem hinteren Mittelfeld zu befreien. Die Idee, auf den “Medium” zu starten, war auf dem Papier gut, aber im Rennen hatte er Probleme an den Toro Rosso, den Williams und den Force India vorbei zu kommen. Es war ein hartes Rennen für den Deutschen, zumal die Zeitabstände im Mittelfeld immer knapp blieben und Suzuka jetzt nicht gerade für einen Überholmarathon bekannt ist.

Enttäuschend verlief das Rennen für beide Force India und Kamui Kobayashi. Dem Japaner fiel beim Start die Drehzahl in der Keller und statt eines guten Platz 7 kam er nach der ersten Runde nur auf P12 zurück. Teamkollege Sergio Perez schlug den Japaner mal wieder deutlich im Rennen, was mittlerweile fast schon zur Normalität geworden ist. Perez, auf den Ferrari ein Auge geworfen hat, ist entweder wirklich so gut, oder Kobayashi steckt seit Wochen in einem ziemlichen Tief. Das er am Ende auch hinter beiden Force India landete, war jedenfalls sehr enttäuschend. Bei den Indern konnte sich Adrian Sutil immerhin gegen Di Resta durchsetzen, aber beide hatten gegen Petrov im Renault keine Chance.

Völlig unter ging Bruno Senna, der das gesamte Wochenende nicht an die Leistungen der bisherigen Rennen anschließen konnte. Er versemmelte die Quali ebenso wie seinen Start und spielte absolut keine Rolle. Das war jetzt nicht gerade eine Bewerbungsfahrt für 2012 und Renault wird inständig hoffen, das Robert Kubica wieder komplett gesundet. Da man davon aber nicht ausgehen kann, sollte sich Renault vielleicht mal überlegen, Romain Grosjean ein, zwei Rennen zu geben. Der saß in Japan auch immerhin schon am Kommandostand.

Ein positives Zeichen gab es von Lotus zu vermelden. Man blieb, sicherlich auch dank der unnötig langen SC-Phase, in der Führungsrunde und hatte am Ende “nur” rund 1.20 Min Abstand zu Button. Man ist zwar noch immer ein gutes Stück vom Mittelfeld weg, aber Di Resta lag “nur” 30 Sekunden weiter vorne, was ungefähr einer halben Sekunde pro Runde im Renntrimm entspricht. Das sah schon mal schlechter aus. Man hört allerdings, das Mike Gasconye für 2012 unter Druck steht. Tony Fernandes will bessere Ergebnisse sehen und der Lotus (oder wie auch immer das Team 2012 heissen wird) soll zumindest mal in die Region um P12 vorstossen.

Das Rennen in Suzuka war ein eher maues Rennen, sehr geprägt von taktischen Überlegungen und wenig Überholmanövern. Kein Klassiker, den man sich immer mal wieder anschauen muss, aber das wird Vettel egal sein. Er hat mit seinem zweiten WM-Titel in Folge etwas erreicht, was so große Namen wie Ascari, Fangio, Brabham, Prost, Senna, Schumacher, Häkkinen und Alonso geschafft haben. Und er ist der jüngste Doppel-Weltmeister aller Zeiten. Es ist jetzt schon abzusehen, dass Vettel die 10er Jahre ebenso dominieren kann, wie das Schumacher zur Jahrtausendwende gelungen ist. Auf jeden Fall gibt es an seinem WM-Titel in diesem Jahr nichts zu rütteln. Er hat keine Fehler macht, er war der schnellste Mann auf der Strecke und hatte den besten Wagen. Aber die Luft wird dünner vorne, vor allem, weil McLaren aufholt.

Das könnte schon in diesem Jahr zum tragen kommen, denn der Titel des Vize-Weltmeisters, auch wenn er nicht viel Wert ist, ist durchaus interessant. Im Moment hat Button mit 210 Punkten die Nase vorn, dahinter folgen Alonso (202), Webber (194) und schon etwas abgeschlagen Lewis Hamilton mit 178 Punkten. Immerhin etwas, auf das man sich in den nächsten Rennen freuen kann.

F1 Grand Prix of Japan - Race F1_Japan_2011_1 F1_Japan_2011_2 F1_Japan_2011_3 F1_Japan_2011_4 F1_Japan_2011_5 Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. Formula One World Championship, Rd 15, Japanese Grand Prix, Race, Suzuka, Japan, Sunday 9 October 2011. F1_Japan_2011_10 F1_Japan_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Japan Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Japan F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Practice F1 Grand Prix of Japan - Qualifying F1_Japan_2011_21 F1_Japan_2011_22 F1_Japan_2011_23 F1_Japan_2011_24 F1_Japan_2011_25 F1_Japan_2011_26 F1_Japan_2011_27 F1_Japan_2011_28

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July 29 2011

11:45

WTCC: Vorschau Oschersleben 2011

Die Tourenwagen WM macht Station in Deutschland und fährt auf dem verwinkelten Kurs von Oschersleben. Überraschungen darf man nicht erwarten.

Auch in Oschersleben werden die Chevrolet Cruze wieder den Ton angeben. Zwar hat die FIA mal wieder an den Gewichten gespielt, aber große Änderungen sollten man nicht erwarten. Sieger der erneuten Jonglage mit den Bleigewichten ist in dieser BMW. Die fahren nun mit 1170kg Gesamtgewicht herum, was 20 Kilo weniger sind, als sie schon hatten. Auf dem engen Kurs in Oschersleben sollte diese Erleichertung den BMWs einiges bringen. Für das Team Engstler ist der Auftritt natürlich ein Heimspiel und nach den guten Ergebnissen in den letzten Rennen, wird man vermutlich versuchen, wieder ein Top 5 Ergebnis zu erzielen. Aber auch Tom Coronels BMW hat ein wenig an Gewicht verloren.

Ob die leichte Gewichtsveränderunge aber dafür sorgen wird, dass die BMW die Cruze unter Druck setzten können? Die BMW gehen in Oschersleben normalerweise gut, aber eine wirkliche Überraschung wird ihnen kaum gelingen können. Dem Cruze sollte die Strecke ebenfalls recht gut liegen, da der Wagen enge Strecken durchaus gerne mag.

Bleibt als dritte Mannschaft noch die von Seat. Deren neuer 1.6 Liter Motor hat sich zumindest schon mal als recht potent erwiesen, so dass man die BMW einigermaßen unter Kontrolle hatte. Tarquini zeigte sich recht angetan bisher, auch wenn er immer noch einen Leistungsmangel beklagt. Grundproblem des Leon ist aber, dass das Chassis einfach zu alt ist. Ein neues ist aber nicht in Sicht, da Seat ja offiziell ja nicht mehr in der WM mitmacht.

Volvo muss 10 kg mehr draufpacken, aber der C30 hat sich bisher als recht starkes Fahrzeug gezeigt. Der Motor hat offenbar genug Leistung, es fehlt aber noch an der Feinabstimmung. Die Schweden halten sich mit Informationen über die Fahrbeitkeit des Motors zurück, was eine Einschätzung schwer macht. Aber man kann die Fortschritte des Teams deutlich sehen und die Formkurve zeigt nach oben.

Spannung wird man am Wochenende wohl nur vom Kampf zwischen Yvan Muller und Rob Huff erwarten können. Die Stimmung zwischen beiden ist schon leicht gereizt, Chevy lässt seine Fahrer aber weiterhin frei fahren. Noch führt Huff in der WM mit knappen 15 Punkten, was der Sache weiter etwas Zündstoff gibt.

Falls es untergegangen sein sollte: Ford kommt 2012 mmit einem Werksteam wieder in die Tourenwagenmeisterschaft. Man wird 2 Fahrer einsetzen, davon vermutlich einen aus BTCC, was Tom Chilton sein dürfte. Der Einstieg eines weiteren Herstellers wird die Serie deutlich aufwerten, aber noch mal so ein Jahr wie dieses hätte die WTCC vermutlich nicht überlebt.

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November 15 2010

07:12

Formel Eins: Analyse Abu Dhabi GP 2010

Es war kein sonderlich spannendes Rennen, aber es lebte davon, dass Ferrari sich komplett verzockte und McLaren zwei der drei Titelanwärter in die Suppe spuckte.

Im Grunde war die Sache ja nach den Rennen in Korea und Brasilien klar. Red Bull hat den schnellsten Wagen, dahinter kommt der Ferrari mit Alonso. Wenn alles normal laufen würde, müsste die Frage also nur lauten, ob Vettel seinen Kollegen Webber vorbei lassen würde, wenn es um den Titel geht. Aber niemand hatte damit gerechnet, dass die McLaren plötzlich wieder vorne dabei sein würden. Die Briten hatten sich im Titelkampf schon im September verheddert, als damit anfingen, den F-Schacht und den Heckflügel zu verändern. Und ausgerechnet in Abu Dhabi hatte man die Probleme plötzlich im Griff. Dazu kam, dass Mark Webber das gesamte Wochenende nicht in Schwung kam. Und all das spielte Sebastian Vettel in Hände, der einfach mal wieder das machte, was er am Besten kann: Vorne liegen. Doch sein Speed hätte ihm auch nicht geholfen, wenn Ferrari nicht einen fürchterlichen Strategiefehler begangen hatte.

Das Problem von Ferrari fing schon am Start an, als Button auf der vermeintlich schmutzigen Seite einen phänomenalen Start hin legte, und einen zurecht vorsichtigen Alonso auf Platz 4 schob. Damit lag Alonso aber immer noch bequem auf Meisterschaftskurs, zu mal Webber hinter ihm lag. Wäre das Rennen so ausgegangen, hätte er den WM mit zwei Punkten Vorsprung gewonnen. Doch dann verlor Ferrari die Geduld und den Überblick. Rosberg und Petrov nutzten die Safety Car Phase, um die harten Reifen aufzuziehen. Bei Mercedes war das eine logische Entscheidung, da man mit dem weichen Reifen am gesamten Wochenende nicht klar kam. Selbiges galt für Renault, die Kubica beim Start auf “Hart” gesetzt hatten. Die Rundenzeiten von Rosberg und Kubica waren allerdings nicht sonderlich gut, sie stellten noch keine Gefahr dar.

Anders sah es Ferrari wohl bei der Entscheidung von Webber, sehr früh die harten Reifen zu nehmen. Man befürchtete, dass die weichen Reifen einbrechen würden und man Webber würde passieren lassen müssen. Das der nach seinen Stopp schnell Alguersuari schnappte und sich auf dem Weg Richtung Petrov und Rosberg machte, schien die Überlegung nur zu unterstützen. Doch dabei verpasste man wohl, sich die Abstände anzuschauen, denn man hatte nur 16 Sekunden Vorsprung auf Rosberg und 19 auf Petrov. Es war klar, dass Alonso hinter beiden landen würde. Die Befrüchtung war, dass die weichen Reifen noch weiter einbrechen würden und auch Webber vorbeiziehen könnte.

Dabei offenbarte ein Blick auf die Rundenzeiten, dass Alonso gar nicht so schlecht unterwegs war. Die Top 4 fuhren mehr oder weniger zeitgleich, teilweise brachen die Zeiten in die 1.46er Region ein. Doch weiter hinten kam man auch nicht wirklich voran. Statt in dem Fall mal zu warten, was die vor ihm fahrenden machen und wie sich die Zeiten in den nächsten zwei Runden entwickeln würden, reagierte man hektisch und holte Alonso rein, der danach wie erwartet stecken blieb. Das man an Petrov nicht vorbei kam, war sicher etwas überraschend, auch wenn man vorher sehen konnte, dass der Renault nicht der langsamste war. Und selbst wenn man Petrov geschnappt hätte, wäre da immer noch Rosberg gewesen, dessen Wagen nun mit Sicherheit auf der Geraden nicht leicht zu überholen war.

Was Ferrari auch nicht beachtet hatte, und in diesem Jahr immer wieder vorgekommen ist, war die Entwicklung der Reifen im Rennen. Wenn 24 Wagen mit Super Soft unterwegs sind und jede Menge frisches Gummi legen, hat es sich oft gezeigt, dass die Reifen bei weiten nicht so schnell einbrechen, wie in den Einzelruns im Training. Aber das ist für Ferrari sicher schwer einzuschätzen gewesen. Dennoch hätte man sich nicht auf das Spiel des frühen Stopps einlassen sollen, zu mal man Massa auch als “Testballon” hätte nehmen können. So lange die Abstände nach vorne nicht zu groß und nach hinten nicht zu knapp wurden, war ein Stopp komplett unnötig.

Das ausgerechnet dem erfahrensten Team in der Formel Eins so ein Fehler unterläuft, ist sicher ungewöhnlich, zumal man ja auch einen Vorsprung von 7 Punkten verwalten konnte. Das Webber, der am Wochenende klar langsamer als Vettel und Alonso war, eine andere Strategie versuchen würde, ist logisch, dass Ferrari nicht die beiden McLaren und Vettel im Blick hatte, ist nicht nachvollziehbar.

Natürlich kann sich Vettel auch bei überraschend starken McLaren für seinen ersten WM-Titel bedanken. Ohne deren plötzlichen Energieanfall im letzten Rennen des Jahres, hätte die Reihenfolge am Start Vettel-Alonso-Webber gelautet. Doch McLaren wirbelte die ganze Sache durcheinander und verursachte offenbar bei Ferrari eine nachhaltige Verwirrung.

Die zweite Frage vom Wochenende lautete: Was war mit Webber los? In keinem Moment konnte er die Zeiten von Vettel halten, seine Quali Performance war eine der schlechtesten des Jahres, nur in Singapur (5.) und Bahrain (6.) war er schlechter. Man kann lange spekulieren, warum Webber so mies drauf war. Ein Grund könnte der Motor gewesen sein, der das kurze Rennen in Korea und das in Brasilien auf dem Buckel hatte, doch Webber war zumindest auf der Geraden 2 km/h schneller, als sein Teamkollege. Dennoch kann es sein, dass dem Motor etwas “Dampf” fehlte, während des von Vettel vielleicht etwas besser ging. Aber sind reine Spekulationen. Tatsache ist auch, dass Webber seit dem Rennen in Singapur nicht mehr schneller als Vettel war. Die WM hat er nicht in Abu Dhabi verloren, sondern in all den Rennen, in denen er langsamer als Vettel war (Japan, Brasilien). Dazu sein überflüssiger Unfall aus Korea, wo er hinter Alonso zumindest Zweiter werden können. Allein die beiden Siege machen 14 Punkte aus, Webber wäre Weltmeister, weil er mehr Siege als Vettel gehabt hätte. Aber Webber war nicht dazu in der Lage, Vettel schlagen zu können.

Und natürlich ist Vettel ein würdiger Weltmeister, auch wenn er erst am letzten Tag der WM die Führung übernommen hat. Er hat die meisten Poles, er hat (zusammen mit Alonso) die meisten Siege, was will man mehr. Er war die dominierende Person in diesem Jahr, er hat viel Pech gehabt (Bahrain, Australien, Korea), viel Blödsinn gebaut (Türkei, Spa) und vermutlich damit so jedes Hoch und Tief durchlaufen, dass ein Fahrer in einer Saison haben kann. Er hat sich nicht, bzw. nur selten, aus der Ruhe bringen lassen, er hat Rückschläge weggesteckt und ist bei Siegen nicht abgehoben. Im Gegensatz zu Webber hat er nicht sein Team angegriffen, wenn es mal nicht so gut gelaufen ist. Letzters mag sicher auch daran liegen, dass es Red Bull schon nicht unangenehm ist, dass das eigene “Ziehkind” Weltmeister geworden ist. Es war seine Saison, er hat am Ende auch das Glück gehabt, dass ihm in vielen Rennen gefehlt hat. Und es ist gut, dass Alonso nicht mit weniger als sieben Punkten Weltmeister geworden ist. Die Sache aus Hockenheim hätte Ferrari sicher nicht gestört, aber die Fans dafür um so mehr.

Man muss kein Hellseher sein, um zu sagen, dass der Titel kein Einzelexemplar sein könnte. Ähnlich wie Hamilton und Alonso hat er jede Menge Talent und Willen, um weitere Titel zu erreichen. Das wird allerdings nicht leicht werden, denn wenn im nächsten Jahr Mercedes mal den Anschluss finden sollte, dass kommt mit Rosberg noch ein Fahrer, der das Zeug hat, ganz vorne mit dabei zu sein. Aber Vettel hat das Zeug zu einem ganz großen Fahrer zu reifen, er hat schon alle Anlagen dazu. Man darf sich auf jeden Fall schon auf die Saison 2011 und den Versuch seiner Titelverteidigung freuen. Leicht wird es mit Sicherheit nicht.

Was im Rennen sonst noch war:

- Sehr gutes Rennen von Petrov, der schon eine gute Quali hatte. Das Ergebnis dürfte es Renault-GenII-Lotus, oder wie man im nächsten Jahr heißen wird, schwer machen, den Russen zu ersetzen. Dennoch hat mich seine Leistung in diesem Jahr aber nicht überzeugt. Mehr dazu dann im großen F1 Rückblick, der im Dezember folgt.

- Versöhnliches Ende für Mercedes, die Rosberg auf Platz 4 hieven konnte. Schumacher hatte bei seinem, selbstverschuldeten, Chrash eine Menge Glück. Seine Saison hörte also so auf, wie sie begonnen hat: Miserabel.

- Ein Lob auch an Jamie Alguersuari, der fast das gesamte Rennen Felippe Massa in Schach halten konnte und Toro Rosso 2 Punkte holen konnte.

- Force India konnte Williams nicht mehr den sechsten Platz in der WM abspenstig machen, und das obwohl Williams in Abu Dhabi erwartungsgemäß schlecht war.

- Richard Branson hatte mit Tony Fernades zum Start der Saison gewettet, dass sein Virgin Team die Konkurrenz von Lotus schlagen würde. Wetteinsatz: Der Verlierer muss als “Stewardess” auf einem Flug des anderen arbeiten. Branson hat verloren, also muss er bei Air Asia antreten. Fernandes hat ihm schon mal eine Uniform überreicht. Der Flug soll ab London statt finden und die Plätze werden bei Ebay versteigert. Der Erlös soll einem guten Zweck zugeführt werden.

- Abschied nehmen heisst es von Bridgestone, die in den 14 Jahren, in denen sie in der F1 waren, fantastische Arbeit geleistet haben. Vor allem, seit dem sie Alleinausstatter waren. Die PR-Abteilung hat zum Abschluss aufgelistet, wo man in der “All-Time” F1-Wertung steht:

F1 Grand Prix win statistics by tyre company
1 Goodyear 368 wins
2 Bridgestone 175 wins
3 Michelin 102 wins
4 Dunlop 83 wins
5 Firestone 49 wins
6 Pirelli 42 wins
7 Continental 10 wins
7 Englebert 10 wins

- sky hat sich gestern auch recht emotional verabschiedet. Es ist noch nicht klar, ob man die Rechte nun wirklich nicht verlängert, allerdings sprachen die Gesichter von Tanja Bauer und vor allem Jacques Schulz schon Bände. Schulz sah richtig gehend erschüttert aus. Es gab keinen Hinweis, dass man sich 2011 wiedersehen würde, Lauterbach verabschiedete sich mit einem “Bis bald”. Es gibt keinerlei Neuigkeiten in Sachen sky und F1. Letzter Stand ist, dass sky die Verlängerung weiterhin prüft. Man will wohl abschätzen, wie viele Kunden man verlieren würde, wenn die F1 nicht mehr auftaucht. Das man vor dem Ende der Saison nicht dazu in der Lage war, diese Zahlen zu erheben, spricht nicht gerade für eine mögliche Verlängerung. Den besten Zeitpunkt für die Verkündigung hat man in Abu Dhabi jedenfalls verpasst.
F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1_Abu_Dhabi_2010_1 F1_Abu_Dhabi_2010_2 2010 Abu Dhabi Grand Prix 2010 Abu Dhabi Grand Prix F1_Abu_Dhabi_2010_5 F1_Abu_Dhabi_2010_6 F1_Abu_Dhabi_2010_7 F1_Abu_Dhabi_2010_8 F1_Abu_Dhabi_2010_9 F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Qualifying F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Qualifying F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Qualifying F1_Abu_Dhabi_2010_13 F1_Abu_Dhabi_2010_14 F1_Abu_Dhabi_2010_15 F1_Abu_Dhabi_2010_16 Formula One World Championship Formula One World Championship F1_Abu_Dhabi_2010_19 F1_Abu_Dhabi_2010_20 F1_Abu_Dhabi_2010_21 F1_Abu_Dhabi_2010_22 F1_Abu_Dhabi_2010_23 F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race F1 Grand Prix of Abu Dhabi - Race
Bilder: Red Bull/Getty, Lotus, VirginF1, HispaniaF1, Ferrari, Mercedes, Toro Rosso/Getty, Renault, Williams

November 11 2010

11:56

Formel Eins: Vorschau Abu Dhabi GP 2010

…and the Winner is… Diese Frage wird man erst am Sonntagnachmittag wissen. Den Fan erwartet auf jeden Fall ein spannendes Finale auf der arabischen Halbinsel.

Die Konstellation für das Wochenende ist bekannt. Gleich vier Fahrer können noch Weltmeister werden, wenn man denn den schon leicht abgeschlagenen Lewis Hamilton noch mit zählt. Aber damit der McLaren gewinnen kann, müsste man dann doch etwas mehr passieren, denn die letzten Rennen haben gezeigt, dass die Briten nicht gerade ein Auto haben, dass im richtigen Moment konkurrenzfähig ist. Bleiben also Alonso, Vettel und Webber, die sich um den Titel streiten. Und von diesen hat wiederum Alonso die beste Ausgangsposition. Ihm reicht ein zweiter Platz zum Gewinn des Titels, was nicht nach einer unlösbaren Aufgabe klingt. Aber der F60 hat in diesem Jahr immer wieder gezeigt, dass er unberechenbar ist. Mal funktioniert er perfekt, mal ist er, wie letzte Woche in Brasilien, einfach nicht schnell genug. Die großen Favoriten heißen also Red Bull und die alles entscheidende Frage lautet, ob Vettel seinen Teamkollegen Webber im entscheidenden Moment vorbei lassen würde.

Es gibt viele Konstellationen, wer wann wie Weltmeister werden kann. Die einfachste ist der erwähnte zweite Platz von Alonso. Würde Webber gewinnen und Alonso zweiter werden, hätte Alonso den Titel mit einem Punkt Vorsprung gewonnen. Liegt Vettel vor Webber und Alonso auf Platz 3 wird er mit 5 Punkten vor Vettel Weltmeister. Lässt Vettel allerdings Webber vorbei, gewinnt Webber mit 2 Punkten Vorsprung vor Webber. Interessant wird es, wenn Alonso nur auf Platz 5 reinkommt, während Vettel vor Webber gewinnt. Dann wären alle drei Piloten punktgleich und Vettel hätte den Titel gewonnen, weil 2 vierte Plätze mehr als Alonso hat, in allen Plätzen liegen beide gleichauf. Webber wäre sogar nur auf Platz 3, weil er einen Sieg weniger als die beiden Kollegen aufweist. Eine solche Entscheidung hätte es in der F1 noch nie gegeben. Es gibt sogar die Variante, das Hamilton Meister wird. Dafür müsste Hamilton gewinnen, Vettel müsste dritter, Webber sechster werden und Alonso darf keine Punkte machen. Hamilton hätte die WM mit einem Punkt gewonnen, während die anderen mit 246 Punkten gleichauf liegen würden.

Die letzte Variante ist recht unwahrscheinlich, wenn man von den bisherigen Leistungen ausgeht, dürften sich Alonso, Vettel und Webber um die ersten drei Plätze streiten. Das die Red Bull in Abu Dhabi vor allem im letzten Streckenabschnitt große Vorteile haben werden, liegt auf der Hand. Sollte es am Ende so sein, dass Vettel vor Webber liegt, stellt sich die Frage, ob und vor allem wann der Deutsche seinen Teamkollegen vorbeiwinkt. Es könnte ja immerhin sein, dass Alonso in der letzten Runde Motor hoch geht, und dann wäre Vettel Weltmeister. Verzichtet er also freiwillig auf den Sieg und den Titel? Wie doof steht Vettel da, wenn Alonso in der letzten Runde ausfällt und er Webber gerade vorbei gelassen hat? Würde Webber dann wieder zurückstecken und seinerseits die Dominanz von Vettel anerkennen? Eigentlich bleibt Webber nichts anderes übrig, als zu siegen um dann zu sehen, was hinter ihm passiert, doch seine momentane Form spricht nicht gerade für ihn, vor allem nicht in der Qualifikation, wo ihm Vettel die nötigen Hunderstel abknöpft.

Red Bull hat zumindest im Vorfeld klar gestellt, dass es keine Teamorder (die sowieso verboten ist) geben wird. Beide Fahrer sollen ihr Rennen fahren, wenn man den Titel verlieren würde, wäre das halt so. Durch die Blume gesagt: “So, wie Ferrari, wollen wir den Titel nicht holen.” Das entspricht dem Markenverständnis von Red Bull, die zum einen darauf setzen, dass nur der Beste gewinnt, egal wen sie unterstützen, und zum anderen spiegelt es auch das gnadenlose Aussiebprogramm der Nachwuchsföderung wieder. Man bekommt nichts geschenkt, auch nicht, wenn es um einen Titel geht. Sollte Alonso Weltmeister werden, wird über diesem Titel immer die auch bestrafte Aktion von Hockenheim schweben. Allerdings: Wer erinnert sich daran schon in 10 oder mehr Jahren? Mike Hawthorne hat in den 50ern mal einen Titel an Fangio verschenkt. Fangio kennt heute noch jeder, Hawthorne nur noch echte Fans. Ferrari und die italienischen Medien werden jedenfalls keine Probleme haben und das Argument, dass es sich um einen “Teamsport” handelt, ist ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Weiter hinten geht es eigentlich nur darum, eine gute Figur zu machen. Williams und Force India streite sich noch um den sechsten Platz der WM-Wertung, der gerüchteweise bis zu 5 Millionen Dollar wert ist. Sollte es den Briten gelingen, diesen Platz zu sichern, spricht vieles dafür, dass Hülkenberg im Team bleiben kann. Force India wiederum ist in den letzten Rennen extrem schlecht aufgelegt, allerdings könnten sie in Abu Dhabi auf Grund der vielen und sehr langen Geraden besser drauf sein. Der Williams hat, wie man auch in Brasilien sehen konnte, keinen guten Topspeed, aber ich rechne nicht damit, dass den Indern noch ein Sprung nach vorne gelingt.

Mercedes sollte gut dabei sein, wenn alles passt, hat man sogar Chancen, sich mit den McLaren zu duellieren. Komischerweise geht der MGP besser, seit dem man die Entwicklung eingestellt hat und auch Michael Schumacher scheint seit dem weniger Probleme zu haben. Marc Surer vermutet, dass das Team eben auf Grund der fehlenden Neuerungen besser in der Lage ist, den Wagen zu verstehen. Das gilt auch für Schumacher, der die letzten Rennen als Testfahrten nutzen konnte. Statt sich weiter auf irgendwelche neue Bauteile einstellen zu müssen, konnte er das machen, was er am besten kann: Den Wagen suksessive so einstellen, dass er zu ihm passt. Der Abstand zu Rosberg ist in den letzten Rennen jedenfalls auf wenige Tausendstel geschrumpft.

Renault hat zwar in den letzte Rennen enttäuscht, ist aber immer ein Faktor für die Plätze 5 bis 10. Auch Sauber könnte in Abu Dhabi noch einmal Punkte sammeln. Der Rest wird wohl keine Rolle spielen.

Die Strecke selber hat durchaus ihre Reize. Man startet am Tag und fährt in die Nacht hinein, dazu kommen die beiden ellenlangen geraden, die den eh schon belasteten Motoren noch einmal alles abverlangen werden. Das könnte sich, vor allem bei der Hitze, zu einer Materialschlacht entwicklen, die auch die WM-Leader betrifft. Das letztjährige Rennen war allerdings ziemlich öde, allerdings war die WM da auch schon entschieden. Viel erwarte ich aber auch in diesem Jahr nicht.

Abschied nehmen heißt es von Bridgestone, die zum letzten Mal Reifen an die Strecke schleppen. Die Japaner werden 2011 bekanntermaßen von Pirelli ersetzt, deren Reifen nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi auch zum ersten Mal getestet werden. Das die Japaner sich zurückziehen ist bedauerlich, haben sie doch in den letzten Jahren akribisch dafür gesorgt, dass die Reifen möglichst allen die gleichen Chancen geben. Reifenplatzer kamen so gut wie nie vor, die Performancce stimmte immer. Pirelli wird es schwer haben, diese Vorgaben zu erfüllen.

Zum Wetter muss man wohl kein Wort verlieren. Es wird mit über 30 Grad richtig heiß und Regen ist nicht angesagt. Die Übertragungzeiten sind wie in Europa.

Freitag:
9.55 Uhr 1. FT, 13.55 Uhr 2. FT
Samstag:
13:55 Uhr 3. FT, 13.55 Uhr Quali
Sonntag:
13:55 Uhr Rennen

November 08 2010

11:22

Formel Eins: Analyse Brasilien GP 2010

Ein erstaunlich ruhiges Rennen war das dieses Jahr in Brasilien. Zumindest an der Spitze. Die WM ist dadurch noch spannender geworden.

Das hatte sich Ferrari anders vorgestellt. Auch wenn man vor dem Rennen den Ball etwas flach gehalten hatte, war es doch offensichtlich, dass man sich in Interlagos eine Menge ausgerechnet hatte. Die Strecke sollte dem Wagen gut liegen, vor allem deutlich besser, als der Kurs in der nächsten Woche. Aber schon am Freitag wurde sichtbar, dass die Italiener gegen die Red Bull keine Chance haben würden. Die fast schon spielerische Dominanz mit der die Österreicher ab der ersten Minute des Rennwochenendes den Rest des Feldes dominierten, war schon beängstigend. Ich hatte das nicht in der Form erwartet, und offenbar auch nicht Ferrari, die allerdings mit dem schlechten Wetter am Samstag nicht klar gekommen sind. Dass Alonso nach dem Rennen meinte, dass die WM in Abu Dhabi komplett offen sei, deutet schon an, dass man sich für Abu Dhabi in keiner guten Position sieht. Die Ergebnis des Rennens macht die WM immerhin richtig spannend.

Klar ist, dass nur noch Alonso, Webber und Vettel Weltmeister werden können. Hamilton hat zwar noch rechnerisch Chancen auf den Titel, aber da müsste in der Yas Marina schon einiges Zusammenkommen, damit er das schafft. Aber seit 2007 sollte man ja vorsichtig sein, mit Vorhersagen. Aus eigener Kraft wird Hamilton es nicht schaffen, dafür hat McLaren auch zu sehr den Anschluss verloren. Zwar gelang dem Briten die schnellste Runde des Rennens, aber die McLaren haben seit Wochen Probleme mit ihrem Wagen. Offenbar funktioniert er mit vollen Tanks nicht sonderlich gut und neigt zu einem fiesen Untersteuern. Interessant ist, dass Button mit dem McLaren besser klar kommt, wenn das Rennen los geht, während Hamilton gegen Ende des Rennens zulegen kann, wenn das geringere Gewicht auch das Untersteuern beseitigt. Aber dieses Problem wird man innerhalb der nächsten 5 Tage wohl kaum lösen können.

Red Bull zeigte in Brasilien eine beeindruckende Leistung und sicherte sich zurecht den Konstrukteurstitel, der dem Team insgesamt wichtiger ist, als die Fahrer WM. Das ist nichts neues, McLaren und anderen Teams war und ist der Team-Titel schon immer wichtiger. Auch den Mechanikern geht es so, denn er reflektiert ihre Arbeit hinter den Kulissen. Verdient war der Titel in jedem Fall, denn Red Bull hatte das mit Abstand beste Auto innerhalb der fast abgelaufenen Saison. Es gab, abgesehen von Monza, kaum eine Strecke, auf der der RB6 nicht glänzen konnte, er hatte einfach kaum Schwächen. Das man die WM nicht schon längst gewonnen hat, lag eher am Renault Motor und den kleinen Aussetzer der Fahrer. Und natürlich auch daran, dass Red Bull seine Fahrer von der Leine gelassen hat. Das mag in der modernen Formel Eins selten geworden sein, aber im Grunde ist es genau das, was man sehen will. Aber wenn Alonso am Ende den Titel mit jenen Punkten gewinnen sollte, die er Massa in Hockenheim abnehmen durfte, muss man sich schon fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, Webber in Brasilien gewinnen zu lassen. Den Team-Titel hätte man so oder so gewonnen, dazu hätte man Webber auf einen Punkt an Alonso heran gebracht und angesichts der zu vermutenden Dominanz von Red Bull in Abu Dhabi wäre der Titel ein wenig näher gekommen.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass der Defektteufel bei Webber in diesem Jahr noch nicht zugeschlagen hat. Rein statistisch gesehen ist die Chance groß, dass genau das im letzten Rennen passieren könnte. Und dann hat man in dieser Konstellation wenigstens noch Vettel mit einer minimalen Chance im Rennen. 15 Punkte sind zwar viel Holz, aber es ist nicht unmöglich, dass er es machen kann. Wenn er gewinnt, Webber zweiter wird und Alonso nur auf Platz 6 landet, gewinnt Vettel den Titel trotz Punktgleichheit mit Webber, weil er einen Sieg mehr hat. Wird Alonso in der Konstallation fünfter, haben alle drei (!) Piloten 256 Punkte und Alonso holt den Titel, weil er einen vierten Platz (!) mehr als Vettel hat. Das sind alles Varianten, die nicht unwahrscheinlich sind. Ebenso wenig wie jene, in der Alonso auf Platz 2 ankommt und damit so oder so Meister ist.

Das Rennen selber plätscherte lange vor sich hin. Das der erstaunliche Hülkenberg die erste Runde nicht als Führender beenden würde, war vorher schon klar, Webber dürfte allerdings ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass er den Deutschen schnell hinter sich lassen konnte. Der hielt dann ein paar Runden Alonso auf, was schon klar machte, wie gut die Red Bull und wie “schlecht” der Ferrari war. Alonso verlor rund 12 Sekunden hinter Hülkenberg, aber selbst ohne diesen Verlust hätte er die beiden vor ihm nicht halten können. Vettel und Webber reduzierten ihr Tempo, nachdem Alonso weiter hinten lag, offenbar hatten beide Anweisung nicht schneller zu fahren. Der Zeitunterschied vor dem ersten Reifenstopp war schon interessant, denn man war mit vollen Tanks zu Beginn des Rennens rund 7 Zehntel schneller unterwegs, als später im Rennen. Und das, ohne dass die Reifen nachließen. Das Webber seinem Teamkollegen nicht näher auf die Pelle rückte, lag wohl dann auch daran, dass man sich auf ein “Stillhalteabkommen” verständigt hatte. So viel auch zum Thema “Jeder darf voll fahren”.

Weiter hinten brillierte Jenson Button zu Beginn des Rennens, als er früh an die Box ging, mit den für ihn deutlich besseren “Medium” Reifen durchs Feld schnitt und um ein Haar auch noch Lewis Hamilton geschnappt hätte, der erst spät an die Box kam. Überhaupt schienen die “Medium” die bessere Wahl für einige Teams zu sein. Nicht nur der McLaren, auch der Mercedes ging mit der härteren Mischung besser. Michael Schumacher zeigte ein beherztes Rennen. Obwohl er beim Start von Kubica unsanft im Senna-S ins Gras gedrückt wurde und auf Platz 11 zurückfiel. Er kämpfte sich schnell wieder in die Top Ten, doch sein schlecht getimter Stopp klemmte ihn hinter Sutil ein, der auf einem sehr langem Stint unterwegs war. Deswegen konnte Rosberg, obwohl er viel später an die Box kam und weit hinter Schumacher lag, am Ende direkt hinter dem Ex-Weltmeister landen, der ihn dann passieren ließ. Kurios war der Stopp von Rosberg während der Safety Car Phase. Obwohl er zweimal kommen musste, blieb er doch hinter Schumacher.

Nachdem Liuzzi seinen Force India nachdrücklich im Senna-S verschrottet hatte, kam die erwähnte SC-Phase, die das Feld aber nicht weiter durcheinander würfelte, weil die Rennleitung auch darauf verzichtete, das Feld zu sortieren. Warum man das nicht gemacht hat, habe ich auch nicht verstanden, vermutlich aber auch deswegen, weil das Feld wirklich extrem durch gemischt war. Es hätte Ewigkeiten gedauert, bis man das sortiert hätte. Leider war damit auch die Spannung vorne raus, nur im Mittelfeld herrschte das komplette Chaos, weil Teile des Feldes eine Runde zurück waren, andere Teile wieder nicht und man irgendwie aber trotzdem gegen- und miteinander kämpfte. In dem ganzen Chaos war es schwer, die blauen Flaggen richtig einzusetzen und am Ende fing sich nur Heidfeld eine nachvollziehbare Strafe ein. Ein wenig gewundert habe ich allerdings schon, dass es nicht mehr Strafen gab, vermutlich hat die Rennleitung da beide Augen zugedrückt.

Nico Hülkenberg kam am Ende als achter ins Ziel. Wäre man etwas früher reingekommen, hätte man vielleicht noch Schumacher abfangen können, aber mehr wäre vermutlich nicht drin gewesen. Der “Hulk” zeigte ein gutes Rennen, auch wenn es am Anfang nicht gut aussah, wie die anderen über ihn herfielen. Er hat sein Talent mal wieder gezeigt, die Frage wird sein, was Williams mit ihm jetzt macht. Im Interview bei sky verriet der, dass weder er noch Barrichello einen Vertrag für 2011 haben, was mich etwas überrascht hat, weil Barrichello schon als “bestätigt” galt. Wenn Williams Maldonado nehmen muss dürfte die Entscheidung für Frank Williams nicht leicht sein. Barrichello ist ein sicherer Punktelieferant, Hülkenberg scheint zumindest gegen Ende der Saison der schnellere zu sein. Mit den neuen Pirelli Reifen braucht man aber wieder die Erfahrung von Barrichello, weil man sich das Risiko von zwei Rookies nicht aufladen möchte. Vielleicht ist der Besuch von Ecclestone bei Hülkenberg vor dem Rennen ja gutes Zeichen. Dazu kommt, dass sich hinter den Kulissen in Sachen Renault/Lotus usw. eine Menge bewegt. Vielleicht dürfen auch beide bleiben, wenn es ihnen gelingt Force India in der WM hinter sich zu lassen. Denn der Platz vor den Indern ist 5 Millionen Dollar wert. Das sollte auch möglich sein, denn Force India sieht in den letzten Rennen sehr unsortiert aus und hat eigentlich keine Chance gegen die deutlich schnelleren Williams.

Die WM-Entscheidung in Abu Dhabi steht schon in einer Woche an und dürfte wohl zu den spannenderen Momenten des Jahres gehören. Da alle Red Bull vorne erwarten, wird die Frage der Woche lauten: “Wird Vetttel Webber vorbei lassen, wenn es um die WM geht?”.
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Bilder: Red Bull/Getty, Lotus, Virgin, Ferrari, MGP, Williams, Renault, Sauber, HRT

November 04 2010

09:11

Formel Eins: Vorschau GP Brasilien 2010

Es wird mal wieder spannend in Brasilien, wo die vier Titelkandidaten um die WM kämpfen. Alonso kann es allerdings gelassen angehen.

Ferrari hat alle Trümpfe in der Hand. Wer hätte das noch vor der Sommerpause gedacht, als man eher McLaren zutraute , die Red Bull zu schlagen? Jetzt führt der Doppel-Weltmeister von 05/06 mit satten 11 Punkten in der WM und er kann die Sache etwas ruhiger angehen. Denn Red Bull hat sich immer noch nicht dazu durchringen können Mark Webber den Vorzug zu geben, was angesichts seines katastrophalen Fehlers in Korea allerdings auch in einer gewissen Weise nachvollziehbar ist. Webber war in diesem Jahr aber bisher fehlerlos unterwegs und so ein wenig moralische Unterstützung täte dem Australier im WM-Kampf sicher nicht schlecht. Aber vielleicht hat man das ja intern erledigt. Zumindest wäre vermutlich unklug, beide Fahrer sich in einem gegenseitigen Kampf aufreiben zu lassen, während Alonso dahinter amüsiert die Punkte für die WM sammelt. Aber sicher ist die Sache für Ferrari noch nicht, selbst dann nicht, wenn Alonso zweimal auf Platz 3 fährt. Und die Menge an Szenarien ist fast unüberschaubar.

Sicher raus aus der WM ist eigentlich nur Jenson Button, der 42 Punkte zurückliegt. Zwar sind noch 50 Punkte zu vergeben, aber er glaubt wohl selber nicht, dass er mit zwei Siegen und dem gleichzeitigen Ausfall aller Konkurrenten in beiden Rennen noch was reißen kann. Bleiben also Vettel, Hamilton, Webber und Alonso. Seit dem letzten Rennwochenende kursiert “Bernies Lieblingsergebnis” für das Rennen in Brasilien, dass wie folgt aussieht: Hamilton, Vettel, irgendjemand, dann Webber, während Alonso ausfällt. Das würde zu folgendem Stand vor dem Rennen in Abu Dhabi führen:

1. Alonso 232
2. Webber 232
3. Vettel 231
4. Hamilton 228

Wahrscheinlich ist das nicht, denn dafür müsste McLaren in den letzten 14 Tagen wundersamerweise wieder den Speed aus dem Frühsommer gefunden haben, was ich mal bezweifeln möchte. Dazu kommt, dass Interlagos, zumindest auf dem Papier, eher den Ferrari und den Red Bull liegen. Die haben mich in Korea etwas überrascht, denn ich hatte sie nicht so stark auf der Strecke eingeschätzt. Interlagos ist auch so ein Kurs, bei dem man nicht weiß, ob die Red Bull dort im Vorteil sind. Die langen Geraden sprechen nicht für die Bullen, das enge, und teilweise sehr schnelle Infield schon eher. Die Frage wird sein, ob sie in der Quali dort genug Zeit holen können, die sie auf der Bergaufgeraden richtig Ziel wieder verlieren werden.

Für alle Teams sorgt die anstrengende Strecke in Interlagos (Vollgasanteil 60%) bei vermutlich schwülen Temperaturen (27 bis 30 Grad sind vorhergesagt) sowieso für Kopfzerbrechen, was die Motoren angeht. Der Motor von Webber, wenn man ihn denn nach dem Unfall in Korea retten konnte, ist noch neu und hat keine GP-Distanz auf dem Buckel. Vettel braucht muss nach dem Motorschaden einen “neuen” Gebrauchten ziehen, was sein Kontingent weiter verkleinert. Alonso und Hamilton fahren ebenfalls mit angenagten Maschinen, aber da weiß ja niemand, ob sie nicht doch noch einen Motor aus dem Ärmel schütteln können, der bisher nur Freitags eingesetzt wurde. Das Risiko eines Motorschadens ist also durchaus gegeben, was die WM-Entscheidung noch unberechenbarer macht.

Ferrari kann es etwas gelassener angehen. Zum einen sollte die Strecke dem Wagen liegen, zum anderen kann man aus eigener Kraft die WM fast schon sichern, wenn man das Rennen gewinnt. Dann wären Vettel und Hamiltion aus der WM raus und Webber hätte, vorausgesetzt, er wird zweiter, 18 Punkte Rückstand vor dem letzten Rennen. Kommt Webber nur auf Platz 5 (oder schlechter) ist der Spanier schon in Brasilien Weltmeister. Auch dieses Szenario ist nicht unwahrscheinlich, allerdings konnte Webber im letzten Jahr das Rennen in Interlagos gewinnen.

Wer Lust hat, sich durch alle weiteren Varianten zu klicken, kann das bei dem sehr schönen Meisterschaftsrechner des britischen Kollegen machen.

Es ist müßig darüber nach zu denken, wie alles ausgehen könnte, da in Braslien das Wetter auch noch eine große Rolle spielen könnte. Zwar soll es trocken bleiben (Stand Donnerstag), aber wie schon oft gesehen, kommt gerne mal eine Wolke vorbei, die sich über dem Kurs entlädt. Wie das dann enden kann, kennt man aus diversen Rennen. Von “Chaos” (© Jacques Schulz) bis zu einem Abbruch ist da alles möglich. Aber auch wenn es trocken bliebt dürfte es interessant werden, denn Bridgestone schleppt Medium/Super Soft an den Kurs, was schon etwas mutig ist. Zwar ist der Asphalt eher glatt, aber wenn es richtig heiss werden sollte, darf man gespannt sein, wie lange die Medium-Reifen halten werden. Auch das viele weiche Gummi auf der Strecke gegen Ende des Rennens könnte dann für interessante Verschiebungen sorgen, denn Überholen kann man in Interlagos an mehreren Stellen relativ gut.

Und dann sind ja auch 11 weitere Teams, die ein Rennen fahren wollen. Vermutlich darf man sich wieder auf schöne Zweikämpfe zwischen Renault, Mercedes und Williams freuen, die um die Punkte fahren werden. Force India rechnet sich ebenfalls gut Chancen aus, weil wenig langsame Kurven dabei sind und Sutil dürfte vor allem bei Regen einer sein, der für einen vorderen Platz gut ist. Auch Sauber könnte, dank der Ferrari-Motoren in Brasilien gut drauf sein, was bedeutet, dass es vor allem im zweiten Teil der Qualifikation mächtig eng werden wird.

Ganz weit hinten im Feld wird langsam auch spannend. In der Wertung führt Lotus vor HRT (!) und Virgin, die einfach kein Bein auf den Boden bekommen. Zwar sind sie nicht langsamer als die Lotus, aber dafür werden sie vom Pech verfolgt. Ohne den Rammstoss von Buemi gegen Glock in Korea würde das Team vermutlich besser dastehen. Man muss sich aber schon Sorgen machen, ob das Engagement von Richard Branson nicht ein wenig zu sehr auf Sparflamme kocht.

Die Übertragungszeiten sind sehr angenehm:
Freitag: 12.55/16.55
Samstag: 13.55/16.55
Sonntag: 16:55 (Start)

September 22 2010

06:31

Ferner liefen: Die Newshappen

Heute etwas kürzer als gewohnt, aber wir leiden momentan etwas an Personalmangel ;)

#ALMS Butch Leitzinger kehrt in die ALMS zurück. Er wird bei Petit Le Mans den 2 Jaguar des RSR Teams in der GT-Klasse pilotieren. Die anderen 2 Fahrer des Wagens sind Paul Gentilozzi, der Teameigner und Trans-Am-Champion Tomy Drissi. Butch Leitzinger hat unter anderem 1997, 1999 und 2004 die 24 Stunden von Daytona gewonnen. Sein letzter Einsatz in diesem Jahr beim Alex Job Team.

#BritishF3 Jack Harvey, Zweitplatzierter der diesjährigen und letzten Formel-BMW-Europa-Meisterschaft wird nächstes Jahr in der britischen Formel 3 antreten. Bei welchem Team indessen ist noch nicht klar. Das “Racing-Steps-Foundation-Programm”, welches die Karriere von Harvey fördert hat in der Vergangenheit jedoch mit “Carlin-Racing” zusammengearbeitet, hier könnte er also unterkommen. Der diesjährige Meister der britischen Formel 3, Jean-Eric Vergne, fuhr für “Carlin-Racing”.

#Nochmal BritishF3 : Der ehemalige Meisterschaftsführende in der A1Gp, Robbie Kerr, wird an diesem Rennwochenende in Brands Hatch einen Wagen des Litespeed-Teams pilotieren. Es ist jeodch bei weitem nicht sein erster Einsatz in der BritishF3, er gewann die Serie 2001.

#F1 Da war teuer: Der Grand-Prix von  Australien hat die dortigen Steuerzahler 46 Millionen (!) Dollar gekostet und das trotz der höchsten Zuschauerzahl der letzten 5 Jahre. Damit haben sich die Kosten des Events seit 2006 verdoppelt. Natürlich prasselt jetzt Kritik von vielen Seiten auf die Politik und Veranstalter ein, die jedoch an dem Event festhalten möchten. Was bleibt Ihnen auch anderes übrig, der Vertrag läuft bis 2014 und die Vertragstrafen von Ecclestone dürften ähnliche Ausmaße haben.


#F1 Ex-Renault-Fahrer Romain Grosjean ersetzt Nick Heidfeld als Pirelli-Testfahrer. Allerdings gilt sein Kontrakt zuerst mal nur für den nächsten Testtermin in Monza, Weiteres soll danach geklärt werden. Damit könnte der Franzose für einige Teams für die Saison 2011 interessant werden, da er neben Nick Heidfeld der einzige Fahrer ist, der Erfahrung mit den neuen Reifen hat.

#F1: Jerome D’Ambrosio, bisher Testfahrer bei Renault wird für 4 der verbleibenden 5 Rennen im 1. freien Training am Freitag das Auto von Lucas di Grassi übernehmen. Das kommt schon etwas überraschend und ist vielleicht die Vorbereitung darauf, dass di Grassi nächstes Jahr nicht mehr bei VirignGp fahren wird. Seine Leistungen sind im Vergleich zu Glocks ziemlich schlecht, und di Grassi hat keinen Vertrag für 2011 mit VirginGP, diese haben lediglich eine Option, ihn für ein weiteres Jahr zu verpflichten.

#F1 Der neue Formel 3 Meister, Esteban Gutierrez ist neuer Testfahrer bei Sauber. Das ist schon nicht schlecht, einige GP2-Piloten würden sich über den Job freuen.

#F1 Korea, die unendliche Geschichte Teil 567: Die Streckenabnahme durch Charlie Whiting, die eigentlich am 21.09 stattfinden sollte, wurde um eine Woche auf den 28.09 verschoben. Angeblich macht ein Feiertag das Reisen in Korea am 21.09 so kompliziert, dass man sich entschloss die Abnahme eben zu verlegen. Die Abnahme findet damit nur 23 Tage vor dem Grand-Prix statt. Dass man damit das eigene Regelwerk mal wissentlich übergeht, was 90 Tage fordert, scheint man zu ignorieren. Allerdings kann das Rennen sollten die Baumaßnahmen nicht wie geplant voranschreiten, auch nach der Abnahme noch abgesagt werden. Doch damit nicht genug: Die Asphaltschicht, auf der Karun Chandhok Demorunden im RedBull drehte war noch nicht die finale, weshalb die Tilke GmbH ihren besten Asphaltexperten jetzt runter nach Asien geschickt hat.

#GP2 2 neue Teams wird es nächstes Jahr in der Serie geben: Carlin kommt aus der British Formel 3 und GP3, während Air Asia neu gegründet wird und Lotus Teambesitzer Tony Fernandes gehört. Damit hat man nächstes Jahr ein volles Starterfeld mit 26 Autos in der GP2.

#LMS/LeMans “Jotasport” hat als erstes Kundenteam angekündigt, dass sie den neuen LMP1-Aston-Martin einsetzen möchten. Jedoch noch nicht nächstes Jahr, wo man zunächst mal in der LMP2 sein Glück versuchen wird. 2012 und 2013 möchte man dann den LMP1-Aston-Martin mit nach LeMans bringen.

#NASCAR Für Ekström scheint das Thema erledigt zu sein, sagte er zumindest in einem Interview letzte Woche. Das kommt jetzt schon sehr überraschend und ging vermutlich auch nicht von ihm aus. Eher hat Audi ihn zurückgepfiiffen. Audi muss Ekström für jeden NASCAR-Einsatz eine Freigabe erteilen, da er einen mehrjährigen Vertrag mit Audi hat. Dazu scheint Audi nun nicht mehr bereit. RedBull bekundet jedoch weiterhin auch gerne öffentlich Interesse an weiteren NASCAR-Einsätzen von Ekström. Brisant: RedBull sponsort Ekström in der DTM, droht dort ein Machtkampf Sponsor gegen Hersteller?

#NASCAR Und nochmal dementierte Wechselabsichten: Das Management von Kimi Raikkönnen teilte mit, dass kein Interesse an einem Wechsel in die NASCAR 2012 bestehe.

#RaceofChampions Kleine Sensation: Carl Edwards wird wieder am Race of Champions teilnehmen! Nach seiner ersten Teilnahme 2008 wo er Michael Schumacher aus dem Wettbewerb warf, wird er dieses Jahr zusammen mit Travis Pastrana die USA repräsentieren. Das diesjährige “Race of Champions” findet am 27./28 November in Düsseldorf statt. (alle News von Chaos)


September 13 2010

06:30

Formel Eins: Analyse GP Monza 2010

Ferrari hat sich zurück gemeldet, Hamilton eine sichere WM-Führung weggeworfen und bei Red Bull hat man offenbar magische, sich selbstheilende Bremsen.

Wirklich viel los war auf der Strecke in Monza ja nicht, aber es war trotzdem ein sehenswerter Grand Prix. Überholmanöver gab es zwar, aber die entscheidenden Momente konnte man an der Box beobachten. Ein “strategischer Leckerbissen” war das Rennen, und das aber auch nur für die wirklich Eingeweihten. Denn es war schwer zu verstehen, warum manche Entscheidungen getroffen wurden, oder warum es Vettel gelang mit einer Strategie nach vorne zu fahren, die so gar nicht hätte funktionieren sollen. Am Ende brachten die unterschiedlichen Herangehensweisen aber ein Ergebnis zusammen, dass die WM so richtig spannend macht. Die geht nun in den Überseerennen erst richtig los.


Dass Ferrari in Monza um den Rennsieg fahren würde, konnte man spätestens am Samstagmorgen erkennen. Luca di Montezemolo wollten einen Sieg und offenbar war Ferrari in der Lage dem nach zu kommen. Zwar war man nicht so viel schneller, wie man sich das gewünscht hatte, aber die paar Zehntel die man rausholen konnte, reichten am Ende für die Pole. Ärgerlich war nur der Umstand, dass Massa nicht den zweiten Platz erreichte. Das Button zunächst in Führung ging war dann fast vorprogrammiert, auch wenn der Start den Briten schon sensationell gut war. Die Innenseite des Grids war nicht schmutzig, gleichzeitig hatte er die bessere Linie zur ersten Schikane. Die entscheidende Frage war dann halt, wie man Alonso am McLaren vorbei bekommen würde. Die Antwort lautete natürlich: An der Box.

Und McLaren machte Ferrari das Geschenk, sich unter Druck setzen zu lassen. Statt zu warten bis Ferrari zum Reifenwechsel kommt, zog man die eigene Strategie durch. Ein seltener Fehler von McLaren. Zum einen war klar, dass Alonso ohne Button vor ihm etwas schneller unterwegs sein würde, zum anderen ist die Outlap zumindest in den ersten beiden Sektoren langsamer, weil die Reifen nicht auf Temperatur sind. So lange beide vorne ähnliche Zeiten fuhren, gab es keinen Grund, die Reifen so früh zu wechseln. Zur Verteidigung von McLaren muss man aber auch sagen, dass ihnen der zweite Wagen zum Vergleich gefehlt hat. Ein Hamilton auf Platz 4 mit einem früheren Stopp, hätte die Sache klarer gemacht. Ferrari musste also nur warten, bzw. in dem sie Mannschaft zum Wechsel bereit stellten, McLaren zum Handeln täuschen. Dazu kam auch noch, dass der Stopp von Ferrari 7 Zehntel schneller war, als der von Button. Und man sollte nicht vergessen, dass McLaren auch ein Auge auf Massa haben musste. Der Rest war dann zwar kein Kinderspiel, aber doch eindeutig.

Der zweite Aufreger des Wochenendes war der plötzliche Leistungsabfall des Motors von Sebastian Vettel, als Webber vorbei ging. Christian Horner meinte nach dem Rennen, dass Vettel entweder ein Abreissvisier in der Ansaughutze hatte, oder dass die Bremse nach dem Fahren über die Kerbs kurz fest gehangen habe. Beide Erklärungen sind relativ dünn. Ein Abreissvisier verschwindet nicht so einfach, das die Bremsen festgehen und sich wieder lösen kann passieren, bleibt dann aber meist ein Problem, dass immer wieder auftaucht, weil entweder etwas mit Scheibe, den Belägen oder der Entlüftung nicht stimmt. Das passierte aber nicht.

Magischerweise tauchte das Problem auch genau dann auf, als Webber im Diffusor von Vettel hing und klar schneller war. Ich vermute, dass eine verkappte Anweisung war, allerdings nicht im Sinne von Teamorder. Offenbar hatte man Vettel von Anfang an auf einen sehr langen Stint gesetzt, während Webber mit den Führenden an die Box kommen sollte. Es machte daher Sinn, Webber vorbei zu lassen, um beiden Strategien die größtmögliche Chance zu geben. Was sich am Ende, zumindest für Vettel, ja auch ausgezahlt hat. Bei Webber ging es in die Hose, weil er hinter Hülkenberg fest hing. Mit dem vierten Platz hat Red Bull auch das bestmögliche Ergebnis gezogen, ohne den Fehler von Hamilton wäre es nur ein fünfter Rang geworden. Webber verpasste ein besseres Ergebnis allerdings auch, weil er den Start versemmelte. Natürlich hätte Red Bull auch einfach sagen können, dass man Webber nach vorne geschickt hat, weil man zwei Strategien hatte, aber das hätte vielleicht 100.000 Dollar gekostet und zu dem wären die Gerüchte, von wegen das Red Bull sich auf Webber als WM-Kandidat festgelegt habe, dann erst recht explodiert.

Mercedes machte es genau umgekehrt. Man startete, wie immer, sehr gut. Rosberg war nach der ersten Runde schon “Best of the Rest” und blieb es auch bis zum Ende des Rennens. Der Deutsche hatte schon nach der Quali angedeutet, dass man im Renntrimm besser aussehen würde, was aber nur beim ihm passierte. Schumacher blieb das ganze Wochenende schwach und wirkte relativ lustlos. Zwar lieferte er sich einen schönen und fairen Zweikampf mit Webber und Kubica, aber dann verschwand er nach hinten. Selbst wenn er nach dem Start noch weiter vorne gewesen wäre, seine Zeiten waren im gesamten Verlauf des Rennens so schwach, dass er vermutlich eh zurück gefallen wäre. In Monza wurden mal wieder Gerüchte laut, dass Mercedes darüber nachdenkt, Schumacher zu ersetzen. Die Namen Sutil und Glock fielen relativ häufig, aber ich glaube weiter nicht daran, dass man Schumacher wieder los werden möchte, zumal es auch nicht sicher ist, ob die genannten Fahrer schneller wären. Sein Comeback ist zwar nicht sonderlich toll, aber ich bin weiterhin der Meinung, dass man das Jahr 2011 abwarten muss.

Ein tolles Rennen fuhr Nico Hülkenberg, bei dem mir seit einigen Rennen auffällt, dass er immer besser in Schwung kommt. Seine anfängliche Quali-Schwäche hat er offenbar in den Griff bekommen, auch wenn Barrichello hier und da noch ein Zehntel schneller ist. Im Rennen ist konstant unterwegs und macht kaum Fehler. Das er in Monza sich mehrfach verbremste – geschenkt, dass ist Alonso auch passiert und der hatte nicht Webber im Rücken. Ich bin ziemlich sicher, dass Hülkenberg, sollte Williams ein passables Auto 2011 auf die Strecke bringen, noch häufiger auffallen wird. Was man Williams auch zu Gute halte muss: Statt wie sonst in der Saison abzubauen, hat man in diesem Jahr zugelegt. In der Quali boxt man regelmäßig einen Renault oder Mercedes raus und wäre man nicht so schlecht in die Saison gestartet, würde man durchaus Chancen haben um Platz 5 der Team-WM kämpfen zu können. Wenn man weiter so gut unterwegs ist, wird man zumindest Force India noch Platz 6 streitig machen können.

Bei den Indern lief am Wochenende alles schief, Luizzi mit Defekt in der Quali, Sutil drehte sich im Rennen in der ersten Runde und blieb dann später hinter Alguersuari stecken. Das Motto “schnell vergessen” dürfte auch bei Sauber herrschen. Kobayashi hatte vor dem Start schon einen Getriebedefekt, de la Rosa verschwand im Hinterfeld. Allerdings hatten die Schweizer auch schon vorher mit einem schlechten Abschneiden gerechnet.

Am Ende des Tages ist das Ergebnis für die WM perfekt. Der Ausfall von Hamilton hat die Spitze eng zusammengeführt und war ein Segen für Alonso und Vettel. Die sind beide jetzt wieder nur einen Sieg von der WM-Spitze entfernt und Vettel hat die drohende Teamorder zugunsten von Webber auf das nächste Rennen verschoben. Die kommenden Rennen werden also allein vom Setting her genügend Dramatik bringen. Irgendwann wird die Spitze auf zwei oder drei WM-Aspiranten zusammenschmelzen, obwohl es ja auch lustig wäre, wenn in Abu Dhabi noch alle 5 Chancen hätten.

Red Bull hat mit Spa und Monza die “schwachen” Strecken nun hinter sich gelassen. Aber so klar sehe ich sie auf den verbleibenden Kursen nicht in der Favoritenrolle. Zum einen wird man sehen müssen, ob die veränderten Flex-Test der FIA Red Bull nicht doch zu der ein oder anderen Umbaumaßnahme gezwungen hat. Das wird aber frühestens in Suzuka zu sehen sein. Zum anderen schläft McLaren ja nun auch nicht. Was Ferrari angeht, bin ich skeptisch, ich glaube Monza war ein Ausreißer nach oben. Ein kurzer Überblick:

- Singapur: McLaren hat letztes Jahr hier die Pole und den Sieg geholt, es ist also nicht so, dass ihnen die Strecke nicht liegt. Die Strecke ist schwer mit anderen zu vergleichen. Valencia, wo Red Bull dominierte, ist schneller, Ungarn hat mehr schnelle Kurven. Wird sehr eng zwischen McLaren und Red Bull.

- Suzuka: Eindeutig Red Bull Land. Da wird es vermutlich für die anderen Teams nur darum gehen, Schadensbegrenzung zu betreiben.

- Korea: Vom Layout her ebenfalls eher für Red Bull, vor allem die vielen, mittelschnellen Kurven sollten dem Wagen liegen. Wegen der vielen Unwägbarkeiten, vor allem beim Asphalt, kann man hier nichts sagen.

- Brasilien: Nicht so gut für Red Bull, wie man im ersten Moment meinen würde. Es gibt keine richtige schnelle Kurve, die lange Bergaufgerade dürfte dem Mercedes Motor mehr liegen.

- Abu Dhabi: Die beiden langen Geraden sprechen für McLaren und Ferrari, vor allem der letzte Sektor dürfte aber Red Bull gehören.

Oder anders gesagt: Die WM könnte noch einige Wendungen nehmen.

Noch zwei kurze Meldungen aus Monza:

1. Während des Rennens stand ein Krankenwagen in der Box. Grund: Yamamoto war zu früh los gefahren und hatte einen Mechaniker übersehen. Offenbar hatte der Lollipop-Mann auch Mist gebaut. Der Mechaniker ist zwar verletzt, aber wohl soweit ok. Der Vorfall kostet HRT zu dem 20.000 Dollar wegen “unsafe release”.

2. Tony Fernandes hat auf der BBC faktisch bestätigt, dass man 2011 mit Motoren und Getrieben von Renault unterwegs sein wird. Im gleichen Interview kündigte er auch an, ein eigenes GP2 Team unter der Marke “Lotus” für 2011 aufbauen zu wollen. Und man wird ab 2011 den Namen “Team Lotus” verwenden, statt wie bisher den Zwitter “Lotus Racing”. Man hat offenbar die Rechte entweder von der Chapman Familie gekauft oder geleast.
F1_Italien_2010_13 F1_Italien_2010_1 F1_Italien_2010_2 F1_Italien_2010_3 F1_Italien_2010_4 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Italy Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Italy F1_Italien_2010_7 F1_Italien_2010_8 F1_Italien_2010_9 F1_Italien_2010_10 F1_Italien_2010_11 F1_Italien_2010_12 GP ITALIA F1_2010 F1_Italien_2010_15 F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Race F1 Italian Grand Prix - Practice

September 09 2010

15:42

Formel Eins: Vorschau GP Monza 2010

Die schnellste Strecke im Kalender könnte schon die ersten Vorentscheidungen in der WM bringen. Dazu eine Round-up der gestrigen WMSC Entscheidungen.

Monza – seit 1950 werden hier, mit einer Ausnahme, Rennen zur Formel Eins Weltmeisterschaft ausgetragen. Der einzige GP von Italien, der nicht in Monza gefahren wurde, fand 1980 statt, als das Rennen wegen Umbauarbeiten in Monza nach Imola verlegt wurde. Es gibt keinen anderen Formel Eins Kurs, auf dem häufiger ein WM-Rennen stattgefunden hat, als auf dem Autodromo Nazionale Monza. Die Strecke stand schon immer für ihre enorme Geschwindigkeit, vor allem in den 50er Jahren, als man sich dachte, dass die Strecke nicht schnell genug sei und eine weitere, 5km lange Variante baute, die sogar Steilkurven hatte. Der Film “Grand Prix” zeigt die Strecke noch in der alten Form. Heute ist Monza weiter sehr schnell und vor allem sehr gefährlich. Die Auslaufzonen wurden zwar verbreitert, aber an manchen Stellen hat man halt keine, weil der königliche Park, der die Strecke umschliesst, unter Naturschutz steht. Monza ist vor allem eins: Vollgas und Bremsen. Kein Wunder, dass die Red Bull die Fahnen schon mal tief hängen.


Der Red Bull mag zwar schnelle und mittelschnelle Kurven, aber Geraden mag er nicht. Er produziert mit seiner Aerodynamik so viel Abtrieb, dass der eh schon etwas schwächliche Renault ganz ausser Puste kommt. In Spa konnte man schon sehen, wie Vettel regelmäßig auf der langen Kemmel-Geraden verhungerte und selbst dann keine Chance hatte, wenn er direkt im Windschatten einen Konkurrenten lag. Red Bull wird versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben, vielleicht ein Podium anvisieren, aber mehr wird wohl nicht drin sein. Für Vettel, der nach seinem desatrösen Rennen in Spa weltweit Kritik einstecken musste, kommt so ein Rennen zu einen ungünstigen Zeitpunkt. Nach Monza folgen noch fünf Rennen und wenn er weiter Punkte auf Webber verliert, wird das Team wohl oder übel eine Entscheidung in Richtung Webber fällen müssen.

Aber nicht nur bei Red Bull ist man nervös. Der größte Druck lastet mit Sicherheit auf Ferrari. Zum einen, weil es der Heim-GP ist und gefühlte 324 Trilliarden Italiener in den Bäumen hängen und Ferrari nach vorne brüllen. Zum anderen hat man gar keine andere Chance, als den Grand Prix zu gewinnen. Und zwar mit Alonso, der nach seinem auch nicht gerade gut verlaufenen Rennen in Belgien die letzte Chance auf den WM-Titel wahren muss. Der Sieg muss her, egal wie. Sollte man in der WM nicht aufholen, hat man schon verkündet sich zu enthaupten die Saison 2010 abzuhaken. Nachdem man schon 2009 frühzeitig die Segel gestrichen hat, wäre das eine selbst für italienische Verhältnisse herbe Ohrfeige. Jedenfalls möchte ich nicht in der Nähe von Luca di Montezemolo sein, sollte der Grand Prix verloren gehen, denn der wirft ja dann gerne mal mit Fernsehern um sich. Allerdings ist da schon die Frage, ob Ferrari überhaupt in der Lage ist McLaren zu gefährden.

McLaren ist klarer Favorit auf den Sieg. Nach der Demonstrationsfahrt von Hamilton erwartet man auch, dass die Briten in Monza dank des Mercedes-Motor das schnellste Auto haben. Aber haben sie das wirklich? Ein Blick auf die Topspeeds aus Spa zeigt erstaunliches. Nicht Hamilton, sondern Massa und Sutil waren die schnellsten in Belgien. McLaren folgt erst auf Platz 5. Also doch Chancen für Ferrari? Die Topspeed-Messung ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, weil man nicht weiß, wer da wann im Windschatten gehangen hat. Das Hamilton nur fünftschnellster war, spricht eigentlich schon wieder für den McLaren. Jenson Button wird Monza mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Diese Highspeed Strecken sind seine Sache nicht, auf der anderen Seite muss er Hamilton unbedingt schlagen, wenn er in der WM noch etwas erreichen möchte.

Monza ist, obwohl vom Layout eigentlich einfach, eine knifflige Geschichte in Sachen Abstimmung. Sicher, man schraubt alles vom Wagen, was den Luftfluss stören könnte, aber in den Lesmos und der Parabolica braucht man viel Abtrieb. Hier kann man sehr viel Zeit liegen lassen, was aber in der Vergangenheit nicht weiter schlimm war. Weil alle den Heckflügel flach legten, hatten auch alle die gleichen Probleme in den Lesmos. Doch in diesem Jahr ist dank des F-Schachts alles anders. Der sorgt bekanntermaßen dafür, dass der Abtrieb auf den Heckflügel abreisst, der Wagen also schneller wird. Dafür hat man mehr Abtrieb, wenn man in den Kurven unterwegs ist. Die Frage ist halt: Lohnt sich der F-Schacht in Monza?

McLaren hat schon vor Wochen angedeutet, dass man das Ding zu Hause lässt, Renault und Williams waren erstaunt ob der Ansage. Es gibt dabei zwei Ansätze, die in den Simulationen einen Rolle gespielt haben.

1. F-Schacht hin oder her, selbst wenn man ihn auf der Geraden benutzt, steht der Heckflügel immer noch sinnlos im Weg rum und bremst den Wagen. Man erreicht eine größere Endgeschwindigkeit, wenn man den Flügel flach stellt, was den F-Schacht überflüssig macht. Die Zeit, die man in den Kurven verliert, holt man auf der Geraden wieder rein.

2. Au contraire, sagen die Franzosen von Renault und …äääh… die Briten von Williams. Zwar verliert man auf der Geraden leicht an Speed, aber weil man aus den Lesmos, der Variante Ascari und vor allem der Parabolica dank des mehr an Abtrieb schneller rauskommt, gleicht sich das am Ende der Geraden wieder halbwegs aus. Bis der Kollege sich rangesaugt hat, ist die Gerade auch wieder zu Ende. Am Ende könnte der höhere Abtrieb in den Kurven sogar den Zeitvorteil bringen, den man sich wünscht.

Welche Variante nun schneller ist, werden die Teams vermutlich am Freitag ausprobieren, weswegen das freie Training richtig interessant werden dürfte.

Aber neben Ferrari und McLaren muss man wohl auch ein Auge Renault und Force India haben. Die Inder werden mit Sicherheit vorne dabei sein, auch wenn es wohl nicht um ein Podium geht. Renault hat in Spa schon gezeigt, dass der Wagen auf den Geraden sehr, sehr schnell ist und die paar Kurven sollten ihm auch nichts ausmachen. Beide Teams könnten also durchaus in der Lage sein, Red Bull und Mercedes zu ärgern. Obwohl ich mich immer noch wundere, wie diese breite Kiste von Renault auf den Geraden so schnell sein kann.

Von Mercedes sollte man in Italien nicht viel erwarten. Man bastelt zwar immer noch am Chassis rum, aber die Saison ist abgehakt. Allerdings – langsam ist der MGP W01 auf der Geraden nicht und da es halt wenig rechts und links rum geht, fällt das Untersteuern auch nicht so ins Gewicht. Vielleicht ist Schumacher, der die Strecke liebt, ja für eine Überraschung gut.

Von hinten dürfte es ansonsten kaum richtigen Druck geben. Williams ist im Moment “the best of the rest” mit starker Tendenz nach vorne, wenn man sich mittels mieser Strategie nicht wieder selbst ein Bein stellt. Toro Rosso hat den starken Ferrarimotor und wird auch einen F-Schacht mitbringen. Da könnte es wohl einen Sprung nach vorne geben, während Sauber das Rennen schon vorher abgehakt hat. Lotus, Virgin und HRT haben nur die Aufgabe, nicht allzu auffällig im Weg rum zu stehen.

Die Reifen werden in Monza keine große Rolle spielen, Bridgstone bringt Soft/Hard mit, das sollte allen passen. In Sachen Wetter wird man auch keine Überraschungen erleben, es bleibt schön sonnig. Ein Rennen im Regen will in Monza auch keiner. Sicher ist auch: Das Rennen wird kurz. Rubens Barrichello brauchte im letzten Jahr gerade mal 76 Minuten, bis er als Sieger abgewunken wurde.

Noch kurz zu den WMSC Entscheidungen, die wir gestern schon intensiv gecovert hatten:

- Ferrari bleibt zwar nicht ungestraft, da sie schon 100.000 Euro Strafe gezahlt haben, aber die FIA belässt es dabei. Was zu erwartten war, denn mal ehrlich – die ganze Team Order Gesetzgebung ist Müll. Sie ist weder dazu in der Lage, Team Order zu unterbinden, noch hilft sie in der Form den Sport. Die FIA ist sich dem auch klar und will die gesamte Regelung an die Formula One Sporting Working Group weiterreichen, also wird die FOTA ein Wörtchen mitreden. Auf der anderen Seite hat die FIA allen weiteren Teamordern in diesem Jahr Tür und Tor geöffnet. Hätte man nachträglich Alonso eine 5 Sekunden Strafe gegeben, wäre der nun zweiter und Massa hätte den Sieg geerbt. Und man hätte eine wichtige Botschaft an die Teams geschickt: “Wir wissen es, ihr wisst es, also lasst es, sonst Strafe”. Stattdessen sagt man “Uh, echt Teamorder? Also das kostet, wenn das stimmt. Vielleicht. Mal sehen.” Was der WM-Endspurt hoffentlich nicht schaden wird.
Grundsätzlich denke ich, dass man die gesamte Teamorder überdenken muss. Es macht keinen Sinn, sie zu verbieten, da sie eh ausgeführt. Wenn man selbst per Code und Absprache ganze Unfälle in die Wege leitet, wird ein simples “Mach mal langsam” leicht auszuführen sein (es sei denn man heißt Ferrari). Teamorder sind unschön, aber es gibt sie. Man sie ganz offensichtlich – nicht bestrafen, man kann nicht verbieten. Natürlich könnte man die Strafen erhöhen. Wer erwischt wird, hat ein Rennen Pause. Aber das führt nur dazu, dass noch mehr geschummelt wird. Teamorder zu verbieten, ist wie Alkohol zu verbieten. Klappt einfach nicht.

- Der F1 Kalender hat mich vor allem in seiner Länge überrascht. Es gibt drei Doppel-Wochenende (Spanien/Monaco, Deutschland/Ungarn und Japan/Korea) und nur die übliche Sommerpause. Ansonsten geht es vom 13.3 bis zum 27.11 an einem Stück durch. Damit ist der Saisonabschluss sogar später als jener der NASCAR (20.11). Das ist sehr spät, dazu kommen 2011 auch noch die beide zusätzlichen Testtermine in Bahrain. Mit anderen Worten: für die Teams beginnt die Saison im Februar. Daher ist der Saisonabschluss in Brasilien zwar für die Fans nett, für die Teams aber eine weitere Belastung am Saisonende.

- Das die FIA kein neues Team für 2011 zugelassen hat, kommt nicht so überraschend. Euskadi hat kein Geld, bzw. hätte es erst (vielleicht) bekommen, wenn die FIA Zusage da gewesen wäre. Durango mangelt es wohl an Geld und Technik und Stefan GP ha eh keiner ernst genommen. Ecclestone hat auch keine Angst, dass mit HRT ein Team abrauchen könnte, ihm reichen, nach eigenere Aussage, 10 Teams. Ehrlich gesagt ist die Entscheidung richtig. Mehr als drei Teams, die hinterher fahren braucht auch keiner, ein weiteres Team, dessen Finanzierung auf wackeligen Beinen steht, will man nicht haben, weil deren Zusammenbruch das gesamte wirtschaftliche Umfeld mit negativer PR schädigen könnte.

Kurze News:

- Sauber hat Kobayashi wie erwähnt für ein weiteres Jahr unter Vertrag genommen. Pedro de la Rosa wird wohl gehen müssen und, glaubt man den Gerüchten, durch Nick Heidfeld ersetzt. Der sucht a) dringend ein Cockpit und bringt b) jede Menge Erfahrung mit den Pirelli-Reifen mit. Da auch nicht langsamer als de la Rosa sein sollte, ist die Verpflichtung eigentlich ein No-Brainer.

- Lotus würde gerne 2011 mit Motoren von Renault fahren. Angeblich ist man sich handeleinig, wäre da nicht ein langfristiger Deal mit Cosworth, aus dem man sich wohl rauskaufen muss.

- Romain Grosjean, bei Flavio Briatore seinerzeit in Ungnade gefallen, fährt mit nicht wenig Erfolg in einem weniger siegverwönten Team der GP2 und macht wieder auf sich aufmerksam. Er hat jetzt wieder bei Gravity Management angedockt, die zur Renault Familie gehören. Man hört, dass Grosjean evtl. bei einem Deal mit Lotus dort eingesetzt werden soll. Wer bei Lotus ersetzt werden könnte, ist unklar, aber wenn man auf Trulli wetten würde, hätte man vermutlich keine schlechten Chancen.

June 24 2010

16:33

Formel Eins: Vorschau GP Valencia 2010

Der nächste Stadtkurs steht auf dem Programm. Diese Woche geht es nach Valencia, in den letzten zwei Jahren eine garantierter Langweiler im Programm.

Die Idee, einen GP in den alten Hafenanlagen von Valencia stattfinden zu lassen, stammt natürlich von Bernie Ecclestone. Ein spanischer Weltmeister, die Euphorie im Land, dazu viel Staatsgeld aus der Provinz – das muss doch ein Erfolg sein. Dachte sich Bernie. Vermutlich hat er auch Recht, also was seine Geldbörse angeht. Für Zuschauer und Fans ist Valencia eine einzige Katastrophen. Im ersten Jahr lebte man auf einer Baustelle, letztes Jahr blieben so viele Zuschauer weg, dass man noch während des Wochenendes Tribünen sperrte. Ein Erfolg ist das nicht, was auch an den langweiligen Rennen liegt.

Ich hab ein recht gutes Gedächtnis für gute Szene aus vergangenen Rennen, aber zu Valencia fällt mir höchstens die Startrunde 2009 und der Ausfall von Vettel ein. Die Strecke ist zu zwei Dritteln tödlich langweilig, nur der letzte Sektor hat es fahrerisch in sich. Sicher, Montreal ist jetzt auch nicht gerade “anspruchsvoll” was die Streckenführung angeht, aber weil die Bahn sehr eng ist, hat die man in Kanada den Eindruck, dass es etwas spannender zu geht. In Valencia fährt man auf einem Parkplatz. Man kann jetzt Tielke die Schuld geben – und liegt in diesem Fall vermutlich nicht falsch. Ein guter Indikator für eine schlechte Strecke, ist der Eindruck, den die Rahmenrennen hinterlassen. Porsche Supercup und GP2 geben schon mal einen Eindruck. Oder anders gesagt – wenn sich im Supercup das Feld schnell auseinander zeigt, kann man es schon fast vergessen. Und ich hab in Valencia noch nie ein gutes Porsche Rennen gesehen. Immerhin – man hat die Auslaufzonen in diesem Jahr angeblich teilweise grün angepinselt, damit man die Strecke besser sieht (Ist nicht mein Witz, stammt vom Streckenbetreiber selber)

Aber in diesem Jahr hat man ja selbst in Barcelona ein gutes Rennen abgeliefert, also ist die Hoffnung berechtig, dass es auch mal in Valencia klappen könnte. Dazu kommt, dass alle Top Teams große Updates an ihre Autos geschraubt haben. Das größte von allen bringt wohl Ferrari mit. Dort hat man gleich eine B-Variante des Wagens gebaut und vor allem im Heck gebastelt. Das fängt bei einer veränderten Aufhängung an, geht über den nach Vorbild von Red Bull weit, weit nach unten gelegten Auspuff, der fast auf Niveau der Bodenplatte raus kommt, und endet bei einem verbesserten F-Duct. Die MSa spekulierte die Woche, dass sich Ferrari ab sofort nur noch auf Fernando Alonso konzentrieren würde, weil Massa eh schon zu weit in der WM zurück liegen würde. Das macht natürlich einen gewissen Sinn, aber bedeutet vermutlich auch nur, dass Massa im Fall eines Zweikampfes etwas zurückhaltender ist. Ferrari ist der Konstrukteurs-Titel deutlich wichtiger, man wird kaum Massa nun hinterher fahren lassen, damit er Teile für 2011 testet.

McLaren bringt wohl auch einiges an Neuigkeiten mit, hier geht es wohl auch um eine deutlich verbesserte Anströmung des Heckflügels und eine bessere Bremsenbelüftung. Bei Red Bull erwartete man den Einsatz des F-Duct Systems, ohne dass man in Valencia ziemlich schlecht aussehen würde. Das war schon in Montreal eher eine Quälerei, also sollte das System endlich einsatzfähig sein. Weitere Updates sind sicher vorhanden, aber da weiß man noch nichts drüber.

MercedesGP spricht von einer Entdeckung, die den Wagen deutlich verbessern würde. Man erhofft sich den Anschluss nach vorne, aber das wäre dann schon ein so großer Schritt, den selten ein Team in der F1 gemacht hat. Innerhalb von nur einem Rennen findet man selten mehr als 3 Zehntel. Der Wagen von Rosberg und Schumacher leidet unter verschiedenen Problemen. Zum einen ist da das altbekannte Problem mit der Reifentemperatur und dem Untersteuern, zum anderen ist der Wagen einfach auch zu langsam. Am Grip selbst soll es nicht liegen, eher am Luftwiderstand. In der Höchstgeschwindigkeitswertung tauchen die Mercedes nie auf.

Renault fährt weniger große Updates, dafür bringen sie jedes Wochenende was neues für Petrov und Kubica mit. Also sollte man Renault auch in Valencia wieder vorne sehen, allerdings liegt ihnen der Kurs nicht sonderlich. Das sieht bei Force India sicher anders aus. In Kanada kamen beide Autos in die Punkte und wegen seiner schlechten Quali hat Sutil sogar eine bessere Position weg geworden. In Valencia hat er dazu eine weitere Möglichkeit. Auch Liuzzi sollte gut unterwegs, immerhin geht’s hier meist geradeaus.

Williams steckt weiter in der Krise. Der Wagen lief zwar in Kanada besser, aber Hülkenberg versenkte die Möglichkeit eines besseren Ergebnis. Seitens des Traditionsteam heißt es, dass der Cosworth-Motor zu schlecht sei. Weniger, was den Endspeed angeht, mehr was die Fahrbarkeit und das Drehmoment betrifft. Renault soll 2011 als neuer Motorlieferant kommen. Barrichello soll unbedingt im Team gehalten werden, vermutlich nicht bis zu seinem 400sten GP (dauert noch rund 6 Jahre), aber zumindest für 2011. Man sei ohne Barrichello “verloren”, sagte Frank Williams.

Sauber, die bald sauber das BMW ablegen, wird wohl auch eher unsichtbar sein. Der C29 sei eine Krücke, meinte Peter Sauber die Tage, an der man nichts mehr rum schrauben könne. James Key wird wohl schon am C30 arbeiten, und die Saison wird man abhaken. Und jetzt stellen wir uns mal vor, BMW hätte sich nicht zurück gezogen und wäre mit dem Wagen angetreten. Immerhin hat man das Auto bis in November noch mitentwickelt.

Ich werde mich diese Woche mal nicht so weit aus dem Fenster lehnen und einen Favoriten nennen. Klar – der Sieger dürfte aus einem drei Top Teams kommen, aber mehr kann man nicht sagen, weil eine Vorhersage wegen der vielen Updates einfach nicht möglich sein wird.

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