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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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November 14 2013

15:51

Formel Eins: Vorschau GP Austin USA 2013

Das Rennen in Texas wird an der Spitze vermutlich wenig Neuigkeiten bringen. Dafür dreht sich im Moment das Fahrerkarusell immer schneller.

usagpDiese Woche fiel der erste Dominostein in Sachen Fahrern, als Williams bekannt gab, dass man Pastor Maldonado durch Felipe Massa ersetzen wird. Die Ankündigung ist durchaus etwas überraschend, hatte Maldonado mit seinen Öl-Millionen das Team doch durchaus am Leben erhalten. Dazu kommt, dass der Venezolaner sicher kein schlechter Pilot ist, sein Sieg in Spanien war kein Zufall. Und das er dieses Jahr nicht weiter vorne auftaucht, ist auch nicht seine Schuld. Immerhin hat er auch für den einzigen Punkt gesorgt, den Williams in diesem Jahr erlangen konnte. Eigentlich wäre Bottas der Kandidat gewesen, der gehen muss, denn seine Leistungen waren jetzt auch nicht zwingend besser als die von Maldonado. In diesem Fall war es aber wohl so, dass Maldonado selber das Team verlassen wollte. Für Williams ist Massa sicher eine sehr gute Lösung, zumal es Gerüchte gibt, dass sein Renningenieur Rob Smedley gleich mitkommt. Die Frage ist nun, was Maldonado macht.

Lotus hat schon gesagt, dass er auf der Liste steht, aber der neue Teilhaber “Quantum” hätte gerne Nico Hülkenberg als Nummer Eins im Team. Auf der anderen Seite geht es auch um Geld und davon hat Maldonado mehr als genug im Gepäck. Grosjean rauszuwerfen wäre eine andere Variante, aber zum einen hat der Franzose bewiesen, dass er gereift ist, zum anderen zahlt “Elf/Total” die Renault-Motoren, die nächstes Jahr deutlich teurer werden. Könnte also auch passieren, dass für Maldonado die Türen bei Lotus zufallen.

Damit bliebe dann Sauber, wenn denn Hülkenberg weggeht. Sirotkin wird vermutlich keine Superlizenz bekommen, dafür fehlen ihm die Ergebnisse. Vermutlich wird er eine Runde GP2/WSbR einlegen müssen. Er kann nicht mal an einem Freitag eingesetzt werden, solange die Lizenz nicht da ist. Sollte man wider erwarten die Lizenz erhalten, könnte Guiterrez dran glauben müssen. Zum einen ist das Sponsoring von TelMex nicht so groß, zum anderen bringt Maldonado mehr Geld und Erfahrung mit.

Eine weitere, aber vermutlich ungeliebte Lösung für Maldonado könnte Caterham sein. Da sucht man sowieso wieder erfahrene Piloten, nachdem man Kovalainen fast jeden Freitag ins Auto setzt.

Bei Lotus ist man im Moment sowieso schlecht gelaunt. Kimi Räikkönen hat die letzten Rennen abgesagt und so zwischen den Zeilen vermutete Teambesitzer Lopez, dass der Finne halt keine Lust mehr hatte. Und für Ferrari fit sein möchte. Die anstehende Rücken-OP benötigt wohl vier Wochen, bis sie verdaut ist. Da sie nun schon jetzt stattfindet, ist Räikkönen im Januar wieder fit. Stand Mittwochabend gab es noch keinen Ersatzfahrer für den Finnen, angeblich ist man an Heikki Kovalainen dran. Im Notfall muss halt Valsecchi ran.

Bei McLaren ist die Lage klar. Sergio Perez hat am Mittwoch per Twitter (!) einen Brief veröffentlicht, der an seine Fans und an McLaren ging. Darin verabschiedet er sich mit schönen Worten vom Team, ohne dass böse Worte fallen. Auch nicht zwischen den Zeilen. Sein Nachfolger wird Kevin Magnussen sein, der aus dem Förderungsprogramm von McLaren kommt. Unklar ist auch weiterhin, wer neuer Hauptsponsor bei McLaren wird. Im Moment werden immer wieder Gilette, Coca-Cola und McDonalds genannt (Wir freuen uns schon alle auf Witze über “McDonalds-McLaren” und Ron “McDonalds” Dennis).

Komplett offen ist die Fahrersituation bei Force India. Sutil scheint sicher zu sein, obwohl er weniger Punkte als di Resta hat. Aber Sutil ist der aggressivere Pilot und hat “Medion” im Rücken. Paul di Resta könnte durch Jules Bianchi ersetzt werden, aber da stehen noch ein paar andere Piloten Schlange. Zum einen der Nachwuchs, zum anderen (wenn er gehen muss) Perez und Maldonado.

Es tut sich also noch eine Menge, vor allem wenn Perez und Maldonado mit ihren Millionen hausieren gehen.

Zum Rennen. Die Strecke wird zum zweiten Mal gefahren und dieses Mal gibt es auch zwei DRS-Zonen. Einmal die lange Gerade, einmal Start/Ziel. Im letzten Jahr war das Rennen sehr abwechslungsreich und spannend, ob das dieses Jahr wieder so wird, wage ich mal zu bezweifeln. Red Bull hat bisher auf allen Strecken dominiert, die Schwäche in Sachen Topspeed aus dem letzten Jahr hat man auch nicht mehr. Es spricht also nichts gegen Vettel und einen weiteren Sieg.

Erste Verfolger sollten die Mercedes sein, die sich zumindest von Ferrari abgesetzt haben. Hamilton und Rosberg haben im Moment sowieso nur noch den Auftrag, den zweiten Platz in der Team-WM zu sichern, wo man elf Punkte mehr als Ferrari hat. Lotus ist durch den Wegfall von Kimi sehr geschwächt und wird wohl höchstens mit Grosjean in die Top 5 fahren können. Dass Lotus sich in der WM noch hinter Red Bull platzieren kann, halte ich für unwahrscheinlich.

Ferrari schleppt sich mehr oder weniger noch durch die Saison. Felipe Massa hat sich letzte Woche bei einem Event schon verabschiedet und so deutet alles darauf hin, dass man das Jahr 2013 einfach nur noch vergessen will. Das will Alonso vermutlich auch. Die Chancen, Mercedes zu schlagen, sind aber noch da, man wird die Strategie auch auf diesen Punkt ausrichten und nicht auf einen Sieg, der eh unwahrscheinlich ist.

Die restlichen WM-Plätze sind fast alle entschieden. McLaren auf P5 hat 95 Punkte, Force India 77. Das könnte nur dann eng werden, wenn McLaren in Texas einen Totalausfall hat und die Inder zehn oder mehr Punkte holen. Eng ist es noch zwischen Sauber (P7, 45 Punkte) und Toro Rosso (P8, 32 Punkte).

Strategie:

Pirelli bringt “Hard” und “Medium” an die Strecke. Das hat man letztes Jahr auch gemacht, allerdings sind die diesjährigen “Medium” etwas weicher als im letzten Jahr. Die Strecke geht durchaus auf die Reifen. Zum einen in den schnellen “Esses” im ersten Segment, zum anderen im nicht weniger schnellen letzten Teil der Strecke, wo eine dreifache Rechtskurve die Reifen stark belastet. Noch mehr Spannung könnte das Wetter bringen. Es sind für Samstag und Sonntag leichte Regenschauer vorhergesagt, allerdings ist noch nicht klar, ob und wann genau die kommen sollen.

Davon ausgehend, dass es trocken bleibt, wird die klassische Frage aufkommen, ob man einmal oder zweimal stoppen mag. Im letzten Jahr stoppten fast alle nur einmal. Die “Medium” halten lange durch, wenn man sich etwas einbremst locker 25 Runden, mit der harten Mischung kommt man locker ins Ziel, ohne Zeit zu verlieren. Ein Stopp kostet ca. 21 Sekunden, das holt man auch mit frischen “Medium” am Ende nicht mehr raus. Die Frage wird nur sein, wie lange die Fahrer den ersten Stint ziehen werden. Die Gefahr lauert im “Undercut”, also wenn jemand weiter hinten früher auf die “Hard” wechselt.

Eine interessante Strategie gibt es für die Fahrer ab Platz 11, die auf den “Hard” starten könnten. Damit verliert man in den ersten Runden zwar etwas Zeit, auf der anderen Seite kann man dann im letzten Drittel des Rennens auf frische “Medium” setzen, während der Rest auf angenagten “Hard” unterwegs ist. Es ist aber schwer vorherzusagen, wie viel Zeit man im ersten Stint verliert und ob man dies ohne Safety Car wieder rausholen kann. Letzteres wird man vermutlich in Austin nicht sehen.

Die Übertragungszeiten sind angenehm. Quali ist am Samstag um 19:00 Uhr, das Rennen startet um 20:00 Uhr. Es gibt eine leichte Überschneidung mit der NASCAR, die ihr Rennen um ca. 21:15 Uhr startet.

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October 31 2013

12:01

Formel Eins: Vorschau Abu Dhabi 2013

Die Weltmeisterschaft ist entscheiden, aber es geht noch um die Plätze in der Konstrukteursmeisterschaft. Gleichzeitig gibt es eine Menge Bewegung hinter den Kulissen.

abuIm Zentrum der Aufmerksamkeit steht Ross Brawn. Eddie Jordan vermeldete via BBC vor ein paar Tagen, dass Brawn das Mercedes-Team verlassen wird, was von Niki Lauda zum wiederholten Male dementiert wurde. Angeblich wolle man sich nach dem letzten Rennen in Brasilien zusammensetzen, um eine Entscheidung zu treffen. Dabei geht es wohl vor allem um die Frage, wie weit der Einfluss von Brawn ab 2014 reichen wird. Der Brite verlangt weiterhin die komplette Kontrolle über das Team, was Technik und Rennen angeht. Mercedes würde wohl gerne Paddy Lowe stärker einbinden und damit Brawn Kompetenzen aberkennen, was dieser aber nicht will. Die Situation ist pikant, immerhin war es Brawn, der das Team in diesem Jahr nach vorne gebracht hat. Natürlich gibt es viele Gerüchte um Brawn. Honda würde ihn einkaufen wollen, ebenso McLaren und seit ein paar Tagen wird Williams genannt.

Honda halten viele Beobachter für unwahrscheinlich, nachdem ihn die Japaner 2008 mehr oder weniger im Regen haben stehen lassen. McLaren klingt nett, aber da wäre noch Martin Whitmarsh. Der steht zwar wegen der schlechtesten Saison seit 1980 intern unter Druck, aber es ist nicht vorstellbar, dass Brawn Whitmarsh ablösen sollte. Wenn das aber nicht der Fall ist – warum sollte Brawn in ein Team wechseln, in dem er eine ähnliche Position einnehmen soll, wie ihm jetzt Mercedes anbietet? Williams klingt nach einer charmanten Lösung. Dem Team fehlt neben Frank Williams eine starke Führungspersönlichkeit, Brawn passt auf den ersten Blick da gut rein. Mit Pat Symonds hat man einen erfolgreichen Designer an Bord, er ihm fehlen aufgrund seiner Zwangspause ein paar Jahre Erfahrung und er muss erst beweisen, dass er wieder gute Autos bauen kann. Brawn wäre die ideale Besetzung.

Williams bestreitet, dass man mit Brawn geredet hat, lässt aber auch durchblicken, dass eine derartige Verpflichtung interessant wäre. Bezahlen kann man ihn aber nicht – eine Variante wäre, dass Brawn zu günstigen Konditionen die 20-%-Anteile von Toto Wolff übernimmt und somit bezahlt werden kann.

Bei Williams ist im Moment eh viel Bewegung. Pastor Maldonado will wohl unbedingt weg, der Sponsoren-Deal mit dem Ölkonzern aus Venezuela läuft aber noch bis 2015. Angeblich hat man zugestimmt, dass Maldonado gehen darf, die Sponsoren aber eine weitere Saison auf den Autos bleiben. Weiters Geld soll von Felippe Massa kommen, der wieder einen brasilianischen Ölmulti im Hintergrund hat. Massa wäre sicher keine schlechte Ergänzung für Williams, immerhin bringt er viel Know-how von Ferrari mit. Maldonado selber würde gerne bei Lotus andocken, wo man sein Geld willkommen wäre, aber man ein Platzproblem hat. Grosjean hat eine sehr gute zweite Saisonhälfte hingelegt und er hat das Geld von “Elf-Total” im Rücken, die die Motoren zahlen. Eric Boullier hätte gerne Hülkenberg, der wiederum aber keine Sponsoren hat. Boullier hat klar gemacht, dass man eine Entscheidung bis Ende der Woche haben will. Wenn Maldonado zu Lotus gehen sollte, was macht dann Hülkenberg? Der Deutsche, der vor zwei Monaten noch einen unterschriftsreifen Vertrag von Ferrari hatte, könnte am Ende bei all dem Geschacher auf der Strecke bleiben, denn bei McLaren neigt man wohl dazu Sergio Perez eine weitere Saison zu geben, was er sich durchaus auch verdient hat. Maldonado und sein Geld sind die Schlüsselfaktoren im Moment.

Zum Rennen. Abu Dhabi ist eine durchaus ansprechende Strecke, die langen Gerade werden dank der zwei DRS-Zonen für jede Menge Überholmanöver sorgen. Red Bull hat hier letztes Jahr ausnahmsweise mal nicht gewonnen, weil Lotus die bessere Strategie hatte. Die werden mit Räikkönen und Grosjean auch in diesem Jahr gute Chancen auf den Sieg haben. Der längere Radstand des Lotus scheint zu bewähren, auch was den Reifenverschleiß angeht.

Um Red Bull gab es mal wieder Gerüchte, wo deren plötzlicher Vorteil herkommen mag. Gary Anderson schrieb bei der BBC über eine Theorie, die darauf aufbaut, dass der T-Träger vorne, der den Unterboden stabilisiert, mittels verformbarer Materialien beweglich sein könnte. Das wäre in der Tat ein Verstoß gegen die Regeln. Laut AMuS (kann ich leider wegen des Leistungsschutzrechtes nicht verlinken) hat Charlie Whiting in Indien den T-Träger erhitzt und festgestellt, dass sich da nichts bewegt. Neu ist die Theorie nicht. Schon im letzten Jahr, als die Lasttests für Frontflügel usw. noch deutlich geringer waren, war bekannt, dass Ferrari, Red Bull und McLaren mit flexiblen Kohlefaserwerkstoffen arbeiten. Warum sollte man die nicht am Unterboden einsetzen, um die den Wagen abzusenken. Anderson hat in seiner Analyse zumindest in dem Punkt recht, dass ein so steil angestelltes Fahrzeug wie der Red Bull normalerweise Probleme mit der Anströmung im Heck und der Abdichtung des Diffusors haben müsste. Aber genau da liegt ja auch eine Stärke des RB9.

Klar ist, dass Newey und seine Mannschaft irgendwas gefunden haben, ob das unsere Theorie mit der Traktionskontrolle ist, ob es was mit flexiblen Werkstoffen zu tun hat oder ob es eine Mischung aus Mapping, Anströmung, Werkstoffen usw. sein sollte – den Vorteil könnte Red Bull auch 2014 auf ihrer Seite haben.

Das Rennen sollte sich also zwischen Red Bull und Lotus entscheiden, der Rest dürfte wenig Chancen auf den Sieg haben. Mercedes hat ebenso wie Ferrari Zeit auf Red Bull eingebüßt, wobei der Zeitverlust von Ferrari noch eklatanter ist. Beim GP von Deutschland fehlen Alonso 7 Sekunden auf Vettel, in Japan waren es 45 Sekunden. Gegenüber Mercedes und Ferrari hat Red Bull im Rennen pro Runde rund 0,5 bis 0,7 Sekunden über die Sommerpause gewinnen können.

Dafür droht beiden Teams von hinten wenig Ungemach. McLaren sollte in Abu Dhabi etwas langsamer, als in Indien sein, Sauber dürfte da eher eine Rolle spielen. Die langen Geraden dürften dem schnellen Sauber liegen. Dahinter werden sich Force India und Toro Rosso um die Plätze streiten.

Strategie

Pirelli bringt erneut die “Soft/Medium” Reifen mit. In Abu Dhabi ist es recht warm (30 Grad), aber das Rennen startet ja kurz vor Sonnenuntergang und geht in die Nacht. Das bedeutet, dass die Strecke abkühlen wird, was bei der Strategie einiges an Fragen aufwirft. Zum Beispiel, was man mit den “Soft” macht und ob man mit einem Stopp über die Runden kommen wird. Force India und Lotus ist das Kunststück in Indien gelungen, warum also nicht in Abu Dhabi? Dafür spricht auch der Zeitverlust beim Stopp. Wegen der merkwürdigen Tunnelausfahrt verliert man etwas mehr Zeit, als sonst, auch wenn die Ausfahrt die Strecke etwas abkürzt. Gegen einen einmaligen Wechsel spricht ein möglicher Zeitverlust, vor allem mit abbauenden “Medium” am Ende, wie man bei Räikkönen in Indien sehen konnte.

Es könnte aber gut gehen, wenn man es wie Sutil in Indien machen. Auf den “Medium” starten, die lange fahren, um dann die letzen 20 Runden auf “Soft” zu gehen. Sutil fuhr beim letzten Rennen 19 Runden mit den “Soft” und in der vorletzten Runde seine schnellste Runde des Rennens. Ein leichtes Auto am Ende belastet die Reifen nicht allzu sehr.

Eine andere Variante wäre es auf den “Soft” zu starten, um dann nach 10 Runden auf die “Medium” zu gehen. Im letzten Stint könnte man dann, so man denn noch einen Satz hat, wieder auf “Soft” wechseln. Auf dem Papier erscheint dies die beste Lösung zu sein, wenn man denn einen Satz in Q2 oder Q3 sparen kann, was vermutlich nur Red Bull gelingen wird.

Rennzeiten sind wie in Europa, Quali und Rennen starten um 14.00 Uhr.

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October 24 2013

14:08

Formel Eins: Vorschau GP Indien 2013

Die WM ist entschieden, man kann sich also ganz auf das Rennen konzentrieren. Aber auch in Indien wird Red Bull die Nase vorne haben.

indienKein Zweifel, die Strecke in Indien dürfte dem Red Bull mal wieder sehr gut passen. Sie ist der aus Korea nicht unähnlich. Zwei lange Geraden zu Beginn, gefolgt von einem teilweise sehr engen aber auch sehr schnellen Abschnitt. Da Red Bull keine Probleme mehr mit dem Topspeed hat, der Rest der Welt nach der WM-Entscheidung die Konzentration aber auf 2014 verschoben hat, sollte einem weiteren Sieg von Vettel nichts entgegenstehen. Eine kleine Unsicherheit gibt es aber doch, und die kommt von Lotus.

Der mit einem 10 cm längeren Radstand ausgestattete E21 (jetzt E21LWB) hat in Suzuka außerordentlich gut funktioniert. Zumindest gelang es Lotus zum ersten Mal nach der Sommerpause, die Red Bull richtig unter Druck zu setzen. Der Erfolg aus Suzuka deutet auch darauf hin, dass man in Indien nicht viel langsamer sein wird. Wichtig für Lotus ist es aber, dass man die Quali auch für Räikkönen hinbekommt. Der Finne schlüpft zwar immer in Q3 rein, hat dort aber dann Probleme. Grosjean dagegen scheint der neue Wagen weniger Sorgen zu machen. Seine Performance in den letzten Rennen war sowieso bemerkenswert gut, vor allem in Suzuka.

Etwas unsicher ist noch, wie es bei Lotus generell weiter geht. Die Finanzierung für 2014 scheint noch nicht sicher zu sein, jedenfalls bestätigt Eric Boullier, dass man im Moment weiter das Budget für das kommende Jahr zusammenzurrt. Dies sei auch der Grund, warum man Nico Hülkenberg bisher nicht unter Vertrag genommen habe, was man aber gerne machen würde. Grosjean scheint nach seinen guten Ergebnissen für den Moment sicher zu sein. Für Hülkenberg selber gibt es im Moment nicht so viele Optionen. Sauber ist die eine, Lotus die andere. McLaren hat Interesse, wird aber Perez und Button im Team behalten. Williams ist keine Option, die benötigen eh das Geld von Bottas und Maldonado.

Bei Mercedes rätselt man derweil, wo und warum man Performance verloren hat. Einen wirklichen Grund kennt man auch nicht, man weiß nur, dass man irgendwo in der Entwicklung falsch abgebogen ist. Es mag teilweise auch an den neuen Reifen liegen, aber dies allein soll es, so Mercedes, nicht sein. Siege scheinen im Moment jedenfalls nicht in Reichweite zu sein. Daher wird man sich auch in Indien damit begnügen, das Podium anzuvisieren, wenn man denn an den starken Lotus vorbeikommt.

Bei Ferrari ist man sich darüber im Klaren, dass die WM durch ist. Jetzt geht es darum, Alonso und das Team wenigstens auf P2 der Wertungen zu halten. Kein einfaches Unterfangen, vor allem nicht in der Konstrukteurs-WM, wo man nur zehn Punkte vor Mercedes liegt. Auch Lotus, denen 33 Punkte auf Ferrari fehlen, hat bei noch vier ausstehenden Rennen gut Chancen. Die Schwäche von Ferrari heißt weiter Massa. Von den 297 Punkten in der Team-WM hat Alonso 207 geholt. Selbst Grosjean hat nur drei Punkte weniger als Massa auf dem Konto. Zumindest das wird sich 2014 dann wohl ändern.

Eine Überraschung könnte es in Indien wieder durch Sauber geben. Die Schweizer haben einen regelrechten Lauf, nachdem sie in Japan erstmals beide Autos in die Punkte bekommen konnten. Die Konkurrenz ist genervt. Sowohl Force India als auch Toro Rosso beklagen, das Sauber durch die Reifenumstellung einen unfairen Vorteil erlangt hat. Dass beide Teams vorher diesen Vorteil hatten, vergessen sie dann aber auch gerne. Tatsächlich ist Sauber auf dem Vormarsch. Force India liegt in der Team-WM nur noch 17 Punkte vor Sauber. Seit der Umstellung in Ungarn konnte Force India nur drei Punkte holen, Sauber dagegen 38. Kein Wunder, dass man bei den Indern etwas genervt ist, zumal man beim Heim-GP vermutlich auch nicht besser dastehen wird.

Zwei Teams, die weiter im Niemandsland stecken, sind McLaren und Williams. Zwar kann McLaren regelmäßig Punkte einfahren, aber schön sind die Rennen auch nicht gerade. Wenn man sich von Sauber schlagen lassen muss, dann sagt das schon einiges aus. Interessanterweise ist McLaren aber das einzige Team, dass durch die Änderung der Reifenmischungen in diesem Jahr keinerlei Veränderung erlebt hat. McLaren ist nicht besser, aber auch nicht schlechter geworden. Das deutet daraufhin, dass man die Reifen in diesem Jahr im Griff hatte, aber halt den ganzen Rest am Wagen nicht.

Ganz am Ende des Feldes liegt Marussia immer noch vor Caterham. Die wiederum sind sich im Klaren darüber, dass es in diesem Jahr vermutlich nichts wird mit dem 10. Platz in der WM. Die 10 Millionen Dollar, die es dafür gibt, hat man schon abgeschrieben.

Strategie

Der Wetterbericht sagt für Indien hübsche 29 Grad voraus, was die Streckentemperatur nach oben schnellen lässt. Und das dürfte Probleme für alle Teams schaffen, denn Pirelli hat die Mischungen “Medium/Soft” dabei, wobei die “Soft” sich bei hohen Streckentemperaturen gar nicht so schlecht machen. Ein schwer zu fassender Faktor dürfte der Staub auf dem Asphalt sein. Die Strecke wird im Jahr kaum genutzt und der viele Staub stört vor allem am Freitag.

Da die weiche Mischung deutlich flotter als die “Medium” (ca. 1,2 Sekunden) ist, wird man versuchen, die “Soft” auch im Rennen einzusetzen. Entscheidend wird dabei sein, ob man noch einen frischen Satz der weichen Mischung für den letzten Stint übrig hat. Theoretisch könnte man es auch mit einem Stopp versuchen, der “Medium” sollte in Indien etwas länger halten als in Suzuka, wo die Lotus knapp 27 Runden geschafft haben. Aber man verliert gerade gegen Ende des Stints viel Zeit, dazu kommt, dass die Stopps mit ca. 21 Sekunden nicht wirklich lange dauern. Die Strategie dürfte bei allen Teams relativ gleich aussehen. “Soft” zum Start, ein längerer Mittelstint mit den “Medium” und am Ende wieder “Soft”, wenn die Wagen leichter sind und auf der Ideallinie kein Staub mehr liegt.

Die Rennzeiten sind ein wenig anders. Weil Neu-Dehli zwischen zwei Zeitzonen liegt, starten die Quali und das Rennen schon um 10:30 Uhr. Nicht vergessen: Samstagnacht wird in Deutschland die Uhr eine Stunde vorgestellt.… zurückgestellt. (Oder…???) :)))

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October 16 2013

06:47

DTM: Vorschau Hockenheim II 2013 – Der Krönungslauf

Auch wenn mit Mike Rockenfeller der Meister schon feststeht, es gibt noch ein paar Wertungen, die für die Hersteller und Teams sehr wichtig sind.

P90133391_highResTraditionell findet das letzte Rennen der DTM-Saison in Hockenheim statt. Nachdem sich die ITR auch von allen Experimenten in Sachen “kurzer Strecke” verabschiedet hat, kann man sich wieder auf die gesamte Strecke von Hockenheim freuen. Mike Rockenfeller wird versuchen, seine Meisterschaft mit einem Sieg zu krönen, aber leicht wird das nicht. Immerhin erlebte er beim Auftaktrennen im Mai in Hockenheim sein schlechtestes Saisonergebnis. Dazu kommt, dass es in der Meisterschaft noch Begehrlichkeiten anderer Teams gibt. Auch wenn der Fahrertitel weg ist, für die Hersteller und zwei Teams geht es noch um alles.

Ein Blick auf die Punktestände offenbart Folgendes:

Teamwertung
Team Phoenix (Audi) 151 Punkte
Team RBM (BMW) 148 Punkte
Team AMG (Mercedes) 141 Punkte

Schaut man sich die Punkteverteilung genau an, sieht man, dass bei Phoenix 142 der 151 Punkte von Mike Rockenfeller kommen. Teamkollege Miguel Molina hat eine extrem schwache Saison, wird aber im Finale auf jeden Fall gebracht. Bei RBM fahren Hand und Farfus, auch hier hat Farfus mit 116 Punkten den Löwenanteil besorgt. Hand hatte einzelne gute Ergebnisse und sich in dieser Saison auch deutlich verbessert, aber seine Form ist weiter eher schwankend. Wirklich gute Chancen hat AMG, die ja mit Vietoris und Wickens unterwegs sind. Beide Fahrer teilen sich die Punkteausbeute brüderlich, und auch wenn die Saison für Mercedes dieses Jahr eher zum Vergessen war, bei der Teammeisterschaft haben sie in Hockenheim sehr gute Chance, wenn Vietoris und Wickens in die Top 5 kommen.

Auch bei den Herstellern ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Audi 325 Punkte
BMW 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Mercedes ist raus aus der Entscheidung, aber BMW hat gute Chancen, wenigstens einen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Dieser Titel ist für die Hersteller durchaus wichtig, denn damit kann man sehr gut Werbung machen, selbst wenn man den Fahrertitel nicht gewonnen hat. Wie in der Formel Eins gilt intern der Herstellertitel mindestens genauso viel, wenn nicht mehr.

In den letzten Rennen schien BMW auch deutlich zugelegt zu haben, denn Farfus war immer vorne zu sehen. Dazu kommt, dass er das Auftaktrennen gewonnen hat, die Strecke liegt ihm also. Nicht vergessen sollte man auch, dass Dirk Werner im BMW im Mai den zweiten Platz belegen konnte. Es spricht also durchaus einiges für die Münchner, die in diesem Rennen auch den M3 verabschieden. Nächstes Jahr nimmt man das M4 Coupé als Silhouette.

Für Audi hat sich der Umstieg vom A4 auf den A5 auf jeden Fall gelohnt, wie man nach dem zweiten Titel innerhalb von drei Jahren sieht, nachdem man im letzten Jahr mit dem A4 etwas unterging. Mercedes wird sich das genau angeschaut haben, aber für die Marke ist es nicht so leicht, eine andere Silhouette zu bringen. Die E-Klasse ist zu groß, die neue C-Klasse kommt erst im Laufe des Jahres 2014. Man wird also vermutlich noch ein weiteres Jahr mit der “alten” C-Klasse unterwegs sein.

Überhaupt war Mercedes in diesem Jahr sehr schwach. Zwei Siege (Paffett, Red Bull Ring, und Wickens, Nürburgring) sind einfach zu wenig für den Anspruch der Marke. Die Idee, zwei Wagen weniger einzusetzen, damit man sich mehr auf die sechs Teams konzentrieren kann, ist nicht aufgegangen. Dabei hat man mit Paffett, Wickens und Vietoris drei sehr gute Fahrer unter Vertrag, denen man durchaus mehr zutrauen kann.

Hockenheim wird also noch einige spannende Momente bieten und das Wetter könnte auch eine Rolle spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht klar, ob es regnen wird, das könnte dem Rennen die zusätzliche Würze geben. Wie immer überträgt die ARD das Rennen.

Ein Blick auf 2014. Der Kalender für das nächste Jahr wird einige Änderungen bringen. Zandvoort wird rausfallen, vermutlich auch Brands Hatch. Obwohl die Rennen gut besucht waren. Aber die DTM hätte gerne, dass man den Traditionskurs umbaut, damit mehr Überholmanöver stattfinden können, was Dr. Palmer, der Streckenbesitzer, bisher kategorisch ablehnt. Sicher ist, dass die DTM wieder in China startet, hinzu sollen der Hungaroring und Barcelona kommen.

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October 11 2013

09:00

BTCC: Rückblick Rockingham und Silverstone und Vorschau auf das Finale in Brands Hatch

Die BTCC steht vor ihrem finalen Rennwochenende in Brands Hatch. Beste Chancen auf den Titel hat Honda-Pilot Andrew Jordan, der in der Meisterschaft recht komfortabel vor den Markenkollegen Matt Neal und Gordon Shedden führt.

hi_10325_a770Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Titel in diesem Jahr wieder an einen Honda-Piloten gehen wird. Die besten Nicht-Hondas in der Meisterschaft sind Colin Turkington auf Platz vier und Jason Plato auf Platz fünf, die aber mit 48 bzw. 49 Punkten Rückstand nur noch sehr theoretische Chancen haben dürften. Und auch für die Werkshonda von Neal und Shedden wird es schwer werden, ihren Markenkollegen im privat eingesetzten Honda des Pirtek-Teams noch abzufangen: 34 Punkte Vorsprung hat Jordan auf Neal und 35 auf Shedden. Mit einem Sieg im ersten Rennen, ohne dass Neal und Shedden das Podest erreichen, könnte Jordan schon alles klar machen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die beiden Dynamcis-Piloten als Meister der letzten beiden Jahre den Titel kampflos hergeben werden. Sie werden volle Attacke gehen, während Jordan wohl vor allem auf sicheres Ankommen und Punkte setzen wird. Und mit der Vorhersagbarkeit von BTCC-Rennen ist das ja ohnehin so eine Sache …

Die gute Ausgangslage vor dem Finale verdankt Jordan vor allem zwei überzeugenden Vorstellungen bei den beiden letzten Läufen in Rockingham und Silverstone. Gleichzeitig strauchelten die Konkurrenten und legten Nuller oder Platzierungen am Ende der Punkteränge hin – vor allem Matt Neal verlor in Rockingham so seine Führung in der Meisterschaft. Da die Analysen der beiden letzten Rennwochenenden aus Zeitgründen ausfallen mussten, starten wir also mal einen kleinen Rückblick:

Rückblick Rockingham

hi_10380_c154Vor Rockingham führte noch Matt Neal die Meisterschaft mit knappen sechs Punkten Vorsprung vor Andrew Jordan an. Dahinter lauerten mit einigem Abstand Shedden und Turkington. Jason Plato schien schon zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen zu haben. Gleichwohl sah das Qualifying in Rockingham zunächst ein Wiedererstarken der MG, die sich recht überlegen die erste Startreihe sichern konnten. Jordan kam auf Startplatz vier, gefolgt von Shedden auf Platz fünf. Neal konnte seinen mit vollem Ballast bepackten Honda dagegen nur für Startplatz sieben qualifizieren. Eine positive Überraschung war der dritte Startplatz von Rob Austin im Audi, der die gute Leistung aus Knockhill mit nach Rockingham nehmen konnte.

Alle Ambitionen der MG auf ein gutes Resultat hatten sich am Rennsonntag dann aber erledigt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und sich die Strecke bei frischen 10 Grad Außentemperatur in bestem englischen Wetter präsentierte. Dass der MG ein „Schönwetterauto“ ist, das bei ungünstigen Streckenbedingungen schnell in Handlingprobleme gerät, hatte sich schon einige Male in der Saison gezeigt und sollte sich auch diesmal bestätigen. Jordan schnappte sich die drei vor ihm startenden Fahrzeuge (beide MG und Austins Audi) bereits am Start und kam als Führender aus der ersten Runde zurück.

hi_10323_0be3Ein Unfall im hinteren Teil des Feldes machte dann zunächst eine längere Safety-Car-Phase notwendig. Nach dem Restart in Runde sieben verabschiedete sich plötzlich Matt Neal auf der nassen Piste in einen Dreher und fiel ans Ende des Feldes zurück. Somit also der erste Vorteil für Jordan. Hinter dem Pirtek-Piloten konnte sich nach dem Restart Gordon Shedden zunächst an Jason Plato vorbei auf Rang zwei schieben, geriet gegen Ende des Rennens aber unter Druck von Mat Jackson und Rob Austin, die ihre Reifen auf optimale Betriebstemperaturen gebracht hatten und mit schellen Rundenzeiten von hinten kommend durch das Feld pflügten. Jackson war von Position zwölf gestartet, konnte sich in der ersten Runde bereits auf Rang sechs vorarbeiten und nach der Safety-Car-Phase weitere Positionen gutmachen. Austin hatte am Start mit Grip-Problemen zu kämpfen und fiel zunächst ans Ende der Top Ten; konnte dann aber Boden gutmachen und wurde im Laufe des Rennens immer schneller. Nachdem Jackson Shedden bereits in Runde 14 überholen konnte, schaffte der Audi-Pilot ein sehenswertes Manöver gegen den Schotten in der letzten Kurve der letzten Runde und sicherte sich somit den verbleibenden Platz auf dem Podium. Shedden blieb nur der vierte Rang, gefolgt von Plato und Turkington. Neal kam letztendlich nur auf Rang 14 ins Ziel und verlor somit erstmals die Führung in der Meisterschaft.

hi_10319_819fZum zweiten Rennen präsentierte sich Rockingham zwar nach wie vor kalt und windig, aber immerhin war es jetzt trocken. Rob Austin nutzte den nun vorhandenen Grip optimal und katapultierte sich beim Start dank Heckantrieb an die Spitze, wo er in der Folge ein mehr oder weniger einsames Rennen fuhr und völlig souverän seinen ersten BTCC-Sieg feiern konnte. Für den Publikumsliebling, der sein Auto in Eigenregie vorbereitet und einsetzt und immer mit viel Herzblut dabei ist, auf jeden Fall ein verdienter Erfolg und gleichzeitig der erste Audi-Sieg in der BTCC seit Frank Biela 1997.

hi_10334_c3d4Nicht so optimal lief es dagegen diesmal für Andrew Jordan, der sichtlich unter dem jetzt vollen Zusatzballast zu leiden hatte und im Laufe des Rennens bis auf Rang acht zurückfiel. Allerdings verabschiedete sich Matt Neal in Runde zehn in einem kuriosen – aber nicht zusammenhängenden – Doppelausritt mit Rob Collard aus dem Rennen und musste seinen Honda mit Fehlzündungen abstellen. Trotz eines mittelmäßigen achten Platzes bedeutete der Nuller von Neal den zweiten Vorteil für Andrew Jordan an diesem Wochenende. Gefährlicher wurden in diesem Rennen dagegen Shedden und Turkington, die das Podium hinter Rob Austin komplettierten und somit einige wichtige Zähler sammeln konnten. Shedden hatte in der ersten Rennhälfte noch mit sehr schnellen Rundenzeiten versucht, Jagd auf den führenden Audi zu machen, wurde dann aber wie fast alle frontangetriebenen Fahrzeuge zur Rennhalbzeit von stark abbauenden Reifen gebremst. Es zeigte sich, dass das Streckenlayout von Rockingham in Verbindung mit den niedrigen Außentemperaturen besonders reifenfressend für die Frontriebler ist.

hi_10332_8abbSehr erfreulich für Jordan war dann die Auslosung für die Startaufstellung des dritten Rennens, die ihn auf die Pole Position beförderte. Der erste Startplatz in Verbindung mit einem jetzt von Zusatzballast befreiten Auto bedeuteten somit den dritten Vorteil für den Pirtek-Piloten. Und diesen nutze er auch in bester Manier und sicherte sich seinen zweiten Sieg an diesem Tag. Spannend wurde die an sich souveräne Vorstellung Jordans nur noch mal gegen Rennende, als das Einbrechen der Fronttriebler auch vor ihm nicht Halt machte und er pro Runde eine ganze Sekunde auf den Zweitplatzierten Colin Turkington verlor. Letztendlich reichte es aber, auch dank eines Verbremsers, den Turkington in der letzten Runde hinlegte. Das Podium komplettierte diesmal Jason Plato, gefolgt vom erneut starken Mat Jackson und Gordon Shedden. Mat Neal schaffte es auf Rang sechs und fuhr damit seine einzige Top-Ten-Platzierung an diesem Wochenende ein.

In der Meisterschaft führte nach Rockingham also Andrew Jordan mit 30 Punkten Vorsprung vor Gordon Shedden und 33 Punkten vor Colin Turkington. Matt Neal war nach seinem katastrophalen Rennsonntag plötzlich nur noch vierter mit 34 Punkten Abstand zur Spitze. Gerade die Konstanz, die ihm im bisherigen Saisonverlauf die Meisterschaftsführung eingebracht hatte, war Neal diesmal abhanden gekommen und warf ihn in eine ungünstige Ausgangslage zurück.

hi_10340_a615Nicht vergessen werden darf übrigens noch, dass in Rockingham auch schon der erste Meister des Jahres gekürt werden konnte: Lea Wood sicherte sich mit drei weiteren Siegen an diesem Wochenende vorzeitig den Titel in der Jack Sears Trophy für die Fahrzeuge nach S2000-Reglement. Für den Vauxhall-Piloten sicherlich ein verdienter Erfolg und eine klare Empfehlung, sich nächstes Jahr in einem NGTC-Auto präsentieren zu dürfen.

Rückblick Silverstone

hi_10387_040eAn sich war Silverstone eine optimale Station, um noch mal mehr Spannung in die Meisterschaft zu bringen: Gewohntermaßen kommt die Traditionsstrecke mit ihren schnellen Kurven und langen Geraden den Honda nicht gerade entgegen. Im Qualifying sicherten sich dann auch erneut die MG wie schon in Rockingham die erste Startreihe. Die Honda dagegen strauchelten tatsächlich: Matt Neal, der zusätzlich von einem gebrochenen Finger gehandicapt war, kam als bester Honda nur auf Startplatz neun. Andrew Jordan qualifizierte sich dahinter auf Rang zehn und für Gordon Shedden reichte es nur zu einem enttäuschenden 15. Platz. Besser lief es für BMW-Pilot Colin Turkington, der seine letzten Meisterschaftschancen wahren wollte und sich hinter den MG und dem starken Dave Newsham auf Startplatz vier qualifizierte.

hi_10373_d597Anders als in Rockingham konnten die MG diesmal bei strahlendem Sonnenschein ihre gute Qualifying-Leistung ins Rennen mitnehmen und fuhren einen recht überlegenen Doppelsieg ein. Nur beim Start kamen sich Plato und der etwas besser startende Tordoff leicht in die Quere, was es Colin Turkington kurzzeitig erlaubte, sich auf Position zwei vorzuschieben. Eine beeindruckende Fahrt zeigte von weiter hinten kommend Matt Neal, der im Laufe des Rennens Position um Position gutmachte und sich am Ende den dritten Platz sichern konnte. Dahinter platzierten sich Turkington, Collard und Jordan. Shedden schaffte es dagegen nur auf Platz 11, einen Platz vor Rockingham-Sieger Rob Austin. Matt Neal dürfte nach einigen in diesem Rennen gutgemachten Zählern also erst mal wieder Morgenluft gewittert haben.

hi_10406_ba56Aber bereits im zweiten Rennen drehte sich das Blatt wieder. Sollte Andrew Jordan tatsächlich Meister werden, wird man wohl zwangsläufig an diese Vorstellung zurückdenken müssen, die er im zweiten Silverstone-Rennen gezeigt hat – auch wenn es letztendlich nur der zweite Platz hinter einem mit dem Messer zwischen den Zähnen fahrenden Jason Plato werden sollte. Etwas überraschend wählte Jordan vor dem Rennen nämlich die weichere Reifenmischung. Ein Poker, der sich jedoch auszahlen sollte

Beim Start gelang es Colin Turkington diesmal erfolgreich, die MG auseinanderzudrängen und sich auf Platz zwei zu schieben. Ein Unfall zwischen Wrathall, Austin, Onslow-Cole, Bratt und Scott verursachte dann eine längere Safety-Car-Phase. Nach dem Restart in Runde sieben begann Jordan dann seine Reise durch das Feld: Zunächst schnappte er sich Matt Neal und konnte drei Runden später auch an Colin Turkington, der zwischenzeitlich wieder hinter Tordoff zurückgefallen war, vorbeigehen. Eine weitere Runde später war in einem sehenswerten Manöver dann auch Tordoff fällig und Jordan war auf einmal Zweiter. Während er sich in den nächsten Runden immer weiter an den führenden Plato ranrobbte, musste sich Konkurrent Neal des heftigen Drucks der hinter ihm fahrenden Jackson, Newsham und Shedden erwehren.

hi_10405_70a8Ab Runde 17 war Jordan dann an Plato dran und konnte ihn nach einigen erfolglosen Versuchen in Runde 20 erstmals überholen. Plato konterte jedoch unter Inkaufnahme einigen Lackaustauschs erfolgreich und in der Folge entwickelte sich ein sehenswerter Kampf zwischen beiden, zu dem sich gegen Rennende auch noch Aron Smith im Motorbase-Ford gesellte. Er hatte die gleiche Reifenstrategie wie Jordan gewählt und war in ähnlicher Manier durch das Feld gepflügt wie der Honda-Pilot. In dieser Dreiergruppe musste Jordan nun darauf achten, nicht noch von Smith überholt zu werden, während er weiterhin Attacken auf Plato setzte. Letztendlich konnte Plato seine Führung erfolgreich verteidigen und sicherte sich seinen insgesamt 80. BTCC-Sieg. Jordan und Smith komplettierten das Podium gefolgt von Sam Tordoff auf Platz vier. Die weiteren Meisterschaftsaspiranten Turkington, Neal und Shedden folgten auf den Rängen fünf, sechs und sieben. Auch wenn Jordan dieses Rennen nicht gewonnen hat, war die Vorstellung, die er hier zeigte, eindrucksvoll und taktisch klug zugleich und sicherte ihm ein gutes Punktepolster auf seine Konkurrenten in der Meisterschaft.

Um das Drehbuch im Meisterschaftskampf perfekt zu machen, wurde für das dritte Rennen des Tages dann Matt Neal auf die Pole Position gelost. Der Dynamics-Pilot und der ebenfalls noch Meisterschaftschencen habende Colin Turkington bildeten somit die erste Startreihe für das letzte Rennen des Tages. Beim Start konnte Turkington zunächst die Führung übernehmen und sah eine Weile wie der sichere Sieger aus. Neal geriet dagegen in den ersten Runden unter erheblichen Druck von Tordoff und kollidierte schließlich unnötigerweise mit dem MG-Piloten, als beide sich gegenseitig keinen Platz ließen. Tordoff drehte es von der Strecke und Neal verlor zwei Positionen an den dahinter pushenden Aron Smith und Teamkollege Shedden, der nach dem Start Andrew Jordan überholt hatte.

hi_10411_6521Im weiteren Rennverlauf konnte Shedden sich an Mat Jackson vorbei auf Rang zwei schieben und den führenden Turkington unter Druck setzen. Nachdem zur Rennmitte eine herrenlose Stoßstange auf Start-Ziel eine Safety-Car-Phase notwendig gemacht hatte, kam Turkington beim Restart schlecht weg und musste Shedden und Smith in Copse ziehen lassen. Einige Runden später schaffte es auch Matt Neal am BMW vorbei. Doch damit nicht genug für Turkington: Kurze Zeit später geriet er mit Mat Jackson in Copse aneinander und musste das Rennen mit gebrochener Aufhängung beenden – wichtige Punkte und die letzten realistischen Chancen im Meisterschaftskampf waren somit futsch. Es gewann also etwas überraschend Gordon Shedden vor dem erneut starken Aron Smith und Teamkollege Matt Neal. Andrew Jordan, der sich zeitweise des stark pushenden Jason Plato erwehren musste, betrieb mit einem fünften Platz Schadenbegrenzung gegenüber den besser platzierten Markenkollegen und reiste – auch ohne Sieg – als Favorit auf den Titel aus Silverstone ab.

Somit ergab sich also die eingangs geschilderte Ausgangslage in der Meisterschaft bevor am kommenden Wochenende der Meister in Brands Hatch gekürt wird. Gefahren wird auf dem 3,908 Kilometer langen GP-Circuit. Da die Wettervorhersagen very british sind, spare ich mir jetzt das Auspicken von Favoriten für die Siege. Nur so viel: Wenn es regnet, gehen die MG wieder unter. Und ein Auge sollte man auf Rob Austin haben, dessen Audi das Streckenlayout entgegen kommen dürfte.

Ansonsten kann man davon ausgegehen, dass Neal und Shedden nichts unversucht lassen werden, Jordan den Titel streitig zu machen, während Jordan wohl vor allem auf Sicherheit fahren wird. So gut die Chancen für den Pirtek-Piloten auch sein mögen, so schnell kann ein einziger Ausfall die ganze Situation schmerzhaft spannend werden lassen.

Wir dürfen uns auf jeden Fall auf ein spannendes Finale freuen!

 

Notiz am Rande

merc

Das Bild stammt vom Facebookprofil von Cicey-Racing (https://www.facebook.com/ciceleyracing)

Adam Morgan uns sein Cicely-Team haben angekündigt, für die nächste Saison eine selbst entwickelte NGTC-Version der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start zu bringen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre das mit einer weiteren Marke im Feld nicht nur eine Bereicherung für die BTCC, sondern auch ein weiterer deutlicher Pluspunkt für das NGTC-Reglement und die damit verbundenen Ambitionen. Ich drücke jedenfall die Daumen.

October 10 2013

13:59

Formel Eins: Vorschau GP Japan 2013

Die WM ist mehr oder weniger entschieden, aber die Frage, ob Red Bull seit dem Sommer eine Art Traktionskontrolle einsetzt, steht immer noch im Raum.

japSeit dem Rennen in Singapur gibt es ein paar nachdenkliche Menschen in der Formel Eins. Mehr als zwei Sekunden war Vettel in Singapur schneller als der Rest der Welt und das ist dann in einer Serie, in der es normalerweise um Zehntel geht, etwas sehr viel. Giancarlo Minardi war der Erste, der das böse Wort “Traktionskontrolle” geschrieben hat. Ohne Red Bull direkt zu beschuldigen, wirft er doch die Frage auf, wie es Vettel schaffen kann, bis zu 50 Meter früher beschleunigen zu können, was logischerweise einen erheblichen Vorteil bringt. Aber ganz so einfach ist die Sache nicht.

Wir hatten hier auch schon klargestellt, dass es praktisch unmöglich ist, die Standard ECU, die die gesamte Motorsteuerung übernimmt und für alle Teams gleich ist, zu überlisten. Die FIA hat zudem in diesem Jahr klare Regeln aufgestellt, dass das Anblasen des Diffusors mittels hoher Drehzahlen, wenn das Gaspedal nicht betätigt wird, nicht mehr möglich ist. Die Teams können gewisse Änderungen an der Motorsteuerung vornehmen (Zündzeitpunkt usw.), dies hat aber keinen so großen Einfluss auf die Leistungsentwicklung, dass sich damit eine Traktionskontrolle simulieren lässt.

Bekannt ist, dass der Red Bull schon immer über eine gute Traktion aus langsamen Kurven verfügte. Das war schon 2011 und 2012 so, Onboard-Aufnahmen belegen dies ziemlich deutlich. Die Kollegen von Racecar Engineering meinen aber, eine Erklärung gefunden zu haben, die die plötzliche Leistungssteigerung von Red Bull nach dem Sommer erklären könnte. Sie vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen dem KERS und den Stoßdämpfern gibt. Dass also die Leistung des KERS abhängig von der Belastung der Stoßdämpfer erfolgt. Wird der Wagen auf der Hinterachse voll belastet, sind also die Stoßdämpfer auf Anschlag, haben die Reifen die größte Auflagefläche und damit auch den besten Grip. Sensoren messen dies und signalisieren dem Motor über die KERS-Einheit, wie viel Leistung abgerufen werden kann. Selbst wenn Vettel das Gaspedal voll durchtritt, bekommt er also nur so viel Leistung, wie Grip da ist. Durchdrehende Reifen erkennt das System am Dämpfer, dessen Spannung nachlässt, wenn die Reifen durchdrehen, weil der Grip dann fehlt, dem Motor wird dann signalisiert, dass er einen Teil seiner Leistung an das KERS abgeben soll.

Das System wäre nicht richtig illegal, es handelt sich mal wieder um die Ausnutzung einer Lücke im Reglement. Allerdings soll das KERS normalerweise nur beim Bremsen aufgeladen werden, ich weiß allerdings, ob ein anderes oder zusätzliches System der Aufladung illegal wäre. Wenn es denn so stimmt und so funktioniert. Ich bin mir da nicht so sicher. Die Dämpfer in der F1 sind winzig, ebenso die Federwege, weil ein großer Teil der Energie durch die Reifen und die Aufhängung abgefangen wird. Die Reaktionszeit des gesamten Systems müsste sehr schnell sein. Zwar bauen die Teams (oder lassen bauen) für jedes Rennen neue Dämpfer und natürlich hat man jede Menge Daten über die Federwege und die auftretenden Energien an den Hinterrädern. Aber ein solches System mit dem Motor zu koppelen (und damit auch wieder mit der ECU) ist sehr kompliziert. Aber nicht unmöglich.

Klar ist, dass Red Bull über den Sommer irgendetwas im Bereich der Traktion gefunden hat. Es kann in diesem Fall keine aerodynamische Lösung sein, dafür ist der Anpressdruck in langsamen Kurven zu gering. Es wird also eine mechanische/elektronische Lösung sein, aber keiner weiß, was es genau ist. Der Konkurrenz wird das große Sorgen machen, vor allem in Hinblick auf 2014. Denn die neuen Turbomotoren liefern 30% mehr Drehmoment, und wenn Red Bull hier eine Lösung gefunden hat, die die FIA nicht verbieten kann (weil sie die Lösung nicht kennt), dann hat das Team auch schon für 2014 einen satten Vorsprung.

Aber nun zum Rennen in Suzuka. Die Strecke ist bekannt, sie wird von allen Fahrern einhellig als eine der besten und schönsten im gesamten Rennkalender betrachtet. Die legendären Kurvenkombinationen der Esses, die Löffelkurve und natürlich die 130R, jener Linksknick kurz vor der letzten Schikane, der mit knapp 300 km/h gefahren wird. Suzuka ist abwechslungsreich und bietet gute Überholmöglichkeiten. Es wird in Suzuka aber nur eine DRS-Zone geben, der FIA war es verständlicherweise zu heiß, vor der 130R eine weitere DRS-Zone einzusetzen. So bleibt es bei jener auf Start und Ziel.

Drei Teams sollte die Strecke auf jeden Fall liegen: Red Bull, Mercedes und Lotus. Letztere haben in Korea etwas überrascht, aber dem E21 scheinen vor allem die schnellen Strecken zu liegen. Also müssten Räikkönen und Grosjean in Japan sehr weit vorne zu finden sein. Ferrari wird weiter über mangelnden Speed jammern und man wird ein Auge auf McLaren und eventuell Sauber haben müssen. Nach dem vierten Platz von Hülkenberg in Korea visieren die Schweizer erneut eine vordere Platzierung an und unmöglich erscheint das nicht. Immerhin kam Kamui Kobayashi im letzten Jahr aufs Podium.

Toro Rosso erwarte ich dahinter. Die Italiener hatten ein wenig Pech in den letzten Rennen, lagen aber immer in Punktereichweite. Bei Force India scheint für dieses Jahr die Luft raus. Seit der Umstellung von Pirelli geht bei den Indern gar nichts mehr. Mag sein, dass die neuen Konstruktionen von Pirelli dem Wagen nicht liegen, aber der Absturz ist schon sehr tief. Vielleicht liegt es auch daran, dass das kleine Team in Sachen Entwicklung etwas sparen muss, was kein Wunder wäre.

Williams hat in Korea eine Art Lebenszeichen ausgesendet. Zwar gab es keine Punkte, aber Maldonado und Bottas konnten beide in dem sehr umkämpften Pulk um Platz 10 mithalten, was schon mehr ist, als man in den Rennen zuvor leisten konnte. Vielleicht sind das schon die ersten Anzeichen der Arbeit von Pat Symonds.

Kleine Randbemerkung: Vettel kann schon in Japan Weltmeister werden, wenn er das Rennen gewinnt und Alonso nicht mehr als P9 schafft.

Strategie:

Pirelli bringt die Medium/Hard-Reifen mit nach Japan. Das ist angesichts der Belastungen gerade für den rechten Vorderreifen eine konservative Strategie. Aber der “Soft” neigt zu massivem Graining und zudem kann es in Japan Anfang Oktober auch noch richtig warm werden. Im Moment werden 27 Grad für den Rennsonntag erwartet.

Die Frage nach der Menge der Boxenstopps dürfte für die meisten Teams sehr einfach sein: Mehr als zwei Stopps werden es nicht werden. Mit den “Medium” kann man rund 15 Runden hinter sich bringen, die “Hard”-Variante schnallt man dann noch mal in Runde 35 auf die Autos. Nur ein Stopp scheint aufgrund der Belastungen für die Reifen unrealistisch, hier hängt es allerdings davon ab, ob und wann das Safety Car auf die Strecke kommt. Theoretisch könnte man die Medium vielleicht 20 oder 22 Runden durchschleppen, dann müsste man mit den harten Reifen knapp 30 Runden fahren, was gehen könnte. Allerdings verliert man dann gegen Ende des Rennens viel Zeit auf die Konkurrenten, die frischere Reifen aufgezogen haben.

Drei Stopps sind eine weitere Möglichkeit, die aber nur dann in Frage kommt, wenn man zwei frische Sätze Medium aus der Quali gerettet hat. Die Strategie wäre, dass man auf eine gute Startposition verzichtet und versucht, um P8 rum ins Rennen zu gehen. Die harten Reifen fährt man bis Runde 20, danach weitere Stopps in Runde 30 und um Runde 40 herum. Der Zeitverlust für einen Boxenstopp in Suzuka ist gering, der Vorteil der Medium dürfte mit einem leichten Auto bei rund einer Sekunde pro Runde liegen, 1,5 Sekunden, wenn die anderen ältere “Hard” fahren. Das Risiko mit einem dritten Stopp irgendwo im Mittelfeld stecken zu bleiben, ist allerdings relativ hoch.

Für das Rennen muss man dann, ein letztes Mal in diesem Jahr, wieder früh aufstehen. Start ist um 08:00 Uhr morgens.

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September 19 2013

11:23

Formel Eins: Vorschau GP Singapur 2013

Wenn es Nacht wird in Singapur, dreht die Formel Eins erst richtig auf. Sebastian Vettel könnte seine vierte WM am Wochenende schon mehr oder weniger klar machen.

singaWeltmeister kann Vettel am Wochenende natürlich noch nicht werden, aber ein weiterer Sieg, bei einem Ausfall oder einer schlechten Platzierung von Fernando Alonso, dürfte die WM schon entscheiden. Sein Vorsprung auf den Ferrari-Piloten beträgt bei noch sieben zu fahrenden Rennen schon 53 Punkte, im günstigsten Fall wären es am Sonntag nach dem Rennen dann 78 Punkte. Die Chancen, dass Red Bull auch in Singapur den Rest mal wieder weit hinter lässt, stehen gar nicht mal so schlecht und für Ferrari gibt es weitere Probleme.

Denn bisher konnten die Italiener auf engen Kursen nicht wirklich überzeugen. In Monaco holte Alonso magere sechs Punkte, in Ungarn waren 10 Zähler. Nicht gerade eine Bilanz, die Ferrari sehr fröhlich stimmen sollte. Zwar verbreitet die PR-Abteilung weiter gute Laune und spricht von “maximaler Attacke”, hinter den Kulissen sickert aber auch schon durch, dass man bei einem schlechten Abschneiden in Singapur den Fokus schon mal auf 2014 verschieben wird. Dass Ferrari aus eigner Kraft noch den WM-Titel holen kann, ist nicht ausgeschlossen, aber wer glaubt schon, dass man die restlichen Rennen der Saison alle gewinnen kann?

Dazu kommt, dass die Konkurrenz in Singapur groß ist. Mercedes hat in Monaco und in Ungarn gewonnen, der enge Kurs sollte ihnen also liegen. Nach den schlechten Ergebnissen in Spa und Monza soll auch dringend mal wieder ein Sieg hier und die Deutschen stehen auf den Wettlisten auch ganz weit oben. Rosberg, der als Spezialist für solche Kurse gilt, ist der erste Siegesanwärter. Aber selbst ein Doppelsieg der Mercedes dürfte Red Bull nicht weiter beunruhigen, denn Platz 3 sollte allemal drin sein, was auch reicht, um den Abstand zu Ferrari vergrößern zu können.

Bei Lotus hat man die Saison auch schon abgehakt. Räikkönen hat bei Ferrari unterschrieben und sein Rückstand in der WM beträgt 88 Punkte. Die beiden Nullnummern in den letzten Rennen haben die WM-Ambitionen des Finnen komplett zerstört. Beides sind schlechte Nachrichten für Teamchef Eric Boullier, der seit dem Sommer damit beschäftigt ist, das Paket für 2014 zu schüren. Nach dem Weggang des Finnen gibt es für den Franzosen zwei Varianten, was die Fahrerbesetzung angeht. Zum einen Hülkenberg, zum anderen auch Felippe Massa, der sich und sein Ferrari-Insiderwissen offenbar bei Lotus anpreist. Die Frage für Boullier ist, ob er Grosjean behalten will, oder nicht. Gleichzeitig gibt es Gerüchte, dass Renault eventuell Teile des Teams kaufen möchte. Entweder selber oder über die Marke “Infinity”. In Monza war eine ganze Horde hoher Nissan-Manager zur Gast, was die Gerüchte noch weiter angetrieben hat. Dafür müssten aber auch weitere gute Ergebnisse her, aber der Lotus funktioniert auf engen und ultraschnellen Kursen in diesem Jahr nicht.

Da könnte eher McLaren für eine Überraschung sorgen, denn die waren in Ungarn schon recht dabei. Man ist zwar immer noch weit, weit von der üblichen Form entfernt, aber in den letzten beiden Rennen machte das Auto der Briten einen zunehmend besseren Eindruck. Jedenfalls nicht mehr katastrophal. Button mag Singapur, Perez wird vermutlich wieder eher ein paar Probleme haben. Aber McLaren könnte “best of the rest” werden.

Was auch daran liegt, dass die anderen Mittelfeldteams in Singapur eher Probleme haben werden. Force India scheint für dieses Jahr weg vom Fenster zu sein, die neuen Pirelli liegen dem Wagen einfach nicht. Sauber war in Monza sensationell unterwegs, aber ob das auch auf der engen Strecke in Singapur klappt? Man darf aber nicht vergessen, dass die Schweizer dank des frischen Geldes aus Russland den Entwicklungsstau etwas abbauen konnten, was dem Wagen sichtlich gut getan hat. Toro Rosso ist schwer einzuschätzen. In Monza habe ich sie etwas weiter vorne erwartet, obwohl Ricciardo ja Punkte geholt hat. In Singapur dürfte es allerdings schwieriger werden.

Williams, Marussia und Caterham werden das Schlusslicht bilden. Vor allem der Williams ist weiterhin eine einzige Enttäuschung, denn er funktioniert auf überhaupt keiner Strecke.

Strategie

Singapur ist ein Albtraum für Techniker und Strategen. Der Kurs ist eng, hat 23 Kurven und kaum eine lange Gerade. Dazu kommen hohe Temperaturen von über 30 Grad am Abend und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die gerne mal so richtig 75 % gehen kann. Das bedeutet, dass die Motoren und vor allem die Bremsen nicht richtig abgekühlt werden. Zwar bremst man in Singapur nur einmal aus hoher Geschwindigkeit ab, aber dafür steht man permanent auf der Bremse, was den Kohlefaserscheiben nicht gefällt. Auch für alle anderen Systeme ist das Wetter eher Gift. Durch den Coanda-Auspuff sammelt sich viel Hitze unter der Abdeckung, das KERS wird zusätzlich belastet. So hatten etliche Teams im Rennen schon Probleme mit dem KERS und da denkt man ja auch und gerne an Red Bull.

Nicht leichter wird die Angelegenheit, wenn man sich die Reifen anschaut. Pirelli bringt “Supersoft/Medium” mit. Das engt die Strategie ein wenig ein, denn niemand wird die Supersoft im Rennen lange fahren wollen. Die Top Ten werden nach acht bis zehn Runden auf die Medium wechseln, was aber mindestens einen weiteren Stopp nötig machen wird. Aber auch, wenn man die Strategie umgekehrt und die Supersoft erst gegen Ende aufschnallt, wird das nicht viel ändern. Dreistopps wären auch eine Möglichkeit, halte ich aber für unwahrscheinlich, weil sich die Medium in der Saison als sehr standfest erwiesen haben.

Eine weitere Unsicherheit ist das Safety Car, das bisher bei jedem Rennen in Singapur im Einsatz war. Klassischerweise macht fast jedes liegen gebliebene Auto eine SC-Phase nötig. Im letzten Jahr musste Bernd Mayländer zweimal raus, das kann dieses Jahr auch passieren. Und wie immer kann das Rennen dann darüber entschieden werden, wer sich bei der Ausfahrt des SC dann wo auf der Strecke befindet. Man kann, wenn man Pech hat, mehrere Plätze nach hinten durchgereicht werden, wenn es gerade nicht passt.

Das alles gibt dem Rennen auch die nötige Würze, denn Überholmanöver sind in Singapur, zwei DRS-Zonen hin oder her, eher selten. Man sollte sich also auf einen längeren Grand Prix einstellen. Aber immerhin sind die Nachtbilder aus Singapur jedes Jahr sensationell schön.

Achtung bei den Zeiten. Die Quali ist um 15.00 Uhr, das Rennen aber um 14.00. Mehr bei uns im TV-Planer.

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September 14 2013

10:33

BTCC: Vorschau Rockingham

Morgen startet die BTCC zu ihrem drittletzten Rennwochenende auf dem Rockingham Motor Speedway. Und es ist im Kampf um die Meisterschaft schlichtweg spannend.

hi_9098_e982Matt Neal führt nach wie vor die Meisterschaft mit aktuell 293 Punkten an. Nur noch sechs Punkte dahinter lauert aber Markenkollege Andrew Jordan. 27 Punkte Rückstand hat auf Platz drei der amtierende Champion Gordon Shedden und „The man on the move“ Colin Turkington hat auf Platz vier mit 30 Punkten Rückstand ebenfalls noch beste Chancen, um in der Meisterschaft ein Wort mitzureden. Jason Plato ist seit seinem blassen Knockhill-Wochenende mit 54 Punkten Rückstand dagegen erst mal mehr oder weniger raus aus der Titelentscheidung. Aber man soll ja niemals nie sagen …

Die Ausgangslage an der Spitze der Tabelle ist also definitiv vielversprechend. Neal darf sich keinen Fehler erlauben und muss auf Konstanz setzen, um seinen Vorsprung zu verteidigen. Gleichzeitig darf er sich nicht von Jordan schlagen lassen. Ein einziger Fehler von Neal und/oder Jordan kann Shedden und Turkington näher an die Spitze bringen. Wir dürfen also gespannt sein, wer als Tabellenführer aus Rockingham abreist und ob nach dem Wochenende noch immer vier Fahrer als Meisterschaftskandidaten in Frage kommen. Ein einziges Nullresultat kann jedem der Favoriten ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

592px-Rockingham_Motor_Speedway_-_Road_course.svg

Wikipedia Commons, Author Will Pittenger

Rockingham ist die modernste aller britischen Rennstrecken (sieht man einmal von der Snetterton-Erweiterung ab). Wie vielleicht bekannt, wurde das Oval in Northhamptonshire einst ähnlich wie der Lausitzring für die Indy Car gebaut. Nach zwei Auftritten in den Jahhren 2001 und 2002 verabschiedete sich die Indy Car, die in dieser Zeit ihre Krisenjahre einläutete, dann aber wieder und ward fortan nicht mehr gesehen. Die BTCC fährt freilich nicht auf dem ungewöhnlich geformten 1,5 Meilen-Oval, sondern auf dem „International Super Sports Car Circuit“, den man der Strecke beim Bau des Ovals als Infield verpasste.

Dafür dass diese 3,12 Kilometer lange Streckenvariante der Infield-Circuit eines Ovals ist, ist sie meiner Meinung nach doch recht abwechslungsreich und herausfordernd. Spannend – und gewissermaßen eigentlich auch ganz schön gefährlich – ist unter anderem, dass man Turn 1 des Ovals komplett mitnimmt und hier mit dem Gasfuß am Bodenblech durch brettert. Dieser Umstand macht Rockingham auch recht selektiv. Dem kurvenreichen Infield steht das lange Vollgasstück über Start-Ziel, Turn 1 und die anschließende Gerade gegenüber. Topspeed, Bremsen und Handling sind hier die entscheidenden Faktoren und die Autos sind nicht gerade leicht abzustimmen.

Ich sehe Turkington mit dem BMW hier leicht im Vorteil. Zum einen befindet man sich bei West Surrey ja ohnehin auf dem aufsteigenden Ast und zum anderen schätze ich, dass man mittlerweile über eines der besten Fahrwerke im BTCC-Feld verfügt. Und geradeaus zählt der BMW ja sowieso nicht zu den langsamsten. Dazu kommt die gute Traktion des Fahrzeugs, die vor allem beim Herausbeschleunigen im Infield entscheidend sein kann.

Gleichwohl könnten hier auch die MG wieder mal ein ernsteres Wörtchen mitreden. Snetterton, wo der MG zuletzt tonangebend war, kommt der Charakteristik von Rockingham sehr nahe und im letzten Jahr sicherte sich Jason Plato im ersten Rennen bei trockenen Bedingungen einen überlegenen Sieg. Auch wenn der MG in Rockingham mal wieder vorne mitmischen sollte, dürfte das Eingreifen in die Meisterschaft wie oben beschrieben schwer bis unmöglich sein und nur über reihenweise Fehler der anderen führen.

hi_9096_c765Die Honda sind nie zu unterschätzen und werden auf jeden Fall vorne mitfahren. Letztes Jahr läutete Gordon Shedden hier in den beiden verregenten Rennen seine Fahrt zum Titel ein. Im Infield der Strecke werden Neal, Shedden und Jordan die Handling-Stärken des Civic ausspielen können – auf den Geraden könnte jedoch der fehlende Top Speed für Frust sorgen. Außerdem sollte beachtet werden, dass die drei Honda-Piloten als Erstplatzierte in der Meisterschaft die schwersten Autos im Feld sind und vor allem beim Herausbeschleunigen auf das lange Vollgasstück unter dem Zusatzgewicht leiden dürften.

 

Was war sonst noch?

Tom Onslow Cole (GBR) Volkswagen Passat CCDer fröhliche Cockpittausch geht auch vor Rockingham in eine neue Runde. Auslöser war erneut das Team von Tony Gilham. Erste Meldung war, dass Tom Onslow-Cole überraschenderweise nicht die letzten drei Rennen für das Team bestreitet. Als Grund wurde

September 11 2013

22:47

Racingblog Podcast: Ausgabe vom 12.09.2013

Der wöchentliche Podcast von Racingblog-Team. Im Stream, im Download und bei iTunes.

Der Skandal um Michael Waltrip Racing beschäftigt nicht nur die NASCAR sondern auch uns. Hat man MWR richtig betraft? Warum wurde Clint Bowyer nicht bestraft? Daher nimmt die NASCAR diese Woche einen großen Teil des Podcast ein. In der zweiten Hälfte geht es um die Verpflichtung von Kimi Räikkönen von Ferrari. (Podcast wurde am Dienstag aufgenommen, daher einige “vielleicht” ;) ) Thomas und Felix werfen einen Blick auf das erste Langstreckenrennen des Jahres der V8 Supercars und am Schluss gibt es die Vorschau auf Wochenende in etwas komprimierter Form.

Hier der Link zu den Funksprüchen zwischen MWR und seinen Fahrern, über die wir im Podcast reden.

Download (MP3, 57 MB)
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Here is the Music Player. You need to installl flash player to show this cool thing!

Dauer: ca. 120 Minuten

00:00:00 NASCAR
00:54:00 F1
01:29:00 V8 Supercars
01:41:00 DTM/GT Masters/BTCC/ELMS

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September 05 2013

14:48

Formel Eins: Vorschau GP Italien Monza 2013

Die Formel Eins trifft sich zur alljährlichen Vollgasorgie in Italien. Der vermutlich kürzeste Grand Prix der Saison könnte schon eine Vorentscheidung in der WM bringen.

monzaSebastian Vettel kann gerade relativ ruhig in seine Zukunft schauen. In der WM hat er ein beruhigendes Polster, Adrian Newey hat es geschafft, den Red Bull auch auf der Geraden schnell zu machen und mit Daniel Ricciardo bekommt er 2014 einen Teamkollegen, der vermutlich erst einmal mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit ihm. Im Grunde kann Vettel es “rollen” lassen, aber ganz so einfach werden es ihm Alonso, Räikkönen und Hamilton dann wohl doch nicht machen. Denn schon ein Ausfall und ein schlechtes Ergebnis könnte die WM wieder komplett umdrehen. Und Monza könnte der Auftakt dafür sein.

53 Runden, 74% Vollgasanteil, 11% Bremsanteil, Höchstgeschwindigkeit ca. 340 km/h und eine durchschnittliche Runde ist 245 km/h schnell. Monza ist schon was Besonderes im Kalender, denn auf keiner Strecke werden höhere Geschwindigkeiten erreicht. Und auch wenn man nur selten auf der Bremse steht – die Bremsbelastungen sind extrem hoch, da man permanent von 300+ km/h auf 80 km/h runter muss. Das bedeutet für die Teams: Alle Flügel abschneiden, große Bremsbelüftungen und hoffen, dass das KERS hält, denn ohne ist man ziemlich aufgeschmissen.

Aufs KERS von Red Bull werden auch die WM-Konkurrenten von Sebastian Vettel hoffen, denn bisher hat sich das System bei Red Bull schon ein paar Mal als Schwachpunkt erwiesen. Dass der RB9 in Monza, wie oft in den Vorjahren, nicht so ganz auf der Höhe seiner Möglichkeiten sein wird, kann man wohl abhaken. Spa hat deutlich gezeigt, dass der Red Bull in Sachen Topspeed mittlerweile zu den schnellsten Wagen im Feld gehört. Erinnert sei der Stelle auch an das Rennen in Kanada, eine Strecke, die Monza durchaus ähnelt, und wo Vettel mehr oder weniger zum Sieg gecruist ist.

Die Hoffnung bleibt, dass Monza vielleicht doch etwas anders laufen könnte und dass vor allem Ferrari und Mercedes die Red-Bull-Party etwas vermiesen. Vor allem Mercedes macht sich ernsthafte Hoffnungen auf einen Sieg und man hat die Anstrengungen, den W04 noch einmal schneller zu machen, verstärkt. In Monza zeigt man ein überarbeitetes Low-Downforce-Paket, das man allerhöchstens zu Teilen nur noch mal in Abu Dhabi wird verwenden können. Mercedes signalisiert mal wieder, dass man ernst meint und nicht müde wird, Geld ins Team und ins Auto zu stecken. Während andere Teams den Fokus schon teilweise oder komplett auf 2014 verschoben haben, entwickelt man in Brackley fleißig weiter. Der eh schnelle Mercedes könnte in Monza also eine große Rolle spielen.

Ferrari hofft auf Ähnliches. Vermutlich schickt man zusätzlich längere Gebete gen Himmel, denn Monza ist das Rennen für Ferrari. Heim-Grand-Prix, heiliger Boden. Und Luca di Montezemolo wird auch da sein. Alles andere als ein Startplatz in der ersten Reihe und ein Sieg kommt gar nicht erst in Frage. Allerdings stehen die Chancen realistisch betrachtet nicht so gut. Dem F138 fehlen Topspeed und Traktion aus den langsamen Ecken raus. Wenn die Italiener nicht seit Spa die Probleme beseitigt haben, werden sie nicht um den Sieg mitfahren. Selbst ein Podium wird eng. Sollte Ferrari am Freitag eine Bestzeit hinlegen – nicht wundern, das dürfte Kosmetik für die Fans und die Medien sein. Aber ganz abschreiben sollte man sie nicht, schon gar nicht in Monza. Und was Schöneres als einen Ferrari-Sieg in Monza gibt es ja kaum in der Formel Eins.

Lotus ist in Monza sehr schwer einzuschätzen. Man kommt mit einem umgebauten E21b, dem man einen längeren Radstand verpasst hat. Die Entscheidung, eine B-Variante zu bauen, ist ungewöhnlich, denn so schlecht war der E21 ja nun auch nicht. Aber wie Räikkönen schon vor dem Sommer angedeutet hatte, ist man bei dem Wagen wohl schon am Ende der Entwicklungsmöglichkeiten angekommen. Das galt insbesondere für das schmale Abstimmungsfenster, in dem man sich bewegen konnte. Die Strecken in der zweiten Saisonhälfte sind teilweise etwas anspruchsvoller (Monza, Singapur, Suzuka, Indien, Austin) und man erhofft sich mit dem verlängerten Radstand und den veränderten Aufhängungspunkten vorne eine deutliche Verbesserung. Das Problem mit solchen Eingriffen: Man muss das Auto auf der Strecke neu lernen. Allein das Einlenkverhalten ist verändert, dazu die neuen Möglichkeiten der Abstimmung. Lotus hat den Wagen seit einiger Zeit im Simulator und man ist sicher, dass die Vorteile enorm sind.

Hinter den vier Top-Teams sollten sich Force India und Toro Rosso wiederfinden. Beide verfügen über einen guten Topspeed, der Force India kommt zudem gut aus den engen Schikanen raus. Punkte sollte es für jeweils mindestens einen Fahrer der beiden Teams geben. Und so langsam geht es bei Force India auch darum, wen Vijay Mallya im nächsten Jahr im Cockpit haben will. Die Verpflichtung von James Calado als dritten Einsatzfahrer erhöht jedenfalls schon mal den Druck auf Sutil und di Resta.

Sauber und Williams werden mit der Punktevergabe nichts zu tun haben. Der Williams ist sowieso auf allen Strecken zu langsam, Sauber fehlen noch ein paar Zehntel, um in Monza aus eigener Kraft in die Punkte zu kommen. Dazu sollte man aber auch erwähnen, dass die aus Geldmangel verschobenen Updates so langsam ans Auto finden, was die Sache etwas schwer einzuschätzen macht. Marussia und Caterham werden die meiste Zeit damit beschäftigt sein, nicht um Weg rumzustehen.

Strategie

Pirelli bringt “Medium” und “Hard” an die Strecke. Was angesichts der Belastungen, die auf den Reifen wirken, logisch ist. Der Reifenhersteller warnt vor dem Rennen auch schon mal vor Blasenbildung an den Reifen und schielt damit vermutlich in Richtung Red Bull. Die fahren meist ziemlich hohe Sturzwerte, was die Flanken belastet und überhitzt. In Spa flog Vettel ein Reifen um die Ohren, allerdings wohl wegen eines Trümmerteils. Aber in Monza will man nun auch keine Reifenplatzer sehen, schon gar nicht in der Curva Grande.

Die Haltbarkeit der Reifen wird die Strategie bestimmen. Der Stopp in Monza dauert mit ca. 21 Sekunden nicht so lange, was eine 2-Stopp-Strategie als vermutlich gängigste Lösung erscheinen lässt, sollte es eine Mischung mit Blasenbildung zu tun bekommen. Sollte sich die harte Mischung als beständig erweisen, kann man aber auch mit einem Stopp durchkommen. Allerdings ist der Zeitverlust nicht zu unterschätzen. Dabei geht es nicht um die Zehntel, die man in den Lesmo oder der Ascari liegen lässt, sondern vor allem um die Traktion aus den Schikanen heraus. Mit abgefahrenen Reifen kann man sich dann kaum noch wehren.

DRS dürfte auch eine Rolle spielen. Zone 1 ist die Start/Zielgerade, gemessen wird vor der Parabolica. Die Zweite wird vor der zweiten Lesmo gemessen und startet dann auf der Geraden zur Ascari, was mir schon im letzten Jahr Bauchschmerzen gemacht hat, denn die Strecke ist da sehr eng. Warum man nicht die bereitere Gerade zur Parabolica nimmt, weiß auch nur die FIA.

Rennzeiten sind wie immer, einschlafen sollte man nicht, das Rennen dürfte kaum mehr als 80 Minuten dauern.

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August 21 2013

14:00

BTCC: Vorschau Knockhill

Auf geht’s nach Schottland! Am kommenden Wochenende startet die BTCC in Knockhill zu ihren nächsten drei Rennen.

hi_8972_bae4Mit nur noch vier ausstehenden Events geht auf der schottischen Rennstrecke nicht nur die Meisterschaft allmählich in ihre heiße Phase – Knockhill ist auch sonst ein echtes Highlight im Kalender. Die Strecke gehört mit gerade einmal 2,003 Kilometern Länge zwar zu den kürzesten (nur der Indy-Crcuit von Brands Hatch ist noch kürzer), aber der Spruch „in der Kürze liegt die Würze“ passt geradezu perfekt auf Knockhill. Auf den gut zwei Kilometern bietet der Kurs eigentlich alles, was das Racer-Herz höher schlagen lässt: Es geht bergauf und bergab, über blinde Kuppen, durch schnelle und mittelschnelle Kurven.

Highlight der Strecke ist sicherlich die John R. Weir Chicane: Nach der schnellen bergab führenden Rechts-Links-Kombination nach Start-Ziel geht es zunächst durch den Scotsman Corner und anschließend durch den schnellen Rechtsknick Butcher’s recht steil bergauf in Richtung Schikane. Der Scheitelpunkt zum Einlenken befindet sich dabei direkt auf einer Kuppe und nachdem man den Linksknick der Schikane hinter sich gebracht hat, geht es direkt wieder rechts rum über einen hohen Randstein. Wer hier zum ersten Mal fährt, erlebt angesichts der nicht einsehbaren Scheitelpunkte und der spontanen Richtunsgänderung sicherlich eine große Überraschung. Wegen der recht hohen Randsteine sieht man hier auch reihenweise Fahrzeuge auf zwei Rädern in gesunder Schieflage durch die Schikane fahren. Für Fotografen ist die John R. Weir Chicane daher ein echter Hot Spot im BTCC-Kalender.

Nach der Schikane geht es durch die schnelle Clark’s Corner und über die Gegengerade in Richtung der auf Start-Ziel zurück führenden Real Radio Hairpin, die die beste Stelle zum Überholen in Knockhill ist.


Größere Kartenansicht

Favoriten für das Wochenende könnten die BMW sein, wobei ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen möchte. Im letzten Jahr gingen zwei Siege an Rob Collard im mittlerweile außer Dienst gestellten S2000-BMW. Allerdings sollte man das nicht als Anhaltspunkt dafür nehmen, dass die neuen NGTC-BMW genauso gut gehen. Vielmehr kommt Knockhill mit seiner Charakteristik den Strecken recht nahe, auf denen die BMW bisher gut aussahen. Aber ebenso gut könnten die Honda und MG den Ton angeben. Knockhill ist einfach schwer prognostizierbar und auch das unberechenbare schottische Wetter könnte dazu führen, dass sich alle Vorhersagen ohnehin erledigen.

Ein Auge sollte man auf jeden Fall auf Andrew Jordan und Gordon Shedden haben. Jordan wird alles daran setzen, weiter Boden auf Matt Neal in der Meisterschaft gutzumachen. Gleiches gilt für Shedden, der ebenfalls in Schlagdistanz zu Neal ist und als Schotte in Knockhill nicht nur sein Heimrennen bestreitet, sondern nebenbei auch noch in der Streckenverwaltung arbeitet.

News

Das fröhliche Wechselspiel in den Cockpits von Gilham Racing findet in Knockhill seine Fortsetzung. Knapp ein Jahr nach seinem letzten BTCC-Einsatz werden wir den sympathischen Paul O’Neil in einem der Vauuxhall Insignias des Teams sehen. An sich ein Deal, von dem beide Seiten profitieren: O’Neil, der sich in dieser Saison bisher als TV-Experte verdient gemacht hat, kann endlich mal wieder Rennen fahren und Gilham hat einen Fahrer im Vauxhall, der auf viel Rennerfahrung in der BTCC zurückblicken und interessantes Feedback zum Fahrzeug geben kann. Laut Gilham kann man sich auch eine längere Partnerschaft mit O’Neil vorstellen. Der Knockhill-Deal gilt aber erst mal nur für dieses Rennen.

Und auch im zweiten Insignia sehen wir ein neues Gesicht. Der 23 jährige Schotte Kieran Gallagaher wird am Wochenende sein BTCC-Debüt geben. Auch dieser Deal gilt zunächst nur für Knockhill. Raus aus den Insignias sind damit Rob Holland und Jack Goff. Holland wird dieses Jahr wohl kein BTCC-Rennen mehr bestreiten, plant aber einen Neueinstieg für die gesamte Saison 2014. Goff hingegen ist erst mal nur für Knockhill ohne Auto, wird aber die letzten drei Saisonstationen wieder dabei sein.

Und noch ein schottischer Youngster wird sein BTCC-Debüt am Wochenende feiern. Der gerade einmal 16 (!) Jahre alte Aiden Moffat wird in Knockhill und für den Rest der Saison den Chevrolet Cruze von M247-Racing pilotieren und damit Joe Girling ersetzen.

So, das war es mit der Vorschau. Morgen steig ich in ein Flugzeug nach Edinburgh und hoffe, euch dann ein paar persönliche Eindrücke aus Knockhill mitbringen zu können :)

 

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August 03 2013

06:00

BTCC: Vorschau Snetterton und Ausblick zweite Saisonhälfte

Morgen kehrt die BTCC mit den Rennen in Snetterton aus ihrer Sommerpause zurück und startet in die zweite Saisonhälfte. Eine gute Gelegenheit also, nicht nur auf die Rennen 16, 17 und 18 des diesjährigen Kalanders vorauszuschauen, sondern auch einen Blick auf den Kampf in der Meisterschaft zu werfen.

Aktuell führt Matt Neal mit 224 Punkten vor Andrew Jordan mit 205. Es folgen Gordon Shedden und Jason Plato mit jeweils 188 Punkten sowie Colin Turkington mit 184. Es kann als ziemlich sicher gelten, dass die Meisterschaft unter den fünf genannten Fahrern entschieden wird. Die nachfolgenden Piloten Tordoff, Morgan, J. Smith, und Onslow Cole haben allerhöchstens noch rein rechnerisch krasse Außenseiterchancen. Alle weiteren Stände in der Meisterschaft können a

July 25 2013

14:15

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2013

Die reichlich fragmentierte F1-Saison 2013 meldet sich kurz mit dem Rennen in Ungarn zurück, bevor es wieder in eine vierwöchige Pause geht.

ungarnDas Rennen in Ungarn lässt sich schon jetzt in drei Begriffen zusammenfassen: Eng, heiß, umkämpft. Vor allem die Hitze dürfte am Wochenende eine entscheidende Rolle spielen. Geht man die üblichen Wetterdienste durch, so werden für Sonntag Temperaturen vorhergesagt, die zwischen 33 Grad (konservativ) und 38 Grad Celsius (nicht so konservativ) liegen. Das sind Temperaturen, die die Formel Eins zwar durchaus gewöhnt ist (Malaysia, Bahrain, Abu Dhabi), aber die Strecke in Ungarn fordert die Autos auf eine besondere Art und Weise. Da es kaum lange Geraden gibt, auf denen genug Kühlluft zu Motoren und Bremsen geleitet wird, droht ein Hitzestau. Was bedeutet, dass die Teams mehr Kühlöffnungen am Auto haben und die großen Bremsbelüftungen installieren werden. Auch die Physis der Fahrer wird am Wochenende eine Rolle spielen.

Als Favoriten für die Pole muss mal wieder die Mercedes gelten. In Monaco, dessen Charakteristik der Strecke in Ungarn ja ähnelt, konnte Mercedes die Pole und den Sieg holen. Ob das in Ungarn gelingen kann, ist dann wieder eine andere Frage, die nur die Reifen werden beantworten können. Pirelli hatte eigentlich “Hard/Medium” eingeplant, ist dann nach dem Rennen in Deutschland aber auf “Soft/Medium” umgeschwenkt. Angesicht der Temperaturen, die am Wochenende erwartet werden, ist das eine durchaus mutige Entscheidung.

Allerdings wird der Reifenhersteller in Ungarn die neuen, überarbeiteten Reifen mitbringen. Diese wurden ja neulich in Silverstone beim “Young Drivers Test” ausprobiert und für “OK” befunden. Statt eines Stahlbandes gibt es jetzt wieder das Kevlarband aus dem letzten Jahr, auf dem allerdings die Mischungen aus dem Jahr 2013 ruhen. In der Theorie sollen die Reifen nun etwas haltbarer sein. Die Temperaturen steigen nicht mehr so schnell an, gleichzeitig umgeht man so das unbeliebte Graining. Die Änderungen an den Reifen werden laut Pirelli das Machtgefüge in der F1 nicht verändern, allerdings wird diese Meinung nicht von allen geteilt.

Man vermutet, dass vor allem Ferrari und Lotus von den neuen Reifen profitieren werden, denn die können die nun langlebigeren Reifen stärker belasten und die Strategie dementsprechend anpassen. Bei Mercedes bin ich mir unsicher. Deren Problem waren bisher die Hinterreifen, das könnte sich mit den neuen Reifen erledigt haben, gleichzeitig aber dazu führen, dass die Rundenzeiten nicht mehr ganz so schnell sind. Red Bull sollte keine Probleme haben, eventuell profitieren auch sie, denn sie können theoretisch wieder höhere Sturzwerte ausprobieren, was bisher ja nur eingeschränkt möglich war.

Force India schmollt ob der neuen Reifen schon jetzt und man vermutet, dass man einiges an Zeit einbüßen wird. Toro Rosso ist schwer einzuschätzen, ebenso Mclaren, während Sauber wiederum durchaus einen Schritt nach vorne machen kann. Das neue russische Geld wird sicher auch dabei helfen, die Weiterentwicklung voranzutreiben.

Die neuen Reifen machen eine Einschätzung für das Rennen auch extrem schwer. Mercedes, Red Bull, Lotus und Ferrari – auf dem Papier haben alle erst einmal Siegchancen. Mein Tipp bewegt sich aber in Richtung Red Bull und Sebastian Vettel. Grund dafür: Red Bull scheint im Moment ein Auto zu haben, das mit allen Bedingungen am besten fertig wird und in der Quali schnell ist. Mercedes ist im Training schnell, hat aber weiter Probleme im Rennen. Lotus und Ferrari sind im Rennen schnell, aber nicht in der Quali.

Dahinter sind Vorhersagen wegen der neuen Reifen ebenfalls nur schwer zu treffen.

Strategie

Hohe Temperaturen und die weichen Reifen deuten auf ein Rennen mit vielen Boxenstopps hin. Pirelli rechnet mit drei Stopps, auf der anderen Seite kann man in Ungarn halt schlecht überholen. Im Grunde geht das nur auf der Start/Zielgeraden. Wer also mit abgewetzten Reifen unterwegs ist, muss nur schauen, dass er mit KERS aus der letzten Kurve gut rauskommt, um den Konkurrenten hinter sich zu halten. Das dürfte einige zu dem Versuch verleiten, mit dem “Medium” einen langen Stint zu fahren. Auf der anderen Seite verliert man in Ungarn bei einem Boxenstopp nicht allzu viel Zeit. Die Trainings am Freitag dürften einen Aufschluss geben, wer in der Lage ist, vielleicht mit zwei Stopps durchzufahren. Eine Ein-Stopp-Strategie sehe ich nicht.

Ungarn ist auch immer für ein Safety-Car gut, da die Auslaufzonen knapp begrenzt sind. Eine hohe Ausfallquote durch die Hitze könnte dafür sorgen, dass kleinere Teams nach vorne gespült werden.

Ein abwechslungsreiches Rennen mit vielen Überholmanövern wird es wohl nicht geben. Sobald sie Fahrer ihrer Position nach dem Start eingenommen haben, wird man in einen “Abwarten-Modus” gehen und schauen, wie sich die Strategie entwickelt. Spannend könnte es gegen Ende des Rennens werden, wenn einige Fahrer mit frischen Reifen unterwegs sind.

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July 04 2013

14:44

Formel Eins: Vorschau GP Deutschland 2013

Die Formel Eins kommt nach Deutschland und die Auseinandersetzung zwischen Red Bull und Mercedes dürfte in die nächste Runde gehen.

nürburgringIn der unendlichen Reifensaga der Formel Eins gibt es am Ring ein neues Kapitel. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit ist es Pirelli gelungen, für den deutschen Grand Prix neue Reifen zu organisieren. Statt des umstrittenen Stahlbands liegt nun ein Kevlarband unter der dünnen Lauffläche. Und für das Rennen in Ungarn gibt es komplett neue Pirelli, die eine Art “Best of” sind. Konstruktion der Reifen aus dem Jahr 2012, die Mischungen aus dem Jahr 2013. Man hofft, dass damit die leidigen Diskussionen aufhören. In der Tat mag man es ja kaum noch hören, was so über die Reifen gesagt wird, aber ich bin mir sehr sicher, dass die neuen Reifen bei einigen Teams wieder für Unzufriedenheit sorgen werden, die man lautstark in Pressemitteilungen verkünden wird.

Am Ring sollten die Reifen allerdings keine große Rolle spielen. Die Strecke geht leidlich gut mit dem Gummi um, Reifenplatzer wie in England stehen nicht zu befürchten, weil die schnellen Kurven fehlen. Die empfindlichen Schultern der Reifen werden nicht so stark belastet wie in Silverstone und dank des Kevlarbandes sollten Delaminierungen nicht mehr auftauchen. Die neue Konstruktion bewirkt auch, dass sich die Reifen nicht mehr ganz so schnell erhitzen, was Mercedes helfen sollte, während Lotus und Ferrari in Probleme kommen könnten. Pirelli hat die Mischungen Medium/Soft im Gepäck.

Die Reifenwahl sollte Mercedes und Red Bull liegen, also dürfte der momentane Zweikampf zwischen beiden Teams in Deutschland fortgesetzt werden. Paradoxerweise hat Mercedes zurzeit die Nase vor Red Bull, wie man in den letzten Rennen, Ausnahme Kanada, ja immer sehen konnte. Der Quali-Speed des W04 sollte auch am Ring ausreichen, um zumindest einen Wagen in die erste Reihe zu bekommen. Mittlerweile ist Mercedes auch verbal zum Angriff übergegangen. Ross Brawn ließ die Woche zum ersten Mal verlauten, dass man eine Chance auf den WM-Titel habe, wobei es da in der Kontrukteurs-WM noch am Besten aussieht. Der Abstand beider Fahrer auf Vettel ist noch etwas groß, da würde man zwischendurch einen weiteren Ausfall von Vettel benötigen oder zumindest ein paar schlechte Ergebnisse.

Das ist von Red Bull am Nürburgring nicht zu erwarten. Die enge Passage des “Haug-Haken” und einige mittelschnelle Passagen liegen dem RB9 sehr gut und er kann am Kurvenausgang seinen Vorteil beim Herausbeschleunigen nutzen. Im Rennen wird es also schwer werden, die Red Bull auf Distanz zu halten, der Sieg könnte also über die Strategie gehen.

Bei Ferrari geht im Moment wenig zusammen. Offenbar ist man nach dem Rennen in Spanien auf der Entwicklungsautobahn irgendwo falsch abgebogen. Der F138 ist eher langsamer als schneller geworden, das gilt vor allem für die so wichtige Quali. Auch in Deutschland wird Ferrari hoffen, dass man mit einem blauen Auge davon kommt.

Selbiges gilt für Lotus, wo überhaupt kein Schritt nach vorne zu sehen ist. Räikkönen meinte nach der Quali in England, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe, im Rennen lief es auch nicht besser. Der Abstand nach vorne ist größer geworden, man kommt nur noch über die Strategie in Podiumsnähe, was man in Silverstone mächtig verhauen hat. Räikkönen soll immer noch sauer sein.

Erstaunlicherweise naht von hinten zudem Force India. Wie die Inder es schaffen, als einziges Mittelfeld-Team die Lücke nach vorne zu schließen, ist schon erstaunlich. Sutil fuhr in England locker um das Podium mit, dass er die Kollegen hinter sich aufgehalten hat, war nicht zu sehen. Auch bei Force India leistete man sich in Silverstone einen taktischen Fehler, was Sutil nach hinten warf. Ein weiteres Indiz dafür, wie gut der Force India ist, war die Fahrt von Paul di Resta, der von ganz hinten in die Punkte fahren konnte. Nebenbei lieferte er sich mit Lewis Hamilton ein packendes Duell auf Augenhöhe. Viel fehlt dem Team nicht in Richtung Podium.

Toro Rosso scheint sich langsam knapp dahinter einzusortieren. Beiden Piloten gelingt es, sich im hinteren Drittel der Top 10 zu etablieren, was schon ein wenig erstaunt. Der Wagen war zu Beginn der Saison nicht gerade konkurrenzfähig in der Quali. Für beide Fahrer geht es nun auch darum, sich für das freie Cockpit bei Red Bull zu bewerben, was zusätzliche Motivation mitbringen dürfte.

Dass die Italiener allerdings so weit zu vorne zu finden sind, hat auch viel mit der katastrophalen Saison von McLaren zu tun. Ich bin mal in die staubigen Niederungen des Archivs eingetaucht und habe geschaut, wann McLaren das letzte Mal so schlecht unterwegs war. Ergebnis: 2009 war so ein Jahr, als man bis zum Rennen Ungarn nur dreimal in Punkte kam. Aber ab Ungarn konnte man immerhin wieder Rennen gewinnen, was dieses Jahr nicht den Eindruck macht. Die letzte Saison ohne Sieg hatte man 2006, die letzte Saison ohne ein Podium war 1980 (!). Und McLaren ist auf einem guten Weg, dies zu wiederholen.

Hinter McLaren liegen noch Sauber und Williams. Bei beiden Teams sieht man auch keine Fortschritte. Bei Sauber weiß man immerhin seit letzter Woche, dass man die Weiterentwicklung des Wagens aus Geldmangel eingestellt hat. Bei Williams wird man den Eindruck nicht los, dass das Team ebenfalls schon das Handtuch geworfen hat und die schmalen Ressourcen lieber auf das Jahr 2014 konzentriert. Was nachvollziehbar ist, denn 2014 stehen alle Teams vor einem Neuanfang und die Hackordnung kann sich komplett neu sortieren.

Bei Caterham halten sich in den letzten Wochen hartnäckig die Gerüchte, dass man Heikki Kovalainen wieder als Einsatzfahrer haben möchte. Die Ergebnisse und das Feedback von van der Garde sind wohl nicht zufriedenstellend, allerdings hat der Niederländer wohl ein starkes Geldpaket im Rücken, mit dem Kovalainen nicht dienen kann.

Um Marussia ist es etwas ruhiger geworden. Der Anfangsschwung ist etwas verflogen, seitdem Caterham den Wagen renoviert hat, hängt man auch wieder hinter ihnen fest. Auch hier ist es wohl das fehlende Geld, das einen weiteren Fortschritt verhindert.

Strategie

Zwei Stopps sind wohl das Mindeste, was wir am Ring sehen werden. Die Boxengasse liegt recht günstig, man verliert wenig Zeit bei der Ein- und Ausfahrt. Es ist schwer vorherzusagen, wie das Kevlarband im Reifen sich auf den Verschleiß auswirken wird. Theoretisch sollte er zurückgehen, was längere Stints möglich machen sollte. Die entscheidende Frage lautet wie immer: “Wie lange halten die Soft durch?” Es ist durchaus denkbar, dass die “Soft” zu einer Drei-Stopp-Strategie führen können, die am Ende auch schneller ist als die Variante “Soft (Start), Hard, Hard”. Da es am Wochenende am Ring hochsommerliche Eifeltemperaturen geben soll (23 Grad, Sonne), könnte ein langer Mittelstint mit den “Hard” eine interessante Variante für eine Zwei-Stopp-Strategie sein. Webber, Hamilton und Alonso haben in Silverstone gezeigt, dass man mit der weichen Variante durchaus am Ende noch durchs Feld räubern kann.

Allerdings ist das mit dem Überholen am Nürburgring so eine Sache. Es gibt zwei DRS-Zonen, einmal die Haztenbachgerade, einmal die Start/Zielgerade. Beide sind gerade so lang genug für das DRS, wobei Spätbremser den Vorteil vor den Schikanen wieder aufholen können. Packt man es in einer der DRS-Zonen nicht, steckt man halt im Verkehr fest bis zur nächsten Runde. Der “Haug-Haken” kostet einen dann viel Zeit.

Überholmanöver könnten am Wochenende also knapp gesät sein, aber ich erwarte einen spannenden Kampf um den Sieg zwischen Red Bull und Mercedes, wo sich eine richtige Rivalität zu entwickeln scheint.

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June 08 2013

06:00

BTCC: Stand der Dinge und Vorschau Oulton Park

Nach über einem Monat Pause startet die BTCC an diesem Wochenende auf der malerischen und anspruchsvollen Rennstrecke von Oulton Park zu ihrer vierten Saisonstation. Ein guter Zeitpunkt also, um einmal durch das Feld zu spazieren und sich die bisherigen Leistungen einzelner Teams und Fahrer zu vergegenwärtigen

hi_8541_a818Favoriten für Oulton Park, wie auch für den weiteren Saisonverlauf und den Kampf um den Meisterschaftstitel sind natürlich die Honda vom Team Dynamics und Eurotech. Die Leistung, die man in den ersten neun Saisonrennen und insbesondere bei der letzten Station in Thruxton gezeigt hat, ist insgesamt beeindruckend. Mindestens ebenso interessant wie die Frage, welcher der Verfolger die Honda ernsthaft gefährden könnte (s. dazu weiter unten) ist die Frage, welcher Honda-Fahrer letztendlich als der stärkster und als heißester Kandidat auf den Titel einzuschätzen ist. Nicht wenige sind davon überzeugt, dass es Andrew Jordan sein wird, der am Ende der Saison die beiden etablierteren Dynamics-Piloten Shedden und Neal schlagen wird. Tatsächlich zeigt der junge Eurotech-Fahrer außerordentlich gute Leistungen. Dass oft er es ist, der den Civic unterm Strich am schnellsten pilotieren kann, zeigt er vor allem in der Qualifikation. In den Rennen ist es dann meist weniger die fehlenden Erfahrung, die ihm im letzten Jahr noch das eine oder andere Top-Resultat kostete, als vielmehr ganz einfach Pech, das ihn immer mal wieder einholt (so zum Beispiel der Reifenplatzer in Thruxton). Gut möglich also, dass Jordan zum Ende der Saison seine Markenkollegen schlagen kann. Die Independent-Wertung führt er erwartungsgemäß an und in der Gesamtwertung liegt er auf Platz zwei nur 13 Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden Matt Neal.

Sam Tordoff (GBR) MG KX Momentum Racing MG6

Ernsthaftester Honda-Verfolger sind nach wie vor die MG von KX Momentum Racing. Gleichwohl muss man hier festhalten, dass die Formkurve seit dem sehr guten Saisonauftakt etwas nach unten zu zeigen scheint. Mit vollem Zusatzballast beladen war Plato in Donington nur schwer siegfähig und auch in Thruxton lag der Speed der MG deutlich hinter denen der Honda. Oulton Park wird hier mit einem komplett anderen Anforderungsprofil als Thruxton ein guter Indikator sein, um die Stärke der MG gegenüber den Honda einschätzen zu können. Gut möglich, dass der in dieser Saison fahrwerkstechnisch stark verbesserte MG hier wieder ganz vorne mitmischen kann.

hi_9715_a542Auf die Frage, ob die MG über die gesamte weitere Saison eine konstant auf Augenhöhe fahrende Konkurrenz für die Honda darstellen können, ist ebenso schwer eine Antwort zu geben wie darauf, welche anderen Verfolger sich noch an der Spitze etablieren können. Die West Surrey-BMW kommen, sieht man mal von Turkingtons Sieg in Donington ab, nicht so recht in Schwung. Insbesondere Rob Collard und Einser scheinen sich nicht gut zu verstehen und sind bisher eine echte Enttäuschung. Hoffnung gibt vielleicht ein Testtag, den man letzte Woche in Brands Hatch eingelegt hat und der – anach Aussagen des Teams – sehr gut verlief. In Oulton Park könnte man zudem von den Vorteilen des Heckantriebs profitieren (siehe zu den Anforderungen der Strecke weiter unten), sodass das eine oder andere Top-Resultat möglich ist.

Mat Jackson (GBR) Airwaves Racing Ford FocusNoch düsterer als bei West Surrey sieht es innerhalb der Top-Teams nur noch bei Motorbase Performance aus. Aus den bisherigen Rennen konnte eigentlich kein einziges wirklich gutes Resultat, das den Ansprüchen des Teams genügen würde, eingefahren werden. Den Ford Focus von Aaron Smith und Mat Jackson mangelt es trotz einiger absolvierter Testfahrten sowohl an Zuverlässigkeit als auch an Speed. Auch zwischen Thruxton und Oulton Park hat man wieder reichlich Testkilometer abgespult. Ob es was gebracht hat, wird sich zeigen. Fertiggestellt hat man mittlerweile einen adritten NGTC-Ford Focus, der mit Michael Caine am Steuer an einem der Rennwochenenden nach Oulton Park debütieren soll. Ob es sinnvoll ist, Arbeit in ein drittes Auto zu stecken, wenn die beiden ersten schon nicht optimal laufen, sei mal dahin gestellt. Laut Caine hat man an seinem Auto vor allem andere Setup-Varianten ausprobiert und Back-to-Back-Tests gefahren.

Rob Austin (GBR) WIX Racing Audi A4Ähnlich pessimistisch muss man leider auch die Leistung von Rob Austins Audi-Mannschaft einschätzen. War der Speed des A4 beim Saisonauftakt noch geradezu sensationell, verschwand Austin in den nächsten Saisonrennen nahezu von der Bildfläche und kam sowohl in der Qualifikation als auch in den Rennen über Mittelfeldplatzierungen außerhalb der Top-Ten nicht hinaus. Von seinem Teamkollegen Will Bratt war, abgesehen von einigen Ausrutschern, ebenso wenig zu sehen. aLaut Austin passte Thruxton so gar nicht zum Auto und er ist zuversichtlich, dass er in Oulton Park, das einem Hecktriebler sehr entgegenkommt, wieder vorne mitfahren kann. Ähnliches hatte der sympathische Owner-Driver aber auch schon vor Donington und Thruxton erklärt – mit den bekannt schlechten Resultaten …

Adam Morgan (GBR) Ciceley Racing Toyota AvensisErnsthaftere Konkurrenz als die BMW, Ford und Audi dürften dagegen vor allem die Toyota darstellen. Adam Morgan und – mit einigen Abstrichen aufgrund von Defekten und Ausrutschern – auch Frank Wrathall zeigten in den bisherigen Rennen gute Leistungen. Morgan ist aufgrund einer sehr schönen Konstanz nicht nur Zweitplatzierter in der Independent-Wertung, sondern liegt in der Gesamtwertung als bester Nicht-Honda und Nicht-MG zudem auf Rang Sieben. Der Avensis ist mittlerweile ein ausgereiftes Auto und kann durchaus siegfähig sein. Als Nachteil erweist sich hier meiner Meinung nach nur, dass es kein klares Toyota-Top-Team gibt, das – ähnlich wie es Dynamics mit den Honda macht – die Entwicklung des Autos zentral vorantreibt. Sowohl Wrathalls Dynojet-Team als auch Morgans Cicely-Mannschaft sind Einzelkämpfer mit kleinem Budget. Und Speedworks, die immerhin zwei Toyota einsetzen und eigentlich über das meiste Know-How mit dem Auto verfügen sollten, Dave Newsham (GBR) Speedworks Motorsport Toyota Avensisscheint es nach wie vor an der entscheidenden Professionalität zu mangeln. Im Vergleich zu den familiengeführten Teams von Wrathall und Morgan fällt man jedenfalls auch dieses Jahr deutlich ab, obwohl man mit Dave Newsham mindestens einen sehr guten Fahrer hat, der als Überraschungsmann der letzten Saison seine Siegfähigkeit bereits unter Beweis stellen konnte.

Tom Onslow Cole (GBR) Volkswagen Passat CCDeutlich mehr als die vorgenannten Teams und Fahrzeuge muss man dagegen wohl den VW CC vom Team HARD auf der Rechnung haben. Die Leistung, die das Team und Fahrer Tom Onslow-Cole in Thruxton mit zwei Podiumsplatzierungen und einem Independent-Sieg zeigte, war mehr als überraschend und macht Lust auf mehr. Mit seinem langen Radstand hatte der CC in Thruxton sicherlich einen gewissen Vorteil, gleichwohl sollte man nicht vergessen, dass der Wagen auch in Donington schon sehr gut ging und zudem immer noch an Übergewicht leidet. Oulton Park dürfte also auch für den CC ein guter Gradmesser für die tatsächliche Leistungsfähigkeit sein. Das höhere Gewicht könnte sich bei den vielen Bremspunkten und den darauf folgenden Beschleunigungsstücken, wo es auf Traktion ankommt, jedenfalls problematisch auswirken. Geht der CC trotzdem gut und mischt vorne mit, steht endgültig fest, dass Tony Gilhams Team ein fantastisches Auto gebaut hat. Teamintern deutlich schlechter sind die beiden Vauxhall Insignia zu werten. Ob die mangelnde Performance hier am Auto, an den beiden unerfahrenen Fahrern oder an beidem liegt, ist schwer zu sagen. Glaubt man Tony Gilham kann es eigentlich nicht das Auto sein, denn erstaunlicherweise sollen die Insignia und der CC bis auf das Bodywork vom grundsätzlichen Aufbau her vollkommen identische Fahrzeuge sein. Das würde ich mir dann sehr gerne mal aus der Nähe anschauenJack Goff (GBR) Vauxhall Insignia, da ich meine, dass sich Insignia und CC als Fahrzeuge von zwei verschiedenen Herstellern (!) doch in einigen wesentlichen Punkten unterscheiden dürften. Aussichten auf Verbesserung bei den Insignia sehe ich jedenfalls eher pessimistisch, da sich das Team, angestachelt durch die Erfolge mit dem VW, wohl vor allem auf diesen konzentrieren wird und ja zudem noch mit dem Aufbau des zweiten Fahrzeugs für Howard Fuller beschäftigt ist.

hi_9908_30a0Neu im Feld werden wir in Oulton Park wohl endlich Andy Neate mit dem von seinem eigenen Team eingesetzten Chevrolet Cruze sehen. Zur Erinnerung: Nachdem sich die Fertigstellung des nagelneu aufgebauten Autos verzögert hatte, ließ man zunächst den Saisonauftakt aus und verzichtete schließlich auch auf die Rennen in Donington und Thruxton. Neate wollte das Auto zunächst umfassend durchtesten, bevor man es zu einem Rennen schickt. Eine komplett andere Herangehensweise also, als es beispielswiese das Team von Tony Gilham gemacht hat, die mit dem neuen CC aus der Werkstatt heraus quasi direkt in die Qualifikation für das erste Saisonrennen gegangen sind. Mit dem Cruze wird das BTCC-Feld jedenfalls um ein weiteres NTGC-Fahrzeug bereichert. Update: Wegen technischer Probleme wird es auch dieses Wochenende nichts mit dem Debüt. Dieses soll nun beim nächsten Rennwochenende am 23.6. in Croft stattfinden (aaweitere Infos hier). Bei der Gelegenheit stellt sich die Frage, wo eigentlich der angekündigte andere NGTC-Cruze abgeblieben ist, den einst RML vor dem Rückzug aus der Meisterschaft noch entwickelt hatte und der dieses Jahr eigentlich von BTC Racing eingesetzt werden sollte. Von diesem Projekt hat man seit dem Saisonstart irgendwie nie wieder was gehört …

Lea Wood (GBR) Vauxhall VectraDer Vollständigkeit halber soll noch kurz auf die Jack-Sears-Trophy für Fahrzeuge nach S2000-Reglement eingegangen werden. Hierfür gibt es ja keine Punktewertung, sondern es zählen einzig die Siege, sogenannte „cups“, die ein Fahrer einfährt. Gemessen daran, dass es vor der Saison noch so aussah, als würde der Titel eine mehr oder weniger klare Angelegenheit für Lea Wood in seinem Ex-Tripple Eight-Vauxhall Vectra, geht es hier doch ziemlich spannend zu. Auch aufgrund von viel Pech für Wood in den ersten Saisonrennen liegen er und Ford-Pilot Liam Griffin mit jeweils drei „cups“ gleichauf. Eine sehr gute Leistung zeigte bislang auch Tourenwagen-Haudegen James Kaye mit zwei „cups“ im AmD-Tuning-Golf. Allerdings wird er Oulton Park wegen beruflicher Verpflichtungen auslassen müssen. Ersetzt wird er vom Meisterschaftsführenden im britischen VW Cup Aaron Mason. Generell geht der Kampf um die Jack-Sears-Trophy in der medialen Berichterstattung leider etwas unter. Im TV ist von den meist sehr engen Kämpfen in der Regel nur dann etwas zu sehen, wenn es kracht und selbst auf der BTCC-Website fehlt bei den Meisterschaftsständen eigentlich jede Information über den Stand in der Trophy. Dafür dass man die Trophy mit viel Tamtam angekündigt hatte ist das sehr schade.

Vorschau Oulton Park

Wie ich schon das eine oder andere Mal angemerkt habe, können britische Rennstrecken ja so schön sein. Und Oulton Park ist dafür ein Paradebeispiel: Durch eine hübsche Parklandschaft schlängelt sich der Kurs in der Grafschaft Ceshire über leicht gewellte Hügel und stellt mit schwer einsehbaren mittelschnellen Kurven neben aller Ästhetik auch ein besonders hohes Anforderungsniveau an die Fahrer. Man sagt, um herauszufinden, was ein Fahrer tatsächlich drauf hat, soll man ihn einmal nach Oulton Park schicken. Neben der Strecke selbst macht auch der Zuschauerzuspruch Oulton Park zu einem Highlight im BTCC-Kalender. Als einzige Strecke im Westen von England und aufgrund der Nähe zu den Metropolen Manchester und Liverpool pilgern alljährlich je nach Wetter zwischen 30.000 und 40.000 Zuschauer an die Strecke und machen das Event regelmäßig zu einem der am besten besuchten im ganzen Jahr.


Größere Kartenansicht

Die BTCC fährt ihre drei Rennen traditionell auf den 3,616 Kilometer langen Island-Circuit von Oulton Park. Vom Start kommend geht es zunächst nach rechts in die leicht zumachende und am Ausgang etwas abfallende Old Hall Corner (hier stand einst das namensgebende Herrenhaus Oulton Estate). Über The Avenue geht es bergab in die langgezogene Linkskurve Cascades. Hier ist gewohntermaßen viel los, da die Kurve mit ihrem leichten Gefälle nicht nur anspruchsvoll ist, sondern wegen unterschiedlich möglicher Linien auch immer wieder zu Überholmanövern einlädt. Gegen Ende macht die Kurve zudem etwas zu, während man als Fahrer dazu verleitet ist, möglichst früh ans Gas zu gehen, um Schwung für die nächste Gerade mit zu nehmen. Ausflüge über den Randstein ins Gras sind meist die Folge.

800px-Oulton_Park.svg

Grafik von Wikipedia Commons, Autor: Will Pittenger

Am See entlang geht es anschließend auf die Haarnadelkurve vor Island Bend zu. Die längere Streckenvariante würde hier weiter geradeaus und nach der schnellen Island Bend noch einen weiteren Bogen am See entlang fahren, die BTCC biegt jedoch nach rechts über die Haarnadel zur Kurzanbindung ab. Dabei bietet die leicht bergauf führende Haarnadel eine der besten Überholstellen auf der Strecke, an der in den letzten Jahren regelmäßig viel Action geboten wurde. Ausgangs der Haarnadel heißt es dann wieder früh ans Gas gehen und sauber auf die nächste Gerade hinaus beschleunigen. Über die Kuppe bei Hilltop geht es in Richtung der ehemaligen aTV-Planer entnehmen.

Und, ach ja, Thema Reifen: Spare ich mir und verweise dazu mal auf aeinen Artikel auf bttc.net, der sich mit dem leicht nervigen Thema Option-Tyre beschäftigt und die bisherige Performance der beiden Reifenmischungen ganz gut zusammenfasst.

 

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May 22 2013

14:25

Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2013

Das traditionelle Leitplankenstreicheln in Monaco steht auf Programm. Die Formel Eins begibt sich also ins VIP-Ghetto und muss dort auch einige Probleme hinter den Kulissen aussortieren.

monNach dem etwas zerstückeltem Grand Prix von Spanien, stehen die Reifen weiter in der Kritik. Und das Chaos um die Pirellis ist noch größer geworden. Kurz vor Pfingsten hatte der italienischer Reifenhersteller angekündigt, dass man für das Rennen in Kanada neue Reifen mitbringen werde. Zwar werde man die Konstruktion der Reifen beibehalten, diese aber mit den Mischungen aus 2012 bestücken. Lotus und Ferrari waren nicht erfreut. Eric Boullier verglich den Schritt damit, dass man die Pause in einem Fußballspiel vorverlegen würde, weil die andere Mannschaft nicht mehr kann. Ferrari rechnete derweil akribisch vor, dass Vettel bei seinem Sieg im letzten Jahr in Spanien auch vier die Box besucht habe. Ohne dass sich Red Bull danach über die Reifen beschwert habe.

Die FIA mischte sich dann am Montag in die Diskussion ein, und wies darauf hin, dass man laut Regularien die Reifenmischungen innerhalb einer Saison nur dann ändern könnte, wenn alle Teams dem zustimmen würden. Was getrost vergessen kann. Pirelli kündigte daraufhin an, dass man die Mischungen “anpassen” würde. Dies vor allem, um Reifenschäden wie in Spanien zu vermeiden. Tatsächlich hatte sich zweimal die Lauffläche des Reifen gelöst, etwas, was man in Kanada nicht sehen will. Aus diesen Gründen will man die Mischungen aus dem letzten Jahr mit denen aus diesem Jahr aufpeppen. Klar ist, dass Pirelli in diesem Jahr etwas zu weit gegangen ist, was die Haltbarkeit der Reifen angeht. Zurecht weisen die Italiener aber darauf hin, dass man die Tests nur mit einem alten Renault aus dem Jahr 2010 fahren darf. Nicht mal einen HRT aus dem letzten Jahr durfte man kaufen. Doch die Aerodynamik hat sich bekanntermaßen massiv geändert, durch den Coanda-Auspuff ist der Abtrieb vor allem im Heck größer geworden. Dafür hat man durch die angehobene Nase Antrieb an der Vorderachse verloren. Zudem ist die Aufhängungsgeometrie bei den meisten Wagen eine völlig andere. Pirelli würde gerne einen neueren Wagen haben, dagegen sperren sich aber die Teams. Eine verkorkste Situation für alle, denn neue Mischungen lassen sich nur in den Trainings am Freitag testen, doch da ist die Zeit knapp. Man darf in diesem Zusammenhang auch gespannt sein, wie sich die Entscheidung für den Reifenlieferanten in der nächsten Saison entscheiden wird. Michelin hat schon abgewunken, aber es gibt vermutlich aus Fernost den ein oder anderen Hersteller, der viel Geld für ein Engagement zahlen würde.

Auch ansonsten war die Woche viel los in der Formel Eins. McLaren gab bekannt, dass man ab 2015 wieder mit Honda-Motoren antreten wird. Eine Rückkehr von Honda hatte sich über den Winter angekündigt, der Zeitpunkt ist aber interessant. Denn Mercedes wird McLaren 2014 noch mit dem neuen Motor ausstatten, also dürfte McLaren viele interessante Daten zu Honda mitnehmen. Wehren kann sich Mercedes da nur schwer, zu mal es für McLaren noch eine weitere Quelle in Form von Force India gibt, die 2014 wohl auch auf den Mercedes-Motor setzen werden. Mit den Indern verbindet McLaren seit Jahren eine technische Zusammenarbeit. Die Rückkehr von Honda ist sicher ein gutes Zeichen für die Formel Eins und könnte weitere Hersteller aus Asien anziehen.

Bei Mercedes gibt es auch Neuigkeiten. Das schlecht gehüteste Geheimnis seit Dezember ist endlich offiziell bestätigt. Paddy Lowe wird nach seinem Weggang von McLaren zum deutschen Formel Eins Team wechseln und die immer größer werdende Management-Riege erweitern. Er wird als “Executive Technical Director” eingestellt und neben Toto Wolff gestellt. Das ist insofern delikat, als dass Ross Brawn eigentlich der technische Direktor war/ist und die Entwicklung des Wagens unter seiner Kontrolle hat. Die Rede ist, dass Brawn schleichend entmachtet wird, wenn man es böse sehen möchte. Eine andere Lesart ist, dass man bei Mercedes ähnliche Strukturen wie bei Ferrari einführen möchte. Dort hat Pat Fry eine ähnliche Stellung inne, während Stefano Domenicalli gesamte Teamführung innehat. Was ja gut funktioniert, wie man in diesem Jahr sieht. Wie allerdings die hochrangige Riege von Designern (Aldo Costa, Geoff Willis, Bob Bell, John Owen und Jock Clear) damit klarkommen, dass Paddy Lowe nun das Sagen hat, ist wieder eine andere Frage. So “All-Star-Teams” können funktionieren, es kann aber auch schief gehen.

Kommen wir aber mal zum Rennen am Wochenende, denn dort gilt Mercedes als Top-Favorit. Das liegt vor allem an der guten Quali-Performance der Silberpfeile und in Monaco steht man halt gerne in der ersten Reihe, wenn man gewinnen möchte. Überholen ist ja nicht so leicht rund um den Hafen.

Die Frage ist dann mal wieder, wie Mercedes mit den Reifen klarkommt. Pirelli bringt die Mischungen “Soft” und “Supersoft” an die Strecke. Was angesichts der Performance der Reifen mutig klingt. Aber Monaco ist jetzt auch nicht besonders hart zu den Reifen, schnelle Kurven fehlen ebenfalls. In Australien hielten die weichen Reifen rund 10 Runden, das dürfte in Monaco also deutlich länger gehen. Dazu aber im Strategie-Teil weiter unten noch etwas mehr.

Aerodynamik spielt in Monaco keine allzu große Rolle, eher die Frage, wie man aus den vielen engen Kurven raus kommt. Das spricht durchaus für die Red Bull, die in diesem Gebiet gut aufgestellt sind. Auf der anderen Seite sah man auf langsamen Streckenteilen nicht so gut aus, in diesem Jahr. Aber das ist schwer zu beurteilen, weil Red Bull ja den RB9 auch weiterentwickelt hat. Die Frage wird sein, wie sie mit den sehr weichen klar kommen, was bisher nicht ihre Stärke war.

Für Lotus und Ferrari wird es ebenfalls kein einfaches Rennen. In der Qualifikation fehlt beiden Zeit und in Monaco können beide Teams nicht mehr ihre Stärke über die Longruns ausspielen, weil man immer Verkehr steckt. Sich über die Strategie nach vorne zu arbeiten, ist vermutlich die einzige Lösung, aber das wird schwer.

Monaco war auch schon immer ein Rennen, in dem ein kleines Team überraschen konnte. Force India zeigte in diesem Jahr eine sehr gute Leistung, wenn man ein wenig mutig ist, könnte man ihnen zutrauen, dass sich Richtung Top 5 bewegen könnten. Dafür müsste aber auch mal die Pechsträhne von Adrian Sutil aufhören. Toro Rosso zeigte ebenso wie Sauber eine aufsteigende Tendenz, aber für Monaco und vor allem mit diesen Reifen braucht viel Erfahrung, was beiden Piloten noch etwas fehlt. Beide Teams rücken aber McLaren auf die Pelle, deren Form für das kommende Rennen nur schwer einzuschätzen ist. Der komplette Umbau des Wagens hat dem Team nur wenig geholfen, was auch daran liegen kann, dass man den mehr oder weniger neuen Wagen erst mal verstehen muss. Die Rennen sind im Grunde erweiterte Testläufe.

Der Rest wird sich um die letzten Plätze balgen.

Strategie

Kniffelig. Man verliert in Monaco viel Zeit beim Boxenstopp und vor allem fällt man bei einem frühen Stopp ins langsame Mittelfeld, in dem vermutlich einige auch mit der härteren Mischung unterwegs sein werden und dementsprechend spät stoppen. Will man in der Quali aber vorne sein, muss man die “Supersoft” aufziehen, die bei vorsichtiger Betrachtung vielleicht 20 Runden halten werden. Eine Ein-Stopp-Strategie ist auch schwer, da müsste man die “Supersoft” schon bis Runde 27 tragen und die “Soft” müssten dann 50 Runden halten, was noch keiner ausprobiert hat. Dazu kommt der Drop-Off, der bei beiden Mischungen sehr groß ist. Zwei Stopps scheinen also die Lösung zu sein, aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Das lässt sich in Monaco sehr schwer vorhersagen, zumal ein Safety Car, das schnell mal draußen ist, die gesamte Strategie wieder zunichte machen kann.

Lotus könnte ein Team sein, dass auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen könnte. Die “Supersoft” müsste man dann aber mindestens 5 Runden länger fahren und darauf hoffen, dass man sich schnell an die Spitze setzt. Das ist möglich, wenn Räikkönen in den ersten beiden Reihen landet.

Interessant wird es hinter den ersten beide Reihen sein. Vorne wird man für den ersten Stint auf “Supersoft” setzen, dahinter könnten Teams wie Force India oder McLaren einen besseren Startplatz für die “Soft” eintauschen. Vielleicht überraschen aber auch alle Teams und verzichten genau aus diesem Grund auf die “Supersoft”, weil die Angst, dass der Reifen zu schnell eingeht und man dann im Mittelfeld steckt, einfach zu groß ist.

Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen. In Australien hat man gesehen, dass die Teams, die in den letzten Runden auf die “Supersoft” gesetzt hatten, plötzlich Probleme bekamen, weil die Reifen Graining zeigten. Das resultierte wohl auch aus der gelegten Gummispur der “Soft”. Die Brösel, die man sich auf den Reifen fuhr, halfen dem Handling nicht wirklich.

Das Wetter soll gut sein, mit Regen ist in Monaco wegen der Lage am Meer aber immer mal zu rechnen.

Und nicht vergessen: Die Trainings sind in Monaco traditionell am Donnerstag, nicht am Freitag!

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May 09 2013

16:02

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013

Nach einer dreiwöchigen Pause steht mit dem GP von Spanien traditionell das erste Europa-Rennen auf dem Programm. Die Teams werden, wie jedes Jahr, eine Menge Updates mit nach Barcelona bringen.

spango 300x167 Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013 Eine Vorschau für den anstehenden Grand Prix in Spanien zu schreiben, ist jedes Jahr sehr schwer. Im letzten Jahr überraschte plötzlich Williams mit einer Pole und einem herausragenden Sieg, während der Rest mehr oder weniger hinterher fuhr. Das Problem ist, dass man die Updates nicht einschätzen kann. Die Teams haben seit dem letzten Test im Februar und den ersten Rennen an Verbesserungen gearbeitet und diese Updates schraubt man jetzt in Spanien ans Auto. Wie sich der Wagen mit den Updates auf der Strecke verhält, ist dann wieder eine andere Frage. Bekanntermaßen liegt man schnell mal gerne daneben und die Arbeit von mehreren Wochen ist dann hinfällig. Denn nicht alles, was im Windtunnel oder am CFD-Rechner gut aussieht, passt auch in der Realität.

Theoretisch sollte die Strecke Red Bull liegen, die zu dem mit der Reifenwahl zufrieden sein dürften. Denn Pirelli bringt die Mischungen “Hard/Medium” mit. Das ist eine sehr konservative Wahl, setzte man im letzten Jahr doch auch auf “Hard/Soft”. Doch weil die weiche Mischung in diesem Jahr kaum durchhält, hat sich der Reifenhersteller wohl für die konservative Variante entschieden, damit die Diskussion nicht wieder ausartet. Dazu kommt, dass man bei der harten Mischung einen Schritt zurückgegangen ist, und man die Version aus dem letzten Jahr nutzt. Die ist härter, als die Mischung aus diesem Jahr. Dem Red Bull liegen bekanntermaßen beide Mischungen und auch der Kurs in Barcelona kommt dem Wagen entgegen. Dementsprechend sollten die Wagen auch in Spanien ganz vorne mitfahren können und für den Sieg in Frage kommen.

Auf Augenhöhe sollten die Ferrari unterwegs sein. In der letzten Woche hieß es aus Maranello, dass man das Potenzial des neuen Chassis erst zu 60% ausgenutzt hat. Man bringt weitere Updates mit nach Spanien, die dem Wagen einige Zehntel bringen sollen. Problematisch war in letzter Zeit für Ferrari die Frage, ob man besser mit der “Hard”, oder “Medium” Mischung klar kommt. In den letzten Rennen probierte man beide Varianten aus, ohne das es dabei von außen betrachtet einen großen Erkenntnisgewinn gab. Dennoch: Für Alonso ist es der Heim-GP, da wird die Motivation noch größer sein.

Dahinter dürfte Lotus liegen, die mit den härten Reifen aber keinen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz habe. Es scheint so, dass, der E21 vor allem bei der Verwendung von weichen Reifen den Gegner in Sachen Verschleiß einen Schritt voraus ist. Die harte Mischung, die sowieso lange durchhält, bringt hingegen nichts, dass alle anderen Teams dort auch wenig Verschleiß sehen. Allerdings ist Lotus mit den harten Reifen der erste Kandidat für eine Zwei-Stopp-Strategie, die in Spanien durchaus etwas bringen kann.
Lotus ist in der Woche aus deswegen in die Schlagzeilen gekommen, weil Designer James Allison das Team verlassen hat. Der Brite ist wohl für den Erfolg des Team mitverantwortlich und gilt als ein wichtiger Bestandteil des Deals, den Lotus mit Kimi Räikkönen hat. Wohin Allison wechseln wird, ist unbekannt. Eine Variante wäre McLaren, Ferrari und Mercedes haben schon gesagt, dass man kein Interesse habe. Bei Mercedes ist das angesichts der Dichte an Ingenieuren nachvollziehbar, bei Ferrari hält Pat Fry die Zügel in der Hand. Als weiterer neuer Arbeitgeber wird Williams genannt.

Mercedes dürfte in Spanien wieder unter Druck kommen. Die Testzeiten im Winter, die man nach den schon erfolgten Updates natürlich unter Vorbehalt betrachten muss, sahen nicht sonderlich gut aus. Aber auch hier gilt, dass die Neuentwicklungen natürlich wieder alles ändern können. Das Problem des W04 ist weiter sein inkonstanter Reifenverschleiß, der auch für das Team schwer einzuschätzen scheint. In Bahrain ging man davon aus, dass man die Pole von Rosberg zumindest in ein Podium würde ummünzen können, am Ende ging man dann relativ sang- und klanglos unter.

Der Druck auf Mercedes wird von Force India kommen, die scheinbar ebenbürtig sind. Zwar können die Inder nicht mehr wie im letzten Jahr die Stintlängen beliebig variieren, aber in Sachen Verschleiß sind sie besser aufgestellt, als Mercedes. Nach mageren Rennen von Sutil ist es auch wieder an der Zeit, dass Deutsche etwas mehr Glück hat. P5 im Rennen halte ich für einen Force India für nicht unrealistisch.

McLaren wird den mittlerweile zur “B-Variante” gewandelten 2013er Wagen vermutlich noch weitere Updates verpassen. In Bahrain lief es schon etwas besser, auch wenn man immer noch rund eine Sekunde hinter der Spitze hinterher hing. Der Abstand wird in Spanien vermutlich nicht schrumpfen, weil die anderen ja auch einen Schritt nach vorne machen, oder es zumindest hoffen. Ich sehe weiterhin nicht, wie McLaren den Abstand in diesem Jahr auf Null reduzieren will, lasse mich aber gerne überraschen.

Dahinter hat sich eine kleine Lücke aufgetan. Sauber und Toro Rosso fahren ungefähr auf einem Niveau, wobei der Sauber im Rennen oft keine gute Figur macht, während die Italiener etwas besser dastehen. Williams ist leider weiter im Nirvana, so um P16 rum und es macht auch nicht den Eindruck, als ob dem Team große Fortschritte gelingen würden.


Strategie:

Die Teams kennen Spanien wie ihre Westentasche. Es gibt vermutlich keinen Grashalm, den man nicht kennt. Abriebwerte, Streckentemperaturen usw. sind in den Datenbanken vorhanden, die harten Reifen kennt man aus dem letzten Jahr, also ist der strategische Spielraum relativ eng. Zwischen den “Hard” und “Medium” Mischungen dürften in der Quali rund 0,8 Sekunden liegen, im Rennen sieht die Sache aber anders aus. Mit aufbauenden Gummibelag auf der Strecke dürfte der Unterschied auf 0,5 Sekunden sinken.

Bleibt die Frage, wie oft man stoppen möchte. Die Boxengasse in Spanien ist kurz, man verliert rund 20 Sekunden bei einem Stopp. Die Verlockung, dreimal zur Box zu kommen, ist also groß und dürfte auch die Strategie der vorderen Teams sein. McLaren könnte es mit zwei Stopps versuchen, dann müssten aber die Medium sehr lange durchhalten, was ich nicht so richtig sehe.

So gesehen könnte das Rennen in Spanien ein wenig eintönig werden. Die Strategie dürfte bei fast allen vorderen Teams gleich sein, die Überholmöglichkeiten sind gering. Da man aber in den letzten Rennen sehr nah zusammenlag, könnte sich ein spannendes Rennen im vorderen Mittelfeld entwickeln.

 Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013

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March 29 2013

09:50

BTCC: Saisonvorschau 2013

Am kommenden Wochenende startet die britische Tourenwagenmeisterschaft in ihre 56. Saison. Ein Rekordstarterfeld von 32 eingeschriebenen Fahrzeugen und eine hohe Markenvielfalt mit 15 verschiedenen Fahrzeugmodellen von 11 Herstellern versprechen Tourenwagen-Action pur.

hi 9533 a888 300x200 BTCC: Saisonvorschau 2013Los geht es für die BTCC traditionsgemäß auf dem alterwürdigen Kurs von Brands Hatch. Champion Gordon Shedden und das Honda Team Dynamics möchten 2013 ihre drei Meistertitel in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung verteidigen. Auch wenn man im Rückblick auf 2012 eine leichte Honda-Dominanz konstatieren könnte, sah die Saison doch ein spannendes Finish zwischen Shedden, dessen Teamkollegen Mat Neal und MG-Speerspitze Jason Plato, das der Schotte erst im vorletzten Rennen für sich entscheiden konnte. Auch Andrew Jordan im privat eingesetzten Honda sowie BMW-Mann Rob Collard lagen lange Zeit weit vorne im Gesamtklassement und kämpften gleichzeitig um den Titel in der Independent-Wertung, die Jordan letztlich gewinnen konnte. Für 2013 haben die Verfolger ihre Fahrzeuge noch einmal gründlich überarbeitet oder – wie im Falle des 1er-BMW vom West Surrey Team – komplett neue Fahrzeuge entwickelt. Mit Colin Turkington kehrt außerdem der Meister des Jahres 2009 in die BTCC zurück. Die Weichen für eine spannende Saison scheinen also gestellt zu sein.

Was ist neu 2013?
Die wichtigste Neuerung für 2013 ist die Aufhebung der Angleichung von NGTC- und Super 2000-Fahrzeugen. Zur Erinnerung: Seit 2004 waren nach dem von der FIA sanktionierten Super 2000-Reglement aufgebaute Fahrzeuge in der BTCC startberechtigt. Aufgrund der immer mehr ausuferenden Kosten für die S2000er und um eine größere Markenvielfalt entstehen zu lassen, entschied sich die BTCC für 2010 ein neues technisches Reglement namens NGTC (Next GenerationTouring Car) einzuführen. Die drei letzten Saisons waren als Übergangsjahre gedacht, in denen versucht wurde, die vorhandenen S2000- und die neuen NGTC-Fahrzeuge von der Performance her anzupassen und so ein homogenes Starterfeld zu schaffen. In diesem Zeitraum sind nach und nach immer mehr Teams in das NGTC-Reglement gewechselt und haben entsprechende Fahrzeuge aufgebaut. 2012 gewann dann mit dem vom Team Dynamics entwickelten Honda Civic erstmals ein reines NGTC-Fahrzeug sowohl ein Rennen als auch letztendlich den Meistertitel.
2013 werden die alten Super 2000-Fahrzeuge zwar noch startberechtigt sein, durch eine Anhebung des Turboladedrucks bei den NGTC-Autos ist es jedoch wahrscheinlich, dass sie im Kampf um die vorderen Plätze keine Rolle mehr spielen werden. Dabei ist außerdem zu beachten, dass die Unterscheidung in NGTC und S2000 eigentlich nur noch für das Fahrzeug-Chassis gilt, denn mittlerweile verwenden alle S2000er einen 2 Liter-NGTC-Turbomotor, der dann aber mit weniger Ladedruck als bei den reinen NGTC-Autos auskommen muss.
Für die letzten Super 2000er gibt es ab dieser Saison eine eigene Wertung, die sogenannte Jack Sears Trophy – benannt nach dem ersten BTCC-Champion. Wer am Ende der Saison die meisten S2000-Siege eingefahren hat, sprich die besten Einzelresultate in einem Super 2000-Auto, gewinnt die Trophy.

Eine weitere Neuerung betrifft die Reifen. Dunlop bleibt zwar Alleinausrüster der Serie und stellt pro Fahrzeug insgesamt 12 (bzw. für den Saisonauftakt 16) neue Trockenreifen für ein Rennwochenende zur Verfügung;  ein Reifensatz ist ab dieser Saison jedoch eine weichere Reifenmischung – ein sogenannter Option-Tyre – und muss von jedem Fahrer in einem der drei Rennen pro Wochenende verwendet werden. Die Entscheidung, in welchem Rennen man den Option-Tyre fahren möchte, muss noch vor der Qualifikation festgelegt werden und wird bei dem entsprechenden Rennen für die Zuschauer kenntlich gemacht. Bis zur Startaufstellung eines Rennens bleibt es letztlich aber geheim, welche Reifenmischung gewählt wurde.
Welchen Effekt diese Regelung hat und ob sie die tatsächlichen Kräfteverhältnisse nicht zu stark verwässert, bleibt abzuwarten. Ebenso unklar ist bislang die Regelung für den Fall, dass das Rennen, in dem sich ein Fahrer für den Option-Tyre entschieden hat, als Wet-Race deklariert ist (werde hierfür das technische Reglement noch mal genauer studieren).
In diesem Zusammenhang ist auch neu, dass bei feuchten Bedingungen nun keine gemischten Bereifungen mehr erlaubt sind, also bspw. keine Slicks an der Vorderachse und Regenreifen an der Hinterachse.

Kalender und Rennformat
Nicht neues gibt es dagegen beim Kalender. Die Saison besteht aus denselben zehn Rennwochenenden wie in den letzten Jahren mit dem Saisonauftakt und -abschluss in Brands Hatch und der typischen Tournee über die wundervollen britischen Rennstrecken im Laufe des Jahres. Hier ein Überblick:

1. 31. März Brands Hatch (Indy Circuit) 2. 21. April Donington 3. 5. Mai Thruxton 4. 9. Juni Oulton Park 5. 23. Juni Croft 6. 4. August Snetterton 7. 25. August Knockhill 8. 15. September Rockingham 9. 29. September Silverstone 10. 13. Oktober Brands Hatch (GP Circuit)

Pro Veranstaltung werden wie gewohnt drei Sprintrennen gefahren, wodurch sich insgesamt 30 Saisonrennen ergeben. Gestartet wird jeweils stehend. Die Startaufstellung für Rennen 1 ergibt sich aus der Qualifikation am Samstag, die für Rennen 2 aus dem Ergebnis von Rennen 1 und die für Rennen 3 aus dem berühmten „Draw“. Hierbei wird ein Fahrer, der in Rennen 2 auf den Plätzen 6 bis 10 ins Ziel gekommen ist, gelost und auf die Pole gesetzt. Alle in Rennen 2 vor ihm platzierten Fahrer werden nun in umgekehrter Reihenfolge auf die nachfolgenden Startplätze gesetzt und alle nach ihm platzierten Fahrer bilden die restlichen Plätze der Startaufstellung. Das ist jetzt für jemanden, der das noch nicht gesehen hat, vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen, aber bevor ich mich jetzt in endlosen Beispielen verrenne, rate ich, sich das einfach mal anzuschauen, da es an sich sehr einfach ist.

Punkte für die Gesamtwertung gibt es pro Rennen für die ersten 15 Fahrer nach folgendem Schema:

1. 20 Punkte, 2. 17 Punkte, 3. 15 Punkte, 4. 13 Punkte, 5. 11 Pubkte, 6. 10 Punkte, 7. 9 Punkte, 8. 8 Punkte, 9. 7 Punkte, 10. 6 Punkte, 11. 5 Punkte, 12. 4 Punkte, 13. 3 Punkte, 14. 2 Punkte, 15. 1 Punkt

Zusätzlich gibt es jeweils einen Zusatzpunkt für die Pole-Position in Rennen 1 (also den schnellsten der Qualifikation), die schnellste Rennrunde pro Rennen und eine Führungsrunde pro Rennen.
Für die Independent-Wertung, in der eigentlich alle Fahrer bis auf Neal und Shedden vom Team Dynamics und Plato und Tordoff vom KX Momentum Racing starten, gilt die gleiche Punktewertung für jedes Rennen, allerdings werden hier keine Zusatzpunkte vergeben. Gleichzeitig sind natürlich alle Independent-Piloten auch für die Gesamtwertung punkteberechtigt.
Für die neu hinzugekommene Jack-Sears-Trophy für Super 2000-Fahrzeuge gibt es keine separate Punktewertung. Hier zählen nur die „Siege“ (im BTCC-Sprachgebrauch “cups”), die ein Fahrer erreicht. Wer am Ende der Saison die meisten “cups” und somit die besten Einzelresultate eines Super 2000-Autos eingefahren hat, gewinnt die Trophy.
Neben Punkten gibt es für die fünf besten Fahrer in einem Rennen auch noch ordentlich Gewicht ins Auto – quasi die negative Kehrseite des Erfolgs. Für Rennen 2 an einem Wochenende muss Zusatzgewicht auf Basis der Ergebnisse aus Rennen 1 eingeladen werden und für Rennen 3 auf Basis der Ergebnisse von Rennen 2. Dabei werden die ersten fünf Fahrer mit folgenden Gewichten belastet: 45 kg, 36 kg, 27 kg, 18 kg und 9 kg. Alle weiteren Plätze müssen nichts einladen. Dabei ist zu beachten, dass die Gewichtsregelung jeweils nur für das nächste Rennen gilt und sich nicht aufaddieren kann. Wer also Gewicht für einen Sieg eingeladen bekommt, muss dieses auch nur im nächsten Rennen fahren. Kommt er dort nicht in die Top-5, fährt er im folgenden Rennen wieder ohne Gewicht, kommt er dagegen bspw. auf Platz 4 ins Ziel, muss er im folgenden Rennen nur noch das Gewicht für Platz 4 mitschleppen. Für das Zeittraining und das erste Rennen eines Wochenendes gilt der Zusatzballast außerdem nicht auf Basis des vorangegangenen Rennergebnisses, sondern auf Grundlage der ersten fünf Positionen in der Meisterschaft.

Teams und Fahrer
Es folgt nun ein kleiner Durchgang durch das Feld der bisher eingeschriebenen Teams und Fahrer. Bei den Teamnamen ist jeweils der offizielle Entry-Name angegeben, in Klammern steht dann, sofern abweichend, der eigentliche Name des Teams. „Constructor“ und „Independent“ bezieht sich darauf, ob das Team Punkte im Kampf um die Herstellerwertung sammelt oder um die Independent-Titel fährt. Hinter dem eingesetzten Fahrzeugtyp ist vermerkt, ob es nach NGTC- oder Super 2000-Reglement aufgebaut ist. Hierbei ist zu beachten, dass alle S2000-Fahrzeuge auch einen NGTC-Motor benutzen. Einen kurzen tabellarischen Überblick über alle Entrys findet man außerdem hier.

Honda Yuasa Racing (Team Dynamics) – Constructor
Honda Civic (NGTC) – # 1Gordon Shedden, #2 Matt Neal
Wohl das Team, das es zu schlagen gilt. Es war schon beeindruckend und zugleich ein Zeugnis für die Professionalität des von Matt Neals Vater geführten Teams, wie man letztes Jahr auf Anhieb mit dem neu entwickelten Civic siegfähig war. Interessant war auch das teaminterne Duelle zwischen Shedden und Neal, das 2013 sicherlich seine Fortsetzung finden wird. Für einige überraschend war es am Ende der Saison dann der von allen im Team nur „Flash“ genannte sympathische Schotte, der den Meistertitel erringen konnte und nicht der dreifache Champion und Vorjahresmeister Matt Neal. Über den Winter hat man sich vor allem auf die Verbesserung des an sich schon sehr guten Autos in allen Bereichen konzentriert.

MG KX Momentum Racing (Triple 8 Race Engineering) – Constructor
MG6 GT (NGTC) – #88 Sam Tordoff, #99 Jason Plato
War der neue Civic vom Team Dynamics schon beeindruckend, so war die Performance des MG eine echte Sensation. Das Auto hatte man vor der letzten Saison in Windeseile zusammengeschraubt und ohne größere Tests zum ersten Rennwochenende gebracht, wo Jason Plato dann gleich eines der Rennen gewinnen konnte. Zwar zeigten sich im weiteren Saisonverlauf einige Unausgereiftheiten, die Plato letztendlich wohl auch den Titel gekostet haben dürften, jedoch war man bis zum vorletzten Saisonrennen mit im Kampf um die Meisterschaft – und das obwohl man 2012 eigentlich als Lernjahr mit dem neuen Auto deklariert hatte. Für 2013 wurde das Auto komplett überarbeitet. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Fahrwerk mit dem man im letzten Jahr besonders bei Regen einige Probleme hatte. Jason Platos Qualitäten als Fahrer sind über jeden Zweifel erhaben. Das Tourenwagen-Ass ist mit allen Wassern gewaschen und will 2013 zu seinem dritten BTCC-Titel greifen. Neu im Team ist der 23-jährige Sam Tordoff, der 2012 im britischen Porsche Cup Gesamtdritter wurde und Jason Plato in der von ihm betreuten Nachwuchssichtung „KX-Academy“ auffiel. Zu Tordoffs Qualitäten sagte Plato in gewohnt englischer Manier: „He ist going to be a pain in the arse.“

Pirtek Racing (Eurotech Racing) – Independent
Honda Civic (NGTC) – #55 Jeff Smith, #77 Andrew Jordan
Der Independendent-Meister von 2012 will in diesem Jahr endlich nach dem Gesamttitel greifen. Angesichts des Fortschritts aus dem vergangenen Jahr und dem immer schneller werdenden Andrew Jordan scheint auch eigentlich nichts dagegen zu sprechen. Die Autos kommen vom Team Dynamcis und Jordan hat letztes Jahr gezeigt, dass wenn alles glatt geht, er mindestens auf Augenhöhe mit Shedden und Neal mitfahren kann. Zweiter Fahrer im Team ist wieder Jeff Smith, dessen Leistung im Vergleich zu Jordan stark abfällt.

ebay Motors (West Surrey Racing Team) – Independent
BMW 125i M-Sport – #5 Rob Collard, #18 Nick Foster, #29 Colin Turkington
Hier dürfen wir gespannt sein. Nachdem man im letzten Jahr noch das betagte S2000-Chassis des aus der WTCC hinlänglich bekannten 320si mit einem NGTC-Motor eingesetzt hat, setzt man dieses Jahr auf ein reines NGTC-Fahrzeug. Basis hierfür ist die 1er-Reihe von BMW. Das Fahrzeug wurde in den letzten Monaten komplett neu entwickelt, sieht meiner Meinung nach einfach nur geil aus und rückte Anfang März erstmals zum Testen aus. Bei den Media-Day-Tests konnte man immerhin die zehntbeste Zeit erringen. Das Driver-Lineup hat sich im Vergleich zum letzten Jahr noch mal verbessert. Rob Collards Qualitäten als Tourenwagenfahrer sind zweifelsfrei bewiesen und mit Colin Turkington kehrt der Meister des Jahres 2009 zum Team zurück. Dritter Fahrer ist Nick Foster, den man eher als Gentleman-Driver ansehen kann, der aber ebenso in der Lage ist, regelmäßig in die Top10 zu fahren.

Airwaves Racing + Addison Lee Motorbase (Motorbase Performance) – Independent
Ford Focus ST Mk. III (NGTC) + Ford Focus ST Mk. II (S2000) – #7 Mat Jackson, #8 Árón Smith, #66 Liam Griffin, #4 tba
Mit neuem und altem Sponsor möchte die Ford-Speerspitze im Feld die tolle Performance des neu entwickelten NGTC-Focus weiter ausbauen. Das Auto debütierte im Laufe der vergangenen Saison in Snetterton und beeindruckte nicht nur durch sein martialisches Aussehen, sondern auch dadurch, dass es auf Anhieb schnell war. Dieses Jahr werden erstmals zwei Mk. III-Focus an den Start geschickt und von Routinier Mat Jackson und Youngster Aron Smith, der letztes Jahr beim Saisonfinale seinen ersten Sieg feiern konnte, pilotiert. Ein drittes NGTC-Auto könnte im Laufe der Saison für den zweiten Team-Entry antreten. Möglicher Fahrer hierfür ist Michael Caine. Vom ersten Rennen an wird außerdem Liam Griffin einen der alten S2000-Focus des Teams fahren und damit ins Rennen um die Jack Sears-Trophy gehen.

Dynojet Racing – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #11 Frank Wrathall
Dynojet und Frank Wrathall gehörten mit zu den ersten, die vor drei Jahren ein NGTC-Fahrzeug einsetzten und überraschten damals von Anfang an mit guten Resultaten in ihrem orangefarbenen Avensis. Seitdem zeigt die Lern- und Erfolgskurve stetig weiter nach oben und wurde letztes Jahr mit einem Sieg gekrönt. Für 2013 hat man mit der bisher gesammelten Erfahrung ein nagelneues Auto aufgebaut.

WIX Racing (Rob Austin Racing) – Independent
Audi A4 (NGTC) – #13 Rob Austin, #14 Will Bratt
Auch Rob Austin gehörte mit seinem eigenen Team zu den ersten, die ein NGTC-Auto an den Start gebracht haben. Mittlerweile geht man in die dritte Saison und möchte die guten Resultate, die man in den letzten Jahren schlaglichtartig immer wieder zeigte, endlich in Siege überführen. Die Chancen dafür stehen eigentlich nicht schlecht. Das Auto ist mittlerweile ausgereift und – noch wichtiger – endlich hat man einen Sponsor gefunden, wodurch die Saison für beide Autos erstmals  durchfinanziert zu sein scheint. Zweiter Stammfahrer ist Will Bratt, der bereits letztes Jahr bei einigen Rennen zum Einsatz kam.

Speedworks Motorsport – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #17 Dave Newsham, #48 Ollie Jackson
Ähnlich wie Dynojet besitzt auch Speedworks eine Menge Erfahrung mit dem NGTC-Toyota. Bislang verkaufte man sich aber meist unter Wert, da das Driver-Lineup in den letzten Jahren nicht zu den besten gehörte. 2012 waren Rookie Adam Morgan und Gentleman-Driver Tony Hughes die Stammpiloten. Morgan konnte immer mal wieder in die hinteren Top-10 fahren, aber Hughes ging regelmäßig unter. Wie gut das Auto tatsächlich ist, zeigte Paul O’Neil zur Saisonmitte, als er Hughes in einigen Rennen vertrat und in Knockhill das Podium nur knapp verfehlte. Mit Dave Newsham stößt dieses Jahr der Überraschungsmann des Vorjahres zum Team. Der Schotte hat seinen Speed mehrfach unter Beweis gestellt und konnte mit einem S2000-Vauxhall Vectra zwei Gesamtsiege einfahren. Hier darf man also gespannt sein. Zweiter Fahrer ist Ollie Jackson, der im Vorjahr noch im Golf von AmD-Tuning unterwegs war.

PPCGB.com/Kraftwerk Racing + RCIB Insurance Racing (Tony Gilham Racing) – Independent
VW CC (NGTC) + Vauxhall Insignia (NGTC) – #6 Tom Onslow-Cole, #22 Howard Fuller/Robb Holland, #20 James Cole, #31 Jack Goff
Einen kunterbunten Haufen gibt es dieses Jahr beim Team von Tony Gilham, das letztes Jahr noch unter dem Namen Team HARD antrat und vor allem mit einem pinkfarbenen Auto auffiel. Die Mannschaft, die zu Beginn der letzten Saison zunächst einen einzigen Honda Civic an den Start brachte, geht dieses Jahr gleich mit zwei Team-Entrys und vier Fahrzeugen in die Saison. Zum Einsatz kommen dabei zwei in Zusammenarbeit mit RML entwickelte Volkswagen CC und zwei Vauxhall Insignias, die man Thorney Motorsport zum Ende der letzten Saison abgekauft hat. Die beiden letzteren wurden komplett revidiert und werden von den Rookies James Cole und Jack Goff pilotiert. Für einen der VW konnte man Routinier Tom Onslow-Cole gewinnen, der letztes Jahr im West Surrey-BMW Gesamt-Sechster wurde. Ein Fragezeichen muss man aber dennoch machen, da die CC bislang noch niemand gesehen hat und das eine Auto, das man für Brands-Hatch einsetzen möchte, allerhöchstens auf den letzten Drücker und ohne Testkilometer fertig wird. Das zweite Auto ist ohnehin noch im Grundaufbau und wird erst im Laufe der Saison debütieren. Dieses soll dann abwechselnd von Howard Fuller und dem US-Amerikaner Robb Holland gefahren werden. Klingt also alles ein wenig nach rollendem Testlabor – vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass auch der Neuaufbau der Vauxhalls letzte Woche noch immer nicht abgeschlossen war. Immerhin hat man sich dagegen entschieden, auch noch den alten S2000-Civic, den man noch in der Garage stehen hat, einzusetzen.

Welch Motorsport – Independent
Proton Persona (NGTC) + Ford Focus Mk. II (S2000) – #10 Daniel Welch, #12 David Nye
Vermehrung gibt es auch bei Welch, das dieses Jahr statt einem zwei Autos an den Start bringen wird. Zum Einsatz kommt dabei aber nicht ein zweiter NGTC-Proton, sondern ein S2000-Ford Focus aus alten Motorbase-Beständen. Dieser wird vom 55-jährigen Rookie (!) David Nye gefahren, der damit in den Kampf um die Jack Sears-Trophy eingreifen möchte. Im Proton sitzt weiterhin Teamchef Dan Welch, der sich das Ziel gesetzt hat, regelmäßig in die vorderen Punkterängen zu fahren.

AmDTuning.com (Essex) – Independent
Volkswagen Golf (S2000)/Vauxhall Astra (NGTC) – #15 James Kaye
Das Team von Shaun Hollamby startet zunächst mit dem bekannten VW Golf in die Saison. Im Laufe des Jahres möchte man aber auf einen oder zwei Vauxhall Astra wechseln, die momentan nach NGTC-Reglement vom Team entwickelt werden. Nachdem Ollie Jackson das Team verlassen hat, sitzt dieses Jahr der 49-jährige James Kaye im Golf. Irgendwie ist auch noch der dritte ehemalige Motorbase-S2000-Ford Focus bei AmD gelandet (den ersten setzt Motorbase selbst für Liam Griffin ein, den zweiten hat Welch gekauft). Diesen möchte man gerne ebenfalls einsetzen, sobald jemand mit dem nötigen Kleingeld um die Ecke kommt. Alles etwas konfus also.

BTC Racing – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC) – #28 Chris Stockton
Mit BTC kehrt ein Team zurück, das bis 2008 in der BTCC aktiv war und damals Lexus und Seats eingesetzt hat. Für 2013 hat man einen der NGTC-Chevrolet Cruze bekommen, die ursprünglich von RML für die Saison 2012 aufgebaut worden waren, dann aber wegen des Rückzugs aus der Meisterschaft nie zum Einsatz kamen. Interessant ist, dass die Basis für das Fahrzeug nicht die Saloon-Variante (Stufenheck) des Cruze ist, wie man sie auch aus der WTCC kennt, sondern der Hatchback (Fließheck).

Team Club 44 (IP Tech Race Engineering) – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC), #44 Andy Neate, #tba
Andy Neate, der letztes Jahr noch Teamkollege von Jason Plato bei MG KX Momentum war, tritt dieses Jahr mit einem eigenen Team an. Zum Einsatz kommt dabei eine eigens entwickelte NGTC-Variante des Chevrolet Cruze, die anders als die Hatchback-Ausführung von BTC-Racing, auf dem Saloon-Model basiert. In Brands-Hatch wird man den neuen Chevy aber noch nicht sehen, da man das Auto frühestens für die zweite Saisonstation in Donington fertig bekommt. Neate, der von einem „long term project“ spricht, möchte das Auto nach schlechten Erfahrungen mit seinem MG aus dem Vorjahr nicht halbfertig an den Start bringen. Im Laufe der Saison soll zudem ein weiterer Cruze aufgebaut und eingesetzt werden.

Ciceley-Racing – Independent
Toyota Avensis – #33 Adam Morgan
Der von der BTCC zum besten Rookie des letzten Jahres gekürte Engländer bleibt zwar dem Auto treu, mit dem er letztes Jahr fuhr, wechselt aber von Speedworks zu seinem eigenen familiengeführten Team, das vorher im Ginetta Cup unterwegs war, wo Morgan 2011 auch den Meistertitel erringen konnte. Der zum Einsatz kommende Avensis ist ein ehemaliger Dynojet-Toyota. Bei den Tests letzte Woche beeindruckte Morgan mit sehr schnellen Zeiten.

Wheel Heaven/Houseman Racing (Wood Racing) – Independent
Vauxhall Vectra (S2000) – #43 Lea Wood
Der klassische Privatier fuhr zunächst einige Testfahrten für Speedworks in deren NGTC-Toyota, entschied sich dann aber doch dafür, eine weitere Saison im von seinem eigenen Team eingesetzten Vauxhall Vectra zu bestreiten. Damit setzt Wood den letzten verblieben S2000-Vectra im Feld ein. Sein Ziel ist ganz klar die Jack Sears Trophy, um dann im nächsten Jahr vielleicht auf ein NGTC-Auto zu wechseln.

Team BMR Restart – Independent
Seat Leon (S2000) – #39 Warren Scott
Das Team des ehemaligen Motorradrennfahrers Warren Scott steigt neu in die Serie ein und betrachtet die Saison mit einem S2000-Auto als Lernjahr, um dann im nächsten Jahr auf ein NGTC-Auto zu wechseln. Damit ist dieses Jahr immerhin noch einer der in den letzten Jahren so zahlreich vertretenen Leons aktiv.

M247 Racing (Finesse Motorsport/Tech-Speed Motorsport) – Independent
Chevrolet Cruze LT (S2000) – #90 Joe Girling
Hier sind die Teamstrukturen etwas unklar, da das Auto laut einigen Meldungen mal von dem aus der Britcar bekannten Team Finesse-Motorsport und mal von dem ehemaligen BTCC-Team Tech-Speed Motorsport eingesetzt wird. Zum Einsatz kommt jedenfalls ein alter S2000-Cruze von Tech-Speed, der zuletzt 2011 in der Meisterschaft gefahren wurde. Joe Girling möchte in den Kampf um die Jack Sears-Trophy einsteigen.

Vorschau Brands Hatch
Der Saisonauftakt findet am kommenden Wochenende in Brands Hatch statt. Über die Traditionsstrecke braucht man wohl nicht viel sagen – jede einzelne Kurve könnte hier abendfüllende Racing-Geschichten erzählen. Gefahren wird auf dem knapp zwei Kilometer kurzen Indy-Circuit, der – zumindest mit der BTCC – gewohntermaßen viel Spektakel verspricht. Einige Informationen zur Strecke findet man
hier. Im letzten Jahr siegte in Rennen 1 etwas überraschend Rob Collard mit dem betagten BMW 320si, nachdem sich – ebenfalls überraschend – Dave Newsham die Pole gesichert hatte. In Rennen 2 konnte Matt Neal im Honda den ersten Sieg für ein NGTC-Auto einfahren und in Rennen 3 siegte dann zur Verblüffung aller Jason Plato im gerade erst fertig gebauten MG.
Vor dem ersten Rennen einen klaren Favoriten zu benennen ist schwer, da erst mal die Performance der einzelnen Teams und Fahrer im Rennen beobachtet werden muss. Immer auf der Rechnung sollte man die Hondas, die MGs und die Motorbase-Fords haben, aber auch auf die BMWs von West Surrey und die Toyota von Speedworks und Dynojet sollte man ein Auge werfen. Bei den Testfahrten letzte Woche in Donington erreichte Andrew Jordan im Pirtek-Honda die schnellste Zeit, gefolgt von Jason Plato im MG und Gordon Shedden im Dynamics-Honda. Dahinter tauchten mit Adam Morgan und Dave Newsham bereits die ersten Toyota auf. Bester Ford war Aron Smith auf Position 8 und bester BMW Colin Turkington auf Position 10.

TV-Empfang
Stellt sich nach all der großen Vorrede nun nur noch die Frage: „Wie kann ich mir den ganzen Spaß denn angucken?“  Tja, hier wird es leider etwas kompliziert. In Großbritannien überträgt ITV 4 den gesamten Rennsontag im frei empfangbaren TV live. Wer eine Satellitenschüssel besitzt und diese zufällig auf 28.2° Ost ausgerichtet hat, ist klar im Vorteil, kann sich entspannt zurücklehnen und Tourenwagen-Action vom Feinsten genießen – sollte das übrigens jemand, der in meinem Umfeld wohnt, haben, wird er mein neuer bester Freund und ich bring zu jedem Rennen Kuchen mit ;).
Eine Alternative ist die ITV-Website, auf der der gesamte Rennsontag im Player gestreamt wird. Hier stellt sich aber das Problem, dass der ITV-Player für Leute außerhalb von UK mit einem Geoblock versehen ist. Dieser lässt sich allerdings auf verschiedene Weise umgehen. Halbwegs legal geht es aber nur in der Bezahlvariante. Google hilft hier weiter. Ansonsten bieten sich natürlich auch die diversen anderen hinlänglich bekannten Streamingdienste an.
Wer auf live verzichten kann, kann sich in den endlosen Weiten des Internets auch nach Downloads der Rennen umsehen. Live ist es jedoch schöner und man kommt in den großartigen Genuss von stundenlanger Rennaction, denn zwischen den einzelnen BTCC-Rennen findet das umfangreiche Rahmenprogramm, u.a. bestehend aus Porsche-Cup, Ginetta-Cup, Renault Clio-Cup und Formel Ford, statt.

So, das war mein erster Beitrag für den Racingblog. Ich hoffe, er hat gefallen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Melde mich dann nächste Woche mit der Analyse aus Brands Hatch.

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 BTCC: Saisonvorschau 2013

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September 06 2012

16:15

Formel Eins: Vorschau GP Italien 2012

Das wohl schnellste und kürzeste Rennen steht auf dem Programm. Monza ist eine einzige Hochgeschwindigkeitsorgie. Hinter den Kulissen wartet alles auf eine Entscheidung von Lewis Hamilton.

Schon fast traditionell verabschiedet sich die Formel Eins mit dem Rennen in Monza aus Europa. Die Strecke braucht man nicht mehr vorstellen und auf den ersten Blick sieht es nach einer leichten Strecke aus. Aber der Teufel liegt auch in Monza im Detail, bzw. in beiden Lesmo-Kurven und der Parabolica. Erstaunlich, wie viele Fehler man in diesen drei Ecken jedes Jahr sieht. Allerdings gewinnt und verliert man hier auch die Zeit, denn der Vollgasanteil in Monza beträgt atemberaubende 75%. 11% der Zeit steht man auf der Bremse, den Rest rodelt man durch die Kurven. Mit anderen Worten: Die Zeit holt man über die Traktion, die Kurvengeschwindigkeit und die Bremse. Und natürlich den Topspeed, denn man erreicht gleich vier Mal die 300er Marke, am Ende der langen Start/Zielgerade werden es so um die 330 km/h sein. Ohne DRS. Dementsprechend sind die Wagen klar im Vorteil, die einen guten Topspeed haben.

Doch ganz so einfach ist das nicht, wie man im letzten Jahr gesehen, als Red Bull gewinnen konnte. Der RB7 war auf der Geraden bis zu 12 km/h langsamer, Vettel gewann das Rennen dennoch. Möglich wurde dies durch den angeblasenen Diffusor und die flexiblen Frontflügel von Red Bull, die dem Wagen derartig viel Abtrieb geben gaben, dass Vettel einfach schneller aus den Kurven raus kam. Der Verlust beim Topspeed fiel dann nicht mehr ins Gewicht.

Der angeblasene Diffusor ist, ebenso die Flexi-Wings und das extreme Motor-Mapping sind aber Geschichte und wie man in Spa sehen konnte, hilft der Topspeed dann doch. Sichtbar war das ausgerechnet an den Telemetriedaten, die Hamilton gepostet hatte. Mit dem Heckflügel, der mehr Abtrieb erzeugte, verlor er die meiste Zeit die Kemmel Gerade hinauf, im zweiten Sektor holte er dann wieder auf. Für Monza bedeutet dies, dass die Teams alle Flügel abschrauben werden.

Schaut man sich die Geschwindigkeiten aus Spa an, sieht man, dass Ferrari sehr schnell war, aber grundsätzlich lag man dicht beieinander. Die TV-Bilder zeigten, dass Mercedes und Ferrari einen guten Topspeed hatten, McLaren fiel nicht weiter auf, aber Button lag ja auch die gesamte Zeit an der Spitze. Red Bull war nicht schlecht unterwegs, aber Webber und Vettel steckten oft im Windschatten und kamen trotzdem nicht vorbei. Lotus war ebenfalls nicht sonderlich schnell.

Dazu kommen noch Toro Rosso, Force India und Sauber, die auf den Geraden sehr gut unterwegs waren. Dementsprechend könnte man in Monza ein sehr gemischtes Starterfeld sehen, mit einigen Überraschungen auf den ersten Plätzen. McLaren scheint im Moment das beste Paket zu haben, das sollte in Monza auch nicht anders sein. Aber Sauber und Mercedes sind durchaus eine Gefahr, und das nicht nur in der Qualifikation. Pirelli spielt in Italien die sichere Karte und bringt wie in Spa die harte und medium Mischung an die Strecke. Das ist nachvollziehbar, besonders weil man ja nie weiß, wie heiss es in Monza wird. Die harten Mischungen liegen mittlerweile fast allen Autos, hier sollte es also keine großen Unterschiede geben.

Bei den Boxenstopps wird es keine Überraschungen geben: Wie schon immer, werden die meisten Teams mit einem Stopp auskommen, mehr macht aus zwei Gründen keinen Sinn. Zum einen ist der Zeitverlust zwischen den Medium und den Hart nicht sehr groß, er liegt bei 0,2 Sekunden und wird vermutlich geringer, wenn die Strecke genug Gummi hat. Zum anderen kostet ein Stopp in Monza richtig viel Zeit, weil man mit 80 km/h durch die Box schleicht, während die Konkurrenz mit 310 km/h draussen vorbei rauscht. Problematisch könnten aber die Temperaturen werden, es soll bis 30 Grad warm werden. Die Reifen werden in Monza wegen der hohen Geschwindigkeiten extrem belastet, es ist die einzige Strecke, auf der man schon mal Blasen auf den Reifen sehen kann. Die Teams werden vor allem am Freitagnachmittag austesten, wie lange man die Medium-Reifen fahren kann.

Insgesamt wird man sich auf ein spannendes und sehr enges Rennen einstellen können. Ich vermute, dass die Abstände sehr gering sein werden, dazu kommt, dass man, wie in Spa gesehen hat, mit den Wagen mittlerweile auch recht dicht in den Kurven an den Vordermann ranfahren kann. Der Einsatz von KERS und die DRS-Zone (Start-Ziel und zwischen der letzten Lesmo und der Ascari) werden entscheidende Bedeutung haben. Ein Auge sollte man auf Jerome D’ Ambrosio werfen, der den gesperrten Romain Grosjean ersetzt. Monza ist eine gute Strecke für einen Einsatz, zum dem kennt der ehemalige Marussia-Pilot die Strecke sehr gut. Man wird von ihm nicht erwarten, dass er in Q3 kommt, aber irgendwas um P10 herum wäre schon nett.

Es fällt schwer, einen Favoriten zu bestimmen. McLaren vielleicht, eventuell überrascht wieder einmal Sauber. Mercedes hat, wenn sie denn nicht wieder in Reifenprobleme kommen, eine Chance auf das Podium. Lotus wird sich schwer tun und ich vermute auch Ferrari. Ein Alonso-Sieg in Monza wäre für die Fans eine schöne Sache, aber die Chancen stehen eher nicht so gut.

Hinter den Kulissen bewegt sich auch einiges. Wie im Podcast schon besprochen, scheint Hamilton im Moment in ernsthaften Gesprächen mit Mercedes zu sein. Das macht für Hamilton sportlich gesehen auf den ersten Blick wenig Sinn. Langfristig betrachtet aber vielleicht schon. Der W03 ist nicht sonderlich gut, aber besteht kein Grund zur Annahme, dass das Team um Ross Brawn die Fehler nicht ausmerzen kann. Wie schnell sich die Gewichte in der F1 verschieben hat man in diesem Jahr gesehen. Dazu kommt, dass ab 2014 neue Motoren kommen, vermutlich will man dann in einem Werkswagen sitzen. Die Gerüchteküche besagt zu dem, dass Mercedes, dank arabischer Unterstützung, 25 Millionen pro Saison auf den Tisch legen will. Alle Seiten halten sich im Moment bedeckt, es gibt aber auch keine Dementis. An der Sache ist also mehr dran, als man denkt.

Gerüchte gibt es auch um Nico Hülkenberg (ebenfalls siehe Podcast). Meinen Informationen nach ist noch nichts fest, aber Ferrari sucht wohl einen Fahrer, der für ein Jahr Massa ersetzen kann. 2014 will man Perez in den Wagen heben und ihn als Alonso-Nachfolger aufbauen, der 2015 oder 2016 aufhören möchte. Für Hülkenberg ist das natürlich eine Chance, aber offenbar ist er im Moment sowieso sehr begehrt. Wenn Hamilton McLaren verlässt und die Briten nicht Räikkönen bekommen (Lotus hat das schon kategorisch ausgeschlossen), wird man an Hülkenberg interessiert sein. Oder Paul di Resta, aber der Deutsche macht im Moment im Rennen den besseren Eindruck. Sollte Räikkönen aber dennoch zu McLaren wechseln wollen (und können) steht der Deutsche wiederum wohl auch weit oben auf der Liste von Lotus. Bewegung wird in die ganze Sache aber erst reinkommen, wenn sich Hamilton entschieden hat.

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