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October 07 2013

12:50

Formel Eins: Analyse Korea 2013 – Hülkenberg empfiehlt sich

Zwei Safety Car Phasen, ein sicherer Vettel und ein überragender Hülkenberg standen im Zentrum des Grand Prix. Aber auch sonst gab es viel zu sehen.

Korean GP Race 06/10/13Vierter Sieg in Folge, 77 Punkte Vorsprung und nur noch fünf Rennen zu fahren. Die Chancen, dass noch jemand anderes als Vettel Weltmeister wird, sind sehr gering. Auch Korea zeigte, dass Red Bull im Moment mal wieder das stärkste Auto hat, auch wenn die Abstände etwas kleiner waren, als in den letzten Rennen. Aber der Mann des Rennens war ein anderer Deutscher: Nico Hülkenberg. “The Hulk” fuhr mal wieder ein grandioses Rennen und hielt über das gesamte Rennen die Konkurrenten hinter sich, obwohl er nicht das allerbeste Auto im Feld hatte. Lewis Hamilton und Fernando Alonso verzweifelten hinter Hülkenberg, der sich keinen Fehler erlaubte.

In den freien Trainings sah es noch so aus, als könne Mercedes in Korea Druck auf die Red Bull ausüben, doch in der Qualifikation stellte Vettel die Hackordnung wieder her. Der Abstand auf Vettel war mit zwei Zehnteln einigermaßen gering, doch damit war klar, dass Red Bull wieder die übliche Strategie würde fahren können. Den Start gewinnen, vorne in clean air ein paar Sekunden Abstand gewinnen, um dann das Rennen zu kontrollieren. Dass Vettel den Abstand dieses Mal etwas geringer hielt, lag am rechten Vorderreifen, der allen Teams sorgen machte. Da der Kurs gegen Uhrzeigersinn gefahren wird, leidet der rechte Reifen etwas stärker, was man in den Zeitlupenaufnahmen auch sehen gut sehen konnte.

Hinter Vettel richtete sich Romain Grosjean ein, der mal wieder eines seiner guten Wochenenden hatte. In der Quali hatte er Räikkönen klar hinter sich gelassen, im Rennen bügelte er gleich in der erste Runde Lewis Hamilton, der danach keinen Weg am Lotus vorbei finden konnte. Grosjean hatte aber auch nicht die Mittel Vettel unter Druck setzen zu können, sondern musste sich eher nach hinten orientieren, wo der Mercedes lauerte.

Dahinter bildete sich ein ein veritabler Stau hinter Nico Hülkenberg, der zusammen mit Alonso, Button und zeitweise Perez um die Plätze kämpfte. Für Alonso war es, gemessen an seinen Ansprüchen, ein Wochenende zum Vergessen. Der Ferrari war zu keiner Zeit in der Lage um das Podium zu kämpfen, es fehlte der Speed in allen Belangen. Es sieht auch schwer danach aus, dass Ferrari die Saison in Sachen Fahrer-WM nach dem Rennen in Suzuka endgültig abschreiben wird. Aber in Sachen Team-WM kann man sich eine komplette Fokussierung auf 2014 eigentlich nicht leisten, weil Mercedes nur noch einen Punkt hinter den Italienern auf P3 liegt. Aber in Korea hatte Ferrari nichts zu melden, man lag hinter Red Bull, Lotus und knapp auf Augenhöhe mit Mercedes.

Die Deutschen hatten ein eher schwaches Rennen, und dass man mit beiden Fahrzeugen hinter dem Sauber von Hülkenberg lag, wird das Team auch nicht erfreut haben. Das hatte zwar auch etwas mit der Strecke zu tun, auf der man nur schwer überholen kann, aber es waren vor allem die Reifen, die die Leistung des Teams reduzierten. Von P2 zu starten und nur auf P5 ins Ziel zu kommen, ist schon eher enttäuschend. Dabei lag es nicht mal an den Supersoft, die alle Teams schnell von den Autos nahmen, sondern an Medium, die dem W04 nicht lagen.

Kurios waren die beiden Safety Car Phasen, die kurz hintereinander kamen. Erst zerriss es Perez den rechten Vorderreifen, den der Mexikaner vorher mit einem heftigen Bremsplatten versehen hatte. Die Trümmer sorgten für SC-Phase Nummer Eins. Nach dem Restart rutschte Sutil in Mark Webber und zerstörte dabei dessen Ölkühler. Das heiße Öl entzündete sich sofort und setzte das Heck des Red Bull in Brand. Webber stieg sofort aus, verstörend war dabei, dass es dann doch etwas länger dauerte, bis die ersten Feuerlöscher gezückt wurden. Die Rennleitung schickte einen Löschjeep auf die Strecke, was ein paar Fahrer dann doch überraschte.

Nach dem Restart entwickelte sich dann der dramatische und sehr spannende Kampf zwischen Hülkenberg, Hamilton und Alonso um P4, der sich bis zum Rennende hinzog. Es gehörte zu den den besten Dreikämpfen, die man in letzter Zeit gesehen hat. Hülkenberg gelang das Kunststück vor Hamilton bleiben zu können, weil er und Sauber den Wagen vor allem für den ersten Sektor abgestimmt und auf Highspeed getrimmt hatten. Dazu kam ein massiver Traktionsvorteil des Sauber aus der ersten Kurve heraus, den Hülkenberg immer genau die paar Meter Vorsprung brachten, die ihm über die Gerade halfen. Und das, obwohl der Mercedes hinter ihm immer den Flügel flach stellen konnte. Nur einmal kam Hamilton kurz vorbei, weil er aus dem letzten Turn etwas mehr Speed mitnahm und sich vor der ersten Kurve am Sauber vorbei schob. Doch Hülkenberg konterte auf der Geraden.

Für den Deutschen hagelte es nach dem Rennen jede Menge Lob. Seine Team freute sich sowieso, immerhin gehen alle Punkte des Teams in diesem Jahr auf das Konto von Hülkenberg. Hamilton zollte seinen Respekt, ebenso Alonso, der die Fahrt des Deutschen als “superb” bezeichnete. Damit dürfte die Tür für Nico bei einigen Teams weit offen sein. Lotus hat Interesse, aber auch bei McLaren scheint der Platz Sauber weiter so ansteigen, gibt es eigentlich keinen Grund ins unsichere Team von Lotus zu wechseln.

Neben Hülkenberg gab es aber noch einen weiteren Mann des Rennens: Kimi Räikkönen. Der Finne startete nur von P9 und verlor am Start auch noch einen weiteren Platz. Doch irgendwie wurschtelte sich Räikkönen durch das Feld, wobei die SC-Phasen dabei halfen, dass der Abstand nach vorne nicht zu groß wurde. Eine gute Strategie von Lotus half ebenfalls, aber dazu wird James Allen am Mittwoch noch etwas schreiben. Ferrari wird sich jedenfalls über die Verpflichtung des Finnen freuen, da Massa mal wieder eher mit Fehlern auf sich aufmerksam machte.

Alles in allen war ein guter Grand Prix. Die WM ist so oder so entschieden, Vettel wird Weltmeister, Red Bull führt in der Team-WM 118 Punkte Vorsprung. Man kann sich also bei den noch ausstehenden Rennen auf spannende Positionkämpfe konzentrieren. Und mit dem Rennen in Japan steht schon der nächste Klassiker am kommenden Wochenende auf dem Programm.
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August 04 2013

13:55

Formel Eins: Halbzeitanalyse 2013 Red Bull & Mercedes

Halbzeit in der Formel-Eins-Saison des Jahres 2013. Wie üblich gibt es eine kleine Analyse, wie die Form der einzelnen Teams und Fahrer aussieht.

2013 Australian Grand Prix - SundayDie Saison 2013 bot zu Beginn wenig Änderungen an den Regeln. Das bedeutete für die Teams, dass man auf den Fahrzeugen des letzten Jahres aufbauen konnte, was die meisten Teams auch taten. Zwei Ausnahmen gab es aber: Williams und McLaren. Beide Teams entschieden sich dafür, ein komplett neues Chassis einzusetzen, was sich schnell als Fehlentscheidung herausstellen sollte. Die Top-Teams setzten eher auf eine Evolution der Aerodynamik und vor allem auf eine Weiterentwicklung der Anströmung des Hecks. Hier hatte Sauber im Jahr 2012 mit dem Coanda-Auspuff einen Trend gesetzt, dem andere Teams folgten. Dazu kamen neue Reifen von Pirelli, die sich aber im Laufe der Saison als Fehlentwicklung herausstellten. Die Reifen spielten in der ersten Saisonhälfte auch eine entscheidende Rolle in der WM.

In den nächsten Tagen beleuchten wir die einzelnen Teams, ausgehend vom momentanen Stand der Konstrukteursmeisterschaft. Los geht es mit Red Bull und Mercedes.

Red Bull
Australian F1 Grand Prix - RaceMan startete als klarer Favorit in die Saison und im Verlauf des Jahres 2013 konnte das Team dieser Rolle auch gerecht werden. Etwas überraschend war jedoch, dass man zunächst ein paar Probleme hatte. Die Tests im Winter fielen bescheiden aus. Red Bull war das einzige Team, das auf klärende Long-Runs verzichtete. Man musste die meist kurzen Stints zusammenrechnen und bekam dabei den Eindruck, dass der RB9 zunächst Schwierigkeiten hatte. Doch schon beim zweiten Lauf konnte Vettel seinen ersten, sehr kontroversen Sieg der Saison einfahren. Und danach lief es für die Österreicher wieder wie geschmiert. Mit vier Siegen in zehn Rennen steht Vettel an der Spitze der WM, in der Team-WM liegt man auch vorne.

Allerdings sollte man sich durch die Siege und die Führung in der WM nicht allzu sehr blenden lassen. In Sachen Pole liegt Red Bull klar hinter Mercedes und die WM-Führung des dreifachen Weltmeisters rührt auch daher, dass die Konkurrenz sich gegenseitig die Punkte wegnahm. Zunächst sah es so aus, als ob Lotus der stärkste Gegner sei, dann war es Ferrari, schließlich Mercedes. Weil die drei Marken alle Schwächephasen hatten, konnte Vettel seinen Vorsprung ausbauen. Aber der Druck auf Red Bull wächst, gerade durch Mercedes.

Vettel selbst hat dieses Jahr wieder alles richtig gemacht. Sein Sieg in Malaysia, als er Webber gegen alle Absprachen und Teamorder überholte, machte deutlich, wie ehrgeizig der Deutsche auch nach drei Titeln ist. Sympathien hat ihm die Aktion allerdings nicht gebracht. Spätestens in Malaysia muss dem letzten Fan klar geworden sein, dass Vettel in Sachen WM keine Gnade kennt.

Mark Webber fährt eine seiner üblichen Saisons. In der Quali fehlt ihm der Endspeed zu Vettel, was dazu führt, dass er im Rennen in Sachen Strategie immer hinter seinem Teamkollegen anstehen muss. Mehr als einmal musste er länger draußen bleiben oder für Vettel eine Art Testballon in Sachen Reifen spielen. Dazu kam, dass der Fehlerteufel bei ihm außerordentlich oft zu geschlagen hat. Dass er nun, etwas zermürbt, seine Zukunft in der WEC bei Porsche sucht, ist nur verständlich.

Die zweite Saisonhälfte wird für Red Bull schwer. Mercedes wird Druck machen, vor allem was den Konstrukteurstitel angeht. Die Vorteile von Red Bull scheinen immer noch auf den schnellen Kursen zu liegen, aber Mercedes hat sowohl im Bereich Reifenverschleiß als auch in der Standfestigkeit aufgeholt. Das könnte am Ende der Saison enger für Red Bull werden, als man gedacht hat. Dass man im Team nervös ist, kann man allein daran sehen, wie hart man Mercedes auch politisch angeht.

Mercedes
F1_CHI_13_00006Die Umstrukturierungen des letzten Jahres und die massiven Neueinkäufe im Bereich Technik und Management scheinen trotz aller Kritik zu fruchten. Die Schritte, die Mercedes in diesem Jahr gemacht hat, sind enorm. Lag man Ende des Jahres noch rund 1,2 Sekunden hinter Red Bull und McLaren, hat man diesen Abstand im Laufe des Jahres egalisiert und sogar in einen (je nach Strecke) winzigen Vorsprung ummünzen können. 1,2 Sekunden sind in der Formel Eins eine Welt, vor allem wenn wie in diesem Jahr die Regeln sehr stabil bleiben.

Der erstaunliche Aufstieg des Teams dürfte durchaus auch etwas mit dem Reifentest zu tun haben, den Mercedes Mitte Mai durchgeführt. Dabei geht es nicht um die Reifen, sondern mehr darum, dass man drei GP-Distanzen mit dem 2013er-Chassis fahren konnte. Diese Testzeit ist, da kann Mercedes noch so dementieren, Gold wert. Luca di Montezemolo hat es neulich auf eine einfache Formel gebracht: Vor dem Test hat Mercedes kein Rennen gewonnen, danach in zwei Monaten gleich drei Stück.

Aber die Vorteilsnahme ist eine Sache, die richtigen Schlüsse aus den Tests zu ziehen und diese langfristig umzusetzen, ist eine andere. Der W04 war von Beginn der Saison sehr schnell, hatte aber die üblichen Probleme mit dem Reifenverschleiß. Die scheint man, nicht zuletzt durch die Tests, teilweise in den Griff bekommen zu haben. Teilweise deswegen, weil die Unterschiede zwischen dem Rennen am Nürburgring, wo man unterging, und Ungarn einfach noch etwas zu groß sind.

Die Formschwankungen sind es dann auch, die mich nicht glauben lassen, dass Mercedes eine echte Chance auf den Fahrertitel mit Hamilton hat. Der Abstand in der WM ist dafür zu groß, Mercedes müsste die restliche Saison mit beiden Fahrzeugen dominieren, was ich nicht sehe. Man hat aber gezeigt, dass das Team auf höchstem Niveau funktioniert, dass man die Strukturen im Team im Griff hat und dass man nachlegen kann.

Lewis Hamilton fährt eine gute Saison. Er hat sich schnell an den Wagen gewöhnt, musste die ersten beiden Siege aber Nico Rosberg überlassen. Das galt auch für die schnellsten Zeiten in der Quali, aber mittlerweile hat Hamilton auch hier nachgelegt. Es fehlt noch etwas die früher von ihm bekannte aggressive Fahrweise, was aber einfach mit den Reifen zusammenhängen wird. Hamilton wird sanfter fahren müssen, als er es mit dem McLaren gewohnt war. Dennoch hat er bewiesen, dass er auch in einem anderen Team richtig schnell sein kann, eine Leistung, die zum Beispiel Vettel noch vor sich hat.

Nico Rosberg ist nicht langsamer als Hamilton und scheint vor allem mit seiner sanfteren Fahrweise ideal für den W04 zu sein. Er hatte in diesem Jahr etwas Pech, was seinen Rückstand in der WM auf Hamilton erklärt. Aber auch trotz seiner zwei Siege wirkt es immer, als fehle etwas. Diese letzte Form der Aggression, die ein Alonso und selbst ein Räikkönen schon mal zeigen, sieht man bei ihm sehr selten. Wenn er hinten im Verkehr steckt, gelingt ihm selten die “große” Fahrt nach vorne. So wie sie Alonso schon mal zeigt oder Webber. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie gut Rosberg wirklich ist.

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July 28 2013

16:24

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2013

Der Grand Prix von Ungarn brachte vor allem die Erkenntnis, dass Mercedes auf dem Weg ist, in der Weltmeisterschaft noch ein Wörtchen mitzureden. Der Titel ist durchaus in Reichweite.

GP Ungarn 2013Das vermutlich heißeste Rennen des Jahres, die Reifen der Marke “Soft”, konstanter Druck in der Frühphase des Rennens – und doch kann Mercedes das Rennen gewinnen. Red Bull genießt mit Sebastian Vettel zwar noch einen großen Vorsprung in der WM, aber die Sache könnte noch enger werden, als es den Österreichern lieb ist. Und auch Lotus rückt Red Bull dank der neuen Pirelli auf die Pelle. Großer Verlierer des Wochenendes ist jedoch Ferrari, die mal wieder kein Bein auf den Boden bekommen haben und im Entwicklungswettkampf der vier führenden Teams offenbar unterlegen sind.

Es war schnell klar, dass sich das Rennen über zwei Dinge entschieden wird: Strategie und Reifenverschleiß. Und in beiden Punkten sah sich Red Bull eigentlich im Vorteil. Am Freitag schimpfte Lewis Hamilton noch über einen schlecht liegenden Mercedes, nach seiner Pole spielte er die Siegchancen runter und hoffte auf ein Podium. Doch offensichtlich war das eher Theater. Denn Lewis konnte in Ungarn von Anfang an die Pace bestimmen und er musste auch nicht mehr oder weniger auf seine Reifen aufpassen, als das Vettel tat. Die beiden kamen nach dem ersten Stint mit nur einer Runde Abstand in die Box, um die “Soft” gegen die “Medium” zu tauschen. Dabei war der frühere Stopp von Hamilton am Ende sogar die bessere Strategie, denn er konnte auf seiner Outlap Vettel klar distanzieren. Helmut Marko sprach nach dem Rennen von einer schlechten Inlap, die Vettel gefahren sein, Vettel wiederum erklärte, dass die Reifen in den letzten zwei Runden des Stint einfach komplett eingebrochen seien.

Für Vettel bedeutete dieser Zeitverlust allerdings, dass er das Rennen schon nach dem ersten Stopp verloren hatte. Während Hamilton vor den auf “Medium” gestarteten Jenson Button raus kam, landete Vettel hinter dem Briten und verlor dort sehr viel Zeit. Knapp 8 Sekunden werden es über die Runden gewesen sein, die der Deutsche einbüßte, wobei man Button keinen Vorwurf machen kann. Der fuhr sein Rennen und kämpfte um seine Position.

Für Vettel bedeutete dies ein weiteres Problem, wie sich allerdings erst später im Rennen rausstellen sollte. Lotus hatte Räikkönen nach einem langen ersten Stint auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt, die der Finne mustergültig umsetzen konnte. Ein wenig abseits der Kameras und nur sichtbar, wenn man den Zeitenmonitor verfolgte, fuhr er sehr schnelle und sehr konstante Rundenzeiten. Sein Abstand zu Hamilton war wegen seines schlechten Qualis schon kurz nach dem Start zu groß, das Ziel hieß also P2. Lotus stellte die Strategie just in dem Moment um, in dem man sah, dass Vettel sehr viel Zeit hinter dem McLaren verlor. Eine strategische Meisterleistung, aber auch eine grandiose Fahrt von Kimi, der von seinen Reifen im letzten Stint (32 Runden) genau die richtige Leistung abverlangte. In der letzten Runde, so der Finne, brachen die Medium dann ein, was man auch am tänzelnden Heck des Wagens sehen konnte.

Interessant an der Sache ist, dass Lotus Red Bull mit der Taktik unter Druck setzen konnte. Dass Vettel hinter Kimi ins Ziel kam, lag sicher auch daran, dass er hinter Button feststeckte, aber auch der anderen Seite musste Räikkönen zu Beginn des Rennens mit Alonso kämpfen und konnte seinen Speed auch nicht fahren. Mag sein, dass die Umstände (Strecke, Hitze) auch dazu geführt haben, dass Red Bull nicht wie gewohnt dominieren konnte, aber es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass neuen Reifen vielleicht im Moment doch nicht so recht passen. Wenn Lotus auch in Zukunft immer einen Stopp weniger machen kann, dürfte das interessante Rennen geben.

Das Ergebnis für Renault hätte noch besser ausfallen können, wenn Romain Grosjean nicht mal wieder Ärger mit den Kommissaren bekommen hätte. Bei einem Überholmanöver gegen Button, zog der Franzose etwas früh rüber und die beiden Fahrzeuge berührten sich. Ein paar Runden später zog in er einem sensationellen Manöver außen in T4 an Massa vorbei. Blöderweise lag die weiße Linie dieses Mal vor der schraffierten Fläche und er war mit beiden Rädern außerhalb der Strecke. Die Folge war eine regelkonforme Durchfahrtsstrafe, die aber sich aber ein wenig harsch anfühlt. Für die Berührung mit Button brummten ihm die Kommissare dann auch noch eine 20-Sekunden Strafe auf, die sein Ergebnis (P6) aber nicht änderte.

Ferrari hatte mit dem Ausgang des Rennens überhaupt nichts zu tun. In der Quali kam Alonso immerhin auf P5. Das ist jetzt nicht toll, aber auch nicht schlecht. Und wie man bei Mark Webber sehen konnte, kann man daraus was machen, wenn das Auto stimmt. Am Ende kam Alonso auch auf P5 raus, rund 31 Sekunden hinter Hamilton. Man verliert pro Runde also knapp 0,5 Sekunden und das ist einfach zu viel. Ferrari fährt im Nirvana hinter Mercedes, Red Bull und Lotus. Nach hinten muss man sich nicht wirklich verteidigen, nach vorne geht aber auch nicht. Das Problem für Ferrari ist, dass ihnen die Zeit davon läuft. Zwar kommen noch neun Rennen, aber die liegen wiederum so dich beisammen, dass es schwierig sein wird parallel die Entwicklung voranzutreiben. Es ist auch nicht so, dass Ferrari grundsätzlich Schwächen zeigen würde. Der Reifenverschleiß ist ok, der Topspeed usw. Auch die Fahrer berichten, dass sie mit dem Wagen grundsätzlich zufrieden sind. Der F138 ist einfach grundsätzlich zu langsam und Ferrari gelingt nicht, die Lücke nach vorne zu schließen.

Da wundert es fast nicht, dass Ungarn Gerüchte aufgetaucht sind, Alonso könnte zu Red Bull wechseln. Schuld daran war ein Gespräch von Luis Garcia, der Manager von Alonso, mit Christian Horner. Helmut Marko ließ es sich nicht nehmen, etwas Feuer unter der Sache zu machen, aber man sollte darauf nichts geben. Alonso hat bei Ferrari einen Vertrag bis Ende 2016, der eng an den Sponsorvertrag mit Santander gekoppelt ist. Red Bull wird sich Alonso auch nicht antun wollen. Hintergrund des Gespräches dürfte viel mehr Carlos Sainz jr. gewesen sein, der ebenfalls von Gracia vertreten wird.

McLaren zeigte sich in Ungarn etwas verbessert. Perez schaffte es recht locker in Q3, im Rennen lagen beide aufgrund der Zwei-Stopp-Strategie recht gut im Rennen. Für einen Moment sah es sogar so aus, als könne Button aufs Podium fahren, aber dann war der MP4/28 dann doch zu lahm und wurde von der Konkurrenz aufgeschnupft. Perez und Button kamen beide in Punkte, was insofern wichtig war, weil Force India am Wochenende patzte.

Die Inder hatten sich gegen die Änderung der Reifen mit allem gewehrt, was sie hatten. Sie wussten wohl schon, dass die neuen Pirelli dem Wagen nicht gut tun würden. Schon in der Quali blieben beide Piloten blass und schafften nicht den Sprung in Q3. Sutil hatte in seinem Rennen Pech und fiel mit einem Hydraulikproblem aus, allerdings lag er zu diesem Zeitpunkt auch nicht in Punktenähe. Paul di Resta kämpfte sich durchs Rennen, dass man sich am Ende aber einem Williams geschlagen geben musste, sagt schon einiges.

Williams gelang es in Ungarn endlich den ersten Punkt in diesem Jahr zu holen. Bedanken können sie sich da bei Pastor Maldonado, der mit einem sehr guten Start die Basis für den Erfolg legte. Man sollte das allerdings nicht überbewerten. Die enge Strecke liegt dem Williams besser, als das, was sonst so in der Saison fährt, dazu kam das Glück, dass Rosberg kurz vor Schluss liegen blieb. Aus eigener Kraft hätte Williams den Punkt nicht geholt.

Force India war während des gesamten Wochenendes nicht zu sehen. Q3 war utopisch, die Rundenzeiten auf den Long Runs schlecht. Grund mag die Strecke gewesen sein, der STR mag die schnellen Kurse lieber.

Sauber hatte ebenfalls ein, wie in diesem Jahr schon fast gewohnt, zähes Rennen. In der Quali blieb Guiterrez mal wieder in Q1 hängen, im Rennen fiel der Mexikaner früh aus. Hülkenberg lag zwischenzeitlich auf P10, verlor aber viel Boden, als er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam.

Ein Wort noch zu Mark Webber, der von P10 auf P4 fahren konnte. Er startete mit den “Medium”, was sich als gute Entscheidung für den ersten Stint herausstellen sollte. Allerdings, und das habe ich nicht so ganz verstanden, setzte man Webber ebenfalls auf eine Drei-Stopp-Strategie. Entweder kann der Red Bull nicht mehr, oder man hat sich da vertan. Durch das zweimalige Wechseln auf die “Medium” verlor Webber rund 20 Sekunden an der Box, ob er die auf der Strecke auf verloren hätte, ist zumindest mal eine Frage wert.

Das Rennen war also durchaus interessant, bot packende Zweikämpfe und für Ungarn erstaunlich viele und vor allem sehenswerte Überholmanöver. Leider geht die Serie jetzt in eine vierwöchige Pause, das nächste Rennen ist erst Ende August in Spa. Die Fabriken müssen zwei Wochen geschlossen bleiben, was aber nicht bedeutet, dass keiner arbeiten wird. Vier Wochen sind viel Zeit, um den Wagen zu verbessern.

Vettel führt in der WM zwar mit 38 Punkten vor Räikkönen, Alonso hat 39 Punkte Rückstand und bei Hamilton sind es 48 Zähler. Das bedeutet, dass die WM noch längst nicht entschieden ist. Ein Ausfall von Vettel und die Sache sieht wieder anders aus. Mercedes hat mit Hamilton auch noch durchaus Chancen. Wenn deren Performance weiter so stabil ist, Vettel noch einmal ausfällt und es gelingt, immer ein oder zwei Plätze vor Vettel liegen, dann könnte es gegen Ende der Saison noch mal knapp werden. Das klingt etwas viel nach “wenn und sollte”, aber ausgeschlossen ist es nicht, dass Red Bull noch mal ins Schwitzen kommt.

In der Sommerpause gibt es von uns wie gewohnt die Halbzeitanalyse, damit es nicht ganz so langweilig wird.

2013 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_Ungarn_2013 00007 F1_Ungarn_2013 00018 F1_Ungarn_2013 00006 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00005 F1_Ungarn_2013 00010 F1_Ungarn_2013 00004 F1_Ungarn_2013 00017 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Sergio Perez in action F1_Ungarn_2013 00015 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00011 Jenson button in action 2013 Hungarian Grand Prix - Saturday

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May 13 2013

08:04

Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013

Besonders spannend war das Rennen in Spanien ja nicht, dafür bot es aber einige Überraschungen. Und Pirelli zieht die Notbremse.

F1 Spa 13 00022 300x200 Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013 Die Zahl des Tages lautet: 4. Denn viermal mussten die Topteams, abgesehen von Lotus, an die Box kommen, um neue Reifen aufzuziehen. Dabei gilt der Kurs in Barcelona nicht mal als reifenmordend, die Temperaturen hielten sich auch in Grenzen und Pirelli hatte die härtesten Mischungen an die Strecke gebracht, die man überhaupt im Programm hat. Doch auch diese lösten sich schneller auf, als man zuschauen konnte. Fast alle Teams beobachteten die Reifentemperaturen im Zehntelgradbereich und bremsten ihre Fahrer massiv ein. Hinter den Kulissen muss es gekracht haben, denn Paul Hembery, Motorsportchef von Pirelli, kündigte sofort nach dem Rennen an, dass man für Silverstone neue Reifenmischungen haben würde. Vermutlich werden es die aus dem Jahr 2012 sein. Aber nicht alle Teams werden mit den Änderungen zufrieden sein.

Vor allem Ferrari und Lotus haben sich auf die diesjährigen Reifen sehr gut eingestellt. Zwar musste auch der spätere Sieger Fernando Alonso viermal an die Box, aber seine Reifen sahen bei weiten nicht so zerfleddert aus, wie die der Konkurrenz. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie Red Bull, Mercedes und der Rest des Feldes unter den zerbröselnden Reifen litt. Vettel war nur in den ersten Runden in der Lage, wirklich um den Sieg mitzufahren. Gegen Ende der Stints brachen seine Reifen so sehr ein, dass er teilweise 2 Sekunden langsamer als die direkte Konkurrenz war. Das ist dann doch etwas viel und entspricht nicht dem Kräfteverhältnis in der Formel Eins. Vettel verlor pro Runde im Schnitt 0,5 Sekunden auf den siegreichen Ferrari und sah nach dem Rennen auch etwas zerknirscht aus. Ob Red Bull noch das beste Auto im Feld hat, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall hat Ferrari deutlich aufgeholt. Die Ferrari legten einen konstanten Speed hin, erstaunlich war, dass man sogar aggressiv unterwegs sein konnte. Massa musste sich mehrfach an der Konkurrenz vorbeiwühlen, konnte sich aber rundenlang erlauben sehr gute Zeiten zu fahren. Alonso beließ es bei seiner konstanten Fahrt und zermürbte so seine Gegner.

Kimi Räikkönen hätte durchaus eine Chance auf den Sieg haben können, hätte er im ersten Renndrittel nicht so lange hinter Rosberg und Massa gehangen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass er aufgrund seiner Strategie am Ende des Rennens gegen Alonso auch wenig hätte ausrichten können, da dieser mit neuen Reifen unterwegs gewesen ist. Räikkönen hätte nach dem letzten Stopp des Ferrari mindestens 20 Sekunden Vorsprung haben müssen, um ernsthaft den Sieg anzupeilen. Davon war Lotus sehr weit entfernt, was nicht nur am Verkehr in den ersten Runden gelegen haben dürfte. Ferrari hat auf der anderen Seite mal wieder Massa geopfert, um Lotus unter Druck zu setzen. Statt den Brasilianer gegen Mitte des Rennens etwas früher reinzuholen, ließ man ihn mit schlechten Reifen draußen, wo er viel Zeit verlor. Gebracht hat es am Ende nichts, Lotus ließ sich in seiner Strategie nicht beirren. Rechnet man den zusätzlichen Stopp von Alonso zum Endergebnis, dann sieht man, wie dominant Alonso unterwegs war.

Mercedes hatte wie erwartet einen schweren Nachmittag. Rosberg konnte seine Pole immerhin ein paar Runden lang in eine Führung umsetzen, musste sich dann aber beiden Ferrari und Red Bull geschlagen geben. Vermutlich wäre auch Grosjean noch an ihm vorbei gekommen, wenn dessen linke Hinterradaufhängung nicht kollabiert wäre. Hamilton erging es noch schlechter. Er verlor 11 Plätze und landete am Ende auch noch hinter dem Sauber von Esteban Guiterrez. Im Paddock rätselt man darüber, was mit Mercedes passiert ist. Die Vermutung lautet, dass die Deutschen eine “Vorstands-Pole” gefahren sind, also auf ein aggressives Setup gesetzt haben. Immerhin war Daimler-Vorstand Dieter Zetsche anwesend. Dafür spricht auch die extrem langsame Einführungsrunde, die Rosberg hinlegte. Die Kombination aus aggressivem Quali-Setup und dem damit verbundenen hohen Luftdruck in den Reifen zwangen beide Mercedes dazu, die Einführungsrunde langsam anzugehen, um die Reifen nicht schon vor dem Start zu überhitzen. Vettel beschwerte sich per Funk über die langsame Herangehensweise, konnte er seine Reifen mit der Fahrweise nicht auf Temperatur bringen.

Niki Lauda behauptete nach dem Rennen, Mercedes habe das schnellste Auto, nur mit den Reifen käme man nicht so gut klar. Das ist ein Witz. Die Deutschen verlieren pro Runde rund eine Sekunde auf die Ferrari, was in etwas dem Abstand entspricht, den man seit Anfang des Jahres mit sich schleppt. Auch bei den schnellsten Rennrunden sieht das nicht anders aus. Alonso stoppte das letzte Mal in Runde 49 und fuhr in Runde 53 mit 1.26.681 min seine beste Runde, Rosberg hielt in Runde 47 und landete in Runde 56 mit 1.27.591 min seine schnellste Runde. Man war also ungefähr gleichwertig unterwegs aber selbst mit frischen Reifen gelang Rosberg keine schnellere Zeit. Die Frage ist, ob das nur an den Reifen liegt, oder ob die Setup-Möglichkeiten von Mercedes so begrenzt sind.

Hamilton beklagte sich während des Rennens, dass er von einem Williams überholt wurde und dass er nicht noch langsamer fahren könne, auch wenn man das von ihm verlange würde. Es ist schon ungewöhnlich, dass Mercedes keine Abstimmung wählt, die die Reifen weniger belastet. Das kann zwei Gründe haben: Entweder, es geht nicht anders, oder man glaubt, dass man besser klarkommt, wenn man versucht den Wagen möglichst lange aus Zweikämpfen heraus zu halten. Auffallend war schon, dass Rosberg, waren die Konkurrenz an ihm vorbei, durchaus ansprechende und konstante Rundenzeiten fahren konnte, solange er alleine unterwegs war. Ob sich das Problem ändert, wenn Pirelli wie versprochen härtere Mischungen mitbringt, bezweifel ich aber mal. Der erhöhte Reifenverschleiß ist ja grundsätzlich vorhanden. Warum Rosberg besser unterwegs war als Hamilton, ist schwer zu sagen. In Bahrain war es genau umgekehrt, was zusätzlich verwirrt. Mag sein, dass der Brite ein noch aggressiveres Setup gewählt hat, seine Rundenzeiten waren im Vergleich zu Rosberg deutlich schlechter. Es ist ja nett, dass Mercedes nun dreimal hintereinander die Pole holen konnte, wenn man aber bei zwei Rennen einen Wagen aus den Punkten verliert, ohne dass es einen sichtbaren technischen Defekt gegeben hätte, ist das schon etwas merkwürdig.

Zwar gilt die alte Regel: “Es ist leichter, ein schnelles Auto standfest zu bekommen, als ein langsames Auto schnell”, aber es ist über die bisherige Saison wie gesagt kein Fortschritt zu sehen. Der Reifenverschleiß ist weiterhin sehr hoch, selbst mit den “Hard/Medium”. Mit den “Soft” machte der W04 auch nicht den besten Eindruck, aber die Reifen lösen sich bei allen Teams ja zu schnell auf. Fernando Alonso hat nach dem Rennen allerdings gesagt, dass Mercedes das Team sein könnte, dass in Monaco siegen wird. Die Chancen dafür stehen in der Tat nicht schlecht, denn in Monaco kann man ja so wie nicht überholen und auch über die Strategie geht es nur schwer. Kann gut sein, dass man in 14 Tagen zwei Mercedes sehen wird, die den Rest des Feldes hinter sich herziehen.

McLaren war in Spanien, trotz eines mehr oder weniger komplett neuen Autos, weiterhin nicht in der Lage, den Rückstand zu verkleinern. Perez und Button lagen am Ende rund eine Runde zurück, man verliert also weiter mehr als eine Sekunde pro Runde. Da die anderen Teams auch nicht langsamer werden, haben die Updates den Abstand nur minimal reduziert. Perez fuhr ein gutes Rennen, war teilweise recht aggressiv unterwegs, hatte aber auch mit den Reifen zu kämpfen. Button, der in Q2 hängen geblieben war, landete am Ende sogar noch vor Perez, weil er einen Stopp weniger einlegen konnte.

Die Force India waren in Spanien nicht ganz so stark, wie ich es erwartet hatte. Offenbar hatten auch die Inder mit mehr Reifenverschleiß zu kämpfen, als man erwartet hatte. Di Resta holte mit P7 ein gutes Ergebnis, doch Adrian Sutil war mal wieder der Pechvogel. Nach dem Start lag er auf P8, doch beim ersten Stopp hatte er ein, bisher nicht näher erklärtes, technisches Problem und verlor rund eine Minute and der Box. Danach war sein Rennen logischerweise gelaufen. Immerhin stimmte danach die Pace, denn er verlor gar nicht mehr so viel Zeit auf die Führenden. Da wäre bei einem normalen Rennverlauf deutlich mehr drin gewesen.

Toro Rosso und Williams taten sich schwer, etwas besser lief es für Sauber, die den Wagen ebenfalls stark umgebaut hatten. Hülkenberg lag auf Punktekurs, als er sich in einem dämlichen Manöver beim Boxenstopp den Frontflügel abfuhr. Das Team hatte ihn erst zu früh rausgelassen und der Deutsche rasierte sich den Flügel auch noch selbst verschuldet ab, weil er nicht vom Gas gehen wollte. Immerhin landete Guiterrez auf P11 und er fuhr die schnellste Runde des Rennens.

Es war kein besonders schöner Grand Prix, zumal die Sache an der Spitze nach rund der Hälfte des Rennens klar war. Pirelli steht nun ordentlich unter Druck. Das ist man teilweise aber auch selber schuld. Zwar hat man die Anweisung der FIA, die Reifen sollten nicht mehr als 20 Runden halten, umgesetzt, aber die Pneus bauen nicht linear ab, sondern haben einen fürchterlichen Drop-Off. Auch das Graining ist etwas, was man nicht sehen will. Dazu kommen zwei merkwürdige Reifenschäden in Spanien, wo sich die Lauffläche von der Karkasse gelöst hat. Ein Kollege schrieb mir gestern per Mail, unter den Teams gäbe es die Vermutung, dass die Konstruktion des Reifen misslungen sein. Das Graining sei unter anderem auf die extrem dünne Lauffläche zurückzuführen. Diese sei so dünn, dass sie die Hitze nicht ableiten könne. Ich bin kein Reifenexperte, daher kann ich das nicht beurteilen. Klar ist aber, dass das Graining in diesem Jahr auf fast allen Strecke und bei allen Temperaturen auftritt. Das hat man in den letzten Jahren nicht gesehen und Pirelli hat den Aufbau des Reifens in diesem Jahr verändert.

Das nächste Rennen wird in 14 Tagen in Monaco sein. Bisher hat Pirelli für dieses Rennen die Mischungen “Soft/Supersoft” angekündigt.
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Bilder: Ferrari, Lotus, Red Bull/Gepa, Daimler AG, Force India, McLaren, Toro Rosso/Gepa, Sauber, Williams, Caterham

 Formel Eins: Analyse GP Spanien 2013

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April 14 2013

14:34

Formel Eins: Analyse GP China 2013

Der GP von China brachte einige Überraschungen: Red Bull fehlte Pace, Ferrari war dagegen ultraschnell und Mercedes ist näher dran, als gedacht.

F1 CHI 13 00009 300x199 Formel Eins: Analyse GP China 2013 Das scheint mal wieder eine Saison zu werden, in der man nur schwer sagen kann, wer bei welchem Rennen die Nase vorne hat. In Malaysia schien Red Bull unschlagbar, in China sahen die Weltmeister dagegen schwach aus. Bei Ferrari war es genau umgedreht, das Rennen konnten sie scheinbar locker dominieren. Grund dafür war der gute Start von Alonso und eine hervorragende Strategie von Ferrari, die den ehemaligen Weltmeister immer zur richtigen Zeit an die Box holten, sodass dieser kaum im Verkehr steckte. Für Mercedes, für die Lewis Hamilton die Pole geholt hatte, lief es nicht ganz so gut, denn der W04 scheint immer noch ein Problem mit dem Reifenverschleiß zu haben. Red Bull hatte ein zähes Wochenende, aber Vettel hätte durchaus noch von Platz Neun auf das Podium fahren können. Doch man leistete sich einen strategischen Fehler am Schluss und zu Beginn des Rennens.

Hamilton konnte sich am Start durchsetzten, musste aber nach wenigen Runden beide Ferrari passieren lassen. Das kam nicht ganz unerwartet, denn es war abzusehen, dass die Ferrari mit den “Soft” etwas besser umgehen würden, als der Mercedes. Das Problem von Hamilton war dann, dass er wegen des früheren Stopps in die Kämpfe im Mittelfeld fiel, während die Ferrari sich etwas mehr Luft verschaffen konnten. Im Rennen war die Pace des Mercedes nicht schlecht. Massa, der ein merkwürdig schlechtes Rennen fuhr, konnte er hinter sich lassen, ebenso Button im McLaren, aber gegen Kimi Räikkönen sah es nicht gut aus. Der Finne startete von der “schmutzigen” Seite des Grid und hatte zudem mit durchdrehenden Reifen zu kämpfen. Er fiel schon vor der ersten Kurve weit zurück, kämpfte sich aber schnell auf P4 zurück. Weil Lotus bei der Strategie etwas mehr Spielraum hatte als Mercedes, schaffte der Finne den Undercut und konnte sich vor Hamilton setzen. Im Grunde hat Mercedes aber am Wochenende alles richtig gemacht. Der Speed des Wagens ist zu sehen, was fehlt, ist die Konstanz im Reifenverschleiß. Aber man ist auf jeden Fall deutlich näher an der Spitze (Ferrari, Red Bull) und unmöglich ist ein Sieg in diesem Jahr sicher nicht. Allerdings gibt es immer noch die Probleme mit der Haltbarkeit des Autos. Rosberg wurde mal wieder Opfer der komplizierten Aufhängungsmechanik, dazu kamen Hydraulikprobleme in der Quali.

Ferrari überzeugte in China, zumindest mit Fernando Alonso. Der F138 zeigt langsam genau die Eigenschaften, die man schon länger vermutet. Auf eine Runde ist er dem Red Bull unterlegen, aber im Renntrimm geht der Wagen extrem gut. Die Balance zwischen Reifenverschleiß und Speed stimmt beim Ferrari im Moment. Dazu kommt, dass sich das Team seit einiger Zeit schon keinerlei strategischer Fehler erlaubt. Bereits im letzten Jahr fiel auf, dass die Strategie meist passte und genau zwischen “aggressiv” und “konservativ” angesiedelt war. Der Wagen erlaubt Ferrari aber auch, das Boxenstoppfenster zu verschieben. In China war der Verschleiß bei den “Medium” deutlich geringer, als man erwartet hatte und das selbst im zweiten Stint, in dem Alonso sich teilweise durchs Feld kämpfen musste. Dazu kommt weiterhin ein Alonso in Topform, der genau zu richtigen Zeit pusht, aber auch Abstände konservieren kann, wenn es sein muss. So, wie Ferrari im Moment aufgestellt ist, sollte der Wagen auch nächste Woche in Bahrain richtig gut gehen.

Red Bull gibt mir dagegen Rätsel auf. Warum man in China in der Quali so langsam war, ist mir nicht klar. Der Topspeed des Wagens ist weiter nicht so gut, man verliert sicherlich Zeit auf den Geraden. Aber das alleine kann es in China nicht gewesen sein. Das Team hält sich über die Gründe sehr bedeckt, beide Fahrer sprachen nur davon, dass man zur Quali hin bemerkt habe, dass das Auto nicht schnell genug war. Erstaunlicherweise stimmte aber dann wieder die Rennpace. Sowohl Vettel als auch Webber zeigten sehr gute Rundenzeiten, der Verschleiß hielt sich bis zum Schluss auch in Grenzen. Vettel hätte sogar das Podium erreichen können, hätte sich Red Bull nicht zwei kleine Fehler erlaubt. Im ersten Stint hing man einfach zu lange hinter Hülkenberg fest. Statt zu pushen hielt man Vettel aus Angst um die Reifen wohl zurück, was gleichzeitig Alonso erlaubte, sehr viel Zeit gut zu machen. Man hätte Vettel etwas früher reinholen müssen, damit dieser freie Fahrt hat. Die Zeit, die man hinter dem Sauber verlor, fehlte am Ende. Der zweite Fehler war der verspätete Wechsel auf die “Soft” am Schluss. Allerdings: Im Training hatten die Reifen keine fünf Runden ausgehalten, daher war die Vorsicht beim Wechsel durchaus nachzuvollziehen. Über das Wochenende von Webber muss man nicht viel sagen. Erst der Fehler von Red Bull in der Quali, dann löst sich im Rennen der rechte Hinterreifen. Und zu allem Überfluss bekommt er in Bahrain auch noch drei Plätze aufgebrummt, weil er mit Jean-Eric Vergne kollidierte.

Dem Lotus wurden in China mal wieder die Grenzen gezeigt. Man ist schnell, aber es reicht nicht für ganz nach vorne. Gegen Alonso hatte Räikkönen nie eine Chance, den Mercedes konnte er aufgrund des besseren Reifenverschleißes hinter sich halten. Vielleicht hat der kleine Unfall mit Perez sein Rennen etwas negativ beeinflusst. Die Nase war beschädigt, ebenso der Frontflügel. Der Finne sprach nach dem Rennen von “Untersteuern”, was allerdings auf dem Kurs nicht ganz so viel ausmacht. Auch die Rundenzeiten waren ok. Lotus fehlt, ebenso wie Mercedes, nicht viel auf die Ferrari und auf einer anderen Strecke kann die Sache dann auch wieder anders aussehen.

Etwas überrascht haben die McLaren, die etwas besser unterwegs waren als gedacht. Für China hatte man einige Updates am Wagen, die scheinbar auf dieser Strecke funktioniert haben. Button zeigte in den ersten zwei Dritteln des Rennens eine gute Pace und führte das Rennen sogar zwischendurch an. Gegen Ende fiel er etwas ab und es fehlten dann doch mehr als 35 Sekunden auf Alonso im Ziel. Man ist weiterhin weit von der Form des letzten Jahres entfernt und es sieht auch nicht so aus, als könne man mit Riesenschritten aufholen. Mclaren abzuschreiben wäre noch zu früh, da wird man die Entwicklung bis zum Frühsommer abwarten müssen. Etwas enttäuscht hat mich Sergio Perez, der nicht mal in die Punkte kam und dabei hinter einem Toro Rosso landete, der sogar hinter ihm gestartet war. Perez zeigt im McLaren nicht den Speed, den er bei Sauber hatte, weder in der Quali noch im Rennen. Mag sein, dass auch sein Rennen wegen des Unfalls mit Räikkönen etwas kompromittiert war, aber dennoch hat Perez größere Probleme, als man erwartet hatte.

Im Mittelfeld ging wie erwartet bunt zu. Force India scheint im Moment immer noch den stärksten Wagen zu haben. Adrian Sutil wäre sicherlich “best of the rest” geworden, hätte der weiterhin leicht überfordert wirkende Esteban Guiterrez ihn nicht abgeschossen. Der Mexikaner bekommt dafür fünf Plätze in Bahrain aufgebrummt. Sauber zeigte aber zumindest mit Hülkenberg im ersten Renndrittel mal wieder Flagge, was erfreulich war. Die Idee, den Deutschen dann in der Mitte des Rennens auf die Soft zu setzen, war aber nicht gut. Zum einen musste Hülkenberg damit mehr Runden drehen, als die Reifen hergaben, zum anderen spülten ihn die zwei Stopps dann weit nach hinten. Immerhin rettete er einen WM-Punkt.

Wie schon in meiner Vorschau angekündigt, muss man im Rennen immer ein Auge auf die Toro Rosso haben. Ricciardo gelang ein guter Start, aber vor allem waren die Rundenzeiten im Rennen außerordentlich gut. Der Australier hielt sich fast die gesamte Zeit um P8 herum auf und fuhr ein fehlerloses Rennen. Dass er am Ende vor einem ebenfalls gut fahrenden di Resta landete, ist dessen letzten Stopp zu verdanken, da der Schotte kurz vor Schluss noch mal die “Soft” aufziehen musste. Toro Rosso mausert sich jedenfalls zu einem Team, das auf jeden Fall für Punkte gut ist.

Ein Wort noch zu Williams. Die hängen im Nirvana des hinteren Mittelfelds. Weder in der Quali noch im Rennen gelingt ihnen ein Schritt nach vorne, der Abstand ist mittlerweile auch so groß, dass man sich fragen muss, wie die Saison weiter gehen soll. Eine Überrundung konnte man zwar knapp vermeiden, aber im Grunde fährt man ein komplett eigenes Rennen. Man ist deutlich schneller als Marussia und Caterham, aber auch deutlich langsamer als Toro Rosso und Sauber. Im Ziel fehlten knapp 30 Sekunden auf die vor Williams liegenden Teams. Es scheint auch nicht so, als ob Williams den Abstand verkleinern kann, denn Mike Coughlan sagte nach dem Rennen, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe.

Es war also ein abwechslungsreicher Grand Prix, dessen strategische Entscheidungen sehr interessant zu beobachten waren. Doch dazu gibt es die Woche noch die Analyse unseres Kolumnisten James Allen.

Nächste Woche geht es schon weiter, es folgt der GP von Bahrain.
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 Formel Eins: Analyse GP China 2013

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March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

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August 20 2012

05:21

Formel Eins: Halbzeit-Zeugnis 2012

Abwechslungsreich, spannend, unvorhersehbar. Die 2012er Ausgabe der F1-Weltmeisterschaft hat bisher aller Erwartungen übertroffen. Das gilt allerdings nicht für alle Teams.

Während die Formel Eins Teammitglieder eine wohlverdiente Pause einlegen, kann man nach etwas mehr als der Hälfte der Rennen der diesjährigen Saison ja mal eine Zwischenbilanz ziehen. Wer hat enttäuscht, wer hat überrascht? Die Bilanz fällt unterschiedlich aus, vor in der Spitzengruppe. In den bisherigen Rennen wurde deutlich, dass die unterschiedlichen Chassis-Konzepte so nah wie nie zusammenliegen. Gerade im letzten Teil der Quali wird deutlich, wie eng es oft zu geht. Zwischen P3 und P13 liegen manchmal nur drei oder vier Zehntel. Das macht die Formel Eins spannend, verzerrt aber auch ein wenig den Blick darauf, wie gut ein Team wirklich ist. Manche haben eine Performance, die einem Jo-Jo gleicht: heute toll, morgen miserabel. Aber grundsätzlich lässt sich schon feststellen, wer 2012 gut und wer schlecht gearbeitet hat.


Das die WM überhaupt so ausgesprochen spannend ist, hat man teilweise Pirelli zu verdanken. Die neuen Mischungen waren für viele Teams ein Rätsel, vor allem das Arbeitsfenster, in dem das Gummi möglichst lange durchhält. Das hat sich mittlerweile etwas relativiert. Die Medium Mischung ist folgsamer geworden, die Teams haben zu dem genügend Daten gesammelt, um mit den meistverwendeten Mischungen, Medium/Soft, zurecht zu kommen. Manche Teams rätseln noch immer (Mercedes, Force India), andere haben die Sache im Griff (Red Bull, Ferrari, Lotus). Ein weiterer Grund ist der Wegfall des doppelten Diffusor. Das Verbot sorgt dafür, dass die Kurvengeschwindigkeiten sich angeglichen haben, was einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass die Teams in diesem Jahr so eng zusammen liegen. Grosse Veränderungen brachte noch die Auspuff-Führung, an der weiter gebastelt wird. Vor allem im Anströmungsbereich der Heckpartie wird es sicher noch etliche Veränderungen geben. Raum für Entwicklungen ist in diesem Jahr also noch reichlich vorhanden.

Als Grundlage dient der momentane Stand der Team-WM.

1. Red Bull

Als der RB8 zum ersten Mal im Februar gesichtet wurde, dachte alle: “Was hat sich Newey denn jetzt schon wieder ausgedacht.” Die Öffnung in der Front kurz vor dem Cockpit diente aber nur zur Belüftung und war kein geheimnisvoller F-, W- oder sonst wie Duct. Und irgendwie spiegelt, dass auch die Saison der “Bullen” wider. Hohe Erwartungen, problematische Saison. Wenn man denn von “Problemen” sprechen kann, wo man doch P1 in der Team-WM einnimmt und mit zwei Fahrern noch gute Chancen auf die WM hat. Aber zumindest die Dominanz aus den letzten zwei Jahren ist weg. Es wurden strategische Fehler gemacht, der Wagen schrammte oft über die feine Linie der Legalität und mit den Reifen klappte es auch nicht immer. Dazu kam ein wenig Pech für Vettel, der mind. einen Sieg hätte mehr haben können. Dagegen sieht sein Teamkollege Mark Webber in diesem Jahr wieder deutlich besser aus, auch wenn die Quali-Ergebnise oft eher mau sind. Aber Webber fährt konstant in die Punkte, in diesem Jahr eine sehr wichtige Sache. Klar ist aber auch, dass der RB8 keine Wunderwaffe ist. Mit mittelschnellen Kursen hat der Wagen Probleme und davon kommen mit Korea, Indien, Abu Dhabi und Austin noch so einige. Der Titel in der Team-WM sollte sicher sein, die Fahrer-WM sehe ich im Moment nicht.

2. McLaren
Irgendwann muss McLaren in Sachen Entwicklung nach den ersten drei Rennen falsch abgebogen sein. War man zu Beginn der Saison absolut auf der Höhe, änderte sich das Bild nach den Tests in Mugello deutlich. Wo genau die Probleme des MP4-27 liegen, wird nicht so recht klar, aber nach der Änderung der Seitenkästen in Hockenheim, geht es wieder bergauf. Erstaunlich, dass McLaren so lange gebraucht hat, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen, denn normalerweise gelten sie als Meister der Weiterentwicklung. Zu Red Bull fehlen in der Team-WM 53 Punkte. Das ist aufholbar, wenn auch schwer, zu mal Jenson Button immer mal wieder schlechte Rennen hat und das Glück auch nicht immer auf der Seite von Lewis Hamilton zu sein scheint. Beiden Fahrern kann man wenig vorwerfen, vor allem Button nicht, der in den ersten zwei Monaten schon als Weltmeister gehandelt wurde. Das kann er sich nun abschminken, Hamilton hat mit seinem Rückstand von 47 Punkten auch nur noch Außenseiterchancen.

3. Lotus
Sicher das Überraschungs-Team des Jahres. Wer hätte nach der völlig verkorksten Saison 2011, den Gerüchten um finanzielle Probleme und der kompletten Fahrer-Neubesetzung gedacht, dass ausgerechnet Lotus mit dem eher konservativ entwickelten E20 so weit vorne sein würde? Also großes Lob an die Ingenieure, die allerdings ein wenig Glück hatten, dass die Pirelli scheinbar für sie gemacht werden. Als weiterer Glücksgriff erwies sich die Verpflichtung von Kimi Räikkönen. Ich war, wie viele andere auch, sehr skeptisch, was den Finnen angeht, seine lustlose Saison 2009 und seine eher schmalen Erfolge in der WRC stimmten da nicht sonderlich euphorisch. Und doch, Kimi ist seit dem ersten Rennen vorne mit dabei. Wäre die Strategie von Renault in Spanien und Ungarn besser gewesen, wäre der Sieg schon längst da. So ist er langsam überfällig. Und seine Chancen in der WM sind mit 48 Rückstand auch nicht schlechter als die von Hamilton. Im Gegensatz zum Briten hat Räikkönen aber einen Wagen, der auf allen Strecken gut geht. Eine weitere Überraschung ist Romain Grosjean, der sich so langsam in den Griff bekommt. Er hat einige gute Ergebnisse weggeworfen (Australien, China als Beispiel), sich aber im Laufe der Saison verbessert. Grosjean ist im Moment eines der größten Talente in der F1, wenn seine Ungeduld weiter kontrollieren kann und mehr Erfahrung hat, dürfte der erste Sieg nicht weit weg sein. Lotus hat eine fantastische erste Saisonhälfte hingelegt – und damit auch die Basis für 2013 gelegt.

4. Ferrari
Eigentlich müsste man Ferrari in “Ferrari Alonso” umbenennen. Ohne den Spanier wäre Ferrari im Nirgendwo und in Maranello würde wöchentlich ein weiterer Fernseher aus dem Wohnzimmerfenster von Luca di Montezemolo fliegen. Alonso scheint in der Form seines Lebens zu sein, auch wenn in diesem Jahr immer mal wieder ein wenig Glück dazu kam (China, Valencia). Der F2012 ist ebenso hässlich wie unausgegoren. Die neue, ungewöhnlich flache Vorderradaufhängung ist kein Glücksgriff, das Heck war es auch nicht. Aber Ferrari hat Alonso und viel Geld, damit hat man den Wagen den Wagen flott bekommen. Da muss man dem Team schon Respekt zollen, wie man sich durch die schwierige Anfangsphase gearbeitet hat. Zwei weitere Geheimnisse sind die nicht vorhandene Ausfallquote von Alonso und dass Ferrari-Motoren auch im gebrauchten Zustand kaum an Leistung verlieren. In Maranello ist man sich sicher, dass man zwischen 3 und 5 % weniger Leistung verliert, als die Konkurrenz. Dennoch ist die klare WM-Führung insgesamt eine Überraschung und spiegelt auch nicht so richtig die Saison wider. Denn auch bei Ferrari gibt es Probleme und die heißen Felippe Massa. Der Brasilianer hat Probleme mit den Reifen und dem Wagen, was eine unschöne Kombination ist. Der fahrerische Komplettausfall von Massa kostet Ferrari auch richtig Geld, denn eigentlich müsste man an Red Bull dran sein. Das Massa noch eine Saison dranhängen darf, ist aber so unwahrscheinlich nicht, denn Ferrari fehlen die Alternativen in Sachen Top-Piloten und Sergio Perez macht noch nicht zwingend den Eindruck, dass er reif für die Italiener ist.

5. Mercedes
“Wir hatten den Speed”. Den Spruch wird Norbert Haug wohl nicht mehr los, in diesem Jahr passte es dann wenigstes auch zwei Mal. Der erste Sieg in China und die Pole von Schumacher von Monaco dürften einigen ranghohen Teammitgliedern den Job gerettet haben. Das F1-Engagement von Mercedes ist in der Daimler AG nicht unumstritten, auch wenn es, laut Haug, kein Geld kostet, sondern einbringt. Damit mein der Motorsport-Chef vermutlich aber auch die mediale Reichweite. Aber Mercedes sieht dabei insgesamt nicht gut aus. Das Chassis ist deutlich besser als das letztjährige, die schon angesprochenen engen Abstände lassen Mercedes etwas schlechter aussehen, als es tatsächlich ist. Über einen Abstand von 3 Zehnteln auf die ersten Drei hätte man sich letztes Jahr gefreut. Aber der W03 scheint die Entwickler vor Rätsel zu stellen. Eine Weiterentwicklung ist zu sehen, der große Sprung fehlt aber. Vermutlich hat man deswegen die Aero-Abteilung zur Saisonmitte noch mal umgekrempelt. Die Leistung von Schumacher ist schwer einzuschätzen. Er hatte viele Defekte, seine Rennen sind insgesamt nicht schlecht. Rosberg scheint in diesem Jahr manchmal frustriert zu sein, gerade wenn er im Mittelfeld unterwegs ist, kann er sich nicht recht befreien. Ein Grund dafür kann das offenbar sehr enge Fenster sein, in dem man die Reifen mit dem Mercedes bewegen muss. Bleibt zu hoffen, dass Mercedes auf Strecken wie Spa und Monza noch mal glänzen kann.

6. Sauber
In dieser Saison läuft es für die Schweizer deutlich besser. Der Wagen ist allerdings weiter ein kleines Rätsel. Mal schiebt man sich in die Top 5, mal reicht es gerade, um die Toro Rosso hinter sich zu halten. Auch die Fahrer machen keinen konstanten Eindruck, was aber mit dem Wagen zusammenhängen dürfte. Im Grunde scheinen die Zutaten bei Sauber zu stimmen: hoher Topspeed, kaum Reifenverschleiß, zuverlässiger Ferrari im Heck. Aber dennoch stimmt das Gesamtpaket selten, von außen ist das schwer zu beurteilen. Mit 80 Punkten steht Sauber aber relativ sicher auf P6 der Team-WM, ein Auge muss man nur auf die Williams habe. Aber dort steht man sich auch oft selbst im Weg. Sergio Perez macht in diesem Jahr einen guten Eindruck, in der WM liegt er 13 Punkte vor Kamui Kobayashi. Der Japaner steckt seit letztem Jahr in einer kleinen Krise. Irgendwie scheint es bei ihm nicht richtig weiter zu gehen, auch wenn er immer mal wieder bravouröse Rennen einstreut, wie zum Beispiel in Barcelona. Aber es fehlt der letzte, entscheidende Schritt nach vorne. Kein Wunder, dass es mittlerweile ein offenes Geheimnis im Paddock ist, dass das Team an Heikki Kovalainen dran ist, der bei Lotus einen guten Job macht. Der Finne dürfte Kobayashi aber vermutlich nur dann ersetzen, wenn Perez zu Ferrari geht. Interessant ist noch, dass man ja Anfang des Jahres James Key entlassen hatte, der den Wagen entwickelt hatte. Ersetzt hat man ihn nicht, das bestehende Team arbeitet am 2013er Chassis. Da wird sich dann zeigen, wie viel Input von Key kam.

7. Williams
Einerseits ein gutes Jahr für das Traditions-Team, nach dieser katastrophalen Saison 2011. Andererseits: Der FW 34 ist ein sehr, sehr gutes Auto. Und man fragt sich immer wieder, was ein Fahrer vom Schlage Alonso, Räikkönen oder Vettel damit anfangen könnten. Pastor Maldondo fuhr in Spanien zwar ein brillantes Rennen, danach war es aber mit der Herrlichkeit vorbei. Dazu kamen etliche dumme Manöver auf der Strecke, die ihm zurecht viel Ärger einbrachten. Ich bin mir in Sachen Maldonado immer noch nicht sicher, aber das Pendel schlägt im Moment wieder mehr in die Richtung “eher blasses Mittelfeld”. Bruno Senna hat sich dagegen recht positiv entwickelt. Ein “Hot Shot” wird er nicht mehr, aber es gelingt ihm den Williams regelmäßig in die Punkte zu bringen. Was Williams fehlt, ist nur Geld, sondern auch ein guter Fahrer. Vielleicht sollte man es 2013 mit Jamie Alguersuari oder Adrian Sutil probieren, aber beide haben das Problem, dass sie die neuen Pirelli Reifen nicht kennen. Eine weitere Alternative wäre sicherlich Heikki Kovalainen, der aber wieder kein Geld mitbringt oder Valeri Bottas, der in dem freien Trainings gute Leistungen zeigte. Immerhin – Toto Wolff scheint mehr und mehr das Ruder bei Williams zu übernehmen und bisher macht seinen Job richtig gut. Für Williams wird es aber in der zweiten Saisonhälfte schwer werden, denn ihnen fehlt das Geld für die rasante Weiterentwicklung.

8. Force India
Durch die Pleite der Kingfisher Airline ist Vijay Mallya etwas unter Druck, das Geld scheint im Moment mehr vom Anteilseigner Sahara zu kommen. Aber offenbar reicht das aus, um wirklich beeindruckende Rennen abzuliefern. Grund dafür ist das gute Händchen, das Mallya bei der Auswahl seiner Konstrukteure hat. Er setzt auf ein junges Team, was aber auch bedeutet, dass diese schnell woanders hingehen, wo sie offenbar besser bezahlt werden. James Key und Mark Smith (CaterhamF1) sind zwei Beispiele. Erstaunlich, was die relativ junge Truppe mit geringem Budget auf die Beine stellt. Der achte Platz spiegelt die Leistung des Teams nicht so ganz wieder, schuld daran ist der zähe Saisonstart und die Probleme mit dem Reifenverschleiß. Eine gute Leistung bieten Nico Hülkenberg und Paul di Resta, wobei letzter ein wenig unter Druck gerät. Der Deutsche hat di Resta im Rennen meist im Griff, und dies, nachdem er ein Jahr gar nicht gefahren ist. Das Talent von Hülkenberg ist klar sichtbar, die Frage ist, bei di Resta fehlt es etwas an der Weiterentwicklung. Force India wird gute Chancen haben, Williams von Platz 7 zu verdrängen.

9. Toro Rosso
Es ist kein gutes Jahr bei Toro Rosso. Der Wagen funktioniert nicht, die neuen Fahrer tun sich schwer. Dazu kommt Unruhe im Team. Wie man hört, hat Teamchef Franz Tost den bisherigen technischen Leiter Giorgio Ascanelli entlassen und will ihn angeblich durch James Key ersetzen. Ascanelli wird wiederum mit Ferrari in Verbindung gebracht. Klar ist nur, dass Toro Rosso weit hinter den Erwartungen geblieben ist. Ob es auch so klug war im Winter beide Fahrer zu ersetzen, ist dann wieder eine andere Sache. Zumindest Alguersuari zeigte eine klare Aufwärtstendenz. Vergne und Ricciardo geben sich im Toro Rosso nicht viel, wobei Vergne vor allem in der Quali einen schwachen Eindruck macht. Im Rennen läuft es zwar besser, aber gefallen wird das Toro Rosso nicht. Schwer zu sagen, woran Vergne und Ricciardo, die beide viel Talent haben, bei Toro Rosso scheitern. Und ob sie 2013 noch im Wagen sitzen werden. Aber die Nachwuchsdecke bei Red Bull ist jetzt auch nicht mehr so dick. Ich erwarte nicht, dass sich Toro Rosso im Herbst noch wird verbessern können, eher müssen sie auf Caterham aufpassen.

10. Caterham
Und damit wäre ich dann bei der vielleicht größten Enttäuschung des Jahres. Caterham hat das Budget, einen Renault-Motor und das KERS von Red Bull. Was will man mehr? Hat sich sicherlich auch Tony Fernandes gefragt, der vor der Saison gefordert hatte, dass man in Reichweite der Punkte kommt. Davon ist man meilenweit entfernt. Der Wagen ging erst einmal überhaupt nicht, wurde im Mai komplett umgebaut und hängt den Toro Rosso immer noch nach. Jeder zufällige Einzug in Q2 wird schon wie ein Sieg gefeiert. Das kann es nicht sein, kein Wunder, dass Tony Fernandes seinen Chef-Konstrukteur Mike Gascoyne zum “Caterham Chef-Konstrukteur” weg befördert. Dabei durften gleich einige Angestellte als Gascoyne/Toyota Seilschaft mitgehen. Seit dem geht es etwas besser für Caterham. Heikki Kovalainen macht einen richtig guten Job, vor allem im Rennen. Von Vitaly Petrov hatte ich mir etwas mehr erwartet, der Russe schimpft viel über den unfahrbaren Caterham, ansonsten sieht man ihn selten. Wäre zu wünschen, wenn Caterham im Herbst noch etwas näher ans hintere Mittelfeld ranrücken kann.

11. Marussia
Hier war nicht viel zu erwarten, und so wird es auch weiterhin sein. Die Russen haben, trotz der technischen Kooperation mit McLaren, nicht viel Zustande gebracht. Der Abstand zu Caterham ist enttäuschend hoch, in der Quali, wie im Rennen. Auch der große Umbau des Wagens zur Saisonmitte brachte nicht die gewünschten Ergebnisse. Dazu kam dann auch noch der Unfall von Maria de Villota. Zu den Fahrern kann man naturgemäß wenig sagen. Timo Glock macht den Eindruck, dass ihm manchmal schwerfällt, die 110%ige Motivation zu finden, Charles Pic ist immerhin besser unterwegs, als ich das zunächst erwartet habe. Als Pay-Driver macht er seine Sache gut, mal sehen ob er anderes als D’Ambrosio und Luca di Grassi noch eine weitere Saison fahren darf.

12. HRT
Man sieht die HRT eigentlich nur zweimal: einmal von hinten beim Start, einmal, wenn sie überrundet werden. Der Zeitabstand nach vorne ist so groß und breit wie der Grand Canyon. HRT ist ein Geister-Team. Neulich mit einem Motorsport Printkollegen über HRT gesprochen, dem fiel dann nicht mal der Name des zweiten Fahrers neben de la Rosa ein. Narain Karthikeyan heißt der, und er macht seine Sache gut, wenn “gut” bedeutet, dass er nicht im Weg rumsteht und nichts kaputt macht. Teamchef Sala meinte neulich, dass man das Potenzial des Autos erst zu 50% ausgeschöpft hat, was schwer danach klingt, dass man mit dem Wagen auch im nächsten Jahr starten will. Aber nun gut – Teams wie HRT gehören zur Formel Eins. Es wäre nur schön, wenn sie sich weiterentwickeln würden.

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February 24 2012

21:20

Formel Eins: Analyse Erste Testwoche Barcelona

Wie zu erwarten war, haben die Teams auch in Barcelona weiter gemauert. Eine genaue Analyse fällt schwer, Tendenzen sind aber auf jeden Fall zu erkennen.

Die Teams waren allesamt fleissig in der vergangenen Woche, sieht man mal von Lotus ab, die wegen eines Problems mit dem Chassis gar nicht testen konnten. Sie bekommen beim letzten Test zwar einen “Gratistag” geschenkt, verlieren aber insgesamt dennoch zwei sehr wichtige Testtage. Wie ungemein wichtig die Zeit auf der Strecke ist, hat Ferrari bewiesen, die heute zumindest mal ein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Dennoch scheint es so, als ob der aerodynamisch und technisch sehr komplexe F2012 noch einiges an Arbeit benötigt, bis auf dem Niveau von Red Bull und McLaren ist, die beide die bisherigen Tests domniert haben. Im Mittelfeld sieht es vor allem zwischen Sauber und Force India sehr eng aus, Toro Rosso scheint nicht ganz auf deren Niveau zu sein. Weiterhin Großbaustellen sind der Williams und vor allem der Caterham.

Ferrari kam heute endlich mal dazu, richtig viele Runden zu drehen. In den ersten Tagen war man noch mit Abstimmungtests beschäftigt und probierte verschiedene Auspuff-Konfigurationen aus. Auffallend war auch, das der Drop-Off bei den Reifen und Rundenzeiten sehr hoch war. Doch das hat man offenbar etwas besser in den Griff bekommen. Am Schluss des Tests sprach Massa sogar von einem “Durchbruch” den man erzielt habe. Wie der aussieht, kann man an den Zahlen sehen:

Am Mittwoch fuhr Alonso einen Stint, der so aussah:
24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Massa schaffte heute in einem vergleichbaren Stint folgende Zahlen:
24.7, (34.5), 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Mal abgesehen von der eingesteuten 27.8 (vermutlich Verkehr) sind das für eine mittlere Spritbeladung durchaus annehmbare Zeiten. Auch mit etwas mehr Sprit im Wagen geht der F2012 nicht so schlecht:
26.5, 26.4, 26.3, 26.6, 26.7, 27.0, 27.2, 27.2, 28.6, 28.0

Zusammengefasst liegt der Drop-Off in einem Stint bei rund 1.5 Sekunden, was ein guter Wert ist. Auch Red Bull und McLaren liegen in dieser Region. Der Ferrari war auf eine Runde gesehen bisher nie langsam, es fehlte allerdings an Abtrieb und laut den Berichten aus Spanien lag der Wagen sehr unruhig mit einer deutlichen Tendenz zum Übersteuern. Das würde dann auch den hohen Verschleiss und die damit verbundenen, teilweise dramatischen Zeitverluste auf den Long Runs erklären. Man darf gespannt sein, was die Ingenieure aus Maranello bis zum nächsten Test finden werden.

Ebenfalls auf einem guten Weg ist Mercedes. Man hat definitiv etwas vom Rückstand wegfeilt, den man im letzten Jahr noch hatte. Der W03 macht einen zuverlässigen, stabilen und schnellen Eindruck. Das belegt auch ein Stint von Freitag, den Rosberg gefahren ist:

24.0, 24.9, 25.4, 25.7, 25.4, 26.6, 26.0, 28.8, 27.1, 27.0, 27.1, 27.4, 27.5, 27.5

Der Drop-Off wirkt hoch, allerdings könnten hier gebrauchte Reifen im Spiel gewesen sein. Mittwoch gab es folgenden Stint:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,
Zum Vergleich noch mal der Massa-Stint:
24.7, 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Rosberg ist also an Ferrari daran, aber Ferrari hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wenn denn die Spritladungen einigermaßen identisch waren.

Red Bull und McLaren fuhren Freitag Abtrieb und Reifentest mit relativ vom vollem Tank. Button für über gesamten Tag sehr konstante 28er Zeiten, ohne Ausreisser nach oben oder unten, Red Bull machte es ebenso. Der Eindruck verstärkt sich, dass McLaren zum jetzigen Zeitpunkt ganz leicht die Nase vorne haben könnte, aber auch hier geht es wieder um die Spritmengen. 10 kg machen schnell 0,3 Sekunden aus, daher muss man das mit Vorsichit geniessen. Zwei Stint im Vergleich:

Button:
27.4, 27.7, 28.0, 28.1, 28.1, 28.2, 28.4, 28.6, 28.4, 28.6, 28.9, 29.0, 30.1, 29.7, 30.1

Vettel (Donnerstag):
27.7, 28.3, 28.5, 28.7, 28.7, 28.9, 29.3, 29.7, 29,2, 29.4, 30.1, 30.0, 30.2, 30.4, 30.4

Das sieht jetzt dramatischer aus, als es vermutlich ist, zu mal wie erwähnt die Spritmengen nicht klar sind. Vergleicht man die Zeiten von Red Bull und McLaren über gesamte Woche, sieht es schon so aus, als ob beide sich wenig tun an der Spitze. Wenn Red Bull nicht extrem mauert und immer mit vollem Tank unterwegs ist, dürfte der Vorsprung in diesem Jahr kaum vorhanden sein. McLaren zeigt sich jedenfalls extrem zuversichtlich, zumal man erst beim letzten Test die letzten, wichtigen Aero-Packete drauf schnallen will.

Vorne sieht es also so aus, dass Red Bull und McLaren gleichauf liegen. Gleiches gilt, zumindest wenn man Zeiten von Freitag nimmt, für Mercedes und Ferrari, der Abstand nach vorne dürfte rund 1 Sekunde betragen. Allerdings haben beide Team noch das Problem, dass der Drop-Off auf den Longruns einfach zu hoch ist. Wo Red Bull und McLaren eine Sekunde verlieren, sind es bei Mercedes und Ferrari 1.5 und mehr. Das dürfte den Weg aufs Podium schwer machen.

Im Mittelfeld kann auch nach eingehender Betrachtung der Zeiten nur sagen “to close to call”. Sauber macht einen schnellen Eindruck. Kobayashi fuhr Freitag einen sehr beeindruckenden Longrun:

28.6, 28.6, 29.3, 29.0, 29.0, 29.2, 29.3, 29.7, 29.5, 30.1, 30.4, 30.7, 30.5, 31.1, 31.3

Der Abstand nach vorne ist zwar da, aber so groß wie im letzten Jahr ist er nicht. Aber auch bei Sauber gilt immer eine gewisse Vorsicht. Man sah auch im letzten Jahr bei den Tests gut aus um dann bei den ersten Rennen zu enttäuschen.

Interessant ist ein Vergleich mit Force India, wo Paul di Resta gestern am Steuer war. Dessen Rundenzeiten sahen in einem vergleichbaren Stint so aus:

28.3, 29.4, 28.3, 28.4, 28.6, 28.8, 28.9, 28.9, 29.4, 29.3, 30.1

Etwas merkwürdig sind die teilweise pro Runde sehr hohen Zeitverluste. Kann an Paul dir Resta liegen, kann auch sein, dass der Force India das Phänomen ausweist, dass man zwei schnelle Runden hat, dann bricht der Reifen ein ganzes Stück, stabilisiert sich usw. Aber vom reinen Speed her geht der FI sehr gut, wie Hülkenberg die Woche gezeigt hat.

Toro Rosso einzuschätzen fällt etwas schwerer. Die haben die Woche zwar immer wieder gute Zeiten hingelegt, aber kaum innerhalb eines gescheiten Lonruns. Vergne fuhr Freitag endlich mal 20 Runden am Stück, allerding mit einem vollgetankten Auto:

30.6, 30.5, 30.4, 30.2, 30.4, 30.3, 30,4, 30.6, 31.4, 31.0, 32.1, 31.6, 32.5, 32.2, 32.4, 32.7, 32.6, 32.5, 32.8, 32.9

Offensichtlich war es das Ziel, einen möglichst langen und gleichmäßigen Stint zu fahren. Toro Rosso ist aus den letzten zwei Jahren bekannt dafür, dass man meist einen Stopp spart und zwei sehr lange Stints im Rennen einlegt. Für ein vollgetanktes Auto sind die Zeiten nicht schlecht, man dürfte rund 2 Sekunden und mehr hinter dem Red Bull liegen. Einen Vergleich zu Sauber oder Force India kann man aber nur bedingt ziehen. Ich sehe das Team im Moment etwas weiter zurück.

Williams hat die Woche ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe allerdings keine Stints gefunden, die sich mit den anderen Teams vergleichen lassen. Bei den vermutlichen Volltanktests sah man teilweise Zeiten um die 33.0, was deutlich zu wenig ist, um mit Sauber oder Force India konkurrieren zu können. Im Moment fehlen mir da aber noch genügend Zeiten, um das genau einschätzen zu können. Insgesamt tut man sich ein wenig schwer.

Bei Caterham geht es in kleinen Schritten vorwärts. Einen Lichtblick gab es am Freitag mit folgendem Stint:

29.8, 30.2, 30.2, 30.4, 30.4, 30.8, 30.8, 31.5, 31.3, 31.5

Vergleicht man die Zeiten über die Woche, gibt es eine Tendenz nach vorne, allerdings war von richtigen Longruns auch wenig zu sehen. Man bastelt wohl vor allem noch an der Abstimmung und ist nicht richtig zufrieden. Vergleicht man den Stint allerdings mit Force India von Freitag, sieht man wie weit Caterham vom Mittelfeld weg ist. Gegenüber Force India dürfte es mindestens eine Sekunde sein, vermutlich aber eher mehr. Deutlich sind da auch die Worte von Kovalainen: “Things haven’t exactly gone as we would have liked, but I think we all know where the car can and should be when it gets real in Australia, so now the challenge is to regroup in time for next week and make sure we come back here ready to put in a final week of hard work on track and get back to where we want to be.”

Nächste Woche geht es ab dem 1.3. weiter mit den Testfahrten. RB und Ferrari stossen aber erst am Freitag dazu, dafür fährt man noch am Montag. Warum die beiden Teams erst später in Barcelona aufschlagen ist nicht klar, vermutlich werden dann erst neue Teile fertig oder man benötigt noch etwas mehr Zeit, die Daten auszuwerten.

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February 22 2012

17:07

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 22-02-2012

Interessantes gibt es aus Spanien zu berichgten. Red Bull und McLaren scheinen ziemlich gleich auf zu liegen.

Heute fuhren McLaren und Red Bull etliche Long Runs, die meisten so um die 20 Runden, was einer mittleren Stint-Länge entspricht. Pirelli hat die “Harte” Mischung ein wenig entschärft und sie weicher gemacht, was in näher an die “Medium” Reifen bringt. Der Unterschied pro Runde zwischen den Mischungen soll von 1.2 bis 1.5 Sekunden auf 0.8 Sekunden betragen. Das ändert einerseits ein wenig die Strategie auf manchen Kursen, andererseits ist der “Drop-Off”, also der Verschleiss der Reifen auf einen Stint nun auch bei der harten Mischung etwas höher. Zu Erinnerung – manches Team konnte fast ein gesamtes Rennen mit den Harten fahren. Der Drop-Off wird bei einigen Team eine große Rolle spielen und könnte bei einem derartig engen Feld rennentscheidend werden. Gut sortiert scheinen McLaren und Red Bull zu sein, unsicher darf man sich bei Ferrari und Mercedes sein.

Vor allem die Italiener bleiben schwer einzuschätzen. Man fuhr heute mehr oder weniger Funktionstest, spielte also weiter mit der Abstimmung rum. Alonso kam auf 87 Runden, sein längster Stint betrug gerade mal 10 Runden. Die Zeiten spielen dabei keine gr0ße Rolle, aber es war schon auffällig, dass sie gegen Ende des Stints deutlich schlechter wurden. Als Beispiel der Stint von Runde 42 bis 51:

24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Diese Zeiten ziehen sich, teilweise mit deutlich ansteigender Verschlechterung, durch den ganzen Tag. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die aggressive Herangehensweise bzgl. der Aufhängung etwas über das Ziel heraus geschossen ist, kann aber auch sein, dass man heute Quali-Simulationen mit halbleeren Tank gefahren ist. Dafür sprechen zumindest die konstanten Zeiten. Aber in 10 Runden rund 3 Sekunden zu verlieren ist schon arg.

Zur gleichen Zeit war Nico Rosberg auf der Strecke. Ich kenne die Reifenwahl nicht, aber es war ein langer Stint und ich vermute, es waren die “Medium”. Seine Zahlen sind nicht schlecht:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,

Schlechter als Alonso angefangen, aber deutlich weniger Drop-Off. Allerdings stand der Wagen ab dem Nachmittag in der Garage. Bei einem so neuen Wagen allerdings nicht weiter verwunderlich. Die Zeiten sehen stabil aus, auch die, wo er etwas langsamer unterwegs war. Zumindest verstärkt sich der Eindruck, dass Mercedes auf Ferrari aufgeholt hat. Ob es für ganz vorne reicht? Eher nicht.

Red Bull und McLaren waren heute wohl eher in Richtung Volltank-Test unterwegs. Ein Zeitvergleich:

Vettel:
29.1, 29.3, 29.5, 29.6, 29.8, 29.9, 30.4, 30.4., 30.4, 30.5

Hamilton
29.6, 29.5, 29.3, 29.4, 29.5, 29.7, 30.9, 30.5, 31.7

Etwas später folgte dann diese Runden, die ebenfalls sehr beeindruckend sind.
28.8, 28.6, 28.8, 28.9, 29.0, 29.1, 29.3, 29.5, 30.3, 30.7, 30.4

In Sachen Verschleiß sieht es sowohl bei Red Bull, als auch bei McLaren sehr gut aus, wenn es um einen vollgetankten Wagen und die harte Mischung geht. Das ist schon beeindruckend, allerdings fehlt der Vergleich mit Mercedes und Ferrari. Andeutungsweise kann aber erkennen, dass beide Teams, trotz völlig unterschiedlicher Chassis-Konzepte, etwas gleich auf liegen könnten. Der scheinbar sehr moderate Verschleiß bei den Reifen kommt Hamilton auf jeden Fall entgegen. Interessant ist auf jeden Fall, dass beide Teams schon an den Rennsimulationen arbeiten, während Ferrari noch immer an der Abstimmung bastelt. Mercedes muss man noch außen vor lassen, da diese ja den neuen Wagen erst im zweiten Testtag haben.

Nico Hülkenberg legte heute die schnellste Runden hin, aber leider lässt sich von seinen Long Runs wenig erkennen. Der Deutsche fuhr am Nachmittag zwei 15 Runden Stint, beide aber mit verdächtig konstanten Zeiten, die immer zwischehn 28.4 und 29.0 (Stint 1) und 28.4 und 29.1 lagen. Schwer zu sagen, was dahinter steckt, ich tippe auf reinen Reifenverschleiß bei mittelschweren Wagen und harten Reifen.

Ein Blick ins Hinterfeld. Bei Williams fuhr erstaunlicherweise Valteri Bottas und nicht die Einsatzfahrer, daher lässt sich zu den Zeiten nichts sagen. Sauber fuhr fast ausschließlich kurze Stints, auch hier kann man wenig mitteilen. Aber immerhin war Perez zweitschnellster. Etwas Sorgen kann man um CaterhamF1 machen. Während Sauber, Force India und Toro Rosso alle schon mal flotte Zeiten zeigen konnten, bleibt der Abstand des Caterham konstant bei rund 3 Sekunden auf die Spitze. Das erscheint mir im Moment etwas viel, vor allem, weil nicht eine schnelle Runden dabei war. Mal abwarten, was die beiden weiteren Tage ergeben.

P Fahrer Team Zeit Runden 1  Hulkenberg Force India  1m22.608s 112 2  Perez Sauber  1m22.648s  +0.040 85 3  Vettel Red Bull  1m22.891s  +0.283 104 4  Alonso Ferrari  1m23.180s  +0.572 87 5  Ricciardo Toro Rosso  1m23.639s  +1.031 50 6  Hamilton McLaren  1m23.806s  +1.198 120 7  Rosberg Mercedes  1m24.555s  +1.947 82 8  Bottas Williams  1m25.738s  +3.130 117 9  Petrov Caterham  1m26.605s  +3.997 69 10  Pic Marussia  1m27.343s  +4.735 108 F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain 6920230953_efa456441e_o F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One sam22022012006565 sam22022012006566

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February 09 2012

17:10

Formel Eins: Testfahrten Jerez 09-02-2012

Ein paar Erkenntnisse gab es heute schon in Jerez. Für ein Team lief es richtig schlecht.

Kalt war es heute morgen in Jerez, denn das Thermometer zeigte gerade mal etwas mehr als Null Grad an. Zwar wurde es über den Tag hinweg wärmer, doch die Morgensession zeigte einstellige Asphalttemperaturen. Eigentlich schlecht, denn so kann man kaum einen GP-Einsatz simulieren. Auf der anderen Seite wurde den Teams so die Gelegenheit geboten, die Reifentemperaturen zu überprüfen. Wer bei 4 Grad Asphalt die Reifen schnell aufwärmt, könnte ein Verschleissproblem bei 35 Grad bekommen. Insgesamt wurde fleissig getestet, alles voran mal wieder Mercedes, die die Tagesbestzeit erzielten, allerdings im alten Auto. Dahinter lag Romain Grosjean, der den Lotus E20 schon am frühen Morgen auf eine 1.18.4min prügelte.

Damit war Grosjean eine knappe Sekunde schneller als Räikkönen, aber man weiß nicht, welches Testprogramm der Finne gefahren ist. Ein Lebenszeichen gab es heute auch von McLaren, die fast zeitgleich mit Red Bull waren. Auch gilt wieder Vorsicht, denn Vergne im Toro Rosso lag auch nicht weit zurück. Leichte Sorgenfalten gibt es wohl bei Ferrari. Die Italiener sind unzufrieden, Massa erwähnte gestern, dass man noch sehr viele neue Teilen am Wagen anbringen wird. Ferrari hat also noch schweren Nachholbedarf hat. Beobachter an der Strecke berichteten zumdem von einem sehr unruhigen Heck des F2012.

Richtig schlecht lief es heute für Force India. Jules Bianchi knallte den Wagen in seiner dritten Runde am Morgen in einen Reifenstapel und zerstörte dabei einiges an der Front. Da man offensichtlich bestimmte Bauteile, die in Mitleidenschaft geraten waren, nicht vorrätig hatte, war der Tag gelaufen. Man hat einen wichtigen Testtag verloren, vor allem Nico Hülkenberg ärgerte sich, der heute Nachmittag hätte fahren sollen.

Mercedes spielte heute wohl mal wieder mit dem passiven F-Duct-System am Frontflügel herum, was zumindest bedeutet, dass das System noch nicht vom Tisch ist. Rosberg fuhr eine deutliche, aber wertlose Bestzeit. Bei Williams saß Bruno Senna am Steuer, der dem FW34 problemlos 125 Runden abrung. Überhaupt fällt auf, dass die meisten Neuwagen vom Stand weg sehr zuverlässig sind. Nur Ferrari hatte mit einem kleinen Hydraulikproblem zu kämpfen.

Grundsätzlich herrscht der Eindruck vor, dass die Teams weiter Funktions- und Reifentests fahren. Sauber probierte gestern mal aus, wann dem Wagen der Sprit ausgeht, Caterham teste mit der KERS und dem DRS hin und her. Das wird bei anderen Teams ähnlich aussehen.

P Driver Team Time Laps 1  Grosjean Lotus  1m18.806s 25 2  Perez Sauber  1m19.780s  +0.974 17 3  Vettel Red Bull  1m20.154s  +1.348 15 4  Hamilton McLaren  1m20.303s  +1.497 16 5  Vergne Toro Rosso  1m20.933s  +2.127 17 6  Alonso Ferrari  1m22.712s  +3.906 14 7  Rosberg Mercedes  1m24.251s  +5.445 23 8  Senna Williams  1m24.321s  +5.515 20 9  Van der Garde Caterham  1m25.164s  +6.358 21 F1_JerezTest03_2012_2 F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day Three TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ Motor Racing - Formula One World Championship - Jerez F1 Test - Day 3 - Jerez, Spain Formula One Testing Formula One Testing F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day Three F1 Testing in Jerez - Day One F1_JerezTest03_2012_13 2012 Formula One Jerez Test Day Two 2012 Formula One Jerez Test Day Three 2012 Formula One Jerez Test Day Two F1_JerezTest03_2012_17

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October 18 2011

10:46

Formel Eins: Analyse GP Korea 2011

Red Bull hat sich in Korea den Konstrukteurstitel geholt und Vettel seinen ersten Sieg als zweifacher Weltmeister. Das Rennen war aber nicht so spannend.

Wenig überraschendes gibt es aus Korea zu berichten. Zumindest auf den ersten Blick. Interessant war das Rennen, trotz des in diesem Jahr eher üblichen Ergebnisses, aber doch, denn Red Bull sah bis zum Rennen ganz und gar nicht nach einem Sieger aus. McLaren dominierte die Trainingssessions und holte mit Lewis Hamilton auch ziemlich deutlich die Pole. Gleich 2 Zehntel knöpfte der Ex-Weltmeister dem alten und neuen Champion ab, was angesichts der sonst so auftretenden Abstände in den diesjährigen Qualifikationen schon eine kleine Überraschung war. Es sah also nach einem Rennen aus, das McLaren bestimmen würde, zumal Jenson Button in Reihe 2 lauerte und das auch nur deswegen, weil er auf seiner schnellen Runde einen deftigen Schnitzer hatte. Doch wie so oft – im Rennen kam dann wieder alles anders.

Den Start konnte Lewis Hamilton noch gewinnen, aber zwei Kurven später schnappte sich Vettel den scheinbar vorsichtig agierenden Hamilton, der die Innenlinie auch nicht konsequent zumachte. Vettel setzte sich sofort ab, was ein schlechtes Zeichen. Noch mieser lief es für Jenson Button, der am Start gleich 3 Plätze verlor und beide Ferrari und Rosberg passieren lassen musste. Lewis Hamilton versuchte immer wieder die Lücke auf Vettel zu schließen, doch selten gelang es ihm, den Abstand unter einer Sekunde zu drücken, um ihn DRS-Reichweite zu bekommen. Wie konnte Red Bull über Nacht viel Tempo gefunden haben?

Die Lösung lag vermutlich im Wetter. Am Samstag war es recht warm, der Asphalt war mit 30 Grad angenehm aufgewärmt. Am Sonntag nieselte es jedoch leicht, die Sonne verstecke sich und der Asphalt war mit 22-24 Grad deutlich kühler. Hamilton beklagte sich im Funk über eine rutschende Vorderachse und forderte sein Team auf, den Frontflügel steiler zu stellen, was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass er die Supersoft nicht richtig auf Temperatur bekam. Für den zweiten Stopp forderte er erneut einen steileren Flügel, was das Team mit einem “Steiler geht es nicht mehr” beantwortete.

Red Bull lag das Wetter offenbar besser. Durch die notorisch etwas aggressiveren Sturzwerte auf der Vorderachse, kamen die Reifen von Vettel und Webber schneller und nachhaltiger auf Temperatur. Vettel konnte deswegen seine Führung im Laufe des Rennens immer weiter ausbauen und gondelte einem ungefährdetem Sieg entgegen, während Hamilton noch unter Druck von Webber kam. Der war deutlich schneller, kam aber aus zwei Gründen nicht vorbei: 1. Sein siebter Gang war mal wieder zu kurz übersetzt. 2. Red Bull machte den Fehler, Webber gleichzeitig mit Hamilton zum letzten Stopp an die Box zu holen. Webber wäre vermutlich mit einer schnellen Runden am McLaren vorbei gekommen. Immerhin lieferten sich Webber und Hamilton ein sehenswertes Duell, in dem man teilweise eine halbe Runde nebeneinander her fuhr.

Keine Chance auf den Sieg hatten beide Ferrari, die sich aber immerhin während des Rennens ein schönes Duell lieferten. Massa war in der Quali mal schneller als Alonso gewesen und hielt den Spanier auch hinter sich. Jedenfalls eine Zeit lang, später nutzte Alonso einen kleinen Fehler von Massa, um das Teamgefüge wieder herzustellen. Dahinter ordnete sich Rosberg ein, der im ersten Drittel des Rennens sogar vor den Ferrari gelegen hatte. Doch es war klar, dass Rosberg den langsameren Wagen hatte und ein kleiner Fehler unter Druck sorgte dafür, dass sich Rosberg wieder hinter den Ferrari befand. Überraschend musste Mercedes aber feststellen, dass man auch hinter dem Toro Rosso von Alguersuari fiel. Denn der hatte auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt und konnte sich 5 Sekunden vor Rosberg halten. Schumacher war nach knapp 16 Runden ausgeschieden, nachdem er von Petrov abgeschossen wurde, der sich einen sehr optimistischen Bremspunkt gesetzt hatte.

Renault war nach dem Rennen nicht gerade gut gelaunt. Platz 5 in der WM ist noch lange nicht sicher, den Force India lieft nur 23 Punkte hinter den Franzosen. Petrov war raus, Senna kam mal wieder nicht in Schwung, was Eric Boullier nach dem Rennen auch deutlich kritisierte. Man konnte froh sein, dass Force India, trotz P9 und P10 in der Quali, mit Di Resta nur einen Punkt holte, weil man sich in der Strategie verhaute und beide Toro Rosso ziehen lassen musste. Um P6 in der Konstrukteurs WM wird auch noch heftig gekämpft. Im Moment ist der Stand der Dinge so:

5. Renault 72
6. Force India 49
7. Sauber 40
8. Toro Rosso 37

Es stehen immerhin noch die Rennen in Indien, Abu Dhabi und Brasilien aus, da gibt es aber also noch genügend Punkte zu holen.

Das wird Sauber freuen, die ein rabenschwarzes Wochenende hatte. Der Wagen kam nie richtig in Schwung, im Rennen leisteten sich beide Fahrer kleine Fehler, die dazu führten, dass am Ende sogar Heikki Kovalainen im Lotus vor den Schweizern auf P14 lag. Ähnlich schlecht lief das Wochenende für Williams, wo die neue Technikmannschaft auch nicht in der Lage ist, aus dem Wagen noch irgendetwas raus zu holen.

Es war ein eher maues Rennen, sieht man mal vom Kampf zwischen Hamilton und Webber ab. Ansonsten zeigte die Strecke mal wieder, dass sie fahrerisch sehr spannend ist, aber nur wenig Überholmöglichkeiten zulässt. Die immer noch herrschende Baustellenatmosphäre macht die Sache dann auch nicht besser. Aber genau die wird man in 14 Tagen auch wieder haben, wenn auf dem neuen Kurs in Indien startet.

F1 Grand Prix of Korea - Race F1_Korea_2011_1 F1_Korea_2011_2 F1_Korea_2011_3 F1_Korea_2011_4 Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. F1_Korea_2011_9 F1_Korea_2011_10 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Korea Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Korea F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1_Korea_2011_18 F1_Korea_2011_19 F1_Korea_2011_20 F1_Korea_2011_21 2011 Korean Grand Prix 2011 Korean Grand Prix F1_Korea_2011_24 F1_Korea_2011_25

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October 13 2011

11:12

Formel Eins: Vorschau GP Korea

Die WM mag entschieden sein, aber das bedeutet nicht, dass die Sache deswegen unspannend wird. Vor allem in Sachen McLaren vs. Red Bull.

Die Schlappe, die Red Bull in Suzuka einstecken musste, kam schon relativ überraschend. Vielleicht lag es wirklich nur daran, dass dem RB7 in Japan die Reifen nicht passten, vielleicht ist man sehr konservativ an die Sache ran gegangen. Vielleicht ist es aber auch so, dass McLaren einen guten Schritt nach vorne gemacht hat. Die hatten im Laufe der Saison auch nicht immer Glück mit den Reifen, aber offenbar hat man etwas im Bereich der Hinterachse gefunden, dass dem Wagen deutlich geholfen hat. Das Rennen in Korea wird daher schon mal interessant werden, denn wenn McLaren wieder auf Augenhöhe mit Red Bull ist, dann muss man sie schon mal für 2012 sehr ernst nehmen. Denn im nächsten Jahr wird es kaum Regeländerungen geben, die Wagen werden also deutlich enger zusammenrücken. Und in Sachen WM gibt es zumindest noch die Entscheidung, wer Vize-Weltmeister wird.

Natürlich ist Platz 2 in der WM relativ bedeutungslos, aber eine gewisse Signalwirkung hat es eben doch. Im Moment ist es ein Vierkampf zwischen Jenson Button, Fernando Alonso, Mark Webber und Lewis Hamilton, der aber schon etwa abgeschlagen ist. Drei verschiedene Fahrer, aus drei verschiedenen Teams – das ist schon ein schönes Setting. Hätte man gerne für die WM, aber vielleicht kommt das ja nächstes Jahr.

Die besten Chancen scheint im Moment Jenson Button zu haben, der gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt und richtig gut drauf ist. Wer hätte gedacht, dass Button in der Lage sein wird, Lewis Hamilton zu schlagen? Sein diesjähriger Erfolg, bzw. die Probleme von Hamilton, haben sicher etwas mit den Pirelli-Reifen zu tun, aber dennoch muss man den Hut vor Button ziehen, dass er vor allem im Rennen den Speed von Hamilton über die Distanz locker mit gehen kann. Button hat zu dem auch sein Standing im Team deutlich verbessert. Hamilton ist nicht mehr der uneingeschränkte Teamleader. Button ist zumindest gleichberechtigt, viele sehen ihn im Moment auch, vor allem wenn es um die Entwicklung des 2012er Wagen geht, deutlich im Vorteil. Die Designer schätzen seine klaren Rückmeldungen und Ideen, das Team seine ruhige, britische Art. Würde mich nicht wundern, wenn Button im nächsten eine echte Chance auf den WM-Titel hat.

Vorher gibt es allerdings das Rennen in Korea wo sich, den ersten Twitterbildern nach zu urteilen, nicht sonderlich getan hat. Die Strecke ist immer noch verwirrend kurvenreich, rund um den Kurs sieht es weiter aus, wie in einer Baugrube. Offenbar entwickelt sich die angedachte Marina nicht schnell, wie man wollte. Der Geschäftsführer der Anlage ist mittlerweile auch entlassen worden, wegen Veruntreuung, hieß es. Das man alles weg genommen – die Strecke hat trotzdem was, vor allem aus Sicht der Fahrer. Dieses Jahr sollte es am Renntag trocken und warm sein und nicht unbedingt zur Freude aller Teams hat Pirelli die Mischungen “Soft” und “Supersoft” im Gepäck. Das dürfte interessante Strategieansätze geben.

Red Bull war im letzten Jahr zwar stark, aber nicht unbedingt dominant. Webber warf bekanntermaßen seinen sicher geglaubten WM-Titel in den Matsch, Vettel platzte kurz vor Schluss der Motor. Red Bull hat also noch etwas nachzuholen, aber auch McLaren und Ferrari dürften auf der winkeligen Strecke um den Sieg fahren.

Dahinter tut sich vermutlich nicht so viel. Mercedes ist weiter die vierte Kraft, dahinter vermute ich in Korea Renault und Force India.

Bei den Indern hat sich in der Woche einiges getan. Nachdem Vijay Mallya vor ein paar Tagen noch jegliche Verkaufsgerüchte als “Blödsinn” bezeichnet hatte und sogar in einer eilig ausgesendeten PR-Mail klarstellte, dass Force India nicht zum Verkauf steht, hat nun genau das gemacht: Force India teilweise verkauft. Abnehmer ist die Sahara India Pariwar Firma, die 42.5% des Rennstalls für angeblich 100 Millionen Dollar gekauft hat. Der Konzern gehört zu den bekanntesten Firmen in Indien, was auch daran liegt, dass man im Bereich “Cricket” massiv unterwegs ist. Gegründet wurde Sahara erst 1975, angeblich mit einem Kapital von 43 Dollar. Sagt zumindest die Webseite von Sahara. Der Marktwert der Firma beträgt 23 Milliarden Dollar, was ja nicht gerade wenig ist. Im Paddock rätselt man ein wenig darüber, wer denn jetzt bei Force India das Sagen hat. Mallya hält ebenfalls 42.5% und soll auch weiter Teamchef bleiben. Hat er sein Team teilweise verkauft, weil er mehr Geld reinstecken will, oder weil er sich langsam aber sicher aus der Formel Eins zurückziehen möchte? Sahara hat keinerlei Ahnung von der Formel Eins, allerdings viel Know-How in Sachen Sportmarketing. Ich gehe davon aus, dass Mallya sein Team rekapitalisieren möchte um es weiter nach vorne zu bringen. Man kann von Mallya halten, was man will, aber immerhin ist es ihm gelungen aus dem demotivierten Jordan/Midland/Spyker Haufen ein schlagkräftiges Team zu formen, dass im vorderen Mittelfeld mitschwimmt und sogar in der Lage ist, ab und an Mercedes zu ärgern. Dürfte interessant werden, was das zusätzliche Geld aus dem Team macht.

Ansonsten dürfte das Rennen in Korea wenig Überraschungen bieten. Die meisten Teams sind dazu übergegangen, die restlichen Rennen als Test für 2012 zu nutzen. Ferrari hat schon bekannt gegeben, dass der neue Wagen weit fortgeschritten ist, die Updates, die nun noch folgen, sind schon Dinge, die man evtl. 2012 einsetzen will. Das wird bei anderen Teams nicht anders sein.

Die Übertragungszeiten sind wie in Japan, man wird also früh aufstehen müssen.

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September 12 2011

06:21

Formel Eins: Analyse Monza 2011

Das letzte Rennen in Europa war in Sachen Spannung an der Spitze eher mau. Dafür sorgte Michael Schumacher für ordentlich Unterhaltung. Und Alonso überraschte auch.

Das Red Bull die Pole in Monza holen konnte, obwohl Vettel bei der Messung der Höchstgeschwindigkeit trotz komplett flach gestellten Flügel ganz am Ende lag, war schon eine große Überraschung. Jenson Button rätselte nach der Quali, wie man 4 bis 5 Zehntel Vorsprung in einem Sektor rausfahren kann, in dem es nur die Ascari, zwei Geraden und die Parabolica gibt. Aber genau in der Parabolica, bzw. der Anfahrt, scheint das Geheimnis von Red Bull zu liegen. Der RB 7 scheint selbst dann mehr Abtrieb zu haben, wenn man ihm den Heckflügel abmontiert. Erstaunlicherweise hatte niemand eine echte Chance gegen Vettel, auch wenn die McLaren im ersten Teil des Rennens etwas gehandicapt waren. Auch Ferrari konnte nicht die prognostizierte Form finden. Nur Mercedes war richtig gut drauf. Das wird aber wohl eine Eintagsfliege bleiben. Dennoch begeisterte Schumacher mit einem tollen Rennen.

Der Start lief weder für Vettel, noch für Hamilton richtig gut. Obwohl der Brite einen Tick besser wegkam und die Innenseite hatte, kam er doch nicht als Erster aus der Schikane, da Alonso hinter ihm einen sensationellen Start hatte und sich innen neben Hamilton setzen konnte. Das war schon erstaunlich, der Jubel der Tifosi dementsprechen. Hinten kegelte Liuzzi dann Rosberg und Petrov aus dem Rennen, als über das Gras angesegelt kam. Pech für Rosberg, dessen Idee auf harten Reifen zu starten, interessant geworden wäre. Aber angesichts des Tempos vorne, hätte es ihn vermutlich auch nicht weiter gebracht, als P5 oder P6.

Vettel sortierte sich nach der SC-Phase erst einmal und erlebte einen sehr guten Restart, da er an Alonso dran bleiben könnte. Dennoch dachte ich, dass der Ferrari auf der Geraden einen so deutlichen Vorteil haben würde, dass es ein zähes Rennen für Vettel werden würde. Tatsächlich schnappte sich der Deutsche den Ferrari aber recht flott, da er aus der ersten Schikane einfach besser raus kam. Alonso machte die Strecke zwar dicht, aber Vettel ging sogar mit zwei Reifen auf dem Gras am Ferrari vorbei. Danach segelte der Red Bull relativ ungefährdet zum Sieg. Die einzigen ernsthaften Konkurrenten steckten nämlich fest.

Für McLaren hätte das Rennen kaum schlechter starten können. Hamilton fiel hinter Alonso zurück und musste auch noch Schumacher vorbei lassen. Button hatte einen schlechten Start und fiel ein gutes Stück zurück. Besser wäre es gewesen, wenn Hamilton direkt hinter Vettel gehangen hätte, denn der Speed des McLaren im Rennen, und vor allem auf den harten Reifen, reichte um Red Bull unter Druck zu setzen. Man war allerdings auch nicht wirklich viel schneller, aber ein direktes Duell wäre sicher interessant gewesen.

So hing Hamilton hinter Schumacher und die beiden lieferten sich ein beinhartes Duell, bei dem man mehr als einmal den Atem anhalten musste. Normalerweise hätte Hamilton völlig problemlos an Schumacher vorbei gehen müssen, aber in Monza gelten halt etwas andere Regeln. Denn hier war der Mercedes sehr schnell, was auch daran liegt, dass es halt nur wenig rechts oder links rum geht. Der MGP02 verschleißt die Hinterreifen zu schnell, das fällt dann auch Strecken wie Monza nicht weiter auf. Dazu kam, dass das Getriebe von Hamilton zu knapp übersetzt war. Er kam auf den Geraden einfach in den Begrenzer. Und Schumacher war auf der Geraden schneller, als Hamilton mit DRS und KERS. Daher entwickelte sich dieses sehr schöne Duelle, von dem Hamilton nach dem Rennen sagte, er habe es sehr genossen.

Es zeigte auch, dass Schumacher im Rennen weiter an der Weltspitze mitfährt. Seine Quali-Leistungen haben sich in den letzten Rennen auch verbessert, was für das nächste Jahr hoffen lässt. Wenn es denn Ross Brawn gelingt, einen vernünftigen Wagen zu bauen. Das am Ende nur P5 für Schumacher raus kam, war schon fast etwas wenig. Er hätte mehr verdient.

Das Duell erlaubte dem schlecht gestarteten Jenson Button aufzuholen. Nachdem Webber und Massa sich in der Schikane deutlich zu nahe kamen, lag Button schon wieder auf P5. Er fuhr die Lücke zu Hamilton dann schnell wieder zu und profitierte davon, dass sein Getriebe offenbar etwas länger übersetzt war. Nachdem er beide Streithähne hinter sich gelassen hatte, machte er sich auf die Jagd nach Alonso. Ich war überrascht, wie schnell Button aufholte und wie wenig Chancen Alonso hatte, als Button vorbei ging. Für einen Moment konnte man dann noch hoffen, dass Button noch an Vettel ranfahren würde, aber da hatte er keine Chance. Interessant wäre es vielleicht noch geworden, wenn das SC noch mal raus gemusst hätte.

Buttons Rennen ging angesichts der Demo-Fahrt von Vettel und dem Kampf zwischen Hamilton und Schumacher etwas unter. Aber man sollte nicht vergessen, dass es ihm erneut gelungen ist, Hamilton zu schlagen. Und er nun in der WM 9 Punkte vor seinem Teamkollegen liegt. Wer hätte das gedacht?

Hinter den Topteams gab es in diesem Rennen ein paar Überraschungen. Nachdem Liuzzi mit seinem Unfall das Mittelfeld durchgewürfelt hatte, fanden sich zweitweise die Lotus auf P12 wieder und auch die Virgin tauchten weiter vorne auf, als man das gewöhnt ist. Die Pace zwischen Toro Rosso, Williams, Force India und Sauber war sehr ähnlich. Sergio Perez lag lange um P6 rum, dann versagte die Technik. Kobayashi fiel ebenso wie Sutil aus. Damit war der Weg eigentlich für Williams frei und Maldonado lag auch lange in den Top 10. Doch dann zeigte sich, mal wieder, dass Maldonado der Speed im Rennen fehlt. Er wurde von beiden Toro Rosso geschnappt und landete am Ende nur auf P11. Nur 15 Sekunden vor Barrichello, der in den Startnfall verwickelt war und fast eine Runde verloren hatte. Williams, die am Wochenende gut sortiert waren, hätte Punkte machen müssen, aber der Fahrer war trotz guter Ausgangsposition dazu nicht in der Lage.

Deutlich besser als erwartet war dagegen Bruno Senna unterwegs. Ich habe sein Talent bisher für begrenzt gehalten, weil er weder in der britischen F3 noch in der GP2 trotz gutem Material wirklich etwas zeigen konnte. Vermutlich wird er auch nie ein Top 5 Fahrer, aber zumindest in Monza zeigte er, dass er doch etwas kann. Das er Q3 schaffte, war schon mal die erste Überraschung. Dass er den Fehler seines Teams, direkt nach dem Unfall zu früh den Boxenstopp zu setzen, dann noch wettmachte, durchs ganze Feld fuhr und am Ende sogar fast auf P8 gelandet ist, war schon durchaus beeindruckend. Und wird Eric Boullier beruhigen, der nach der Entlassung von Heidfeld schwer in der Kritik stand.

Weiterhin erwähnenswert:

- Vettel hat in der WM 112 Punkte Vorsprung auf Alonso. 150 Punkte gibt es noch maximal zu holen. Und das Red Bull auf den beiden Strecken gewonnen hat, die nominell nicht zum Wagen passen, dürfte den anderen Teams nicht gefallen. Mit Suzuka, Korea und vermutlich Indien kommen mindestens noch drei Strecken, auf denen der RB7 unschlagbar ist.

- Paul die Resta. Schon wieder in den Punkten, schon wieder ein unauffälliges, aber fehlerloses Rennen. Es ist ja seine Debütsaison, aber da scheint einer zu sein, der mehr kann.

- Jamie Alguersuari. Wie immer hatte er eine miese Quali, dafür ein sehr gutes Rennen mit P7. Buemi kam auch in die Punkte, aber er scheint im Moment nicht so stark zu sein, wie der Spanier. Ich tippe, dass Alguersuari das Ticket für das nächste Jahr gelöst hat.

- Lotus. Schon in der Quali fehlten nur noch Zehntel in Richtung Q2. Im Rennen erreichte man, auch dank der vielen Ausfälle, P13 und P14. Schönes Ergebnis.

- DRS spielte keine große Rolle. Die Flügel waren eh so flach, dass man schnell genug war.

- Das war dass letzte Europa-Rennen. Singapur hat allerdings noch angenehme TV-Zeiten, danach wird es mit Japan und Korea eher unangenehm.

F1 Grand Prix of Italy - Race F1 Grand Prix of Italy - Race F1 Grand Prix of Italy - Race F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1_Monza_2011_6 F1_Monza_2011_7 F1_Monza_2011_8 F1_Monza_2011_9 Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. F1_Monza_2011_15 F1_Monza_2011_16 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Italy Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Italy Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Italy F1 Grand Prix of Italy - Practice F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1_Monza_2011_23 F1_Monza_2011_24 2011 Italian Grand Prix 2011 Italian Grand Prix 2011 Italian Grand Prix F1_Monza_2011_28 F1_Monza_2011_29

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July 28 2011

14:54

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2011

Bevor sich die Formel Eins in die Sommerpause verabschiedet, steht der Klassiker auf dem Hungaroring noch mal auf dem Programm. Das Rennen könnte interessant werden.

Nach dem teilweise sensationell spannenden Rennen am Nürburgring, wird man die Erwartungen für den GP in Ungarn etwas zurückschrauben müssen. Die Strecke ist nicht gerade für extrem spannenden Rennen bekannt, obwohl sie in der Vergangenheit immer mal wieder gute Rennen lieferte. Aber wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten wird auch in diesem Jahr mal wieder sehr viel über die Strategie laufen. Da passt es recht gut ins Bild, dass Pirelli am Wochenende die Kombination “Soft” und “Supersoft” an die Strecke schleppt. Die waren bisher in Monaco und in Kanada im Einsatz, aber in Montreal regnete es und Monaco ist in Sachen Reifenabrieb keine Referenz. Da es zu dem recht warm werden soll, könnte das Rennen einige Überraschungen bieten.

Ferrari wird die Mischungen dankbar auf die F150 ziehen. Denn der Wagen geht mit den härteren Mischungen nicht so gut, dafür aber umso besser mit den weichen Reifen. Dazu kommt, dass der Ferrari bekanntermaßen schonend mit den Reifen umgeht, über einen langen Stint also konstant schnelle Rundenzeiten liefert, ohne einen heftigen “Drop-Off” zu haben. Das hilft Ferrari dabei, eine flexible Strategie zu entwicklen, die man eh nach Startplatz und Verkehr auf der Strecke dann umsetzen kann.

Red Bull dürfte die weichen Reifen auch gelassen betrachten. Bisher kam der RB7 mit allen Mischungen hervorragend aus, auch wenn der Verschleiß auf der Hinterachse mit weichen Reifen etwas höher ist. Spannend dürfte die Frage sein, ob Vettel sein Mini-Tief vom letzten Wochenende überwunden hat, oder ob es Webber wieder gelingt, zumindest in der Quali, vor seinem Konkurrenten zu stehen. Überhaupt macht Red Bull aber den Eindruck, als sei man im Moment schon eher daran interessiert, den WM-Titel abzusichern. In beiden Wertungen führt man mit weitem Abstand. Zwar ist ja auch erst gerade Halbzeit, aber es ist wohl unrealistisch, dass Red Bull aus den Top 5 fällt.

Hinter McLaren steht in Ungarn mal wieder ein großes Fragezeichen. Deren Form war, auch begründet durch das Mapping-Chaos, in den letzten Rennen dann eher schwankend. Ich rechne nicht damit, dass sie ihren Sieg vom Nürburgring wiederholen können, da der McLaren die weichen Reifen nicht so sehr mag. Hier ist der erhöhte Abrieb das Problem, meist sind Hamilton und Button recht flott an der Box. Da man auch kaum in einer Woche großartig neue Teile an den Wagen bringen wird, wird sich da auch nichts tun. Ein Kandidat fürs Podium sind sie aber allemal.

Für eine kleine Überraschung könnte Mercedes sorgen. Der Wagen ist zwar grundsätzlich immer noch zu langsam, aber wie der Ferrari mag der MGP02 eher die weichen Reifen und sein kurzer Radstand sollte in Ungarn helfen. Ich kann da allerdings auch komplett falsch liegen, denn in Monaco hatte ich das Team auch weiter vorne auf der Rechnung, um dann sehen zu müssen, dass gar nichts ging. Mercedes hat in den letzten Rennen aber den Rückstand nach vorne etwas verkürzen können, was ein gutes Zeichen ist. Aber alles, was vor P5 liegt, wäre eine kleine Überraschung.

Hinter Mercedes ist es eng geworden. Renault, Force India, Sauber und auch Toro Rosso liegen nicht weit auseinander. Bei Renault hängt der Haussegen sowieso schief. Eric Boullier ist unzufrieden mit Nick Heidfeld und spekuliert öffentlich herum, dass Romain Grosjean ja auch kein schlechter Fahrer sei. Gleichzeitig wird das Team immer noch umstrukturiert und viele Angestellten werden “gegangen”. Das ist in sofern ungewöhnlich, als dass der Renault zum Start der Saison ja relativ gut ging, dann aber absackte. Es kann also nicht an der grundsätzlichen Entwicklung des mutig designten Wagens gelegen haben, sondern eher an der Weiterentwicklung. Und wenn man dann Leute entlässt, wirft das ein merkwürdiges Bild auf das Team.

Force India ist in diesem Jahr etwas unter dem Aufmerksamkeitsradar geblieben, sieht man mal von einem zeitweise schwächelnden Sutil ab. Der hat sich aber wieder gefangen und seinen Teamkollegen auch wieder im Griff. Man muss Vijay Mallya und seinen kleinen, sehr jungen Team, schon Respekt zollen, dass es ihnen gelingt, den Wagen auch in der Saison weiter zu verbessern.

Das ist Sauber, bisher, nicht so gut gelungen. Nachdem man zunächst recht zuverlässig in die Punkte kam, ist es für das Team ein wenig bergab gegangen. Ich hatte das Gefühl, dass Sauber sich in der Entwicklung einen falschen Pfad begeben hat, aber es liegt wohl eher daran, dass man keinen “hot blown diffsor” im Auto hat, während Force India da nachrüsten konnte. Vor dem Rennen hat man aber bekannt gegeben, dass man auch 2012 mit Kobayahsi und Perez starten wird. Die Entscheidung wird dem Team gut tun.

Williams und Toro Rosso bilden weiter das Schlusslicht des hinteren Mittelfeld. Bei Toro Rosso mag es am Geld liegen, dass man nicht so schnell entwickeln kann und daran, dass man praktisch erst im zweiten Jahr eine eigene Aero-Abteilung hat. Bei Williams ist es der verkorkste FW33, an dem man offenbar noch so viele Teile erneuern kann, ohne das sich was tut. Mittlerweile testet man schon Bauteile für 2012.

HRT, Lotus und Virgin schenke ich mir jetzt mal, da wird es keine Neuigkeiten geben.

Das Rennen auf den Hungaroring ist lang, immerhin fährt man auf dem 4.3 Kilometer langem Kurs 70 Runden. Beansprucht werden vor allem die Reifen und die Bremsen, da man hier durchaus bis zu 300 km/h schnell wird. In Sachen Strategie wird das eine Rolle spielen, ebenso aber auch die Frage, wie viel Sprit man ins Auto packt. Normalerweise verliert man rund 0,3 Zehntel auf eine Runde, da lohnt es sich also, etwas knapper zu kalkulieren. Safety Cars sind auch immer so eine Sache, die in Ungarn schnell mal passieren können.

Das Wetter wird im Moment als “gemischt” angezeigt. Am Freitag soll es regnen, danach steigt die Temperatur auf bis zu 28 Grad. Für Sonntag ist die Prognose noch nicht so ganz eindeutig, der Regen könnte eine Rolle spielen.

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July 24 2011

20:15

Formel Eins: Analyse Deutschland GP 2011

Ein grandioses Rennen im ersten Teil, ein starker McLaren und ein schwächelnder Red Bull sorgten für einen der abwechslungsreichsten Grand Prix der Saison.

Man kann nicht sagen, dass man bei Red Bull nach dem Rennen lange Gesichter machte, denn Platz 3 und 4 ist wahrlich kein schlechtes Ergebnis. Aber leichte Sorgenfalten konnte man bei Christian Horner schon sehen. Zu deutlich waren die Probleme, die Red Bull im Rennen hatte, vor allem, was den Drop Off der Pirelli Reifen in den letzten Runden eines Stints angeht. Auffallend war auch mal wieder, der merkwürdige Unterschied zwischen der Quali-Performance und dem Speed im Rennen des RB7. Auch wenn der am Ring etwas kleiner ausfiel, als das sonst der Fall war und Vettel mal nicht auf Pole fahren konnte, scheint der RB7 in der Quali immer noch einen kleinen Vorteil zu haben. Aber wenn das dazu führt, dass Ferrari, McLaren und Red Bull auf Augenhöhe kämpfen können, dann sind das keine schlechten Aussichten für den Rest der Saison. Die Unterschiede zwischen den drei Top Teams sind im Rennen marginal, aber auf eine lange Distanz doch sichtbar. Drei unterschiedliche Konzepte und doch liegt man gleichauf.

Die erste Hälfte des Grand Prix am Nürburgring kann man nur mit dem Wort “Sensationell” beschreiben. Drei Topfahrer in drei verschiedenen Autos, die um die Spitze kämpfen – was will man mehr. Was Webber, Alonso und Hamilton da vorne zeigten, war Motorsport auf allerhöchsten Niveau. Einen solchen Dreikampf um die Spitze sieht man selten, dabei blieben alle Drei fair und ließen sich genügend Platz. Und man sah auch, dass zu diesem Zeitpunkt im Rennen die drei Fabrikate absolut gleich schnell waren, was auch dadurch schon klar wurde, dass alle drei Fahrer für einen Moment an der Spitze liegen konnten. Alonso ließ sich zeitweise etwas hinter Webber fallen, blieb aber immer in dessen Reichweite und schonte dabei etwas seine Reifen. Doch vor den Stopps gelang es ihm, die Lücke wieder zu zufahren. Das lag aber auch daran, dass Webber gegen Ende des ersten Stints und zweiten Stints offenbar Probleme mit den weichen Reifen hatte, die schnell abbauten.

Das mag dann auch erklären, warum er im zweiten Teil des Rennens, als er auf P3 lag, plötzlich bis zu 8 Sekunden zurückfiel. Wegen des drohenden Regens musste man den zweiten Stint länger fahren, da ein zusätzlicher Wechsel das Rennen zerstört hätte. Red Bull schickte Webber offenbar die Meldung, dass er es ruhiger angehen lassen muss, sollten seine Reifen etwas länger durchhalten, doch der Abstand wurde dann etwas zu groß.

Alonso und Ferrari planten wohl im letzten Drittel des Rennens etwas ähnliches. Der Ferrari gilt als reifenschonend, vor allem bei den kalten Asphalttemperaturen. Da Hamilton vorne irgendwann auf die härtere Medium-Mischung wechseln musste, und die im Training rund eine Sekunde langsamer als die “Soft” waren, rechnete man wohl so, dass man den McLaren mit schnellen Runden am Schluss auskontern konnte. Aber zwei Dinge passten dann für Alonso am Ende nicht: Zum einen waren seine Reifen auch nicht die Besten, zum anderen hatte sich soviel Gummi aufgebaut, dass die Medium-Mischung schneller Grip fand, als man dachte. Hamilton war schon nach einer Runde im ersten Sektor 0,5 Sekunden schneller, als Alonso.

Von Vettel war im Rennen nicht viel zu sehen. Er verlor, wie Webber, am Start eine Position und steckte in einer schlechten Ausgangslage. Zwar gelang es ihm auf P3 vorzufahren, aber Alonso schnappte sich den Deutschen dann doch wieder. Erstaunlicherweise kam er mit dem Red Bull am gesamten Wochenende nicht so gut zu recht, wie sonst. Webber schlug ihn in der Quali, im Rennen schien er mit der Abstimmung zu hadern. Ein selbst verschuldeter Dreher beendete dann seine Siegchancen endgültig und er konnte nur noch mit Massa um P4 kämpfen. Zwar hielt Massa den Weltmeister im Rennen auch auf, aber die 47 Sekunden Rückstand am Ende sind dann doch recht deutlich. Während des Rennens forderte ihn die Box, die hinteren Bremsen zu entlasten, was sicher kein Vorteil war, seine Rundenzeiten wurden aber auch dann nicht besser, als sich das Bremsproblem mysteriöserweise wieder verabschiedete. Kein gutes Wochenende von Vettel, aber in Sachen WM-Vorsprung hat er nicht viel verloren.

Bei Mercedes konnte man mal wieder sehen, wo das Team steht. Gegen Ferrari hat man keine Chance, McLaren ist auch weit weg. Wäre Sutil nicht so ein grandioses Rennen gefahren, hätte man mal wieder die Positionen P6 und P7 eingenommen, was dem Leistungsstand auch entspricht. In der Quali hat den Abstand nach vorne etwas reduzieren können, da sind es jetzt noch rund eine bis 1.2 Sekunden. Was schon deutlich besser ist, als zu Beginn der Saison. Das spiegelt sich auch bei den schnellsten Rennrunden wieder, wo man rund 1.3 Sekunden langsamer ist. Man hat einen Schritt nach vorne gemacht, aber es reicht eben noch nicht ganz. Man müsste noch rund 0,7 bis eine Sekunde finden, um in Reichweite des Podiums zu kommen, was keine leichte Aufgabe ist.

Der Aufwärtstrend von Schumacher setzte sich am Ring fort. Zwar ist seine Quali-Performance immer noch schlecht, aber im Rennen läuft dafür um so besser. Wäre der Dreher nicht gewesen, hätte er vielleicht seinen Teamkollegen schlagen können, aber auch so lief es für ihn gut. Es scheint fast so, als ob Schumacher so langsam seine volle Leistung im Wagen wieder abrufen kann, was ein gutes Zeichen für 2012 ist. Rosberg hatte ein teilweise zähes Rennen. Er steckte in vielen Zweikämpfen, was in einige Zeit gekostet hat, aber an Sutil kam er komischerweise nie richtig ran. Dessen Zweistopp-Strategie war interessant, bedeutete aber auch, dass er die weiche Mischung lange fahren musste, ohne viel Zeit zu verlieren. Er kam dann auch etwas früher an die Box um die Medium-Reifen zu nehmen, profitierte dann aber offenbar wie Hamilton auch davon, dass genug Gummi auf der Bahn war und der Nachteil der härteren Mischung verblasste.

Die letzten Punkte holten dann der erstaunliche Kobayashi, den ich wirklich 2012 gerne in einem Top Team sehen würde, und Petrov, der den Renault nach einigem Zweikämpfen im Rennen auf P10 stellen konnte, was ein feines Ergebnis ist. Vielleicht wäre noch P9 drin gewesen, aber man darf nicht vergessen, dass Button ausgefallen ist, der sich vor ihm ins Ziel gekommen wäre. Renault kämpft im Moment nur um die Punkte-Krümel, selbst Force India scheint auf dem Niveau der Franzosen angekommen zu sein. Nick Heidfeld hatte ein schlechtes Wochenende. Mal wieder in Q2 hängen geblieben, dann eine Kollision am Start mit Di Resta. Die hätte dem Deutschen eine Durchfahrtsstrafe eingebracht, doch dann schob ihn Buemi auf Gras. Der Schweizer bekommt dafür im nächsten Rennen +5 in der Startaufstellung. Beide Toro Rosso waren am Ring nicht gut unterwegs und kamen nicht mal in die Nähe der Punkte.

Die interessante Zusammenfassung des Rennens und der Leistungsdichte an der Spitze lieferte nach dem Rennen Fernando Alonso bei der BBC ab. Er meinte, dass der Ferrari in drei Rennen, mit drei unterschiedlichen Wetterverhältnissen und mit drei Mapping-Einstellungen in der Lage war, um den Sieg zu fahren. Das mache deutlich, dass man konstant vorne mitfahren kann. Allerdings: Man braucht auch McLaren, die den Red Bulls die Punkte wegnehmen müssen, will man in der WM noch was reißen. McLaren wird das umgekehrt genauso sehen. Und so lange sich beide Teams die Punkte nehmen, kann Vettel beruhigt sein. Immerhin hat er in der WM noch 77 Punkte Vorsprung.

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July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

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July 11 2011

06:01

Formel Eins: Analyse GP England 2011

Wer hätte das gedacht, dass Ferrari ausgerechnet auf einer Strecke den ersten Sieg der Saison einfahren kann, auf der Red Bull eigentlich dominieren sollte. Ein Fehler von Red Bull half, aber auch ohne den wäre es vorne eng geworden.

Der GP in Silverstone war mal wieder abwechslungsreich, was natürlich auch mit dem typischen britischen Wetter zu hatte. Ein kleiner Schauer, rund 40 Minuten vor dem Start, sorgte für sehr gemischte Verhältnisse auf der Strecke. Während das Wasser auf dem neuen Teil von Silverstone gut ablief und der Kurs abtrocknete, stand das Wasser ab Brooklands bis auf die Hangar Straight. Die Intermediates waren die einzige Wahl, weil es für Slicks einfach zu nass war und auch lange blieb. Das alles war Vettel relativ egal, er knöpfte schon beim Start Mark Webber den ersten Platz ab und fuhr wie üblich seine fünf bis sechs Sekunden Vorsprung heraus. Webber hielt Respektabstand, dahinter tobte ein schöner Kampf zwischen beiden Ferrari und McLaren. Doch das Rennen nahm dann noch einige Wendungen und am Ende gab es Ärger um eine Teamorder von Red Bull.

Red Bull schien die Sache locker im Griff zu haben. Weder in den nassen, noch in den trockenen Bedingungen schienen Ferrari oder McLaren den Abstand nach vorne verkürzen zu können. Erschwert wurde die Verfolgungsjagd dadurch, dass Massa und Hamilton lange in einen wunderbaren Zweikampf verwickelt waren, bei dem mal Alonso, mal Hamilton die Nase vorne hatte. Die beiden gaben sich nicht viel in Sachen Fahrkunst und Aggressivität, aber der Zweikampf, der sich über den ersten und zweiten Stint des Rennens hin zog, kostete beide viel Zeit.

Ferrari war in Silverstone erstaunlich flott unterwegs. Schon in den Trainingssessions waren die Italiener flotter als sonst, was man auf die neuen Updates schob. Allerdings kam Ferrari zu Gute, dass man das Rennen zum “Wet Race” deklariert hatte und man so darum herum kam, die harte Mischung fahren zu müssen, die dem F150 nicht wirklich liegt. Alonso konnte während des gesamten Rennens pushen und den Abstand nach vorne einigermaßen klein halten. Das sollte sich beim zweiten Stopp von Vettel dann als entscheidend herausstellen.

Denn beim zweiten Stopp von Vettel brach beim Stopp der Wagenheber und musste ausgewechselt werden. Die entscheidenden Sekunden fehlten dem Weltmeister dann bei der Ausfahrt aus der Box. Bis er wieder auf die Strecke einbog, war Alonso lange vorbei. Auch Lewis Hamilton hatte den Deutschen passiert, der sich somit auf einem ungewohnten Platz 3 wieder fand. Die Phase nutzte Alonso dann aus, um sich einen großen Vorsprung zu erfahren, da Hamilton die Pace des Ferrari nicht mal ansatzweise halten konnte. Vettel verlor massiv Zeit hinter McLaren, während Alonso vorne weg zog. Nach einigen herzhaften Duellen konnte Vettel dann schließlich am Briten vorbei gehen, doch da war der Ferrari schon außer Reichweite.

Bei McLaren lief es zeitweise richtig gut. Man hatte Hamilton auf P3 und Button in Lauerstellung auf P5, aber dann zerbröselte ein möglicher Erfolg, weil McLaren sich eine ungewöhnliche Fehlerkette erlaubte. Erst fiel Button aus, weil bei seinem Boxenstopp ein Rad nicht fest angezogen wurde. Der Lollipop-Mann hatte ihn zu früh los fahren lassen. Bei Hamilton sah es besser aus, aber offenbar hatte sich McLaren beim Sprit verkalkuliert, was ziemlich unverständlich ist. Silverstone gilt als Strecke, die wegen des hohen Vollgasanteils viel Sprit braucht, aber offenbar hatte McLaren darauf gehofft, dass die Strecke länger nass sein würde. Nasse Strecke = weniger Speed = weniger Verbrauch. Aber die Rechnung ging nicht auf und der Ex-Meister musste erst Vettel, später Webber passieren lassen. Am Schluss schaffte er es gerade so noch vor Massa auf P4.

In den letzten Runden wurde es aber noch einmal dramatisch, denn Vettel verlor plötzlich an Geschwindigkeit und hatte plötzlich Webber im Nacken, der zum Überholvorgang ansetzte. Vettel verteidigte, das Duell blieb sauber, aber dennoch funkte Red Bull, in dem Fall Christian Horner persönlich, an Webber, der solle die “Distanz” halten. Webber berichtet nach dem Rennen, dass man ihn wohl mehrfach befohlen hat, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber blieb zwar dahinter, meinte aber mit angesäuerter Mine nach dem Rennen, dass derartige Team Order seine Entscheidung, wo er 2012 fahren wird, dann doch beeinflussen würde.

Wie immer, kann man geteilter Meinung sein. Webber hatte im Rennen keine Chance gegen Vettel, obwohl Red Bull ihn immer als erster an die Box holte. Beim ersten Stopp könnte man noch sagen, dass man Webber eher reinholte, um die Strecke mit den Slicks für Vettel zu testen. Beim zweiten Stopp war das aber nicht mehr nötig. Auf der anderen Seite: Vettel hatte in den letzten Runden offenbar ein Problem, sein Vorsprung beträgt 80 Punkte auf Webber und 92 Punkte auf Alonso. Wäre Webber auf P2 gefahren, würde er “nur” 77 Punkte zurück liegen. Zu vergeben sind noch 250 Punkte. Natürlich muss man damit rechnen, dass Ferrari noch stärker wird, aber Vettel hat die WM auch dann, wenn Alonso alle Rennen gewinnt und er nur noch dritte Plätze einfährt. Die Aktion wird bei Red Bull noch für Ärger sorgen. Interessant an der Sache ist, dass Mark Webber in diesem Jahr eigentlich immer sehr ruhig war und sich, die Verlängerung seines Vertrages im Kopf, nicht aus dem Fenster gelehnt hat. Offenbar hat sich seine Vertragssituation verändert und Radio Fahrerlager vermeldet, dass Ferrari jetzt doch sehr am Australier interessiert ist.

Eine andere Frage ist, ob Ferrari auch dann gewonnen hätte, wenn Red Bull den Fehler nicht gemacht hätte. Die Antwort lautet wohl: Ja. Denn die Pace von Alonso und die technischen Probleme von Vettel (angeblich ging das KERS nicht, was aber laut TV-Bilder nicht stimmt) hätten Alonso sicher an die Spitze geführt. Eventuell wäre es auch über die Boxenstrategie gegangen. Was bedeutet: Ferrari ist dran.

Das könnte mit dem Mapping zu tun haben, um das es am Wochenende viel Ärger gab. Vor dem Rennwochenende hatte FIA die Stellung der Drosselklappen in den Kurven auf 10% festgelegt. Renault ist dagegen Sturm gelaufen. Zum einen, weil man die offenen Klappen braucht, um den Motor zu kühlen, zum anderen, weil Mercedes ein anderes System hat, was ihnen einen Vorteil verschafft. Samstag wollte die FIA wieder alles revidieren, dann fiel ihnen auf, dass man am Rennwochenende die Regeln nicht verändern kann. Red Bull akzeptierte dies zähneknirschend, wollte am unbedingt an diesem Wochenende noch eine Einigung erreichen, damit man für das nächste Rennen planen kann. Doch vermutlich Ferrari/Sauber und Williams sagten “Nein”, was Red Bull angeblich dazu brachte, mit einem Rückzug aus dem Rennen zu drohen.

Dabei ist nicht mal klar, ob das Mappingverbot Ferrari nicht auch trifft. Es ist schwer zu sagen, ob die Updates am Wagen, oder das Verbot des Mappings zum Sieg beigetragen haben. Hinter dem “Nein” könnte auch einfach Politik stecken. Wie in der Vorschau schon mal angedeutet, wird das Verbot Red Bull treffen und der Zeitverlust scheint bei so rund 4 Zehntel zu liegen, wenn man die Quali sieht, wo Alonso auf einem Zehntel dran war. Aber Webber war auch schneller als Vettel, der normalerweise wiederum drei bis vier Zehntel schneller sein sollte. Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen. Sauber und Williams können die Saison damit abhaken. Richtig blöd für Sauber, die auf den Bau eines angeblasenen Diffusor verzichtet hatten, weil die FIA ihnen signalisiert hatte, dass man die Sache verbieten wird.

Aber hinter Red Bull, Ferrari und McLaren gab es auch noch ein Rennen:

- Mercedes hatte eine okaye Ausgangsposition. Schumacher kam aus der ersten Runde auf P9 raus, Rosberg, der mal wieder einen schlechten Start hatte, auf P12. Die Mischbedingungen liegen Schumacher, der mal wieder richtig gut aussah, doch dann auf Kobayashi traf. Den räumte er in Brooklands fast ab, als er viel zu schnell innen reinstach. Klarer Fehler von ihm, die 10 Sekunden Stop/Go Strafe war dann allerdings etwas übertrieben. Ohne diesen Crash wäre P6 drin gewesen, Massa auf P5 hätte er aber nicht bekommen. Rosberg fuhr eher unsichtbar und landete auf P6, wo Mercedes auch hingehört.

- Renault leidet unter dem Mapping- und hot blown diffusor Verbot. Heidfeld, nach schwacher Quali nur auf P16, holte auf P8 immerhin noch Punkte, erreichte das aber auch dadurch, dass er einen Stopp weniger einlegte. Petrov lagen die Verhältnisse nicht und er verschwand im Mittelfeld. Für Renault sieht es düster aus, denn viel Geld um den Wagen umzubauen hat man auch nicht.

- Pech für Force India. Paul di Resta lag lange auf P6, dann verpatzte man einen Boxenstopp, weil man die Reifen für Sutil bereit liegen hatte, und nicht für den Schotten. Sutil lag am Anfang in den Punkten, rutschte dann aber raus und kam nur auf P11.

- Toro Rosso verlor Buemi nach einer Kollision mit di Resta, aber Alguersuari holte mal wieder Punkte auf P10.

- Pastor Maldonado lag ebenfalls in den Top Ten, aber der Williams hat einen schlechten Rennspeed und fiel zurück. Barrichello fiel gar nicht auf, landete aber am Ende auf P13 vor Maldonado. Noch schlechter lief es für Lotus, die beide Wagen in den ersten 10 Runden mit technischen Problemen verloren.

- Glock wurde “best of the rest”, Neuling Ricciardo kam immerhin ins Ziel.

In 14 Tagen geht es am Nürburgring weiter.

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June 20 2011

15:12

Formel Eins: Der James Allen Strategiereport Kanada

Ohne jede Zweifel war das GP von Kanada ein absoluter Klassiker. Alles war dabei: klasse Racing, Safety Cars, Regen, Kollisionen und einige sehr enge strategische Entscheidungen, die man oft mit wenig Daten im Rücken treffen musste.

Die Strategen hatten im letzten Rennen alle Hände voll zu tun und daraus wurde dann ein faszinierendes Rennen. Jenson Button gewann das Rennen, obwohl er eine Durchfahrtsstrafe bekam, 5 Boxenstopps plus zwei Kollisionen hatte und fast eine komplette Runde mit einem platten Reifen absolvierte. Die Leistung wird noch erstaunlicher, wenn man sich das Rennen so ansieht: Von den geplanten 70 Runden wurden nur 38 wirklich ein Rennen gefahren. Die anderen 32 Runden fanden hinter dem Safety Car statt. Und in Runde 40 war Button auf dem letzten Platz. Wie hat er das geschafft?

Die Antwort liegt in einer Mixtur aus Strategie, guten Rundenzeiten und Überholmanöver. Button und seine Strategen haben es einfach hinbekommen.

Das Rennen von Button unter dem Mikroskop

Um das Rennen von Button zu verstehen, muss man sich die Entscheidung von McLaren vor Augen führen, die seinen Wagen mit deutlich mehr Abtrieb ausgestattet hatten, als das bei der Konkurrenz der Fall war. Das gilt besonders für den Abtrieb im Heckbereich. Auch wenn er im Nassen nicht schneller war als die Konkurrenz, kam der Abtrieb und die Balance des Wagen voll zur Geltung, als er auf Intermediates unterwegs war. In dieser Phase holte er den größten Teil seines Rückstands auf. Als Beispiel: Er war in der 40. Runde letzter, aber in Runde 51 war er auf P9.

Man könnte sich das Rennen vor der Unterbrechung durch die rote Flagge ansehen, aber das wäre rein akademisch. Buttons Probleme durch die Kollisionen mit Hamilton und Alonso, seine vielen Stopps, der defekte Reifen und die Durchfahrtsstrafe waren Vergangenheit, als das SC in Runde 40 raus kam.

In diesem Moment wurde das Rennen auf Anfang gestellt. Ab hier, mit einem gut abgestimmten Wagen auf Intermediates, mit einem weiteren Stopp auf die Slicks und DRS holte er sich das Rennen, in dem er einen nach dem anderen überholte.

Er war in Runde 51 einer der ersten, die auf die Slick gewechselt hatten und dies war einer der entscheidenden Punkte. Webber war eine Runde zuvor an der Box gewesen und seine Sektorenzeiten zeigten, dass es Zeit für die Slicks war. Als Button auf P10 lag holte er sich seine Supersoft und kam sofort auf ein erstaunliches Tempo. Zu dieser Zeit lag er 27 Sekunden hinter Vettel.

Red Bull war in Kanada sehr vorsichtig mit den Entscheidungen für Vettel und wartete ein paar Extra-Runden mit der Entscheidung für die Slicks um ganz sicher zu gehen. Webber entschied sich früher für die weichen Reifen, teilweise um sich selber eine bessere Chance zu geben, teilweise, damit Red Bull sich die Daten anschauen konnte, um den richtigen Moment für Vettel zu finden. Sie blieben auch vorsichtig, als Button reinkam und liessen Vettel weitere 2 Runden draussen. Als Vettel endlich seine weichen Reifen hatte, war Button nur noch 15 Sekunden hinter ihm und vor allem 2 Sekunden pro Runde schneller.

Viele Fans fragen sich, ob Button auch ohne die letzte SC-Phase in den Runden 59/60 hätte gewinnen können. Vettel hat durch die SC-Phasen viel Zeit verloren, insgesamt waren das 20 Sekunden Vorsprung.

Aber selbst ohne die letzte SC-Phase wäre es eng geworden. Button war auf P4 und holte schnell auf Vettel auf. Bei 12 Runden Renndistanz betrug sein Rückstand noch 17 Sekunden, und er hätte Vettel vielleicht auch ohne SC geschnappt. Man sollte auch nicht vergessen, dass er Vettel mit Reifen eingeholt hat, die 2 Runden älter waren.

Ein paar Gedanken zu den konservativen FIA Renndirektoren

Eine interessanter Trend, den man in den letzten Rennen immer wieder sehen kann, ist dass Charlie Whiting dazu tendiert, dass SC schnell und sehr lange auf die Strecke zu lassen. Dazu kommen Anweisungen wie in Kanada, dass alle auf Full-Wets hinter der SC starten müssen. Es hat den Anschein, dass er immer mehr Risiko vermeiden möchte, was wiederum die Rennstrategie entscheidend beeinflusst.

In Kanada konnte man sehen, dass Team wie Sauber und Renault mit der vorsichtigen Einstellung von Whiting gerechnet hatten und davon ausgingen, dass Whiting das Rennen stoppen würde, nach dem das SC in Runde 20 raus kam.

Die meisten Teams nutzen das Safety Car um neue Reifen zu holen, aber Renault ließ Heidfeld und Petrov ebenso draussen, wie Sauber Kobayashi und De La Rosa. Force India ließ sogar Sutil draussen, der auf Intermediates unterwegs war. Alle hofften, dass die rote Flagge kommen würde, und die bekamen sie auch.

Auch wenn der Stopp hinter dem SC nur 14 Sekunden kostete, er führte dazu, dass die Mutigen/Geduldigen nach vorne gespüöt wurden. Und als das Rennen abgebrochen wurde, und Whiting entschied, dass alle auf Full-Wets starten müssen, bekamen sie auch noch ihren Reifenwechsel ohne Zeit zu verlieren.

Heidfeld kam von P6 auf P4, di Resta von P9 auf P6 und Sutil von P17 auf P13. Kobayashi konnte sich diebisch freuen, dass Alonso, Rosberg und Schumacher vor ihm auf Intermediates gewechselt hatten um dann festzustellen, dass sie beim neulich einsetzenden Regen einen Fehler gemacht hatten, was den Japaner auf P2 brachte. Und dann konnte er in der Unterbrechung bequem seine Reifen wechseln.

Man muss feststellen, dass die Kombination von Kobayashi und den Strategen von Sauber, die in der Vergangenheit schon mutige Entscheidungen getroffen haben, gut funktioniert. Er ist nicht nur ein exzellenter Fahrer, er spielt auch mit der Strategie.

(Zwei Anmerkungen von mir: 1. Sorry, dass der so spät kommt, ich hatte einfach keine Zeit für die Übersetzung. 2. Ich bin nicht ganz der Meinung von James, was die Annahme angeht, dass Button Vettel auch dann eingeholt hätte, wenn die letzte SC-Phase nicht gekommen wäre. 17 Sekunden in 12 Runden sind einfach etwas viel, zumal Button in den letzten Runden, als Red Bull und Vettel auf die nahende Bedrohung reagierten, auch nicht mehr so schnell ran kam. Der Fehler von Red Bull war, nach dem Restart Button nicht auf dem Schirm zu haben, weil man dachte, dass man mit Webber ein Polster haben würde. )

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June 14 2011

08:31

Formel Eins: Analyse GP Kanada 2011

Das Rennen in Montreal ist immer für viel Abwechslung gut, doch was man Sonntag sehen konnte, war Drama und Rennaction pur.

Im Grunde konnte man das enttäuschte Gesicht von Vettel auf dem Podium verstehen, doch eigentlich hätte er lachen müssen. Mal wieder ein zweiter Platz, dazu hatten sich alle Konkurrenten im Rennen selbst eliminiert, sieht man mal vom Mann ab, der auf dem Podium links neben ihm stand und übers gesamte Gesicht strahlte. Jenson Button war ein unfassbares Rennen gelungen, eines, das in die Geschichte eingehen wird, eines, dass die Karriere von Jenson Button auch in vielen Jahren überstrahlen wird und zu dem er wieder und wieder befragt werden wird: “Jenson, wie war das damals in Kanada?” Ich hab zu Hause meine Bibliothek in Sachen F1-Rennen gewälzt und im Netz geforscht. Aber ich habe niemanden gefunden, der nach zwei Unfällen, einer Durchfahrtsstrafe und sechs Boxenstopps vom letzten Platz im Feld ein Rennen gewinnen konnte. Dass, was Button da geleistet hat, war einfach brillant.

Dabei hatte sein Tag nicht gerade gut angefangen. Die merkwürdige Kollision mit seinem Teamkollegen war da nur die eine Sache. Man gibt Hamilton die Schuld, der, das sieht man auf den Bildern, auch weit davon entfernt war, auf gleicher Höhe zu sein. Button hatte das Recht, eine Linie zu fahren, die auch von allen anderen Fahrer genutzt wurde. Vermutlich rechnete er damit, dass Hamilton die innere Linie wählen würde, und wollte so für die dann folgende Linkskurve wiederum seine Linie abdecken. Hamilton entschied sich aber anders. Ein Rennunfall. Einerseits. Andererseits muss sich Hamilton den Vorwurf gefallen lassen, warum mal wieder davon ausging, dass man ihm freiwillig Platz macht. Das war schon in Monaco zu sehen, wo er sehr aggressiv zu Werke ging, in Kanada war das nicht anders.

Hamilton steht im Moment schwer in der Kritik. Aus dem Paddock sind im Moment viele Gerüchte zu hören, darunter solche, die sagen, dass er bei McLaren nicht mehr sonderlich glücklich ist. Button ist es gelungen, das ehemals reinrassige Hamilton-Team, in dem er eigentlich eine Art “1b” war, mehr und mehr auf seine Seite zu ziehen. Weitere Gerüchte bringen Hamilton mit Red Bull in Verbindung. Er soll am Wochenende in einem langen Gespräch mit Christian Horner gesichtet worden sein und die Idee, dass die Österreicher, mangels eigenen guten Nachwuchs, sich eine Verpflichtung von Hamilton vorstellen könnten, ist sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dazu kommt, dass er und Adrian Newey eine Freundschaft pflegen. Zumindest heizen die Gerüchte die “Silly Season” kräftig an.

Doch zurück zu Button. Der nutzte den Chrash mit Hamilton und die darauf folgende SC-Phase zu einem Boxenbesuch und holte sich Intermediates. Er blieb bis zur Rennunterbrechung um Mittelfeld, erlaubte sich danach aber den Luxus der Durchfahrtsstrafe und viel auf den letzten Platz zurück. Sein Glück war, dass es erneut eine SC-Phase gab. Sein Abstand zu Vettel betrug 30 Runden vor Schluss rund 12 Sekunden, wuchs aber bis Runde 50, als er schon wieder auf Platz 8 lag, auf 27.893 Sekunden an. In Runde 51 kam er zu seinem letzten Stopp, nahm die SuperSoft, fiel aber nicht zurück sondern reduzierte den Abstand zu Vettel, der später kam, auf 19.691 Sekunden in Runde 54. Rund 10 Sekunden vor ihm kämpften derweil Schumacher und Webber um P2. Die 20 Sekunden hätte er vermutlich nicht mehr aufholen können, hätte es nicht in Runde 58 eine weitere SC-Phase gegeben.

Wichtig war auch, dass er nach dem Restart in Runde 60 sehr schnell an Webber und Schumacher vorbei kam. Wäre er hier hängen geblieben, hätte er Vettel nicht mehr einholen können. Die vielen SC-Phasen haben seine Aufholjagd sicher stark unterstützt, aber es bleibt dabei, dass er vom Ende des Feldes bis zur letzten Runde, fast jeden vor ihm fahrenden Piloten überholen konnte. Sein Sieg war begünstigt durch den Fehler von Vettel, als der in der Schikane leicht auf nassen Teil des Asphalts kam und nicht sauber einlenken konnte, aber er war so knapp dran, dass er auf der Geraden vermutlich eh in DRS-Reichweite gewesen wäre.

Aber trotz allem: Ein sensationelles Rennen von Jenson Button.

Ebenfalls richtig gut unterwegs war Michael Schumacher. Ihm und seinen Mercedes kam das schlechte Wetter zu Gute, man hatte eine Mischabstimmung gewählt und auf etwas höhere Abtriebswerte gesetzt. Schumacher schnitt teilweise wie in seinen besten Zeiten durch das Feld, versuchte sich auf P2 liegend beim Restart sogar kurz an Vettel, der ihn aber auskonterte. Aber mit zwei schnellen Wagen hinter sich war er auf P2 einfach eine “sitting duck”. Ohne DRS, nur mit KERS, konnte er sich gegen Webber einigermaßen wehren, aber auf Dauer war klar, dass beide würde passieren lassen müsse. Für einen Moment dachte ich noch, dass der Taktikfuchs Schumacher Webber extra vorbeilassen würde, um ihn in der letzten oder vorletzten Runde mit DRS dann seinerseits auf der Geraden zu holen, aber Webber schaffte sich auf Slicks genug Polster, um genau das zu vermeiden.

Vettel hat das Rennen aber nicht nur wegen seines Fehlers verloren. Der kam überhaupt erst zustande, weil er sich gegen Button wehren musste. Der Weltmeister gab nach dem Rennen offen zu, dass er zwischen durch nicht aggressiv genug unterwegs war, weil kein Risiko eingehen wollte. Offenbar hatte aber auch der Red Bull Kommandostand die heran rollende Gefahr in Form von Button unterschätzt, sonste hätte man ihm früher ein “Push” gefunkt.

Ferrari, die auf der Strecke ohne Hochgeschwindigkeitskurven, erstaunlich gut aussahen, hatte dann ein desaströses Wochenende. Alonso, dessen Rennen eh etwas zäh lief, schmiss Button die Tür zu, als der in einer Schikane schon neben ihm war. Der F150 blieb auf einem Curb hängen und sah etwas traurig aus. Massa, der etwas besser darauf zu sein schien und das Rennen in Runde 20 sogar mal anführte, hatte etwas Pech. Bis Runde 51 lag er bequem auf P3, dann holte er sich neue Reifen und auf seiner Outlap kam ihm Karthikeyan in die Quere. Der Inder blieb beim Überrunden brav auf seiner Spur, nur ging Massa zum Überholen mit Slicks ins Nasse und drehte sich. Der Ferrari-Mann brauchte eine neue Nase und fiel auf P15 zurück, tobte dann aber durchs Feld und holte, auch begünstigt durch die letzte SC-Phase auf dem Zielstrich noch P6 vor Kobayashi. Der Abstand betrug gerade Mal 0,045 Sekunden.

Während Button, Vettel, Webber, Schumacher und Massa zu glänzen wussten, lief es für andere schlecht. Neben Hamilton war das Wochenende auch für Rosberg, Heidfeld und Sutil eher miserabel. Warum Rosberg nicht Schwung kam ist noch nicht bekannt, er blieb blass im Mittelfeld hängen. Für Heidfeld lief es besser, er hielt Petrov endlich mal hinter sich, blieb aber dann an Kobayashi mit dem Frontflügel hängen, als der aus Turn 2 nicht direkt rausbeschleunigte. Ein unter Fahrern üblicher Trick im Apex nicht Gas zu geben, sondern einen winzigen Moment zu warten, damit der andere vom Gas geht und damit Boden verliert. Heidfeld flog dann mit defekten Flügelwerk ab.

Sutil hatte mal wieder ein schlechtes Wochenende. Paul di Resta hatte ihm in der Quali 5 Zehntel aufgebrummt, im Rennen lief es auch nicht besser. Während Sutil im Mittelfeld rumkämpfte konnte di Resta, auch dank besserer Strategie, teilweise bis auf P5 vorfahren, bevor er sich in Runde 42 seinen Flügel an Wagen von Heidfeld zerstörte. Sutil zerdepperte seinen Flügel ebenfalls und stellte den Wagen dann später nach einem Zweikampf verbogen in der Box ab. Für Sutil wird die Luft langsam dünn, denn zum einen sind seine Rennen in diesem eher schlecht, zum anderen düpiert ihn di Resta an fast jedem Wochenende. Wie lange wird es dauern, bis Vijay Mallya dann Nico Hülkenberg mal ausprobiert?

Kurz zu den anderen:

- Mal wieder Lob für Petrov. Der behielt alle Teile am Auto und blieb auch auf der Strecke. P5 ist ein sehr gutes Ergebnis.

- Beide Toro Rosso in den Punkten. Alguesuari auf P8, Buemi auf P10.

- Endlich mal wieder Punkte für Williams, denn Barrichello kam auf P9. Dennoch enttäuscht der FW33 weiter auf der ganzen Linie.

- Etwas mehr hätte ich mir auch von de la Rosa erwartet, der ja für Perez eingesprungen war. Das war sicher knapp, das Auto nicht auf ihn vorbereitet, aber bei dem Chaos nur P12 ist dann doch etwas wenig. Nebenbei: Esteban Guiterrez, der eigentliche Test/Ersatzfahrer von Sauber, tobte auf Twitter in Mexikanisch, dass er nicht nach Kanada eingeladen worden sei. Das löschte er dann wieder und schrieb, immer noch angesäuert “It’s a shame to hear about Montreal, hope “Checo” gets better, but I never received indication to prevent this situation. I was ready..”

- Luizzi schipperte den HRT auf P13. Vor beiden Virgin und Lotus, die wegen technischer Probleme nicht voran kamen.

In der WM sieht es so aus:

Vettel – 161
Button – 101
Webber – 94
Hamilton – 85
Alonso – 69
Massa – 32
Petrov – 31
Heidfeld – 29
Schumacher – 26
Rosberg – 26

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada F1_Kanada_2011_1 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_4 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Qualifying F1_Kanada_2011_7 F1_Kanada_2011_8 F1_Kanada_2011_9 F1_Kanada_2011_10 F1_Kanada_2011_11 Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. F1_Kanada_2011_15 F1_Kanada_2011_16 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Canadian F1 Grand Prix - Qualifying Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_23 F1_Kanada_2011_24 F1_Kanada_2011_25 F1_Kanada_2011_26 F1_Kanada_2011_27 2011 Canadian Grand Prix 2011 Canadian Grand Prix F1_Kanada_2011_30

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May 25 2011

16:35

Formel Eins: Vorschau GP Monaco 2011

Das Highlight der Formel Eins Saison ist in diesem gleichzeitig ein Rennen, dessen Ausgang man so gar nicht vorhersagen kann.

Nach dem Rennen in Spanien rauchten auf Grund der unterschiedlichen Strategien der Teams noch die Köpfe, aber noch mehr Hirnschmalz wird man benötigen, wenn es diese Woche nach Monte Carlo geht. Der traditionelle Grand Prix passt eigentlich nicht mehr in die moderne Zeit. Zu eng, und doch zu schnell, keine Überholmöglichkeit, eine wahnwitzige Boxengassenausfahrt und das in diesem Jahr alles mit DRS und KERS. Dazu kommt, dass Pirelli in die Kiste mit der Aufschrift “Wenn schon, denn schon” gegriffen hat, und in Monaco zum ersten Mal in diesem Jahr Reifen der Marke “Medium” und “Super Soft” verteilen wird. Die “Medium” sollten kein Problem darstellt, bei den “Super Soft” sieht es anders aus. Die sollen, so Pirelli, so um die 10 Runden halten, was bei 78 Runden Fahrzeit kein Spaß sein wird.

So schnell die “Super Soft” auch sein werden – selbst wenn man im Rennen noch drei frische Sätze hat, werden die nicht reichen. Die Teams könnten also geneigt sein, die Wagen auf die “Medium” Variante abzustimmen, die im Rennen dann sehr lange durchhalten wird. Das wird interessante Strategien erleben, weil die Quali wieder etwas anderes verlangen könnte. Dazu später noch etwas mehr. KERS spielt in Monaco keine große Rolle, allein weil die Geraden zu kurz sind und der Vordermann, wenn er will, schön blocken kann. DRS ist, zum Unmut einiger, erlaubt, allerdings hat die FIA den Einsatz des klappbaren Heckflügels auch im Training im Tunnel verboten. Die DRS Zone im Rennen wird die Start/Zielgerade sein, wobei der Abstand nach der Ausfahrt vom Schwimmbad (T16) gemessen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass DRS in Monaco überhaupt etwas bringt. Wie man in Spanien und auf anderen Kursen gesehen hat, braucht es ein paar Sekunden, bis sich der Windschatten vernünftig aufbaut und bis dahin muss man vor St.Devote schon wieder in die Eisen.

Auf die Zusatzsysteme wird man sich also nicht verlassen können, also müssen die Fahrer, bzw. die Wagen ran. Red Bull sollte auch hier klarer Favorit sein, aber ausgerechnet in Monaco könnte ein Team auftauchen, dass man vielleicht nicht so auf der Rechnung hat: Mercedes. Deren Wagen hat den mit Abstand kürzesten Radstand aller Teams, was in den engen Ecken einiges bringen wird. Man kann den Wagen leichter übersteuerend auslegen, während der lange Radstand der anderen Wagen die Konkurrenz eher dazu zwingt, etwas untersteuernd zu sein, was in Monaco nicht so wirklich gerne haben möchte. Der Motor von Mercedes ist stark genug, vielleicht sieht man ja eine Überraschung.

Dennoch gelten Vettel und Webber als die logischen Siegerkandidaten, so groß war der Abstand in Spanien und in den anderen Rennen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man bei Red Bull in Monaco auch auf KERS zumindest im Rennen komplett verzichten wird, einfach auch, damit man eine Gefahrenquelle für einen Ausfall ausschalten kann. Sollte die Performace der Bullen wieder so überlegen sein, braucht man es eh nicht, da man vorne sein wird.

Natürlich werden die Reifen und die sich daraus ergebende Strategie eine große Rolle spielen. Es ist nicht vorher zu sagen, wer mit den “Medium” und wer mit den “Super Soft” Reifen gut umgehen kann. Drei Stopps scheinen in diesem Jahr die Regel zu sein, aber in Monaco haben schon viele mit anderen Strategien gespielt. Ein früher erster Stopp ist auf der Strecke nicht empfehlenswert, denn sollte sich einer aus dem Mittelfeld dazu entscheiden vielleicht nur zwei Stopps zu machen, hängt man evtl. hinter einem Rivalen, der einem wichtige Zeit kosten wird. Es wird wichtig sein, dass man sehr genau beobachtet, was die Konkurrenz so macht und wo die wenigen Lücken auf der Strasse sind.

Doch entscheidend wird in Monaco wie in jedem Jahr der Samstag sein. Wer die Qualifikation versaut, kann sein Rennen schon vergessen. Im Grunde ist alles ab P6 bei einem normalen Rennverlauf nicht mehr für einen Sieg gut, was auch die Strategie mit einspielen wird. Stimmt man den Wagen auf die “Medium” ab und riskiert etwas weiter hinten zu stehen, dafür aber mit längeren Stints die Kollegen stehen zu lassen. Oder geht man bei der Abstimmung auf die “Super Soft” und setzt alles auf die eine schnelle Runde in der Quali um möglichst weit vorne zu stehen, auch mit dem Risiko, dass man früher rein muss? Man wird am Donnerstag und Samstagmorgen sicher einige Varianten versuchen, das Ergebnis wird spannend sein.

In Monaco fährt allerdings auch immer die Unsicherheit mit, was Unfälle und den Einsatz des Safety Car angeht. Kommt das raus, dauert es meist, bis die Strecke wieder frei gegeben ist, was in dem Fall dann für all jene sein, wird mit den “Super Soft” gut umgehen können. Es gibt also eine Menge Unsicherheiten, was das Rennen angeht, aber das macht Monaco ja auch in jedem Jahr immer wieder aus.

Nicht vergessen! Die freien Trainings sind am Donnerstag! Freitag fährt dafür die GP2.

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