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December 30 2013

18:19

Michael Schumacher: Updates zum Unfall

Michael Schumacher hat bei einer Ski-Abfahrt einen schweren Unfall erlitten. Er liegt in einem künstlichen Koma, die Ärzte wagen kaum Prognosen abzugeben.

schumiDer siebenmalige Formel Eins Weltmeister Michael Schumacher kämpft um sein Leben. Was zunächst nach einem harmlosen Ski-Unfall aussah, entwickelte sich in den letzten 24 Stunden zu einem Drama. Erst heute wurde bekannt, wie kritisch es um das Leben von Schumacher steht. Auf einer Pressekonferenz wagten die Ärzte noch nicht mal eine Prognose, ob der Weltmeister den Unfall wird überleben können. Über Folgeschäden konnten sie schon gar keine Auskünfte geben. Wir werden in diesem Artikel und über Twitter immer wieder Updates geben, wenn sie von den Ärzten oder seiner Familie freigegeben werden. Der Übersicht wegen eine Zusammenfassung der Ereignisse.

29.12.2013
Bei einer Abfahrt in den französischen Alpen am Berg Saulire stürzte Schumacher abseits der Piste und schlug mit dem Kopf auf einen Stein. Schumacher trug einen Helm. Nach dem Unfall soll er ansprechbar gewesen sein, konnte aber nicht mehr richtig auf Fragen antworten. Schumacher wurde zunächst in eine Klinik nahe Albertville verlegt, von dort aus aber sofort in das Traumzentrum in Grenoble geflogen. Zunächst klangen die Meldungen wenig alarmierend, doch das sollte sich im Verlauf der nächsten Stunden ändern.

30.12.2013
Die behandelnden Ärzte in Grenoble haben eine Pressekonferenz gegeben. Darin gaben sie bekannt, das Schumacher ein
Schädel-Hirn-Trauma (SHT) erlitten hat. Über die genauen Verletzungen machten die Ärzte keine Angaben. Wohl aber klangen die Aussagen mehr als vorsichtig. Sein Zustand sei kritisch und nicht stabil, Prognosen könnten nur um Stundenabstand gemacht werden. Man sei nicht in der Lage detaillierte Angaben zu machen.

Der frühere Formel Eins Arzt Dr. Gary Hartstein erklärte die Aussagen der Ärzte in seinem Blog. Hier eine Übersetzung der wichtigsten Passagen:

“Was wissen wir bisher? Wir wissen, dass man Michael in einem tiefen künstlichen Schlaf hält und das man seine Körpertemperatur gesenkt hat. Dies ist Teil einer Strategie, um das Gehirn zu stabilisieren. Durch die Absenkung der Körpertemperatur erreicht man, dass das Gehirn weniger Sauerstoff benötigt” (Was Hartein meint: Weitere Anschwellungen können hierdurch verhindert werden, das Hirn wird “ruhiger gestellt”.)

Die Ärzte haben bestätigt, dass beide Hirnhälften vom Unfall betroffen sind, genaue Angaben hat man nicht gemacht. Hartstein hierzu. “Es kann drei Arten von Verletzungen geben. Erstens: das Hämatom (der Bluterguss) selber. Diese Ansammlung von Blut kann durch eine Operation entfernt werden (was schon geschehen ist). Michael wird permanent auf weitere Blutergüsse gescannt.”

“Zweitens gibt es Quetschungen. Diese sind grundsätzlich schwarz-blauen Flecken im Gehirn. Sie resultieren aus den stumpfen Kräften, und bestehen im Bereichen der Schwellung aus Blut, das aus den Gefäßen in das Gewebe eingedrungen ist. In der Regel nicht so schlimm, hinterlässt aber manchmal kleine Hohlräume.”

“Der dritte Typ von Verletzungen ist der mikroskopischen Ebene. Sie bestehen aus Schäden an den Bündeln von “Kabel” (Axon), also Gruppen von Gehirnzellen. Diese Art von Schäden nicht ohne weiteres mit Standard-Bildgebung sichtbar, werden aber oft mit “mangelhaft neurologischen Ergebnis” assoziiert. Diese Läsionen werden nicht speziell behandelt, vielmehr bemüht man sich sie nach klassischen neurointensiven Grundsätzen zu behandeln.”

Wie erwähnt gibt es keine genauen Angaben über die tatsächlichen Verletzungen. Die Aussagen der Ärzte lassen den Schluss zu, dass Schumacher in großer Lebensgefahr schwebt und die Ärzte nur abwarten können. Über mögliche Folgeschäden zu spekulieren verbietet an dieser Stelle zum einen der Anstand, zum anderen sind derartige Aussagen zum jetzigen Zeitpunkt auch gar nicht machbar. Das gilt auch für die Heilungschancen.

Um dennoch etwas positives sagen zu können, sei an Cristiano da Matta erinnert. Der ehemalige Champ-Car Pilot kollidierte 2006 bei Testfahrten in Road America mit einem Hirsch. Er erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und lag knapp vier Wochen auf der Intensivstation. Nach einer intensiven Reha konnte da Matta 2008 wieder Rennen fahren.

Das gesamte Racingblog Team drückt Michael Schumacher alle Daumen und wir senden unsere besten Wünsche an seine Familie.

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October 20 2013

09:49

BTCC: Analyse Brands Hatch GP

Andrew Jordan ist der BTCC-Champion 2013. Am letzten Wochenende gingen die drei letzten BTCC-Rennen des Jahres über die regennasse Bühne des altehrwürdigen GP Circuits von Brands Hatch.

hi_10461_53ca34 bzw. 35 Punkte Vorsprung auf die Markenkollegen Neal und Shedden ließen die Sache vor dem Saisonfinale zunächst recht sicher für Jordan erscheinen. Ein bärenstark auftretender Jason Plato, der den von mir vor kurzem als „Schönwetterauto“ abgestempelten MG zu zwei souveränen Siegen im strömenden Regen navigierte und der erste Ausfall für Jordan in diesem Jahr, der ihn ausgerechnet im zweiten Rennen des Tages traf, in dem er den Sack eigentlich schon hätte zu machen können, ließen die ganze Situation dann doch noch mal äußerst spannend werden und die Meisterschaft bis zum letzten Rennen der Saison offen bleiben.

hi_10439_1ec1Doch gehen wir etwas chronologisch vor. Die Qualifying-Stärke, die die MG in den letzten Rennen gezeigt hatten, konnten Plato und Tordoff auch in Brands Hatch, das sich am Samstag noch in bestem sonnigen Herbstwetter zeigte, ausspielen und sich souverän Reihe eins sichern. Die weiteren Positionen der Meisterschaftsaspiranten: Andrew Jordan und Gordon Shedden qualifizierten sich direkt dahinter in Reihe zwei auf den Positionen drei und vier. Colin Turkington mit allerdings nur noch sehr theoretischen Meisterschaftschancen fuhr seinen BMW auf Startplatz sechs. Fehlte also nur noch Matt Neal. Aber für den Dynamics-Piloten lief so ziemlich alles schief. Ohnehin gehandicapt durch einen gebrochenen Finger (Karate-Training …), der zwei Operationen vor Brands Hatch erforderlich machte, zerstörte er seinen Honda bei einem heftigen Unfall im Qualifying ausgangs Paddock Hill Bend. Ergebnis: Ein kaputtes Fahrzeug, das den Mechanikern eine lange Nacht bereitete, und ein sichtlich durchgeschüttelter Matt Neal, der letztendlich nur von Startplatz 16 ins erste Rennen gehen konnte.

hi_10440_cd94Erwähnenswert ist abseits des Meisterschaftsgeschehens noch: Der fünfte Startplatz für den im Qualifying wieder einmal sehr starken Adam Morgan, Startplatz sieben für Tom Onslow-Cole als bester Ford und der großartige zehnte Platz für Jake Hill im zweiten Rob Austin-Audi, der hier in Brands Hatch zum ersten Mal in einem NGTC-Auto saß und zu seinem erst zweiten BTCC-Rennen antrat. Die Platzierung bedeutet nicht nur eine auf Anhieb bessere Leistung als sie Will Bratt als Full-Time-Kraft das ganze Jahr über im Audi gezeigt hatte, sondern auch einen Startplatz zwei Positionen besser als Teamchef Rob Austin.

hi_10459_cf4bTrotz des strömenden Regens, der über den gesamten Rennsontag anhalten sollte, ging Rennen eins relativ unspektakulär über die Bühne. Jason Plato setzte die Pole Position in einen Start-Ziel-Sieg um. Dahinter konnte sich Shedden an Tordoff vorbei arbeiten und sich den zweiten Platz sichern. Andrew Jordan ließ in einer eher defensiven Fahrt Tom Onslow-Cole passieren und kam auf Platz fünf ins Ziel. Punkte sichern ohne im Regen unnötiges Risiko einzugehen lautete seine Herangehensweise. Eine bärenstarke Fahrt zeigte dahinter Matt Neal, der sich mit gebrochenem Finger im gerade wieder aufgebauten Honda bis auf Platz sechs nach vorne arbeiten konnte. Für Colin Turkington waren die letzten Chancen auf die Meisterschaft dagegen bereits nach der ersten Kurve dahin. Ausgangs von Paddock Hill verabschiedete sich der Meister des Jahres 2009 in einen Dreher und wurde ausgerechnet von seinem Teamkollegen Nick Foster frontal auf die Hörner genommen. Turkingtons Ausfall bedeutete zugleich den zweiten Independent-Titel in Folge für Andrew Jordan. Angesichts des Kampfes um die Gesamtwertung war dieser Erfolg aber nur schmückendes Beiwerk für den Eurotech-Piloten.

hi_10452_c326Im zweiten Rennen kam dann das große Drama. Mit einer weiteren soliden Fahrt in die Punkteränge hätte Jordan schon alles klar machen können. Aber wie das meistens so ist, wenn man sich in der „danger zone“ (O-Ton Tim Harvey) im Mittelfeld aufhält und es auch noch in Strömen regnet, kommt ganz schnell alles ganz anders. Das Drama begann bereits am Start, als Jordan hinter Rob Collard auf Platz sieben zurückfiel. Zwischen dem vor ihm liegenden BMW und Verfolger Matt Neal dahinter eingeklemmt fand sich Jordan im dichten Verkehr wieder. In Runde zwei setzte dann Áron Smith hinter Matt Neal fahrend ausgangs Graham Hill Bend zu einem Doppelüberholmanöver der beiden Honda an. Jordan, der kein Risiko eingehen wollte, ließ den Ford von Smith passieren. Ungünstigerweise versuchte Smith dann vor Surtees auch noch den BMW von Collard zu überholen, was zu einer Kollison führte und den WSR-Piloten in einen Dreher brachte. Jordan versuchte dem unmittelbar vor ihm kreiselnden BMW auszuweichen, wurde dabei aber unglücklicherweise von Matt Neal am linken Hinterrad getroffen.

hi_10445_239fEine gebrochene Aufhängung und der erste Ausfall des Jahres waren die bittere Folge. Dass auch Matt Neal weit zurück fiel und letztendlich wegen eines Feuers im Motorraum die Zielflagge nicht sehen sollte, war sicherlich nur ein schwacher Trost, denn der Champion des Jahres 2011 war ohnehin aus dem Meisterschaftsrennen raus. Stattdessen brachte sich Jason Plato mit einem weiteren Sieg völlig überraschend zurück in den Kampf um die Meisterschaft. Damit hatte vor Brands Hatch sicherlich niemand gerechnet, aber der dreifache BTCC-Champion hatte mit nur noch 15 Punkten Rückstand auf einmal realistische Titelchancen (bestärkt dadurch, dass Jordan das dritte Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen musste). Außerdem noch mit im Titelrennen war der amtierende Champion Gordon Shedden, der es nach einem brachialen Quersteher am Start im zweiten Rennen auf Platz sieben geschafft hatte. Der Schotte hatte vor Lauf drei 20 Punkte Rückstand und musste, um seinen Titel zu verteidigen, siegen, während Jordan keine Punkte holen durfte.

Und weil diese ganze Situation noch nicht spannend genug war, zog BTCC-Direktor Alan Gow ausgerechnet Shedden auf die Pole Position für das dritte Rennen. Die Ausgangslage bot somit folgendes Bild: Shedden mit 20 Punkten Rückstand auf der Pole Position und mit der Mission zum Siegen. Plato mit 15 Punkten Rückstand auf Startplatz sieben und mit dem bisher großartig gehenden MG ebenfalls zum Siegen oder mindestens Platz zwei verpflichtet. Und Tabellenführer Jordan in der letzten Startreihe mit der Aufgabe, im Regen möglichst rasch nach vorne zu kommen und so viele Punkte zu retten wie möglich. Shedden wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan gleichzeitig keine Punkte holt. Plato wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan nicht über Rang zwölf hinaus kommt.

hi_10448_95cbDie ersten Rennrunden waren folglich vor allem davon bestimmt, zu schauen, auf welcher Position Jordan mittlerweile liegt. Und eines Meisters würdig arbeitete sich Jordan sukzessive durchs Feld, machte Position um Position gut und profitierte dabei auch von einigen Ausfällen und Ausrutschern. Bereits nach fünf Runden lag er so weit in den Punkterängen, dass der Titel so gut wie sicher schien. Letztendlich konnte er bis auf Rang neun vorfahren und kam damit sogar noch einen Platz vor Jason Plato ins Ziel, für den es in diesem Rennen mit vollem Zusatzballast überhaupt nicht lief.

hi_10465_0f43 An der Spitze siegte Shedden, auch wenn er sich zeitweise des bärenstarken Jack Goff im Gilham-Vauxhall erwehren musste, der mit Rang zwei sein bestes Saisonresultat einfuhr und dem Team von Tony Gilham somit noch ein Podium zum Saisonabschluss bescherte. Immerhin brachte der Sieg dem amtierenden Champion Shedden noch die Vizemeisterschaft ein – nur sieben Punkte hinter Jordan. Platz drei in der Meisterschaft ging an Jason Plato mit 17 Punkten Rückstand. Für Matt Neal, der bis zu seinem katastrophalen Wochenende in Rockingham weite Teile der Saison geführt hatte, reichte es letztendlich – auch wegen eines mageren 14. Platzes im dritten Rennen – nur zu Meisterschaftsrang vier. Dahinter schaffte Colin Turkington in der Debutsaison des neuen NGTC-BMW einen insgesamt respektablen fünften Platz in der Meisterschaft.

hi_10468_7785aHier alle Endstände des Jahres (pdf).</a></p> <p>a<a href=" http:="" target="\">Und hier alle Gesamtergebnisse des Wochenendes.

Brands Hatch war meiner Meinung nach ein würdiges Saisonfinale einer sehr interessanten BTCC-Saison, bei der es bis zum letzten Rennen spannend blieb. Und Andrew Jordan ist ein mehr als verdienter Champion des Jahres 2013. Nicht nur, dass sich der Youngster ohnehin zu einem der schnellsten und besten Piloten im Feld entwickelt hat und eine tolle Konstanz über den gesamten Saisonverlauf gezeigt hat; der Erfolg zeigt auch, dass ein professionell geführtes Privatteam in der Lage ist, den Titel zu holen. Der Erfolg des Eurotech-Teams rund um den Teamboss und ehemaligen BTCC- und Sportwagenpiloten Mike Jordan erinnert ein wenig an die Zeit, als das Halfors-/Dynamics Team mit den privat eingesetzten Honda Integra die Werksteams ärgern konnte und mit Matt Neal zwei Meisterschaften in den 2000er-Jahren einfuhr.

Was sonst noch war

Einige Dinge, die im Kampf um die Meisterschaft etwas untergingen, sollen nicht unerwähnt bleiben:
hi_10446_840bShaun Hollamby brachte den guten alten Golf des AmD-Tuning Teams zu einer letzten Ausfahrt nach Brands Hatch. Eigentlich hatte man sich ja einen der ehemaligen S2000-Civics zugelegt, um James Kaye noch den Kampf um den Titel in der Jack-Sears-Trophy zu ermöglichen. Eine Verletzung Kayes zur Mitte der Saison und die dominante Siegesserie von Lea Wood machten dem Plan aber einen Strich durch die Rechnung. Und so klemmte sich Teamboss Shaun Hollamby für das Finale noch mal selbst hinter das Steuer des VW. Und auch wenn der Golf über das gesamte Wochenende zu den langsamsten Autos im Feld gehörte, konnte Hollamby sich im ersten Rennen am Sonntag begünstigt durch glückliche Umstände den Sieg in der mit nur noch drei Autos besetzten Jack Sears Trophy holen. Die Konkurrenten Wood und Griffin waren im strömenden Regen in Dreher verstrickt und so gab es zum Abschied noch mal einen Pokal für den Golf. Die weiteren Siege des Tages sicherte sich dann standesgemäß Lea Wood, der bereits seit Rockingham als Meister in der Jack Sears Trophy feststeht. Wie es im nächsten Jahr mit der Trophy weitergeht, bleibt abzuwarten. Wood wird sicherlich in ein NGTC-Auto wechseln wollen und ob sich überhaupt noch genügend S2000-Autos finden, darf als fraglich gelten.

hi_10467_f0e6Die Leistung der Fords war am Brands-Hatch-Wochenende konstant gut. Tom Onslow-Cole sicherte sich im ersten Rennen den vierten Platz und die Teamkollegen Mat Jackson und Áron Smith kamen sowohl im zweiten als auch im dritten Rennen auf die Plätze drei beziehungsweise fünf. Zwar bleibt die Performance der Ford in diesem Jahr unterm Strich klar enttäuschend und deutlich hinter den Erwartungen des Teams zurück, Brands Hatch bedeutete aber immerhin einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss. Hervorzuheben ist dabei außerdem Áron Smith, der sein Auto im freien Training – ähnlich wie Matt Neal im Qualifying – ausgangs Paddock Hill vehement in die Leitplanke warf und so heftig einschlug, dass es ihn aushebelte und auf die Seite warf. Auto kaputt und Fahrer ordentlich durchgeschüttelt waren neben einem Startplatz am Ende des Feldes die Ergebnisse. Gemessen daran war Smith‘ Leistung in den drei Rennen sehr respektabel.

Und 2014?

Zum Abschluss noch ein paar bestätigte Fahrer-Team-Fahrzeugkombinationen für die kommende Saison. Ein detaillierterer Bericht hierzu wird noch folgen:

- Team Dynamics hat kurz nach dem Saisonfinale bekannt gegeben, dass man für 2014 komplett neue Fahrzeuge entwickeln wird. Fest steht, dass es wieder Hondas sein werden und man weiterhin als Werksteam für die japanische Marke auftreten wird. Ein Modellwechsel ist allerdings gut möglich (Accord?). Im nächsten Monat will man konkretere Pläne vorstellen. Ob das neue Fahrzeug dann nur bei Dynamics zum Einsatz kommt oder man es auch dem Eurotech-Team zur Verfügung stellt, bleibt abzuwarten.

- Welch und Austin haben ihr Engagement in der BTCC 2014 bestätigt. Bei Welch wird man wohl außerdem einen komplett neuen Proton Persona aufbauen und will insgesamt zwei Wagen einsetzen. Austin hat bisher nur einen Audi A4 bestätigt, für den zweiten wird wohl wieder ein zahlungskräftiger Fahrer gesucht werden müssen.

- Neu im Feld sehen wir wahrscheinlich das Rotek-Team rund um US-Boy Rob Holland. Nachdem man die Ex-Arena Motorsport Ford Focus aus der WTCC gekauft hatte, diese aber dann doch nicht einsetzte, plant man für 2014 einen Einstieg in die BTCC mit zwei selbst entwickelten Audi A3. Unterstützung kommt hier von Tony Gilham, der ja irgendwie überall gerne mitmischt ;)

- Bereits beim letzten Mal erwähnt hatte ich, dass die Cicely-Mannschaft eine Mercedes A-Klasse für 2014 entwickelt. Bisher lauten die Pläne nur für ein Einwagen-Team mit Adam Morgan als Fahrer. Hier drücke ich sehr die Daumen, dass es mit der Fahrzeugentwicklung klappt, denn eine weitere Marke, noch dazu ein Mercedes, wäre eine tolle Bereicherung für die BTCC.

- Weitere Bereicherung werden wohl auch zwei Renault Megane bieten, die derzeit in der Entwicklung sind. Hier ist allerdings noch unklar, welches Team die Megane einsetzen wird. Das Projekt wurde vom Ingenieur Philip Morgan angestoßen, der die Autos bauen lassen möchte und sie einem Team für den Einsatz dann zur Verfügung stellt. Klingt alles noch etwas nebulös, aber wir werden sehen …

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August 10 2013

11:37

BTCC: Analyse Snetterton

Die Rennen der BTCC in Snetterton boten einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag mit viel Lackaustausch und drei verschiedenen Siegern in den drei Rennen. Angesichts der Dominanz der MG im Qualifying war das so nicht unbedingt zu erwarten.

hi_10172_a009Bereits in den freien Trainigssessions bestätigen die MG mit Bestzeiten die gute Form, die sie bereits Mitte Juli bei den Reifentests in Snetterton gezeigt hatten. Im Qualifying sicherte sich dann Sam Tordoff die erste Pole Position seiner Karriere vor Teamkollege Jason Plato. Dass Tordoffs Pole-Zeit dabei gut eine Sekunde schneller war, als die beste Qualifying-Zeit des letzten Jahres unterstrich nicht nur die gute Form der MG in Snetterton, sondern zeigt auch den Sprung, den die NGTC-Fahrzeuge in Sachen Leistung in den letzten Monaten gemacht haben. Insbesondere bei den Top Teams wurde viel entwickelt, was es mittlerweile kleineren Teams, wie Rob Austin Racing oder Frank Wrathalls Dynojet-Team schwer macht, mit der Spitze mitzuhalten – letztes Jahr gehörten beide genannten noch zu den Siegkandidaten, während in diesem Jahr nur wenig nach vorne zu gehen scheint.

hi_10153_dd2aZurück zum Qualifying: Hinter den MG platzierten sich die Honda von Shedden und Jordan, gefolgt von Colin Turkington im BMW. Alle Verfolger in der Meisterschaft (siehe Vorschau zur zweiten Saisonhälfte) waren damit auf den vorderen Rängen platziert. Der Meisterschaftsführende Matt Neal patze dagegen im Qualifying. Beeinträchtigt durch volles Zusatzgewicht, mangelnden Turbo-Boost und einem nicht näher beschriebenen technischen Problem langte es für den Dynamics-Fahrer nur zu Startplatz elf. Neal zeigte sich anschließend angefressen und wetterte gegen die Beschneidung der Honda durch deutlich geringeren Ladedruck als die Konkurrenten.

Tatsächlich ist es so, dass die BTCC vor allem über die Anpassung des Ladedrucks bei den NGTC-Autos eine BoP vornimmt. Und es ist ja kein Geheimnis, dass der Civic mutmaßlich das schnellste Auto im Feld ist und folglich am meisten unter einer solchen Begrenzung leidet. Neal beklagte vor allem, dass ihm auf den Geraden bis zu sechs mph Höchstgeschwindigkeit fehlten und er damit gegen andere Autos schlicht machtlos sei. Im Rennen hab ich versucht das zu verfolgen und tatsächlich kämpfte Neal auf den Gerade oft mit stumpfen Waffen; vor ihm fahrende Fahrzeuge konnten sich mühelos mehrere Wagenlängen absetzen. Gleichwohl waren diese Unterschiede in der Geschwindigkeit bei den Honda von Shedden und Jordan nicht so eklatant. Auch deren Civics gehörten zwar nicht zu den schnellsten Fahrzeugen wenn es geradeaus ging, aber Shedden konnte nichtdestotrotz auf den Geraden sogar Angriffe aus dem Windschatten setzen. Die Diskussion ist spannend und es bleibt abzuwarten in welche Richtung sie führt.

hi_10146_dc18Eine gute Leistung im Qualifying zeigten übrigens Áron Smith, Adam Morgan, Jack Goff, Dave Newsham und Dan Welch, die sich hinter den genannten Meisterschaftsanwärtern die Startplätze sechs bis zehn sichern konnten. Insbesondere Áron Smith sechster Platz ist dabei erwähnenswert, da er diesen mit nur einer gezeiteten Runde zustande brachte und im nächsten Versuch seinen Ford ausgangs der ersten Kurve nachhaltig verschrottete. Glücklicherweise blieb Smith trotz des recht starken Impacts, der das Auto sogar kurz in die Luft beförderte, unverletzte und auch sein Fahrzeug konnte bis zum Rennstart repariert werden.

Hervorzuheben ist außerdem noch die gute Leistung von Jack Goff im Vauxhall Insigina, der mit Platz acht sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis herausfuhr und damit auch schneller war, als Tom Onslow-Cole im (mutmaßlich schnelleren) VW CC des Teams (14.). Schnellster S2000-Pilot war Lea Wood auf Position 22. Die gesamten Qualifying-Ergebnisse können

April 02 2013

16:00

BTCC: Analyse Brands Hatch

Die BTCC startete am Osterwochenende mit drei Sprintrennen auf dem Indy-Circuit von Brands Hatch in die Saison 2013. Mann des Wochenendes war Jason Plato, der zwei Siege und die Führung in der Meisterschaft einfahren konnte.

hi 9586 b5c5 300x200 BTCC: Analyse Brands HatchDas bestimmende Thema am Wochenende war jedoch zunächst die Kälte. Zwar blieb der Himmel Samstag und Sonntag meist klar, aber Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und immer wieder leicht einsetzender Schneefall machten nicht nur Teams, Fahrern und Zuschauern zu schaffen, sondern vor allem auch den Reifen, die schwer auf Temperatur zu bringen waren. Das winterliche Osterwetter führte auch dazu, dass man nach dem Wochenende nur bedingt eine Antwort auf die eigentlich sehr interessante Frage, wie sich der neu eingeführte, weichere Option-Tyre auf die Performance auswirkt, bekommen konnte. Grundsätzlich schien er für die meisten Fahrer eher ein Nachteil zu sein, da er nicht zu einem signifikant höheren Tempo führte, sondern ganz im Gegenteil trotz der niedrigen Temperaturen nach einigen Runden schnell abbaute.

Doch beginnen wir am Anfang. Im Qualifying konnte sich Andrew Jordan die Pole Position für Rennen 1 sichern. Dabei begann das Zeittraining gleich mal in bester BTCC-Manier und die Probleme mit den niedrigen Reifentemperaturen wurden schnell offensichtlich. Zunächst drehte sich Jeff Smith in seinem Pirtek-Honda gleich bei der Ausfahrt aus der Boxengasse den Hang bei Paddock-Hill hinunter. Kurz darauf erwichte es auch BTCC-Rückkehrer Colin Turkington ausgangs Druids. Dieser blieb nach einem halben Dreher so unglücklich auf der Ideallinie stehen, dass Jack Goff ihn im gerade erst neu aufgebauten Vauxhall-Insignia breitseits erwischte. Folge waren zwei zerstörte Autos und eine rote Flagge zum Aufräumen. Anschließend purzelten die Zeiten recht rasch, wobei sich vor allem die Dynamics-Honda und Andrew Jordan im Pirtek-Honda an der Spitze des Zeitenboards abwechselten. Als dann zur Mitte des Qualifyings Schneefall einsetze und die Strecke feucht werden ließ, war die Messe schnell gelesen. Keiner konnte sich mehr verbessern und Jordan behielt die Bestzeit. Auf P2 kam Champion Gordon Shedden, gefolgt von Jason Plato, Mat Neal und Sam Tordoff. Drei Hondas und beide MGs in den Top5 schien bereits eine Ansage an die Kräfteverhältnisse für die BTCC-Saison 2013 zu sein und sollte sich auch später im Rennen bestätigen lassen. Auch Jeff Smith im zweiten Pirtek-Honda fuhr stark und erreichte mit P8 ebenfalls die Top10. Dave Newsham auf P6 und Adam Morgan auf P10 unterstrichen die bereits in den freien Trainings angedeutete, gute Leistung der Toyota. Frank Wrathall im Dynojet-Toyota hätte hier ebenso gut mitmischen können, bekam aber seine Zeiten gestrichen, weil er bei der Inspektion mit einer falschen Fahrzeughöhe auffiel – ein Problem, das am Rennsonntag noch weitere Opfer fordern sollte. Eine großartige Leistung zeigte Rob Austin in seinem Audi auf P7. Ebenso überraschend war Nick Foster als bester BMW auf P9, der damit schneller als Teamkollege Rob Collard auf P13 war. Enttäuschend dagegen war die Leistung der Motorbase-Ford, die außerhalb der Top10 blieben und auf die Plätze 12 (Mat Jackson) und 14 (Aron Smith) kamen. Bester Super 2000-Fahrer war Lea Wood im Vauxhall Vectra auf Position 16. Direkt dahinter qualifizierte sich Tom Onslow-Cole im Volkswagen CC. Dessen Leistung mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die Spitze ist insofern erwähnenswert, als dass man den neu aufgebauten CC erst am Samstag-Morgen an die Strecke gebracht und ohne jeglichen Testkilometer aus dem Hänger heraus in die Boxengasse geschoben hatte.

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Schneefall gab es dann zum Start von Rennen 1 zwar nicht, aber trotzdem blieb es bitterkalt. Einzig Rob Austin, Rob Collard, Adam Morgan und Colin Turkington entschieden sich vor dem Start für den weicheren Option-Tyre. Bei Austin schien diese Idee zunächst auch aufzugehen. Mit einem Raketenstart beförderte er sich von Startplatz 7 kommend noch vor der ersten Kurve auf Position 2. Dahinter läutete Champion Gordon Shedden seine BTCC-Saison mit einem ordentlichen Quersteher ausgangs Paddock Hill Bend ein, der zwar glimpflich ausging, aber dazu führte, dass sein Teamkollge Matt Neal ausweichen musste und dabei leicht mit dem Toyota von Dave Newsham aneinander geriet. In der Folge zeigte sich bei Neal Rauchentwicklung am rechten Hinterrad und auch Newsham musste einige Runden später sein Auto mit einem Folgeschaden abstellen.

Ende der ersten Runde konnte Rob Austin mit seinen weicheren Reifen dann erfolgreich den führenden Jordan angreifen, der dabei leicht neben die Ideallinie geriet und auch Jason Plato vorbei lassen musste. In der zweiten Runde löste Rookie James Cole eine Safety-Car-Phase aus, als er seinen Insignia im Kiesbett parkte. Der Restart erfolgte in Runde 7 und schnell konnte sich ein Führungstrio aus Rob Austin, Jason Plato und Andrew Jordan absetzen. Dahinter folgten Matt Neal, Sam Tordoff, Gordon Shedden, Mat Jackson, Jeff Smith und der vom letzten Startplatz heranstürmende Frank Wrathall. In Runde 14 hatten sich die Hoffnungen auf den ersten Sieg für Rob Austin allerdings erledigt, als seine Option-Tyres plötzlich signifikant einbrachen und er zunächst Plato und später auch Jordan ziehen lassen musste, die sich in der Folge auch beide von ihm absetzen konnten. Am Ende der Top 10 konnte der ebenfalls auf den weichen Reifen gestartete Adam Morgan auch nicht besonders auftrumpfen, sondern war vor allem mit dem Haushalten des Reifenverschleiß beschäftigt.

In Runde 16 kamen dann etwas überraschend beide Dynamic-Hondas in die Box. Matt Neal ließ seinen Schaden, den er durch die Kollision in der ersten Runde erlitten hatte, beheben und bei Gordon Shedden hatte sich kurz zuvor Gras vor dem Kühler gesammelt, als er bei dem Versuch seinen Teamkollegen auf der Start-Ziel-Gerade zu überholen, ausweichen musste. Beide Honda verloren in der Folge eine Runde und kamen auf den enttäuschenden Plätzen 19 (Shedden) und 21 (Neal) ins Ziel. Ein ähnliches Problem wie Shedden hatte auch Mat Jackson, der in seinem Ford in die Top 10 vorgefahren war, als in Runde 21 plötzlich sein Motor ausging, weil der Kühler durch Gras verstopft war.

An der Spitze des Feldes holte unterdessen Andrew Jordan immer weiter auf den führenden Plato auf. In der letzten Runde war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen Angriff versuchen würde. Dieser kam dann pünktlich in der letzten Kurve und hätte beinahe mit einem Eklat geendet. Plato hatte die Einfahrt in Clearways nicht ganz sauber erwischt und Jordan sah auf der Innenseite eine Lücke, die Plato aber sofort schloss. Jordan knallte dem MG dadurch auf das rechte Hinterrad und beide rodelten im Parallelflug ins Kiesbett. Wundersamerweise kamen beide aber sofort wieder aus diesem heraus und stürmten Staub hinter sich her ziehend noch vor dem an dritter Stelle liegenden Rob Austin in Richtung Ziellinie. Dahinter kamen die stark fahrenden Tordoff und Smith vor dem vom letzten Startplatz aus gestarteten Frank Wrathall ins Ziel. Es folgten Adam Morgan (Toyota), Colin Turkington (BMW), Aron Smith (Ford) und Ollie Jackson (Toyota). Der Sieg in der Jack Sears Trophy ging überraschenderweise an James Kaye im VW Golf. Den Punkt für die schnellste Rennrunde gewann Rob Austin, der zumindest in den ersten Runden als seine weichen Reifen noch frisch waren, sehr gute Rundenzeiten hinlegen konnte. Interessanterweise gab es nach dem Rennen im Parc Ferme keine bösen Worte zwischen Plato und Jordan wegen des Vorfalls in der letzten Kurve. Beide lachten und zeigten gute Laune über diesen „racing incident“. Da haben wir Jason Plato nach ähnlichen Vorfällen auch schon ganz anders gesehen …

aHier das gesamte Rennergebnis.

hi 9576 e236 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9572 15bf 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9556 2a15 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9578 d569 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch

Für Rennen 2 entschieden sich mit Sam Tordoff, Ollie Jackson, Dan Welch und Will Bratt wieder nur vier Fahrer für die weichere Reifenmischung. Beim Start kam Rob Austin dank seines Heckantriebs erneut gut weg, schnappte sich Jordan und bog Seite an Seite mit Polesitter Plato in Paddock Hill Bend ein. Auch Colin Turkington kam mit dem West Surrey-BMW gut weg, konnte die beiden Toyota von Morgan und Wrathall überholen und auf P5 vorfahren. Wrathall wollte das aber nicht so recht auf sich sitzen lassen und setzte sich in Runde zwei eingangs von Paddock Hill etwas zu optimistisch neben Turkington, was dem BMW-Mann einen spektakulären Ausflug ins Kiesbett einbrachte. Einige Meter später versenkte Ollie Jackson seinen Speedworks-Toyota bei der Einfuhrt zu Druids in die Leitplanken. Damit spielten drei der vier auf den weichen Reifen gestarteten Piloten schon keine Rolle mehr; Will Bratt musste seinen Audi bereits nach der Einführungsrunde mit einem Problem abstellen.

Nach einigen Runden tauchten die von weit hinten gestarteten Shedden, Neal und Mat Jackson bereits in den Top10 hinter dem letzten weichbereiften Auto von Tordoff auf. Vorne drehte Plato einsam seine Kreise, während um Platz zwei ein Kampf zwischen Rob Austin, Andrew Jordan und Frank Wrathall entbrannte. In Runde 7 konnte Jordan den Audi überholen und in Runde 9 versuchte es auch Wrathall, was jedoch in einer Kollision in Druids endete, die Austin das Rennen kostete und Wrathall einige Positionen zurück warf. Shedden, der zwischenzeitlich Tordoff überholt hatte, war damit plötzlich Dritter. Es folgten Jeff Smith, Wrathall, Tordoff, Neal, Mat Jackson, Morgan und Welch, der aber in der Folge weit zurückfiel, weil er in seinem Proton nur noch den sechsten Gang zur Verfügung hatte.

Während Plato seinen Vorsprung an der Spitze weiter ausbaute, konnte sich Matt Neal den MG von Tordoff schnappen und in der Folge Druck auf Wrathall ausüben. In Runde 20 löste David Nye dann durch eine Kollision mit dem Seat von Warren Scott in deren Folge er im Kiesbett strandete eine Safety-Car-Phase aus. Diese kam kurz vor Rennende natürlich ziemlich ungünstig für Jason Plato, der dadurch seinen Vorsprung einbüßte und mit Jordan, Shedden und Smith eine kleine Honda-Armada in seinem Rückspiegel hatte. Beim Restart zwei Runden vor Schluss behauptete er aber seine Position, während es dahinter zur dritten Kollison mit Beteiligung von Frank Wrathall kam. Diesmal kollidierte er mit Mat Neal vor Druids, wurde dabei aber selbst ins Kiesbett befördert während der Honda weiter fahren konnte. Auch wenn der Toyota an genau derselben ungünstigen Stelle stehen blieb wie kurz zuvor der Ford von David Nye, entschied sich die Rennleitung dieses Mal aus unerklärbaren Gründen gegen ein Safety Car. In der letzten Runde versuchten beide Dynamics-Honda noch mal Druck auf die vor ihnen fahrenden Markenkollegen Jordan beziehungsweise Smith auszuüben, blieben aber erfolglos.

Plato siegte somit auch in Rennen 2 und das diesmal mit dem vollem Zusatzballast von 45 kg. Seine herausragende Leistung wird noch dadurch unterstrichen, dass er auch die schnellste Rennrunde drehte. Es folgten die Honda von Jordan, Shedden, Smith und Neal. Komplettiert wurden die Top10 von Mat Jackson, Adam Morgan, Colin Turkington, Dave Nesham und Nick Foster. In der Jack Sears Trophy gewann diesmal Liam Griffin im Ford Focus knapp vor dem erneut stark fahrenden James Kaye.

Champion Gordon Shedden konnte sich nach dem Rennen jedoch nicht lange über seinen Podiumsplatz freuen. Bei der Nachkontrolle wurde bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und seine Resultate wurden gestrichen. Damit waren nicht nur die Punkte für Platz drei weg, sondern auch ein guter Startplatz für das letzte Rennen. Auch Frank Wrathall bekam nach dem Rennen Post von der Rennleitung. Wegen des Abschuss von Rob Austin belegte man ihn mit einer Geldstrafe und drei Strafpunkte auf seine Lizenz. Persönlich regelten Wrathall und Austin die Sache übrigens schnell und unkompliziert. Wrathall entschuldigte sich und Austin sah die Situation als ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass er im letzten Jahr Dan Welch an gleicher Stelle aus dem Rennen befördert hatte. Britischer Sportsgeist halt.

aHier das komplette Rennergebnis

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Der Draw für die Startaufstellung für Rennen 3 beförderte zunächst den Siebtplatzierten Adam Morgan im Toyota auf die Pole Position. Durch die Disqualifikation Sheddens rückte er im Rennergebnis jedoch auf Rang sechs vor und Mat Jackson erbte die Pole. Bis auf die acht schon auf den weichen Reifen gestarteten Fahrer, mussten für dieses Rennen alle übrigen NGTC-Piloten den Option-Tyre aufziehen. Beim Start konnte Jackson seine Führung zunächst behaupten. Dahinter machte Colin Turkington nach einer leichten Kollision mit Jason Plato erneut Bekanntschaft mit dem Kiesbett in Paddock Hill Bend.

Zum Ende der ersten Runde konnte sich dann Mat Neal in Clearways an Morgan vorbei auf P2 vorschieben. Kurz darauf knallte des dann heftig: Dave Newsham drehte sich mit seinem Toyota in Paddock Hill und räumte dabei Rob Austins Audi ab, der sich bei voller Fahrt zur Innenseite wegdrehte und vehement mit der Fahrerseite in die Streckenbegrenzung einschlug. Der Audi war danach ein Totalschaden. Glücklicherweise konnte Austin unverletzt aussteigen und begutachtete direkt den Schaden am gerade neu aufgebauten Auto. Leider verpennte ITV4 nach der folgenden Safety-Car-Phase den Restart. Mat Jackson konnte jedoch erst einmal seine Führung behalten, wurde dann vor Graham Hill-Bend jedoch plötzlich langsam und musste Neal, Plato und Morgan vorbeiziehen lassen. Im weiteren Rennverlauf hatte es der Ford immer wieder mit Motoraussetzern zu tun, wodurch ein mögliches gutes Resultat vernichtet wurde. Jackson wurde nach der guten Ausgangslage mit der Pole-Position am Ende nur enttäuschender Zehnter.

Gordon Shedden war unterdessen vom letzten Startplatz aus gestartet schon Siebter und machte Jagd auf Jeff Smith und Sam Tordoff. Der MG-Pilot konnte unterdessen mit seinen harten Reifen in Runde 17 an Andrew Jordan vorbeigehen und danach auf seinen Teamkollegen Plato aufholen, den er letztendlich ebenfalls überholen konnte und damit Dritter hinter Adam Morgan war. Plato war mit den weicheren Reifen in Kombination mit dem Zusatzballast an die Grenzen der Fahrbarkeit gestoßen und hatte keine Chance auf ein weiteres Podium. Kurz darauf überholte auch Shedden Smith und Plato und schloss im Windschatten Tordoffs immer weiter zum Toyota von Morgan auf.

Mat Neal führte unterdessen mit einem gesunden Vorsprung von rund zwei Sekunden. Dahinter griff dann in Runde 25 Tordoff Morgan ausgangs Clearways an, was beide Piloten neben die Ideallinie kommen ließ und Shedden erlaubte, an beiden vorbeizugehen. Bis zum Rennende konnte der Schotte dann noch zu seinem führenden Teamkollegen aufschließen, diesen jedoch nicht mehr überholen. Rennen 3 endete mit einem Dynamics-Doppelsieg, gefolgt von den sehr gut fahrenden Sam Tordoff und Adam Morgan, der sein erstes Podium nur knapp verpasste. Jason Plato wurde nach seinen beiden Siegen Fünfter. Dahinter platzierten sich Jordan, Jeff Smith, Wrathall und Turkington. Der Sieg in der Jack Sears-Trophy ging zunächst an Lea Wood, der in den beiden ersten Rennen noch technische Probleme gehabt hatte. Bei der Nachkontrolle wurde aber auch bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und so erbte Liam Griffin den Sieg.

aHier die Resultate von Rennen 3

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Insgesamt scheinen die MG sehr stark zu sein. Insbesondere mit den harten Reifen funktionieren sie sehr gut, wofür Platos Sieg mit vollem Ballast in Rennen 2 und Tordoffs Fahrt aufs Podium in Rennen 3 sprechen. Das Vorhaben, insbesondere das Fahrwerk und die Reifennutzung über den Winter zu verbessern, scheint also gefruchtet zu haben. Ebenfalls sehr stark sind wie erwartet die Honda von Dynamics. Nachdem die Probleme in Rennen 1 und Sheddens ärgerliche Disqualifikation in Rennen 2 noch gute Resultate verhindert haben, zeigte sich mit dem Doppelsieg in Rennen 3, bei dem Shedden von ganz hinten aufs Podium fuhr, dass mit den Hondas auch weiterhin zu rechnen sein muss. Ebenfalls stark sind die Hondas von Eurotech. Dass Andrew Jordan schnell ist, war eigentlich klar, aber beeindruckend waren auch die drei guten Resultate von Jeff Smith, die ich ihm so nicht zugetraut hätte.

Arbeit gibt es dagegen noch bei West Surrey. Die BMWs scheinen noch an einigen Kinderkrankheiten zu leiden. Rob Collard erlebte mit drei Ausfällen ein Wochenende zum Vergessen. Mehrere technische Probleme, darunter ein mysteriöses Leck im Wasserkreislauf, brachten ihm kein einziges zählbares Resultat ein. Dass die Ausgangsbasis des BMW aber nicht schlecht ist, konnte Colin Turkington zeigen, der im ersten Rennen vom letzten Startplatz auf P8 vorfuhr und bessere Resultate in den anderen Rennen nur dadurch verpasste, weil er jeweils unsanft von der Strecke befördert wurde.

Ziemlich enttäuschend ist die Performance der Ford Focus von Motorbase. Technische Probleme und kaum zählbare Resultate dürften das Team vor einen großen Berg Arbeit stehen lassen. Aron Smith konnte in Rennen 1 und Mat Jackson in Rennen 2 und 3 zwar in die Top10 fahren, beide wirkten aber dennoch blass und von der guten Leistung, die der Focus zum Ende der letzten Saison gezeigt hat, ist wenig zu sehen.

Erwartungsgemäß gut lief dagegen der Toyota von Frank Wrathall, der bessere Resultate nur durch seine ungestüme Fahrweise zunichte gemacht hat. Etwas überraschend ist der vom Cicely-Team eingesetzte Toyota von Adam Morgan das ganze Wochenende besser unterwegs gewesen, als die beiden Avensis von Speedworks. Morgan war das ganze Wochenende, egal ob in den Trainings oder in den Rennen, unter den Top 10 zu finden und ist sicherlich die größte Überraschung des Saisonauftakts.

Sehr gut war auch die Leistung von Rob Austin. Ein starkes Qualifying wurde von einem Podium in Rennen 1 gekrönt. Weitere mögliche gute Resultate wurden dann nur wegen des Abschusses durch Wrathall in Rennen 2 und den schweren Unfall in Rennen 3 nicht möglich. Enttäuschend war dagegen Will Bratt im zweiten Audi, der nicht annähernd an die Leistung seines Teamkollegen und Chefs heran kam.

Sehr enttäuschend sind auch die Fahrzeuge von Tony Gilham Racing. Die Insignias sind im Vergleich zu den anderen NGTC-Fahrzeugen erschreckend langsam und konnten überhaupt keine Akzente setzen. Lichtblick und ein Teilerfolg ist aber immerhin das Debüt des selber entwickelten Volkswagen CC. Dafür dass das Team das Auto erst in der Nacht zu Samstag fertig gestellt hat und ohne Testkilometer in die freien Trainings ging, sind Platz 14, 16 und nur ein Ausfall gar keine schlechten Resultate.

In der Jack-Sears-Trophy machte James Kaye im mittlerweile etwas betagten VM Golf von AmD-Tuning eine besonders gute Figur und sicherte sich einen Sieg. Liam Griffin als einer der Favoriten auf den Trophy-Titel war in Rennen 2 und 3 erfolgreich. Lea Woods Wochenende war dagegen nach technischen Problemen und der Disqualifikation in Rennen 3 zum Vergessen. Ganz ordentlich unterwegs war auch David Nye im Welch-Ford Focus, der in Rennen 3 bis zu einem Fahrfehler kurz vor Schluss in der Jack Sears-Trophy in Führung lag.

Erwähnenswert ist vielleicht noch M247-Racing, die einen S2000-Cruze einsetzen. Nachdem kurz vor dem Start zu Rennen 1 plötzlich eine Antriebswelle brach, stellte man überrascht fest, dass man auch kein Ersatzteil dabei hatte. Ein Start in Rennen 2 war damit nicht möglich, aber eine Delegation des Teams machte sich auf den Weg, um eine neue Antriebswelle zu besorgen. Diese traf dann eine halbe Stunde vor dem Start zu Rennen 3 tatsächlich ein, wurde in Windeseile eingebaut und Joe Girling konnte schließlich doch noch in seine Saison starten. Im Rennen wurde man zwar Letzter, kam aber immerhin ins Ziel. Die ganze Situation war dabei wunderbar über Twitter zu verfolgen, wo das Team immer wieder neue Zwischenberichte über den Stand bei der Suche nach einer Antriebswelle lieferte.

Eine genauere Analyse über die Reifensituation spare ich mir jetzt. Erstens sind eindeutige Aussagen wegen der niedrigen Temperaturen am Wochenende schwierig und zweitens sind drei Rennen, in denen selbst die Teams eher rätselten als dass sie mit den Reifen eine klare Strategie verfolgten, noch zu wenig, um klare Erkenntnisse zu bieten. Grundsätzlich stellte sich der weichere Reifen in Brands Hatch aber eher als Nachteil heraus. Das Einbrechen bei Rob Austin in Rennen 1 und die starke Leistung von Tordoff und Morgan in Rennen 3, als fast alle anderen Konkurrenten die weichen Reifen fuhren, sprechen zumindest dafür.

Das nächste Rennen findet am 21. April in Donington statt. Gefahren wird auf dem 3,149 Kilometer langem National Circuit. Hier ein paar Infos zur Strecke mit Streckenplan und den Siegern der vergangenen Jahre. Falls ich Zeit finde und sich bis dahin noch einige Neuigkeiten ergeben, wird es noch mal eine kurze separate Vorschau geben. Falls irgendwelche Fragen sind, könnt ihr diese auch gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht kann ich im nächsten Beitrag dazu Antworten liefern.

Zum Abschluss ahier noch der Link zu den aktuellen Ständen in der Meisterschaft.

 

 BTCC: Analyse Brands Hatch

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September 02 2012

16:52

Formel Eins: Analyse Spa 2012

Ein ereignisreiches Rennen, dass allerdings am Start knapp an einer Katastrophe vorbei schrammte. Die WM ist jetzt wieder völlig offen.

Die Wetten, dass Maldonado am Start irgendeinen Blödsinn fabrizieren würde, standen recht gut und er tat mit seinem Fehlstart alles, sie zu erfüllen. Aber was Grosjean sich in Spa geleistet hat, war dann doch eine ganze Ecke zu viel. Ein Unfall in der Startphase ist immer schlimm, man lässt sich deswegen auch immer etwas Platz. Eine Regel, von der der Franzose offenbar nichts gehört hat. Er klemmte Hamilton ein, der keine Chance hatte und er wusste, dass er den Briten den Weg abschneidet. Er war nicht mal halb vorbei, da hatte der McLaren-Pilot nicht mal die Chance vom Gas zu gehen, ohne eine Berührung zu riskieren. Die anschliessende Kollision war furchterregend, gerade weil der gesamte Lotus quer in der Luft liegend ein paar Zentimeter am Cockpit des Ferrari vorbei flog. Wie knapp das war, twitterte Alonso nach dem Rennen dann selber. Niemand kam zu Schaden, und Unfall würfelte das Feld gehörig durch. Die FIA war aber mächtig sauer.

Nach dem Rennen bestrafte die FIA dann Grosjean und sperrte ihn für das Rennen in Monza. Plus eine Strafe von 50.000 Dollar. Man wirft ihm eine “schweren Bruch der Regeln” vor und die willentliche Gefährdung anderer Fahrer. Zu dem war man wohl sauer, weil sich weder das Team, noch Grosjean während und nach dem Rennen offiziell entschuldigt hat. Wie auch immer: So einen Unfall will man nicht auf einer Strecke sehen, wo der Weg vom Start zur ersten Kurve länger ist und es weniger Auslaufzonen gibt, die Strafe ist hart, aber vielleicht hilft es ja. Normalerweise müsste jetzt Jerome D’Ambrosio in Monza fahren, aber mal abwarten, was Lotus diese Woche entscheidet. Ich bin mit der Strafe einverstanden. Sie ist nicht allein auf den Unfall in Spa zurückzuführen, sondern basiert auf einer ganzen Reihe von Kollisionen in diesem Jahr. Die Heftigkeit des Unfalls in Spa und das Fehlen jeder Entschuldigung hat die Strafe nachvollziehbar gemacht.

Mit dem Unfall verabschiedeten sich auch die Hoffnungen von Sauber, Alonso und Hamilton. Sauber, aussichtsreich aus P2 und P5 gestartet, verlor Perez sofort. Kobayashi, der schlecht gestartet war, fiel ans Ende des Feldes zurück. Das sein Wagen überhaupt noch fuhr nach dem Hamilton drüber flog, war schon eine kleine Sensation. Der Ausfall von Alonso eröffnete dann eine gute Möglichkeit für Räikkönen und beide Red Bull. Letztere steckten nach dem Crash um P10 herum, doch der RB8 erwies sich im Rennen mal wieder etwas besser, als in der Qualifikation.

Vorne zog jedoch Jenson Button nach dem Restart einsam seine Runde. Kein Konkurrent war in der Lage, dem McLaren zu folgen, Button brannte die schnellsten Rundenzeiten in den Asphalt und besorgte sich schnell ein Polster von mehr als 10 Sekunden. Der Champion von 2009 hatte schon in der Quali geszeigt, dass die neuen Updates am McLaren perfekt funktionieren. Dazu kam ein neuer Heckflügel, um den es teamintern aber großen Ärger gab. Während sich die Button-Mannschaft dazu entschloss, den Flügel zu fahren, schraubte man Hamilton die alte Version drauf. Der beschwerte sich nach dem Rennen per Twitter mit einem herzhaften “wtf” und stellte bei Instagram als Beweis ein Bild der Telemetriedaten ein. Er löschte das Bild zwar wieder, aber da war es dann schon zu spät.

Erklärung der Linien von unten nach oben:
- Gaspedalstellung
- Getriebe, Gang
- Gestrichelte Linie = Zeitverlust zu Button, je weiter sie nach unten zeigt
- Bremse (nicht ganz sicher)
- Geschwindigkeit
- Die Zahlen links zeigen Unterschiede zu Button

Red Bull und Ferrari vermeldeten süffisant, dass sie sich die Zahlen sehr genau anschauen würden. Viel anders als das, was man selber an Daten hat, wird es aber auch nicht sein.

Aber zurück zum Rennen. Button vorne war weg, dahinter wollte es sich Räikkönen bequem machen, der musste sich aber mit Nico Hülkenberg rumschlagen, der im Startgetümmel irgendwie auf P3 gelandet war. Hinter lag Paul di Resta, der allerdings das gesamte Rennen ohne KERS auskommen musste, und dementsprechend zurück fiel. Der Deutsche brannte vorne aber ein kurzes Feuerwerk und schnappte sich dank DRS auch den Lotus. Wegen des hohen Reifenverschleiss des Force India musste er aber eine andere Strategie einschlagen und verlor P2 am Ende gegen Räikkönen und Vettel. Aber er hat sich mal wieder nachdrücklich für ein Cockpit in einem Top Team empfohlen und die Gerüchteküche in Spa bringt in mittlerweile mit Ferrari in Verbindung. Die werden sich das Rennen des Deutschen genau angeschaut haben, landete er doch vor Massa.

Maßgeblich für den Ausgang des Rennens war aber die Reifenstrategie. Es hatte kurz vor dem Rennen Gerüchte gegeben. das Red Bull eventuell Probleme haben würde. Es war sogar zu lesen, dass Horner von Pirelli verlangt habe, aus Sicherheitsgründen alle Teams auf drei Stopps festzulegen. Paul Hembry kommentierte die Meldungen mit “Blödsinn” und auch bei Red Bull wollte man nichts davon wissen. Tatsächlich splitteten sie die Strategie von Vettel und Webber und ließen Vettel mit einer Ein-Stopp-Strategie fahren. Im Falle von Button, der ebenfalls nur einmal hielt, war ich mir sicher, dass es klappen würde, bei Vettel nicht. Aber offenbar ist die harte Mischung sehr widerstandsfähig und hält locker eine halbe Renndistanz in Spa durch. Das es recht kühl war, mag Red Bull geholfen haben.

Vettel profitierte aber nicht nur von einer guten Strategie. Er kämpfte sich an Webber, Massa und Senna vorbei, jeweils in der letzten Schikane. Besonders peinlich für Massa, den gleich zweimal auf die gleiche Art und Weise stehen ließ. Vermutlich wäre Vettel Button am Ende noch näher gekommen, wäre er schneller an Michael Schumacher vorbei gekommen, der ihn eine Zeit lang aufhalten konnte. Ein weiteres Glück war, dass Vettel nach seinem Stopp in eine Lücke rauskam und so “clean air” hatte, seine neuen Reifen also effektiv nutzen konnte. Und so konnte er dann von P11 auf P2 vorfahren.

Sein ärgster Konkurrent war Kimi Räikkönen, aber bei Lotus hatte man sich mit der Strategie verhauen. Der erste Stopp kam zwar spät, aber eigentlich noch etwas zu früh. Die Zwei-Stopp-Strategie war nur auf dem Papier schneller, dazu kam, dass sich der Finne mit Schumacher rumschlagen musste, der auf der Geraden deutlich schneller war, als der Lotus. Zwar passierte Räikkönen den Ex-Meister vor, bzw. in Eau Rouge auf spektakuläre Art und Weise, profitierte aber auch davon, dass Schumacher zu diesem Zeitpunkt der sechste Gang fehlte. Räikkönen war von vielen als möglicher Sieger getippt worden, aber das Rennen zeigte dann doch, dass Lotus noch ein ganzes Stück davon entfernt ist, Druck auf die Spitze ausüben zu können. Immerhin holte der Finne einen dritten Platz, mehr wäre auch nicht drin gewesen. Im Gegenteil, mit Alonso und Hamilton wäre es sehr eng geworden.

Mercedes machte in der Quali genau das, was man erwartet hatte, nämlich in Q2 hängen bleiben. Im Rennen sah die Sache jedoch ganz anders aus. Schumacher hatte in der Unfallphase etwas Glück und wurde auf P5 nach vorne gespült. Im Verlauf des ersten Stints zeigte er aber, was er noch kann und schnappte sich nacheinander die Force India und den Lotus. Die Strategie von Mercedes sah nur einen Stopp vor, doch das ging am Ende schief. Erstaunlicherweise schien der Wagen mit leichter werdenden Auto die Reifen mehr zu belasten, als mit vollen Tanks. Am Ende wurde es nur P7, aber das entspricht dann auch dem Platz, auf den Mercedes zur Zeit gehört.

Rosberg erging es ebenfalls nicht gut. Er fand sich nach der ersten Runde auf P13 wieder, immerhin 10 Plätze vor seinem Startplatz. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Rosberg sich von dort aus, ebenso wie Massa, der vor ihm lag, nach vorne würde fahren können, aber das passierte nicht. Rosberg blieb einfach stecken. Durch die teilweise frühen Boxenstopps wurde er nach vorne gespült, Mercedes ließ ihn allerdings zu lange draussen und er verlor seine gute Position wieder. Auch seine Ein-Stopp-Strategie ging am Ende schief. Immerhin zeigte er mit frischen Reifen und leeren Auto am Ende sehr gute Rundenzeiten.

Massa hatte ein unauffälliges Rennen. Von P14 gestartet schob er sich langsam aber sich durch das Feld und belegte am Ende P5. So ein Rennen hätte man eigentlich von Rosberg erwartet, also kann man schon sagen, dass Massa sich gut geschlagen hat. Sein Abstand auf die Spitze betrug am Ende knapp 30 Sekunden und zeigt, wie gut der F2012 im Rennen war. Und was man mit Alonso vorne verpasst hat.

Erwähnenswert sind doch die Toro Rosso. Vergne und Ricciardo überlebten den Startunfall und fanden sich zeitweise auf P6 und P7 wieder. Beide fuhren ein kluges Rennen, ohne unnötigen Risiken einzugehen, konnten aber Webber, Vettel und Massa nicht halten, die von hinten an ihnen vorbei stürmten. Am Ende landete Vergne auf P8 und Ricciardo auf P9, was Toro Rosso wichtige Punkte einbrachte.

Was sonst noch war:

- Maldonado hatte erst einen fulminanten Fehlstart (er war von der Kupplung abgerutscht) und zerlegte den Williams dann nach dem Restart irgendwo zwischen La Source und Eau Rouge. Und wieder keine Punkte. Er hat seit seinem Sieg keine mehr geholt. Dafür bestrafte ihn die FIA nach dem Rennen mit einer Rückversetzung von 10 Plätzen in Monza. 5 für den Frühstart, 5 weil er eine weitere Kollision hatte. Maldonando ist auf einem guten Weg, alle Strafen, die die FIA in einer Saison so aussprechen kann, einzuholen. Langsam hat man den Eindruck, dass der Venezuelaner Williams mehr kostet, als er bringt.

- Bruno Senna fuhr mal wieder ein gutes Rennen. Er hielt beide Red Bull eine Zeit hinter sich und blieb die ganze Zeit in den Punkten. Die Eins-Stopp-Strategie passte beim ihm aber nicht so ganz, dazu kam ein schleichender Plattfuss in den letzten Runden. P12 entspricht nicht der Leistung von Senna, der zu dem die schnellste Rennrunde fuhr. Wenn Senna seine Quali-Schwäche abstellen könnte, wären Punkte drin.

- Marussia hatte ein neues Update nach Spa geschleppt und das hat sich offenbar ausgezahlt. Zwar war man immer noch weit hinten, verkürzte aber Rückstand auf Caterham. Die waren in Spa einfach nur langsam.

Für die WM bedeutet der Ausfall von Alonso mehr Spannung.

Alonso – 164
Vettel – 140
Webber – 132
Räikkönen – 131
Hamilton – 117
Button – 101

Button dürfte aus der WM raus sein, für Hamilton gibt es eine kleine Restchance. Ab Räikkönen haben alle noch sehr gute Aussichten auf die WM-Krone. Für Alonso geht es jetzt darum, so schnell wie möglich die Gegner wieder hinter sich zu lassen. Gut für ihn ist, dass er bisher erst vier neue Motoren eingesetzt hat. Für Monza wird auf jeden Fall ein neues Aggregat benötigen, aber die Konkurrenz hat schon den fünften Motor im Heck. Ein kleiner Vorteil für Ferrari, der sich am Ende der Saison noch richtig auszahlen könnte.

2vzix Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_029 F1_SPA_2012_028 F1_SPA_2012_027 F1_SPA_2012_026 2012 Belgian Grand Prix - Saturday 2012 Belgian Grand Prix - Saturday F1_SPA_2012_023 F1_SPA_2012_022 F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium - Qualifying F1 Grand Prix of Belgium F1 Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_012 F1_SPA_2012_011 Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Qualifying Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motor Racing - Formula One World Championship - Belgian Grand Prix - Race Day - Spa Francorchamps, Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Belgium F1_SPA_2012_006 GP BELGIO F1/2012 GP BELGIO F1/2012 GP BELGIO F1/2012
Bilder: Ferrari, McLaren, Daimler AG, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Marussia, Caterham, Force India, Lotus

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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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flattr this!

February 07 2011

13:47

Formel Eins: Update Kubica I

Die Meldungen aus Italien besagen, dass es Robert Kubica dem Umständen entsprechend gut geht.

Manchmal ist das Leben schon merkwürdig. Eigentlich wollte ich heute einen Text über die Testtage der Formel Eins aus der letzten Woche einstellen. Und meine besonderes Aufmerksamkeit galt dabei Renault und Robert Kubica. Der Text war schon fast fertig, als der Unfall gestern passierte. Geschrieben hatte ich “Wenn Renault in Valencia keine “Vorstandszeiten” gefahren hat und man mit einem ähnlichen Programm wie Red Bull und Ferrari unterwegs war, dann könnte diese die Wiederauferstehung des Teams sein.” Auch wenn Kubica dieses Jahr wohl nicht an den möglichen Erfolgen von Renault beteiligt sein kann, wichtiger ist doch, dass es ihm offenbar besser geht. Und das scheint der Fall zu sein, denn sein Team berichtete, dass er seine Finger schon wieder leicht bewegen kann.

Laut verschiedener Meldungen hat man ihn heute kurz aus dem künstlichen Koma erweckt. Dabei war er klar, konnte reden und beklagte sich über Schmerzen in seinen Beinen und seiner Hand. Letzeres ist ein gutes Zeichen, zeigt es doch, dass der schwerverletzte Unterarm und die Hand offenbar ausreichend durchblutet werden und dass die Nervenbahnen wieder hergestellt werden konnten.

Renault vermeldet folgendes:

Robert’s general condition is much better today.

After spending the night under constant observation, he was briefly woken up by the doctors of the Santa Corona Hospital (Pietra Ligure) this morning. The Lotus Renault GP driver was then able to talk to his relatives. He was also able to move his fingers, which is encouraging for the rest of his recovery process.

Professor Mario Igor Rossello, Director for the Regional Centre of Hand Surgery at San Paolo Hospital in Savona, did not notice any swelling or infection on his right forearm, and this is another good sign, although it will be several days before it is known if the operation has been 100% successful.

In order to avoid any physical stress, Robert will be put under gentle medication in order to sleep for the next 24 hours at least. Meanwhile, the doctors will decide how they will treat his elbow and shoulder fractures. Robert may have to undergo surgery once again for this, but not for a few days.

Lotus Renault GP wishes to thank the Hospital of San Paolo (Savona) and the Santa Corona Hospital (Pietra Ligure) for their professional approach and their dedication.

Lotus Renault GP will issue another update on Robert’s condition later this evening.

Noch ist es zu früh völlig Entwarnung zu geben und ebenso wird man noch einige Tage, Wochen oder gar Monate warten müssen, bis man genau weiß, ob und wie weit er seine Hand wieder verwenden kann. In einem Interview mit der BBC sprach Renault Teamchef Eric Boullier von “mehreren Monaten” Heilungsprozess. Autosport führt weitere Verletzungen auf, darunter schwere Brüche im/am Ellbogen, der Schulter und des Beins. Dies alles muss noch mehrfach operiert werden, was aber im Moment nicht geht, weil sich sein Körper vom wohl sehr hohen Blutverlust erst einmal erholen muss. Man rechnet zwar damit, dass er die Intensivstation in den nächsten zwei Tagen verlassen kann, muss aber abwarten, wie es um den Heilungsprozess seines Arms steht.

Mittlerweile ist im Netz ein Video aufgetaucht, dass von einem direkt nach Kubica gestarteten Fahrer zeigt. Wie man sehen kann, stehen die meisten Leitplanken komplett frei und sehr hoch. Die Enden sind weder abgesichert, noch wurden sie abgeflacht. Bei 3:10min wird die Unfallstelle erreicht.

February 06 2011

11:27

Formel Eins: Robert Kubica schwer verunglückt

Bei einer Rallye hat Robert Kubica einen schweren Unfall erlitten. Offenbar ist der Pole mit seinem Fabia S2000 gegen eine Leitplanke geknallt, die sich dann in seinen Wagen auf der Fahrerseite gebohrt hat.

Bei dem Unfall, der sich am frühen Sonntagmorgen bei einer Rallye nahe Genua ereignete, erlitt Kubica schwerste Verletzungen. Eine Leitplanke durchbohrte den Wagen und drang ins Cockpit auf der Fahrerseite ein. Dabei erlitt der Pole wohl vor allem Verletzungen am rechten Arm und an der Hand. Diese soll, so die Beschreibungen der Ärzte, teilweise abgetrennt worden sein. Sein Co-Pilot, Jakub Gruber, entkam dem Chrash unverletzt.

Die größten Sorgen machen den Ärzten wohl die rechte Hand und das verletzte Bein. Im Moment konzentriert man die Bemühungen darauf, die Funktionsfähigkeit der Hand wieder herstellen zu können. Nach dem Ende der siebenstündigen OP gab es die gute Nachricht, dass alles zunächst gut verlaufen ist, und man die Hand retten konnte. Allerdings muss man bis zu einer Woche warten, ob und wie die halb abgetrennte Hand von Robert Kubica anwachsen und ihre Funktionsfähigkeit wieder erlangen kann. Das Risiko besteht vor allem in Durchblutungsproblemen der Hand und des Arms. Dazu können Schwellungen und Infektionen kommen. Der Reha-Prozess, also die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Motorik, wird laut des Handspezialisten Dr. Igor Rossello rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Ob Kubica seine Hand jemals wieder zu 100% einsetzen wird können, kann man zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Bis das klar ist, werden vermutlich Monate vergehen. Wichtig ist zunächst, dass sich Kubica von seinen anderen schweren Verletzungen erholt und wieder gesund wird. Der operierende Arzt hat sich in einem Interview sehr reserviert gezeigt, was die komplette Heilung von Kubica abgeht.

Es ist zu früh, um sagen zu können, ob und wann Kubica jemals wieder in einem Formel Eins Wagen sitzen wird. Komplizierte Brüche und Verletzungen an der Hand müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass man diese nicht mehr nutzen kann. Die Mikrochirugie hat enorme Fortschritte gemacht, ebenso die Wiederherstellung von Nervenbahnen etc. Allerdings erinnert die Sache schwer an die Verletzungen, die Alessandro Nannini in den 80er Jahren erlitt, als er einen Hubschrauberunfall hatte.

Robert Kubica hatte bei der Rallye Ronde Di Andora teil genommen. Die Rallye ist ein sogenannter “Rallye Short” mit wenigen oder auch nur einer Sonderprüfung. Auf der Sonderprüfung (Karte) hat es dann den schweren Unfall gegeben. Kubica raste mit seinem S2000 Skoda Fabia von DP Autosport in eine Mauer, bzw. eine Leitplanke. Die ersten Fernsehbilder (siehe unten) geben da keinen genauen Aufschluss. Der Unfall war so schwer, dass man angeblich 90 Minuten benötigt hat, um ihn aus dem Wagen zu bergen.

Sein Wagen sieht schon nicht schön aus, die Fahrerzelle scheint aber intakt. Auf diesem Foto kann man relativ genau sehen, wo die Leitplanke in den Motorraum eingedrungen ist um dann weiter ins Cockpit zu gelangen. Das die hintere Tür fehlt liegt offenbar an den Rettungsarbeiten.

Ein italienischer TV-Sender hat einen kurzen Bericht.

Wir wünschen ihm an dieser Stelle schon mal gute Besserung und hoffen, dass er bald wieder in einem Rennwagen sitzen kann.

December 31 2010

08:21

Best of 2010: Teil Zwei

Hier der zweite Teil unserer “Best of 2010″-Reihe zum Jahreswechsel. Ich habe dieses Jahr 3 Serien ausführlich verfolgt: Formel 1, NASCAR und die Indycars. Deswegen setzt sich mein Best of 2010 auch hauptsächlich aus Diesen zusammen:

Bestes Rennen:
Bei Der Formel 1 fällt es mir hier schwer mich zwischen Kanada und Türkei zu entscheiden. Türkei war einfach was Szenen anging (Unfall Vettel/Webber; Zweikampf Button/Hamilton) das Rennen, was mir im Gedächtnis geblieben ist und Kanada war einfach nen sehr gutes Rennen mit allem was dazu gehörte.
In der NASCAR war das erste Talladega-Rennen soweit ich mich erinnere sehr gut, allerdings waren alle Superspeedwayrennen dieses Jahr ziemliche Knaller. Auch wenn einige Fahrer diese Rennen nicht mögen und sie gefährlich sind, es sind nunmal für die Zuschauer die besten Rennen. Und unabhängig davon hat die neue Green-White-Checkeredregelung zwar zu viel Schrott geführt, aber insgesamt finde ich sie richtig gut, da nicht mehr so viele Rennen unter gelb beendet werden.
Bei den Indycars fallen mir spontan Texas und Chicagoland ein, was natürlich auch die “schnellen und gefährlíchen” Rennen sind. Bei den Rundkursen muss ich ganz an den Anfang der Saison zurückgehen nach Sao Paulo, ja das war trotz allen Problemen ein schön anzusehendes Rennen.

Bestes Finish:
Ganz klar die Trucks in Talladega, da gibt es keine Diskussion:

Bester Fahrer:
Ganz schwere Sache, wie ich finde. Von den Formel 1 Fahrern her hat sich dieses Jahr keiner so heraus getan, als dass er das verdient hätte. Da waren (viel) zu viele individuelle Fehler dabei, selbst bei einem Alonso. Deshalb teilen sich den Titel Dario Franchitti und Jimmie Johnson. 5-Mal in einer Serie mit 36 Rennen, davon 10 “Play-Off-Rennen”, am Ende den Titel zu holen ist einfach eine unglaubliche Leistung und Franchitti ist cool geblieben und hat auf seine Stärke, die Ovale, vertraut.

Bestes Team:
Sehr schwer ich kann mich irgendwie zwischen Chip Ganassi Racing und RedBull nicht entscheiden, deshalb sind sie für mich beide die besten Teams des Jahres. Chip Ganassi hat in den USA so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann, zumindest an einzelnen Rennen.

Überholmanöver des Jahres:
Zuerstmal geht ein Spezialpreis an Kamui Kobayashi für die vielen schönen Überholmanöver dieses Jahr.

Ein Manöver, was mir in Erinnerung geblieben ist, hat Tony Kanaan in der ersten halbe Runde des Indy 500 gezeigt: 8 Autos in 2 Kurven überholt

Es gab dieses Jahr unzählige schöne Überholmanöver, weswegen ich es unmöglich finde, eins herauszupicken. Aber das “Überholmanöver des Jahres muss ja nicht unbedingt das Schönste sein. Deshalb vergebe ich den Preis an Michael Schumacher und Rubens Barichello. Das Überholmanöver von Schumacher an Barichello gehört sicherlich zu den spektakulärsten und ja auch zu den gefährlichsten der Motorsportsaison 2010. Aber in gewissem Maße sollte man auch die Kirche im Dorf lassen , wie es so schön heißt. Es hat beispielsweise nicht Kobayashi Petrov so überholt. Dies war ein Zweikampf zwischen 2 Piloten die den Rennsport schon beide knapp 3 Jahrzehnte betreiben und im Formel 1-Feld über die meiste Erfahrung verfügen und sich zu dem noch sehr gut kennen, wenn auvh nicht unbedingt mögen. Wie gesagt ja es war gefährlich und darf von mir aus auch bestraft werden, auch wenn ich die Bestrafung der FIA ( + 10 Plätze in Spa ) zu hart fand, aber die Stigmatisierung Schumachers danach “als rücksichtloser Fahrer aller Zeiten” und das Wort “Mordversuch” was im Raum stand war einfach zu viel.

Freunde des Jahres:

Ob sie jetzt wirklich Freunde sind weiß ich nicht, aber ich fand es einfach eine extrem faire Geste, dass sich Bowyer und Harvick nachdem extrem knappen Finish in Talladega im Chase noch in den Autos die Hände geschüttelt haben:

Szene des Jahres:
Ganz klar für mich die Kollision zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel in der Türkei. RedBull hatte sehr schnelle Autos und gute Chancen auf beide WMs, so viel war schon damals absehbar. Allerdings wusste man auch, dass man den unzuverlässigsten Wagen hatte, dass heißt man musste vorsichtig sein und versuchen, so viele Punkte wie möglich mit zu nehmen. Und dann schießt man sich gegenseitig im 7. , in Worten s-i-e-b-t-e-n Rennen der Saison im Kampf um die Führungsposition ab?! Sowas sollte eigentlich nichtmal Fahrern aus unterschiedlichen Rennställen passieren, wenn sie um die Führung kämpfen, aber Teamkollegen DARF das nicht passieren. Auf alle Fälle zeigt genau diese eine Szene wie ich finde die Intensität und Dramatik des WM-Kampfes in der Formel 1 dieses Jahr.

Kostenpunkt des Jahres:
Kameras, jetzt Mal im Ernst. Hat sich schon Mal jemand überlegt wie viele Kameras auf Rennstrecken jedes Jahr durch Kollisionen einen grausamen und qualvollen Tod sterben. Nein? Seht ihr, und jetzt überlegt euch Mal wie teuer das ist.

Schönster Moment des Jahres:
Beide WM-Siege von RedBull. Wie sagte ein Journalist auf Twitter so schön: “Ok, nun hat eine Getränkemarke also die großen Autohersteller Ferrari, McLaren und Mercedes geschlagen.”
Überraschung des Jahres:
Hier muss ich im Prinzip Abbitte leisten, denn für mich ist das Stattfinden und der ziemlich reibungslose Ablauf des Korea-Grandprixs die Überraschung des Jahres. Ich hätte speziell nach den Fotos die immer wieder kurz vorher auftauchten nicht gedacht, dass dies noch möglich wäre.

Enttäuschung des Jahres:
Einige würden hier sicherlich Michael Schumacher schreiben, aber darüber möchte ich erst nächstes Jahr urteilen. Die WTCC ist meine Enttäuschung des Jahres, da sie schön zeigt, wie man eine Rennserie mit unsinnigen Strafen- und Reglementsdiskussionen mit Anlauf gegen die Wand fahren kann. Auch wenn Chevrolet den Titel meiner Meinung nach verdient hat, ist es einfach falsch einen Titel am grünen Tisch zu gewinnen. Nächstes Jahr fährt dann Chevrolet allein um die WM, meinen Glückwunsch.

Langweiligstes Rennen:
Formel 1: Ähm Bahrain, Bahrain und öhm ach ja richtig Bahrain.
NASCAR: Öhm den Preis kriegen die Rennen in Phoenix, Homestead SCHNARCH!… und Pocono. Nicht unbedingt weil die Rennen da dieses Jahr so langweilig waren, außer in Pocono da waren sie wirklich grausam, sondern weil die Strecken allein schon wegen der Charakteristik wenig Möglichkeiten für spannende Rennen bieten und umgebaut gehören. Und warum Phoenix und Homestead unbedingt im Chase sein müssen… Dann lieber 8 Rennen und nicht ein Rumgefahre auf Strecken nur weil die Zahl 10 toll aussieht und es dort warm ist.

Racecontrol-Moment des Jahres:

Viele erwarten jetzt hier sicher irgendeine der diversen DTM-Racecontrolentscheidungen. Jedoch wiegen diese einzeln gesehen für mich nicht so schwer, wie das was sich die Indycarracecontrol in Edmonton geleistet hat. Deshalb geht dieser Preis vielleicht für einige etwas überraschenderweise an die Indycarraacecontrol für die Aberkennung des Sieges von Helio Castroneves in Edmonton. Was war passiert? Helio Castroneves lag wenige Runden vor Schluss in Führung. Dann kam es zu einer Caution. Beim darrauffolgenden Restart verteidigt Castroneves durch Fahren am Innenrand der Kurve seine Führungsposition gegenüber Will Power. Alles fair und gut. Allerdings gab es vor dem Rennen die übliche Fahrerbesprechung, in der gesagt wurde, dass man wie auf Ovalen Überholversuche nicht blockieren dürfte, wenn man dabei eine imaginäre Linie in der Kurvenmitte überfahren würde.

Auf Ovalen macht diese Regel ja sicherheitsmäßig Sinn. Aber auf dem quadratkilometergroßen Flugplatz von Edmonton mit seinen gefühllten 50 Meter breiten Landebahnen ist diese Regel einfach nur völlig Fehl am Platze. Am Ende fuhr Castroneves zwar als erster durchs Ziel , den Sieg bekam aber Dixon, der mittlerweile Power überholt hatte. Ich war selten so , man verzeihe mir die Wortwahl “angepisst” nach einem Rennen wie nach diesem. Dagegen war das was Ferrari am gleichen Wochenende in Hockenheim praktizierte ein Kindergeburtstag.

Ja die Regelauslegung war dem Regelwerk nach konform und ja das wurde auch vorher in der Fahrerbesprechung erläutert, aber in den letzten 3 Runden eines Rennens erwarte ich ein bisschen Feingefühl von der Indycarracecontrol, die ja öfters Sachen so und so auslegt ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen. Castroneves war nachdem Rennen natürlich richtig sauer, fühlte sich um seinen Sieg betrogen und ging dem Indycar Sicherheitschef buchstäblich an den Kragen der aber zum Glück cool blieb. Was bleibt ist die Erinnerung an die schlechteste Racecontrol Entscheidung des Jahres, ich gerate heute noch in Rage wenn ich nur daran denke.

Glückspilz des Jahres:
Herr Conway, Herr van der Drift und Herr Sadler sind die Glückspilze des Jahres. Bei diesen drei wirklich schweren Unfällen in Indianapolis, Brands Hatch und Pocono noch am Leben zu sein, dass ist zwar Einerseits der Verdienst der hochmodernen Sicherheitssysteme , aber Andererseits war da sicherlich bei allen Dreien auch eine gehörige Portion Glück dabei und eine Menge Schutzengel anwesend. Leider hatten andere Motorsportler in diesem Jahr weniger Glück.

Wünsche für 2011:

Wenig schwere Unfälle , viele schöne Rennen, spannende Meisterschaftsentscheidungen, mehr vernünftige legale Streamangebote und weniger strittige Racecontrole-Entscheidungen.

Feinde/Duell des Jahres:

Für mich der Kampf zwischen Audi und Peugeot in Le Mans. 2011 sind die Karten auf Grund der neuen Autos neu verteilt, aber die Materialschlacht auch dieses Jahr war mal wieder fantastisch anzusehen und man bewahrt sich trotz allem noch ein gesundes Maß an menschlicher und sportlicher Fairness.

Zum Schluss noch eine Danksagung an Don, für die Möglichkeit dieses Jahr hier mitzuwirken, an die anderen Autoren für die vielen Mailwechsel und selbstverständlich an die Leser des Blogs, egal ob eher still oder aktiv im Chat und in den Kommentaren! Auf ein gutes Jahr 2011!

December 30 2010

07:01

Best of 2010: Teil Eins

In diesem Jahr gibt es mal etwas Neues. Alle Mitglieder des Autorenteams haben eine Liste erstellt, in der sie die Saison und ihre persönlichen Highlights raustellen. Die fallen natürlich, je nach Schwerpunkt, etwas unterschiedlich aus.

Bestes Rennen
Das ist immer etwas schwer, denn es waren ja nicht gerade wenige Rennen, die man sehen konnte. Die F1 lieferte einige richtig gute Rennen ab, die ALMS oder die BTCC aber auch. Mein persönliches Highlight in diesem, wie auch in den vergangenen Jahren, waren die 24H von Le Mans, die vor allem in der GT2 bis weit in den Morgen extrem spannend war und wo Porsche, Corvette und Ferrari Stoßstange an Stoßstange um den Sieg kämpften. Vergessen sollte man auch nicht die 24H am Ring, wo es nach einer Ausfallorgie mit dem BMW einen überraschenden Sieger gab.

Auf der Kurzstrecke dürfte das F1 Rennen in Kanada das Beste gewesen sein.

Die BTCC bietet ja fast in jedem Rennen ziemliche Spannung, aber die letzte Runde des dritten Rennens in Croft war dann doch recht eindrucksvoll.



Bestes Finish
Dank der “GWC-Regel” in der NASCAR kommt das beste Finish eindeutig auch aus der Serie. Diesmal aber aus der Truckserie, wo Kyle Busch in irgendwie den Sieg holen konnte.

Bester Fahrer
Ich bin geneigt, Jimmie Johnson den Titel zu geben, denn fünfmal Meister in der NASCAR zu werden, ist schon eine Sache für sich. Wäre da nicht die Schwäche der NASCAR-Piloten mit den Rechtskurven und wenn ein Wagen mehr als vier Gänge hat. Aber in der F1 haben die Piloten zu viele individuelle Fehler gemacht, im Tourenwagenbereich ist mir keiner groß aufgefallen, Jason Plato hat zwar gute Rennen gezeigt, aber für den “Besten Fahrer” reicht es dann doch nicht. Daher bleibt es am Ende doch bei Jimmie Johnson, dessen Ruf schon jetzt langsam in Richtung “legendär” gehen dürfte.

Bestes Team
Es gab kein Team, dass in diesem Jahr nicht einen schwachen Moment hatte. Aber immerhin gab es eine Organisation, die zumindest in den USA fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab: Chip Ganassi. Franchitti ist IRL-Champion, die GrandAm hat er auch gewonnen, dazu die Daytona 500 und das Indy 500. Mehr Erfolg kann man nicht haben.

Überholmanöver des Jahres
Hamilton vs. Button beim GPm Türkei. War auch einer der besten Zweikämpfe des Jahres in der F1.

Freunde des Jahres
Ob sie jetzt Freunde sind, kann ich nicht sagen, aber nachdem Simona di Silvestro in XXX ihrem brennenden Wagen nur leicht angekokelt entsteigen konnte, schrieb ihr Tony Kanaan per Twitter “Welcome to the torch club”. Wenn das mal nicht der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist.

Feinde/Duell des Jahres
Der zähe Kampf zwischen Audi und Peugeot gehört sicher zu den besten Duellen, die man seit Jahren erlebt hat. Auch wenn die Franzosen in diesem Jahr deutlich schneller waren, am Ende scheiterten sie dramatisch an ihrer Technik. Selten so mit einem Team mitgelitten, wie in diesem Jahr.
Das schönste kurzzeitige Duell lieferten sich wohl Jeff Gordon und Jeff Burton in Texas.

Szene des Jahres
Die Szene des Jahres stammt aus der Türkei und ist die Kollision zwischen Webber und Vettel. Das sagt so ziemlich alles über die Saison 2011 aus.

Kostenpunkt des Jahres
Der F-Schacht. Grandiose Idee von McLaren, zwang aber alle Teams dazu, ihre Wagen aufwendig nachzurüsten. Das billigste wäre ein neues Chassis gewesen, aber dann hätte man den FIA-Chrashtest nachholen müssen, der Zeit in Anspruch nimmt. Also bastelten alle irgendwie darum herum, sägten Löcher ins Chassis und zwangen die Fahrer einhändig um den Kurs zu fahren. Überflüssig, gefährlich und teuer.

Knapp dahinter: Die Entscheidung von Peugeot statt der bewährten Stahlkolben für Le Mans welche aus Titan zu nehmen. Und zwar in allen eingesetzten Motoren.

Platz drei: Kimi Räikkönen in der WRC.

Schönster Moment des Jahres
Der heulende Sebastian Vettel nach der Zieldurchfahrt in Abu Dhabi.

Überraschung des Jahres
Der fünfte Titel Johnson, der sehr starke Danny Hamlin, ein auftrumpfender Jenson Button und Audi, denen der Sieg in Le Mans in die Schoss fiel.

Enttäuschung des Jahres
In Sachen Rennen waren das sicher die Rennen der DTM. Die Serie produziert meist Langweiler (Ausnahme Oschersleben, Zandvoort) und wenn es mal zur Sache gehen könnte, dann greift die Rennleitung mit vllig absurden Strafen ein (Oschersleben). Nicht weit dahinter liegt in diesem Jahr allerdings die WTCC, die mittels nicht mehr nachvollziehbaren Strafen und Gewichtssystemen fast jede Form von Motorsport unterbunden hat. Das der WM-Titel am grünen Tisch entschieden wurde, war da nur konsequent, auch wenn ich ihn Chevrolet gönne, weil sie ihn verdient haben.

Langweiligstes Rennen
Auch da gab es eine schöne Auswahl. Weit vorne stehen, wie jedes Jahr, die Rennen der NASCAR in Pocono, die dieses Jahr auch noch durch den Wahnsinns-Unfall von Reutimann auffielen. Danach folgt aber schon der Saisonauftakt der Formel Eins in Bahrain. Natürlich dürfen die meisten DTM-Rennen hier nicht fehlen, aber von beeindruckender Ödnis war dann das Rennen am Norisring.

Racecontrol-Moment des Jahres
Da bleibt ja nur die “Alonso is faster than you” Nummer von Ferrari aus Hockenheim. Dass die DTM Überholmanöver mit weniger als einem halben Meter Abstand per se nicht so gerne sieht, ist mittlerweile ja bekannt.

Glückspilz des Jahres
Chris van der Drift – Brand Hatch

Die Streckenposten bei Seat Rennen

Marcel Thiemann, dem es zwar deutlich besser geht, aber der immer schwer unter dem Unfall leidet, wie er in einem Blogpost geschrieben hat.

Spruch des Jahres
“Jedes Mal, wenn die denken, die hätten mich an den Eiern, stellen sie fest, dass ihre Hände dafür gar nicht groß genug sind.”
Bernie Ecclestone

Wünsche für 2011
Keine schweren Unfälle, viele schöne Rennen.

March 08 2010

17:42

NASCAR: Analyse Rennen Atlanta 2010 / WTCC: Analyse Curitiba

Nach den beiden Langweilern in Fontana und Las Vegas hat die NASCAR gestern in Atlanta ein sehr gutes Rennen hingelegt. Für den Aufreger des Rennens sorgte Carl Edwards.

Zu Beginn der Saison hat die NASCAR klar gemacht, dass man in diesem Jahr weniger regulieren möchte, was die Auseinandersetzungen auf der Strecke angeht. “Die Handschuhe kommen runter” heißt es hübsch in der Werbung und man zeigt Aussschnitte, wie verschiedene Fahrer nach einem Rennen aufeinander los gehen. Die Stoßrichtung ist klar: back to the basics und jener Zeit, als man sich eben auch gerne mal nach dem Rennen ein wenig durch die Gegend geschubst hat, wenn einem der Gegner auf die Nerven ging. Soweit, so gut die Idee. Was die NASCAR nicht wollte, waren so Unfälle wie gestern in Atlanta, als sich Carl Eadwards und Brad Keselowski bös in die Quere kamen.

Beide haben so ihre Geschichte. Sowohl miteinander (Talladega 2009), als auch solo auf der Strecke. Edwards ist in der Vergangenheit schon mehr aufgefallen, weil ihm gerne mal die Sicherung durchknallt, Kesolowski fiel in diesem Jahr auf, weil er etwas ungestüm unterwegs war, und schon mal blöd im Weg rumstand. Gestern gerieten die beiden das erste Mal in Runde 43 aneinander. Nach einem Restart ging es mal wieder eng zu und Edwards wollte von der mittleren Linie nach unten ziehen, wo allerdings Keselowski unterwegs war. Der Nachwuchsfahrer meinte nach dem Rennen, er habe gelupft, aber Edwards sei zu früh runter gezogen. Edwards war der Meinung, dass er mehr oder weniger absichtlich abgeschossen wurde. Leider wurde Joey Logano mit in den Unfall verwickelt, dessen Rennen damit auch mehr oder weniger gelaufen war.

Die Roush Truppe bügelte den Wagen von Edwards wieder hin und dieser kam, mit etwas mehr als 160 Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Und dann passierte das:

Es war ein klarer Racheakt, den Edwards, nach dem die NASCAR ihn sofort geparkt hatte, auch zu gab. Er habe nicht damit gerechnet, dass die #12 sich überschlagen würde. Eine, wie ich finde, dumme Ausrede. Der Unfall hätte durchaus schlimmer ausgehen können. Nicht nur für Keselowski, sondern auch für die Zuschauer. Meine erste, intuitive Reaktion nach dem Unfall: Edwards gehört für ein Rennen gesperrt.

So leicht ist das aber nicht, zu Mal sich Keselowski in den letzten Rennen im Feld nicht gerade beliebt gemacht hat. Dazu kommt – wenn die NASCAR Edwards jetzt bestraft, ist die neue Politik dann sofort wieder hinfällig? In den USA wird das gerade, auch per Twitter, heiß diskutiert und eine richtige Meinung hat sich noch nicht heraus gebildet. Meine Meinung: fahrt euch wegen mir in die Kiste, aber a) nicht bei 190 mph und b) so, dass der andere nicht frontal oder auf dem Kopf in der Mauer landet. Die Fahrer sollten Erfahrung genug haben, wie man so etwas bewerkstelligt. Wer einen größeren Gedächtnisspeicher als Edwards hat, wartet sowieso auf Bristol, Martinsville, Richmond oder Dover.

Ansonsten gehörte das Atlanta Rennen durchaus zu besseren der letzten Zeit, weil sich an der Spitze sehr viel tat. Kurt Busch, Juan Pablo Montoya, Kasey Kahne und gegen Ende auch Matt Kenseth fuhren ein sehr enges, und sehr spannendes Rennen aus. Interessanterweise waren die Hendrick Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Dale Earnhardt wurden allesamt von Reifenproblemen geplagt. Ebenso Tony Stewart und Danny Hamlin. Auf den ersten Blick schien es so, dass Goodyear mal wieder Mist gebaut hat. Der Hersteller hatte härtere Reifen mit gebracht, die ausgiebig vorher in Atlanta getestet wurden. Dabei kam es allerdings zu keinen Problemen und auch viele andere Teams fuhren problemlos lange Distanzen. Offenbar hatte es etwas mit einer sehr extremen Abstimmung zu tun. Um schnell in den Kurven zu sein, werden die Wagen gerne asynchron abgestimmt, das heißt, sie schieben auf der Geraden etwas über den rechten Vorderreifen, dafür muss man in den Kurven nicht so stark einlenken. Man kennt das auch aus der IRL, wo die Piloten das Lenkrad auf der Gerade schief halten müssen. Aber diese Abstimmung führte wohl zu den massiven Problemen bei den Reifen.

Kurt Busch, der schon im letzten Frühjahr gewinnen konnte, schien das alles relativ wurscht zu sein. Er hatte fast über die gesamte Distanz den besten Wagen, profitierte aber auch von den Fehlern der Konkurrenz. Kahne fiel wegen eines schlechten Boxenstopps weit zurück, ähnlich erging es Montoya zwischen durch, der aber wieder einen sehr starken Eindruck macht. Auch andere Piloten, die zwischendrin mal ihre Nase nach vorne steckten, fielen später zurück. Jeff Gordon, Jimmie Johnson, Danny Hamlin, Dale Earnhardt und Kyle Busch versackten im Mittelfeld.

Gegen Ende des Rennens wurde es richtig spannend. Der Unfall von Keselowski löste die erste GWC aus, ein Big One nach dem Start (#1,5,11,18,33,38,56) machte einen weiteren Restart nötig. Das war ein wenig ärgerlich für Montoya, der vor dem Zwischenfall mit Keselowski den zwischenzeitlichen Vorsprung von Busch pulverisiert hatte und kurz davor stand, zum Angriff überzugehen. Aber die Restarts blieben dann doch die Domäne von Kurt Buch, der Sieg Nummer 21 nach Hause fahren konnte.

Kurz zu den anderen Fahrern:

- Mark Martin hatte eins schwaches Rennen und war am Ende in den Big One verwickelt.

- RCR war sehr blass. Man bekam die Abstimmung nicht hin und fuhr weit hinterher.

- Auffällig: mal wieder Paul Menard, der nach einem guten Rennen auf den fünften Platz kam und AJ Allmendinger, der sechster wurde.

- Red Bull hatte mit Platz 7 (Vickers) und 10 (Speed) ein gutes Mannschaftsergebnis

- Mike Bliss kam auf die 24, David Gilliand auf die 26 ins Ziel, was für beide in ihren unterfinanzierten Teams ein gutes Ergebnis war.

Nächste Woche ist Pause in der NASCAR. Nächstes Rennen dann in 14 Tagen in Bristol.

WTCC Curitiba
Die Rennen in Curitiba sahen Regen, zwei mittelmäßig spannende Rennen, starke, wenn auch nicht übermächtige Seats, gute Chevrolets und enttäuschende BMWs.

1.Rennen
Das 1. Rennen wurde wegen Regens hinter dem Safety Car gestartet. Das Wasser floss allgemein sehr schlecht ab, vor allem in den Kurven 1 und 2 was einigen Fahrern Ausritte bescheren sollte, doch der Reihe nach. Nach 2 Runden wurde das Rennen freigegeben und Yvan Mueller führte das Feld vor Gené ,Menu und Huff auf die Start-Ziel-Gerade. Alle in den Top 4 außer Mueller trafen den Bremspunkt der ersten Kurve nicht und mussten durchs Gras. Gené verpasste wenige Kurven später leicht übermotiviert und auf Grund der Nässe einen weiteren Bremspunkt ,musste den Notausgang nehmen und beraubte sich somit aller Chancen auf ein Podium, er wurde am Ende Siebter. Durch den Ausritt von Gené, der bis dahin auf Platz 2 lag, fuhren nun 3 Chevys in den Top 3. Dies sollte sich bis zum Rennende nicht mehr ändern. Später mussten dann auch Tarquini, Coronel und Monteiro in Kurve 1 geradeaus, was den Chevys das Rennen erleichterte.

Im Laufe des Rennens wurden die Bedingungen spürbar besser, es hörte auf zu regnen und die Sonne kam durch. Das machte das Rennen leider an der Spitze nicht gerade interessanter. Vorne fuhr Yvan Mueller einem ungefährdetem Start-Ziel Sieg entgegen. Da die 3 Chevrolets sich vorne verständlicherweise nicht viel taten, musste man ins Mittel- und Hinterfeld gucken, um Rennaction zu sehen, was die Regie leider meines Empfindens nach in beiden Rennen zu selten tat. Dort gab es nämlich schöne Duelle zum Beispiel zwischen Priaulx/Farfus, Barth/Michelisz Engstler/Young und Coronel/Gené. Als die Fahrer gegen Ende des Rennens schon anfingen nach Wasser auf der Strecke zu suchen, tat sich nicht mehr viel. Huff konnte zwar zwischendurch nochmal Druck auf Mueller machen, doch der fuhr das Rennen mit seiner Erfahrung vor Huff und Menu nach Hause. Somit bescherte Mueller Chevrolet in seinem erstem Rennen für das Team einen reinen Start-Ziel-Sieg. Starke Leistung von Mueller und der gesamten Chevy-Truppe. Und die Seats? Die sorgten für schöne Rennaction, verbauten sich ihre Chancen im ersten Rennen aber größtenteils selbst, durch Ausritte in der ersten Kurve und Rangeleien. So ziemlich jeder Seat-Pilot dürfte die Kurve 1 mal nicht bekommen haben. Tarquini wird erster Seat auf Rang 4, danach folgen die beiden sehr unauffällig fahrenden BMWs von Priaulx und Farfus. Gené, Coronel, Barth und Michelisz komplettieren die Punkteränge. Noch kurz der Blick zu den Independents: Hier konnte sich Hernandez gegen den mit noch aus Macao lädierter Schulter fahrenden Engstler und Young durchsetzen.

2.Rennen
Pünktlich zum Start des zweiten Rennens strahlte die Sonne und die Strecke war bis auf ein paar nasse Flecken vollständig abgetrocknet. Beim Start kollidierten gleich Priaulx und Coronel, die sich damit aus dem Rennen nahmen. Das RBM-Team konnte zwar durch Farfus auf Platz 6 im zweiten Lauf noch Punkte einfahren, der Saisonstart war jedoch eher unterdurchschnittlich, da man zwar in den Trainings schnell war, diese Leistung aber im Rennen und in der Qualifikation nicht umsetzen konnte. Durch das übliche Gerangel in der Startphase schoben sich die Cruze-Chevys auf die Plätze 3-5, vorne lagen die Seats von Tarquini und Gené, die sich dank der TDI-Power vom Rest des Feldes absetzen konnten. Huff, der eigentlich an 3 lag, musste sich auf Rang 5 zurückfallen lassen, da ihm seine Öltemperatur Probleme bereitete. Er geriet deshalb fast 10 Runden lang in einen Zweikampf mit Augusto Farfus, der es aber einfach nicht schaffte an Huff vorbei zu gehen. Die ganze Zeit das gleiche Bild: In der letzten Kurve vor Start und Ziel ist Farfus etwas schneller als Huff, schafft es aber trotz Windschatten nicht an ihm vorbeizugehen. Da fehlte erschreckend viel Speed bei Farfus auf der Geraden. Zur Rennmitte gab es schöne Zweikämpfe zum Beispiel zwischen Engstler und Hernandez, doch auch hier war die Regie meiner Meinung nach alles andere als optimal. Gegen Rennende wurde das ganze vorne eher zur Spazierfahrt, denn vorne war alles gegessen: Tarquini blieb vor Gené, dahinter kamen mit Menu, Mueller und Huff die 3 Chevys ins Ziel. Farfus, Monteiro, Nykjaer, Michelisz und Hernandez komplettieren die Punkteränge. Auch hier noch schnell der Blick auf die Independents: Hernandez vor Engstler und Bennani. Die Punktwertung sieht folgendermaßen aus: Mueller und Tarquini punktgleich, vor Menu, Huff und Gené. In der Independents Trophy liegt Hernandez vor Engstler und Vaulkhard.

Fazit:
Ganz starkes Rennwochenende der Chevrolet Truppe, die die Seats trotz der auf 900m gelegenen Strecke zumindest im Qualifying und erstem Rennen in Schach halten konnten. Die Seats zeigten dann allerdings im zweiten Rennen, was der Motor hergibt und waren vorne uneinholbar. Allerdings dominierten sie nicht wie zu befürchten war das ganze Klassement. Lediglich die BMWs erwischten absolut keinen guten Rennsonntag, die Punkteausbeute ist recht mager, und wirklich konkurrenzfähig zu den Chevrolets sah man, abgesehen von Huffs Ölproblemen nicht aus. Die gute Leistung Freddy Barth , der in seinem ersten WTCC-Rennen überhaupt Punkte holen konnte, soll hier nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie die fahrerische Klasse eines Yvan Mueller im Regen, der als einziger sich keinen Ausritt leistete.

Das nächste Rennen findet dann in… ja Moment mal? Wo denn eigentlich statt? Puebla wurde heute, wie erwartet, offiziell wegen “Unruhen in der Region” und der damit nicht zu gewährenden Sicherheit der Zuschauer abgesagt. Die WTCC hat noch nicht entschieden, ob es einen Ausweichtermin gibt, oder den Rennkalender auf 11 Rennwochenenden kürzt. Dann würde es allerdings erst in 2 Monaten in Marrakesch weitergehen.

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