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February 05 2014

11:20

Newshappen: Ausgabe vom 05.02.2014

Mal wieder eine Runde News aus den letzten Wochen mit vielen Links

// Zunächst mal zu Michael Schumacher. Letzte Woche gab es die Meldung, dass die Ärzte damit beginnen, das induzierte Koma langsam aufzuheben. Bedeutet: Die Medikamente, die Schumacher in einem künstlichen Schlaf gehalten haben, werden langsam reduziert. Was darauf hinweist, dass die Blutungen und Häamtome im Gehirn abgeschwollen, bzw. verschwunden sind und die Schädeldecke geschlossen wurde. Schumacher soll auf die ersten Reizen positiv reagiert haben. Diese Reize werden sehr basal sein. Es geht um Schmerzreaktionen, also reagiert das vegetative Nervensystem auf Schlüsselreize, wie einen Stich mit einer Nadel. Der nächste Schritt wird sein, dass man die künstliche Beatmung abstellt, was ein echter Fortschritt wäre. Es geht um kleine Schritte, die sich über Wochen hinziehen können. Über Spätfolgen kann man zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts sagen. Wir drücken Michael Schumacher weiter die Daumen!

// Bei Renault arbeitet man im Moment rund um die Uhr daran, die Probleme mit dem V6-Turbo abzustellen. Bisher klingt es eher so, als ob das allerdings keine leichte Aufgabe ist. Rob White, Deputy Managing Director von Renault, war immerhin so ehrlich, die Probleme klar zu benennen: “…we had problems with a sub-system within the Energy Store that did not directly concern either the battery nor the operation of the battery – it is an electronic part that was in the same housing as the Energy Store. We subsequently had problems with turbocharger and boost control systems with knock-on effects on the associated engine management systems, subsequently provoking mechanical failures.” Das klingt nicht wirklich gut. Elektrische Probleme wären zu verschmerzen und vermutlich per Software zu klären. Mechanische Probleme deuten auf ein viel größeres und tieferliegendes Problem hin. Ob das in den wenigen Tagen bis zum Bahrain-Test zu klären ist? Vermutlich nur, wenn man zunächst die Leistung reduziert. Die Testzeiten in Bahrain werden interessant sein.

// Ross Brawn hat McLaren und der Rest der Welt das “Gone Fishing” Schild gezeigt. Und zwar wortwörtlich. Er bereitet sich auf dieses Jahr auf seine Lieblingsbeschäftigung vor, dem Fischen. Eine Rückkehr hält er zunächst für ausgeschlossen. McLaren hat sich mittlerweile auch den von Lotus unverständlicherweise entlassenen Eric Boullier geschnappt und diesen als “Racing Director” eingestellt. Kann gut sein, dass er unter Ron Dennis, der nicht mehr zu allen Rennen reisen will, der verantwortliche Chef bei McLaren an der Strecke wird.

// Audi hat die Fahrerbesetzungen für die WEC bekannt gegeben. Für Alan McNish rutscht Lucas di Grassi ins Team. Die Chancen, dass Kristensen Sieg Nummer 9 in Le Mans einfahren kann, sind damit unserer Meinung nach erheblich gestiegen, denn mit Loic Duval hat man ja nun keinen schlechten Partner an Bord. In der #2 sitzen wie immer Fässler, Tréluyer, Lotterer. In der #3 werden Bonnanomi, Olli Jarvis und Albuquerque in Steuer greifen. Auch gut: Wir können schon jetzt die Ankündigung hier machen, dass wir auch 2014 wieder in Le Mans vor Ort sein werden um die Schlacht zwischen Porsche, Toyota und Audi live zu berichten.

// Auf der anderen Seite des Atlantik tut man sich in Sachen Prototypen noch etwas schwer, wie wir hier berichtet haben. Nicht völlig überraschend kommt die Ankündigung der IMSA, dass man die BoP zwischen den DP und den LMP2 für Sebring überarbeiten wird. Die DPs bekommen den vollen Diffusor (in Daytona fuhr man die letzte Spezifikation nicht), die LMP2 sollen mit dem “Low Downforce Kit” aus Le Mans an den Start gehen. Wir reden hier über rund 300 bis 400 Pfund mehr Abtrieb für die DPs und mindestens 200 Pfund weniger für die P2. Schon in Daytona lamentierten die DP-Teams, dass man in Sebring quasi chancenlos sei. Obwohl die DPs in Daytona 1.5 Sekunden schneller waren. Das Spiel geht also weiter, wobei das Problem ist, dass die “LMP2 Lobby” mit Greg Pickett (Muscle Milk), Extreme Sport und Oak relativ klein ist. Immerhin stemmt man sich gegen Ford, Chevrolet, Chip Ganassi, Michael Shank und andere.

// In der NASCAR geht es vor dem Start in die Saison auch zur Sache. Die Änderungen am Chase haben wir hier dokumentiert. Kurzgefasst: Es gibt ein Shootout von vier Fahrern im letzten Rennen, der Gewinner hat den Titel, egal wie oft er vorher gewonnen hat. Gleichzeitig hat die NASCAR den Strafenkatalog endlich mal transparent gemacht. Es gibt nun sieben Stufen im Strafensystem, wobei die erste nur eine Verwarnung ohne Konsequenzen is. Neu ist: Man verliert bei der höchsten Stufe der Strafe einen Sieg, was wichtig für den “Race for the Chase” sein kann.

// Geradezu sensationelle Neuigkeiten gibt es aus der BTCC zu berichten. Unsere allerliebste Tourenwagenserie erfährt eine massive Aufwertung durch die Rückkehr des Ex-Meisters Fabrizio Giovanardi, der einen Ford Focus für das Airwaves Team pilotieren wird. Von den allgemein bekannten wie beliebten “Hotshots, die gerne mal anklopfen” wären dann 2014 am Start: Jason Plato (MG), Matt Neal (Honda), Gordon Sheddon (Honda), Colin Turkington (BMW) [Alles Ex-Meister der BTCC], Andrew Jordan (Honda) [Meister 2013] und eben Giovanardi. Dazu kommen die ebenfalls nicht gerade zurückhaltenden Piloten wie Rob Austin (Audi), Tom Onslow-Cole (Ford), Dave Newsham (Toyota), Mat Jackson (Ford) oder Rob Collard (BMW). Man sollte seinen Popcorn-Vorrat frühzeitig anlegen.

// Und am Schluss: The return of Podcast. Ab dem 20.02. wird es wieder den Podcast geben. Zunächst mit kleineren Pausen, ab dem Start der F1-Saison dann in der üblichen Sequenz. Wir werden dieses Jahr ein paar Änderungen vornehmen. Es wird weniger um Rennberichte gehen, mehr um Hintergründe, Analysen und sonstige Auffälligkeiten. Wir versuchen uns auch auf 60 Minuten zu beschränken. Ehrlich. [Insert hier: Gelächter]

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October 20 2013

09:49

BTCC: Analyse Brands Hatch GP

Andrew Jordan ist der BTCC-Champion 2013. Am letzten Wochenende gingen die drei letzten BTCC-Rennen des Jahres über die regennasse Bühne des altehrwürdigen GP Circuits von Brands Hatch.

hi_10461_53ca34 bzw. 35 Punkte Vorsprung auf die Markenkollegen Neal und Shedden ließen die Sache vor dem Saisonfinale zunächst recht sicher für Jordan erscheinen. Ein bärenstark auftretender Jason Plato, der den von mir vor kurzem als „Schönwetterauto“ abgestempelten MG zu zwei souveränen Siegen im strömenden Regen navigierte und der erste Ausfall für Jordan in diesem Jahr, der ihn ausgerechnet im zweiten Rennen des Tages traf, in dem er den Sack eigentlich schon hätte zu machen können, ließen die ganze Situation dann doch noch mal äußerst spannend werden und die Meisterschaft bis zum letzten Rennen der Saison offen bleiben.

hi_10439_1ec1Doch gehen wir etwas chronologisch vor. Die Qualifying-Stärke, die die MG in den letzten Rennen gezeigt hatten, konnten Plato und Tordoff auch in Brands Hatch, das sich am Samstag noch in bestem sonnigen Herbstwetter zeigte, ausspielen und sich souverän Reihe eins sichern. Die weiteren Positionen der Meisterschaftsaspiranten: Andrew Jordan und Gordon Shedden qualifizierten sich direkt dahinter in Reihe zwei auf den Positionen drei und vier. Colin Turkington mit allerdings nur noch sehr theoretischen Meisterschaftschancen fuhr seinen BMW auf Startplatz sechs. Fehlte also nur noch Matt Neal. Aber für den Dynamics-Piloten lief so ziemlich alles schief. Ohnehin gehandicapt durch einen gebrochenen Finger (Karate-Training …), der zwei Operationen vor Brands Hatch erforderlich machte, zerstörte er seinen Honda bei einem heftigen Unfall im Qualifying ausgangs Paddock Hill Bend. Ergebnis: Ein kaputtes Fahrzeug, das den Mechanikern eine lange Nacht bereitete, und ein sichtlich durchgeschüttelter Matt Neal, der letztendlich nur von Startplatz 16 ins erste Rennen gehen konnte.

hi_10440_cd94Erwähnenswert ist abseits des Meisterschaftsgeschehens noch: Der fünfte Startplatz für den im Qualifying wieder einmal sehr starken Adam Morgan, Startplatz sieben für Tom Onslow-Cole als bester Ford und der großartige zehnte Platz für Jake Hill im zweiten Rob Austin-Audi, der hier in Brands Hatch zum ersten Mal in einem NGTC-Auto saß und zu seinem erst zweiten BTCC-Rennen antrat. Die Platzierung bedeutet nicht nur eine auf Anhieb bessere Leistung als sie Will Bratt als Full-Time-Kraft das ganze Jahr über im Audi gezeigt hatte, sondern auch einen Startplatz zwei Positionen besser als Teamchef Rob Austin.

hi_10459_cf4bTrotz des strömenden Regens, der über den gesamten Rennsontag anhalten sollte, ging Rennen eins relativ unspektakulär über die Bühne. Jason Plato setzte die Pole Position in einen Start-Ziel-Sieg um. Dahinter konnte sich Shedden an Tordoff vorbei arbeiten und sich den zweiten Platz sichern. Andrew Jordan ließ in einer eher defensiven Fahrt Tom Onslow-Cole passieren und kam auf Platz fünf ins Ziel. Punkte sichern ohne im Regen unnötiges Risiko einzugehen lautete seine Herangehensweise. Eine bärenstarke Fahrt zeigte dahinter Matt Neal, der sich mit gebrochenem Finger im gerade wieder aufgebauten Honda bis auf Platz sechs nach vorne arbeiten konnte. Für Colin Turkington waren die letzten Chancen auf die Meisterschaft dagegen bereits nach der ersten Kurve dahin. Ausgangs von Paddock Hill verabschiedete sich der Meister des Jahres 2009 in einen Dreher und wurde ausgerechnet von seinem Teamkollegen Nick Foster frontal auf die Hörner genommen. Turkingtons Ausfall bedeutete zugleich den zweiten Independent-Titel in Folge für Andrew Jordan. Angesichts des Kampfes um die Gesamtwertung war dieser Erfolg aber nur schmückendes Beiwerk für den Eurotech-Piloten.

hi_10452_c326Im zweiten Rennen kam dann das große Drama. Mit einer weiteren soliden Fahrt in die Punkteränge hätte Jordan schon alles klar machen können. Aber wie das meistens so ist, wenn man sich in der „danger zone“ (O-Ton Tim Harvey) im Mittelfeld aufhält und es auch noch in Strömen regnet, kommt ganz schnell alles ganz anders. Das Drama begann bereits am Start, als Jordan hinter Rob Collard auf Platz sieben zurückfiel. Zwischen dem vor ihm liegenden BMW und Verfolger Matt Neal dahinter eingeklemmt fand sich Jordan im dichten Verkehr wieder. In Runde zwei setzte dann Áron Smith hinter Matt Neal fahrend ausgangs Graham Hill Bend zu einem Doppelüberholmanöver der beiden Honda an. Jordan, der kein Risiko eingehen wollte, ließ den Ford von Smith passieren. Ungünstigerweise versuchte Smith dann vor Surtees auch noch den BMW von Collard zu überholen, was zu einer Kollison führte und den WSR-Piloten in einen Dreher brachte. Jordan versuchte dem unmittelbar vor ihm kreiselnden BMW auszuweichen, wurde dabei aber unglücklicherweise von Matt Neal am linken Hinterrad getroffen.

hi_10445_239fEine gebrochene Aufhängung und der erste Ausfall des Jahres waren die bittere Folge. Dass auch Matt Neal weit zurück fiel und letztendlich wegen eines Feuers im Motorraum die Zielflagge nicht sehen sollte, war sicherlich nur ein schwacher Trost, denn der Champion des Jahres 2011 war ohnehin aus dem Meisterschaftsrennen raus. Stattdessen brachte sich Jason Plato mit einem weiteren Sieg völlig überraschend zurück in den Kampf um die Meisterschaft. Damit hatte vor Brands Hatch sicherlich niemand gerechnet, aber der dreifache BTCC-Champion hatte mit nur noch 15 Punkten Rückstand auf einmal realistische Titelchancen (bestärkt dadurch, dass Jordan das dritte Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen musste). Außerdem noch mit im Titelrennen war der amtierende Champion Gordon Shedden, der es nach einem brachialen Quersteher am Start im zweiten Rennen auf Platz sieben geschafft hatte. Der Schotte hatte vor Lauf drei 20 Punkte Rückstand und musste, um seinen Titel zu verteidigen, siegen, während Jordan keine Punkte holen durfte.

Und weil diese ganze Situation noch nicht spannend genug war, zog BTCC-Direktor Alan Gow ausgerechnet Shedden auf die Pole Position für das dritte Rennen. Die Ausgangslage bot somit folgendes Bild: Shedden mit 20 Punkten Rückstand auf der Pole Position und mit der Mission zum Siegen. Plato mit 15 Punkten Rückstand auf Startplatz sieben und mit dem bisher großartig gehenden MG ebenfalls zum Siegen oder mindestens Platz zwei verpflichtet. Und Tabellenführer Jordan in der letzten Startreihe mit der Aufgabe, im Regen möglichst rasch nach vorne zu kommen und so viele Punkte zu retten wie möglich. Shedden wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan gleichzeitig keine Punkte holt. Plato wäre Meister gewesen, wenn er siegt und Jordan nicht über Rang zwölf hinaus kommt.

hi_10448_95cbDie ersten Rennrunden waren folglich vor allem davon bestimmt, zu schauen, auf welcher Position Jordan mittlerweile liegt. Und eines Meisters würdig arbeitete sich Jordan sukzessive durchs Feld, machte Position um Position gut und profitierte dabei auch von einigen Ausfällen und Ausrutschern. Bereits nach fünf Runden lag er so weit in den Punkterängen, dass der Titel so gut wie sicher schien. Letztendlich konnte er bis auf Rang neun vorfahren und kam damit sogar noch einen Platz vor Jason Plato ins Ziel, für den es in diesem Rennen mit vollem Zusatzballast überhaupt nicht lief.

hi_10465_0f43 An der Spitze siegte Shedden, auch wenn er sich zeitweise des bärenstarken Jack Goff im Gilham-Vauxhall erwehren musste, der mit Rang zwei sein bestes Saisonresultat einfuhr und dem Team von Tony Gilham somit noch ein Podium zum Saisonabschluss bescherte. Immerhin brachte der Sieg dem amtierenden Champion Shedden noch die Vizemeisterschaft ein – nur sieben Punkte hinter Jordan. Platz drei in der Meisterschaft ging an Jason Plato mit 17 Punkten Rückstand. Für Matt Neal, der bis zu seinem katastrophalen Wochenende in Rockingham weite Teile der Saison geführt hatte, reichte es letztendlich – auch wegen eines mageren 14. Platzes im dritten Rennen – nur zu Meisterschaftsrang vier. Dahinter schaffte Colin Turkington in der Debutsaison des neuen NGTC-BMW einen insgesamt respektablen fünften Platz in der Meisterschaft.

hi_10468_7785aHier alle Endstände des Jahres (pdf).</a></p> <p>a<a href=" http:="" target="\">Und hier alle Gesamtergebnisse des Wochenendes.

Brands Hatch war meiner Meinung nach ein würdiges Saisonfinale einer sehr interessanten BTCC-Saison, bei der es bis zum letzten Rennen spannend blieb. Und Andrew Jordan ist ein mehr als verdienter Champion des Jahres 2013. Nicht nur, dass sich der Youngster ohnehin zu einem der schnellsten und besten Piloten im Feld entwickelt hat und eine tolle Konstanz über den gesamten Saisonverlauf gezeigt hat; der Erfolg zeigt auch, dass ein professionell geführtes Privatteam in der Lage ist, den Titel zu holen. Der Erfolg des Eurotech-Teams rund um den Teamboss und ehemaligen BTCC- und Sportwagenpiloten Mike Jordan erinnert ein wenig an die Zeit, als das Halfors-/Dynamics Team mit den privat eingesetzten Honda Integra die Werksteams ärgern konnte und mit Matt Neal zwei Meisterschaften in den 2000er-Jahren einfuhr.

Was sonst noch war

Einige Dinge, die im Kampf um die Meisterschaft etwas untergingen, sollen nicht unerwähnt bleiben:
hi_10446_840bShaun Hollamby brachte den guten alten Golf des AmD-Tuning Teams zu einer letzten Ausfahrt nach Brands Hatch. Eigentlich hatte man sich ja einen der ehemaligen S2000-Civics zugelegt, um James Kaye noch den Kampf um den Titel in der Jack-Sears-Trophy zu ermöglichen. Eine Verletzung Kayes zur Mitte der Saison und die dominante Siegesserie von Lea Wood machten dem Plan aber einen Strich durch die Rechnung. Und so klemmte sich Teamboss Shaun Hollamby für das Finale noch mal selbst hinter das Steuer des VW. Und auch wenn der Golf über das gesamte Wochenende zu den langsamsten Autos im Feld gehörte, konnte Hollamby sich im ersten Rennen am Sonntag begünstigt durch glückliche Umstände den Sieg in der mit nur noch drei Autos besetzten Jack Sears Trophy holen. Die Konkurrenten Wood und Griffin waren im strömenden Regen in Dreher verstrickt und so gab es zum Abschied noch mal einen Pokal für den Golf. Die weiteren Siege des Tages sicherte sich dann standesgemäß Lea Wood, der bereits seit Rockingham als Meister in der Jack Sears Trophy feststeht. Wie es im nächsten Jahr mit der Trophy weitergeht, bleibt abzuwarten. Wood wird sicherlich in ein NGTC-Auto wechseln wollen und ob sich überhaupt noch genügend S2000-Autos finden, darf als fraglich gelten.

hi_10467_f0e6Die Leistung der Fords war am Brands-Hatch-Wochenende konstant gut. Tom Onslow-Cole sicherte sich im ersten Rennen den vierten Platz und die Teamkollegen Mat Jackson und Áron Smith kamen sowohl im zweiten als auch im dritten Rennen auf die Plätze drei beziehungsweise fünf. Zwar bleibt die Performance der Ford in diesem Jahr unterm Strich klar enttäuschend und deutlich hinter den Erwartungen des Teams zurück, Brands Hatch bedeutete aber immerhin einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss. Hervorzuheben ist dabei außerdem Áron Smith, der sein Auto im freien Training – ähnlich wie Matt Neal im Qualifying – ausgangs Paddock Hill vehement in die Leitplanke warf und so heftig einschlug, dass es ihn aushebelte und auf die Seite warf. Auto kaputt und Fahrer ordentlich durchgeschüttelt waren neben einem Startplatz am Ende des Feldes die Ergebnisse. Gemessen daran war Smith‘ Leistung in den drei Rennen sehr respektabel.

Und 2014?

Zum Abschluss noch ein paar bestätigte Fahrer-Team-Fahrzeugkombinationen für die kommende Saison. Ein detaillierterer Bericht hierzu wird noch folgen:

- Team Dynamics hat kurz nach dem Saisonfinale bekannt gegeben, dass man für 2014 komplett neue Fahrzeuge entwickeln wird. Fest steht, dass es wieder Hondas sein werden und man weiterhin als Werksteam für die japanische Marke auftreten wird. Ein Modellwechsel ist allerdings gut möglich (Accord?). Im nächsten Monat will man konkretere Pläne vorstellen. Ob das neue Fahrzeug dann nur bei Dynamics zum Einsatz kommt oder man es auch dem Eurotech-Team zur Verfügung stellt, bleibt abzuwarten.

- Welch und Austin haben ihr Engagement in der BTCC 2014 bestätigt. Bei Welch wird man wohl außerdem einen komplett neuen Proton Persona aufbauen und will insgesamt zwei Wagen einsetzen. Austin hat bisher nur einen Audi A4 bestätigt, für den zweiten wird wohl wieder ein zahlungskräftiger Fahrer gesucht werden müssen.

- Neu im Feld sehen wir wahrscheinlich das Rotek-Team rund um US-Boy Rob Holland. Nachdem man die Ex-Arena Motorsport Ford Focus aus der WTCC gekauft hatte, diese aber dann doch nicht einsetzte, plant man für 2014 einen Einstieg in die BTCC mit zwei selbst entwickelten Audi A3. Unterstützung kommt hier von Tony Gilham, der ja irgendwie überall gerne mitmischt ;)

- Bereits beim letzten Mal erwähnt hatte ich, dass die Cicely-Mannschaft eine Mercedes A-Klasse für 2014 entwickelt. Bisher lauten die Pläne nur für ein Einwagen-Team mit Adam Morgan als Fahrer. Hier drücke ich sehr die Daumen, dass es mit der Fahrzeugentwicklung klappt, denn eine weitere Marke, noch dazu ein Mercedes, wäre eine tolle Bereicherung für die BTCC.

- Weitere Bereicherung werden wohl auch zwei Renault Megane bieten, die derzeit in der Entwicklung sind. Hier ist allerdings noch unklar, welches Team die Megane einsetzen wird. Das Projekt wurde vom Ingenieur Philip Morgan angestoßen, der die Autos bauen lassen möchte und sie einem Team für den Einsatz dann zur Verfügung stellt. Klingt alles noch etwas nebulös, aber wir werden sehen …

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October 11 2013

09:00

BTCC: Rückblick Rockingham und Silverstone und Vorschau auf das Finale in Brands Hatch

Die BTCC steht vor ihrem finalen Rennwochenende in Brands Hatch. Beste Chancen auf den Titel hat Honda-Pilot Andrew Jordan, der in der Meisterschaft recht komfortabel vor den Markenkollegen Matt Neal und Gordon Shedden führt.

hi_10325_a770Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Titel in diesem Jahr wieder an einen Honda-Piloten gehen wird. Die besten Nicht-Hondas in der Meisterschaft sind Colin Turkington auf Platz vier und Jason Plato auf Platz fünf, die aber mit 48 bzw. 49 Punkten Rückstand nur noch sehr theoretische Chancen haben dürften. Und auch für die Werkshonda von Neal und Shedden wird es schwer werden, ihren Markenkollegen im privat eingesetzten Honda des Pirtek-Teams noch abzufangen: 34 Punkte Vorsprung hat Jordan auf Neal und 35 auf Shedden. Mit einem Sieg im ersten Rennen, ohne dass Neal und Shedden das Podest erreichen, könnte Jordan schon alles klar machen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die beiden Dynamcis-Piloten als Meister der letzten beiden Jahre den Titel kampflos hergeben werden. Sie werden volle Attacke gehen, während Jordan wohl vor allem auf sicheres Ankommen und Punkte setzen wird. Und mit der Vorhersagbarkeit von BTCC-Rennen ist das ja ohnehin so eine Sache …

Die gute Ausgangslage vor dem Finale verdankt Jordan vor allem zwei überzeugenden Vorstellungen bei den beiden letzten Läufen in Rockingham und Silverstone. Gleichzeitig strauchelten die Konkurrenten und legten Nuller oder Platzierungen am Ende der Punkteränge hin – vor allem Matt Neal verlor in Rockingham so seine Führung in der Meisterschaft. Da die Analysen der beiden letzten Rennwochenenden aus Zeitgründen ausfallen mussten, starten wir also mal einen kleinen Rückblick:

Rückblick Rockingham

hi_10380_c154Vor Rockingham führte noch Matt Neal die Meisterschaft mit knappen sechs Punkten Vorsprung vor Andrew Jordan an. Dahinter lauerten mit einigem Abstand Shedden und Turkington. Jason Plato schien schon zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen zu haben. Gleichwohl sah das Qualifying in Rockingham zunächst ein Wiedererstarken der MG, die sich recht überlegen die erste Startreihe sichern konnten. Jordan kam auf Startplatz vier, gefolgt von Shedden auf Platz fünf. Neal konnte seinen mit vollem Ballast bepackten Honda dagegen nur für Startplatz sieben qualifizieren. Eine positive Überraschung war der dritte Startplatz von Rob Austin im Audi, der die gute Leistung aus Knockhill mit nach Rockingham nehmen konnte.

Alle Ambitionen der MG auf ein gutes Resultat hatten sich am Rennsonntag dann aber erledigt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und sich die Strecke bei frischen 10 Grad Außentemperatur in bestem englischen Wetter präsentierte. Dass der MG ein „Schönwetterauto“ ist, das bei ungünstigen Streckenbedingungen schnell in Handlingprobleme gerät, hatte sich schon einige Male in der Saison gezeigt und sollte sich auch diesmal bestätigen. Jordan schnappte sich die drei vor ihm startenden Fahrzeuge (beide MG und Austins Audi) bereits am Start und kam als Führender aus der ersten Runde zurück.

hi_10323_0be3Ein Unfall im hinteren Teil des Feldes machte dann zunächst eine längere Safety-Car-Phase notwendig. Nach dem Restart in Runde sieben verabschiedete sich plötzlich Matt Neal auf der nassen Piste in einen Dreher und fiel ans Ende des Feldes zurück. Somit also der erste Vorteil für Jordan. Hinter dem Pirtek-Piloten konnte sich nach dem Restart Gordon Shedden zunächst an Jason Plato vorbei auf Rang zwei schieben, geriet gegen Ende des Rennens aber unter Druck von Mat Jackson und Rob Austin, die ihre Reifen auf optimale Betriebstemperaturen gebracht hatten und mit schellen Rundenzeiten von hinten kommend durch das Feld pflügten. Jackson war von Position zwölf gestartet, konnte sich in der ersten Runde bereits auf Rang sechs vorarbeiten und nach der Safety-Car-Phase weitere Positionen gutmachen. Austin hatte am Start mit Grip-Problemen zu kämpfen und fiel zunächst ans Ende der Top Ten; konnte dann aber Boden gutmachen und wurde im Laufe des Rennens immer schneller. Nachdem Jackson Shedden bereits in Runde 14 überholen konnte, schaffte der Audi-Pilot ein sehenswertes Manöver gegen den Schotten in der letzten Kurve der letzten Runde und sicherte sich somit den verbleibenden Platz auf dem Podium. Shedden blieb nur der vierte Rang, gefolgt von Plato und Turkington. Neal kam letztendlich nur auf Rang 14 ins Ziel und verlor somit erstmals die Führung in der Meisterschaft.

hi_10319_819fZum zweiten Rennen präsentierte sich Rockingham zwar nach wie vor kalt und windig, aber immerhin war es jetzt trocken. Rob Austin nutzte den nun vorhandenen Grip optimal und katapultierte sich beim Start dank Heckantrieb an die Spitze, wo er in der Folge ein mehr oder weniger einsames Rennen fuhr und völlig souverän seinen ersten BTCC-Sieg feiern konnte. Für den Publikumsliebling, der sein Auto in Eigenregie vorbereitet und einsetzt und immer mit viel Herzblut dabei ist, auf jeden Fall ein verdienter Erfolg und gleichzeitig der erste Audi-Sieg in der BTCC seit Frank Biela 1997.

hi_10334_c3d4Nicht so optimal lief es dagegen diesmal für Andrew Jordan, der sichtlich unter dem jetzt vollen Zusatzballast zu leiden hatte und im Laufe des Rennens bis auf Rang acht zurückfiel. Allerdings verabschiedete sich Matt Neal in Runde zehn in einem kuriosen – aber nicht zusammenhängenden – Doppelausritt mit Rob Collard aus dem Rennen und musste seinen Honda mit Fehlzündungen abstellen. Trotz eines mittelmäßigen achten Platzes bedeutete der Nuller von Neal den zweiten Vorteil für Andrew Jordan an diesem Wochenende. Gefährlicher wurden in diesem Rennen dagegen Shedden und Turkington, die das Podium hinter Rob Austin komplettierten und somit einige wichtige Zähler sammeln konnten. Shedden hatte in der ersten Rennhälfte noch mit sehr schnellen Rundenzeiten versucht, Jagd auf den führenden Audi zu machen, wurde dann aber wie fast alle frontangetriebenen Fahrzeuge zur Rennhalbzeit von stark abbauenden Reifen gebremst. Es zeigte sich, dass das Streckenlayout von Rockingham in Verbindung mit den niedrigen Außentemperaturen besonders reifenfressend für die Frontriebler ist.

hi_10332_8abbSehr erfreulich für Jordan war dann die Auslosung für die Startaufstellung des dritten Rennens, die ihn auf die Pole Position beförderte. Der erste Startplatz in Verbindung mit einem jetzt von Zusatzballast befreiten Auto bedeuteten somit den dritten Vorteil für den Pirtek-Piloten. Und diesen nutze er auch in bester Manier und sicherte sich seinen zweiten Sieg an diesem Tag. Spannend wurde die an sich souveräne Vorstellung Jordans nur noch mal gegen Rennende, als das Einbrechen der Fronttriebler auch vor ihm nicht Halt machte und er pro Runde eine ganze Sekunde auf den Zweitplatzierten Colin Turkington verlor. Letztendlich reichte es aber, auch dank eines Verbremsers, den Turkington in der letzten Runde hinlegte. Das Podium komplettierte diesmal Jason Plato, gefolgt vom erneut starken Mat Jackson und Gordon Shedden. Mat Neal schaffte es auf Rang sechs und fuhr damit seine einzige Top-Ten-Platzierung an diesem Wochenende ein.

In der Meisterschaft führte nach Rockingham also Andrew Jordan mit 30 Punkten Vorsprung vor Gordon Shedden und 33 Punkten vor Colin Turkington. Matt Neal war nach seinem katastrophalen Rennsonntag plötzlich nur noch vierter mit 34 Punkten Abstand zur Spitze. Gerade die Konstanz, die ihm im bisherigen Saisonverlauf die Meisterschaftsführung eingebracht hatte, war Neal diesmal abhanden gekommen und warf ihn in eine ungünstige Ausgangslage zurück.

hi_10340_a615Nicht vergessen werden darf übrigens noch, dass in Rockingham auch schon der erste Meister des Jahres gekürt werden konnte: Lea Wood sicherte sich mit drei weiteren Siegen an diesem Wochenende vorzeitig den Titel in der Jack Sears Trophy für die Fahrzeuge nach S2000-Reglement. Für den Vauxhall-Piloten sicherlich ein verdienter Erfolg und eine klare Empfehlung, sich nächstes Jahr in einem NGTC-Auto präsentieren zu dürfen.

Rückblick Silverstone

hi_10387_040eAn sich war Silverstone eine optimale Station, um noch mal mehr Spannung in die Meisterschaft zu bringen: Gewohntermaßen kommt die Traditionsstrecke mit ihren schnellen Kurven und langen Geraden den Honda nicht gerade entgegen. Im Qualifying sicherten sich dann auch erneut die MG wie schon in Rockingham die erste Startreihe. Die Honda dagegen strauchelten tatsächlich: Matt Neal, der zusätzlich von einem gebrochenen Finger gehandicapt war, kam als bester Honda nur auf Startplatz neun. Andrew Jordan qualifizierte sich dahinter auf Rang zehn und für Gordon Shedden reichte es nur zu einem enttäuschenden 15. Platz. Besser lief es für BMW-Pilot Colin Turkington, der seine letzten Meisterschaftschancen wahren wollte und sich hinter den MG und dem starken Dave Newsham auf Startplatz vier qualifizierte.

hi_10373_d597Anders als in Rockingham konnten die MG diesmal bei strahlendem Sonnenschein ihre gute Qualifying-Leistung ins Rennen mitnehmen und fuhren einen recht überlegenen Doppelsieg ein. Nur beim Start kamen sich Plato und der etwas besser startende Tordoff leicht in die Quere, was es Colin Turkington kurzzeitig erlaubte, sich auf Position zwei vorzuschieben. Eine beeindruckende Fahrt zeigte von weiter hinten kommend Matt Neal, der im Laufe des Rennens Position um Position gutmachte und sich am Ende den dritten Platz sichern konnte. Dahinter platzierten sich Turkington, Collard und Jordan. Shedden schaffte es dagegen nur auf Platz 11, einen Platz vor Rockingham-Sieger Rob Austin. Matt Neal dürfte nach einigen in diesem Rennen gutgemachten Zählern also erst mal wieder Morgenluft gewittert haben.

hi_10406_ba56Aber bereits im zweiten Rennen drehte sich das Blatt wieder. Sollte Andrew Jordan tatsächlich Meister werden, wird man wohl zwangsläufig an diese Vorstellung zurückdenken müssen, die er im zweiten Silverstone-Rennen gezeigt hat – auch wenn es letztendlich nur der zweite Platz hinter einem mit dem Messer zwischen den Zähnen fahrenden Jason Plato werden sollte. Etwas überraschend wählte Jordan vor dem Rennen nämlich die weichere Reifenmischung. Ein Poker, der sich jedoch auszahlen sollte

Beim Start gelang es Colin Turkington diesmal erfolgreich, die MG auseinanderzudrängen und sich auf Platz zwei zu schieben. Ein Unfall zwischen Wrathall, Austin, Onslow-Cole, Bratt und Scott verursachte dann eine längere Safety-Car-Phase. Nach dem Restart in Runde sieben begann Jordan dann seine Reise durch das Feld: Zunächst schnappte er sich Matt Neal und konnte drei Runden später auch an Colin Turkington, der zwischenzeitlich wieder hinter Tordoff zurückgefallen war, vorbeigehen. Eine weitere Runde später war in einem sehenswerten Manöver dann auch Tordoff fällig und Jordan war auf einmal Zweiter. Während er sich in den nächsten Runden immer weiter an den führenden Plato ranrobbte, musste sich Konkurrent Neal des heftigen Drucks der hinter ihm fahrenden Jackson, Newsham und Shedden erwehren.

hi_10405_70a8Ab Runde 17 war Jordan dann an Plato dran und konnte ihn nach einigen erfolglosen Versuchen in Runde 20 erstmals überholen. Plato konterte jedoch unter Inkaufnahme einigen Lackaustauschs erfolgreich und in der Folge entwickelte sich ein sehenswerter Kampf zwischen beiden, zu dem sich gegen Rennende auch noch Aron Smith im Motorbase-Ford gesellte. Er hatte die gleiche Reifenstrategie wie Jordan gewählt und war in ähnlicher Manier durch das Feld gepflügt wie der Honda-Pilot. In dieser Dreiergruppe musste Jordan nun darauf achten, nicht noch von Smith überholt zu werden, während er weiterhin Attacken auf Plato setzte. Letztendlich konnte Plato seine Führung erfolgreich verteidigen und sicherte sich seinen insgesamt 80. BTCC-Sieg. Jordan und Smith komplettierten das Podium gefolgt von Sam Tordoff auf Platz vier. Die weiteren Meisterschaftsaspiranten Turkington, Neal und Shedden folgten auf den Rängen fünf, sechs und sieben. Auch wenn Jordan dieses Rennen nicht gewonnen hat, war die Vorstellung, die er hier zeigte, eindrucksvoll und taktisch klug zugleich und sicherte ihm ein gutes Punktepolster auf seine Konkurrenten in der Meisterschaft.

Um das Drehbuch im Meisterschaftskampf perfekt zu machen, wurde für das dritte Rennen des Tages dann Matt Neal auf die Pole Position gelost. Der Dynamics-Pilot und der ebenfalls noch Meisterschaftschencen habende Colin Turkington bildeten somit die erste Startreihe für das letzte Rennen des Tages. Beim Start konnte Turkington zunächst die Führung übernehmen und sah eine Weile wie der sichere Sieger aus. Neal geriet dagegen in den ersten Runden unter erheblichen Druck von Tordoff und kollidierte schließlich unnötigerweise mit dem MG-Piloten, als beide sich gegenseitig keinen Platz ließen. Tordoff drehte es von der Strecke und Neal verlor zwei Positionen an den dahinter pushenden Aron Smith und Teamkollege Shedden, der nach dem Start Andrew Jordan überholt hatte.

hi_10411_6521Im weiteren Rennverlauf konnte Shedden sich an Mat Jackson vorbei auf Rang zwei schieben und den führenden Turkington unter Druck setzen. Nachdem zur Rennmitte eine herrenlose Stoßstange auf Start-Ziel eine Safety-Car-Phase notwendig gemacht hatte, kam Turkington beim Restart schlecht weg und musste Shedden und Smith in Copse ziehen lassen. Einige Runden später schaffte es auch Matt Neal am BMW vorbei. Doch damit nicht genug für Turkington: Kurze Zeit später geriet er mit Mat Jackson in Copse aneinander und musste das Rennen mit gebrochener Aufhängung beenden – wichtige Punkte und die letzten realistischen Chancen im Meisterschaftskampf waren somit futsch. Es gewann also etwas überraschend Gordon Shedden vor dem erneut starken Aron Smith und Teamkollege Matt Neal. Andrew Jordan, der sich zeitweise des stark pushenden Jason Plato erwehren musste, betrieb mit einem fünften Platz Schadenbegrenzung gegenüber den besser platzierten Markenkollegen und reiste – auch ohne Sieg – als Favorit auf den Titel aus Silverstone ab.

Somit ergab sich also die eingangs geschilderte Ausgangslage in der Meisterschaft bevor am kommenden Wochenende der Meister in Brands Hatch gekürt wird. Gefahren wird auf dem 3,908 Kilometer langen GP-Circuit. Da die Wettervorhersagen very british sind, spare ich mir jetzt das Auspicken von Favoriten für die Siege. Nur so viel: Wenn es regnet, gehen die MG wieder unter. Und ein Auge sollte man auf Rob Austin haben, dessen Audi das Streckenlayout entgegen kommen dürfte.

Ansonsten kann man davon ausgegehen, dass Neal und Shedden nichts unversucht lassen werden, Jordan den Titel streitig zu machen, während Jordan wohl vor allem auf Sicherheit fahren wird. So gut die Chancen für den Pirtek-Piloten auch sein mögen, so schnell kann ein einziger Ausfall die ganze Situation schmerzhaft spannend werden lassen.

Wir dürfen uns auf jeden Fall auf ein spannendes Finale freuen!

 

Notiz am Rande

merc

Das Bild stammt vom Facebookprofil von Cicey-Racing (https://www.facebook.com/ciceleyracing)

Adam Morgan uns sein Cicely-Team haben angekündigt, für die nächste Saison eine selbst entwickelte NGTC-Version der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start zu bringen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre das mit einer weiteren Marke im Feld nicht nur eine Bereicherung für die BTCC, sondern auch ein weiterer deutlicher Pluspunkt für das NGTC-Reglement und die damit verbundenen Ambitionen. Ich drücke jedenfall die Daumen.

September 14 2013

10:33

BTCC: Vorschau Rockingham

Morgen startet die BTCC zu ihrem drittletzten Rennwochenende auf dem Rockingham Motor Speedway. Und es ist im Kampf um die Meisterschaft schlichtweg spannend.

hi_9098_e982Matt Neal führt nach wie vor die Meisterschaft mit aktuell 293 Punkten an. Nur noch sechs Punkte dahinter lauert aber Markenkollege Andrew Jordan. 27 Punkte Rückstand hat auf Platz drei der amtierende Champion Gordon Shedden und „The man on the move“ Colin Turkington hat auf Platz vier mit 30 Punkten Rückstand ebenfalls noch beste Chancen, um in der Meisterschaft ein Wort mitzureden. Jason Plato ist seit seinem blassen Knockhill-Wochenende mit 54 Punkten Rückstand dagegen erst mal mehr oder weniger raus aus der Titelentscheidung. Aber man soll ja niemals nie sagen …

Die Ausgangslage an der Spitze der Tabelle ist also definitiv vielversprechend. Neal darf sich keinen Fehler erlauben und muss auf Konstanz setzen, um seinen Vorsprung zu verteidigen. Gleichzeitig darf er sich nicht von Jordan schlagen lassen. Ein einziger Fehler von Neal und/oder Jordan kann Shedden und Turkington näher an die Spitze bringen. Wir dürfen also gespannt sein, wer als Tabellenführer aus Rockingham abreist und ob nach dem Wochenende noch immer vier Fahrer als Meisterschaftskandidaten in Frage kommen. Ein einziges Nullresultat kann jedem der Favoriten ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

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Wikipedia Commons, Author Will Pittenger

Rockingham ist die modernste aller britischen Rennstrecken (sieht man einmal von der Snetterton-Erweiterung ab). Wie vielleicht bekannt, wurde das Oval in Northhamptonshire einst ähnlich wie der Lausitzring für die Indy Car gebaut. Nach zwei Auftritten in den Jahhren 2001 und 2002 verabschiedete sich die Indy Car, die in dieser Zeit ihre Krisenjahre einläutete, dann aber wieder und ward fortan nicht mehr gesehen. Die BTCC fährt freilich nicht auf dem ungewöhnlich geformten 1,5 Meilen-Oval, sondern auf dem „International Super Sports Car Circuit“, den man der Strecke beim Bau des Ovals als Infield verpasste.

Dafür dass diese 3,12 Kilometer lange Streckenvariante der Infield-Circuit eines Ovals ist, ist sie meiner Meinung nach doch recht abwechslungsreich und herausfordernd. Spannend – und gewissermaßen eigentlich auch ganz schön gefährlich – ist unter anderem, dass man Turn 1 des Ovals komplett mitnimmt und hier mit dem Gasfuß am Bodenblech durch brettert. Dieser Umstand macht Rockingham auch recht selektiv. Dem kurvenreichen Infield steht das lange Vollgasstück über Start-Ziel, Turn 1 und die anschließende Gerade gegenüber. Topspeed, Bremsen und Handling sind hier die entscheidenden Faktoren und die Autos sind nicht gerade leicht abzustimmen.

Ich sehe Turkington mit dem BMW hier leicht im Vorteil. Zum einen befindet man sich bei West Surrey ja ohnehin auf dem aufsteigenden Ast und zum anderen schätze ich, dass man mittlerweile über eines der besten Fahrwerke im BTCC-Feld verfügt. Und geradeaus zählt der BMW ja sowieso nicht zu den langsamsten. Dazu kommt die gute Traktion des Fahrzeugs, die vor allem beim Herausbeschleunigen im Infield entscheidend sein kann.

Gleichwohl könnten hier auch die MG wieder mal ein ernsteres Wörtchen mitreden. Snetterton, wo der MG zuletzt tonangebend war, kommt der Charakteristik von Rockingham sehr nahe und im letzten Jahr sicherte sich Jason Plato im ersten Rennen bei trockenen Bedingungen einen überlegenen Sieg. Auch wenn der MG in Rockingham mal wieder vorne mitmischen sollte, dürfte das Eingreifen in die Meisterschaft wie oben beschrieben schwer bis unmöglich sein und nur über reihenweise Fehler der anderen führen.

hi_9096_c765Die Honda sind nie zu unterschätzen und werden auf jeden Fall vorne mitfahren. Letztes Jahr läutete Gordon Shedden hier in den beiden verregenten Rennen seine Fahrt zum Titel ein. Im Infield der Strecke werden Neal, Shedden und Jordan die Handling-Stärken des Civic ausspielen können – auf den Geraden könnte jedoch der fehlende Top Speed für Frust sorgen. Außerdem sollte beachtet werden, dass die drei Honda-Piloten als Erstplatzierte in der Meisterschaft die schwersten Autos im Feld sind und vor allem beim Herausbeschleunigen auf das lange Vollgasstück unter dem Zusatzgewicht leiden dürften.

 

Was war sonst noch?

Tom Onslow Cole (GBR) Volkswagen Passat CCDer fröhliche Cockpittausch geht auch vor Rockingham in eine neue Runde. Auslöser war erneut das Team von Tony Gilham. Erste Meldung war, dass Tom Onslow-Cole überraschenderweise nicht die letzten drei Rennen für das Team bestreitet. Als Grund wurde

August 10 2013

11:37

BTCC: Analyse Snetterton

Die Rennen der BTCC in Snetterton boten einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag mit viel Lackaustausch und drei verschiedenen Siegern in den drei Rennen. Angesichts der Dominanz der MG im Qualifying war das so nicht unbedingt zu erwarten.

hi_10172_a009Bereits in den freien Trainigssessions bestätigen die MG mit Bestzeiten die gute Form, die sie bereits Mitte Juli bei den Reifentests in Snetterton gezeigt hatten. Im Qualifying sicherte sich dann Sam Tordoff die erste Pole Position seiner Karriere vor Teamkollege Jason Plato. Dass Tordoffs Pole-Zeit dabei gut eine Sekunde schneller war, als die beste Qualifying-Zeit des letzten Jahres unterstrich nicht nur die gute Form der MG in Snetterton, sondern zeigt auch den Sprung, den die NGTC-Fahrzeuge in Sachen Leistung in den letzten Monaten gemacht haben. Insbesondere bei den Top Teams wurde viel entwickelt, was es mittlerweile kleineren Teams, wie Rob Austin Racing oder Frank Wrathalls Dynojet-Team schwer macht, mit der Spitze mitzuhalten – letztes Jahr gehörten beide genannten noch zu den Siegkandidaten, während in diesem Jahr nur wenig nach vorne zu gehen scheint.

hi_10153_dd2aZurück zum Qualifying: Hinter den MG platzierten sich die Honda von Shedden und Jordan, gefolgt von Colin Turkington im BMW. Alle Verfolger in der Meisterschaft (siehe Vorschau zur zweiten Saisonhälfte) waren damit auf den vorderen Rängen platziert. Der Meisterschaftsführende Matt Neal patze dagegen im Qualifying. Beeinträchtigt durch volles Zusatzgewicht, mangelnden Turbo-Boost und einem nicht näher beschriebenen technischen Problem langte es für den Dynamics-Fahrer nur zu Startplatz elf. Neal zeigte sich anschließend angefressen und wetterte gegen die Beschneidung der Honda durch deutlich geringeren Ladedruck als die Konkurrenten.

Tatsächlich ist es so, dass die BTCC vor allem über die Anpassung des Ladedrucks bei den NGTC-Autos eine BoP vornimmt. Und es ist ja kein Geheimnis, dass der Civic mutmaßlich das schnellste Auto im Feld ist und folglich am meisten unter einer solchen Begrenzung leidet. Neal beklagte vor allem, dass ihm auf den Geraden bis zu sechs mph Höchstgeschwindigkeit fehlten und er damit gegen andere Autos schlicht machtlos sei. Im Rennen hab ich versucht das zu verfolgen und tatsächlich kämpfte Neal auf den Gerade oft mit stumpfen Waffen; vor ihm fahrende Fahrzeuge konnten sich mühelos mehrere Wagenlängen absetzen. Gleichwohl waren diese Unterschiede in der Geschwindigkeit bei den Honda von Shedden und Jordan nicht so eklatant. Auch deren Civics gehörten zwar nicht zu den schnellsten Fahrzeugen wenn es geradeaus ging, aber Shedden konnte nichtdestotrotz auf den Geraden sogar Angriffe aus dem Windschatten setzen. Die Diskussion ist spannend und es bleibt abzuwarten in welche Richtung sie führt.

hi_10146_dc18Eine gute Leistung im Qualifying zeigten übrigens Áron Smith, Adam Morgan, Jack Goff, Dave Newsham und Dan Welch, die sich hinter den genannten Meisterschaftsanwärtern die Startplätze sechs bis zehn sichern konnten. Insbesondere Áron Smith sechster Platz ist dabei erwähnenswert, da er diesen mit nur einer gezeiteten Runde zustande brachte und im nächsten Versuch seinen Ford ausgangs der ersten Kurve nachhaltig verschrottete. Glücklicherweise blieb Smith trotz des recht starken Impacts, der das Auto sogar kurz in die Luft beförderte, unverletzte und auch sein Fahrzeug konnte bis zum Rennstart repariert werden.

Hervorzuheben ist außerdem noch die gute Leistung von Jack Goff im Vauxhall Insigina, der mit Platz acht sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis herausfuhr und damit auch schneller war, als Tom Onslow-Cole im (mutmaßlich schnelleren) VW CC des Teams (14.). Schnellster S2000-Pilot war Lea Wood auf Position 22. Die gesamten Qualifying-Ergebnisse können

August 03 2013

06:00

BTCC: Vorschau Snetterton und Ausblick zweite Saisonhälfte

Morgen kehrt die BTCC mit den Rennen in Snetterton aus ihrer Sommerpause zurück und startet in die zweite Saisonhälfte. Eine gute Gelegenheit also, nicht nur auf die Rennen 16, 17 und 18 des diesjährigen Kalanders vorauszuschauen, sondern auch einen Blick auf den Kampf in der Meisterschaft zu werfen.

Aktuell führt Matt Neal mit 224 Punkten vor Andrew Jordan mit 205. Es folgen Gordon Shedden und Jason Plato mit jeweils 188 Punkten sowie Colin Turkington mit 184. Es kann als ziemlich sicher gelten, dass die Meisterschaft unter den fünf genannten Fahrern entschieden wird. Die nachfolgenden Piloten Tordoff, Morgan, J. Smith, und Onslow Cole haben allerhöchstens noch rein rechnerisch krasse Außenseiterchancen. Alle weiteren Stände in der Meisterschaft können a

June 26 2013

07:00

BTCC: Analyse Croft 2013

Die Rennen der BTCC in Croft am letzten Wochenende sahen glänzend aufgelegte BMW. Wird aus dem Zweikampf Honda gegen MG nun ein Dreikampf?

hi_10041_b5bdNach der Honda-Dominanz in Thruxton und den wiedererstarkten MG in Oulton Park muss man nun wohl für Croft (fast) perfekte BMW-Festspiele konstatieren. Zwei Siege und ein zweiter Platz für Speerspitze Colin Turkington brachten der West-Surrey-Truppe endlich den erhofften Erfolg mit dem neu entwickelten Fahrzeug. Und obwohl die Strecke in Yorkshire mit ihren klangwollen Kurvennamen wie Clervaux, Sunny In und Sunny Out sowie der langsamsten und engsten Haarnadel im BTCC-Kalender vom Layout her ein gutes Pflaster für Hecktriebler ist, konnte mit dieser Leistung im Vorfeld doch eigentlich niemand so richtig rechnen. Bei aller Euphorie angesichts der gut gehenden BMW sollte nicht vergessen werden, dass sich Matt Neal in Croft rechtzeitig vor Saisonhalbzeit als heißester Meisterschaftskandidat etabliert hat. Konstant gute Platzierungen und ein Sieg im dritten Rennen zeigen, dass Neal genau dann da zu sein scheint, wenn andere straucheln.

Aber bevor es jetzt weiter in die Analyse geht, soll auch hier kurz darauf eingegangen werden, dass natürlich auch das BTCC-Wochenende in Croft nicht von dem tragischen Unfall in Le Mans unberührt blieb. Allan Simonsen war als GT-Profi und Weltenbummler seit 2008 auch regelmäßig in der britischen GT-Serie aktiv und dementsprechend kein Unbekannter in der sehr familiär aufgebauten Motorsportszene in Großbritannien. Entsprechend schockiert und tief betroffen zeigten sich viele Leute im BTCC-Paddock angesichts der schlimmen Nachricht aus Frankreich – sei es in Form zahlreicher Beileidsbekundungen auf Twitter und Co. oder in diversen Interviews rund um die BTCC-Berichterstattung der Rennen in Croft.

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von Wikipedia Commons, Author: Will Pittenger

Croft also, und damit zurück zum motorsportlichen Geschehen. Da ich die Vorschau diesmal nicht geschafft hab, hier noch mal kurz die wichtigsten News im Vorfeld des Croft-Wochenendes: 1. Eine Absage gab es (wieder mal …) von Andy Neate und dessen IP Tech-Racing Team. Nachdem man schon auf das Debüt in Donington und Oulton Park verzichtet hatte, kam auch diesmal wieder eine Absage in letzter Minute wegen nicht auszusortierender technischer Probleme. Man muss sich mittlerweile wirklich fragen, ob wir den NGTC-Chevrolet Cruze noch jemals in einem Rennen sehen werden. Es ist ja schön und gut, dass Neate das Auto perfekt vorbereitet haben will, aber so langsam wird die ganze Sache doch etwas zermürbend. Immerhin hat er ja auch schon schicke Sponsorenaufkleber auf dem Auto, nur fahren tut es halt nicht … 2. Stattdessen neu in der diesjährigen Saison dürfen wir Michael Caine begrüßen, seines Zeichens British GT-Champion 2012 und auch in der BTCC kein Unbekannter. Er pilotiert wie bereits vor der Saison verkündet einen dritten nach NGTC-Reglement aufgebauten Motorbase-Ford Focus an der Seite von Mat Jackson, Aron Smith und S2000-Pilot Liam Griffin. 3. Liam Griffin: Der konnte an diesem Wochenende leider nicht und wurde durch den Youngster Jake Hill ersetzt, der damit in Croft sein Debüt in der BTCC gab.

hi_10043_24bfDie BMW-Vorstellung in Croft begann bereits im Qualifying. Etwas überraschend sicherte sich Colin Turkington da schon die Pole Position in einem Last-Minute-Run. Er profitierte dabei von einer Roten Flagge wegen eines Unfalls von Joe Girling (der dann wegen des zerstörten Autos auch nicht am Rennen teilnehmen konnte) kurz vor Schluss der Session. In den hektischen Schlussminuten setzen zunächst Jason Plato und die Honda von Neal, Shedden und Jordan die Bestzeiten (alle drei landeten am Ende innerhalb von nur 15 Zehntelsekunden), bevor Turkington dann in seiner zweiten gezeiteten Runde die Bestzeit hinlegte. Angesichts dessen, dass Turkington die ersten zehn Minuten des Qualifyings zunächst mit Problemen am Antriebsstrang aussetzen musste, ein mehr als tolles Ergebnis. Die generell gute BMW-Form unterstrich Rob Collard mit Startplatz sechs hinter Plato und den Honda. Komplettiert wurden die Top Ten von Frank Wrathall, Sam Tordoff, Tom Onslow-Cole und Adam Morgan. Bester 2000-Pilot wurde Lea Wood auf Position 22 knapp für BTCC-Debütant Jake Hill. Wenig zu sehen war im Qualifying mal wieder von den Ford. Mat Jackson wurde als bester Motorbase-Fahrer 11., Aron Smith kam nur auf P16, noch einen Platz schlechter als Saisondebütant Michael Caine. Noch schlechter waren (auch mal wieder leider) nur die Audi mit den Plätzen 18 (Austin) und 19 (Bratt).

aHier das komplette Qualifying-Ergebnis.

Zum Start von Rennen eins überraschte die West Surrey-Truppe dann zunächst einmal damit, dass alle BMW geschlossen auf den Soft-Reifen starteten. Überraschend war dies vor allem deshalb, weil die bislang übliche Herangehensweise der vorne in der Startaufstellung platzierten Fahrer war, in den ersten beiden Renne die harten Reifen zu verwenden und den schwer einzuschätzenden weichen Reifensatz erst im dritten Rennen aufzuziehen. Dass die BMW sich ganz gut mit den Softs vertragen, war ja bereits seit Turkingtons recht überlegenem Sieg in Donington klar. Dort setze er sich aber gegen eine mehrheitlich ebenfalls weich bereifte Konkurrenz durch, in Croft starteten die anderen Fahrer rund um die BMW auf harten Reifen. Anscheinend hat man die Einser beim Test vor Croft vor allem in Sachen Reifennutzung weiterentwickelt und neue Aufschlüsse erhalten.

hi_10051_39bdIm Rennen sollte sich diese Herangehensweise jedenfalls nicht zu einem Nachteil erweisen. Beim Start kam Turkington wie erwartet dank Heckantrieb gut weg und bog als Führender in die Rechtskurve von Clervaux. Der Rest seines Rennens gestaltete sich dann langweilig und ist kurz erzählt: Einsam seine Kreise ziehend setzte er seine Pole in einen sauberen Start-Ziel-Sieg mit einem für BTCC-Verhältnisse sehr großen Vorsprung von 9,3 Sekunden um. Dahinter komplettierten die Dynamics-Fahrer Neal und Shedden das Podium. Neal hatte Plato bereits am Start überholt und Shedden hatte es in Runde zwei mit reichlich Lackaustausch vorbei an dem im Rennen wenig überzeugenden MG geschafft.

hi_10057_624bRob Collard als in der Startaufstellung zweitbester BMW kam am Start ebenfalls gut weg und bog Seite an Seite mit Plato in die erste Kurve ein. In der anschließenden Schikane kollidierten beide aber, was den Pechvogel der Saison Collard in einen Dreher brachte und etliche Positionen zurückwarf. Deutlich besser lief es dagegen für den dritten BMW von Nick Foster, der sich zunächst beim Start auf Position acht vorfahren konnte und in der Folge ein furioses Rennen hinlegte. Nacheinander schnappte er sich zunächst Wrathall, Tordoff und Jordan und machte dann ab Rennhalbzeit Jagd auf den Viertplatzierten Plato. In Runde elf war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und konnte diesen einige Kurven später in der langgezogenen Hawthorn-Kurve innen überholen. Sofort setzte er sich ab und lag am Ende des Rennens mit weiterhin schnellen Rundenzeiten nur noch rund fünf Sekunden hinter den Honda. Für Gentleman-Driver Foster auf jeden Fall ein tolles Resultat und fast so sensationell wie die Tatsache, dass die BMW über die gesamte Renndistanz konstant gute Rundenzeiten auf den weichen Reifen hinlegten, die meist auch noch schneller waren als die vom Rest des Feldes.

Plato wurde letztendlich geschlagener Fünfter, was angesichts von Startplatz zwei und einem zumindest im Qualifying sehr schnellen Auto sicherlich eine Enttäuschung war. Auf den Rängen sechs und sieben folgten Tordoff und Jordan. Dahinter kam eine bunte, über fast die gesamte Renndistanz bestehende Kampfgruppe, die vor allem von dem nach seinem Dreher nach vorne stürmenden Rob Collard aufgemischt wurde, ins Ziel. Achter und damit bester dieser Gruppe wurde letztendlich Michael Caine in seinem ersten BTCC-Rennen in diesem Jahr gefolgt von Collard, Tom Onslow-Cole, Adam Morgan und Jeff Smith. In der Jack Sears-Trophy gewann überraschend Rookie und Griffin-Ersatzmann Jake Hill im Ford Focus auf Gesamtrang 19.

aHier das komplette Rennergebnis von Lauf 1.

Kurz vorm Start zum zweiten Lauf setzte dann passenderweise erst mal leichter Regen ein. Konstant nass wurde es aber nicht, womit interessante Bedingungen entstanden. Beide MG sowie Michael Caine entschlossen sich kurzfristig auf Regenreifen zu wechseln, während alle anderen auf Slicks blieben. Während der Einführungsrunde schien der Poker der MG zunächst aufzugehen, da der Regen stärker wurde. Andrew Jordan überlegte beispielsweise sogar während des obligatorischen Interviews mit den ITV-Kommentatoren während der Einführungsrunde noch ganz offen, ob es nicht besser wäre in die Boxengasse abzubiegen und sich Regenreifen abzuholen. Ganz ähnliche Gedankenspiele dürften die anderen Piloten unternommen haben. Letztendlich wechselte aber niemand mehr und alle starteten auf den zuvor gewählten Reifen.

Turkington kam zunächst wieder gewohnt gut weg und ging abermals als Führender in die erste Kurve. Dahinter spielte Nick Foster Rakete und zog an beiden Honda vorbei auf P2 hinter seinen Teamkollegen. Beim Kamerausschnitt auf die nach den ersten Kurven folgende Gerade fehlte er aber plötzlich und war hinter Jeff Smith ans Ende der Top Ten zurückgefallen – was genau passiert war, wurde durch Kamerabilder nicht aufgeklärt. Statt Foster tauchten auf einmal beide regenbereiften MG formatfüllend hinter Turkington auf und übernahmen noch vor Tower Hill die Führung. In den nächsten Runden konnten sich Plato und Tordoff auf der nassen Strecke schnell absetzen und einige Positionen weiter hinten gaste auch Michael Caine mit seinen Regenpneus ordentlich an.

Spätestens ab Runde drei trocknete die Strecke dann aber zunehmend ab und weiterer Regen ließ trotz wahrscheinlich unzähliger geistig vorgenommener Regentänze von Jason Plato auf sich warten. Recht schnell konnte Turkington wieder zu den MG aufschließen und mühelos die Führung zurückerobern. Plato und Tordoff waren chancenlos gegen die Slick-bereiften Konkurrenten, wurden letztendlich sogar überrundet und kamen nur auf den Positionen 20 und 21 ins Ziel.

croftHinter dem mit nun 45 Kilo Zusatzballast fahrenden Turkington machte dann über die restliche Renndistanz Gordon Shedden ordentlich Druck, konnte aber keine erfolgreiche Attacke starten. Turkington holte somit seinen zweiten Sieg in Croft und den dritten in dieser Saison. Auf Platz drei mit etwas Abstand zum Führungsduo lag nach einigen Runden Tom Onslow-Cole, der sich in der nassen Anfangsphase nach vorne gefahren und zwischen die Dynamics-Honda geschoben hatte. Er beendete ein relativ einsames und kontrolliertes Rennen mit einem sehr guten Podium-Resultat. Mit einigem Abstand zu TOC folgte eine Kampfgruppe mit Neal, Collard, Jordan, Foster und Morgan. Hier drehte in der zweiten Rennhälfte vor allem Collard auf, der zunächst seinen Teamkollegen Foster überholen konnte und dann stetig Druck auf Jordan ausübte, der wiederum Neal im Kofferraum hing. Eine Attacke zu Beginn der letzten Runde scheiterte zunächst, aber in der langsamen Haarnadel vor Start-Ziel konnte der bisher vom Pech verfolgte Collard noch eine erfolgreiche Schlussattacke auf den Honda setzen und sich Platz fünf sichern. Komplettiert wurden die Top Ten hinter der angesprochenen Kampfgruppe von Jeff Smith und Dave Newsham.

War Colin Turkingtons Sieg im ersten Lauf vor allem wegen dem konstanten Speed auf weichen Reifen eindrucksvoll, so war es jetzt die kontrollierte Fahrt mit vollem Zusatzballast, die einen den Hut ziehen ließ.

hi_10090_d365Ein äußerst spannendes Rennen innerhalb des Rennens, das zum Glück auch von den Kameras eingefangen wurde, spielte sich in der Jack Sears Trophy ab. Hier lag David Nye im Ford zunächst knapp vor Jake Hill und duellierte sich mit diesem über die gesamte erste Rennhälfte. Später stieß dann noch Trophy-Leader Lea Wood in seinem Vauxhall dazu, womit ein schöner Dreikampf entstanden war, in dem sich keiner der beteiligten Fahrer einen Fehler erlauben durfte (zur Erinnerung: In der Jack Sears-Trophy zählt am Ende der Saison nur die Gesamtzahl der erreichten Siege). Letztendlich gewann Nye knapp vor Wood, der den Focus von Hill noch in der letzten Kurve attackieren konnte und mit diesem parallel über die Ziellinie fuhr.

aHier das komplette Ergebnis vom dritten Rennen.

Witzigerweise wurde der Draw für die Startaufstellung von Rennen drei diesmal nicht von irgendeinem Offiziellen oder einer zufällig anwesenden Berühmtheit vorgenommen, sondern von Doppelsieger Colin Turkington. Ich stelle mir ein solches Szenario, bei dem der siegreiche Fahrer Losfee für die Startaufstellung des folgenden Rennens spielt und alle Konkurrenten das Okay finden, gerade in der DTM vor und lasse es besser direkt wieder … Turkington förderte aus der schwarzen Urne jedenfalls die Kugel mit der acht hervor, was Adam Morgan auf die Pole Position brachte.

Alle nun denkbaren Gedankenspiele über Vor- und Nachteile der noch zu fahrenden Reifensätze wurden dann jedoch durch einen regelrechten Wolkenbruch zunichte gemacht, der bereits beim Ginetta-Rennen zu einem Rennabbruch geführt hatte. Regen in Yorkshire scheint ähnlich wie Regen in den Tropen zu sein und somit war die Strecke zum Start vom Rennen diesmal richtig nass. Regenreifen bei allen Fahrern waren die einzig logische Wahl und meiner Meinung nach hätte man angesichts der Wassermassen auch ruhig einen Start hinter dem Safety Car rechtfertigen können – vor Tower Hill Bend flossen beispielsweise zwei kleine Bäche über die Strecke.

hi_10096_126fDa Regen in England aber nicht selten ist und die Rennleitung darauf zu vertrauen schien, dass sich alle Beteiligten ausreichend mit nassen Fahrbahnbedingungen auskennen, wurde also normal gestartet. Nick Foster übernahm somit gleich beim Start die Führung von Adam Morgan, dahinter folgten Collard und Neal und dann eine riesige Gischtwand, in der man nichts mehr erkennen konnte. Rasch schob sich Matt Neal an Collard und Morgan vorbei und konnte kurz danach auch die Führung von Foster übernehmen. Adam Morgan verabschiedete sich unterdessen in Sunny In mit einem Ausflug ins Grüne aus der Spitzengruppe und musste das Rennen kurz danach durch einen weiteren Unfall komplett aufgeben. Rob Collard verschwand dann irgendwo in den Regenwolken und stattdessen setzte sich Colin Turkington hinter seinem Teamkollegen Foster auf Rang drei fest. Generell waren die ersten Runden von vielen Ausrutschern, Drehern und Kollisionen geprägt und es war schwer, den Überblick zu behalten. Hinter Turkington folgten Andrew Jordan, Gordon Shedden und Dave Newsham und dann kam lange nichts. In Runde vier konnte Turkington dann seinen Teamkollegen Foster in einem waghalsigen Manöver in den ultraschnellen Jim Clark Esses überholen und Jagd auf den führenden Neal machen, um sein Wochenende mit einem Hattrick zu krönen.

hi_10052_d419Foster hatte unterdessen deutliche Probleme mit den Bedingungen und fiel in der Folge immer weiter zurück. Gegen Rennhalbzeit tauchten dann die MG von Plato und Tordoff in den Top Ten auf und schwammen – diesmal absolut richtig bereift – immer weiter nach vorne. Vorne setzte sich das Spitzentrio aus Neal, Turkington und Jordan unterdessen etwas ab und obwohl alle konstant gute Rundenzeiten drehten, konnte keiner in nennenswerte Schlagdistanz zum jeweiligen Vordermann kommen. In der letzten Runde machte es Matt Neal dann aber selber noch mal spannend, als er zwei Ausflüge auf der regennassen Piste hinlegte, von denen mindestens der zweite böse hätte ins Auge gehen können. Letztendlich gewann Neal das Rennen aber vor Turkington und Jordan. Es folgten Shedden, Newsham und im Parallelflug die MG von Plato und Tordoff. Nick Foster wurde noch Achter, gefolgt von Aron Smith und Jeff Smith.

Verglichen zum ersten Rennen ging es in der Jack Sears Trophy diesmal außerordentlich eintönig zu. Lea Wood gewann mit über einer Runde Vorsprung, weil sich die Konkurrenten irgendwie durch Ausfälle oder längere Aufenthalte in den Auslaufzonen (und Kornfeldern) rund um die Strecke selber geschlagen hatten. Wood führt damit in der Trophy nun mit sechs „cups“ gegenüber deren vier für den in Croft abwesenden Liam Griffin.

aHier das Ergebnis vom dritten Rennen.

In der Gesamtwertung führt wie schon vor Croft Matt Neal mit 224 Punkten vor Andrew Jordan mit 204. Punktgleich mit 188 Punkten auf Rang drei liegen nun Gordon Shedden und Jason Plato, für den die Nullnummer im zweiten Rennen sicherlich äußerst schmerzhaft war. Nur vier Punkte dahinter und somit in Schlagdistanz zur Spitzengruppe folgt nun nach der tollen Vorstellung in Croft Colin Turkingto. Wie eingangs bereits gesagt, könnte aus dem Zweikampf der Marken nun ein Dreikampf geworden sein, sollten die BMW weiterhin so gut gehen. Gleichwohl ist der Vorsprung, den Neal in die zweite Saisonhälfte mitnimmt, schon äußerst komfortabel. Ähnliches gilt nicht nur für Andrew Jordans Vorsprung auf Rang zwei gegenüber den nachfolgenden Rängen, sondern vor allem auch für seinen Vorsprung als Führender in der Independent-Wertung, wo sein nächster Verfolger ebenfalls Turkington ist.

Die weiteren Platzierungen in der Meisterschaft können ahier (PDF) eingesehen werden.

Das war es dann auch mit der ersten Saisonhälfte der BTCC. Es folgt eine sechswöchige Sommerpause bevor es dann am 4. August in Snetterton weiter geht.

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June 08 2013

06:00

BTCC: Stand der Dinge und Vorschau Oulton Park

Nach über einem Monat Pause startet die BTCC an diesem Wochenende auf der malerischen und anspruchsvollen Rennstrecke von Oulton Park zu ihrer vierten Saisonstation. Ein guter Zeitpunkt also, um einmal durch das Feld zu spazieren und sich die bisherigen Leistungen einzelner Teams und Fahrer zu vergegenwärtigen

hi_8541_a818Favoriten für Oulton Park, wie auch für den weiteren Saisonverlauf und den Kampf um den Meisterschaftstitel sind natürlich die Honda vom Team Dynamics und Eurotech. Die Leistung, die man in den ersten neun Saisonrennen und insbesondere bei der letzten Station in Thruxton gezeigt hat, ist insgesamt beeindruckend. Mindestens ebenso interessant wie die Frage, welcher der Verfolger die Honda ernsthaft gefährden könnte (s. dazu weiter unten) ist die Frage, welcher Honda-Fahrer letztendlich als der stärkster und als heißester Kandidat auf den Titel einzuschätzen ist. Nicht wenige sind davon überzeugt, dass es Andrew Jordan sein wird, der am Ende der Saison die beiden etablierteren Dynamics-Piloten Shedden und Neal schlagen wird. Tatsächlich zeigt der junge Eurotech-Fahrer außerordentlich gute Leistungen. Dass oft er es ist, der den Civic unterm Strich am schnellsten pilotieren kann, zeigt er vor allem in der Qualifikation. In den Rennen ist es dann meist weniger die fehlenden Erfahrung, die ihm im letzten Jahr noch das eine oder andere Top-Resultat kostete, als vielmehr ganz einfach Pech, das ihn immer mal wieder einholt (so zum Beispiel der Reifenplatzer in Thruxton). Gut möglich also, dass Jordan zum Ende der Saison seine Markenkollegen schlagen kann. Die Independent-Wertung führt er erwartungsgemäß an und in der Gesamtwertung liegt er auf Platz zwei nur 13 Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden Matt Neal.

Sam Tordoff (GBR) MG KX Momentum Racing MG6

Ernsthaftester Honda-Verfolger sind nach wie vor die MG von KX Momentum Racing. Gleichwohl muss man hier festhalten, dass die Formkurve seit dem sehr guten Saisonauftakt etwas nach unten zu zeigen scheint. Mit vollem Zusatzballast beladen war Plato in Donington nur schwer siegfähig und auch in Thruxton lag der Speed der MG deutlich hinter denen der Honda. Oulton Park wird hier mit einem komplett anderen Anforderungsprofil als Thruxton ein guter Indikator sein, um die Stärke der MG gegenüber den Honda einschätzen zu können. Gut möglich, dass der in dieser Saison fahrwerkstechnisch stark verbesserte MG hier wieder ganz vorne mitmischen kann.

hi_9715_a542Auf die Frage, ob die MG über die gesamte weitere Saison eine konstant auf Augenhöhe fahrende Konkurrenz für die Honda darstellen können, ist ebenso schwer eine Antwort zu geben wie darauf, welche anderen Verfolger sich noch an der Spitze etablieren können. Die West Surrey-BMW kommen, sieht man mal von Turkingtons Sieg in Donington ab, nicht so recht in Schwung. Insbesondere Rob Collard und Einser scheinen sich nicht gut zu verstehen und sind bisher eine echte Enttäuschung. Hoffnung gibt vielleicht ein Testtag, den man letzte Woche in Brands Hatch eingelegt hat und der – anach Aussagen des Teams – sehr gut verlief. In Oulton Park könnte man zudem von den Vorteilen des Heckantriebs profitieren (siehe zu den Anforderungen der Strecke weiter unten), sodass das eine oder andere Top-Resultat möglich ist.

Mat Jackson (GBR) Airwaves Racing Ford FocusNoch düsterer als bei West Surrey sieht es innerhalb der Top-Teams nur noch bei Motorbase Performance aus. Aus den bisherigen Rennen konnte eigentlich kein einziges wirklich gutes Resultat, das den Ansprüchen des Teams genügen würde, eingefahren werden. Den Ford Focus von Aaron Smith und Mat Jackson mangelt es trotz einiger absolvierter Testfahrten sowohl an Zuverlässigkeit als auch an Speed. Auch zwischen Thruxton und Oulton Park hat man wieder reichlich Testkilometer abgespult. Ob es was gebracht hat, wird sich zeigen. Fertiggestellt hat man mittlerweile einen adritten NGTC-Ford Focus, der mit Michael Caine am Steuer an einem der Rennwochenenden nach Oulton Park debütieren soll. Ob es sinnvoll ist, Arbeit in ein drittes Auto zu stecken, wenn die beiden ersten schon nicht optimal laufen, sei mal dahin gestellt. Laut Caine hat man an seinem Auto vor allem andere Setup-Varianten ausprobiert und Back-to-Back-Tests gefahren.

Rob Austin (GBR) WIX Racing Audi A4Ähnlich pessimistisch muss man leider auch die Leistung von Rob Austins Audi-Mannschaft einschätzen. War der Speed des A4 beim Saisonauftakt noch geradezu sensationell, verschwand Austin in den nächsten Saisonrennen nahezu von der Bildfläche und kam sowohl in der Qualifikation als auch in den Rennen über Mittelfeldplatzierungen außerhalb der Top-Ten nicht hinaus. Von seinem Teamkollegen Will Bratt war, abgesehen von einigen Ausrutschern, ebenso wenig zu sehen. aLaut Austin passte Thruxton so gar nicht zum Auto und er ist zuversichtlich, dass er in Oulton Park, das einem Hecktriebler sehr entgegenkommt, wieder vorne mitfahren kann. Ähnliches hatte der sympathische Owner-Driver aber auch schon vor Donington und Thruxton erklärt – mit den bekannt schlechten Resultaten …

Adam Morgan (GBR) Ciceley Racing Toyota AvensisErnsthaftere Konkurrenz als die BMW, Ford und Audi dürften dagegen vor allem die Toyota darstellen. Adam Morgan und – mit einigen Abstrichen aufgrund von Defekten und Ausrutschern – auch Frank Wrathall zeigten in den bisherigen Rennen gute Leistungen. Morgan ist aufgrund einer sehr schönen Konstanz nicht nur Zweitplatzierter in der Independent-Wertung, sondern liegt in der Gesamtwertung als bester Nicht-Honda und Nicht-MG zudem auf Rang Sieben. Der Avensis ist mittlerweile ein ausgereiftes Auto und kann durchaus siegfähig sein. Als Nachteil erweist sich hier meiner Meinung nach nur, dass es kein klares Toyota-Top-Team gibt, das – ähnlich wie es Dynamics mit den Honda macht – die Entwicklung des Autos zentral vorantreibt. Sowohl Wrathalls Dynojet-Team als auch Morgans Cicely-Mannschaft sind Einzelkämpfer mit kleinem Budget. Und Speedworks, die immerhin zwei Toyota einsetzen und eigentlich über das meiste Know-How mit dem Auto verfügen sollten, Dave Newsham (GBR) Speedworks Motorsport Toyota Avensisscheint es nach wie vor an der entscheidenden Professionalität zu mangeln. Im Vergleich zu den familiengeführten Teams von Wrathall und Morgan fällt man jedenfalls auch dieses Jahr deutlich ab, obwohl man mit Dave Newsham mindestens einen sehr guten Fahrer hat, der als Überraschungsmann der letzten Saison seine Siegfähigkeit bereits unter Beweis stellen konnte.

Tom Onslow Cole (GBR) Volkswagen Passat CCDeutlich mehr als die vorgenannten Teams und Fahrzeuge muss man dagegen wohl den VW CC vom Team HARD auf der Rechnung haben. Die Leistung, die das Team und Fahrer Tom Onslow-Cole in Thruxton mit zwei Podiumsplatzierungen und einem Independent-Sieg zeigte, war mehr als überraschend und macht Lust auf mehr. Mit seinem langen Radstand hatte der CC in Thruxton sicherlich einen gewissen Vorteil, gleichwohl sollte man nicht vergessen, dass der Wagen auch in Donington schon sehr gut ging und zudem immer noch an Übergewicht leidet. Oulton Park dürfte also auch für den CC ein guter Gradmesser für die tatsächliche Leistungsfähigkeit sein. Das höhere Gewicht könnte sich bei den vielen Bremspunkten und den darauf folgenden Beschleunigungsstücken, wo es auf Traktion ankommt, jedenfalls problematisch auswirken. Geht der CC trotzdem gut und mischt vorne mit, steht endgültig fest, dass Tony Gilhams Team ein fantastisches Auto gebaut hat. Teamintern deutlich schlechter sind die beiden Vauxhall Insignia zu werten. Ob die mangelnde Performance hier am Auto, an den beiden unerfahrenen Fahrern oder an beidem liegt, ist schwer zu sagen. Glaubt man Tony Gilham kann es eigentlich nicht das Auto sein, denn erstaunlicherweise sollen die Insignia und der CC bis auf das Bodywork vom grundsätzlichen Aufbau her vollkommen identische Fahrzeuge sein. Das würde ich mir dann sehr gerne mal aus der Nähe anschauenJack Goff (GBR) Vauxhall Insignia, da ich meine, dass sich Insignia und CC als Fahrzeuge von zwei verschiedenen Herstellern (!) doch in einigen wesentlichen Punkten unterscheiden dürften. Aussichten auf Verbesserung bei den Insignia sehe ich jedenfalls eher pessimistisch, da sich das Team, angestachelt durch die Erfolge mit dem VW, wohl vor allem auf diesen konzentrieren wird und ja zudem noch mit dem Aufbau des zweiten Fahrzeugs für Howard Fuller beschäftigt ist.

hi_9908_30a0Neu im Feld werden wir in Oulton Park wohl endlich Andy Neate mit dem von seinem eigenen Team eingesetzten Chevrolet Cruze sehen. Zur Erinnerung: Nachdem sich die Fertigstellung des nagelneu aufgebauten Autos verzögert hatte, ließ man zunächst den Saisonauftakt aus und verzichtete schließlich auch auf die Rennen in Donington und Thruxton. Neate wollte das Auto zunächst umfassend durchtesten, bevor man es zu einem Rennen schickt. Eine komplett andere Herangehensweise also, als es beispielswiese das Team von Tony Gilham gemacht hat, die mit dem neuen CC aus der Werkstatt heraus quasi direkt in die Qualifikation für das erste Saisonrennen gegangen sind. Mit dem Cruze wird das BTCC-Feld jedenfalls um ein weiteres NTGC-Fahrzeug bereichert. Update: Wegen technischer Probleme wird es auch dieses Wochenende nichts mit dem Debüt. Dieses soll nun beim nächsten Rennwochenende am 23.6. in Croft stattfinden (aaweitere Infos hier). Bei der Gelegenheit stellt sich die Frage, wo eigentlich der angekündigte andere NGTC-Cruze abgeblieben ist, den einst RML vor dem Rückzug aus der Meisterschaft noch entwickelt hatte und der dieses Jahr eigentlich von BTC Racing eingesetzt werden sollte. Von diesem Projekt hat man seit dem Saisonstart irgendwie nie wieder was gehört …

Lea Wood (GBR) Vauxhall VectraDer Vollständigkeit halber soll noch kurz auf die Jack-Sears-Trophy für Fahrzeuge nach S2000-Reglement eingegangen werden. Hierfür gibt es ja keine Punktewertung, sondern es zählen einzig die Siege, sogenannte „cups“, die ein Fahrer einfährt. Gemessen daran, dass es vor der Saison noch so aussah, als würde der Titel eine mehr oder weniger klare Angelegenheit für Lea Wood in seinem Ex-Tripple Eight-Vauxhall Vectra, geht es hier doch ziemlich spannend zu. Auch aufgrund von viel Pech für Wood in den ersten Saisonrennen liegen er und Ford-Pilot Liam Griffin mit jeweils drei „cups“ gleichauf. Eine sehr gute Leistung zeigte bislang auch Tourenwagen-Haudegen James Kaye mit zwei „cups“ im AmD-Tuning-Golf. Allerdings wird er Oulton Park wegen beruflicher Verpflichtungen auslassen müssen. Ersetzt wird er vom Meisterschaftsführenden im britischen VW Cup Aaron Mason. Generell geht der Kampf um die Jack-Sears-Trophy in der medialen Berichterstattung leider etwas unter. Im TV ist von den meist sehr engen Kämpfen in der Regel nur dann etwas zu sehen, wenn es kracht und selbst auf der BTCC-Website fehlt bei den Meisterschaftsständen eigentlich jede Information über den Stand in der Trophy. Dafür dass man die Trophy mit viel Tamtam angekündigt hatte ist das sehr schade.

Vorschau Oulton Park

Wie ich schon das eine oder andere Mal angemerkt habe, können britische Rennstrecken ja so schön sein. Und Oulton Park ist dafür ein Paradebeispiel: Durch eine hübsche Parklandschaft schlängelt sich der Kurs in der Grafschaft Ceshire über leicht gewellte Hügel und stellt mit schwer einsehbaren mittelschnellen Kurven neben aller Ästhetik auch ein besonders hohes Anforderungsniveau an die Fahrer. Man sagt, um herauszufinden, was ein Fahrer tatsächlich drauf hat, soll man ihn einmal nach Oulton Park schicken. Neben der Strecke selbst macht auch der Zuschauerzuspruch Oulton Park zu einem Highlight im BTCC-Kalender. Als einzige Strecke im Westen von England und aufgrund der Nähe zu den Metropolen Manchester und Liverpool pilgern alljährlich je nach Wetter zwischen 30.000 und 40.000 Zuschauer an die Strecke und machen das Event regelmäßig zu einem der am besten besuchten im ganzen Jahr.


Größere Kartenansicht

Die BTCC fährt ihre drei Rennen traditionell auf den 3,616 Kilometer langen Island-Circuit von Oulton Park. Vom Start kommend geht es zunächst nach rechts in die leicht zumachende und am Ausgang etwas abfallende Old Hall Corner (hier stand einst das namensgebende Herrenhaus Oulton Estate). Über The Avenue geht es bergab in die langgezogene Linkskurve Cascades. Hier ist gewohntermaßen viel los, da die Kurve mit ihrem leichten Gefälle nicht nur anspruchsvoll ist, sondern wegen unterschiedlich möglicher Linien auch immer wieder zu Überholmanövern einlädt. Gegen Ende macht die Kurve zudem etwas zu, während man als Fahrer dazu verleitet ist, möglichst früh ans Gas zu gehen, um Schwung für die nächste Gerade mit zu nehmen. Ausflüge über den Randstein ins Gras sind meist die Folge.

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Grafik von Wikipedia Commons, Autor: Will Pittenger

Am See entlang geht es anschließend auf die Haarnadelkurve vor Island Bend zu. Die längere Streckenvariante würde hier weiter geradeaus und nach der schnellen Island Bend noch einen weiteren Bogen am See entlang fahren, die BTCC biegt jedoch nach rechts über die Haarnadel zur Kurzanbindung ab. Dabei bietet die leicht bergauf führende Haarnadel eine der besten Überholstellen auf der Strecke, an der in den letzten Jahren regelmäßig viel Action geboten wurde. Ausgangs der Haarnadel heißt es dann wieder früh ans Gas gehen und sauber auf die nächste Gerade hinaus beschleunigen. Über die Kuppe bei Hilltop geht es in Richtung der ehemaligen aTV-Planer entnehmen.

Und, ach ja, Thema Reifen: Spare ich mir und verweise dazu mal auf aeinen Artikel auf bttc.net, der sich mit dem leicht nervigen Thema Option-Tyre beschäftigt und die bisherige Performance der beiden Reifenmischungen ganz gut zusammenfasst.

 

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May 08 2013

18:30

BTCC: Rückblick Thruxton 2013

Nach den drei BTCC-Rennen in Thruxton mit Siegen von Matt Neal und Gordon Shedden ist klar, dass sich die Honda eigentlich nur selbst schlagen können. Überraschend war, dass sich neben den MGs Toms Onslow-Cole im VW CC als gleichwertig starker Verfolger präsentierte.

hi 9712 409a 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Zweieinhalb mal bremsen und den Rest der Runde Vollgas – so könnte man Thruxton auch beschreiben. Am letzten Wochenende gastierte die BTCC auf der Highspeedrennstrecke in Hampshire, die insbesondere den Reifen hohe Belastungen abverlangt. Daher waren an diesem Wochenende auch nicht die weicheren Option-Tyre im Einsatz. Gefahren wurde ausschließlich auf der härteren Standard-Reifenmischung. Bei allerbestem Frühlingswetter bot die BTCC wieder einmal gut anzusehenden Motorsport, wenngleich die Übermacht der Honda schon erdrückend schien. Dass es am Ende Matt Neal war, der gleich zwei Rennen gewinnen konnte, während der eigentlich viel stärker aussehende Andrew Jordan leer ausging, war dann aber letztendlich fast genauso überraschend wie die zwei Podiumsplatzierungen von Tom Onslow-Cole im neu entwickelten VW CC.

hi 9688 6fb2 300x199 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Im Qualifying bestätigte sich die schon in den freien Trainings angedeutete Honda-Dominanz. Die Pole-Position sicherte sich wie schon im letzten Jahr der mit der Strecke außerordentlich gut klar kommende Andrew Jordan vor seinen Markenkollegen vom Team Dynamcis Gordon Shedden und Matt Neal. Hinter den Honda platzierten sich die MG vom Meisterschaftsführenden Jason Plato und dessen Teamkollegen Sam Tordoff, gefolgt von Jeff Smith im vierten Honda. Auf Platz sieben schaffte es mit einer starken Leistung Tom Onslow-Cole, der damit die gute Performance aus Donington fortsetze. Es folgten die Toyota von Frank Wrathall und Dave Newsham und als erneut bester BMW Colin Turkington. Enttäuschend waren wieder einmal die Ford mit den Positionen 12 (Smith) und 13 (Jackson) sowie Rob Collard, der mit P16 nicht annähernd an die Leistung seines BMW-Teamkollegen Turkington herankam. Ein schlechtes Qualifying (und insgesamt ein Wochenende zum Vergessen) erlebte auch Rob Austin, für den es wegen Aufhängungsproblemen nur zu Platz 25 und damit der vorletzten Startreihe reichte. Bester S2000-Pilot wurde Joe Girling im Chevrolet Cruze auf Position 21.

aHier das komplette Qualifying-Ergebnis

hi 9717 e36a 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Für Rennen 1 schien also bereits alles auf eine Honda-Show hinauszulaufen. Das erste Drama spielte sich dann jedoch gleich am Start ab: Shedden starte besser als Jordan und konnte Seite an Seite mit ihm durch Allard in Richtung der Campbell/Cobb-Kombination fahren. Dahinter schob sich Jason Plato an Neal vorbei und versuchte in der Linkskurve von Cobb Shedden anzugreifen. Dieser sah aber den MG, der mit seiner Front schon auf Höhe des Hecks vom Honda war, nicht richtig, kollidierte mit ihm und flog in Richtung Leitplanke von der Strecke. Sheddens Rennen und die Möglichkeit, nach dem guten Wochenende in Donington weitere Punkte in der Gesamtwertung gut zu machen, waren damit gelaufen. Nach einem Reparaturstopp legte er noch einige Testrunden hin und beendete das Rennen auf Position 25.

Durch die Kollision konnte Jordan die Führung wieder übernehmen. Dahinter ging Neal an dem durch die Kollision aus dem Schwung gekommenen Plato vorbei auf P2. Ein großartiges Manöver zeigte in der ersten Runde Tom Onslow-Cole, der mit einem beherzten Angriff in der ultraschnellen Church-Corner an Colin Turkington vorbei auf Platz 5 vorfahren konnte. In den ersten Runden setze sich das Trio Jordan, Neal und Plato recht schnell ab. Dahinter bildete sich eine Verfolgergruppe mit Tordoff, Onslow-Cole, Turkington und Newsham. Mit etwas Abstand folgte der Rest des Feldes, angeführt von Frank Wrathall. Hier wurde in der ersten Rennhälfte viel Action mit mehreren Überholmanövern geboten.

Weiter vorne konnte bis zur Rennhalbzeit der sehr starke Tom Onslow-Cole zunächst Sam Tordoff für Position vier überholen und anschließend schnell zu Plato aufschließen und diesen unter Druck setzen. Wie schon in Donington gesehen, zeigte sich, dass der zum Saisonauftakt gerade erst fertiggestellte VW CC ein sehr gutes Auto zu sein scheint. Augenfällig war im direkten Vergleich mit dem MG vor allem, dass der VW dank des langen Radstands in den schnellen Kurven wie auf Schienen zu liegen schien, während Plato mit einem weitaus nervöseren Heck zu kämpfen hatte. Man könnte nun anmerken, dass Plato als Meisterschaftsführender ja immerhin mit 45 kg Zusatzgewicht antreten musste  und demenstprechend grundsätzlich schlechtere Karten gerade auf einer Strecke wie Thruxton hatte. Vergenwärtigt man sich jedoch, dass auch Onslow-Cole mindestens 30 kg über dem Basisgewicht lag, weil der CC einfach noch zu schwer ist, relativiert sich dieser Umstand wieder.

Während Onslow-Cole also um das erste Podium für sein Team fuhr, sah an der Spitze unterdessen alles sicher aus: Jordan und Neal konnten sich mit einigem Vorsprung absetzen und ein Honda-Doppelsieg mit dem verdienten Sieger Jordan schien klar zu sein. Das Desaster brach über den dominierenden Pirtek-Fahrer dann aber in der letzten Runde mit einem Reifenplatzer in der schnellen Goodwood-Corner ein. Mit viel Glück konnte er dabei immerhin noch einen Einschlag verhindern und das Auto auf Position 11 ins Ziel bringen. Trotzdem bitter für den Top-Favoriten auf dem Thruxton Circuit, der damit nicht nur den Sieg, sondern auch eine gute Ausgangsbasis für Rennen 2 verlor.

Es gewann also Matt Neal, der nach seinem 500. Rennen in Donington nun auch seinen insgesamt 50. Sieg feiern konnte. Überraschend finde ich diesen Sieg, weil seine aus dem Rennen geworfenen Marken- bzw. Teamkollegen Jordan und Shedden eigentlich stärker ausgesehen hatten. Entsprechend sagte Neal nach dem Rennen auch, dass das eigentlich Sheddens Sieg gewesen wäre. Platz zwei ging an Jason Plato vor dem sensationellen Tom Onslow-Cole, der durch Jordans Pech doch noch aufs Podium kam. Es folgten Sam Tordoff, Jeff Smith als zweitbester Honda, Colin Turkington, Mat Jackson, Dave Newsham, Aron Smith und Adam Morgan. Der Sieg in der S2000-Trophy ging an Liam Griffin, der sich auf Platz 20 knapp vor Lea Wood über die Ziellinie retten konnte.

aDas komplette Ergebnis von Rennen 1

hi 9714 4761 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Beim Start von Rennen 2 änderte sich an den ersten drei Positionen zunächst nichts. Dahinter schoben sich aber die gut startenden Turkington und Mat Jackson auf die Positionen 4 und 5 vor. Es folgten Jeff Smith, Sam Tordoff und Andrew Jordan. Für den zweiten Ford von Aron Smith wurde es in der ersten Runde nach einer Kollision in Church knapp, als der Versuch, einen Dreher abzufangen, in einem Gegenpendler endete und er mit viel Glück nicht von den nachfolgenden Fahrzeugen erwischt wurde. In den ersten Runden musste Turkington auf P4 jedoch rasch zum Spitzentrio mit Neal, Plato und Onslow-Cole abreißen lassen. Der BMW schien schon das ganze Wochenende nicht so optimal zu liegen. Folgerichtig konnte Turkington dem Druck der nachfolgenden Piloten nicht lange standhalten und wurde in Runde 4 nacheinander von Mat Jackson, Jeff Smith, Sam Tordoff und Andrew Jordan überholt.

Ein Unfall von Dan Welch in der Club-Schikane (Bremsdefekt)  brachte dann in Runde 5 eine Safety-Car-Phase, die insbesondere für Jordan und Shedden günstig kam, da das schon etwas auseinander gezogenn Feld wieder zusammengeführt wurde. Jordan hatte sich mittlerweile auf P6 vorgefahren und Shedden war schon Elfter. Folgerichtig setzten die beiden Hondas, die ja wegen der schlechten Resultate in Lauf 1 ohne Zusatzballast ins Rennen gehen konnten, nach dem Restart in Runde 9 ihre Aufholjagd fort: Jordan kassierte schnell Tordoff und zwei Runden später auch seinen Teamkollegen Smith und war damit schon Vierter. Shedden arbeitete sich in gleicher Weise vor und konnte parallel ebenfalls an Tordoff vorbei gehen. Mat Jackson ruinierte derweil sein bis dahin gutes Rennen in den Top-Fünf bei einem Highspeed-Abflug ausgangs Church-Corner in Richtung des im Infield von Thruxton gelegenen Flugfelds.

Eine sensationelle Leistung zeigte unterdessen erneut Tom Onslow-Cole, der problemlos das Tempo an der Spitze mitgehen und in Runde 13 in Goodwood-Corner sogar Jason Plato für Platz 2 überholen konnte. Beeindruckend vor allem, weil ja auch der VW diesmal 27 Kilo Zusatzballast an Bord hatte und zusammen mit dem ohnehin schon vorhandenem Übergewicht nun das schwerste Auto im Feld war. Recht schnell tauchten in der Folge dann auch Andrew Jordan und Gordon Shedden, der zwischenzeitlich ebenfalls den Honda von Jeff Smith nach einem Fehler überholen konnte, hinter Plato auf. In Runde 16 startete Jordan dann eine erfolgreiche Attacke in Allard und auf dem anschließenden Beschleunigungsstück in Richtung Campbell konnte sich auch Shedden neben den MG setzen und ihn überholen.

Zum Atem anhalten waren dann die letzten beiden Runden, in denen die nun schon auf die Plätze drei und vier vorgefahrenen Jordan und Shedden Druck auf den sich mit allen Mitteln wehrenden Onslow-Cole ausübten. Trotz eines irren Querstehers in Church konnte TOC die folgende Attacke von Jordan abwehren und auch in Allgate und Campbell seine Kampflinie behaupten. Eine Runde später war es dann Jordan, der bei der Anfahrt zu Church leicht auf die Wiese kam und in einem noch heftigereren Quersteher durch die Highspeed-Kurve ging. Das wiederum erlaubte es Shedden, am Markenkollegen vorbeizugehen und so den letzten Platz auf dem Podium zu ergattern.

hi 9703 5a92 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Wer bis zu diesem Rennen noch an der Übermacht der Honda gezweifelt hat, sollte spätestens jetzt eines besseren belehrt worden sein. Alle vier Honda kamen unter die ersten sechs Plätze; Matt Neal legte dabei einen sauberen Start-Ziel-Sieg mit vollem Ballast hin und Jordan bzw. Shedden starteten von weiter hinten und schnitten durchs Feld wie das sprichwörtliche Messer durch die Butter. Dass es Plato (P5) gelang, halbwegs mit den Hondas mitzuhalten, ist dabei weitaus weniger verwunderlich als der zweite Platz von Onslow-Cole. Eine Leistung von Fahrer und Team, vor der man einfach den Hut ziehen muss. Mit einigem Abstand zur Spitzengruppe komplettierten die Top 10: Sam Tordoff im zweiten MG, Adam Morgan, der nach einem Ausritt in Runde eins eine tolle Aufholjagd hinlegte, ein starker Jack Goff, der damit erstmals ein zählbares Resultate für den Vauxhall Insignia herausholt,e und Aron Smith, der die Ford-Ehre wenigstens halbwegs rettete. Der S2000-Sieg ging an Lea Wood auf Gesamtposition 20.

a Das Gesamtergebnis von Rennen 2

hi 9709 1ba0 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Auf die Pole Position für Rennen 3 wurde der Neuntplatzierte des zweiten Rennens, Jack Goff im Vauxhall, gelost. Damit wurde das gute Wochenende von Gilham-Racing zusätzlich zu den zwei Podiumsplätzen von Onslow-Cole noch durch eine Pole Position für das zweite vom Team eingesetzte Fahrzeugmodell abgerundet. Beim Start verlor Goff seine gute Ausgangslage dann aber schnell, da Adam Morgan von P2 kommend einen besseren Start erwischte und vor Campbell in Führung ging. Hier versuchte es dann auch Jeff Smith, was Goff zu einem Ausritt ins Gras veranlasste. Zwar konnte er sich auf P3 wieder einsortieren, verlor aber auch diesen Platz recht schnell im Laufe der ersten Runde an Sam Tordoff. Der führende  Morgan verspielte unterdessen seine  Chancen auf einen möglichen Sieg, als er ausgangs Church in die Wiese rodelte und Rasenmäher spielte. Zwar konnte er zunächst in Führung bleiben, musste dann aber schnell die Box ansteuern, da vorm Kühler aufgesammeltes Gras die Motortemperatur hochgehen ließ.

Im Laufe der zweiten Runde fielen dann zunächst Plato und Onslow-Cole und schließlich die geballte Honda-Armada über den armen Jack Goff her, der direkt – ob angeschoben oder nicht ist unklar – einen Highspeed-Abflug in die Wiese ausgangs Goodwood-Corner hinlegte. Es führte somit zunächst Jeff Smith vor den MG von Plato und Tordoff, gefolgt von Onslow-Cole, Shedden, Neal und Jordan. In den nächsten Runden konnten die Honda dann an TOCs VW, der nun mit noch mehr Zusatzballast an seine Grenzen zu stoßen schien, vorbeigehen. An der Spitze erhöhte unterdessen Plato den Druck auf Smith. Der Pirtek-Pilot wehrte sich lange und tapfer, musste sich in Runde sieben aber in Cobb dem MG geschlagen geben.

hi 9713 f360 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Platos Chancen auf einen Sieg hingen nun davon ab, wie lange Shedden hinter Tordoff festhängen würde und ob Markenkollege Smith eine ernsthafte Konkurrenz für den Schotten wäre. Die erste erfolgreiche Attacke fand dann in Runde drei statt. Rasch konnte sich Shedden von Tordoff absetzen und zu Smith aufschließen. Diesen konnte Shedden dann in Runde 12 zwischen Church und Club überholen und nun auf Platz zwei liegend die Verfolgung von Plato, der mittlerweile 3,5 Sekunden Vorsprung hatte, aufnehmen. Dahinter kassierten die beiden anderen Honda von Neal und Jordan im Parallelflug an derselben Stelle Tordoff. Bevor es aber im Kampf um die Spitze noch mal spannend wurde, ereilte Plato ein Reifenschaden vorne links. Shedden erhielt die Führung somit kampflos und auf den ersten vier Plätzen lagen nun mit einigem Abstand auf die Verfolger alle vier Honda. Unglaublicherweise knallten sich dann Neal und Smith eingangs Club beim Kampf um Position zwei noch ins Auto; mit dem schlechteren Ende für Smith, der sich drehte und damit seine Podiumsplatzierung verlor.

hi 9707 e847 300x200 BTCC: Rückblick Thruxton 2013Es gewann Gordon Shedden und machte damit das Wochenende für das Team Dynamcis mit dem dritten Sieg perfekt. Das Honda-Podium komplettierten Matt Neal und Andrew Jordan, die sich, nachdem es auf den letzten Metern noch mal eng geworden war, in einem Fotofinish über die Ziellinie schoben. Mit einigem Abstand folgten, angeführt von Tom Onslow-Col,e die Verfolger. Fünfter wurde Aaron Smith im Ford, auf Platz Sechs kam der unglückliche Jeff Smith an. Mat Jackson komplettierte mit Platz Sieben ein endlich mal halbwegs vorzeigbares Ford-Resultat. Sam Tordoff, Dave Newsham und Colin Turkington vervollständigten die Top 10. Der S2000-Sieg ging erneut an Lea Wood, der insgesamt 16. wurde. Eine großartige Leistung zeigte Dan Welch mit Platz 11, dessen Auto nach dem Unfall in Rennen 2 in Rekordgeschwindigkeit repariert worden war.

aHier das Gesamtergebnis von Rennen 3

Mat Neal ist mit zwei Siegen sicherlich der Mann des Wochenendes und konnte auch die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Trotz eines an den Möglichkeiten gemessenen enttäuschenden Thruxton-Wochenendes liegt Markenkollge Andrew Jordan mit 124 Punkten auf Platz 2. Jason Plato als bis dato Gesamtführender ist nun Dritter mit 121 Punkten und Vorjahresmeister Gordon Shedden Vierter mit 109. Wenig verwunderlich führt Andrew Jordan auch nach wie vor in der Independent-Wertung mit 145 Punkten vor Adam Morgan mit 127. In der Jack-Sears-Trophy liegen Liam Griffin und Lea Wood nun mit jeweils drei Cups gleichauf.

aHier die Gesamtstände in der Meisterschaft (pdf)

Das nächste Rennen findet erst am 9. Juni in Oulton Park statt. Hierfür wird es in der Woche vor dem Rennen dann noch mal eine separate Vorschau geben, in der auch auf die aktuelle Stärke-Verteilung im Feld eingegangen wird.

 

 BTCC: Rückblick Thruxton 2013

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April 02 2013

16:00

BTCC: Analyse Brands Hatch

Die BTCC startete am Osterwochenende mit drei Sprintrennen auf dem Indy-Circuit von Brands Hatch in die Saison 2013. Mann des Wochenendes war Jason Plato, der zwei Siege und die Führung in der Meisterschaft einfahren konnte.

hi 9586 b5c5 300x200 BTCC: Analyse Brands HatchDas bestimmende Thema am Wochenende war jedoch zunächst die Kälte. Zwar blieb der Himmel Samstag und Sonntag meist klar, aber Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und immer wieder leicht einsetzender Schneefall machten nicht nur Teams, Fahrern und Zuschauern zu schaffen, sondern vor allem auch den Reifen, die schwer auf Temperatur zu bringen waren. Das winterliche Osterwetter führte auch dazu, dass man nach dem Wochenende nur bedingt eine Antwort auf die eigentlich sehr interessante Frage, wie sich der neu eingeführte, weichere Option-Tyre auf die Performance auswirkt, bekommen konnte. Grundsätzlich schien er für die meisten Fahrer eher ein Nachteil zu sein, da er nicht zu einem signifikant höheren Tempo führte, sondern ganz im Gegenteil trotz der niedrigen Temperaturen nach einigen Runden schnell abbaute.

Doch beginnen wir am Anfang. Im Qualifying konnte sich Andrew Jordan die Pole Position für Rennen 1 sichern. Dabei begann das Zeittraining gleich mal in bester BTCC-Manier und die Probleme mit den niedrigen Reifentemperaturen wurden schnell offensichtlich. Zunächst drehte sich Jeff Smith in seinem Pirtek-Honda gleich bei der Ausfahrt aus der Boxengasse den Hang bei Paddock-Hill hinunter. Kurz darauf erwichte es auch BTCC-Rückkehrer Colin Turkington ausgangs Druids. Dieser blieb nach einem halben Dreher so unglücklich auf der Ideallinie stehen, dass Jack Goff ihn im gerade erst neu aufgebauten Vauxhall-Insignia breitseits erwischte. Folge waren zwei zerstörte Autos und eine rote Flagge zum Aufräumen. Anschließend purzelten die Zeiten recht rasch, wobei sich vor allem die Dynamics-Honda und Andrew Jordan im Pirtek-Honda an der Spitze des Zeitenboards abwechselten. Als dann zur Mitte des Qualifyings Schneefall einsetze und die Strecke feucht werden ließ, war die Messe schnell gelesen. Keiner konnte sich mehr verbessern und Jordan behielt die Bestzeit. Auf P2 kam Champion Gordon Shedden, gefolgt von Jason Plato, Mat Neal und Sam Tordoff. Drei Hondas und beide MGs in den Top5 schien bereits eine Ansage an die Kräfteverhältnisse für die BTCC-Saison 2013 zu sein und sollte sich auch später im Rennen bestätigen lassen. Auch Jeff Smith im zweiten Pirtek-Honda fuhr stark und erreichte mit P8 ebenfalls die Top10. Dave Newsham auf P6 und Adam Morgan auf P10 unterstrichen die bereits in den freien Trainings angedeutete, gute Leistung der Toyota. Frank Wrathall im Dynojet-Toyota hätte hier ebenso gut mitmischen können, bekam aber seine Zeiten gestrichen, weil er bei der Inspektion mit einer falschen Fahrzeughöhe auffiel – ein Problem, das am Rennsonntag noch weitere Opfer fordern sollte. Eine großartige Leistung zeigte Rob Austin in seinem Audi auf P7. Ebenso überraschend war Nick Foster als bester BMW auf P9, der damit schneller als Teamkollege Rob Collard auf P13 war. Enttäuschend dagegen war die Leistung der Motorbase-Ford, die außerhalb der Top10 blieben und auf die Plätze 12 (Mat Jackson) und 14 (Aron Smith) kamen. Bester Super 2000-Fahrer war Lea Wood im Vauxhall Vectra auf Position 16. Direkt dahinter qualifizierte sich Tom Onslow-Cole im Volkswagen CC. Dessen Leistung mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die Spitze ist insofern erwähnenswert, als dass man den neu aufgebauten CC erst am Samstag-Morgen an die Strecke gebracht und ohne jeglichen Testkilometer aus dem Hänger heraus in die Boxengasse geschoben hatte.

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Schneefall gab es dann zum Start von Rennen 1 zwar nicht, aber trotzdem blieb es bitterkalt. Einzig Rob Austin, Rob Collard, Adam Morgan und Colin Turkington entschieden sich vor dem Start für den weicheren Option-Tyre. Bei Austin schien diese Idee zunächst auch aufzugehen. Mit einem Raketenstart beförderte er sich von Startplatz 7 kommend noch vor der ersten Kurve auf Position 2. Dahinter läutete Champion Gordon Shedden seine BTCC-Saison mit einem ordentlichen Quersteher ausgangs Paddock Hill Bend ein, der zwar glimpflich ausging, aber dazu führte, dass sein Teamkollge Matt Neal ausweichen musste und dabei leicht mit dem Toyota von Dave Newsham aneinander geriet. In der Folge zeigte sich bei Neal Rauchentwicklung am rechten Hinterrad und auch Newsham musste einige Runden später sein Auto mit einem Folgeschaden abstellen.

Ende der ersten Runde konnte Rob Austin mit seinen weicheren Reifen dann erfolgreich den führenden Jordan angreifen, der dabei leicht neben die Ideallinie geriet und auch Jason Plato vorbei lassen musste. In der zweiten Runde löste Rookie James Cole eine Safety-Car-Phase aus, als er seinen Insignia im Kiesbett parkte. Der Restart erfolgte in Runde 7 und schnell konnte sich ein Führungstrio aus Rob Austin, Jason Plato und Andrew Jordan absetzen. Dahinter folgten Matt Neal, Sam Tordoff, Gordon Shedden, Mat Jackson, Jeff Smith und der vom letzten Startplatz heranstürmende Frank Wrathall. In Runde 14 hatten sich die Hoffnungen auf den ersten Sieg für Rob Austin allerdings erledigt, als seine Option-Tyres plötzlich signifikant einbrachen und er zunächst Plato und später auch Jordan ziehen lassen musste, die sich in der Folge auch beide von ihm absetzen konnten. Am Ende der Top 10 konnte der ebenfalls auf den weichen Reifen gestartete Adam Morgan auch nicht besonders auftrumpfen, sondern war vor allem mit dem Haushalten des Reifenverschleiß beschäftigt.

In Runde 16 kamen dann etwas überraschend beide Dynamic-Hondas in die Box. Matt Neal ließ seinen Schaden, den er durch die Kollision in der ersten Runde erlitten hatte, beheben und bei Gordon Shedden hatte sich kurz zuvor Gras vor dem Kühler gesammelt, als er bei dem Versuch seinen Teamkollegen auf der Start-Ziel-Gerade zu überholen, ausweichen musste. Beide Honda verloren in der Folge eine Runde und kamen auf den enttäuschenden Plätzen 19 (Shedden) und 21 (Neal) ins Ziel. Ein ähnliches Problem wie Shedden hatte auch Mat Jackson, der in seinem Ford in die Top 10 vorgefahren war, als in Runde 21 plötzlich sein Motor ausging, weil der Kühler durch Gras verstopft war.

An der Spitze des Feldes holte unterdessen Andrew Jordan immer weiter auf den führenden Plato auf. In der letzten Runde war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen Angriff versuchen würde. Dieser kam dann pünktlich in der letzten Kurve und hätte beinahe mit einem Eklat geendet. Plato hatte die Einfahrt in Clearways nicht ganz sauber erwischt und Jordan sah auf der Innenseite eine Lücke, die Plato aber sofort schloss. Jordan knallte dem MG dadurch auf das rechte Hinterrad und beide rodelten im Parallelflug ins Kiesbett. Wundersamerweise kamen beide aber sofort wieder aus diesem heraus und stürmten Staub hinter sich her ziehend noch vor dem an dritter Stelle liegenden Rob Austin in Richtung Ziellinie. Dahinter kamen die stark fahrenden Tordoff und Smith vor dem vom letzten Startplatz aus gestarteten Frank Wrathall ins Ziel. Es folgten Adam Morgan (Toyota), Colin Turkington (BMW), Aron Smith (Ford) und Ollie Jackson (Toyota). Der Sieg in der Jack Sears Trophy ging überraschenderweise an James Kaye im VW Golf. Den Punkt für die schnellste Rennrunde gewann Rob Austin, der zumindest in den ersten Runden als seine weichen Reifen noch frisch waren, sehr gute Rundenzeiten hinlegen konnte. Interessanterweise gab es nach dem Rennen im Parc Ferme keine bösen Worte zwischen Plato und Jordan wegen des Vorfalls in der letzten Kurve. Beide lachten und zeigten gute Laune über diesen „racing incident“. Da haben wir Jason Plato nach ähnlichen Vorfällen auch schon ganz anders gesehen …

aHier das gesamte Rennergebnis.

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Für Rennen 2 entschieden sich mit Sam Tordoff, Ollie Jackson, Dan Welch und Will Bratt wieder nur vier Fahrer für die weichere Reifenmischung. Beim Start kam Rob Austin dank seines Heckantriebs erneut gut weg, schnappte sich Jordan und bog Seite an Seite mit Polesitter Plato in Paddock Hill Bend ein. Auch Colin Turkington kam mit dem West Surrey-BMW gut weg, konnte die beiden Toyota von Morgan und Wrathall überholen und auf P5 vorfahren. Wrathall wollte das aber nicht so recht auf sich sitzen lassen und setzte sich in Runde zwei eingangs von Paddock Hill etwas zu optimistisch neben Turkington, was dem BMW-Mann einen spektakulären Ausflug ins Kiesbett einbrachte. Einige Meter später versenkte Ollie Jackson seinen Speedworks-Toyota bei der Einfuhrt zu Druids in die Leitplanken. Damit spielten drei der vier auf den weichen Reifen gestarteten Piloten schon keine Rolle mehr; Will Bratt musste seinen Audi bereits nach der Einführungsrunde mit einem Problem abstellen.

Nach einigen Runden tauchten die von weit hinten gestarteten Shedden, Neal und Mat Jackson bereits in den Top10 hinter dem letzten weichbereiften Auto von Tordoff auf. Vorne drehte Plato einsam seine Kreise, während um Platz zwei ein Kampf zwischen Rob Austin, Andrew Jordan und Frank Wrathall entbrannte. In Runde 7 konnte Jordan den Audi überholen und in Runde 9 versuchte es auch Wrathall, was jedoch in einer Kollision in Druids endete, die Austin das Rennen kostete und Wrathall einige Positionen zurück warf. Shedden, der zwischenzeitlich Tordoff überholt hatte, war damit plötzlich Dritter. Es folgten Jeff Smith, Wrathall, Tordoff, Neal, Mat Jackson, Morgan und Welch, der aber in der Folge weit zurückfiel, weil er in seinem Proton nur noch den sechsten Gang zur Verfügung hatte.

Während Plato seinen Vorsprung an der Spitze weiter ausbaute, konnte sich Matt Neal den MG von Tordoff schnappen und in der Folge Druck auf Wrathall ausüben. In Runde 20 löste David Nye dann durch eine Kollision mit dem Seat von Warren Scott in deren Folge er im Kiesbett strandete eine Safety-Car-Phase aus. Diese kam kurz vor Rennende natürlich ziemlich ungünstig für Jason Plato, der dadurch seinen Vorsprung einbüßte und mit Jordan, Shedden und Smith eine kleine Honda-Armada in seinem Rückspiegel hatte. Beim Restart zwei Runden vor Schluss behauptete er aber seine Position, während es dahinter zur dritten Kollison mit Beteiligung von Frank Wrathall kam. Diesmal kollidierte er mit Mat Neal vor Druids, wurde dabei aber selbst ins Kiesbett befördert während der Honda weiter fahren konnte. Auch wenn der Toyota an genau derselben ungünstigen Stelle stehen blieb wie kurz zuvor der Ford von David Nye, entschied sich die Rennleitung dieses Mal aus unerklärbaren Gründen gegen ein Safety Car. In der letzten Runde versuchten beide Dynamics-Honda noch mal Druck auf die vor ihnen fahrenden Markenkollegen Jordan beziehungsweise Smith auszuüben, blieben aber erfolglos.

Plato siegte somit auch in Rennen 2 und das diesmal mit dem vollem Zusatzballast von 45 kg. Seine herausragende Leistung wird noch dadurch unterstrichen, dass er auch die schnellste Rennrunde drehte. Es folgten die Honda von Jordan, Shedden, Smith und Neal. Komplettiert wurden die Top10 von Mat Jackson, Adam Morgan, Colin Turkington, Dave Nesham und Nick Foster. In der Jack Sears Trophy gewann diesmal Liam Griffin im Ford Focus knapp vor dem erneut stark fahrenden James Kaye.

Champion Gordon Shedden konnte sich nach dem Rennen jedoch nicht lange über seinen Podiumsplatz freuen. Bei der Nachkontrolle wurde bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und seine Resultate wurden gestrichen. Damit waren nicht nur die Punkte für Platz drei weg, sondern auch ein guter Startplatz für das letzte Rennen. Auch Frank Wrathall bekam nach dem Rennen Post von der Rennleitung. Wegen des Abschuss von Rob Austin belegte man ihn mit einer Geldstrafe und drei Strafpunkte auf seine Lizenz. Persönlich regelten Wrathall und Austin die Sache übrigens schnell und unkompliziert. Wrathall entschuldigte sich und Austin sah die Situation als ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass er im letzten Jahr Dan Welch an gleicher Stelle aus dem Rennen befördert hatte. Britischer Sportsgeist halt.

aHier das komplette Rennergebnis

hi 9587 59b4 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9586 b5c5 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9585 649a 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9577 285f 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch

Der Draw für die Startaufstellung für Rennen 3 beförderte zunächst den Siebtplatzierten Adam Morgan im Toyota auf die Pole Position. Durch die Disqualifikation Sheddens rückte er im Rennergebnis jedoch auf Rang sechs vor und Mat Jackson erbte die Pole. Bis auf die acht schon auf den weichen Reifen gestarteten Fahrer, mussten für dieses Rennen alle übrigen NGTC-Piloten den Option-Tyre aufziehen. Beim Start konnte Jackson seine Führung zunächst behaupten. Dahinter machte Colin Turkington nach einer leichten Kollision mit Jason Plato erneut Bekanntschaft mit dem Kiesbett in Paddock Hill Bend.

Zum Ende der ersten Runde konnte sich dann Mat Neal in Clearways an Morgan vorbei auf P2 vorschieben. Kurz darauf knallte des dann heftig: Dave Newsham drehte sich mit seinem Toyota in Paddock Hill und räumte dabei Rob Austins Audi ab, der sich bei voller Fahrt zur Innenseite wegdrehte und vehement mit der Fahrerseite in die Streckenbegrenzung einschlug. Der Audi war danach ein Totalschaden. Glücklicherweise konnte Austin unverletzt aussteigen und begutachtete direkt den Schaden am gerade neu aufgebauten Auto. Leider verpennte ITV4 nach der folgenden Safety-Car-Phase den Restart. Mat Jackson konnte jedoch erst einmal seine Führung behalten, wurde dann vor Graham Hill-Bend jedoch plötzlich langsam und musste Neal, Plato und Morgan vorbeiziehen lassen. Im weiteren Rennverlauf hatte es der Ford immer wieder mit Motoraussetzern zu tun, wodurch ein mögliches gutes Resultat vernichtet wurde. Jackson wurde nach der guten Ausgangslage mit der Pole-Position am Ende nur enttäuschender Zehnter.

Gordon Shedden war unterdessen vom letzten Startplatz aus gestartet schon Siebter und machte Jagd auf Jeff Smith und Sam Tordoff. Der MG-Pilot konnte unterdessen mit seinen harten Reifen in Runde 17 an Andrew Jordan vorbeigehen und danach auf seinen Teamkollegen Plato aufholen, den er letztendlich ebenfalls überholen konnte und damit Dritter hinter Adam Morgan war. Plato war mit den weicheren Reifen in Kombination mit dem Zusatzballast an die Grenzen der Fahrbarkeit gestoßen und hatte keine Chance auf ein weiteres Podium. Kurz darauf überholte auch Shedden Smith und Plato und schloss im Windschatten Tordoffs immer weiter zum Toyota von Morgan auf.

Mat Neal führte unterdessen mit einem gesunden Vorsprung von rund zwei Sekunden. Dahinter griff dann in Runde 25 Tordoff Morgan ausgangs Clearways an, was beide Piloten neben die Ideallinie kommen ließ und Shedden erlaubte, an beiden vorbeizugehen. Bis zum Rennende konnte der Schotte dann noch zu seinem führenden Teamkollegen aufschließen, diesen jedoch nicht mehr überholen. Rennen 3 endete mit einem Dynamics-Doppelsieg, gefolgt von den sehr gut fahrenden Sam Tordoff und Adam Morgan, der sein erstes Podium nur knapp verpasste. Jason Plato wurde nach seinen beiden Siegen Fünfter. Dahinter platzierten sich Jordan, Jeff Smith, Wrathall und Turkington. Der Sieg in der Jack Sears-Trophy ging zunächst an Lea Wood, der in den beiden ersten Rennen noch technische Probleme gehabt hatte. Bei der Nachkontrolle wurde aber auch bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und so erbte Liam Griffin den Sieg.

aHier die Resultate von Rennen 3

hi 9591 4750 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9543 d730 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9594 059b 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch hi 9598 8c05 150x150 BTCC: Analyse Brands Hatch

Insgesamt scheinen die MG sehr stark zu sein. Insbesondere mit den harten Reifen funktionieren sie sehr gut, wofür Platos Sieg mit vollem Ballast in Rennen 2 und Tordoffs Fahrt aufs Podium in Rennen 3 sprechen. Das Vorhaben, insbesondere das Fahrwerk und die Reifennutzung über den Winter zu verbessern, scheint also gefruchtet zu haben. Ebenfalls sehr stark sind wie erwartet die Honda von Dynamics. Nachdem die Probleme in Rennen 1 und Sheddens ärgerliche Disqualifikation in Rennen 2 noch gute Resultate verhindert haben, zeigte sich mit dem Doppelsieg in Rennen 3, bei dem Shedden von ganz hinten aufs Podium fuhr, dass mit den Hondas auch weiterhin zu rechnen sein muss. Ebenfalls stark sind die Hondas von Eurotech. Dass Andrew Jordan schnell ist, war eigentlich klar, aber beeindruckend waren auch die drei guten Resultate von Jeff Smith, die ich ihm so nicht zugetraut hätte.

Arbeit gibt es dagegen noch bei West Surrey. Die BMWs scheinen noch an einigen Kinderkrankheiten zu leiden. Rob Collard erlebte mit drei Ausfällen ein Wochenende zum Vergessen. Mehrere technische Probleme, darunter ein mysteriöses Leck im Wasserkreislauf, brachten ihm kein einziges zählbares Resultat ein. Dass die Ausgangsbasis des BMW aber nicht schlecht ist, konnte Colin Turkington zeigen, der im ersten Rennen vom letzten Startplatz auf P8 vorfuhr und bessere Resultate in den anderen Rennen nur dadurch verpasste, weil er jeweils unsanft von der Strecke befördert wurde.

Ziemlich enttäuschend ist die Performance der Ford Focus von Motorbase. Technische Probleme und kaum zählbare Resultate dürften das Team vor einen großen Berg Arbeit stehen lassen. Aron Smith konnte in Rennen 1 und Mat Jackson in Rennen 2 und 3 zwar in die Top10 fahren, beide wirkten aber dennoch blass und von der guten Leistung, die der Focus zum Ende der letzten Saison gezeigt hat, ist wenig zu sehen.

Erwartungsgemäß gut lief dagegen der Toyota von Frank Wrathall, der bessere Resultate nur durch seine ungestüme Fahrweise zunichte gemacht hat. Etwas überraschend ist der vom Cicely-Team eingesetzte Toyota von Adam Morgan das ganze Wochenende besser unterwegs gewesen, als die beiden Avensis von Speedworks. Morgan war das ganze Wochenende, egal ob in den Trainings oder in den Rennen, unter den Top 10 zu finden und ist sicherlich die größte Überraschung des Saisonauftakts.

Sehr gut war auch die Leistung von Rob Austin. Ein starkes Qualifying wurde von einem Podium in Rennen 1 gekrönt. Weitere mögliche gute Resultate wurden dann nur wegen des Abschusses durch Wrathall in Rennen 2 und den schweren Unfall in Rennen 3 nicht möglich. Enttäuschend war dagegen Will Bratt im zweiten Audi, der nicht annähernd an die Leistung seines Teamkollegen und Chefs heran kam.

Sehr enttäuschend sind auch die Fahrzeuge von Tony Gilham Racing. Die Insignias sind im Vergleich zu den anderen NGTC-Fahrzeugen erschreckend langsam und konnten überhaupt keine Akzente setzen. Lichtblick und ein Teilerfolg ist aber immerhin das Debüt des selber entwickelten Volkswagen CC. Dafür dass das Team das Auto erst in der Nacht zu Samstag fertig gestellt hat und ohne Testkilometer in die freien Trainings ging, sind Platz 14, 16 und nur ein Ausfall gar keine schlechten Resultate.

In der Jack-Sears-Trophy machte James Kaye im mittlerweile etwas betagten VM Golf von AmD-Tuning eine besonders gute Figur und sicherte sich einen Sieg. Liam Griffin als einer der Favoriten auf den Trophy-Titel war in Rennen 2 und 3 erfolgreich. Lea Woods Wochenende war dagegen nach technischen Problemen und der Disqualifikation in Rennen 3 zum Vergessen. Ganz ordentlich unterwegs war auch David Nye im Welch-Ford Focus, der in Rennen 3 bis zu einem Fahrfehler kurz vor Schluss in der Jack Sears-Trophy in Führung lag.

Erwähnenswert ist vielleicht noch M247-Racing, die einen S2000-Cruze einsetzen. Nachdem kurz vor dem Start zu Rennen 1 plötzlich eine Antriebswelle brach, stellte man überrascht fest, dass man auch kein Ersatzteil dabei hatte. Ein Start in Rennen 2 war damit nicht möglich, aber eine Delegation des Teams machte sich auf den Weg, um eine neue Antriebswelle zu besorgen. Diese traf dann eine halbe Stunde vor dem Start zu Rennen 3 tatsächlich ein, wurde in Windeseile eingebaut und Joe Girling konnte schließlich doch noch in seine Saison starten. Im Rennen wurde man zwar Letzter, kam aber immerhin ins Ziel. Die ganze Situation war dabei wunderbar über Twitter zu verfolgen, wo das Team immer wieder neue Zwischenberichte über den Stand bei der Suche nach einer Antriebswelle lieferte.

Eine genauere Analyse über die Reifensituation spare ich mir jetzt. Erstens sind eindeutige Aussagen wegen der niedrigen Temperaturen am Wochenende schwierig und zweitens sind drei Rennen, in denen selbst die Teams eher rätselten als dass sie mit den Reifen eine klare Strategie verfolgten, noch zu wenig, um klare Erkenntnisse zu bieten. Grundsätzlich stellte sich der weichere Reifen in Brands Hatch aber eher als Nachteil heraus. Das Einbrechen bei Rob Austin in Rennen 1 und die starke Leistung von Tordoff und Morgan in Rennen 3, als fast alle anderen Konkurrenten die weichen Reifen fuhren, sprechen zumindest dafür.

Das nächste Rennen findet am 21. April in Donington statt. Gefahren wird auf dem 3,149 Kilometer langem National Circuit. Hier ein paar Infos zur Strecke mit Streckenplan und den Siegern der vergangenen Jahre. Falls ich Zeit finde und sich bis dahin noch einige Neuigkeiten ergeben, wird es noch mal eine kurze separate Vorschau geben. Falls irgendwelche Fragen sind, könnt ihr diese auch gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht kann ich im nächsten Beitrag dazu Antworten liefern.

Zum Abschluss ahier noch der Link zu den aktuellen Ständen in der Meisterschaft.

 

 BTCC: Analyse Brands Hatch

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March 29 2013

09:50

BTCC: Saisonvorschau 2013

Am kommenden Wochenende startet die britische Tourenwagenmeisterschaft in ihre 56. Saison. Ein Rekordstarterfeld von 32 eingeschriebenen Fahrzeugen und eine hohe Markenvielfalt mit 15 verschiedenen Fahrzeugmodellen von 11 Herstellern versprechen Tourenwagen-Action pur.

hi 9533 a888 300x200 BTCC: Saisonvorschau 2013Los geht es für die BTCC traditionsgemäß auf dem alterwürdigen Kurs von Brands Hatch. Champion Gordon Shedden und das Honda Team Dynamics möchten 2013 ihre drei Meistertitel in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung verteidigen. Auch wenn man im Rückblick auf 2012 eine leichte Honda-Dominanz konstatieren könnte, sah die Saison doch ein spannendes Finish zwischen Shedden, dessen Teamkollegen Mat Neal und MG-Speerspitze Jason Plato, das der Schotte erst im vorletzten Rennen für sich entscheiden konnte. Auch Andrew Jordan im privat eingesetzten Honda sowie BMW-Mann Rob Collard lagen lange Zeit weit vorne im Gesamtklassement und kämpften gleichzeitig um den Titel in der Independent-Wertung, die Jordan letztlich gewinnen konnte. Für 2013 haben die Verfolger ihre Fahrzeuge noch einmal gründlich überarbeitet oder – wie im Falle des 1er-BMW vom West Surrey Team – komplett neue Fahrzeuge entwickelt. Mit Colin Turkington kehrt außerdem der Meister des Jahres 2009 in die BTCC zurück. Die Weichen für eine spannende Saison scheinen also gestellt zu sein.

Was ist neu 2013?
Die wichtigste Neuerung für 2013 ist die Aufhebung der Angleichung von NGTC- und Super 2000-Fahrzeugen. Zur Erinnerung: Seit 2004 waren nach dem von der FIA sanktionierten Super 2000-Reglement aufgebaute Fahrzeuge in der BTCC startberechtigt. Aufgrund der immer mehr ausuferenden Kosten für die S2000er und um eine größere Markenvielfalt entstehen zu lassen, entschied sich die BTCC für 2010 ein neues technisches Reglement namens NGTC (Next GenerationTouring Car) einzuführen. Die drei letzten Saisons waren als Übergangsjahre gedacht, in denen versucht wurde, die vorhandenen S2000- und die neuen NGTC-Fahrzeuge von der Performance her anzupassen und so ein homogenes Starterfeld zu schaffen. In diesem Zeitraum sind nach und nach immer mehr Teams in das NGTC-Reglement gewechselt und haben entsprechende Fahrzeuge aufgebaut. 2012 gewann dann mit dem vom Team Dynamics entwickelten Honda Civic erstmals ein reines NGTC-Fahrzeug sowohl ein Rennen als auch letztendlich den Meistertitel.
2013 werden die alten Super 2000-Fahrzeuge zwar noch startberechtigt sein, durch eine Anhebung des Turboladedrucks bei den NGTC-Autos ist es jedoch wahrscheinlich, dass sie im Kampf um die vorderen Plätze keine Rolle mehr spielen werden. Dabei ist außerdem zu beachten, dass die Unterscheidung in NGTC und S2000 eigentlich nur noch für das Fahrzeug-Chassis gilt, denn mittlerweile verwenden alle S2000er einen 2 Liter-NGTC-Turbomotor, der dann aber mit weniger Ladedruck als bei den reinen NGTC-Autos auskommen muss.
Für die letzten Super 2000er gibt es ab dieser Saison eine eigene Wertung, die sogenannte Jack Sears Trophy – benannt nach dem ersten BTCC-Champion. Wer am Ende der Saison die meisten S2000-Siege eingefahren hat, sprich die besten Einzelresultate in einem Super 2000-Auto, gewinnt die Trophy.

Eine weitere Neuerung betrifft die Reifen. Dunlop bleibt zwar Alleinausrüster der Serie und stellt pro Fahrzeug insgesamt 12 (bzw. für den Saisonauftakt 16) neue Trockenreifen für ein Rennwochenende zur Verfügung;  ein Reifensatz ist ab dieser Saison jedoch eine weichere Reifenmischung – ein sogenannter Option-Tyre – und muss von jedem Fahrer in einem der drei Rennen pro Wochenende verwendet werden. Die Entscheidung, in welchem Rennen man den Option-Tyre fahren möchte, muss noch vor der Qualifikation festgelegt werden und wird bei dem entsprechenden Rennen für die Zuschauer kenntlich gemacht. Bis zur Startaufstellung eines Rennens bleibt es letztlich aber geheim, welche Reifenmischung gewählt wurde.
Welchen Effekt diese Regelung hat und ob sie die tatsächlichen Kräfteverhältnisse nicht zu stark verwässert, bleibt abzuwarten. Ebenso unklar ist bislang die Regelung für den Fall, dass das Rennen, in dem sich ein Fahrer für den Option-Tyre entschieden hat, als Wet-Race deklariert ist (werde hierfür das technische Reglement noch mal genauer studieren).
In diesem Zusammenhang ist auch neu, dass bei feuchten Bedingungen nun keine gemischten Bereifungen mehr erlaubt sind, also bspw. keine Slicks an der Vorderachse und Regenreifen an der Hinterachse.

Kalender und Rennformat
Nicht neues gibt es dagegen beim Kalender. Die Saison besteht aus denselben zehn Rennwochenenden wie in den letzten Jahren mit dem Saisonauftakt und -abschluss in Brands Hatch und der typischen Tournee über die wundervollen britischen Rennstrecken im Laufe des Jahres. Hier ein Überblick:

1. 31. März Brands Hatch (Indy Circuit) 2. 21. April Donington 3. 5. Mai Thruxton 4. 9. Juni Oulton Park 5. 23. Juni Croft 6. 4. August Snetterton 7. 25. August Knockhill 8. 15. September Rockingham 9. 29. September Silverstone 10. 13. Oktober Brands Hatch (GP Circuit)

Pro Veranstaltung werden wie gewohnt drei Sprintrennen gefahren, wodurch sich insgesamt 30 Saisonrennen ergeben. Gestartet wird jeweils stehend. Die Startaufstellung für Rennen 1 ergibt sich aus der Qualifikation am Samstag, die für Rennen 2 aus dem Ergebnis von Rennen 1 und die für Rennen 3 aus dem berühmten „Draw“. Hierbei wird ein Fahrer, der in Rennen 2 auf den Plätzen 6 bis 10 ins Ziel gekommen ist, gelost und auf die Pole gesetzt. Alle in Rennen 2 vor ihm platzierten Fahrer werden nun in umgekehrter Reihenfolge auf die nachfolgenden Startplätze gesetzt und alle nach ihm platzierten Fahrer bilden die restlichen Plätze der Startaufstellung. Das ist jetzt für jemanden, der das noch nicht gesehen hat, vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen, aber bevor ich mich jetzt in endlosen Beispielen verrenne, rate ich, sich das einfach mal anzuschauen, da es an sich sehr einfach ist.

Punkte für die Gesamtwertung gibt es pro Rennen für die ersten 15 Fahrer nach folgendem Schema:

1. 20 Punkte, 2. 17 Punkte, 3. 15 Punkte, 4. 13 Punkte, 5. 11 Pubkte, 6. 10 Punkte, 7. 9 Punkte, 8. 8 Punkte, 9. 7 Punkte, 10. 6 Punkte, 11. 5 Punkte, 12. 4 Punkte, 13. 3 Punkte, 14. 2 Punkte, 15. 1 Punkt

Zusätzlich gibt es jeweils einen Zusatzpunkt für die Pole-Position in Rennen 1 (also den schnellsten der Qualifikation), die schnellste Rennrunde pro Rennen und eine Führungsrunde pro Rennen.
Für die Independent-Wertung, in der eigentlich alle Fahrer bis auf Neal und Shedden vom Team Dynamics und Plato und Tordoff vom KX Momentum Racing starten, gilt die gleiche Punktewertung für jedes Rennen, allerdings werden hier keine Zusatzpunkte vergeben. Gleichzeitig sind natürlich alle Independent-Piloten auch für die Gesamtwertung punkteberechtigt.
Für die neu hinzugekommene Jack-Sears-Trophy für Super 2000-Fahrzeuge gibt es keine separate Punktewertung. Hier zählen nur die „Siege“ (im BTCC-Sprachgebrauch “cups”), die ein Fahrer erreicht. Wer am Ende der Saison die meisten “cups” und somit die besten Einzelresultate eines Super 2000-Autos eingefahren hat, gewinnt die Trophy.
Neben Punkten gibt es für die fünf besten Fahrer in einem Rennen auch noch ordentlich Gewicht ins Auto – quasi die negative Kehrseite des Erfolgs. Für Rennen 2 an einem Wochenende muss Zusatzgewicht auf Basis der Ergebnisse aus Rennen 1 eingeladen werden und für Rennen 3 auf Basis der Ergebnisse von Rennen 2. Dabei werden die ersten fünf Fahrer mit folgenden Gewichten belastet: 45 kg, 36 kg, 27 kg, 18 kg und 9 kg. Alle weiteren Plätze müssen nichts einladen. Dabei ist zu beachten, dass die Gewichtsregelung jeweils nur für das nächste Rennen gilt und sich nicht aufaddieren kann. Wer also Gewicht für einen Sieg eingeladen bekommt, muss dieses auch nur im nächsten Rennen fahren. Kommt er dort nicht in die Top-5, fährt er im folgenden Rennen wieder ohne Gewicht, kommt er dagegen bspw. auf Platz 4 ins Ziel, muss er im folgenden Rennen nur noch das Gewicht für Platz 4 mitschleppen. Für das Zeittraining und das erste Rennen eines Wochenendes gilt der Zusatzballast außerdem nicht auf Basis des vorangegangenen Rennergebnisses, sondern auf Grundlage der ersten fünf Positionen in der Meisterschaft.

Teams und Fahrer
Es folgt nun ein kleiner Durchgang durch das Feld der bisher eingeschriebenen Teams und Fahrer. Bei den Teamnamen ist jeweils der offizielle Entry-Name angegeben, in Klammern steht dann, sofern abweichend, der eigentliche Name des Teams. „Constructor“ und „Independent“ bezieht sich darauf, ob das Team Punkte im Kampf um die Herstellerwertung sammelt oder um die Independent-Titel fährt. Hinter dem eingesetzten Fahrzeugtyp ist vermerkt, ob es nach NGTC- oder Super 2000-Reglement aufgebaut ist. Hierbei ist zu beachten, dass alle S2000-Fahrzeuge auch einen NGTC-Motor benutzen. Einen kurzen tabellarischen Überblick über alle Entrys findet man außerdem hier.

Honda Yuasa Racing (Team Dynamics) – Constructor
Honda Civic (NGTC) – # 1Gordon Shedden, #2 Matt Neal
Wohl das Team, das es zu schlagen gilt. Es war schon beeindruckend und zugleich ein Zeugnis für die Professionalität des von Matt Neals Vater geführten Teams, wie man letztes Jahr auf Anhieb mit dem neu entwickelten Civic siegfähig war. Interessant war auch das teaminterne Duelle zwischen Shedden und Neal, das 2013 sicherlich seine Fortsetzung finden wird. Für einige überraschend war es am Ende der Saison dann der von allen im Team nur „Flash“ genannte sympathische Schotte, der den Meistertitel erringen konnte und nicht der dreifache Champion und Vorjahresmeister Matt Neal. Über den Winter hat man sich vor allem auf die Verbesserung des an sich schon sehr guten Autos in allen Bereichen konzentriert.

MG KX Momentum Racing (Triple 8 Race Engineering) – Constructor
MG6 GT (NGTC) – #88 Sam Tordoff, #99 Jason Plato
War der neue Civic vom Team Dynamics schon beeindruckend, so war die Performance des MG eine echte Sensation. Das Auto hatte man vor der letzten Saison in Windeseile zusammengeschraubt und ohne größere Tests zum ersten Rennwochenende gebracht, wo Jason Plato dann gleich eines der Rennen gewinnen konnte. Zwar zeigten sich im weiteren Saisonverlauf einige Unausgereiftheiten, die Plato letztendlich wohl auch den Titel gekostet haben dürften, jedoch war man bis zum vorletzten Saisonrennen mit im Kampf um die Meisterschaft – und das obwohl man 2012 eigentlich als Lernjahr mit dem neuen Auto deklariert hatte. Für 2013 wurde das Auto komplett überarbeitet. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Fahrwerk mit dem man im letzten Jahr besonders bei Regen einige Probleme hatte. Jason Platos Qualitäten als Fahrer sind über jeden Zweifel erhaben. Das Tourenwagen-Ass ist mit allen Wassern gewaschen und will 2013 zu seinem dritten BTCC-Titel greifen. Neu im Team ist der 23-jährige Sam Tordoff, der 2012 im britischen Porsche Cup Gesamtdritter wurde und Jason Plato in der von ihm betreuten Nachwuchssichtung „KX-Academy“ auffiel. Zu Tordoffs Qualitäten sagte Plato in gewohnt englischer Manier: „He ist going to be a pain in the arse.“

Pirtek Racing (Eurotech Racing) – Independent
Honda Civic (NGTC) – #55 Jeff Smith, #77 Andrew Jordan
Der Independendent-Meister von 2012 will in diesem Jahr endlich nach dem Gesamttitel greifen. Angesichts des Fortschritts aus dem vergangenen Jahr und dem immer schneller werdenden Andrew Jordan scheint auch eigentlich nichts dagegen zu sprechen. Die Autos kommen vom Team Dynamcis und Jordan hat letztes Jahr gezeigt, dass wenn alles glatt geht, er mindestens auf Augenhöhe mit Shedden und Neal mitfahren kann. Zweiter Fahrer im Team ist wieder Jeff Smith, dessen Leistung im Vergleich zu Jordan stark abfällt.

ebay Motors (West Surrey Racing Team) – Independent
BMW 125i M-Sport – #5 Rob Collard, #18 Nick Foster, #29 Colin Turkington
Hier dürfen wir gespannt sein. Nachdem man im letzten Jahr noch das betagte S2000-Chassis des aus der WTCC hinlänglich bekannten 320si mit einem NGTC-Motor eingesetzt hat, setzt man dieses Jahr auf ein reines NGTC-Fahrzeug. Basis hierfür ist die 1er-Reihe von BMW. Das Fahrzeug wurde in den letzten Monaten komplett neu entwickelt, sieht meiner Meinung nach einfach nur geil aus und rückte Anfang März erstmals zum Testen aus. Bei den Media-Day-Tests konnte man immerhin die zehntbeste Zeit erringen. Das Driver-Lineup hat sich im Vergleich zum letzten Jahr noch mal verbessert. Rob Collards Qualitäten als Tourenwagenfahrer sind zweifelsfrei bewiesen und mit Colin Turkington kehrt der Meister des Jahres 2009 zum Team zurück. Dritter Fahrer ist Nick Foster, den man eher als Gentleman-Driver ansehen kann, der aber ebenso in der Lage ist, regelmäßig in die Top10 zu fahren.

Airwaves Racing + Addison Lee Motorbase (Motorbase Performance) – Independent
Ford Focus ST Mk. III (NGTC) + Ford Focus ST Mk. II (S2000) – #7 Mat Jackson, #8 Árón Smith, #66 Liam Griffin, #4 tba
Mit neuem und altem Sponsor möchte die Ford-Speerspitze im Feld die tolle Performance des neu entwickelten NGTC-Focus weiter ausbauen. Das Auto debütierte im Laufe der vergangenen Saison in Snetterton und beeindruckte nicht nur durch sein martialisches Aussehen, sondern auch dadurch, dass es auf Anhieb schnell war. Dieses Jahr werden erstmals zwei Mk. III-Focus an den Start geschickt und von Routinier Mat Jackson und Youngster Aron Smith, der letztes Jahr beim Saisonfinale seinen ersten Sieg feiern konnte, pilotiert. Ein drittes NGTC-Auto könnte im Laufe der Saison für den zweiten Team-Entry antreten. Möglicher Fahrer hierfür ist Michael Caine. Vom ersten Rennen an wird außerdem Liam Griffin einen der alten S2000-Focus des Teams fahren und damit ins Rennen um die Jack Sears-Trophy gehen.

Dynojet Racing – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #11 Frank Wrathall
Dynojet und Frank Wrathall gehörten mit zu den ersten, die vor drei Jahren ein NGTC-Fahrzeug einsetzten und überraschten damals von Anfang an mit guten Resultaten in ihrem orangefarbenen Avensis. Seitdem zeigt die Lern- und Erfolgskurve stetig weiter nach oben und wurde letztes Jahr mit einem Sieg gekrönt. Für 2013 hat man mit der bisher gesammelten Erfahrung ein nagelneues Auto aufgebaut.

WIX Racing (Rob Austin Racing) – Independent
Audi A4 (NGTC) – #13 Rob Austin, #14 Will Bratt
Auch Rob Austin gehörte mit seinem eigenen Team zu den ersten, die ein NGTC-Auto an den Start gebracht haben. Mittlerweile geht man in die dritte Saison und möchte die guten Resultate, die man in den letzten Jahren schlaglichtartig immer wieder zeigte, endlich in Siege überführen. Die Chancen dafür stehen eigentlich nicht schlecht. Das Auto ist mittlerweile ausgereift und – noch wichtiger – endlich hat man einen Sponsor gefunden, wodurch die Saison für beide Autos erstmals  durchfinanziert zu sein scheint. Zweiter Stammfahrer ist Will Bratt, der bereits letztes Jahr bei einigen Rennen zum Einsatz kam.

Speedworks Motorsport – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #17 Dave Newsham, #48 Ollie Jackson
Ähnlich wie Dynojet besitzt auch Speedworks eine Menge Erfahrung mit dem NGTC-Toyota. Bislang verkaufte man sich aber meist unter Wert, da das Driver-Lineup in den letzten Jahren nicht zu den besten gehörte. 2012 waren Rookie Adam Morgan und Gentleman-Driver Tony Hughes die Stammpiloten. Morgan konnte immer mal wieder in die hinteren Top-10 fahren, aber Hughes ging regelmäßig unter. Wie gut das Auto tatsächlich ist, zeigte Paul O’Neil zur Saisonmitte, als er Hughes in einigen Rennen vertrat und in Knockhill das Podium nur knapp verfehlte. Mit Dave Newsham stößt dieses Jahr der Überraschungsmann des Vorjahres zum Team. Der Schotte hat seinen Speed mehrfach unter Beweis gestellt und konnte mit einem S2000-Vauxhall Vectra zwei Gesamtsiege einfahren. Hier darf man also gespannt sein. Zweiter Fahrer ist Ollie Jackson, der im Vorjahr noch im Golf von AmD-Tuning unterwegs war.

PPCGB.com/Kraftwerk Racing + RCIB Insurance Racing (Tony Gilham Racing) – Independent
VW CC (NGTC) + Vauxhall Insignia (NGTC) – #6 Tom Onslow-Cole, #22 Howard Fuller/Robb Holland, #20 James Cole, #31 Jack Goff
Einen kunterbunten Haufen gibt es dieses Jahr beim Team von Tony Gilham, das letztes Jahr noch unter dem Namen Team HARD antrat und vor allem mit einem pinkfarbenen Auto auffiel. Die Mannschaft, die zu Beginn der letzten Saison zunächst einen einzigen Honda Civic an den Start brachte, geht dieses Jahr gleich mit zwei Team-Entrys und vier Fahrzeugen in die Saison. Zum Einsatz kommen dabei zwei in Zusammenarbeit mit RML entwickelte Volkswagen CC und zwei Vauxhall Insignias, die man Thorney Motorsport zum Ende der letzten Saison abgekauft hat. Die beiden letzteren wurden komplett revidiert und werden von den Rookies James Cole und Jack Goff pilotiert. Für einen der VW konnte man Routinier Tom Onslow-Cole gewinnen, der letztes Jahr im West Surrey-BMW Gesamt-Sechster wurde. Ein Fragezeichen muss man aber dennoch machen, da die CC bislang noch niemand gesehen hat und das eine Auto, das man für Brands-Hatch einsetzen möchte, allerhöchstens auf den letzten Drücker und ohne Testkilometer fertig wird. Das zweite Auto ist ohnehin noch im Grundaufbau und wird erst im Laufe der Saison debütieren. Dieses soll dann abwechselnd von Howard Fuller und dem US-Amerikaner Robb Holland gefahren werden. Klingt also alles ein wenig nach rollendem Testlabor – vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass auch der Neuaufbau der Vauxhalls letzte Woche noch immer nicht abgeschlossen war. Immerhin hat man sich dagegen entschieden, auch noch den alten S2000-Civic, den man noch in der Garage stehen hat, einzusetzen.

Welch Motorsport – Independent
Proton Persona (NGTC) + Ford Focus Mk. II (S2000) – #10 Daniel Welch, #12 David Nye
Vermehrung gibt es auch bei Welch, das dieses Jahr statt einem zwei Autos an den Start bringen wird. Zum Einsatz kommt dabei aber nicht ein zweiter NGTC-Proton, sondern ein S2000-Ford Focus aus alten Motorbase-Beständen. Dieser wird vom 55-jährigen Rookie (!) David Nye gefahren, der damit in den Kampf um die Jack Sears-Trophy eingreifen möchte. Im Proton sitzt weiterhin Teamchef Dan Welch, der sich das Ziel gesetzt hat, regelmäßig in die vorderen Punkterängen zu fahren.

AmDTuning.com (Essex) – Independent
Volkswagen Golf (S2000)/Vauxhall Astra (NGTC) – #15 James Kaye
Das Team von Shaun Hollamby startet zunächst mit dem bekannten VW Golf in die Saison. Im Laufe des Jahres möchte man aber auf einen oder zwei Vauxhall Astra wechseln, die momentan nach NGTC-Reglement vom Team entwickelt werden. Nachdem Ollie Jackson das Team verlassen hat, sitzt dieses Jahr der 49-jährige James Kaye im Golf. Irgendwie ist auch noch der dritte ehemalige Motorbase-S2000-Ford Focus bei AmD gelandet (den ersten setzt Motorbase selbst für Liam Griffin ein, den zweiten hat Welch gekauft). Diesen möchte man gerne ebenfalls einsetzen, sobald jemand mit dem nötigen Kleingeld um die Ecke kommt. Alles etwas konfus also.

BTC Racing – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC) – #28 Chris Stockton
Mit BTC kehrt ein Team zurück, das bis 2008 in der BTCC aktiv war und damals Lexus und Seats eingesetzt hat. Für 2013 hat man einen der NGTC-Chevrolet Cruze bekommen, die ursprünglich von RML für die Saison 2012 aufgebaut worden waren, dann aber wegen des Rückzugs aus der Meisterschaft nie zum Einsatz kamen. Interessant ist, dass die Basis für das Fahrzeug nicht die Saloon-Variante (Stufenheck) des Cruze ist, wie man sie auch aus der WTCC kennt, sondern der Hatchback (Fließheck).

Team Club 44 (IP Tech Race Engineering) – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC), #44 Andy Neate, #tba
Andy Neate, der letztes Jahr noch Teamkollege von Jason Plato bei MG KX Momentum war, tritt dieses Jahr mit einem eigenen Team an. Zum Einsatz kommt dabei eine eigens entwickelte NGTC-Variante des Chevrolet Cruze, die anders als die Hatchback-Ausführung von BTC-Racing, auf dem Saloon-Model basiert. In Brands-Hatch wird man den neuen Chevy aber noch nicht sehen, da man das Auto frühestens für die zweite Saisonstation in Donington fertig bekommt. Neate, der von einem „long term project“ spricht, möchte das Auto nach schlechten Erfahrungen mit seinem MG aus dem Vorjahr nicht halbfertig an den Start bringen. Im Laufe der Saison soll zudem ein weiterer Cruze aufgebaut und eingesetzt werden.

Ciceley-Racing – Independent
Toyota Avensis – #33 Adam Morgan
Der von der BTCC zum besten Rookie des letzten Jahres gekürte Engländer bleibt zwar dem Auto treu, mit dem er letztes Jahr fuhr, wechselt aber von Speedworks zu seinem eigenen familiengeführten Team, das vorher im Ginetta Cup unterwegs war, wo Morgan 2011 auch den Meistertitel erringen konnte. Der zum Einsatz kommende Avensis ist ein ehemaliger Dynojet-Toyota. Bei den Tests letzte Woche beeindruckte Morgan mit sehr schnellen Zeiten.

Wheel Heaven/Houseman Racing (Wood Racing) – Independent
Vauxhall Vectra (S2000) – #43 Lea Wood
Der klassische Privatier fuhr zunächst einige Testfahrten für Speedworks in deren NGTC-Toyota, entschied sich dann aber doch dafür, eine weitere Saison im von seinem eigenen Team eingesetzten Vauxhall Vectra zu bestreiten. Damit setzt Wood den letzten verblieben S2000-Vectra im Feld ein. Sein Ziel ist ganz klar die Jack Sears Trophy, um dann im nächsten Jahr vielleicht auf ein NGTC-Auto zu wechseln.

Team BMR Restart – Independent
Seat Leon (S2000) – #39 Warren Scott
Das Team des ehemaligen Motorradrennfahrers Warren Scott steigt neu in die Serie ein und betrachtet die Saison mit einem S2000-Auto als Lernjahr, um dann im nächsten Jahr auf ein NGTC-Auto zu wechseln. Damit ist dieses Jahr immerhin noch einer der in den letzten Jahren so zahlreich vertretenen Leons aktiv.

M247 Racing (Finesse Motorsport/Tech-Speed Motorsport) – Independent
Chevrolet Cruze LT (S2000) – #90 Joe Girling
Hier sind die Teamstrukturen etwas unklar, da das Auto laut einigen Meldungen mal von dem aus der Britcar bekannten Team Finesse-Motorsport und mal von dem ehemaligen BTCC-Team Tech-Speed Motorsport eingesetzt wird. Zum Einsatz kommt jedenfalls ein alter S2000-Cruze von Tech-Speed, der zuletzt 2011 in der Meisterschaft gefahren wurde. Joe Girling möchte in den Kampf um die Jack Sears-Trophy einsteigen.

Vorschau Brands Hatch
Der Saisonauftakt findet am kommenden Wochenende in Brands Hatch statt. Über die Traditionsstrecke braucht man wohl nicht viel sagen – jede einzelne Kurve könnte hier abendfüllende Racing-Geschichten erzählen. Gefahren wird auf dem knapp zwei Kilometer kurzen Indy-Circuit, der – zumindest mit der BTCC – gewohntermaßen viel Spektakel verspricht. Einige Informationen zur Strecke findet man
hier. Im letzten Jahr siegte in Rennen 1 etwas überraschend Rob Collard mit dem betagten BMW 320si, nachdem sich – ebenfalls überraschend – Dave Newsham die Pole gesichert hatte. In Rennen 2 konnte Matt Neal im Honda den ersten Sieg für ein NGTC-Auto einfahren und in Rennen 3 siegte dann zur Verblüffung aller Jason Plato im gerade erst fertig gebauten MG.
Vor dem ersten Rennen einen klaren Favoriten zu benennen ist schwer, da erst mal die Performance der einzelnen Teams und Fahrer im Rennen beobachtet werden muss. Immer auf der Rechnung sollte man die Hondas, die MGs und die Motorbase-Fords haben, aber auch auf die BMWs von West Surrey und die Toyota von Speedworks und Dynojet sollte man ein Auge werfen. Bei den Testfahrten letzte Woche in Donington erreichte Andrew Jordan im Pirtek-Honda die schnellste Zeit, gefolgt von Jason Plato im MG und Gordon Shedden im Dynamics-Honda. Dahinter tauchten mit Adam Morgan und Dave Newsham bereits die ersten Toyota auf. Bester Ford war Aron Smith auf Position 8 und bester BMW Colin Turkington auf Position 10.

TV-Empfang
Stellt sich nach all der großen Vorrede nun nur noch die Frage: „Wie kann ich mir den ganzen Spaß denn angucken?“  Tja, hier wird es leider etwas kompliziert. In Großbritannien überträgt ITV 4 den gesamten Rennsontag im frei empfangbaren TV live. Wer eine Satellitenschüssel besitzt und diese zufällig auf 28.2° Ost ausgerichtet hat, ist klar im Vorteil, kann sich entspannt zurücklehnen und Tourenwagen-Action vom Feinsten genießen – sollte das übrigens jemand, der in meinem Umfeld wohnt, haben, wird er mein neuer bester Freund und ich bring zu jedem Rennen Kuchen mit ;).
Eine Alternative ist die ITV-Website, auf der der gesamte Rennsontag im Player gestreamt wird. Hier stellt sich aber das Problem, dass der ITV-Player für Leute außerhalb von UK mit einem Geoblock versehen ist. Dieser lässt sich allerdings auf verschiedene Weise umgehen. Halbwegs legal geht es aber nur in der Bezahlvariante. Google hilft hier weiter. Ansonsten bieten sich natürlich auch die diversen anderen hinlänglich bekannten Streamingdienste an.
Wer auf live verzichten kann, kann sich in den endlosen Weiten des Internets auch nach Downloads der Rennen umsehen. Live ist es jedoch schöner und man kommt in den großartigen Genuss von stundenlanger Rennaction, denn zwischen den einzelnen BTCC-Rennen findet das umfangreiche Rahmenprogramm, u.a. bestehend aus Porsche-Cup, Ginetta-Cup, Renault Clio-Cup und Formel Ford, statt.

So, das war mein erster Beitrag für den Racingblog. Ich hoffe, er hat gefallen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Melde mich dann nächste Woche mit der Analyse aus Brands Hatch.

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 BTCC: Saisonvorschau 2013

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July 18 2011

08:04

WTCC: Analyse Donington Park 2011

Kurz gab es im zweiten Rennen die Chance, dass endlich mal wieder ein anderer Wagen, als der Cruze gewinnen könnte. Doch die Hoffnung währte nicht lange.

Langweilig war es nicht in Donington. Man kann der Chevy Crew nicht nachsagen, dass sie ihre Fahrer an der kurzen Leine halten. Dazu gab es packende Kämpfe im Mittelfeld und die WTCC zeigte auf britischen Boden, dass man auch nach den englischen Regeln unterwegs sein kann. Jedenfalls waren beide Rennen sehr amüsant und die WM ist dann auch wieder richtig spannend geworden, da Yvan Muller einen sehr seltenen Doppelsieg einfahren konnte. Das zeigte aber auch einmal mehr, dass die Cruze dem Rest des Felden um Meilen überlegen sind. Vor allem im zweiten Rennen wurde das deutlich.

Im ersten Rennen standen die Cruze auf den ersten Plätzen, was den Ausgang des Rennens dann ziemlich klar machte. Muller gelang ein guter Start, Rob Huff kam etwas zäher weg, und so suchte Alain Menu seine Chance vor der Old Hairpin. Doch er konnte sich nicht durchsetzen und Huff klemmte sich hinter Muller. Beide lieferten sich ein hartes und sehr faires Duell, das sehenswert war. Sie schenkten sich nichts und fuhren auf absolut gleichem Niveau. Doch Huff gelang das entscheidende Überholmanöver nicht, da Muller komplett fehlerfrei unterwegs war. Menu konnte das Tempo seiner Kollegen nicht halten und fiel leicht zurück. Zudem musste er sich zeitweise mit Tarquini auseinandersetzen, was ebenfalls Zeit kostete.

Weiter hinten balgten sich die BMW- und Seat-Piloten um die Plätze, was nicht immer ohne Kontakt blieb. Die BMW waren auf dem recht fließenden Kurs von Donington sehr gut aufgestellt und konnten mit den Seat locker mithalten. Tom Coronel gelang im ersten Runden das Kunststück “Best of the rest” hinter den drei Cruze zu werden. Dagegen sah Lokalmatatodor Colin Turkington nicht so gut aus. Zwar hatte er den Wiechers-BMW in der Quali weit vorne platzieren können, doch im Rennen lehnte er sich ein paar Mal zu oft bei den Konkurrenten an und kam am Ende nur auf P10.

Auf den ersten Blick schlecht lief es für Volvo, die ich eigentlich weiter vorne erwartet hatte. Immerhin hatte die FIA den C30 gleich um 60 Kilo erleichert. Doch die schwedische Truppe hatte in der Quali Pech und musste vom letzten Platz aus starten. Dass der Volvo allerdings richtig gut geht, zeigte Dahlgren im Rennen. Er kämpfte sich in nur einer Runde in die Top Ten, nahm dann allerdings das Heck eines BMW ins Visier und flog mit dem Wagen richtiggehend über die Strecke. Erstaunlicherweise lief der Wagen weiter und Dahlgren wurde am noch Achter.

In Rennen zwei standen die Cruze auf den Plätzen 8, 9 und 10, während vorne eine Phalanx von BMW nach der ersten Runde die ersten vier Plätze belegten. Allerdings waren sich die BMW nicht wirklich einig, aber das ist auch kein Wunder, immerhin sind es Konkurrenzteams. In einem zeitweise turbulenten Rennen lagen Tom Coronel, Javier Villa, Franz Engstler und Colin Turkington vorne, dahinter versuchten drei Seat (Michel Nykjaer, Tiago Monteiro und Gabriele Tarquini) zu dritt durch die Kurven zu kommen, was natürlich nicht gut ging, aber immerhin kam Tarquini durch, der ganz offenbar auf einer Misson war und sich Turkington zur Brust nahm, in dem er den Briten einfach umdrehte. Was ihm nach dem Rennen eine seiner unzähligen Verwarnungen einbrachte.

Die engen Zweikämpfe vorne erlaubten es den Cruze durchs Feld zu pflügen, wobei Muller und Huff im Tandem unterwegs waren. Mit spielerischer Leichtigkeit passierten sie Tarquini und die sich balgenden BMW, wo mittlerweile Franz Engstler die Nase vorne hatte. Doch selbst einen kleinen Vorsprung konnte den BMW nicht halten, nach einer halben Runde waren Muller und Huff vorbei. Allerdings gab es ein wenig Ärger im Chevy-Lager, da Muller auf seiner Aufholjagd den Kollegen Huff zur Seite geschoben hatte. Ein reiner Rennunfall, dennoch bekam Muller nach dem Rennen eine Strafe. Im nächsten Rennen werden ihm drei Plätze in der Quali abgezogen. Wird ihn vermutlich nicht wirklich treffen.

Die beiden Cruze wiederholten ihren hübschen Kampf aus dem ersten Rennen, ohne dass sich an der Reihenfolge etwas änderte. Immerhin gelang Franz Engstler seinen BMW auf P3 zu halten, was ein schöner Erfolg für den Privatier ist.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen in Oschersleben.

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July 14 2011

11:42

WTCC: Vorschau Donington Park 2011

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen weiter. Dieses Wochenende kann die Konkurrenz sich das Heck der Chevy in Donington anschauen.

Donington ist für gute Tourenwagenrennen bekannt. Die Abstecher der BTCC sind ja meist immer recht unterhaltsam, so auch in diesem Jahr. Da ist der direkte Vergleich mit der WTCC ja durchaus mal interessant, auch wenn es vorne vermutlich nicht so eng wird, wie in der britischen Serie. Doch die FIA hat mit den Gewichten gespielt und das könnte die Sache interessanter machen. Das Chevorlet das Maximalgewicht aufgebrummt bekommt, ist klar, aber die FIA hat den BMW weiter 10 kg Ballast rausgenommen und beim Volvo sind es es sage und schreibe 60kg. Nach dem das Polestar Team in den letzten Rennen mit Maximalgewicht unterwegs war, sind es jetzt nur 1130kg. Da der Volvo in Porto schon nicht so schlecht aussah, werden die 60kg in Donington einiges bewirken.

Es wäre ja auch mal nett, wenn sich vorne noch eine andere Marke zeigen würde, als nur Chevrolet. Aber auch Gabriele Tarquini rechnet sich wieder etwas mehr Chancen aus. Dem Seat-Motor fehlte es bisher ein wenig an Leistung, da hat man aber offenbar nachgelegt, was gerade auf dem leicht hügeligen Kurs in England sicher nicht schlecht ist. Tarquini ist immer eine Marke, auf die man achten muss, vielleicht schafft er ja wie in Zolder eine Überraschung.

Doch im Grunde eht es vermutlich wieder einfach nur darum, wer von den drei Cruze-Piloten bei den Rennen die Nase vorne haben wird. Und so richtig entspannt ist die Stimmung im Chevrolet-Lager nicht. Yvan Muller beklagte sich nach dem Rennen in Porto, dass das Überholmanöver von Rob Huff nicht ganz legal gewesen sei. Der hatte eine Schikane auslassen müssen, dass allerdings auch nur deswegen, weil Muller ihn beim Überholvorgang sanft angeschoben hatte. Rob Huff wiederum möchte gerne seine “Underdog” Image los werden. Er gilt als schneller, aber auch fehleranfälliger Pilot, dem schon mal die Nerven fehlen. Bisher hat er eine tadellose Saison hingelegt, aber sein Vorsprung in der WM ist noch nicht so groß, dass man davon sprechen könnte, er sei dominant. Aber immerhin lässt Chevrolet seine Fahrer frei fahren, was ja auch eine nette Sache ist.

In der Wertung der freien Teams sieht es dagegen etwas enger aus. Dort führt Norbert Michelisz die Fahrerwertung an, was ein wenig überraschend ist, hatte man doch dem Engstler-Team gute Chancen ausgerechnet. Doch bei Franz Engstler läuft es im Moment nicht so rund, was auch mit dem etwas schwierig zu fahrenden BMW-Motor zu tun haben soll, dessen Leistungsentwicklung eher im digitalen Bereich liegt. Entweder ist der Turbo an, oder aus. BMW hat nachgebessert, was die letzten Rennen auch gezeigt haben, aber dann ist da halt noch das alte Chassis, aus dem man nicht mehr viel rausholen kann. Die Zeit der BMW neigt sich langsam zu Ende und man darf gespannt sein, ob BMW sich noch mal die Mühe macht, ein neues Chassis für die Kundenteams zu homologieren. Immerhin liegt Poulsen in der Wertung aber P2, nur 5 Punkte zurück, da ist also noch alles drin.

In England gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Colin Turkington, der für das Wiechers Team an den Start gehen wird.

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January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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August 03 2010

06:20

WTCC: Analyse Brünn 2010 Es wird eng vorne

Zwei ruppige Rennen und jede Menge Probleme bei den Meisterschaftsführenden sorgten für sehr viel Abwechslung in Brünn.

Mit Vorhersagen ist es ja immer so eine Sache. Ich hatte in der Vorschau die Seat vorne gesehen, knapp gefolgt von den Chevys, während BMW eher schlecht sortiert sein sollte. Doch nach zwei Rennen sind die Münchner und vor allem Andy Priaulx die großen Gewinner. Man konnte den Abstand in der Meisterschaft mächtig verkürzen und hat nun wieder echte Chancen auf den Titel. Ein rabenschwarzes Wochenende erwischten Yvan Müller und Gabriele Tarquini, die jeweils einen Nuller einstecken mussten. Dafür erlebten die Zuschauer zwei Rennen, die zumindest im Mittelfeld sehr abwechslungsreich waren. Aber natürlich gab es vor und nach dem Rennen mal wieder Ärger.

Vor dem Rennen war Colin Turkington betroffen. Der britische Tourenwagenmeister hat einen kurzen Deal mit Ebay UK, die seinen Wagen unterstützen. Er startet mit einem 2008er BMW 320si, der nicht unter das Strafgewichtreglement fällt, also rund 60kg Kilo leichter ist, als die Werkswagen. Da er als “Privatteam” antritt, reihte ihn der Veranstalter in der Independent Trophy ein, doch kurz vor dem Rennen am Sonntag schmiss man ihn aus der Wertung. Den Grund für den harschen Entschluss erklärte Marcello Lotti, der Promoter der Serie, damit, dass man die Sache bei den Privatfahrern nicht aus den Fugen geraten lassen wollte. Turkington ist weder Privatier, noch fährt er mit privaten Material. Das “alte” BMW 320si fuhr früher schon in der WTCC. Dazu kommt, dass “Turky” nicht die gesamte Saison fährt, sondern nur sporadisch startet. Gleichzeitig liegt er aber in der Trophy schon auf Platz 2, und das nach nur zwei Starts. Da stimmt die Relation für die “normalen” Starter also nicht, daher kann man die Entscheidung schon nachvollziehen. Schuld an dem Chaos sind halt weiter die undurchsichtigen Motoren- und Gewichtsregeln der FIA. Christian Menzel, Gastkommentator bei Europsort am Wochenende, meinte flapsig, dass er die Regeln auch nicht mehr in ihrer Gesamtheit verstehen würde. Das ist vermutlich knapp übertrieben, aber weit weg von der Wahrheit ist es nicht. Man freut sich geradezu auf den Weltmotor und das damit der Diesel verschwindet.

Das Chaos um seine Einstufung hielt Turkington aber nicht davon ab, wieder zwei gute Rennen zu zeigen. In Lauf 1 stürmte aber erstmal Rob Huff vorne weg, dicht gefolgt von Gabriele Tarquini, während Priaulx sich in den Grabenkämpfen im Mittelfeld wiederfand. Dort krachte es auch bald zwischen Gene und dem Briten, mit dem schlechteren Ende für den Seat-Mann. Nach der daraus entstanden SC-Phase war das Rennen dann für den bis dahin auf vier liegenden Yvan Muller beendet. Weil Norbert Michelisz im Seat durch den BMW von Turkington fahren wollte, kam es zur Kollision, dessen unschuldiges Opfer dann Muller wurde. Der Wagen war lädiert und er musste aufgeben. Michelisz darf dann beim nächsten Rennen in Oschersleben 10 Plätze weiter hinten starten.
Rund um Turkington und Priaulx entwickelten sich dann sehr sehenswerte Zweikämpfe, die über das gesamte Rennen anhielten. Erst gegen Ende konnten sich die BMWs dank besserer Reifenperformance durchsetzen und Turkington ließ seinen Landsmann kurz vor Schluss dann auch noch passieren. Das Rennen gewann aber ungefährdet Rob Huff, der Tarquini auf Distanz halten konnte. Dritter wurde Alain Menu vor Farfus, Priaulx, Trukington, Nykjaer und O’Young.

In Lauf 2 stand dann also der Privatier Darryl O’Young mit seinem alten Lancetti auf der Pole. Den Start verpennte er aber, so dass Turkington und Priaulx, die aus der zweiten Reihe gestartet waren, in Führung gingen. Das nötige Teammanöver wurde dann in Runde 2 erledigt, allerdings sah es nicht so aus, als würde Turkington gerne Platz machen. Hinten den BMW-Piloten lag Tarquini auf Platz drei und zwischenzeitlich konnte er auch am zweiten BMW vorbei ziehen, doch kurze Zeit später sah man ihn mit qualmenden Motor am Rand der Strecke stehen. Glück für Yvan Muller, der auch im zweiten Rennen ohne Punkte blieb. Am Ende lautete die Reihenfolge: Priaulx, Turkington, Menu, Huff, Farfus, Monteiro, und O’Young.

Nach dem Rennen ging die Strafenorgie los. Michelisz hatte ich erwähnt, es folgten aber noch Strafen gegen Darryl O’Young und Mehdi Bennani. O’Young verlor seinen achten Platz aus dem ersten Rennen, weil er angeblich einen Unfall verursacht haben soll. Bennani hatte im Lauf 2 den BMW Piloten Poulsen abgeschossen und bekam dafür nachträglich eine 30 Sekundenstrafe.

In der Meisterschaft sieht es nach den schlechten Ergebnissen von Muller und Tarquini richtig eng aus:

Yvan Muller – 199 Punkte
Gabriele Tarquini – 194 Punkte
Andy Priaulx – 183 Punkte
Robert Huff – 167 Punkte

Chevy hat es geschafft, mit Rob Huff noch einen zweiten Fahrer aussichtsreich in der WM zu platzieren, aber Huff wird dennoch die zweite Geige spielen. Nächstes Rennen ist Ende August in Oschersleben.

July 19 2010

08:52

WTCC/F2: Analyse Brands Hatch 2010

Während die WTCC zwei muntere Rennen lieferte, war es bei der Formel 2 doch eher ruhig. Angesichts der schwierigen Strecke war das wohl auch besser so.

Da schimpft man einmal über die Chevy Cruze, und schon legen sie zwei gute Rennen hin. Schon in der Qualifikation belegten die drei Werkspiloten Muller, Huff und Menu die ersten drei Plätze, während die Seat geschlossen die Plätze fünf bis sieben belegten. Sogar der Privatier Michelisz schaffte es auf den achten Platz. Dahinter wartete dann Farfus auf seine Chance. Andy Prilaux musste auf Grund eines Motorwechsels von Platz 16 starten. Und Platz vier? Da stand Colin Turkington und zeigte der FIA, dass das momentande Reglement ein völliger Witz ist. Es gab aber auch noch weitere Aufreger um BMW und Chevy.

Ich hatte in der Vorschau schon auf das Problem hingewiesen, dass einige Privatiers seit neustem mit einem 2008er BMW an Start gehen. Da dieser nicht unter die Gewichts”bestrafung” der FIA fällt, liegt deren Gewicht 75 Kilo niedriger, als bei den aktuellen Fahrzeugen. Dafür muss der Wagen zwar in Sachen Aerodynamik umgebaut werden, aber das scheint, zumindest in Brands Hatch ein kleineres Problem zu sein. Weil Turkington in einem alten BMW unterwegs war, tobte der amtierende BTCC Meister auf Platz vier in der Quali. Die BWM Werkswagen von RML hatten sich was ähnliches überlegt, allerdings fand die FIA das weniger lustig. Privatteams dürfen das, Werksteams nicht, hieß es mehr oder weniger klar in der Entscheidung der Rennleitung und BMW musste wieder zurückbauen.

Zu Beginn des ersten Rennens zogen die drei Cruze vorne weg, während “Turky” seinen Platz an Gabriele Tarquini verlor. Es sah für einen Moment so aus, als könnte der Seat-Pilot auch die Chevys unter Druck setzen, doch die waren einfach zu stark. Zudem sah Turkington überhaupt nicht ein, den Seat Pilot vorne wegziehen zu lassen. Immerhin war es sein Heimrennen und er sucht dringend nach einem Cockpit für 2011, entweder in der BTCC oder der WTCC. Demtsprechend setzte er den Italiener unter Druck, ging dann aber recht überraschend in Druids vorbei, als ihm Tarquini die Tür sperrangelweit aufmachte.

Weiter hinten wühlte sich Prilaux durchs Feld und schloss recht bald zu Farfus auf. Es wurde eng um Platz 8, der ja für das zweite Rennen die Pole Position bedeutet. Farfus, Prilaux und der Sieger aus Portimao, Tiago Monteiro, balgten sich rundenlang um den Platz, bis es Farfus zu blöd wurde, und er sich an Monteiro vorbeidrückte um den Portugiesen auf Platz neun zu schicken. Der war dann nach dem Rennen wenig beeindruckt und nicht eben glücklich über die Aktion.

Ansonsten tat sich vorne relativ wenig, nur Turkington nagte am Heck am Alan Menu, der plötzlich langsamer zu werden schien. Relativ mühelos holte sich der BTCC-Fahrer den dritten Platz, während Menü scheinbar mit Problemen zurück fiel. Doch das war eine reine taktische Maßnahme, denn Chevy wollte auch im zweiten Rennen einen Cruze in der ersten Reihe haben. Teamchef Neve sprach nach dem Rennen von “Reifenproblemen”, aber die unsportliche Aktion war mehr als deutlich. Und auch ein Problem der Regeln der FIA. In der BTCC gibt es zwar auch einen “reverse grid” im dritten Rennen, aber ab welchem Platz der stattfindet, wird er erst nach dem zweiten Rennen ausgelost. So weiß keiner, ob der sechste oder neunte Platz die Pole für das nächste Rennen bedeutet. Diese einfache Methode sollte die FIA vielleicht dann auch mal übernehmen.

Im zweiten Rennen stand Andy Prilaux auf der Pole, neben ihm Alan Menu, der trotz einer Untersuchung der Rennleitung seinen Platz behalten durfte, dahinter Farfus, dann Tom Coronel und Tarquini. Die erste Reihe startete kollektiv schlecht, so dass sich Farfus an die Spitze setzen konnte. Turkington düpierte beide Seat in dem er einfach zwischen beiden durchfuhr. So weit, so gut, nur führte der falsche BMW, den Farfus ist in der WM schon chancenlos. Prilaux schien auch schneller zu sein, also war ein Platztausch dringend nötig. Aber der Brasilianer suchte sich die denkbar blödeste Stelle aus, und ließ dem Markenkollegen die Tür in Druids auf. Aber nicht nur der Brite, auch Menu sah sich freundlich eingeladen und stach in die Lücke, die Farfus versuchte hektisch zu schliessen. Das Ende war klar: Berührung, Dreher, Tränen. Menü war raus, Farfus stand quer auf der Strecke. Freuen konnte sich erneut Colin Turkington, der es sich auf Platz zwei gemütlich machte und damit die Independent Trophy deutlich gewann.

Weil sich vorne nichts mehr tat, verlagerte sich die Action zu den Privatteams, wo sich Franz Engstler, Tom Boardmann und Mehdi Bennani einen hübschen Kampf lieferten, den der Marokkaner dann beendete, als er Engstler in die Wiese schickte. Kurz darauf steckte Bennani selber im Kies, was zu einer Safety Car Phase führte. Aber auch der Restart änderte vorne nichts mehr, jeder war mit seinen Positionen zufrieden.

Zwei okaye Rennen, zeitweilig unterhaltsam, aber die unschöne Sache mit Menu und die nicht vollziehbaren Gewichtsregelungen machen der WTCC gerade zu schaffen. Aber wie schon erwähnt – es ist das letzte Jahr mit diesen Regeln. Die (bildschönen) Volvo sah man leider nur selten im Bild. In Rennen Eins fuhr Dahlgren um Platz 10 rum, in Rennen 2 konnte er nicht starten. Die leidigen 40 Kilo Mehrgewicht machten dem Schweden zu schaffen, da wird man sich beim chinesischen Inhaber von Volvo einen Einsatz in der WTCC sicher überlegen.

F2
Zwei eher lahme Rennen zeigte die F2 in Brands Hatch. Im ersten Rennen dominierte Dean Stoneman den Lauf nach Belieben. Der Brite nutzte sogar nicht einmal seinen Boost-Button, so viel schneller war er an diesem Wochenende. Weiter hinten mühte sich der bisher führende in der Meisterschaft, Jolyon Palmer, hatte kein gutes Wochenende. Schon in der Quali lief es nicht besonders, er startete nur von Platz 7 und fiel beim Start auch noch einen Platz zurück. Irgendwie hatte er sich beim Setup verhauen, man konnte sehen, dass er untersteuernd in die Kurven einlenkte, und mit mächtigem Übersteuern wieder rauskam. Da war nichts zu holen und er blieb dementsprechend auf Platz 8 hängen. Vorne hatte Stoneman schnell 8 Sekunden Vorsprung heraus gefahren, die er dann nur noch verwaltete. Etwas enger war es um Platz 3, wo Samarin, Bratt und Gladdis sich ein Duell lieferten, aber eine richtige Überholmöglichkeit brachte das niemanden.

In Rennen 2 stand Kazim Vasiliauskas auf der Pole, der diese auch in eine Führung umsetzen konnte. Philipp Eng, der eine zähe Saison hat, konnte Platz zwei verteidigen, stand aber unter Druck von Tom Gladdis, der sich mehrfach neben dem Österreicher zeigte. Dean Stoneman zeigte erneut, dass er mittlerweile richtig gut in Schwung gekommen ist. Er schnupfte die Kollegen reihenweise auf, bis er hinter dem gut gestarteten Palmer lag. Doch der hatte wohl immer noch die Probleme, die ihn Lauf Eins behinderten und Stoneman hing knapp hinter dem Palmer. Eingangs des Paddock Hill Bend kam es dann, wie es kommen musste. Stoneman zog innen rein, Palmer machte zu und die Autos berührten sich. Mit dem schlechteren Ende für Palmer, der von Stoneman in den Kies geschickt wurde und das Rennen aufgeben musste. Obwohl der Wagen von Stoneman sogar kurz in der Luft war, konnte der Brite weiterfahren.
Vorne sah es nach einem ungefährdeten Sieg von Vasiliauskas aus, als dieser seinen F2 Boliden plötzlich in die britische Wiese schickte. Zur eigenen Überraschung nahm Eng die Spitze ein, während der Ex-Spitzenreiter weiter zurückfiel. Es waren wohl Getriebeprobleme, die ihn um den Sieg brachten, jedenfalls musste er das Rennen später aufgeben. Stoneman holte zwar noch auf den zweitplatzierten Gladdis auf, der seinerseits Philipp Eng nicht aus den Augen ließ, aber es passierte nichts mehr und Eng konnte seinen zweiten Saisonsieg einfahren.

Ein bitteres Rennen für Palmer, der seine Führung in der Meisterschaft an Stoneman abgeben musste. Die Saison dürfte noch einiges an Spannung zu bieten haben.

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