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January 24 2014

10:40

USCC: 24H Daytona Vorschau 2014

Die Motorsportsaison 2014 startet traditionell mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. In diesem Jahr ist vieles neu: die Serie, die Fahrzeuge und die Regeln.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie US-Protoypenserien ALMS und GrandAm gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist die USCC getreten, die United Sport Car Championship. Im Grunde hat man die beiden Serien einfach zusammengeworfen, denn man wird in diesem Jahr gleich mit fünf Klassen beglückt. Die LMP2, die GTLM und die PC aus der ALMS, die DP und die GTD aus der GrandAm. Da ist ein gewisses Regelchaos programmiert, auf der anderen Seite hat man ein riesiges Starterfeld. Allein in Daytona werden 67 Fahrzeuge an den Start gehen, was die Sache auf der Strecke auch nicht gerade einfacher machen wird.

DPs vs. LMP2

Spannend dürfte vor allem der Kampf um den Gesamtsieg zwischen den DP und den LMP2 werden. Die IMSA hat in den letzten Monaten lange getüftelt, damit die beiden sehr unterschiedlichen Prototypen im Rennen einigermaßen gleichauf liegen. Dabei hat man sich vor allem die DP und deren Abtriebswerte zur Brust genommen, die weit unter jenen der LMP2 lagen. Mittels eines neuen Hecks und eines Diffusors hat man die DP in den Kurven schneller gemacht, dazu kam eine kräftige Erhöhung der Motorleistung. Zusätzlich dürfen die DP jetzt auch mit Carbonbremsen ausgestattet werden. Die Überarbeitung war nicht problemlos, bei den ersten Tests in November verunfallten zwei Daytona Prototypen schwer, weil ein Reifen platzte. Diese Probleme hat man dank verstärkter Reifen wohl in den Griff bekommen, bei den letzten Tests vor wenigen Wochen konnten die DP problemlos ihre Stints absolvieren.

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie LMP2 ist mit vier Chassis vertreten: HPD, Oreca (Morgan), Mazda und dem Delta-Wing. HPD und Oreca hat man in Sachen Motorleistung etwas eingebremst und das Gewicht wurde zunächst auf 960 kg angehoben. Mittlerweile hat man die 60kg wieder rausgenommen, die Fahrzeuge sind also mit ihrem Normalgewicht unterwegs. Mazda startet mit einem Diesel und ist damit ebenso etwas außer Konkurrenz unterwegs wie der Delta Wing.

Die vielen Änderungen haben zumindest dazu geführt, dass die DP in Daytona wieder die schnellsten Prototypen sind. Auf der Geraden wurden rund 193 mph gemessen, die LMP2 waren 5 bis 8 Meilen langsamer. Auch bei den Rundenzeiten haben die DP weiter die Nase vorne. Bei den Vortests in der ersten Januarwoche lagen auf den ersten sechs Plätzen die DP, der Abstand zum schnellsten LMP2 von Extreme Motorsport betrug rund eine Sekunde (1:38.630 vs. 1:39.750). Das waren allerdings Zeiten, die auf freier Strecke gefahren wurden – ein Luxus, den man im 24h-Rennen nur selten haben wird.

Dennoch werden die LMP2 in den ersten Stunden des Rennens vermutlich nicht vorne zu sehen sein. Im Verlauf des Rennens wird sich das allerdings wieder ändern, denn dann kommt die Strategie zum Tragen. Die DP werden wohl zwischen 21 und 23 Runden fahren können, die P2 zwischen 23 und 25 Runden. Am Ende könnte hier der Schlüssel zum Sieg liegen.

Ein Blick zu den Teilnehmern der beiden Klassen, aus Platzgründen beschränkt auf die wichtigsten Starter:

DP:

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingAction Express – Corvette DP
#5 Joao Barbosa – Christian Fittipaldi – Sebastien Bourdais – Burt Frisselle

Die übliche Besetzung bei Action Express, die waren bei fast allen Tests auch die schnellsten. Die Besetzung ist sehr stark, alle Fahrer verfügen über viel Erfahrung in 24h-Rennen. Friselle, Barbosa und Fittipaldi haben das Rennen schon gewinnen können.

Michael Shank Racing – Riley DP / Ford
#60 John Pew – Oswaldo Negri Jr. – AJ Allmendinger – Justin Wilson

Kein Underdogteam, aber bisher lief es bei den Tests noch nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Die Besetzung ist allerdings für einen Sieg gut. Ob man sich aber gegen Ganassi und Konsorten wird durchsetzen können?

Spirit of Dayona – Corvette DP
#90 Richard Westbrook – Michael Valiante – Mike Rockenfeller

Die waren bei allen Tests extrem schnell, hatten im November allerdings auch einen schweren Unfall, als Westbrook sich mehrfach überschlug. Ganz klare Favoriten in Daytona. Wie überhaupt die Corvette Chassis gegen über den alten Rileys im Vorteil sind.

Gainsco/Bob Stallings Racing – Corvette DP
#99 Alex Gurney – Jon Fogarty – Memo Gidley – Darren Law

In Daytona ist das Team meist vom Pech verfolgt, aber die Besetzung ist schon allererste Güte. Während andere Teams meist noch einen Fahrer an Bord haben, dem etwas die Erfahrung fehlt, ist diese Fahrerpaarung über alle Zweifel erhaben. Das kann sich bei einem engen Rennen durchaus auszahlen.

Chip Ganassi Racing – Riley DP / Ford
#01 Scott Pruett- Memo Rojas – Jamie McMurray – Sage Karam
#02 Scott Dixon – Tony Kanaan – Marino Franchitti – Kyle Larson

Die Dauersieger bei den 24h, dieses Jahr mal ohne Juan Pablo Montoya, dafür mit dem mir unbekannten Sage Karam. Der stammt aus der Indy Lights Series und ist gerade mal 18 Jahre alt. Da geht Ganassi ein ganz schönes Risiko ein. Der zweite Wagen sieht als Gaststarter Tony Kanaan. Beide Wagen sind mal wieder für einen Sieg gut.

Starworks Motorsport – Riley DP / Dinan
#78 Scott Mayer – Alex Popow – Brendon Hartley

Nicht ganz stark besetzt wie in den Jahren zuvor, auch wenn Brandon Hartley natürlich zu den schnellsten im Feld gehört. Starworks konzentriert sich in diesem Jahr aber etwas überraschend auf die LMPC-Klasse.

LMP2

Da gibt es vor allem alte Bekannte, die man trifft. Muscle Milk/Pikett haben sich ein Oreca-Chassis zugelegt und neben der Besetzung Luhr/Graf wird der sehr schnelle Alex Brundle in Daytona starten. Extreme Motorsport kommt mit zwei HPD, die sich bei den Tests als die schnellsten P2 vorgestellt haben. In einem Wagen werden Sharp/Dalziel/Brabham sitzen, im zweiten Pagenaud/van Overbeek/Brown/Lazzaro. Aus Europa kommt das aus ELMS und WEC bekannte OAK Racing, die auf Pla/Rusinov/Yacaman/Webb setzen. Starke Besetzung, bei den Tests fehlten allerdings 1,6 Sekunden auf den schnellsten DP.

Und dann wären da noch die beiden Mazda Diesel mit Tremblay/Hinchcliffe/Tom Long und Miller/Nunez/Vautier. Die werden aber im Rennen keine Rolle spielen, dafür sind sie zu langsam. Auch den Delta-Wing wird man vermutlich nicht allzu lange sehen. Wenn der Elan-Motor 24 Stunden durchhalten sollte, wäre das allein ja schon eine Sensation.

LMPC

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingAuch die Klasse gibt es noch in der USCC und sie hat sich erstaunlicherweise zu einem Sammelbecken von sehr guten Teams und Fahrern entwickelt. Man findet in der Entry-List (Link siehe unten) etliche Namen, die man aus der LMP2 kennt. Starworks und 8Star haben sich in diesem Jahr dazu entschlossen, in der PC-Klasse anzutreten.

Die LMPC haben der IMSA aber ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn die Wagen waren auf der Geraden schlichtweg zu langsam. Bei den ersten Tests waren die GTs deutlich schneller, ein Phänomen, dass man schon in der ALMS hier und da beobachten konnten. Daher hat man die GTs etwas einbremsen müssen, damit die PCs auf den Geraden auch vorbeikommen.

GTLM

2014 TUDOR United SportsCar Championship Daytona TestingIm Prinzip ist das die alte GT-Klasse aus der ALMS, in der auch die üblichen Verdächtigen antreten werden. Neu dabei in diesem Jahr: Porsche, die einen Werkseinsatz wagen. Die Autos werden von Porsche Nordamerika direkt eingesetzt und sind mit den Werksfahrern Tandy/Lietz/Pilet und Long/Bergmeister/Christensen besetzt. Der 991 hatte bei den Tests allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen, weil die Antriebswellen die Belastung in den Steilkurven nicht ausgehalten haben. Das soll aber mittlerweile behoben sein. Immerhin konnte man bei den Tests die schnellste Zeit in der GT-Klasse fahren.

General Motors schickt die komplett neue Corvette C7-R ins Rennen, die ebenfalls aus dem Stand sehr schnell scheint. Der neue Wagen war auch überfällig, nachdem man in den letzten zwei Jahren hinter die BMW und die Ferrari zurückgefallen war. Mit Magnussen/Garcia/Briscoe und Gavin/Millner/Lidell geht GM in Sachen Fahrer auch keine Risiken ein. Ob die C7 aber schon standfest genug ist, um 24 Stunden durchzuhalten? GM wird das Rennen auch als Test für das Rennen in Le Mans sehen.

BMW setzt in Zusammenarbeit mit RLL weiter auf den Z4. Bei der Fahrerbesetzung hat man alles an den Start gebracht, was gut und schnell ist. In einem Wagen sitzen Auberlen/Priaulx/Hand/Martine im anderen Dirk Müller/Edwards/Rahal/Werner. Besser kann man kaum unterwegs sein.

Mit leichten Sorgenfalten reisen die Ferrari nach Daytona. Den F458 hatte man in den letzten Jahren immer weiter eingebremst und so mehr oder weniger chancenlos gemacht. Kurz vor dem Rennen hat die IMSA allerdings die BoP etwas angepasst, sodass der Ferrari nun etwas mehr Luft und damit Leistung bekommt. Die Ferrari-US-Abteilung Risi setzt auf Fisichella/Bruni/Beretta/Malucelli, der zweite Wagen kommt von Krohn und ist mit Dumbreck/Bertolini/Jonsson/Krohn belegt.

Dann sind da noch die beiden Viper mit Farnbacher/Goosens/Hunter-Reay und Robert Bell/Bomarito/Wittmer. In Le Mans fuhr die Viper bekanntermaßen weit hinterher, in den USA ist die BoP-Einstellung allerdings anders. In der ALMS konnte die Viper ein paar Siege einholen, dementsprechend schnell ist man auch in Daytona, wie die Tests schon gezeigt haben.

Nicht neu, aber zumindest ungewohnt ist der Start eines Werks-Aston-Martin. Dave Richards setzt auf Mücke/Turner/Lamy/Stanaway/Della Lana und war bei den Tests gut dabei. Auf jeden Fall ein Wagen, der auf Sieg fahren kann.

GTD

2014 TUDOR United Sportscar Championship Daytona TestingDie GTD unterscheiden sich von den GTLM vor allem in Sachen Aerodynamik und Leistung. Im Grunde handelt es sich, grob gesagt, um die US-GT3-Variante. Die Klasse ist mit knapp 30 Fahrzeugen dann auch für die Hälfte des Feldes zuständig. Eine riesige Armada von Porsche ist am Start, aber auch fünf Audi R8 LMS, die teilweise mit Werksunterstützung unterwegs sind. Nachdem Flying Lizard Motorsports von Porsche zu Audi gewechselt ist, stellt das Team auch die Speerspitze der Ingolstädter dar. Mit Canache jr/Pumpelly/Pappas/Winkelhock hat man jedenfalls keine Amateurfahrer am Start.

Die Starterliste komplett durchzugehen, würde den Rahmen sprengen, aber es finden sich extrem gute Gaststarter wie Shane van Gisbergen, Marco Holzer, Marc Lieb, Nicki Thiim, Marc Basseng, Familie Bleekemolen, Filipe Albuquerque, Réné Rast, Toni Vilander, Timo Bernhard, Mika Salo, Kevin Estre, Augusto Farfus und Markus Palttala in der Startliste.

Die Strecke

Der Rundkurs in Daytona ist bekannt. Man fährt alle Steilkurven, biegt aber nach Turn 4 zunächst ins teils enge, teils sehr schnelle Infield ab. Dann geht es raus in T1 und T2. Damit man nicht zu schnell wird, hat man vor T3 eine durchaus flüssige Schikane eingebaut.

Das Wetter dürfte in diesem Jahr keine große Rolle spielen. Die USCC fährt auch bei Regen, aber die Regenreifen wird Continental wohl im Schrank lassen können. Angesagt sind knapp 18 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Ein Problem verursachte in den letzten Jahren immer wieder der Nebel, der vom Meer aus kommen kann. Da es aber nicht so feucht sein soll, dürfte dieses Jahr auch das Problem nicht existieren.

Übertragungen
MotorsTV wird das Rennen relativ lange übertragen, dazu kommt ein Livestream der IMSA, der dann ansetzt, wenn die großen Sender aussteigen.

Motors TV: Sa. 19:45 – 01:45 Uhr // So. 11:45 Uhr – 20:45 Uhr
Fox: Sa. 20:00 Uhr – 22:00 Uhr
Fox Sports 2: Sa. 22:00 – 03.00 Uhr
IMSA Livestream: So. 03:00 – 13:00 Uhr
Fox Sports 1: So. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Ein Livetiming sollte es bei der IMSA geben.

Die Entrylist ist hier zu finden.

Spotterguide ist hier. Allerdings ist der dieses Jahr in Sachen Format etwas unglücklich ausgefallen.

Zu guter Letzt: Ich werde dieses Jahr vor Ort in Daytona sein. US-SIM-Karte vorausgesetzt sollte ich Internet haben und damit auch jede Menge Bilder und Infos von vor Ort senden können. Die laufen dann über Twitter ein. Sollte das mit dem Internet nicht klappen, gibt es dann später jede Menge Bilder aus Daytona.

(Bilder: “Courtesy of IMSA”)

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October 22 2013

07:00

IndyCar: Analyse MAVTV 500 – Das große Finale

Will Power konnte die letzten 500 Meilen der IndyCar Series 2013 für sich entscheiden. Die großen Sieger waren aber Scott Dixon und Chip Ganassi.

Scott Dixon mit der Trophäe (C) IndyCar Media/Chris Jones

Scott Dixon mit der Trophäe
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Vollkommen verdient hat sich Scott Dixon seine dritte Meisterschaft gesichert. Bis er sie in den letzten Runden gemütlich nach Hause fahren konnte, durchlebte aber auch Dixon ein aufregendes Rennen. Er war nur von Platz 17 ins Rennen gegangen und konnte sich auch lange Zeit nicht deutlich verbessern. Sein einziger Konkurrent Helio Castroneves hingegen arbeitete sich in den ersten sieben Runden von Platz 12 auf 3 nach vorne. Zwischenzeitlich übernahm Castroneves so die virtuelle Führung in der Meisterschaft. Etwa ab Rennhalbzeit wurden aber alle drei Ganassi-Piloten schneller und die Aussichten für Castroneves wurden schlechter. Seine letzten Hoffnungen wurden durch einen gebrochen Fronflügel zerstört und da Dixons Honda-Motor durchhielt, war die Meisterschaft entschieden.

Neben dem spannenden Kampf um die Meisterschaft hatte das Rennen aber noch viel mehr zu bieten. Von Rennbeginn an bestimmten die Penske- und Andretti-Piloten das Tempo an der Spitze. Dazu gesellten sich Tony Kanaan und der wieder sehr gut aufgelegte Sebastien Bourdais. Zwischen den Fahrern ging es sehr eng zu und bis zur ersten Caution ab Runde 71 wechselte die Führung fünfmal zwischen Will Power, Sebastien Bourdais, Ryan Hunter-Reay und James Jakes, während der ersten Runde der Boxenstopps.

Die erste Gelbphase wurde durch einem Unfall von Sebastian Saavedra ausgelöst, der mit einem Schnitt im Hinterreifen in Kurve 3 die Kontrolle über seinen Dallara verlor. Pippa Mann rutschte beim Versuch, Saavedra auszuweichen, ebenfalls in die Mauer. Für beide war das Rennen auf den Plätzen 24 (Saavedra) und 25 (Mann) beendet. Nach dem Restart machte vor allem Carlos Munoz, der kurzfristig den erkranken EJ Viso bei Andretti Autosport ersetzte, Druck. Er konnte eine deutlich tiefere Linie fahren und trotzdem die Geschwindigkeit auf die Geraden mitnehmen. Dieses Risiko ging aber nur bis Runde 100 gut, als er in Kurve 2 hart in der Mauer einschlug. Trotzdem hat er sich wieder für ein Cockpit empfohlen.

Durch die Gelbphase war das Feld natürlich wieder ganz dicht beisammen und reihenweise fuhren drei oder vier Piloten nebeneinander durch die Kurven. Auf Platz 16 liegend verlor Justin Wilson seinen Dallara in Kurve 2, als er zu lange mit seinem Hinterrad auf dem Teerstreifen zwischen zwei Asphaltbahnen fuhr. Josef Newgarden konnte Wilson noch gerade so ausweichen, kollidierte aber mit Oriol Servia und beide schlugen in die Mauer ein. Tristan Vautier konnte nicht ausweichen und traf Wilson seitlich in Höhe der Vorderradaufhängung. James Jakes und Simona de Silvestro beschädigten sich auch noch die Wagen. Für Jakes war das Rennen auf Platz 16 beendet, de Silvestro konnte nach zwei Runden Reparaturstopp weiterfahren.

Justin Wilson zog sich Brüche an der Hüfte, die nicht operiert werden müssen, sowie eine Quetschung der Lunge zu. Alle anderen Piloten blieben bei diesem, wie auch bei allen anderen Unfällen am Wochenende, unverletzt. Trotz der Verletzungen von Dario Franchitti in Houston und jetzt Justin Wilson muss man den DW12 Dallara ausdrücklich loben. Die Sicherheit der Piloten wurde durch die Einführung 2012 deutlich verbessert und steht der anderer Monoposto-Fahrzeugen ins nichts nach.

Spätestens mit diesem Massenunfall wechselte das Rennen in den Last-Car-Driving-Modus. Die Strecke war ziemlich dreckig und vor allem größere Teile aus Kunststofffolie setzten sich in die Kühler der Wagen. Marco Andretti musste regelmäßig die Leistung seines Triebwerks aufgrund von Überhitzung reduzieren und verlor so zwei Runden auf die Spitze. Ryan Hunter-Reay überfuhr ein Carbonteil und beschädigte sich einen Reifen. Durch den unplanmäßigen Stopp verlor er eine Runde und hatte später auch mit Überhitzung zu kämpfen. In Runde 142 stellte er seinen Dallara in der Box ab. Auch Takuma Sato (Platz 17), Graham Rahal (Platz 15), Simon Pagenaud (Platz 13), JR Hildebrand (Platz 11) und Charlie Kimball (Platz 10) mussten mit Motorschäden und/oder Überhitzung das Rennen beenden. Scott Dixon fuhr in Runde 229 unplanmäßig zur Kühlerreinigung an die Box. Sein Honda-Triebwerk blieb aber zum Glück intakt. Es war das einzige von Honda, das die 500 Meilen überstand.

An der Spitze des Feldes änderte dies jedoch wenig. Will Power verlor in Runde 111 den Kontakt noch ganz vorne, weil sein Visier gewechselt werden musste. Durch den ganzen Dreck auf der Strecke war es so verkratzt, dass er kaum noch etwas sehen konnte. Auch bei Helio Castroneves bereitete man einen Wechsel vor, führte ihn aber nicht durch. Weitere Piloten klagten über mangelnde Sicht. In Runde 134 eroberte Power aber schon wieder die Führung. Zu dieser Zeit wurden auch Scott Dixon und Alex Tagliani deutlich schneller und schoben sich in die Spitzengruppe zu Power, Hinchcliffe und Carpenter. Im Verkehr hatte nun aber Helio Castroneves mit einem übersteuernden Wagen zu kämpfen und verlor einige Plätze. Das Pendel der Meisterschaft schlug also deutlich in Richtung von Scott Dixon.

Durch Fahrfehler dezimierte sich das Feld weiter. In Runde 189 rutschte AJ Allmendinger (Platz 16), der wie in Indianapolis ein sehr gutes Rennen bis dahin abgeliefert hatte, in Kurve 4 in die Mauer. Nur zwanzig Runden später drehte sich Alex Tagliani (Platz 14), der zu diesem Zeitpunkt um die Spitze kämpfte, in Kurve 2. Er touchierte zwar nur leicht die Mauer, konnte aber trotzdem das Rennen nicht fortsetzten. Bei der folgenden Gelbphase herrschte dann einige Verwirrung an der Box von Helio Castroneves. Roger Penske persönlich rief den Brasilianer an die Box, obwohl diese noch geschlossen war. Durch das langsame Durchfahren der Boxengasse verlor er natürlich einige Plätze.

Beim Restart oder bei den engen Kämpfen danach beschädigte sich Castroneves seinen Frontflügel. Durch den Reparaturstopp fiel er eine Runde zurück und die Meisterschaft war entschieden. Als letzter Fahrer verabschiedete sich dann Sebastien Bourdais in Runde 229 aus der Spitzengruppe. Beim Kampf mit James Hinchcliffe bog er recht seltsam, eventuell mit einem Reifenschaden, in die Mauer ab. Die letzte Gelbphase lösten die Motorenschäden von Kimball und Hildebrand in Runde 237 aus.

Podium in Fontana (C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Podium in Fontana
(C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Zum Restart in Runde 242 waren nur noch neun Wagen ünrig, davon fünf in der Führungsrunde. Vorne setzte sich Will Power ab und fuhr vor Ed Carpenter zu seinem dritten Sieg in den letzten fünf Saisonrennen. Es folgten Tony Kanaan und James Hinchcliffe. Fast gemütlich kam auf Platz 5 mit einigem Abstand Scott Dixon ins Ziel. Helio Castroneves auf Platz 6 hatte eine, Marco Andretti auf Platz 7 zwei Runden Rückstand. Einen erstaunlichen achten Platz sicherte sich Simona de Silvestro mit drei Runden Rückstand. Das ganze Wochenende war sie deutlich von den Zeiten der Top-10-Fahrer entfernt, aber am Ende saß sie in einem der letzten fahrenden Wagen. Platz 9 ging an Ryan Hunter-Reay, der acht Runden vor dem Ende seinen Dallara in der Box abstellte.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Herzlichen Glückwunsch an Scott Dixon, der mit 27 Punkten Vorsprung die Meisterschaft gewonnen hat. Diesen Erfolg holte er sich vor allem auf den Stadt- und Straßenkursen, auf denen er 85 Punkte mehr einfuhr als Helio Castroneves. Der Brasilianer holte hingegen auf den Ovalen die meisten Punkte vor Ryan Hunter-Reay. Bei Penske Racing sollte man sich fragen, wie man es schon wieder geschafft hat, die Meisterschaft in den letzten beiden Rennen einer Saison zu vermasseln.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Trotz des kleinen Feldes am Ende und der schweren Unfälle, waren die 500 Meilen in Fontana ein fantastischer Abschluss einer guten IndyCar-Saison. Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Es gab eine Vielzahl an engen Manövern und elf Führende im Rennen bei 28 Führungswechseln. Dazu wurde es teilweise nochmal richtig spannend in der Meisterschaft. Zum Abschluss wünschen wir den verletzten Justin Wilson und Dario Franchitti eine schnelle und vollständige Genesung und dass sie im nächsten wieder angreifen können.

Die IndyCar Series macht jetzt Winterpause, bis es Ende März in St. Petersburg wieder los geht.

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October 08 2013

16:00

IndyCar: Analyse The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Scott Dixon war der große Gewinner des Double-Headers in Houston, auch weil Helio Castroneves unter massiven technischen Problemen litt. Überschattet wurde das Wochenende aber von einem schweren Unfall Dario Franchittis im zweiten Rennen.

Scott Dixon (C) IndyCar Media/Chris Owens

Scott Dixon
(C) IndyCar Media/Chris Owens

Mit jeweils einem Getriebeschaden pro Rennen hatte Helio Castroneves ein schwarzes Wochenende. Durch den Sieg im Rennen am Samstag und Platz 2 am Sonntag konnte Scott Dixon den Rückstand von 49 Punkten in der Meisterschaft auf Castroneves in einen Vorsprung von 21 Punkten umwandeln. So richtig freuen konnte er sich aber nicht, da sein Teamkollege in einen schweren Unfall in der letzten Runde verwickelt war.

Takuma Sato verlor in der schnellen Kurve 5 die Kontrolle über seinen Dallara und Dario Franchitti wollte außen herum ausweichen. Er stieg aber über Satos Wagen auf und zerschellte am Zaun. Während Sato und, der ebenfalls noch aufgefahrene EJ Viso, langsam eigenständig aussteigen konnten, blieb Franchitti in seinen Wrack sitzen. Der Unfall erinnerte an die Unfälle von Kenny Bräck oder auch Dan Weldon. Auch durchdrangen wieder diverse Teile den Zaun und verletzten einige Zuschauer, zum Glück aber nicht schwer. Nach langen Minuten des Bangens überbrachte Chip Ganassi erste positive Nachrichten. Franchitti war bei Bewusstsein und klagte über Schmerzen in Rücken und Beinen. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Wirbel, eine Fraktur des rechten Knöchels sowie eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Wir wünschen sowohl Franchitti als auch den verletzten Zuschauern eine schnelle und vollständige Genesung.

Rennen 1

Podium Rennen 1 (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium Rennen 1
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Stehende Starts und die IndyCar werden keine Freunde mehr. Der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil bei Charlie Kimball die Kupplung versagte und der Motor so abgewürgt wurde. Kimball konnte das Rennen zwar aufnehmen, hatte aber bei jedem Boxenstopp Probleme beim Anfahren. Beim zweiten Start blieb James Hinchcliffe stehen und Ed Carpenter konnte ihm nicht mehr ganz ausweichen. Er touchierte Hinchcliffe zum Glück nur leicht, für beide aber war das Rennen beendet. Takuma Sato, der die Qualifikation gewonnen hatte, fuhr über ein Trümmerteil und musste unter Gelb mit einem schleichenden Plattfuß an die Box.

In Runde 9 wurde dann das Rennen endlich freigegeben mit Will Power vor Scott Dixon. Beide konnten sich von Simon Pagenaud und Simona de Silvestro absetzten. Ab Platz 3 blieb das Feld aber dicht beisammen. Mit den ersten Boxenstopps konnte sich Dixon an Power vorbei schieben. Der Neuseeländer war zum einen eine Runde früher in der Box, zum anderen gab es Probleme mit dem Wagenheber bei Power.

Nach dieser ersten Serie der Stopps drehte sich Dario Franchitti im Hinterfeld und sorgte so für die dritte Caution. Am Ende kam der Schotte nur auf Platz 15 ins Ziel. Beim Restart in Runde 43 hatte Simon Pagenaud auf Platz 3 Probleme und verlor drei Plätze an den sehr gut aufgelegten Luca Fillippi, Sebastien Bourdais und Simona de Silvestro. In Runde 61 absolvierten de Silvestro und Pagenaud ihren zweiten und letzten Boxenstopp, da sie in der Gruppe hinter Fillippi festhingen. In Runde 64 musste Oriol Servia seinen Wagen in Kurve 4 mit Getriebeschaden abstellen, als gerade Scott Dixon in der Box war. Die folgende Caution war natürlich ein großer Glücksfall für alle, die ihren letzten Stopp bereits absolviert hatten.

Beim Restart konnte sich Simona de Silvestro in einem schönen Manöver an Pagenaud vorbei schieben und den Platz direkt hinter Scott Dixon sichern. Auch Justin Wilson konnte am Franzosen vorbei, der immer Probleme mit der Lage seines Autos mit kälteren Reifen nach den Gelbphasen hatte. Auch die letzten Cautions und Restarts änderten nichts mehr an dieser Reihenfolge.

Vollkommen verdient gewann Scott Dixon sein viertes Rennen in dieser Saison. Dahinter sicherte sich Simona de Silvestro ihre erste Podiumsplatzierung vor Justin Wilson und Simon Pagenaud. Ein sehr gutes Rennen zeigten auch Josef Newgarden, James Jakes und Graham Rahal auf den folgenden Plätzen. Mit Platz 8 zeigte Sebastien Bourdais wieder ein gute Leistung. Auf Platz 9 folgte mit EJ Viso der erste Fahrer von Andretti Autosport vor Luca Fillippi, der Will Power auf der Strecke überholen konnte.

Trotz der Probleme mit der Kupplung konnte sich Charlie Kimball noch auf Platz 11 ins Ziel retten. Durch die unglückliche Caution und dem Boxenstopp in Runde 64 bzw. 73 fiel Will Power ins Hinterfeld und konnte sich nicht mehr über Platz 12 hinaus verbessern. Marco Andretti hatte große Handlingsprobleme und kam nie wirklich auf gute Zeiten. Auf Platz 13 war er aber schon der letzte Fahrer in der Führungsrunde.

Noch viel größere Probleme hatten Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay. Bei beiden, wie auch bei Oriol Servia, gab es Schäden am Getriebe. In fantastischen acht Minuten konnte man bei Penske Racing das Getriebe wechseln und mit insgesamt zehn Runden Rückstand kam der Führende in der Meisterschaft noch auf Platz 18 ins Ziel. Mit dem Sieg von Scott Dixon hatte er aber nur noch acht Punkte Vorsprung. Platz 20 für Ryan Hunter-Reay beendete natürlich alle seine Träume von einer Titelverteidigung. Bei ihm war Benzin beim Tankvorgang ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer wurde zwar schnell gelöscht, hatte aber das Datenkabel zum Getriebe beschädigt.

Tony Kanaan, der im nächsten Jahr für Chip Ganassi fahren wird, schied mit einem Defekt an den Bremsen aus. Takuma Sato und Mike Conway sorgten mit Fahrfehlern und Mauerkontakt für zwei der letzten drei Cautions in den Runden 72 und 88. Diese letzte Caution führte auch zum Rennende unter Gelb.

Das ganze Ergebnis von Rennen 1 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Rennen 2

Podium Rennen 2 (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Podium Rennen 2
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Aufgrund starker Regenfälle musste die Qualifikation am Vormittag abgesagt werden. Die Startaufstellung wurde gemäß der Owner-Points vor dem Houston-Wochenende erstellt. Traditionell wurde der erste Startversuch wieder abgebrochen, da diesmal Takuma Sato seinen Startplatz nicht gefunden hatte. Den zweiten Versuch gewann Helio Castroneves vor Scott Dixon und Simon Pagenaud. Ab Runde 2 beklagte sich Dixon darüber, dass Castroneves Öl aus seinem Getriebe verlieren würde. Es zeichnete sich also der nächste Getriebeschaden am Penske mit der Nummer 3 ab und in Runde 10 musste der Brasilianer seinen Dallara abstellen. Diesmal war das Getriebegehäuse bei einem heftigen Aufsetzten in Kurve 1 gebrochen. Die Reparatur dauerte erheblich länger als am Samstag und am Ende stand nur Platz 23 zu Buche.

Will Power konnte sich von Startplatz 9 schnell nach vorne auf Platz 2 hinter Scott Dixon schieben. Beide waren, wie am Samstag, das Maß der Dinge und konnten sich schnell vom Feld absetzten. Ein Crash von Luca Fillippi führte zu vierten Caution ab Runde 28, die alle Spitzenfahrer für den ersten Boxenstopp nutzten. Tony Kanaan löste mit einem Fahrfehler in Runde 33 die nächste Caution aus und in Folge des Restarts konnte sich Power an Dixon vorbei schieben.

Weder die zweite Runde der Boxenstopps, noch die Gelbphasen sechs bis acht änderten etwas an Situation an der Spitze. Dixon kam zwar mehrfach nahe an Power heran, zu einem ernsthaften Angriff kam es aber nicht. Der Neuseeländer konnte und wollte natürlich nicht seine gute Position in der Meisterschaft gefährden. Will Power konnte sich so den zweiten Saisonsieg sichern und half damit auch seinem Teamkollegen.

Mit Platz 3 hat James Hinchcliffe nochmal gezeigt, dass er auch im nächsten Jahr in einem Topteam fahren sollte. Dasselbe gilt für Justin Wilson mit seiner vierten Top-4-Platzierung in Folge. Und auch Sebastien Bourdais setzte seine Serie von guten Platzierungen auf Platz 5 fort. Es ist schon erstaunlich, welchen großen Schritt er mit seinem Dragon Racing Team gemacht hat.

Simon Pagenaud hatte am Sonntag bei kühleren Temperaturen deutlich mehr mit dem Handling seines Dallaras zu kämpfen. Schon am Samstag verlor er mit kälteren Reifen bei den Restarts jeweils Plätze. Durch Platz 6 hat auch er keine Chancen mehr auf den Meistertitel. Mit einem guten Rennen und Platz 7 brachte sich auch Oriol Servia ins Gespräch für einen Stammplatz im nächsten Jahr.

Nach den Kupplungsproblemen am Samstag konnte sich Charlie Kimball am Sonntag immerhin Platz 8 sichern. Abgesehen von Scott Dixon lief es beim Team von Chip Ganassi aber in Houston nicht rund. Auch Dario Franchitti lag vor seinem Unfall nur auf Platz 11. Leicht enttäuscht dürfte auch Mike Conway aus Houston abreisen. Die Plätze 11 und 9 entsprechen nicht seinem wahren Leistungsvermögen, vor allem im Vergleich zu seinem Teamkollegen Justin Wilson.

Den letzten Platz in den Top 10 sicherte sich Simona de Silvestro. Mit einem haarsträubenden Manöver beförderte sie schon in Runde 2 Tristan Vautier und Graham Rahal in die Mauer von Kurve 8. Diese Aktion wurde vollkommen zu recht mit einer Drive-Through-Penalty bestraft. Ihr Opfer Vautier kam direkt hinter ihr auf Platz 11 ins Ziel. Beide profitierten dabei natürlich vom Unfall von Sato, Franchitti und Viso, die ansonsten vor ihnen ins Ziel gekommen wären.

Auf Platz 12 und damit wieder die üblichen fünf bis zehnPlätze hinter Bourdais kam Sebastian Saavedra ins Ziel. Nach seinem sehr guten fünften Platz am Samstag lief es für Josef Newgarden am Sonntag nicht mehr so gut. In Runde 73 drehte er Marco Andretti um, der nach Frühstart und entsprechender Strafe im ganzen Rennen im Hinterfeld fuhr. Auch Newgarden wurde für „Avoidable Contact“ mit einer Drive-Through-Penalty bestraft.

Auf den Plätzen 14 bis 16 wurden die verunfallten Sato, Franchitti und Viso gewertet. Es folgten die beiden Rahal Lettermann Lanigan Piloten James Jakes und Graham Rahal. Beide waren, wie auch Luca Fillippi und Marco Andretti, in diverse Zwischenfälle verwickelt. Ryan Hunter-Reay hatte wieder Probleme mit seinem Getriebe und rollte mit kaum Vortrieb in Runde 33 in die Box. Mit 37 Runden Rückstand kam Helio Castroneves auf Platz 23 ins Ziel. Hinter ihm wurde nur noch Tony Kanaan gewertet.

Das ganze Ergebnis von Rennen 2 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt nun Scott Dixon mit 23 Punkten vor Helio Castroneves. Nur noch zwischen diesen beiden Piloten wird in Fontana die Meisterschaft entschieden. Mit dem Sieg und Platz 2 hat sich Scott Dixon natürlich auch die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt-Straßenkursfahrer der Saison gesichert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das große Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana findet am 19. Oktober (bzw. für uns am Morgen des 20. Oktobers) statt.

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October 04 2013

15:00

IndyCar: Vorschau The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Nach fünf Wochen Pause, in der sich hoffentlich die Gemüter ein wenig beruhigt haben, finden die beiden letzten Straßenrennen der IndyCar-Saison in Houston statt. Die Augen werden sich vor allem auf Helio Castroneves und seine Verfolger in der Meisterschaftswertung richten.

Helio Castroneves in Baltimore (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Helio Castroneves in Baltimore
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Durch eine strittige Strafe in Sonoma und einen diskussionswürdigen Unfall mit Will Power in Baltimore büßte Scott Dixon viele Punkte auf Helio Castroneves ein. Aktuell liegt er 49 Punkte hinter dem Brasilianer, der seit seinem Sieg in Texas die Meisterschaftswertung anführt. Bei einem Rennen kann man – bei 24 Teilnehmern – maximal 47 Punkte aufholen und nach dem Double-Header in Houston steht nur noch das Finale in Fontana auf dem Programm. Insgesamt hat Castroneves also gute Chancen, seinen ersten Meistertitel zu gewinnen.

Das Double-Header-Format hingegen sollte Scott Dixon noch einmal Mut geben. Bei den vier Double-Header-Rennen in diesem Jahr konnte sich der Neuseeländer immer in den Top 5 platzieren, in Toronto gab es sogar zwei Siege. Das ergibt eine durchschnittliche Zielankunft auf Position 2,5. Helio Castroneves durchschnittliche Platzierung ist mit 5,25 aber nur geringfügig schlechter. Wir können uns also auf einen spannenden Zweikampf freuen.

Nur wenn Helio Castroneves sich ein komplett schwarzes Wochenende leisten sollte, könnten auch noch Simon Pagenaud und die beiden Andretti-Autosport-Piloten Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay in den Meisterschaftskampf eingreifen. Vor allem Pagenaud wird als exzellenter Pilot auf Stadtkursen alles daran setzten, die Entscheidung noch enger werden zu lassen.

Neben eventuell der Meisterschaft wird auf jeden Fall die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt/Straßenkurs-Fahrer der Saison vergeben. In dieser Wertung führt Dixon mit elf Punkten vor Castroneves. Es folgen mit geringem Abstand Pagenaud, Andretti und Dario Franchitti. Wie in den Jahren zuvor bei Will Power, könnte sich der Verlierer der Meisterschaft also wieder mit der Mario Andretti Trophy trösten müssen.

Strecke

Der Grand Prix in Houston findet zum ersten Mal im Rahmen der IndyCar Series statt. Man nutzt aber eine Streckenführung im Reliant Park, die schon die Champ Car World Series in den Jahren 2006 und 2007 befuhr. Beide Rennen gewann damals übrigens Sebastien Bourdais für Newman/Haas Racing. Mit 1,7 Meilen (2,7 km) ist die Strecke sehr kurz und bei zehn Kurven trägt selbst die längste Gerade diesen Namen fast zu Unrecht. Die Start-Ziel-Gerade an der Reliant Arena mündet in einen leichten Linksknick. Eine Links-Rechts-Schikane führt zur ersten 90° Linkskurve. Kurve 4, eine Spitzkehre, endet in eine lange Rechtskurve um den Reliant Dome herum. Es folgen vier der üblichen 90° Stadtkurs-Kurven. Kurve 7 ist wenigsten etwas weiter. Ein Linksknick bringt die Fahrer schon wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade.

Überholen war mit den Champ Cars fast unmöglich und dank der Kürze der Strecke steckte der Führende schnell im Überrundungsverkehr fest. Zu allem Überfluss versucht die IndyCar es beim ersten Rennen wieder mit einem stehenden Start. Dallara wird sich also über viele Aufträge freuen können.

Favoriten

Die Fahrer, die um Meisterschaft und Mario Andretti Trophy kämpfen, werden auch in den Straßen von Houston vorne zu finden sein. Wobei Helio Castroneves auf Sicherheit fahren kann und seine Verfolger schon gewinnen müssen. Dies ist am ehesten Scott Dixon und Simon Pagenaud zuzutrauen, die drei der vier Double-Header-Stadtrennen gewinnen konnten.

In den letzten Jahren war Will Power der beste Fahrer auf Stadt- und Straßenkursen. In diesem Jahr lief es nicht rund und erst in den letzten Rennen konnte er seine Qualitäten wieder nachweisen. Auch in Houston sollte man ihn auf dem Zettel haben. Immerhin kennt er die Strecke und konnte 2007 auch die Qualifikation gewinnen.

Ganz vergessen darf man Andretti Autosport auch nicht, die bis Pocono eigentlich das beste Team waren. Diese Position mussten sie aber an Chip Ganassi Racing abgeben, sodass man auch Dario Franchitti und Charlie Kimball zum engeren Favoritenkreis zählen muss. Auf James Hinchcliffe sollte man aber genau achten, der in den Straßen von St. Peterburg und Sao Paulo gewinnen konnte und für nächstes Jahr noch kein Cockpit hat.

Auf der Suche nach einem Platz für 2014 ist Tony Kanaan wahrscheinlich nicht mehr. Es deutet vieles darauf hin, dass er für Chip Ganassi fahren wird. Abgesehen von seinem Sieg beim Indy 500 fährt er eine unterdurchschnittliche Saison. Gerade auf Stadtkursen stehen nur zwei Top-10-Ergebnisse zu Buche. Besser lief es für seine Teamkollegin Simona de Silvestro auch nicht, sodass es auch ein Problem vom ganzen Team sein kann. Immerhin zeigte die Formkurve der Schweizerin zuletzt mit den Plätzen 11, 9 und 5 deutlich nach oben.

Dies gilt auch Sebastien Bourdais, der in den letzten fünf Rennen dreimal das Podium erreichen konnte. Für Houston, immerhin hat er dort schon zweimal gewonnen, ist er sicherlich einer der aussichtsreichsten Außenseiter. Sein Teamkollege Sebastian Saavedra wird sich wie üblich fünf bis zehn Plätze hinter Bourdais platzieren.

Zu den Außenseitern darf man Justin Wilson eigentlich nicht mehr zählen. Er fährt zwar für das kleine Team von Dale Coyne, aber Platz 6 in der Meisterschaft, noch vor Dario Franchitti und James Hinchcliffe, ist sicher kein Zufall. Zu konstant ist Wilson in diesem Jahr. Nur zweimal konnte er sich nicht in den Top 15 platzieren. Sein Teamkollege an diesem Wochenende ist wieder Mike Conway. Der Engländer ist natürlich, nach seinem Sieg in Detroit und Top-7-Ergebnissen bei seinen weiteren Einsätzen für Dale Coyne, ein sicherer Kandidat für ein Top-10-Ergebnis.

Bei Panther Racing übernimmt wieder Oriol Servia das Steuer der Nummer 4. Für Dreyer & Reinbold Racing hat er in Long Beach und Sao Paulo zwei sehr gute Platzierungen in den Top 10 geholt. Bei seinem Unfall im ersten Rennen in Toronto hat er sich leider verletzt, sodass er zum zweiten nicht mehr antreten konnte. Da er auch noch auf der Suche nach einem freien Cockpit für 2014 ist, wird er alles für ein gutes Ergebnis geben.

Für Graham Rahal und James Jakes dürfte es wieder ein zähes Wochenende werden. Bei Rahal Lettermann Lanigan Racing fuhr man die meiste Zeit deutlich der Konkurrenz hinterher. Dragon Racing hat mit Bourdais aber zuletzt gezeigt, dass es plötzlich den Schritt nach vorne geben kann. Unter normalen Umständen sind Plätze in den Top 15 für Rahal und Jakes schon das maximal Erreichbare.

Einen, besser noch zwei bis drei Schritte nach vorne sollte auch Takuma Sato machen. Er ist eigentlich zu schnell für die ständigen Platzierungen außerhalb der Top 20. Um eine Platzierung innerhalb der Top 20 geht es auch für Ed Carpenter. So gut wie er auf Ovalen unterwegs ist, so schlecht macht er seinen Job auf Straßen- und Stadtkursen. Für sein eigenes Team wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn er sich das Cockpit mit einem anderen Fahrer wie zum Beispiel Mike Conway teilen würde.

Zeitplan

Freitag

11:30 am EST (17:30 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:05 pm EST (22:05 MESZ) – 5:15 pm Qualifikation Race 1

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 12:15 pm Qualifikation Race 2
1:30 pm EST (19:30 MESZ) – 2:30 pm Rennen Indy Lights

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network; Sport 1 US
3:40 pm EST (21:40 MESZ) IndyCar Series Race 1, 90 Runden

Sonntag

9:45 am EST (15:15 MESZ) – 9:15 am Warm Up

12:00 pm EST (18:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network
12:00 pm EST (18:00 MESZ) – 1:00 pm Rennen Indy Lights as-live
1:30 pm EST (19:40 MESZ) IndyCar Series Race 2, 90 Runden

Rennen 2 am Sonntag wird aufgrund der NFL nicht live bei Sport 1 US gezeigt. Am Montag kann man sich aber ab 14:00 Uhr Rennen 1 und ab 16:30 Uhr auch Rennen 2 as-live bei Sport 1 US ansehen.

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August 27 2013

16:00

IndyCar: Analyse GoPro Grand Prix of Sonoma

In einem turbulenten Rennen konnte sich Will Power seinen ersten Sieg in dieser IndyCar Saison sichern. Sieben Gelbphasen zeugen von vielen Unfällen auf der Strecke, die größte Aufregung gab es aber in der Boxengasse.

Podium von Sonoma (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium von Sonoma
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Ungefähr ab Runde 30 zeichnete sich ein Kampf zwischen Will Power und Scott Dixon um den Sieg ab. Eine besondere Brisanz bekam das Duell durch die Tatsache, dass Dixon der gefährlichste Verfolger von Powers Teamkollegen Helio Castroneves in der Meisterschaft ist. Castroneves hatte einige Probleme im Rennen und kam nur auf Platz 7 ins Ziel. In der virtuellen Meisterschaftswertung lag so Dixon zeitweise nur noch 6 Punkte hinter ihm.

In Runde 64 fuhren Dixon und Power, auf den Plätzen 1 und 2 liegend, zu ihrem letzten Stopp in die Boxengasse. Die beiden Boxen lagen dabei direkt hintereinander. Als Dixon losfuhr kollidierte er mit dem Mechaniker, der Powers rechtes Hinterrad zur Boxenmauer trug. Dieser stürzte auf einen weiteren Kollegen, aber alle blieben mehr oder weniger verletzungsfrei. Für diese „Pit Safety Infraction“ bekam Dixon in Runde 70 eine Drive-Trough-Penalty aufgebrummt und damit war der Sieg dahin. Am Ende rettete er sich auf Platz 15.

Bei Chip Ganassi Racing war man natürlich ziemlich sauer. Sowohl Dixon als auch sein Rennstratege gingen von einer Absicht des Penske Mechanikers aus. Auch die Kommentatoren bei NBC- Sports teilten diese Ansicht. Tim Cindric, Präsident von Penske Racing, hat gestern nochmals bestätigt, dass das Verhalten des Mechanikers, auch nach Vergleich der Boxenstopps in Mid-Ohio mit denen in Sonoma, absolut normal war. Von einem absichtlichen Behindern bzw. der Provokation der Strafe kann keine Rede sein.

Nachdem Rennen erklärte Rennleiter Beaux Barfield wie er die Situation gesehen hat. Dixon fuhr demnach durch den Boxenbereich von Power, in dem der Mechaniker seinem gewohnten Ablauf nachging. Durch die Boxenmarkierungen der NASCAR, die für die IndyCar keine Bedeutung haben, und den schwer sichtbaren Markierungen der IndyCar, konnte man dies am Fernsehschirm nicht erkennen. Sollte Dixon durch die Box von Power gefahren sein, ist die Strafe natürlich absolut korrekt.

Nachdem Dixon seine Strafe abgesessen hatte, musste sich Will Power beim letzten Restart des Rennens in Runde 80 noch gegen Justin Wilson durchsetzten. Dies gelang ihm und er konnte dann die letzten Runden ungefährdet zum Sieg fahren. In den 17 Saisonrennen gibt es jetzt somit 10 verschiedene Sieger. Das müssen andere Serien der IndyCar erst einmal nachmachen. Während der CART- Saison 2001 gab es 11 verschiedene Sieger in 20 Rennen. In diesem Jahr gibt es mit Marco Andretti und Justin Wilson noch zwei aussichtsreiche Siegkandidaten.

Justin Wilson war auf den langsameren schwarzen Prime-Reifen von Platz 7 aus gestartet. Die zweite Gelbphase ab Runde 7 löste EJ Viso aus, der ihn in Turn 7 umdrehte. Leittragender war auch James Hinchcliffe, der aufgehalten wurde. Diese Caution nutzten Wilson und Hinchcliffe, um auf die deutlich schnelleren roten Option-Reifen zu wechseln. Mit den neuen Reifen waren sie im Vorteil und Wilson konnte in Runde 24, als alle anderen Fahrer auch ihren ersten Boxenstopp absolviert hatten, die Führung übernehmen. Ab Runde 30 hatte er aber mit abbauenden Reifen zu kämpfen und musste in Runde 37 seinen zweiten Stopp absolvieren. Im Feld verlor er Zeit auf Dixon und Power. Ein zweiter Platz ist aber ein hervorragendes Ergebnis und auch die beste Platzierung für ihn und Dale Coyne Racing in diesem Jahr. In Runde 25 gab es eine leichte Berührung zwischen Saavedra und Hinchcliffe, der dabei fast sein Auto nur mit großer Mühe ohne Dreher auf der Strecke halten konnte. In Folge verlor er einige Plätze und musste in Runde 31 seinen zweiten Stopp absolvieren. Die folgenden langen Stints kosteten Zeit, so dass er nur auf Platz 8 ins Ziel kam.

Auf Platz 3 kam Dario Franchitti ins Ziel. Er war von Platz 1 ins Rennen gegangen, verlor die Führung aber beim ersten Boxenstopp. In Folge konnte er sich zwar immer in den Top 5 halten, zu einem Angriff nach vorne fehlte es aber ein wenig an Geschwindigkeit. Für den Schotten ist es das fünfte Top 5 Ergebnis in Folge. Hinter ihm kamen nach recht unauffälligen Rennen Marco Andretti und Simon Pagenaud ins Ziel. Beide bestätigten so wieder ihre große Konstanz was Top 10 Ergebnisse angeht.

Vor Helio Castroneves, der mit einem nicht perfekten Auto zu kämpfen hatte und nur auf Schadensbegrenzung aus war, konnte sich Ryan Hunter-Reay platzieren. Bei Andretti Autosport beging man einen Fehler, als man ihn während der dritten Gelbphase, auf Platz 3 liegend, nicht mit den anderen Spitzenfahrer zum ersten Stopp in die Box holte. Nach seinem Stopp in Runde 25 fiel er ins Mittelfeld zurück und konnte sich nicht wieder ganz nach vorne fahren. So konnte er nur drei Punkte auf Castroneves gut machen, was eindeutig zu wenig ist.

Charlie Kimball war von Platz 6 gestartet, drehte sich aber direkt beim Rennstart und würgte dabei den Motor ab (Caution 1). Er verlor eine Runde, konnte sich diese aber mit einem sehr gelungenen Manöver bei einem Restart in Runde 18 zurückholen, in dem er Ryan Hunter-Reay überholte. Leider war er beim letzten Unfall in Turn 7 unschuldig involviert, als Ryan Briscoe ihn von hinten abschoss (Caution 7). Ed Carpenter und Takuma Sato waren weitere Opfer dieser Kollision. Kimball musste den beschädigten Dallara abstellen und so blieb nur Platz 20.

Turn 7, die Spitzkehre am Ende der längsten geraden, war Schauplatz von insgesamt vier Unfällen und noch vielen kleinen Kollisionen. Neben EJ Viso und Ryan Briscoe räumte dort auch Sebastien Bourdais in Runde 16 Simona de Silvestro und Tony Kanaan in Runde 21 JR Hildebrand ab. Alle Schuldigen durften eine Drive-Through-Penalty aufgrund von „Avoidable Contact“ antreten. Entsprechend war nicht nur das Rennen der meisten Opfer, sondern auch der Täter gelaufen. Simona de Silvestro und Sebastian Bourdais konnten sich immerhin auf die Plätze 9 und 10 vorfahren. Beide zeigten dabei einige schöne Überholmanöver, vor allem in Turn 7.

Graham Rahal konnte sich in der Qualifikation Platz 8 sichern. Nach gutem Start hatte er sich sogar in die Top 6 gefahren. Beim Restart in Runde 18 kollidierte er aber mit Takuma Sato und beide mussten zur Reparatur an die Box. Ohne Rundenverlust, aber am Ende des Feldes nahm Rahal das Rennen wieder auf und konnte sich noch auf Platz 11 bis zum Ende verbessern. Ohne den Unfall wäre eine Top 10 Platzierung möglich gewesen. Bei Takuma Sato musste die rechte Vorderradaufhängung getauscht werden und mit 18 Runden Rückstand blieb wieder nur ein Platz außerhalb der Top 20. Dem Japaner klebt das Pech gerade richtig an den Hacken.

Auf Platz 12 kam Tristan Vautier ins Ziel. Damit ist er zwar weiterhin deutlich schlechter als sein Teamkollege Simon Pagenaud, aber er hat als Rookie auch keinen Unfall gebaut, wie einige seiner viel erfahreneren Mitstreiter. James Davison, Rookie bei Panther Racing, war deutlich auffälliger. Durch sehr gute Runden konnte er sich in der ersten Rennhälfte in die Top 10 vorfahren. Nach seinem zweiten Boxenstopp, bei dem er auf die härteren Option-Reifen wechselte, ging sein Auto nicht mehr so gut. In Runde 81 kollidierte er auch noch mit Sebastian Saavedra vor Turn 9 und mit dem beschädigten Auto konnte er sich nur auf Platz 18 ins Ziel retten. Saavedra hatte in Folge einen heftigen Unfall und musste das Rennen auf Platz 21 liegend beenden.

Lucas Luhr war bei seinem ersten IndyCar Wochenende immer der langsamste Fahrer. Auf dem Straßenkurs-Antispezialisten Ed Carpenter verlor er aber nur wenige Zehntel Sekunden. Luhr fehlte zum Einen einfach Zeit zur Gewöhnung, zum Anderen ist Sarah Fisher Racing sicherlich auch kein Topteam. Stammfahrer Josef Newgarden schied mit mechanischem Defekt in Runde 63 (Caution 6) aus, nachdem er durch einen reparaturstopp zu Beginn des Rennens schon 6 Runden verloren hatte. Mit einem Schaden am Antrieb schied schon James Jakes in Runde 28 (Caution 5) aus. Luhr zeigte ein eigentlich blitzsauberes Rennen und hielt sich aus allen Scharmützeln raus. In Runde 81 musste aber auch seinen Dallara mit technischem Defekt abstellen.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (479 Punkte) vor Scott Dixon (440). Die Strafe hat ihm mächtig Punkte gekostet und wird wahrscheinlich noch für viel Gesprächsstoff sorgen. Auf Platz 3 folgt Titelverteidiger Ryan Hunter-Reay (417), der nur magere drei Punkte gut machen konnte. Marco Andretti (409) verteidigt weiterhin Platz 4 vor Simon Pagenaud (380) Dahinter folgen ganz knapp Dario Franchitti (379) und Justin Wilson (361).Mit seinem ersten Saisonsieg konnte sich Will Power (356) auf Platz 8 vor James Hinchcliffe (350) und Charlie Kimball (335) verbessern.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Weiter im Kalender der IndyCar Series geht es schon am nächsten Wochenende mit dem Grand Prix of Baltimore.

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August 06 2013

16:00

IndyCar: Analyse Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Die IndyCar Series hat sich mit einem richtig interessanten Rennen – ohne eine einzige Gelbphase – beim deutschen Fernsehzuschauer zurückgemeldet. Es gewann Charlie Kimball, der mit seinem ersten Sieg überhaupt die Dominanz von Chip Ganassi Racing fortsetzte.

(c) IndyCar Media/Chris Jones

(c) IndyCar Media/Chris Jones

Nach den drei Siegen von Scott Dixon mag ein weiterer Sieg für Chip Ganassi Racing nicht sonderlich überraschend wirken, aber mit Charlie Kimball hatte vor dem Rennen keiner gerechnet. Der Brite war zwar schon häufiger gut unterwegs, aber so das letzte Quäntchen zum Sieg schien ihm immer zu fehlen. In Mid-Ohio lieferte er aber ein blitzsauberes Rennen ab. Im entscheidenden Moment zeigte er die nötige Aggressivität und überholte in Runde 73 Simon Pagenaud für die Führung. Sowohl Kimball als auch Pagenaud müssen sich aber auch bei ihren Teams bedanken, da diese die richtige Strategie für das Rennen gewählt hatten.

Charlie Kimball war von Platz 5 gestartet und konnte sich früh an Marco Andretti vorbei auf Platz 4 schieben. Den hielt er bis zu seinem ersten Stopp in Runde 19. Bei Chip Ganassi setzte man also auf eine 3-Stopp-Strategie, vielleicht auch als Test für Scott Dixon und Dario Franchitti. Als dann in Runde 30 die meisten anderen Fahrer ihren ersten Stopp absolvierten, ging Kimball in Führung und konnte dort in der sauberen Luft sehr schnelle Runden fahren. Simon Pagenaud startete von Platz 9 und besuchte in Runde 25 zum ersten Mal die Box. In Runde 30 fuhren die Führenden an die Box und kamen genau vor und hinter Pagenaud wieder auf die Strecke. Mit seinen aufgewärmten Reifen konnte sich Pagenaud aber in einem engen Manöver direkt an Ryan Hunter-Reay vorbei schieben und lag damit auf Position 2 hinter Kimball.

Auf Platz 3 musste dann Ryan Hunter-Reay auf seiner 2-Stopp-Strategie sowohl mit den Reifen als auch mit dem Benzin haushalten. Kimball und Pagenaud nutzten die freie Fahrt und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus, sodass sie auch nach ihren nächsten Stopps in den Runden 41 (Kimball) und 47 (Pagenaud) die Führung behalten konnten. Charlie Kimball absolvierte in Runde 65 seinen letzten Boxenstopp, blieb danach aber hinter dem zur Überrundung anstehenden EJ Viso hängen und verlor so viel Zeit. Als Pagenaud dann in Runde 73 nach seinem letzten Stopp aus der Box kam, konnte er sich zwischen Viso und Kimball schieben. Kimball nutzte aber den Vorteil der wärmeren Reifen und überholte Pagenaud für die Führung. Die letzten 17 Runden fuhr er dann ungefährdet zum Sieg.

Für seine Teamkollegen Scott Dixon und Dario Franchitti wählte man bei Chip Ganassi hingegen die falsche Strategie. Beide begannen auf einer 2-Stopp-Strategie und einem ersten Stopp in Runde 29 bzw. 30. Als man dann bemerkte, dass man hinter Ryan Hunter-Reay und Will Power viel Zeit auf Kimball und Pagenaud verlor, holte man Franchitti in Runde 44 und Dixon in Runde 48 wieder an die Box. Mit dem letzten Stopp in Runde 69 konnte man Franchitti immerhin noch auf Platz 3 nach vorne bringen. Dixon hingen steckte auch nach seinem Stopp in Runde 66 im Verkehr fest und kam nur auf Platz 7 ins Ziel. Das ist ein recht enttäuschendes Ergebnis, auch weil sich Helio Castroneves von Startplatz 14 kommend noch vor ihm platzieren konnte.

Helio Castroneves konnte in den ersten Runden schon vier Plätze gut machen und als es nicht weiter nach vorne ging, absolvierte er in Runde 16 seinen ersten Boxenstopp. Diese aggressive 3-Stopp-Strategie zahlte sich auch für ihn aus. In den letzten Runden wurde es hinter ihm im Kampf um Platz 6 zwar richtig eng, aber er konnte sich gegen Justin Wilson, Scott Dixon und Marco Andretti behaupten. Mit diesem Platz konnte er natürlich auch die Führung in der Meisterschaft behalten. Will Power war von Startplatz 2 ins Rennen gegangen, aber mit der langsameren 2-Stopp-Strategie musste er Kimball, Pagenaud und Franchitti ziehen lassen. Am Ende blieb nur Platz 4.

Bei Andretti Autosport hatte man Probleme sowohl mit der Strategie als auch mit dem Speed der Wagen. Ryan Hunter-Reay ging von der Pole ins Rennen und man setzte auf die 2-Stopp-Strategie. Beim letzten Stopp gab es auch noch Probleme beim Ansetzten des Tankstutzens, weil Hunter-Reay ein wenig zu weit von der Boxenmauer stehen geblieben war, und so verlor er auch noch einen Platz an Will Power. So konnte er sich nur 2,5 Sekunden vor Helio Castroneves auf Platz 5 ins Ziel retten. Marco Andretti war als einziger in der Spitzengruppe auf den langsameren schwarzen Reifen gestartet und verlor in den ersten 14 Runden fünf Plätze an die Fahrer mit den schnelleren roten Reifen. Mit seinem ersten Stopp in Runde 16 war er auf derselben Strategie wie Castroneves und lieferte sich mit diesem auch ein spannendes Duell über die ganze Renndistanz. Am Ende verlor er aber noch zwei Plätze an Dixon und Justin Wilson und kam nur auf Platz 9 ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe hatten mit der Balance ihrer Wagen zu kämpfen. Auch über die 3-Stopp-Strategie konnten sie sich nur wenig nach vorne arbeiten und beendeten das Rennen auf den Plätzen 10 für Hinchcliffe und 17 für Viso.

Beide Fahrer für Dale Coyne lieferten ein eher unauffälliges Rennen ab. Justin Wilson blieb konstant in den Top 10 und überholte dann Marco Andretti in Runde 84 in einem spektakulären Manöver für Platz 8, den er auch bis zum Rennende hielt. James Davidson, der sein erstes IndyCar-Rennen überhaupt bestritt, konnte sich von Startplatz 16 um einen Platz bis zum Rennende verbessern. Er schlug damit immerhin EJ Viso, Graham Rahal und Takuma Sato. Er hat sich auf jeden Fall für weitere Einsätze empfohlen.

Das gilt auch für Luca Filippi, der zum ersten Mal für Barracuda Racing an den Start ging. Nach einem Unfall in der Qualifikation wurden ihm die beiden besten Zeiten gestrichen und er musste von Platz 24 starten. In den ersten drei Runden konnte er aber direkt Ed Carpenter, Graham Rahal und Josef Newgarden überholen. Insgesamt war er sehr gut unterwegs und kam auf Platz 16 ins Ziel. Der Ovalspezialist Ed Carpenter kam nie wirklich mit dem Kurs zurecht und platzierte sich am Ende auf Platz 20. Gleiches gilt auch für Josef Newgarden, der sogar noch drei Plätze schlechter war.

Simona de Silvestro ging von Startplatz 9 ins Rennen und blieb auch während des Rennens in dieser Region. Sie konnte am Ende nicht ganz mit der Gruppe hinter Castroneves mithalten und kam auf Platz 11 ins Ziel. Nach einigen sehr schlechten Ergebnissen im Juni war es immerhin die vierte Top-15-Platzierung in Folge. Tony Kanaan hatte größere Probleme mit der Abstimmung und konnte sich von Startplatz 19 nur langsam verbessern. Nach seinem letzten Stopp in Runde 65 löste sich ein Rad und er musste seinen KV Technology Dallara an der Strecke abstellen.

Die Fahrer von Dragon Racing und Rahal Lettermann Lanigan Racing bewegten sich leider auch wieder in den bekannten Regionen. Sebastien Bourdais und James Jakes hatten auf den Plätzen 12 und 13 wenigstens ein wenig Sichtkontakt zu den Top 10. Für ihre Teamkollegen lief es hingegen überhaupt nicht. Vor allem für Graham Rahal ist Platz 18, hinter den Rookies Davidson und Filippi, eine Enttäuschung. Platz 19 für Sebastian Saavedra ist auch nicht besser zu bewerten.

Zu den großen Enttäuschungen zählt auch Takuma Sato auf Platz 22. Ohne Unfall oder sichtbaren technischen Defekt ist das schon eine recht blamable Vorstellung des Japaners. Ab dem Rennen in Iowa stehen nun die Plätze 23, 22, 24, 20 und nun 22 zu Buche. Von dem starken Saisonstart mit dem Sieg in Long Beach und Platz 2 in Sao Paulo ist nicht mehr viel übrig.

Das komplette Ergebnis vom Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (453 Punkte) vor Scott Dixon (422), der an diesem Wochenende keine Punkte gutmachen konnte. Auf Platz 3 folgt Titelverteidiger Ryan Hunter-Reay (388) mit schon 65 Punkten Rückstand. Bei noch fünf Rennen wird es für ihn schwer und er muss auf einen Ausfall von Castroneves hoffen. Der ist aber extrem gut und konstant unterwegs. Ähnlich konstant ist auch Marco Andretti (377) auf Platz 4 in dieser Saison. Es folgen Simon Pagenaud (350) und Dario Franchitti (342). Auf den Plätzen 7 und 8 liegen punktgleich James Hinchcliffe und Charlie Kimball mit 325 Punkten. Die Top 10 komplettieren Justin Wilson (320) und Tony Kanaan (313).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Der Kalender der IndyCar Series bleibt unregelmäßig und so geht es erst am 25. August in Sonoma weiter.

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August 02 2013

11:00

IndyCar: News, Vorschau Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Mit dem Rennen in Mid-Ohio beginnt nicht nur das letzte Saisondrittel der IndyCar Series, sondern auch wieder die Übertragung der Rennen im deutschsprachigen Fernsehen. Diese kleine Sensation ist aber nicht die einzige Entscheidung, die in der kurzen Pause getroffen wurde.

(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der neue Sender Sport1US hat sich die Rechte an den Rennen der IndyCar Series bis 2015 gesichert. Ob alle Rennen auch live gezeigt werden, steht noch nicht fest. Wahrscheinlicher ist, dass andere Sportarten wie die NFL am Sonntag Vorrang haben. Zumindest das Rennen in Mid-Ohio wird aber live ab 21:00 Uhr übertragen. Auf deutschen Kommentar müssen wir verzichten, was allerdings nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

Die bedeutsamste Entscheidung in zumindest technischer Hinsicht ist aber, dass ab nächster Saison nur Motoren mit zwei Turboladern verwendet werden. Honda setzte mit den neuen Motoren im letzten Jahr auf ein Konzept mit einem Turbolader, Chevrolet hingen auf zwei. Die Unterschiede in den Konzepten führten immer wieder zu Diskussionen, die mit der Festlegung auf zwei Turboladern nun hoffentlich beendet wurden.

James Davison wird sein Debut in der IndyCar Series an diesem Wochenende geben. Der 25 jährige Australier wird Teamkollege von Justin Wilson bei Dale Coyne und wird den Dallara mit der Nummer 18 fahren.

Für uns Fans hier ist aber wohl das Debut von Lucas Luhr in Sonoma noch interessanter. Der ehemalige FIA GT1 Weltmeister wird neben Josef Newgarden einen zweiten Dallara für Sarah Fisher Hartman Racing pilotieren.

Luca Filippi wird für Barracuda Racing in Mid-Ohio testen. Der unter anderem aus der GP2 bekannte Italiener wollte schon im Vorjahr in die IndyCar Series einsteigen, nur zerschlug sich kurzfristig der Deal mit Rahal Letterman Lanigan Racing. Vielleicht ist dieser Test eine Chance für ihn, das Cockpit von Alex Tagliani zu übernehmen. Dessen Ergebnisse waren in diesem Jahr nicht wirklich gut.

Im Fahrerlager geht auch das Gerücht um, dass Tony Kanaan im nächsten Jahr für Chip Ganassi Racing antreten könnte. Für diese Saison hat Chip Ganassi sein Team um ein Auto verkleinert, sodass es genug Kapazitäten für ein viertes Auto gibt. Außerdem würden die guten Freunde Kanaan und Franchitti dann im selben Team fahren.

Bevor die neue Saison beginnt, muss aber erst einmal die laufende Saison zu Ende gefahren werden. Der Endspurt um die Meisterschaft beginnt mit dem Rennen in Mid-Ohio.

Strecke

Der Mid-Ohio Sports Car Course in der Nähe von Lexingston ist im Prinzip eine schöne Strecke, produziert aber in der Regel nur mäßige Rennen. Die Strecke ist 2,258 Meilen (3,634 km) lang und umfasst 13 Kurven. Nach Start-Ziel führt eine schnelle Linkskurve auf eine längere Gerade. Durch die schnelle Kurve führt nur eine Linie, weshalb der Start auf der Gegengeraden erfolgt. Auf diese gelangen die Fahrer durch Kurve 2, eine 180° Rechtskurve. Diese wurde mehrfach umgebaut, bietet aber immer noch keine gute Überholmöglichkeit. Kurz vor der genutzten Startlinie wird die Gegengerade durch einen schnellen Rechtsknick, der aber mit Vollgas durchfahren werden kann, unterbrochen. Die Rechtskurve am Ende der Gegengeraden ist beste Überholstelle der Strecke. Es ist auch der Beginn einer Passage aus immer schneller werden Rechts-Linkskurven, an deren Ende Kurve 9 in das „Thunder Valley“ führt. Die schnelle Kombination endet im Karussell, einer 180° Rechtskurve. Die anschließende Linkskurve führt das Feld wieder auf die Start-Ziel-Gerade.

Favoriten

Der heißeste Fahrer im IndyCar-Feld ist sicherlich Scott Dixon nach seinen drei Siegen zuletzt. Aber nicht nur er zeigte sich deutlich verbessert, sondern das ganze Chip Ganassi Racing Team, auch Dario Franchitti und Charlie Kimball waren besser unterwegs. Von den letzten sechs Rennen in Mid-Ohio gewann außerdem Scott Dixon vier und Dario Franchitti ein weiteres. Ich würde nicht gegen einen weiteren Sieg von Dixon wetten.

Vor dem Wochenende in Toronto war Andretti Autosport noch das absolute Topteam. Auch wenn Chip Ganassi Racing aufgeholt hat, darf man Ryan Hunter-Reay, James Hinchcliffe und Marco Andretti nicht vergessen. Hunter-Reay und Hinchcliffe haben zusammen in diesem Jahr schon fünf Rennen gewonnen und Andretti ist einfach reif für einen Sieg. Außerdem brauchen Hunter-Reay und Andretti Topergebnisse, um im Meisterschaftskampf zu bleiben. Bei dem Test am Mittwoch war Hunter-Rey Schnellster vor Simon Pagenaud und Will Power.

In der Meisterschaft führt aber Helio Castroneves mit konstant sehr guten Ergebnissen. Er ist zwar nicht unbedingt ein Siegkandidat, die Top 5 sind aber immer möglich. Sein Teamkollege Will Power hatte einiges Pech, teilweise aber auch selbstverschuldet, in dieser Saison. Wenn aber mal alles zusammen passen sollte, ist er auf jedem Straßenkurs für ein absolutes Topergebnis gut.

Zu den aussichtsreichsten Außenseitern auf Straßenkursen gehören in diesem Jahr auch immer Takuma Sato und Justin Wilson. Für den Japaner lief es in den letzten Rennen mit vier Platzierungen außerhalb der Top 20 nicht mehr so gut. Trotzdem sollte man ihn im Auge behalten. Justin Wilson wird, wenn sein Auto ihn nicht im Stich lässt, wieder mindestens um die Top 10 fahren.

Bei Dragon Racing hofft man, an die Erfolge von Sebastien Bourdais in Toronto anknüpfen zu können. Nach vielen richtig schlechten Rennen waren die beiden Podiumsplatzierungen eine Befreiung für das Team von Jay Penske. Ein erneutes Podium wird sehr schwer, aber die Top 10 sollte man mit Bourdais zumindest anpeilen können. Beim Test am Mittwoch konnte sich der Franzose zwischen die beiden Penske-Fahrer auf Platz 4 schieben.

KV Technologie gehört auch zu den Teams, denen es an Konstanz fehlt. Sowohl Tony Kanaan als auch Simona de Silvestro können in die Top 10 fahren. Es sind aber leider auch immer Ausreißer nach ganz hinten möglich. Das Gleiche gilt im Prinzip auch für das Team von Bobby Rahal. Hier sind zwar die Top-10-Ergebnisse seltener, mit den zweiten Plätzen von Graham Rahal in Long Beach und James Jakes in Detroit hat man aber gezeigt, dass man auch nach ganz vorne fahren kann.

Ein recht sicherer Anwärter auf die Top 10 ist Simon Pagenaud für Sam Schmidt. Wenn es nicht dafür reicht, fährt er auf die Plätze 12 und 13. Diese Konstanz, inklusive dem Sieg in Detroit, bringt im immerhin Platz 5 in der aktuellen Meisterschaftswertung. Sein Teamkollege Tristan Vautier ist insgesamt etwas schlechter, aber konstante Ergebnisse in den Top 20 sind für den Rookie in Ordnung. Oriol Servia übernimmt für den verletzten Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Die Aussichten für den erfahrenen Piloten sind nur schwer einzuschätzen.

Auch wenn sich Ed Carpenter auf Straßenkursen verbessert hat, so ist doch mit keinem Top-15-Ergebnis für den Ovalspezialisten zu rechnen. Alex Tagliani muss Topergebnisse abliefern, ansonsten wird sein Vertrag bei Barracuda Racing nicht verlängert. Der Test von Luca Filippi ist ein klares Zeichen. Für den Rest der Saison ist sein Cockpit aber, gemäß Aussage von Teamteilhaber Brian Hertha, sicher. Dass Tagliani aber nach Toronto wieder in die Top 10 fahren kann, bezweifle ich stark.
Edit: Alex Tagliani hat vorerst sein Cockpit bei Barracuda Racing verloren und Luca Filippi ersetzt ihn im Dallara mit der Nummer 98.

Zeitplan

Freitag

11:00 am EST (17:00 MESZ) – 11:45 am freies Training
3:30 pm EST (21:30 MESZ) – 4:15 pm freies Training

Samstag

10:30 am EST (16:30 MESZ) – 11:15 am freies Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:10 pm Qualifikation

Sonntag

11:00 am EST (17:00) – 11:30 Warm Up
12:00 pm EST (18:00 MESZ) Indy Lights Rennen; as-live ab 2:00 pm auf NBC Sports

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports und Sport1US

3:40  pm EST (21:40 MESZ) Honda Indy 200 at Mid-Ohio

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July 12 2013

07:00

IndyCar: Vorschau Honda Indy Toronto

Der Pocono Raceway war vorerst das letzte Oval im Kalender der IndyCar Series und es geht jetzt weiter mit einer Reihe von Straßenkursen. Den Auftakt macht der Double-Header in Toronto.

Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay (C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Seit fast sechs Wochen kennen die Fahrer der IndyCar Series nur noch Linkskurven und besonders James Hinchcliffe freut sich auf die Rechtskurven in Toronto. Es ist seine Heimatstadt und mit 18 Monaten besuchte er dort schon sein erstes IndyCar-Rennen. Seitdem hat er kein Heimrennen als Zuschauer oder Pilot verpasst. Für den Bürgermeister von Hinchtown wäre es natürlich großartig, seinen vierten Saisonsieg an diesem Wochenende zu feiern.

Beim ersten Rennen am Samstag kehrt auch der stehende Start zurück. Zuletzt war man so beim Abschiedsrennen der ChampCar in Long Beach 2008 gestartet. Besonders Will Power, der zur ersten Kurve direkt drei Kontrahenten überholen konnte, wird sich gerne an diesen Start erinnern. Bei der Startprozedur orientiert man sich am gewohnten Ablauf der Formel 1. Nach der Einführungsrunde schaltet die Ampelanlage in sechs Schritten komplett Rot und nach 0,5 bis 3 Sekunden erfolgt mit dem Erlöschen der Ampel der Start.

Strecke

Die Strecke mit einer Länge von 1,75 Meilen (2,82 km) führt durch den Exhibition Place, einen multifunktionalen Veranstaltungsort direkt am Ontario See. Die Start-Ziel-Gerade, an der die größte Messehalle Kanadas liegt, endet in eine 90°-Rechtskurve. Die folgende schnelle Rechtskurve führt auf die längste Gerade der Strecke. Die enge Rechtskurve an deren Ende lädt zu Überholmanövern ein. Eine schnelle Linkskurve führt auf eine kurze Gerade, die in einer 90°-Linkskurve endet. Nach einer langgezogenen Rechtskurve, um das Queen Elizabeth Theater herum, folgt eine weitere, leicht gebogene Gerade. Vor dem Horse Palace biegt die Strecke in einer 90°-Rechtskurve in Richtung BOM Field ab. Eine 90°-Linkskurve führt in eine schnelle Rechts-Links-Passage, die die Fahrer schon wieder auf die Start-Ziel-Gerade bringt. Im Prinzip ist es einer der üblichen amerikanischen Stadtkurse, mit den üblichen Problemen: enge Strecke, nahe Betonwände, nicht unbedingt überholfreundlich.

Favoriten

Beim ersten Double-Header in Detroit, und damit beim letzten Straßenrennen, trumpften die Außenseiter groß auf. Besonders Mike Conway kehrte grandios mit dem Sieg am Samstag und Platz 3 am Sonntag für Dale Coyne Racing zurück. Auch an diesem Wochenende wird er wieder den Dallara mit der Nummer 18 pilotieren und natürlich muss man ihn, auch nach Platz 3 im Vorjahr, auf dem Zettel haben. Auch sein Teamkollege Justin Wilson ist ein sicherer Top-10- eventuell sogar Top-5-Kandidat.

Das zweite Rennen in Detroit gewann Simon Pagenaud vor James Jakes. Nach zwei sechsten Plätzen auf den Ovalen von Iowa und Pocono ist für Pagenaud auch in Toronto sicher ein Platz in den Top 10 möglich. Für Jakes gilt das nicht, da seine Leistungen und die des gesamten Teams von Bobby Rahal viel zu schwankend sind. Neben guten Ergebnissen, wie zum Beispiel Platz 2 von Graham Rahal in Long Beach, gibt es Wochenenden, an denen beide überhaupt nicht zurechtkommen.

Zu den Topfavoriten muss man natürlich auch die Fahrer von Andretti Autosport, insbesondere Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay, zählen. Über die Stärke des gesamten Teams habe ich ja schon genug geschrieben. Für James Hinchcliffe wäre es etwas ganz Besonderes, sein Heimrennen gewinnen zu können. Mit drei Siegen hat er auch die meisten bisher in dieser Saison gesammelt. Marco Andretti ist sicherlich auch ein Kandidat für die Top 5 und Charlie Kimball hat einen zweiten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen.

In Pocono konnte das Team von Chip Ganassi eine kleine Auferstehung feiern. Auch in Toronto muss man wieder mit ihnen rechnen. In Detroit fuhren sowohl Scott Dixon als auch Dario Franchitti und Charlie Kimball in die Top 7. Leider fehlt es dem Team an Konstanz, sodass auch Plätze außerhalb der Top 15 möglich sind. Im Honda-Lager muss man auch auf Takuma Sato achten. Auf den Stadtkursen zu Saisonbeginn war sehr stark unterwegs, wie die Plätze 8 (St. Petersburg), 2 (Sao Paulo) und der Sieg in Long Beach zeigten.

Der auf Straßenkursen beste Fahrer der letzten Jahre, Will Power, wartet noch auf seinen ersten Saisonsieg. Trotzdem ist ihm wie auch seinem Teamkollegen Helio Castroneves bei Penske Racing jederzeit ein Sieg zuzutrauen. Castroneves will zudem seine Führung in der Meisterschaft verteidigen. Für Panther Racing fährt wieder Ryan Briscoe. Im Vorjahr, noch für Penske fahrend, kam er nur auf Platz 19 ins Ziel. Ob es in diesem Jahr deutlich besser wird, ist fraglich.

Simona de Silvestro freut sich sicherlich nach den schlechten Ovalergebnissen auf die folgenden Straßenrennen. Auf den Stadtkursen zu Saisonbeginn lief es mit Plätzen in den Top 10 ganz gut. In Detroit konnte sie, auch aufgrund von technischen Defekten, daran nicht anknüpfen. Vom reinen Talent ist sie auch eine Anwärterin für die Top 10. Über Talent muss man bei Tony Kanaan nicht sprechen und Platz 4 aus dem Vorjahr ist in Reichweite.

Zu den Außenseitern auf Straßenkursen zählen Ed Carpenter und Alex Tagliani. Beide fühlen sich auf Ovalen deutlich wohler und auch die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache. Bei einem normalen Rennverlauf sind die Top 15 für beide nur sehr schwer zu erreichen. Selbiges gilt im Prinzip auch für die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Saavedra und Sebastian Bourdais haben bzw. hatten Potential, aber in diesem Jahr können sie es kaum zeigen.

Zeitplan

Freitag

10:25 am EST (16:25 MESZ) – 11:55 am freie Training
2:15 pm EST (20:15 MESZ) – 3:25 Qualifikation #1

Samstag

10:35 am EST (16:35 MESZ) – 11:05 am Qualifikation #2
11:30 am EST (17:30 MESZ) Firestone Indy Lights Race

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
3:40 pm EST (21:45 MESZ) Race #1

Sonntag

10:50 am EST (16.50) – 11:20 Warm Up

3:00 pm EST (20:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
3:40  pm EST (21:40 MESZ) Race #2

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July 09 2013

16:00

IndyCar: Analyse Pocono Indy 400

Die Ovalsaison der IndyCar Series endete vorerst mit einem sensationellen 1-2-3-Finish für Chip Ganassi Racing. Am Ende konnte sich Scott Dixon gegen Charlie Kimball und Dario Franchitti durchsetzten.

Chip Ganassi und sein Podium (c) Chris Jones/IndyCar Media

Chip Ganassi und sein Podium
(c) Chris Jones/IndyCar Media

Nicht nur das Ergebnis für Chip Ganassi Racing, sondern auch die Zahl von sechs Honda-Motoren in den Top 7 zeigt, dass es kein ganz normales Rennen war. Eigentlich fehlt den Honda-Triebwerken etwas Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet, was sich gerade auf schnellen Ovalen als Nachteil erweist. Diesen kleinen Makel können sie aber durch einen geringeren Verbrauch wettmachen. Das Benzinfenster betrug in Pocono knapp 30 Runden und bei 160 Rennrunden musste man von fünf Boxenstopps ausgehen. Eine zweite längere Gelbphase ab Runde 63, die in die zweite Runde der Boxenstopps fiel, änderte die Strategie auf nur zwei weitere Stopps, ungefähr in den Runden 100 und 130. Hier zeigten dann die Honda-Motoren ihre Stärke.

Das Team von Micheal Andretti war der klare Favorit für das Wochenende. Seine Fahrer Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe belegten in der Qualifikation schon die Plätze 1 bis 3, als EJ Viso bei seinem Versuch in Turn 1 den Wagen verlor und heftig in die Mauer einschlug. In dem neu aufgebauten Wagen hatte er im Rennen dann mit dem Handling zu kämpfen und belegte am Ende nur Platz 21. Direkt nach dem Start brach bei James Hinchcliffe, auch in Kurve 1, das Heck aus und der Mauerkontakt war nicht zu vermeiden. Er wurde auf Platz 24 gewertet. Marco Andretti dominierte das Feld bis zu seinem ersten Stopp in Runde 30. Damit fing das Verhängnis für ihn schon an, obwohl weder er, noch die Strategen bei Andretti Autosport, es hätten ahnen können. Nach diesem frühen ersten Stopp, begann er in Runde 61 auch die Reihe der zweiten Tankstopps. Als Ryan Hunter-Reay eine Runde später in die Box fuhr, verschätzte sich Takuma Sato hinter ihm und fuhr viel zu schnell auf den amtierenden Meister auf. Hunter-Reay nahm zwar später das Rennen wieder auf, aber es blieb nur Platz 20. Mit dieser Gelbphase änderte sich dann die Strategie der Teams auf vier Stopps. Da Marco Andretti früh zum zweiten Stopp kam und auch noch den etwas durstigeren Chevrolet-Motor im Heck hatte, musste er deutlich langsamer fahren und wurde bis auf Platz 10 durchgereicht.

In der Qualifikation waren die drei Fahrer von Chip Ganassi in den in diesem Jahr üblichen Regionen zu finden. Scott Dixon qualifizierte sich als siebter, musste aber nach einem Motorenwechsel von Platz 17 starten. Charlie Kimball auf Platz 12 war besser, Dario Franchitti auf Platz 18 etwas schlechter platziert. Auch begünstigt durch die Ausfälle von Hinchcliffe, Hunter-Reay und Sato konnten sie sich im Laufe der ersten 80 Runden einige Plätze vorarbeiten. Besonders Scott Dixon war zum Ende des zweiten Stints sehr schnell, da er weniger Benzin sparen musste bzw. im Sparmodus schneller fahren konnte. Mit einem perfekten Boxenstopp konnte er die Führung übernehmen. Tony Kanaan und Marco Andretti waren zu dem Zeitpunkt aber schneller und gingen vorbei. Insgesamt war allerdings Benzinsparen das große Thema und die Top 10 blieben dicht beisammen. Zwischen Platz 1 und 10 lagen in Runde 115 nur sechs Sekunden. Als dann ab Runde 126 mit Marco Andretti der erste Chevrolet-Fahrer zum Tanken musste, fuhren die Honda-Fahrer länger und auch deutlich schneller. Nach den letzten Stopps lag dann Scott Dixon vor Charlie Kimball und Dario Franchitti und so, ungefährdet durch Pagenaud oder Power, kamen sie dann auch ins Ziel. Für Chip Ganassi Racing war das nicht nur der erste Saisonsieg, sondern auch das erste 1-2-3-Finish überhaupt.

Will Power war bester Fahrer eines Chevrolet auf Platz 4, den er auch schon am Start inne hatte. Er hielt sich durchgängig in den Top 6 und hatte Glück beim zweiten Stopp unter Gelb an die Box zu kommen – und damit zum Beispiel vier Runden nach Marco Andretti. Außerdem ist er sehr gut darin, Benzin zu sparen und so konnte er sich am Ende des Rennens mit schnellen Runden noch gegen die Honda-Fahrer zur Wehr setzten. Ein Angriff auf die drei Fahrer von Chip Ganassi war aber nicht mehr möglich. Sein Teamkollege Helio Castroneves war in der gleichen Boxensequenz wie Marco Andretti und litt entsprechend unter den gleichen Problemen. Mit Platz 8 war er immerhin zweitbester Chevrolet-Fahrer und konnte so auch die Führung in der Meisterschaft ausbauen.

Auf den Plätzen 5 bis 7 profitierten Josef Newgarden, Simon Pagenaud und Justin Wilson von ihren Honda-Motoren. Im Benzinsparmodus konnte sie einfach schnellere Runden fahren als ihre Kontrahenten von Chevrolet. In den letzten vier Runden verlor Pagenaud zwar noch zwei Plätze an Power und Newgarden, trotzdem dürfte er mit seinem siebten Top-10-Finish der Saison zufrieden sein. Platz 5 ist für Josef Newgarden im kleinen Team von Sarah Fisher ein herausragendes Ergebnis! Für Wilson ist Platz 7 bei der Stärke der Honda-Motoren vielleicht eine kleine Enttäuschung. Seine Teamkollegin Pippa Mann belegte nach einem unauffälligen Rennen einen sehr ordentlichen fünfzehnten Platz.

Ed Carpenter auf Platz 9 litt unter denselben Problemen wie alle Chevrolet-Fahrer. Mit Platz 11 gab Simona de Silvestro endlich wieder ein positives Zeichen. Ab Runde 145 war sie in einen engen Kampf mit Ryan Briscoe und Sebastian Bourdais um die Plätze 11 bis 13 verwickelt. Die regelmäßigen Überholmanöver blieben aber leider von der Regie unbemerkt. Ihr Teamkollege Tony Kanaan ruinierte sich mit einem Fahrfehler die Chance auf die eine Million Dollar Preisgeld für die Triple Crown. Als er in Runde 104 Scott Dixon für die Führung überholen wollte, touchierte er mit seinem Frontflügel den Abweiser hinter Dixons linkem Hinterrad. Dabei brach eine Halterung des Flügels, der dann bei einem zusätzlichen Stopp gewechselt werden musste. Er war das ganze Rennen sehr schnell unterwegs und ohne dieses Missgeschick hätte er vielleicht eine Chance auf den Sieg gehabt. Ein späte Caution hätte ihn nochmal ins fordere Feld gebracht, da diese aber ausblieb, kam er am Ende der Führungsrunde auf Platz 13 ins Ziel.

Platz 12 ging an James Jakes, dem schlechtesten Honda-Fahrer auf der 4-Stopp-Strategie. Man muss einfach sagen, dass bei Rahal Lettermann Lanigan Racing auch an diesem Wochenende nicht viel zusammen passte. Graham Rahal belegte mit zwei Runden Rückstand nur Platz 18. Auf den Plätzen 14 und 16 kamen Ryan Briscoe und Sebastian Bourdais ins Ziel. Nach einem frühen vierten Stopp in Runde 126 mussten beide in Runde 156 zu einem kurzen Nachtanken an die Box. Bei Bourdais hatte man wohl, nachdem er seinen zweiten Stopp schon in Runde 60 absolvierte, keine Möglichkeit die Strategie zu ändern. Briscoe hingegen war bei Stopp zwei und drei gleichzeitig mit Helio Castroneves an der Box und der konnte mit vier Stopps ja Platz 8 belegen. Warum man bei Panther Racing die Strategie nicht angepasst hat, erschließt sich mir nicht.

Auf den Plätzen 19 und 22 wurden Tristan Vautier und Takuma Sato gewertet. Beide hatten erhebliche Probleme in der Boxengasse. Sato war bei seinem zweiten Stopp viel zu schnell in der Anfahrt und schoss Hunter-Reay regelrecht ab. Im Interview später nahm der Japaner die ganze Schuld auf sich, da er sich einfach verschätzt hatte. James Hinchcliffe, der sich nach seinem Unfall zu den Kommentatoren gesetzt hatte, berichtete, dass es für die Fahrer sehr schwer ist, die Boxengasse perfekt zu treffen, da sie es in den Trainings nicht Testen dürfen. Die Mechaniker wollen, dass die Fahrer Auto und Bremsen schonen und nicht mit vollem Tempo und Bremswirkung in die Boxengasse fahren. Vautier verpasste direkt bei seinem ersten Boxenstopp die Haltebucht und musste, nachdem er den Motor abgewürgt hatte, zurück geschoben werden. Das ganze kostete ihn zwei Runden.

Das ganze Ergebnis findet man auch hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (356 Punkte), jetzt mit 23 Punkten Vorsprung vor Ryan Hunter-Reay (333). Es folgen Marco Andretti (301) und Scott Dixon (291). James Hinchcliffe (272) hat nach seinem Ausfall schon 84 Punkte Rückstand und liegt nur ganz knapp vor Tony Kanaan (271) und Simon Pagenaud (269). Die Top 10 komplettieren Justin Wilson (253), Will Power (242) und Takuma Sato (241).

Vor dem letzten Ovalrennen in Fontana zum Saisonabschluss führen übrigen Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves punktgleich die Ovalwertung an.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Am nächsten Wochenende geht es mit dem Double Header in Toronto schon weiter im Kalender der IndyCar Series.

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June 25 2013

12:00

IndyCar: Analyse Iowa Corn Indy 250

Nach nur 1,5 Stunden hatte James Hinchcliffe sein drittes Rennen gewonnen, das erste auf einem Oval. Trotz dreier Cautions war dies das kürzeste Rennen der bisherigen IndyCar-Saison.

Iowa Corn Indy 250 Podium (C) Chris Jones/IndyCar Media

Iowa Corn Indy 250 Podium
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Insgesamt sind die Ovalrennen in diesem Jahr deutlich kürzer als in den Vorjahren. Das liegt kaum an den gestiegenen Geschwindigkeiten der Wagen, sondern an einer erfreulich geringen Zahl an Unfällen. In Iowa gab es zwar wieder, wie auch in Texas und Milwaukee, einige sehr enge Duelle auf der Strecke, teilweise sogar mit Berührungen, trotzdem sind die DW12 von Dallara so gutmütig, dass die Fahrer in der Regel die Kontrolle behalten können. Da die IndyCar auf „mystery cautions“ verzichtet, zieht sich das Feld meist in die Länge und vor allem die Spitzenposition ist wenig umkämpft. Darunter leidet ein wenig die Spannung, obwohl es um das Podium und im Mittelfeld eigentlich genug spannende Duelle gibt. Den amerikanischen Fans scheint es aber, bei einem overnight rating von 0.7 für ABC, nicht zu gefallen.

Qualifikation, Heat Races

Das freie Training umfasste am Samstag nur eine Stunde und 15 Minuten und so blieb den Teams nur wenig Zeit, an der Abstimmung der Wagen zu arbeiten. Wer also nicht schon mit einem guten Wagen angereist war, hatte Probleme in der Qualifikation und auch später im Rennen. In der kurzen Session waren die üblichen Verdächtigen in Form von Tony Kanaan, den beiden Penske-Piloten und natürlich auch den Fahrern von Andretti Autosport vorne dabei. Ryan Hunter-Reay hatte aber Probleme und kam nicht über Platz 13 hinaus. Im Einzelzeitfahren blieb ihm sogar nur Platz 22.

Die drei Heat Races litten unter dem angesprochenen Mangel an Spannung um die ersten Positionen. Im Mittelfeld gab es aber einige schöne Duelle. Im ersten Lauf dominierte Scott Dixon von Runde 1 bis Runde 50 vor Takuma Sato. Nur Ana Beatriz konnte sich vom letzten Platz noch auf Platz 6 deutlich verbessern. Im zweiten Sprintrennen zeigte Graham Rahal eine sehr gute Aufholjagd von Startplatz 7 bis an Spitze in Runde 47. Die restlichen Runden führte Ed Carpenter, der am Ende auch Zweiter wurde. James Jakes riskierte in der vorletzten Runde zu viel und zerstörte seinen Rahal Dallara nachhaltig. Das Hauptrennen musste er im Ersatzwagen bestreiten. Dreimal überrundet wurde Simona de Silvestro, die schon im Training nie auf gute Zeiten kam.

In Heat Race 3 kämpften dann abschließend Helio Castroneves, Marco Andretti, Will Power, Tony Kanaan, James Hinchcliffe und Oriol Servia mit Scott Dixon, Graham Rahal, Takuma Sato und Ed Carpenter um die Pole Position. Vom Start an dominierte Castroneves und nur Power konnte ab Runde 40 durch die Überrundungen von Rahal und Servia aufschließen. Einen wirklichen Angriff auf seinen Teamkollegen startete er aber nicht. Hinter den beiden Penske-Fahrern hielten sich Hinchcliffe und Andretti. Dixon, Carpenter und Sato konnten ihre Leistungen aus den vorigen Heat Races bestätigen und sich auf die Plätze 5 bis 7 verbessern. Seinen guten Platz aus dem Einzelzeitfahren verlor hingegen Kanaan mit Platz 8 vor den beiden überrundeten Rahal und Servia.

Helio Castroneves kassierte zwar die 9 Bonuspunkte für die Pole Position, musste nach einer Strafe aufgrund eines Motorenwechsels das Rennen aber von Platz 11 in Angriff nehmen.

Iowa Corn Indy 250

Das Rennen über 223,5 Meilen wurde nur durch drei Gelbphasen unterbrochen. Die erste wurde in Runde 38 durch ein Frontflügelteil, das sich Ryan Hunter-Reay am Hinterrad von Graham Rahal abgefahren hatte, auf der Gegengeraden ausgelöst. In Runde 137 touchierte Alex Tagliani nur leicht die Mauer und musste das Rennen aber aufgeben. Die letzte Caution in Runde 155 wurde wieder nur durch ein Teil, diesmal auf Start-Ziel, ausgerufen. Insgesamt hatte nur die zweite Gelbphase Einfluss auf die Strategien. Am Ende der Führungsrunde, somit ohne Verlust der Position, nutzen Ed Carpenter, Tony Kanaan und Justin Wilson diese Caution für einen zusätzlichen Reifenwechsel. Vor allem für Tony Kanaan und Ed Carpenter sollte sich dies auszahlen.

Das ganze Rennen dominierte James Hinchcliffe. In der ersten Runde konnte er schon Will Power für die Führung überholen und behielt diese, von wenigen Runden nach Boxenstopps, durchgehend. Am Ende sprechen 226 Führungsrunden eine deutliche Sprache. Eventuell hätte sein Teamkollege Ryan Hunter-Reay ihm gefährlich werden können, wenn er nicht mit einigen Problemen hätte kämpfen müssen. Nur von Platz 12 gestartet musste Hunter-Reay sich erst durch das Mittelfeld arbeiten und kollidierte dabei leicht mit Graham Rahal. Ein Wechsel des Frontflügels beförderte ihn ans Ende des Feldes nach der ersten Gelbphase. Dank sehr guten Rundenzeiten belegte er final mit nur 1,5 Sekunden Rückstand Platz 2.

Die Plätze 3 und 4 sicherten sich Tony Kanaan, der seine Serie von Podiumsplatzierungen in Iowa fortsetzte, und Ed Carpenter. Beide waren innerhalb der Top 5 gestartet, hatten zwischenzeitlich aber mit dem Handling ihrer Wagen zu kämpfen und verloren entsprechend einige Plätze. Zu Beginn der zweiten Gelbphase lag Carpenter auf Platz 12 und damit am Ende der Führungsrunde. Mit Platz 9 war Kanaan nicht viel besser. Beide nutzten dies für einen zusätzlichen Stopp ab Runde 141 ohne Positions- und Zeitverlust. Als die Spitze dann ab Runde 193 zu ihrem letzten Stopp in die Box fuhr, konnten sie bis Runde 210 bzw. 214 draußen bleiben. Da weniger Benzin bis zum Rennende benötigt wurde, konnten Kanaan und Carpenter kürzer stehen und mit neueren Reifen waren sie auch auf der Strecke schneller unterwegs. Von Platz 6 und 7 nach den Stopps konnten sie sich noch in die Top 4 vorfahren.

Auf Platz 5 fiel in der vorletzten Runde noch Graham Rahal zurück. Nach den eher mäßigen Leistungen in Indianapolis, Texas und Milwaukee war dies aber eine deutliche Leistungssteigerung. Wie schon in den Heat Races zeigte sich Rahal von Beginn an sehr aggressiv. In der Anfangsphase hatte er rundenlang enge Duelle zuerst mit Simon Pagenaud und später mit Ryan Hunter-Reay. In den letzten zehn Runden konnte er sich mit schlechteren Reifen dann nicht mehr gegen Tony Kanaan und Ed Carpenter verteidigen.

Auf den Plätzen 7 und 8 zeigten Simon Pagenaud und Oriol Servia unauffällige, aber gute Rennen. Vor allem für Oriol Servia, der nach dem Ende von Dreyer & Reinbold Racing einen festen Platz in einem neuen Team sucht, war es ein sehr erfreuliches Ergebnis. In Pocono wird wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4 pilotieren. Auch Pagenauds Teamkollege Tristan Vautier fiel nicht weiter auf und belegte im Ziel Platz 13 mit zwei Runden Rückstand.

Mit Platz 8 konnte Helio Castroneves die Führung in der Meisterschaft vor Ryan Hunter-Reay verteidigen. Von der Überlegenheit in Heat Race 3 war am Sonntag aber nichts mehr zu sehen. Er kämpfe mit dem Fahrverhalten seines Dallaras und auch im Laufe des Rennens wurde es nicht besser. Noch viel schlechter erging es aber seinem Teamkollegen Will Power. Von Platz 1 gestartet wurde er schnell nach hinten durchgereicht und belegte am Ende mit zwei Runden Rückstand nur Platz 17.

Den Abschluss der Top 10 bildeten Marco Andretti und EJ Viso für Andretti Autosport. Auch wenn sie im Rennen nicht die Geschwindigkeiten ihrer Teamkollegen James Hinchcliffe und Ryan Hunter-Reay mitgehen konnten, so rundeten sie doch das ausgezeichnete Teamergebnis ab. Ohne Frage bilden die Fahrer von Andretti Autosport zurzeit die Spitze im Feld der IndyCar-Piloten.

Das (ehemalige) Spitzenteam von Chip Ganassi hatte wieder ein recht schwaches Wochenende. Scott Dixon konnte noch Heat Race 1 dominieren, verlor aber wie Will Power im Hauptrennen das Handling seines Dallaras. Am Ende blieb nur Platz 16 und er war damit noch vier Plätze schlechter als Charlie Kimball. Dario Franchitti hingegen war ab Samstagmittag immer zu langsam und mit vier Runden Rückstand auf Platz 20 war er zweitschlechtester der nicht ausgefallenen Fahrer. Nur Simona de Silvestro war am ganzen Wochenende noch langsamer.

Auf Platz 11 kam Justin Wilson ins Ziel. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Tony Kanaan und Ed Carpenter unterwegs, hatte aber mehr Rückstand und konnte diesen dann mit neuen Reifen nicht mehr aufholen. Seine Teamkollegin Ana Beatriz war teilweise sehr ordentlich unterwegs, zum Beispiel im Vergleich zu Dario Franchitti oder Simona de Silvestro, schied aber mit einem mechanischen Defekt in Runde 183 aus. Das gleiche Schicksal ereilte auch Takuma Sato in Runde 162.

Ein wenig im Niemandsland des IndyCar-Feldes bewegten sich auch wieder die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Bourdais erreichte zumindest Platz 14 mit zwei Runden Rückstand auf James Hinchcliffe. Sebastian Saavedra hatte auf Platz 19 noch eine Runde mehr verloren. In derselben Runde wie Vautier und Bourdais beendete auch Josef Newgarden auf Platz 15 das Rennen.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar Series zu finden.

In der Meisterschaftswertung führt weiterhin Helio Castroneves (332 Punkte) vor Ryan Hunter-Reay (323). Auf Platz 3 und 4 folgen mit Marco Andretti (277) und James Hinchcliffe (266) die nächsten beiden Fahrer von Andretti Autosport. Platz 5 belegt Tony Kanaan (253) vor dem besten Honda mit Simon Pagenaud (241). Mit Scott Dixon (240), Takuma Sato (233) und Justin Wilson (227) folgen drei weitere Honda-Fahrer. Die Top 10 schließt Will Power (209) ab. Schlechtester Fahrer bei Andretti Autosport ist dann EJ Viso (203) auf Platz 11.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die IndyCar Series macht ein Wochenende Pause und trägt erst am 7. Juli auf dem Pocono Raceway ihr nächstes Rennen aus

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf unser Forum, in dem nun auch regelmäßig News zur IndyCar Series veröffentlicht werden.

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June 21 2013

06:00

IndyCar: Vorschau Iowa Corn Indy 250

Nach der Milwaukee Mile steht schon der nächste Short Track auf dem Programm der IndyCar Series. Wiederum ist es Ryan Hunter-Reay, der seinen Sieg aus dem Vorjahr verteidigen will.

Ryan Hunter-Reay (c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Ryan Hunter-Reay
(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der Iowa Speedway ist eine der jüngsten Strecken im Kalender der IndyCar Series. In der kurzen Siegerstatistik dominiert vor allem der Name „Andretti“. Die Premiere gewann Dario Franchitti 2007 für Andretti Green Racing. In den Jahren 2008 und 2009 konnte sich Chip Ganassi Racing mit Dan Wheldon und wieder Dario Franchitti den Sieg sichern. Die letzten drei Ausgaben gingen dann aber geschlossen an die Fahrer von Andretti Autosport. Nach Tony Kanaan und Marco Andretti hat Ryan Hunter-Reay im Vorjahr einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

Qualifikation

Um ein wenig Abwechslung in die ganzen Ovalrennen ab dem Indy 500 zu bringen, hat sich die IndyCar einen besonderen Qualifikationsmodus für das Iowa Corn Indy 250 erdacht. Im Prinzip ist es eine Mischung der gewohnten Modi für Oval- und Straßenrennen:

Single-Car/Single-Lap-Qualifiying

Anders als auf den sonstigen Ovalen bestreitet der Fahrer nur eine fliegende Runde. Gemäß den erreichten Rundenzeiten wird das Feld erstellt und in drei Gruppen geteilt. Gruppe 3 umfasst dabei die schnellsten sechs Piloten, die direkt ins Heat Race 3 einziehen. Ab Position 7 wird das Feld nach ungeraden und geraden Platzierungen geteilt. Dies kennt man von der Qualifikation für Straßenrennen.

Heat Race 1 und 2

Die Heat Races sind kurze Sprintrennen von nur 50 Runden. In Race 1 kämpfen die Fahrer auf geraden Plätzen um die geraden Startplätze ab Platz 12. Die ersten Beiden qualifizieren sich nämlich auch noch für Race 3. In Race 2 werden entsprechend die ungeraden Startplätze ab Platz 11 vergeben.

Heat Race 3

Aus den ersten drei Startreihen von Race 3 starten die schnellste sechs Fahrer des Single-Car/Single-Lap-Qualifyings. Dahinter folgen die Sieger aus Rennen 2 und 1 vor den jeweiligen Zweitplatzierten. Die zehn Piloten fahren in 50 Runden dann die Pole Position und die ersten fünf Startreihen für das Hauptrennen aus. Für die ersten zwölf Qualifizierten gibt es auch Meisterschaftspunkte angefangen bei 9 Punkten für die Pole Position bis runter zu einem Punkt für die Plätze 11 und 12.

Auf der Homepage der IndyCar ist dieser Qualifikationsmodus mit einer schönen Grafik erklärt.

Strecke

Der Iowa Speedway wurde von Rusty Wallace mit entworfen und orientiert sich am Richmond International Speedway. Der Kurs ist nur 0,875 Meilen (1,4 km) lang und die Kurven habe eine Überhöhung von 12° bis 14°. Die geschwungene Start/Ziel-Gerade hat noch eine Überhöhung von 10°, die Gegengerade nur von 2°. Entscheidenden Einfluss werden wieder die Reifen und vor allem der Reifenverschleiß haben. Wichtig ist auch die Abstimmung für die Dirty-Air, da es sehr schnell zu Überrundungen kommen wird. Wenn man zu viel aerodynamische Haftung in der verwirbelten Luft verliert, strapaziert man die Reifen noch mehr und man verliert doppelt Zeit.

Favoriten

Eigentlich könnte ich hier den Absatz aus der Vorwoche hinein kopieren. Denn wieder sind die Fahrer von Andretti Autosport die absoluten Favoriten. Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay haben auf dem Iowa Speedway schon gewonnen und waren auch letzte Woche auf der Milwaukee Mile mit die schnellsten Fahrer im Feld. Aber auch James Hinchcliffe und EJ Viso darf man nicht vergessen.

Helio Castroneves wird versuchen, seine Meisterschaftsführung gegen den Angriff von Andretti Autosport zu verteidigen. In den letzten Jahren war er aber nicht besonders erfolgreich in Iowa. Das gilt auch für seinen Teamkollegen Will Power sowie das ganze Penske-Team. Sehr gut hingegen kam Tony Kanaan in Iowa zurecht. Seinem Sieg 2010 ließ er noch Platz 2 und 3 in den beiden Jahren danach folgen.

Schon nicht mehr zu den ganz großen Favoriten muss man die Fahrer von Chip Ganassi Racing zählen. Dario Franchitti mag die Strecke und konnte sich im Vorjahr auch die Pole Position sichern. Trotzdem sind er, Scott Dixon und Charlie Kimball gefühlt weit von einem Sieg entfernt. Sie waren in diesem Jahr mehrfach gut unterwegs, aber nie wirkliche Sieganwärter. Anders als zum Beispiel Takuma Sato in der Vorwoche, den man natürlich auch in Iowa wieder beachten sollte.

Dahinter folgen die aussichtsreichen Außenseiter in den kleinen Teams. Dazu gehören die ausgezeichneten Ovalpiloten Ed Carpenter und Alex Tagliani. Konstant noch besser unterwegs waren in diesem Jahr bisher Justin Wilson für Dale Coyne Racing und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing. Achten sollte man auch auf Rahal Lettermann Lanigan Racing, ob die schwachen Leistungen von Graham Rahal und James Jakes auf Ovalen anhalten.

Für Ryan Briscoe, der für Level 5 an diesem Wochenende in Le Mans fährt, sitzt wieder Oriol Servia im Panther Dallara mit der Nummer 4. Mit etwas Glück wird er um die Top 10 mitfahren. Einen besonderen Blick werde zumindest ich auf die Fahrer von Dragon Racing und Simona de Silvestro haben. In Milwaukee überraschten Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra im ersten Rennviertel mit Platzierungen innerhalb der Top 10. Simona de Silvestro hatte in den letzten Rennen doch einiges Pech, sodass man ihr nur wünschen kann, ohne Strafe, ohne technischen Defekt und ohne Unfall durchzukommen.

In den Heat Races wird es darauf ankommen, seinen Wagen unbeschädigt über die Renndistanz zu bringen. Eine vordere Startposition ist wie eine gute Track-Position sehr wichtig, aber zu hohes Risiko dürfte sich in der Qualifikation nicht lohnen. Mit einem frisch reparierten Auto hat man dann neben einer schlechten Startposition auch neue Probleme im Rennen. Es muss sich zeigen, ob die Sprintrennen Spannung generieren, so wie sich die IndyCar Series das vorstellt. Das Iowa Corn Indy 250 ist ein wichtiges Rennen und daran ändern auch die wenigen Bonuspunkte nichts, die man in den Top 12 erlangen kann.

Zeitplan

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:00 pm EST (22:00 MESZ) – 4:45 pm single-car/single-lap-Qualifying
6:45 pm EST (0:45 MESZ) – 8:15 pm Heat Races

Sonntag

2:30 pm EST (20:30 MESZ) Übertragungsbegin ABC

3:05 pm EST (21:05 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Die Heat Races werden auf der Seite der IndyCar gestreamt. Der Einsatz eines Geo-Blocks ist nicht auszuschließen, aber bei bisherigen Streamings der IndyCar, z.B. Training für das Indy 500, wurde aber darauf verzichtet.

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June 18 2013

16:00

IndyCar: Analyse Milwaukee IndyFest

Wie im Vorjahr sicherte sich auch diesmal Ryan Hunter-Reay den Sieg auf der Milwaukee Mile. Nicht nur Andretti Autosport, sondern die gesamte IndyCar Series lieferte ein fast perfektes Wochenende ab.

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti (C) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Wie schon in Texas spielten die Reifen auch an diesem Wochenende eine wichtige Rolle. Eine Tankfüllung reichte mit etwas Sparen oder einer Gelbphase für etwa 65 Runden. Nach 40 Runden hingegen bauten die Firestone-Reifen deutlich ab. Eine 3-Stopp-Strategie war theoretisch möglich, aber alle Teams schwenkten spätestens beim zweiten Reifenwechsel zur schnelleren 4-Stopp-Strategie um. Diese wurde auch durch die Gelbphasen begünstigt. Simona de Silvestro löste mit einem Fahrfehler die erste Gelbphase schon in Runde 20 aus. Beim Restart in Runde 27 drehte sich Tagliani im hinteren Feld und verlängerte die erste Caution bis Runde 31. Marco Andretti rollte in Runde 97 auf der Gegengeraden aus und die letzte Gelbphase löste dann Ana Beatriz mit einem Dreher in Runde 210 aus. Vor allem die letzte Gelbphase hatte einen entscheidenden Einfluss auf das Rennergebnis.

Der Sieg von Ryan Hunter-Reay war wahrlich keine Überraschung, trotzdem war sein Sieg lange nicht gesichert. Andretti Autosport dominierte alle Trainingssitzungen und auch die Qualifikation. Marco Andretti war immer schnellster und startete auch von Position 1. Seine drei Teamkollegen waren kaum langsamer und nahmen innerhalb der Top 5 das Rennen auf. Die meisten Führungsrunden sicherte sich aber Takuma Sato für AJ Foyt Enterprises und bis zur letzten Caution war er auch auf einem guten Weg, das Rennen zu gewinnen.

Von Position 15 nahm Takuma Sato das Rennen auf und fiel in den ersten Runden bis auf Platz 21 zurück. Die erste Gelbphase nutzte er, wie unter anderem auch Helio Castroneves, Justin Wilson und Dario Franchitti, zum ersten Boxenstopp. Das ganze vordere Feld blieb hingegen draußen und musste ab Runde 64 unter Grün zur Box. So wurde Sato vor Castroneves und Wilson an die Spitze des Feldes gespült. Mit ihren Stopps ab Runde 89 änderte sich das nur kurz, da in der Gelbphase ab Runde 98 das restliche Feld auf eine 4-Stopp-Strategie umschwenkte und stoppte. Abgesehen von den Phasen der Boxenstopps blieben Sato und Castroneves an der Spitze des Feldes. Im Überrundungsverkehr bauten Satos Reifen stärker ab als bei Castroneves und er musste schon in Runde 200 seine Reifen zum letzten Mal wechseln. Die Positionen, die er dabei verlor, konnte er nicht mehr gut machen, da das restliche Spitzenfeld bis zur Gelbphase ab Runde 211 fahren konnte. Mit dem Stopp unter Gelb sparten sie natürlich Zeit und hatten auch noch die besseren Reifen gegenüber Sato. Am Ende blieb für den kleinen Japaner nur Platz 7.

Ryan Hunter-Reay ging von Platz 4 ins Rennen und konnte sich locker hinter Marco Andretti auf Platz 2 halten. Beim ersten Stopp von Marco Andretti verkantete der Tankstutzen und er verlor einige Zeit und Positionen. In Runde 97 blieb er dann auch noch mit einem Elektronikdefekt auf der Gegengeraden liegen. Nach Andrettis Pech war Ryan Hunter-Reay immer der Führende innerhalb der Gruppe der Fahrer auf derselben Strategie. Nach dem letzten Boxenstopp bzw. dem Restart in Runde 220 konnte er sich zügig von Helio Castroneves absetzten. Er war etwas 2 MPH im Rundendurchschnitt schneller als das restliche Feld und fuhr ungefährdet zum Sieg.

Helio Castroneves war lange auf derselben Strategie wie Takuma Sato, konnte aber seinen vorletzten Stint bis Runde 213 verlängern. Wie schon in Texas war das Reifenschonen der Schlüssel zum Erfolg. Mit Platz 2 konnte er auch die Führung in der Meisterschaft verteidigen. Ein richtig gutes Ovalrennen zeigte auch Will Power. Vier Runden vor Ende versuchte er einen Angriff auf seinen Teamkollegen und nicht nur Roger Penske wird in dem Moment die Luft angehalten haben. Power kam mit den linken Reifen auf den Apron und fast hätte er sein und auch Castroneves Rennen beendet. Das war aber nur das letzte einer Vielzahl an engen Duellen im ganzen Feld. Alle blieben aber im fairen Rahmen und insgesamt war es perfektes Ovalracing.

Hinter den beiden Penske Dallara kamen die restlichen Andretti-Autosport-Piloten ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe folgten der Strategie von Ryan Hunter-Reay, waren aber unauffälliger und auch etwas langsamer als ihr Teamkollegen unterwegs. Scott Dixon und Dario Franchitti auf den Plätzen 6 und 8 waren die letzten Fahrer in der Führungsrunde. So ganz Rund läuft es bei Chip Ganassi Racing in diesem Jahr nicht. Auch Platz 17 für Chalie Kimball zeigt dies. Es fehlt nicht nur ein Sieg, sondern vor allem fehlt auch die Konstanz. Neben Ergebnissen in den Top 10 bzw. sogar Top 5 sind auch einige Platzierungen außerhalb der Top 20 zu finden.

Justin Wilson sicherte Dale Coyne Racing mit Platz 9 wieder ein Top-10-Ergebnis. Seine Teamkollegin Ana Beatriz fiel nur durch ihren Mauerkontakt in Runde 210 auf. Ihr fehlt einfach die Fähigkeit, wirklich schnell zu sein, nur die beiden Rahal-Lettermann-Lanigan-Racing-Fahrer Graham Rahal mit Platz 16 und James Jakes mit Platz 18 waren ähnlich langsam unterwegs. Beide hatten aber auch Pech beim ersten Restart in Runde 27, als sich direkt vor ihnen Alex Tagliani drehte. Jakes konnte rechtzeitig bremsen aber Rahal fuhr ihm hinten in den Diffusor und beschädigte seinen Frontflügel. Tagliani schied dann in Runde 146 mit Getriebeschaden aus.

Toni Kanaan bildete den Abschluss der Top 10. Ganz zufrieden dürfte er damit nach den sehr guten Ovalergebnissen in Indianapolis und Texas nicht sein. Noch viel schlechter verlief das Rennen für seine Teamkollegin Simona de Silvestro. Schon in Training und Qualifikation kam sie mit Strecke und Auto nicht zu recht und in Runde 20 drehte sie sich auf Platz 22 liegend in die Mauer. Platz 11 ging an Josef Newgarden vor Simon Pagenaud. Tristan Vautier, Teamkollege von Pagenaud bei Sam Schmidt, schied in Runde 173 mit einem mechanischen defekt aus.

Entgegen meiner Vermutung in der Vorschau sind beide Dragon-Racing-Fahrer zumindest zeitweise sehr positiv aufgefallen. Bis zur ersten Runde der Boxenstopps konnten sich Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra in den Top 10 halten. Bourdais bekam in Runde 52 aber Probleme mit dem Benzindruck und rollte langsam in die Box. Dort überfuhr er den Schlauch zu einem Pressluftschrauber und musste zur Strafe direkt wieder durch die Boxengasse fahren. In Runde 152 musste er dann sein Auto mit defekter Benzinpumpe ganz abstellen. Saavedra rutschte in Runde 202 leicht nach außen in den Dreck neben der Ideallinie und touchierte leicht die Mauer. In Folge konnte er nicht mehr ganz das Tempo mitgehen, doch am Ende blieb mit Platz 13 ein ordentliches Ergebnis.

Mit zwei Runden Rückstand belegten Ed Carpenter und Ryan Briscoe die Plätze 14 und 15. Im ersten Renndrittel fuhr Ed Carpenter lange in den Top 10. Ab Runde 150 hatte er mit einem schleichenden Reifenschaden zu kämpfen und verlor auf dem Weg in die Boxengasse viel Zeit. Ryan Briscoe tauchte hingegen nie weiter vorne auf und profitierte eher von Ausfällen bei seiner Top-15-Platzierung.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (299 Punkte) mit jetzt 16 Punkten Vorsprung auf Ryan Hunter-Reay (283). Mit seinem Ausfall büßt Marco Andretti (249) Platz 2 und viele Punkte ein. Bester Honda-Pilot ist Takuma Sato (223) auf Platz 4 vor Scott Dixon (221). Auf den Plätzen 6 und 7 sind mit jeweils einem Saisonsieg Tony Kanaan (215) und Simon Pagenaud (212) zu finden. Auf den Plätzen 8 bis 10 mit Justin Wilson (207), James Hinchcliffe (206) und Dario Franchitti (192) gab es keine Veränderungen zur Vorwoche. Will Power (188) hat sich zumindest auf Platz 11 verbessert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die Rennen auf den Ovalen von Indianapolis und Texas zeigten, dass es den Motoren von Honda ein wenig an maximaler Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet fehlt. Sie besitzen im Gegenzug aber ein breiteres Drehzahlband. In den Kurven der Milwaukee Mile schalteten die Chevrolet Fahrer in den vierten Gang zurück. Takuma Sato im Honda hingegen konnte im fünften Gang durch die Kurven fahren. Je nach Strecke gleicht dies den Leistungsunterschied aus. Die neun Rennen teilen sich in sechs Chevrolet- und drei Honda-Siege auf. Von den sechs Chevrolet-Siegen gehen aber alleine vier auf das Konto von Andretti Autosport, die sicherlich nicht nur aufgrund des Motors zurzeit das Maß der Dinge sind.

Am nächsten Sonntag findet schon das nächste Ovalrennen mit dem Iowa Corn Indy 250 statt.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

milwaukee_12

Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

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Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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May 09 2013

10:18

IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe ist, nach seinem primären Sieg bei den IndyCars überhaupt in St. Petersburg, der erste Fahrer in dieser Saison mit seinem zweiten Saisonsieg. Für sein Team Andretti Autosport ist es schon der dritte Sieg im vierten Rennen.

Hichcliffe Sao Paulo IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen kann man eigentlich in zwei Abschnitte teilen: Die ersten 60 Runden, inklusive der Qualifikation, in denen schon ein Teil der großen und kleinen Favoriten strauchelten und einer wahnsinnig intensiven Schlussphase. In dieser sich dann der Zweikampf von Takuma Sato und Josef Newgarden zu einem Fünfkampf mit James Hinchcliffe, Marco Andretti und Oriol Servia um den Sieg und das Podium entwickelte. Erst in der letzten Kurve des Rennens konnten sich Hinchcliffe gegen Sato und Andretti gegen Newgarden und Servia durchsetzen. Mit hartem aber immer fairen Racing zeigten sie das spektakulärste Rennende in dieser Saison.

Das sehr gute Abschneiden von Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartman Racing und Oriol Servia für Dreyer & Reinbold Racing wurde begünstigt durch die Probleme der größeren Teams. Für Penske Racing fingen diese schon in Qualifikationssegment 1 an. James Jakes verursachte mit einem Unfall einen Abbruch und weil die Zeit weiterlief konnten weder Will Power noch Helio Castroneves eine Zeit setzen und mussten von Platz 18 (Castroneves) und 22 (Power) aus starten. Will Power konnte sich bis Runde 18 sehr gut nach vorne arbeiten, musste aber nach einem technischen Defekt, Öl trat aus und endzündete sich am heißen Auspuff, seinen Penske Dallara auf Position 11 liegend abstellen. Helio Castroneves war in mehrere kleine Unfälle verwickelt. So wurde er z.B. bei einem Restart in Runde 26 von Scott Dixon in einen Dreher geschickt. Am Ende blieben für die beiden Penske Piloten nur die Plätze 13 und 24. Mit Platz 13 verlor Helio Castroneves auch die Führung in der Meisterschaftswertung.

Bei der Aktion gegen Castroneves beschädigte sich Scott Dixon seinen Frontflügel und musste diesen später in einem Extrastopp wechseln lassen. Im Mittelfeld steckend, konnte er sich auch nicht mehr nach vorne arbeiten und musste sich mit Platz 18 begnügen. Sein Teamkollege Dario Franchitti war von der Pole gestartet, konnte im Rennen diese Zeiten aber nie bestätigen. Er wurde früh von Ryan Hunter-Reay überholt und fiel sukzessive nach hinten. Probleme am linken Hinterrad beim letzten Pitstop verhinderten endgültig, dass er in den Kampf um das Podium eingreifen konnte. Mit Platz 7 betrieb er aber Schadensbegrenzung.

Ryan Hunter-Rey blieb, nachdem er Franchitti überholt hatte,  für  weite Teile des Rennens in führender Position. In Runde 10 musste er die Führung an Toni Kanaan abgeben, konnte sich diese aber beim Stopp unter Gelb in Runde 19 zurückholen. Takuma Sato überholte Hunter-Reay in Runde 34, musste aber aufgrund eines leicht anderen Boxenrhythmus, die Führung bei seinem Stopp zwei Runden später wieder abgeben. In Runde 46 verlor Ryan Hunter-Reay durch einen Luftverlust im Hinterreifen  massiv an Zeit und der folgende Reifenwechsel beförderte ihn ins umkämpfte Mittelfeld, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Mit Platz 11 war er am Ende schlechtester Pilot von Andretti Autosport.

Nach Hunter-Reys Problemen erbte Toni Kanaan die Führung. Das Publikum hatte aber nur wenige Runden Freude an der Führung des heimischen Piloten, da dieser mit mangelndem Benzindruck erst zurückfiel und dann seinen KV Dallara ganz abstellen musste. Nach kurzer Reparaturpause, während der so ausgelösten Gelbphase, konnte er das Rennen auf Platz 21 beenden. Da auch Ana Beatriz ihren Dale Coyne Racing Dallara früh mit technischem Defekt abstellen musste, gab es in diesem Jahr wieder kein gutes Ergebnis für die brasilianischen Piloten in Sao Paulo.

In Runde 55 führte ein Unfall von Justin Wilson, der bis dahin nicht an seine gute Form anknüpfen konnte, zur letzten Caution. Der Restart in Runde 59 läutete dann die atemberaubende Schlussphase ein. Hinter Takuma Sato hatte sich Josef Newgarden geschoben, der von seiner Box aufgefordert wurde, an die Punkte zu denken und nicht zu viel zu riskieren. So ganz hielt er sich nicht an die Anweisung und blieb nah an Sato dran. Mit etwas Abstand folgten James Hinchcliffe und Simon Pagenaud, der aber Probleme mit den Reifen bekam und auf Platz 9 zurückfiel. Ab Runde 66 wurde der Kampf zwischen Sato und Newgarden härter und durch die Kampflinien konnte Hinchcliffe aufschließen. Dieser hatte sich mehr Push-to-pass Einsätze aufgespart, konnte so in den Zweikampf eingreifen und in Runde 72 Newgarden in der Spitzkehre am Ende der lange Gerade überholen. An dieser Stelle sollten sich auch alle weiteren kritischen Manöver abspielen. Mittlerweile fanden auch Marco Andretti und Oriol Servia den Anschluss an die Kampfgruppe. Sato verteidigte seine Führung geschickt erst gegen Newgarden dann gegen Hinchcliffe indem er klassisch innen die Tür zumachte. Die Aktionen waren hart aber noch absolut im normalen Rahmen. In der letzten Runde rutschte er aber etwas weit heraus und James Hinchcliffe konnte innen zum Sieg vorbei gehen. Auf gleiche Art und Weise konnten sich auch Marco Andretti und Oriol Servia noch an Josef Newgarden vorbei schieben. Das fantastische Finish entschädigte doch für ein nicht immer spannendes Rennen.

Sehr interessant sind die verschiedenen Boxenstrategien der Top-5, die trotzdem für jeden einzelnen erfolgreich waren. Josef Newgarden musste nach einer Strafe das Rennen von Startplatz 23 in Angriff nehmen und setzte mit einem Stopp während der ersten Gelbphase in Runde 7 auf eine aggressive 3-Stopp-Strategie. Hinchcliffe, Sato, Andretti und Servia hingegen nutzen erst die zweite Caution in Runde 21 für ihren ersten Stopp. Mit Benzinsparen konnte man mit einem weiteren Stopp durchfahren, was Oriol Servia auch gemacht hat. James Hinchcliffe und Marco Andretti hingegen füllten in der direkt folgenden Caution in Runde 25 bzw. 26 ihre Tanks auf und waren auch ohne Sparmodus auf der sicheren Seite. Takuma Sato setzte direkt auf drei Stopps und kam jeweils in der Doppel-Caution in Runde 38 und 42 in die Box. Die letzte Gelbphase führte dann alle Strategien wieder zusammen. Josef Newgarden konnte sich dank seiner aggressiven Strategie von Platz 23 auf Platz 5 verbessern. Aber auch Takuma Sato (12 auf 2), Oriol Servia (13 auf 4), und Marco Andretti (10 auf 3) können sich sicher nicht bei ihren Teams beschweren.

Hinter der Kampfgruppe kamen EJ Viso, Dario Franchitti, Simona de Silvestro, Simon Pagenaud und Charlie Kimball ins Ziel. Außer Franchitti, hatten alle ein sehr unauffälliges Rennen und waren entsprechend auch kaum im Fernsehen zu sehen. Im hinteren Mittelfeld platzierten sich, abgesehen von Ryan Hunter-Reay (Platz 11), Helio Castroneves (Platz 13) und Scott Dixon (Platz 18), die üblichen Verdächtigen in Form von Alex Tagliani, Sebastian Bourdais, JR Hildebrand, Tristan Vautier , James Jakes und Sebastian Saavedra.  Mit Rundenrückstand komplettierten ab Platz 20 Justin Wilson, Toni Kanaan und Ed Carpenter das Feld vor den ausgefallenen Will Power und Ana Beatriz.

In der Meisterschaft führt nun Takuma Sato mit 136 Punkten vor Marco Andretti (123) und Helio Castroneves (116). James Hinchcliffe folgt, mit zwei Siegen aber auch zwei DNF, auf Platz 4 (112) vor Scott Dixon (101) und dem amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay (94). Sehr gut liegen auch Justin Wilson (91) und Oriol Servia (89) für die kleinen Teams von Dale Coyne und Dreyer & Reinbold Racing in der Meisterschaft. Simona de Silvestro (86) und Charlie Kimball (80) vervollständigen die Top 10. Die eigentlichen Toppiloten Dario Franchitti, Tony Kanaan und Will Power sind nur auf den Plätzen 15, 17 und 18 zu finden.

Zum Abschluss noch die Links zum Rennergebnis und zur Meisterschaftswertung.
Am nächsten Wochenende geht es schon weiter mit der Eröffnung des Indianapolis Motor Speedway für die freien Trainingssitzungen. Das Indianapolis 500 findet dann am 26.05. statt.

 IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

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September 19 2011

15:08

IndyCar: Immer Ärger mit Brian

Die Rennleitungs-Diskussion kommt nicht zur Ruhe: Ein langatmiges Rennen in Motegi wurde erneut von einer umstrittenen Entscheidung überschattet.

Kann es für eine Serie gut sein, wenn sogar die TV-Kommentatoren während der Übertragung beginnen, sich über die Entscheidungen der Rennleitung lustig zu machen? Wohl kaum. Womöglich muss die IndyCar froh sein, wenn das Rennen vom Sonntag wegen der ungewöhnlichen Sendezeit etwas schlechtere Quoten hatte. Der zunehmend spannende Kampf um die Meisterschaftskrone stand einmal mehr im Schatten der leidigen Diskussionen über Strafen und Einflussnahme. Nach dem Stimmungshoch von Baltimore also nun wieder schlechte PR für die IndyCars. Fraglich, ob Brian Barnhard es schafft, sich weiter auf dem Sessel des “Director of Competition” zu halten.

Grund der Aufregung war ein über-optimistisches Manöver von Dario Franchitti beim ersten Restart in Runde 26. Der Schotte hatte sich in der (zum Zusehen reichlich zähen) ersten Hälfte des Rennens von der Startposition neun auf den fünften Rang nach vorne gekämpft. Nach dem Ende der Gelbphase wollte er sich weiter nach vorne arbeiten. Er verfehlte aber auf der Innenlinie den Bremspunkt, und traf Ryan Briscoe am Hinterrad. Der drehte sich, setzte die Kettenreaktion fort, und beförderte auch noch den vor ihm fahrenden Dauer-Pechvogel Graham Rahal sowie Charlie Kimball aus dem Rennen und die Spitze.  Alle vier konnten das Rennen schließlich fortsetzen – der Kampf um den Sieg war allerdings vorbei.

Man muss also zugestehen: Franchitti hat mit dem Manöver vor allem seinen eigenen Interessen geschadet. Daneben hat er noch zwei Teamkollegen eliminiert. Aber nicht nur Ganassi war betroffen. Auch Briscoes Kampf um eine Spitzenposition war mit dem Manöver vorüber. Zudem hatte das Manöver deutliche Parallelen zu jenen Kollisionen, die zuletzt beständig für harte Strafen gesorgt hatten. Noch in Baltimore musste Ryan Briscoe für eine sehr ähnliche Aktion eine Drive Through Penalty unter grün absolvieren.

Doch das gespannte Warten auf eine entsprechende Strafe wurde enttäuscht. Franchitti wurde lediglich unter gelb ans Ende der Führungsrunde versetzt. Das kostete ihn exakt einen Rang – der ebenfalls repariert aus der Box kommende Briscoe durfte wieder an Franchitti vorbei.

Die Milde der Rennleitung sorgte für erhitze Gemüter – an einigen Stellen wurde auch wieder die These genannt, die IndyCar vergebe bewusst keine Strafen an Franchitti, um das wichtige Ganassi-Team nicht zu vergraulen. Und zugegeben: Man konnte sich heuer als Zuseher dieses Eindrucks schon mehrfach nicht erwehren.

Doch so verständlich diese Spekulationen sind, und so plausibel sie wirken mögen – dass die INDYCAR es riskieren würde, das größte Gut einer Sportbehörde, nämlich ihre Unabhängigkeit, derart offensichtlich und öffentlich in Frage zu ziehen, scheint doch recht unwahrscheinlich.

Klar ist aber: “Director of Competition” Brian Barnhart ist seiner Aufgabe im Moment ganz offensichtlich nicht gewachsen. Und selbst, wenn er seinen Job jüngst korrekt erledigt hätte – ein Offizieller, der jede Woche in dieser Weise im Rampenlicht steht, und von den Fahrern nicht mehr ernst genommen wird, ist für die Serie in jedem Fall problematisch. Um weiteren Schaden von der INDYCAR abzuhalten, müsste er alleine auf Grund der Kritik, ob sie nun (wie in diesem Fall) berechtigt sein mag, oder nicht, zurücktreten. Sollte er, wie es den Anschein erweckt, diesem Schritt nicht von sich aus setzen können, dann muss eben CEO Randy Bernard endlich die entsprechende Führungsstärke an den Tag legen.

Zurück zum Rennen: Deutlich besser als für seine drei Teamkollegen, die schließlich auf den Rängen acht, zwölf und 23 ins Ziel kommen sollten, lief es für Scott Dixon. Der Neuseeländer fuhr vom Start an vorne weg, konnte sich immer wieder deutliche Führungsabstände herausarbeiten, und holte sich am Ende einen ungefährdeten Sieg – den zweiten in diesem Jahr nach Mid Ohio.

Auf Rang zwei fuhr (abgesehen von den letzten Runden ebenso unbedrängt) Will Power ins Ziel, für den sich die Reise nach Japan ebenfalls gelohnt hat. Immerhin elf Punkte Vorsprung hat der Australier nun zwei Rennen vor Schluss auf Dario Franchitti. Auf den zwei schnellen Ovalen wird das zwar trotzdem eine schwere Aufgabe für den Rundkurs-Spezialisten. Ganz unmöglich ist der Gewinn der Meisterschaft aber bei weitem nicht mehr. Und ganz ehrlich: Wer hätte vor einem Monat noch gedacht, dass es an der Spitze der Tabelle überhaupt noch einmal spannend werden würde? Auch Oval-Freund Scott Dixon hat wieder eine kleine Chance. Ihn trennen insgesamt 55 Punkte (also ein Abstand von etwas mehr als einem Sieg) von Power.

Eine gute Vorstellung zeigte diesmal der heuer etwas inkonstante Marco Andretti. Am Ende landete der Amerikaner auf Rang drei, in der Schlussphase hätte es sogar fast noch für einen Angriff auf Power gereicht. Dahinter belegte der um einen Job fahrende Alex Tagliani den ebenfalls sehr guten vierten Platz. Oriol Servia, Sebastien Bourdais und JR Hildebrand zeigten sich auf den Positionen fünf bis sieben einmal mehr als fähig-verlässliche Punkteeichhörnchen.

Weniger toll lief es beim letzten IndyCar Auftritt in Japan für die Lokalmatadore: Takuma Sato landete nach einer Kollision mit Formula Nippon und Super GT Fahrer Joao Paulo de Oliveira (den man, wie das Versus-Team nicht müde wurde zu betonen “de Oliveida” ausspricht) auf dem zehnten Rang, wäre aber vermutlich auch ohne dieses Problem nicht wesentlich weiter vorne ins Ziel gefahren. De Oliviera selbst beschädigte sich bei der Aktion das Auto, und musste in Runde 44 endgültig abstellen. Ohne die Probleme wäre er wohl im Bereich von Sato ins Ziel gekommen – im Conquest-Wagen eine solide Premiere. Hideki Mutoh beendete das Rennen nach weitgehend unauffälliger Fahrt auf dem 18. Rang.

Eine Entscheidung ist am Wochenende schon gefallen: Will Power ist Gewinner der Mario Andretti Trophy, der “Rundkurs-Meisterschaft” der IndyCar Serie. Insgesamt 30 Punkte Vorsprung hatte er am Ende auf Vizemeister Dario Franchitti. Scott Dixon landete auf Rang drei, hat aber ganze 95 Punkte Rückstand. “Best of the Rest” sind Oriol Servia (-144 Punkte) und Tony Kanaan (-168).

Weiter geht es in zwei Wochen auf einer Strecke gänzlich anderer Art. Das 1,5 Meilen Oval in Sparta, Kentucky stand in den vergangenen Jahren stets für enge Zweikämpfe und Highspeed Rad-an-Rad Duelle. Die Meisterschaft bleibt spannend, denn welcher der beiden Titelaspiranten auf dieser Art Strecke Vorteile hat, ist diesmal besonders schwer zu prognostizieren. Der jüngste Lauf auf einem Oval ähnlicher Bauart fand Anfang Juni im Rahmen der “Texas Twin 275s” statt. Sieger damals: Dario Franchitti und Will Power.

Eine ausführliche Vorschau folgt in der kommenden Woche.

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Fotos: INDYCAR

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June 21 2011

16:43

Indycar Milwaukee: Guter Sport, schlecht verkauft

Eine klassische Strecke, viele Überholmanöver und ein interessantes Finish – was will man eigentlich mehr? Die IndyCar Series hat es trotzdem nicht geschafft, Fans auf die Tribünen zu locken. Und ABCs Dauerwerbesendung vertrieb sie von den Schirmen.

Und wieder eine vergebene Chance. Die Milwaukee Mile ist für die IndyCars historischer Grund, noch in den 1990er-Jahren strömten 50.000 Fans am Renntag der CART-Serie an die Strecke. Nach einem Jahr Pause kehrte man heuer wieder zurück. Und wurde von nur etwa 15.000 Besuchern begrüßt. Schade. Nicht zuletzt deswegen, weil das Rennen durchaus sehenswert war. Wenn man denn etwas davon zu sehen bekam. Denn wesentlich öfter als die Action von der Strecke zeigte ABC im Sonntag leider Werbeeinschaltungen. Immerhin: Die Schlussphase gab es ohne Werbeunterbrechung zu sehen. Und die lieferte, trotz eines am Ende ungefährdeten Siegers, noch einmal richtig Spannung. Abseits der Strecke brodeln derweil Spannungen zwischen den Teams.

Auch, wenn sie am Ende doch meist gewinnen – die Dominanz von Penske und Ganassi schien während den letzten Rennen zunehmend in Gefahr zu geraten. Diesmal hätte es fast geklappt: Tony Kanaan konnte an der Spitze mithalten, und lag zeitweise sogar recht komfortabel in Führung. Leider warf er den Wagen 29 Runden von Schluss mit einem Fahrfehler in die Wand, so dass Franchitti schließlich doch wieder ziemlich unbedrängt den Sieg nach Hause fuhr.

Auf Rang zwei landete Graham Rahal, der seinen Aufwärtstrend der vergangenen (Oval-)Rennen mit einem weitern starken Rennen verfestigte. Ebenso beeindruckend war abermals die Performance von Newman/Haas Racing: Oriol Seriva landete unauffällig aber effektiv auf Rang drei, James Hinchcliffe bewies mit Rang sechs erneut, dass er nicht zu Unrecht in der IndyCar Serie unterwegs ist. Besonders beim Spanier scheint es, als müsst nur der letzte Knoten noch platzen – der erste Sieg scheint heuer durchaus in Reichweite.

Auch KV Racing war wieder flott unterwegs: Kanaan hätte fast gewonnen, EJ Viso war konstant in den Top Ten unterwegs, bis auch er den Wagen etwa nach Rennmitte in der Mauer parkte. Auch der dritte im Bunde, Takuma Sato, fuhr zunächst in der Spitzengruppe mit. Bei einem Boxenstopp traf er dann aber einen Reifen (und fast auch noch einen Mechaniker), was die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe quittierte. Dass es trotzdem noch für Rang acht (in der Führungsrunde) reichte, spricht für die Performance von Team und Fahrer.

Etwas unter den Erwartungen: Team Penske. Einzig Powers guter (aber keineswegs überragender) vierter Rang rettete das Wochenende. Helio Castroneves lag zwar zeitweise in Führung – Druckverlust in einem Hinterreifen zwang ihn dann aber in die Box. Der enttäuschende neunte Rang war die Folge. Ryan Briscoe war zwar oft im Bild (weil als einer von wenigen mit einer Onboard-Kamera unterwegs), dass es ohne gröbere Probleme aber nur für Rang elf gereicht hat, ist für den Australier aber gewiss eine weitere Enttäuschung. Fährt er so weiter, ist sein Penske Cockpit für 2012 sicher in beträchtlicher Gefahr.

Die deprimierende Story des Wochenendes lieferte aber einmal mehr Simona de Silvestro. Die Schweizerin flog im Qualifying schon wieder hart in die Wand, und musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. Für den Renntag gab es zwar eine Starterlaubnis – weder das Auto noch (wenn die Fernsehbilder nicht sehr trügen) sie selbst waren aber in wirklich konkurrenzfähiger Rennverfassung. Nach tapferem Startversuch stellte sie den Wagen elf Runden später wieder ab.

Die Meisterschaft beginnt beim nächsten Rennen quasi von neuem. Denn sowohl Will Power als auch Dario Franchitti liegen nach dem Lauf in Milwaukee gleichauf bei 271 Punkten. Mit gehörigem Respektabstand folgt dann auf Rang drei der erstaunliche Oriol Servia (198) denkbar knapp vor Scott Dixon (195) und dem dritten Ganassi in den Top fünf, Graham Rahal (176). In der Ovalwertung führt Franchitti nach drei Läufen mit 117 Zählern von Scott Dixon (111), Power (103), Rahal (94) und Servia (88).

Ein wenig Unbill gab es wieder einmal nach dem Rennen – und in beiden Fällen stand Dario Franchitti im Fokus. Denn ob Niederlage wie in Texas oder Sieg wie in Milwaukee: Kritik im Post-Race Interview scheint bei Franchitti neuerdings zum guten Ton zu gehören. Diesmal war Helio Castroneves dran, bei dem der Schotte Blocking-Manöver im Kampf im Platz eins ortete. In einem anderen Aspekt stand Franchitti selbst in der Kritik: Denn auch der spätere Rennsieger soll bei einem Boxenstopp den Reifen eines Konkurrenzteams (der Penske-Crew von Will Power) berührt haben. Anders als Takuma Sato ereilte den Schotten aber keine Durchfahrtsstrafe – angeblich gab es keine schlüssigen Videobeweise.

Und auch wenn es sie gegeben hätte: Die Chance, sie zu sehen wäre zumindest für den TV-Zuseher verschwindend gering gewesen. Denn Broadcaster ABC behandelte das IndyCar Rennen einmal mehr als Dauerwerbesendung mit kurzen Rennunterbrechungen. Dass man als Network am Ende schnell aus der Übertragung raus muss, und wenig Zeit für Nachberichte hat – verständlich. Wenn aber auch während des Rennens in jeder Sekunde zu merken ist, dass man die IndyCar Serie viel lieber nicht zeigen würde – dann kann das für keinen der Beteiligten eine weise Business-Entscheidung sein. Auch die Zuseher in den USA waren diesmal wohl nicht begeistert: Ein Overnight Rating von nur 0.9 (Erklärung zum US-Ratings-System im Indy 500 Artikel) dürfte wohl weder die Serie, noch Team und Sponsoren, noch ABC nachhaltig begeistern.

Hoffentlich tröstet man sich bei ABC nicht damit, dass auch die Besucherzahlen vor Ort ziemlich enttäschend waren. Nach der Pleite des Milwaukee-Promoters im vergangenen Jahr hat man diesmal einen handverlesenen Veranstalter aus dem Serien-Heimatstaat Indiana mit der Ausrichtung beauftragt. Auch der hatte keinen Erfolg: Nur etwa 15.000 Zuseher waren am Sonntag vor Ort. Eine Rückkehr der Serie an die Traditonsstrecke wollte CEO Randy Bernard zwar am Rande des Rennens noch nicht ausschließen, sie scheint aber zunehmend unwahrscheinlich. Zumal auch, was ja im Grunde erfreulich ist, Strecken wie Elkhart Lake und Chicagoland (die beiden einen ähnlichen Markt bedienen) offenbar gute Chancen haben, 2012 wieder ein IndyCar Rennen austragen zu dürfen.

Vorschau: Iowa

Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2:00 Uhr) steht in Iowa das nächste Rennen auf dem Plan. In früherer Zeit war das progressiv überhöhte Oval eher als Langweiler verschrien. Der Plan, dort mehrere Fahrspuren zu schaffen, schien nicht immer so richtig so funktionieren. 2010 gab es aber zur allgemeinen Überraschung ein ziemlich enges und spannendes Rennen – vielleicht hat man also nun auch in Iowa den richtigen Modus für knappes Racing gefunden. Damals gewann Tony Kanaan, vielleicht schafft ja auch in diesem Jahr ein Außenseiter die Überraschung.

In einer Hinsicht dürfen Fans jedenfalls aufatmen: Statt der desinteressierten Truppe von ABC übernimmt diesmal wieder Versus die Übertragung. Man soll den Sender ja nicht in den Himmel loben, denn auch dort könnte man manches besser machen. Im Vergleich mit ABC ist der Spartenkanal aber geradezu Oscar-verdächtig. Das gilt leider nicht für die Empfangbarkeit im deutschen Sprachraum, wo man auch am kommenden Sonntag wieder auf alternative Quellen angewiesen sein wird.

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Fotos: INDYCAR

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June 11 2011

04:03

Vorschau: IndyCar Firestone Twin 275s

Die IndyCar probiert was Neues diesen Sommer – und es ist nicht Coke bei drei Grad. Stattdessen schneidet man das 550km-Renen in Texas in zwei Teile. Das verspricht Spektakel und Unwegbarkeiten, birgt aber auch Gefahren.

Wäre es ein normales Rennen in Texas, dann würde ich jetzt über die spannende Rad-and-Rad Duelle schreiben, die auf dem ultraschnellen Speedway in Fort Worth traditionell zu erwarten sind. Ich würde vermutlich auch wieder auf die Gefahren hinweisen, die damit in Verbindung stehen – und zur Debatte stellen, ob die IndyCar dieses künstliche Zusatzrisiko wirklich braucht. Das alles könnte man auch in diesem Jahr schrieben – 2011 gibt es aber ein noch größeres Thema, das diese Fragen überschattet. Die IndyCar testet in Texas nämlich ein neues Format: Statt einem längeren Rennen wird es zwei kurze geben, die direkt aufeinander folgen. Die Startaufstellung für Lauf 2 wird nach dem ersten Durchgang ausgelost. Allemal ein interessantes Experment. Der Modus wirft aber auch einige Fragen auf.

So überraschend die Idee klingen mag, ein IndyCar Rennen in zwei Teile zu schneiden – ganz neu ist der Einfall nicht. In den späten 1960er und in den 1970er-Jahren gab es insgesamt 17 sogenannte “Doubleheader”. Zunächst setzte die USAC den Modus vor allem für Rundkurse ein, etwas später und vor allem in frühen CART-Zeiten fanden die Veranstaltungen auf Ovalen statt. Dann gerieten sie in Vergesseneheit – bis IndyCar CEO Randy Bernard in der vergangenen Saison das Runder übernahm. Der neue Chef sucht fieberhaft nach “Pillar”-Veranstaltungen, die die Serie neben dem Indy 500 tragen könnten. Dabei ist er auch zu Experimenten bereit. Die “IndyCar Word Championships” im Herbst in Las Vegas sind so ein Versuch. Und das Twin-Rennen in der Nacht auf Sonntag eben auch.

Und so soll der Renntag ablaufen: Um 19:45 Uhr Ortszeit (das ist 2:45 Uhr CEST) ist Start des ersten Rennens, die Grid ergibt sich aus den Ergebnissen der Qualifikation (siehe unten). Dieser Lauf soll 275 Kilometer (= 114 Runden) lang sein – für den Rennsieger gibt es die halbe Punktezahl eines normalen Rennens. Danach haben die Teams dann Zeit für allfällige Reparaturen – während die Zusher auf andere Weise unterhalten werden. Denn dann erfolgt in umgekehter Reihenfolge des Zieleinlaufs die Verlosung der Startplätze für den zweiten Durchgang, der ebenfalls über 275 Kilometer geht. Start des zweiten Rennens ist dann um 21:45 Uhr Ortszeit (4:45 Uhr CEST). Auch hier wird die halbe Punktezahl eines “normalen” Laufes vergeben.

Das Format verspricht sicherlich Spannung. Dass die Zuseher gleich zweimal in den Genuss eines Zieleinlaufes kommen, ist sicherlich ein großes Plus. Und die umgekehrte Startreihenfolge im zeiten Lauf sorgt gewiss  für zusätzliche Würze – immerhin kann der Sieger dann durchaus auch aus der letzten Reihe ins Rennen gehen müssen.

Ob es diese Zusatz-Spannung aber ausgerechnet in Texas gebraucht hätte, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Die Verlosung könnte dafür sorgen, dass ein Meisterschaftskandidat an der Spitze des Feldes in den zweiten Lauf geht, und der andere ganz hinten – so richtig fair ist das nicht. Außerdem hat die Strecke auch ohne Gimmicks in den vergangenen Jahren immer äußerst spannende Läufe mit zahlreichen, teils rundenlangen Rad-an-Rad Duellen ermöglicht. Und die sind im Grunde auch dann schon gefährlich genug, wenn sie zwischen den Top-Autos stattfinden, und nicht an der Spitze des Feldes langsamere Wagen “lauern”.

Die Qualifikation

Eine erste – kleine – Überraschung gab es schon bei der Qualifikation am Freitagabend: Zum zweiten Mal in Folge nach dem Indy 500 steht Alex Tagliani auf der Pole. Das Auto von Sam Schmidt Motorsports scheint im Training weiter ganz hervorragend zu gehen – ob sie diesen Speed auch im Rennen halten können, ist weniger klar. Der Rennverlauf in Indianapolis lässt eher vermuten, dass man den Kanadier vielleicht in der vorderen Mitte des Feldes wiederfinden wird.

Dahinter lauern Dario Franchitti und Will Power. Die beiden Meisterschaftsanwärter liegen damit deutlich vor ihren Teamkollegen, die sich allesamt rund um Platz zehn wiederfinden (Dixon: 7, Briscoe 9, Castroneves 13). Vierter ist Takuma Sato, der seinen Aufwärtstrend aus den vergangenen Zeittrainings auch hier fortsetzen konnte – entsprechend strahlte Sato dann auch im Interview nach der Quali. Bleibt zu hoffen, dass es der Japaner auch einmal ins Ziel schafft. Fast schon sensationell: Platz fünf ging an Ed Carpenter im Auto von Sarah Fisher Racing – die Kombination aus dem gereiften Ovalspezialisten und dem engagierten Team scheint weiter Früchte zu tragen. Auf Rang sechs bestätigt Tony Kanaan die gute Forum vom KV Racing.

Sonst noch interessant: Rookie Wade Cunningham aus Neuseeland steht bei seinem allerersten Auftritt auf Rang acht, Danica Patrick auf zehn. Indy 500 Fast-Sieger JR Hildebrand auf Rang 11, Newman/Haas mit Servia und Hinchcliffe auf 14 und 15. Das Ganassi-Farmteam mit Kimball und Rahal auf 17 und 20. Paul Tracy geht bei einem seiner vermutlich letzten Ovalauftritte von 21 ins Rennen; Simona de Silvestro hatte im Training noch einige Probleme, und startet nur vom vorletzten Rang 29.

Ungemach

Hinter den Kulissen gärt es nach dem etwas merkwürdigen Indy 500 gleich an einigen Stellen ein wenig.

Zunächst brachte die kanadische Globe and Mail im Internet einen Artikel, in dem sie einen anonymen IndyCar-Fahrer mit der Vermutung zitierte, JR Hildbrand sei beim Indy 500 mit einem illegalen Auto unterwegs gewesen. (mehr dazu in den Newshappen) Mittlerweile wurde der Artikel von der Zeitung wieder gelöscht. Beweise gibt es für diese schwerwiegenden Vorwürfe freilich nicht. Das Thema ist aber deshalb keineswegs von Tisch, wie Nate Ryan für den Internetauftritt der USA Today berichtet.

Und als ob das nicht ungut genug wäre, hatte JR Hildebrand in der vergangenen Woche gleich nochmal kräftig Pech: Bei einem Sponsorevent verletzte sich der Amerikaner am Knie, und muss nun mit einer Schiene ins Rennen gehen. Gerüchte sprechen davon, dass er sich wohl das Krezband gerissen hat. Eine Operation dieser Verletzung wird auf lange Sicht wohl notwendig sein, im Interview mit Versus meinte Hildebrand aber, dass er das vielleicht erst nach dem Ende der Saison erledigen wird.

Neben Hidebrand schaffte es noch ein weiterer Pilot auf eher kontroversielle Weise ins Rampenlicht: Graham Rahal verlinkte auf seinem Twitter-Account die (mittlerweile gelöschte) Globe and Mail-Story über Hildebrands angeblich illegales Indy 500-Auto – und brach damit offenbar ein Tabu in der IndyCar Community. Aufgebrachte Twitter-Antworten waren die Folge. Im oben verlinkten USA-Today Artikel äußert sich Rahal zu dieser Causa. Er greift dabei Hildebrand nicht persönlich an – die Vorwürfe, Panther Racing könnte geschummelt haben, nimmt er aber nicht vom Tisch.

Das ist aber noch nicht alles: Im Interview mit Versus kritisierte Rahal dann auch noch sein eigenes Team. Das Auto sei im Qualifikationstrimm einfach zu langsam. Außerdem könne er nicht ganz verstehen, wieso sein Wagen zwei km/h langsamer sei, als jene der Teamkollegen Franchitti und Dixon. An sich eine berechtigte Frage – ob es beim Team allerdings gut ankommt, wenn man sie im TV-Interview statt bei internen Besprechungen aufbringt, ist dann aber wieder fraglich.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten zum Rennen in Motegi. Das soll trotz Erdbeben-Schäden an der Strecke zum geplanten Termin stattfinden – allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der Rundstrecke. Grund: Das Oval ist stärker beschädigt, und eine Reparatur würde zu viele Ressourcen von deutlich wichtigeren Wiederaufbau-Vorhaben in der Region abzweigen.

Dieser im Grunde eingängliche Umstand ist wiederum bei Danica Patrick auf wenig Verständnis gestoßen. Weil durch die Änderung nur noch sieben Ovalrennen im Kalender stehen (im vergleich zu zehn Rundstrecken), fürchtet sie, dass sich die Serien zu stark von ihren Oval-Wurzeln entfernt. Dass man in motegi nicht im Oval fahre, sei “enttäuschend“, so wie auch der gesamte Rennplan für 2011. Offene Kritik dieser Art ist im US-Sport eher selten – man darf also vermuten, dass Patrick damit ein konkretes Ziel verfolgt. Womöglich möchte sie den Kalender für 2012 in eine oval-lastigere Richtung bewegen – oder sich einfach eine praktische Ausrede für den Abschied in Richtung NASCAR zurechtlegen.

Im TV

Nach der eher mäßigen Leistung von ABC beim Indy 500 kommt in Texas wieder Versus zum Zug. Die Kommentatoren Bob Jenkins und Jon Beekhuis werden dabei von einem spezillen Gast unterstützt: Indy 500 Sieger Dan Wheldon saß bereits zum Qualifying mit in der Kabine, und wird auch beim Rennen als Experte fungieren. Die Übertragung beginnt laut Zeitplan um 1:30 CEST. Um etwas vom Rennen sehen zu können, wird auch diesmal wieder etwas Internet-Recherche nötig sein. Einen offziellen TV-Anbieter im deutschsprachigen Raum gibt es nicht.

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May 31 2011

16:32

Indy 500: Drama zum Jubiläum

Über lange Strecken erregte die Jubiläumsausgabe des Indy 500 vor allem durch eine schlechte TV-Übertragung und Unmassen von Werbung. Im Finale erwies sich das Rennen dann aber doch noch als geschichtsträchtig.

Nur eine Kurve trennte JR Hildebrand vom Triumph und mit ihm das Indy 500 von der großen Sensation. Doch nach 799 erfolgreichen Linksturns krachte der 22-jährige Rookie, der das Rennen völlig überraschend angeführt hatte auf den allerletzten Abdruck doch noch in die Mauer. Sehr zur Freude von Dan Wheldon, der bei seinem ersten – und vermutlich einzigen – Saisoneinsatz wieder einmal bewies, dass er zu Unrecht nur auf der Ersatzbank der IndyCar Series sitzt. Auch sonst war es nicht gerade ein Tag der Favoriten – Penske schlug sich mit allen drei Autos selbst, und Ganassi wurde die Spritsparstrategie diesmal zum Verhängnis. Für die Serie könnten die überraschenden Top 10 allerdings den Weg in eine spannendere Zukunft weisen.

Dabei sah es die längste Zeit so aus, als würde es ein ziemlich konventionelles Indy 500 werden. An der Spitze drehten meist die beiden Ganassi-Autos ihre Runden. Ganz vorne Scott Dixon, etwas dahinter Dario Franchitti, der seine übliche Spritspar-Strategie zu fahren schien. Als aber 36 Runden vor Schluss die letzte Gelbphase des Rennens anbrach, und einige Piloten versuchten, von dort bis zum Ende durchzufahren, sollte sich Hildebrand als der beste Spritsparer im Feld erweisen.

Franchitti hielt sich lange in direkter Lauerposition hinter den Führenden. Wieder einmal schien es, als könnte der Schotte in Führung gehen, wenn die Piloten vor ihm die Box ansteuern müssten. Am Ende ging aber auch ihm der Sprit aus – Franchitti landete als letzter Pilot in der Führungsrunde auf Rang 12.

Ganz anders Hildebrand. Der Kalifornier sparte gleich nach seinem Boxenstop massiv Sprit – und hatte am Ende ausreichend Treibstoff, um einigermaßen brauchbare Rundenzeiten zu fahren. Serienchef Randy Bernard und Co. wohl fast durchgehend den Atem angehalten haben. Ein 22-jähriger, gut vermarktbarer, amerikanischer Pilot mit einem Auto in den Farben der Nationalgarde, der als Rookie das große Jubiläumsrennen in Indianapolis gewinnt – für die Popularität der Serie wäre das ein riesiger Erfolg gewesen.

Der Traum währte 7 Runden und 3 Kurven – dann stand Charlie Kimball in Turn 4 des 200. Umlaufs zur Überrundung an. Hildebrand, unter Druck vom frisch betankten Dan Wheldon, der hinter ihm deutlich bessere Rundezeiten fuhr, entschied sich, nicht von Gas zu gehen, sondern Kimball außen zu überholen. Ein Manöver, das, wie Hildebrand nach dem Rennen zu Protokoll gab, zuvor mehrfach gut gegangen war – mit alten Reifen und halber Konzentration schlug es fehl. Hildebrand landete in der Mauer und Dan Wheldon fuhr am waidwunden Panther-Boliden vorbei zum Sieg. Der Rookie konnte den zerstörten Wagen noch auf Rang zwei über die Linie bringen – ein schwacher Trost für jemanden, der ein 499 1/2 Meilen-Rennen überlegen gewonnen hätte.

Immerhin: Wenn schon nicht der Sieg drin war – der Popularität des Kaliforniers tat das wohl wenig Abbruch. Die Medien waren nach dem Rennen jedenfalls weniger am Sieger interessiert, als am tragischen Helden. Hildebrands Marktwert dürfte deutlich gestigen sein – zumal er auch in der Niederlage Klasse bewies, für Interviews bereit stand, und den Fehler auf seine eigene Kappe nahm. Was ja in der Welt des Motorsport alles andere als selbstverständlich ist, wie die Formel 1 immer wieder beweist. Und auch finanziell ist so ein zweiter Platz nicht übel – etwas mehr als eine Million Dollar haben Hildebrand und Team an Preisgeld gewonnen. (Autosport-Journalist Pablo Elizalde hat hier eine volle Aulistung aller Preisgelder gepostet)

Auch der Drittplatzierte wird der IndyCar Series viel Freude bereitet haben. Graham Rahal, bisher in dieser Saison in Chip Ganassis Farmteam eher im hinteren Mittelfeld unterwegs, schaffte es mit einer cleveren Strategie und einem tadellosen Rennen von der Startposition 29 aus, fast an die Spitze des Feldes zu fahren. Sogar sechs Führungsrunden gab es für den Sohn des ungebrochen populären Bobby Rahal. Es ist nicht die erste gute Vorstellung des Filius auf einem Oval. Und zumal Graham eigentlich auf Straßenkursen groß geworden ist – sein Vater wollte ihn von den gefährlichen Ovalen fernhalten – sollte  wohl in Zukunft auch an der Spitze der Serie insgesamt ein Wort mitreden können, sofern Ganassi es schafft, auch sein zweites Team auf Vordermann zu bringen.

Beachtlich auch die Vorsellungen von Tony Kanaan (4), Oriol Seriva (6) und Bertrand Baguette (7). Kanaan holte im Wagen von KV Racing abermals eine gute Platzierung, und bewies, dass auch im Oval mit dieser Kombination aus Fahrer und Team zu rechnen ist. Servia konnte die sensationelle Leistung aus dem Qualifying zwar nicht ganz umsetzen, demonstrierte aber einmal mehr, dass das Auto von Newman Haas auch auf dem Oval vorne mitfahren kann – als Beleg dafür seien auch die 18 Runden genannt, die der Katalane an der Spitze des Feldes verbrachte. Und Bertrand Baguette schaffte bei seinem bisher einzigen Saisoneinsatz gegen Ende des Rennen ebenfalls einige Führungsrunden. Diese waren zwar, wie sich bald herausstellen sollte, dem Spritpoker geschuldet – seine Platzierung zeigt aber auf, dass sich sowohl der Belgier, als auch das Team von Rahal Letterman Racing mehr als dieses eine Rennen im Jahr 2011 verdient hätten. Änhliches gilt übrigens auch für Tomas Scheckter, der seinen KV Racing Boliden auf Rang acht ins Ziel brachte.

Marco Andretti auf Rang neun und Danica Patrick auf Platz zehn sorgten für ein einigermaßen versöhnliches Rennwochenende für Andretti Autosport. Zumal Patrick ihren Sponsoren auch zehn wertvolle Führungsrunden samt TV-Präsenz bieten konnte. Das ist deutlich mehr, als Ryan Hunter-Reay behaupten kann, das mit drei Runden Rückstand auf Platz 23 einlief. Ich kann mich nicht erinnern, den Wagen des Texaners irgendwann in der Übertragung gesehen zu haben. Bitter, zumal er den Startplatz nach verfehlter Qualifikation ja teuer von AJ Foyt und dessen Fahrer Bruno Junqueira gekauft hatte, um seine Sponsoren im TV unterzubringen.

Überhaupt noch ein Wort zur TV-Übertragung: ABC hat für das Rennen zwar so ziemlich jeden Kommentator und Analysten an die Strecke gebracht, der in der Redaktion von ESPN zu finden war. Gut war die Leistung aber trotzdem nicht: Zwar waren Kommentar und Interviews diesmal informiert und weitgehend fehlerfrei – es hätte aber vielleicht auch noch Themen abseits von Danica Patrick und Chalie Kimballs Diabetes gegeben, die man bei Gelegenheit hätte ansprechen können. Und auch die Bildregie dürfte mit dem Rennsport bisher nicht so viele Berührungspunkte gehabt haben. Abseits der Führenden war kaum jemals ein Auto zu sehen, das sich nicht gerade in die Wand gedreht hatte. Und bei aller Begeisterung für “Side by Side” in den Werbepausen – etwas öfter hätte man schon auch Bilder von der Strecke zeigen können, die über Briefmarkenformat hinausgehen. Mit einer Schätzung, dass etwa die Hälfte des Rennens aus Commercials bestand, liegt man vermutlich nicht weit daneben. Und das ist bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten von ABC und IndyCar doch deutlich zu viel. Vor allem dann, wenn man es nicht fertig bringt, zumindest Restarts und Führungswechsel zu zeigen – und sich bei der letzten, entscheidenden Boxenstop-Phase nicht entscheiden kann, ob man die Werbung nun unterbrechen soll, oder nicht. Und sich dann für “nicht” entscheidet.

Das war jetzt doch etwas mehr als “ein Wort” – aber musste einfach mal gesagt werden.

Wie über Twitter zu vernehmen ist, sind zumindest die Einschaltquoten gegenüber dem historischen Tiefststand aus dem vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Mit einem Overnight Rating von 4.3 liegt das Rennen sowohl über dem Wert aus 2010 (4.0) als auch über jenem der NASCAR-Konkurrenzveranstaltung Coca Cola 600 (ebenfalls 4.0). Kleine Anmerkung zu diesen Zahlen: Die sogenannten Nielsen Ratings sind nicht exakt mit den in Europa bekannten Zahlen, wie etwa dem Marktanteil zu vergleichen. Sie geben den Prozentsatz aller Haushalte mit TV wieder, die im Untersuchungszeitraum ein bestimmtes Programm gesehen haben. Derzeit steht ein Ratings-Punkt für 1,159 Millionen TV-Geräte. Ein Rating von 4.0 entspräche daher 4,636 Millionen Haushalten. (Weil es jedes Jahr in den USA mehr Haushalte mit TV-Geräten gibt, sind die Zahlen auch über den Jahresverlauf nur mit Vorsicht zu vergleichen – wenn es auch im Vergleich wohl die beste Methode dafür ist.) Auch zu beachten: Die sogenannten Overnight Ratings sind nicht die endgültigen Zahlen, sondern geben nur den Wert für die wichtigsten TV-Märkte in den USA wieder – vornehmlich sind das größere Städte. Das schadet der vergleichsweise urbanen IndyCar Series oft, während es der NASCAR eher hilft. So ist das endgültige Rating für das Indy 500 im vergangenen Jahr dann nur bei einem Rating von 3.6 gelegen.

In eineinhalb Wochen steht schon das nächste Saisonhighlight auf dem Programm – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der IndyCar-Chefetage geht. In Texas experimentiert die Serie nämmlich mit einem neuen Rennformat, das das bisher übliche 550km-Rennen ersetzen soll. Der Lauf in Fort Worth wird nämlich in zwei Teile geschnitten. Unter dem noch verbesserungsfähigen Namen Firestone Twin 275s werden direkt nacheinander zwei jeweils 275km lange Rennen ausgetragen, für die es jeweils die halbe Punktezahl gibt. Der Clou: Die Startreihenfolge für den zweiten Lauf wird direkt im Anschluss an Rennen 1 verlost – das Feld wird also munter durchmischt sein. Ob das in Zeiten von Double File Restarts auf dem schnellsten und vielleicht gefährlichsten Oval des Jahres wirklich eine gute Idee ist, wird sich zeigen. Immerhin: Für die Übertragung ist dann wieder Versus zuständig.

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Bilder: INDYCAR

May 27 2011

06:49

Vorschau: Indy 500 Centennial

Nach einer spannenden Qualifikation mit einigen Überrschungen ist alles für ein spektakuläres Jubiläumsrennen bereit. Leider gibt es aber auch wieder etwas Ärger.

Das mit Abstand wichtigeste Rennen der IndyCar-Saison steht vor der Tür: Am Sonntag gegen 18 Uhr (CEST) wird IMS-Eignerin Mari Hulman George wieder den Command zum Starten der Motoren erteilen. Diesmal schwingt ganz besonders viel Tradition mit: Denn vor fast genau 100 Jahren, am 30. Mai 1911 fand das erste Indy 500 statt. (Das hundertste Rennen ist es trotzdem nicht – während der beiden Weltkriege mussten einige Läufe abgesagt werden.) Die Ergebnisse der Qualifikation versprechen zu diesem Anlass ein spannendes Rennen: Vorne sind einige Außenseiter dabei, und manch vermeintliche Favoriten starten von weit hinten im Feld. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine etwas fragwürdige Entscheidung nach der Qualifikation.

Die Qualifikation

Es war vor allem der Pole Day, der diesmal voller Überraschungen steckte: Da war zunächst die verblüffende Stärke einiger Fahrer, die in der bisherigen Saison entweder nur im hinteren Teil des Feldes zu finden waren, oder heuer noch gar nicht in Erscheinung getreten sind.

Insbesondere gilt das für Polemann Alex Tagliani. Der Kanadier war zwar auch auf den Road Courses schon recht gut dabei, und hat sich auch im vergangenen Jahr im Indy 500-Qualifying recht achtbar geschlagen – dass er aber im Sam Schmidt-Wagen die Qualifikation gewinnen würde, das hätten wohl nur die wenigsten erwartet. In Punkto Rennpace muss man wohl abwarten – 2010 war er im Rennen nicht ganz so gut wie im Training.

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch erstaunlich: Oriol Servia auf Rang 3. Die gute Oval-Performance von Newman-Haas überrascht nach dem Katastrophenjahr 2010. Man darf aber nicht vergessen, dass die Truppe schon einmal, Ende 2009, fast den Speed der großen zwei mitgehen konnte. James Hinchchliffes 13. Position beim ersten IndyCar Oval-Auftritt bestätigt die gute Pace des Autos. Ähnliches gilt für den viertplatzierten Townsend Bell (etwas kontroverserweise mit Greg Moores Startnummer 99 unterwegs), dessen vierte Position die Performance von Sam Schmidt Racing unterstreicht.

Dan Whelson (für Bryan Herta Autosport auf Rang sechs) zeigt, dass er eine volle Saison in der IndyCar verdient hätte; Gleichfalls die dahinter liegenden Oval-Spezialisten Buddy Rice und Ed Carpenter.

Ganz gut im Mittelfeld unterwegs: Die drei KV Racing-Wagen von Takuma Sato (10), EJ Viso (18) und Tony Kanaan (23). Ebenso Dreyer & Reinbold mit Davey Hamilton (15) und Justin Wilson (20). Beeindruckend die Leistung von Simona de Silvestro, die sich trotz schwerem Unfall und Verbrennungen an den Händen im Erstazauto auf Platz 24 qualifiziert hat.

Erstaunlich: Die Schwäche der beiden Top Teams. Mag schon sein, dass man bei Penske und Ganassi vielleicht etwas mehr in Richtung Rennsetup gearbeitet hat. Dass allerdings die beiden “echten” Ganassi Piloten fast beide Opfer eines Sprit-Rechenfehlers werden – das ist schon erstaunlich. Immerhin haben sich beide innerhalb der ersten neun platzieren können (Dixon: 2, Franchitti: 9). Ganz im Vergleich zum “Juniorteam” mit Kimball und Rahal, die sich beide ihren Platz am Grid erst am Bump Day gesichert haben.

Auch bei Penske lief es nicht viel besser: Lediglich Will Power hat es unter die ersten neun geschafft – sein fürnfter Platz ist vermutlich unter dem Ansprüchen des erfolgsverwöhnten Teams. Für Dreifach-Champion Helio Castroneves reichte es nur für Rang 16; Ryan Briscoe schaffte es nach einem Crash am Pole Day zunächst gar nicht, sich in die Ränge der Qualifizierten zu fahren – am Sonntag holte er dann Startplatz 26.

Das alles ist aber nichts nichts gegen das Desaster, dass das einstige Spitzenteam von Andretti Autosport erleben musste. Innerhalb der ersten 24 konnte sich am Pole Day allein John Andretti platzieren – auf Rang 17. Damit waren vor Beginn des Bump Day noch alle vier Stars (Danica Patrick, Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway) ohne Platz im wichtigsten Rennen des Jahres. Patrick und Andretti fuhren dann immerhin noch ins Feld (auf die Startpositionen 26 und 28), Conway und Hunter-Reay mussten draußen bleiben.

Die Kontroverse

Sollte man zumindest meinen. Denn im Laufe des Montag wurde klar, dass Ryan Hunter-Reay doch am Rennen teilnehmen würde. Möglich ist das, weil AJ Foyt den Startplatz von Bruno Junqueira an Andretti Autosport verkauft hat. Damit ist der Brasilianer trotz Qualifikation auf Rang 19 nicht im Rennen dabei. Und Hunter-Reay muss den Lauf von Startplatz 33 in Angriff nehmen.

Anlass für diesen Schritt war offenbar weniger der sportliche Ehrgeitz, als vielmehr das liebe Geld: AJ Foyt hatte Junqueira den Startplatz im Rennen quasi geschenkt – der Brasilianer selbst bringt keine Sponsoren mit ins Team. Das finanzielle Angebot von Andretti war für Foyt also umso attraktiver, als er nun unabhängig vom Resultat mit seinem Auto Geld verdient.

Für Andretti wiederum ging es darum, die Sponsoren von Hunter-Reay (SunDrop und die bewährten DTM-Förderer von DHL) im Rennen unterzubringen – möglicherweise war ein Auftritt beim Indy 500 Teil des Sponsorvertrages mit diesen Firmen.

Das Wagen wird jetzt mit einer Mischung aus den genannten Hunter-Reay-Sponsoren und jenen von AJ Foyt ins Rennen gehen, und Junqueiras (ehemalige) Startnummer 41 tragen. Noch nicht ganz klar ist, wer den Wagen technisch betreuen wird. Aktuelle Meldungen deuten aber darauf hin, dass auch das von AJ Foyt Enterprises erledigt wird.

Junqueira hat in ersten interviews recht besonnen auf die Aktion reagiert – für den Brasilianer kann das Ergebnis aber ganz sicher nicht erfreulich sein, zumal er ja um das Wiederaufleben seiner Karriere kämpft. Schon 2009 hatte er seinen Startplatz an Conquest Teamkollege Alex Tagliani abgeben müssen. Dass er den Speed für die Teilnahme am Rennen (oder auch an einer vollen Saison) nach wie vor hat, hat er bewiesen. Die Chance, das auch einer größeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, bleibt ihm aber wieder verwehrt.

Das Rennen – Vorschau

Mit Vorhersagen muss man beim Indy 500 immer ganz besonders vorsichtig sein. Nicht nur, weil in einem 500 Meilen-Rennen ohnehin ziemlich viel passieren kann. Sondern auch deswegen, weil nach dem Qualifying noch unklar ist, wer vor allem am Speed auf vier Quali-Runden gearbeitet – und wer stattdessen an der Rennpace gefeilt hat.

Von der schwachen Performance bei Penske und Ganassi sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die beiden Spitzenteams haben für das Rennen ganz sicher noch den einen oder anderen Trumph in der Hand – das betrifft auch die zweite Garde rund um Rahal oder möglicherweise sogar Kimball.

Ein weiterer heißer Tipp ist, wie oben schon angedeutet, Newman-Haas. Vor allem dem Ovalfreund Oriol Servia ist durchaus zuzutrauen, dass er auch an der Spitze des Feldes mithalten kann.

Wo sehen?

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer kein Sender im deutschen Sprachraum gefunden, der den Lauf überträgt – anders als etwa im benachbarten Ausland, wo etwa sky UK, sky Italia und Motors TV Frankreich das Rennen zeigen. Wie auch immer: Man wird sich wohl auch diesmal wieder in den Weiten des Internets auf die Suche nach einem Stream begeben müssen, wenn man den Lauf live verfolgen will. Los geht die Übertragung in den USA um 12Uhr ET (also 18Uhr CEST) auf ABC. Außerdem angeblich in Internet auf ESPN3.com – die Homepage des Senders bietet allerdings keine Bestätigung für diese in manchen Foren kursierende Information. Zum Einstimmen zeigt Versus schon am heutigen Freitag um 17 Uhr CEST live das “Firestone Freedom 100″ – das Rennen der Indy Lights.

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