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May 31 2011

16:32

Indy 500: Drama zum Jubiläum

Über lange Strecken erregte die Jubiläumsausgabe des Indy 500 vor allem durch eine schlechte TV-Übertragung und Unmassen von Werbung. Im Finale erwies sich das Rennen dann aber doch noch als geschichtsträchtig.

Nur eine Kurve trennte JR Hildebrand vom Triumph und mit ihm das Indy 500 von der großen Sensation. Doch nach 799 erfolgreichen Linksturns krachte der 22-jährige Rookie, der das Rennen völlig überraschend angeführt hatte auf den allerletzten Abdruck doch noch in die Mauer. Sehr zur Freude von Dan Wheldon, der bei seinem ersten – und vermutlich einzigen – Saisoneinsatz wieder einmal bewies, dass er zu Unrecht nur auf der Ersatzbank der IndyCar Series sitzt. Auch sonst war es nicht gerade ein Tag der Favoriten – Penske schlug sich mit allen drei Autos selbst, und Ganassi wurde die Spritsparstrategie diesmal zum Verhängnis. Für die Serie könnten die überraschenden Top 10 allerdings den Weg in eine spannendere Zukunft weisen.

Dabei sah es die längste Zeit so aus, als würde es ein ziemlich konventionelles Indy 500 werden. An der Spitze drehten meist die beiden Ganassi-Autos ihre Runden. Ganz vorne Scott Dixon, etwas dahinter Dario Franchitti, der seine übliche Spritspar-Strategie zu fahren schien. Als aber 36 Runden vor Schluss die letzte Gelbphase des Rennens anbrach, und einige Piloten versuchten, von dort bis zum Ende durchzufahren, sollte sich Hildebrand als der beste Spritsparer im Feld erweisen.

Franchitti hielt sich lange in direkter Lauerposition hinter den Führenden. Wieder einmal schien es, als könnte der Schotte in Führung gehen, wenn die Piloten vor ihm die Box ansteuern müssten. Am Ende ging aber auch ihm der Sprit aus – Franchitti landete als letzter Pilot in der Führungsrunde auf Rang 12.

Ganz anders Hildebrand. Der Kalifornier sparte gleich nach seinem Boxenstop massiv Sprit – und hatte am Ende ausreichend Treibstoff, um einigermaßen brauchbare Rundenzeiten zu fahren. Serienchef Randy Bernard und Co. wohl fast durchgehend den Atem angehalten haben. Ein 22-jähriger, gut vermarktbarer, amerikanischer Pilot mit einem Auto in den Farben der Nationalgarde, der als Rookie das große Jubiläumsrennen in Indianapolis gewinnt – für die Popularität der Serie wäre das ein riesiger Erfolg gewesen.

Der Traum währte 7 Runden und 3 Kurven – dann stand Charlie Kimball in Turn 4 des 200. Umlaufs zur Überrundung an. Hildebrand, unter Druck vom frisch betankten Dan Wheldon, der hinter ihm deutlich bessere Rundezeiten fuhr, entschied sich, nicht von Gas zu gehen, sondern Kimball außen zu überholen. Ein Manöver, das, wie Hildebrand nach dem Rennen zu Protokoll gab, zuvor mehrfach gut gegangen war – mit alten Reifen und halber Konzentration schlug es fehl. Hildebrand landete in der Mauer und Dan Wheldon fuhr am waidwunden Panther-Boliden vorbei zum Sieg. Der Rookie konnte den zerstörten Wagen noch auf Rang zwei über die Linie bringen – ein schwacher Trost für jemanden, der ein 499 1/2 Meilen-Rennen überlegen gewonnen hätte.

Immerhin: Wenn schon nicht der Sieg drin war – der Popularität des Kaliforniers tat das wohl wenig Abbruch. Die Medien waren nach dem Rennen jedenfalls weniger am Sieger interessiert, als am tragischen Helden. Hildebrands Marktwert dürfte deutlich gestigen sein – zumal er auch in der Niederlage Klasse bewies, für Interviews bereit stand, und den Fehler auf seine eigene Kappe nahm. Was ja in der Welt des Motorsport alles andere als selbstverständlich ist, wie die Formel 1 immer wieder beweist. Und auch finanziell ist so ein zweiter Platz nicht übel – etwas mehr als eine Million Dollar haben Hildebrand und Team an Preisgeld gewonnen. (Autosport-Journalist Pablo Elizalde hat hier eine volle Aulistung aller Preisgelder gepostet)

Auch der Drittplatzierte wird der IndyCar Series viel Freude bereitet haben. Graham Rahal, bisher in dieser Saison in Chip Ganassis Farmteam eher im hinteren Mittelfeld unterwegs, schaffte es mit einer cleveren Strategie und einem tadellosen Rennen von der Startposition 29 aus, fast an die Spitze des Feldes zu fahren. Sogar sechs Führungsrunden gab es für den Sohn des ungebrochen populären Bobby Rahal. Es ist nicht die erste gute Vorstellung des Filius auf einem Oval. Und zumal Graham eigentlich auf Straßenkursen groß geworden ist – sein Vater wollte ihn von den gefährlichen Ovalen fernhalten – sollte  wohl in Zukunft auch an der Spitze der Serie insgesamt ein Wort mitreden können, sofern Ganassi es schafft, auch sein zweites Team auf Vordermann zu bringen.

Beachtlich auch die Vorsellungen von Tony Kanaan (4), Oriol Seriva (6) und Bertrand Baguette (7). Kanaan holte im Wagen von KV Racing abermals eine gute Platzierung, und bewies, dass auch im Oval mit dieser Kombination aus Fahrer und Team zu rechnen ist. Servia konnte die sensationelle Leistung aus dem Qualifying zwar nicht ganz umsetzen, demonstrierte aber einmal mehr, dass das Auto von Newman Haas auch auf dem Oval vorne mitfahren kann – als Beleg dafür seien auch die 18 Runden genannt, die der Katalane an der Spitze des Feldes verbrachte. Und Bertrand Baguette schaffte bei seinem bisher einzigen Saisoneinsatz gegen Ende des Rennen ebenfalls einige Führungsrunden. Diese waren zwar, wie sich bald herausstellen sollte, dem Spritpoker geschuldet – seine Platzierung zeigt aber auf, dass sich sowohl der Belgier, als auch das Team von Rahal Letterman Racing mehr als dieses eine Rennen im Jahr 2011 verdient hätten. Änhliches gilt übrigens auch für Tomas Scheckter, der seinen KV Racing Boliden auf Rang acht ins Ziel brachte.

Marco Andretti auf Rang neun und Danica Patrick auf Platz zehn sorgten für ein einigermaßen versöhnliches Rennwochenende für Andretti Autosport. Zumal Patrick ihren Sponsoren auch zehn wertvolle Führungsrunden samt TV-Präsenz bieten konnte. Das ist deutlich mehr, als Ryan Hunter-Reay behaupten kann, das mit drei Runden Rückstand auf Platz 23 einlief. Ich kann mich nicht erinnern, den Wagen des Texaners irgendwann in der Übertragung gesehen zu haben. Bitter, zumal er den Startplatz nach verfehlter Qualifikation ja teuer von AJ Foyt und dessen Fahrer Bruno Junqueira gekauft hatte, um seine Sponsoren im TV unterzubringen.

Überhaupt noch ein Wort zur TV-Übertragung: ABC hat für das Rennen zwar so ziemlich jeden Kommentator und Analysten an die Strecke gebracht, der in der Redaktion von ESPN zu finden war. Gut war die Leistung aber trotzdem nicht: Zwar waren Kommentar und Interviews diesmal informiert und weitgehend fehlerfrei – es hätte aber vielleicht auch noch Themen abseits von Danica Patrick und Chalie Kimballs Diabetes gegeben, die man bei Gelegenheit hätte ansprechen können. Und auch die Bildregie dürfte mit dem Rennsport bisher nicht so viele Berührungspunkte gehabt haben. Abseits der Führenden war kaum jemals ein Auto zu sehen, das sich nicht gerade in die Wand gedreht hatte. Und bei aller Begeisterung für “Side by Side” in den Werbepausen – etwas öfter hätte man schon auch Bilder von der Strecke zeigen können, die über Briefmarkenformat hinausgehen. Mit einer Schätzung, dass etwa die Hälfte des Rennens aus Commercials bestand, liegt man vermutlich nicht weit daneben. Und das ist bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten von ABC und IndyCar doch deutlich zu viel. Vor allem dann, wenn man es nicht fertig bringt, zumindest Restarts und Führungswechsel zu zeigen – und sich bei der letzten, entscheidenden Boxenstop-Phase nicht entscheiden kann, ob man die Werbung nun unterbrechen soll, oder nicht. Und sich dann für “nicht” entscheidet.

Das war jetzt doch etwas mehr als “ein Wort” – aber musste einfach mal gesagt werden.

Wie über Twitter zu vernehmen ist, sind zumindest die Einschaltquoten gegenüber dem historischen Tiefststand aus dem vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Mit einem Overnight Rating von 4.3 liegt das Rennen sowohl über dem Wert aus 2010 (4.0) als auch über jenem der NASCAR-Konkurrenzveranstaltung Coca Cola 600 (ebenfalls 4.0). Kleine Anmerkung zu diesen Zahlen: Die sogenannten Nielsen Ratings sind nicht exakt mit den in Europa bekannten Zahlen, wie etwa dem Marktanteil zu vergleichen. Sie geben den Prozentsatz aller Haushalte mit TV wieder, die im Untersuchungszeitraum ein bestimmtes Programm gesehen haben. Derzeit steht ein Ratings-Punkt für 1,159 Millionen TV-Geräte. Ein Rating von 4.0 entspräche daher 4,636 Millionen Haushalten. (Weil es jedes Jahr in den USA mehr Haushalte mit TV-Geräten gibt, sind die Zahlen auch über den Jahresverlauf nur mit Vorsicht zu vergleichen – wenn es auch im Vergleich wohl die beste Methode dafür ist.) Auch zu beachten: Die sogenannten Overnight Ratings sind nicht die endgültigen Zahlen, sondern geben nur den Wert für die wichtigsten TV-Märkte in den USA wieder – vornehmlich sind das größere Städte. Das schadet der vergleichsweise urbanen IndyCar Series oft, während es der NASCAR eher hilft. So ist das endgültige Rating für das Indy 500 im vergangenen Jahr dann nur bei einem Rating von 3.6 gelegen.

In eineinhalb Wochen steht schon das nächste Saisonhighlight auf dem Programm – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der IndyCar-Chefetage geht. In Texas experimentiert die Serie nämmlich mit einem neuen Rennformat, das das bisher übliche 550km-Rennen ersetzen soll. Der Lauf in Fort Worth wird nämlich in zwei Teile geschnitten. Unter dem noch verbesserungsfähigen Namen Firestone Twin 275s werden direkt nacheinander zwei jeweils 275km lange Rennen ausgetragen, für die es jeweils die halbe Punktezahl gibt. Der Clou: Die Startreihenfolge für den zweiten Lauf wird direkt im Anschluss an Rennen 1 verlost – das Feld wird also munter durchmischt sein. Ob das in Zeiten von Double File Restarts auf dem schnellsten und vielleicht gefährlichsten Oval des Jahres wirklich eine gute Idee ist, wird sich zeigen. Immerhin: Für die Übertragung ist dann wieder Versus zuständig.

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Bilder: INDYCAR

March 30 2011

06:51

Ferner liefen: Die Newshappen

// Ist Kimi Räikkönen auf dem Weg in die NASCAR? Eine finnische Zeitung will erfahren haben, dass Räikkönen zusammen mit Foster Gilette ein Team in der Truck-Serie unter dem Namen ICE1 einsetzen möchte. Angedachter Start ist schon im Sommer. Der Manager von Räikkönen bestätigt via Bloomberg nur, dass es Gespräche gibt, aber keinen festen Deal. Seine Aussage klingt so, als ob Räikkönen bei der NASCAR angeklopft hat, und man nun auf brauchbare Reaktionen wartet. Ich bin da skeptisch, vor allem was die Meldung mit Foster Gilette angeht. Die Gilette Familie hat sich gerade in der NASCAR böse die Finger verbrannt und um ein Haar hätte man das Team von Richard Petty in den Abgrund gezogen. Petty gelang die Rettung seines Teams erst im Winter in letzter Sekunde und mit Hilfe der NASCAR, die hinter den Kulissen dem “King” unter die Arme griff. Seitdem hört man den Namen Gilette in der NASCAR nicht mehr so gerne. (@nascarinsider I hope Foster Gillett’s truck team doesn’t expect to buy anything on credit from #NASCAR vendors. #CashUpFront #BouncedChecks). Räikkönen ist der Umzug in die USA zuzutrauen, zu mal seine WRC Karriere nicht so zwingend gut läuft und er in diesem Jahr in einem selbstfinanzierten Wagen sitzt. Für die NASCAR wäre ein Einsatz eines ehemaligen F1 Weltmeisters PR-technisch Gold wert, weil man mit einem Räikkönen im Sprint Cup den europäischen Markt neu angehen könnte. (Don)

// Sauber hat zwar in Australien ein tolles Rennen gefahren, aber bei der technischen Abnahme fielen beide Fahrzeuge durch und wurden disqualifiziert. Mittlerweile ist auch klar, was genau passiert ist. Der obere Flap, auf dem “Sauber” steht, hat einen bestimmten Radius, in dem er gebogen sein muss. Der beträgt 100mm und bei Sauber wurde dieses Limit um 5mm überschritten. James Key stellte klar, dass diese minimale Abweichung keinen Vorteil bringen würde und Sauber wird aber gegen die Disqualifikation keine Berufung einlegen. Es war auch nicht davon auszugehen, dass die FIA hier ein Auge zudrückt, da man die Regel sonst gleich vergessen kann. Offenbar lag der Fehler in der Fertigung, wo man nicht exakt überprüft hatte, ob der Flügel richtig gebaut ist. Ich dachte zwar, dass solche Teile in einer Form gefertigt werden, deren Fehlertolerenz gleich Null ist, aber offenbar ist das nicht der Fall. (Don)

// Ganz offiziell ist es noch nicht, aber Adam Cooper berichtet, dass die FIA schon die DRS-Zone für Sepang und China festgelegt hat. Offenbar wird das in beiden Fällen die Start/Zielgerade sein und die Zone wird naturgemäß wegen der längeren Geraden auch länger sein. Gerade in Sepang könnte sich damit eine neue Überholmöglichkeit auftun. Derweil hatte Williams in Melbourne Probleme am DRS von Barrichello. Dort war offenbar die Programmierung falsch, jedenfalls konnte der Brasilianer seinen Heckflügel nicht nutzen. Immerhin gelang es der FIA den Fehler noch während des Rennens zu beseitigen. (Don)

// Das neue Farbsystem von Pirelli (Rot: Supersoft, Gelb: Soft, Weiß: Medium, Silber: Hart, Orange: Regen) ist nicht so deutlich, wie man sich das wünschen würde. Wobei es weniger um die Farbe, als um die Markierung geht. Bridgestone hatte einen grünen Kreis auf der Innenseite, in den USA hat Firestone die weichen Reifen mit einem deutlichen roten Kreis auf beiden Flanken markiert. Bei Pirelli ist aber nur das Logo in der jeweiligen Farbe. In der Theorie sollte bei einem sich schnell drehenden Rad die Farbe verschwimmen und als Kreis sichtbar sein, in der Praxis ist die Markierung zu klein und verschwimmt. Dazu verblasst das Logo durch den Bremsstaub. Es haben sich wohl Fahrer, Teams, Zuschauer und vor allem die TV-Stationen beschwert und laut autosport.com verspricht Pirelli sich was neues einfallen zu lassen. Kleiner Tipp: So ein deutlicher Kreis ist schon super. (Don)

// Ein Info-Nugget aus der Kategorie “kurios” gibt es von HRT: Auto Motor und Sport meldet, dass Teamchef Colin Kolles persönlich Teile mit einem Gesamtgewicht von 55 Kilo in seinem Privat-Gepäck nach Australien transportieren musste. Das war der Fluggesellschaft aber zu schwer, weswegen er das Gewicht auf mehrere Mitreisende (!) aufteilen musste. Außerdem ist man wohl mit einer umlackierten Nase aus dem Vorjahr angetreten, weil die neue den Crashtest nicht bestanden hat. (Vorsicht)

// Joe Gibbs Racing hat in diesem Jahr erheblich Probleme mit den Motoren. Nach einem weiteren Motorschaden von Hamlin in Fontana, versucht man der Sache weiter auf den Grund zu gehen, aber bisher ist man ratlos. Über den Winter hat man versucht den Verbrauch zu senken, weil Hamlin im letzten Jahr den Titel verloren hatte, als man im Gegensatz zu Chevy früher tanken musste. Eine Verbrauchsreduzierung kann man auf verschiedene Arten erreichen, bei einem Vergaser geht das aber am leichtesten, wenn man das Gemisch abmagert. Das kann dann aber zu Problemen mit den Ventilen führen. Man hat den Motor zu Toyota geschickt. (Via ESPN) (Don)

// Tomas Scheckter wird das Indy 500 als vierter Fahrer bei KV Racing absolvieren. Damit ist neben Paul Tracy, der für Deryer & Reinbold starten wird, ein zweiter Routinier aus früheren Zeiten zumindest beim wichtigsten Rennen der Saison mit von der Partie. Weitere Einsätze des Südafrikaners sind derzeit nicht geplant. Anders sieht es bei Paul Tracy aus, der via Twitter verkündet hat, dass er wohl auch bei einigen weiteren Rennen mit von der Partie sein wird. (Vorsicht)

// Paul Truswell hat mal wieder einen lesenswerten Blogeintrag über die veränderten Strategien in Le Mans geschrieben. (Don)

// Wie erwartet wurde der Saisonstart der SUPER GT am 03. April in Okayama in Anbetracht der schweren Naturkatastrophe sowie der noch immer kritischen Lage im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auf den 22. Mai verschoben. Ursprünglich sollte das 300km-Rennen am 03. April ausgetragen werden. Der zweite Lauf am 01. Mai in Fuji steht ebenfalls noch zur Diskussion. Eine Entscheidung möchte man spätestens Mitte April verkünden, ob die aktuellen Umstände es erlauben, das 400km-Rennen auszutragen. Gleichzeitig sprach die GTA (GT Association) ihr Mitgefühl mit den Opfern der schwersten Naturkatastrophe Japans aus und sicherte ihre vollste Unterstützung zu. In den kommenden Monaten sollen Konzepte erarbeitet werden, wie die SUPER GT sowie die japansiche Motorsportindustrie helfen können. Als erster Schritt erklärt man die diesjährigen Rennen zu “Eastern Japan Great Earthquake Relief Events” und wird einen Teil der Einnahmen spenden. (Yankee)

September 16 2010

16:32

Indycar: Vorschau Motegi 2010

Die Indycars biegen auf die Zielgerade der 2010er Saison ein. Es sind noch 2 Rennen zu fahren und man begibt sich über den  großen Teich nach Japan, wo die Meisterschaft im Land der aufgehenden Sonne  entschieden werden könnte.

Zunächst zu den Punktezahlen:

1. Will Power: 552 Punkte

2. Dario Franchitti: 535 Punkte

3. (Scott Dixon: 469 Punkte)

Bei folgenden Szenarien ist Will Power Gesamtsieger der IZOD Indycar Series 2010 (angenommen er nimmt am nächsten Rennen teil und qualifiziert sich)

(Anmerkung: Ich habe das selber ausgerechnet. Dies Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- oder gar Fehlerlosigkeit!):


  • Wenn er die Pole holt, die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 6. oder besser wird.
  • Wenn er die meisten Führungsrunden hat, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er die Pole holt, gewinnt und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 8. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 7. oder besser wird.
  • Wenn er gewinnt und Dario Franchitti nicht 8. oder besser trotz der meisten Führungsrunden und/oder Pole wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die Pole holt und  Dario Franchitti nicht 13. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird ,die meisten Führungsrunden hat, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 12. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole nicht 16. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird und Dario Franchitti trotz Pole und meiste Führungsrunden nicht 25. oder besser wird.
  • Wenn er 2. wird, die meisten Führungsrunden hat und Dario Franchitti trotz der Pole nicht 14. oder besser wird.
  • Wenn er 2 wird, die Pole hat und Dario Franchitti trotz der meisten Führungsrunden nicht 12. oder besser wird
  • Wenn er 3. wird, die Pole holt und Dario Franchitti nicht 24. oder besser wird.
  • Wenn er 3. wird, die meisten Führungsrunden ,die Pole holt und Dario Franchitti nicht besser als 17. wird.

Dario Franchitti kann in Japan auch schon A. J. Foyt Trophy für die meisten Punkte auf Ovalen gewinnen. Das genau durchzurechnen erspare ich mir, er führt mit 27 Punkten vor Scott Dixon, der 2 weitere Punkte vor Helio Castroneves liegt, welcher wiederrum 2 Punkte Vorspung auf Tony Kanaan hat.

Die Strecke auf der gefahren wird ist der “Twin Ring Motegi”, genauer gesagt auf einem der “Ringe”. Die moderne Anlage die in etwa 80 Kilometer von Tokyo entfernt liegt, berherbergt neben dem 1,5 Meilen langem Oval mit zwei 180° Kurven, dass die Indycars benutzen nämlich auch noch einen knapp 5 km langen Rundkurs, daher der Name “Twin Ring”. Die Indycars sind hier seit 2003 unterwegs. Die Rennen hier waren bisher eher so durchschnittlich und haben aber natürlich wie viele Ovalrennen der Indycars einen erhöhten Spannungsfaktor durch einen eventuellen Spritpoker.

Beim Blick in die Siegerliste fällt auf, dass weder Will Power noch Dario Franchitti hier schon einmal gewinnen konnten. Aber natürlich standen auch hier Fahrer von den “Todesternteams” schon in der Victory Lane. Zweimal konnte bereits Dan Wheldon hier siegen, während Scott Dixon letztes Jahr gewann. Aber auch Andretti-Green-Racing war hier immer stark, 2007 gewann Tony Kanaan und 2008 Danica Patrick in einem Spritpoker, damals ging der “Hype” um sie erst richtig los. Nicht vergessen möchte ich allerdings auch Scott Sharps Sieg aus dem Jahr 2003.

Die Todessternteams werden am Wochenende ganz sicher wieder vorne mit dabei sein, aber auch AGR sollte man auf dieser Strecke keinesfalls unterschätzen.  Ich traue es speziell jetzt im Meisterschaftskampf keinem der kleineren Teams zu, hier eine Sensation zu landen, außer es wird ein völlig verrücktes Rennen. Besonders ins Zeug legen werden sich aber natürlich Hideki Mutoh und Takuma Sato, in Japan sind sie so etwas wie Volkshelden.

“Nur” 25 Autos werden am Sonntagmorgen unserer Zeit an den Start gehen. Roger Yakusawa ein Us-Amerikaner japanischer Abstammung wird für Scheckter im Team Conquest Racing ins Lenkrad greifen. Er fuhr dieses Jahr noch kein Rennen, seine letzte vollständige Saison hatte er 2005. Sein letzter Start war 2009 in Motegi, wo er 20. wurde. Ebenfalls nicht dabei ist Ed Carpenter von Panther Racing. Das Team von Sarah Fischer ist auch nicht mit nach Japan geflogen, Rahal wird jedoch trotzdem am Rennen in einem Newman-Haas-Racing Auto teilnehmen. Das Wetter sieht etwas wackelig aus, am Freitag soll es regnen und Samstag und Sonntag trocken bleiben, hoffentlich bleibt das so.

Übertragen wird das Rennen wieder von Versus, allerdings für uns durch die Zeitverschiebung zu unmenschliche Zeiten: Sonntagnacht ab 5.00 Uhr, wenn ich mich mit den Zeitzonen nicht vertan habe. Wie immer gibt es natürlich auch den offiziellen Stream unter www.indycar.com. Ob eine Meisterschaftsentscheidung gefallen ist, erfährt man also Sonntagmorgen beim Frühstück.

August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

July 14 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Obwohl Rubens Barrichello bei Williams hoch geschätzt wird und er bisher fast alle Punkte des Teams zusammen gefahren hat, ist der Vertrag für 2011 noch nicht fix. Die gesamte Führungsmannschaft von Williams redet seit Wochen davon, dass man ohne den Brasilianer nicht da sein würde, wo man jetzt ist, aber Barrichello selber hält sich bedeckt. Offenbar hat er ein Angebot von Williams, schaut aber vielleicht mit einem Auge zu Renault oder Force India, wo sich ja eventuell etwas tun könnte. Weiteres Problem für Williams: Ende des Jahres verabschieden sich die Sponsoren Air Asia und RBS. Vermutlich wird Barrichello bleiben, wenn die Finanzierung seines Vertrages steht.

// Ein weiter Mann, über den im Moment viel geredet wird, ist Kimi Räikkönen. Der Finne ist in der WRC zwar recht flott unterwegs, legt seinen Wagen aber mit schöner Regelmäßigkeit auch in der Botanik ab. Im Moment gibt es gleich drei Szenarien, die ihn als Hauptperson haben: 1. Er geht zu Renault. Es ist kein Geheimnis, das Renault die eher mauen Ergebnisse von Petrov kritisch beäugt und mit Kimi einen passenden Fahrer im Stall hätte. 2. Er geht zu Mercedes. Das Gerücht entstand die Tage, als durchsickerte, dass Norbert Haug vor ein paar Wochen bei Räikkönen zu Besuch war. Man relativierte den Besuch aber als “freundschaftlich”, was immer das heißen mag. Auf der anderen Seite müsste man dann Schumacher entlassen, was ja auch keiner glaubt. 3. Er geht zu Red Bull, Webber geht zu Renault. Nicht so unwahrscheinlich, wie es vielleicht im ersten Moment klingt. Die Probleme zwischen RB und Webber sind bekannt, Räikkönen fährt in der WRC dank des Sponsoring von Red Bull. Alle Szenarien haben nur einen Haken: Angeblich hat der Finne noch bis Ende 2011 einen Vertrag mit Ferrari, die ihm weiter sein Gehalt zahlen. Sollte er in die F1 zurückkehren wollen, wäre der Vertrag hinfällig

// Die FIA legt die Hürden ein 13. Team nach dem Desaster um USF1 offenbar sehr hoch. Wer auch immer den Zuschlag erhält, muss 19 Millionen Euro Sicherheitseinlage vorstrecken. Nach dem Motto: wer das hinbekommt, der kann auch eine Saison finanzieren. Dabei ist nicht mal klar, wer noch im Rennen ist, nachdem ART und Prodrive schon abgewunken haben. Selbst bei Euskadi soll das Geld eng werden. Bleibt Stefan GP und die mysteriöse “Cypher Group” aus den USA, die schon Jonathan Summerton als möglichen Fahrer bekannt gegeben haben. Die Ankündigung einer so hohen Sicherheitszahlung könnte darauf hindeuten, dass man es StefanGP und der Cypher Group schwer machen möchte.

// Dreyer & Reinbold-Racing hat gleich zwei weitere Piloten für das Auto des verunfallten Mike Conway engagiert. Am Wochenende wird Tomas Scheckter den Wagen durch Toronto pilotieren, Indy Lights Meister J.R. Hildebrand kommt dann in Mid-Ohio und Sonoma zu seiner Indycar-Premiere. Hildebrand ist dabei aber kein reiner Ersatz für Conway: Der Brite zielt derzeit auf ein Comeback am Infineon Raceway – sollte sich das tatsächlich ausgehen, wird D&RR dort einen zusätzlichen Wagen bereitstellen. Wer das Auto in der Zwischenzeit in Edmonton bekommt, ist noch unklar.

// Ein Cockpit hat endlich auch Graham Rahal gefunden – und zwar für sechs der verbleibenden acht Saisonrennen bei Newman/Haas. Los gehts bereits am kommenden Wochenende in Toronto, die anderen fünf Rennen sind Mid-Ohio, Sonoma, Motegi, Chicagoland und Homestead. Lediglich Edmonton und Kentucky werden voraussichtlich ohne Rahal auskommen müssen.

// Zumindest die Fans in Edmonton haben aber wohl im kommenden Jahr noch einmal Gelegenheit, den Youngster live bei der Arbeit zu sehen. Allgemein war damit gerechnet worden, dass der Lauf in der Hauptstadt der Provinz Alberta dem Sparstift zum Opfer fällt – immerhin hat die Stadt in den vergangenen Jahren mit dem Rennen Millionenverluste eingefahren. Jetzt hat sich aber wohl doch noch ein neuer Promotor gefunden – und zwar gleich für drei Jahre von 2011 bis 2013.

// Die Superleague Formula hat vom PR-Büro der Volksrepublik China wohl eine all-inclusive Reise geschenkt bekommen. Denn plötzlich sickert durch, dass die Fußball-Rennserie im Oktober dort zwei Rennen absolvieren möchte. Eine offizielle Pressemeldung gibt es noch nicht, aber auf der Homepage der Serie tauchen seit kurzem die zwei neuen Termine im Kalender auf. Der erste der beiden Läufe findet in Ordos, in der inneren Mongolei statt. Die Strecke dort soll im Juli fertig gestellt sein, ein Plan des “Ordos International Circuit” ist bereits verfügbar. Ziel der Regierung ist es, der bisher eher unbekannten aber durchaus wohlhabenden Region ein moderneres Image zu geben. Lokalkolorit bleibt trotzdem erhalten: Der Grundriss der Strecke ist einem durch die Steppe laufenden Pferd nachempfunden. Der Austragungsort des zweiten Rennens steht noch nicht fest, Gerüchte sprechen von einem Stadtkurs in Peking.

// Kalender-News gibt es auch aus der WTCC. Promoter Marcello Lotti hat gegenüber motorsport-total.de bestätigt, dass ein Rennen in Argentinien in der kommenden Saison wohl fix ist. Austragungsort des Laufes ist die ehemalige Formel 1-Strecke in Buenos Aires. Ob allerdings auch das F1-Layout, oder eine der unzähligen anderen Varianten gefahren wird, ist unklar. Die argentinische TC2000, in deren Rahmenprogramm man auftreten wird (bzw. die, wie Lotti versichert des Rahmenprogramm der WTCC darstellen wird) benützt in diesem Jahr die lange und ultraschnelle Variante 12. Beginnen wird die kommende Saison möglicherweise in Marrakesch – die marrokanischen Veranstalter haben sich wohl einen prominenteren Termin gewünscht. Außerdem vermutlich neu: Ein Rennen in China. Lotti hat dafür das neue Guandong International Circuit in der gleichnamigen Provinz – einem der chinesischen Wirtschaftsmotoren – im Auge. Problem: Unweit von der Strecke liegt auch die “Sonderverwaltungszone” Macau, traditioneller Ort des Saisonfinales, das Lotti unbedingt im Kalender halten will.

// Auch in dieser Saison tut sich in der WTCC weiterhin Einiges: So hat Volvo vergangene Woche bekannt gegeben, dass man bei den Rennen in Brands Hatch (also schon am kommenden Wochenende) und Okayama einen von Robert Dahlgren pilotierten c30 an den Start bringen wird. Das ganze soll ein Testlauf fpr 2011 werden – dann plant man nämlich die gesamte Saison zu bestreiten.

// Auch bei den Fahreren gibt es (neben Dahlgren) in Großbritannien zwei Neuzugänge: Tom Boardman wird einen Seat León pilotieren, der Brasilianer Cacá Bueno einen vierten Chevrolet Cruze. Bueno ist neben Leonel Pernía (bekannt durch den Start für Chevrolet in Monza) einer der beiden Piloten, die vermutlich im kommenden Jahr unter der Ägide von Honda Argentinien ganzjährig in der WTCC starten werden. Wieso der zunkünftige Konkurrent Chevrolet gleich beide Fahrer in diesem Jahr ans Steuer lässt, ist unklar.

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June 03 2010

16:30

Vorschau: IRL Firestone 550K in Texas

Auch in diesem Jahr versucht die IRL, den Buzz des Indy 500 gleich eine Woche später in ein weiteres Rennen hinüberzuretten. Anders, als in den vergangenen Jahren fährt man dieses Jahr allerdings nicht die Milwaukee Mile, sondern am superschnellen Texas Motor Speedway.

Das in Fort Worth gelegene Oval ist jene Strecke, auf der die CART 2001 ihr Rennen absagen musste, weil den Fahrern wegen der hohen Fliehkräfte bei 370 km/h schwindlig wurde (und wenn man sich die Onboard-Aufnahmen aus der Qualy ansieht, kann man auch sofort verstehen, wieso). Die IRL fährt allerdings schon länger auf dem Kurs, und das ohne größere Probleme. Das Rennen ist sogar so populär, dass die Indycars in den Jahren von 1998 bis 2004 zweimal pro Jahr in Texas Station machten. Außerdem war die Strecke bis 2005 auch bereits als Schauplatz des Indy 500-Nachspiels im Einsatz. Diesen Platz hat sie nun von der finanziell strauchelnden Milwaukee Mile zurückerobert. Das ist schade, denn die Traditionsrennstrecke von Wisconsin war in gewisser Weise ein idealer Partner für das geschichteträchtige Indy 500. Spektakulärere Rennen könnten wir aber durchaus in Texas zu sehen bekommen.

Die Veranstaltung trägt den klingenden Titel “Firestone 550″ – man sollte sich davon aber nicht irritieren lassen. Es handelt sich bei der marketingtechnisch geschickt gewählten Rennlänge nämlich nicht um Meilen, sondern um Kilometer. Der Lauf erstreckt sich also lediglich über 340 Meilen – und ist mithin nur geringfügig länger als die zahlreichen 300 Meilen-Rennen, die sonst noch am Indycar-Kalender stehen. Beim Zusehen könnte die Zeit aber trotzdem schneller vergehen als sonst. Denn in den vergangenen Jahren gab es in Texas fast durchgehend äußerst spannende Rennen mit zahlreichen, über mehrere Kurven und Runden gehenden Duellen. Das liegt vor allem daran, dass die gesamte Strecke flat-out gefahren wird, und dass mehrere Linien möglich sind – die ideale Voraussetzung für epische Windschattenschlachten. An technischer Finesse gibt die Youtube Onboard-Runde, die die IRL für jedes Rennwochenende bereitstellt dafür diesmal nicht allzuviel her:

Leider ist die Strecke nicht nur wegen der guten Duelle spektakulär – es gab dort auch schon einige sehr unschöne Unfälle. Dan Wheldon hatte hier laut eigener Aussage etwa den heftigsten Abflug seiner Karriere, Tony Kanaan hatte dort mal beim Queren einer Unfallstelle so richtig viel Glück. Zuoberst steht aber wohl jener Crash, der 2003 Kenny Bräck fast das Leben und jedenfalls einen Teil seiner Karriere geraubt hat – ein ähnlicher Unfall wie jener, den Mike Conway am Wochenende erlitten hat, nur noch etwas schlimmer. Es ist also Vorsicht geboten, wenn es Samstagnacht wieder losgeht.

Wer Mike Conway, der für mindestens drei Monate ausfallen wird, bei Dreyer und Reinbold ersetzen soll, ist noch unklar. An erste Stelle steht aber wohl Tomas Scheckter, der schon in Teilen der vergangenen Saison und beim heurigen Indy 500 für Dreyer & Reinbold unterwegs war, und außerdem just in Texas 2005 seinen ersten und einzigen IRL-Sieg landen konnte. Auch Scheckters Twitter-Meldungen deuten sehr darauf hin, dass der Südafrikaner wohl in Texas am Start sein wird. Auf lange Sicht wäre aber auch ein anderes Szenario denkbar: Ryan Hunter-Reay, einer der großen Überraschungsmänner der bisherigen Saison, hat bei Andretti Autosport nur genügend Sponsorgelder, um bis einschließlich Texas dort zu fahren. Die IRL-Verantwortlichen dürften aber wohl sehr daran interessiert sein, den mit Abstand besten US-Fahrer 2010 über das ganze Jahr hindurch in der Serie zu halten. Die nötigen Gelder bringt der reine Wille zwar auch nicht – aber vielleicht lässt sich ja doch eine Lösung finden, zumal wohl auch Dreyer & Reinbold daran interessiert sein wird, den bestmöglichen Fahrer zu finden.

An der Spitze werden wohl trotzdem wieder die alten Bekannten von Penske und Ganassi zu finden sein. Denn auch, wenn die Charakteristik des Ovals enge Duelle erlaubt – es wäre sehr erstaunlich, wenn die anderen Teams ihren Rückstand plötzlich ganz aufgeholt hätten. Bei Penske würde ich die innerhalb des Teams am ehesten auf Helio Castroneves tippen, weil der Brasilianer ganz einfach mit Abstand über die größte Oval-Erfahrung verfügt. Bei Ganassi sehe ich eher Dario Franchitti vorn. Scott Dixon ist zwar auf Ovalen auch nicht zu unterschätzen – in Indianapolis hatte er aber auch schon vor dem Fehler seiner Boxencrew, der seinen Wagen kurzfristig zum Dreiradler machte kein rechtes Mittel gegen seinen schottischen Teamkollegen parat.

Gespannt darf man sein, ob die Wagen von Andretti Autosport ihre Pace vom Indy 500 auch auf anderen Ovalen umsetzen können. Zumindest mit Tony Kanaan und Marco Andretti wäre dann ja allemal zu rechnen. Der angesprochene Ryan Hunter-Reay musste sich nach dem Unfall mit Mike Conway einer Operation an den Bändern in seiner linken Hand unterziehen, und muss eine Schiene tragen – er will aber trotzdem antreten, was sehr unangenehme Assoziationen weckt. Danica Patrick war am Ende beim Indy 500 auch wieder ganz gut unterwegs – ihre Platzierung verdankt sich allerdings nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch dem Pech mancher Kollegen. Trotzdem sollte der sechste Platz ein Ergebnis sein, an dem sie sich mental ein wenig aufrichten kann – ob das reicht, um zu alter Stärke zurückzufinden, bleibt abzuwarten.

Das Rennen von Texas (in der Nacht von Sa auf So, 2:00Uhr) wird in den USA wieder von Versus, anstatt von ABC/ESPN übertragen. Endlich, möchte man sagen, denn Versus hat in der bisherigen Saison doch einen deutlich inspirierteren Job gemacht, als die eher lustlosen Network-Kollegen. Wer hierzulande zusehen will, muss leider weiterhin auf den offiziellen Stream von der Indycar Race Control zurückgreifen. Es ist allerdings zu hoffen, dass die vertraglichen Rahmenbedingungen, anders als beim Indy 500, diesmal wieder etwas abwechslungsreichere Kamerapositionen erlauben. Andernfalls bleibt wieder nur der Weg ins inoffizielle Stream-Milieu – wegen des gleichzeitig stattfinden Rennens der NASCAR NW könnte es dabei allerdings zu gewissen Engpässen kommen.

Planungen für 2011 und 2012

Teils überraschend gab es in dieser Woche dann noch zwei Verlautbarungen über die Zukunft der Rennserie.

Ziemlich unerwartet kam am Mittwochabend die Meldung, dass sich die Arbeitsgruppe mit dem klingenden Namen ICONIC (das steht für Innovative, Open-Wheel, New, Industry-Relevant, Cost Effective) auf die Rahmenbedingungen für das Motorenkonzept geeinigt hat, das ab 2012 zum Einsatz kommen soll. Es wird sich dabei um Turbomotoren mit 550 bis 700 PS handeln. Der Clou: Die Regeln werden sehr weit gefasst, es soll also ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Konzepten und Herstellern stattfinden. Festgelegt ist lediglich, dass die Ethanol-betriebenen Triebwerke maximal sechs Zylinder und 2,4 Liter Hubraum haben dürfen. Dass das alles noch etwas zu vage klingt, finden wohl auch manche Hersteller, etwa Honda, Ford und Mazda, die zwar prinzipiell Interesse signalisiert haben, aber gerne mehr Details hören würden. Die sollen am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Texas folgen.

Eher erwartbar dagegen: Ebenfalls am Mittwoch hat die IRL bestätigt, dass die Indycars ab der kommenden Saison ein Stadtrennen in Baltimore abhalten werden. Die IRL hofft drauf, bis zu 100.000 Fans auf die Tribünen der zwischen Washington, DC und Philadelphia gelegenen Metropole zu locken. Als Termin wird der 5.-7. August genannt, der Vertrag mit der Stadt läuft über fünf Jahre. Ein vollständiger Kalender für die kommende Saison soll bis Juli feststehen – wegen Unstimmigkeiten mit der Betreiberfirma ISC, die unter anderem die Strecken von Chicagoland, Homestead, Kansas und Watkins Glen besitzt, ist möglicherweise mit größeren Änderungen zu rechnen.

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