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October 21 2013

06:25

DTM: Analyse Hockenheim II 2013 – Regenglück

Jede Menge Regen sorgte für ein interessantes Rennen, dass aber über die gesamte Zeit von BMW dominiert wurde. Nur ein Mercedes sorgte dafür, dass BMW das Podium nicht komplett belegen konnte.

Motorsports / DTM 10. race HockenheimSchon in der Qualifikation zeigte sich, dass der Sieg nur über einen BMW führen würde. Spengler, Werner, Priaulx und Glock machten Q4 in dieser Reihenfolge unter sich aus. Molina lag im besten Audi auf P5, der beste Mercedes war mit Robert Wickens gar erst auf P13 zu finden. Das sah also nach einer eindeutigen Sache für die Münchner aus, die ja immerhin noch die Möglichkeit hatten, den Markentitel zu verteidigen. Aber am Renntag schüttete es wie aus Eimern. Die Strecke stand teilweise unter Wasser, aber die Rennkommissare entschlossen sich dennoch für einen regulären Start.

Bruno Spengler konnte seine Pole nutzen und genoss die gischtfreie Sicht nach vorne. Dahinter wurde es dann erwartungsgemäß eng. Glock kam nur schleppend los und musste unter anderem Farfus passieren lassen, der von P10 kam. Auf der Anfahrt zu Kurve 2 wurde es dann eng und ausgerechnet zwei BMW gerieten aneinander. Glock hatte innen zu spät gebremst und schoss dabei dann Farfus ab, der wiederum fast Rockenfeller mit ins Verderben riss. Für Farfus war das Rennen dann mehr oder weniger gelaufen. Der Sieger des letzten Rennens konnte zwar weiterfahren, spielte im Rennen aber keine Rolle mehr. Auch für Rocky ging danach nicht mehr viel nach vorne, weil seine Spurstange einen Schlag bekommen hatte und der Wagen nur noch bedingt gut lief. Timo Glock hatte dagegen viel Glück. Zum einen blieb sein BMW unbeschädigt, zum anderen konnte er sich in dem Trubel wieder auf P4 schieben. Ein paar Runden später lag er dann hinter Spengler und Werner, den er im ersten Drittel des Rennens dann auch noch überholen konnte, auf P3.

Vorne tat sich nicht viel, dafür passierte im Mittelfeld umso mehr. Es gab jede Menge Positionsverschiebungen und Überholmanöver, die nicht immer ohne Materialaustausch vonstatten gingen. Die Rennleitung blieb aber, im Gegensatz zu früheren Jahren, entspannt und ließ die Fahrer gewähren. Nur wenn es zu arg wurde, wie in dem Fall, als Juncadella dem vor ihm liegenden Ekström abschoss, griff man ein.

Die heimlichen Hauptdarsteller des Rennens waren aber die Regenreifen. Offensichtlich hatten die Teams aufgrund der niedrigen Temperaturen unterschiedliche Ansichten, was den Reifendruck anging. Einige gingen mit einem etwas höheren Druck ins Rennen, was die Reifen zwar schnell auf Temperatur brachte, dafür aber die Stintlänge verkürzte. Andere, unter anderem auch das Team von Timo Glock, entschieden sich für etwas weniger Luft in den Reifen. So dauerte es ein paar Runden, bis Glock richtig in Schwung kam, dafür hielten seine Reifen dann erstaunlich lange.

Ein Verlierer des Luft-Pokers war Bruno Spengler, der wegen abbauender Reifen früher an die Box kommen musste. Gegen Ende seines Stints nahm ihm Glock richtig viel Zeit ab und reduzierte den Abstand von sechs auf zwei Sekunden. Spengler kam rein, fiel dadurch ins Mittelfeld zurück und verlor dort etwas Zeit. Gleichzeitig konnte Glock vorne weiter seine guten Rundenzeiten beibehalten und dementsprechend seinen Vorsprung ausbauen. Dabei war die Idee eines frühen Stopps gar nicht mal so schlecht, wenn man denn den richtigen Reifendruck finden konnte.

Ungemach drohte allerdings aus dem Mercedes-Lager. Die Stuttgarter waren im Regen teilweise etwas besser aufgestellt, auch wenn keiner der Toppiloten vorne eingreifen konnte. Dafür lieferte etwas überraschend Roberto Mehri ein sensationelles Rennen ab. Vom letzten Platz gestartet erwischte man ihn auch noch bei einem Frühstart. Weil aber in den ersten Runden noch viel Wasser auf der Piste stand und die Rundenzeiten dementsprechend schlecht waren, verlor Mehri bei seiner Durchfahrtsstrafe nicht allzu viel Zeit. Er startete dann eine furiose Aufholjagd, wobei die Strategie seines Teams vorsah, dass Mehri einfach alles aus den Regenreifen rausholen sollte. Zwei etwas frühere Stopps, eine grandiose Fahrt und einige sehenswerte Überholmanöver später fand sich Mehri in Reichweite der Podiumsplätze.

Dass es am Ende nicht für den Sieg reichte, lag an den etwas früheren Stopps und daran, dass der zweite kurze Stint vor dem letzten Reifenwechsel nicht gut lief. Auch hier war der Reifendruck Schuld. Zwar kam Glock bei seinem letzten Stopp hinter Mehri auf die Strecke, dafür hatte er aber nagelneue Regenreifen. Nachdem diese nach zwei Runden auf Temperatur waren, ging Timo Glock relativ einfach an Roberto Mehri vorbei und fuhr einen Vorsprung raus, der bis ins Ziel reichen sollte.

Dass Glock am Ende gewinnen konnte, war etwas überraschend, aber in den letzten Rennen konnte man den Aufwärtstrend des Deutschen schon beobachten. Interessant war seine Aussage nach dem Rennen, dass er mit seinem Ingenieur endlich mal was ausprobieren konnte. Da klingt durch, was in der DTM wegen der fehlenden Trainingszeit Normalität ist. Die Teams haben ein Grundsetup, an dem der Fahrer meist nicht mehr allzu viel verändern kann. Offenbar hat BMW für die letzten Rennen MTEK freie Hand gegeben, Glock bestätigte, dass er seit drei Rennen mit dem Wagen besser klarkommt.

Der Sieg von Glock bedeutete auch, dass BMW den Markentitel verteidigen konnte. Und das recht deutlich mit 369 zu 347 Punkten vor Audi. In der Teammeisterschaft konnte sich Phoenix durchsetzen, weil Miguel Molina sein bestes Resultat des Jahres holte und RBM mit Farfus und Hand keinen einzigen Punkt holen konnten.

Alle Meisterschaftsstände gibt es hier.

Das war es dann mit der DTM für 2013, die eine gute Saison abgeliefert hat. Sieht man mal von der Farce vom Norisring ab und vergisst man die teilweise unterirdischen Vorberichte der ARD, hat die DTM in diesem Jahr durchaus etwas an Profil gewonnen. Für Audi hat sich der Umstieg auf den RS5 gelohnt, BMW zeigte erneut eine starke Leistung. Mercedes wird froh sein, dass die Saison vorbei ist. In der Markenwertung fehlen Mercedes knapp 100 Punkte auf BMW, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man nur mit sechs Wagen unterwegs war.

Wie üblich macht die DTM nun eine lange Pause. Erst am 04. Mai 2014 wird es mit dem ersten Rennen in Hockenheim weitergehen.

DTM_Finale_2013 00003 DTM_Finale_2013 00002 DTM_Finale_2013 00001
DTM-Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM 4 Roberto Merhi (E), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé

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June 17 2013

07:04

DTM: Analyse Lausitzring 2013

Die DTM lieferte am Lausitzring ein an der Spitze eher ruhiges Rennen ab. Immerhin ging es vergangenen Wochenende hinter den Top 3 gut zur Sache.

Mike Rockenfeller Christian VietorisIm Grunde war das Rennen schon am Start entschieden. Gary Paffett startete wie eine Rakete und ließ dem Polesitter Christian Vietoris nicht den Hauch einer Chance. Schon in der ersten Kurve setzte er sich ab und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr ab. Überraschend war dann eher schon die Tatsache, dass Mercedes plötzlich wieder vorne mitmischt. Der letzte Sieg eines Mercedes datierte aus dem letzten Jahr, als Jamie Green am Norisring gewinnen konnte. Seit dem schaute man beim Gewinnen nur zu. Woher kommt die also die Wiederauferstehung der Stuttgarter?

Bei AMG und den anderen Teams wird man hart gearbeitet haben, das ist klar. Ein leichter Aufwärtstrend war schon am Red-Bull-Ring zu sehen, hat man also nun den Anschluss an BMW und Audi geschafft? Ich vermute eher nicht. Denn auf der anderen Seite muss man sich am Lausitzring BMW anschauen. Die kamen mit der Strecke überhaupt nicht klar und verpassten schon in der Qualifikation zum ersten Mal seit Langem die Top 4. Nun werden weder Augusto Farfus noch Timo Glock das Fahren verlernt haben, beide krebsten im Rennen aber außerhalb der Top Ten herum und im letzten Jahr gewann man an selber Stelle. Was die Vermutung nahe legt, dass der Kurs am Eurospeedway den Mercedes einfach richtig gut passt.

Die BMW-Fahrer beschwerten sich unisono über ein schlecht liegendes Auto und Untersteuern. Das konnte man im Rennen bei Bruno Spengler sehen, dessen Linie deutlich weiter verlief, als die seiner Konkurrenten. Vielleicht hat man sich bei BMW wegen der kurzen Vorbereitungszeit auch mit der Abstimmung verhauen. Seitdem die ITR die Freitagstest verbannt hat, ist die Zeit für eine gute Abstimmung knapp geworden. Auf der anderen Seite ist da die FIA, die den Streckenbesitzern nun aufgetragen hat, auf der Strecke teilweise neuen Asphalt aufzutragen. Folgt man der Anweisung nicht, verliert man die FIA-Zertifizierung und damit auch die Top-Rennen.

Interessant war es an diesem Wochenende mal wieder in Sachen Strategie. Seit die DTM in diesem Jahr die etwas weicheren “Option” Reifen eingeführt hat und man wechseln kann, wann man will, ist das Rennen komplexer geworden. Zwei Beispiele machen das klar. Timo Scheider und Mattias Ekstörm. Beide Audi-Piloten erledigten ihre Pflichtboxenstopps in Runde 5 und Runde 8 und wollten mit den weichen Reifen dann bis zum Ende durchfahren. Bei Ekström ging die Rechnung auf. Nach dem zweiten Stopp lag er auf P19, kämpfte sich dann aber auf P8 vor, ohne noch einmal stoppen zu müssen. Bei Scheider klappte das nicht, er musste mit abbauenden Reifen 9 Runden vor Schluss noch mal reinkommen und landete so am Ende nur auf P20.

Immerhin sorgte Ekström mit seiner Fahrt dafür, dass es einiges an Überholmanövern zu sehen gab. In der letzten Runde attackierte er den bestplatzierten BMW mit Bruno Spengler, der auf P7 lag. Die beiden lagen auf der Geraden nebeneinander und berührten sich auf der Zielgeraden mehrfach. Spengler rettete sich mit einer knappen Zehntel Vorsprung und quittierte die Aktion des Schweden mit einem ausgetrekkten Mittelfinger. Die ausgefallene Strategie von Audi zahlte sich aber dennoch aus, denn Ekström war nur von P18 gestartet.

Überhaupt lief es für die Audi im Rennen etwas besser, als noch in der Qualifikation. Mike Rockenfeller, der in diesem Jahr einen richtig guten Lauf hat, verbesserte sich im Rennen von P6 auf P2. Auch hier half eine andere Strategie, die ihm erlaubte, sich an den vor ihm liegenden Mercedes vorbei zu schieben. Auch er hatte früh gestoppt, fuhr dann einen langen Mittelstint und kam erst im letzten Drittel des Rennens wieder an die Box. Danach lag er zunächst knapp hinter Gary Paffett, der sich aber nach und nach doch absetzen konnte.

Erwähnenswert ist noch das Rennen von Daniel Juncadella. Der Mercedes-Junior startete von P13 und zauberte einige sehenswerte Überholmanöver auf die Strecke. Bruno Spengler überraschte er mit einem wilden Manöver am Ende der Start/Zielgeraden, das sich zu den Besten des Rennens gehört.

Weil bei BMW am Wochenende nichts ging, blieben auch deren Piloten unter ferner liefer. Nur Spengler rettete sich in Top Ten, verlor aber in der Meisterschaft wichtige Punkte an Mike Rockenfeller, der der wegen der besseren Gesamtergebnisse die Gesamtführung übernommen hat. Die DTM-Saison 2013 scheint spannend zu werden, vor allem wenn Mercedes die Form vom Lausitzring in den nächsten Rennen bestätigen kann.

1. Mike Rockenfeller (Audi) 59 Punkte
2. Bruno Spengler (BMW) 59 Punkte
3. Gary Paffett (Mercedes-Benz) 47 Punkte
4. Christian Vietoris (Mercedes-Benz) 40 Punkte
5. Augusto Farfus (BMW) 33 Punkte
6. Marco Wittmann (BMW) 32 Punkte
7. Robert Wickens (Mercedes-Benz) 27 Punkte
8. Dirk Werner (BMW) 22 Punkte
9. Mattias Ekström (Audi) 20 Punkte
10. Joey Hand (BMW) 16 Punkte

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3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Start DTM Lausitzring 2013 Start DTM Lausitzring 2013 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM 12 Jamie Green (GB), Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi RS 5 DTM 9 Christian Vietoris (D), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Mike Rockenfeller Christian Vietoris

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May 22 2013

10:11

DTM – Brands Hatch – Das Rennen

Für Martin Tomczyk beginnt das Wochenende am Samstag mit der ersten Pole seit zwei Jahren. Beim offiziellen Wiegen stellt sich allerdings heraus, dass sein Schnitzer-BMW 0,5 kg zu leicht im Quali unterwegs war, weswegen er am Sonntag am Ende der Startaufstellung in Rennen gehen muss. Nutznieser ist Mike Rockenfeller der mit seinem Audi die Poleposition erbt, gefolgt von den BMW‘s von Augusto Farfus und Joey Hand. Der erste Mercedes startet mit Gary Paffett hinter dem Steuer erst von Platz 11.

DTM Brands Hatch 2013Direkt vom Start weg attackiert Farfus in den ersten beiden Runden den Audi von Rockenfeller. Weiter hinten kann sich sein Markenkollege Tomczyk vom 22. bis auf den 15. Platz vorarbeiten. Paffett und Ekström fahren bereits nach 4 Runden an die Box und wechseln von den Harten auf die Optionreifen, ihnen folgen Vietoris, Werner und Tambay. Die Idee hinter dieser Taktik ist nach dem Stopp hinter dem Feld Zeit aufzuholen und dann nach dem ersten Stopp der anderen Fahrer nach vorn gespült zu werden.

Unterdessen stellt sich Roberto Mehri bei Timo Glock vor und schickt den ehemaligen Formel 1 Fahrer bei einem Überholmanöver auf die Wiese, was dem zu diesem Zeitpunkt ganz gut liegenden Glock gehörig das Rennen versaut. Wenige Runden später nimmt sich Tambay ein Vorbild an Mehris Manöver und zwing Priaulx bei einem ganz ähnlichen Manöver in einen Dreher. Dafür kassiert Tambay direkt eine Durchfahrtstrafe. Um Tambay aber noch mal richtig zu zeigen, wie man einen Konkurrenten in die Wiese befördert, demonstriert Mehri ihm noch mal dasselbe Manöver an Martin Tomczyk, diesmal erhält auch Mehri seine Durchfahrtstrafe, auf die er es offensichtlich abgesehen hatte. Nach dem Rennen beschweren sich wenig überraschend Mehris „Opfer“ im Interview, Glock ist gar der Meinung dass Mehri nichts in diese Serie zu suchen hat.

An der Spitze kann Rockenfeller nach den ersten Stopps seine Führung vor Farfus problemlos halten und im Mittelfeld zeigt sich dass die Taktik von Paffett und Ekström auszugehen scheint. Nach rund 40 Runden liegen die beiden, die von Startplatz 11 und 12  ins Rennen gingen, nun auf Platz 6 und 8.  In Runde 44 wechselt Paffett in seinem 2. und letzten Stopp wieder auf harte Reifen.

Die einzige Gelbphase des Rennens gibt es in Runde 66. Farfus bekommt Elektronikprobleme, doch statt die Box anzusteuern fährt er an der Boxeneinfahrt vorbei, weit kommt er jedoch nicht mehr. Auf der Start-Ziel-Geraden bleibt der BMW gegenüber der Boxengasse liegen, Farfus versucht vergebens seinen M3 wieder in Gang zu setzen, was jedoch vergebens ist. Statt nun jedoch das Safetycar auf die Strecke zu bringen gibt es nur eine Gelbphase, die später übrigens Paffett zum Verhängnis werden soll. Ein etwas übermotivierter Fahrer eines Streckenfahrzeugs fährt zum liegen gebliebenen BMW von Farfus und sorgt kurz darauf für das vermutlich gefährlichste Manöver des ganzen Rennens. Das Steckenfahrzeug nimmt den BMW in Schlepptau um ihn von der Strecke zu bergen und zieht ihn dabei in einem vorsichtig ausgedrückt „Wagemutigen“ Manöver einmal quer über die Piste auf die andere Fahrbahnseite zum Ende der Boxenausfahrt, im Kamerabild sieht man von hinten schon herannahende Rennfahrzeuge. Vielleicht sah das Ganze in der Perspektive etwas enger aus, als es tatsächlich war, jedoch war dies mit Abstand das dümmste und unnötigste Manöver des Rennens.

Gegen Ende des Rennens kommt es zum nächsten Aufreger des Rennens. Der auf Platz 4 liegende Robert Wickens ist als Einziger in der Spitzengruppe noch mit den schnellen Optionsreifen unterwegs. Jedoch darf er nicht den vor ihm liegenden Paffett angreifen der nun schon seit etwas mehr als 40 Runden mit demselben Reifensatz unterwegs ist. Über Funk sagt man ihm er solle auf seine Reifen achten und „seinen Job machen“. Teamorder ist zwar in der DTM nicht verboten, aber so offen demonstriert von keinem gern gesehen. Das Rennen endet unspektakulär mit Rockenfeller als Start-Ziel-Sieger und Bruno Spengler auf Platz zwei. Als Dritter geht Gary Paffett über die Ziellinie, seine Taktik mit dem frühen ersten Stopp hat sich also ausgezahlt, doch auf den Treppchen landet er heut trotzdem nicht. Kurz nach Rennende erhält er eine 5 Sekundenstrafe. Eine neue Regel besagt, dass eine Runde unter Gelb mindestens eine halbe Sekunde langsamer sein muss als die vorherige Runde des Fahrers, sonst gibt es eine 5 Sekundenstrafe. Genau dies war bei Gary Paffett der Fall, der Brite (nun nur noch Sechster) zog also wutschnaufend von dannen, währen Wickens nun joggenderweise zur Siegerehrung spurtet und sich seine späte Wiedergutmachung in Form des dritten Platzes abholen durfte. Auf in Brands Hatch zeigte sich einmal mehr das Optionreifen und DRS (wie umstritten auch immer) für einige Überholmanöver sorgen konnten, grade auf der engen Strecke von Brands Hatch ist das schon bemerkenswert.

Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM and Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM. Augusto Farfus (BR) Castrol EDGE BMW M3 DTM, Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM and Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM. Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM Joey Hand (US) BMW M3 DTM and Augusto Farfus (BR) Castrol EDGE BMW M3 BMW Motorsport. Timo Glock (DE) DEUTSCHE POST BMW M3 DTM. Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM Edoardo Mortara (ITA, Audi Sport Team Rosberg / Playboy Audi RS 5 DTM #11 Mattias Ekstroem (SWE, Audi Sport Team Abt Sportsline / Red Bull Audi RS 5 DTM) Mike Rockenfeller (GER, Audi Sport Team Phoenix / Schaeffler Audi RS 5 DTM), DTM Brands Hatch 2013 Red Bull Audi RS 5 DTM #11 (Audi Sport Team Abt Sportsline), Mattias Ekström Schaeffler Audi RS 5 DTM #19 (Audi Sport Team Phoenix

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August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht austauscht, hat vermutlich nur etwas damit zu tun, dass man keinen brauchbaren Ersatz findet.

4. Mercedes
Da hat man mehr erwartet. So einfach kann man die Saison von Mercedes zusammenfassen. Ross Brawn ist mit dem MGP02 schon wieder ein eher nur mittelprächtiger Entwurf gelungen, dazu kommt, dass das offensichtlich schmale Budget kaum Verbesserungen zulässt. Zumindest von außen macht der Mercedes den Eindruck, als würde er sich kaum verändern. Man kann eine lange Liste von Gründen aufführen, warum der Wagen nicht läuft (langer Radstand, schlechte Kühlung, schlechter Diffusor, zu wenig Grip vorne), aber am Ende stimmt halt das gesamte Paket nicht. Als Hoffnungsschimmer muss man aber auch sagen, dass es dem Team gelungen ist den Abstand nach vorne während der Saison deutlich zu verringern. Es waren mal 2 Sekunden, in den letzten Rennen waren dann noch rund 1.3 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass die anderen auch schneller geworden sind, ist das ein gutes Ergebnis.
Die Fahrer blieben beide blass. Schumacher hatte Lichtblicke aber noch mehr Tiefpunkte, Nico Rosberg konnte mich bisher auch nicht wirklich überzeugen, aber das mag am Chassis liegen. Insgesamt macht das Team leider nicht den Eindruck, als könne man 2011 den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

5. Renault
Auch Renault hat sich mit dem nach vorne gelegten Auspuff was hübsches ausgedacht, aber die Saison war eigentlich mit den Unfall von Kubica schon vorbei. Man hatte dem Polen den R27 auf den Leib geschneidert und als er weg war, hatte man den Salat. Dazu kam, dass die Idee, den gesamten Unterboden anzublasen, in der Realität nicht wirklich ausreichend funktioniert. Man hat mit einem “normalen” Auspuff experimentiert, aber die Konzeption des Wagens passt nicht dazu. Intern gab es auch jede Menge Ärger, denn sehr viele Mitarbeiter aus der Entwicklung sind in den letzten 12 Monaten gegangen. Eric Boullier hat einen eigenwilligen Führungsstil, wie man so hört. Die Verpflichtung von Nick Heidfeld war die richtige Entscheidung, aber der Deutsche konnte nicht wirklich überzeugen. Seine Quali-Schwäche ist in der heutigen F1 ein gravierender Nachteil und die Niederlagen gegen Petrov nicht schön. Der Russe wiederum fährt eine erstaunlich stabile Saison, aber ich bin mir sicher – würde Kubica im Wagen sitzen, sähe die Sache anders aus. Renault wird die zweite Hälfte der Saison damit verbringen, viele Neuteile für 2012 und Fahrer auszuprobieren. Grosjean gilt als einer, der Heidfeld noch in diesem Jahr ersetzen könnte.

6. Sauber
Der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist vermutlich das Beste, was die Schweizer erreichen können. Die Top 3 sind nicht zu bekommen, Mercedes einen Schritt besser und Renault durchaus erreichbar in einigen Rennen. Und doch bin ich etwas enttäuscht. Immerhin fährt Sauber mit dem kompletten Ferrari-Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) und mit James Key hat man einen jener Designer bekommen, der zu den Besten seiner Generation zählt. Dazu hat man mit Kamui Kobayashi und dem erstaunlich schnellen Perez ein gutes Fahrerteam. Aber der diesjährige Sauber läuft nicht so gut, ihm fehlt vor allem der heiß angeblasene Diffusor, den man nicht baute, nachdem die FIA ihn zunächst verbieten wollte. Also wird man versuchen die Saison mit Stil zu Ende zu bringen und der sechste Platz ist drin, wäre da nicht das aufstrebende Force India Team.
Kamui Kobayashi hat in diesem Jahr mal wieder viel Spaß gemacht und ich hätte ihn 2012 schon gerne in einem Top Team gesehen, aber da ist ja kein Platz. 2013 könnte das anders aussehen, wenn er seine Fehleranfälligkeit noch etwas reduziert. Sergio Perez ist eine der Überraschungen in diesem Jahr. Auch wenn er nicht immer mit Kobayashi mithalten kann, da könnte ein interessantes Talent heranreifen.

7. Force India
Die Inder liefern eine durchwachsene Saison ab, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet sind. Auch hat Vijay Mallya in den letzten 18 Monate das komplette Entwicklungsteam umbauen müssen, von daher sind die guten und vor allem besser werdende schon eine kleine Überraschung. Das hat aber auch mit den Fahrern zu tun, die nach einigen Schwächen zu Beginn des Jahres, eine starke Leistung zeigen. Sutil ist nach einem unschönen Start endlich wieder auf seinem normalen Niveau angekommen, Paul di Resta liefert für seine erste Saison sehr gute Ergebnisse ab und steht vermutlich auf der Long List einiger Teamchefs. Das Problem bei Force India ist halt, dass ihnen gegen Ende des Jahre die Ressourcen ausgehen, weil man am neuen Wagen arbeitet. Aber noch haben sie durchaus eine Chance auch Sauber abzufangen, aber die ist wirklich nur sehr schmal.

8. Toro Rosso
Das B-Team von Red Bull steht zwar in Sachen Design auf eigenen Beinen, hängt aber weiter am Tropf von Red Bull. Und so richtig gut läuft es in diesem Jahr wirklich nicht. Der erste eigene Entwurf eines F1-Chassis hat vielversprechende Ansätze, aber mehr eben auch nicht. Normalerweise sollte man auf dem Niveau von Force India unterwegs sein, was im Rennen auch gelingt. Aber in der Quali liegt man doch ein gutes Stück zurück. Die Punkte hat man bisher über die Strategie und die saubere Fahrweise der Piloten holen können.
Wobei mich bisher weder Sebastian Buemi noch Jamie Alguersuari wirklich überzeugen konnten. Buemi ist der bessere Mann in der Qualifikation und sieht auch im Rennen oft besser aus. Aber die Unterschiede im Rennen sind eher marginal. Klar dürfte sein, dass einer im Winter wird gehen müssen. Vielleicht auch beide, wenn man neben Daniel Ricciardo noch einen weiteren Mann findet.

9. Williams
Sicherlich die Enttäuschung des Jahres. Der FW33, dessen Konzept auf dem Papier interessant ausschaut, ist ein totaler Flop. Und zwar ein Flop von derartigen Ausmaßen, dass man sich fragt, warum das niemanden vorher aufgefallen. Patrick Head, Adam Parr und Frank Williams haben dann das einzig richtige gemacht und schnell Konsequenzen gezogen. Sam Michael und große Teile der Entwicklung mussten gehen, man hat sich mit Mike Coughlin einen durchaus interessanten Mann geholt, der in der Lage ist, einen sehr schnellen und zuverlässigen Wagen zu bauen. Auch der Deal mit Renault bringt Williams in die richtige Richtung, auch wenn der Cosworth offenbar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Barrichello macht seinen Job, wirkt aber lustlos, Maldonado überrascht immer mal wieder mit einer guten, versackt aber dann im Rennen. Die 4 Punkte, die Williams hat (letztes Jahr um die Zeit waren es 40), sagen eigentlich schon alles.

10. Lotus
Für mich die zweite Enttäuschung des Jahres. Es war klar, dass man im zweiten Jahr keine Bäume würde ausreißen können, aber im Grunde ist der Abstand noch vorne zwar kleiner geworden, aber nicht so weit, dass man zumindest mit Williams mithalten könnte. Dabei hat Lotus sehr viel Geld in die Hand genommen, darunter auch für die Renault-Motoren. Auffallend ist, dass beide Wagen sehr mit technischen Problemen ausfallen, bei Kovalainen waren das immerhin 5 Ausfälle und damit ist er in diesem Jahr der Spitzenreiter auf dieser Liste. Da gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der eigenen Fabrik, denn der Renault-Motor ist ja in anderen Teams stabil. Allerdings – Lotus fehlt der “hot blown diffusor” und KERS, wenn das kommt, ist man vielleicht in der Lage Q2 zu erreichen.
Zu Trulli und Kovalainen kann man wenig sagen. Der Finne macht den besseren Eindruck in diesem Jahr, die besseren Rennergebnisse hat aber Trulli. Tony Fernandes hat angedeutet, dass man Trulli evtl. behalten könnte. Wenn ich ihm einen Rat geben müsste, würde ich schauen, dass ich jemanden wie Hülkenberg ins Team hole.

11. HRT
Ja, in der Wertung liegt HRT wieder vor Virgin, weil Liuzzi mal ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Was soll man sagen – das Wunder ist eigentlich, dass das Team noch fährt, was man Colin Kolles zu verdanken hat, der die Wagen in seiner Firma nahe Ingolstadt vorbereitet. Spanisch war an dem Team nur der Besitzer, der aber gewechselt hat. Mit der Investmentfirma kommt Geld, aber bei der momentan schwierigen Wirtschaftslage muss man da vorsichtig sein. Dass HRT nicht voran kommt liegt auch am alten, kaum veränderten Dallara Chassis, das nächstes Jahr dann wohl endgültig ausgetauscht wird. In Sachen Fahrer – Luizzi macht seinen Job, Karthikeyan fiel nicht weiter auf und sein Nachfolger, Daniel Ricciardo konnte bisher nicht überzeugen, aber dem muss man sicher noch etwas Zeit geben.

12. Virgin
Die Briten stehen am Ende der Wertung, was ihrer tatsächlichen Leistung vermutlich nicht ganz entspricht. Auch Virgin hat die technische Abteilung umgekrempelt. Nick Wirth ist raus (auch wenn man die F1-Abteilung von Wirth gekauft hat) und ab 2012 arbeitet man eng mit McLaren zusammen, was dem Team sicher etwas bringen wird. Aber dieses Jahr kann man abhaken. Interessant ist, dass man Timo Glock für weitere drei Jahre verlängert hat, aber offen darüber spricht, dass D’Ambrosio wohl 2012 nicht weiterfahren wird. Man sucht offenbar einen Fahrer aus dem Mittelfeld. Das könnte ein Ex-Toro Rosso Mann werden, aber auch die diversen Ersatzfahrer wird man sich anschauen.

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May 05 2011

16:31

Formel Eins: Vorschau GP Türkei 2011

Zum vermutlich vorerst letzten Mal absolviert die Formel Eins in der Türkei einen Grand Pirx. Das ist ein wenig schade, denn die Strecke gehört zu den Besten, die es im Kalender gibt.

Es war relativ ruhig in den drei Wochen Pause, was vermutlich auch daran lag, dass man zu Hause in den Werkstätten fieberhaft gearbeitet hat. Es wird erwartet, dass fast alle Teams, mit Ausnahme von Toro Rosso, mit sehr vielen neuen Teilen im Gepäck starten werden. Richtig viel gearbeitet wurde bei Ferrari, wo der Haussegen nach dem verpatzten Start mal wieder schief hängt. Offenbar liegen die Probleme bei den Italienern gleich auf zwei Ebenen. Zum einen hat im Winter Probleme mit dem Windkanal gehabt, nach dem man von einem 50% auf ein 60% Modell umgestiegen ist. Zum anderen hat man erkannt, dass man einfach nicht aggressiv genug gewesen ist, verglichen mit der Konkurrenz von McLaren und Red Bull. Das dann doch sehr konservative Design bietet wenig Fehlermöglichkeiten, führt aber auch dazu, dass man es nur schlecht verbessern kann. Jetzt muss man sehen, wie das hin bekommt, ohne einen neuen FIA-Chrash Test haben zu müssen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. In der Türkei versucht man erst einmal mit neuen Front- und Heckflügeln. Aber die anderen Teams haben ja auch nicht geschlafen.

Red Bull hat laut Helmut Marko die Überhitzungsprobleme des KERS in den Griff bekommen. Der RB7 litt unter unter den aerodynamisch zwar guten, aber eben auch zu kleinen Seitenkästen. Offenbar hat man die Batterie nun Richtung Getriebe verlegt, wie sich das System dann im Rennen schlagen wird, ist dann wieder eine andere Frage. Auch in Aerodynamik soll es kleinere Updates geben.

Bei McLaren fummelt man weiter am Auspuff und der Bodenplatte herum. Nachdem man alle “exotischen” Lösungen kurz vor dem Saisonstart verworfen hatte, der Wagen aber auch mit der konservativen Auspufführung extrem schnell ist, hat man sich wieder an den Auspuff gewagt. Offenbar hat man die blown diffusor Variante verbessert, ebenso den Unterboden. Der McLaren ging in der Vergangenheit in der Türkei immer recht gut, er sollte auch in diesem Jahr die Red Bull unter Druck setzen können.

Wie es dann dahinter aussieht ist schwer zu sagen. Renault hatte ein desaströses Wochenende in China, während man in der Woche zuvor die Konkurrenz unter Druck setzen konnte. So richtig klar ist es nicht, warum der Renault in China nicht funktioniert hat, aber die schnellen Kurvenpassagen in der Türkei sollten eigentlich wieder passen.

Genau anders herum war es bei Mercedes, wobei die ihre verbesserte Form auf die Updates zurückführen, die man in China dabei hatte. Die Deutschen haben die letzten Wochen vor allem daran gearbeitet, die technischen Probleme bei KERS und dem DRS-System in den Griff zu bekommen. Auch war man ja lange mit einem recht einfachen Frontflügel unterwegs, aber auch hier will man nachlegen. Jedenfalls dürfte das Rennen zwischen Renault, Mercedes und Ferrari in der Türkei sehr eng werden.

Bei den Teams im Mittelfeld hatte Sauber bisher den besten Speed, knapp gefolgt von Force India. Beide bringen ebenfalls Updates mit und hoffen einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Bei den Indern mangelt es ja nicht an Rennspeed, nur in der Quali ist man schwach, was dann wieder zu den Problemen im Rennen führt. Von den Rundenzeiten her liegt man gut, man muss nur versuchen, die Reifen etwas schneller auf Temperatur zu bekommen.

Bei Toro Rosso ging es auch viel hoch und runter, das enge Budget erlaubt es ihnen aber nicht bei jedem Rennen eine Vielzahl von neuen Teilen anzuschleppen. Offenbar bleibt der Wagen bis Monaco unverändert, was sich auf die Performance niederschlagen könnte. Denn von hinten naht durchaus Lotus, deren Wagen komischerweise bei niedrigen Temperaturen aber nicht so gut funktioniert.

Williams ist das große Fragezeichen. Noch-Team-Director Sam Michael spricht davon, dass man vermutlich nur ein paar kleine Änderungen am Wagen benötigt, damit der FW33 gut läuft, aber mittlerweile glaube ich das nicht mehr. Der Abstand nach vorne beträgt satte 2.5 Sekunden, die bekommt man nicht mit ein paar neuen Aero-Teilen wieder in den Griff. Barrichello schimpfte schon bei den ersten Tests über die Unfahrbarkeit des Wagens, da scheint ein grundsätzliches Problem mit der Aufhängungsgeometrie vorzulegen. Immerhin bringt man einen neuen Heckflügel mit.

Virgin kündigt seit einigen Tagen per Twitter an, dass man den Wagen einem “großen Update” unterzogen hat, und dass man überhaupt die ganze Technik-Abteilung umkrempelt. Im Grunde ist der “neue” Virgin auf dem Stand vom letzen Jahre, nur soll er noch schlechter zu fahren sein, wenn man dem mittlerweile ziemlich frustrierten Timo Glock glauben darf. Mal sehen, was die Engländer da noch aus dem Hut zaubern, immerhin lief der Wagen in den Rennen nicht schlecht, wenn auch weit weg vom Mittelfeld. Was auch für HRT gilt, aber da wird sich wohl auch so schnell nichts ändern.

Strecke und Strategie
Der Kurs ist grandios, vor allem die legendäre Kurve 8, eine dreifach-Links, die voll gefahren werden kann. Das besondere in diesem Jahr wird sein, wie die Pirelli die Kurve vertragen. Der Reifenhersteller hatte ihr extra getestet, damit beim Rennen alles gut geht, aber unterschiedliche Chassis mit verschiedenen Sturz- und Luftdruckwerten sind immer noch schwer einzuschätzen. Pirelli hat ausgerechnet, dass die Kurve für 40%(!) des gesamten Reifenverschleiß in einer Runde zuständig ist. Das bedeutet auch, dass in der Kurve mit nachlassenden Reifen extrem viel Zeit verlieren kann. Die Pirelli lösen sich zwar nicht auf, bauen aber so ab, dass der Wagen ordentlich ins Rutschen kommt, was in der Kurve nun überhaupt nicht haben kann.

Das wird sich auf die Strategie niederschlagen. Alles andere als eine Drei-Stopp-Strategie wäre eine Überraschung, selbst für Sauber, die ja sehr schonen mit den Reifen umgehen. Die Frage ist aber auch, wann man seine Stopps setzt. In der Anfangsphase, wenn die Tanks voll sind, ist die Belastung auf die Reifen höher, man neigt also dazu, einen kurzen ersten Stint zu fahren. Doch danach wird es interessant, denn wer am Ende die frischeren Reifen hat, könnte selbst mit viel Abstand noch ganz nach vorne fahren.

DRS gibt es auch wieder, gemessen wird am Anbremspunkt nach der Kurve 8, was etwas unglücklich ist, weil man meist Abstand halten muss um die Passage gut nehmen zu können. Aktiviert wird das DRS vor dem Knick auf der langen Gegengerade (siehe Grafik), was aber auch die beste Überholstelle ist.

Die Übertragungszeiten sind endlich mal wieder wie man es gewohnt ist, das Wetter allerdings nicht. Die Chancen, dass es am Freitag regnet, stehen nicht schlecht, auch am Samstag könnte es noch nass sein. Für Sonntag sind (im Moment) die Prognosen so, dass es trocken bleibt. Die Temperaturen sollen zwischen 15 und 22 Grad liegen, also eher kühl.

March 23 2011

16:16

Formel Eins: Vorschau 2011 – Die Fahrer

Die Anzahl der Fahrer, die in diesem Jahr Weltmeister werden können, scheint auf den ersten Blick kaum überschaubar. Doch es gibt einige Variablen, die den Kreis der Anwärter doch etwas einschränken.

Für die Fahrer gibt es in diesem Jahr viel Arbeit im Cockpit. Der zu erwartende hohe Reifenverschleiß wird den Fahrer mehr Eingriffe in die Strategie geben, denn der merkt zu erst, wenn die Reifen abbauen. Eine Runde mehr oder weniger draußen wird über den Sieg entscheiden. Dazu kommt, dass der massive Drop off der Reifen jenen Fahrern einen Vorteil verschafft, die sehr reifenschonend unterwegs sind. Ebenfalls neu ist, dass man mit dem Heckflügel spielen kann, dafür aber noch mehr Knöpfe im Cockpit bedienen muss. Das mag nicht jeder Fahrer. All diese Komponenten könnten für Überraschungen in der Saison 2011 sorgen.

Die Reihenfolge habe ich nach meiner Team Rangliste vorgenommen.

1. Sebastian Vettel
Der Weltmeister ist der Gejagte in diesem Jahr und ich bin gespannt, wie Vettel mit den neuen Voraussetzungen umgehen wird. Als Jäger hat man es ja immer etwas leichter, auf der anderen Seiten hat Vettel nicht mehr den Druck den man hat, wenn man seinen Titel noch nicht hat. Fahrerisch dürfte es Vettel nach dem letzten Jahr nicht mehr an Erfahrung fehlen, der etwas reduzierte Druck sollte dafür sorgen, dass ihm keine Fehler mehr unterlaufen wie in Spa oder in der Türkei. Seine Ungeduld wird er aber dennoch nicht abgelegt haben. Vettel könnte der erste Fahrer seit Alonso sein, der seinen Titel verteidigen kann.

2. Mark Webber
Die spannende Frage wird sein: Hat Webber den Verlust der WM im letzten Jahr verkraftet? Immerhin stand er bis zum GP in Korea vorne und hatte alle Chancen auf den Titel, den er dann mit seinem Fahrfehler verlor. Auch in der internen Hackordnung bei Red Bull dürfte Webber eingebüßt haben. Ob sein Selbstbewusstsein das wirklich alles unbeschadet überstanden hat? Ich kann es mir kaum vorstellen. Er könnte in diesem Jahr jedoch den Vorteil haben, dass er unter Umständen etwas reifenschonender unterwegs ist, als der aggressivere Vettel. Ich denke, dass Webber wie im letzten lange um den Titel fahren wird, aber irgendwie habe ich den Glauben verloren, dass seinen Titel noch holen kann.

3. Fernando Alonso
Keine Saison, ohne das man Alonso nicht zu den WM-Favoriten zählen darf. Wie man im letzten Jahr gesehen hat, kann der Spanier selbst dann im Rennen bleiben, wenn sein Wagen nicht gerade gut geht. Die desaströse Fehlentscheidung von Abu Dhabi wird er verdaut habe, seine Lust, dieses Jahr Weltmeister zu werden, dürfte durch die knappe Niederlage nur gestiegen sein. Alonso ist von allen WM-Anwärtern wohl der kompletteste Fahrer. Er ist schnell, intelligent, hat Erfahrung und kann blitzschnell Entscheidungen treffen. Er dürfte mittlerweile das Ferrari-Team hinter sich haben, die ihm den Wagen so bauen, wie er das haben will. Für mich ist der Spanier, neben Vettel, der heißeste Anwärter auf den Titel.

4. Felippe Massa
Es ist ja oft geschrieben worden, dass Massa nach seinem Unfall einfach nicht mehr derselbe ist. In der Tat war seine letzte Saison ja teilweise von einigen Tiefpunkten geprägt, und ich sehe auch nicht, dass er 2011 besser da stehen wird. In Sachen Fahrintelligenz habe ich einfach den Eindruck, dass er Alonso nicht das Wasser reichen kann. Ihm fehlt manchmal die Übersicht und die in diesem Jahr wird der Druck auf die Fahrer noch größer. Massa dürfte sich schnell wieder in der Rolle der Nummer “1b” wieder finden, der dafür sorgen soll, dass er den Gegner von Alonso die Punkte weg nimmt. Überraschungen sind bei Massa nicht ausgeschlossen, aber um WM-Titel sehe ich ihn nicht fahren. Könnte auch sein letztes Jahr bei Ferrari sein.

5. Nick Heidfeld
Die Umstände sind traurig, aber eine größere Chance hat ein Formel Eins Fahrer in den letzten Jahren wohl kaum bekommen. Der neue Renault ist wohl ein Wagen, der auf jeden Fall für eine Top 5 Platzierung gut ist, vielleicht sogar ein Podium. Siege werden schwer, da wird der Zufall mithelfen müssen. Oder Heidfeld, dessen größter Pluspunkt in diesem Jahr seine sehr konstante und reifenschonende Fahrweise ist. Was ihm bei Sauber den Platz gekostet hat, nämlich die harten Bridgestone Reifen nicht auf Temperatur zu bekommen, könnte dieses Jahr sein Vorteil sein. Seine Achillesferse ist und bleibt aber die schnelle Runde in der Qualifikation. Auch bei seinem Kurzeinsatz im Sauber letztes Jahr, wurde er von Kobayashi regelmäßig in der Quali gebügelt. Doch ein gutes Quali-Ergebnis ist halt extrem wichtig, denn wenn man im Mittelfeld steckt, belastet man seine Reifen mehr. Aber es wäre doch schön, wenn dem Deutschen endlich mal sein erster Sieg gelingt.

6. Vitaly Petrov
Es ist gut, dass Renault dem Russen eine weitere Saison gönnt. Er hat im letzten Jahr hin und wieder durchaus gezeigt, dass er an guten Tagen ein souveräner Punktelieferant ist, aber seine Formschwankungen waren halt leider auch immens. Großen Druck hat er 2011 aber nicht, auch wenn Bruno Senna im Team ist. Doch wer glaubt schon, dass Senna schneller als Petrov ist? Renault wird vom Russen verlangen, dass er regelmäßig in die Punkte kommt, damit man den dritten Platz in der Team-WM sichern kann. Mehr wird aber nicht drin sein.

7. Michael Schumacher
Es gibt in diesem Jahr kaum einen anderen Fahrer, auf dessen Leistung ich mehr gespannt bin. Hat Schumacher noch das Zeug, gegen Vettel & Co antreten zu können. Natürlich hängt viel von seinem Einsatzwagen ab, aber immerhin hat er ein Jahr lang mit Ross Brawn arbeiten können und es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass er den W02 auch nach seinen Wünschen hat bauen lassen. Die Tests zeigten schon, dass er mit dem neuen Wagen besser klar kommt, seine Zeiten waren auf Anhieb schneller, als die von Rosberg, der sich zunächst schwer tat. Der WM-Titel wird nicht drin sein, aber Schumacher wird von sich mindestens ein Podium erwarten. Siege werden schwer, aber ausgeschlossen sind die nicht, wenn alles gut läuft. Je besser die Saison läuft, desto mehr Motivation dürfte der Ex-Meister bekommen. Wenn es gar nicht gut läuft, könnte das seine letzte Saison sein.

8. Nico Rosberg
Egal, mit welchem Beobachter man auch spricht, die meisten halten Rosberg für einen der schnellsten Fahrer im Feld. Angesichts dessen, was Rosberg im letzten Jahr mit dem W01 angestellt hat, kann man dem durchaus folgen, auch wenn Rosberg meist eher unauffällig unterwegs war. Die Messlatte dürfte in diesem Jahr wieder Schumacher sein, aber vom Gefühl wird das 2011 nicht ganz so einfach werden. Aber unterschätzten sollte man Rosberg nicht, auch wenn er in der Beliebtheitsskala nicht wirklich weit vorne zu finden ist. Es fällt mir auch ein wenig schwer ihn für 2011 einzuschätzen, aber wenn es richtig gut läuft, dann traue ich ihm Platz 3 in der WM durchaus zu.

9. Lewis Hamilton
Das wird eine zähe Saison für den Weltmeister von 2008. Man braucht kein Prophet zu sein um zu wissen, dass er sich schwer tun wird. Schuld werden die Pirellis sein, die mal so gar nicht zu seinem extrem aggressiven Fahrstil passen. Dazu kommt, dass der McLaren zumindest im Moment noch eine mittelgroße Baustelle ist. Das alles spricht nicht für Hamilton, der zwar ultraschnell ist, aber eben auch sehr ungeduldig fährt. Man darf ihn zwar nie unterschätzen, aber der WM-Titel ist in diesem Jahr weit weg.

10. Jenson Button
Wäre der neue McLaren nicht so unberechenbar, Button wäre mich der Geheimtipp in diesem Jahr. Button ist ein genialer Stratege, seine Übersicht im Rennen ist immer da und er kann alleine strategische Entscheidungen treffen, weil ihm das Team vertraut. Dazu kommt, dass er bekanntermaßen die Reifen schont und er so langsam ja nun auch nicht ist. All diese Eigenschaften machen ihn eigentlich zu einem Top-Favoriten. Wenn es McLaren gelingt, den Wagen schnell an die Spitze zu bringen, dann muss man mit Button in jedem Fall rechnen. Selbst, wenn McLaren erst spät in Form kommt, wird Button jemand sein, der einige Siege einfahren kann.

11. Rubens Barrichello
Den absoluten Topspeed hat Rubens nicht mehr, was man ja schon gegen Ende der letzten Saison sehen konnte, als Hülkenberg deutlich besser wurde. Aber mit seinen fast 300 Grand Prix macht ihm auch keiner mehr was vor. Vielleicht sehen wir die letzte Saison von Barrichello in der Formel Eins, vielleicht gelingt ihm aber auch das Kunststück, dass er den durchaus schnellen FW33 regelmäßig weit nach vorne tragen kann. Ein Sieg wäre ihm und dem Team ja mal zu gönnen, aber das dürfte ein Traum bleiben. Viel wichtiger dürfte sein, dass Barrichello die nötigen Punkte für die Team-WM sammelt, damit Williams Platz 5 oder 6 erobern kann.

12. Pastor Maldonado
Das Maldonado überhaupt in der Formel Eins untergekommen ist, hat er seinen Sponsoren zu verdanken. Und einer sehr schlecht besetzten GP2 Meisterschaft im letzten Jahr. So richtig hat er mir in der GP2 nie gefallen, es fehlte in all den Jahren immer wieder der Speed. Bei den Tests in diesem Winter sah die Sache durchaus nicht schlecht aus, aber ich bin weiterhin skeptisch. Das Niveau in der F1 ist hoch, ob Maldonado da mithalten kann, finde ich zumindest schwer zu beantworten. Ihm fehlen Erfahrung und meiner Meinung nach auch der Speed. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

13. Kamui Kobayashi
Das der Japaner ein echtes Highlight in der F1 ist, hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Aber dieses Jahr wird nicht leicht für ihn, denn bisher hat auch immer davon profitiert, dass er erfahrene Teamkollegen hat. Jetzt ist er quasi der Teamleader, was vielleicht etwas früh in seiner Karriere ist. Den Speed hat er, das ist klar, aber hat er schon die Erfahrung, die es braucht? Es wird ein interessantes Jahr für Kobayashi, denn er wer es in der Konstellation schafft, regelmäßig in die Punkte zu kommen, dann dürfte das Interesse an ihm seitens der anderen Teams groß werden.

14. Sergio Perez
So richtig überzeugt war ich bisher von Perez in all den kleinen Klassen nicht, auch wenn er in der GP2 schon etliche Rennen gezeigt hat, die richtig gut waren. Aber ist er schon für die Formel Eins bereit? In den Tests machte er einen guten Eindruck. Er war nicht nur schnell, sondern auch konstant und hielt den Reifenverschleiß in Grenzen. Von den neuen Fahrern könnte Perez die größte Überraschung sein. Es wird ihm helfen, dass Peter Sauber jede Menge Erfahrung mit jungen und schnellen Talenten hat.

15. Sebastian Buemi
Für den Schweizer dürfte die Saison 2011 zu einer “Go-or-go-home” Saison werden. Das Toro Rosso in Sachen Nachwuchs ein “Durchlauferhitzer” ist, sollte bekannt sein. Dazu kommt aber auch, dass Red Bull vermutlich ab 2012 einen Nachfolger für Mark Webber sucht und Buemi war ja lange ein Kandidat. Er zeigte auch durchaus gute Rennen, leider waren seine Ergebnisse nicht sonderlich konstant. Ich kann Buemi schwer einschätzen, aber er macht mir nicht den Eindruck, als könne er sich wirklich bei Red Bull durchsetzen. Immerhin scheint er in diesem Jahr einen besseren Wagen zur Verfügung zu haben, als das noch im letzten Jahr der Fall war. Das wird den Druck aber nur noch weiter erhöhen.

16. Jaime Alguersuari
Der Spanier hat mich im letzten Jahr erst enttäuscht, doch gegen Ende der Saison besserte sich mein Bild von ihm. Man darf nicht vergessen, dass er praktisch direkt aus der britischen F3 in die F1 gewechselt ist und man da ziemlich viel von ihm verlangt hat. Zumindest gegen Ende der letzten Saison machte er auf mich einen starken Eindruck, da auch seine Quali-Schwäche etwas abnahm. Ich gehe eigentlich davon aus, dass Alguersuari die Saison bei Toro Rosso überleben wird.

17. Adrian Sutil
Ein weiteres Jahr für Sutil bei Force India und gut ist das nicht. So schnell Sutil an guten Tagen sein kann, so langsam ist er an schlechten. Er hat sich in den letzten Jahren, trotz eines durchaus guten Wagens, bei den großen Team nicht gerade aufgezwungen und das sagt dann eigentlich eigentlich schon alles. In diesem Jahr wird er wohl noch weniger die Chance haben sich auszuzeichnen, weil der neue Force India bei den Tests keinen allzu guten Eindruck gemacht. Dieses Jahr sollte dann auch wirklich langsam sein letztes Jahr bei den Indern sein. Wenn es ihm nicht gelingt für 2012 ein gutes Team zu finden, wird er es wohl schwer haben. Und das bekommt er auch nur, wenn er mal eine konstante Saison hinlegt.

18. Paul di Resta
Ein unbeschriebenes Blatt in der Formel Eins. In der F3 Euro machte einen guten Eindruck, in der DTM war er ja auch nicht langsam. Aber die F1 ist dann doch eine andere Hausnummer und schon bei den Tests machte er auf mich keinen guten Eindruck. Der Einsatz von di Resta ist von Mercedes gewünscht, die vermutlich dafür die Motoren umsonst hergeben, aber ob das Force India hilft? Man kann von Liuzzi halten, was man will, aber zuverlässig war er. Und Force India benötigt in diesem Jahr jeden Punkt. Das wird also schwer für di Resta, zu mal Nico Hülkenberg als Freitagsfahrer eine echte Gefahr ist.

19. Jarno Trulli
Das Trulli immer noch fährt, ist ja die eigentliche Sensation. Seine Schwächen (wenig Rennspeed) sind ebenso bekannt wie seine Stärken (sensationell auf eine Runde), daher hat es mich schon ein wenig gewundert, dass Tony Fernandes den Italiener noch einmal verpflichtet hat. Vermutlich möchte man einfach Stabilität im Team und in der Entwicklung des Wagens haben. Mir ist im letzten Jahr aber schon aufgefallen, dass Trulli im Rennen meist nicht gut unterwegs war. Vielleicht ändert sich das, wenn er mit dem neuen Lotus weiter vorne mitmischen kann und seine Motivation steigt. Ich bin mir aber sicher, dass es seine letzte Saison in der F1 ist.

20. Heikki Kovalainen
Seine Weiterverpflichtung ist wohl ebenfalls darauf zurückzuführen, dass man bei Lotus in Ruhe weiterentwickeln möchte. So viel schlechter als Trulli ist der Finne nicht, aber Highlights kann er auch nur selten setzen. Kovalainen ist ein guter Durchschnittsmann, der wenig Fehler macht und auch dann nicht nervös wird, wenn er unter Druck ist. Sollte Trulli Ende der Saison gehen, kann ich mir gut vorstellen, dass man den Finnen eine weitere Saison behält.

21. Timo Glock
Das wird eine weitere Saison zum Vergessen für den Deutschen. Der neue Virgin macht keinen guten Eindruck, dazu kommt, dass Lotus als Messlatte auch weg fällt, weil die einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Glock sollte sehen, dass er sich in diesem Jahr gut aus der Affäre zieht, vielleicht kann er ja dann 2012 Trulli bei Lotus ersetzen.

22. Jerome d’ Ambrosio
Ein Pay-Fahrer, daraus macht man bei Virgin auch kein Geheimnis. Dabei ist d’ Ambrosio aber nicht zu unterschätzen, denn seine Einsätze in der Renault Serie und in der GP2 waren durchaus so, dass man auf ihn aufmerksam wurde. Aber ebenso wie Glock wird er sich schwer tun im Virgin sein Talent zu zeigen. Immerhin kann er relativ druckfrei Erfahrungen sammeln und sich vielleicht mit ein paar guten Rennen für bessere Teams empfehlen.

23. Vitantonio Liuzzi
Nach seinem, wie ich finde, nicht gerechtfertigten Abgang bei Force India, blieb Luizzi nicht viel übrig, als bei HRT anzudocken. Dort wird ihm nichts anderes übrig bleiben, als seinen Teamkollegen möglichst weit und lässig auf Distanz zu halten. Dass ihm das gelingen wird, dürfte niemanden überraschen. Liuzzi ist in den letzten Jahren nach unten durch gereicht worden. Der Einsatz im HRT mag nicht seinem Talent entsprechen, auf der anderen Seite hat er sich in allen anderen Teams nicht durchsetzen können.

24. Narain Karthikeyan
Noch ein Pay-Fahrer, der dem notorisch klammen HRT-Team den indischen Industriegiganten Tata als Sponsor mitgebracht hat. Karthikeyan hat einiges an Erfahrung auf dem Buckel, immerhin hat er von der F3, der F1, Le Mans und NASCAR so ziemlich alles gefahren, was schnell ist. Er ist also nicht so schlecht, wie ihn manche beschreiben, aber es besteht kaum ein Zweifel, dass er das Schlusslicht der diesjährigen Saison sein wird.

December 12 2010

08:32

F1 Saisonrückblick: Die Fahrer

Wie in jedem Jahr gibt es auch 2010 einen zweiteiligen Saisonrückblick, den nach Fahrern und Teams aufgeteilt ist. Teil Eins: Die Fahrer.

Die Liste der Fahrer, denen zu Beginn der Saison Chancen auf den WM-Titel zugesprochen wurde, war eigentlich recht übersichtlich. Doch tatsächlich entwickelte sich die Saison auf einem viel höheren Niveau, als man das erwartet hatte. Weil viele WM-Aspiranten patzten, erweiterte sich der Kreis der Kandidaten zeitweise auf sechs Mann. Die Menge an Fahr- und Strategiefehlern war erstaunlich hoch. Manche sagen, dass das nicht gerade für das Niveau des im Grunde recht jungen Fahrerfeldes spricht. Ich bin eher der Meinung, dass der Druck dieses Jahr erstaunlich in den Top Teams sehr hoch war. Zum einen lag das an den Teamduellen (Red Bull, McLaren Mercedes) zum anderen lag das Feld sehr eng beieinander, was zu meist spannenden Rennen führte. Nicht schlecht für eine Saison, von der man nicht viel erwartet hatte. In diesem Jahr gab es einige Fahrer, die die Erwartungen erfüllten, aber auch etliche, die nicht überzeugen konnten. Die folgende Aufstellung richtet sich nach der WM-Wertung.

1. Sebastian Vettel
Wenn man am Ende einer Saison Weltmeister ist, dann hat man alles richtig gemacht. Aber ähnlich wie bei Lewis Hamilton 2008, ist beim Vettel noch deutlich Luft nach oben, was seine fahrerischen Qualitäten angeht. Und das allein sollte seinen Gegnern schlechte Laune machen. Ein bekanntes Problem bei Vettel ist seine oftmals zu stürmische Fahrweise. Seine Unfälle mit Webber in der Türkei und Button in Spa waren zwei deutliche Zeichen. Eigentlich hatte man erwartet, dass Vettel nach den Unfällen im Vorjahr (Kubica in Australien) etwas ruhiger sei, aber der Druck im Red Bull Team führte dann unter anderem auch wieder dazu, dass Vettel hier und da etwas hektisch wurde. Eine weitere Sache, die man Vettel vor allem in den britischen Medien ankreidet, ist der Umstand, dass er bisher auf der Strecke nicht wirklich gezeigt hat, dass er überholen kann. Tatsächlich ist das aber Quatsch, denn in Silverstone zeigte er sehr wohl, dass er keine Kompromisse macht. Seine Manöver gegen Adrian Sutil machte das mehr als deutlich. Seine Stärke liegt vor allem in der Quali, wo er meiner Meinung nach im Moment kaum zu schlagen ist. Bekannt ist, dass Webber ja nun auch nicht gerade einschläft, die Messlatte ist also gegeben.

2. Fernando Alonso
Dass der Spanier mit einem zeitweise völlig unterlegenen Ferrari bis zum letzten Rennen um die Meisterschaft fahren konnte, sagt eigentlich schon alles über ihn aus. Egal, in welchem Wagen er sitzt, man darf ihn nie abschreiben. Seine Stärken haben sich in den letzten Jahren, vielleicht auch durch die eher demotivierenden Jahre bei Renault, etwas abgeschliffen, aber sie sind immer noch da. Egal ob eine schnelle Runde, oder eine konsequente Hatz auf einen Sieg. Wenn Alonso eine Chance wittert, dann ist er da. Etwas überraschend waren dieses Jahr seine Aussetzer. Der Fehlstart in China mag technisch bedingt gewesen sein, seine Abflüge in Monaco und Spa waren es jedoch nicht. Diese Fehler haben mich überrascht, auf der anderen Seite zeigten sie auch, dass ein so scheinbar kontrollierter Alonso seine Nerven auch nicht immer im Griff hat. 2011 wird man ihn vermutlich noch stärker sehen. Massa hat er zum 1b abgekanzelt und Ferrari wird den Wagen und das Team weiter um Alonso herum bauen.

3. Mark Webber
So ein bisschen ist Webber 2010 ja “Meister der Herzen”. Nicht, weil er die bessere Performance hatte, aber dem seit 10 Jahren mehr oder weniger chronisch erfolglosen Australier hätte man den Titel ebenso gegönnt, wie man das im letzten Jahr bei Jenson Button getan hat. Im Gegensatz zu Vettel hat sich Webber durch die Hinterstube der Formel Eins arbeiten müssen, auch wenn er bei Williams dann einiges an Leistung vermissen ließ. Dass er in der ersten Saisonhälfte Vettel teilweise im Griff hatte, ist schon sehr bemerkenswert und ich hatte das so nicht erwartet. Webber fehlten am Ende aber zwei Dinge zum Titel. Zum waren seine Leistungen in der Quali vor allem am Saisonende zu schwankend, zum anderen machte er seinen Fehler zum schlechtesten Zeitpunkt. Jeder Fahrer hatte 2010 mal einen Aussetzer, doch im drittletzten Rennen sollte man ihn nicht haben. Ob er 2011 noch mal die Motivation aufbringen wird?

4. Lewis Hamilton
Seit dem der Brite in der Formel Eins ist, hat er in jeder Saison für Furore gesorgt. Seine meist ziemlich kompromisslose Fahrweise hat sich in den 4 Saisons, in denen er nun schon unterwegs ist, nicht geändert. Für ihn gilt, was ich auch über Alonso geschrieben habe. In diesem Jahr schien er mir aber nicht immer auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu sein. Er machte keinen großen Fehler, fiel aber in vielen Rennen nicht weiter auf. Eine seiner Schwächen scheint im Moment die Fähigkeit zu sein, im richtigen Moment die richtige strategische Entscheidung zu treffen. Jenson Button hat ihn da teilweise vorgeführt. Auch war sein Speed im Rennen nicht immer ganz so, wie man das erwarten würde. Mir fehlte da teilweise der richtige Biss, auch wenn er bis zum letzten Rennen um die WM fahren konnte.

5. Jenson Button
Für mich die Überraschung des Jahres. Jeder hatte damit gerechnet, dass Hamilton ihn demütigen würde, aber davon war wenig zu sehen. Zwar hat Button immer noch die schwächere Qualifikation, aber im Rennen sieht die Sache dann wieder völlig anders aus. Seine Konstanz über die Distanz ist bemerkenswert und so gut, dass er damit seinen Ingenieuren erlaubt, ein wenig mit der Strategie zu spielen. Während Hamilton meist einen Peak im Rennen hat, bleibt Button bis zum Schluss auf einem Niveau. Hamilton dürfte überrascht gewesen sein, ebenso wie der Rest der Welt, mich eingeschlossen. Neben seiner Quali-Schwäche ist im diesem Jahr aber auch wieder aufgefallen, dass es Rennen gibt, in denen er scheinbar lustlos unterwegs ist (Italien/Deutschland). Button wird sehen müssen, dass er die drei Zehntel, die Hamilton in der Quali vorne ist, 2011 aufholen kann. Mit den stabileren Vorderreifen von Pirelli stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

6. Felippe Massa
Mal wieder die tragische Figur des Jahres, aber auch mal wieder eine typische Massa-Saison. So richtig in Schwung ist er nie gekommen, nachdem man ihm den Sieg in Hockenheim geklaut hat, hat seine Psyche vermutlich einen kleinen Knick bekommen. Viele meinen, dass er den Unfall aus dem letzten Jahr nicht gut verkraftet hat, aber vermutlich ist es so, dass er sein altes Niveau wieder erreicht hat, nur ist Alonso halt ein anderes Kaliber. Es gibt Strecken, da ist Massa dran, auf anderen hat er keine Chance. Das er in diesem Jahr nur auf Platz 6 gekommen ist, hat sicher etwas mit der Strategie von Ferrari zu tun, aber es ist ihm auch nicht gelungen sich in eine Position zu manövrieren, die Ferrari die Entscheidung schwerer gemacht hätte. Anders gesagt: Er ist zu langsam gewesen und das in allen Belangen. Das wird 2011 auch nicht anders sein.

7. Nico Rosberg
Neben Button vermutlich der Fahrer, den man am meisten unterschätzt. Die Häme (“Britney”) die er so kassieren muss, dazu seine, auf den ersten Blick, bescheidenden Ergebnisse, verführen dazu, dass man ihn nicht ernst nimmt. Ich bin da anderer Meinung. Er hat, trotz aller kleinen Psychospielchen, Schumacher in diesem Jahr locker im Griff gehabt, er hat kaum Fehler gemacht und ohne ihn wäre das Comeback von Mercedes in der Formel Eins desaströs gewesen. Intern gilt Rosberg als einer der besten Qualifier, manche setzten ihn auf das Podest von Vettel und Hamilton. Richtige Schwächen sind schwer zu finden, denn der Rennspeed des Mercedes war nun nicht gerade dafür geeignet, dass er sich auszeichnen konnte. Im direkten Duell mit Schumacher hat jedenfalls auch im Rennen nicht verloren. Bleibt hat die Frage: Ist Rosberg so gut, weil Schumacher so schlecht ist?

8. Robert Kubica
Auch in diesem Jahr bin ich aus dem Polen mal wieder nicht schlau geworden. Im Grunde ist er schnell, sein Quali-Speed ist mit dem eher lahmen Renault schon bemerkenswert gut. Auch seine Konstanz im Rennen ist auffallend hoch. Aber so richtig, so durch und durch, hat er mich bis heute nicht überzeugt. Irgendetwas fehlt mir bei ihm, ich kann es nicht genau benennen. Nun ist der Renault auch in diesem Jahr nicht der Wagen gewesen, mit dem man gut überholen konnte, aber auch in den Jahren zu vor fand ich seine Leistung im Rennen immer etwas blass. Vielleicht vertue ich mich, deswegen hätte ich es gern gesehen, wenn Kubica bei McLaren oder Ferrari angedockt hätte. 2011 bleibt er aber bei Renault, und vermutlich wird es dort so weiter gehen, wie in diesem Jahr.

9. Michael Schumacher
Dass Schumacher nicht ins Auto steigt und alles in Grund und Boden fährt, war schon vor der Saison klar. Zu lang war die Pause, zu schlecht war der Mercedes schon bei den Testfahrten. Erstaunlich war es aber, dass der Ex-Meister im Laufe der Saison seinen Rückstand auf Rosberg nicht verkürzen konnte. Mal waren es 5, mal waren es 3 Zehntel, aber in dem Bereich blieb bis fast zum Ende der Saison. Interessanterweise wurde er just ab dem Moment besser, an dem Mercedes den Wagen nicht mehr weiter entwickelte. Und da zeigte sich dann, was Schumacher braucht: Viel Zeit zum Testen, viel Zeit, um den Wagen auf sich einzustellen. Wenn ihm aber der Wagen eh schon nicht passt und wenn dann dazu jede Woche noch viele Updates kommen, schwimmt er offenbar ein wenig. Das ist einerseits etwas erstaunlich, denn seine Erfahrung sollte das ja ausgleichen, andererseits hat er bei Ferrari ja immer bis zum Umfallen testen können, was er jetzt nicht mehr darf. Ich bin extrem gespannt, wie das 2011 ausgehen wird.

10. Rubens Barrichello
Der alte Mann und die Formel Eins. Was soll man zu Barrichello noch sagen. Irgendwie würde etwas fehlen, wenn er nicht dabei wäre und seine Leistungen zeigen, dass er immer genug Speed für gute Ergebnisse hat. Hülkenberg hatte er während der gesamten Saison im Griff, sein technischer Input dürfte auch dazu beigetragen haben, dass das Team in diesem Jahr nicht wie üblich ab Saisonmitte im Nirwana verschwunden ist. Also noch mal 20 Rennen mehr für den Brasilianer.

11. Adrian Sutil
Sutil ist, wie viele F1 Piloten, sehr wechselhaft, was seine Leistungen angeht. Mal ist er sensationell unterwegs (Silverstone), mal nimmt er alles mit, was nicht rechtzeitig aus dem Weg fahren kann (Korea). Er wird immer mal wieder mit einem Top-Team in Zusammenhang gebracht, aber wirklich aufdrängen tut er sich nicht. Gleichzeitig ist sein Problem aber, dass er mittlerweile schon zu lange bei Force India und deren Vorgängern ist. Es wäre mal an der Zeit, dass er in einem anderen Team zeigt, was ihn auszeichnet, aber offenbar gibt es da für ihn keine lockenden Angebote. In diesem Jahr hat er sicher unter der fehlenden Entwicklung des Wagens gelitten, aber vor allem am Saisonende zeigte ihm Liuzzi hier und da sein Heck, was ja schon etwas überraschend ist. Die Rolle des Teamleaders steht Sutil zudem auch nicht so wirklich. Will er wirklich was erreichen, muss er sehen, dass er mehr zeigt, als das, was er 2010 abgeliefert hat.

12. Kamui Kobayashi
Der Mann, der von außen betrachtet, kaum über Lenkrad schauen kann, hat in diesem Jahr den meisten Spaß abgeliefert. Seine sensationellen und knochentrockenen Überholaktionen haben die Fans mehr als einmal vor Freude in die Hände klatschen lassen. Und das alles in einem Sauber, der nicht wirklich gerade auf der Höhe der Zeit war. Und seine beiden Teamkollegen, de la Rosa und Heidfeld, hat er relativ eindeutig übertrumpft. Kein Zweifel, Peter Sauber hat da den vermutlich besten japanischen F1 Piloten, den es jemals gegeben hat. Seine Schwächen sind bekannt: hier und da etwas optimistisch, mangelnde Erfahrung. Wenn es ihm gelingt, das abzustellen, ohne den Speed zu verlieren, dann werden wir noch viel Spaß mit ihm haben.

13. Vitaly Petrov
Wenn in dieser Saison irgendwann mal in einem Sektor “Gelb” gezeigt wurde, lag man mit dem Tipp “Senna oder Petrov” nie schlecht. Der Russe zeigte in etwa das, was man von ihm schon aus der GP2 gewohnt war. Ein paar brauchbare Rennen, ein, zwei Highlights, den Rest der Zeit stand er neben der Strecke oder fiel nicht weiter auf. Eine echte Steigerung konnte man bei Petrov nicht sehen, auch wenn die letzten Rennen von ihm schon etwas besser liefen. Während man aber zum Beispiel bei Hülkenberg eine steile Lernkurve sehen konnte, fiel die beim Russen deutlich flacher aus. So richtig empfohlen hat er sich für eine weitere Saison bei Renault, die ja nun jeden Punkt brauchen, nicht wirklich. Auf der anderen Seite: Wenn er im nächsten Jahr etwas konstanter unterwegs sein sollte, ist er zumindest ein Kandidat für Punkte.

14. Nico Hülkenberg
Zäher Start, sensationelles Ende. Die Entwicklung, die zwischen beiden Polen liegt, konnte man beim Deutschen in diesem Jahr sehr gut beobachten. Zu Beginn ging gar nichts, weder in der Quali, noch im Rennen, doch im Laufe der Saison steigerte er sich in beiden Punkten. Seine Pole in Brasilien entstand mit etwas Glück, aber fahren muss man so was ja auch erst einmal. “The Hulk” ist ein mir als kluger Pilot aufgefallen. Wenig Fehler, allerdings manchmal etwas Probleme im Rennen. Er fährt vorausschauend und die Dinge, die ihm Barrichello beigebracht hat, dürften nicht geschadet haben. Umso bedauerlicher, dass Williams ihn mit Maldonado ersetzt, denn Hülkenberg bleibt dann nur die Rolle als Testfahrer bei Mercedes oder ein Platz bei Virgin, bestenfalls Force India.

15. Vitantonio Liuzzi
Meine Meinung über ihn hat sich seit seiner Zeit bei Toro Rosso eigentlich nie geändert. Er ist nicht sonderlich schnell, es fehlt ihm vor allem in der Qualifikation an Speed. Im Rennen fällt er selten auf, meist schwimmt er im Rennen nur so mit. Überholmanöver? Auffallende Rennen? Ich kann mich an keins erinnern. Sein sechster Platz in Korea war immerhin mal ein Lichtblick, den er aber der Ausfallorgie zu verdanken hatte. Kein Fahrer, den ich 2011 vermissen würde.

16. Sebastian Buemi
Es ist nicht leicht die Leistung des Schweizers zu beurteilen, da sein Team in diesem Jahr keinen guten Eindruck gemacht hat. Nominell war er besser als der Kollege Alguersuari, aber richtig aufgedrängt hat er sich in diesem Jahr auch nicht. Anders gesagt: Dafür, dass er schon seine zweite Saison gefahren hat, blieb er erstaunlich blass. Da wird 2011 deutlich mehr kommen müssen.

17. Pedro de la Rosa
Der Spanier war sicher gehandicapt durch den schlechten Wagen, den er zur Verfügung hatte. Auf der anderen Seite fand ich es doch erstaunlich, dass er nach seiner sehr langen Pause als Einsatzfahrer von Anfang an so gut unterwegs war. Zwar konnte er Kobayashi nicht übertrumpfen, aber fiel auch nicht ab. Die Performance im Rennen ließ aber zu wünschen übrig und auch als der C29 besser lief, steigerte sich de la Rosa nicht. Seine Auswechslung war vertretbar, aber es gab deutlich schlechtere Piloten in diesem Jahr.

18. Nick Heidfeld
Nach fast einem Jahr Pause wieder in einen Wagen zu steigen war sicher nicht leicht, zumal er bei Mercedes kaum gefahren ist. Dass er gleich auf das Niveau von Kobayashi kommen konnte musste man erwarten, leider war die Zeit bei Sauber zu kurz, um zu sehen, ob er hätte mehr leisten können. Für Heidfeld neigt sich die Zeit in der F1 dem Ende zu. Er hat die Ansprüche, die man an ihn gestellt hat, nie erfüllt, dazu drängen eine ganze Menge neuer Leute in die Serie. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass er in einem LMP eine gute Figur machen kann. Seine Stärken liegen im Rennen und in der Distanz, also eigentlich perfekt für Langstreckenrennen.

19. Jami Alguersuari
Für den Spanier gilt im Prinzip das, was auch für Buemi gilt: Schwer einzuschätzen. Vom Gefühl her halte ich Alguersuari für den schnelleren der beiden, aber wirklich unterstützt hat er mein Gefühl nicht. Auch hier gilt, dass man die Saison 2011 abwarten muss. Ich traue ihm aber mehr zu, als er bisher gezeigt hat. Das Toro Rosso mit Ricciardo einen schnellen Mann verpflichtet hat, der in allen Freitagssessions unterwegs sein wird, dürfte die Sache interessant machen.

20. Heikki Kovalainen
Nach dem Rauswurf bei McLaren, wo er Hamilton nur hinterher fahren konnte, war klar, dass er eben nicht zu den allerschnellsten im Feld gehört. Trulli, nun auch nicht mehr der Jüngste, schlug ihn 2010 regelmäßig in der Qualifikation, im Rennen lagen beide allerdings oft gleichauf. Das Kovalainen noch eine Saison bei Lotus dranhängen darf ist etwas überraschend, ich hatte damit gerechnet, dass Fernandes sich für jemanden der Kategorie Heidfeld entscheiden würde. Kovalainen bleibt ein guter Mittelklasse Pilot.

21. Jarno Trulli
Sein Problem ist weiterhin der Speed über eine gesamte Renndistanz. Im Training ist er weiter einer Besten, im Rennen fehlt ihm dann oft die Konstanz. Das fällt im Lotus nicht ganz so sehr auf wie noch bei Renault oder Toyota, aber auffallend ist es doch. Lotus hält an ihm fest, weil er in der Lage ist, den Wagen in der Quali wie eine Zitrone auszupressen, was ihn vielleicht mal in Q2 und mit viel Glück in Richtung Punkte bringen könnte.

22. Karun Chandok
Der vermutlich mit Abstand witzigste und charmanteste Pilot im Paddock. Leider auch einer langsamsten. Immerhin, dass sollte nicht untergehen, hatte er Bruno Senna so gut im Griff, dass er, obwohl seit dem GP von Deutschland nicht mehr im Einsatz, wegen der besseren Plätze noch vor Senna in der WM liegt. Er hätte schon eine weitere Saison verdient, vielleicht würde die wachsende Erfahrung auch dafür sorgen, dass sich seine Grundschnelligkeit verbessern würde.

23. Bruno Senna
Um es klar zu sagen: Senna ist nicht gleich Senna. Der Neffe hatte weder in der britischen F3 noch in der GP2 auch nur ansatzweise das Talent, das sein Onkel hatte. Und er wird in diesem Leben auch nicht mehr schneller werden.

24. Luca di Grassi
Der hat mich in diesem Jahr ehrlich gesagt enttäuscht. Ich habe ihn auf Grund seiner guten GP2 Ergebnisse für jemanden gehalten, der mehr drauf hat. Aber Timo Glock, dessen Speed man auch nur schwer einschätzen kann, hat ihm klar die Grenzen aufgezeigt. Weder im Rennen, noch in der Quali konnte di Grassi zeigen, dass er mehr drauf hat. Vermutlich wird er durch D’Ambrosio ersetzt.

25. Timo Glock
Sein rätselhafter Wechsel zu Virgin macht es schwer ihn einzuschätzen. Bekannt ist, dass er in der Quali Schwächen hat, seine Rennen aber immer sehr gut waren. In diesem Jahr hatte man den Eindruck, dass es genau umgekehrt war. In der Quali gut, im Rennen selten vor den Lotus. Er hat sich im Moment bei Virgin fest gefahren und wird dort zeigen müssen, was er kann.

26. Sakon Yamamoto
Immerhin war der Japaner, der aus dem Nichts bei HRT auftauchte, nicht so langsam, wie befürchtet. In der Quali machte er Senna sogar das Leben ein wenig schwer, im Rennen war die Sache dann klar. Positiv fiel mir nur auf, dass er, trotz mangelnder Erfahrung und einem bockigen HRT, selten von der Strecke flog.

27. Christian Klien
Wenn er im Auto saß, war er schneller als Senna, Chandok oder Yamamoto, was allerdings nicht wirklich ein Gradmesser ist. Dass er nicht langsam fährt, ist bekannt, nur wie gut er wirklich ist, kann man mangels Vergleich keiner sagen. Besser als Glock oder Kovalainen? Vielleicht. Besser als Kobayashi oder Hülkenberg? Wohl eher nicht.

October 25 2010

05:59

Formel Eins: Analyse Korea GP 2010

Etwas überraschend versackte die Veranstaltung in Korea nicht im erwarteten Chaos. Auch im Regen behielt man den Überblick, was man nicht von allen Fahrern behaupten konnte.

Die eigentliche Sensation am Wochenende lautete “Die Strecke in Korea ist fertig”. Sah der Kurs vor ein paar Wochen noch wie aus, als ob man gelassen ein Rennen für das nächste Jahr planen würde, hat man es mittels eingeflogener Arbeiter aus Deutschland und der halben Armee Koreas geschafft, zumindest Strecke und Boxenanlage fertigzubekommen. Wenn das mit der Armee ein beliebiger Diktator aus Nord-Korea gewusst hätte… Selbst der Asphalt hielt, er zerbröselte nicht unter der Last der breiten F1-Reifen, noch ölte er vor sich hin. Auch im Nassen fanden die Fahrer noch genug Grip. Hermann Tilke, der die letzten Arbeiten offenbar überwacht hatte, erwähnte, dass der Asphalt eine spezielle Polymer/Bitumen Mischung enthalten würde, was ihn einerseits schneller aushärten lassen würde, andererseits würde er deswegen auch nicht ölen. Auf der anderen Seite bedeutete das auch, dass das Wasser nicht in den Asphalt einsickern konnte, wie man dann im Rennen sehen konnte. Das alles war Mark Webber nach seinem desaströsen Fehler aber völlig egal, denn der hat vermutlich seine WM in die Mauer gesetzt.

Man sieht es selten, dass Mark Webber einen Fehler macht. Sein bisher einziger Ausfall in diesem Jahr passierte im Valencia-Rennen, als er einen spektakulären Überschlag hinlegte, nach dem er sich mit Kovalainen uneins über die Linie war. Der Ausfall am Sonntag gleicht einer Katastrophe. Zum einen war er unnötig. Er war etwas flott in T13, kam auf den Teppich und statt den Wagen rollen zu lassen, gab er leicht Gas. Das Resultat ist bekannt und es ist um so ärgerlicher, wenn man den Motorschaden von Vettel mit einrechnet. Natürlich ist dieses “Wenn er …” nicht hilfreich, aber ein Blick auf eine Tabelle mit einem Webber-Sieg dürfte in Österreich und Australien für Tränen in den Augen sorgen, wenn man vom folgenden Ergebnis ausgeht: Webber, Alonso, Rosberg, Hamilton. In der Tabelle hätte das bedeutet: Webber 245, Alonso 224, Vettel 206, Hamilton 204. Mit anderen Worten: Webber hat in Korea vermutlich den WM-Titel verloren. Oder zumindest nicht nach hinten absichern können. Ein Sieg hätte bedeutet, dass Vettel und Hamilton aus dem WM-Rennen raus gewesen wären. Was sie im Übrigen spätestens auch dann sind, wenn Alonso in Brasilien gewinnen sollte.

Red Bull hat also gleich zwei Matchbälle vergeben, wobei man für den Ausfall von Vettel ja nichts kann. Der geplatzte Motor von Renault dürfte angesichts des komplett fehlerlosen Wochenendes von Vettel den Ärger verdoppeln. Statt der WM-Führung hat man nun gar nichts mehr in der Hand und auch in der Team-WM sieht es wieder enger aus. Und die Unterstützung für Mark Webber im Team dürfte auch einen gewaltigen Dämpfer erhalten haben. Allerdings geschieht schon hier und da, dass ein Fahrer, der drei Rennen vor Schluss nicht punktet, noch Weltmeister wird. Das letzte Mal passierte das Lewis Hamilton in Fuji 2008, allerdings behielt der nach seinem Ausfall auch nach dem GP in Japan noch die Tabellenführung. Für Webber wird es mit 11 Punkten Rückstand in den nächsten zwei Rennen aber sehr eng. Er braucht einen Sieg in Brasilien, was ihm aber im letzten Jahr gelungen ist.

Dass Ferrari und Alonso plötzlich die WM-Führung haben, kommt auf den ersten Blick etwas überraschend. In der bisherigen Saison sahen die Italiener selten so aus, als seien sie ernsthafte Kandidaten für den Titel. Man kämpfte erst mit einem schlechten Auto und dann auch noch mit reihenweise eingehenden Motoren. Aber seit dem man die B-Variante des F10 einsetzt (Valencia), sieht die Sache anders aus. In Silverstone bekam Alonso eine Durchfahrtsstrafe, in Spa lief das Rennen an ihm vorbei und er warf den Ferrari in die Wiese. In allen anderen Rennen gewann er, bzw. kam aufs Podium (Ungarn, Japan). Obwohl Alonso die meisten Siege in der Saison hat, (5) ist Ferrari irgendwie unter dem Radar geblieben und taucht erst jetzt so richtig auf. Die WM-Chance von Alonso ist mit 11 Punkten Vorsprung natürlich groß, aber keineswegs sicher. Zwei Siege von Webber und Alonso ist wieder nur Zweiter. Dazu kommt, dass Ferrari schon seit Singapur das Motorenkontigent aufgebraucht hat und man mit den gebrauchten Aggregaten jonglieren muss. Wie viel Kilometer die einzelnen Motoren auf dem Buckel haben, weiß keiner, aber wie man bei Vettel gesehen hat, platzt ein gebrauchter Motor schnell mal. Allerdings hat auch Webber seinen letzten neuen Motor in Korea eingesetzt, und ob der den Aufprall überlebt hat, wird man auch erst noch sehen müssen.

Normalerweise würde ich sagen, dass sich die WM nun zwischen Webber und Alonso entscheiden wird, aber sie ist derartig verrückt dieses Jahr, dass man zumindest Vettel nicht abschreiben darf. Bei McLaren habe ich weiter das Gefühl, dass man den Anschluss an Red Bull und Ferrari verloren hat, aber vergessen darf man Hamilton natürlich nicht. Nur mal angenommen, er gewinnt das Rennen in Brasilien vor Vettel, während Webber nur wenig Punkte macht und Alonso ausfällt – und schon ist der Brite der WM-Führende. So richtig dran war Hamilton im Rennen aber nie an der Spitze, trotz der Bedingungen, die ihm so gut liegen. Sein Ausrutscher nach einem Restart könnte ihm den Sieg gekostet haben, allerdings waren seine Reifen am Ende derartig fertig, dass er für Alonso leichte Beute gewesen wäre. Jedenfalls gab es keine Beschwerden von McLaren am Ende des Rennens.

Das Rennen selbst war abwechslungsreich, lebte aber vor allem von der Spannung um den WM-Kampf. Nur weiter hinten ging es ordentlich zur Sache. Vor allem Adrian Sutil empfahl sich für den Preis für die meisten Kilometer neben der Strecke. Wohin man auch sah – irgendjemanden nahm Sutil immer aufs Korn. Ich glaube, es gab am Ende kaum einen, der nicht näheren Kontakt mit dem Deutschen hatte. Irgendwann fuhr er sich dann seine linke Vorderradaufhängung an Kobayashi ab und die Rennleitung fand die Chaos-Aktionen des Force India Piloten auch nur so mittellustig. Er darf in Brasilien fünf Plätze weiter hinten starten. Wie man es besser macht zeigte ausgerechnet sein Teamkollege Luizzi, der zwar auch oft neben der Strecke war, aber am Ende immerhin 6. wurde. Sebastian Buemi hat auch fünf Strafplätze aufgebrummt bekommen, weil bei er bei seiner kreativen Suche nach dem richtigen Bremspunkt Timo Glock abräumte. Da fand ich die Strafe etwas überzogen, es war halt ein Rennunfall, auch wenn es für Glock extrem ärgerlich war, lag er doch zu diesem Zeitpunkt auf Platz 12. Weil di Grassi mal wieder in der Wand endete und beide HRT auf den Plätzen 14 und 15 ankamen, liegt HRT in der WM tatsächlich auch noch vor Virgin.

Zum Thema Startverzögerung: Zunächst dachte ich auch, dass die Rennleitung übervorsichtig handeln würde. Aber die Bilder in den ersten Runden vor dem Abbruch zeigten dann doch, dass ein Rennen so nicht möglich war. Andy Stobart, PR-Mann von Bridgestone, twitterte die Info, dass ein Regenreifen in der F1 bei rund 300 km/h 61 Liter Wasser pro Sekunde in die Luft befördert. In Korea kamen verschiedene Faktoren dazu. Wegen des erwähnt besonderen Asphalts konnte der Regen nicht versickern, auf der Geraden konnte das Wasser wegen der Mauern nicht so schnell ablaufen und die Drainagen in Korea funktionieren auch noch nicht richtig. Deswegen sammelte sich mehr Wasser auf der Strecke, als der leichte Regen vermuten ließ und man konnte im Verlauf des Rennens auch sehen, dass es nie richtig trocken wurde, obwohl es nur noch tröpfelte und die F1 normalerweise jede Strecke in 10 Runden zumindest auf der Ideallinie trocken bekommt. Es war also richtig zu unterbrechen und abzuwarten. Den zweiten Restart hätte man aber auch gut und gerne vier und oder fünf Runden früher erledigen können. Das Argument, man sei hier ja nicht auf einem Kindergeburtstag, man hätte auch direkt starten können, gilt für den ersten Abbruch also nicht. Macht ja auch keinen Sinn, wenn man bei 300 auf der Geraden nicht mal seine eigenen Vorderreifen mehr sieht.

Was sonst noch war:

- Schumacher hatte endlich mal ein gutes und vor allem fehlerfreies Rennen. Massa war zu schnell für den Mercedes, aber ansonsten zeigte er tolle Überholmanöver.
- Beide Sauber kamen in die Punkte. Kobayashi auf 8, Heidfeld auf 9. Ein bisschen überraschend, dass der Japaner angekommen ist, zeigt aber seinen Lernprozess
- Ebenfalls beide Williams in den Punkten, wobei Hülkenberg am Ende die Reifen wechseln musste, weil er laute Aussage des Teams einen schleichenden Plattfuß hatte. Immerhin schnappte er sich in der letzten Runden auf frischen Pneus noch den zehnten Platz von Alguersuari.
- Petrov sägte mal wieder selber an seinem Stuhl. Sein heftiger Abflug ist sein zweiter DNF hintereinander. Sollte Hülkenberg frei werden, weil Williams Maldonado nehmen muss, sollte man bei Renault mal nachdenken.
- Jenson Button hatte ein Rennen zum Vergessen. Irgendwas schien an seinem Wagen aber auch nicht zu passen. Am Anfang fiel er schon zurück, nach seinem frühen Boxenstopp steckte er Ewigkeiten hinter einem Pulk im Mittelfeld fest, darunter war ein Lotus. Button ist ein guter Regenfahrer und schneller als ein Lotus ist er normalerweise auch.
- Trulli musste den Wagen mal wieder mit einem Hydraulikschaden abstellen. Teambesitzer Tony Fernandes moserte per Twitter: “these hydralulics have been a disaster”. Die kommt von Cosworth. Warum die aber immer nur bei Lotus versagt, ist dann eine andere Sache. Heikki Kovalainen hätte eigentlich auch weiter vorne landen müssen, kassierte aber eine Durchfahrtsstrafe, weil er in der Boxengasse zu schnell war.
- Schon während des Rennens kamen Diskussionen auf, das Alonso eine Sektorenbestzeit genau dann aufstellte, als Petrov den Renault zerlegte. Es gab aber keine Strafe. Lag vermutlich daran, dass der Russe 20 Meter vor der Ziellinie stand und man deswegen nicht klar sagen konnte, an welcher Stelle Alonso die Zeit geholt hat.

Die WM ist also noch offen, es kursiert aber schon das oben beschriebene “Bernies Lieblingsergebnis” für Brasilien. Das wäre dann:

1. Vettel 231 Punkte
2. Hamilton 228 Punkte
3. Egal
4. Webber 232 Punkte

9. Alonso 233 Punkte (gern auch schlechter)

Spannend bleibt es aber so oder so. Red Bull hat angekündigt, dass man weiterhin auf beide Fahrer setzten wird. Das kann ich gut verstehen, denn Webber scheint in Moment sehr angeschlagen zu sein. Allerdings hat sich Red Bull die Situation auch selbst zuzuschreiben. So schön es ist, dass die Österreicher aus (hoffentlich) sportlichen Gründen ihre beiden Fahrer gegeneinander antreten lassen, so sehr reibt sich die Konkurrenz auch die Hände. Hätte man Webber in Japan an Vettel vorbei gelotst, würde der Abstand zu Alonso überschaubare 4 Punkte betragen. Vielleicht wäre Webber der Fehler auch nicht passiert, wenn er im Team weniger Druck aushalten müsste. Red Bull hat in diesem Jahr 14 Pole Position erlangt, aber nur 7 Siege daraus gemacht. Bei Vettel sieht die Sache noch schlechter aus, denn da stehen 9 Pole nur 3 Siegen gegenüber. Es ist gut, wenn Red Bull die Sache sportlich sieht, aber das Beispiel McLaren aus dem Jahr 2007 zeigt eben auch, dass es schnell in die Hose gehen kann.
104528062KR223_F1_Grand_Pri 104528062KR223_F1_Grand_Pri F1_Korea_2010_1 2010 Korean Grand Prix F1 Grand Prix of South Korea - Practice Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Korea F1_Korea_2010_21 F1_Korea_2010_26 104528062KR196_F1_Grand_Pri F1_Korea_2010_2 2010 Korean Grand Prix F1 Grand Prix of South Korea - Race F1_Korea_2010_16 Formula One World Championship 104528062KR111_F1_Grand_Pri F1_Korea_2010_3 F1_Korea_2010_8 F1_Korea_2010_17 Formula One World Championship 104528062KR088_F1_Grand_Pri F1_Korea_2010_4 F1_Korea_2010_9 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Korea F1_Korea_2010_19 F1_Korea_2010_24 104528062KR073_F1_Grand_Pri 2010 Korean Grand Prix F1_Korea_2010_10 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Korea F1_Korea_2010_20 F1_Korea_2010_25
Bilder: Red Bull/Getty Images, Ferrari, Lotus, Williams, Sauber, Renault, Mclaren, MercedesGP

October 06 2010

06:49

Ferner liefen: Die Newshappen

ESPN F1 vermeldet, man habe aus verlässlichen Quallen erfahren, dass Jarno Trulli 2011 nicht mehr für Lotus an den Start gehen werde. Spezifische Gründe dafür werden zwar nicht genannt, wohl spekuliert die Website aber über möglichen Ersatz: Karun Chandhok, Vitaly Petrov und erstaunlicherweise auch Timo Glock sollen auf der Wunschliste des malaysisch-britischen Teams stehen. (Vorsicht)

Die Organisatoren des geplanten Formel 1 Laufs in Austin/Texas haben sich derweil gut in die Formel 1-Kultur eingelebt, und standesgemäß gleich mal ihren ersten Termin verpasst. Bis Ende September hätte man der FIA ein erstes Design des Kurses vorlegen sollen, bisher ist allerdings nichts derartiges geschehen. Hermann Tilke und die Verantwortlichen beschwichtigen allerdings: Das sei kein Problem und für einen neuen Kurs völlig normal. Allerdings scheint es in der Planung noch weitere Ungereimtheiten zu geben: Die örtlichen Behörden haben nämlich festgestellt, dass die Straße, die zum Gelände führt mit den 120.000 erwarteten Fans nicht zurecht kommen würde. Für einen Umbau wären zusätzliche 15 Millionen $ nötig, die derzeit nicht budgetiert sind – außerdem bezweifeln Experten, dass das bis 2012 beendet werden kann. Die Austin-Veranstalter sprechen derweil davon, dass man an “alternativen Verkehrskonzepten” arbeite. (Vorsicht)

Sauber hat Sergio Perez als neuen Einsatzfahrer für 2011 verpflichtet. Er bringt Telmex als Sponsor mit. Offenbar hat Carlos Slim, dem Telmex und Halb-Mittelamerika gehören, Peter Sauber ein Angebot gemacht, was der nicht ablehnen konnte. Slim wird seit Jahren mit der Formel Eins in Verbindung gebracht, gezeigt hat er sich bisher aber noch nicht richtig. Er finanziert auch ein Nachwuchsprogramm für Südamerikanische, vorzugsweise aber mexikanische Piloten, das dem von Red Bull durchaus ähnlich ist. Perez hat bei seinen Einsätzen in der britischen F3 schon für ein paar hochgezogene Augenbrauen gesorgt, vor allem, als er aus dem Stand raus 2007 mit 18 die “National Class” gewinnen konnte. Sein Einsatz in der GP2 in diesem Jahr brachte zwar “nur” Platz 2 und immerhin vier Siege. Wird man sehen müssen, wie er sich in der F1 schlägt. Für Sauber ist die Kombination Kobayashi/Perez nicht die glücklichste, vor allem was die Entwicklung des Chassis 2011 mit den neuen Pirelli Reifen angeht. Und Nick Heidfeld ist damit als Einsatzfahrer raus bei Sauber. Aber offenbar gibt es ja bei Lotus und Virgin jede Menge Bewegung (siehe oben) Don

Lotus hat mit Red Bull Technology seinen Deal über die Lieferung von Getriebe und Hydraulik für die kommende Saison abgeschlossen. Das macht Sinn, fährt man doch mit dem Renault Motor. Auf der anderen Seite: die Hydraulik und das Getriebe waren jetzt auch nicht zwingend die Stärken des Red Bull. Das soll aber mit dem sehr engen Heckdesign des RB6 zu tun haben, der den System zu wenig Wind zufächelt. Jedenfalls ist klar, dass Lotus keine Lust mehr hat, im Hinterfeld unterwegs zu sein. Don

Romain Grosjean ist zwar erst im fünften von zwölf Rennen der AutoGP in Italien eingestiegen, hat aber dennoch den Titel in der Serie gewonnen. Don

Giedo van der Garde könnte womöglich im kommenden Jahr in der Formel 1 zu fahren. Mit außergewöhnlichen Leistungen hat der aktuell Sechste der GP2-Meisterschaft 2010 zwar nicht beeindrucken können – trotzdem sollen einige Formel 1 Teams Interesse gezeigt haben. Konkret handelt es sich dabei angeblich um Lotus, Virgin, Force India und Williams. Völlig ohne Mitgift scheint es allerdings nicht zu gehen, und daher ist Van der Garde derzeit auch noch auf der Suche nach dem passenden Budget. (Vorsicht)

Schlechte Neuigkeiten für Tony Kanaan: Sein bisheriger Hauptsponsor 7-Eleven zieht sich zurück, und wird Andretti Autosport nur noch in einer kleineren Funktion auf Danica Patricks Wagen erhalten bleiben. Kanaan steht an und für sich auch für die kommende Saison bei Andretti unter Vertrag. Das Team hat ihm aber erlaubt, auch mit anderen Teams zu sprechen, solange nicht klar ist, ob sich für 2011 ausreichend finanzielle Unterstützung finden lässt. Überhaupt könnte sich Andretti Autosport massiv verkleinern – denn auch IZOD soll angeblich nicht mehr daran interessiert sein, Ryan Hunter-Reays Einsätze zu bezahlen. Und dann ist da auch noch die Unklarheit darüber, ob Danica Patrick samt Sponsoren wirklich 2011 nochmal zurückkommt. (Vorsicht)

Paul Tracy könnte anderslautenden Vermutungen zum Trotz vielleicht doch nochmal eine komplette Indycar-Saison absolvieren: Beim Rennen in Homestead hat er sich jedenfalls sehr positiv zu möglichen Zukunftsplänen geäußert, berichtet die News-Seite F1SA. (Vorsicht)

Formel 2 Meister Dean Stoneman bekommt eine Chance in der World Series by Renault. Der Brite wird beim Finale in Barcelona ein Auto des Junior Lotus Racing Teams (das, wenn ich das richtig überblicke, mit dem Lotus-F1-Team verbunden ist)  pilotieren. Für den eigentlichen Inhaber dieses Platzes, den Russen Daniil Move, ist die Saison damit vorzeitig vorbei. (Vorsicht)

Traurig, aber wahr. Die Reste von Pescarolo Sport werden am 15.10 in Le Mans versteigert. Angeblich hat Pescarolo selber wieder Geldgeber gefunden und denkt über ein Comeback nach. Don

Danica Patrick hat ihrem Nationwide Team, JR Motorsport, einen neuen Sponsor vermacht. Die Uhrenmarke Tissot, seit Ewigkeiten Sponsor im Rennsport, wird die restlichen sechs Rennen von Frau Patrick in diesem Jahr und vermutlich 13 Rennen in 2011 unterstützen. Don

September 27 2010

06:39

Formel Eins: Analyse Singapur GP

Ein durchaus abwechslungsreiches Rennen in Singapur, auch wenn das Rennen lange scheinbar vor sich hin plätscherte. Aber es gab ja genügend Action weiter hinten.

Wenn es in die Endphase einer Meisterschaft geht, werden die Rennen nicht zwingend besser. Die WM-Kandidaten werden nervös und sind etwas vorsichtiger im Rennen, denn einen Komplettausfall kann man im Herbst nur schwer verkraften. Das führt oft dazu, dass die Rennen statischer werden, auch weil die Top Teams in Sachen Strategie nicht mehr viel riskieren. Doch das Rennen in Singapur sah mutige Entscheidungen und zwei Titelkandidaten, die sich ins Gehege kamen. Weiter hinten wurde das Feld richtig durch gewürfelt und es wurde hart gekämpft. Auf einer Strecke, auf der man eigentlich nicht so richtig gut überholen kann, gab es trotzdem etliche sehenswerte Manöver, die allerdings nicht immer gut gingen. Es war also abwechslungsreich und das Rennergebnis hat die Meisterschaft noch spannender gemacht. Vor allem, wenn man eine mögliche Absage des Korea GP mit einrechnet.


Dass der Start schon die ersten Vorentscheidungen bringen würde, war vorher klar. Zwar ist es in Singapur nicht so eng wie in Monaco, aber ein Überholmanöver ist mit großen Risiken verbunden, also muss man sehen, dass man gut aus der ersten Runde kommt. Alonso gelang ein guter Start, aber auch Vettel blieb dran. Bei Red Bull hat man wohl die gesamte Startprozedur überarbeitet, die in diesem Jahr dafür gesorgt hatte, dass sowohl Vettel als auch Webber oft Probleme hatten. Ich hatte Hamilton gut Chancen eingeräumt, dass er Vettel würde schlagen können, da der Brite auf der sauberen Seite der Strecke stand, aber der McLaren kam nicht gut weg und er musste sich auch noch gegen Button verteidigen. Und so sortierte sich im Grunde alle so ein, wie sie gestartet waren. Nach drei Runden stand dann Liuzzi neben der Strecke und es gab die erste Safety Car Phase.

Red Bull holte Mark Webber rein. Eine mutige Entscheidung. Zum einen bedeutete dies, dass er noch mindestens 58 Runden mit den harten Schlappen unterwegs sein musste, zum anderen brauchte er noch dringend ein weiteres Safety Car. Denn während er auf Platz 11 zurückfiel und später hinter Barrichello feststeckte, konnten die anderen vorne ihre Rundenzeiten fahren und den Vorsprung auf Webber ausbauen. Auch war nicht klar, ob die harten Reifen eine so lange Distanz überhaupt schadlos überstehen würden. Der WM-führende würde vielleicht nach vorne rutschen, hätte aber am Ende die schlechteren Reifen und müsste sich damit gegen beide McLaren und eventuell Rosberg verteidigen. Die Strategie von Red Bull hatte viele Unbekannte und noch mehr Risiken, aber einen Versuch war es durchaus wert, da Webber aus eigener Kraft auch nicht von Platz 5 weggekommen wäre.

Ein Boxenstopp in Singapur dauert rund 30 Sekunden und es war schnell klar, dass Alonso und Vettel vorne nicht zu schlagen waren. Hamilton auf Platz 3 sah erst nach einem machbaren Projekt aus, aber dann hing Webber hinter dem Williams fest und der Ex-Weltmeister war teilweise pro Runde 2 Sekunden schneller. Doch dann brachen die weichen Reifen am McLaren ein. Teilweise war Hamilton 2 Sekunden langsamer als Alonso und Webber holte von hinten auch dann auf, als er hinter Barrichello steckte. Marc Surer wunderte sich, dass McLaren seine Fahrer nicht früher zum Stopp beorderte. Tatsächlich hätte man ja mal Button holen können, der ohne Kontakt nach vorne oder hinten auf Platz 4 lag, aber gebracht hätte es trotzdem nicht. Hamilton lag maximal 22 Sekunden vor Webber, die Spitze war eh weg, also wartete man auf ein weiteres Safety Car. Das hätte McLaren geholfen, den dritten Platz zu halten. Nicht weil der Boxenstopp deswegen schneller geht, aber Webber hätte innerhalb der Karenzzeit unter Gelb bleiben müssen. Da er langsamer um den Kurs hätte fahren müssen, wäre er auch nicht so schnell wieder an Start/Ziel gewesen und Hamilton hätte seinen Platz behalten. Dummerweise kam das SC nicht und um nicht von Rosberg oder Kubica abgefangen zu werden, holte McLaren die Fahrer dann mal rein.

Nach dem Stopp war Webber vorne, sah sich aber unter Druck von Hamilton. Und der Brite zeigte mal wieder Nerven. Der Unfall in Turn 8 geht zwar nicht zu 100% auf seine Kappe, aber da er es war, der es Außen versuchte, musste er auch schauen, dass genug Platz war. Nach dem Rennen meinte Hamilton, dass er Webber nicht mehr gesehen habe, der habe sich wohl im toten Winkel befunden. Eine schwache Entschuldigung nach einem eigentlich gut gedachtem Manöver, aber schlecht ausgeführtem Manöver. 30 Zentimeter mehr und Hamilton hätte Webber gehabt und die WM-Führung übernommen. Nach dem Fehler in Monza also wieder so ein vermeidbares Ding, dass ihn die Meisterschaft kosten kann. Webber hatte allerdings auch mächtig Glück. Zum einen zerbröselte seine Vorderradaufhängung nicht, zum anderen hielten die Felge und der Reifen. Wie man auf dem Bild sehen kann, war es pures Glück.

Danach war das Rennen vorne gelaufen. Vettel ließ zwar nie locker, aber Alonso konnte ihn relativ problemlos hinter sich halten. Webber machte erst gar nicht den Versuch den beiden zu folgen, sondern schonte seine Reifen und die Bremsen und hielt Button auf einem 2 Sekundenabstand. Der konnte ebenso wenig angreifen, wie Rosberg hinter ihm, der ein Auge auf Kubica halten musste.

Dahinter ging es recht bunt zu. Weil Trubel der ersten SC-Phase Timo Glock seine Reifen nicht gewechselt hatte, fand sich der Virgin plötzlich auf Platz 11 wieder. Er sah auch zu Recht keinerlei Veranlassung die von hinten drängelnden Sutil, Hülkenberg und Massa vorbei zu lassen und fuhr etliche Runden weiter um einen Punkt. Schöne Leistung, die am Ende leider nicht belohnt wurde, weil er ausfiel.

Michael Schumacher hatte ein ereignisreiches Rennen, weil er mit beiden Sauber aneinandergeriet. Erst schnappte er sich Kobayashi, der sich ein paar Runden später allerdings mit einem Bremsmanöver aus der Hölle revanchierte und den Mercedes-Mann in einen Dreher zwang. Drei Kurven weiter versenkte der Japaner seinen Wagen allerdings in der Leitplanke. Den nächsten Sauber schob Schumacher dann höchstselbst von der Strecke, als er irgendwie innen an Heidfeld vorbei wollte, der allerdings die Tür zu schmiss. Mal wieder ein zähes Rennen von Schumacher. Wenn man bedenkt, dass Rosberg auf P5 einlief, hätte Schumacher mindestens auf P6 einlaufen müssen. Klar, die schlechte Startposition bedeutet auch immer, dass er in mehr Ärger steckt, als Rosberg, aber seine Rennperformance ist auch nicht das, was man erwartet. Eddie Jordan, nie um einen Spruch verlegen, meinte er hätte einen Fahrer wie Schumacher schon längst raus geschmissen. So langsam muss man ihm recht geben, vor allem wenn man seine Performance zum Beispiel mit Rubens Barrichello, Nico Hülkenberg oder Adrian Sutil vergleicht. Während die genannten drei sich im Rennen meist verbessern, geht es für Schumacher immer nur nach hinten.

Kurz zu den anderen:

- Adrian Sutil hatte eine miese Qualifikation, kämpfte sich nach vorne und kam auf den achten Platz ins Ziel. Den verlor er allerdings nach dem Rennen, weil den Rennkommissaren aufgefallen war, dass er in der ersten (!) Runden wohl eine Schikane abgekürzt hatte. Es gab eine 25 Sekundenstrafe, gegen die Force India allerdings Protest eingelegt hat. Am Ende wurde er neunter. Nico Hülkenberg bekam ebenfalls aus selbigen Grund eine Strafe, und wurde am Ende 10. Massa profitierte von dem ganzen Strafen und rückte auf den 8.Platz vor. Dafür, dass er als 24ster gestartet ist, hat er viel erreicht.

- Vitaly Petrov war in der Quali auch nicht gerade gut, hatte aber einen sensationellen Start, der ihn auf Platz 1o brachte. Danach ging allerdings nichts mehr nach vorne.

- Last Man standing der neuen Teams war Lucas di Grassi im Virgin auf Platz 15. Kovalainen fackelte seinen Lotus auf der Zielgeraden ab.

Das Rennergebnis schafft eine schöne Situation in der WM. Im Grunde hat sich Webber etwas absetzen können, zu mal Vettel nur 3 Punkte aufholen konnte. Aber er hat nur den Verfolger gewechselt, denn statt Hamilton hängt ihm jetzt Alonso im Genick. Aus dem WM-Rennen verabschiedet hat sich trotz seines vierten Platz wohl Jenson Button. Die 35 Punkte Rückstand auf Webber erscheinen doch etwas viel.

Vor allem, weil es überhaupt nicht sicher ist, dass der Korea-GP stattfindet. Während eines Interviews mit der BBC streute nun auch Bernie Ecclestone erhebliche Zweifel daran, dass das Rennen stattfinden würde. Sinngemäß meinte er, dass es eng wird, und er sich im Moment auf die Zusagen der Veranstalter verlassen muss. Zuversicht klingt anders, zumal er bis jetzt darauf bestanden hatte, dass das Rennen laufen wird. Die endgültige Entscheidung fällt diese Woche, wenn die FIA die Strecke abnehmen wird. Wenn diese Abnahme scheitert, der GP also abgesagt wird, hat das massive Auswirkungen auf die WM. Denn sind es nach dem GP in Japan nur noch zwei Rennen, was die Sache für Webber, vorausgesetzt, er holt Punkte in Suzuka etwas leichter machen wird.

Die WM wird auf jeden Fall immer spannender, denn Japan, das ist jetzt schon allen klar, wird ein Rennen, das Red Bull nur verlieren kann. Zwar hat Ferrari mit der letzten Ausbaustufe des F60 aufgeholt, aber ein Sieg von Alonso in Japan ist unwahrscheinlich. Vor allem, weil der Spanier keinen frischen Motor mehr in diesem Jahr hat. Die Chancen für Webber stehen also nicht schlecht, er muss sehen, dass er in Suzuka mindestens zweiter wird. Wenn Korea ausfällt hat Red Bull vermutlich keine andere Chance, als Webber für die letzten zwei Rennen Vorfahrt zu geben.

McLaren darf man natürlich nicht abschreiben, aber ich hatte sie in Singapur deutlich besser eingeschätzt. Vielleicht liegt ihnen Suzuka ja besser, aber da bin skeptisch. Helfen könnte ihnen schlechtes Wetter. Auch in Japan regnet es um diese Jahreszeit ja gerne mal.
GP SINGAPORE F1_2010 Reifen_Webber Formula One World Championship Formula One World Championship F1_Singapur_2010_3 F1_Singapur_2010_4 2010 Singapore Grand Prix 2010 Singapore Grand Prix F1_Singapur_2010_7 F1_Singapur_2010_8 F1_Singapur_2010_9 F1_Singapur_2010_10 F1_Singapur_2010_11 Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Singapore Motorsports / Formula 1: World Championship 2010, GP of Singapore F1_Singapur_2010_14 F1_Singapur_2010_15 F1_Singapur_2010_16 GP SINGAPORE F1_2010 F1 Singapore Grand Prix - Race F1 Singapore Grand Prix - Practice F1 Singapore Grand Prix - Practice F1 Singapore Grand Prix - Practice F1 Singapore Grand Prix - Qualifying F1 Singapore Grand Prix - Qualifying

August 11 2010

06:42

Ferner liefen: Die Newshappen

// Sommerpause in der Formel Eins – das bedeutet auch relativ wenig Nachrichten. Die Teams sind gezwungen, die Fabriken zu schließen, alle Mitarbeiter haben Urlaub und sind nicht im Büro. Das bedeutet zwar nicht, dass man nicht weiter forscht, denn was so ein Mitarbeiter zu Hause macht, kann man nicht wissen (*hüstel*), aber tatsächlich arbeiten kann man kaum. Die einzig nennenswerten Gerüchte gibt es weiter um Renault und den zweiten Platz neben Kubica. Petrov hat, in meinen Augen, keine schlechte Saison abgeliefert. Immerhin war er auch in der GP2 nicht gerade ein Überflieger und dafür hat er sich wacker gehalten. Seit Wochen geht aber das Gerücht rum, dass Renault ihn los werden möchte. Angeblich hat man ihm ein Ultimatum gestellt, das beinhaltet, dass er bis Ende September ein paar nennenswerte Ergebnisse einfahren muss, sonst darf er gehen. Bereit stehen gleich drei Deutsche: Nick Heidfeld, Adrian Sutil und Timo Glock. Heidfeld würde gerne mal wieder Rennen fahren, Glock ist unglücklich bei Virgin, wo es nicht voran geht und Sutil würde ich endlich gerne mal gegen einen Top-Piloten versuchen. Ich denke aber, dass Petrov am Ende bleiben wird. Zum einen ist der russische Markt für Renault zu wichtig, zum anderen hilft es dem Team auch nicht, wenn man alle paar Monate den zweiten Fahrer wechselt. Ich vermute mal, dass man Petrov und sein Management einfach etwa unter Druck setzen möchte.

// Bei HRT verdichten sich mal wieder die Gerüchte, dass das Team große finanzielle Probleme hat. Bruno Senna soll sich skeptisch geäußert haben, was die Zukunft der Spanier angeht. Bernie Ecclestone hat ebenfalls angedeutet, dass es zwei Teams gibt, die die Saison eventuell nicht überleben könnten. Das eine wäre HRT, das andere Virgin, wenn Richard Branson die Lust verliert. Auch dort gibt es erste Auflösungserscheinungen: Andy Soucek und seine 1 Mio. € Sponsoren sollen angeblich das Team verlassen haben, weil Virgin den Spanier nicht wie vereinbart als Freitagstester eingesetzt hat. Gleichzeitig tut sich erstaunlich wenig in Sachen Entscheidung, wer das 13. Team in den F1 werden soll. Weiterhin im Rennen Euskadi, Durango und StefanGP. Offenbar will Bernie warten, ob nicht noch mehr als ein Slot frei wird.

// Die Liste der Probleme, die Red Bull hat, ist relativ lang. Probleme mit dem Material, mit dem Renault-Motor, mit einer manchmal nicht zu durchschauenden Teamstruktur und natürlich mit den Fahrern. Neu in der Liste ist Adrian Newey. Der vielleicht wichtigste Mann im Team neigt dazu, seiner Rennleidenschaft freien Lauf zu lassen, was nicht immer gut geht. In Le Mans zerlegte er beim Classic Rennen vor ein paar Jahren einen Ford GT40 und brach sich einen Finger. Am letzten Wochenende startete er aus Lust und Laune im Ginetta Cup, der im Rahmen der BTCC ausgetragen wird. Dabei wurde er von einem Konkurrenten umgedreht und dummerweise ge-t-boned (Video). Newey kam ins Krankenhaus und wurde erst gestern mit nicht näher definierten Verletzungen am Arm entlassen.

// Peter Windsor, Teilhaber des kläglich gescheiterten USF1 Unternehmen, hat dem E-Zine gpweek wohl ein längeres Interview gegeben, dass nächste Woche veröffentlicht werden soll. Man darf gespannt sein, denn er will über die Hintergründe plaudern.

// Kasey Kahne wird 2011 bei Red Bull an den Start gehen. Dabei habe ich allerdings noch nicht verstanden, ob er in einem dritten Wagen sitzen wird, oder ob Brian Vickers endgültig ersetzt wird. Interessant ist der Deal auf jeden Fall, denn ein Jahr später wird Kahne bei Hendrick die #5 von Mark Martin übernehmen. Der wiederum, so die Gerüchte, soll dann zu Red Bull gehen. Alles ein wenig merkwürdig. Eigentlich hieß es, dass man Kahne bei Stewart-Haas parken wollte, aber da bekam man wohl das Sponsoring nicht zusammen. Immerhin sind damit die Gerüchte aus der Welt, dass Red Bull den Rennstall zum Ende des Jahres schließt.

// Der nächstjährige Kalender des Sprint Cups nimmt Gestalt an. Offenbar hat die NASCAR in Watkins Glen den Nationwide Teams einen vorläufigen Plan für 2011 gegeben und da sich SC und NW Rennen meist überschneiden, kann man schon einiges ablesen. Klar ist: es ändert sich weniger als gedacht. Bisher weiß man, dass Phoenix den Slot von Fontana bekommt und damit das erste “richtige” Rennen nach dem Daytona 500 wird. Das erste Rennen in Phoenix ist ein Tagrennen (27.02), das zweite ist wie gewohnt in der Nacht (13.11.) Fontana rutscht wohl in den April. Atlanta verliert ein Rennen und hat nur noch eins im September, dafür bekommt Kansas einen zweiten Lauf. Bestätigt sind der 5.6 und der 9.10.2011 Ansonsten ändert sich wohl nicht viel, auch nicht im Chase. Homestead bleibt das Finale, obwohl einige getippt haben, dass Las Vegas diese Ehre zu Teil wird. Auch ein Strassenrennen wird es nicht im Chase geben. Watkins Glen bleibt im August, Sonoma ist allerdings noch nicht bestätigt. Die NASCAR veröffentlicht den Kalender am 18.August. Mittlerweile ist ein Kalender für die Nationwide Serie aufgetaucht, Das die bis auf ein paar Daten im Sommer fast immer parallel zum Sprint Cup fährt, kann man einiges ableiten. (Alle Infos aus Twitter raus gefischt)

// Einen mittleren Sturm im Wasserglas gibt es im Moment in der NASCAR was Twitter angeht. Der bei vielen Fahrern und Teammitgliedern ungemein populäre Dienst war in den letzten zwei Wochen verdächtig ruhig. Wie sich raus gestellt hat, hat die NASCAR zum einen zwei Fahrer eine Strafe verpasst, zum anderen wohl auch einen allgemeinen Maulkorb für alle erlassen. Der Ärger der Fans ist durchaus groß. Vermutlich wird das allerdings nicht lange andauern, Montoya twittert wie eh und je.

// In der IRL gibt es derweil einen weiteren Verletzten: Justin Wilson hat sich beim eher harmlos aussehenden Crash mit Ryan Briscoe im Qualifying ein Band im rechten Daumen gerissen. Der Brite muss in Sonoma mit einer Schiene antreten. Ebenfalls weiter verletzt: Mike Conway. Eigentlich wollte er nach seinem Indy-Unfall in Sonoma sein Comeback geben, die Rückkehr wird sich aber doch noch um ein paar Wochen verschieben.

// Gar nicht zufrieden ist man bei den Teams mit Dallaras Vorbereitungen für die Umstellung auf das neue Chassis 2012. Laut Aussagen verschiedener Teamverantwortlicher nach einer Besprechung in Mid Ohio gibt es bisher noch keinerlei schriftliche Verträge zwischen dem Chassishersteller und den Teams. Auch genaue Kosten oder Details zum Reglement sind wohl noch nicht bekannt. Dabei läuft schon langsam die Zeit davon – vor allem, wenn man bedenkt, dass innerhalb der kommenden eineinhalb Jahre nicht nur die Autos geplant und gebaut werden müssen, sondern vorher auch noch die Dallara-Fabrik im Schatten des Indianapolis Speedway.

// Alvaro Parente, einigen vielleicht aus GP2 oder SLF bekannt, setzt sich beim LMS Rennen in Ungarn ans Steuer eines Ferrari 430 von AF Corse.

July 21 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Ende Juli soll die Entscheidung fallen, welches Team den 13. Formel 1-Startplatz für das kommende Jahr erhält. Und weil dieser Termin immer näher rückt, beginnen nun die ersten Details zu den Bewerbungen durchzusickern. So wurde Ende vergangener Woche bekannt, dass  Jacques Villeneuve planen soll, mit einem eigenen “Villeneuve Racing”-Team in der WM einzusteigen. Am Samstag wurde dann ruchbar, dass es sich bei diesem mysteriösen Projekt um eine Partnerschaft zwischen dem Weltmeister von 1997 und dem italienischen Durango Team handeln soll. Vor kurzem vermeldete Joe Saward dann auch noch, wie das eigentlich finanzmarode Team dieses Abenteuer finanzieren will: Al Saadi Gaddafi, Sohn des lybischen Diktators Mummar al-Gaddafi, soll demnach maßgeblich an dem Projekt beteiligt sein. Die FIA scheint von den Gerüchten wohl nicht besonders beeindruckt zu sein, denn während ich diese Meldung tippe, kommt grade die Nachricht rein, dass die Motorsportbehörde wohl zustätzlich zu den schon bekannten Finanzgarantien nun auch den Nachweis “robuster technischer Fähigkeiten” von den neuen Teams verlangen wird.

// Ebenfalls konfus, aber nicht ganz so verwirrend: Die Fahrersituation bei Toro Rosso. Zunächst hat Teamchef Franz Tost in einem Interview mit Autosport verkündet, dass beide Fahrer auch für das kommende Jahr bestätigt seien – was Sebastian Buemi gleich am folgenden Vormittag wieder in Abrede stellte. Über das Wochenende wurde dann wohl noch etwas nachverhandelt, denn am Montag bestätigte schließlich auch Buemi den Vertrag.

// Brandon Hartley galt noch vor zwei Jahre als “Supertalent”, aber davon ist im Moment nicht viel zu sehen. Nachdem er quasi im Vorbeigehen die Formula Renault 2.0 Eurocup 2007 gewonnen hatte, wurde es 2008 in der britischen F3 schon etwas zäher. Das er am Ende nicht gewinnen konnte, lag allerdings auch an seinen zahlreichen Abflügen. Hartley galt es schnell, aber auch etwas ungestüm. 2009 brach er dann komplett ein, dieses Jahr dreht er in der Formel Renault 3.5 seine Runden, wird aber von Red Bull Kollegen Daniel Ricciardo regelmäßig gebügelt. Nach Informationen von Joe Saward wird Hartley nun aus dem Red Bull Nachwuchskader geworfen und ist damit auch seinen Platz als Ersatzfahrer bei Red Bull los. Wie es mit ihm weitergeht, ist nicht klar.

// Vertraglich klarer schien dagegen die Situation bei Virgin Racing. Dort hat Timo Glock an sich noch einen Vertrag für die kommenden Saison. Trotzdem ist fraglich, ob der Routinier auch wirklich dort bleiben wird. In Interviews wirkt er immer wieder sehr enttäuscht und demotiviert, auch Virgin Racing selbst gibt mittlerweile zu, dass es nicht ganz klar ist, ob Glock seinen Vertrag wirklich erfüllen wird. Allerdings: Ob Glock derzeit eine Perspektive auf einen deutlich besseren Platz hat?

// Der letzte offene “Top”-Cockpit ist jenes bei Renault an der Seite von Robert Kubica, wo man mit den Vorstellungen von Vitaly Petrov in diesem Jahr nicht besonders zufrieden ist. Neben Glock könnte dort womöglich auch Adrian Sutil auf dem Wunschzettel stehen. Allerdings: So wenig zufriedenstellend die fahrerischen Leistungen von Petrov sein mögen, so attraktiv ist sein Sponsor-Paket. Insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Russland-Grand Prix (möglicherweise schon 2012) könnte es also auch gut sein, dass Petrovs Vertrag am Ende doch verlängert wird.

// Gegen Ende der Indycar-Saison wird das Feld doch wieder etwas voller: Nun scheint sich auch Ed Carpenter ein Cockpit für die Ovalrennen in Chicagoland, Kentucky und Homestead gesichert zu haben. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Außerdem ist noch nicht ganz klar, ob Carpenter wieder für Vision Racing antreten wird, oder ein anderes Team gefunden hat.

// Boris Said, ungemein beliebter Tourenwagenpilot aus den USA, wird in Watkins Glen den Red Bull mit der #83 bewegen. Said gilt als klassischer “road course ringer” also einer, den man vor allem bei Rundstreckenrennen einsetzt. Wie es mit Mattias Ekström und der NASCAR weiter gehen wird, ist nicht klar.

// Die australische V8 Supercars Serie bastelt an ihrer Zukunft. Die in Australien ungemein populäre Serie, die man in Deutschland immer noch mit einiger Verspätung auf MotorsTV sehen kann, denkt seit geraumer Zeit über eine Expansion nach. Einen weiteren Schritt in die Richtung soll es mit dem “Car of the Future” geben, das ab 2012 eingesetzt werden soll. Interessanterweises soll das CoF, laut Touringcar Times, dem NGC des BTCC durchaus ähneln. Es gab in letzter Zeit immer wieder Gerüchte, dass ein dritter Hersteller in die Franchise Serie einsteigen könnte, und offenbar möchte man mit dem NASCAR-ähnlichem Konzept neuen Herstellern zumindest eine Hintertür aufhalten. Aber auf den V8 wird man natürlich nicht verzichten.

// Mal was aus der WRC. Citroen hat Sebastien Loeb und Sebastien Ogier für 2011 bestätigt. Angeblich hatte Ford ja die schon die Finger nach Ogier ausgestreckt, aber die Briten werden sich dann wohl bis mindestens 2012 gedulden müssen.

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