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November 05 2013

08:00

NASCAR: Analyse Texas November 2013

In überragender Manier sicherte sich Jimmie Johnson seinen ersten Sieg auf einem Intermediate-Oval in dieser Saison. Sein Meisterschaftsrivale Matt Kenseth konnte mit einem vierten Platz nach Schwierigkeiten im Rennen noch Schadensbegrenzung betreiben.

AAA Texas 500Jimmie Johnson hatte am Sonntagabend allen Grund zu jubeln, denn er konnte auf einer der Paradestrecken seines Meisterschaftskonkurrenten Matt Kenseth diesem die Stirn bieten und sich in dominanter Art und Weise seinen sechsten Saisonsieg sichern. Kenseth hingegen musste sich mit einem vierten Platz zufrieden geben, hinter dem ewigen Zweiten Dale Earnhardt Jr. und Joey Logano. Somit geht Johnson als Führender in die letzten Rennen, mit sieben Punkten Vorsprung vor seinem einzigen verbleibenden Meisterschaftskonkurrenten Kenseth. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist der Traum vom Titel unterdessen zerstört.

Die beste Startposition für das AAA Texas 500 sicherte sich Carl Edwards vor seinem Markenkollegen und Vorjahreschampion Brad Keselowski. Die Meisterschaftskandidaten Jimmie Johnson und Matt Kenseth stellten ihre Autos auf den dritten bzw. sechsten Platz. Der Start in die 334 Runden erfolgte gegen 21:20 Uhr und Pole-Sitter Edwards konnte sich vorerst an der Spitze durchsetzen. Diese war er allerdings bereits nach zehn Runden an die #48 von Jimmie Johnson los. Dieser konnte dann immerhin die nächsten sechs Runden unter Vollgas absolvieren, ehe die berühmte Debris für die erste Caution des Abends sorgte. Bei den ersten Boxenstopps schaffte es Carl Edwards, sich erneut die Spitzenposition vor Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zu sichern. Nach dem Restart konnte Edwards erneut einige Runden an der Spitze drehen, ehe Johnson diese wieder übernahm.

Nach der ersten Gelbphase gab es viele Runden unter grün und es stellte sich heraus, dass Carl Edwards sein Auto ziemlich loose eingestellt hatte und so besonders auf älteren Reifen mit starkem Übersteuern und einigen Querstehern zu kämpfen hatte. Für die #99 kam in Runde 58 schließlich die erhoffte Pause, als Kyle Busch sein Auto in Kurve drei in die Mauer setzte. Bei den anschließenden Boxenstopps konnte Carl Edwards sich erneut die Führung von Johnson zurückholen, während Matt Kenseth aufgrund eines schlechten Stopps vier Plätze verlor. Nachdem der Restart wegen Debris auf der Strecke verzögert werden musste, konnte das Rennen in Runde 65 wieder aufgenommen werden. Erneut holte sich Jimmie Johnson nach wenigen Runden die Führung von Edwards.

Dann kam die 75. Runde und das Ende aller Meisterschaftschancen von Jeff Gordon. An der #24 platzte eingangs Kurve eins der Vorderreifen und schickte das Fahrzeug geradewegs in die Mauer. Danach verlor der Chevrolet noch einige Teile und Gordon musste die #24 in die Garage stellen. Bei den folgenden Boxenstopps setzte sich Brad Keselowski in Front, da er sich nur zwei frische Reifen holte. Hinter ihm sortierten sich Edwards und Johnson ein. Nach der Wiederaufnahme des Rennens konnte Keselowski zunächst seine Führung behalten, doch schon nach wenigen Umläufen kam Jimmie Johnson wieder mal in großen Schritten näher und setzte sich schließlich an der #2 vorbei. Unterdessen hatte Carl Edwards weiter mit einem extrem übersteuernden Fahrzeug zu kämpfen und verlor an Boden auf die #48.

Ab Runde 120 standen dann die ersten Boxenstopps unter grün an und nach weiteren fünf Umläufen entschloss sich auch Jimmie Johnson dazu, sich frische Reifen und Benzin zu holen. Nachdem Kenseth sich seine erste Führungsrunde holte, kam auch er zu seiner Crew und ordnete sich auf dem zweiten Platz wieder ein. Die Piloten spulten nach den Stopps ihre Runden ohne bemerkenswerte Zwischenfälle ab und so standen nach circa 160 gefahrenen Umläufen die nächsten Stopps unter grüner Flagge an. Nicht gerade überraschend konnte sich hier Jimmie Johnson erneut durchsetzen, doch für die #20 drehte sich das Rennen. Bei der Ausfahrt aus der Box war Matt Kenseth zu schnell und musste als Strafe noch einmal durch die Boxenstraße fahren. Die #20 verlor dadurch fast eine Runde und sortierte sich auf dem 14. Platz wieder ein.

Bis zum 189. Umlauf dauerte es, bis die von Matt Kenseth herbeigesehnte Caution aufgrund von Öl und Debris auf der Strecke ausgelöst wurde. Bei den Boxenstopps konnte Jimmie Johnson den ersten Platz erneut behaupten, vor Kyle Busch und Joey Logano. Johnson fuhr nach dem Restart wieder einsam seine Kreise um die Konkurrenz und Logano konnte mit dem zweiten Platz erneut überzeugen. Unterdessen musste Pole-Sitter Carl Edwards seinen Ford mit Motorproblemen in die Garage stellen. Für Matt Kenseth hingegen lief es wieder besser, er arbeitete sich stetig nach vorne in Richtung Johnson und fand sich schnell auf dem siebten Platz wieder.

Um Runde 240 standen auch schon wieder die nächsten Stopps unter grüner Flagge an, bei denen Matt Kenseth den Anfang machte. Kurz nach der #20 besuchte auch Jimmie Johnson seine Pitcrew. Johnson ging auf Nummer sicher und musste sich nach seinem Stopp hinter Brad Keselowski einordnen, der sich inzwischen die Spitzenposition übernommen hatte. Doch die #48 konnte auf neuen Reifen dem restlichen Feld wieder auf und davon fahren und erlangte just vor dem Fallen der fünften Caution wieder die Führung. Die fünfte Gelbphase des Abends in Runde 257 wurde durch den rechten Vorderreifen an der #42 ausgelöst, als sich dieser in seine Einzelteile zerlegte. Bei den Boxenstopps setzte sich die #48 erneut gegen Kyle Busch und Joey Logano durch und beim anschließenden Restart fuhr Jimmie Johnson dem Rest wieder auf und davon.

Knapp 40 Runden vor Schluss holten sich alle Piloten zum letzten Mal frische Reifen und die letzten Tropfen Benzin. Kyle Busch war auf Platz drei liegend zu schnell in der Boxengasse und musste diese anschließend als Strafe noch mal durchfahren. Besser lief es da für Dale Earnhardt Jr., der bei den Stopps nicht nur an Matt Kenseth, sondern auch an Joey Logano vorbei ging und sich so auf Platz zwei schieben konnte. Danach waren die Positionen bezogen und Jimmie Johnson holte sich, wie auch letztes Jahr, den Sieg im Herbstrennen von Texas. Zudem ist es sein sechster Saisonsieg, den er mit 255 Führungsrunden eindrucksvoll einfuhr. Matt Kenseth sorgte am Ende noch mit einem vierten Platz für Schadensbegrenzung, nachdem er im Rennen eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse absolvieren musste. Für Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch ist hingegen jede Chance auf den Titel vernichtet, da Harvick als Dritter nun bereits 40 Punkte Rückstand angesammelt hat. Matt Kenseth geht als einzig verbleibender Konkurrent von Johnson um den Titel mit sieben Punkten Rückstand in das vorletzte Rennen auf dem Phoenix International Raceway.

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November 01 2013

08:00

NASCAR: Vorschau Texas November 2013

Kopf an Kopf liegend gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson in den drittletzten Lauf der Saison des NASCAR Sprint Cups, auf einem der schnellsten Intermediate-Ovale des Kalenders. Jeff Gordon, Kevin Harvick und Kyle Busch brauchen einen Sieg, wenn sie noch ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen.

aaatexas500_13Drei Rennen noch, dann steht der Meister fest! 33 Rennen wurden bereits mehr oder weniger erfolgreich absolviert und trotzdem gehen Matt Kenseth und Jimmie Johnson mit der gleichen Punktezahl auf dem Konto als Führende nach Texas. Der Texas Motor Speedway in Fort Worth gilt als eines der schnellsten Intermediate-Ovale der Saison, weist er doch starke Ähnlichkeiten zu den Speedways in Atlanta und Charlotte auf. Wie diese beiden Strecken besitzt auch das 1995 erbaute Oval eine Kurvenüberhöhung von 24°. Die meisten Siege mit deren drei konnten hier Carl Edwards und Jimmie Johnson einfahren. Von den fünf verbleibenden Meisterschaftsanwärtern scheint hier also Johnson die Nase vorn zu haben, aber Kenseth zeigt sich diese Saison besonders stark auf auf den Intermediate-Ovalen und ist auch hier definitiv ein Siegkandidat. Doch auch auf Kyle Busch sollte man achten, denn die #18 konnte bereits das Frühlingsrennen für sich entscheiden. Stellt sich noch die Frage nach Jeff Gordon und Kevin Harvick. Gordon konnte in Texas bereits ein Mal gewinnen und durch den lang ersehnten Sieg in Martinsville sollte er dieses Wochenende mit einer guten Portion Extra-Motivation an den Start gehen. Kevin Harvick wusste hier bis jetzt nicht wirklich zu überzeugen und wird es in Texas wohl am schwersten haben. 

Doch um den Sieg im AAA Texas 500 werden nicht nur unsere fünf Meisterkandidaten mitreden, es gibt durchaus noch weitere Piloten, die auf dieser Strecke zu beachten sind. Als erstes ist hier der schon weiter oben erwähnte Carl Edwards zu nennen, der in Texas bereits drei Mal in die Victory Lane einfahren konnte, zuletzt im Herbst 2008. Aber auch auf Denny Hamlin sollte man ein Auge haben, denn er gewann beide Rennen in der Saison 2010 und hat beim letzten Rennen in Martinsville einen kleinen Aufwärtstrend erkennen lassen. Auch immer vorn dabei in Texas ist Greg Biffle, der hinter Kenseth und Johnson die beste Durchschnittsplatzierung auf dieser Strecke vorweisen kann und das Frühjahrsrennen 2012 für sich entschied. Im weiteren Kreis befinden sich noch Dale Earnhardt Jr., Clint Bowyer, Martin Truex Jr. und Kurt Busch, die hier fast immer vorn dabei sind, aber – mit Ausnahme von Kurt Busch – noch nie gewonnen haben. Aber wer weiß, vielleicht schafft ja auch Juan Pablo Montoya kurz vor seinem NASCAR-Ende noch seinen ersten Oval-Sieg?

Beim Blick auf die Entry List für das AAA Texas 500 fallen folgende Änderungen auf: Die Wood Brothers nehmen mit der #21 und Trevor Bayne mal wieder teil, während in der #30 von Swan Racing Parker Kligerman sein Cup-Debüt feiert. In der #32 nimmt diese Woche Timmy Hill Platz und Austin Dillon ist nach seinem Start in der #14 in Talladega auch wieder dabei, allerdings dieses Mal in der #33. Alle gemeldeten Fahrer dürfen auch das Rennen unter die Räder nehmen, da nur 43 Teams gemeldet wurden.

In den letzten Tagen haben sich auch wieder einige Neuigkeiten und Gerüchte angesammelt, die ich hier mal kurz erläutern werde:

- Die NASCAR möchte das Qualifying wieder spannender gestalten und dabei mehrere Autos gleichzeitig auf der Strecke haben. Aktuell ist ein Qualifying-Format geplant, wie es bereits auf den Rundkursen seit dieser Saison eingesetzt wird, wo die Fahrzeuge in kleinen Gruppen mit einigen Sekunden Abstand untereinander auf die Strecke geschickt werden. Auf den Superspeedways in Daytona und Talladega soll hingegen eine “drafting session” mit einer Dauer von 45 bis 60 Minuten abgehalten werden, um den Pole-Sitter zu ermitteln. Ob es zu diesem Qualifying-Format kommt, wird aber erst in den nächsten Wochen oder Monaten entschieden.

- Wie ESPNs Allen Bestwick erfahren haben will, wird Ken Shrader sich vom Sprint Cup zurückziehen und dieses Jahr in Homestead sein letztes Rennen absolvieren.

- Michael McDowell wird nächstes Jahr die #95 für Leavine Family Racing fahren, wie das Team am Montag bekannt gab. Außerdem möchte man versuchen, eine komplette Sprint-Cup-Saison zu fahren und ausgewählte Rennen der Nationwide Series zu absolvieren. McDowell wird sein Debüt in der #95 beim nächstjährigen Daytona 500 geben.

Die Vorschau beenden wie immer die aktuellen Stände der Fahrer- und Owner-Wertung und die Auflistung der TV-Zeiten für das Rennwochenende:

Freitag, 01.11.2013
17:30 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
19:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
20:00 Uhr Truck Qualifying, Fox Sports 1
21:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr Nationwide Final Practice, Fox Sports 2

Samstag, 02.11.2013
01:30 Uhr Trucks Rennen (Winstar World Casino 300), Fox Sports 1 (Green Flag: 01:49)
16:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 2
17:00 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 2
19:00 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 2
20:30 Uhr Nationwide Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2 (Green Flag: 20:47 Uhr)

Sonntag, 03.11.2013
20:00 Uhr Sprint Cup Rennen (AAA Texas 500), ESPN & MotorvisionTV (Green Flag: 21:16 Uhr)

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June 11 2013

11:15

IndyCar: Analyse Firestone 550

Helio Castroneves gewann deutlich überlegen das Nachtrennen in Fort Worth. Er bewies damit, dass Penske Racing doch noch gewinnen kann und dass er ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft der IndyCar Series ist.

Helio Castroneves  (C) John Cote/IndyCar Media

Helio Castroneves
(C) John Cote/IndyCar Media

Wie schon beim Indy 500 zeigten sich die IndyCar-Fahrer in Texas sehr diszipliniert. Auch wenn die Starts bzw. die Restarts noch ausbaufähig sind, kamen sie ohne Unfall über die 220 Runden. Diese Entwicklung ist sehr positiv, auch wenn einigen „Fans“ sicher die „Action“ fehlt. Da aber in Fort Worth im Gegensatz zu Indianapolis die engen Windschattenduelle, vor allem um die Spitze, fehlten, waren die 550 km eine eher zähe Angelegenheit. Die Kommentatoren und die Regie von ABC hatten auch nicht ihren besten Tag, sodass Zuschauen keine absolute Freude war. Immerhin waren die Tribünen am Texas Motor Speedway sehr ordentlich gefüllt.

Um das Pack-Racing zu verhindern, wurde wie schon im Vorjahr der aerodynamische Abtrieb stark vermindert. Umso wichtiger wurde so natürlich die mechanische Haftung der Reifen. Firestone hatten auf Wunsch der IndyCar Reifen geliefert, die im Laufe des Stintes deutlich an Haftung verloren. Mit neuen Reifen konnten die Fahrer ohne Probleme 5 mph pro Runde schneller fahren. Der schonende Umgang mit den Reifen stellte sich als einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg von Helio Castroneves heraus. Sein Haftungsverlust zum Ende des Stintes war deutlich geringer als bei seinen Konkurrenten.

Neben den Reifen waren die Abstimmung der Wagen und natürlich die Fähigkeit der Fahrer entscheidend für schnelle Rundenzeiten. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Geschwindigkeit der einzelnen Wagen. An der Spitze legten die Andretti Autosport Dallara von Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay sowie die Penske Racing Dallara von Helio Castroneves und Will Power ein sehr hohes Tempo vor. In Runde 31 wurde schon Graham Rahal überrundet, obwohl eine frühe Gelbphase, ausgelöst durch einen Motorschaden bei Pippa Mann, erst in Runde 13 endete. Schnell folgten ihm Sebastian Saavedra, Oriol Servia, Simon Pagenaud.

Mitten in die erste Runde der Boxenstopps fiel die zweite Gelbphase als Scott Dixon nach seinem Boxenstopp nicht beschleunigen konnte und in Turn 4 seinen Wagen abstellen musste. Unter Grün verlor man mindestens eine Runde auf die Spitzenreiter bei einem Boxenstopp. Dadurch, dass nun einige Fahrer unter Gelb stoppten, konnten sich viele auch nicht mehr zurückrunden. Zum Restart in Runde 62 waren nur noch die Top 14 in der Führungsrunde. Da die IndyCar das Feld unter Gelb nicht sortiert, wie z.b. die NASCAR, waren überrundete Fahrer mitten unter den Top 14 und Charlie Kimball konnte sich so auch zurückrunden. Die Spitze übernahm Ryan Hunter-Reay vor Marco Andretti und Helio Castroneves. Im Mittelfeld gab es einige enge Kämpfe, meist aber zwischen Autos in unterschiedlichen Runden.

Ab Runde 90 verschlechterte sich das Fahrverhalten von Hunter-Reays Dallara deutlich durch abbauende Reifen und in Runde 94 musste er einen frühen dritten Stopp einlegen. In der Folge sah man sehr gut den Faktor, den neue Reifen ausmachten. Hunter-Reay schnitt durch das Feld und konnte sich in Runde 108 zurückrunden. In Runde 112 drehte sich Oriol Servia in Turn 1 und löste so die letzte Gelbphase aus. Wieder fiel sie mitten in die Runde der Boxenstopps. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Top 7, bestehend aus Helio Castroneves, Justin Wilson, EJ Viso, Ed Carpenter, Will Power, Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay in der Führungsrunde. Da aber alle geschlossen in Runde 116/117 in die Box fuhren, konnten sich einige Fahrer, unter anderem Simona de Silvestro, eine Runde zurückholen.

Simona de Silvestro hatte ein sehr bewegtes Rennen. Durch einen Motorwechsel musste sie von Platz 22 starten, konnte sich aber durch sehr schnelle Runden bis zur zweiten Gelbphase auf Platz 16 verbessern. Durch die Problematik mit den Boxenstopps verlor sie dann aber eine Runde, blieb aber deutlich Schnellste unter den überrundeten Fahrern. In der unübersichtlichen Situation um Runde 116/117 überholte Simona de Silvestro das Pace Car und musste nach dem Restart eine 30-Sekunden-Strafe absitzen. Mit drei Runden Rückstand und Platz 22 nahm sie das Rennen wieder auf. Mit extrem schnellen und konstanten Runden, nur Helio Castroneves war in der Regel ähnlich schnell unterwegs, konnte sie sich am Ende Platz 16 mit nur zwei Runden Rückstand sichern. Ohne das Pech mit Motorenwechsel und dem Rundenverlust während der zweiten Gelbphase sowie den Fehler mit dem Überholens des Pace Cars wäre ein absolutes Top-Ergebnis drin gewesen, vergleichbar mit Toni Kanaan, der Platz 3 holte.

Während Simona de Silvestro ihr eigenes Rennen unbemerkt bestritt, entschied sich vorne das eigentliche Rennen. Helio Castroneves konnte sich problemlos von Will Power und Ryan Hunter-Reay absetzten. Je tiefer die Sonne sank und damit auch die Temperatur der Strecke, umso besser wurde das Fahrverhalten von Castroneves Penske Dallara. Er nutzte dabei nicht die von den anderen Piloten favorisierte unterste oder die mittlere Linie, sondern fuhr erheblich höher durch die Kurven. Da Castroneves auch sehr schonend mit den Reifen umging, konnte er ohne Probleme auf eine Strategie mit nur einem weiteren Stopp setzten. Dieser Strategie folgten Will Power, Dario Franchitti, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe aus der Spitzengruppe. Marco Andretti und Toni Kanaan waren die Topfahrer der Gruppe, die auf zwei weitere Stopps setzten. Für beide sollte sich diese aggressive Strategie auszahlen. Beim letzten Restart in Runde 122 lagen sie noch auf den Plätzen 8 und 9. Bis zum Ziel konnten sie sich auf Platz 3 (Toni Kanaan) und Platz 5 (Marco Andretti) verbessern. Ein Angriff auf Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay war dann aber nicht mehr möglich. Nur die Top 5, mit Ed Carpenter auf Platz 4, konnten die volle Renndistanz von 228 Runden bzw. 550 km beenden. Das restliche Feld hatte mindesten eine Runde Rückstand.

Auf Platz 6 kam Dario Franchitti im besten Honda vor Will Power und Josef Newgarden ins Ziel. Newgarden hat sich im kleinen Team von Sarah Fisher zu einem guten, konstanten Fahrer entwickelt. Das war immerhin schon seine vierte Top-10-Platzierung in diesem Jahr. Die Top 10 in Texas schlossen die beiden restlichen Fahrer von Andretti Autosport James Hinchcliffe und EJ Viso ab. Auf Platz 11 folgte Takuma Sato, der bis zur Rennmitte noch gut in den Top 10 gelegen hatte. Mit kühler werdender Strecke kam er dann aber nicht mehr so gut zurecht. Letzter Pilot mit nur einer Runde Rückstand war James Jakes. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Marco Andretti und Toni Kanaan, absolvierte seinen letzten Stopp aber deutlich später. Für ihn zahlte sich diese Strategie nicht aus und von Platz 4 zum Zeitpunkt des Stopps fiel er noch auf Platz 12 zurück. Immerhin war er so noch deutlich besser als ein Teamkollege Graham Rahal. Dieser kam vom Beginn an nicht mit Strecke und Wagen zurecht und beendete mit fünf Runden Rückstand das Rennen auf Platz 21. Nur Alex Tagliani war, vor den ausgefallenen Scott Dixon und Pippa Mann, noch schlechter.

Nach dem guten Wochenende in Detroit waren die Fahrer von Sam Schmidt in Fort Worth deutlich unauffälliger unterwegs. Simon Pagenaud wurde auf Platz 13 und Tristan Vautier, der sein erstes Rennen auf einem so stark überhöhten Oval fuhr, auf Platz 18 gewertet. Sebastian Saavedra konnte sich mit Platz 14 zwar erheblich vor seinen Kollegen Sebastien Bourdais auf Platz 20 fahren, aber man muss sich schon fragen, ob Katherine Legge nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Besonders positiv sind beide Dragon Racing Piloten in diesem Jahr noch nicht aufgefallen. Mit Platz 15 dürfte Justin Wilson nicht ganz zufrieden sein. Zeitweise lag er in den Top 5, aber auch er kämpfte später mit der sich veränderten Strecke.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt nun Helio Castroneves (256 Punkte) mit 22 Punkten Vorsprung auf Marco Andretti (237). Vorjahresmeister Ryan Hunter-Reay (232) liegt auf Platz 3 vor Indy-500-Sieger Toni Kanaan (195). Dahinter folgen punktgleich Simon Pagenaud und Takuma Sato mit jeweils 194 Punkten und einem Sieg. Noch ohne Sieg in dieser Saison belegen Scott Dixon (193) und Justin Wilson (184) die Plätze 7 und 8. Der zweimalige Sieger James Hinchcliffe liegt nur auf Platz 9 (176) vor Dario Franchitti (168).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das Rennen hatte Samstag ein Overnight-Rating von 1.1 auf ABC. Abgesehen vom tragischen Saisonfinale 2011 in Las Vegas war das das beste Rating für ein Rennen der IndyCar auf ABC seit dem Saisonauftakt in St. Petersburg 2011. Eigentlich könnte man dies positiv sehen, wenn die 1.1 nicht ein absolute katastrophaler Wert für Sportübertragungen zur Prime Time wären. Zum Vergleich hatten NBC mit einem NHL Playoff Spiel (Kings, Blackhawks) ein Rating von 2.9 und Fox (regionale MLB-Spiele) sogar 3.2. Die beiden Detroit Rennen jeweils am frühen Nachmittag hatten ein endgültiges Rating von 0.6 (Samstag) und 0.7 (Sonntag). Das dürften die letzten rund 900.000 treusten Fans der IndyCar Series in den USA sein, die sich wirklich jedes Rennen anschauen. Auf eine ähnliche Quote kommt ja auch NBC Sports regelmäßig, das aber natürlich nicht über die Verbreitung eines großen Networks wie ABC verfügt.

Am nächsten Sonntag steht schon das Rennen auf der Milwaukee Mile auf dem IndyCar-Programm.

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April 12 2013

06:00

NASCAR: Vorschau Texas April 2013

An diesem Wochenende steht in Texas das erste Nachtrennen des Jahres auf dem Programm, was zudem auch die Flutlicht-Premiere des Gen6 darstellt – zumindest was die regulären Punkterennen angeht. Am Donnerstag wurde dafür auch schon ausgiebig getestet, was uns einen kleinen Vorsprung bei der Einschätzung des aktuellen Kräfteverhältnisses bietet.

nra500 13 300x183 NASCAR: Vorschau Texas April 2013Der Texas Motor Speedway ist eine der jüngeren Strecken im Cup-Kalender und wird erst seit 1997, also ein Jahr nach Fertigstellung, von der NASCAR befahren. Das Layout ist dafür aber umso älter, denn was uns nun in der Nacht von Samstag auf Sonntag erwartet, ist einer der wirklich klassischen Cookie-Cutter: Das 1,5 Meilen lange Intermediate-Oval mit einem Banking von 24 Grad und seiner geknickten Zielgeraden (Quadoval) ist praktisch ein Klon der beiden älteren Schwester-Speedways in Charlotte und Atlanta. Dieser Streckentypus stellt mit Qualifying-Speeds bei 192 mph und Kurveneingangsgeschwindigkeiten um 200 mph so ziemlich das schnellste dar, was die NASCAR abseits der großen Superspeedways von Daytona und Talladega zu bieten hat. Da der Asphaltbelag aber nicht mehr der Jüngste ist, wird der Rundenrekord von Brian Vickers (196,235 mph) aus dem Jahr 2006 am Wochenende wohl Bestand haben. Dafür sprechen zumindest die Zeitenlisten des Gen6-Tests vom Donnerstag:

Dabei zeigten sich Greg Biffle und Kurt Busch besonders gut aufgelegt, welche in beiden Sessions die Top2 komplett untereinander ausmachten. Beide Piloten lagen dicht gedrängt zudem immer ein bis zwei Zehntel vor dem Rest der Teilnehmer, was (aber nur) auf den ersten Blick etwas überrascht. Der Texas Motor Speedway war nämlich schon immer ein Ort, an dem am Ende nicht unbedingt die üblichen Verdächtigen in der Victory-Lane stehen. So konnte zum Beispiel Jimmie Johnson erst im letzten November sein zweites Rennen auf dieser Strecke gewinnen. Traditionell ist Texas eigentlich eher Ford-Land, die hier bisher 11 von 24 Ausgaben (45,8 %) für sich entscheiden konnten. Die zweitstärkste Kraft stellt Chevrolet (8) dar, welche im Verhältnis allerdings eher bei den Chase-Abstechern erfolgreich waren (4 zu 4 bei bisher doppelt so vielen Rennen im Frühjahr).

Greg Biffle dürfte ganz ehrlich auch der Tipp von „Captain Obvious“ sein, denn immerhin konnte er die Vorjahresausgabe für sich entscheiden, was seinem bisher zweiten Texas-Sieg entsprach. Besagtes Rennen stellte übrigens einen neuen Rekord auf, denn nach 100 Runden brach wohl der Stiel an der Gelben Flagge ab, womit NASCAR keine weitere Gelbphase mehr ausrufen konnte. Aber Spaß beiseite: Der anschließende Green-Flag-Run über 234 Runden – und damit bis zum Ende des Tages – ist somit bisher der längste durchgängige auf einem Intermediate-Oval. Leider sorgte dieser Rekord dann aber für ein ereignisloses Rennen, welches schon nach gut drei Stunden zu Ende war. Normalerweise ist der Sprint Cup in Texas eher um die dreieinhalb Stunden unterwegs.

Ich denke allerdings nicht, dass wir am Wochenende eine Wiederholung dieser Einschlafhilfe erleben werden. Dafür gibt es derzeit noch zu viele Unbekannte am Gen6 – vor allem für den Reifenhersteller Goodyear. Eher erwarte ich ein sehr dynamisches Rennen, bei dem der Wechsel in die Nacht eine erhebliche Rolle spielen wird. Die veränderten Gripverhältnisse erfordern im Normalfall eine deutlich veränderte Abstimmung der Wagen und derjenigen Mannschaft, welcher dies am besten gelingt, ist eine Fahrt in die Victory-Lane sicher.

Im optimalen Fall startet man das Rennen auf einem Setup, welches in der untergehenden Sonne eher zum Übersteuern neigt. Die niedrigen Temperaturen unter Flutlicht sorgen dann automatisch dafür, dass sich das Gripniveau schlagartig erhöht und das Fahrverhalten in Richtung Untersteuern abdriftet. Dies kann man oft schon sehen, sobald sich ein Schatten auf zwei der Turns gelegt hat. Wer schon zu neutral ins Rennen geht, wird der Mauer am Ende des Tages näher sein als ihm lieb ist oder hoffentlich noch genügend Spring-Rubber in den Federn haben, die man dann hektisch entfernen kann.

Da es sonst nicht so viel zu erzählen gibt, werfen wir noch einen Blick auf die bisherigen, noch aktiven Sieger in Texas. Die Liste ist ziemlich lang, denn dieses Intermediate-Oval ist definitiv kein Freund von Seriensiegern. Bisher gelang es noch keinem Fahrer, seinen Triumph im Folgejahr zu wiederholen. Allerdings konnten sich Denny Hamlin und Carl Edwards schon in die Riege derjenigen Piloten einreihen, welche beide Texas-Ausgaben eines Jahres in der Victory-Lane beendeten.

Carl Edwards ist gleichzeitig auch der Rekordhalter, da er hier bereits drei Erfolge vorweisen kann. Dahinter folgt eine ganze Riege mit Zweifachsiegern bestehend aus Jimmie Johnson, Tony Stewart, Greg Biffle, Matt Kenseth, Denny Hamlin und Jeff Burton. Hamlin, der weiterhin an seiner Wirbelverletzung laboriert (und in Texas von Brian Vickers vertreten wird), ist übrigens für die einzigen beiden Toyota-Siege in Texas verantwortlich. Bisher jeweils ein Rennen konnten Kurt Busch, Jeff Gordon, Kasey Kahne, Ryan Newman, Dale Earnhardt Jr, Mark Martin sowie Elliott Sadler gewinnen. Auffällig dabei ist, dass Hendrick Motorsports nie so richtig einen Reifen auf diese Strecke bekommen hat – lediglich vier Siege (1x Terry Labonte 1999, 1x Jeff Gordon 2009 sowie 2x Jimmie Johnson 2007 und 2012) konnte die erfolgsverwöhnte Truppe in Texas einfahren.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende. Außerdem verlinke ich hier die Ergebnisse von Session 1 und Session 2 des donnerstägigen Gen6-Tests.

Wer auf sein NASCAR-Rennen am Sonntagabend nicht verzichten möchte, der bekommt in dieser Woche Aushilfe von der Truck Series. Die dritte Liga ist dann nämlich abseits der anderen Serien ganz alleine in Rockingham unterwegs. Bis auf das Rennen wird hier allerdings nichts im Fernsehen übertragen. Dies trifft in Deutschland quasi auch auf den Sprint Cup zu, denn bei Motorvision TV legt man sich zum ersten Nachtrennen der Saison zwar lieber rechtzeitig schlafen, zeigt dafür aber frisch erholt am Montagabend um 22:15 Uhr eine Zusammenfassung des NRA 500. Für ein Live-Erlebnis ist man daher wieder auf einen der bekannten – in letzter Zeit recht zahlreichen – Streams angewiesen.

Freitag, 12.04.
17:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
23:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
02:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (O’Reilly Auto Parts 300), ESPN2

Samstag, 13.04.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (NRA 500), FOX

Sonntag, 14.04.
20:00 Uhr, Truck Series Rennen (North Carolina Education 200), SPEED

 NASCAR: Vorschau Texas April 2013

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April 12 2011

06:19

NASCAR: Analyse Texas April 2011

Wieder einer aus der Kategorie „Das war ja wohl nichts!“… Wer in der Hoffnung auf Action unter dem Scheinwerferlicht lange wach geblieben ist, der wird am Ende wohl seinen Schlaf zurückverlangt haben. Einzig Roush-Fenway Racing dürfte nach diesem Rennen zum Feiern zumute gewesen sein, denn Matt Kenseth beendete in Texas eine lange sieglose Serie.

Ganze fünf Gelbphasen unterbrachen die 334 Runden auf dem Texas Motor Speedway in der Nacht von Samstag auf Sonntag vereinzelt und sorgten dafür, dass sich das Feld nicht noch weiter auseinanderzog. Am Ende befanden sich nur noch zwölf Autos in der Führungsrunde und Matt Kenseth gewann das Rennen, welches er etwa zur Hälfte an vorderster Front verbrachte. Das einzig Schöne ist ja, dass ich mit meinem Dark-Horse-Tipp vor dem Wochenende gar nicht so falsch lag. Zu gut sah die Texas-Statistik von Kenseth aus, um ihn letztendlich zu ignorieren.

Ganz allgemein gesehen machte die gesamte Ford-Truppe von Roush-Fenway Racing gewaltig auf sich aufmerksam. Nach Bestzeiten von David Ragan und Carl Edwards in den Freien Trainings und der Qualifikation wusste die Konkurrenz, was die Stunde für das Hauptrennen geschlagen hatte: Alle vier Piloten brachte man schlussendlich in die Top7, während viele andere Teams so ihre liebe Mühe hatten. Insgesamt kann man Texas durch die langen Grünphasen wohl als Strategie-Rennen bezeichnen, indem gegen Ende auch der Benzinverbrauch eine Rolle spielen sollte. Das fing aber auch schon recht früh an:

Nach einer zeitigen Caution in Runde 10 spielten die beiden Piloten von Penske Racing als erste mit der Strategie und setzten sich mit nur zwei neuen Reifen (Brad Keselowski) bzw. gänzlich ohne Boxenstopp (Kurt Busch) an die Spitze des Feldes. Erstaunlicherweise konnten sich die beiden Fahrer auch bis Umlauf 45 in Vorausfahrt halten, doch dann war auch schon Matt Kenseth zur Stelle, um mit neuerem Material die Führung zu übernehmen. Gleich danach kam es zu Gelbphase #2, was Zeit und Raum für weitere Boxenstopps öffnete. Den Restart führte Kenseth ebenfalls an, wurde jedoch sofort vom Teamkollegen Greg Biffle geschnappt. Dessen Reise in die Nacht war allerdings nach wenigen Runden beendet, als Kenseth erneut die Führung übernahm und seinerseits einen einsamen Ritt anstrebte.

Während der nun folgenden längsten Grünphase in Texas seit fünf Jahren (bis zu diesem Zeitpunkt) sammelte Matt Kenseth in etwas mehr als 60 Runden auch über die Green-Flag-Pitstops hinweg ein Führungspolster von vier Sekunden an, bevor Ken Schrader die dritte Caution auslöste. Während der Boxenstopps, zu denen so ziemlich alle Piloten trotz gerade mal zehn Runden auf den neuen Reifen antraten, packte das Penske Doppelpack wieder einen Strategiezug mit nur zwei Gummis aus. Dieses Mal ging das Wagnis allerdings nicht auf, weil mit 90 Runden unter Grün der nächste Rekord geknackt wurde und man natürlich mit halbem Grip keinen ganzen Fuel-Run an der Spitze des Feldes verbleiben konnte! Also wieder Führung Kenseth…

Nach der zweiten Serie von Boxenstopps unter grüner Flagge hatte die NASCAR dann Erbarmen und warf die gelbe als Trümmerteil auf die Strecke hinterher; im übertragenden Sinne natürlich, schließlich konnte ich kein Debris erkennen. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich zu diesem Zeitpunkt vor lauter Langeweile und Müdigkeit schon zwei Mal fast mit dem Kopf auf der Laptop-Tastatur aufgeschlagen bin. Direkt nach dem Restart – wieder unter Kenseths Führung, jedoch nur bis in Turn 3, wo Clint Bowyer übernahm – krachte es dann richtig: In Folge eines Rückstaus musste Martin Truex Jr vom Gas gehen und wurde daraufhin von Kevin Harvick umgedreht. Dabei räumte er zunächst Mark Martin (der wirklich völlig unvorbereitet mitten in der Rauchwolke hart getroffen wurde) und dann auch noch Regan Smith ab.

Für alle drei Piloten, die das Rennen daraufhin beenden mussten, war dies sicherlich ein herber Rückschlag. Mark Martin und Truex hätten dringend ein Top10-Resultat gebraucht, um nicht zu viele Positionen auf die Chase-Ränge zu verlieren, während Smith seiner erneut guten Qualifying-Leistung sicherlich gerne ein solches Ergebnis hinzugefügt hätte.

Doch wie erwähnt war nun Clint Bowyer am Zug, der unter nächtlichen Bedingungen als einziger direkter Konkurrent zu Kenseth auf den Plan trat. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Schlussphase des Rennens, welche über die letzten ca. 120 Runden gehen sollte: Einige Fahrer hatten direkt nach den letzten Green-Flag-Pitstops noch einmal die Boxengasse angesteuert (in Gelbphase #4). In der berechtigten Hoffnung, dass das Rennen bis zum Ende unter Grün laufen würde, versuchten diese Piloten, diese letzten Runden mit nur einem weiteren Tankstopp zu absolvieren. Tony Stewart kam als einziger richtig nah dran und schaffte einen Run von gut 60 Umläufen, bevor er sich neu besohlt und betankt an die letzten Meilen machte. Seine Strategie mit Potenzial ging allerdings sofort in Rauch auf, weil Smoke zu schnell in der Boxengasse erwischt wurde. Er entschuldigte sich auch prompt bei seiner Mannschaft.

Dabei hatte Tony Stewart schon zu Anfang des Rennens zu kämpfen, als er sich in Gelbphase #1 die Frontschürze bei einem Gerangel in der Boxengasse beschädigt hatte. Auf der Aerodynamik-Strecke Texas bekam das Team den Kotflügel aber wieder vernünftig hingebogen – Vorschlaghammer und Panzertape sei Dank! Insgesamt betrachtet kam es während der Nachtfahrt aber recht häufig zu solchen Feindberührungen, was unter anderem auch David Reutimann oder Joey Logano zu spüren bekamen. Logano hatte wieder Pech und kam nur auf Platz 24 ins Ziel, dabei waren einige Probleme dieses Mal sicherlich vermeidbar: Beim Boxenstopp während Caution #2 arbeiteten zu viele Mechaniker am Toyota mit der #20! Achso: Tony Stewart ging dann trotzdem noch in der letzten Runde der Sprit aus…

Zurück zum letzten langen Green-Flag-Run, der übrigens den letzten Rekord für eine durchgehende Grünphase in Texas setzte. Wie viele Jahre man auf so kontinuierliche Rennaction verzichten musste/durfte, ist mir allerdings nicht bekannt. An Spannung brachte diese Periode allerdings außer dem Stewart-Drama nichts hervor, denn um die letzten Boxenstopps unter grüner Flagge herum holte sich auch Matt Kenseth die Führung vom einzigen Konkurrenten Clint Bowyer zurück. Der Ritt in die Victory Lane war damit sicher und auch sonst passierte nichts mehr.

Dieses Wochenende inklusive dem Sieg von Matt Kenseth war natürlich gerade für Roush-Fenway Racing eine absolute Genugtuung. Nach einer sehr langen Durststrecke folgten zunächst die guten Resultate von Carl Edwards, bevor nun auch der Rest des Teams ordentlich Fahrtwind bekam. Sogar David Ragan konnte einen seiner wenigen lichten Momente anbringen und holte sich nicht nur die Pole-Position im Qualifying, sondern auch ein Top10-Resultat im Rennen. Diese Leistung zeigt vor allen Dingen eines, nämlich dass die Roush-Truppe wieder ganz vorne ankommen ist und in diesem Jahr beim Kampf um die Meisterschaft nicht unberücksichtigt bleiben darf!

Besonders hervorheben muss man aber neben dem fabelhaften Rennen von Kenseth die 334 Runden von Carl Edwards. Als ich folgenden Satz im Lap-by-Lap-Ticker las, war ich mir sicher, dass er nun wirklich keinen Spaß gehabt haben dürfte: „Lap 140 — Without getting too graphic, I’ll just say Carl Edwards’ stomach problems have become a more physical issue.“ Ich hoffe nur, dass er nicht in bester Tradition eines Johnny Herbert ins Auto gemacht hat…

Im Gegensatz dazu musste Hendrick Motorsports am Wochenende ordentlich Lehrgeld zahlen. Während Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zwar mit viel Mühe und Not noch völlig unauffällig die Top10 erreichten, ging Jeff Gordon jenseits der Top20 komplett unter. Mark Martin war ja in den etwas heftigeren Unfall des Tages verwickelt gewesen.

Überzeugt haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch Paul Menard und Marcos Ambrose, welche tolle Top6-Resultate holten. Hinter ihren Erwartungen blieben sicherlich wieder Jamie McMurray und nach zuletzt guten Leistungen auch Kevin Harvick und Kasey Kahne; alle am Ende der Top20 herum. Bei einigen schlechten und auch guten Resultaten muss ich aber noch auf den Umstand der wenigen gelben Flaggen hinweisen. Wer einmal aus der Führungsrunde verschwunden war, der hatte Mühe, sich wieder nach vorne durchzukämpfen. Zudem war auch an unterschiedlichen Strategien nicht viel möglich, um z.B. einen Wave-Around oder Lucky-Dog zu kassieren. Gleiches gilt für die Top12-Fahrer, welche so weit vorne natürlich seltener in Gefahr liefen, überrundet zu werden.

Alles in allem war Texas kein Klassiker und wusste auch nicht wirklich zu unterhalten. Aber man ist halt doch Fan, wenn man sowas tapfer bis fünf Uhr morgens erträgt. In der nächsten Woche geht es wieder auf einen Superspeedway, wenn in Talladega Restrictor-Plate-Action auf dem Programm steht. Gespannt bin ich vor allem, ob der Asphalt in Dega noch saftig genug ist, um auch dort die Two-Car-Trains zu ermöglichen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

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April 08 2011

06:15

NASCAR: Vorschau Texas April 2011

An diesem Wochenende steht auf dem Texas Motor Speedway eine Premiere in doppelter Hinsicht an, denn der siebte Saisonlauf von Samstag auf Sonntag ist nicht nur das erste Nachtrennen 2011 um Meisterschaftspunkte, sondern auch das erste NASCAR-Nachtrennen in Texas überhaupt.

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Die Nationwide Series ist in Texas wieder mit von der Partie, dafür pausieren jetzt die Trucks.

Ausstrahlungsdaten

Für die Nationwide Series gab es am gestrigen Donnerstag schon zwei erste Practice-Sessions, sehr wahrscheinlich wegen des neuen Autos, das man in dieser Saison erstmals Vollzeit einsetzt. Der Sprint Cup absolvierte ebenfalls gestern Abend das erste Training, die Ergebnisse kann man a

November 09 2010

07:21

NASCAR: Analyse Texas November 2010

Bis zur Halbzeit schwappte das drittletzte Saisonrennen auf dem Texas Motor Speedway so dahin und drohte lediglich zu einem Rechenspiel der Top3 der Meisterschaft zu verkommen, während Greg Biffle an der Spitze einsam seine Runden drehte. Kyle Busch läutete dann mit einem Paukenschlag den Abend der überkochenden Emotionen ein.

Die erste Rennhälfte brachte mit Greg Biffle zunächst einen dominanten Fahrer hervor, der sich anschickte, im Alleingang das Rennen zu gewinnen. Ernsthafte Konkurrenz bekam er anfangs nur von Mark Martin und später durch Joey Logano, bevor ein defektes Getriebe 30 Runden vor Schluss schließlich seine Siegchancen pulverisierte. Biffle führte 224 der 334 Runden in Texas, bevor der zweite Gang bei einem Boxenstopp brach. Damit musste er während der folgenden, letzten beiden Restarts hilflos zusehen, wie die Meute an ihm vorbeizog. Glücklicherweise ließ sein Auto aber im vierten Gang keine Performance vermissen, sodass er immerhin einen fünften Platz retten konnte.

Zur Stelle war nach Biffle, Martin und Logano am Ende Denny Hamlin, der sich mit seinem Sieg sogar in der Fahrerwertung an Jimmie Johnson vorbeischieben konnte. Der Zweitplatzierte Matt Kenseth zog im Schlussspurt über drei Runden zwar noch kurzfristig an Hamlin vorbei, zerstörte sich seinen potentiellen Erfolg aber direkt darauf mit einem Mauerkontakt, der ihn die entscheidenden Meter kostete. Dieses durchaus spannende Finale, welches der plötzliche Chancentod von Biffle auslöste, war aber nicht die Hauptattraktion des Abends. Dafür sorgten andere Protagonisten, denen auf dem Texas Motor Speedway ordentlich die Nerven durchgingen. Kyle Busch und später Jeff Gordon sowie Jeff Burton nahmen die „Have at it, boys!“-Regelung der NASCAR wohl etwas zu wörtlich.

Kyle Busch löste zur Halbzeit mit einem Dreher die sechste von insgesamt neun Gelbphasen aus. Dabei konnte er sich zwar von der Mauer fernhalten, benötigte aber dringend neue Reifen, weil sich die alten natürlich fast komplett in Rauch aufgelöst hatten. Während seines Boxenstopps bog das Pace-Car bereits auf die Zielgerade des Intermediate-Ovals ein, was Crew und Fahrer in besondere Bedrängnis brachte. Der Videobeweis zeigte anschließend, dass Busch rechtzeitig die Boxengasse verlassen hatte, bevor ihn das Pace-Car überholen konnte, um keine Runde zu verlieren. Dabei drückte er wohl etwas zu heftig auf das Gaspedal der #18 und wurde von NASCAR beim Speeding erwischt. Die Offiziellen entschlossen sich dazu, Busch die eine Runde an der Box warten zu lassen, welche er sich zuvor quasi illegal zurückholte.

Dem als notorisch bekannten Nervenbündel brannten daraufhin die Sicherungen durch, was sich in einer unsportlichen Geste äußerte, die unglücklicherweise auch noch Live über den Äther ging: Kyle Busch hatte allen Ernstes die Nerven, dem NASCAR-Offiziellen einen (und meiner Meinung nach während dem Schnitt der Regie auch noch einen zweiten) Stinkefinger zu zeigen. Völlig zu Recht bekam er dann zwei weitere Runden Rückstand aufgebrummt, eine für jeden Finger sozusagen. Die „nette“ Geste rechtfertigte Busch über Funk mit freedom of speech, einem in den USA und auch hierzulande hoch gehaltenen Gut, aber natürlich auch nur, solange man niemanden persönlich mit seinen Worten oder Taten beleidigt. Der Offizielle war an der gesamten Aktion vollkommen unschuldig, ist er doch nur damit beauftragt gewesen, den Busch-Toyota eine Runde an der Box aufzuhalten.

Bereits einen Tag zuvor machte Kyle Busch nicht gerade positiv auf sich Aufmerksam, als er nach dem Nationwide-Rennen den letzten Restart von Carl Edwards als Frühstart betitelte und NASCARs Nichteingreifen rügte. Das klingt jetzt nicht sonderlich provokativ, doch auch hier ist es wieder der Ton, der die Musik macht: Busch entglitt in einem Radio-Interview zweimal das F-Wort und noch dazu einmal während der anschließenden Pressekonferenz. NASCAR ist bei sowas bekanntlich nicht zimperlich und so konnte Busch froh sein, dass seine Tirade zum einen nicht bei ESPN2 über den Sender ging und zum anderen, dass das Radio-Interview noch rechtzeitig zensiert wurde. Die Stinkefinger-Aktion im Cup-Rennen könnte allerdings eine weitere Bestrafung nach sich ziehen, welche in diesem Fall noch im Laufe des Tages bekanntgegeben würde.

J.D. Gibbs, der Sohn von „Coach“ Joe Gibbs und Owner der #11 von Denny Hamlin, äußerte sich bereits zu der Situation mit folgendem, sehr interessanten Zitat: „Ich denke, das ist ein Bereich im Allgemeinen und im Leben, dem er sich wird widmen müssen. Und ich denke, er weiß das und das ist nichts Neues. Wir müssen nur sicherstellen, dass dies eher früher als später passiert.“ Damit scheint Busch nun also endlich auch mal einen Warnschuss seines Arbeitgebers bekommen zu haben, der ihm sagt, dass es so nicht mehr lange weitergeht. So sehr wir die NASCAR für solche Aktionen lieben und sie deswegen auch als hemdsärmelig bezeichnen, so weniger ist sowas allerdings sportsman-like. Damit ist die Diskussion freigegeben, denke ich.

Weiter geht es direkt bei der Kontroverse #2: Nur eine Caution später drehte Jeff Burton seinen Namensvetter Jeff Gordon ausgangs von Turn 2 unter Gelb(!) in die Mauer. Gordons Sonntagnachmittags-Ausflug war sofort beendet, während Burton sich noch bis zum Ende der Gegengerade rettete, vorausahnend dem, was noch folgen sollte. Jeff Gordon verzichtete darauf, den für ihn bereitgestellten Krankenwagen in Anspruch zu nehmen und machte sich umgehend in Richtung Burton auf. Dieser sah den Stier, der dort auf ihn „zugerannt“ kam und scheute seinerseits nicht die Konfrontation. So bewegten sich die beiden Fahrer also aufeinander zu, begleitet von zwei übergewichtigen NASCAR-Offiziellen.

Unter lautem Gejohle des Publikums brachte Gordon sofort den ersten Schubser an, ohne dass er Burton ausreden ließ oder geschweige denn selbst etwas sagte. Ob nun auch die Fäuste flogen, konnte ich dem TV-Bild nicht entnehmen, ich vermutete Burton jedoch für einige Augenblicke im Schwitzkasten, bevor die etwas langsameren Offiziellen die beiden Streithähne schließlich trennen konnten. Pikanterweise setzten sich Gordon und Burton dann unter Begleitung des Streckenpersonals in denselben Krankenwagen. Dort entschuldigte Jeff Burton sich angeblich in einem wahren Redeschwall, während der Kollege überwiegend still geblieben sein soll.

Die Frage nach der Ursache der Kollision beantwortete Burton mit einem Kommunikationsproblem auf der Strecke. Nachdem man sich zuvor ausgangs eines Turns etwas näher kam, beantwortete Gordon die Aktion mit einer nicht überlieferten Geste. Burton veranlasste dies nach eigener Aussage dazu, die Caution dafür zu nutzen, „Gordons Ärger anzuerkennen“. Anstatt neben die #24 zu fahren und eine entsprechende Geste zu äußern, schob er Jeff Gordon jedoch direkt in die Mauer. Natürlich sei das alles nicht seine Absicht gewesen usw., doch da muss sich nun jeder seine eigene Meinung bilden. Ich für meinen Teil stimme Jeff Gordon zu und finde solch eine Aktion, gerade von einem erfahrenen und respektierten Fahrer wie Jeff Burton, ziemlich verdächtig, um es mal so zu sagen.

Nachzulesen sind die Aussagen beider Piloten in diesem Artikel auf NASCAR.com. Auch in diesem Fall könnte es zu einer nachträglichen Bestrafung der Fahrer kommen, aber natürlich nicht wegen der körperlichen Auseinandersetzung, denn solche Möglichkeiten gesteht man den Piloten seit Anfang des Jahres ja mehr oder weniger offiziell ein. Eher schon aufgrund des nachzuweisenden, absichtlichen „Wreckens“, welches ganz besonders während einer Gelbphase verunfallte Fahrer und vor allem das Hilfspersonal gefährdet. Auch wenn es in diesem frühen Moment der Gelbphase vielleicht harmloser wirkte, sollte NASCAR trotzdem eine entsprechende Klarheit schaffen und sei es mit einer Strafe.

Anschauen kann man sich die beiden Vorfälle, freundlicherweise in Eins zusammengeschnitten, in folgendem Video:


Die einzigen Anwesenden, welche von der Gordon-Burton-Konfrontation profitierten, waren ausgerechnet Jimmie Johnson und sein Crew-Chief Chad Knaus: Die Boxenmannschaft der #48 schlug sich in Texas nicht gerade bravourös und verlor bei fast jedem Stopp mindestens eine Sekunde auf die Konkurrenz. Das mag jetzt nicht nach viel klingen, doch unter Gelb bedeutet das möglicherweise schon eine Verbannung in die zweite Startreihe, wenn die Gegner eben schneller gearbeitet haben.

Dieser Teil der NASCAR ist gerade in der heutigen Zeit eine wahre Präzisionsangelegenheit geworden: Unter der Woche trainieren die Boxenmannschaften mit einem eigens angestellten Coach ihre Fähigkeiten. Dabei kommt außer dem wiederholten Einstudieren und Einüben der Abläufe auch noch Krafttraining zum Einsatz. Die Anforderungen sind bei den Top-Teams so hoch, dass überwiegend ehemalige Athleten aus anderen Sportarten zum Einsatz kommen. Der jackman ist meist ein wirklich kräftiger ehemaliger Footballer, der über genügend Kraft verfügt, das Auto mit 1-2 Mal „pumpen“ am fast handelsüblichen Wagenheber in die Höhe zu befördern. Die flinken tire changers sind meist vorherige Flügelläufer, ebenfalls aus dem professionellen Football-Sport.

Wenn da die Leistung des Teams nicht stimmt, dann wird eben wie beim Fußball gewechselt und genau dazu kam es am Sonntag bei Hendrick Motorsports. Nach dem Ausfall von Jeff Gordon war seine Boxencrew, die zuvor exzellente Arbeit geleistet hatte, akut unterbeschäftigt. Chad Knaus schaltete schnell und berief Gordons Mannschaft an das Auto mit der #48. Schnell sah man ungläubige Gesichter bei Johnsons Crew, welche schon wenige Runden zuvor eine Standpauke von Knaus erhalten hatte. Dafür war der Crew-Chief sogar eigenhändig von seinem Elfenbeinturm herabgestiegen, so schlecht standen also die Zeichen.

So ein Vorgehen festigt die Moral der Mannschaft nun wirklich nicht, zumindest nicht die der eigenen. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Boxencrews der #24 und der #48 gemeinsam trainieren. Generell sind die beiden Teams unter dem Dach von Hendrick Motorsports ja ziemlich eng verschmolzen. Konsequenterweise hat das Team gestern in einer Pressemitteilung angekündigt, dass der Tausch der Mannschaften bis zum Ende der Saison bestehen bleibt. Sicherlich eine richtige Antwort auf Chad Knaus‘ Kurzschlussreaktion vom Sonntag, denn die Moral der eigenen Truppe dürfte nun im Keller sein und damit unbrauchbar für den Titelkampf. Es sei noch erwähnt, dass die Crew der #24 am neuen Arbeitsplatz keinesfalls enttäuschte. Die nächsten drei Boxenstopps verliefen absolut fehlerfrei und ohne den Verlust von wertvollen Sekunden.

Nachfolgend noch die Ergebnisse ausgewählter Piloten mit guten Leistungen:
- Hinter Denny Hamlin und Matt Kenseth kamen die beiden starken Mark Martin und Joey Logano ins Ziel, welche jeweils mehr als 30 Runden in Führung lagen.
- Kevin Harvick überzeugte als Sechster wieder mit einem soliden Top10-Resultat vor seinem Teamkollegen Clint Bowyer.
- Die erwartete Stärke der Ford-Truppe unterstrichen außer dem verhinderten Sieger Greg Biffle (5.) auch noch David Ragan (8.) und Paul Menard (10.).
- Jimmie Johnson rettete in einem durchwachsenen Texas-Rennen nach dem Crew-Wechsel wenigstens noch Platz 9, verlor aber durch den Hamlin-Sieg die Führung in der Meisterschaft.
- Marcos Ambrose (12.) wurde bester MWR-Pilot, vor Kasey Kahne (13.), der sich selbst und Red Bull Racing mal wieder in Top10-Nähe brachte.
- Das große Roush-Talent Trevor Bayne (17.) kam in seinem ersten Cup-Rennen in die Top20. Sicherlich eine sehr gute Leistung des Neulings, der im nächsten Jahr bis zu sieben ausgewählte Cup-Einsätze bestreiten soll, um 2012 laut Reglement noch eine Chance auf den Rookie-Titel zu besitzen.

Die schlechteren Geschichten des Wochenendes folgen hier:
- Kurt Busch (24.) konnte wieder nicht überzeugen und verlor nach einem frühen Mauerkontakt das Handling seines Wagens. Eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse half der Sache auch nicht, wenigstens blieb er cooler als sein Bruder, auch wenn er sich später noch irgendwie eine Runde Rückstand einfing.
- Dale Earnhardt Jr (25.) versank nach zuletzt zwei guten Rennen wieder im Mittelfeld, der Lap-by-Lap-Ticker auf NASCAR.com erwähnte ihn nicht einmal.
- Juan Pablo Montoya (28.) hatte mit einem gebrochenen Splitter zu kämpfen, der ihm das Handling versaute.
- Martin Truex Jr (38.) hatte einen wahren Tag zum Vergessen, denn er löste nicht weniger als drei der insgesamt neun Gelbphasen aus. Einem Dreher ins Infield folgten ein Reifenplatzer, sowie das letztendliche Rennende nach einem Einschlag in die Mauer.

In der Meisterschaft ist die Situation nun ein wenig eindeutiger geworden, zumindest was das Ausscheiden einiger Chase-Teilnehmer angeht: Pro Rennen kann der Sieger maximal 195 Punkte holen, aber nur 161 Zähler auf die Konkurrenz gutmachen, denn der letzte Platz wird immerhin noch mit 34 Punkten belohnt. Die magischen Grenzen liegen zwei Rennen vor dem Ende also bei 390 bzw. 322 Zählern. Clint Bowyer, Kurt Busch und Jeff Burton haben damit also auch rechnerisch jegliche Chancen auf die Meisterschaft verloren. Gerade für Bowyer ist das ärgerlich, denn ohne die 150-Punkte-Strafe kürzlich läge er in der Chase-Tabelle auf Platz 4. Natürlich ist das bei dann noch 247 Punkten Rückstand auch nur Kosmetik, wäre aber um einiges hübscher anzusehen gewesen.

Die zweite Marke von 322 Zählern betrifft alle Fahrer ab Matt Kenseth auf Platz 5, womit diese Piloten keine Chance mehr auf den Titel besitzen, sobald die Top4 zu jedem der verbleibenden zwei Rennen antreten, was sie wohl auch tun werden. Carl Edwards Rückstand von 317 Punkten auf Rang 4 ist aber realistisch nicht mehr einzuholen. Die verbleibenden Meisterschafts-Kandidaten sind weiterhin Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick, die sich am Wochenende keine Punkte geschenkt haben. Durch den Sieg von Hamlin liegt dieser nun allerdings 33 Punkte vor Johnson, Harvick folgt mit 59 Zählern auf Hamlin. Alle drei Piloten fuhren in Texas in die Top10, was zeigt wie eng der Chase ist, wenn Hamlin trotzdem an Johnson vorbeiziehen kann. In diesem Jahr wird es für den Dauermeister nicht mehr ganz so einfach, auch wenn er mit Phoenix natürlich noch ein letztes Ass im Ärmel besitzt.

Eine Statistik in Grafikform wirft hinter dem schriftlichen Teil und vor den Meisterschaftstabellen einen ausführlichen Blick auf die Resultate der Chase-Fahrer auf den verbleibenden zwei Strecken von Phoenix und Homestead.

In der Owner-Wertung muss Robby Gordon zwar einen Rückschlag hinnehmen, weil ihm durch einen Motorschaden einige Punkte auf die #38 von Front Row Motorsports, sowie die #26 von Bill Jenkins entgingen, doch trotzdem rutschte er in den Top35 ein paar Positionen nach oben. Grund dafür sind die schlechten Leistungen der anderen beiden FRM-Teams, die entweder frühzeitig ausfielen oder nicht genug Sponsorengeld für ein volles Rennen hatte. Eigentlich komisch, weil Owner Bob Jenkins die Wagen aus eigener Tasche finanziert, um ein garantiertes Startrecht zum Daytona 500 zu retten. Wenn beide Autos nach nur 23 Runden im Abstand von zwei Umläufen mit „Überhitzung“ als Grund ausscheiden, riecht das aber nach einem start & park-Einsatz, wobei Dave Blaneys #37 deutliche Rauchzeichen von sich gab.

Auch Andy Lally überzeugte in der #71 von TRG Motorsports nicht sonderlich, was dem Team nun den Platz auf dem wackeligen Stuhl eingebracht hat. Insgesamt liegen Platz 32 bis 36 nur 112 Punkte auseinander, da könnte es in den verbleibenden beiden Rennen vielleicht doch nochmal spannend werden. Da sich die erwähnten Teams jedoch meist am Ende des Feldes aufhalten, sind größere Abstands-Sprünge als 50 Punkte eher selten. Der #26 fehlen 208 Zähler und das ist rechnerisch machbar, aber ziemlich unwahrscheinlich. In Phoenix sitzt Bill Elliott am Steuer, kann sein champion’s provisional allerdings nur nutzen, wenn Terry Labonte dies für die #81 von Whitney Motorsports nicht in Anspruch nimmt. Generell sieht die Entry-List für Phoenix sehr interessant aus, da tauchen einige Fahrer an unerwarteten Stellen auf. Den Link gibt es hier.

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November 05 2010

07:19

NASCAR: Vorschau Texas November 2010

Three for three dürfte die Losung im Sprint Cup bis zum Saisonende lauten: Nach dem spannenden restrictor plate-Rennen von Talladega haben in den verbleibenden drei Meisterschaftsrennen nun noch drei Fahrer eine Chance auf den Titel. In Texas, Phoenix und Homestead streiten sich Jimmie Johnson, Denny Hamlin und Kevin Harvick um die Krone.

Der Schlusssprint über drei Rennen startet an diesem Wochenende auf dem Texas Motor Speedway in Fort Worth, einem Intermediate-Oval von 1,5 Meilen Länge mit 24° Banking. Im ersten Moment schießt einem natürlich bei dieser Streckencharakteristik der Name Jimmie Johnson durch den Kopf, doch auch Denny Hamlin konnte in den letzten beiden Texas-Rennen in die Top2 fahren. Lediglich Kevin Harvick dürfte am Wochenende „nur“ für eines seiner konstanten Top10-Ergebnisse zu haben sein. Der Stand in der Meisterschaft ist dabei durchaus eng, die drei Fahrer trennen nur 38 Punkte: hinter Johnson folgt Hamlin (-14) vor Harvick (38). Das ist gerade nach einem restrictor plate-Rennen ziemlich erstaunlich.

Dazu überlegt NASCAR derzeit, wie man den Chase spannender machen könnte, nachdem die letzten Playoffs nicht gerade überzeugt hatten. In diesem Jahr zeigte das System nun einmal, dass es auch Spannung generieren kann. Drei verbleibende Kandidaten bei noch drei zu fahrenden Rennen sprechen eigentlich schon gegen dieses geplante Ausscheidungsprinzip, welches NASCAR zurzeit evaluiert. Im Prinzip würde es also reichen, außer den Top12 der regular season noch alle weiteren Saisonsieger in den Chase aufzunehmen. Eine Ausnahme sollten dabei jedoch diejenigen Fahrer bilden, welche nicht versucht haben, sich für alle Rennen zu qualifizieren.

Die am meisten beeindruckende Texas-Statistik kann natürlich wieder Dauermeister Jimmie Johnson vorweisen: In seinen bisher 14 Auftritten auf dem Intermediate-Oval erreichte er nur aufgrund zweier Ausfälle nicht die Top15. Von den so verbleibenden 12 Rennen beendete er zehn in den Top9 und seit 2005 kam er sieben von elf Mal in den Top5 an. Damit kann und wird er vermutlich stark in den Endspurt starten. Johnsons Chase-Ergebnisse in diesem Jahr sind wie immer der Wahnsinn: In New Hampshire startete er schlecht mit Platz 25 in die Playoffs, doch dann legte er eine Top3-Serie über drei Rennen hin, bevor Martinsville (5.) und Talladega (7.) „wenigstens“ Top10s brachte.

Denny Hamlin braucht sich in Texas aber nicht zu verstecken und könnte zumindest weiterhin an Johnson dranbleiben. Hamlin ist der Sieger des Frühjahrsrennens und im letzten Chase kam er auf Platz 2 ins Ziel. In den anderen acht Texas-Rennen seiner NASCAR-Karriere konnte er fünf Mal in die Top10 fahren. Seine bisherige Chase-Performance ist ziemlich gut: Nur in Kansas kam Hamlin 2010 nicht in die Top10 und dieses Ausnahmeergebnis war immerhin Rang 12.

In direkter Verfolger-Position ist nach seinem zweiten Platz in Talladega nun Kevin Harvick, der Meister der regular season. Die alte, nunmehr theoretische Meisterschaftstabelle ohne Chase-Wertung würde Harvick übrigens souverän mit 288 Punkten anführen. Der Texas Motor Speedway scheint aber eher nicht so die Lieblingsstrecke von Harvick zu sein, denn sein bestes Ergebnis ist ein dritter Platz aus dem Jahr 2006. Insgesamt gelangen ihm sieben Top10-Resultate in 15 Rennen. Drei dieser sieben Top10s, waren gleichzeitig auch Top5-Ergebnisse. Damit muss Harvick sich schon mächtig anstrengen, um nicht nach dem ersten Rennen des Endspurts aus der Entscheidung draußen zu sein. Seine Konstanz in diesem Jahr könnte ihm helfen, in allen Chase-Rennen bis auf Dover kam er in die Top8. In Dover selbst wurde er immerhin 15.

Um ganz sicher die Meisterschaft zu holen, gilt für die drei verbleibenden Titelkandidaten, dass sie in jedem Rennen mindestens in die Top5 fahren müssen. Mehr Gewissheit bieten natürlich Top3s und selbstverständlich Siege. Ich vermute, dass der zukünftige Meister noch 1-2 Rennen gewinnen wird und somit die Latte ziemlich hoch legt. Ein weiteres Ergebnis außerhalb der Top10 eines Kandidaten dürfte dann dessen Ausscheiden aus dem Titelkampf bedeuten.

Außerhalb des Chase gibt es noch ein paar zusätzliche Fahrer, welche am Sonntag mit einem Auge auf den Sieg schielen. Für alle Piloten hinter den Top3 sind Rennsiege um jeden Preis ohnehin das letzte verbleibende Ziel. Gut 20 Fahrer haben nichts mehr zu verlieren und können in Texas, Phoenix und Homestead volles Risiko gehen, was für einige Spannung sorgen dürfte.

Ganz vorne stehen bei diesem Unternehmen auf dem Texas Motor Speedway grundsätzlich erstmal alle zusätzlichen Chase-Fahrer und außerdem noch Jamie McMurray und Mark Martin. Bei Juan Pablo Montoya muss man ja nun schon wöchentlich mit dem ersten Oval-Sieg rechnen. Dazu könnten an diesem Wochenende noch Joey Logano, Dale Earnhardt Jr und Martin Truex Jr für Aufregung sorgen.

Jeff Gordon ist in Texas seit 2007 nur einmal außerhalb der Top7 angekommen, wenn er nicht in einen Unfall verwickelt wurde – letzteres passierte ihm leider zwei Mal. Der erwähnte Ausreißer war Platz 13 im letzten Chase-Rennen, während er die Frühjahrsausgabe gewinnen konnte. Der Chase 2008 brachte einen zweiten Platz für Gordon.

Kyle Busch sammelte seit Ende 2007 vier Top6-Ergebnisse in sechs Rennen ein und wurde ansonsten 18. und 11. Ähnlich sieht es bei Tony Stewart aus, der aus dieser Periode drei Top7-Resultate, sowie Platz 11 und 16 mitnahm. Im Frühling schied er wegen eines Unfalls aus. Kyles Bruder Kurt Busch gewann das letzte Chase-Rennen in Texas und brachte in den letzten drei Ausgaben auch immer Top8-Resultate. 2008 verlief katastrophal für Kurt, während ein Jahr zuvor Platz 11 und 8 drin waren.

Für Roush-Fenway Racing zählte Texas wie die meisten Intermediate-Oval bis Ende 2008 zu den ganz großen Stärken. Dass das Team nach einer langen Krise endlich wieder zurück an der Spitze ist, zeigten die zwei Saisonsiege von Greg Biffle in diesem Jahr. Seit 2007 fuhr er fünf Mal in die Top10, dabei blieben Platz 3 und 5 aber seine besten Ergebnisse. Biffle gewann bisher einmal in Texas und zwar 2005. Carl Edwards gewann zwar beide Texas-Rennen 2008, geriet aber nach einem zehnten Platz im 2009er-Frühjahrsrennen in zwei Unfälle während der letzten beiden Ausgaben. Die überzeugendste Texas-Statistik bei RFR hat aber Matt Kenseth: In 16 Rennen erreichte er sechs Mal in die Top3, dazu kommen noch Rang 5 und 6, sowie zwei neunte Plätze als Top10-Ergebnisse.

Bei Richard Childress Racing liegt besonders Jeff Burton der Texas Motor Speedway, was sich in den Resultaten seit 2007 äußert: In den sieben Rennen kam er fünf Mal in den Top9 an und seine beiden schlechteren Ergebnisse waren Platz 13 Ende 2008, sowie Rang 12 in der diesjährigen Frühjahrsausgabe. Teamkollege Clint Bowyer wäre ohne seine 150-Punkte-Strafe derzeit Fünfter im Chase und hat immerhin auch zwei Playoff-Rennen gewonnen. Mit ein wenig mehr momentum wäre er sicherlich ein ernsthafter Titelkandidat gewesen, denn Bowyer liegt der Chase eigentlich. In Texas hat er seit 2007 aber nur drei Top10s zu Buche stehen.

Jamie McMurray profitierte vor seinem Wechsel zu Earnhardt-Ganassi Racing mit dem Jahr 2009 als Ausnahme von der Roush-Dominanz auf den Intermediate-Ovalen. 2007 und 2008 brachte er die Plätze 5, 9, 14 und 3 nach Hause, während er im neuen Team das Frühjahrsrennen mit einem Unfall vergeigte. Mark Martins Texas-Statistik ist durchaus sehr ähnlich, bloß in der letzten Zeit erfolgreicher als bei McMurray: Seit 2008 fuhr er in fünf Rennen vier Top10-Ergebnisse ein und davor schaffte er das mindestens einmal im Jahr.

McMurrays Teamkollege Juan Pablo Montoya hat auf den meisten Intermediate-Ovalen eher sehr kontrastreiche Ergebnisse in seiner Statistik stehen. Zwar konnte 2007 und 2009 jeweils einmal in die Top10 fahren, brachte die #42 abseits davon allerdings nur schlechter als Platz 19 ins Ziel. Drei seiner sieben Texas-Rennen endeten jenseits der Top30, weil er sich in Unfälle verstricken ließ.

Joey Logano könnte in Texas nach zuletzt drei Top7-Ergebnissen in Folge erneut zuschlagen, jedoch wäre das mit Abstand sein bisher bestes Resultat dort. Im Chase 2009 wurde er gerade einmal Neunter, hier kommt es also darauf an, ob genügend momentum vorhanden ist, um die Serie aufrecht zu erhalten.

Dale Earnhardt Jr holte in seinen früheren Texas-Jahren eine Menge Top10-Platzierungen, fiel danach aber bekanntlich nicht nur auf dieser Strecke tief. Nach zuletzt drei Jahren ohne Top10s in Texas, fuhr er im Frühjahr zumindest wieder auf Platz 8. Außerdem war Junior in den letzten beiden Rennen mehr als ordentlich unterwegs und wird nun erneut seinen Schwung prüfen.

Martin Truex Jr scheint den Texas Motor Speedway sehr zu mögen, denn immerhin kam er in seinen zehn Rennen dort acht Mal in die Top15. Fünf Ausgaben davon beendete er in den Top10, wovon ein dritter Rang 2007 sein bestes Ergebnis darstellt.

Damit sollte ich jetzt eigentlich alle aktiven Piloten erwischt haben, die in Texas bisher mehr als einmal die Top10 erreicht haben. Alles in allem dürften am Wochenende wohl Jimmie Johnson, Denny Hamlin und Matt Kenseth die besten Karten haben, was auch die grafische Übersicht zu den Chase-Fahrern zeigt. Darunter habe ich noch eine Statistik eingefügt, welche eine Stärkeübersicht der Playoff-Piloten für die letzten drei Strecken Texas, Phoenix und Homestead bereitstellt. Auf eine weitere Analyse der Owner-Points verzichte ich in dieser Woche mal, denn der Kampf um die Top35 scheint nach dem mehrwöchigen Schwächeln der #38 von Front Row Motorsports ausgefochten zu sein. Nach den Meisterschaftsständen folgen wie gewohnt die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
16:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 18:30 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 20 Uhr)
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
23:35 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 350K), SPEED

Samstag, 06.11.
14:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
17:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2

Sonntag, 07.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA Texas 500), ESPN

August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

June 08 2010

06:34

IRL Texas 550 – Wieder mit einem blauen Auge entkommen

Massenhaft Positionskämpfe, Andretti Autosport wieder vorn dabei und um ein Haar Danica Patrick als Siegerin – ein richtig schönes Ovalrennen. Stimmungsbremse: Der Crash von Simona de Silvestro – und die amateurhaften Versuche des Rettungsteams, ihr zu helfen.

Wenn es stimmt, was Manfred Jantke bei den legendären CART-Übertragungen auf Eurosport gerne erzählt hat, dass sich während der Rennen in Ovalen kleine Wirbelstürme bilden, dann muss am vergangenen Samstag in Fort Worth die Windstärke ganz ordentlich zugenommen haben. Denn in Texas gab es endlich wieder mal ein richtig spektakuläres Ovalrennen zu sehen. Irgendwo im Feld gab es fast in jeder Runde Positionskämpfe, und der Sieger stand diesmal auch nicht zur Rennhälfte fest. Einen kräftigen Schönheitsfehler hatte der Lauf aber dann doch: Dass Streckenposten bei einem Feuerunfall so lange hilflos neben dem Auto stehen, das hätte man sich im Jahr 2010 nicht mehr erwartet. Die IRL hate in Texas schon wieder Glück – sie muss aber trotzdem dringend reagieren.

Doch vorher noch zum sportlichen Teil: Eigentlich hatte man auch in Texas wieder mit einer Gala-Vorstellung von Penske und Ganassi gerechnet. Und am Ende holte sich Penske-Pilot Ryan Briscoe tatsächlich völlig verdient den Sieg. Schön für den Australier, der zuvor teamintern ein wenig in die Kritik geraten war. Völlig zufrieden wird man im Team aber trotzdem nicht sein. Denn wäre Will Power nicht ein Karbonteil unters Autos geraten, und hätte Mario Moraes nicht Helio Castroneves abgeräumt, dann wäre für die Truppe noch viel mehr drinnen gewesen.

Unerwartete Schwächen zeigte dagegen Ganassi: Scott Dixon konnte das ganze Rennen hindurch nicht wirklich glänzen – am Ende reichte es immerhin noch zu Platz vier. Dario Franchittis Wagen schien zwar zu Rennbeginn konkurrenzfähig zu laufen – im Verkehr war aber auch der Schotte nicht besonders gut unterwegs. Wie schon beim Indy 500 dürfte man bei Ganassi wohl eine riskante Abstimmung gewählt haben, die zwar an der Spitze des Feldes schnell ist, mit Luftverwirbelungen im Pulk aber nicht gut zurecht kommt. In Indianapolis hatte sich die Taktik noch ausgezahlt – in Texas reichte es nur für Platz fünf.

Strahlende Gesichter gab es dagegen bei Andretti Autosport: Am Ende standen alle vier Wagen in den Top sieben. Man darf nicht übersehen, dass die Leistung nur wegen des Pechs einiger Konkurrenten zustande kam – Power und Castroneves, womöglich auch Tagliani und Moraes wären bei normalem Rennverlauf womöglich vor der Truppe gelandet. Trotzdem ist es ein schöner Schritt nach vorn. Die zuletzt so vielgescholtene Danica Patrick hätte immerhin um ein Haar um den Sieg kämpfen können, und holte sich mit Rang zwei ihre mit Abstand beste Saisonplatzierung. Nach den eher frostigen Worten der vergangenen Wochen bedankte sie sich im Anschluss auch ganz artig beim Team. Ausschließlich Freunde hat se sich aber auch in Texas nicht gemacht: Ein ziemlich unschönes Blocking-Manöver an Tony Kanaan brachte den Brasilianer und (zumindest kurzfristig) auch Michael Andretti gegen sie auf.

Wieso sie dafür nicht bestraft wurde, weiß wohl nur Brian Barnhart allein. Andere Piloten (und zwar auch populäre, wie etwa Graham Rahal) hatten beim Indy 500 noch für harmlosere Manöver Durchfahrtsstrafen erhalten. Mag sein, dass eine starke Danica Patrick für die Show besser ist, als eine mit Rundenrückstand. Auf Dauer kann die Indycar Serie aber nur glaubhaft sein, wenn Strafen nach rein resportlichen Kriterien, und vor allem nicht derart willkürlich vergeben werden. Woher soll ein Fahrer am in zwei Wochen in Iowa sonst wissen, was er sich gerade noch  erlauben kann, und was nicht mehr? Auch unter den Fans mehrt sich in letzter Zeit die offene (und ziemlich persönliche) Kritik an den Entscheidungen der Rennleitung. Hinweis: Es mag aber auch sein, dass in der verlinkten Kolumne von Robin Miller, der aus der CART-Ecke kommt, auch einfach alte Rechnungen beglichen werden.

Weiterhin nicht so richtig auf Touren kommt bei den Indycars Takuma Sato. Nach einem tollen, aber frühzeitig beendeten Rennen in Kansas lief es für den Japaner in Texas eher mittelmäßig. Platz elf in der Qualifikation war noch recht gut. Im Rennen ging es dann aber eher rückwärts. Und in Runde 56 klebte der KV-Lotus überhaupt wieder mal in der Wand. Schwacher Trost: Am Ausfall war diesmal wohl nicht Sato selbst schuld, sondern ein technisches Gebrechen am Wagen. Mal sehen, wie sich der ehemalige F1-Fahrer in eineinhalb Wochen am traditionell japaner-freundlichen Oval von Iowa anstellt.

Ein anderer Rookie scheint sich dafür schön langsam in der IRL zurecht zu finden: Bertrand Baguettes Name wird zwar von den TV-Kommentatoren nach wie vor ziemlich abenteuerlich ausgesprochen. Auf der Strecke legte der Belgier aber in Texas seine mit Abstand beste Leistung hin. In Runde 129 war die Herrlichkeit zwar nach einem heftigen Mauerkontakt zu Ende, bis dahin fuhr Baguette aber munter im vorderen Mittelfeld mit. Wenn er seine Leistung weiter so steigern kann, dann wird er auf den Road Courses womöglich doch nur für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Und damit zum unerfreulichsten Aspekt des Rennens: Es darf einfach nicht sein, dass es in einer derart professionellen Rennserie zu Szenen kommt, wie sie nach Simona de Silvestros Unfall zu sehen waren. Wer beim Youtube-Video mitstoppt, wird erschrocken feststellen, dass es vom Eintreffen des Sicherheitsteams an fast 40 Sekunden dauerte, bis die Schweizerin aus dem immer noch brennenden Auto befreit war. Dass sie sich dabei nur kleinere Brandwunden an der linken Hand zugezogen hat spricht für die Qualität der feuerfesten Ausrüstung, ändert aber nichts an der unprofessionellen Reaktion des Sicherheitsteams. Heftige Kritik von de Silvestros HVM-Team war die Folge.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kritik da nicht die Falschen trifft: Dass ein darart entscheidendes Teil wie der Löschschlauch des Sicherheitsfahrzeuges – wie auch die IRL zugibt – schlicht nicht funktioniert hat, ist ein Skandal. Die Kritik dafür trifft aber die IRL, nicht die Sicherheitscrew selbst. Darüber, wie man de Silvestro schließlich aus dem brennenden Auto herausgezogen hat, muss man sicher auch noch diskutieren. Nicht auszudenken, wenn man jemanden, der bei einem Crash etwa Rückverletzungen erlitten hat in dieser Weise extrahiert. Selbst in die Flammen zu greifen, um der Pilotin zu helfen, erfordert aber zumindest eine gehörige Portion Mut – Retter Mike Yates, der sich bei der Aktion selbst Verbrennungen im Gesicht zugezogen hat verdient dafür größten Respekt.

Dass es allerdings nicht gelingt, das Feuer binnen 40 Sekunden zu löschen, sollte auf jeden Fall ein Weckruf sein. Auch wenn der Schlauch nicht funktioniert, sollte in dieser Zeit doch wohl jemand auf die Idee kommen, einen Feuerlöscher einzusetzen. Es mag sein, dass man in den vergangenen Jahren andere Dinge trainiert hat, als den Umgang mit Feuerunfällen. Immerhin sind derartige Situationen im modernen Motorsport glücklicherweise sehr selten geworden. Das ist aber keine Entschuldigung, nicht dafür bereit zu sein. Wie die Vorfälle in Texas (und etwa auch jener, der sich vor zweieinhalb Wochen in Brünn ereignet hat) zeigen, muss man weiterhin auch mit dieser Gefahr rechnen.

Zurück zum Sport. In der Meisterschaft hat sich in Texas einiges getan: Indy 500 Sieger Dario Franchitti hat Will Power überholt, und liegt jetzt mit 246 zu 243 Punkten in Front. Ebenfalls noch realistische Chancen auf den Titel haben Scott Dixon (235), Helio Castroneves (211) und Ryan Biscoe (208). Sechster ist Ryan Hunter-Reay (201), der ebenfalls noch als Außenseitertipp af den Titel gelten könnte – in der Realitöt aber wohl leider keine Chancen hat. Denn wenn sich nicht auf die Schnelle noch ein wohlmeinender Geldgeber findet, dann war Texas das letzte Indycar-Rennen, das “RHR” in dieser Saison gefahren hat. Ein Jammer für die Serie, die ohnehin an einem Mangel an US-Fahrern leidet.

In der Oval-Wertung (die seit diesem Wochenende offiziell “A.J. Foyt Trophy” heißt) führt nach drei Rennen ebenfalls Dario Franchitti (134) vor seinem Teamkollegen Scott Dixon (123) und Ryan Briscoe (105). Wie die Road Course-Wertung heißen soll, wird in knapp einem Monat in Watkins Glen verlautbart. Bis dahin kann sich Will Power aber trotzdem schonmal über eine üppige Führung (172) vor Helio Castroneves (130) und Ryan Hunter-Reay (129) freuen.

Vorher geht es in eineinhalb Wochen aber noch einmal auf Oval. Dann steht nämlich das erfahrungsgemäß nicht ganz so mitreißende Rennen auf dem Iowa Speedway auf dem Programm.

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June 03 2010

16:30

Vorschau: IRL Firestone 550K in Texas

Auch in diesem Jahr versucht die IRL, den Buzz des Indy 500 gleich eine Woche später in ein weiteres Rennen hinüberzuretten. Anders, als in den vergangenen Jahren fährt man dieses Jahr allerdings nicht die Milwaukee Mile, sondern am superschnellen Texas Motor Speedway.

Das in Fort Worth gelegene Oval ist jene Strecke, auf der die CART 2001 ihr Rennen absagen musste, weil den Fahrern wegen der hohen Fliehkräfte bei 370 km/h schwindlig wurde (und wenn man sich die Onboard-Aufnahmen aus der Qualy ansieht, kann man auch sofort verstehen, wieso). Die IRL fährt allerdings schon länger auf dem Kurs, und das ohne größere Probleme. Das Rennen ist sogar so populär, dass die Indycars in den Jahren von 1998 bis 2004 zweimal pro Jahr in Texas Station machten. Außerdem war die Strecke bis 2005 auch bereits als Schauplatz des Indy 500-Nachspiels im Einsatz. Diesen Platz hat sie nun von der finanziell strauchelnden Milwaukee Mile zurückerobert. Das ist schade, denn die Traditionsrennstrecke von Wisconsin war in gewisser Weise ein idealer Partner für das geschichteträchtige Indy 500. Spektakulärere Rennen könnten wir aber durchaus in Texas zu sehen bekommen.

Die Veranstaltung trägt den klingenden Titel “Firestone 550″ – man sollte sich davon aber nicht irritieren lassen. Es handelt sich bei der marketingtechnisch geschickt gewählten Rennlänge nämlich nicht um Meilen, sondern um Kilometer. Der Lauf erstreckt sich also lediglich über 340 Meilen – und ist mithin nur geringfügig länger als die zahlreichen 300 Meilen-Rennen, die sonst noch am Indycar-Kalender stehen. Beim Zusehen könnte die Zeit aber trotzdem schneller vergehen als sonst. Denn in den vergangenen Jahren gab es in Texas fast durchgehend äußerst spannende Rennen mit zahlreichen, über mehrere Kurven und Runden gehenden Duellen. Das liegt vor allem daran, dass die gesamte Strecke flat-out gefahren wird, und dass mehrere Linien möglich sind – die ideale Voraussetzung für epische Windschattenschlachten. An technischer Finesse gibt die Youtube Onboard-Runde, die die IRL für jedes Rennwochenende bereitstellt dafür diesmal nicht allzuviel her:

Leider ist die Strecke nicht nur wegen der guten Duelle spektakulär – es gab dort auch schon einige sehr unschöne Unfälle. Dan Wheldon hatte hier laut eigener Aussage etwa den heftigsten Abflug seiner Karriere, Tony Kanaan hatte dort mal beim Queren einer Unfallstelle so richtig viel Glück. Zuoberst steht aber wohl jener Crash, der 2003 Kenny Bräck fast das Leben und jedenfalls einen Teil seiner Karriere geraubt hat – ein ähnlicher Unfall wie jener, den Mike Conway am Wochenende erlitten hat, nur noch etwas schlimmer. Es ist also Vorsicht geboten, wenn es Samstagnacht wieder losgeht.

Wer Mike Conway, der für mindestens drei Monate ausfallen wird, bei Dreyer und Reinbold ersetzen soll, ist noch unklar. An erste Stelle steht aber wohl Tomas Scheckter, der schon in Teilen der vergangenen Saison und beim heurigen Indy 500 für Dreyer & Reinbold unterwegs war, und außerdem just in Texas 2005 seinen ersten und einzigen IRL-Sieg landen konnte. Auch Scheckters Twitter-Meldungen deuten sehr darauf hin, dass der Südafrikaner wohl in Texas am Start sein wird. Auf lange Sicht wäre aber auch ein anderes Szenario denkbar: Ryan Hunter-Reay, einer der großen Überraschungsmänner der bisherigen Saison, hat bei Andretti Autosport nur genügend Sponsorgelder, um bis einschließlich Texas dort zu fahren. Die IRL-Verantwortlichen dürften aber wohl sehr daran interessiert sein, den mit Abstand besten US-Fahrer 2010 über das ganze Jahr hindurch in der Serie zu halten. Die nötigen Gelder bringt der reine Wille zwar auch nicht – aber vielleicht lässt sich ja doch eine Lösung finden, zumal wohl auch Dreyer & Reinbold daran interessiert sein wird, den bestmöglichen Fahrer zu finden.

An der Spitze werden wohl trotzdem wieder die alten Bekannten von Penske und Ganassi zu finden sein. Denn auch, wenn die Charakteristik des Ovals enge Duelle erlaubt – es wäre sehr erstaunlich, wenn die anderen Teams ihren Rückstand plötzlich ganz aufgeholt hätten. Bei Penske würde ich die innerhalb des Teams am ehesten auf Helio Castroneves tippen, weil der Brasilianer ganz einfach mit Abstand über die größte Oval-Erfahrung verfügt. Bei Ganassi sehe ich eher Dario Franchitti vorn. Scott Dixon ist zwar auf Ovalen auch nicht zu unterschätzen – in Indianapolis hatte er aber auch schon vor dem Fehler seiner Boxencrew, der seinen Wagen kurzfristig zum Dreiradler machte kein rechtes Mittel gegen seinen schottischen Teamkollegen parat.

Gespannt darf man sein, ob die Wagen von Andretti Autosport ihre Pace vom Indy 500 auch auf anderen Ovalen umsetzen können. Zumindest mit Tony Kanaan und Marco Andretti wäre dann ja allemal zu rechnen. Der angesprochene Ryan Hunter-Reay musste sich nach dem Unfall mit Mike Conway einer Operation an den Bändern in seiner linken Hand unterziehen, und muss eine Schiene tragen – er will aber trotzdem antreten, was sehr unangenehme Assoziationen weckt. Danica Patrick war am Ende beim Indy 500 auch wieder ganz gut unterwegs – ihre Platzierung verdankt sich allerdings nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch dem Pech mancher Kollegen. Trotzdem sollte der sechste Platz ein Ergebnis sein, an dem sie sich mental ein wenig aufrichten kann – ob das reicht, um zu alter Stärke zurückzufinden, bleibt abzuwarten.

Das Rennen von Texas (in der Nacht von Sa auf So, 2:00Uhr) wird in den USA wieder von Versus, anstatt von ABC/ESPN übertragen. Endlich, möchte man sagen, denn Versus hat in der bisherigen Saison doch einen deutlich inspirierteren Job gemacht, als die eher lustlosen Network-Kollegen. Wer hierzulande zusehen will, muss leider weiterhin auf den offiziellen Stream von der Indycar Race Control zurückgreifen. Es ist allerdings zu hoffen, dass die vertraglichen Rahmenbedingungen, anders als beim Indy 500, diesmal wieder etwas abwechslungsreichere Kamerapositionen erlauben. Andernfalls bleibt wieder nur der Weg ins inoffizielle Stream-Milieu – wegen des gleichzeitig stattfinden Rennens der NASCAR NW könnte es dabei allerdings zu gewissen Engpässen kommen.

Planungen für 2011 und 2012

Teils überraschend gab es in dieser Woche dann noch zwei Verlautbarungen über die Zukunft der Rennserie.

Ziemlich unerwartet kam am Mittwochabend die Meldung, dass sich die Arbeitsgruppe mit dem klingenden Namen ICONIC (das steht für Innovative, Open-Wheel, New, Industry-Relevant, Cost Effective) auf die Rahmenbedingungen für das Motorenkonzept geeinigt hat, das ab 2012 zum Einsatz kommen soll. Es wird sich dabei um Turbomotoren mit 550 bis 700 PS handeln. Der Clou: Die Regeln werden sehr weit gefasst, es soll also ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Konzepten und Herstellern stattfinden. Festgelegt ist lediglich, dass die Ethanol-betriebenen Triebwerke maximal sechs Zylinder und 2,4 Liter Hubraum haben dürfen. Dass das alles noch etwas zu vage klingt, finden wohl auch manche Hersteller, etwa Honda, Ford und Mazda, die zwar prinzipiell Interesse signalisiert haben, aber gerne mehr Details hören würden. Die sollen am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Texas folgen.

Eher erwartbar dagegen: Ebenfalls am Mittwoch hat die IRL bestätigt, dass die Indycars ab der kommenden Saison ein Stadtrennen in Baltimore abhalten werden. Die IRL hofft drauf, bis zu 100.000 Fans auf die Tribünen der zwischen Washington, DC und Philadelphia gelegenen Metropole zu locken. Als Termin wird der 5.-7. August genannt, der Vertrag mit der Stadt läuft über fünf Jahre. Ein vollständiger Kalender für die kommende Saison soll bis Juli feststehen – wegen Unstimmigkeiten mit der Betreiberfirma ISC, die unter anderem die Strecken von Chicagoland, Homestead, Kansas und Watkins Glen besitzt, ist möglicherweise mit größeren Änderungen zu rechnen.

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April 20 2010

22:12

NASCAR: Analyse Texas April 2010

Für Jeff Gordon hat es in Texas wieder nicht zum Sieg gereicht, dafür gewann Denny Hamlin nun schon zwei der drei letzten Rennen; und das mit einem lädierten und operierten Knie. Ein „big one“ kurz vor Schluss krempelte alles um und nahm der Hendrick-Armada den sicheren Sieg.

Andernorts fielen heute die Worte „Drama“ und „Thriller“, allerdings frage ich mich da, ob auch alle dasselbe Rennen gesehen haben. Sicher, die Schlussphase war spannend, aber die begann erst ca. 100 Runden vor dem Ende. Die ersten zwei Drittel des „Samsung Mobile 500“ waren wie üblich schlicht und ergreifend ein Ausdauerrennen mit der Devise: Dabei bleiben und den Wagen bei den Boxenstopps optimal auf die Endphase vorbereiten. Was in Texas wieder auffiel, ist dass die Renndistanz im Sprint Cup teilweise einfach zu lang ist. Wenn die Action ausbricht wie in Daytona, Talladega oder auch Bristol, dann mögen die 500 noch zu Recht hinter dem Namen des Rennsponsors stehen, aber an einem Montag wie gestern war ich fast schon neidisch auf die halbe Renndistanz der Nationwide Series, die immerhin auch schon mindestens zwei Stunden in Anspruch nimmt.

Die ersten 232 Runden sind deshalb schnell erzählt: Die vier Gelbphasen bis Runde 111, eine davon die „competition caution“ nach 25 Runden, sorgten für keinerlei Spannung. Zwei Hendrick-Piloten und Hendrick-Kunde Tony Stewart wechselten sich munter bei der Führung des Rennens ab, während Brian Vickers gleich zwei Reifen platzten und Sam Hornish Jr wieder den Dreherkönig gab. Tony Stewart kam durch die optimale Position seines Pitstalls oft als Erster wieder auf die Strecke zurück, musste sich aber nach dem Restart jeweils einmal Dale Earnhardt Jr und Jimmie Johnson geschlagen geben. Dann folgte das zweite Renndrittel, welches über 116 Runden unter grüner Flagge ablief und fast ausnahmslos von Hendrick Motorsports dominiert wurde. Junior, Johnson und Jeff Gordon wechselten sich munter an der Spitze ab, bis Montoya in Turn 2 die Mauer streifte und eine Gelbphase auslöste. Der Mauerkuss war kein tragischer, aber NASCAR kam die Situation wohl äußerst gelegen, um das Feld wieder etwas zusammenzuführen.

Zu diesem Zeitpunkt war nur noch weniger als die Hälfte des Feldes in der Führungsrunde verblieben und gleich elf Fahrzeuge holten mittels eines „wave-around“ den Rundenrückstand wieder ein. Junior ließ an der Box Änderungen an der Trackbar-Einstellung vornehmen und hatte danach praktisch nichts mehr mit dem Rennsieg zu tun. Er tauchte noch kurz in den Top5 auf, nahm beim finalen Stopp nur zwei neue Reifen und wurde bis auf Rang 8 durchgereicht. Tony Stewart ging zu Beginn des letzten Renndrittels nach der langen Grünphase auf Risiko und nahm nur zwei neue Reifen. Die gewonnene „track position“ katapultierte ihn wieder in Führung. Dahinter stritten sich kurz nach Schwenken der grünen Flagge die Teamkollegen Gordon und Johnson um Platz 2. Dabei gingen die beiden mit einer ungewohnten Härte vor, die sogar eine Berührung ihrer beiden Fahrzeuge zur Folge hatte. Johnson bekam ausgangs Turn 4 leichtes Übersteuern und fuhr Gordon in die Seite, was für beide mit schönen Donut-Abdrücken auf Türhöhe endete. Wie üblich bei solchen Manövern hat danach auch mindestens einer einen „fender rub“ und überraschenderweise war es diesmal Jimmie Jonhson, den das Pech erwischte.

Doch es dauerte noch 31(!) Runden, bis sich Johnsons linker Vorderreifen dann doch verabschiedete. Jeden anderen hätte es wohl nach spätestens zehn Umläufen erwischt, inkl. Mauereinschlag. Da noch mehr als 50 Runden zu fahren waren, bedeutete dies, dass er einen weiteren Stopp benötigten würde, um im Benzinfenster zu bleiben. Von beiden Fahrern hörte man hinterher, dass sie äußerst „enttäuscht“ waren, dass der jeweils andere so hart zu Werke gegangen sei. Jeff Gordon war nach seinem Scharmützel mit Johnson zwischenzeitlich an Tony Stewart vorbeigegangen und lag damit wieder in Führung. Dann folgten die letzten „green flag stops“, die alle Fahrzeuge außer der #48 im Spritfenster unterbrachte und die Reihenfolge für das Finale festlegten: Jeff Gordon vor Jimmie Johnson, Tony Stewart, Jeff Burton und Denny Hamlin. Die Stunde Hamlins, der ab Halbzeit unauffällig in den Top10 mitfuhr, sollte dann später noch schlagen.

Jeff Gordon fuhr vorne weg und sah wie der sichere Sieger aus, da Johnson ja nochmal tanken musste und Stewart einfach zu weit weg war. Was würde also Johnson helfen, die Situation wieder zu drehen? Richtig, eine Gelbphase! Und die kam dann auch prompt als David Reutimann 24 Runden vor dem Ende der Motor hochging; ein kapitales Ding mit Feuerspur und allem drum und dran. Da die Reifen ja erst 20 Runden alt waren, pokerten fast alle Fahrer in der Spitzengruppe und nahmen nur zwei neue Gummis. Lediglich Jeff Gordon und Jimmie Johnson entschieden sich für vier frische Pneus. Es kam was kommen musste: Zum Restart standen die beiden ausgewiesenen Favoriten auf den Rennsieg nur in der vierten Startreihe und mussten erstmal wieder an die Spitze vordringen, was dann zu einem gewaltigen Unfall führte.

In einer „three-wide“ Situation versuchte Gordon an Stewart und Biffle vorbei zu kommen und hatte dabei Carl Edwards im Schlepptau. Stewart wurde außen „loose“, verlor an Geschwindigkeit und bekam einen unbeabsichtigten Stoß von Edwards hinter ihm. Dadurch verlor er komplett die Kontrolle über das Auto und drehte dabei den neben ihm fahrenden Gordon mit um. Unten kam Biffle noch durch und direkt davor fuhr Glückspilz Jimmie Johnson, der die folgende Massenkarambolage ebenfalls unbeschadet überstand. Ebenfalls verwickelt war Juan Pablo Montoya, der zu diesem Zeitpunkt auf Top10-Kurs unterwegs war und die Punkte dringend benötigt hätte. Sein Ausweichmanöver über das nasse Gras im Infield brachte ihn total vom Kurs ab und endete frontal in der Außenmauer der Start- und Zielgeraden.

Nach einer roten Flagge blieben dann weitere Boxenstopps vor dem Finalsprint über zwölf Runden aus. Denny Hamlin und Jeff Burton lagen mit ihren nur zwei neuen Reifen aus Runde 312 noch ganz vorne, dahinter folgten Dale Earnhardt Jr und Kyle Busch ebenfalls auf ziemlich abgenagten Reifen, sowie Jimmie Johnson auf Platz 5. Johnsons Reifen stammten zwar genauso wie alle anderen aus Runde 312, dafür nahm er zu dem Zeitpunkt vier neue Gummis mit auf die Reise. Denny Hamlin übernahm schnell die Führung, während Burton nach einem Mauerkontakt zum Ende noch auf Platz 12 abrutschte. Dann begann die große Aufholjagd von Jimmie Johnson, der innerhalb von zwei Runden zuerst seinen Teamkollegen Earnhardt und dann Hamlins Teamkollegen Kyle Busch einkassierte. In den letzten beiden Runden kam Johnson Hamlin dann doch noch bedrohlich nahe, konnte den zweiten Sieg des angeschlagenen Denny Hamlin in den letzten drei Rennen aber nicht mehr verhindern. Eine Runde hätte Johnson wohl noch gefehlt, um den Sieg stattdessen einzusacken.

Wirklich unverdient wäre das auch gar nicht mal gewesen, wenn man sich überlegt, dass Johnson doppelt so viele Runden wie Hamlin geführt hat und am Schluss mit einer fantastischen Aufholjagd gute Rennaction bot. Insgesamt zeigte sich auch die Dominanz der Hendricks in diesen Zahlen: Insgesamt 283 der 334 Runden lag ein Chevrolet von Rick Hendrick vorne, die 74 Führungsrunden von Tony Stewart sind da schon eingerechnet. Mithalten konnten nur der Ford von Greg Biffle, der RCR-Chevy von Jeff Burton und natürlich der spätere Rennsieger Denny Hamlin, die jedoch alle jeweils weniger als 13 Runden in Führung lagen. Das ist schon ein wenig beängstigend, aber bis Dover kommen ja noch vier Rennen im ersten Saisondrittel. Hoffentlich können Roush-Fenway, RCR und Joe Gibbs die Lücke bis zum Chase schließen.

Die spannende Schlussphase konnte dann, so schön sie anzusehen war, aber doch nicht über die gähnende Leere im Mittelteil hinweg täuschen. Ich vermute allerdings, dass ich als NASCAR-Fan damit leben muss, denn es gibt schon ziemlich viele weit auseinander gehende Meinungen zu bestimmten Themen. Ein weiteres Beispiel sind auch die drei „green-white-checkered“-Anläufe: Die FOX-Kommentatoren griffen mehrfach auf, dass ein Fahrer, der das gesamte Rennen nicht in Erscheinung getreten ist, durch eine einzige taktische Entscheidung in die Victory-Lane fahren kann. Es kommt eben nur darauf an, ob man mit seinen zwei oder vier neuen Reifen besser für 0,1,2 oder gar Overdrive-Versuche gerüstet ist. Insgesamt ist das Racing schon etwas undurchsichtig geworden, durch das breitere Starterfeld und das Punkteformat liegen dann aber trotzdem immer die starken Fahrer vorne; zumindest in den Punkten. Wie am Anfang erwähnt, ist der Sprint Cup dann halt doch fast wieder eine Langstreckenmeisterschaft!

Andere Fahrer im Rennen und Einblick in die Punkte:

Kurt Busch, Mark Martin und Denny Hamlin haben massiv an Plätzen in der Meisterschaft gewonnen und stehen nach guten Ergebnissen in Texas jetzt im Chase. Tony Stewart, Clint Bowyer und Carl Edwards rutschten durch ihre Beteiligung an der Massenkarambolage aus selbigem. Die Top5 sind unverändert Jimmie Johnson, Matt Kenseth, Greg Biffle, Kevin Harvick und Jeff Gordon, wobei Johnson mit seinem zweiten Platz den Abstand auf Kenseth über die 100-Punkte-Marke heben konnte, nämlich von 36 auf 108. Ebenfalls derzeit im Chase sind Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr, Jeff Burton und Joey Logano auf Platz 12; punktgleich mit Tony Stewart, dem Dreizehnten.

Kasey Kahne fuhr in Texas unauffällig auf Platz 5 und machte vier Plätze in der Meisterschaft gut. Er steht jetzt auf Rang 22, zwei Plätze vor Juan Pablo Montoya, der wieder einmal völlig unverschuldet aus dem Rennen genommen wurde. Langsam wird es für ihn mit dem Chase aber schon sehr knapp, sein Rückstand summiert sich mittlerweile auf 152 Punkte. Der einzige Trost für ihn mag sein, dass es wirklich absolut nicht an ihm lieg. Er hat bisher in dieser Saison einfach massiv Pech gehabt und dabei bringt EGR an jedem Wochenende mindestens ein Top10-Auto mit an die Strecke. Ebenfalls unauffällig in die Top10 fahren konnte Martin Truex Jr, der als Neunter wieder ein gutes Ergebnis holte. Die gewohnten Top20 blieben Saisonüberraschung Paul Menard nach dem „big one“ leider verwehrt.

In den Top35 der Owner-Wertung machte Travis Kvapil wieder den Sprung vorbei an Robby Gordon, womit dieser die #7 in Talladega über die Zeit ins Feld fahren muss. Da die drei Teams von Front Row Motorsports und Robby Gordon recht dicht beisammen ins Ziel kamen, bleibt es in den Top35 eng:

33) #38 Kevin Conway: 628 Punkte (+15)
34) #34 Travis Kvapil: 617 Punkte (+4)
35) #37 David Gilliland: 614 Punkte (+1)
——————————————————-
36) #7 Robby Gordon: 613 Punkte,(-1)
37) #13 Max Papis: 458 Punkte, (-156)
38) #26 David Stremme: 457 Punkte, (-157)

Michael Waltrip, der in der nächsten Woche in Talladega die #55 von Phil Parsons fährt, hat gute Aussichten auf eine erfolgreiche Qualifikation. Die #55 konnte bisher für alle acht Saisonrennen qualifiziert werden und steht in den Owner-Points auf Platz 42. Das bedeutet, dass der von Aaron‘s gesponsorte Toyota im Falle einer verregneten Qualifikation auf dem 43. und letzen Startplatz im Rennen stünde. Platz 43, weil bei einer Absage auch die Sieger letztjähriger Rennen ein garantiertes Startrecht haben. Der #09-Chevy von Phoenix Motorsports rückt dann nämlich von Owner-Points-Position 46 direkt auf 36 vor.

Die Links zu den kompletten Ergebnissen und Meisterschafts- und Owner-Tabellen gibt es hier:
Rennergebnis
Meisterschaftstabelle
Owner Points

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April 16 2010

10:15

NASCAR: Vorschau Texas April 2010 / Kahne zu Hendrick

Noch eine Woche bis zum „game changer“ in Talladega, doch an diesem Wochenende geht es für Cup und Nationwide Series in Texas zur Sache. Diese Strecke ist dafür bekannt, das Seriensieger nicht die Regel sind, sondern eher die Ausnahme. Beste Garantie für Spannung also?

Bevor es mit der Analyse der bisherigen Stärkeverteilung 2010 losgeht, habe ich wie immer eine kleine Übersicht über die Geschichte der Strecke vorbereitet, die aus der November-Vorschau 2009 stammt. Dazu noch eine Ergänzung, die ganz kurz erklärt, wie und wann der Texas Motor Speedway zu seinem zweiten Saisonrennen gekommen ist. Am Ende des Artikels werde ich dann auf den bereits rasenden Zug aufspringen und auch mal ein wenig bezüglich des Wechsels von Kasey Kahne zu Hendrick Motorsports spekulieren. Nicht zu ausführlich, aber genug um aufzuzeigen, was denn nun schon konkret ist und was eben noch nicht. Hier nun aber zunächst die versprochene Übersicht:

Der Texas Motor Speedway ist ein 1,5-Meilen-Oval in derselben Form wie Atlanta oder Charlotte und wird deshalb auch als deren Schwesterstrecke bezeichnet. Alle drei Ovale haben ein Banking von 24° und die charakteristische, doppelt geknickte Start/Ziel-Gerade, jedoch ist Texas ca. 35 Jahre jünger als seine Schwestern. Weitere Besonderheiten des Speedways sind zum einen das besonders hohe Preisgeld, [...]. Da der Topf gut gefüllt ist, bekommen natürlich auch die „start & park“-Entries ein größeres Stück vom Kuchen als sonst, was einen Start sehr attraktiv macht. Die Rennen in Texas bieten dem Sieger eine halbe Million Dollar und das ist das drittgrößte Preisgeld nach dem Daytona 500 (1,5 Mio $) und dem All-Star-Rennen (1 Mio. $), noch vor Klassikern wie Indy oder dem Coca-Cola 600, die nur knapp weniger als die halbe Million Dollar zu bieten haben. Zum anderen ist die Zuschauerkapazität mit 191.122 Plätzen nach dem Indianapolis Motor Speedway (mind. 257.325) die zweitgrößte in der NASCAR, noch vor den beiden Superspeedways (Talladega: 175.000, Daytona: 167.785) und dem Lowe’s Motor Speedway (167.000).

Seit 1997 gastiert der Cup auf dem Texas Motor Speedway und seit 2005 gibt es auch ein zweites Saisonrennen. Damals bekamen Texas und Phoenix jeweils einen Termin von Rockingham und Darlington zugesprochen, eine der kontroversesten Kalenderanpassungen der NASCAR-Geschichte. Rockingham war dann gar nicht mehr im Renngeschehen vertreten und die „Lady in Black“ verlor ihr traditionelles Labor-Day-Rennen, das Southern 500. Zwar hat seit dem letzten Jahr das einzig verbliebene Darlington-Rennen wieder die legendäre Bezeichnung, findet nun aber am Muttertag statt. Der Texas Motor Speedway ist seit 2005 also auch im Chase vertreten, wo 2009 Kurt Busch das Rennen gewann. Da dieser Sieg sein erster Erfolg in Texas war, setzte er seinen Namen neu auf die Liste der bisherigen noch aktiven Sieger, welche immer noch von Carl Edwards angeführt wird:

1. Carl Edwards (3)
2. Jeff Burton (2)
3. Mark Martin, Dale Earnhardt Jr, Matt Kenseth, Ryan Newman, Elliott Sadler, Greg Biffle, Kasey Kahne, Jeff Gordon, Tony Stewart, Jimmie Johnson und Kurt Busch (je 1)

Alle Hersteller außer Toyota waren auf dem Texas Motor Speedway bereits erfolgreich und in der jüngeren Vergangenheit sogar äußerst ausgeglichen. Ford kann auf 9, Chevrolet auf 6 und Dodge auf 3 Siege zurückblicken. Der kleine Überhang zugunsten von Ford und Chevy stammt aus den Jahren vor 2001. Dodge startete erst in dem Jahr gemeinsam mit Ray Evernham, Chip Ganassi, Richard Petty und Bill Davis ein Comeback nach dem Ausstieg der Automarke aus dem Cup im Jahr 1985. Schon zwei Jahre später gelang Ryan Newman damals noch in einem Penske der erste Dodge-Erfolg in Texas seit dem Comeback. Generell fällt auf, dass die Rennen auf dem TMS in der Regel selten Wiederholungstäter in Bezug auf Fahrten in die Victory Lane sehen. Jeff Burton war der erste, der es nach 10(!) Jahren schaffte, seinen Sieg im Frühjahrsrennen zu wiederholen und Carl Edwards ist der einzige Pilot, der beide Texas-Rennen eines Jahres für sich entscheiden konnte.

Hendrick Motorsports rangiert 2010 bisher vor Roush-Fenway Racing und RCR

Da stellt sich natürlich die Frage, wer denn am Wochenende weit vorne zu erwarten ist. Ganz sicher wieder die üblichen Verdächtigen, die ich heute mal Team für Team bewerten möchte:

- Hendrick Motorsports: Jimmie Johnson es hat mit Ausnahme von Daytona, wo ihn seltenerweise mal der Defektteufel erwischt hat, nur in Atlanta nicht in die Top10 geschafft. Wenn ein Rennen beim Meisterschaftsführenden mal nicht optimal läuft, dann wird er eben Neunter wie in Martinsville. Im letzten Jahr kostete Johnson ein früher Unfall im Texas-Chase-Rennen fast die Meisterschaft und seit drei Jahren hat er hier auch immer ein schlechtes Rennen pro Saison gehabt. Trotzdem ist er einer der ganz großen Kandidaten für einen Sieg. Jeff Gordon hat auch eine ordentliche Texas-Statistik (ein Top5-Ergebnis pro Jahr) und die vergangenen beiden Rennen in Martinsville und Phoenix, die er fast gewonnen hätte, dürften ihm vielleicht den letzten fehlenden Biss zurückgegeben haben. Mark Martin gelang nach drei eher schlechten Rennen wieder der Anschluss an die Chase-Plätze, auf die er nun nach seinem vierten Rang in Phoenix als Meisterschaftsdreizehnter Jagd macht. Im letzten Jahr zeigte der GrandDaddy.com schon, was er bei HMS in Texas reißen kann: Platz 4 und 6 stehen aus 2009 für ihn zu Buche. Er hat eine gute Chance auf die Top5, die Top10 sind aber realistischer. Bleibt noch Dale Earnhardt Jr, der in Texas seit 2006 nicht mehr in die Top10 gefahren ist, in seinen stärkeren frühen Jahren aber immerhin 2000 gleich sein erstes Rennen auf der Strecke gewonnen hat. Ein Top10-Resultat sollte das Höchste der Gefühle sein, mehr hat er 2010 auch noch nicht gezeigt, trotzdem liegt er derzeit auf Platz 10 in der Meisterschaft.

Dazu noch schnell das Kundenteam von Stewart-Haas Racing: Tony Stewart steuert derzeit ein wenig schwammig durch die Saison, ein Top10-Resultat sollte aber möglich sein. Bei Ryan Newman wird man außerdem sehen, was wirklich hinter dem Sieg in Phoenix steckt. Die Tendenz über die Saison 2010 gesehen ist ja zumindest einmal da: 34/36/18/17/16/4/1, also auch hier mögliches Top10-Material.

- Roush-Fenway Racing: Die einstigen Könige der Intermediate-Ovale haben auf diesem Streckentyp doch arg nachgelassen, zumindest was die Siege angeht. Für Top-Resultate sind die drei Fords von Matt Kenseth, Greg Biffle und Carl Edwards nach wie vor zu haben und sie sind momentan auch ziemlich solide im Chase platziert. Nach David Ragan muss man dann schon etwa intensiver graben und suchen, denn mehr als Platz 28 in der Meisterschaft ist derzeit nicht drin. Jack Roush grollt vermutlich immer noch, dass er Ende 2009 an Ragans Stelle Jamie McMurray hat gehen lassen. Carl Edwards hat in Texas zwar schon drei Siege auf dem Konto, wenn er aber nicht gewinnt, dann fährt er auch nicht in die Top10; schon ein wenig eigenartig. Besser schätze ich da schon Matt Kenseth ein, der seit 2007 nur zweimal nicht in den Top5 zu finden war und das sind dann zwei neunte Plätze 2008 gewesen. Ein ähnliches Ergebnis fährt er wohl auch bei diesem Rennen ein, wenn man bedenkt, dass Kenseth 2010 nur in Martinsville nicht unter den besten Zehn ankam. Bleibt noch Greg Biffle, den ich einen kleinen Tick schlechter einschätze als Matt Kenseth: Nur in Phoenix nicht in die Top10 gefahren, aber eben mit ein wenig schlechteren Ergebnissen als sein Teamkollege in diesem Jahr.

- Richard Childress Racing: RCR sehe ich nach dem tollen Start in die Saison nun nur noch hinter Roush-Fenway Racing. Jeff Burton war bisher über die Jahre gesehen am konstantesten in Texas unterwegs und gewann auch das Debütrennen des Speedways 1997, sowie eine weitere Ausgabe 2007. Ein Top10-Resultat ist fast schon sicher, ob es für die Top5 reicht muss man nach den Practices entscheiden. Bei Bowyer und Harvick sehe ich das ganz ähnlich und obwohl RCR im Vergleich zu den ersten vier Saisonrennen ein wenig nachgelassen hat, bestehen gute Chancen die derzeitigen Chase-Platzierungen mit einem guten Resultat an diesem Wochenende zu festigen.

- Joe Gibbs Racing: Joey Logano und Kyle Busch haben es in Phoenix mit Top10-Resultaten geschafft, unter die zwölf besten Fahrer in der Meisterschaft aufzusteigen. Denny Hamlin verlor in der letzten Woche ja leider früh den Anschluss, zum einen wegen einer kleinen Rempelei zu Rennbeginn, zum anderen wegen seines frisch operierten Knies. Dadurch fiel er in der Meisterschaft von Platz 15 auf die 18. Ich schätze alle drei Fahrer momentan in etwa gleich stark ein: Top10-Ergebnisse sind absolut machbar, vor allem bei Joey Logano freut es mich sehr, wie gut er sich 2010 entwickelt hat. Bei Denny Hamlin wären mit einem 100%ig-fitten Knie sicher auch die Top5 machbar.

Auch einige weitere Fahrer stechen derzeit als Favoriten aus ihren Teams heraus

Zu diesen vier momentanen Top-Teams, die auch alle geschlossen die Chase-Positionen besetzen, kommen dann noch ein paar Einzelstreiter, die deutlicher aus ihren Teams hervorstechen: Kurt Busch gewann das bisher letzte Texas-Rennen im Herbst 2009 und im Frühjahr fuhr er auf Platz 8. Da er in der Saison 2010 bis jetzt nur ziemlich schwankende Resultate eingefahren hat, sehe ich die Top10 als höchste Position der Gefühle an. Paul Menard, der in diesem Jahr leistungstechnisch die Führung bei Richard Petty Motorsports übernommen hat, fiel nach Platz 29 in Phoenix aus den Top12 der Meisterschaft. Seine bisherigen Resultate in Texas ähneln seiner Saisonstatistik 2010, ergo kann man sagen, dass an diesem Wochenende wieder ein gutes Ergebnis für Menard drin sein sollte.

Bleibt noch Juan Pablo Montoya, der in Phoenix mit einem fünften Rang wieder an gewohnte Leistungen anknüpfen konnte. Es muss halt nur mal laufen für den Kolumbianer. Im letztjährigen Frühjahrrennen gelang ihm Platz 7, im Herbst musste er allerdings die Segel streichen und verlor mit nach einem Ausfall jegliche Restchancen in der Meisterschaft. Möglicherweise ist dieses Thema in diesem Jahr schon zu dieser frühen Zeit abgehakt: Ich habe bei Jayski eine Statistik gesehen, die sich mit historischen Rückständen auf die Chase-Platzierungen im Anfangsteil der Saison beschäftigt. Darin war nach einem Phoenix-Rennen die größte Differenz, die jemals bis zum Cut aufgeholt wurde, nur 104 Punkte. Montoya hat nach Phoenix noch 132 Punkte Rückstand auf Platz 12 und das garantiert Spannung, wenn das Auto denn hält. Den Link kann ich gerne nachreichen, wenn ich fündig werde, momentan versteckt er sich allerdings vor mir.

Die Meisterschaftsläufe auf dem Texas Motor Speedway zählen zu den Westküsten-Rennen und beginnen daher in diesem Jahr um 21 Uhr. Der Rennstart ist ja immer einen Tick später und sollte so gegen 21:15 Uhr anstehen. FOX überträgt allerdings schon ab 20 Uhr. Das Qualifying findet wie gewohnt am Freitagabend statt und SPEED geht um 22:30 Uhr dafür auf Sendung. Die Nationwide Series ist am Samstagabend ab 21 Uhr (Rennstart eine Stunde später) auf ESPN2 zu sehen. Die Trucks pausieren bis in den Mai.

Kasey Kahne wechselt ab 2012 zu Hendrick Motorsports

Was ist denn bisher fix? Mark Martin hört Ende 2011 auf, zumindest mit seiner Vollzeitkarriere. Einzelne Rennen oder auch eine Teilzeit-Saison hat er bisher nicht ausgeschlossen. Damit ist für Kasey Kahne der Wagen mit der #5 ab 2012 frei. Das hat Rick Hendrick ihm ebenso zugesichert, wie die Tatsache, dass Hendrick sich höchstpersönlich um ein Cockpit für Kahne für das nächste Jahr kümmern wird, wo man derzeit keine Kapazitäten frei hat. Eine Entscheidung diesbezüglich soll innerhalb der nächsten drei Monate fallen, klar ist nur, dass er 2011 in einem Chevrolet unterwegs sein wird. Nachlesen kann man das hier.

Alles andere ist derzeit rein spekulativ: Dass Kasey Kahne schon seit längerem über einen Wechsel nachdenkt, ist bekannt. Die dramatische Umstrukturierung der Besitzverhältnisse in seinem bisherigen Team von Ray Evernham zu einer Kombination aus George Gillett Jr, Richard Petty und Doug Yates, sowie der Wechsel von Dodge zu Ford, sind dem 30-jährigen wohl ziemlich sauer aufgestoßen. Das unstabile Arbeitsumfeld führte dann jetzt auch zu einer massiven Unterperformance fast aller RPM-Teams 2010, womit ein Weggang Kahnes beschlossene Sache war.

Welche Möglichkeiten hat er nun für 2011? Die offensichtlichste Lösung für dieses Übergangsjahr dürfte ein drittes Team bei Stewart-Haas Racing darstellen, Tony hat ja schon öfter damit kokettiert zu expandieren. Rick Hendrick dürfte sicherlich schon ein großzügiges Angebot an Smoke in der Hinterhand haben, um sein Kundenteam von diesem Plan zu überzeugen. Als Sponsor kommt wieder Budweiser in Frage, die Kasey Kahne nun schon seit drei Jahren begleiten und auch ziemlich zufrieden mit ihrem Werbeträger sind. Zudem hat Hendrick schon eine Vergangenheit mit dem Bierbrauer, der in den 90er-Jahren auf der #25 zu sehen war. Aber was passiert mit diesem dritten Stewart-Haas-Team dann 2012? Dazu gibt es schon die Theorie, dass Danica Patrick dann nach zwei Teilzeit-Jahren in der Nationwide Series in den Cup gehievt werden könnte. Und weil Mark Martin ja so ungern ganz aufhört, könnte er sich das Cockpit bei SHR mit Danica teilen, um den Wagen zumindest in den Top35 zu halten, sollte es Patrick nicht alleine schaffen. So hätten im Prinzip alle das, was sie wollen.

Eine Alternative dazu wäre, JR Motorsport ab dem nächsten Jahr im Cup starten zu lassen. Das ist zwar bisher generell nicht vorgesehen, aber Rick Hendrick hat Anteile am Nationwide-Team von Dale Earnhardt Jr und könnte da sicher eine Menge Einfluss ausüben. Das könnte sich auch so darstellen, dass Hendrick quasi die (einjährige) Cup-Operation von JR Motorsports komplett unter seine Fittiche nimmt. Die Ressourcen für ein inoffizielles fünftes Team unter einem anderen Banner wären jedenfalls vorhanden, denn schon in den letzten beiden Jahren stellte Hendrick Motorsports ein fünftes Auto für Brad Keselowski in jeweils sieben Saisonrennen zur Verfügung. Warten wir also erstmal maximal 90 Tage ab…

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