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November 17 2013

21:22

Formel Eins: Analyse GP USA Austin 2013

Wenig Neuigkeiten aus den USA. Vettel dominierte das Rennen nach Belieben, und der Rest sammelte die Brotkrumen auf. Immerhin gab es ein paar schöne Zweikämpfe hinter dem Weltmeister.

188104194_10Die Reifenwahl von Pirelli ließ in diesem Jahr wenig Möglichkeiten in Sachen Strategie übrig. “Medium” und “Hard” ließen wie erwartet nur die Variante von einem Stopp zu, der von den meisten Teams zwischen Runde 22 und 28 gesetzt wurden. In der Zeit hatten sich aber die Abstände schon so weit entwickelt, dass sich wenig in Sachen Positionen tat. Überhaupt zeigte sich das Rennen in der ersten Hälfte von seiner langweiligen Seite. In den Top Ten verschob sich nur eine Position auf der Strecke, als Mark Webber sich P3 von Lewis Hamilton holte. Immerhin schob sich das Feld durch die unterschiedlichen Stopp-Strategien einigermaßen zusammen.

Romain Grosjean konnte im Lotus ein paar Akzente setzen. Er schob sich beim Start an Webber vorbei und konnte P2 dann auch bis zum ersten Stopp halten. Nach vorne ging allerdings nichts für den Franzosen, da Vettel mal wieder in einer eignen Welt unterwegs war. Grosjean baute immerhin seinen Vorsprung auf Webber aus, weil dieser beim Start auch noch Hamilton hatte passieren lassen müssen. Der Australier hielt sich zunächst zurück, doch nach cirka 10 Runden zeigte er, was im Red Bull steckte. Mit nur einer schnellen Runde klemmte er sich hinter den Briten und bremste ihn dann in einem sehenswerten Manöver am Ende der langen Gerade aus. Danach machte sich Webber auf die Jagd nach P2.

Hier war dann die Frage, wie lange Grosjean auf den “Medium” unterwegs sein. Lotus hatte zuvor mit einem etwas früheren Stopp bei Kovalainen gezeigt, dass man durchaus einen Undercut mit den “Hard” hinbekommt, in dem man ihn an Rosberg vorbei lotsen konnte. Bei Grosjean wendete man aber eine andere Strategie an, man ließ dieses sogar länger als Vettel draussen, der aus der Spitzengruppe der letzte war, der an die Box kam. Webber konnte so zunächst den Rückstand zu Grosjean schnell verkleinern, hing fast in dessen Diffusor, doch dann fiel der Red Bull wieder etwas zurück. Erst in den letzten acht Runden gelang es Webber dem Lotus wieder auf die Pelle zu rücken. Offenbar hatte es vorher die Anweisung gegeben, dass er seine Reifen schonen sollte, bevor er den Angriff starten durfte. Aber Grosjean konterte die Angriffe von Webber geschickt, in dem er sein gesamtes KERS auf der langen Gerade ausnutze, so dass der Red Bull nicht nah genug ran kam. Am Ende gingen Webber dann die Hinterreifen ein, so dass Romain Grosjean seinen zweiten Platz sichern konnte.

Dahinter war es nur zwischen Hamilton, Hülkenberg und Alonso eng. Der Deutsche konnte über das gesamte Rennen Druck auf den Mercedes ausüben, der in Texas sicher nicht seinen besten Tag hatte. Hamilton kontrollierte den Sauber zwar, aber auf der Strecke sah die Sache durchaus enger aus. Erstaunlich an der Position des Sauber war auch die Tatsache, dass er lange den Ferrari von Alonso hinter sich halten konnte. Die Scuderia machte mal wieder einen schwachen Eindruck, mehr kann man dazu kaum sagen. Tatsächlich orientiere sich Ferrari zunächst auch nicht nach vorne, sondern nach hinten, wo der so eben von McLaren entlassene Perez in der Lage war, dem Ferrari mit Respektabstand zu folgen. Aber gegen Ende holte Alonso dann plötzlich doch wieder auf den Sauber vor ihm auf. Er war rund 1 Sekunde schneller als Hülkenberg, der Deutsche versuchte zunächst ebenfalls mit schnellen Rundenzeiten zu reagieren, konnte Alonso aber nicht aufhalten. Der Spanier machte dann noch Jagd auf Hamilton, konnte den vierten Platz aber nicht mehr erobern, stattdessen rückte Hülkenberg noch mal ran. In der letzten Runde konnte er Alonso noch einmal kurz in der ersten Haarnadel überholen, Alonso konterte den Angriff sofort wieder und fuhr knapp vor dem Sauber ins Ziel.

Gegen Ende des Rennens gab es dann doch zwei Fahrer, die sich auf einen zweiten Stopp einließen. Guiterrez setzte ebenso wie Massa in den letzten 16 Runden wieder auf die “Medium”. Massa kam auf P14 raus und lag 20 Sekunden hinter Paul di Resta, der auf P10 fuhr. Das Problem an der Strategie wird schon durch die Zahlen deutlich: Selbst wenn man mit den “Medium” eine Sekunde pro Runde schneller unterwegs sein kann, am Ende fehlen (und fehlten) die Runden, um noch weiter nach vorne zu kommen.

Die Überraschung in den Top 10 hieß allerdings Valtteri Bottas, der schon das gesamte Wochenende in Austin überraschen konnte. Sein Williams war mit dem “alten” Auspuff aus dem Jahr 2012 ausgestattet, der wohl überraschenderweise besser funktionierte, als die Coanda-Variante. Bottas schaffte es locker in Q3 und konnte sich im Rennen bequem auf P8 halten. Das insgesamt beste Ergebnis eines Williams in diesem Jahr.

Es war kein sehr spannendes Rennen an der Spitze, aber dafür gab es im Mittelfeld jede Menge schöner Zweikämpfe. Auch die Abstände hielten sich dieses Mal in Grenzen. Mehr als 10 Sekunden fuhr Vettel vorne nicht weg, was allerdings auch der Strategie geschuldet war. Bei Red Bull hatte man vor einem Safety Car Angst, also beschloss man Vettel ein wenig einzubremsen. Aber der Abstand von Webber auf P3 zu Hamilton betrug dann doch erstaunliche 20 Sekunden. Renault scheint im Moment einfach den besten Motor zu haben.

Ein Wort noch zu Hekki Kovalainen. Er startete von P8, fiel aber schon in der ersten Runde 4 Plätze zurück. Lotus versuchte es mit einem frühen Stopp, was Kovalainen auch wieder in die Top 10 brachte. Doch dann hat es ein Problem mit dem Frontflügel gegeben und der Finne fiel schnell wieder zurück. Ein Nasenwechsel führte dann dazu, dass er in den Tiefen des Mittelfelds fiel, wo er dann nicht mehr auftauchte. Da wäre aber durchaus mehr drin gewesen und ob Valsecchi jetzt viel schlechter gewesen wäre? Trotz des zweiten Platz von Grosjean hat man so im letzten Rennen kaum eine Chance auf P2 in der Team-WM. Auch für Ferrari sieht es schlecht aus, da Massa nicht in Punkte kam. Der Rückstand auf Mercedes beträgt nun 15 Punkte.

In einer Woche geht es in Sao Paulo mit dem letzten Rennen der Saison weiter.

(Sorry, etwas wenig Bilder, muss früh raus und wegen der Zeitverschiebung kommen die Bilder aus den USA sehr spät rein)

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September 24 2013

14:22

WEC: Analyse Austin 2013 – Toyota ist dran

Wenn bei einem Sechs-Stunden-Rennen auch in der letzten Stunde nicht klar ist, wer gewinnen wird, dann war es ein spannendes Rennen. Das Rennen in Austin lieferte zumindest eine Überraschung.

WECTrockenes Wetter, beste Bedingungen, erstaunlich viele Besucher und ein spannendes Rennen. Das Rennen der WEC in Austin war deutlich besser, als man das erwarten konnte. Das gilt vor allem für die LMP1, die man ja nach den dominanten Seriensiegen der Audi schon fast abgehakt hatte für dieses Jahr. Zwar wird sich Audi die beiden WM-Titel nicht mehr nehmen lassen, wer aber gedacht hatte, Toyota würde nur noch zum Spaß mitfahren, der sah sah sich in Texas getäuscht. Offenbar hatte Toyota in den letzten Wochen doch noch am TS030 weiter gearbeitet, denn in zum ersten Mal in diesem Jahr waren die Japaner fast auf Augenhöhe mit den Ingolstädtern und lieferten diesen einen spannenden Kampf bis zum Schluss.

Schon vor dem Rennen in Interlagos hatte Toyota offen bekannt, dass man in Sachen Leistung etwas nachgelegt hatte. Die Strategie von Le Mans, wo man mit weniger Verbrauch die Audi auf der Langstrecke in die Enge treiben wollte, hatte nicht funktioniert, weil die R18 über den Winter um ca. 25% an Leistung zugelegt hatten. So fuhren die Toyota in Le Mans hinterher und man korrigierte die Einschätzung dann für die späteren Rennen. In Interlagos konnte man schon erkennen, dass die Strategie der Japaner nun vielleicht besser aufgehen würde, aber durch den frühen Ausfall war es unsicher, wie gut die Toyota wirklich waren.

In Austin kam der einzige Toyota dann endlich durch das Rennen und konnte eine erstaunliche Pace zeigen. Gleich nach dem Start schnappte man sich den ersten Audi, mit dem man sich dann fast über den gesamten ersten Stint hart bekämpfte. Der Zweikampf war hart, aber auch es war auch ein Genuss zu sehen, wie gut beide Fahrzeuge miteinander rangen. Der Toyota hatte wie vermutet klare Vorteile im zweiten, engen Teil der Strecke, wo man den Hybridantrieb besser nutzen konnte. Der R18 war wiederum im ersten Teil deutlich besser, was sich in den Rundenzeiten auch niederschlug. Im Schnitt war man zwischen 0,7 und 1 Sekunde schneller als die Toyota.

Doch die überraschten die Audi an der Box. Beim R18 war der Reifenverschleiß überraschend hoch, vor allem an den Hinterreifen, was wohl auch mit dem angeblasenen Diffusor zu tun hat. Toyota konnte mit den Michelin Doppelstints fahren, was an der Box einen erheblichen Zeitgewinn bedeutet. Immerhin dauert ein Reifenwechsel etwas mehr als 20 Sekunden, die die Audi dann wieder auf Strecke herausfahren konnten.

Etwas Pech kam bei den Audi dann auch noch dazu. Die #1 wurde bei einem Überholvorgang eines GTE abgedrängt und beschädigte sich den Unterboden. Die nötige Reparatur kostete rund zwei Runden, aber ein paar Runden später gab es erneut Ärger, als der R18 plötzlich Elektronikprobleme hatte. Schuld war eine lockere Sicherung, die sich wohl beim Unfall gelöst hatte. Zu guter Letzt gab es auch noch eine Durchfahrtsstrafe, weil man einen GTE in der Auslaufzone überholt hatte. Damit war die #1 aus dem Rennen und die #2 sah sich bis zum Schluss trotz fehlerfreier Fahrt vom Toyota unter Druck gesetzt.

Es wäre für Toyota allerdings schwer gewesen, den Sieg aus eigener Kraft zu erlangen, da dann doch etwas der Speed fehlte. Aber die Audi-Mannschaft musste sich ganz schön strecken, um am Ende mit knapp 26 Sekunden Vorsprung das Rennen gewinnen zu können. Die Auseinandersetzung macht schon Lust auf das nächste Rennen in Fuji, wo Toyota dann mit zwei Wagen antreten wird.

Für Kristensen, McNish und Duval bedeutet der Sieg auch, dass sie auf den WM-Titel zusteuern. Sie haben nun 33 Punkte Vorsprung auf Lotterer, Treluyer und Fässler. Selbst wenn die drei amtierenden Champions alle drei verbliebenen Rennen gewinnen sollten, reichen den Altmeistern zweite Plätze, um den Titel zu holen. Für Audi war es auch der 100. LMP-Sieg.

Der Rebellion fuhr ein ruhiges Rennen. Echte Chancen auf das Podium hatte man nie, aber der Speed an sich war nicht schlecht. Am Ende fehlten nur drei Runden auf den siegreichen Audi.

LMP2

Es war nicht schlecht, was die LMP2 in der ersten Hälfte des Rennens ablieferte. Das G-Drive Racing Team (Delta-ADR) hatte sich erneut die Pole gesichert und stürmte vorne weg, dahinter lagen aber beide OAK Morgan-Nissan, die nur wenig langsamer waren. Und vermutlich hätte man auch die G-Drive Piloten Rusinov/Martin/Conway unter Druck setzen können, wenn man denn eine Strategie besessen hätte. Die sah aber in Austin nur so aus, dass man alles versuchte, den Teamkollegen hinter sich zu lassen. Das Duell der beiden OAK war schon sensationell anzuschauen, Pla/Heinemeier Hansson/Brundle und Baguette/Gonzalez/Plowman schenkten sich keinen Millimeter.

Sensationell dämlich war dann allerdings die Kollision der beiden Teamkollegen. Man könnte jetzt mit dem Finger auf ein Team bzw. einen Fahrer zeigen, würde aber damit der Sache nicht gerecht werden. Denn es ist auch Sache des Teams, Bezahlfahrer hin oder her, dafür zu sorgen, dass man sich a) nicht gegenseitig aufhält und b) nicht ins Auto fährt. Das Rennen dauert sechs Stunden. Nicht zwei, nicht drei, sondern sechs. Man weiß, dass der G-Drive Wagen schnell und gut besetzt ist. Warum also nicht die Devise ausgeben: Dran bleiben und in den letzten 60 Minuten könnt ihr machen, was ihr wollt? Im Endeffekt landeten beide OAK dann in der Garage und sie wurden letzte bzw. vorletzte ihrer Klasse. Was auch in der Meisterschaft sehr weh tut.

Nachdem sich die OAK-Mannschaft verabschiedet hatte, rückte der Pecom-Wagen mit Perez Companc/Minassian/Kaffer auf P2 vor. An den G-Drive kam man aber in Sachen Rundenzeiten nicht ran. Dahinter tauchte der Zytek mit Zugel/Dyson/Kimber-Smith auf, verlor aber mit ein paar kleineren technischen Problemen dann eine Runde auf die Führenden. Auch der zweite Delta-ADR mit Graves/Walker/Junco hatte ein paar Probleme und plötzlich fand sich der Lotus, mit Holzer/Kraihamer/Charouz ja nicht schlecht besetzt, auf P3 wieder. Ein schöner Erfolg für die Truppe von Colin Kolles, zumal der andere Wagen gleich in der ersten Kurve stehen blieb.

In der Team-WM führt die Pecom-Mannschaft mit gerade mal drei Punkten vor dem OAK, der von Baguette/Gonzalez/Plowman gefahren wird. In der Fahrer-WM führen Letztgenannte ebenfalls mit drei Punkten vor den Pecom-Piloten.

GTE Pro

In der GTE Pro war es mal wieder ein Kampf zwischen den Aston Martin und dem AF-Corse Ferrari. Die Manthey-Porsche konnten nur zu Beginn das Tempo mitgehen und sich in der Spitzengruppe halten. Die #91 mit Bergmeister/Pilet hatte dann im ersten Drittel des Rennens einen haarigen Moment in der Box, als der Benzineinfüllstutzen beim Abziehen nicht abschaltete und sich der Wagen teilweise oberflächlich entzündete. Es waren aber genug Mechaniker mit Feuerlöschern da, sodass nicht passierte, außer dass der Porsche raus aus der Entscheidung war. Der zweite Porsche mit Lieb/Lietz verlor im Laufe des Rennens dann zwei Runden auf die Aston und Ferrari.

Die lieferten sich vorne mal wieder eine regelrechte Schlacht. Wirklich absetzen konnte sich keiner, überraschend war allerdings, dass der AMR mit Senna/Makowiecki in Führung lag, während Turner/Mücke und Dalla Lana/Lamy/Stanaway schnell mit Problemen ausfielen. Bei AF Corse waren sich Bruni/Fisichella und Kobayashi/Vilander lange nicht so recht einig, wer sich denn auf die Hatz nach dem Aston Martin machen sollte, aber immerhin einigte man sich besser, als die OAK-Mannschaft. Bruno Senna, der in der GT-Klasse immer besser wird, fuhr ein gutes Rennen und konnte zusammen mit seinem Fahrerkollegen den Aston gegen Ende des Rennens deutlich in Führung setzen. Allerdings brauchte man den Abstand nach hinten auch, denn kurz vor Schluss musste man zu einem “Splash ‘n Dash” reinkommen, was den F458 wieder gefährlich nahe brachte. Im Ziel waren es dann gerade mal 15 Sekunden Vorsprung.

GTE Am

Hier gibt es wenig zu berichten. Die Aston mit Hall/Campbell-Walter und der “Dänen-Bomber” mit Nygaard/Poulsen/Thiim lieferten sich noch den spannendsten Kampf, den das erfahrene Duo für sich entscheiden konnte. Immerhin lag bis zum Schluss der IMSA-Porsche mit Narac/Vernay in Lauerstellung und die Franzosen blieben bis zum Schluss in der gleichen Runde wie die Sieger. Auch der siegverwöhnte 8Star Ferrari hatte lange gute Chancen, ein kleines Problem warf den Wagen dann aber eine Runde zurück.

Die WEC macht erst einmal eine kleine Pause, das nächste Rennen ist am 20.10 in Fuji.
Alle aktuellen
Punktestände gibt es hier.

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September 21 2013

06:01

WEC/ALMS: Vorschau Austin 2013

Für die WEC und ALMS steht der letzten Doubleheader in der Geschichte auf dem Programm. In Austin wird man die unterschiedlichen BoP-Einstellungen gut beobachten können.

AUTO - WEC 6 HOURS OF SAN PAULO 2013Die WEC ist zwar noch mitten in ihrer Saison, aber schon ist klar, dass sowohl der Fahrer- als auch der Konstrukteurstitel wieder nach Ingolstadt gehen wird. Dennoch ist das Rennen auch in der LMP1 nicht ohne Spannung, denn bisher konnte man vom leicht renovierten Toyota nur wenig sehen. Der fiel in Interlagos ja leider nach wenigen Runden aus und so konnte man die eventuellen Verbesserungen bei den Japanern nur erahnen. Klar ist, dass man dem Motor etwas mehr PS verliehen hat, aber in Sao Paulo waren die Audi dennoch deutlich schneller. Das wird in Austin, vor allem in den ersten Passagen des Kurses, nicht anders sein. Aber der Kurs verfügt auch über einen engen Schlussteil, in dem der Toyota eventuell leichte Vorteile haben könnte, da er seinen Hybridantrieb ja schon bei niedrigen Geschwindigkeiten nutzen kann.

Aber ungeachtet des eventuell niedrigeren Verbrauchs des Toyotas wäre alles andere als ein Sieg der Audi eine Überraschung. Das Rennen in Interlagos zeigte zwar, dass auch Audi schon mal Fehler an der Box macht, aber es müsste schon sehr viel zusammenkommen, damit Toyota am Ende ganz oben auf dem Podest stehen kann. Das gilt selbstverständlich auch für den Rebellion. Dort hofft man einfach darauf, dass eines drei Top-Teams mal wieder in größere Probleme kommt.

LMP2

Nachdem dem dann doch eher zähen Rennen in Sao Paulo sollte es in Austin hoffentlich wieder etwas enger zugehen. Das Delta-ADR Team (G-Drive) scheint auch für Austin gut gerüstet zu sein, aber ich denke, dass vor allem der OAK mit der #24 (Pla, Heinermeier-Hanson, A. Brundle) in Texas stärker einzuschätzen ist. Auch den zweiten OAK mit der Startnummer 35 und Baguette, Gonzales, Plowman am Steuer sollte man nicht unterschätzen. In Interlagos lagen beide Wagen im Rennen lange gleichauf und hatten Chancen auf den Sieg. Ebenfalls Siegchancen hat die Pecom-Mannschaft mit Companc, Minassian und Kaffer am Lenkrad. Diese vier Teams werden den Sieg wohl unter sich ausmachen. Die Lotus haben, nachdem sie in Le Mans eigentlich sehr gut unterwegs waren, an Schwung verloren. Mag in Brasilien an der Strecke gelegen haben, aber der große Sprung ist ihnen bisher nicht gelungen. Keine Chancen auf den Sieg dürfte der Greaves-Wagen haben, der mit Zügel und Chris Dyson ganz gut besetzt ist, aber der dritte Fahrer, der noch nicht bekannt ist, wird wohl eher aus der Abteilung “Paydriver” kommen. Und dann wäre da noch der dritte OAK, das “Art-Car”, das mit Nicolet, Maris, Merlin auch nur schwach besetzt ist.

GTE-Pro

Hier gibt es wieder die übliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Porsche, den beiden Ferrari und den drei Aston Martin. In Brasilien lieferten sich AF Corse und AMR einen regelrechte Schlacht um die erste Position. Im Ziel lag der F458 nur 1,4 Sekunden vor dem Aston. Ein ähnliches Rennen dürfte die Kategorie auch in Austin bieten und am Wochenende sollten die Porsche wieder ein Wort mitreden können. In Sao Paulo war man nicht so flott unterwegs, dazu kamen ein paar Nicklichkeiten im Feld, die zu Drehern führten. Der Vorteil des 991 von Manthey liegt allerdings nicht auf der Kurz-, sondern auf der Langstrecke. Und die Sechs-Stunden-Rennen scheinen tatsächlich etwas zu kurz für den Porsche zu sein, um seinen Verbrauchsvorteil ausspielen zu können. Aber Manthey Racing und Porsche werden nicht geschlafen haben und es wäre schön, wenn man einen echten Dreikampf um die Spitze sehen könnte.

GTE-Am

Auch hier starten die üblichen Verdächtigen und es wäre ein Wunder, wenn die Aston Martin nicht gewinnen würden. Die letztjährigen Modelle sind um einiges schneller als der Rest des Feldes. Der Labre-Corvette merkt man ihr Alter an, die Ferrari von AF Corse haben wie immer das Problem, dass ein schwächerer Fahrer mit an Bord ist. Neben Matt Griffin und Marco Cioci fährt in Austin Jack Gerber den F458. Die Porsche haben weiter das Problem, dass sie zu langsam auf den Geraden sind, also sollte Aston Martin das Rennen gewinnen können.

Wie üblich fährt die WEC sechs Stunden, das Rennen geht um 18:00 Uhr deutscher Zeit los und wird wie üblich gestreamt.

ALMS

Bei der ALMS gibt es in der LMP1 einen Neuzugang. Na ja, neu ist vielleicht etwas übertrieben. Aber Panoz hat den neuen Delta-Wing DWC12 in Austin dabei; das ist die Version mit dem Deckel auf dem Cockpit, die sich “Coupé” nennt. Neben den aerodynamischen Vorteilen bringt der Deckel auch mehr Sicherheit. Man muss jetzt nicht mehr den Atem anhalten, wenn sich das Ding überschlägt. Wie der Fahrer allerdings rauskommen soll, wenn der Wagen auf dem Dach liegt, ist mir ein Rätsel. Hoffen wir einfach, dass wir das nicht sehen müssen. Pilotiert wird auch das neue Auto von Kathrine Legge und Andy Meyrick. Vorne dürfte alles klar sein. Muscle Milk hat die Meisterschaft eh schon in der Tasche und der Dyson ist mit der schwachen Burgess/McMurry-Mannschaft besetzt. Da gibt es durchaus Chancen für einen LMP2, aufs Treppchen zu kommen.

Dort balgen sich weiterhin die beiden Wagen von Extrem Motorsport und Level 5 um die Plätze. Die HPD-Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden, da kann es noch deutliche Veränderungen geben.

Deutlich mehr los dürfte wie immer in der GT-Klasse. Corvette, Viper, BMW heißen hier die Favoriten, eventuell noch der Risi F438 mit Malucelli und Beretta. Die Porsche dürften chancenlos sein. Interessant ist die Klasse aber vor allem, weil man sie direkt mit dem WEC vergleichen kann. Die ALMS hat ja eigene BoP-Einstellungen, dementsprechend sind die Corvette und die Viper in der US-Serie deutlich flotter unterwegs. Ich bin sehr gespannt auf die Rundenzeiten der Fahrzeuge, auch auf jene des Z4. Was die Pläne von BMW angeht, kann man leider wenig sagen. Ob der Z4 nächstes Jahr noch mal auftaucht, ist noch nicht sicher. Zum einen wegen des Regelchaos in der USCR, zum anderen weiß BMW noch nicht, ob man mit dem Z4 überhaupt weitermachen möchte. Da spielen Marketinggründe im Hintergrund eine Rolle.

PC und GTC spare ich mir jetzt mal, da bitte wie üblich den Spotterguide nutzen.

Das Rennen der ALMS ist am Samstagabend circa 22:00 Uhr und geht über etwas mehr als zwei Stunden.

AsiaLMS

Auch die asiatische Variante der Le Mans Serie ist am Wochenende unterwegs. Man fährt in Fuji und das Feld besteht aus sage und schreibe zwei OAK LMP1 und einem GTE Ferrari. Wird eng auf dem Podium. Dennoch ist das Rennen durchaus interessant, denn um das Feld etwas aufzuhübschen hat man elf Fahrzeuge aus der Super-GT-Klasse GT 300 eingeladen. Wir haben uns darüber und über die möglichen Performance-Unterschiede zwischen den GT300 und den GT3 der FIA im Podcast ausführlich unterhalten.

Das Rennen der AsiaLMS geht um 07:00 Uhr am Sonntag los.

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December 14 2011

09:22

Ferner liefen: Die Newshappen für 14.12

// Das ganze Theater hat doch noch ein gutes Ende gefunden: Die Formel 1 wird (aller Voraussicht nach) 2012 auf dem “Circuit of the Americas” in Austin, Texas an den Start gehen. Die neuen Streckenbetreiber haben in der Nacht vor der Sitzung des FIA-Weltmotorsportrates einen Vertrag mit Bernie Ecclestone unterschrieben, der offenbar beide Seiten zufriedenstellt. Abzuwarten bleibt, ob der Bauvorgang an der Strecke wirklich bis zum November des kommenden Jahres fertiggestellt werden kann – aktuell scheinen aber alle Seiten davon auszugehen. Glaubt man den Verlautbarungen, ist der zeitaufwändigste Teil, nämlich das Legen der unterirdischen Grundlagen bereits fertig gestellt – der Rest (Gebäude, Streckenbelag, Tribünen) ist angeblich bis November 2012 machbar. Auch die beiden Rennen in Bahrain und Korea, die bisher als Wackelkandidaten gegolten hatten, stehen bis auf weiteres auf dem Plan. (Vorsicht)

// Kleine Überraschung bei Lotus: Statt des lange Zeit als gesetzt vermuteten Vitaly Petov wird Romain Grosjean den zweiten Wagen neben Kimi Räikkönen pilotieren. Der regierende GP2-Meister bekommt damit eine zweite Chance in der Königsklasse, nachdem er bei seinem ersten Versuch bei einigen Rennen 2009 in Folge der Entlassung von Nelson Piquet, Jr. nur mäßig beeindrucken konnte. (Vorsicht)

// Nach zahlreichen Verlusten hat die BBC nun einen echten Personal-Erfolg landen können. Ben Edwards wird zur Königsklasse zurückkehren, und alle Läufe 2012 gemeinsam mit David Coulthard kommentieren. Zur Erinnerung: Zehn der zwanzig Läufe werden auf der Insel im kommenden Jahr live vom öffentlich-rechtlichen TV gezeigt, der Rest in einer zeitversetzten, aber ausführlichen Zusammenfassung. (Vorsicht)

// Der WTCC-Kalender für das Jahr 2012 wurde nun offiziell vorgestellt – und unterscheidet sich doch in einigen Punkten ganz wesentlich von jenem Entwurf, der im September bekannt geworden war. Saisonauftakt ist im März in Monza, das Finale wie gewohnt Ende November in Macao. Im April steht eine Rückkehr nach Marrakesch auf dem Programm, im Mai fährt man erstmals auf dem Salzburgring – der Auftritt in Österreich ersetzt dabei offenbar den bisherigen Deutschland-Termin. Ebenfalls neu ist ein Rennen in Argentinien (Strecke noch unbekannt), das gemeinsam mit dem in die Saisonmitte verschobenen Lauf in Curitiba und der Premiere in Sonoma eine Amerika-Tournee komplettiert. In Japan fährt man entgegen erster Meldungen wieder das East-Circuit von Suzuka, in China wechselt man vom etwas kleinen Shanghai Tianma auf die Formel 1-Strecke.

11. März – Monza
1. April – Valencia
15. April – Marrakesch
6. Mai – Hungaroring
20. Mai – Salzburgring
3. Juni – Estoril
8. Juli – Argentinien
22. Juli – Curitiba
23. September – Sonoma
21. Oktober – Suzuka
4. November – Shanghai
18. November – Macao
(Vorsicht)

// Aus der IndyCar Serie gibt es neben einigen Meldungen über Probleme mit dem neuen Auto (Dallara arbeitet angeblich dran) wieder zwei positive Nachrichten: Zwei Teams haben ihre Piloten für 2012 vorgestellt. Sarah Fisher Racing wird in der kommenden Saison mit Indy Lights Champion Josef Newgarden antreten – und zwar unter neuen Namen “Sarah Fisher Hartman Racing”. Das “Hartman” stammt dabei vom neuen Teileigentümer Wink Hartman. Der beantwortete die Frage nach seinem Background bei der Pressekonferenz mit den Worten: “What does Wink Hartman Do? Oil and gas exploration and production”. Persönliches Hobby ist Polo-Spielen. Man darf also vielleicht hoffen, dass Sarah Fisher Hartman Racing finanziell weniger angespannten Zeiten entgegenfährt. Sam Schmidt Motorsport hat derweil Simon Pagenaud für die komplette kommende Saison verpflichtet – der Franzose hatte 2011 bei einigen Einsätzen als Ersatzmann für Justin Wilson eine gute Figur abgegeben. (Vorsicht)

// Insgesamt ist der Fahrermarkt nach dem Ende von Newman/Haas Racing noch einmal in Bewegung geraten. Gerüchte sprechen davon, dass Oriol Servià bei AJ Foyt unterkommen könnte. James Hinchliffe wird dagegen immer öfter als Kandidat für den von GoDaddy gesponserten Wagen von Andretti Autosport genannt, den ursprünglich der verstorbene Dan Wheldon fahren hätte sollen. (Vorsicht)

// Anderswo gibt es allerdings weiter ein paar Probleme: Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Serie 2012 nicht mehr in Las Vegas antreten wird. Das ist zwar angesichts der tragischen Ereignisse 2011 sehr verständlich, der Kalenderentwurf für die kommende Saison umfasst damit aber aktuell nur noch 14 Rennen - wenn man Texas, wo derzeit noch über das Antrittsgeld verhandelt wird, mitrechnet. Das ist deswegen problematisch, weil der Vertrag mit Seriensponsor IZOD mindestens 16 Rennen pro Saison vorsehen soll. Man wird sich also noch etwas einfallen lassen müssen. (Vorsicht)

// Auch die neue WEC hat am Rande des Weltmotorsportrates ihren Kalender für 2012 bekanntgegeben.

17. März – 12h Sebring
5. Mai – 6h Spa
16/17. Juni  - 24h Le Mans
25. August – 6h Silverstone
15. September – 6h Sao Paulo
29. September – 6h Bahrain
14. Oktober – 6h Fuji
November – 6h China
(Vorsicht)

// Auch der schon in der Vorwoche bekannt gewordene Plan der GT-Weltmeisterschaft wurde vom FIA-WMSC bestätigt: die Serie wird 2012 mit GT3-Fahrzeugen ausgetragen. Ein Kalender fehlt allerdings nach wie vor, soll allerdings diese Woche verkündet werden. (Stefan)

// In der LMP2-Klasse der ALMS wird es nächstes Jahr nach einem Jahr Pause tatsächlich wieder Wettbewerb geben: nachdem Level 5 Motorsports schon kürzlich bestätigt hatte, nächstes Jahr für die volle Saison dabei zu sein, hat nun Black Swan Racing a

June 11 2011

04:03

Vorschau: IndyCar Firestone Twin 275s

Die IndyCar probiert was Neues diesen Sommer – und es ist nicht Coke bei drei Grad. Stattdessen schneidet man das 550km-Renen in Texas in zwei Teile. Das verspricht Spektakel und Unwegbarkeiten, birgt aber auch Gefahren.

Wäre es ein normales Rennen in Texas, dann würde ich jetzt über die spannende Rad-and-Rad Duelle schreiben, die auf dem ultraschnellen Speedway in Fort Worth traditionell zu erwarten sind. Ich würde vermutlich auch wieder auf die Gefahren hinweisen, die damit in Verbindung stehen – und zur Debatte stellen, ob die IndyCar dieses künstliche Zusatzrisiko wirklich braucht. Das alles könnte man auch in diesem Jahr schrieben – 2011 gibt es aber ein noch größeres Thema, das diese Fragen überschattet. Die IndyCar testet in Texas nämlich ein neues Format: Statt einem längeren Rennen wird es zwei kurze geben, die direkt aufeinander folgen. Die Startaufstellung für Lauf 2 wird nach dem ersten Durchgang ausgelost. Allemal ein interessantes Experment. Der Modus wirft aber auch einige Fragen auf.

So überraschend die Idee klingen mag, ein IndyCar Rennen in zwei Teile zu schneiden – ganz neu ist der Einfall nicht. In den späten 1960er und in den 1970er-Jahren gab es insgesamt 17 sogenannte “Doubleheader”. Zunächst setzte die USAC den Modus vor allem für Rundkurse ein, etwas später und vor allem in frühen CART-Zeiten fanden die Veranstaltungen auf Ovalen statt. Dann gerieten sie in Vergesseneheit – bis IndyCar CEO Randy Bernard in der vergangenen Saison das Runder übernahm. Der neue Chef sucht fieberhaft nach “Pillar”-Veranstaltungen, die die Serie neben dem Indy 500 tragen könnten. Dabei ist er auch zu Experimenten bereit. Die “IndyCar Word Championships” im Herbst in Las Vegas sind so ein Versuch. Und das Twin-Rennen in der Nacht auf Sonntag eben auch.

Und so soll der Renntag ablaufen: Um 19:45 Uhr Ortszeit (das ist 2:45 Uhr CEST) ist Start des ersten Rennens, die Grid ergibt sich aus den Ergebnissen der Qualifikation (siehe unten). Dieser Lauf soll 275 Kilometer (= 114 Runden) lang sein – für den Rennsieger gibt es die halbe Punktezahl eines normalen Rennens. Danach haben die Teams dann Zeit für allfällige Reparaturen – während die Zusher auf andere Weise unterhalten werden. Denn dann erfolgt in umgekehter Reihenfolge des Zieleinlaufs die Verlosung der Startplätze für den zweiten Durchgang, der ebenfalls über 275 Kilometer geht. Start des zweiten Rennens ist dann um 21:45 Uhr Ortszeit (4:45 Uhr CEST). Auch hier wird die halbe Punktezahl eines “normalen” Laufes vergeben.

Das Format verspricht sicherlich Spannung. Dass die Zuseher gleich zweimal in den Genuss eines Zieleinlaufes kommen, ist sicherlich ein großes Plus. Und die umgekehrte Startreihenfolge im zeiten Lauf sorgt gewiss  für zusätzliche Würze – immerhin kann der Sieger dann durchaus auch aus der letzten Reihe ins Rennen gehen müssen.

Ob es diese Zusatz-Spannung aber ausgerechnet in Texas gebraucht hätte, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Die Verlosung könnte dafür sorgen, dass ein Meisterschaftskandidat an der Spitze des Feldes in den zweiten Lauf geht, und der andere ganz hinten – so richtig fair ist das nicht. Außerdem hat die Strecke auch ohne Gimmicks in den vergangenen Jahren immer äußerst spannende Läufe mit zahlreichen, teils rundenlangen Rad-an-Rad Duellen ermöglicht. Und die sind im Grunde auch dann schon gefährlich genug, wenn sie zwischen den Top-Autos stattfinden, und nicht an der Spitze des Feldes langsamere Wagen “lauern”.

Die Qualifikation

Eine erste – kleine – Überraschung gab es schon bei der Qualifikation am Freitagabend: Zum zweiten Mal in Folge nach dem Indy 500 steht Alex Tagliani auf der Pole. Das Auto von Sam Schmidt Motorsports scheint im Training weiter ganz hervorragend zu gehen – ob sie diesen Speed auch im Rennen halten können, ist weniger klar. Der Rennverlauf in Indianapolis lässt eher vermuten, dass man den Kanadier vielleicht in der vorderen Mitte des Feldes wiederfinden wird.

Dahinter lauern Dario Franchitti und Will Power. Die beiden Meisterschaftsanwärter liegen damit deutlich vor ihren Teamkollegen, die sich allesamt rund um Platz zehn wiederfinden (Dixon: 7, Briscoe 9, Castroneves 13). Vierter ist Takuma Sato, der seinen Aufwärtstrend aus den vergangenen Zeittrainings auch hier fortsetzen konnte – entsprechend strahlte Sato dann auch im Interview nach der Quali. Bleibt zu hoffen, dass es der Japaner auch einmal ins Ziel schafft. Fast schon sensationell: Platz fünf ging an Ed Carpenter im Auto von Sarah Fisher Racing – die Kombination aus dem gereiften Ovalspezialisten und dem engagierten Team scheint weiter Früchte zu tragen. Auf Rang sechs bestätigt Tony Kanaan die gute Forum vom KV Racing.

Sonst noch interessant: Rookie Wade Cunningham aus Neuseeland steht bei seinem allerersten Auftritt auf Rang acht, Danica Patrick auf zehn. Indy 500 Fast-Sieger JR Hildebrand auf Rang 11, Newman/Haas mit Servia und Hinchcliffe auf 14 und 15. Das Ganassi-Farmteam mit Kimball und Rahal auf 17 und 20. Paul Tracy geht bei einem seiner vermutlich letzten Ovalauftritte von 21 ins Rennen; Simona de Silvestro hatte im Training noch einige Probleme, und startet nur vom vorletzten Rang 29.

Ungemach

Hinter den Kulissen gärt es nach dem etwas merkwürdigen Indy 500 gleich an einigen Stellen ein wenig.

Zunächst brachte die kanadische Globe and Mail im Internet einen Artikel, in dem sie einen anonymen IndyCar-Fahrer mit der Vermutung zitierte, JR Hildbrand sei beim Indy 500 mit einem illegalen Auto unterwegs gewesen. (mehr dazu in den Newshappen) Mittlerweile wurde der Artikel von der Zeitung wieder gelöscht. Beweise gibt es für diese schwerwiegenden Vorwürfe freilich nicht. Das Thema ist aber deshalb keineswegs von Tisch, wie Nate Ryan für den Internetauftritt der USA Today berichtet.

Und als ob das nicht ungut genug wäre, hatte JR Hildebrand in der vergangenen Woche gleich nochmal kräftig Pech: Bei einem Sponsorevent verletzte sich der Amerikaner am Knie, und muss nun mit einer Schiene ins Rennen gehen. Gerüchte sprechen davon, dass er sich wohl das Krezband gerissen hat. Eine Operation dieser Verletzung wird auf lange Sicht wohl notwendig sein, im Interview mit Versus meinte Hildebrand aber, dass er das vielleicht erst nach dem Ende der Saison erledigen wird.

Neben Hidebrand schaffte es noch ein weiterer Pilot auf eher kontroversielle Weise ins Rampenlicht: Graham Rahal verlinkte auf seinem Twitter-Account die (mittlerweile gelöschte) Globe and Mail-Story über Hildebrands angeblich illegales Indy 500-Auto – und brach damit offenbar ein Tabu in der IndyCar Community. Aufgebrachte Twitter-Antworten waren die Folge. Im oben verlinkten USA-Today Artikel äußert sich Rahal zu dieser Causa. Er greift dabei Hildebrand nicht persönlich an – die Vorwürfe, Panther Racing könnte geschummelt haben, nimmt er aber nicht vom Tisch.

Das ist aber noch nicht alles: Im Interview mit Versus kritisierte Rahal dann auch noch sein eigenes Team. Das Auto sei im Qualifikationstrimm einfach zu langsam. Außerdem könne er nicht ganz verstehen, wieso sein Wagen zwei km/h langsamer sei, als jene der Teamkollegen Franchitti und Dixon. An sich eine berechtigte Frage – ob es beim Team allerdings gut ankommt, wenn man sie im TV-Interview statt bei internen Besprechungen aufbringt, ist dann aber wieder fraglich.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten zum Rennen in Motegi. Das soll trotz Erdbeben-Schäden an der Strecke zum geplanten Termin stattfinden – allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der Rundstrecke. Grund: Das Oval ist stärker beschädigt, und eine Reparatur würde zu viele Ressourcen von deutlich wichtigeren Wiederaufbau-Vorhaben in der Region abzweigen.

Dieser im Grunde eingängliche Umstand ist wiederum bei Danica Patrick auf wenig Verständnis gestoßen. Weil durch die Änderung nur noch sieben Ovalrennen im Kalender stehen (im vergleich zu zehn Rundstrecken), fürchtet sie, dass sich die Serien zu stark von ihren Oval-Wurzeln entfernt. Dass man in motegi nicht im Oval fahre, sei “enttäuschend“, so wie auch der gesamte Rennplan für 2011. Offene Kritik dieser Art ist im US-Sport eher selten – man darf also vermuten, dass Patrick damit ein konkretes Ziel verfolgt. Womöglich möchte sie den Kalender für 2012 in eine oval-lastigere Richtung bewegen – oder sich einfach eine praktische Ausrede für den Abschied in Richtung NASCAR zurechtlegen.

Im TV

Nach der eher mäßigen Leistung von ABC beim Indy 500 kommt in Texas wieder Versus zum Zug. Die Kommentatoren Bob Jenkins und Jon Beekhuis werden dabei von einem spezillen Gast unterstützt: Indy 500 Sieger Dan Wheldon saß bereits zum Qualifying mit in der Kabine, und wird auch beim Rennen als Experte fungieren. Die Übertragung beginnt laut Zeitplan um 1:30 CEST. Um etwas vom Rennen sehen zu können, wird auch diesmal wieder etwas Internet-Recherche nötig sein. Einen offziellen TV-Anbieter im deutschsprachigen Raum gibt es nicht.

flattr this!

March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

August 27 2010

16:42

Indycar: Vorschau Chicagoland

Für viele Fans ist das, was Samstagnacht auf dem Programm steht eines der Highlights der IRL-Saison. Fahrerisch ist Chicagoland zwar nicht besonders schwierig – aber dafür geht es dort immer unglaublich eng zur Sache.

Auch sonst hat die Indycar Series am kommenden Wochenende so einiges zu bieten: Etwa mit 29 Autos das größte Feld, das es jemals außerhalb des Indy 500 gegeben hat. Und dementsprechend auch die Rückkehr einiger Fan-Favoriten, die in diesem Jahr bisher gefehlt haben. Außerdem geht die bisher so spannende Meisterschaft in die Endphase. Dort wird die große Frage sein, ob es Dario Franchitti auf den Ovalen gelingt, den Rückstand auf “Rundkursmeister” Will Power zu schließen. Aber nicht alles ist eitel Wonne in der IRL: Hinter den Kulissen begehren die Teams gegen die bereits getroffene Chassis-Entscheidung für 2012 auf.


Aber zuerst mal zum sensationell großen Starterfeld. Mit 29 Autos in einem ganz normalen Ovalrennen hätte in dieser Saison wohl kaum jemand gerechnet. Die IRL musste sogar extra ihre Regeln ändern, so dass nun auch außerhalb des Indy 500 29 statt bisher 28 Wagen an den Start gehen dürfen. (Wieso es diese Regel gibt, wenn man sie bei Bedarf einfach ändert, das darf man sich allerdings schon fragen…) Außerdem musste man deshalb das Qualifying-Format verändern: Es bleibt beim gewohnten Einzelzeitfahren, allerdings drehen die Piloten nicht mehr vier, sondern nur noch zwei gezeitete Runden.

Ganz neu ist diesmal keiner der Fahrer dabei, das Feld wird also von “Rückkehrern” vergrößert. Da wäre etwa Ed Carpenter, der nach dem Aus von Vision Racing (das ja bekanntermaßen von seinem Stiefvater Tony George geführt wurde) dank neuem Sponsor mit Panther Racing zurückkehrt. Carpenter hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf, sicher waren auch die Familienbande zum damaligen Indycar-CEO nicht gerade hilfreich dabei, ein eigenständiges Image aufzubauen. Er hat aber, vor allem im vergangenen Jahr, einige äußerst respektable Vorstellungen abgeliefert. Man denke etwa an seinen zweiten Platz in Kentucky. In Chacagoland reichte es 2009 immerhin für Rang sechs.

Ebenfalls zurück im Cockpit, diesmal in jenem von Conquest, ist Tomas Scheckter. Conquest mag jetzt nicht gerade ein Team sein, das zu vorauseilenden Jubelschreien verleitet, aber Scheckter ist auf schnellen Ovalen eigentlich noch immer recht gut dabei gewesen. Vielleicht schafft er am Wochenende ja eine Überraschung.

Mike Conway ist immer noch nicht im Dreyer & Reinbold Cockpit zurück, er wird diesmal von Ana Beatriz ersetzt. Die Dritte der Indy Lights Saison 2009 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Model) war schon in Sao Paulo und beim Indy 500 mit dabei, und hat dort eigentlich recht ansehnliche Leistungen abgeliefert. Sarah Fisher Racing ist diesmal gleich mit zwei Autos vertreten: Neben Fisher selbst ist auch Jay Howard am Start. Veteran Davey Hamilton rundet schließlich mit seinem zweiten Einsatz nach dem Indy 500 das Feld ab.

Zum Chicagoland Speedway gibt es hier im Blog ja dank NASCAR-Vorschau schon eine eigene Seite, folglich brauche ich dazu nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Die IRL ist seit 2001 auf der Strecke unterwegs, und die Rennen hier haben eigentlich noch fast jedes Mal enge Manöver und eine Menge Spannung geboten. Wer bisher noch kein IRL-Rennen dort gesehen hat, der sollte das diesmal unbedingt tun. Umso mehr deshalb, weil man munkelt, dass es der vorläufig letzte Auftritt der Indycars auf dem Kurs sein könnte. Normalerweise folgt jetzt an dieser Stelle noch eine Onboard-Runde. Die gibt es diesmal zwar auch, hier im Blog wollte ich aber diesmal einfach die letzten drei Runden vom vergangenen Jahr einbinden. Die sagen eigentlich alles, was man zu Indycar-Rennen in Chicagoland wissen muss.

Sonstige Neuigkeiten

Die Indycar spielt weiter mit dem Kalender für die kommende Saison herum, zum Teil mit etwas kreativen Ideen. Am Texas Motor Speedway soll es 2011 statt einem 550Km-Rennen zwei direkt aufeinanderfolgende Läufe mit einer Länge von jeweils 275Km geben. Bei beiden Rennen soll dann jeweils die halbe Punktezahl eines “normalen” Wertungslaufes ausgeschrieben werden. Wie man mit Autos verfährt, die im ersten Rennen beschädigt werden, ist noch unklar.

Baltimore hat, wie schon in den Newshappen geschrieben, noch einmal das Streckenlayout etwas verändert. Die neue Streckenführung ist hier zu sehen. Außerdem wurde auch das Datum auf das Labor Day Weekend (1. Septemberwochenende) verschoben.

Der Iowa Speedway hat inzwischen wenig überraschend bestätigt, dass die IRL auch im kommenden Jahr dort zu Gast sein wird. Datum ist der 25. Juni.

IRL-Kenner Curt Cavin hat dieser Tage auch ein wenig spekuliert, was den Kalender betrifft. Aus den bisher bekannten Fakten würde sich also das folgende Bild ergeben:

? St. Petersburg ? Barber Motorsports Park 17. April Long Beach 1. Mai Sao Paulo 29. Mai Indy 500 11. Juni Texas Twin 275 25. Juni Iowa ? Toronto ? Edmonton 7. August Mid Ohio 14. August New Hampshire ? Sonoma 4. Septemberx Baltimore ? Kentucky ? Motegi ? Las Vegas

Text

insgesamt also 16 Rennen, möglicherweise (etwa dann, wenn doch Chicagoland noch dazukommt) 17.

Und damit noch schnell zum Unbill, den ich im ersten Absatz schon angekündigt hatte: Die Teams scheinen mit der Entscheidung über das neue Chassis für 2012 ganz und gar nicht glücklich zu sein – und schon gar nicht mit der Informationspolitik, die die IRL danach betrieben hat. Ganassi, Penske und Dreyer & Reinbold drohen gar damit, das Ding ganz einfach nicht zu kaufen. Tenor: Die Umstellung auf ein neues Auto sei zu teuer. Es muss aber wohl etwas mehr dahinter stecken: Immerhin schien Ganassi die Umstellung noch keineswegs zu teuer, als auch der (über Umwege) im Auftrag des Teams entwickelte Delta Wing noch im Rennen war.

Übertragungszeiten

Der Lauf in Chicagoland wird – wie alle restlichen Rennen dieser Saison – von Versus übertragen. Im Vergleich zu ESPN/ABC ist also das gewohnte Bild zu erwarten: Bessere Übertragung, aber weniger Zuseher und weniger Streams. Immerhin findet die Veranstaltung diesmal nicht zeitgleich mit einem NASCAR-Wettbewerb statt, die IRL dürfte also die Interessen der Motorsport-Zuseher auf sich vereinen können. Start der Übertragung ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:00 Uhr.

June 08 2010

06:34

IRL Texas 550 – Wieder mit einem blauen Auge entkommen

Massenhaft Positionskämpfe, Andretti Autosport wieder vorn dabei und um ein Haar Danica Patrick als Siegerin – ein richtig schönes Ovalrennen. Stimmungsbremse: Der Crash von Simona de Silvestro – und die amateurhaften Versuche des Rettungsteams, ihr zu helfen.

Wenn es stimmt, was Manfred Jantke bei den legendären CART-Übertragungen auf Eurosport gerne erzählt hat, dass sich während der Rennen in Ovalen kleine Wirbelstürme bilden, dann muss am vergangenen Samstag in Fort Worth die Windstärke ganz ordentlich zugenommen haben. Denn in Texas gab es endlich wieder mal ein richtig spektakuläres Ovalrennen zu sehen. Irgendwo im Feld gab es fast in jeder Runde Positionskämpfe, und der Sieger stand diesmal auch nicht zur Rennhälfte fest. Einen kräftigen Schönheitsfehler hatte der Lauf aber dann doch: Dass Streckenposten bei einem Feuerunfall so lange hilflos neben dem Auto stehen, das hätte man sich im Jahr 2010 nicht mehr erwartet. Die IRL hate in Texas schon wieder Glück – sie muss aber trotzdem dringend reagieren.

Doch vorher noch zum sportlichen Teil: Eigentlich hatte man auch in Texas wieder mit einer Gala-Vorstellung von Penske und Ganassi gerechnet. Und am Ende holte sich Penske-Pilot Ryan Briscoe tatsächlich völlig verdient den Sieg. Schön für den Australier, der zuvor teamintern ein wenig in die Kritik geraten war. Völlig zufrieden wird man im Team aber trotzdem nicht sein. Denn wäre Will Power nicht ein Karbonteil unters Autos geraten, und hätte Mario Moraes nicht Helio Castroneves abgeräumt, dann wäre für die Truppe noch viel mehr drinnen gewesen.

Unerwartete Schwächen zeigte dagegen Ganassi: Scott Dixon konnte das ganze Rennen hindurch nicht wirklich glänzen – am Ende reichte es immerhin noch zu Platz vier. Dario Franchittis Wagen schien zwar zu Rennbeginn konkurrenzfähig zu laufen – im Verkehr war aber auch der Schotte nicht besonders gut unterwegs. Wie schon beim Indy 500 dürfte man bei Ganassi wohl eine riskante Abstimmung gewählt haben, die zwar an der Spitze des Feldes schnell ist, mit Luftverwirbelungen im Pulk aber nicht gut zurecht kommt. In Indianapolis hatte sich die Taktik noch ausgezahlt – in Texas reichte es nur für Platz fünf.

Strahlende Gesichter gab es dagegen bei Andretti Autosport: Am Ende standen alle vier Wagen in den Top sieben. Man darf nicht übersehen, dass die Leistung nur wegen des Pechs einiger Konkurrenten zustande kam – Power und Castroneves, womöglich auch Tagliani und Moraes wären bei normalem Rennverlauf womöglich vor der Truppe gelandet. Trotzdem ist es ein schöner Schritt nach vorn. Die zuletzt so vielgescholtene Danica Patrick hätte immerhin um ein Haar um den Sieg kämpfen können, und holte sich mit Rang zwei ihre mit Abstand beste Saisonplatzierung. Nach den eher frostigen Worten der vergangenen Wochen bedankte sie sich im Anschluss auch ganz artig beim Team. Ausschließlich Freunde hat se sich aber auch in Texas nicht gemacht: Ein ziemlich unschönes Blocking-Manöver an Tony Kanaan brachte den Brasilianer und (zumindest kurzfristig) auch Michael Andretti gegen sie auf.

Wieso sie dafür nicht bestraft wurde, weiß wohl nur Brian Barnhart allein. Andere Piloten (und zwar auch populäre, wie etwa Graham Rahal) hatten beim Indy 500 noch für harmlosere Manöver Durchfahrtsstrafen erhalten. Mag sein, dass eine starke Danica Patrick für die Show besser ist, als eine mit Rundenrückstand. Auf Dauer kann die Indycar Serie aber nur glaubhaft sein, wenn Strafen nach rein resportlichen Kriterien, und vor allem nicht derart willkürlich vergeben werden. Woher soll ein Fahrer am in zwei Wochen in Iowa sonst wissen, was er sich gerade noch  erlauben kann, und was nicht mehr? Auch unter den Fans mehrt sich in letzter Zeit die offene (und ziemlich persönliche) Kritik an den Entscheidungen der Rennleitung. Hinweis: Es mag aber auch sein, dass in der verlinkten Kolumne von Robin Miller, der aus der CART-Ecke kommt, auch einfach alte Rechnungen beglichen werden.

Weiterhin nicht so richtig auf Touren kommt bei den Indycars Takuma Sato. Nach einem tollen, aber frühzeitig beendeten Rennen in Kansas lief es für den Japaner in Texas eher mittelmäßig. Platz elf in der Qualifikation war noch recht gut. Im Rennen ging es dann aber eher rückwärts. Und in Runde 56 klebte der KV-Lotus überhaupt wieder mal in der Wand. Schwacher Trost: Am Ausfall war diesmal wohl nicht Sato selbst schuld, sondern ein technisches Gebrechen am Wagen. Mal sehen, wie sich der ehemalige F1-Fahrer in eineinhalb Wochen am traditionell japaner-freundlichen Oval von Iowa anstellt.

Ein anderer Rookie scheint sich dafür schön langsam in der IRL zurecht zu finden: Bertrand Baguettes Name wird zwar von den TV-Kommentatoren nach wie vor ziemlich abenteuerlich ausgesprochen. Auf der Strecke legte der Belgier aber in Texas seine mit Abstand beste Leistung hin. In Runde 129 war die Herrlichkeit zwar nach einem heftigen Mauerkontakt zu Ende, bis dahin fuhr Baguette aber munter im vorderen Mittelfeld mit. Wenn er seine Leistung weiter so steigern kann, dann wird er auf den Road Courses womöglich doch nur für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Und damit zum unerfreulichsten Aspekt des Rennens: Es darf einfach nicht sein, dass es in einer derart professionellen Rennserie zu Szenen kommt, wie sie nach Simona de Silvestros Unfall zu sehen waren. Wer beim Youtube-Video mitstoppt, wird erschrocken feststellen, dass es vom Eintreffen des Sicherheitsteams an fast 40 Sekunden dauerte, bis die Schweizerin aus dem immer noch brennenden Auto befreit war. Dass sie sich dabei nur kleinere Brandwunden an der linken Hand zugezogen hat spricht für die Qualität der feuerfesten Ausrüstung, ändert aber nichts an der unprofessionellen Reaktion des Sicherheitsteams. Heftige Kritik von de Silvestros HVM-Team war die Folge.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kritik da nicht die Falschen trifft: Dass ein darart entscheidendes Teil wie der Löschschlauch des Sicherheitsfahrzeuges – wie auch die IRL zugibt – schlicht nicht funktioniert hat, ist ein Skandal. Die Kritik dafür trifft aber die IRL, nicht die Sicherheitscrew selbst. Darüber, wie man de Silvestro schließlich aus dem brennenden Auto herausgezogen hat, muss man sicher auch noch diskutieren. Nicht auszudenken, wenn man jemanden, der bei einem Crash etwa Rückverletzungen erlitten hat in dieser Weise extrahiert. Selbst in die Flammen zu greifen, um der Pilotin zu helfen, erfordert aber zumindest eine gehörige Portion Mut – Retter Mike Yates, der sich bei der Aktion selbst Verbrennungen im Gesicht zugezogen hat verdient dafür größten Respekt.

Dass es allerdings nicht gelingt, das Feuer binnen 40 Sekunden zu löschen, sollte auf jeden Fall ein Weckruf sein. Auch wenn der Schlauch nicht funktioniert, sollte in dieser Zeit doch wohl jemand auf die Idee kommen, einen Feuerlöscher einzusetzen. Es mag sein, dass man in den vergangenen Jahren andere Dinge trainiert hat, als den Umgang mit Feuerunfällen. Immerhin sind derartige Situationen im modernen Motorsport glücklicherweise sehr selten geworden. Das ist aber keine Entschuldigung, nicht dafür bereit zu sein. Wie die Vorfälle in Texas (und etwa auch jener, der sich vor zweieinhalb Wochen in Brünn ereignet hat) zeigen, muss man weiterhin auch mit dieser Gefahr rechnen.

Zurück zum Sport. In der Meisterschaft hat sich in Texas einiges getan: Indy 500 Sieger Dario Franchitti hat Will Power überholt, und liegt jetzt mit 246 zu 243 Punkten in Front. Ebenfalls noch realistische Chancen auf den Titel haben Scott Dixon (235), Helio Castroneves (211) und Ryan Biscoe (208). Sechster ist Ryan Hunter-Reay (201), der ebenfalls noch als Außenseitertipp af den Titel gelten könnte – in der Realitöt aber wohl leider keine Chancen hat. Denn wenn sich nicht auf die Schnelle noch ein wohlmeinender Geldgeber findet, dann war Texas das letzte Indycar-Rennen, das “RHR” in dieser Saison gefahren hat. Ein Jammer für die Serie, die ohnehin an einem Mangel an US-Fahrern leidet.

In der Oval-Wertung (die seit diesem Wochenende offiziell “A.J. Foyt Trophy” heißt) führt nach drei Rennen ebenfalls Dario Franchitti (134) vor seinem Teamkollegen Scott Dixon (123) und Ryan Briscoe (105). Wie die Road Course-Wertung heißen soll, wird in knapp einem Monat in Watkins Glen verlautbart. Bis dahin kann sich Will Power aber trotzdem schonmal über eine üppige Führung (172) vor Helio Castroneves (130) und Ryan Hunter-Reay (129) freuen.

Vorher geht es in eineinhalb Wochen aber noch einmal auf Oval. Dann steht nämlich das erfahrungsgemäß nicht ganz so mitreißende Rennen auf dem Iowa Speedway auf dem Programm.

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July 08 2008

11:45
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