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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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December 20 2011

09:57

WTCC: Das blaue Jahr

Die FIA-Weltmeisterschaft der Tourenwagen hatte 2011 kein gutes Jahr. Wenig Fahrzeuge, wenig Konkurrenz, wenig Abwechslung. Man darf sich bei Chevrolet aber dennoch bedanken.

Eigentlich kann man die WTCC in diesem Jahr in zwei Sätzen abhandeln: Chevrolet gewinnt, alle anderen fahren hinterher. Im Grunde stimmt das leider, aber wenn man ins Detail geht, stimmt das natürlich nicht mehr so ganz. Sicher, der Cruze war der Wagen, den man nicht schlagen konnte, aber er war auch der einzige Werkswagen, den man in der Serie hatte. Dennoch gelangen BMW und Seat immerhin ein paar Achtungserfolge, was man nicht vergessen sollte. Klar, das sind “Brotkrumen”, an denen man sich dieses Jahr festhalten musste. Klar ist auch, dass die WTCC in der Form nicht überleben kann. Es muss was passieren, und das tut es offenbar auch.

Viel falsch machen konnte der europäische Chevrolet-Ableger in diesem Jahr nicht. BMW ist weg, Seat ist weg, der Rest hat weder die Mittel, noch die Möglichkeiten, die RML in England haben, wo die Wagen ja aufgebaut und gewartet werden. Den größten Faux-Pas erlaubte man sich in Monza, als Menu und Muller sich ins Gehege kamen, und der Schweizer in Rennen 2 dann ganz von hinten starten durfte. Danach gab es harsche Worte von Teamchef Eric Nève und für die restliche Saison war dann Ruhe im Karton. Jedefalls schoss man sich nicht mehr gegenseitig ab.

Rob Huff sah in der ersten Hälfte der Saison wie ein sicherer Titelkandidat aus. Vor allem sein enorm starker Auftritt bei beiden Rennen in Porto waren bemerkenswert. Im zweiten Rennen holte er einen weiten Rückstand auf Yvan Muller auf und konnte diesen, in einem durchaus umstrittenen Manöver, dann auch überholen. Aber komischerweise war genau das Wochenende in Porto der Wendepunkt in der WM.

Im folgenden Rennen in Brünn drehte Muller den Spieß zum ersten Mal um, Huff schlug noch mal in Ungarn zurück. Doch danach wendete sich das Blatt komplett. Muller steigerte seine Leistung enorm und wehrte die vielen Angriffe von Huff weitesgehend ab. Der Brite schien wiederum nicht mehr an die Form anknüpfen zu können, die er noch zu Beginn der Saison hatte. Die Rennen waren, eben wegen der engen Auseinandersetzung zwischen Muller und Huff, dann doch teilweise sehr sehenswert. Es wurde im Zentimeterabstand gekämpft, manchmal mischte auch noch Alain Menu mit.

Muller dampfte den schmalen Vorsprung von Huff in den Rennen England, Deutschland und Spanien ein. Besonders in Valencia erlebte Huff kein gutes Wochenende, konnte sich aber mit besseren Ergebnissen in Japan wieder ranpirschen. In China lag Menu wieder besser. Das Finale in Macau war dann wirklich sehr, sehr spannend. Das Ergebnis ist bekannt, aber ich kann jedem empfehlen, sich vor allem das zweite Rennen anzuschauen. Was Huff und Muller da ablieferten war teilweise überirdisch gut.

Chevrolet gewann 21 der 24 Rennen in diesem Jahr, in Sachen Quali blieb die Bilanz sogar makellos. Huff und Muller gewannen je 8 Rennen, 5 Siege gingen an Alain Menu. Ansonsten konnten sich nur Tarquini (Zolder), Engstler (Oschersleben) und Coronel (China) in die Siegerlisten eintragen. Immerhin merkte man BMW an, dass sich vor allem ab Mitte der Saison doch noch etwas tat. Zu Beginn des Jahres beschwerten sich die Fahrer über einen mehr oder weniger unfahrbaren Motor, dessen Leistungsfenster etwas klein geraten war. Auch das Drehmoment passte noch nicht. BMW entwickelte weiter und ab Mitte der Saison wurde es dann besser. Der Sieg von Engstler im Regen von Oschersleben war kein Geschenk von Chevrolet, sondern selbst heraus gefahren. Selbiges gilt für Coronel.

Aber im Grunde war Chevy natürlich nicht zu schlagen. Das mag eine Saison ganz ok sein, zwei Jahre will man das aber nicht sehen. Und dennoch könnte 2012 wieder ein Chevy-Jahr werden. Zwar kommt mit Ford ein neuer Konkurrent, aber ob die aus dem Stand gegen den dann ausgereiften Cruze eine Chance haben? Wohl eher nicht. Interessant wäre dann eher der Volvo C30, aber die Schweden haben bisher nicht verlauten lassen, ob sie überhaupt weiter machen. Immerhin – ab 2013 will Seat wieder verstärkt eingreifen, zumindest wird das laut diskutiert und Seat hat wohl auch Lust dazu.

2012 wird ein schweres Jahr für die FIA und die WTCC. Die FIA wird versuchen, die Cruze mittels BoP einzubremsen, Chevrolet wird sich vermutlich nicht nur einmal mit einem Rückzugsgerücht wehren. Klar ist aber – die WTCC braucht mehr Konkurrenz, oder man muss die Independent dann so stark machen, dass sie vorne regelmäßig aufs Podium fahren können.

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August 31 2011

17:57

BTCC/WTCC: Vorschau Knockhill & Valencia

Mal wieder ein Doppelheader der beiden Tourenwagenserien und damit auch ein schöner Vergleich der Leistungsdichte in beiden Serien.

Die BTTC Saison hat bisher durchaus Anlass zur Freude gegeben. Es gab einige spektakuläre Rennen, andere waren etwas müde. Aber in der Meisterschaft gibt es doch einige Überraschungen. Die befürchtete Dominanz des Honda-Teams ist ausgeblieben, auch weil die TOCA die NGTC-Turbos in im Laufe des Jahres immer wieder eingebremst hat. Nicht zu letzt auch deswegen, weil Chevrolet, bzw. Jason Plato mehrfach deutliche Worte gefunden hat. Man will das RML-Team mit Sicherheit nicht verlieren, also ist man ihnen etwas entgegen gekommen. Profitiert hat davon aber komischerweise nur Chevrolet. Die ebenfalls mit altem S2000-Motor fahrenden BMW sind in diesem Jahr chancenlos. Das wird sich in Schottland auch nicht ändern.

Die 1974 eröffnete Strecke von Knockhill ist ein echtes Unikat. Nur rund 2km lang, bietet sich doch mehr Abwechslung, als mancher Kurs, der in den letzten Jahren in den Boden betoniert wurde. Das liegt zum einen daran, dass man Knockhill schön die sanften Hügel Schottlands eingebettet hat, zum anderen daran, dass es die wenigen Kurven auch stark in sich haben. Turn 1 ist ein perfekter Platz um abzufliegen, die Schikane spektakulär und die letzte Haarnadel immer wieder für ein gewagtes Bremsmanöver gut. Man braucht in Knockhil eher ein kompaktes Autos, aber vor allem eins, was Leistung hat, sonst wird man auf der Bergaufgeraden gnadenlos stehen gelassen.

Die Turbos sollten wegen ihres besseren Drehmoments in Knockhill also einen leichten Vorteil haben, was für die Honda und die Focus von Airwaves spricht. Mat Jackson startet, etwas überraschend, als Führender der Meisterschaft ins Wochenende, was allerdings auch mit dem eher katastrophalen letzten Wochenende von Matt Neal zu tun hat. Der wird die drei Rennen am Wochenende auch mit einem starken Handicap bestreiten müssen, denn er hat sich vor drei Wochen bei einem Sportunfall die rechte Hand gebrochen. Der zweite Honda-Pilot, Gordon Shedden, gibt auch aus diesem Grund sehr zuversichtlich, was seine Meisterschaftschancen angeht. Aber man sollte auch einen angeschlagenen Matt Neal nicht unterschätzen.

Jason Plato wird den Rennen mit gemischten Gefühlen entgegen sehen, denn sein Cruze ist für den teilweise engen Kurs einfach nicht so gut gerüstet. Er wird auf Regen hoffen, was den Leistungsvorteil der Turbos etwas einbremst. Und Regen ist zu der Jahreszeit in Schottland ja eher die Regel, denn die Ausnahme.

Nur noch geringe Chancen auf die Meisterschaft hat James Nash mit seinem betagten Vectra des Triple8 Team. Das hat in den letzten Rennen immer wieder geschwächelt, vermutlich, weil die Leistungsreduzierung des NGTC-Motors den aerodynamisch nun auch nicht mehr vollkommen neuen Wagen eher getroffen hat, als die Honda und Ford.

Es dürften drei spannende Rennen werden, die wir wie immer für jene, die itv4 nicht sehen können auf unserem @racingbloglive Twitteraccount live kommentieren werden.

WTCC – Valencia

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen in die nächste Runde. Die Meisterschaft entwickelt sich zu einem Duell zwischen Rob Huff und Altmeister Yvan Muller, der sich gerne einen weiteren Meisterschaftspokal in den Schrank stellen würde. Und in den letzten Rennen sah auch alles danach aus, dass ihm dies wieder gelingen wird. Huff scheint ein kleines Formtief zu haben, jedenfalls gelang es ihm nicht mehr an Muller vorbei zu kommen und er musste sich mit P2 begnügen. Nur noch Aussenseiterchancen hat Alain Menu, der zwar noch in Reichweite liegt, aber vermutlich darauf hofft, dass seine Kollegen mal Probleme haben oder sich ins Gehege kommen.

Chevrolet baut in Valencia in alle drei Wagen einen neuen Motor ein. Die FIA erlaubt einen straffreien Motorwechsel pro Jahr, der allerdings bis Valencia stattfinden muss. Da die Motoren verplombt sind, kann man sich den Verschleiss nicht richtig anschauen. Und diese Gelegenheit ergreift das RML-Team nun. Ein neuer Motor bedeutet zwar auch wieder etwas mehr Leistung, aber das Risiko, dass etwas schief geht, ist natürlich auch da. Dennoch werden die Cruze auch in Spanien wieder das Maß der Dinge sein.

Volvo sah in den letzten Rennen besser aus, was auch am niedrigen Startgewicht des C30 lag. Doch die FIA hat den Schweden nun 10 Zusatzkilo aufgebrummt, und man darf gespannt sein, wie sich der Volvo damit schlägt. Aber ein deutliches Lebenszeichen von Robert Dahlgren wäre auch mal schön.

Die BMW scheinen ihren Motorprobleme auch in den Griff bekommen zu haben. Der Sieg von Franz Engstler in Oschersleben war ein deutliches Lebenszeichen und es steht zu hoffen, dass BMW auch in Valencia wieder vorne mit dabei ist. Allerdings wird Engstler mit Zusatzgewicht unterwegs sein. Dazu kommt, dass die fahrerisch nicht uninteressante Strecke den BMW in den letzten Jahren nie so recht gepasst hat.

Quasi das “Dark horse” dürfte in Spanien Gabriele Tarquini im Seat sein. Spanischer Wagen in Spanien halt. Der neue Seat-Motor konnte bisher nicht sonderlich überzeugen, auch wenn ein klarer Aufwärtstrend zu sehen ist. In Oschersleben ging vieles schief, das wird Seat nicht zweimal passieren. Und Tarquini ist immer für einen Sieg gut, wenn denn sein Material stimmt.

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August 01 2011

14:43

WTCC: Engstler schafft die Überraschung

Die offenen Chevrolet-Meisterschaften gingen zwar auch in Oschersleben weiter, aber nicht ganz so, wie man es erwartet hatte.

Es ist klar, dass in der WTCC nur ein Chevy-Pilot Meister werden kann, doch immerhin ist die Meisterschaft weiter spannend, da Yvan Muller und Rob Huff eng zusammen liegen. Nachdem der Brite die erste Saisonhälfte dominiert hatte und Muller in Porto regelrecht düpierte, sie die Sache nun anders aus. Jetzt ist es Muller, der offenbar seine alte Form wieder gefunden hat und Rob Huff hinter sich lässt. Richtig spannend ist es auch in der Independent Wertung, wo BMW Pilot Norbert Michelisz nach zwei miserablen Wochenende den einstmals großzügigen Punktevorsprung aufgebraucht hat. Das er die Führung nicht ganz abgeben musste war reines Glück. Doch BMW hatte am Wochenende durchaus Grund zur Freude.

In Lauf 1 sah die WTCC-Welt noch aus wie immer. Muller und Huff fochten ihr Duell an der Spitze aus, wobei der amtierende Weltmeister zum dritten Mal hintereinander die Nase vorne hatte. Huff mühte sich bei klatschnassen Bedingungen zwar ab, Muller machte aber mal wieder keinen Fehler. Lustig war es aber dahinter. Robert Dahlgren hatte es geschafft, den Volvo C30 für den ersten Lauf auf P2 zu stellen, doch beim Start (der dritte Start – die beiden ersten hatte man abgewunken) verlor der Schwede einige Plätze und wurde dann auch noch zur Seite geschoben. Dahlgren fiel zurück, kämpfte sich aber in einem ansehnlichem Rennen zurück. Immerhin zeigte der C30 mal wieder sein Potential. Auf der Geraden geht der Wagen schon mal gut, in den Kurven fehlt etwas.

Auch im Mittelfeld ging es gut zur Sache, vor allem zwischen den Independent Piloten. Die BMW mischten in Kampf um die vorderen Plätze deutlich besser mit, als in den Rennen zuvor. Das lag einerseits an einem leicht verbesserten Motor, hatte aber auch etwas damit zu tun, dass die FIA die BMW vor dem Rennen in Oschersleben um 10kg erleichert hatte. Das machte sich dann doch deutlich bemerkbar, auch wenn Gabriele Tarquini im ersten Rennen “Best of rest” war.

In Rennen zwei stand Franz Engstler auf der Pole, verlor seinen Spitzenplatz aber schon beim Start an Michelisz, der aus der zweiten Reihe nach vorne stürmte. Engstler konnte immerhin P2 halten, kam aber auch nicht näher an den Ungarn heran. Dahinter pflügten die Cruze durchs Feld, aber bei weitem nicht so leicht, wie bei den anderen Rennen der Saison. Das lag sicher auch an der Strecke, die wenig Überholmöglichkeiten bietet.

Während die BMW Independents vorne ihren Kampf ausfochten, hatten Huff und Muller ihr eigenes Rennen. Tief im Mittelfeld gestartet, hatten beide Probleme sich an den BMW und Seat vorbei zu schieben. Dabei war Huff zunächst der aggressivere und versuchte einen Wagen zwischen sich und Muller zu bringen. Das lief derartig schief, dass Muller einen missglückten Überholversuch von Huff an Monteiro ausnutzen konnte, um an beiden vorbei zu gehen. Huff blieb sogar noch etliche Runden hinter dem Seat hängen, bevor er doch wieder zu Muller aufschliessen konnte.

Vorne warf Michelisz seinen fast sicheren Sieg zur Halbzeit weg, als er sich dreht und später von Coronel in einen Reifenstapel geschickt wurde. Der Punktverlust sollte sich rächen, auch wenn sein direkter Konkurrenz Poulsen schon beim Start abgeschossen wurde. V

Vorne wurde es zeitweise dann wieder eng, nachdem Alain Menu seinen Cruze endlich hinter Engstler positioniert hatte. Doch erstaunlicherweise konnte der BMW den Abstand zu Menu konstant halten. Das ist, auch für die weitere Saison, eine gute Sache.

Engstler gewann sein erstes Rennen in der WTCC im zarten Alter von 50 Jahren. Ein schöner Erfolg vor der hemischen Kulissen. Durch den Ausfall von Michelisz und Poulson ist es in der Indepentwertung auch wieder richtig eng. Da liegen gleich vier Piloten noch gleichauf.

Alle Wertungen gibt es bei der WTCC.

WTCC_Oschersleben_2011_9 WTCC_Oschersleben_2011_10 WTCC_Oschersleben_2011_8 WTCC_Oschersleben_2011_7 WTCC_Oschersleben_2011_6 WTCC_Oschersleben_2011_5 WTCC_Oschersleben_2011_4 WTCC_Oschersleben_2011_3 WTCC_Oschersleben_2011_2 WTCC_Oschersleben_2011_1

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July 29 2011

11:45

WTCC: Vorschau Oschersleben 2011

Die Tourenwagen WM macht Station in Deutschland und fährt auf dem verwinkelten Kurs von Oschersleben. Überraschungen darf man nicht erwarten.

Auch in Oschersleben werden die Chevrolet Cruze wieder den Ton angeben. Zwar hat die FIA mal wieder an den Gewichten gespielt, aber große Änderungen sollten man nicht erwarten. Sieger der erneuten Jonglage mit den Bleigewichten ist in dieser BMW. Die fahren nun mit 1170kg Gesamtgewicht herum, was 20 Kilo weniger sind, als sie schon hatten. Auf dem engen Kurs in Oschersleben sollte diese Erleichertung den BMWs einiges bringen. Für das Team Engstler ist der Auftritt natürlich ein Heimspiel und nach den guten Ergebnissen in den letzten Rennen, wird man vermutlich versuchen, wieder ein Top 5 Ergebnis zu erzielen. Aber auch Tom Coronels BMW hat ein wenig an Gewicht verloren.

Ob die leichte Gewichtsveränderunge aber dafür sorgen wird, dass die BMW die Cruze unter Druck setzten können? Die BMW gehen in Oschersleben normalerweise gut, aber eine wirkliche Überraschung wird ihnen kaum gelingen können. Dem Cruze sollte die Strecke ebenfalls recht gut liegen, da der Wagen enge Strecken durchaus gerne mag.

Bleibt als dritte Mannschaft noch die von Seat. Deren neuer 1.6 Liter Motor hat sich zumindest schon mal als recht potent erwiesen, so dass man die BMW einigermaßen unter Kontrolle hatte. Tarquini zeigte sich recht angetan bisher, auch wenn er immer noch einen Leistungsmangel beklagt. Grundproblem des Leon ist aber, dass das Chassis einfach zu alt ist. Ein neues ist aber nicht in Sicht, da Seat ja offiziell ja nicht mehr in der WM mitmacht.

Volvo muss 10 kg mehr draufpacken, aber der C30 hat sich bisher als recht starkes Fahrzeug gezeigt. Der Motor hat offenbar genug Leistung, es fehlt aber noch an der Feinabstimmung. Die Schweden halten sich mit Informationen über die Fahrbeitkeit des Motors zurück, was eine Einschätzung schwer macht. Aber man kann die Fortschritte des Teams deutlich sehen und die Formkurve zeigt nach oben.

Spannung wird man am Wochenende wohl nur vom Kampf zwischen Yvan Muller und Rob Huff erwarten können. Die Stimmung zwischen beiden ist schon leicht gereizt, Chevy lässt seine Fahrer aber weiterhin frei fahren. Noch führt Huff in der WM mit knappen 15 Punkten, was der Sache weiter etwas Zündstoff gibt.

Falls es untergegangen sein sollte: Ford kommt 2012 mmit einem Werksteam wieder in die Tourenwagenmeisterschaft. Man wird 2 Fahrer einsetzen, davon vermutlich einen aus BTCC, was Tom Chilton sein dürfte. Der Einstieg eines weiteren Herstellers wird die Serie deutlich aufwerten, aber noch mal so ein Jahr wie dieses hätte die WTCC vermutlich nicht überlebt.

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July 18 2011

08:04

WTCC: Analyse Donington Park 2011

Kurz gab es im zweiten Rennen die Chance, dass endlich mal wieder ein anderer Wagen, als der Cruze gewinnen könnte. Doch die Hoffnung währte nicht lange.

Langweilig war es nicht in Donington. Man kann der Chevy Crew nicht nachsagen, dass sie ihre Fahrer an der kurzen Leine halten. Dazu gab es packende Kämpfe im Mittelfeld und die WTCC zeigte auf britischen Boden, dass man auch nach den englischen Regeln unterwegs sein kann. Jedenfalls waren beide Rennen sehr amüsant und die WM ist dann auch wieder richtig spannend geworden, da Yvan Muller einen sehr seltenen Doppelsieg einfahren konnte. Das zeigte aber auch einmal mehr, dass die Cruze dem Rest des Felden um Meilen überlegen sind. Vor allem im zweiten Rennen wurde das deutlich.

Im ersten Rennen standen die Cruze auf den ersten Plätzen, was den Ausgang des Rennens dann ziemlich klar machte. Muller gelang ein guter Start, Rob Huff kam etwas zäher weg, und so suchte Alain Menu seine Chance vor der Old Hairpin. Doch er konnte sich nicht durchsetzen und Huff klemmte sich hinter Muller. Beide lieferten sich ein hartes und sehr faires Duell, das sehenswert war. Sie schenkten sich nichts und fuhren auf absolut gleichem Niveau. Doch Huff gelang das entscheidende Überholmanöver nicht, da Muller komplett fehlerfrei unterwegs war. Menu konnte das Tempo seiner Kollegen nicht halten und fiel leicht zurück. Zudem musste er sich zeitweise mit Tarquini auseinandersetzen, was ebenfalls Zeit kostete.

Weiter hinten balgten sich die BMW- und Seat-Piloten um die Plätze, was nicht immer ohne Kontakt blieb. Die BMW waren auf dem recht fließenden Kurs von Donington sehr gut aufgestellt und konnten mit den Seat locker mithalten. Tom Coronel gelang im ersten Runden das Kunststück “Best of the rest” hinter den drei Cruze zu werden. Dagegen sah Lokalmatatodor Colin Turkington nicht so gut aus. Zwar hatte er den Wiechers-BMW in der Quali weit vorne platzieren können, doch im Rennen lehnte er sich ein paar Mal zu oft bei den Konkurrenten an und kam am Ende nur auf P10.

Auf den ersten Blick schlecht lief es für Volvo, die ich eigentlich weiter vorne erwartet hatte. Immerhin hatte die FIA den C30 gleich um 60 Kilo erleichert. Doch die schwedische Truppe hatte in der Quali Pech und musste vom letzten Platz aus starten. Dass der Volvo allerdings richtig gut geht, zeigte Dahlgren im Rennen. Er kämpfte sich in nur einer Runde in die Top Ten, nahm dann allerdings das Heck eines BMW ins Visier und flog mit dem Wagen richtiggehend über die Strecke. Erstaunlicherweise lief der Wagen weiter und Dahlgren wurde am noch Achter.

In Rennen zwei standen die Cruze auf den Plätzen 8, 9 und 10, während vorne eine Phalanx von BMW nach der ersten Runde die ersten vier Plätze belegten. Allerdings waren sich die BMW nicht wirklich einig, aber das ist auch kein Wunder, immerhin sind es Konkurrenzteams. In einem zeitweise turbulenten Rennen lagen Tom Coronel, Javier Villa, Franz Engstler und Colin Turkington vorne, dahinter versuchten drei Seat (Michel Nykjaer, Tiago Monteiro und Gabriele Tarquini) zu dritt durch die Kurven zu kommen, was natürlich nicht gut ging, aber immerhin kam Tarquini durch, der ganz offenbar auf einer Misson war und sich Turkington zur Brust nahm, in dem er den Briten einfach umdrehte. Was ihm nach dem Rennen eine seiner unzähligen Verwarnungen einbrachte.

Die engen Zweikämpfe vorne erlaubten es den Cruze durchs Feld zu pflügen, wobei Muller und Huff im Tandem unterwegs waren. Mit spielerischer Leichtigkeit passierten sie Tarquini und die sich balgenden BMW, wo mittlerweile Franz Engstler die Nase vorne hatte. Doch selbst einen kleinen Vorsprung konnte den BMW nicht halten, nach einer halben Runde waren Muller und Huff vorbei. Allerdings gab es ein wenig Ärger im Chevy-Lager, da Muller auf seiner Aufholjagd den Kollegen Huff zur Seite geschoben hatte. Ein reiner Rennunfall, dennoch bekam Muller nach dem Rennen eine Strafe. Im nächsten Rennen werden ihm drei Plätze in der Quali abgezogen. Wird ihn vermutlich nicht wirklich treffen.

Die beiden Cruze wiederholten ihren hübschen Kampf aus dem ersten Rennen, ohne dass sich an der Reihenfolge etwas änderte. Immerhin gelang Franz Engstler seinen BMW auf P3 zu halten, was ein schöner Erfolg für den Privatier ist.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen in Oschersleben.

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July 14 2011

11:42

WTCC: Vorschau Donington Park 2011

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen weiter. Dieses Wochenende kann die Konkurrenz sich das Heck der Chevy in Donington anschauen.

Donington ist für gute Tourenwagenrennen bekannt. Die Abstecher der BTCC sind ja meist immer recht unterhaltsam, so auch in diesem Jahr. Da ist der direkte Vergleich mit der WTCC ja durchaus mal interessant, auch wenn es vorne vermutlich nicht so eng wird, wie in der britischen Serie. Doch die FIA hat mit den Gewichten gespielt und das könnte die Sache interessanter machen. Das Chevorlet das Maximalgewicht aufgebrummt bekommt, ist klar, aber die FIA hat den BMW weiter 10 kg Ballast rausgenommen und beim Volvo sind es es sage und schreibe 60kg. Nach dem das Polestar Team in den letzten Rennen mit Maximalgewicht unterwegs war, sind es jetzt nur 1130kg. Da der Volvo in Porto schon nicht so schlecht aussah, werden die 60kg in Donington einiges bewirken.

Es wäre ja auch mal nett, wenn sich vorne noch eine andere Marke zeigen würde, als nur Chevrolet. Aber auch Gabriele Tarquini rechnet sich wieder etwas mehr Chancen aus. Dem Seat-Motor fehlte es bisher ein wenig an Leistung, da hat man aber offenbar nachgelegt, was gerade auf dem leicht hügeligen Kurs in England sicher nicht schlecht ist. Tarquini ist immer eine Marke, auf die man achten muss, vielleicht schafft er ja wie in Zolder eine Überraschung.

Doch im Grunde eht es vermutlich wieder einfach nur darum, wer von den drei Cruze-Piloten bei den Rennen die Nase vorne haben wird. Und so richtig entspannt ist die Stimmung im Chevrolet-Lager nicht. Yvan Muller beklagte sich nach dem Rennen in Porto, dass das Überholmanöver von Rob Huff nicht ganz legal gewesen sei. Der hatte eine Schikane auslassen müssen, dass allerdings auch nur deswegen, weil Muller ihn beim Überholvorgang sanft angeschoben hatte. Rob Huff wiederum möchte gerne seine “Underdog” Image los werden. Er gilt als schneller, aber auch fehleranfälliger Pilot, dem schon mal die Nerven fehlen. Bisher hat er eine tadellose Saison hingelegt, aber sein Vorsprung in der WM ist noch nicht so groß, dass man davon sprechen könnte, er sei dominant. Aber immerhin lässt Chevrolet seine Fahrer frei fahren, was ja auch eine nette Sache ist.

In der Wertung der freien Teams sieht es dagegen etwas enger aus. Dort führt Norbert Michelisz die Fahrerwertung an, was ein wenig überraschend ist, hatte man doch dem Engstler-Team gute Chancen ausgerechnet. Doch bei Franz Engstler läuft es im Moment nicht so rund, was auch mit dem etwas schwierig zu fahrenden BMW-Motor zu tun haben soll, dessen Leistungsentwicklung eher im digitalen Bereich liegt. Entweder ist der Turbo an, oder aus. BMW hat nachgebessert, was die letzten Rennen auch gezeigt haben, aber dann ist da halt noch das alte Chassis, aus dem man nicht mehr viel rausholen kann. Die Zeit der BMW neigt sich langsam zu Ende und man darf gespannt sein, ob BMW sich noch mal die Mühe macht, ein neues Chassis für die Kundenteams zu homologieren. Immerhin liegt Poulsen in der Wertung aber P2, nur 5 Punkte zurück, da ist also noch alles drin.

In England gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Colin Turkington, der für das Wiechers Team an den Start gehen wird.

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July 04 2011

12:15

WTCC: Analyse Porto 2011

Das befürchtete Schlachtfest auf den Strassen von Porto blieb aus, dafür lieferte die WTCC einen spannenden Kampf an der Spitze ab. Doch leider bestand der nur aus drei blauen Chevrolet.

Die FIA hat in diesem Jahr ein echtes Problem mit der WTCC. Das Chevrolet noch mitmacht ist der einzige Grund, warum die Serie nicht komplett von den Independents beherrscht wird. Was sicher den Sport nicht schlechter machen würde, aber das Prädikat “Weltmeisterschaft” ist halt eigentlich für etwas anderes gedacht, wenn es nach der FIA geht. So kann Chevrolet seine drei Fahrer quasi nach Belieben siegen lassen. In diesem Jahr hat es erst einen Sieg eines Piloten gegeben, der nicht in einem Cruze gesessen hat: Tarquini in Zolder. In der Serie mehren sich die Stimmen, dass man die Chevrolets ein wenig einbremsen sollte, doch warum sollte man das machen? RML kann schließlich auch nichts dafür, dass BMW und Seat der Serie den Rücken gekehrt haben. Und so kann sich Chevrolet auch erlauben, seine drei Piloten von der Leine zu lassen, was immerhin zu spannenden Rennen führt.

Im Grunde muss man über beide Rennen nicht viel sagen. Rennen 1 sah wie üblich alle drei Cruze vorne, wobei Alain Menü überraschte und die Konkurrenz im Griff hatte. Das lag aber auch daran, dass Rob Huff und Yvan Muller über die gesamten 11 Runden in einen engen Zweikampf verzahnt waren, der immer fair aber hart geführt wurde. Aber egal, wie oft Huff auch bei Muller anklopfte, er kam nicht vorbei. Was auch an seinem Zusatzgewicht lag, denn Ausgangs der Kurven verschaffte sich Muller immer genau die paar Meter Vorsprung, die ihm den zweiten Platz sicherte.

Obwohl beide also in einem Kampf verwickelt waren, gelang es weder Tiago Monteiro, noch Gabriele Tarquini dran zu bleiben. Das lag teilweise auch daran, dass sich die Seat-Fahrer auch nicht immer über die Plätze einig waren, aber vor allem konnte man sehen, dass dem neuen Seat-Motor einfach noch der Dampf fehlt.

Auf der anderen Seite hört man immer wieder, dass Chevrolet das komplette Potential des Cruze gar nicht ausschöpft. Wer mit Maximalgewicht und auf dem engen Kurs in Porto die anderen Wagen in 11 Runden um etliche Sekunden distanziert, obwohl man im Zweikampf steckt, muss noch Reserven haben. Die konnte man auch ansatzweise im zweiten Rennen sehen, als Huff dem nun wirklich nicht langsamen Muller im letzten Drittel des Rennens einen 3 Sekunden Vorsprung wegnahm und seinerseits dann wieder 1.5 Sekunden auf den Ex-Meister rausholte. Es scheint so, als die Cruze dem Rest des Feldes massiv überlegen sind, dies aber nicht immer so zeigen, wie sie könnten.

Dabei läuft es immerhin für BMW und Volvo langsam etwas besser. Die Schweden, die im nächsten Jahr angeblich zwei weitere Autos an den Start bringen wollen, haben beim Bau des 1.6 Liter Motors offenbar ganze Arbeit geleistet, jedenfalls tauchte Dahlgren im ersten Rennen relativ weit vorne auf. In Rennen 2 versemmelte er den Start. Die Kunden-BMW kommen auch etwas besser in Schwung. Das alte 320er Chassis ist zwar nicht mehr wirklich aktuell, aber beim Motor gibt es mittlerweile Verbesserungen. Die Fahrer beklagen sich schon fast das gesame Jahr über Probleme bei der Leistungsentwicklung. Der Turbo setzt zu kräftig ein, was zu Problemen am Scheitelpunkt der Kurve führt. Das konnte man in Rennen 2 sehr schön bei Stefano D’Aste sehen, der den BMW lange auf P1 halten konnte. Aber Ausgangs der engen Kurven stand er ein ums andere Mal ziemlich quer. Die schlagartige Leistung fordert auch die Hinterreifen stärker, was gegen Ende des Rennens auch nicht gerade förderlich ist.

Das Chevrolet beide Titel holen wird, steht außer Zweifel. Spannend wird nur sein, ob es Rob Huff gelingen wird, seine sehr gute Form auch über das restliche Jahr zu halten. Bisher war der Brite fast fehlerlos, was man von ihm in den letzten Jahren nicht so oft gesehen hat. Muller drückt mit seiner Erfahrung, aber kann die in dieser Saison nicht so gut zur Geltung bringen, wie sonst. Huff führt im Moment mit 29 Punkten, was in der WM ziemlich wenig ist, kann man doch einem guten Wochenende bis zu 50 Punkte erreichen. Bei noch 12 ausstehenden Läufen an sechs Rennwochenenden kann sich also noch eine Menge tun. Und da Chevrolet offenbar keine Präferenzen bei den Fahrer setzt, bleibt zumindest diese Entscheidung spannend.

Am Rande vermerkt: 140.000 Menschen sollen am Wochenende in Porto an der Strecke gewesen sein. Daher überlegt man wohl das Rennen auch 2012 wieder in den Kalender zu hieven und nicht erst wieder 2013.
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June 03 2011

16:50

BTTC / WTCC: Vorschau Oulton Park / Budapest

Beide Tourenwagenserien sind an diese Wochenende auf durchaus spannenden Strecken unterwegs. Während die Weltmeisterschaft in Budapest Halt macht, versuchen die Briten Oulton Park zu bezwingen.

Nach einer vierwöchigen Pause fährt die BTCC ihr nächstes Rennen. Die Traditionsstrecke in Oulton Park steht auf dem Programm. Der Kurs liegt im Norden Englands, genauer in Cheshire, mitten in einer Parklandschaft des gleichnamigen Gebäudes und gehört zu britischen Traditionsstrecken. Anders, als die vielen Flugplatzkurse wie Silverstone oder Snetterton, hatte man hier in die hügelige Landschaft einen Kurs gezimmert, der sehr anspruchsvoll ist. Das liegt zum einen an den nicht in jeder Ecke üppig bemessenen Auslaufzonen, zum anderen an der Streckenführung, die dank etlicher blinder Kurven einiges abverlangt. Weil es in Oulton Park aber sowohl schnelle, als auch langsame Passagen gibt, ist es nicht leicht, einen Favoriten auszumachen. Zu dem hat die BTCC mal wieder an der “BoP” Schraube gedreht.

Dieses Mal war es nur eine leichte Änderung, die es aber in sich haben könnte. Den NGTC wurde der Ladedruck um 0,05 Bar reduziert, dafür haben die S2000 mit Frontantrieb 25 Kilo Gewicht verloren, die BMW allerdings nur 10 kg. Die dürfen aber wieder an der Getriebeübersetzung des ersten Gangs rum fummeln, der von der TOCA festgelegt worden war, nach dem die BMW immer so gut gestartet waren.

Die TOCA hat zum Start der Saison versprochen, dass sie sich um Chancengleichheit bemühen werden, allerdings ist der Ärger bei den NGTC Team schon recht groß. Gerade in Oulton Park sind 25 Kilo weniger ein echter Gewinn, also wird man die Cruze wieder vorne mitmischen sehen. Jason Platos Chancen auf die Meisterschaft sind nach den ersten Rennen nicht sonderlich gut, aber man kennt Plato, der ja niemals aufgibt und der seine Fahrweise im Fall eines Rückstand auch auf “robust” umstellen kann.

Mein Tipp bleiben aber die Honda Civic, die in diesem Jahr einen bärenstarken Eindruck machen. Matt Neal hat im Moment 12 Punkten Vorsprung auf Mat Jackson im Airwaves Focus. Nun bedeutet dies in der BTCC nicht viel. Ein kleiner Rempler und gerade in Oulton Park kann die Sache erledigt sein und die Meisterschaftsführung ist Vergangenheit. Schöne wäre es, wenn die 2011er Focus mal so langsam in Schwung kommen. Man hat den Eindruck, dass die Freigabe von Onslow-Cole keine so gute Idee war, der den Golf wiederum langsam nach vorne bringt.

Die Rennen starten wie immer am Sonntag, allerdings geht es erst im 13.00 Uhr los.

WTCC – Budapest

Die WM ist an diesem Wochenende auf ungewohntem Geläuf unterwegs. Der Hungaroring stand, so weit ich mich erinnern kann, noch nie auf dem Programm, also erlebt man eine Premiere. Die Strecke sollte den Tourenwagen eigentlich was besser liegen, als den Formel Eins. Sie ist breit genug für zwei Wagen, die Möglichkeit, sich mal anlehnen zu können, bietet eventuell Überholmöglichkeiten, wo sonst keine sind.

Auf der anderen Seite: In der WM herrscht gerade etwas Langeweile, in Sachen Markenvielfalt an der Spitze. Die Cruze scheinen fast unschlagbar, auch wenn Tarquini das Kunststück in Zolder gelang. Immerhin probiert Seat an diesem Wochenende mal den neuen 1.6 Liter Turbomotor aus, den man als Testballon in den Wagen von Michael Nykjær verpflanzt hat. Doch viel sollte man nicht erwarten und es wäre ein Wunder, wenn irgendjemand die Chevrolet schlagen könnte.

Immerhin scheint man im Team Menu, Hoff und Muller von der Leine zu lassen, wenn man sich das Rennen aus Monza so anschaut. Offenbar rechnet man auch bei Chevrolet nicht damit, dass man gefährdet ist und so liefern sich die drei Piloten einen herzhaften Kampf um die Führung in der WM. Das könnte dann aber leider auch das einzige Highlight am Wochenende sein.

May 12 2011

16:02

WTCC: Vorschau Monza 2011

Die Tourenwagenweltmeisterschaft macht am Wochenende in Monza Station, einer Strecke, die quasi für die Tourenwagen gebaut wurde.

Monza ist eine reine Hochgeschwindigkeitsorgie. Das gilt für alle Serien, natürlich auch für die WTCC, die in den letzten Jahren dort immer wieder spektakuläre Rennen gezeigt hat. Die von der FIA mittels “BoP” und Ballastgewichte möglichst auf gleiche Leistung getrimmten Wagen werden in Monza sehr eng zusammen bleiben. Die Frage wird sein, ob jemand das Werksteam von Chevrolet wird schlagen können. In Zolder gelang das Tarquini in seinem Seat, allerdings begünstigt durch den “reverse Grid”, der den Italiener an die Spitze brachte. In Monza könnte die Sache für die Cruze allerdings wieder etwas enger werden, denn Seat hat nun auch den 1.6 Liter Turbomotor im Gepäck.

Man hat bei den Testfahrten heute geprüft, wie sich der neue Motor schlägt, und angeblich sollen die recht positiv ausgefallen sein. Der neue 1.6 Liter Motor bringt gegenüber dem Diesel zwar einen leichten Nachteil in Sachen Drehmoment aus den Kurven heraus, hat aber deutlich mehr Leistung, was vor allem in Monza extrem wichtig ist. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man alle Wagen mit dem neuen Motor ausgestattet werden, ein Umbau wird nicht so ganz trivial sein, da der Diesel-Motor ja doch etwas schwerer ist. Eingetragen sind alle Seat auch noch mit dem alten Motor.

Auch Volvo arbeitet an einem neuen Aggregat, ebenfalls einen 1.6 Liter FIA-Motor. Auch hier ist es nicht sicher, ob die Schweden den in Monza einsetzen werden, allerdings hat Volvo ja weniger zu verlieren als Seat. Mit dem alten Motor wird man hinterher fahren, ein mutiger Einsatz könnte sich also lohnen. Es gibt allerdings auch Meldungen, die von einem Einsatz ab Brno sprechen.

Auch bei Chevrolet gibt es Neuigkeiten, die allerdings nur mit der Datenübertragung zu tun haben. Laut Pressemitteilung hat man ein System entwickelt, mit dem die Fahrer nun auch Livedaten aus den Boxen empfangen können. Als hätte man bei den Rennen nicht schon genug zu tun, aber die Geraden in Monza sind ja lang, da kann man ja etwas an den Knöpfen rumspielen.

BMW hat, trotz neuem Motor, in diesem Jahr schlecht ausgesehen. Ich weiß nicht, was sich BMW eigentlich davon verspricht zwar einen neuen Motor zu bringen, wenn die Privatteams aber weiterhin keine Chance gegen Chevrolet haben. Selbst die alten Seat laufen besser. Nun ist der BMW zumindest in Sachen Aerodynamik auf der Höhe der Zeit und viele Beobachter erwarten, dass vor allem Tom Coronel in Monza zumindest in die Top 5 fahren kann.

Ansonsten gibt es im Moment wenig News aus der Serie, deren Zukunft nicht so sicher ist, wie es noch vor zwei Jahren aussah. Bisher ist kein neuer Hersteller in Sicht, die Namen, die immer wieder aufpoppen, verschwinden auch schnell wieder. Die Japaner haben gerade andere nachvollziehbarerweise Probleme, Volvo denkt zumindest darüber nach, einen weiteren Wagen einzusetzen. Seat und BMW werden bei ihrem bisherigen Engagement bleiben. Es gibt Gerüchte, dass Ford den Focus in die WTCC bringen möchte, bestätigt ist das aber nicht.

Vielleicht sollte die FIA auch mal etwas am Rennformat ändern. Die beiden Monza-Rennen werden über je 9 Runden gehen, was ein Witz ist. Immerhin passen sie so in die Werbepausen bei den GT-Rennen am Wochenende.

April 25 2011

12:51

WTCC: Analyse Zolder 2011

Wie man erwartet hatte, waren die Cruze in Zolder zumindest im ersten Rennen nicht zu schlagen. Überhaupt könnte das eine langweilige Saison werden.

Die Chevrolet Cruze sind weiter nicht zu schlagen. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, stellt RML Mannschaft die einzigen ernst zunehmenden Werkswagen. Im ersten Rennen in Zolder konnte man die Dominanz der Cruze deutlich sehen. Am Start bliebt Rob Huff vorne und musste nicht mal gegen Alain Menu verteidigen, weil der wiederum mit Gabriele Tarquini zu kämpfen hatte, der die Nase seines Seat mal kurz zwischen die beiden Chevys setzte. Menu kam im vollen Drift aus der ersten Kurve, konnte aber sowohl den Wagen halten, als auch Tarquini auf Distanz. Weiter hinten gab es die üblichen Liebesbekundungen in Form von Lackaustausch, aber erstaunlicherweise blieben alle Wagen auf der Strecke. Das änderte sich allerdings in Runde 3.

Freddy Barth verlor seinen Seat ohne Einwirkung von Außen nach der Kanaalbocht. Der dahinter fahrende Tom Coronel wusste auch nicht so recht, in welche Richtung der Seat nun abflog und entschied sich für den Weg durch den Kies. Doch Ausgangs wartete ein kleiner Hubbel, der den BMW des Niederländers unsanft auf die Strecke zurück warf. Dort drehte er sich dann und stand auf der Strecke. Der heran fliegende Franz Engstler konnte dann nicht mehr ausweichen und hobelte die rechte Vorderradaufhängung ab. Das war gleich zweifaches Pech für Coronel. Keine Punkte im ersten Rennen und für das zweite Rennen war sein Wagen so zerstört, dass er nicht antreten konnte. Ein schwerer Rückschlag für seine Ambitionen in Sachen Independt Trophy.

Die Aufräumarbeiten dauerten etwas, als es dann endlich wieder los ging klemmte sich Yvan Muller direkt hinter Tarquini und versuchte den Seat-Piloten zu überholen, um das Podium komplett mit den Cruze zu besetzen. Ausgangs der ersten Schikane setzte er sich innen neben den Ex-Meister und ließ ihm auf der Anfahrt zur zweiten Schikane keine Chance. Er versuchte sich dann im Verlauf des Rennens auch an Alain Menu, konnte aber beim Markenkollegen nicht die Brechstange raus holen. Das “blaue” Podium war damit aber gesichert.

Spannend wurde es noch in der Independent Trophy, wo sich Norbert Michelisz nach dem leichten Chaos in P6 wieder fand. Allerdings klemmte der zweite Engstler Pilot Poulsen hinter ihm und machte machte Druck. Michelisz, dessen Heck beim Start schon mächtig onduliert wurde, saß zum ersten Mal in einem BMW und hatte noch so seine Probleme. Ausgangs der Jochen-Rind-Boocht stand sein Wagen etwas quer und Poulsen nutzte seine Chance sofort.

Danach tat sich dann leider nicht mehr in den Top Ten. Rob Huff rollte bequem zu seinem Sieg, Menu verteidigte P2 gegen Muller. Die beiden Seat-Fahrer Tarquini und Monteiro kam mit deutlichen Respektabstand auf P4 und P5 an, dahinter, auch mit großem Abstand, die beiden BMW.

Rennen 2

Eigentlich stand Freddy Barth für das zweiten Rennen auf Pole, aber da der Schweizer seinen Seat in Rennen Eins zerlegt hatte, konnte er den zweiten Lauf nicht starten und musste seine Sachen packen. Franz Engstler konnte auch nicht starten, also hatte Gabriele Tarquini P1. Doch dahinter folgte dann schon die Cruze Truppe in der Reihenfolge Huff, Menu, Muller. Es folgten Poulsen, Monteiro und Dahlgren im Volvo.

Tarquini machte den Seat am Start mächtig breit, die drei Cruze waren sich auch absolut nicht einig, ordneten sich aber dann doch irgendwie ein. Poulsen erfreute sich seines fünften Platzes nur kurz, weil Monteiro ihn in der Anfahrt zur zweiten Schikane ins Aus schickte. Vorne entwickelte sich ein heftiges Duell. Huff drückte auf Tarquini, Muller zackte hinter Menu hin und her, aber an den Positionen änderte sich nichts. Das dann doch sehr enge Duell der beiden Cruze Piloten gefiel Chevy wohl nicht, also pfiff man Muller erst mal zurück, damit man sich Tarquini vorknöpfen konnte. Muller fiel jedoch bald mit einem Schaden am Motor zurück und musste das Rennen aufgeben.

Huff erhöhte jetzt den Druck auf den Seat, aber der Italiener packte alle Tricks aus, um den Cruze hinter sich zu halten. Doch Ausgangs der ersten Schikane machte Tarquini einen kleinen Fehler und Huff setzte sich daneben. Tarquini holte, wie bei ihm üblich in der Situation, den Knüppel raus, und drückte Huff einmal aufs Gras, dann berührten sich beide in der Anbremszone und Huff rodelte quer durch die Schikane. Dabei verbog er sich offensichtlich etwas am Wagen. Er fiel auf P8 zurück, fuhr aber weiter und kam am Ende sogar auf P6.

Damit war Tarquini schon mal zwei Chevys los, blieb nur noch Alain Menu übrig, der seine Angriffe aber nur halbherzig ansetzte. Das lag zum einen daran, dass sich hinter ihm mittlerweile Tiago Monteiro eingefunden hatte, zum anderen dachte er auch den Punktestand. Da Muller raus war und Huff weit zurücklag, ging es Menu am Ende nur um die Punkte. Er überließ Gabriele Tarquini dann den Sieg im zweiten Rennen.

Das könnte der letzte Sieg eines Diesels in der WTCC gewesen sein. Laut der in Zolder kursierenden Gerüchte ist der neue Benziner-Turbo von Seat jetzt fertig und soll schon beim nächsten Rennen in Monza eingesetzt werden.

Insgesamt zwei sehr unterschiedliche Rennen, der reverse Grid für Lauf 2 tat da seine gute Wirkung, weil vorne eben mal nicht die Cruze standen. Dennoch gilt in der Meisterschaft, das nur ein Chevy Pilot Meister werden wird, was der Serie nicht gerade hilft.

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January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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September 20 2010

11:33

BTCC/WTCC: Analyse Donington & Valencia

Der Kampf um die britische Tourenwagenmeisterschaft ist nach den Rennen in Donington ist so spannend wie nie. Gleich vier Fahrer können sich noch den Titel holen.

Nach dem Nicht-Umbau von Donington startete die BTCC zum ersten Rennen auf der Strecke. Die geplante Renovierung ist ja bekanntlich ins Wasser gefallen, weil den alten Besitzern das Geld ausgegangen ist. Allerdings hatte man schon angefangen, Veränderungen vorzunehmen, die Donington ein wenig verändert haben. Zum einen fehlt die berühmte Dunlop Brücke auf der Gegengerade, was schon etwas merkwürdig aussieht. Die Schikane vor Start/Ziel wurde neu angelegt, aber offenbar hat man das gut hinbekommen. Sie ist jetzt schneller und flüssiger zu fahren. Auch gut: Auf der rechten Seite nach der “Old Hairpin” fehlt die Böschung, die in die Auslaufzone gereicht hat und an der einige bös zerschellt sind. Hier ist jetzt mehr Platz. Insgesamt hat der Umbau der Strecke nicht geschadet, was man an den guten Rennen der BTCC sehen konnte.


1. Rennen
Praktischerweise lange nach der Qualifikation die Führenden der Meisterschaft auf den ersten fünf Plätzen. Chilton hatte die Pole gewonnen, hinter ihm der zweite Ford Focus mit Onslow-Cole. Danach folgten Shedden im Honda und Plato mit dem Cruze. Auf Platz 5 stand Matt Neal. Den Start gewann dann Cole, weil Chilton alle Hände voll damit zu tun hatte, Gordon Shedden hinter sich zu lassen, der sogar versuchte den Ford auf dem Gras zu überholen. Plato kam zäh weg und fand sich schnell in einem Kampfpaket wieder, dass ihn schnell aufschnupfte. Neal ging als letzter an ihm auf der Gegengerade vorbei und schob ihn zurück auf Platz sieben. Cole flog vorne weg, hatte aber wohl die Ansage auf Chilton zu warten, der immer noch mit Shedden beschäftigt war. Das hatte zur Folge, dass auch Shedden aufholen konnte und mit Chilton auf der Gegengerade im heftigen Infight lag. Mittendrin dann auch Andrew Jordan und Rob Collard, der Matt Neal und Jason Plato im Schlepptau hatte. Neal spielte Rammbock und schob sowohl Collard als auch Jordan zur Seite, so dass Plato freie Bahn hatte. Nach einer kurzen Safety Car Phase (O’Neill stand blöd am Rand) ging es dann richtig zur Sache. Shedden bekam den Restart als erster nur so mittelgut hin, hinter ihm staute sich alles. Cole, Chilton, Jordan, Neal und Plato versuchten irgendwie gemeinsam durch die letzte Schikane zu kommen, was natürlich nicht gut gehen konnte. Plato berührte Neal, Neal wurde rumgeschubst und schoss dabei Plato ab, während Cole seine Front an der Streckenbegrenzung ondulierte. Plato hatte aber Pech und war als einziger der Titelanwärter raus. Die Reihenfolge nach dem Restart sah dann so aus: Shedden, Chilton, Jackson, McDowell, Neal, Cole, Boardman. Aber nun blieb es ruhig, nur BMW-Mann Kane schnappte sich noch Boardman und den um die Strecke humpelden Cole.

2. Rennen
Plato musste also im zweiten Rennen von ganzz hinten starten, genauer gesagt auf Position 17. Sein einziger Vorteil war, dass das gesamte Platzierungsgewicht aus seinem Wagen raus war und er richtig los legen konnte. Matt Neal, der als fünfter eigentlich eine gute Ausgangsposition hatte, zerstörte gleich zu Beginn seine Chancen, weil er einen fulminanten Frühstart hinlegt und eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Der BMW mit Jackson schnappt sich Platz 2, während Shedden vorne wegzieht. Jason Plato zeigte, was mit dem Cruze geht, wenn er kein Gewicht im Auto hat. Nach nur drei Runden hatte sich der Alt-Meister schon auf Platz acht vorgearbeitet und damit war seine Lust auf mehr noch lange nicht beendet. Ausgangs Coppice konnte deutlich früher aufs Gas und eine viel engere Linie fahren und dort schnappte er sich einen nach dem anderen. Auch Onslow-Cole war nach seinem mauen ersten Lauf auf einer Mission und krallte sich MacDowell in einem sehenswerten Manöver in der Schikane, als er sich irgendwie innen durchdrückte. Damit war dann die Schonzeit von Shedden vorne vorbei und er musste sich heftiger Attacken des Focus erwehren. In der zehnten Runde war die Sache dann gegessen und Cole ging in Führung. Plato hatte sich in der Zwischenzeit auch noch Chilton geschnappt und in der gleichen Runde musste auch noch Jackson auf Platz drei dran glauben. Der Speed des Cruze war überirdisch. Matt Neal hatte sich nach seiner Strafe immerhin wieder auf Platz neun vorgearbeitet, konnte aber nur noch einen weiteren Platz gut machen. Vorne fuhr Cole in aller Ruhe sein Rennen zu Ende, während Shedden auf Platz zwei plötzlich Plato im Rückspiegel hatte. Die Reihenfolge im Ziel: Cole, Shedden, Plato, Chilton. Jackson, Kane, Collard, Neal, Jordan, Nash

3. Rennen
Die Auslosung hatte Andrew Jordan auf die Pole geschoben, dahinter Rob Collard und Matt Neal Platz 3 eingebracht. Für den Honda-Piloten bedeutete die gute Startposition die letzte Chance, das einigermaßen verkorkste Wochenende noch umzubiegen. Ein Sieg musste her, aber Andrew Jordan, der schon den nächstjährigen Turbomotor unter der Haube hat, sah das naturgemäß anders. Der Start war ebenso wie die ersten Runden sehr ruhig, Neal konnte nur an Collard vorbei gehen. Offenbar hatten die Fahrer sich schon in den ersten beiden Läufen ausgetobt, jedenfalls ging man ziemlich zahm miteinander um. Nur Plato kam während seines Aufholkampfes kurzeitig in die Bredoullie. In Runde 3 versuchte er gemeinsam mit Chilton am BMW von Steven Kane vorbei zu gehen. Zu dritt ging es das Geschlängel zur Old Hairpin runter, was nicht gut gehen kann. Chilton war das erste Opfer, er wurde von Plato, dem auch die Strecke ausging, auf die Wiese geschoben, reihte sich aber wieder ein. In der Hairpin waren sich Kane und Plato auch nicht richtig einig, was den Chevy-Mann nach vorne brachte und Chilton die Möglichkeit eröffnete, auch noch am BMW vorbei zu gehen.
In Runde 5 war es dann mit der Führung von Jordan vorbei, der Eingangs Redgate querstand und Neal nur noch hinterher schauen konnte. Neal bekam also die Führung die geschenkt, aber auch Plato konnte sich nicht beschweren, da sich Matt Jackson auf Platz 4 einen kleinen Ausflug in die Botanik erlaubte. Das Rennen blieb, für BTCC-Verhältnisse, richtig ruhig. Den einzigen Aufreger lieferte MacDowell, der von Onslow-Cole kurz vor der Hairpin bei Topspeed in einen Dreher und damit ins Kiesbett geschickt wurde.

Neal führte vor Rob Collard und Andrew Jordan, der allerdings so langsam unter Druck von Plato kam, der es mal wieder eilig hatte. Aus Onboard von Plato konnte man sehen, dass Jordan mit seinem Vectra auf der letzten Rille unterwegs war. Der Wagen sprang wie ein Ziegenbock auf Drogen in den Kurven und es war nur eine Frage der Zeit, bis Plato die Lücke präsentiert bekam. Wiedermal war es in der ersten Rechts, wieder fuhr man nebeneinander auf die Hairpin zu. Jordan kämpfte verbissen, blieb sogar neben dem Cruze, als es in die Haarnadel ging, aber der drückte ihn gelassen aufs Gras. Das warf Jordan weit zurück, am Ende wurde er nur siebter. Im Rennen passierte danach aber nichts mehr dramatisches, das Endergebnis sah dann so aus: Neal, Collard, Plato, Kanse, Chilton, Shedden, Jordan, Jackson, Cole, Nash

Für die Meisterschaft hätten die Rennen gar nicht besser besser ausgehen. Zum ersten Mal in der Geschichte der BTCC gehen gleich vier Fahrer in das letzte Rennwochenende, die noch Meister werden können. Der Stand in der Meisterschaft ist im Moment der folgende:

1 Jason Plato 224
2 Matt Neal 207
3 Gordon Shedden 203
4 Tom Onslow-Cole 200

Im Rennen kann man maximal 17 Punkte holen (Sieg & schnellste Runde), bei drei Rennen sind das also 51 Punkte. Da ist also für alle noch alles drin. Plato kann sich nicht zurücklehnen, zumal das letzte Rennen in Brands Hatch auch noch auf dem Indy-Kurs gefahren wird. Der enge Kurs spricht eher für beide Hondas, als für den Cruze, aber der ging in Knockhill ja auch besser als erwartet. Das wird vermutlich ein sensationelles Saisonfinale Anfang Oktober.

WTCC
Warum die WTCC auf dem zwar fahrerisch anspruchsvollen, aber für die Zuschauer eher langweiligen Kurs in Valencia fährt, ist mir nach beiden Rennen immer noch nicht klar. Die Strecke führt nicht wirklich zu guten Rennen, meist zieht sich das Feld schnell auseinander. Zwar kann man mit ein wenig Fantasie etliche Überholstellen ausmachen, aber so richtig rockt die Strecke nicht. Dazu kommt, dass die 120.000 (!) Zuschauer fassende Strecke meist menschenleer ist, wenn die WTCC kommt. Vielleicht sollte man mal überlegen, statt Valencia eine Alternative zu nehmen. Selbst Barcelona in der kurzen Variante scheint dagegen interessanter.

Und so waren die Rennen, bei aller Spannung in der Meisterschaft, nicht sonderlich gut. Meine Notizen passten auf einen gelben Post-It, so wenig war los. Für die meiste Abwechslung sorgten die BMW, die nach einer miesen Quali das dringende Bedürfnis hatten, schnell nach vorne zu kommen.

1. Rennen
Pole-Mann Tarquini kam bestens weg und setzte sich an die Spitze. Dahinter reihten sich die drei Cruze ein, die Yvan Muller nach vorne und hinten abschirmten. Priaulx lag nach der ersten Runde auf Platz sieben, Farfus war nur neunter. Der Brite im BMW lag aber mitten zwischen den ganzen Seat, was keine gute Position war. Vor allem Freddy Barth knabberte an seinem Heck und machte ihm das Leben schwer. Netterweise kam dann Farfus und versuchte an dem Schweizer vorbei zu kommen, doch das Ende in Tränen, bzw. für Farfus an der Box, weil er vorne und hinten einen Reifenschaden hatte. Es tat sich wenig, Priaulx rutschte noch auf Platz 5, dies aber deswegen, weil Chevrolet mal wieder zu unschönen Mitteln griff. Man beorderte Alan Menu zurück, der sich auf Platz 8 zurückfallen lassen musste, damit er für Lauf 2 auf der Pole stand. Ich wiederhole es gerne noch mnal für die WTCC: Einfach wie die BTCC die Reihenfolge des letzten Rennens per Los bestimmen. Irgendwo zwischen Platz 4 und 10 wird eine Nummer gezogen, der Wagen, der auf der Position ins Ziel gekommen ist, steht dann halt auf der Pole. Dann hören die blöden Spiele auch auf.

2. Rennen
Hier gab es immerhin eine schöne Auseinandersetzung zwischen Priaulx, Muller und Tarquini erleben. Doch zunächst war nach dem Start Freddy Barth in Führung gegangen, nachdem Menu nicht richtig los kam. Hinter Barth hatte sich Monteiro eingeordnet, danach folgten Menu und Priaulx. Der Brite schickte den Cruze-Piloten aber noch in der ersten Runden in einen Dreher und zog vorbei. Aber das Chaos nutzte vor allem Yvan Muller aus, der sich gleich mehrere Konkurrenten auf der Außenbahn schnappte und plötzlich auf Platz drei lieg. Für Priaulx war der Tag aber noch nicht gelaufen, denn von hinten drängelten Tarquini und Marc Gene, die sich auch beide den BMW Piloten schnappten. Muller gewann noch einen weiteren Platz, weil der unglückliche Barth einen Reifenschade hatte. Danach war das Rennen aber einigermaßen durch. Monteiro war vorne durch, Muller hielt sich vornehm zurück und behielt seinen zweiten Platz, Tarquini musste sich gegen Ende noch mal gegen Priaulx erwehren, der sich Gene geschnappt hatte und mit einem verzweifelten Bremsmanöver an Tarquini vorbei wollte. Doch der Brite war etwas zu spät auf der Bremse, und musste den Seat wieder passieren lassen.

Zwei eher schwache Rennen, nicht wirklich sehenswert, wenn man mal vom Duell zwischen Tarquini und Priaulx absieht. In der Meisterschaft ist es weiter ziemlich eng, hier können noch drei Fahrer in den verbleibenden zwei Rennen Meister werden.

Yvan Muller 265
Andy Priaulx 240
Tarquini 236

Wenn man ein richtig gutes Wochenende erwischt, kann man gerne mal 40 Punkte und mehr erlangen, wobei in dieser Saison noch niemand mehr als 40 Punkte erreicht hat. Die WM wird vermutlich also in Macau entschieden.
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September 16 2010

06:42

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington
Wieder ein volles Tourenwagenprogramm am Wochenende. Vor allem in der BTCC dürfte es ordentlich zur Sache gehen.

Oschersleben und die DTM – das kann eigentlich nicht passen, denn auf der schmalen Strecke in der Nähe von Magdeburg kann man nicht so richtig überholen. Aber dennoch sind die Rennen hier oft besser, als man es erwarten würde, was auch daran liegt, dass die Strecke kaum Fehler verzeiht. Anders als auf den moderneren Rundkursen, hat man hier neben der Strecke wenig Asphalt und wenn man abfliegt, dann ist auch meist was kaputt. Die Ausgangslage in der Meisterschaft ist dafür nicht so richtig spannend. Mercedes hat den Titel so gut wie in der Tasche, fragt sich nur, welcher Fahrer am Ende vorne liegt. Spengler, Paffett und di Resta sind die Kandidaten um die es geht. Und da für Mercedes alles klar ist, wäre es doch mal nett zu sehen, wenn die Drei freie Fahrt hätten.


Aber jeder angedeutete Kampf, nebst dem in den Tourenwagen auch mal gern gesehene “Anlehnen” wird in der DTM ja leider komplett unterbunden. Einerseits von der “Rennleitung”, andererseits sieht es auch Mercedes nicht gerne, wenn sich die Fahrer von der Strecke boxen. Das passt nicht zum Markenimage, also kann wohl davon ausgehen, dass es klare Absprachen geben wird. Im Sinne von “Die Positionen werden nach dem nächsten Boxenstopp gehalten”. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Im Audi-Lager wird sich die Enttäuschung nach zwei Meisterschaften hintereinander in Grenzen halten. Man wird sich auf noch mögliche Siege konzentrieren, was in Oschersleben durchaus schon möglich ist, weil der Audi auf engen Strecken etwas besser geht. Die eher niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit sollte auch die Vorderreifen der Audi nicht zu sehr belasten.

Hinter den Kulissen der DTM gibt es offensichtlich schon die ersten Dissonanzen zwischen Mercedes/der ITR und BMW. Die Stuttgarter sind angeblich genervt von den Münchnern, die mit immer neuen Forderungen das Regelment in ihre Richtung biegen wollen. Das soll dann auch der Grund sein, warum der gesamte Vorgang im Moment zum Halten gekommen ist und man auch in Richtung GrandAm und JapanGT nicht voran kommt. Ob es bei dem Streit um technische Regeln oder monetäre Angelegenheiten geht, wollte man mir nicht verraten. Nur so viel, dass BMW sehr verschnupft sein soll und eine endgültige Entscheidung sogar erst im November fallen könnte, also in dem Monat, in dem BMW gerne das Programm des kommenden Jahres bekannt gibt.

Ob das alles so stimmt ist dann wieder eine andere Frage. Allerdings ist es schon außergewöhnlich, dass man von BMW so gar nichts hört und die endgültige Entscheidung sich immer weiter rauszögert. Ich hatte schon im Juli gehört, dass man in München noch ganz und gar nicht von der DTM überzeugt ist, vor allem nach dem der ACO für Le Mans und die verkappte Weltmeisterschaft namens Intercontinatel Cup passende GT-Regeln präsentierte. BMW setzt in diesem Jahr schon einen M3 im Cup ein und die Konkurrenz mit Porsche, Ferrari und Aston Martin passt schon ins sportliche Konzept. Zu dem ist der fertig entwickelte M3 (bisher) a) günstiger und b) kann man ihn an Kunden verkaufen, wenn man das möchte.

BTCC
Die britische Serie hat ihren ersten Auftritt auf dem nicht umgebauten, aber wieder eröffneten Kurs in Donington. Nachdem man den schon begonnen Umbau der Strecke nicht weiter geführt hat, wird es interessant zu sehen, was genau man alles sinnlos abgerissen und neu- bzw. nicht gebaut hat. Gefahren wird auf jeden Fall auf der “großen” Schleife, also nimmt man den Haken mit der Haarnadel mit. Die Strecke ist sehr schnell und dürfte die Chevys, die Ford und die BMW bevorzugen. Trotz der Einbremsung geht der Fiesta immer noch wie die Hölle, die Hochgeschwindigkeitspassagen sollten Onslow-Cole und Chilton also liegen. Dennoch sehe ich den Cruze vorne, der hier einfach das beste Paket haben sollte. Schwer wird es für Honda, denen es trotz des neuen Motors etwas an Topspeed fehlt. Matt Neal und Gordon Shedden werden versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

In der Meisterschaft liegt zwar weiter Plato vorne, aber sein Vorsprung ist dünn.

Jason Plato 202
Matt Neal 182
Tom Onslow-Cole 178
Gordon Shedden 169

Shedden wird für Neal fahren müssen, Chilton für Onslow-Cole, was eine kleine Überraschung ist, da man Cole nicht so stark erwartet hatte. Da es die vorletzte Station im Kalender ist, darf man ein wildes Wochenende erwarten. Wie üblich werden die Auseinandersetzungen bei den Wasserträgern bei den letzten Rennen immer etwas heftiger. Aus den Augen lassen sollte man auch nicht die BMW, die in Donington den ein oder anderen Meisterschaftsfavoriten ärgern könnten.

Die BTCC hat erste Zeichnungen des neuen NGTC gezeigt. Bilder gibt es weiter unten.

WTCC
Die Herren der WTCC sind auf der lahmen Strecke von Valencia, die bisher wenig gute Rennen für die Tourenwagen gebracht hat. Warum man nicht mal woanders vor leeren Tribünen fährt, ist auch eines der vielen Rätsel der Meisterschaft. Für Seat ist es das Heimrennen, also dürften die sehr angrifflustig sein, zumal Tarquini nach seinem rabenschwarzen Wochenende in Oschersleben dringend Punkte braucht, wenn er Yvan Muller noch abfangen möchte. BMW, die ja überraschenderweise auch noch richtig große Chancen auf den Titel haben, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich bin wirklich angetan, was die Mannschaft um Bart Mampaey da leistet, denn das Konzept des 320si ist ja nun nicht mehr gerade auf dem neusten Stand, die Probleme mit dem Topspeed und der Leistung des Motors sind bekannt. Umso erstaunlicher, dass sie immer noch im Rennen sind.

Hinter den Kulissen geht es im Moment darum, wer 2011 als Werksteam mit dabei ist. BMW liefert auf jeden Fall einen Motor und ein Umbaukit für interessierte Kunden, aber die Entscheidung über einen Werkseinsatz steht noch aus (siehe DTM). Seat wird angeblich das diesjährige, ziemlich alberne Spiel um den “Nicht-Werkseinsatz, der doch einer ist” beenden und wieder als Marke auftreten. Der VW-Konzern hat großes Interesse daran den neuen 1.6 Liter Motor in möglichst vielen Rennserien einzusetzen. Mit Skoda macht man das ja in der WRC, andere Serien sollen folgen. Die Marke Seat braucht den Renneinsatz eher, als VW, auch wenn dort auch noch nichts offiziell beschlossen ist, da man ja die gesamte Motorsportkoordination durch den Ankauf von Porsche neu sortiert. Klar ist aber, dass VW mehr denn je in den Motorsport investieren wird.

Sie Veranstalter hoffen, dass auch Nissan und Toyota spätestens 2012 in die Weltmeisterschaft einsteigen. Sicher ist man sich aber offenbar nicht, denn man hat mittlerweile klar gemacht, dass man 2011 noch mit dem alten Motor in der Serie starten darf, da man wohl Angst hat, dass man etliche Privatteams verlieren könnte und das Feld dann zu sehr ausdünnt.

Ich weiß nicht so recht, was ich vom Rennen erwarten soll. Die Strecke ist wie erwähnt nicht sonderlich toll in Sachen Überholen, auch wenn sie fahrerisch anspruchsvoll ist, was eine schnelle Runde angeht. Chevy scheint, wie in der BTCC, das beste Paket zu haben, also dürften die mit zwei Wagen vorne sein. Rob Huff muss in Valencia 10 Plätze nach hinten, wegen seines Startchrash mit Farfus und weil er im zweiten Rennen einen Seat von der Strecke geschoben hat. Ich hoffe, in Valencia sind wieder vernünftige Rennkommissare dabei.

Formelserien
Da der Kollege Vorsicht im Urlaub weilt und ich wenig Zeit habe, nur eine Kurzfassung in Form von News

- Pastor Maldonado ist GP2 Meister, was ja zu erwarten war. Überzeugt hat er mich nicht, die Saison war eh komisch. “Wunderkind” Jules Bianchi ging total unter und musste sich regelmäßig von seinem Teamkollegen Sam Bird demütigen lassen. Maldonado ist jetzt auch nicht gerade ein Riesentalent, vermutlich wird man ihn so schnell nicht in der Formel Eins sehen.

- Die mit Abstand beste Szene in Monza lieferte Christian Vietoris beim Start zum zweiten Rennen, als er aus der dritten Reihe startend alles und jeden hinter sich ließ.

Sowas sieht man ja auch eher selten. Vietoris hat auch eine eher maue Saison hinter sich, wird im nächsten Jahr mit ART oder Addax in Verbindung gebracht.

- In der GP3 ist Esteban Gutiérrez Meister. Der als das größte Talent aus Mexico seit den Rodríguez-Brüdern beschriebene neunzehnjährige hatte die Saison mit 5 Siegen und vier weiteren Podiumsplätzen relativ locker im Griff. Und das, obwohl das Starterfeld mit Rossi, Wickens, Jakes, Tambay oder van der Zande durchaus gut besetzt war. Logischerweise steigt er nun eine Klasse auf und wird vermutlich weiter für ART fahren.

- Am Wochenende steigt auch das Finale der Formel 2. Die Meisterschaft hat Dean “the new Mansell” Stoneman eigentlich relativ sicher in der Tasche. Joylon Palmer hat vor allem das letzte Rennen in Oschersleben komplett versemmelt und liegt nun 31 Punkte hinter Stoneman. Da an einem Wochenende theoretisch 50 Punkte zu holen sind, hat er aber noch eine Chance. Da Stoneman aber in diesem Jahr so gut wie keine Fehler gemacht hat, dürfte es schwer werden, ihn noch abzufangen. Er machte auch insgesamt das ganze Jahr den etwas aggressiveren Eindruck.

- Die F3 Euro Serie startet am Wochenende auch in Oschersleben. Hier führt Edoardo Mortara mit satten 24 Punkten Vorsprung vor Marco Wittman. Da man an einem Rennwochenende maximal 17 Punkte erreichen kann, ist das Italiener also fast durch. Natürlich kann man schnell einen Totalausfall haben, wenn man im ersten Rennen ausfällt und im zweiten Rennen von hinten starten muss. Aber von “hinten” bedeutet bei dem kleinen Starterfeld ja nur Platz 12, da hat man noch Chancen auf Punkte, wenn es gut läuft. Mortara kann am Wochenende aber mit ein wenig Glück die Meisterschaft schon für sich entscheiden.
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September 06 2010

06:16

BTCC, DTM, WTCC: Analyse Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Erstaunliche ruhige Rennen der BTCC in einem trockenen Knockhill, erwartete Langeweile bei der DTM und viel Chaos bei der WTCC in Oschersleben.

Es war schon vorher klar, dass die 98 Runden der DTM in Brands Hatch nicht gerade zu den Leckerbissen gehören würde. Fahrer und Wagen sind einfach zu identisch gut, als dass man auf der kurzen Strecke wirklich überholen konnte. Allein Paul di Resta fuhr am gesamten Wochenende in einer völlig eigenen Liga und ließ den Rest der Welt um bis zu 5 Zehntel hinter sich. Wenn man bedenkt, dass der Abstand zwischen Platz 3 und 11 5 Zehntel beträgt, kann man erkenne, wie überlegen di Resta war. Dementsprechend tat sich in Sachen Spitzenkampf wirklich gar nichts, nach dem der Start erfolgt war. Der sorgte auch dafür, das Audi seinen letzten Titelkandidaten in diesem Jahr abschreiben musste. Womit dann klar ist, dass man den Titel nicht mehr verteidigen kann.

Wer keine Lust zu lesen hat: Kollege Basic-Groove war in Oschersleben beim WTCC Rennen und hat jede Menge Fotos mitgebracht!


Im Startgetümmel waren sich Ralf Schumacher und Mattias Ekström ins Gehege gekommen. Schumacher berührte unglücklich die linke Hinterachse des Schweden, dessen Aufhängung sich verabschiedete. Die Berührung war wirklich minimal, umso erstaunlicher, dass die Aufhängung sofort nachgab. Den Rest erledigte Susie Stottard, die Ekström abräumte als er hinter der Kuppe des Paddock Hill Bend auf der Ideallinie rumschlich. Ekström meinte nach dem Rennen auch, dass die DTM-Wagen wegen ihrer extremen Bausweise einfach zu empfindlich seinen. Für Schumacher war das Rennen nicht sehr viel später beendet, als er durchs Kiesbett rumpelte und seiner Aufhängung offenbar ebenfalls den Rest gab.

Nachdem das aussortiert war, tat sich eigentlich nicht mehr viel. Timo Scheider versuchte auf Platz 3 liegend, den vor ihn fahrenden Spengler mittels besserer Boxenstrategie unter Druck zu setzen, was beim zweiten Stopp auch fast gelang. Scheider fehlten vielleicht 1 oder 2 Zehntel und er wäre durch gewesen. Da konnte man erahnen, wie hart auf der Strecke gefahren wurde, wie sehr die Fahrer um jeden Meter kämpfen mussten.

Mal wieder ein gutes Rennen lieferte der Spanier Molina. Von Platz 8 ins Rennen gegangen, fiel er nach dem Start auf Platz 10 zurück. Doch sein Team setzte einfach darauf, dass zwei sehr lange Stints helfen könnten, so lange die Reifen mitmachen. Da der Audi mit den Reifen etwas schonender umgeht, gelang Molina das Kunststück am Ende sogar einen neuen Rundenrekord für die DTM aufzustellen. So rutschte er von Platz 10 auf Platz 4 (!), den er bis ins Ziel halten konnte. Was der Nachwuchsfahrer abliefert, ist wirklich beachtenswert. Meist ist er fehlerlos unterwegs und kämpft um Punkte. Er ist definitiv ein Mann für einen aktuellen Wagen, sollte Ekström sich Richtung NASCAR verabschieden.

Paul di Resta gewann am Ende völlig ungefährdet vor Spengler, der unauffällig unterwegs war und Scheider, der seinen Aufwärtstrend bestätigte. Weil Paffett hinter Molina ins Ziel kam, verlor er wichtige Punkte auf seine beiden Mercedes-Kollegen. Spengler führt zwar noch, aber sein Vorsprung ist vor den letzten vier Rennen auf schmale 9 Punkte zusammen geschmolzen. Stand im Moment:

Spengler 52
di Resta 43
Paffett 39
Scheider 29
Ekström 28

BTCC
Erstaunlich gesittet ging es zumindest in den ersten beiden Rennen der BTCC zu. Vielleicht war man auch einfach so erschrocken, dass es in Knockhill trocken war. Klar war, dass die beiden Hondas das Tempo vorgeben würden. Sie sind auf der eher engen Strecke in Knockhill wendiger und seit Silverstone hat man auch einen neuen, stärkeren Motor unter der Haube. Um so erstaunlicher war es, dass der junge Alex MacDowell sich die Pole im Chevy Cruze sichern konnte. Doch im Rennen konnten die Honda zurückschlagen.

Rennen 1
MacDowell konnte seine Pole nicht umsetzten. Ein bisschen zu viel Wheelspin am Start und schon war Shedden vorbei. In Turn 1 reihte sich der junge Cruze Pilot etwas zu optimistisch hinter Shedden ein und berührt ihn im Heck. Shedden stand fast komplett quer, rettete den Wagen aber irgendwie und blieb vorne. Dahinter reihten sich Neal und Plato ein, der im ersten Rennen den Speed seines Teamkollegen nicht mit gehen konnte. Um ihn herum ballten sich aber die Kollegen, die ihn massiv unter Druck setzten. Onslow-Cole versuchte sich als erster an Plato, der ihn aber abtropfen ließ. Nutzniesser der Aktion war Steven Kane mit seinem BMW, der an beiden vor ging und sich sofort von Plato absetzen konnte. Auch dahinter gab es viele gute Zweikämpfe, die meist fair blieben. Nur Rob Collard stand plötzlich in den Reifenstapeln, wie das passiert ist, haben die Kameras aber nicht aufgelöst. Vorne tat sich zunächst aber relativ wenig. Shedden hatte sich um 2 Sekunden abgesetzt, MacDowell war ein gutes Stück vor Matt Neal, der es ruhig angehen ließ. Dann hatte irgendjemand eine ein riesiges Werbebanner mitgenommen und in der Weir-Chicane abgelegt. Ein Safety Car war die Folge, was für Neal Folgen haben sollte. Denn beim Restart war Steven Kane plötzlich hinter ihm, der ihn dann eine Runde später auch in der Hairpin stellte und überholen konnte. Am Ende gewann Shedden vor MacDowell, Kane, Neal, Chilton, Plato, Cole, O’Neill, Jordon und Jackson. Für BTCC und Knockhill Verhältnisse war es ein eher ruhiges Rennen.

Rennen 2
Es ging schon mal damit los, dass MacDowell den Start versaut und weit zurückfällt. Im Hinterfeld dreht sich Pinkney, der gleich noch Rob Collard mitnimmt. Beide raus, die Marshalls legten eine kleine Slapstick-Nummer ein. Erst schieben sie Collards Wagen noch in die Reifenstapel, dann bekommen sie Pinkneys Wagen nicht weg. Nach dem Restart schnappt sich Matt Neal den Führenden Gordon Shedden, in dem er seinen Bremspunkt jenseits von Gut und Böse legt und sich in der Haipin vorbei drückt. Obwohl Shedden das Platzierungsgewicht aus Lauf 1 mit sich rumschleppt, kann sich Neal aber nicht absetzten. Vorne bildet sich dann schnell ein schöner Zug aus 5 Wagen mit Neal, Shedden, Kane, Chilton und Plato, der sich zurückhält und offenbar lange die Reifen schonen wollte. Zwar schenkte man sich nichts vorne, aber es passierte bis kurz vor Schluss nichts. Erst in den letzten 4 Runden kam wieder Schwung in die Bude, als Plato den Ford von Chilton in der Hairpin aus dem Weg schob und vorbei ging. Zwei Runden später machte er ein ähnliches Manöver mit Steven Kane, der sich gleich auch noch mit Chilton auseinandersetzen musste. Der schnelle Ford setzte sich in Turn 1 neben den BMW und natürlich wollte keiner nachgeben. Kane hatte das schlechtere Ende auf seiner Seite und drehte sich raus. Leider nahm er dabei auch noch Paul O’Neill mit, der weit zurück fiel. Neal gewann dann vor Shedden und Plato, der seinen Vorsprung in der Meisterschaft halten konnte. Zwar ein netter Kampf an der Spitze, aber ansonsten relativ wenig Bewegung im Feld.

Rennen 3
Nachdem die beiden ersten Rennen ja für BTCC Verhältnisse eher ruhig waren, sollte das dritte Rennen dann schon etwas ruppiger werden. Die Auslosung des Reverse Grids hatte Cole auf die Pole geschoben, hinter ihm lauerten aber mit Kane und Jackson gleich zwei BMWs, deren Hinterradantrieb am Start besser sein sollte. Pechvogel war aber Kane, der seinen BMW noch vor dem Start mit einer defekten Antriebswelle abstellen musste. Onslow-Cole konnte sich am Start knapp gegen Mat Jackson durchsetzen, der allerdings von hinten drängelte. Plato schnappte sich Shedden und war plözlich auf Platz drei. In der zweiten Runde versuchte Jackson in der Schikane an Cole vorbei zu gehen, was ihn allerdings ins Gras beförderte. Das halbe Feld zog an ihm vorbei und mit dem Hals von der Größe eines Baumstamms machte er sich auf die Verfolgung.
Vorne blieb es lange ruhig, auch ein Restart, nachdem Pinckney seinen Wagen mal wieder versenkt hatte, änderte nichts an der Reihenfolge. Plato blieb an Cole dran, machte aber erst mal nichts. Andrew Jordan war sicherer Dritter, und fuhr mit einem Respektabstand hinter den beiden Führenden her. Hinter ihm gab es eine Lücke, weil James Nash im Triple 8 Wagen Matt Neal und den Rest aufhielt. In den letzten Runden wurde es allerdings noch mal richtig hektisch.
Plato erhöhte massiv den Druck auf Cole. Dreimal versuchte er in der Hairpin eine weitere Linie um mehr Schwung auf der Geraden zu haben, jedesmal spielte Cole die überlegene Beschleunigung des Focus aus und ließ Plato stehen. Erst beim vierten Mal konnte sich Plato neben ihn setzten und setzte sich in Turn 1 auf der besseren Linie durch. Das Manöver erlaubte Jordan näher zu kommen, der seinen Wagen aber mit Übermut in die Wiese warf und weit zurückfiel. Matt Neal hatte mittlerweile James Nash aus dem Weg geräumt und klebte an Onslow-Cole, aber der rettete sich mit knappen Vorsprung ins Ziel.

Ein sehenswertes Rennen, mit einem nicht ganz erwarteten Sieger. Plato Sieg ist Gold wert, denn in der Meisterschaft bedeutet dies 20 Punkte Vorsprung. Das ist zwar noch zu wenig, da noch zwei Rennwochenenden kommen, aber ein besser als nichts ist es in jedem Fall.

WTCC
Kaum zu glauben, aber BMW ist mit dem schon fast altersschwachen 320si dank eines gut aufgelegten Andy Priaulx wieder mittendrin in der Meisterschaft. Das tut nicht nur der WTCC gut, sondern offenbar auch BMW. Zwar hat man sich noch nicht entschieden, ob man 2011 als Werksteam unterwegs sein will, dafür gab man aber bekannt, dass man für alle BMW-Teams ein Upgrade-Kit auf die neuen Regeln für 2011 bereithalten will. So können alle den neuen 1.6 Liter Turbomotor von BMW erwerben und die nötigen Umbau-Kits gibt es auch. BMW wird also in jedem Fall vertreten sein, selbst wenn man nicht als Werk unterwegs ist, wird man vermutlich eines der “Haus und Hof Teams” unterstützen.

Beide Rennen in Oschersleben waren sehr abwechslungsreich und sehenswert.

Rennen 1
Wie üblich brachte die Startphase in Oschersleben jede Menge Trubel. Farfus, der etwas überraschend die Pole geholt hatte, kam gut weg, deckte die Innenlinie ab und wollte als erster in Führung gehen. Doch von hinten drückten Rob Huff und Yvan Muller. Der Franzose schob Huff an, Huff denn den BMW von Farfus, der wieder weit raus geschoben wurde. Was zu Folge hatte, dass die beiden Chevys in Führung langen. Im Startgetümmel muss Tarquini dann auch eine Berührung gehabt haben, jedenfalls humpelte der Seat kurz um die Strecke. Etwas unfair stellte Tarquini den Wagen nicht am Streckenrand ab, sondern mitten auf die Ideallinie nach der Schikane. Man wollte offenbar eine SC-Phase erzwingen. Die Rennleitung ließ sich nicht ärgern, und man räumte das Auto unter einer lokalen Gelbphase weg. Das war ziemlich gefährlich, aber auch extrem unsportlich von Tarquini.
In der Zwischenzeit hatte sich die Rennleitung auch noch mal den Start angesehen und war zum Schluss gekommen, dass Rob Huff wohl absichtlich gehandelt hatte, als er Farfus bedrängte. Man verhängte eine Durchfahrtstrafe, die Huff allerdings nicht antrat. Was verständlich war, denn das, was am Start passierte, war halt das übliche Tourenwagengemetzel. Zu dem kann auch keiner sagen, ob Farfus nicht etwas zu früh gebremst hatte, weil er ganz innen, auf der dreckigen Spur war. Weil Chevy Huff draussen ließ und mit der Rennleitung diskutierte, kam es dann, wie es kommen musste: Huff wurde mit einer schwarzen Flagge rein geholt.
Nutzniesser von allem war Yvan Muller. Tarquini draussen, Priaulx, der ein zähes Rennen hatte, nur auf Platz 6, Huff disqualifiziert. Das gab satte Punkte. Am Ende gewann mal wieder Menu vor Farfus, Muller, Coronel, Monteiro, Priaulx, Nykjaer, Michelisz, der damit für Rennen 2 auf der Pole stand.

Rennen 2
Am Start schoss Priaulx aus der zweiten Reihe an beiden Seats vorbei. Fast konnte man meinen, dass der Brite einen Frühstart hingelegt hat, aber offenbar kamen beide Seat mit ihrem Frontantrieb einfach nicht weg. Nach der ersten Runde und nachdem alle Rangeleien durch waren, führte Prilaux vor Michelisz, Nykjaer, Monteiro, Farfus, Menu, Coronel, Poulsen. Von Yvan Muller war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Tiago Monteiro dagegen war offenbar auf einer ganz besonderen Mission. Erst schubste er Markenkollegen Nykjaer aus dem Weg, ein paar Runden später rüpelte er sich am ebenfalls einen Seat fahrenden Michelisz vorbei. Die Rennleitung war ob der robusten Fahrweise des Portugiesen nicht erfreut und schickte ihn einmal durch die Boxengasse. Der bedauernswerte Michelisz fiel im Laufe des Rennens auch noch Rob Huff und Gabriele Tarquini zum Opfer und kam ohne Punkte ins Ziel. Das Seat-Chaos half vor allem Yvan Muller, der sich aus allem raushielt und am Ende Dritter werden konnte. Auch Farfus profitierte und eroberte den zweiten Platz Nykjear schaffte es immerhin nach der Attacke von Monteiro auf Platz vier. Vorne fuhr aber Priaulx einem ungefährdeten Sieg entgegen, der zweite Platz von Farfus erfreute BMW dann doppelt.

Allerdings – die Rennleitung hatte angekündigt, dass man sich das ein oder andere Manöver aus Rennen Eins und Zwei noch mal genau anschauen wollte. Bisher habe ich aber nichts in Sachen Strafen gehört. Wenn sich was ändert, trage ich es nach.
DTM_BrandsH_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_1 BTCC_Knockhill_2010_2 BTCC_Knockhill_2010_3 BTCC_Knockhill_2010_4 BTCC_Knockhill_2010_5 BTCC_Knockhill_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_7 BTCC_Knockhill_2010_8 DTM_BrandsH_2010_1 DTM_BrandsH_2010_2 DTM_BrandsH_2010_3 DTM_BrandsH_2010_4 DTM_BrandsH_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_1 WTCC_Oschersleben_2010_2 WTCC_Oschersleben_2010_3 WTCC_Oschersleben_2010_4 WTCC_Oschersleben_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_6

September 03 2010

15:54

BTCC, DTM, WTCC: Vorschau Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Ganz schön viel Tourenwagensport am Wochenende, der natürlich auch fast zeitgleich stattfindet. Aber immerhin weiß man ja, wo es spannend wird.

Ich muss die Vorschau diese Woche etwas kürzer halten, deswegen gibt es heute nur eine Art Schnelldurchlauf. Die DTM verbringt ein Wochenende auf den britischen Inseln, genauer gesagt in Brands Hatch. Dort fährt man den Indy Kurs, also die winzige Schleife, die der Aussage “…im Kreis fahren…” ihre Bedeutung gibt. Das man nicht die GP-Schleife nimmt, ist verständlich. Die DTM Wagen sind recht flott mit ihrem V8 und nach den Unfällen der letzten Zeit sollte klar sein, dass Brands Hatch ein echtes Sicherheitsproblem hat. Auf der anderen Seite – warum muss man ausgerechnet in Brands Hatch fahren? Donington hatte man ja mal im Programm, Silverstone wäre mit den DTM-Wagen auch mal interessant. Der Vorteil von Brands Hatch besteht eigentlich nur darin, dass sich die Zuschauer auf der Ministrecke nicht verlaufen und die Tribünen selbst bei 15.000 Besucher schön voll aussehen.


Auf der sportlichen Seite gibt es wenig zu berichten. Die Regeln für 2012 sind immer noch nicht gesichtet, allerdings hat sich angeblich Nissan bei der ITR gemeldet, die sich einen Einstieg in die Serie vorstellen können. Aber das konnten ja in den letzten Jahren auch schon Citroen und Lexus. Seitens BMW hat man nichts mehr gehört, was ja auch ein gutes Zeichen sein kann. Zudem hat die DTM beschlossen (Wir hatten es schon in den News), das Rennen in Hockenheim auf einer verkürzten Version der Strecke zu starten. Man biegt nach noch nicht mal der Hälfte der Parabolica rechts ab in Richtung der Mercedes Arena. Womit man der Strecke dann auch die letzte Überholmöglichkeit und Mutkurve genommen hat.

Egal – in Brands Hatch wird es darum gehen, ob Audi mit Ekström die letzte Chance auf den Titel noch halten kann. Eigentlich gehen die Audis auf dem Kurs in den letzten Jahren immer etwas besser, aber in diesem Jahr scheinen die Mercedes, trotz Entwicklungstopp, etwas gefunden zu haben. Ich vermute, dass sich die Armada aus Paffett, di Resta und Spengler in England weiter von Audi wird absetzen können. Spengler, der in Zandvoort ein zähes Wochenende hatte, könnte einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machen. Mercedes ist der Titel wohl eh nicht mehr zu nehmen, das wird Norbert Haug reichen. Aber der hat ja auch andere Baustellen, auf denen es brennt.

WTCC
Beatin’ and bangin’ in Oschersleben. Die Tourenwagenweltmeisterschaft macht Halt auf dem Kartkurs engen Kurs nahe Magdeburg und wenn ich das richtig gelesen habe, sind ja einige Leser auch vor Ort. Oschersleben ist keine schlechte Strecke für die WTCC. Eng, ja, aber fahrerisch sehr fordernd und daher interessant zu sehen. Der irrsinnige 90 Grad Knick am Ende der Start/Zielgeraden sieht zwar dämlich aus, erfüllt aber seinen Zweck in Sachen Überholmöglichkeit. Da man ansonsten nicht überholen kann, werden die Herren wohl wieder mal die Brechstange rausholen müssen, was man mitunter ja gerne macht.

In der Meisterschaft liegen Muller mit 199, Tarquini mit 194 und der von mir schon mehrfach abgeschriebene Priaulx mit 183 Punkten immer noch ziemlich gleich auf. Da nach Oschersleben nur noch drei Wochenenden folgen, wird es also langsam eng. Für Chevy wäre der Gewinn der WM natürlich extrem wichtig und zu gönnen wäre es ihnen auch. Ein bisschen eng wird die Luft bei den Herstellern. Chevy macht 2011 auf jeden Fall weiter, Seat ist mehr oder weniger weg, das hängt aber noch von Entscheidungen des VW-Konzerns ab, die gerade das gesamte Motorsportprogramm neu sortieren. BMW ist unentschlossen. Man hat zwar den Weltmotor, ob man allerdings als Werksteam weiter macht, ist noch nicht klar. Hier hängt es an der Entscheidung, ob das mit der DTM nun klappt und ob man die WTCC oder die GT Entwicklung stoppt.

BTCC
In der Reihe “Aberwitzige Strecke, aber doch ganz lustig” steht der Kurs von Knockhill in Schottland ziemlich weit oben. Mitten in die Highlands gebaut, handelt es sich, ganz offiziell, um das schottische Motorsportzentrum. Die gerade 2.1 Kilometer lange Strecke wurde erst 1974 gebaut, obwohl sie älter wirkt. Das liegt wohl daran, dass man für die Strecke alte Landstrassen zusammengelegt, bzw. verbunden hat. Knockhill ist zwar kurz, hat aber alles, was eine gute Rennstrecke braucht: Enge, blinde Kurven, eine lange Gerade und viel Höhenunterschiede. Da sieht man mal, was man auf 2 Kilometer so alles hinbekommen kann, Herr Tielke. Dazu kommt natürlich der Regen, der auch für Sonntag angekündigt ist. Meist ähneln die Rennen in Knockhill dann einem kleinen Schlachtfest.

Ganz besonders freut sich Honda auf das Wochenende. Der Civic dürfte in Schottland wegen seines kurzen Radstandes richtig gut gehen, dazu kommt, dass man den neuen Motor, der seit Silverstone im Wagen steckt, wieder mit dabei hat. Daher gehören Shedden und Neal zu den Top-Favoriten des Wochenendes. Wenn ihnen denn die Focus nicht einen Strich durch die Rechnung machen. Der Focus ist ebenfalls recht wendig, dazu kommt der bärenstarke LPG-Turbomotor, der auf der Berg/Tal Bahn in Knockhill ein großer Vorteil sein sollte. Daher sehen einige britische Kollegen schon die Möglichkeit, das Onslow-Cole am Wochenende die Führung in der Meisterschaft übernehmen könnte. Möglich wäre das, aber in Sachen Abstimmung und Kurven hat mich der Focus in diesem Jahr noch nicht überzeugt. Daher würde ich eher auf Honda setzen.

Jason Plato weiß, dass er am Wochenende nur Schadensbegrenzung betreiben kann. Der Cruze ist für die enge Strecke etwas schwerfällig und hat noch nicht mal den Vorteil eines Heckantriebes. Es wäre sehr überraschend, wenn Plato den Chevy nach vorne wuchten kann. Viel wird von der Quali abhängen, wenn Plato sich wenigstens hinter oder zwischen die Ford und Honda schieben kann, wird es einigermaßen gehen. Wird er von einem Privatier oder BMW verdrängt, wird man Plato bis nach Deutschland fluchen hören. Allerding sieht sein Vorsprung in der Meisterschaft so schlecht nicht aus. Er führt mit 171 Punkten vor Cole, der 157 Punkte hat. Dahinter liegen Neal mit 148 und Shedden mit 138. Da nur noch Donington und Brand Hatch folgen, wird die Sache für Honda also langsam eng, was dem Wochenende gleich noch mehr Würze gibt.

Wie immer, wenn drei Tourenwagenserien gleichzeitig unterwegs sind, überschneiden sich die Rennen deutlich. Ohne Stream wird am Wochenende nichts gehen, wenn man alles gleichzeitig sehen möchte. Manchmal empfiehlt sich in so Momenten dann auch, das ein oder andere Rennen aufzunehmen, um es später in Ruhe anzuschauen.

August 03 2010

06:20

WTCC: Analyse Brünn 2010 Es wird eng vorne

Zwei ruppige Rennen und jede Menge Probleme bei den Meisterschaftsführenden sorgten für sehr viel Abwechslung in Brünn.

Mit Vorhersagen ist es ja immer so eine Sache. Ich hatte in der Vorschau die Seat vorne gesehen, knapp gefolgt von den Chevys, während BMW eher schlecht sortiert sein sollte. Doch nach zwei Rennen sind die Münchner und vor allem Andy Priaulx die großen Gewinner. Man konnte den Abstand in der Meisterschaft mächtig verkürzen und hat nun wieder echte Chancen auf den Titel. Ein rabenschwarzes Wochenende erwischten Yvan Müller und Gabriele Tarquini, die jeweils einen Nuller einstecken mussten. Dafür erlebten die Zuschauer zwei Rennen, die zumindest im Mittelfeld sehr abwechslungsreich waren. Aber natürlich gab es vor und nach dem Rennen mal wieder Ärger.

Vor dem Rennen war Colin Turkington betroffen. Der britische Tourenwagenmeister hat einen kurzen Deal mit Ebay UK, die seinen Wagen unterstützen. Er startet mit einem 2008er BMW 320si, der nicht unter das Strafgewichtreglement fällt, also rund 60kg Kilo leichter ist, als die Werkswagen. Da er als “Privatteam” antritt, reihte ihn der Veranstalter in der Independent Trophy ein, doch kurz vor dem Rennen am Sonntag schmiss man ihn aus der Wertung. Den Grund für den harschen Entschluss erklärte Marcello Lotti, der Promoter der Serie, damit, dass man die Sache bei den Privatfahrern nicht aus den Fugen geraten lassen wollte. Turkington ist weder Privatier, noch fährt er mit privaten Material. Das “alte” BMW 320si fuhr früher schon in der WTCC. Dazu kommt, dass “Turky” nicht die gesamte Saison fährt, sondern nur sporadisch startet. Gleichzeitig liegt er aber in der Trophy schon auf Platz 2, und das nach nur zwei Starts. Da stimmt die Relation für die “normalen” Starter also nicht, daher kann man die Entscheidung schon nachvollziehen. Schuld an dem Chaos sind halt weiter die undurchsichtigen Motoren- und Gewichtsregeln der FIA. Christian Menzel, Gastkommentator bei Europsort am Wochenende, meinte flapsig, dass er die Regeln auch nicht mehr in ihrer Gesamtheit verstehen würde. Das ist vermutlich knapp übertrieben, aber weit weg von der Wahrheit ist es nicht. Man freut sich geradezu auf den Weltmotor und das damit der Diesel verschwindet.

Das Chaos um seine Einstufung hielt Turkington aber nicht davon ab, wieder zwei gute Rennen zu zeigen. In Lauf 1 stürmte aber erstmal Rob Huff vorne weg, dicht gefolgt von Gabriele Tarquini, während Priaulx sich in den Grabenkämpfen im Mittelfeld wiederfand. Dort krachte es auch bald zwischen Gene und dem Briten, mit dem schlechteren Ende für den Seat-Mann. Nach der daraus entstanden SC-Phase war das Rennen dann für den bis dahin auf vier liegenden Yvan Muller beendet. Weil Norbert Michelisz im Seat durch den BMW von Turkington fahren wollte, kam es zur Kollision, dessen unschuldiges Opfer dann Muller wurde. Der Wagen war lädiert und er musste aufgeben. Michelisz darf dann beim nächsten Rennen in Oschersleben 10 Plätze weiter hinten starten.
Rund um Turkington und Priaulx entwickelten sich dann sehr sehenswerte Zweikämpfe, die über das gesamte Rennen anhielten. Erst gegen Ende konnten sich die BMWs dank besserer Reifenperformance durchsetzen und Turkington ließ seinen Landsmann kurz vor Schluss dann auch noch passieren. Das Rennen gewann aber ungefährdet Rob Huff, der Tarquini auf Distanz halten konnte. Dritter wurde Alain Menu vor Farfus, Priaulx, Trukington, Nykjaer und O’Young.

In Lauf 2 stand dann also der Privatier Darryl O’Young mit seinem alten Lancetti auf der Pole. Den Start verpennte er aber, so dass Turkington und Priaulx, die aus der zweiten Reihe gestartet waren, in Führung gingen. Das nötige Teammanöver wurde dann in Runde 2 erledigt, allerdings sah es nicht so aus, als würde Turkington gerne Platz machen. Hinten den BMW-Piloten lag Tarquini auf Platz drei und zwischenzeitlich konnte er auch am zweiten BMW vorbei ziehen, doch kurze Zeit später sah man ihn mit qualmenden Motor am Rand der Strecke stehen. Glück für Yvan Muller, der auch im zweiten Rennen ohne Punkte blieb. Am Ende lautete die Reihenfolge: Priaulx, Turkington, Menu, Huff, Farfus, Monteiro, und O’Young.

Nach dem Rennen ging die Strafenorgie los. Michelisz hatte ich erwähnt, es folgten aber noch Strafen gegen Darryl O’Young und Mehdi Bennani. O’Young verlor seinen achten Platz aus dem ersten Rennen, weil er angeblich einen Unfall verursacht haben soll. Bennani hatte im Lauf 2 den BMW Piloten Poulsen abgeschossen und bekam dafür nachträglich eine 30 Sekundenstrafe.

In der Meisterschaft sieht es nach den schlechten Ergebnissen von Muller und Tarquini richtig eng aus:

Yvan Muller – 199 Punkte
Gabriele Tarquini – 194 Punkte
Andy Priaulx – 183 Punkte
Robert Huff – 167 Punkte

Chevy hat es geschafft, mit Rob Huff noch einen zweiten Fahrer aussichtsreich in der WM zu platzieren, aber Huff wird dennoch die zweite Geige spielen. Nächstes Rennen ist Ende August in Oschersleben.

July 16 2010

06:53

WTCC: Vorschau Brands Hatch 2010

Nach den beiden guten Rennen in Portimao steht der nächste spektakuläre Kurs auf dem Programm. In Brands Hatch hat bisher immer spannende Rennen gegeben.

Die Strecke in England ist bekannt, auch dafür, dass der Sicherheitsstandard nicht mehr auf dem neusten Stand ist. Man ist flott unterwegs und ein Abflug resultiert meist in einem Totalausfall. Was bei den Tourenwagen meist glimpflich abgeht, hat bekanntermaßen im letzten Jahr zu tragischen Tod von Henry Surtees beim Formel 2 Rennen geführt. Dennoch fährt man weiterhin auch die große Schleife, obwohl auch der Speed der Tourenwagen zu gelegt hat. BMW wird vermutlich in Brands Hatch nur Schadensbegrenzung betreiben können, denn man hat dem 320si 20kg Gewicht drauf gepackt.

Somit fahren die Seat, der Cruze und der BMW mit jeweils 40kg Mehrgewicht rum. Den Seats scheint das nichts auszumachen, die Chevy kommen ebenfalls mit dem Gewicht gut klar, aber für die BMW wird es in Brands Hatch schwer werden, vorne mitzumischen. Dafür startet Volvo wie im letzten Jahr mit einem C30 Eco, den Robert Dahlgren pilotieren wird. Es gibt das Gerücht, das Volvo 2010 endgültig den Sprung von der schwedischen Meisterschaft zur WTCC macht, bestätigt ist aber noch nicht. Schön wäre es ja, wenn man noch eine weitere Marke dabei hätte.

Nach dem Verlauf der bisherigen Saison wird ein Sieg wohl wieder nur über die Seat gehen. Zumindest in Lauf 1 sollte ein Seat um den Sieg kämpfen können, nach den bisherigen guten Leistungen von Tiago Monteiro und Gabriele Tarquini könnten es sogar zwei Leon sein, die man erst mal niederringen muss. Ich bin immer noch überrascht, dass Chevy mit dem Cruze nicht deutlicher in der Lage ist, die Seat unter Druck zu setzen. Man kommt einfach nicht an die Spanier heran, obwohl diese ja offiziell keine Werksunterstützung mehr haben. Chevrolet startet mit drei Werkswagen, die Daten werden ausgetauscht, aber den Sprung ganz nach vorne schafft man nicht. Hier müsste die FIA mal wieder in Sachen “Balance of performace” einschreiten, aber bei diesem heiklen Thema tut man sich ja erfahrungsgemäß schwer.

Völlig unverständlich ist da auch die Einstufung des Volvo C30, den man ebenfall 40kg Ballast ins Auto wirft. Die Regeln besagen, dass man neue Fahrzeuge erst einmal belastet um dann (nach drei Rennen) zu sehen, wie viel man wieder aus dem Wagen nimmt. So lockt man keine neuen Hersteller an. Das Gewichtsproblem gilt ja auch für die “Independent Trophy”, doch die wissen sich mittlerweile zu helfen. Reihenweise entstauben die Teams alte Modelle, wie den Chevrolet Lancetti, den alten 320si oder den Seat mit Benzinmotor, weil die 20kg weniger Ballast als bei der Einstufung mit sich führen. Das ganze System entwickelt sich zu einer echten Farce. Wenn man mit einem alten Wagen schneller unterwegs ist als mit einem Neuwagen, in dessen Kauf und Entwicklung die kleinen Teams viel Geld investiert hat, dann kann was nicht stimmen. Die Sinnlosigkeit der Einschätzungen, die angeblich damit zusammenhängt, dass die Seat-Teams bei einer Änderung mit einem sofortigen Rückzug drohen, kann man eigentlich nicht besser beschreiben, als mit dem Einsatz eines vergleichsweise steinalten Fahrzeugs.

Das Übel liegt weiterhin bei den Diesel, die von der FIA nicht genügend eingebremst werden. Immer, wenn man denkt, die Seat müssten aber jetzt mal an ihrer Leistungsgrenze sein, packen sie den Hammer aus und lassen alles und jeden hinter sich stehen. Der Witz ist, dass Seat die Leistung des Leon offiziell mit 284 PS (Chevy 278 PS, BMW 275 PS) angibt, das Drehmoment aber bei satten 450 Nm (Chevy 267 Nm, BMW 242 Nm) liegt. Und doch fahren alle drei mit dem gleichem Gewicht. Da die anderen Hersteller nicht auf den Diesel-Zug aufgesprungen sind, ergibt sich ein Ungleichgewicht, dass keiner mehr lösen kann. Immerhin kommt 2011 ja der Weltmotor (4 Zylinder, 1.6 Liter Turbo) und der Diesel ist endlich Geschichte.

Alles andere als mindestens ein Seat Sieg am Wochenende wäre also eine Überraschung. Vom typisch britischem Wetter wird am Wochenende auch nicht viel sehen, im Moment liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei null Prozent.

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