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October 22 2013

19:23

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2013

Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von „Sie sind gefahren“! In den Hauptrollen: Jimmie Johnson, Dale Earnhardt Jr, Matt Kenseth und der Sieger Jamie McMurray. Als Showstealer die beiden Foreigner: Marcos Ambrose und Juan Pablo Montoya! Es konnte leider nicht erscheinen: das Finish. Kleiner Gastauftritt von: die Caution.

NSCS_Talladega_PostRace2_102013Das Rennen am Sonntag, welches nicht nur ich als großen Punktemixer angekündigt habe, verhielt sich letztendlich völlig überraschend entgegen aller bekannten Restrictor-Plate-Erwartungen. Das war natürlich zum einen sehr enttäuschend, weil ein wirklich spannendes Finish fehlte. Zum anderen muss man aber froh sein, dass es so gesittet zugegangen ist und niemand verletzt wurde. Die meist latente Risiko bei dieser Art von Racing scheint aber einige Ordner im Trioval nicht wirklich beindruckt zu haben. Auch wenn es leider immer mal wieder vorkommt, dass Autos in den Fangzäunen landen, nutzte das Personal diese Sicherheitseinrichtung vereinzelt als Rückenlehne – unfassbar! Wie schnell die Gefahr dann eben doch real werden kann, zeigte sich in der letzten Caution, die eigentlich niemand wollte.

Insgesamt gab es auf dem Talladega Superspeedway nur magere drei Cautions, wobei man gehofft hatte, dass die NASCAR-Offiziellen dann doch bitte etwas Debris irgendwo auf der Strecke entdecken würden, um die Schlagzahl des Rennens zu erhöhen. Gelbphase #1 kam sehr früh, als dem Start-&-Parker Tony Raines schon in Runde 4 der Motor hochging. Kurz vor Halbzeit schoss dann Marcos Ambrose bei einem Spurwechsel den völlig unschuldigen Juan Pablo Montoya ab und löste damit Unterbrechung #2 aus. Das war es im Prinzip, ansonsten zeigten die Cup-Stars, warum sie in der ersten Liga mitfahren und brachten zahlreiche Three-Wide- sowie einige haarige Four-Wide-Situationen sehr gekonnt ohne Zwischenfälle hinter sich. Das Racing an sich war also trotzdem schön anzusehen.

Die meiste Zeit zeigten sich Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an der Spitze des Feldes, zu Anfang immer mal wieder begleitet durch Matt Kenseth, der aber später zu sehr mit dem Handling seines Wagens haderte und schließlich die Top20 verließ. Doch auch der direkte Titelkonkurrent Johnson war gegen Ende nicht zur Stelle, weil er sich bei den letzten Green-Flag-Pitstops fast im Alleingang aus dem Draft löste und seine Boxenmannschaft ansteuerte. Damit fiel er bis zum Cycle-Through natürlich ohne Hilfe weiter ins Hinterfeld zurück. Lediglich Earnhardt konnte wirklich große Ansprüche auf eine Fahrt in die Victory-Lane geltend machen, wurde aber in seinem Vorwärtsdrang – ebenso wie die Erwartungen aller Fans – durch die letzte Caution jäh eingebremst.

Hinter Jamie McMurray und Dale Earnhardt Jr nahmen Austin Dillon und Ricky Stenhouse Jr die letzte Runde in Angriff, wobei sich das Feld an dieser Stelle schon seit einigen Runden im Single-File-Modus befand, um ein letztes Mal durchzuatmen. Stenhouse wollte auf der Gegengerade eine zweite Linie öffnen, wurde aber von Dillon geblockt, welcher sich danach in einen wilden Dreher verabschiedete. Nachdem er den Wagen bei 200 mph wieder in Fahrtrichtung gedreht hatte, krachte ihm Casey Mears so stark von hinten auf das Auto, dass die #14 förmlich in die Luft katapultiert wurde. Zum Glück flog Dillon weder in den Fangzaun, noch überschlug er sich komplett oder wurde von weiteren Fahrzeugen kassiert – ein glimpflicher Ausgang also.

Die NASCAR war leider so nervös auf dem Caution-Knopf, dass sie mit der recht bald ausgelösten Gelbphase ein wirklich spannendes Finish zerstörte. Warum die gelbe Flagge geschwenkt werden musste, war auch im Nachgang nicht ersichtlich: Austin Dillon konnte mit dem eigentlich komplett zerstörten Auto sogar noch mehr als die halbe Runde zu Ende bringen und musste anschließend nicht einmal ins Care-Center, weil er die #14 aus eigener Kraft bis in die Garage pilotierte. Ansonsten standen auch keine Wagen auf der Gegengerade rum, bis zu welcher die Spitze nach einem Finish unter grüner Flagge ohnehin verlangsamt hätte. Als die Caution kam, befand sich niemand in unmittelbarer Gefahr, eine klare Fehlentscheidung also. Andererseits muss man natürlich sagen, dass wenn etwas passiert wäre und niemand eingegriffen hätte, wieder alle laut aufgeschrien hätten.

Von daher freuen wir uns über den nicht unverdienten Sieg von Jamie McMurray, der vor einem starken – aber sicherlich sehr unglücklichen – Dale Earnhardt Jr unter gelb über die Ziellinie rollte. Nach Sichtung der Videoaufzeichnungen bestimmten die NASCAR-Offiziellen Ricky Stenhouse Jr, Paul Menard und Kyle Busch in die Top5 sowie David Ragan, David Gilliland, Martin Truex Jr, Ryan Newman und Clint Bowyer als Top10. Damit zeigte auch Front Row Motorsports wieder einmal, dass sie keinesfalls eine Eintagsfliege auf den Superspeedways sind.

Auch Danica Patrick war lange Zeit stark in den Top10 unterwegs, zerschoss sich aber mit einem komplett vergeigten letzten Green-Flag-Pitstop alle Chancen auf ein angemessenes Ergebnis. Nicht nur, dass sie mit einem extremen Geschwindigkeitsüberschuss durch die Boxengasse pflügte, sie verpasste anschließend auch noch ihren Pitstall und musste natürlich eine Durchfahrtsstrafe für das Speeding absitzen. Dass Patrick sich nicht gleich zwei Runden Rückstand einfing, war da schon ein kleines Wunder. Trotzdem war auf Rang 33 Endstation.

Noch erwähnenswert sind Brad Keselowski und Kasey Kahne, die ebenfalls früh eine Runde verloren, anschließend aber in einem Rennen innerhalb des Rennens an der Spitze um den Lucky-Dog kämpften. Leider vergeblich, da die ersehnte Gelbphase endlos auf sich warten ließ.

In der Meisterschaft drehte das Talladega-Rennen zwar die Tabellenführung, allerdings nur um wenige Zähler, da Jimmie Johnson (13.) nur sieben Plätze vor Matt Kenseth (20.) ins Ziel kam. Der Vorsprung von Johnson beträgt daher nur vier winzige Pünktchen. Aufgeholt haben mir ihren guten Resultaten auch Kyle Busch (-26) sowie Dale Earnhardt Jr (allerdings noch -52), die zwei bzw. drei Ränge aufrücken konnten.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Talladega Superspeedway on October 20, 2013 in Talladega, Alabama. 291422 NSCS_Talladega_Greenflag_102013 NSCS_Talladega_Race1_102013 NSCS_Talladega_Race2_102013 NSCS_Talladega_Race3_102013 NSCS_Talladega_Race4_102013 NSCS_Talladega_Race5_102013 NSCS_Talladega_PreRace_DanicaPatrick_102013 NSCS_Talladega_Race6_102013 291432 NSCS_Talladega_PostRace1_102013 NSCS_Talladega_PostRace2_102013 NSCS_Talladega_Race10_102013 NSCS_Talladega_Race9_102013

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October 19 2011

06:13

NASCAR: Analyse Charlotte / Vorschau Talladega Oktober 2011

Am letzten Wochenende ging die erste Chase-Hälfte zu Ende und brachte auf dem Charlotte Motor Speedway womöglich eine kleine Vorentscheidung in der Meisterschaft mit sich. Schon am Sonntag geht es aber in Talladega weiter, wo sich das Blatt in der Restrictor-Plate-Lotterie natürlich jederzeit wieder wenden könnte.

Die NASCAR-Berichterstattung vom vergangenen Wochenende kommt dieser Tage etwas später, da die emotionale Aufarbeitung der tragischen Geschehnisse vom Sonntag in Las Vegas erstmal Vorrang vor dem Tagesgeschehen haben sollte. Weil mir wie sicherlich vielen von euch in den letzten beiden Tagen nicht so wirklich nach Motorsport – geschweige denn Oval-Rennen – war, habe ich mich für eine Kompromisslösung entschieden: In dieser Woche gibt es ausnahmsweise einen Kombi-Artikel bestehend aus Analyse des Charlotte-Rennens und einer kleinen Vorschau auf Talladega am kommenden Sonntag. So steht uns der Rest der Woche noch für etwas mehr Besinnung zur Verfügung, anstatt groß die Freuden des Motorsports zu preisen. An dieser Stelle möchte ich mich, bevor wir zum eigentlichen Artikel kommen, noch den zahlreichen Kommentaren auch hier im Racingblog anschließen: Rest in Peace, Dan Wheldon! You will be missed! Als jahrelanger Beobachter des amerikanischen Motorsports kann ich das Ergebnis des traurigen Tages immer noch nicht richtig begreifen und erfassen…

Analyse Charlotte Oktober 2011

Da ist es zwar eher zweitrangig, dass Matt Kenseth am Wochenende in Charlotte sein drittes Saisonrennen gewinnen konnte und Jimmie Johnson sich nach einem Unfall möglicherweise schon aus dem Titelrennen verabschiedet hat, doch lasst uns ein wenig ablenken und zurückblicken: Die ersten knapp zwei Drittel des Rennens blieben auffällig ruhig und wurden nur durch zwei Gelbphasen unterbrochen. Diesen Teil des Tages konnten vor allem Tony Stewart und Greg Biffle für sich nutzen, wobei sie knapp die Hälfte der zu vergebenden Führungsrunden für sich beanspruchten. Vor allem Biffle konnte lange Zeit über das Rennen nach Belieben bestimmen, nachdem er Smoke kurz nach den ersten Green-Flag-Pitstops in Runde 50 die Spitzenposition abgenommen hatte.

Doch sein Tag sollte es nicht werden, denn nach weiteren Boxenstopps unter grüner Flagge in Umlauf 125 vergaß seine Mannschaft beim Reifenwechsel eine Radmutter aufzuziehen, was Biffle zu einem erneuten Besuch bei seiner Crew zwang. Glücklicherweise gab es schon kurz danach eine Caution, wodurch er direkt seinen Rundenrückstand per Lucky-Dog wieder aufholen konnte. Zwar konnte Biffle später wieder in die Top5 vordringen, jedoch beendete ein Feindkontakt mit Tony Stewart und Außenmauer knapp 35 Runden vor Schluss sämtliche Hoffnungen auf einen Sieg. Greg Biffle kam nur auf Platz 15 ins Ziel, was jedoch nicht so wichtig ist, da er ohnehin nicht am diesjährigen Chase teilnimmt.

Nachdem Biffle sich aus der Spitzengruppe verabschiedet hatte, nahm der spätere Rennsieger Matt Kenseth für knapp 20 Runden seinen Platz ein, bevor Tony Stewart ihm mit einem Two-Tire-Stop während Caution #2 in Umlauf 149 die Führung wieder abjagte. Der Chevrolet mit der #14 lief anschließend in der nachfolgenden Grünphase nicht langsamer als erwartet, da um ihn herum viele andere Fahrer ebenfalls mit nur zwei neuen Reifen pokerten. Chad Knaus und Jimmie Johnson setzten in dieser Gelbphase dagegen auf vier Pneus und verzockten sich gewaltig, denn ihre Restart-Position war anschließend nicht mehr die 3, sondern die 15! Das Gerangel im Mittelfeld sollte Johnson später auch noch das Rennen versauen.

An zweiter Stelle startete Kyle Busch nach besagter Gelbphase zurück ins Renntempo und benötigte einen kompletten Fuel-Run (50 Umläufe), bevor er seinerseits für etwas mehr als 100 Runden die Führung übernehmen konnte und die letzte Phase des Rennens einleitete. Ursache für den Positionsverlust bei Stewart war letztendlich die Leistung der eigenen Mannschaft, denn sein Team konnte ihn nach einem anstehenden Boxenstopp unter grüner Flagge lediglich als Dritten zurück auf die Strecke bringen. Die nächsten vier (teilweise direkt aufeinander folgenden) Cautions überstand Busch noch als Leader, da er sich bei jedem Restart gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, doch in Runde 310 kam die Wende:

Nachdem Matt Kenseth bei fast allen Restarts zuvor die Räder durchdrehen ließ und mehrere Plätze verlor, erwischte er beim vorletzten Neustart einen Riesen-Lauf. Innerhalb von nur fünf Runden knackte er zunächst Carl Edwards und zog anschließend tatsächlich auch an Kyle Busch vorbei. Doch Kenseth hatte noch eine letzte Schwierigkeit zu überstehen, denn Jimmie Johnson verlor bei seiner Aufholjagd am Ende der Top10 liegend sein Auto im Positionskampf aus der Kontrolle und schlug sehr hart frontal in die SAFER-Barrier ein.

Der Unfallhergang erinnerte mich sehr an den fatalen Crash von Dale Earnhardt Sr. damals in Daytona, denn auch Johnson geriet beim Korrigieren auf den Apron und krachte anschließend fast im 90°-Winkel frontal in die Mauer. Schon beeindruckend zu sehen, wie in den letzten zehn Jahren der Sicherheit Rechnung getragen wurde. Auf einen Videolink verzichte ich an dieser Stelle, der geneigte Zuschauer wird sicherlich eigenständig bei YouTube fündig werden. Jedenfalls ließ sich in der Wiederholung sehr gut die Energie-absorbierende Wirkung der SAFER-Barrier erkennen. Johnson wurde zwar ordentlich durchgeschüttelt und sprach anschließend von einem „hard hit“, blieb jedoch zum Glück unverletzt.

Zurück zum Finale: Ausgerechnet beim letzten Restart gelang es Kyle Busch nicht, dagegen zu halten, womit Matt Kenseth anschließend ungefährdet seinen dritten Saisonsieg einfahren konnte. Busch hingegen musste sich noch in eine Auseinandersetzung mit Carl Edwards begeben, doch Kyle setzte sich schlussendlich gegen einen wieder sehr konstanten Ford-Piloten durch. Die Top5 komplettierten die temporär gut zu Recht kommenden Kasey Kahne und Marcos Ambrose. Alleine Kahne holte sich das dritte Top5-Ergebnis in Folge ab und unterstricht damit seine Vorfreude auf Hendrick Motorsports 2012.

Kevin Harvick, AJ Allmendinger, Tony Stewart, Denny Hamlin und Ryan Newman sicherten sich die Plätze 6-10, wobei vor allem Hamlin mal wieder mit einem recht guten Resultat aufwarten konnte. Vielleicht gibt ihm das den nötigen Schwung, die Saison würdevoll zu beenden, nachdem die Chancen auf den Titel ja schon maximal minimiert sind.

Die übrigen Chaser stammen allesamt aus den Teams von Penske Racing und Hendrick Motorsports, welche beide kein tolles Wochenende erwischten. Kurt Busch (13.) und Brad Keselowski (16.) konnten das gesamte Rennen über keine Akzente setzen und kamen trotz zwischenzeitlichem Rundenverlust sogar noch halbwegs gut ins Ziel. Für die Meisterschaft bedeutete dies aber einen gehörigen Rückschritt, vor allem da Keselowskis Momentum jetzt am Ende sein könnte.

Noch schlechter lief es für Dale Earnhardt Jr. (19.), Jeff Gordon (21.) und Jimmie Johnson (34.), wobei ich die Ursache von Johnsons Resultat ja schon erwähnt habe. Von Gordon war am gesamten Wochenende nichts zu sehen, nur ein kleines Scharmützel mit David Ragan und Kasey Kahne brachte ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag kurz ins Bild. Juniors kleiner Aufschwung scheint ebenfalls beendet, er konnte zu keinem Zeitpunkt in die Top10 vordringen und kann mit Platz 19 noch durchaus zufrieden sein.

Auf die Situation in der Punktetabelle gehe ich am Ende des zweiten Teils dieses Artikels ein:

Vorschau Talladega Oktober 2011

Am nächsten Wochenende geht es mit dem Restrictor-Plate-Klassiker auf dem ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

April 19 2011

06:21

NASCAR: Analyse Talladega April 2011

Wie erwartet wurde die Restrictor-Plate-Schlacht von Talladega eine mordsmäßige Lotterie, welche eigentlich jeder der 43 Starter hätte gewinnen können. Dabei wurde es jedoch keinesfalls langweilig, zumal das wahnsinnige Finish den engsten Zieleinlauf in der Geschichte der elektronischen Zeitmessung egalisierte, den Jimmie Johnson knapp für sich entschied.

Kurzfristige Four-Wides hatte man auf dem Talladega Superspeedway ja schon des Öfteren gesehen, doch noch nie im Endspurt um den Sieg. Acht Wagen, von denen sechs innerhalb von einer Zehntelsekunde einliefen, prügelten sich ohne Crash und jederzeit fair um den Einzug in die Victory-Lane. Dass es dabei nicht gekracht hat, war eigentlich ein Wunder. Zusammenhängen könnte es mit der neuen Praxis der Two-Car-Trains, die sich nun auch auf dem anderen Restrictor-Plate-Oval endgültig durchgesetzt hat. Denn zwar fahren die Wagen nun insgesamt enger zusammen, aber eben immer nur paarweise, was die Lücke im Feld für querschießende Wagen deutlich größer macht. Der gefürchtete Big-One blieb am Ende aus, doch trotzdem mussten einige Piloten verfrüht den Heimweg antreten. Nicht so Jimmie Johnson, der in Talladega sein erstes Saisonrennen 2011 gewann.

Dabei entpuppte sich das Rennen am Sonntag wie erwartet als riesige Lotterie mit der Chance 1 zu 43, bei der auch einige Rekorde egalisiert wurden. Die 88 Führungswechsel vom letzten Jahr zum Beispiel, doch die interessanteste Bestmarke ergab sich erst auf den letzten Metern oder besser gesagt Zentimetern. Im Schlusssprint Richtung Ziellinie konnte Jimmie Johnson sich mit einem Vorsprung von 16,8 cm gegen Clint Bowyer durchsetzen, geht man von einer Geschwindigkeit um die 190 mph aus! Das entspricht also gut 0,002 s bzw. zwei Tausendstelsekunden und das gab es seit der Einführung der elektronischen Zeitmessung im Mai 1993 erst ein weiteres Mal: 2003 beharkten sich Kurt Busch und Ricky Craven in Darlington ähnlich und Craven holte sich damals den Sieg ebenfalls mit einer Margin-of-Victory von 0,002 s. Wahrlich beeindruckende Zahlen und optisch sah das Ganze ebenfalls so aus. Bei YouTube gibt es die letzten beiden Runden noch einmal zu sehen:

Bis dahin war viel passiert, eigentlich zu viel, um es komplett zusammenzufassen. Deswegen beschränke ich mich mal auf die eigentlichen Game-Changer und einige weitere Statistiken: In Talladega war es wie beim ersten Tag auf der neuen Schule, jeder durfte mal nach vorne und sich präsentieren. Insgesamt 26 der 43 teilnehmenden Piloten gelangen in den Genuss wenigstens einer Führungsrunde, was einer Quote von sagenhaften 60% entspricht. Lässt man Joe Nemechek, Steve Park und Kevin Conway außen vor, die nur Start-&-Park-Einsätze absolvierten, dann liegt der Anteil sogar bei 65%! Die meisten Umläufe an der Spitze konnte sich Clint Bowyer (38) vor Dave Blaney (21), Kurt Busch (19), Jimmie Johnson (14) und Dale Earnhardt Jr (11) sichern. Alle weiteren Fahrer konnten nur weniger als zehn Führungsrunden ansammeln.

In dieser Statistik zeigt sich ausnahmsweise auch mal die Stärkeverteilung des Rennens ganz gut. Überrascht hat dabei vor allem Dave Blaney, schaut man sich aber die Herkunft seines Materials bei Tommy Baldwin Racing an, so ändert sich die Sachlage schnell – TBR ist ein Kundenteam von Richard Childress Racing, die auch am Sonntag wieder zeigten, dass der Sieg nur über Clint Bowyer und Kevin Harvick gehen würde. Harvick wiederum arbeitete bis kurz vor Schluss mit Blaney zusammen, entschied sich dann aber für seinen Teamkollegen, nachdem der eigentliche Partner von Bowyer – Jeff Burton – beim vorletzten Restart in Folge einer Konfusion im Feld verloren ging.

Dave Blaney bekam daraufhin zwar Unterstützung von Kurt Busch, was aber auch seinen Untergang bedeutete. Busch beförderte nämlich zunächst in der Mitte des Rennens seinen Penske-Kollegen Brad Keselowski in einen Dreher und drei Runden vor Schluss eben Dave Blaney. Schade ist das Ganze natürlich für die Underdogs von Tommy Baldwin Racing, welche im Kampf um die Top35 in der Owner-Wertung sicherlich noch ein paar gute Punkte gebrauchen könnten.

Insgesamt sechs Gelbphasen gab es übrigens in Talladega, wobei zwei durch Debris ausgelöst wurden. Das Rennen war dank der relativ gleichmäßig verteilten Gelbphasen stets in einem guten Fluss, vor allem in der ersten Hälfte ging es lange unter Grün zur Sache. Die größten Abflüge des Tages und damit die vier Unterbrechungen ereigneten sich folgendermaßen:

Caution #1 (Runde 28): Landon Cassill wurde bei einem Push umgedreht und räumte dabei auch Brian Vickers ab. Wenn ich es richtig gesehen habe, dann war ebenfalls Kurt Busch dafür verantwortlich, der somit drei Fahrer an einem Tag aus dem Rennen nahm. Bei den Two-Car-Trains in Talladega muss man sowas aber wohl als Rennunfall verbuchen, da schon ein geringer Anstoßwinkel ausreicht, um den Vordermann in einen Dreher zu schicken. Vickers war natürlich völlig unschuldig und wurde seitlich getroffen.

Dieses Szenario wiederholte sich mit anderen Beteiligten anschließend noch öfter, wobei die geringere Big-One-Gefahr bei den Tangos deutlich wurde, weil die Abstände der Gruppen einfach viel größer waren als sonst im riesigen Drafting-Feld. Wer allerdings bei einem Dreher keine Lücke erwischte, der räumte eben leider Vorder- oder Hintermann eines Two-Car-Drafts von der Seite ab. Das muss ein ziemlich unschönes Gefühl sein, da plötzlich und unerwartet einen ordentlichen Schlag abzubekommen.

Caution #2 (Runde 90): Die angesprochene Situation zwischen Kurt Busch und Brad Keselowski riss außerdem noch Kasey Kahne, Trevor Bayne und David Ragan mit ins Verderben. Vor allem Kahne wurde schwer getroffen und musste seinem brennenden Auto noch auf dem Weg in die Boxengasse entsteigen. Zwischenzeitlich war ich etwas besorgt, als die Flammen recht hoch schlugen und den Wagen in wirklich schwarzen Rauch einhüllten, dem Kahne doch arg spät entsprang. Später stellte sich noch heraus, dass gleichzeitig mit dem Dreher der Motor von David Ragan den Geist aufgab, was für zusätzliche Verwirrung unter den Piloten sorgte.

Caution #4 (Runde 140): Joey Logano drehte Kyle Busch um, der Matt Kenseth aus seinem Tandem riss. Außerdem bekam auch AJ Allmendinger etwas ab.

Caution #6 (Runde 174): Ryan Newman dreht sich auf der Gegengerade und verpasst dabei knapp die SAFER-Barrier an der Grenze zum Infield. Das war übrigens der zweite unglaubliche Save von Newman innerhalb von drei Runden. Beim ersten Vorfall stieß Ryan Newman noch mit Juan Pablo Montoya zusammen, der sein Rennen danach abhaken konnte. Wenige Runden später zerriss ihm dann ein platzender Reifen als Folgeschaden den kompletten vorderen rechten Kotflügel. Bis dahin war er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jamie McMurray doch recht gut unterwegs. Nach langem Aufenthalt am Ende des Feldes kämpften sich die beiden Earnhardt-Ganassi-Fahrer im Finale zur Front durch.

Ich denke, dass ich zum Finish jetzt nicht allzu viel erzählen muss, im Video oben kann man es ja doch recht gut nachvollziehen. Außerdem gibt es aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

Am nächsten Wochenende läutet der Sprint Cup bereits früh das zweite von nur drei Off-Weekends ein und macht eine kurze Osterpause, doch NASCAR-Racing wird es trotzdem geben: Nationwide Series und Trucks treffen sich in Nashville, um zwei von Sam Bass designte Gibson-Les-Paul-Gitarren abzustauben. Während die Trucks bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag um 2 Uhr fahren, geht die zweite Liga am Samstagabend zur besten Sendezeit um 21 Uhr auf die Strecke. Ich wünschen allen Lesern und Kollegen daher schon jetzt frohe Ostern und verweise auf die Vorschau zu Richmond in der nächsten Woche!

2011TalladegaApr_NSCS_Race_Bobby_Allison_and_Brad_Keselowski 226908 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jeff_Gordon_Jimmie_Johnson_Green_Flag 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Hendrick_Motorsports_starts_and_leads_Talladega 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Clint_Bowyer_and_Michael_Waltrip 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Brian_Vickers_Spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_and_Dale_Earnhardt_Jr_Pit 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Kyle_Busch_spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Mark_Martin_and_Jeff_Gordon_drafting 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_final_lap_pass 226882 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Four_wide_finish_Jimmie_Johnson_wins 226857 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_victory_lane

April 15 2011

06:13

NASCAR: Vorschau Talladega April 2011

Die NASCAR startet am Sonntag wieder mal ihre bekannte, recht beliebte und äußerst spektakuläre vierteljährliche Lotterie mit der Gewinnchance von 1 zu 43. Im April geht es dazu traditionell nach Talladega auf den 2,66 Meilen langen gleichnamigen Superspeedway.

Irgendwie kommt es mir vor, als wäre das Daytona 500 gerade erst vor ein oder zwei Wochen gewesen. Doch viel ist seitdem passiert, die Karten wurden neu gemischt und die Würfel sind nach sieben Saisonrennen das erste Mal so richtig gefallen. Schaut man in die Meisterschaftstabelle, so erscheint sie einem mittlerweile relativ sortiert. In den Top12 tauchen nur noch wenige Überraschungen auf und auch weiter hinten findet man nur noch wenige Fahrer, die 2011 bisher mal so gar nichts gerissen haben. Höchste Zeit also, den Laden mal wieder gehörig durcheinander zu schütteln und zum adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Die Trucks legen eine Pause ein und treffen sich erst an Ostern gemeinsam mit der Nationwide Series in Nashville, während der Sprint Cup schon früh das zweite von insgesamt drei Off-Weekends einlöst und pausiert!

Ausstrahlungsdaten

Die Nationwide Series hat am gestrigen Donnerstag schon ihre beiden Practice-Sessions abgehalten, welche aber ohnehin nicht im TV übertragen wurden.

Freitag, 15.04.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 16.04.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Aaron’s 312), ESPN2

Sonntag, 17.04.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Aaron’s 499), FOX

November 02 2010

07:25

NASCAR: Analyse Talladega Oktober 2010

Das restrictor plate-Rennen in Talladega bot bis auf eine vernünftige letzte Runde eigentlich alles, was ein Superspeedway so herzugeben hat: viele Führungswechsel, ein großes Fragezeichen am Ende und ordentlich Spannung! Die Chase-Tabelle schafft nach diesem Wochenende beste Voraussetzungen für einen engen Titelkampf in den verbleibenden drei Rennen.

In den knapp drei Stunden am Sonntagabend sorgte restrictor place racing für gehörige Action, auch wenn es leider nicht mehr zu einem Zieleinlauf unter grüner Flagge kam. Weil der Kampf um die Führung eingangs von Turn 1 im Moment des Auslösens der Gelbphase noch in vollem Gange war, mussten die NASCAR-Offiziellen zunächst die Videobänder befragen, um einen Sieger zu ermitteln. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei two car trains auf dem Weg zur Ziellinie: Clint Bowyer wurde von Juan Pablo Montoya angeschoben und Kevin Harvick bekam einen Push von David Reutimann. Ich werde etwas anders als sonst üblich versuchen, den Weg hin zu diesem Szenario zu beschreiben.

Ein Superspeedway-Rennen kann man schließlich nicht Runde für Runde einzeln zusammenfassen. Wie lautete noch das Zitat aus dem Film Fear & Loathing in Las Vegas? Richtig: „Über dieses Rennen im konventionellen Stil zu berichten, war absurd.“ Denkt man alleine an die 87 Führungswechsel zwischen 26 Fahrern, dann wird einem ganz schwindelig und der Rekord von 88 lead changes aus dem Frühjahr konnte nur ganz knapp nicht geknackt werden. Statt einzelne Phasen genauer zu analysieren, beschränke ich mich deshalb auf die Protagonisten dieses Spektakels und ihre Leides- bzw. Erfolgsgeschichten:

Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die two car trains mal wieder ausgezeichnet funktionierten. Jeff Burton outete sich früh als bester Pusher des Tages und zog mit Matt Kenseth vor der Kühlerhaube dem Feld davon. Burton schob außerdem noch seinen Teamkollegen Clint Bowyer, sowie Dale Earnhardt Jr in Führung, bevor ihn das restrictor plate-Schicksal erwischte. Als Folge einer Uneinigkeit bei der Linienwahl verabschiedete sich Burton in die Mauer und kollidierte dabei ausgerechnet mit Earnhardt, der zuvor seine Superspeedway-Fähigkeiten unter Beweis stellte und insgesamt 24 Runden führte. Für beide Fahrer war daraufhin das Rennen gelaufen, Junior kassierte immerhin noch die Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden, da im verbleibenden Renndrittel niemand mehr seine Leistung überbieten konnte. Schade, denn nach Martinsville war Talladega erneut ein Rennen mit Siegchancen für Earnhardt.

Diese Caution war bereits die zweite am Nachmittag, nachdem zuvor AJ Allmendinger zur Rennhalbzeit einen Schubs von Brad Keselowski bekam. Einen Einschlag im Infield konnte der Kalifornier dieses Mal noch verhindern, am Ende des Rennens sah es dann leider ganz anders aus. Dort überschlug er sich im Gewimmel einer größeren Rauferei und krachte kopfüber frontal in die innere SAFER-Barrier, passiert ist Allmendinger dabei glücklicherweise nichts. Damit war er aber Urheber der letzten Gelbphase des Rennens und das ausgerechnet kurz nach dem Schwenken der weißen Flagge. Weil nun keine Verlängerung mehr möglich war, musste der Schlusssprint abgebrochen werden.

Ansonsten blieben die restlichen drei Gelbphasen mit einer Ausnahme unspektakulär: Bevor Caution #4 und #5 wegen Debris ausgerufen wurden, flog Marcos Ambrose nach einem Bump von Clint Bowyer ab und landete dabei unglücklich vor der Stoßstange von Kevin Harvick, der einige kosmetische Schäden an seiner Front erlitt. Um die Aerodynamik wieder zu kitten, kam NASCAR-üblich Blechstreifen und Klebefolie zum Einsatz. Dass sein Auto noch gut lief, konnte er mit der späteren Siegchance anschließend untermauern.

Da die Namen Burton, Harvick und Bowyer nun schon des Öfteren fielen, kann man erahnen, dass die Richard-Childress-Truppe sich in Talladega leistungsmäßig besonders gut geschlagen hat. Das lag nicht zuletzt an den Motoren aus der Schmiede von Earnhardt-Childress Technologies, welche auch das Team von Earnhardt-Ganassi Racing beliefert. Juan Pablo Montoya und Jamie McMurray zeigten sich als weitere Siegkandidaten und harmonierten besonders im teaminternen two car train exzellent. Montoya ließ sich nach einer Führungsrunde zu Beginn schnell ans Ende des Feldes zurückfallen, um einem möglichen big one zu entgehen. In Kooperation mit McMurray konnte er gegen Halbzeit wieder vorstoßen und weitere 17 Runden führen. Während sein Teamkollege sich die #1 später durch einige unvorteilhafte Kontakte beschädigte und die anfängliche Leistung nicht mehr abrufen konnte, war Montoya im unterbrochenen Finale mit Siegchancen hinter Clint Bowyer zu finden. McMurray verlor in der Folge fünf Runden wegen notwendiger Reparaturarbeiten.

An diesem Wochenende waren die Augen aber natürlich besonders auf die Top3 der Chase-Tabelle gerichtet: Während Kevin Harvick wie erwartet gut abschnitt und sogar um den Sieg kämpfte, musste Denny Hamlin einen temporären Rückschlag hinnehmen. Zur Halbzeit verlor er den Draft und fing sich eine Runde Rückstand ein. Während Rusty Wallace rätselte, warum denn kein Toyota-Mann zu Hamlins Unterstützung zurückbeordert wurde, wusste Dale Jarrett die logische Antwort: Zum einen wartete man zu lange, um etwaige Teamkollegen zurückfallen zu lassen. Hamlin verlor pro Runde drei Sekunden auf das Hauptfeld, womit er schnell außer Reichweite gelangt war. Zum anderen kann bei einem solchen Abstand nicht dauerhaft durch einen two car train Boden gutgemacht werden. Die Motoren überhitzen dabei mit wenig Frischluftzufuhr recht schnell, so dass nach 1-2 Runden die Positionen getauscht werden müssen und das kostet wiederum zusätzliche Zeit.

So blieb es Hamlin selbst überlassen, sich mit dem lucky dog seine Runde zurückzuholen, was ihm in Gelbphase #3 dann auch gelang. Am Ende reichte ihm ein neunter Platz, um den Rückstand hinter Jimmie Johnson nur weitere acht Pünktchen anwachsen zu lassen. Tabellenführer Johnson verfolgte eine ähnliche Taktik wie Montoya und ließ sich ebenfalls hinter das Hauptfeld zurückfallen. Knappe 20 Runden vor Schluss bekamen Johnson und sein Teamkollege Jeff Gordon dann das Zeichen von Crew Chief Chad Knaus, nach vorne durchzubrechen. Innerhalb weniger Umläufe kamen sie tatsächlich mit einer echten Meisterleistung in Top5-Nähe, doch der Öldruck der #24 drohte durch den two car train in astronomische Höhen zu entschwinden. Gordon ließ sich daraufhin zurückfallen und erreichte noch den achten Platz. Für Johnson war ebenfalls Schluss, er musste sich mit Rang 7 zufrieden geben, weil ihn unverwunderlicherweise niemand mehr anschieben wollte.

Um das große Fragezeichen vom Anfang dann doch noch aufzulösen: Clint Bowyer gewann schließlich das Talladega-Rennen, weil Montoya ihn eingangs von Turn 1 beim Auslösen der Gelbphase schon an Kevin Harvick vorbeigeschoben hatte. Minutenlang war der Ausgang des Rennens unklar und kuriose Szenen spielten sich auf dem Apron vor der Boxengasse ab: Zunächst fuhren die RCR-Teamkollegen Bowyer und Harvick Fahrerfenster-an-Fahrerfenster nebeneinander und gaben sich freundschaftlich die Hand. Als es Bowyer dann mit dem Warten zu blöd wurde, drehte er gleich mal provisorisch seine Siegerdonuts, nach denen NASCAR ihn dann endlich als Sieger bestätigte. So gab es zwar keinen nervenzerreißenden Schlusskampf in der letzten Runde, jedoch ein spannendes Warten auf die Verkündigung des Ergebnisses. Alles in allem hätte aber auch nur diese letzte Runde zu einem wirklich perfekten Rennen gefehlt. Das Talladega-Chase-Rennen war das bisher beste Rennen in den Playoffs, nachdem zuvor Martinsville schon die Latte recht hoch gelegt hatte.

Weitere Ergebnisse:
- David Reutimann und Joey Logano konnten in die Top5 fahren, Martin Truex Jr auf den sechsten Platz und Brad Keselowski komplettierte die Top10.
- Kyle Busch führte wenige Runden vor Schluss noch, fiel dann aber bis auf Platz 25 zurück. Damit sind seine Meisterschaftschancen nun wohl auch gleich Null.
- Schlechter erwischte es im Chase außer Jeff Burton (41.) nur Kurt Busch (30.) und Tony Stewart (31.). Kurt tauchte zwischenzeitlich mal in den Top5 auf, konnte sich zum Schluss aber nicht mehr nach vorne durchdrücken. Stewart lag zwischenzeitlich zwei Runden zurück, holte sich die Umläufe aber mittels wave around und lucky dog wieder zurück. Er beendete das Rennen am Ende der lead lap.
Die komplette Ergebnisliste habe ich hier bei Jayski.com verlinkt, denn die ist immer ganz übersichtlich.

Damit verbleiben noch drei Rennen im Chase 2010: Zunächst geht es nach Texas auf das 1,5-Meilen-Oval in Fort Worth, wo auch die IndyCars regelmäßig unterwegs sind. Die letzten beiden Meisterschaftsläufe finden in Phoenix und Homestead statt. Die ersten beiden Strecken gehören dabei definitiv zu den starken Ovalen von Jimmie Johnson, vor allem in Phoenix hat er im Chase nie schlechter als auf Platz 2 abgeschnitten, wenn er später Meister wurde. Die letzten drei Playoff-Rennen dort gingen an Johnson. In Texas kam er 2006 und 2007 auf Rang 1 und 2 an, danach schwächelte er etwas und erreichte 2008 nur Platz 15. Im letzten Jahr wurde er Opfer eines Unfalls und musste Platz 38 einstecken, was beinahe seine vierte Meisterschaft in Gefahr brachte. In Homestead fehlt Johnson noch ein Sieg und in seinen Meisterjahren wurde er dort bestenfalls Fünfter. Das mag aber damit zusammenhängen, dass ihm im letzten Rennen des Jahres jeweils ein solides Ergebnis reichte und er nicht auf Sieg fahren musste.

Die einzigen verbliebenen ernsthaften Verfolger von Johnson sind nun Denny Hamlin (-14) und Kevin Harvick (-38), noch dazu mit einem verschwindend geringen Rückstand. Alle anderen Piloten ab Jeff Gordon (-207) haben wohl nur noch rechnerische Titelchancen. Auch Hamlin und Harvick müssen sich auf den verbleibenden Strecken nicht verstecken, denn sie können ebenfalls so Fabeljahre inkl. einer guten Serie in Texas, Phoenix und Homestead vorweisen. Hamlin gelang dies im letzten Jahr (2/3/1) und auch 2006 (10/3/3) war er recht ordentlich unterwegs. Harvick legte 2006 (3/1/5) und 2008 (7/7/2) jeweils nur Top10s hin. Das wird in den nächsten drei Wochen also noch ziemlich interessant werden, zumal es auch zu diesem Zeitpunkt im Chase nie so eine enge Situation gab.

Ein Wort noch zu den Top35: Weil Travis Kvapil die Qualifikation verpasst hat, verlor die #38 von Front Row Motorsports wichtige Punkte in der Owner-Wertung. Gleichzeitig legte Robby Gordon einen guten Platz 18 in Talladega vor und überholte damit sogar die #71 von TRG Motorsports, welche Chad McCumbee am Wochenende auf Rang 22 ins Ziel brachte. Damit liegt die #38 jetzt 116 Punkte hinter der #71, was vermutlich in dieser Saison nicht mehr aufzuholen sein wird. Robby Gordon Motorsports und die anderen beiden Teams von FRM liegen innerhalb von 151 Punkten vor dem Cut. Das ist zwar eng, aber wahrscheinlich bereits genug.

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October 29 2010

06:17

NASCAR: Vorschau Talladega Oktober 2010

An diesem Wochenende steht Chase-Rennen Nummer 7 in Talladega auf dem Plan. Der Superspeedway wird vermutlich die Vorentscheidung für den Endspurt über die drei Rennen in Texas, Phoenix und Homestead liefern. ACHTUNG: Start schon um ca. 18:15 Uhr.

Die sehr beliebten „restrictor plate“-Rennen auf den Superspeedways von Daytona und Talladega zählen jährlich zu den absoluten Highlights des NASCAR-Kalenders. Der Talladega Superspeedway ist mit 2,66 Meilen Länge und einem extremen Banking von 33° ein wahres Monster in der Landschaft. Diese Daten machen enorme Geschwindigkeiten möglich, die mit den erwähnten „restrictor plates“ eingebremst werden müssen. Im verlinkten Artikel zur Strecke selbst ist neben einer kleinen Beschreibung des Ovals auch zu finden, warum NASCAR seinerzeit diese Begrenzung einführte. Diese Art von Rennfahren zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, das sogenannte „bump drafting“. Der folgende Abschnitt, in welchem diese Fahrtechnik erklärt wird, entstammt der Talladega-Vorschau vom Frühjahr – schließlich muss ich die Welt ja nicht neu erfinden:

Möglich wird das Windschattenfahren in großen Pulks durch die „restrictor plates“, die Luftmengenbegrenzer, welche die Motorleistung halbieren und die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen unter der 200mph-Marke halten sollen. 430 statt 750 PS sorgen außerdem dafür, dass kein Fahrzeug sich vom Rest des Feldes absetzen kann und dass „bump drafting“ möglich wird. Wegen der geringen Motorleistung ist es effektiver, kollektiv den Luftwiderstand zu bezwingen und dadurch wieder an Geschwindigkeit zu gewinnen. Der vorausfahrende Wagen einer Kolonne reißt ein Loch in die Luft und ermöglicht es somit seinem Verfolger, ohne Widerstand noch schneller zu werden. Er „bumpt“ dann das vor ihm liegende Fahrzeug von hinten an und erhöht dessen Geschwindigkeit durch exzessives Anschieben. Ein volles Feld mit 43 Startern ist dann gut und gerne fast 10mph schneller als ein Einzelkämpfer, weshalb sogar mehrere Teams unter grün gemeinsam an die Box kommen, um den „Draft“ – also den Anschluss an das Hauptfeld – nicht gänzlich zu verlieren.

Dieses extrem enge Racing jenseits der 300km/h ist nicht ganz ungefährlich: Ein kleiner Fehler eines einzelnen Piloten im Pulk kann eine Kettenreaktion auslösen, welche das halbe Feld aus dem Rennen nimmt. Diese Massenkarambolagen sind auch als „big ones“ bekannt und für gewöhnlich kommt es pro Superspeedway-Rennen zu mindestens einem größeren Ereignis. Als viertletztes Saisonrennen ist Talladega natürlich eng in die Meisterschaftsentscheidung eingeflochten, was bei den unsicheren Bedingungen des „restrictor plate“-Racings die Punktetabelle schon einmal mächtig durcheinanderwirbeln kann. Aus diesem Grund werden die Chase-Rennen in Talladega meist etwas verhaltener ausgetragen. So kann es vorkommen, dass im Mittelteil des Events ca. 100 Runden „single file“ – also in einer Kolonne wie auf der Perlenschur aufgereiht – gefahren wird, um einen „big one“ zumindest vorzeitig zu vermeiden.

Trotzdem sind die Superspeedway-Rennen immer spektakulär und sei es auch mal nur wegen der rundenlangen Rad-an-Rad-Duelle auf gerne mal drei parallelen Linien nebeneinander. Auch die Schlussphasen zeichnen sich fast ausnahmslos durch große Turbulenz aus, alleine das Frühjahrsrennen in Talladega nutze zum ersten Mal seit deren Einführung alle drei „green-white-checkered“-Verlängerungen aus. Dazu gilt seit diesem Jahr auch das „bump“-Verbot in den Turns nicht mehr, was 2010 wieder mehr Action in die Rennen gebracht hat. Zudem veränderte auch die Wiedereinführung des Heckspoilers die Fahrgewohnheiten, was bedeutet, dass wir uns am Wochenende höchstwahrscheinlich wieder auf die „two-car tangos“ freuen dürfen. Die Beschreibung dazu aus einer diesjährigen Analyse:

[Der „two-car tango“ beschreibt] das Phänomen, dass zwei Wagen die exakt Stoßstange an Stoßstange fahren, einfach mal bis zu 10mph schneller unterwegs sein können als der Pulk mit weit mehr als 20 Autos. [...] Machbar ist so ein „two-car train“ allerdings nur ca. eine Runde lang, weil der Hintermann so gut wie keine Luft auf den Kühler bekommt und die Motortemperatur doch schlagartig in gefährliche Bereiche abdriftet. [...] Da der Pulk allerdings nicht so präzise hintereinander fahren kann wie eben zwei Wagen gemeinsam, tritt der Vorteil deutlich hervor.

Im letzten Jahr ließ sich diese Technik vor allem in den Schlussrunden immer wieder beobachten, aber seit dem Wechsel zum Spoiler wird auch während der Überlebensphase exzessiv davon Gebrauch gemacht. Oft kämpfen dann zwei konkurrierende „trains“ in den letzten beiden Runden um den Vorteil, nur damit sich der siegreiche Verbund auf den letzten Metern auflöst und selbst bekriegt. Wie man unschwer erahnen kann, bin ich total für das Rennen am Sonntag gehypt. Hoffentlich hält Talladega, was Superspeedway-Racing verspricht und wir erleben einen spannenden Abend – möglichst nicht auf Kosten der Sicherheit! Es ist doch immer noch so gefährlich, dass man das Beste hoffen muss. Ich erinnere mich da nur an den Abflug von Carl Edwards in den Fangzaun im letzten Jahr und sowas braucht keiner.

Weil wieder die „restrictor plates“ auf den Vergaser geschraubt werden, ist eine genauere Vorhersage der Siegkandidaten noch schwieriger als ohnehin schon. So spektakulär und spannend es doch ist, meistens ist es pures Glück, am Ende alle „big ones“ überstanden zu haben und mit einem guten Drafting-Partner im Vorderfeld unterwegs zu sein. Schauen wir uns also an, wer diese besondere Art von Racing besser beherrscht, als der Rest. Dazu krame ich mal die – in letzter Zeit eher seltener eingebrachte – Liste der bisherigen noch aktiven Sieger hervor:

1. Jeff Gordon (6)
2. Dale Earnhardt Jr (5)
3. Mark Martin (2)
4. Tony Stewart, Brian Vickers, Michael Waltrip, Brad Keselowski, Kyle Busch, Bobby Labonte, Jimmie Johnson, Jamie McMurray und Kevin Harvick (je 1)

Die letzten beiden Superspeedway-Rennen des Jahres gewann bekanntlich Kevin Harvick, der mit einem Sieg am Wochenende weiteren Schwung in die Meisterschaft bringen könnte. Das Daytona 500 2010 und das Talladega-Rennen vom letzten Herbst beendete Jamie McMurray siegreich, der in diesem Jahr eine Wahnsinns-Saison hingelegt hat; auch mit ihm muss man also rechnen. Dazu kommen die echten Spezialisten, wie Dale Earnhardt Jr und Tony Stewart, mit denen man bei jedem „restrictor plate“-Event rechnen muss.

Fahrer mit auffallend guter Talladega-Statistik sind Mark Martin, Clint Bowyer, Jeff Burton, Kurt Busch, Ryan Newman, Joey Logano, David Ragan und Brad Keselowski. Für alle diese Piloten gilt: Wenn sie in den letzten Jahren nicht durch einen Unfall aus dem Rennen genommen wurden, kamen sie mit großer Häufigkeit auch in den Top10 an. Vor allem bei David Ragan fällt mir ins Auge, wie gut er auf den Superspeedways unterwegs ist. In den 19 Starts in Talladega und Daytona fuhr er ein Drittel seiner Top10s und die Hälfte der Top5s heraus, obwohl diese beiden Strecken nur 13% seiner insgesamt gefahrenen 142 Rennen ausmachen. Auf diesem Roush-Fahrer sollte man am Wochenende also ein Auge behalten, schließlich kam er in Talladega nie schlechter als auf Platz 17 ins Ziel, wenn ihn kein „big one“ erwischte.

Bei den anderen drei Roush-Piloten sieht es dagegen nicht so rosig aus, sieht man mal von einigen Lichtblicken, wie dem Daytona-500-Gewinn von Matt Kenseth oder Carl Edwards‘ Fast-Sieg vom vergangenen Frühjahrsrennen in Talladega, ab. Edwards konnte aus zwölf Dega-Rennen nur insgesamt drei Top10-Ergebnisse mitbringen, Kenseth aus 21 Rennen nur deren sechs. Greg Biffle kommt erst seit dem letzten Jahr in Talladega in Schwung, wo ihm zwei Top10s gelangen. Das sind im Übrigen auch seine einzigen beiden derartigen Resultate auf dieser Strecke.

Wirklich interessant wird es jetzt bei den Top5 der Meisterschaftstabelle:

- Jeff Gordon (-203) hat knapp über 200 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Jimmie Johnson und müsste sich am Wochenende schon mit einem Sieg wieder zurück ins Geschehen bringen. Seine letzten beiden Erfolge stammen aus dem Jahr 2007, wo er beide Talladega-Rennen der Saison gewann. Danach reichte es für ihn nur noch zu zwei knappen Top20-Resultaten. Gewinnt Gordon am Sonntag nicht, ist der Titel für ihn gegessen.

- Kyle Busch (-172) beendete fünf seiner ersten sechs Talladega-Rennen überhaupt nicht, brachte danach aber nur Top15-Resultate (u.a. ein Sieg) nach Hause, wenn er in der Führungsrunde ins Ziel kam. Auch für ihn gilt: Ein Sieg am Wochenende ist Pflicht! Busch weiß wie es geht und wenn er nicht in einen „big one“ verwickelt wird, ist das auch möglich.

- Kevin Harvick (-62) gewann wie oben erwähnt die letzten beiden Superspeedway-Rennen im Kalender, ist in Talladega aber in den vergangenen Jahren recht unregelmäßig unterwegs gewesen. Selbst wenn er dem „big one“ fernblieb, war das keine automatische Top10-Garantie. Ihm könnte zwar auch ein Top5-Resultat reichen, um in der Meisterschaft dran zu bleiben, doch dieses Rennen stellt natürlich seinen letzten Trumpf dar.

- Denny Hamlin (-6) machte mit dem Sieg in Martinsville am vergangenen Wochenende eine Menge Punkte auf Jimmie Johnson gut. Hamlin fuhr in den letzten sechs Talladega-Rennen mit einer Ausnahme immer in die Top4, wenn er einen planmäßigen Nachmittag ohne Überraschungen erlebte. In den drei Rennen davor (seine ersten drei Dega-Auftritte) gelangen ihm jedoch keine Top20-Ergebnisse. Hamlin braucht am Sonntag einen guten Punktetag, wie man ihn von Jimmie Johnson kennt. Um auf Augenhöhe zu verbleiben, muss er also die Top5 anvisieren. Ein Sieg erscheint mir nicht so realistisch, dafür ist Hamlin einfach kein wirklicher „restrictor plate“-Fahrer. Die Superspeedways sind mit Abstand seine schwächsten Strecken, die Shorttracks seine besten.

- Jimmie Johnsons Führung vor Denny Hamlin ist denkbar knapp, so dass er sich in Talladega keinen Ausfall leisten kann. Für Johnson gilt: Wenn er nicht in einen „big one“ verwickelt wird, kommt er in den Top10 an. Seit 2006 schaffte er dies in fünf von sechs unfallfreien Rennen, drei Mal war sein Auftritt vorzeitig beendet. Von diesen fünf Top10s waren vier auch gleichzeitig Top6-Resultate. Johnson braucht „lediglich“ eines seiner guten Punktewochenenden, denn mit Phoenix und Texas folgen noch zwei seiner starken Strecken im Chase. Dass er dazu in der Lage ist, hat er in den letzten fünf Playoff-Rennen bewiesen, denn das waren allesamt Top5-Zielankünfte.

Alles in allem gilt also: Die drei Verfolger Jeff Gordon, Kyle Busch und mit Abstrichen Kevin Harvick brauchen am Wochenende einen Sieg, um weiter eine Chance auf den Titel zu behalten. Ihr Rückstand nach Talladega muss kleiner als 100 Punkte werden, um in den letzten drei Rennen noch etwas erreichen zu können. Für die beiden Fahrer an der Spitze, Jimmie Johnson und Denny Hamlin, genügt in Talladega ein guter Punktetag, um den Vorsprung nicht zu sehr einschmelzen zu lassen. Hier zählt nicht volles Risiko, sondern eher das Heraushalten aus allen Scharmützeln.

Zum Abschluss habe ich noch drei „dark horses“ für das Wochenende: Juan Pablo Montoya, Marcos Ambrose und Scott Speed. Allen drei NASCAR-Newcomern liegen die Superspeedways laut Statistik besser als die Intermediate-Ovale. Bei Speed sind die SSWs sogar die mit Abstand besten Strecken für ihn. Ambrose und Speed haben in ihren bisher drei Talladega-Rennen schon jeweils ein Top5-Ergebnis einfahren können. Montoya holte im Frühjahrsrennen einen dritten Platz und konnte sich 2008 sogar einmal auf Rang zwei schieben. Die anderen Ergebnisse waren leider weniger gut, aber wenn einer dieser drei Piloten einen guten Tag erwischt, dann sind auch Top-Platzierungen drin.

Nach der Talladega-Chase-Statistik und den derzeitigen Punkteständen in Playoff-Tabelle und Owner-Wertung kommen wie immer noch die Ausstrahlungsdaten fürs Wochenende. Vor allem der Freitagabend bietet ordentlich „restrictor plate“-Action in den Freien Trainings. Zur Unterstützung ist die Truck-Serie ebenfalls in Talladega unterwegs, die Nationwide Series macht hingegen eine Woche Pause. ACHTUNG, nicht vergessen: Aufgrund der Winterzeitumstellung sind wir ab Sonntag nur noch fünf Stunden vor den USA, deswegen beginnt das Rennen schon um ca. 18:15 Uhr. Dasselbe gilt für den Freitag und Samstag am nächsten Wochenende in Texas, während das Rennen wieder mit der normalen Differenz stattfindet.

Noch kurz zur aktuellen Situation von Richard Petty Motorsports: Mehrheitsbesitzer George Gillett hat seine Anteile an einigen Unternehmen veräußert, die ein Ski Resort in den USA betreiben. Dabei kamen 63 Millionen US-Dollar zusammen, weit weniger als Gillett erwartet hatte. Der Unternehmer schuldet der Wachovia Bank noch 70 Millionen US-Dollar, die er sich für die Übernahme von Evernham Motorsports vor einigen Jahren geliehen hatte. Dabei ist der Verkauf noch nicht einmal komplett abgewickelt, denn Ray Evernham bekommt nach wie vor Geld von Gillett. Die Zahlung der Raten soll laut dem ehemaligen Besitzer allerdings bisher regelmäßig erfolgt sein.

Gillett gehörte auch ein Teil des FC Liverpool, doch diese Beteiligung musste er auf Druck der Royal Bank of Scotland verkaufen, von der er sich ebenfalls Geld für das Investment in den Fußballverein geborgt hatte. Gerüchten zu Folge sind die Verbindlichkeiten seines NASCAR-Teams bereits so groß gewesen, dass ohne diese beiden Verkäufe schon vor dem Rennen in Talladega bei RPM die Lichter ausgegangen wären. Es ist noch nicht 100%ig sicher, ob das Team die Saison planmäßig beenden kann, momentan werden jedenfalls händeringend Investoren gesucht. Richard Petty selbst plant angeblich eine Übernahme des nach ihm benannten Teams. Paul Menard ist durch das garantierte und direkte Sponsorengeld seines Vaters jedoch von diesen Gefahren ausgenommen.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 29.10.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:40 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED

Samstag, 30.10.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Rennen (Mountain Dew 250), SPEED

Sonntag, 31.10.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Amp Energy Juice 500), ESPN

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