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January 01 2014

08:00

Best of 2013 – Yankee

Zum Jahreswechsel schauen die Racingblog-Autoren auf das vergangene Jahr zurück und stellen ihre persönliche Highlights und Enttäuschungen zusammen.

Super GT JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup 2013 Day 2 GT500 Start2013 war ein Auf und Ab. Ein Jahr mit vielen gemischten Gefühlen. Wir haben gejubelt, gelacht, getrauert. Auf die schönen, unterhaltsamen Momente folgten die Stunden der Trauer, die Stunden des Schmerzes. Auch 2013 forderte der Motorsport erneut seine Opfer – Fahrer, Streckenposten, Zuschauer – die viel zu früh von uns gegangen sind. Zu früh bei einer Tätigkeit die sie liebten auszuführen. Mit Schock erinnere ich mich noch an den Moment, als Allan Simonsens Tod bei den 24 Stunden von Le Mans verkündet wurde.

Ich operierte damals die ersten beiden Rennstunden in unserem Live-Ticker, hatte dementsprechend die unliebsame Aufgabe über jene Schockmeldung zu berichten. Simonsens plötzliches Ableben war der zunächst traurige Höhepunkt einer Motorsport-Saison, die bereits im Februar beim NASCAR Nationwide Series-Rennen nur knapp an einer Katastrophe vorbeischrammte. 2013 steht im Zeichen von Allan Simonsen, Sam Edwards, Wolf Silvester, Janina Depping wie auch ihrer Beifahrerin, Jason Leffler, Maria de Vilotta sowie vielen weiteren, die viel zu früh von uns gegangen sind. Überschattet wurden die letzten Tage dieses emotional hügeligen Jahres mit der schockierten Meldung über Michael Schumachers schweren Ski-Unfall, der zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels (Stand: Montag, 30.12.2013) um sein Leben kämpft. Ich hoffe inständig, dass Schumacher die Kraft und das Glück hat, dieses eine „letzte Rennen“ um sein Leben zu gewinnen.

Den richten Übergang zum eigentlichen Hauptteil dieses Artikels ist nach diesem Einstieg nur schwierig. Trotz der Trauer gab es sie doch noch, die schönen Momente im Motorsport-Jahr 2013. Momente die uns erinnern, warum wir die ganze PS-Hatz und Kreisfahrerei eigentlich schauen und lieben. Momente die uns erinnern, weshalb wir früh am Morgen respektive spät in der Nacht uns vor den Fernseher oder Stream setzen, um Rennen von aller Welt zu verfolgen.

Bestes Rennen
Das Rennen der Super GT im Sportsland Sugo. Zugegeben, ich bin da natürlich etwas voreingenommen. Doch auch so wäre meine Wahl nach Japan gefallen. Das Rennen auf der malerischen Naturrennstrecke nahe Sendai bot nahezu alles, was man sich als Motorsport- / Sportwagen-Fan wünschen konnte. Viele Zweikämpfe in beiden Klassen, Überholmanöver, Spannung, wechselhafte Witterungsbedingungen und eine höchst kuriose Szene. Tatort Rainbow-Corner in Runde 70: Im erbarmungslosen aber stets fairen Zweikampf versuchen bei Nieselregen sich der Führende Yuji Tachikawa (außen) sowie Juichi Wakisaka (innen) am Evangelion-McLaren vorbei zu quetschen. Dabei berührt Wakisaka den lila McLaren leicht, der wiederum den Zent Cerumo-Lexus von Tachikawa touchiert. Tachikawa dreht sich ins Kies, während von hinten die beiden Honda mit Takashi Kogure und Frédéric Makowiecki ein 3-wide-Manöver auf der Geraden mit Wakisaka in der Mitte aufmachen. Dabei kommen Makowiecki sowie Kogure, jeweils von außen, dem Denso Kobelco SC430 von Wakisaka zu nahe. Makowiecki berührt den Lexus, schießt quer rüber und trifft Kogure. Vier der Top-Favoriten auf den Rennsieg waren eliminiert; Wakisaka schleppte sich mit einem Schaden noch auf Position Vier ins Ziel. Am Ende fuhr das ARTA-Team von Aguri Suzuki einen Doppelsieg in der GT500 wie auch GT300 ein. Sugo wie es leibt und lebt. Viel Action sowie ein denkwürdiger Moment, der schon jetzt in die Geschichte der Super GT eingeht.

Andere, denkwürdige Rennen waren jenes der Super Formula, ebenfalls im Sportsland Sugo, der Grand Prix von Long Beach der IndyCar (Takuma Sato gewinnt als erster Japaner ein IndyCar-Rennen) sowie der Saisonauftakt der Super GT in Okayama und das Finale der Super Formula in Suzuka.

Bestes Finish
Meine Kollegen Don und Thomas haben mir schon meine Wahl für die „weiteren Plätze“ mit jenen Zieleinläufen der IndyCar in den Straßen von Sao Paulo sowie dem Indy-Lights-Finish in Indianapolis abgenommen. Meine persönliche Nummer Eins fällt aber erneut nach Japan, wenn ich auch persönlich in einer kleinen Zwickmühle stecke. Das Duell in den letzten Runden mitsamt Foto-Finish von André Lotterer und Loic Duval (0.041 Sekunden!) in der Super Formula im Sportsland Sugo war außergewöhnlich. Vorausgehend war ein spektakuläres Rennen, das wohl auch aufgrund von vier Safety-Car-Phasen stets spannend blieb. Meine Wahl fällt jedoch auf das Finale der Super Formula in Suzuka, speziell auf den zweiten Lauf. Die Ausgangslage war eindeutig: Naoki Yamamoto musste mindestens den dritten Platz erreichen, um bei Punktegleichheit den Titel vor dem aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht am Rennen teilnehmenden André Lotterer zu gewinnen. Vorausgegangen war ein Start-Ziel-Sieg Yamamotos im strömenden Regen in Lauf Eins. Der Regen spielte auch im zweiten Durchgang eine wichtige Rolle, als sich zum Ende hin wieder der Himmel über der legendären Grand-Prix-Strecke öffnete. Es folgte ein Finish, das in Punkto Dramatik jenem der Formel Eins in Brasilien 2008 in nichts nachstand.

Bester Fahrer
Die Wahl könnte so einfach sein: Sebastian Vettel dominierte die diesjährige Formel-Eins-Saison spätestens ab der Halbzeit nahezu fehlerlos. Dies erfordert Respekt und Anerkennung. Ermöglicht wurde dieser Erfolg vor allem aber auch durch den technisch absolut überlegenen Red-Bull-Boliden. Freilich muss solch ein Gefährt erst fehlerlos pilotiert werden. Doch auch wegen der Überlegenheit konnte Vettel seiner Konkurrenz nicht einmal den Hauch einer Chance lassen. Die Wahl könnte so einfach sein… Ist sie aber nicht, weshalb ich mich für „Mr. Sixpack“ Jimmie Johnson entscheide. In acht Jahren sechs Mal den NASCAR Sprint Cup bei 36 Rennen im Jahr zu gewinnen ist eine unglaubliche Leistung. Oder anders ausgedrückt: der schiere Wahnsinn. Johnsons Erfolg kam nicht von ungefähr und gewiss nicht von ihm alleine. Es ist das komplette Team rund um Crew-Chief Chad Knaus, die das Jahr über mehr als 100% gaben und zusammen mit Johnson stets Top-Resultate einfuhren.

Ebenfalls erwähnen möchte ich André Lotterer, der vielleicht etwas untergegangen vom Trubel anderer Fahrer erneut eine bärenstarke Saison fuhr, trotz hervorragender Leistungen aber aufgrund von ein bisschen Pech sein persönliches „Triple“ (24 Stunden von Le Mans, WEC, Super Formula) nicht erzielte. Im gleichen Atemzug muss man seinen Audi-Kollegen Loic Duval erwähnen, dem es zusammen mit Tom Kristensen und Allan McNish erstmals gelang beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe zu obsiegen sowie Team LeMans in der Super Formula mit dem Erfolg im Sportsland Sugo nach Jahren wieder auf die Erfolgsspur zu manövrieren. Die Ehrenerwähnung geht an Allan McNish, der erst kürzlich als frisch gekürter Weltmeister seine aktive Rennfahrerkarriere beendete. Der symphytische Schotte zählt zu den Größen des Motorsports, den wir hoffentlich schon bald als TV-Kommentator begrüßen dürfen. Sein Vater erzählte einst, dass er bei seiner Geburt nicht sicher war, ob Allan ein echter McNish sei. „Doch als ich seine Eier sah, da wusste ich, dass er ein echter McNish ist.“ Vielen Dank für die tollen und unterhaltsamen Jahre, Allan!

Bestes Team
Red Bull Racing, weil die lassen die Eier nicht im Pool hängen. Sagt der Vettel.

Wenn ich nun sarkastisch klingen wollte, hätte ich Michael Waltrip Racing benannt. Kein Team hat besser (lies: schlechter) beschissen als diese Truppe. Da dreht sich einer, da wird ein anderer geparkt. Und am Ende gibt es vor allem einen Dummen: Matrix Truex jr. Das Ergebnis vom Versuch ihn ungewollt mit irgendwelchen Team-Ordern in den Chase zu holen: Punkte weg. Sponsor und damit auch Job weg. Glücklicherweise fand er bei Furniture Row ein neues Cockpit.

Die ernstgemeinte Antwort fällt auf das Team rund um Jimmie Johnson und Chad Knaus bei Hendrick Motorsports. Weshalb habe ich bereits in der Kategorie zuvor erwähnt. Die Ehrenerwähnung geht an Team Cerumo in der Super GT, weil man trotz unverschuldeten Pech (u.a. in Sepang, Sugo und Suzuka) nicht aufgab und doch noch die Meisterschaft in der GT500 gewann.

Überholmanöver des Jahres
Der Dreikampf zwischen Ronnie Quintarelli, Takashi Kogure und Koudai Tsukakoshi in der Super GT zum Saisonauftakt in Okayama fünf Runden vor Schluss um den Sieg. Sollte der Timestamp nicht funktionieren, einfach bis Minute 9:30 vorspulen:

Feinde / Duell des Jahres
Sebastian Vettel und Mark Webber konnten sich noch nie so wirklich leiden. Das aber sowieso schon angespannte Team-Verhältnis wurde noch weiter belastet, als der Deutsche in der so genannten „Multi-21-Affäre“ sich nicht an die Team-Order hielt und Webber den Sieg strittig machte. Mehr als Zoff und lange Gesichter gab es bei Red Bull jedoch nicht. Ganz im Gegenteil zwischen den beiden Streithähnen Joey Logano und Denny Hamlin. Dieser Zoff endete, ausgehend von harten, kritisierenden Worten Hamlins nach dem Frühlingsrennen in Bristol, in einem schweren Unfall in Fontana, bei dem weder Hamlin noch Logano nachgeben wollten. Hamlin verletzte sich dabei schwer, so dass er für einen Großteil der Saison pausieren musste. Einen zumindest aus fahrerischen Sicht tröstenden Abschluss hatte diese „verlorene“ Saison für Denny Hamlin aber doch noch: Wieder einigermaßen genesen gewann er das Finale in Homestead-Miami.

Kostenpunkt des Jahres
Hier fällt meine Wahl eindeutig auf den kuriosen, in einem großen Blechhaufen endenden Start der American Le Mans Series in Baltimore. Glücklicherweise wurde niemand dabei verletzt.

Enttäuschung des Jahres
Enttäuschungen gab dieses Jahr so einige. Aus Motorsport-technischer Sicht ist mir allerdings besonders die Problematik zwischen Japan und Südkorea im Gedächtnis geblieben. Sowohl Super GT wie auch Super Formula haben versucht ein Einladungsrennen respektive einen Meisterschaftslauf im koreanischen Nachbarsstaat auszutragen. Ohne Erfolg. Die Absagen beider Serien kamen zwar kurzfristig und überraschend, gingen jedoch einer langen und öffentlich zumindest erfolgreich suggerierten Vorarbeit heraus. Offiziell sprachen GTA und JRP jeweils von „diversen Gründen“. Nach entsprechender Recherche konnte ich allerdings einige der genauen Streitpunkte benennen, über die ich in meiner

November 16 2013

19:29

Super Formula: Yamamoto gewinnt Titel im Suzuka-Thriller

Besser hätte es nicht einmal Hitchcock schreiben können: Das Finale der japanischen Super Formula in Suzuka bot alles an Dramatik, was sich der geneigte Motorsport-Fan nur hätte wünschen können: Regen, viele Zweikämpfe und eine Titelentscheidung, die bis zur letzten Sekunde spannend war. Am Ende gelang Naoki Yamamoto die Sensation: Er gewann die Meisterschaft in Japans höchster Formel-Serie.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto ChampionAnders als bei seinem Suzuka-Triumph in der Super GT im August dieses Jahres flossen Naoki Yamamoto vergangenen Sonntag nicht die Freudentränen unkontrolliert über die Wangen. Mussten sie aber auch nicht, denn auch so war sofort jedem klar, wie sehr er sich über den bislang größten Erfolg seiner noch jungen Karriere freute. Dem erst 25-jährigen Japaner gelang vergangenen Sonntag die Sensation: er ist der neue Super-Formula-Champion. Die Prämisse zum Showdown auf dem legendären Suzuka Circuit war spannend und ungewohnt zugleich: Weil Tabellenführer André Lotterer aufgrund einer Terminüberschneidung mit der WEC in China nicht in Suzuka starten konnte, kämpfte Naoki Yamamoto quasi in einer Art Fernduell gegen den 13 Punkte betragenen Vorsprung des Deutschen.

Hierfür hatte der Rookie des Jahres 2010 gleich zwei Sprintrennen über jeweils 20 sowie 28 Runden Zeit. Den ersten immens wichtigen Schritt ging Yamamoto allerdings bereits am Samstag. In der wichtigen Qualifikation sicherte er sich mit einem neuen Rundenrekord die Pole-Position für beide Läufe, was ihm jeweils einen Bonuspunkt einbrachte. Damit schrumpfte der Vorsprung Lotterers auf elf Zähler. Aufgrund des wie auch bereits in den vergangenen beiden Jahren veränderten Rennformats fürs Finale, wurden die erreichbaren Punkte selbstredend halbiert. Um den Sieg jedoch etwas stärker zu belohnen, gab es für jenen drei Bonuspunkte, womit der jeweilige Sieger ganze acht Zähler erhielt. Die beiden Pole-Positions im Sack musste Naoki Yamamoto in den beiden Läufen somit mindestens einmal gewinnen sowie den dritten Platz erreichen. Und genau dies tat der Mugen-Pilot auch: Im strömenden Regen gewann er Lauf Eins; im packenden Herzschlagfinale des zweiten Laufes erzielte er den Bronzerang. Damit zog er zwar Punktgleich (37 Zähler) mit André Lotterer, gewann gemäß des Reglements jedoch die Meisterschaft.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Team MugenDer Hintergrund: Anders als in europäischen oder amerikanischen Rennserien wie beispielsweise der Formel Eins, IndyCar oder WTCC, zählt in der Super Formula bei Punktgleichstand nicht die Anzahl der errungenen Siege. Dies ist ein Punkt, den ich in meiner Vorschau zunächst unterschlagen hatte, mich im Laufe des Rennwochenendes jedoch wieder erinnerte. Stattdessen zählt in solch einer „Tie-Breaker-Situation“ die höchste Anzahl an errungenen Punkten an einem Rennwochenende. Dies umschließt selbstredend auch den Bonuspunkt für die Pole-Position. Weil das Finale, trotz der Aufteilung in zwei Sprintläufe, in der Akkumulation als ein einziges Rennen zählt (offiziell als Round 7), ist die maximale Punkteausbeutung für einen Fahrer (18 Punkte), im Vergleich zu den anderen Meisterschaftsläufen (maximal 11 Punkte inklusive Bonuspunkt für die Pole-Position), deutlich höher. Im Direktvergleich schlug Naoki Yamamoto mit seinen 13 erzielten Zählern somit André Lotterer, dessen Maximalausbeute vom dritten Saisonrennen auf dem Fuji Speedway lediglich elf Punkte betrug. Entsprechend enttäuscht dürfte der extra aus China angeflogene Lotterer (das WEC-Rennen fand bereits am Samstag statt) gewesen sein, schließlich verlor er bereits 2004 im Tie-Breaker gegen den Nordiren Richard Lyons die Meisterschaft. Damals allerdings noch unter einem anderen RegleSuper Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Celebrationment.

André Lotterer fuhr mit gleich zwei Siegen in Autopolis sowie Fuji eine starke Saison. Konstant schnell und nahezu fehlerlos nagte lediglich die nicht ganz so starke Qualifying-Performance an seinem Gesamtbild. Ein Umstand, der sich durch das komplette Petronas Team Tom’s zog, schließlich musste auch Kazuki Nakajima in den Qualifikationen Federn lassen, was ihm im Sportsland Sugo auch letztlich aus dem Titelkampf eliminierte. Nichtsdestotrotz darf André Lotterer als der „kompletteste“ Fahrer der gesamten Saison bezeichnet werden. Dass es am Ende nicht ganz zum Titel reichte war wohl auch seiner zweimaligen Nichtteilnahme geschuldet. Denn bereits zum Saisonstart musste Ersatzmann (und Super-GT-Pilot an der Seite von Kazuki Nakajima) James Rossiter für den durch sein WEC-Engagement verhinderten Audi-Werksfahrer ins Cockpit steigen. Ähnlich erging es auch Loic Duval, der beide Male von Andrea Caldarelli ersetzt wurde, und mathematisch ebenfalls noch Chancen auf den Titel gehabt hätte. So aber blieb Naoki Yamamoto der einzig verbliebende Fahrer im Titelrennen. 13 Punkte Rückstand, zwei Sprintläufe und viel Drama. Das Super-Formula-Saisonfinale erinnerte an jenes der Formel Eins 2008, und übertraf an Spannung sogar jenes aus dem vergangenen Jahr sowie der Debütsaison der einst Formula Nippon genannten Rennserie im Jahr 1996. Damals eroberte Ralf Schumacher im strömenden Regen am Fuji Speedway die Krone des japanischen Formel-Sports, obwohl er aufgrund eines Unfalls ausfiel. Doch Schumacher behielt Glück im Unglück: Kazuyoshi Hoshino schied in Führung liegend aufgrund eines technischen Defekts aus; Schumachers Teamkollege Naoki Hattori erlaubte sich im Zweikampf einen immensen Fehler – und beendete seine Titelträume im Kies. Ein bisschen Glück hatte Naoki Yamamoto am vergangenen Wochenende ebenfalls. Doch auch dieses gewisse Quäntchen Fortüne zählt bekanntlich zum Sport dazu.

 

Rennen 1

Super Formula Suzuka 2013 Race 1 StartAus der vor dem Rennwochenende ausgesprochenen Wetterprognose von lediglich vereinzelt kleineren Regenschauern zum ersten Sprintrennen, wurde am Samstagabend eine 90%ige Wahrscheinlichkeit auf zumindest einen nassen Lauf. Und pünktlich wie der japanische Eisenbahnverkehr goss es fünf Minuten vor Rennbeginn strömend auf den Suzuka Circuit hinunter. Bei Bedingungen in denen die Formel Eins wohl den Start komplett verzögern würde, verzichtete die Super Formula sogar auf einen etwaigen Safety-Car-Start. Naoki Yamamoto kam am besten vom Fleck und holte einige Meter Vorsprung vor Takashi Kogure heraus, der seinen Teamkollegen Daisuke Nakajima überholte. Dahinter krachte es: Ausgehend einer kleinen Berührung mit Tsugio Matsuda rutschte Yuji Kunimoto auf das Gras an der Innenseite von Kurve Eins. Dort verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und rutschte dabei kollidierend mit Kazuki Nakajima auf die Strecke zurück. Dies löste eine Kettenreaktion im hinteren Feld aus, wo Andrea Caldarelli mit Koudai Tsukakoshi zusammenprallte. Für alle vier Fahrer war das Rennen damit in der ersten Kurve beendet. Da die Streckenposten die Wracks schnell bargen, konnte das Rennen ohne eine Safety-Car-Unterbrechung fortgesetzt werden.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa Ryo Hirakawa

Noch in der ersten Runde fuhr Naoki Yamamoto einen kleinen Vorsprung auf Takashi Kogure heraus, verlor beim Anbremsen auf die letzte Schikane vor Start/Ziel jedoch die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mugen-Pilot verhinderte zwar einen Dreher, musste allerdings Kogure ziehen lassen. Letzterer hatte aber erneut das Pech an seinen Sohlen kleben und steuerte bereits eine Runde später die Box aufgrund eines technischen Defekts an der Benzinversorgung an. Damit war der Weg für Naoki Yamamoto offen. Die Schrecksekunde aus der ersten Runde verdaut legte der junge Japaner ein Mordstempo vor. Mit einer schnellen Runde nach der anderen vergrößerte er seinen Vorsprung auf Daisuke Nakjima sowie Joao Paulo de Oliveira nach zehn Runden auf bereits 7,4 Sekunden. Derweil werkelten die Mechaniker bei Nakajima Racing am Boliden von Takashi Kogure, der im neunten Umlauf nicht nur das Rennen erneut aufnahm, drei Runden später sogar die bis dahin schnellste Runde in den Asphalt brannte. Ohne den technischen Defekt wäre es somit wohl zu einem hitzigen Duell zwischen ihm und Naoki Yamamoto gekommen. Während Yamamoto an der Spitze zur Halbzeit etwas an Fahrt herausnahm, kämpfte sich im Hintergrund dessen Teamkollege Takuma Sato durchs Feld. Etwas unbeobachtet von den Kameras büßte der IndyCar-Pilot am Start gleich mehrere Positionen ein, erkämpfte sich am Ende jedoch einen respektablen neunten Platz.

Super Formula Suzuka 2013 Ryo HirakawaEin wahres Feuerwerk feuerte Rookie Ryo Hirakawa ab. Von Startplatz Elf aus kommend schwamm das junge Talent mit seinem gelben Boliden über den Suzuka Circuit auf den sechsten Rang. Höhepunkt dieser Glanzfahrt dürfte unweigerlich das mehrere Runden andauernde Duell gegen Takuya Izawa gewesen sein. Der Vize-Champ von 2012 griff tief in die Trickkiste, um sich vor Hirakawa zu halten. In der zwölften Runde zog Ryo Hirakawa zwar mit Hilfe des Overtake-Buttons in der Löffelkuve an Izawa vorbei, überschoss jene jedoch. Da allerdings auch Izawa leicht ins Aus rutschte, nutzte Hirakawa die Gelegenheit und beschleunigte den Dandelion-Fahrer neben der Strecke aus. Die Rennleitung hatte nichts zu bemängeln, weshalb Hirakawa die Position behalten durfte. Er setzte sich nicht nur gleich mehrere Sekunden von seinem Kontrahenten ab, in Runde 17 fuhr er mit 1:54.078 zudem die schnellste Zeit des Rennens. Damit unterstrich Ryo Hirakawa erneut sein Talent. Für Takuya Izawa ging es hingegen weiter nach hinten. Profitierend von dem Zweikampf schlossen James Rossiter sowie Hironobu Yasuda auf, die ebenfalls am mit seinem Wagen sowie den Bedingungen kämpfenden Izawa vorbei gingen – am Ende wurde er enttäuschender Zehnter.Super Formula Suzuka 2013 Race 1 Podium

Nach 20 Runden gab es auf dem Podium gleich zwei Premieren zu feiern: Zum einen gewann Naoki Yamamoto sein allererstes Super-Formula-Rennen, zum anderen bejubelte Daisuke Nakajima mit Rang Zwei seine erste Podiumsplatzierung. Der Bronzerang ging an Joao Paulo de Oliveira, der hinterher von einem sehr instabilen Wagen sprach. Bereits vor der Ausfahrt aufs Grid ließ Naoki Yamamoto eine kleine Setup-Änderung vornehmen, die sich rückblickend betrachtend als goldrichtig herausstellte.

November 08 2013

22:48

Super Formula: Vorschau Round 7 Suzuka

Das Saisonfinale der Super Formula ist ein ungewöhnliches Fernduell: Während Tabellenführer André Lotterer für Audi in der WEC in Shanghai antritt, versucht der verbleibende Titelkandidat Naoki Yamamoto, ihm in Suzuka die Meisterschaft streitig zu machen.

Super Formula Suzuka 2013 GridSolch eine Ausgangslage hatte sich der zweifache Le-Mans-Sieger André Lotterer wohl zu Beginn des Jahres nicht ausgerechnet: Obwohl er aufgrund seines Engagements bei Audi in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nicht am Saisonauftakt wie auch am Finale in Suzuka teilnehmen konnte, führt er mit insgesamt 37 Punkten unangefochten die Meisterschaft an. „Für mich heißt es einfach nur, viele Punkte zu sammeln“, erklärte er nach seinem Sieg Anfang Juni in Autopolis. Und dies tat der Duisburger auch: Neben dem Sieg in Kyūshū gewann er auch auf dem Fuji Speedway; in Motegi sowie im Sportsland Sugo eroberte er jeweils den zweiten Rang. Von den Patzern der direkten Konkurrenz profitierend ist Lotterer 2013 somit nicht nur der schnellste Pilot, sondern vor allem auch der konstanteste gewesen.

Zu viele Fehler erlaubten sich seine Rivalen. So gewann der letztjährige Vize-Champion Takuya Izawa zwar den Auftakt in Suzuka, schrieb im weiteren Saisonverlauf allerdings gleich drei Nullrunden – allesamt ausgelöst durch eigene Fehler oder unglückliche Kollisionen wie zuletzt in Sugo mit Takashi Kogure. Nicht besser verlief es für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima, der lediglich in Motegi obsiegte und ansonsten mit zwei Nullrunden sowie einem fünften Platz zum Auftakt und einem schwachen achten Rang am Fuße des Fuji enttäuschte. Es war nicht unbedingt sein Jahr, auch wenn es mit gleich zwei Erfolgen in der Super GT deutlich besser für den ehemaligen Formel-1-Piloten lief. Ähnlich holprig war es für Joao Paulo de Oliveira. Der Champion von 2010 wurde vor der Saison zurecht als heißer Titelkandidat gehandelt, schaffte es in diesem Jahr bislang allerdings noch nicht aufs Podest. Ähnlich Nakajima wurden die Titelhoffnungen des Brasilianers endgültig begraben, als er aufgrund eines glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Unfalls mit Rookie Ryo Hirakawa ausfiel.

Super Formula Sugo 2013 Loic Duval Andre LottererÜberhaupt dürfte das vergangene Rennen im Sportsland Sugo zu einem der besten, wenn nicht sogar zu dem besten in Japans höchster Formel-Serie gekürt werden. Zerfleddert durch vier Safety-Car-Phasen duellierten sich die beiden Audi-Kollegen André Lotterer und Loic Duval, der in diesem Jahr erstmals die 24 Stunden von Le Mans gewann, bis zur letzten Sekunde. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,041 Sekunden – das knappste Finish der Super Formula. Für Duval (Champion 2009) war es der erste Sieg seit 2010, für Team LeMans sogar der Erste seit 2003. Wie auch Lotterer ist der Franzose an diesem Woche im Dienste von Audi in China unterwegs, weshalb er trotz sieben Punkten Rückstand nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen kann. Ersetzt wird er wie schon zum Saisonauftakt vom Italiener Andrea Caldarelli; bei Petronas Tom’s steigt James Rossiter ins Cockpit. Der Brite ersetzte Lotterer bereits zum Saisonstart und ist ansonsten mit Kazuki Nakajima für Petronas Tom’s in der Super GT unterwegs. Rossiters Hauptaufgabe wird es sein, so viele Punkte wie möglich für die Team-Wertung zu ergattern. In dieser führt Petronas Tom’s (51 Punkte) nämlich mit 15 Zählern vor Kygnus Sunoco LeMans (36 Punkte). Entsprechend hoch dürfte demnach auch der Druck auf Ryo Hirakawa und Andrea Caldarelli sein.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die bereits im Frühjahr dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer Acht sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt zu Ehren des 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin und natürlich die schnelle 130R entzücken Fans und Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus

September 28 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 6 Sugo

Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause begibt sich die Super Formula an diesem Wochenende im Sportsland Sugo in ihre vorletzte Saisonstation. André Lotterer kann am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft gewinnen; Takuma Sato steigt in das zweite Cockpit bei Mugen.

Super Formula Sugo 2012 StartDas Unmögliche möglich machen. Vor dem Saisonstart hatte eigentlich keiner so richtig daran geglaubt, dass André Lotterer zwei Rennen vor Saisonschluss der Hauptanwärter auf den Titel sein würde. Selbst Lotterer gab sich zu Beginn des Jahres eher vorsichtig, sprach lediglich davon so viele Punkte wie möglich sammeln zu wollen. Der Hintergrund: Wie auch Loic Duval konnte der deutsche Audi-Werksfahrer aufgrund seines WEC-Engagements nicht am Saisonstart teilnehmen. Da sich auch das Super-Formula-Finale in Suzuka mit dem China-Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft überschneidet, werden sowohl Lotterer wie auch Duval nicht in Suzuka antreten. Weil der Saisonabschluss in diesem Jahr erneut in zwei Sprintrennen aufgeteilt ist, entgehen ihnen somit 18 mögliche Punkte – jeweils 8 für den Rennsieg + jeweils ein weiterer Punkt für die Pole-Positionen.Super Formula Fuji 2013 Andre Lotterer Kazuki Nakajima

Der zweite Titelgewinn für Lotterer nach 2011 (damals noch unter dem Namen Formula Nippon) scheint somit denkbar schwer, gar unmöglich. Gleich zu seinem persönlichen Saisonstart beim zweiten Rennen in Autopolis bewies der Duisburger allerdings erneut seine Klasse, als er neben der Pole-Position auch den Rennsieg einfuhr. Das Unmögliche möglich machen. Dies erscheint nach der Absage des Rennens in Inje (Korea) für den zweifachen Le-Mans-Sieger in noch weitere Ferne gerückt zu sein, schließlich entgingen ihm so etwaige Punkte, mit denen er sich weiter von der direkten Konkurrenz hätte absetzen können. Diese stellte sich im bisherigen Saisonverlauf häufiger selbst das Bein, weshalb zum sowieso sehr konstanten Speed Lotterers auch noch das gewisse Quäntchen Glück hinzukam. Der Deutsche führt in der Meisterschaft derzeit mit 29 Punkten vor Loic Duval (20 Punkte), der aufgrund des Audi-Engagements chancenlos auf den Titel ist. Der erste direkte Konkurrent ist Naoki Yamamoto mit 18 Zählern. Zwar schaffte der Mugen-Pilot bislang noch nicht den Schritt in die Mitte des Podests, beendete dafür aber alle Rennen in den Punkten. Die erste Enttäuschung geschah zuletzt auf dem Twin Ring Motegi, als Yamamoto in eine Kollision mit Takuya Izawa verwickelt war und lediglich einen Zähler mit nach Hause nahm. Letzterer schien nach seinem Sieg beim Auftakt in Suzuka als einer der Hauptanwärter auf den Titel. So wirklich hold wollte das Glück mit dem letztjährigen Vize-Champion allerdings nicht sein. In Autopolis blieb er nach einer Kollision wie auch in Motegi punktlos; in Fuji erreichte er lediglich einen etwas enttäuschenden fünften Rang. Dementsprechend findet sich Izawa nur auf dem sechsten Tabellenplatz (15 Punkte) mit 14 Zählern Rückstand auf Lotterer wieder.

Ebenfalls enttäuschend verlief die bisherige Saison für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima. In Suzuka kam er mit Platz Fünf nicht so wirklich in Schwung. In Autopolis blieb er nach der Kollision mit Takashi Kogure sowie Takuya Izawa punktlos; in Fuji staubte er lediglich ein mageres Pünktchen ab. Erst auf dem Twin Ring Motegi bewies Nakajima seine alten Qualitäten und sicherte sich neben der Pole-Position auch seinen ersten Saisonsieg. Dank dem Pech der direkten Konkurrenz (Ausfall Izawa, Joao Paulo de Oliveira kam nicht in Fahrt, Defekthexe schlug erneut bei Tsugio Matsuda zu) katapultierte dieser Triumph ihn auf den dritten Tabellenrang (16 Punkte), punktgleich mit dem Brasilianer Joao Paulo de Oliveira. Mathematisch gesehen haben noch ganze acht Fahrer eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet darf vor Sugo aber wohl der „Cut“ nach Takuya Izawa, mitunter auch erst nach Tsugio Matsuda (Platz Sieben, 12 Punkte) gemacht werden. Letzterer müsste bei einem möglichen Sieg in Sugo auf das Pech der Anderen hoffen, um sich in eine entsprechende Position für das Saisonfinale zu manövrieren.

Super Formula Suzuka 2013 Takuya IzawaDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737 km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt zwölf Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht in den Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchsvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet. Das Sportsland Sugo lässt sich somit als eine „typisch japanische“ Rennstrecke bezeichnen. Wunderschön in die Natur eingebettet, mit vielen schwungvollen Kurven sowie Steigungen.

Im folgendem eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima mit dem Mugen CR-Z GT aus der GT300-Klasse der Super GT vom letzten Jahr, da es leider kein entsprechendes Super-Formula-On-Board-Material gibt:

Im letzten Jahr reüssierte Takuya Izawa im strömenden Regen vor Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi wechselte zu Beginn des Jahres zurück zu seinem alten Team HP Real Racing, für das er auch in der Super GT antritt. Seine Chancen auf eine Wiederholung des Podiums sind, zumindest im trockenen, deshalb eher gering. Zwar holt Tsukakoshi das Maximum aus dem Wagen heraus. Die Mittel von HP Real Racing sind jedoch deutlich limitierter als jene von Petronas Team Tom’s, Lenovo Team Impul oder Docomo Team Dandelion Racing, weshalb der 26-jährige Japaner maximal um die letzten Punkteränge kämpfen kann. Anders als im vergangenen Jahr soll sich die Region um Sendai laut der aktuellen Wetterberichte an diesem Wochenende für die Jahreszeit ungewöhnlich warm präsentieren. Bei rund 24 Grad besteht lediglich eine geringe Chance auf vereinzelte, isolierte Regenschauer. Dass dies nicht viel zu bedeuten hat, musste unter anderem die Super GT im Juli dieses Jahres erfahren, als sich die Wetterfront zum Rennende schlagartig änderte und füSuper Formula Autopolis 2013 Joao Paulo de Oliveirar ein wenig Chaos auf der Strecke sorgte.

Das Hauptaugenmerk wird selbstredend auf der Zuspitzung des Titelkampfes liegen. Wird André Lotterer das Unmögliche möglich machen und sich zum zweiten Mal vorzeitig die Super-Formula-Krone aufsetzen? Neben einem Sieg (am besten auch noch mit dem Bonuspunkt für Pole-Position) benötigt der Duisburger das entsprechende Quäntchen Glück und Patzer der Konkurrenz. Versimpelt ausgedrückt benötigt Lotterer mindestens 19 Punkte Vorsprung nach dem Rennen in Sugo auf seine Kontrahenten. Dann wäre er trotz Nicht-Teilnahme am Finale in Suzuka uneinholbar. An dieser Stelle könnten nun mehrere Szenarien durchgerechnet werden, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Selbst wenn Lotterer nicht die benötigen 19 Punkte herausfahren würde (bei 18 Punkten könnte es noch zum Punktgleichstand in Suzuka kommen, wodurch der Direktvergleich bei den Anzahl der Siegen, zweiten Plätzen usw. herangezogen würde), müssen die anderen Fahrer auf den entsprechenden Positionen beim Finale ins Ziel kommen. Mit anderen Worten: Trotz der Nicht-Teilnahme in Suzuka kann André Lotterer am 10. November zum neuen Super-Formula-Meister und somit dem ersten Champion unter dem neuen Seriennamen gekürt werden. Ob dies im Sinne der JRP ist, einen Champion zu küren der nicht vor Ort ist, sei mal dahingestellt. Subjektiv gesehen hätte es Lotterer auf jeden Fall verdient, schließlich ist er dieses Jahr der wohl kompletteste und vor allem auch konstanteste Pilot im Feld. Persönlich gesehen hoffe ich, dass die Meisterschaftsentscheidung nach Suzuka vertagt wird, einfach um die entsprechende Spannung beim Saisonfinale zu haben.

Super Formula Sugo 2012 Takuma SatoWeitere mediale Aufmerksamkeit wird Takuma Sato erhalten, der nach seinem Gaststart beim Saisonstart erneut ins zweite Cockpit an der Seite von Naoki Yamamoto bei Mugen klettern wird. Sato gewann dieses Jahr als erster Japaner überhaupt ein Rennen der amerikanischen IndyCar Series beim Prestige-Rennen in Long Beach und feierte just in Sugo letztes Jahr sein Super-Formula-Debüt. Sato wird außerdem am Finale in Suzuka sowie am JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup Mitte November teilnehmen.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nichts geändert, womit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. Der japanische Sender J Sports 3 überträgt ab 7:30 Uhr deutscher Zeit live. Der Start zum 68-Runden-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 8:00 Uhr.

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August 24 2013

18:01

Super GT: Weider Modulo HSV-010 gewinnt Suzuka-Klassiker

Es waren Freudentränen, die Honda-Fahrer Naoki Yamamoto nach dem Überqueren der Ziellinie am vergangenen Wochenende in Suzuka über die Wangen liefen. Zusammen mit seinem Teamkollegen Frédéric Makowiecki gewann er nicht nur das 42. International Pokka Sapporo 1000km in Suzuka. Für das Weider Modulo HSV-010-Duo war es zudem der erste Sieg in der Super GT überhaupt. In der GT300 gab es ebenfalls eine Premiere zu feiern: Erstmals gewann der Subaru BRZ R&D Sport (Tetsuya Yamano / Kota Sasaki / Takuto Iguchi).

Super GT Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Frederic MakowieckiBei 34 Grad Strecken- und 47 Grad Außentemperatur präsentierte sich der japanische Hochsommer am vergangenen Sonntag erneut von seiner wärmsten Seite. Bei rund 70 Grad in den Fahrzeugen wurde von Mensch und Maschine bei der 42. Ausgabe des 1000km-Klassikers in Suzuka alles abverlangt. Nach spannenden 5 Stunden und 55 Minuten überquerte der Weider Modulo HSV-010 (Naoki Yamamoto / Frédéric Makowiecki) erstmals als Sieger die Ziellinie in dieser Saison. Die Honda-Truppe von Dome Racing verdrängte damit die Titelverteidiger Masataka Yanagida (Motul Autech GT-R) sowie die Sieger des 500km-Laufs in Fuji, Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430), auf die weiteren Podestplätze. Als Makowiecki den seit 2010 in der Super GT aktiven Naoki Yamamoto in die Arme nahm, konnte dieser sich nicht mehr halten. Es war wohl eine Mischung aus Freude und dem Abfallen aller Last. Nach viel Pech und teilweise eigenen Fehlern sprangen Yamamoto und Makowiecki ausgerechnet beim so prestigereichen Rennen in Suzuka auf die Mitte des Podests. Für beide war es der allererste Sieg in der Super GT überhaupt – und für Yamamoto der bislang wohl größte Erfolg seiner noch jungen Karriere.

GT500

Super GT Suzuka 2013 GT500 Start 2Einfach machte es die direkte Konkurrenz dem Dome-Duo natürlich nicht. Pünktlich um 12:30 Uhr Ortszeit sprang die Startampel auf Grün. Die lange Distanz im Hinterkopf wagte keiner der Startpiloten in Kurve 1 ein waghalsiges Manöver. Pole-Setter Ronnie Quintarelli (Motul Autech GT-R) bog verfolgt von Naoki Yamamoto (Weider Modulo HSV-010) sowie Kazuki Nakajima (Petronas Tom’s SC430) in die erste Kurve ein. Yamamoto konnte auf den ersten Kilometern nicht ganz den Speed des Titelverteidigers im Werks-Nissan gehen. Stattdessen musste sich der Honda-Pilot gegen den drängelnden Nakajima wehren. Letzterer überholte den Weider Modulo HSV-010 in einem starken Überraschungsmanöver in der Schikane, wodurch der spätere Sieger zunächst auf die dritte Position zurückfiel. In der Pressekonferenz nach dem Rennen sprach Yamamoto davon, dass er den ersten Stint zunächst ruhig angehen wollte. Zwar wurde er durch Nakajimas Überholmanöver in der allerersten Runde überrascht. Im Gegensatz zu anderen Rennen behielt er allerdings die Ruhe und versuchte nicht sofort zu kontern. Dabei gestand Yamamoto eine eigene Schwäche von ihm ein, die bereits in Vergangenheit für so manch vergebene Chance sorgte. Stattdessen versuchte der 25-jährige Japaner die Pace seines Landsmannes zu halten. Befand sich die Top-3 in den ersten Runden noch in einem Abstand von gerade mal einer Sekunde, gelang es Ronnie Quintarelli mit einigen schnellsten Rennrunden sich kurze Zeit später rund 2,5 Sekunden von seinen Verfolgern zu lösen.

Bedingt durch den ersten GT300-Überrundgsverkehr gelang es Naoki Yamamoto, die kleine Lücke zum Petronas Tom’s SC430 zu schließen. Im zwölften Umlauf verlor Nakjima bei der Überrundung des S Road NDDP GT-R in der Spoon-Kurve etwas an Schwung. Yamamoto nutzte dies gnadenlos aus und zog neben die Beiden. Zu dritt nebeneinander schossen die drei Boliden auf die 130R zu, wo Nakajima aufgrund des etwas stärkeren Toyota-Motors die Nase vorn hielt. Bereits eine Runde später krallte sich Yamamoto jedoch erneut in der Spoon-Kurve die zweite Position von Kazuki Nakajima zurück. In den anschließenden Runden gelang es dem Weider-Honda den Abstand zum Motul Autech GT-R stetig zu verkleinern. In der 20. von 173 Runden befanden sich die beiden Fahrzeuge in einem direkten Kampf, den Yamamoto keine drei Runden später außen in der Schikane für sich entschied. Quintarelli hatte zu diesem Zeitpunkt mit dem überraschenderweise schnellen Abbau seiner Michelin-Reifen zu kämpfen. Komplett von der Pace (knapp drei Sekunden langsamer als die direkte Konkurrenz) der ersten Runden entfernt, wurde der rote Nissan wenige Umläufe später auch von Kazuki Nakajima sowie Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) überholt. Auf Position Vier liegend entschloss sich Nismo aufgrund des hohen Reifenverschleiß den ersten Boxenstopp in die 30. Runde vorzuziehen. Beim Fahrerwechsel auf Masataka Yanagida wurden dem Motul Autech GT-R interessanterweise nur frische Super GT Suzuka 2013 GT500 StartVorderreifen aufgezogen.

Sechs Runden zuvor ereignete sich die erste Schrecksekunde des Rennens, als Takuya Izawa im Raybrig HSV-010 der linke Hinterreifen kurz vor der 130R platzte. Erinnerungen an den Abflug von Koudai Tsukakoshi im vergangenen Jahr wurden wach, als seinem Keihin HSV-010 just beim Einbiegen in diese schnelle Kurve ebenfalls das linke Hinterrad an Luft verlor und er unkontrolliert heftig in die innere Streckenbegrenzung abflog. Tsukakoshi blieb damals glücklicherweise unverletzt. Ein Abflug blieb Izawa erspart, denn der Schaden ereignete sich noch wenige Meter vor der 130R, so dass er den Wagen langsam aber sicher zurück an die Box pilotieren und beim Notstopp an Takashi Kogure übergeben konnte. Es war der einzige Moment, an dem das Team am vergangenen Wochenende aufgefallen ist. Wohl größtenteils durch das hohe Gewichts-Handicap von 70kg bedingt, schafften Takuya Izawa / Takashi Kogure nur knapp den Einzug ins zweite Qualifikationssegment. Im Rennen hielten sich Tabellenführer im Mittelfeld auf. Trotz des Reifenschadens sowie einer Durchfahrtsstrafe aufgrund „gefährlichen Fahrens“ konnte das Duo mit einer Runde Rückstand schlussendlich dem zehnten Platz und damit letzten Punkterang ins Ziel zu retten. Mit lediglich zwei erzielten Meisterschaftszählern (ab einer Distanz von 700km werden mehr Punkte vergeben) verloren die Auftaktsieger von Okayama zwar die Tabellenführung, befinden sich aber noch immer in direkter Schlagdistanz. Ähnlich schwierig hatten es ihre direkten Konkurrenten im Denso Kobelco SC430 (Juichi Wakisaka / Hiroaki Ishiura). Mit 68 zusätzlichen Kilogramm an Bord gelang dem Lexus-Duo mit Startposition Zehn nicht einmal der Sprung in den zweiten Qualifikationsteil. Und auch im Rennen blieben die bis Suzuka Meisterschaftszweiten blass. Ebenfalls mit einer Runde Rückstand beendeten Wakisaka / Ishiura das Rennen auf dem neunten Rang. Hiroaki Ishiura sorgte zudem in der 144. Runde für eine Schrecksekunde, als er den Deno Kobelco SC430 in die Schaumstoffbegrenzung in Kurve 1 feuerte. Nahezu unbeschädigt nahm er das Rennen nach wenigen Sekunden wieder auf, verlor dabei aber eine Position.

Fünf Umläufe nach dem vorgezogenen Boxenstopp des Motul Autech GT-R fuhr Kazuki Nakajima zum Service, um den Petronas Tom’s SC430 mit vier frischen Pneus an seinen Teamkollegen James Rossiter zu übergeben. Naoki Yamamoto tat dies seinem Landsmann bereits eine Runde später gleich. Nachdem das restliche GT500-Feld ebenfalls ihre ersten Stopps mitsamt Fahrerwechsel (von der GTA wurden in diesem Jahr extra für das 1000km-Rennen insgesamt vier Fahrerwechsel vorgeschrieben, weshalb keiner der Piloten einen Doppel-Stint fuhr) vollführten, brannte Frédéric Makowiecki einige schnelle Runden in den Asphalt, um den Abstand zu den direkten Verfolgern zu erhöhen. Masataka Yanagida kam in seinem ersten Stint hingegen überhaupt nicht in Fahrt, und duellierte sich auf Position Sechs liegend mit dem KeePer Tom’s SC430 (Daisuke Ito / Andrea Caldarelli). Große Aufruhr entstand, als in Runde 67 der linke Hinterreifen des Crystal Croco Lamborghini GT3 (Kouji Yamanishi / Shinya Hosokawa / Yuya Sakamoto) auf der Gegengeraden platze. Zu allem Übel fing der Lamborghini aus der GT300-Klasse zudem Feuer. Shinya Hosokawa reagierte jedoch perfekt und steuerte eine der so genannten „Fire Stations“ kurz nach der 130R an, wodurch der Brand schnell gelöscht wurde. Aufgrund der vielen auf der Ideallinie liegenden Teile sowie dem verlorenen Öl des Lamborghini entschloss die Rennleitung, das Rennen per Safety-Car zu neutralisieren. Diese Safety-Car-Phase sollte letztlich einen großen Einfluss auf den weiteren Rennverlauf nehmen.

Der größte Profiteur war der Motul AutSuper GT Suzuka Motul Autech GT-Rech GT-R, der just eine Runde zuvor zum zweiten Stopp hereinkam. Andere Teams waren hingegen weniger glücklich und mussten ihre Fahrer direkt zu Beginn der Safety-Car-Phase zum Service rufen. Wohl aus Angst ohne Benzin auf der Strecke liegen zu bleiben, traten der Reito Mola GT-R (Satoshi Motoyama / Yuhi Sekiguchi), Zent Cerumo SC430 (Yuji Tachikawa / Kohei Hirate) sowie der D’station Advan GT-R (Hironobu Yasuda / Michael Krumm) gezwungener Maße den Stopp an. Der Reito Mola GT-R schlüpfte in letzter Sekunde noch bevor die Boxenampel auf Rot umschwing durch, während die restlichen Stopper zusammen mit einigen GT300-Fahrzeugen an der Boxenausfahrt parken mussten. Der Grund: In der Super GT wird in einer Safety-Car-Phase das Feld in zwei Reihen, jeweils eine für die GT500 und GT300, gestoppt. Nach kurzer Standzeit werden die beiden Klassen nacheiner wieder hinter dem Safety-Car losgelassen. Der Vorteil: Beim Neustart stehen sich GT500 und GT300 nicht gegenseitig im Weg. Der gesamte Prozess dauert nur wenige Minuten und erleichtert die lästige wie auch fummelige Sortierungsarbeit anderer Rennserien wie beispielsweise der Grand-Am enorm. Zugegeben: Da Safety-Car-Phasen in Japan deutlich spärlicher (manchmal sogar zu spärlich) eingesetzt werden, wäre diese eigentlich gute Lösung für Rennserien in den USA vermutlich unbrauchbar. Damit auch keine Fahrzeuge dazwischen rutschen, wird die Boxengasse sowie letztlich die Boxenausfahrt gesperrt. Boxenstopps in der Safety-Car-Phase vor der Sortierung auf der Start- und Zielgeraden sind laut Reglement somit uSuper GT Suzuka 2013 Weider Modulo HSV-010ntersagt.

Die stoppenden Teams traf es somit gleich doppelt bitter: Nicht nur, dass sie eine Runde an der roten Ampel verloren, wenige Runden nach dem Neustart erhielten alle „illegalen“ Stopper eine 90-sekündige Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt. Dies zerstörte das Rennen so mancher schneller GT300-Boliden wie auch dem Reito Mola GT-R und Zent Cerumo SC430 in der GT500. Yuji Tachikawa / Kohei Hirate hatten den nötigen Speed für die Top-5 und hätten womöglich auch um einen Podestplatz gekämpft, während Satoshi Motoyama / Yuhi Sekiguchi im Reito Mola GT-R nach einer verkorksten Qualifikation (Startplatz Neun) sich in den ersten 67 Runden in die Top-5 fuhren. Während das Lexus-Duo aufgrund des Wartens an der Boxenausfahrt sowie der anschließenden Stop-and-Go-Strafe gleich zwei Runden verloren, entging der Reito Mola GT-R dem Rundenrückstand aufgrund des rechtzeitigen Verlassens der Boxenstraße (bevor die Ampel auf Rot umsprang) nur knapp. Zwar übernahm man so die Führung vor den Markenkollegen im Motul Autech GT-R. Der Platz an der Sonne währte aufgrund der wenige Runden später verhängten Stop-and-Go-Strafe nicht lange. Für Mola war diese Strafe besonders bitter, schließlich galt man aufgrund der exzellenten Performance während der offiziellen Tests sowie nach der ersten Trainingseinheit als einer der Top-Favoriten auf den Sieg. Am Ende erreichten Satoshi Motoyama / Yuhi Sekiguchi den achten Gesamtrang.

Die Meinung der betroffenen Fahrer war entsprechend bitter. Hiroki Yoshimoto (La Seine Lamborghini GT3) bezeichnete die Bestrafung beispielsweise als, höflich ausgedrückt, „merkwürdig“. Fairerweise muss man an dieser Stelle jedoch einwenden, dass ich mich an kein Rennen der Super GT erinnern kann, in dem eine Safety-Car-Phase so unglücklich wie vergangenen Sonntag fiel. Eventuell wäre es sinniger, die Boxengasse nicht zu schließen. Dies könnte allerdings zu einer etwaigen Vorteilnahme führen, wenn Fahrzeuge zum Service kommen, während das restliche Feld auf der Zielgeraden steht und auf die Weiterfahrt wartet. Zum Neustart in Runde in 73 ereignete sich zudem das Kuriosum, dass alle ab Position Vier liegenden GT500-Boliden zusammen mit der GT300 starten mussten. Dadurch entstand gleich zum Neustart ein Abstand von rund 20 Sekunden zum Fünftplatzierten. Damit trat das Problem ein, was durch das Anhalten auf der Zielgeraden normalerweise eigentlich vermieden wird.

Probleme gab es auch beim D’station Advan GT-R, dessen linkes Vorderrad beim Boxenstopp nicht richtig befestigt wurde und entsprechend herumeierte. Zwar gelang Hironobu Yasuda das Kunststück den Nissan mit allen vier Rädern zur Box zu manövrieren, dort schoben die Mechaniker den Boliden zu weiteren Reparaturarbeiten aber zunächst in die Garage. Zwar nahm man in der 82. Runde das Rennen erneut wieder auf. Im 119. Umlauf war das Rennen für die sympathische dann allerdings komplett beendet, als Michael Krumm aufgrund von Bremsversagen in der Haarnadel abflog. Der Deutsche blieb glücklicherweise unverletzt und fuhr den D’station Advan GT-R auch aus eigener Kraft wieder zurück an die Box.

Super GT Suzuka 2013 Petronas Tom's SC430Die Top-3 beim Neustart war somit der Reito Mola GT-R, Motul Autech GT-R sowie Weider HSV-010. Nachdem der Mola-Nissan seine 90-Sekunden-Strafe antrat, übernahm Ronnie Quintarelli erneut die Führung. Anders als bei den ersten beiden Stints konnte der Italiener diese Führung von zehn Sekunden auch bis zum nächsten Stopp in Runde 103 halten. Direkt nach dem Stopp rutschte der nun hinter dem Steuer des Werks-Nissan sitzende Masataka Yanagida aufgrund einer Berührung mit einer GT300-Überrundung leicht ins Gras, wodurch er zwei wertvolle Sekunden auf den eine Runde später stoppenden Weider Modulo HSV-010 verlor. Frédéric Makowiecki nutzt diese Gelegenheit und erhöhte den Druck auf den Motul Autech GT-R, unter anderem mit der schnellsten Runde des Rennens: 1:54.886. Nach der Aufholjagd des Franzosen gelang ihm schließlich im 116. Umlauf das Sieg-entscheidende Überholmanöver in der Löffelkurve, als Masataka Yanagida die Tür innen ein paar Zentimeter zu weit offen ließ. Während Makowiecki den Vorsprung zu Yanagida erhöhte, entbrannte ein spannender Vierkampf um den Bronzerang zwischen dem Calsonic Impul GT-R (Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira), WedsSport Advan GT-R (Seiji Ara / Andre Couto) – beide Teams fuhren ein bis zu diesem Zeitpunkt eher unauffälliges Rennen – sowie Petronas Tom’s SC430 (Kazuki Nakajima / James Rossiter) und KeePer Tom’s SC430 (Daisuke Ito / Andrea Caldarelli).

Ursprünglich ebenfalls in diesen Kampf involviert war der Keihin HSV-010 (Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi). Da Tsukakoshi beim Überrunden allerdings eine gelbe Flagge missachtete, zwang ihn die Rennleitung einmal langsam durch die Boxengasse zu tuckern. James Rossiter erhöhte zu diesem Zeitpunkt den Druck auf Seiji Ara, der sich als alter Hase allerdings nicht von billigen Lichthupen-Psycho-Spielchen beeindrucken ließ. Als Ara in der 132. Runde in den S-Kurven außen am Hankook Porsche der GT300 vorbeiziehen wollte, rutschte er auf die schmutzige Außenbahn sowie letztlich in die Wiese neben der Strecke. Dies ermöglichte Rossiter am Le-Mans-Sieger von 2004 vorbeizuziehen. Wenige Runden später verlor Seiji Ara dann auch noch den fünften Platz an den KeePer Tom’s SC430. Mit der sechsten Endplatzierung erreicht der WedsSport Advan SC430 dennoch das bisher beste Saisonergebnis, worüber sich das Team, welches normalerweise eher im hinteren Teil des Feldes zu finden ist, sichtlich freute.Super GT Suzuka Weider Modulo HSV-010 2

In der 139. respektive 140. Rennrunde absolvierten der Weider Modulo HSV-010 sowie Motul Autech GT-R ihre letzten Boxenstopps. An der Reihenfolge sollte sich allerdings nichts mehr ändern. Zwar gelang es Ronnie Quintarelli gelegentlich den Abstand auf Naoki Yamamoto zu verringern. Letzterer hatte auf die Attacken des Italieners jedoch jeweils die passende Antwort parat. Zu einem direkten Duell kam es hingegen um den Bronzerang. Tsugio Matsuda übergab den Calsonic Impul GT-R an seinen Teamkollegen Joao Paulo de Oliveira im 140. Umlauf – James Rossiter tat ihm dies eine Runde später gleich. Aufgrund von Problemen beim Losfahren verlor Kazuki Nakajima jedoch wertvolle Sekunden auf den Brasilianer. Nichts desto trotz gelang dem amtierende Super-Formula-Champion den Abstand für einen entsprechenden Showdown in den letzten zehn Runden zu verringern. Joao Paulo de Oliveira wusste sich zu verteidigen, hatte zudem das Glück, dass Nakajima den besseren Top-Speed des Lexus auf der Gegengeraden nicht ausnutzen konnte, weil kurz vor Schluss der Ghost in the Shell-Porsche nach einem Dreher in der 130R strandete. Wohl unter dem Druck von Nakajima verbremste sich Joao Paulo de Oliveira im vorletzten Umlauf in der Spoon-Corner, wodruch der Petronas Tom’s SC430 innen vorbeischlüpfte. Für Nakajima / Rosstiter war es somit das zweitbeste Saisonergebnis nach dem Sieg im Frühjahr in Fuji. Gleichzeitig waren alle drei Marken auf dem GT500-Podium vertreten.

Der Sieg des Weider Modulo HSV-010 kam nicht überraschend, schließlich zählte ich das Duo Yamamoto / Makowiecki bereits in meiner a<strong>ausführlichen Vorschau</strong></a> zu den absoluten Favoriten. Wie eingangs erwähnt ist der Triumph eine Art Genugtuung. Eigentlich seit Saisonstart (abgesehen von Fuji) hatte Dome Racing ein Sieg-fähiges oder zumindest Top-5-fähiges Auto. Weshalb es mit den Siegen in unter anderem Sepang und Sugo nicht klappte lag unter anderem an Pech sowie eigenen Fehlern. Der Sieg beim 42. International Pokka Sapporo 1000km in Suzuka ist deshalb nicht nur absolut verdient, sondern auch eine Bestätigung der bisherigen Performance. Gleichzeitig mauserte man sich so zu einem der heißesten Titelkandidaten. In der Meisterschaft führt mit 42 Punkten nun das amtierende Champion-Duo Masataka Yanagida / Ronnie Quintarelli. Vergangenen Sonntag fehlten am Ende 14,8 Sekunden auf den Sieg, feiern durfte man bei Nismo trotzdem, schließlich bedeutet dieser zweite Platz nicht nur das beste Saisonergebnis sondern auch die aktuelle Tabellenführung. Es ist fast schon eine Art Déjà-vu. Wie im letzten Jahr verlief die erste Saisonhälfte aufgrund von Pech und eigenen Fehlern für die Titelverteidiger alles als optimal. Die Wende kam, wenn auch glücklich, in Sugo; die Tabellenführung – wie bereits vergangene Saison – in Suzuka. Zwar zählt der Motul Autech GT-R mit 84kg nun zu den schwersten Autos im Feld, bereits im übernächsten Rennen werden die Zusatzgewichte allerdings halbiert. Fürs Finale werden sie zudem komplett aus den Autos genommen.</p> <p><a href=" http:="" rel='\"attachment'>Super GT Suzuka 2013 GT500 PodiumDes Weiteren hat das Suzuka-Ergebnis die GT500-Tabelle noch enger heranrücken lassen. Mit nur einem Püntkchen Rückstand auf ihre Markenkollegen befinden sich nun Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira (Calsonic Impul GT-R, 41 Punkte) auf dem zweiten Platz. Einen weiteren Punkt dahinter (40 Punkte) liegen die Premierensieger Naoki Yamamoto / Frédéric Makowiecki (Weider Modulo HSV-010). Die einsteigen Spitzenreiter Takuya Izawa / Takashi Kogure (Raybrig HSV-010) besitzen nach dem schwachen Suzuka-Wochenende mit insgesamt 37 Zählern ebenfalls nur fünf Punkte Rückstand auf Yanagida / Quintarelli. Ähnliches gilt für Juichi Wakisaka / Hiroaki Ishiura (Denso Kobelco SC430) die Punktgleich mit Izawa / Kogure auf Rang Fünf liegen, drei Punkte vor Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430, 34 Punkte). Für Yuji Tachikawa / Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) scheint der Meisterschaftszug hingegen bereits abgefahren zu sein. Mit 19 Punkten Rückstand auf Position 11 liegend sind zwar alle mathematischen Chancen noch gegeben, hierfür müsste es allerdings ein ähnliches Chaos-Rennen wie im Sportsland Sugo geben. Immerhin zählt der rote Lexus mit 46kg Gewichts-Handicap zu den leichtesten Boliden für das nächste Rennen am 8. September auf dem Fuji Speedway.

<strong>GT500-Rennergebnis</strong></a><br /> a<a href=" http:="" target="\"> GT500-Meisterschaftsstand

 

GT300

Super GT Suzuka 2013 GT300 StartDie große Frage vor dem Wochenende war, wie schwer es sich die Hybrid-Gang mit der neuen BoP sowie dem Gewichts-Handicap tun wird. Bereits in der Qualifikation zeichnete sich ab, dass die beiden Honda CR-Z unter normalen Umständen nicht um den Sieg mitkämpfen würden. So belegte der Mugen CR-Z GT (Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama) als schwerster Wagen mit ganzen 98kg lediglich den 14. Startplatz. Besser verlief es für das mit 80kg nur minimal leichtere Schwesterauto ARTA CR-Z GT (Shinichi Takagi / Takashi Kobayashi / Tomoki Nojiri), die die vergangenen beiden Läufe in Sepang und Sugo gewannen und in den 1000km-Klassiker in Suzuka von Position Acht aus ins Rennen gingen. Ein absolut rabenschwarzes Wochenende erlebte hingegen erneut der Panasonic apr Prius GT (Morio Nitta / Koki Saga / Yuichi Nakayama). Mit 40 zusätzlichen Kilogramm an Bord reichte es im Qualifying nur für den 19. Rang. Sonntagfrüh im Warm-up gesellte sich zum fehlenden Speed auch noch erneute Motorprobleme hinzu, die sich allesamt durchs Rennen zogen. Der Sonntag endete für das Team nach mehreren Notstopps sowie einem eigens verschuldeten Dreher auf dem 15. Rang. Die 20 Runden Rückstand geben allerdings zu erkennen, dass die große Achillesverse des Toyota Prius weiterhin die Standfestigkeit ist. Dies ist deshalb enttäuschend, da der Wagen unter genau den gleichen Problemen im letzten Jahr litt. Nach dem allerersten Sieg auf dem Fuji Speedway schien es, als habe apr den Hybrid-Renner endlich in den Griff bekommen. Gleich in Sepang kam aber die erneute Ernüchterung. Zudem erscheint es, dass der Prius auf den meisten Strecken nicht den gleichen Speed wie die beiden Hybrid-Konkurrenten aus dem Hause Honda aufweist.

Von der neuen BoP für die Autos nach JAF-GT300-Reglement (ich berichte hierüber bereits ausführlich in meiner a<strong>Vorschau</strong></a>) nahezu unbeeindruckt raste der Subaru BRZ R&D Sport (Testuya Yamano / Kota Sasaki / Takuto Iguchi) zur bereits vierten Pole-Position in diesem Jahr. Mit einer 2:01.481 brannte Testuya Yamano im ersten Qualifikations-Segement auch gleichzeitig noch einen neuen GT300-Rundenrekord an einem Rennwochenende auf den Asphalt des Suzuka Circuit – gerade einmal rund 4,6 Sekunden langsamster als der schlechteste GT500. Nach der Qualifkation scherzten die Subaru-Jungs noch, schließlich habe ihnen die Pole-Position in den vergangenen Rennen bisher kein Glück gebracht. Im Fahrerlager war man sich allerdings einig, dass wenn man diesen Speed auch im Rennen gehen würde, R&D Sport sich lediglich selbst schlagen kann. Und so wäre es rund 30 Runden vor Schluss auch fast gekommen.<em> </em></p> <p><em><a href=" http:="" rel='\"attachment'>Super GT Suzuka 2013 GT300 Start 2Den Start entschied Kota Sasaki für sich. Noch beeindruckender: Bereits in der ersten Runde hatte der blaue Boxer einen Vorsprung von rund 3,5 Sekunden auf den zweitplatzierten S Road NDDP GT-R (Kazuki Hoshino / Daiki Sasaki / Lucas Ordonez). Keine zwei Umläufe später vergrößerte Sasaki die Lücke auf ganze 7,5 Sekunden. In diesem Prozess fuhr zusätzlich die absolute schnellste GT300-Rennrunde: 2:02.206. Selbst als Sasaki Tempo aus dem BRZ nahm, umrundete er die Grand-Prix-Strecke 1-3 Sekunden schneller als die direkte Konkurrenz. So kam es, dass er den Wagen in der 30. Runde mit einem Abstand von 47 Sekunden an den extra für den Langstreckenklassiker zugestoßenen Takuto Iguchi übergab. Der Abstand war allerdings auch bitter nötig, denn der Verbrauch des Subaru BRZ R&D Sport ist sehr hoch, weshalb der Wagen deutlich länger beim Nachtanken als die GT300-Konkurrenz oder gar die beiden Hybrid-Honda verbringt. Auch Takuto Iguchi setzte den Speed von Kota Sasaki fort, und umrundete den Suzuka Circuit in 2:04-2:05er Regionen. Die Dominanz des blauen Boxers erinnerte an jene des triple a Vantage GT3 Aston Martin im vergangenen Jahr, als dieser in nur wenigen Runden von der letzten Position mit Leichtigkeit an die Spitze fuhr und den Platz an der Sonne bis zum Rennende nicht mehr abgab. Ironischerweise fing der Bolide just nach der Zieldurchfahrt Feuer, wodurch er der alten, ungeschriebenen Regel des perfekten Rennwagens folgte: Hübsch, schnell und fällt erst nach der Zieldurchfahrt auseinander. Einziger Unterschied: Der Aston Martin wurde durch die FIA-GT3-BoP eingestuft, der Subaru BRZ R&D Sport ist jedoch ein reiner GT300-Renner. Letztlich geschah dies, was Daiki Sasaki bei den vorausgegangenen Testfahrten auf dem Fuji Speedway bestätigte: Die neue Balance-of-Performance-Änderungen helfen den GT3-Teams noch nicht. Zwar bestätigte Tetsuya Yamano, dass sich der blaue Boxer nach den jüngsten Veränderungen etwas nervöser anfühlt und ein bisschen langsamer wurde als noch in Sugo oder gar den Tests Anfang Juli in Suzuka. Ein Blick auf die Performance der beiden vollgepackten Honda CR-Z GT suggeriert allerdings, dass insbesondere ein höheres Gewicht die Performance der GT300-Boliden beeinflusst. Sasaki kommentierte etwas zynisch, dass man wohl erst dann eine sehr gute Chance haben wird, wenn die GT300-Fahrzeuge 100kg draufgepackt bekommen würden. Dies würde selbstredend aber dazu führen, dass diese bei entsprechenden Erfolgsballasten aber womöglich komplett chancenlos bleiben würden. Stattdessen muss die GTA weiterhin an der BoP feilen. Keine einfache Aufgabe, dessen Schwierigkeit man häufiger (auch auf einer Pressekonferenz vor dem Rennen, wenn auch im Hinblick auf die BoP der Hybrid-Fahrzeuge bezogen) betonte.

Super GT Suzuka 2013 GSR Hatsunemiku BMWZum zweitschnellsten Verfolger des Subaru BRZ R&D Sport mutierte während des Rennens der GSR Hatsunemiku BMW (Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka / Jörg Müller). Nach einer verkorksten Qualifikation musste der bunte BMW Z4 lediglich von Platz 17 ins Rennen gehen. Im Gegensatz zur Konkurrenz verfolgte das BMW-Kundenteam allerdings eine sehr interessante, komplett andere Strategie. Mit weniger Benzin gestartet fuhr Tatsuya Kataoka bereits im 23. Umlauf, sprich sieben Runden vor dem Subaru BRZ sowie über zehn Umläufe vor der restlichen Top-5 zum Service. Dort übergab er erstmals an Jörg Müller, der seine ersten Super-GT-Rennkilometer mit absoluter Bravour bewältigte. Dadurch bedingt gelang es den findigen Strategen den Itasha-BMW nicht nur auf Position Zwei zu hieven. Zusätzlich hatte Jörg Müller für den Großteil seines Stints freie Fahrt, was im Kampf ums Podium eine entscheidende Rolle spielte. Selbstredend sprang der GSR Hatsunemiku BMW mit seiner „out of sequence“-Strategie ein bisschen durchs Klassement – jeweils nach den Stopps reihte sich das Team auf Position Sechs ein, übernahm nach den anderen Stoppern aber erneut den Silberrang – entging so aber der unglücklich gefallenen Safety-Car-Phase in Runde 68. Wie bereits im GT500-Teil erwähnt, platzte dem Crystal Croco Lamborghini GT3 (Kouji Yamanishi / Shinya Hosokawa / Yuya Sakamoto) zu diesem Zeitpunkt auf der Gegengeraden der linke Hinterreifen. Die „Explosion“ sorgte für eine Beschädigung an der hinteren Verkleidung sowie am Auspuff, weshalb der Lamborhini unglücklicherweise Feuer fing. Aufgrund des verteilten Öls sowie den vielen Teilen auf der Strecke entschloss sich die Rennleitung das Rennen mittels dem Safety-Car zu neutralisieren. Ähnlich der GT500 fiel diese Safety-Car-Phase genau in den Zeitpunkt des zweiten Boxenstopps für viele Teams, weshalb diese ihre Fahrzeuge zum Service hereinholten. Nicht hiervon betroffen waren unter anderem der Subaru BRZ R&D Sport sowie der GSR Hatsunemiku BMW, die ihren zweiten Tankstopp bereits im 65. Respektive 53. Umlauf vollführten.Super GT Suzuka 2013 Okinawa-IMP SLS

Weniger Glück hatten neben dem Ghost in the Shell-Porsche (Shogo Mitsuyama / Yu Yokomaku / Yuya Sakamoto), EVA RT Test-01Apple MP4-12 (Kazuho Takahashi / Hiroki Katoh / Carlo Van Dam), MachGoGoGo Syaken GT-R (Tetsuji Tamanaka / Junichiro Yamashita / Naofumi Omoto), Greentec SLS AMG GT3 (Hisashi Wada / Masaki Jyonai), Panasonic apr Prius GT (Morio Nitta / Koki Saga / Yuichi Nakayama), auch der La Seine Lamborghini GT3 (Hideki Yamauchi / Hiroki Yoshimoto) sowie der S Road NDDP GT-R (Kazuki Hoshino / Daiki Sasaki / Lucaz Ordonez). Alle genannten Fahrzeuge erhielten wegen Nicht-Einhaltens der bereits im GT500-Teil diskutierten Safety-Car-Boxenstoppregel eine 90-sekündige Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt. Für die beiden zuletzt genannten Wagen kam die Strafe allerdings besonders bitter. Der La Seine Lamborghini musste aufgrund eines technischen Defekts in der Qualifikation das Rennen von der 23. und damit letzten Position ins Rennen gehen, schaffte es aber dank der hervorragenden Fahrt von Hiroki Yoshimoto und Hideki Yamauchi bis in die Top-10, während der S Road NDDP GT-R seit Beginn des Rennens in den Top-5 mit Podiumskurs fuhr. Beide Fahrzeuge wurden somit unter Wert geschlagen, da man neben der Strafe auch noch eine weitere Runde an der geschlossenen Boxenausfahrt verlor. Den 1000km-Klassiker beendete Nissans Nachwuchs-Team sowie Lucas Ordonez sein Super-GT-Debüt auf dem neunten Rang. Der La Seine Lamborghini GT3 fiel aufgrund eines späteren Getriebeschadens hingegen aus.

Super GT Suzuka 2013 Subaru BRZDer große Abstand des Subaru BRZ R&D Sport von knapp eineinhalb Minuten auf den GSR Hatsunemiku BMW war aufgrund der Safety-Car-Phase natürlich dahin. Doch auch nach dem Neustart in Runde 73 war gegen den blauen Boxer kein Kraut gewachsen. Das Subaru-Trio fuhr erneut einen Abstand von rund einer Minute auf den bunten BMW heraus, bis keine 30 Runden vor Schluss das große Drama seinen Lauf nahm. Schlagartig stiegen die Rundenzeiten BRZ auf 2:09 bis 2:10 Minuten an. Ausgehend von einer leichten Berührung mit einem GT500-Wagen in der Anfangsphase des Rennens, war die rechte Seite der Diffusor-Verkleidung des Subaru BRZ R&D Sport beschädigt. Dies beeinträchtigte nicht nur die Aerodynamik: Die beschädigte Verkleidung schliff auch am rechten Hinterreifen. Die direkten Verfolger, bestehend aus Nobuteru Taniguchi im GSR Hatsunemiku BMW sowie dem Okinawa-IMP SLS (Hironori Takeuchi / Takeshi Tsuchiya / Naoya Gamou) sowie dem Leon SLS (Haruki Kurosawa / Tsubasa Kurosawa / Akihiko Nakaya), erhöhten dementsprechend ihre Pace.  Tanguchi bewies erneut seine fahrerischen Qualitäten und setzte die Subaru-Mannschaft mit einigen schnellen Rundenzeiten gehörig unter Druck, als der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen von Runde zu Runde jeweils um drei bis fünf Sekunden sank.Super GT Suzuka 2013 Leon SLS

Im 154. Umlauf entschied sich R&D Sport zum Notstopp. Neben einem kurzen Splash & Dash zog man Kota Sasaki vier frische Pneus auf. Gleichzeitig riss ein Mechaniker das beschädigte Teil der Diffusor-Verkleidung ab. Trotz der geringen Stoppzeit von 28 Sekunden zog Taniguchi an Sasaki vorbei, als dieser wieder auf die Strecke zurückzog. Der Notstopp sowie die vier frischen Pneus waren jedoch die richtige Entscheidung: Wie frisch geölt knüpfte Kota Sasaki an die Rundenzeiten vor der Beschädigung an. In einem spannenden Schlussspurt schloss er bereits fünf Runden später an den BMW von Nobuteru Tanguchi auf. Trotz vieler Griffe in die Trickkiste gelang Sasaki letztlich entscheidende Überholmanöver in der Hairpin, als er sich neben den GSR Hatsunemiku BMW, neben ihm gen Löffelkurve raste und dort letztlich erneut die Führung übernahm. Den Platz an der Sonne gab der Subaru-Pilot bis zum Ende auch nicht mehr ab. Drama ereilte sich hingegen bei Pacific Direction Racing, als sich deren Ghost in the Shell-Porsche sechs Runden vor Schluss, glücklicherweise ohne Einschlag, in der 130R drehte. Noch schlimmer traf es den Iwasaki OGT Racing GT-R (Yuki Iwasaki / Igor Sushko / Yuichi Nakayama), der zwei Runden vor Schluss einen Motorschaden erlitt. Vorausgehend war ein weiterer, technischer Defekt, der dem Team bereits im 42. Umlauf mehrere Runden Rückstand aufbrummte.

Super GT Suzuka 2013 Subaru BRZ 2Am Ende obsiegte jedoch erstmals seit seiner Einführung im vergangenen Jahr der Subaru BRZ R&D Sport. Der GSR Hatsunemiku BMW bestätigte mit Rang Zwei das bisher beste Saisonergebnis aus Okayama während der Okinawa-IMP SLS den Bronzerang erreichte. Die Freude auf dem Podium aller Fahrer-Trios war entsprechend hoch. Die Party-Stimmung verblasste allerdings, als wenige Stunden nach dem Rennen der GSR Hatsunemiku aufgrund einer „restrictor violation“ aus der Wertung genommen wurde. Nach Angaben der GTA ging der Motor des Wagens entsprechend der FIA-GT3-Richtlinien bei der Restrictor-Inspektion nach dem Rennen nicht wie vorgeschrieben von alleine aus, was die Disqualifikation nach sich führte. In seinem privaten Blog erklärte Nobuteru Taniguchi, dass das Problem am Restrictor wohl auf den Schaden an der Air Box zurückzuführen sei, den man sich im Verlauf des Rennens zugezogen habe. Bereits in den letzten Runden habe er Probleme am Motor bemerkt, der unter anderem merkwürdige Geräusche von sich gab. Nach den Angaben von Taniguchi soll sich wohl ein Teil des Restrictors „abgepellt“ haben, was letztlich für das Problem sorgte. Selbstredend war er sowie das ganze Team nach der Disqualifikation enttäuscht, wenn auch die Bestätigung bleibt, dass man ein sehr starkes Rennen mit einer sehr guten Performance fuhr. Leider unbelohnt. Und so musste auch Jörg Müller, der ein absolut fehlerfreies Super-GT-Debüt hatte, mit leeren Händen wieder nach Deutschland fliegen. Die Disqualifikation des BMW hatte zur Folge, dass der Okinawa IMP-SLS sowie der Leon SLS auf den Silber- respektive Bronzerang aufrückten. Der Speed des zuletzt genannten Boliden kommt zudem nicht sehr überraschend, nachdem man bereits bei den letzten Testfahrten auf dem Fuji Speedway eine Bestmarke setzte. Des Weiteren betonten die Fahrer, dass das Team mit dem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 nun deutlich Super GT Suzuka 2013 Kota Sasaki Takuto Iguchi Tetsuya Yamanobesser zurechtkommen würde.

In der GT300-Wertung führen mit 57 Punkten weiterhin Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama (Mugen CR-Z GT). In Suzuka fuhr das Duo trotz der schlechten Qualifikation sowie den 98kg Gewichts-Handicap an Bord klang und heimlich auf den fünften Rang, womit man wohl auch das gegenwärtige Maximum aus dem Wagen herausholte. Eine Leistung, die nach dem Qualifikations-Samstag nicht wirklich vorauszusehen war. Der ARTA CR-Z musste den Langstreckenklassiker hingegen nach einem Antriebsproblem in der 33. Runde vorzeitig beenden. Der Ausfall ließ das Duo Shinichi Takagi / Takashi Kobayashi (40 Punkte) mit 17 Punkte Rückstand auf die Führenden auf Platz Fünf abrutschen. Neue zweitplatzierte sind nach dem Triumph beim 42. International Pokka Sapporo 1000km mit 44 Punkten Tetsuya Yamana / Kota Sasaki (Subaru BRZ R&D Sport). Mit insgesamt 42 Zählern befinden sich direkt dahinter Katsuyuki Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS), welche in Suzuka den sechsten Platz erreichten. Das SLS-Duo liegt dementsprechend punktglich mit den Markenkollegen Hironori Takeuchi / Takeshi Tsuchiya (Okinawa-IMP SLS), die neue Vierte sind.

aGT300-Rennergebnis</a></strong><br /> <strong> aa<a href=" http:="" target="\">GT300-Meisterschaftsstand

Super GT Suzuka 2013 FireworksDas nächste Super-GT-Rennen findet am 9. September auf dem Fuji Speedway statt. Im letzten Jahr demonstrierten Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira im Calsonic Impul GT-R, dass die Lexus mit entsprechend Gewichts-Handicap an Bord auf der eigenen Heimstrecke nicht unschlagbar sind. Es ist zudem das letzte Rennen mit vollem Gewichts-Handicap, bevor beim vorletzten Lauf in Autopolis die Zusatzgewichte halbiert und für das Finale in Motegi sogar komplett entfernt werden.

Copyright Photos: GT Association & Suzuka Circuit

Super GT Suzuka 2013 GT500 Winners Naoki Yamamoto Frederic Makowiecki Super GT Suzuka 2013 GT500 Podium Super GT Suzuka 2013 GT500 Podium 2 Super GT Suzuka Motul Autech GT-R Super GT Suzuka 2013 Weider Modulo HSV-010 Super GT Suzuka 2013 Subaru BRZ Super GT Suzuka 2013 Starting Grid 3 Super GT Suzuka 2013 Starting Grid 2 Super GT Suzuka 2013 Starting Grid 1 Super GT Suzuka 2013 Petronas Tom's SC430 Super GT Suzuka 2013 Okinawa-IMP SLS Super GT Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Frederic Makowiecki Super GT Suzuka 2013 Leon SLS Super GT Suzuka 2013 Kota Sasaki Takuto Iguchi Tetsuya Yamano Super GT Suzuka 2013 GT500 and GT300 Winners Super GT Suzuka 2013 GT300 Winners Takuto Iguchi Tetsuya Yamano Kota Sasaki Super GT Suzuka 2013 GT300 Podium Super GT Suzuka Weider Modulo HSV-010 2 Super GT Suzuka 2013 Subaru BRZ 2

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August 17 2013

02:00

Super GT: Vorschau Rd. 5 Pokka Sapporo 1000km Suzuka

Saisonhöhepunkt in der der Super GT: Das International Pokka Sapporo 1000km auf dem legendären Suzuka Circuit ist nach den 1000km am Nürburgring das zweittraditionsreichste 1000km-Rennen auf dieser Welt. Gleichzeitig ist es nach dem Grand Prix der Formel 1 das legendärste und prestigereichste Rennen in Japan. Im Vorfeld des Langstreckenklassikers sorgte die erstmalige Präsentation der neuen 2014er GT500-Boliden auf Basis des technischen DTM-Reglements für viel Aufsehen.

Super GT Suzuka 2012 GT500 StartDie Geschichte des Rennens, das in diesem Jahr bereits zum 42. Mal stattfindet (die 1000km am Nürburgring werden in diesem Jahr zum 45. Mal ausgetragen), geht weit zurück. Drei Jahre nach dem ersten Formel-1-Grandprix in Japan fand 1966 erstmals der Langstreckenklassiker – damals noch über 500km – auf dem Suzuka Circuit statt. Seitdem änderten die Organisatoren die Distanz, abgesehen von zwei Ausnahmen über jeweils 12 Stunden in den Jahren 1967 sowie 1969, auf die heute bekannten 1000km.

Während das Rennen bis 1982 noch ohne Meisterschaftsintegrierung stattfand, wurde es im folgenden Jahr Teil der All Japan Sports Prototype Championship, einer inländischen Serie in der hauptsächlich Fahrzeuge der legendären Gruppe C sowie IMSA GTP Prototypen fuhren. Nachdem die Japanese Automobile Federation (JAF) die JSPC Ende 1992 auflöste und im darauffolgenden Jahr die JGTC (die sich bekanntlich 2005 in die heutige Super GT umbenannte) gründete, wanderte bereits 1992 das 1000km-Rennen zur der sich in ihrem letzten Jahr befindlichen Sportwagen-Weltmeisterschaft (WSC) über. Nachdem das Rennen 1993 dann einmalig Teil des JGTC-Kalenders war, wanderte es 1994 zur BPR Global GT Series, dem Vorgänger der 1997 gegründeten FIA GT. Die Abkürzung BPR stand für die Nachnamen der Seriengründer: Jürgen Barth, Patrick Peter und dem Weltmeister im GT-Serien gründen, Stéphane Ratel. Lediglich in den Jahren 1996 sowie 1997 waren die 1000-Kilometer in die FIA-GT-Meisterschaft integriert. In den darauffolgenden Jahren fand der Langstreckenklassiker hingegen wie in den Anfangsjahren als unabhängiges Event statt, an denen hauptsächlich die Teams der JGTC teilnahmen. Zwar waren die GT500- sowie GT300-Boliden in den Jahren zuvor als Gaststarter ebenfalls startberechtigt, was allerdings nur wenige Teams auch tatsächlich nutzten. 2006 fand das Internatonal Pokka 1000km im Kalender der Super GT endlich seine neue Heimat. Als Gegenmaßnahme der hohen Kosten, insbesondere im Zuge der Weltwirtschaftskrise, reduzierte man die Renndistanz im Jahr 2009 zunächst auf unbestimmte Zeit auf 700km. Nach der verheerenden Naturkatastrophe im März 2011 wurde das Rennen entsprechend der Umstände auf 500km gekürzt. Im letzten Jahr feierte die volle Distanz über 1000km jedoch glücklicherweise wieder ihre Rückkehr.Super GT Suzuka 2011 GT500 Start

Den Rekord mit den meisten Siegen hält Kunimitsu Takahashi inne, der den Langstreckenklassiker insgesamt vier Mal (1973, 1984, 1985, 1989) gewann. Takahashi mag international zwar nicht so bekannt wie Satoru Nakajima, Aguri Suzuki oder Kazuyoshi Hoshino sein, dennoch ist auch er eine Legende des japanischen Motorsports. Oftmals gerne als der „Vater des Drifts“ bezeichnet, nahm er 1977 am Japan-Grand-Prix der Formel 1 teil. Bei seinem lediglich einzigen F1-Rennen übernahm er das Steuer des gleichen Tyrells, den ein Jahr zuvor Kazuyoshi Hoshino pilotierte, und erreichte den neunten Platz. Takahashis Karriere begann zunächst aber im Motorradrennsport, wo er 1961 in Hockenheim auf einer 250cc-Maschine von Honda als erster Japaner ein Grand-Prix-Rennen gewann. Es sollten noch drei weitere Siege folgen, ehe er sich 1962 beim Isle of Man TT schwer verletzte und 1965 in den Automobil-Rennsport wechselte. Neben seiner Karriere in der Japanese Formula 3000 nahm Kunimitsu Takahashi zwischen 1986 und 1996 achtmal an den 24 Stunden von Le Mans teil. Den größten Erfolg erreichte er dort 1995, als er in einem Honda NSX die GT2-Klasse gewann. Von 1993 bis 2007 war Takahashi außerdem der Vorsitzende der GTA und damit direkter Vorgänger von Masaaki Bandoh. Aus deutscher Sicht gewannen erst drei Piloten das International Pokka 1000km in Suzuka: 1997 Marcel Tiemann zusammen mit Alessandro Nannini im Mercedes-Benz CLK-GTR, 1998 Bernd Schneider zusammen mit Mark Webber im Mercedes-Benz CLK LM sowie 2007 André Lotterer zusammen mit Juichi Wakisaka und Oliver Jarvis. Der aktuelle Name des Pokka Sapporo 1000km in Suzuka setzt sich übrigen aus dem derzeitigen Sponsoring des Unternehmens Pokka Sapporo zusammen. Ursprünglich getrennt, fusionierte der Lebensmittelhersteller Pokka mit dem Getränkehersteller Sapporo im Januar dieses Jahres, weshalb sich auch das Sponsoring und demzufolge der Name des Rennens änderte.

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die 2012 ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer 8 sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt in Ehren nach dem 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin sowie natürlich die schnelle 130R entzücken Fans sowie Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus

July 13 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 3 Fuji

Die Regenzeit ist vorbei und der schwüle Hochsommer hat Japan fest im Griff. Mensch und Maschine werden somit beim dritten Saisonlauf der japanischen Super Formula auf dem Fuji Speedway gefordert werden. Bereits im Vorfeld hat der erste Shakedown des neuen SF14-Boliden für kommendes Jahr für Aufsehen gesorgt.

Super Formula Fuji 2011 Kazuki NakajimaDer japanische Hochsommer ist schwül, erstickend, erdrückend und einfach nur heiß. Temperaturen um die 30-39 Grad sind Alltag. So heiß und unerträglich es manchmal aber auch sein mag, der japanische Sommer bringt auch viele schöne Bilder. Beispielsweise die gern gesehenen Feuerwerke, oder aber die vielen größeren sowie kleineren Sommerfeste in den Städten, zu denen so manche Japanerin auch gerne einen modischen Yukata anzieht. Es hilft bei der Ablenkung und gleichzeitigen Abkühlung von der Hitze. Für die Räumlichkeiten, etwa bei der Arbeit oder gar zu Hause, zählt eine Klimaanlage aber noch immer zu den wichtigsten Überlebensutensilien des japanischen Sommers. Diese fehlt den Piloten der Super Formula selbstredend, wenn auch die Frischluftzufuhr bei einem Monoposti ohne dem fehlenden Dach immerhin ein bisschen gewährleistet ist.

Über 30 Grad waren es auch am MittSuper Formula SF14 Fuji Shakedownwoch, als die Super Formula erstmals den neuen Wagen von Dallara für nächstes Jahr vorstellte. Jeweils ein Modell des SF14 mit Toyota und Honda Motoren standen zum Premieren-Shakedown bereit. Die Ehre der beiden ersten Testfahrer erhielten der letztjährige Champion Kazuki Nakajima (Toyota) sowie Vizemeister Takuya Izawa (Honda). Der Shakedown war für die Fans öffentlich zugänglich, weshalb sich ein paar auf der Haupttribüne des Fuji Speedway versammelten, um die ersten Runden von Nakajima und Izawa im neuen SF14 zu bewundern. Der erste Eindruck war durchaus positiv, auch wenn sich beide erst an das Fahrverhalten des neuen Boliden gewöhnen mussten. Grund hierfür sind vor allem die neuen 2,0l 4-Zylinder Reihen-Turbo-Motoren, die ab der kommenden Saison zum Einsatz kommen werden. Das Beschleunigungsverhalten sei laut Takuya Izawa beispielsweise komplett anderes. Ganz frei von Problemen war der Shakedown nicht: Am Mittwochvormittag konnte zunächst nur Nakajima die ersten Runden drehen, bei denen er zweimal aufgrund von Elektronik- und Getriebeproblemen stehenblieb. Die ersten Kinderkrankheiten wurden allerdings zum Nachmittag hin ausgebessert, wodurch beide Fahrer genügend Runden abspulten. Zwar spielen Zeiten bei einem Shakedown keine große Rolle, dennoch bestätigte Kazuki Nakajima am Donnerstag mit 1:24.778 (Top-Speed 304.397 km/h), dass der neue Bolide von Dallara schneller als das Vorgängermodell von Swift Engineering ist. Zum Vergleich: 2012 fuhr Nakajima in Fuji im Qualifying mit 1:25.907 die schnellste Rundenzeit.

Es war der Wunsch der JRP (Japan Race Promotion) an Dallara, den Wagen flinker und schneller zu machen. Hierfür wurde unter anderem das Gewicht um ganze 60kg auf 650kg reduziert. Auffallend sind der aggressive Heckflügel sowie die kleine Finne. Interessantes Detail am Rande: Tsugio Matsuda, der die Testfahren am Donnerstag besucht hatte, fiel auf, dass ein paar Runden ohne den oberen Flap des Heckflügels getätigt wurden. Der SF14 besitzt eine Gesamtlänge von 5268mm sowie eine Breite von 1900mm respektive eine Höhe von 950mm. Der Radstand beträgt 3165mm. Die Bremsen sind wie auch beim aktuellen Wagen aus Carbon; das Getriebe ist ein 6-Gang-Schaltwhippen-System von Ricardo und Zytek. Der Motor für das eigens von Toyota und Honda entwickelte System-E, ein KERS-ähnliches Hybrid-System, welches in der Zukunft unter anderem den derzeitigen Overtake-Button ersetzen soll, beim Shakedown aber noch nicht montiert war, wird im übrigen ebenfalls von Zytek entwickelt. Auch 2014 werden die Einheitsreifen von Bridgestone verwendet werden. Dallara entwickelte den Wagen entsprechend der FIA-Sicherheitsrichtlinien aus dem Jahr 2010. Wie bereits erwähnt werden ab dem kommenden Jahr 2,0l 4-Zylinder Turbo-Reihen-Motoren von Toyota und Honda in der Super Formula zum Einsatz kommen. Dies entspricht dem gleichen Motorenreglement, welches auch die Super GT ab 2014 nutzen wird. Die Aggregate besitzen eine Direkteinspritzung und liefern eine Leistung von 550 PS und 2000cc. Das Gesamtgewicht beträgt 85kg. Offizielles Videomaterial gibt es seitens der JRP leider noch nicht. Die japanischen Kollegen von AutoSport Web haben jedoch ein kleines Video in der Boxengasse aufgenommen, in dem man auch einen ersten Eindruck vom Sound der neuen Turbo-Aggregate erhält.

Wie bereits häufiger erwähnt, ist der aktuelle Super-Formula-Bolide der nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübscheste Formel-Wagen. Einen Schönheitspreis wird der SF14 von Dallara sicherlich nicht bekommen. Hässlich ist das neue „Baby“ der Super Formula allerdings auch nicht geworden. Bereits während der Konzeptphase hatte Dallara ihre Erfahrungen in der GP2, Formel 3 oder IndyCar nicht verschwiegen. Entsprechend ist das Resultat: Eine Mischung aus GP2 sowie des derzeitigen Super-Formula-Wagens von Swift Engineering. So Einzigartig wie der FN09 ist der SF14 gewiss nicht. Doch das ist wohl auch das Einzige, was ich persönlich an Dallaras Kreation zu kritisieren habe. Sollte der Wagen allerdings das halten, was die Italiener versprechen, dann sind dies Kritikpunkte, mit denen ich mehr als gut leben kann. Um alle etwaigen Kinderkrankheiten und dergleichen zu beseitigen, wird die JRP und Dallara den Wagen in den kommenden Monaten weiterhin ausführlich testen. Die Termine hierfür sind: Twin Ring Motegi (31.07-01.08.13), Suzuka Circuit (11.09-12.09.13), Sportsland Sugo (30.09-01.10.13), Suzuka Circuit (07.11-08.11.13). Über Neuigkeiten von den Testfahrten werde ich selbstverständlich in den entsprechenden Artikeln berichten.

Bei all dem Wirbel um den neuen Wagen darf natürlich nicht vergessen werden, dass an diesem Wochenende der dritte Saisonlauf am Fuße des Fuji stattfindet. Wer meine Berichterstattung über die beiden wichtigsten und größten japanischen Rennserien Super GT sowie Super Formula verfolgt, dürfte mit der direkt am bekanntesten Wahrzeichen Nippons gelegenen Haus- und Teststrecke von Totoyta vertraut sein. Dennoch die an dieser Stelle obligatorische Streckenvorstellung.

Super Formula Fuji 2012 Loic DuvalDer Fuji Speedway ist durch die Formel 1 in den 70er Jahren, insbesondere aber durch die beiden Grand Prix in den Jahren 2007 und 2008, bekannt. Der Kurs wurde extra für die Rückkehr der Königsklasse von Herman Tielke umgebaut und an die Sicherheitsstandards angepasst. Im Gegensatz zu anderen Strecken, hat er die Strecke mit der längsten Geraden (1,5km) im kompletten Super-Formula-Kalender aber nicht „vertielkt“, wenn auch die Abstinenz einiger Kiesbetten sowie die nahezu fast vollständige Eliminierung des „Bankings“ in einigen Bereichen der Strecke sehr bedauerlich ist. Der Kurs selbst liegt in der Shizuoka-Präfektur, nahe des kleinen Städtchens Oyama und nicht weit von der Großstadt Fuji-chi (übersetzt einfach nur Fuji oder Fuji City) direkt am Fuße des Fuji-san, sprich man hat nicht nur von der Rennstrecke einen malerischen Blick auf das bekannteste Naturwahrzeichen des Landes. Doch wie artikuliert man eigentlich denn Ort des Geschehens? Ich habe im letzten Jahr, auch im Rahmen der WEC, auf einer deutschen Sportwagen-Seite häufiger vom Rennen „in Oyama […]“ gelesen. Dass kann verwirren, wie ich anhand von einigen Kommentaren sah, die sich verwundert darüber äußerten, lediglich Okayama zu kennen. Fährt man denn nun in Fuji, oder in Oyama? Oyama als Austragungsort respektive Austragungsstadt zu wählen ist irreführend, auch wenn das kleine Städtchen nur wenige Autominuten vom Fuji Speedway entfernt liegt. In Japan selbst spricht man lediglich vom Rennen „in Fuji“, was letztlich wohl auch die richtige Wortwahl ist. Oyama ist relativ unbekannt, weshalb von denen in der Umgebung liegenden Städten die Großstadt Fuji-shi, von der man ebenfalls einen wunderschönen Blick auf den Fuji-san hat, am ehesten nennt. Oyama selbst taucht bei einem Blick in die Wikipedia sowie in die Postanschrift des Fuji Speedway auf. Die Japaner lieben es zudem, Wörter abzukürzen, oder neue Komposita als Abkürzung zweier Wörter zu bilden. Der Fuji selbst gilt bei den Japanern als heiliger Ort. Und weil der Kurs direkt am Fuße dieses heiligen Ortes liegt, wird entweder vom Rennen auf dem Fuji Speedway, oder in der Abkürzung vom Rennen in Fuji gesprochen. Denn letztlich betrachtet man den Kurs als Teil eines Ganzen, als Teil von Fuji. Als Teil von Stadt (Fuji-shi), Land (Fuji-san, der heilige Berg, der gleichzeitig auch ein Vulkan ist, aber auch als Teil der über den Ortschaften stehenden Shizuoka-Präfektur) sowie Fluss (Fujikawa, der Fluss von der Präfektur Yamanashi bis nach Shizuoka fließt). Kompliziert? Vielleicht. Unnötig in der Erklärung? Bleibt jedem selbst überlassen. Wikipedia-Recherche/-Forschung/-Wissen ist halt schneller…

Die Strecke hat nach der Neueröffnung im Jahr 2005 eine Gesamtlänge von 4.563 km und insgesamt 16 Kurven. Nicht alle dieser Kurven tragen hingegen einen Namen. Nicht nur aufgrund der langen Start- und Zielgeraden, auf der Spitzengeschwindigkeiten von rund 300 km/h erreicht werden, gilt der Kurs als flink. Die Strecke beinhaltet zum Ende hin auch einige mittelschnelle und langsame Kurven. Die Super Formula fährt die auch von der Super GT genutzten Variante, sprich mit der S-Kurve nach der Dunlop-Kurve. Aufgrund fehelendem Super-Formula-Onboard-Material Im folgendem eine Onboard-Runde aus der Super GT mit André Lotterer aus dem Jahr 2009:

Die Höchstgeschwindigkeit ist einer der Schlüssel zum Erfolg in Fuji. Den Toyota-Aggregaten wird deshalb ein kleiner Vorteil gegenüber den Honda-Motoren nachgesagt. Tatsächlich waren seit 2010  lediglich Toyota-Maschinen siegreich. Der Dominator der letzten Jahre war dabei André Lotterer, der nach seinen Siegen in 2011 sowie 2012 in diesem Jahr nach dem Hattrick greift. Die Chancen des Duisburgers stehen gut. Seine gute Form bewies er unter anderem beim letzten Lauf in Autopolis Anfang Juni, als er bei schwierigen Bedingungen den mit einer besseren Strategie unterwegs gewesenen Loic Duval überrumpelte und sich nach der Pole-Position so auch den Rennsieg sicherte. Lotterers Stärke war deshalb überraschend, da er, wie auch Duval, den Saisonstart in Suzuka aufgrund des Audi-Engagements in der WEC auslassen musste. Im letzten Jahr war Lotterer zudem beim nicht zur Meisterschaft gehörenden JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup siegreich, wurde am Ende aber nachträglich aufgrund eines zu schmalen Unterbodens disqualifiziert. Den Sieg erbte damals Takuya Izawa, der auch den Auftakt zur diesjährigen Saison in Suzuka gewann.

Super Formula Suzuka 2013 Tsugio Matsuda 2In Autopolis lief es für den Dandelion-Fahrer hingegen nicht sonderlich gut. Mit den schwierigen halbnassen sowie nebeligen Bedingungen kämpfend, fand sein Rennen ein frühes Ende, als Titelverteidiger Kazuki Nakajima in einem etwas unüberlegten Manöver nicht nur ihn, sondern in einer Kettenreaktion auch sich selbst sowie unter anderem Takashi Kogure aus dem Rennen nahm. Der Unfall hatte einen direkten Einfluss auf die Meisterschaft, denn sowohl der zu diesem Zeitpunkt Tabellen-führende Takuya Izawa sowie der dritte der Meisterschaft, Takashi Kogure, gingen in Autopolis leer aus. Dadurch entstand das Kuriosum, dass derzeit Tsugio Matsuda (12 Punkte) mit seinem zweiten Platz in Suzuka sowie einem fünften Rang in Autopolis die Meisterschaft anführt. Einen Punkt dahinter befindet sich nach dem perfekten Autopolis-Wochenende bereits André Lotterer. Der Deutsche dürfte allerdings nur sehr unwahrscheinliche Chancen auf den Titel haben. Denn neben dem verpassten Saisonstart wird er, wie auch Loic Duval, den Saisonabschluss in Suzuka aufgrund ihres WEC-Engagements auslassen müssen. Da das Finale wie auch im letzten Jahr bekanntlich aus zwei Sprintrennen besteht, gehen beiden somit viele wertvolle Meisterschaftspunkte verloren. Punktgleich mit Lotterer auf Rang 3 und 4 befindet sich derzeit Takuya Izawa und Naoki Yamamoto. Letzterer ist mit dem vierten Platz in Suzuka sowie dem Bronzerang in Autopolis deutlich besser als noch letztes Jahr in die Saison gestartet. Einen etwas suboptimalen Saisonstart hatten hingegen Joao Paulo de Oliveira (Position 6 mit 6 Punkten) sowie Kazuki Nakajima (Platz 8 mit 3 Punkten). Insbesondere Nakjima hat einen Sieg auf dem Fuji Speedway bitter nötig, um nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Sollte der ehemalige Formel-1-Pilot zu seiner alten Form zurückfinden, zählt er zusammen mit seinem Teamkollegen Lotterer, mit er sich im letzten Jahr auf Slick-Reifen ein sehenswertes und stets faires Duell auf dem halb-nassen, halb-trockenen Fuji Speedway lieferte, sowie Joao Paulo de Oliviera, Tsugio Matsuda, Takuya Izawa und Loic Duval zu den Hauptfavoriten auf den Sieg am Sonntag. Letzterer gewann auf Toyotas Haus- und Teststrecke übrigens zuletzt im Jahr 2009.Super Formula Fuji 2012 Yuji Kunimoto

Zu den schwarzen Schafen gehört unter anderem Takashi Kogure. Dem Nakajima-Racing-Piloten wäre ohne die technischen Probleme beim Saisonauftakt in Suzuka fast die Sensation geglückt, weshalb auf ihn ein besonderes Auge geworfen werden muss. Kogure wirkt in diesem Jahr wie ausgewechselt, weshalb er trotz des Nullers in Autopolis nach wie vor zu den Geheimfavoriten auf den Titel zählt. Für zumindest einen Podestplatz dürfte auch Naoki Yamamoto gut sein, der das Momentum aus dem vierten Platz aus Suzuka sowie dem dritten Rang in Autopolis nach Fuji mitnimmt. Ebenfalls im Auge behalten muss man Ryo Hirakawa. Der von den japanischen Medien schon als neues Supertalent gefeierte Rookie beendete die ersten beiden Rennen auf dem achten respektive siebten Platz. Er fiel nicht nur bei den offiziellen Testfahrten zu Beginn des Jahres positiv auf, sondern pilotiert auch jenen Wagen, mit dem Kazuya Oshima im vergangenen Jahr in Fuji Dritter wurde. Mit Mischbedingungen wie 2012 ist in diesem Jahr bei über sehr schwülen 32 Grad Außentemperatur hingegen nicht zu rechnen – laut aktueller Wetterprognose gibt es nur sehr minimale Chancen auf vereinzelte, kleinere Regenschauer. Insgesamt 55 Runden (250.965km) stehen auf dem Programm.

TV-Zeiten Fuji

An der aktuellen TV-Situation hat sich selbstredend nichts verändert. Wer das Rennen sehen möchte, muss erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet zurückgreifen. J Sports 3 überträgt am Sonntagmorgen ab 7 Uhr deutscher Zeit live. Der Rennstart erfolgt bereits 15 Minuten später um 7:15 Uhr.

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June 15 2013

04:00

Super GT: Vorschau Round 3 Sepang (Malaysia)

Bereits zum zwölften Mal gastiert die Super GT auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang, Malaysia. Es ist auch in diesem Jahr das einzige Auslandsrennen der Serie, nachdem das für Mai geplante Einladungsrennen in Südkorea abgesagt wurde. Aufgrund der heißen Temperaturen sowie der hohen Luftfeuchtigkeit zählt das Rennen zu den anspruchsvollsten Stationen für Mensch und Maschine im Kalender.

Super GT Malaysia 2012 GT500 StartNachdem das ursprünglich für Mai geplante Einladungsrennen in Südkorea auf der Grand-Prix-Strecke in Yeongnam aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen der GTA sowie dem koreanischer Promoter abgesagt wurde, blieben die Super-GT-Motoren im Mai still. Für die Fahrer und Teams blieb somit allerdings genügend Zeit, um sich auf die heißen sowie schwülen Temperaturen in Malaysia einzustellen. Denn auch an diesem Wochenende werden in Sepang wieder Temperaturen um die 35 Grad erwartet. Von monsunartigen Wolkenbrüchen sollte die Super GT hingegen verschont bleiben.

Die Super GT gastiert in Malaysia bereits seit 2001. Zunächst als Einladungsrennen, mutierte der Lauf auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang bereits ein Jahr später zum Meisterschaftslauf. Nach Adam Ries würde dies entsprechend insgesamt dreizehn Rennen in Malaysia ergeben. 2003 wurde das Rennen allerdings aufgrund der SARS-Gefahr ersatzweise auf dem Fuji Speedway ausgetragen – unter dem mehr oder weniger ironisch klingenden Namen „Malaysian JGTC in Fuji Speedway“. Das Einladungsrennen im Jahr 2001 gewannen in der GT500 Juichi Wakisaka / Hideki Noda (Esso Ultra Supra). Für Toyota war es bislang der einzige Erfolg in Sepang. Den GT300-Triumph erlangten hingegen Yuji Ide / Masataka Yanagida (Unisia Jecs Sylvia). Die ersten Meisterschaftssiege feierten ein Jahr später hingegen Tsugio Matsuda / Ralph Firman (Mobil 1 NSX) in der GT500 respektive Haruhiko Matsumoto / Nobuteru Taniguchi (Matsumoto Kiyoshi Amemiya RX7 asparagus) in der GT300.

Der Sepang International Circuit erfordert aufgrund des Bekanntheitsgrades durch die Formel 1 wie auch MotoGP wohl keine Einführung, zumal die Super GT die gleiche Konfiguration fährt: 15 Kurven auf insgesamt 5,543km. In meinen Augen zählt sie zu den besseren Strecken des deutschen Architekten Hermann Tielke. Der Kurs selbst ist mit 22 Metern untypisch breit, weshalb die GT500-Fahrer, die bei den Überrundungen ohne Zeit zu verlieren eher härter ans Werk gehen, etwas mehr Platz als auf den japanischen Strecken haben werden. Zudem besitzt die Strecke zwei lange Geraden, die mit zwei Haarnadelkurven voneinander getrennt werden. Aufgrund der vielen engen Kurven sind die Fahrzeuge mit einem schnellen Kurvenfahrverhalten im Vorteil. Im folgendem eine Onboard-Aufnahme von Takuya Izawa im Raybrig HSV-010 aus dem Jahr 2010, um einen Eindruck der Super GT auf dem Kurs zu bekommen:

Wie auch bereits in den Jahren zuvor ist mit einem großen Besucheransturm zu rechnen, Laut der Tourismusbehörde in Kuala Lumpur ist die Super GT zudem ein Magnet für viele ausländische Besucher aus dem Rest Asiens. Selbst in Japan, zum Lauf in Fuji Ende April, haben die Promoter sowie die GTA selbst nochmals ordentlich die Werbetrommel für das als „Super GT International Series Malaysia“ genannte Event gerührt. Zu rechnen ist erneut mit etwas über 70.000 Besuchern am gesamten Wochenende (Ticketpreise ab umgerechnet, günstigen 25 Euro), die neben der Super GT auch den Asia Cup sowie einem Toyota-GT-86-Prominentenrennen ein umfassendes Rahmenprogramm abseits des Renngeschehens bekommen. Am Samstagabend wird es zudem mehrere Konzerte von in Malaysia sowie Asien bekannte DJs und Bands geben, zu denen alle Ticketbesitzer kostenlos Eintritt haben. Bereits im Vorfeld fand in Sepang und Umgebung ein großes Casting für malaysische Race Queens statt. Die Gewinnerin war unter anderem beim 500km-Lauf in Fuji als Promoterin zu gast.

GT500

Super GT Okayama 2013 Raybrig HSV-010 2Aufgrund der Streckencharakteristik sollte der Sieg in der GT500 lediglich über Honda oder Nissan gehen. Der Weider Modulo HSV-010 war in den letzten beiden Jahren (damals noch mit Takashi Kogure) siegreich. Interessant war im letzten Jahr, dass ausgerechnet die hohe Kurvengeschwindigkeit, eigentlich die Paradedisziplin des Boliden, als Achillesverse galt. Die Fahrer beklagten sich am Scheitelpunkt der Kurven über wahlweise Unter- wie auch Übersteuern. Dennoch gelang es Takashi Kogure und Carlo van Dam den Sieg in Malaysia einzufahren. Selbstredend spielte hierbei der Faktor Kogure auch eine Rolle. Für Honda sollte es jedoch der einzige Sieg der Saison bleiben. 2013 wirkt die Marke deutlich besser aufgestellt. Man erzielte einen Doppelsieg beim Auftakt in Okayama und konnte scheinbar die Probleme aus dem letzten Jahr beseitigen. Dass der beste Honda in Fuji hingegen lediglich auf Position 8 ins Ziel kam, war aufgrund der Streckencharakteristik nicht weiter verwunderlich. Zudem hatten die Teams überraschenderweise keine Aerodynamik-Updates installiert. Stattdessen nahm man einige Verbesserungen für das Rennen in Sepang vor. Neben neuen Luftauslassöffnungen auf der Motorhaube ist besondere der neue Swan-Neck-Heckflügel auffallend, der unter anderem auch in der DTM sowie bei Le-Mans-Prototypen anwendung findet. Dieser neue Heckflügel konnte im Fahrerlager am Freitag allerdings lediglich am Weider Modulo HSV-010, dem Epson HSV-010 sowie dem Raybrig HSV-010 gesichtet werden. Es ist wohl deshalb auszugehen, dass lediglich diese drei Boliden mit dem Update unterwegs sein werden. Der Weider Modulo HSV-010 ist zudem der einzige Honda, der den einzelnen, hinteren Auspuff verwendet.

Die Hauptfavoriten auf den GT500-Sieg dürfte somit Honda sein. Hierbei sei insbesondere der Raybrig HSV-010 (Takuya Izawa / Takashi Kogure) erwähnt. Das Duo, welches derzeit auch die Meisterschaft anführt, gewann bereits den Saisonauftakt in Okayama. Des Weiteren darf der Faktor Kogure in Malaysia nicht unterschlagen werden. Stören könnten die 48kg an Gewichts-Handicap. In wie fern der Zusatzballast allerdings eine Auswirkung auf den Wagen haben wird, wird sich erst frühestens zur Qualifikation zeigen. Ebenfalls auf der Rechnung ist selbstverständlich der Weider Modulo HSV-010 (Naoki Yamamoto / Frédéric Makowiecki), zumal der Wagen mit 14kg an Zusatzgewicht zu einem der leichteren Fahrzeugen gehört und zudem mit Michelin-Reifen unterwegs ist. Diese funktionieren unter sehr heißen Bedingungen besonders gut. Ähnliches gilt für den Keihin HSV-010 (Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi). In Okayama sicherte sich das Duo den Silberrang, in Fuji schied man hingegen nach einem Unfall aus. Mit 30kg Zusatzballast bewegt sich der Keihin-Honda im Gewichtsmittelfeld.Super GT Okayama 2013 Motul Autech GT-R

Hondas größter Gegner sollte am Sonntag Nissan werden. Der GT-R war zwischen 2007 und 2010 gleich dreimal hintereinander erfolgreich, zudem ist der Wagen aufgrund seiner schnittigen Bremsen nahezu auf Augenhöhe mit Honda. Gleichzeitig besitzt der GT-R einen höheren Top-Speed als die Honda. So waren es Masataka Yanagida / Ronnie Quintarelli (Motul Autech GT-R), die bis zu ihrem Ausfall als einzige mit den Lexus-Boliden in Fuji mithalten konnten. Mit 22kg Gewichts-Handicap zählt der Werks-Nissan zu den leichteren Wagen im Feld. Wie auch der Weider Modulo HSV-010 ist der Motul Autech GT-R mit Michelin-Pneus ausgestattet, die einen entscheidenden Vorteil in Malaysia bieten sollten. Im letzten Jahr blieben die Nissan in Malaysia jedoch überraschend glanzlos. Bester Wagen der Marke wurde der Calsonic Impul GT-R (Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira) auf Platz 5. Das Duo holte 2010 den letzten Sieg in Malaysia für die Marke aus Yokohama. Wie auch der Motul Autech GT-R bekommt der Calsonic-Nissan 22 zusätzliche Kilogramm aufgeladen. Das so genannte schwarze Schaf könnten Michael Krumm / Hironobu Yasuda (D’station Advan GT-R) sein. Zwar funktionieren die Trockenreifen von Yokohama nicht ganz so gut wie jene aus dem Hause Bridgestone und Michelin. Allerdings könnten die heißen Temperaturen den Unterschied ausmachen. Bereits letzte Saison war, unter anderem in Suzuka, als das Team den dritten Platz einfuhr, erkennbar, dass die Yokohama-Pneus bei besonders heißen Temperaturen deutlich besser funktionieren. Diese Hoffnung hat auch Michael Krumm, wie er meinem Kollegen Flo bei den 24 Stunden am Nürburgring verriet, der freundlicherweise eine Frage zur Super GT einwarf. Ein Vergleich mit dem letztjährigen Sepang-Lauf ist leider nicht möglich, da der D’station Advan GT-R bereits in der Anfangsphase aufgrund eines Reifenschadens ausfiel.

Super GT Okayama 2013 Zent Cerumo SC430Die große Unbekannte wird an diesem Wochenende Lexus sein. Die Streckencharakteristik passt nicht zum SC430, der noch in Fuji aufgrund seines deutlich höheren Top-Speeds das Feld dominierte. Wie bereits erwähnt gelang Toyota respektive Lexus lediglich beim Einladungsrennen 2001 (damals mit dem Toyota Supra) der einzige Erfolg in Malaysia. Seitdem fährt man dem Sieg hinterher. 2012 belegte die Marke immerhin die Position 2 bis 4, was genauso wie der Sieg zum Saisonauftakt Okayama, einer ebenfalls für den Boliden untypische Strecke, überraschend war. Eine Aussage für die Performance von Toyotas Edelmarke zu treffen ist deshalb schwierig. Das wohl derzeit stärkste Lexus-Duo, Yuji Tachikawa / Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) – im letzten Jahr belegten sie in Sepang den zweiten Rang –, dürfte es aufgrund der 46kg an Zusatzballst eher schwierig haben. Ähnliches gilt für Sieger des 500km-Rennens in Fuji: Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430), die 40 zusätzliche Kilogramm mit sich herumschleppen. Nicht nur aufgrund des malaysischen Hauptsponsors Petronas möchte das Team ein besonders gutes Rennen abliefern, sondern auch um die Leistung aus Fuji zu bestätigen. Immerhin ist man hinter Izawa / Kogure sowie Tachikawa / Hirate auf Position 3 in der Meisterschaft. Ein besonderes Augenmerk sollte jedoch auf den Eneos Sustina SC430 (Yuji Kunimoto / Kazuya Oshima) gerichtet werden. In Fuji fuhr das Duo ihren orangenen Lexus beeindruckend nach Problemen in der Qualifikation von nahezu ganz hinten auf den dritten Rang. In Malaysia hat man 30kg Gewichts-Handicap an Bord.

GT300

Super GT Fuji 2013 apr Prius GTNachdem in der GT300 in Fuji Ende April erstmals mit dem apr Prius GT (Morio Nitta / Koki Saga) ein Hybrid-Wagen gewinnen konnte, sollten die Autos nach JAF-GT300-Reglement in Sepang eher im Nachteil sein. Zwar haben, insbesondere die drei Hybrid-Renner von Toyota und Honda, auf der Geraden ordentlich Tempo, besitzen allerdings eine geringere Kurvengeschwindigkeit als die europäischen, FIA-GT3-Maschinen. Die 40kg Zusatzballast im Toyota Prius sowie 38kg im Mugen CR-Z GT (Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama) sollten zudem ebenfalls nicht sonderlich hilfreich sein. Eine Platzierung in den Top 10, auch weil Sepang zwei lange Geraden besitzt, halte ich dennoch für realistisch. Profitieren könnte der ARTA CR-Z GT (Shinchi Takagi / Takashi Kobayashi), da man in den ersten beiden Saisonrennen aufgrund von technischen Problemen keine Punkte einfahren konnte und dementsprechend kein Gewichts-Handicap erhält. Erfreulich: Alle drei Hybrid-Boliden können dieses Jahr mit ihrem Hybrid-Antrieb in Malaysia an den Start gehen. Im letzten Jahr verbaten es die strengen Im- und Exportbestimmungen bei Lithium-Ionen-Batterien, dass der Toyota Prius (zu dem Zeitpunkt einziger Hybrid-Wagen in der Serie, der Honda CR-Z gab sein Debüt erst in Sugo) ohne dessen Hybrid-Antrieb fahren musste.Super GT Malaysia 2012 Hankook Porsche

Für eine angenehme Überraschung könnte hingegen der Subaru BRZ R&D Sport (Tetsuya Yamano / Kota Sasaki) sorgen. Der Wagen besitzt eine hohe Kurvengeschwindigkeit sowie guten Top-Speed auf den Geraden. Weshalb Subaru die beiden Pole-Positions aus den ersten beiden Saisonrennen bislang in noch kein besseres Rennergebnis ummünzen konnte, ist eher den technischen Kinderkrankheiten des neuen BRZ wie auch den äußerlichen Umständen geschuldet. In Fuji mussten Tetsuya Yamano sowie Kota Sasaki bereits nach wenigen Runden aufgeben, in Okayama arbeitete der Michelin-Reifen hingegen nicht so wie erwartet. Da die Pneus des französischen Herstellers beim BRZ, im Gegensatz zu denen der GT300-Konkurrenz, auf jenen der GT500-Klasse basiert, könnten die heißen Bedingungen am Wochenende in Subarus Hände spielen. Der Vorteil liegt dennoch bei den europäischen Wagen. Hierbei seien insbesondere der Hankook Porsche (Masami Kageyama / Tomonobu Fujii) – gewannen in Malaysia 2012 – sowie die Titelverteidiger Kyosuke Mineo / Naoki Yokomizo (Endless Taisan Porsche) erwähnt. Für beide Teams lief es in dieser Saison noch nicht ganz so rund. Der Hankook Porsche erreichte lediglich in Okayama mit Rang 8 die Punkte. Für die Titelverteidiger lief es mit einem zehnten Platz zum Saisonstart sowie einem Reifenschaden in Fuji sogar noch schlechter. Das Ergebnis: Ein mageres Pünktchen für die GT300-Champions. Sepang könnte deshalb die Wende für die beiden Porsche sein. Mit 6kg (Hankook Porsche) sowie 2kg (Endless Taisan Porsche) an Zusatzgewicht zählen die beiden Fahrzeuge zudem zu den leichtesten im Feld.

Super GT Fuji 2013 GSR Hatsunemiku BMW Z4Ebenfalls zu den Favoriten zählt der GSR Hatsunemiku BMW (Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka). 2011 noch als erster die Ziellinie überquert, legte der dreifache Sepang-Gewinner Nobuteru Taniguchi im vergangenen Jahr eine beeindrucke Aufholjagd von ganz hinten hin. Die Mühe, die im zweiten Rang geendet hätte, blieb allerdings unbelohnt, als ihm in der letzten Runde das Benzin ausging – das Team hatte beim Boxenstopp mit Risiko zu knapp kalkuliert. Der bunte Itasha-BMW (Itasha bedeutet, dass ein Wagen im Manga/Anime-Look gestaltet ist) besitzt nach dem zweiten Platz in Fuji sowie dem neunten Rang zum Saisonauftakt 34 zusätzliche Kilogramm. Ein großes Fragezeichen steht hingegen hinter den derzeitigen Tabellenführern Katsuyaka Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS). Mit 50kg Gewichts-Handicap ist der schwarze Mercedes-Bomber mit Abstand  das schwerste Fahrzeug im Feld. In Okayama noch souverän, auch dank der hervorragend funktionierenden Dunlop-Reifen, gewonnen, taten sich Hiranaka und Wirdheim auf dem Fuji Speedway hingegen schwer. Dank einer guten Strategie erreichte man am Ende unauffällig immerhin noch den sechsten Platz. Ebenfalls im Kampf um die Top-Positionen auftauchen sollten die Lamborghini Gallardo GT3, insbesondere der La Seine Lamborghini GT3 (Hideki Yamauchi / Hiroki Yoshimoto  sowie der MonePa Lamborghini GT3 (Manabu Orido / Takayuki Aoki). Letztere hatten in den vergangenen beiden Rennen jeweils großes Pech, weshalb man trotz des guten Speeds punktlos blieb.

Nicht in Sepang dabei ist der OGT Bonds Racing GT-R (Igor Sushko / Yuji Ide). Der Russe Sushko wird allerdings einmalig Fairuz Fauzy im Iwasaki apr R8 ersetzen. Sushko kennt den Audi R8 aus seiner bisherigen Rennkarriere, weshalb ihm die Umstellung vom Nissan Nismo GT-R GT3 leicht fallen sollte. Der Austausch ist für Fauzy allerdings besonders bitter, denn Malaysia wäre sein Heimrennen gewesen.

TV-Zeiten Sepang Super GT Malaysia 2012 Grid

Aufgrund der Hitze werden Qualifikation und Rennen erst am Nachmittag ausgetragen. Für Deutschland bedeutet dies, dass man dieses Mal nicht ganz so früh aufstehen muss. J Sports 1 beginnt die Übertragung der Qualifikation am Samstag um 10:20 Uhr deutscher Zeit. Am Sonntag geht J Sports 3 um 9:30 Uhr auf Sendung; der Rennstart erfolgt eine halbe Stunde später um 10 Uhr. Dies entspricht 16 Uhr Ortszeit respektive 17 Uhr japanischer Zeit. Da sich an der TV-Situation wenig überraschend nichts geändert hat, muss zum Schauen erneut die Graualternative im Internet herangezogen werden.

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April 13 2013

19:00

Super Formula Saisonvorschau 2013

Die Formula Nippon heißt ab diesem Jahr Super Formula. Der Namenswechsel liegt der neuen Strategie zugrunde, in Asien zu expandieren. Der Saisonstart erfolgt dieses Wochenende in Suzuka. Oft kopiert, in der Qualität aber unerreicht, wird der Racingblog auch diesem Jahr wieder ausführlich über Japans wichtigste und höchste Formel-Serie berichten.

Super Formula Round 0 Suzuka 2013 Start 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Böse Zungen könnten behaupten, dass durch den Namenswechsel von Formula Nippon auf Super Formula Raider nun einfach Twix heißen würde. Betrachtet man auch lediglich dieses Jahr, so könnte man dieser Aussage auch fast schon zustimmen. Allerdings eben auch nur fast. Denn hinter dem neuen Namen steckt die komplett neue Strategie der Serie. Ähnlich der Super GT möchte die JRP (Japan Race Promotion) mit ihrer Formel-Serie auf dem asiatischen Markt expandieren. Hierfür benötigt man nicht nur einen etwas „neutraleren“ Namen, sondern als FIA-sanktionierte Serie auch den Segen des Motorsport-Weltverbandes. Und genauer dieser untersagt, dass eine nationale Rennserie als solche ein Championat austrägt, wenn sie in mehr als zwei Ländern unterwegs ist. Durch die Expandierung erhofft man sich, einen ähnlichen Stellenwert wie die Formel 1 oder IndyCar in Asien zu erhalten.

Vom ursprünglich kompletten Namen „All-Japan Championship Formula Nippon“ taufte man sich somit in „Japanese Championship Super Formula“ um. Manch europäischem Motorsport-Fan mag sicherlich eine gewisse Namensähnlichkeit zur Superleague Formula auffallen, tatsächlich ist der Name allerdings an die Super GT, die populärste Rennserie in Japan angelehnt. Auch diese nannte sich 2005 aus genau den gleichen Gründen in den heute bekannten Namen um. Mit dem Namenswechsel endet die Ära der Formula Nippon, die 1996 als komplett neue Rennserie und Nachfolgeserie der japanischen Formel 3000 (Japanese Formula 3000) gegründet wurde . Die Vergangenheit der Rennserie geht selbstredend viel weiter, bis ins Jahr 1973, zurück, als Motoharu Kurosawa erster All-Japan-Formula-2000-Meister wurde. Jene Statistiken aus der Vergangenheit werden inoffiziell miteingerechnet, offiziell beschränkt sich die JRP hingegen auf die Ergebnisse seit 1996. Würde man beispielsweise den Rekordmeister aller Jahre bestimmen wollen, so müsste man, unter Einberechnung der kompletten Vergangenheit, die japanische Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino nennen. Der heutige Impul-Teamchef gewann, abgesehen vom Formula-Nippon-Zeitalter, unter jedem Reglement insgesamt sieben Meisterschaften (1975, 1977, 1978, 1987, 1990, 1993). An zweiter Stelle müsste eine weitere Legende genannt werden: Satoru Nakajima war insgesamt fünfmal erfolgreich (1981, 1982, 1984, 1985, 1986). Dem Vater von Kazuki und Daisuke Nakajima gelang zudem als einziger drei Titel hintereinander zu gewinnen. Beschränkt man sich hingegen lediglich auf das Zeitalter der Formula Nippon, sprich ab 1996, so würde die Wahl des Rekord-Champions auf Satoshi Motoyama fallen, der insgesamt viermal siegreich war (1998, 2001, 2003, 2005). Das Kunststück mehrere Titel hintereinander zu gewinnen gelang in dieser Zeit hingegen lediglich Tsugio Matsuda (2007 und 2008).

Super Formula Logo 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Wie dem letztlich auch sei: Vom Wechsel von Formula Nippon auf Super Formula handelt es sich lediglich um einen Namenswechsel und nicht um eine komplette neue, respektive Nachfolgerserie! Das Ganze ist schon fast mit der der Namensänderung der Indy Racing League auf IndyCar Series zu vergleichen. Letzter Champion unter dem alten Namen wurde Kazuki Nakajima. Der Tom’s-Fahrer sicherte sich in seinem erst zweiten Jahr in der Serie in einem packenden wie auch unglaublich spannenden Finale den Titel. Der Sieger am Ende dieses Jahres darf sich hingegen nicht nur erster Super-Formula-Meister nennen, sondern auch der letzte Champion mit dem alten Wagen sein. Im nächsten Jahr wird die Super Formula nämlich den neuen Einheitswagen von Dallara einsetzen.

Die Wahl auf den italienischen Hersteller, der unter anderem auch die Chassis für die IZOD IndyCar Series und GP2 baut, wurde im letzten Jahr kurz vor dem Saisonfinale in Suzuka bekanntgegeben. Wie das japanische Magazin Auto Sport allerdings berichtete, fiel die Wahl des neuen Herstellers zunächst allerdings nicht auf die Italiener, sondern die JMIA (Japan Motor-Racing Industry Association), die unter anderem das Chassis für die Japanese Formula 4 herstellen. Nach Angaben des Magazins hat sich die JRP zunächst für die JMIA entschieden, da diese ein gutes Konzept, sogar ohne Anzahlung für die Entwicklungskosten, auf den Tisch legten. Ein sehr kritischer Kommentar, insbesondere gegenüber der Zukunft und Expandierungspläne der JRP, von Minoru Hayashi (Chairman der JMIA) im Juni 2012  auf der Webseite der JMIA, hat allerdings wiederum viele Mitglieder, die zuvor noch die JMIA unterstützen, verärgert. Zusammen mit den Team-Besitzern entschloss sich die JRP auf einer nicht-öffentlich zugänglichen Konferenz dann letztlich für Dallara. Super Formula Saisonvorschau 2013

Am 25. März 2013 präsentierte die Japan Race Promotion auf einer Pressekonferenz dann endlich die ersten Bilder des neuen Boliden. Auffallend ist, dass sich Dallara stark den Monoposti aus der Formel 1 oder GP2 orientiert. So besitzt der SF14 beispielsweise eine leicht gekrümmte Nase. Des Weiteren ist die Heckfinne auffallend, aber auch der aggressive Heckflügel. Zu gefallen wissen auch die geschwungenen Seitenkästen. Bereits im Vorfeld gab Dallara bekannt, dass man das Know-How aus den anderen Rennserien auf das klare Konzept der JRP übertragen möchte. Das Ergebnis wirkt, im Gegensatz zum FN09 – dem nach meiner bescheidenen Meinung nach derzeit hübschesten Formel-Wagen) von Swift Engineering (auch bekannt als Swift 017.n) nicht mehr ganz so einzigartig, aber dennoch hübsch. Genaue technische Details wollten Dallara und die JRP noch nicht verraten, außer das der Wagen 650kg schwer sein wird. Mit diesen sollte aber zum Shakedown des Wagens im Sommer zu rechnen sein. Nach den ersten Proberunden von Kazuki Nakajima und Takuya Izawa im Simulator in Italien soll der Wagen schneller als der aktuelle FN09 sein. Nakajima lobte zudem die Ansprechbarkeit des Boliden, dass er, zumindest im Simulator, sofort das Feedback spürte und seine Rundenzeiten systematisch verbessern konnte. Er könne es jedenfalls kaum noch erwarten, bis er endlich im fertigen Wagen sitzen kann.

 Super Formula Saisonvorschau 2013Durch die höhere Geschwindigkeit wird die Super Formula noch näher an den Speed der aktuellen Formel 1 heran. Zum Vergleich: 2012 betrug die 107%-Regel in der Qualifikation zum Großen Preis von Japan 1:38.471 Minuten. Im gleichen Jahr stellte die Formula Nippon in Suzuka einen neuen, Serien-internen Rundenrekord von 1:38.700 auf, der in diesem Jahr aufgrund neuer Einheitsreifen von Bridgestone von gleich sieben Fahrern in der Qualifikation gebrochen werden konnte. Den neuen Rundenrekord stellte Takuya Izawa mit einer 1:38.217 auf. Dadurch unterstreicht die Super Formula erneut, keine Nachwuchsserie, sondern etwas komplett Eigenständiges wie beispielsweise die IZOD IndyCar Series zu sein! Beim Motorenreglement wird die Super Formula erneut Hand in Hand mit der Super GT gehen. Die Aggregate von Toyota und Honda werden 2,0-Liter 4-Zylinder Turbo-Reihemotoren sein und insgesamt 550 PS sowie 700Nm-Drehmoment besitzen. 50 weitere PS werden durch das KERS-ähnliche „System E“ möglich sein, an dem Toyota und Honda seit einigen Jahren entwickeln. System E soll das derzeitige, fünfmal für jeweils fünf Sekunden aktivierbare Boost-System des aktuellen Wagens ersetzen.

All dies ist selbstredend Zukunftsmusik, von der wir in diesem Jahr aber sicherlich, spätestens zum Shakedown des neuen Wagens im Sommer, häufiger berichten werden.

 

Änderungen und der Rennkalender 2013

Eine große Änderung in diesem Jahr betrifft die Vereinheitlichung des Qualifikationssystems. 2012 wurde je nach Rennen zwischen einer Kombination aus regulärer Qualifikation sowie einem anschließenden Einzelzeitfahren der besten zehn Fahrer sowie  dem aus der Formel 1 bekannten Knock-Out-Format gewechselt. In diesem Jahr wird hingegen das Knock-Out-Format bei allen Rennen zum Einsatz kommen. Nach dem ersten, 20-minütigen Qualifikationssegment scheiden die Platzierungen von 15 bis 19 aus. Für das dritte Qualifikationssegment qualifizieren sich hingegen die acht besten Fahrer aus Q2. Beide Segmente sind jeweils sieben Minuten lang. Eine weitere Änderung betrifft den neuen Einheitsreifen von Bridgestone. Der japanische Hersteller hat für dieses Jahr eine neue Reifenmischung entwickelt, die mehr Grip besitzt und folglich schnellere Rundenzeiten zulässt. Die Folge: Bereits zur Qualifikation zum Saisonstart in Suzuka unterboten sieben Fahrer den erstSuper Formula 2013 Kazuki Nakajima 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013 im letzten Jahr aufgestellten Rundenrekord von 1:38.700. Am schnellsten auf den neuen Pneus war Takuya Izawa, der wie bereits erwähnt eine 1:38.217 auf den Asphalt brannte. Über die Lebensdauer der neuen Reifen steht hingegen noch ein großes Fragezeichen. Laut Angaben von Bridgestone sollen die Pneus nicht schneller als im letzten Jahr abbauen. Letztlich wird man aber wohl die ersten zwei Rennen abwarten müssen, um dies beurteilen zu können. Die Fahrer sind jedenfalls vom Grip-Gewinn begeistert.

Der diesjährige Rennkalender bietet ein ähnliches Bild wie im letzten Jahr. Passend zur neuen Strategie der Serie wird die Super Formula 2013 allerdings ihr Debüt in Südkorea feiern. Anders als die Super GT geht es allerdings nicht auf den Korea International Circuit in Yeongnam, sondern auf den komplett neuen Autopia Circuit in Inje. Die Veranstalter unterschrieben mit der JRP einen mehrjährigen Vertrag, welcher das Rennen zum festen Bestandteil des zukünftigen Super-Formula-Kalender werden lässt. Ziel der Veranstalter ist es, den Motorsport und dabei insbesondere Formel-Sport in Korea bekannter und populärer zu machen. Nach der Formel 1 wäre die Super Formula somit die zweite große Formel-Serie im Land. Für die Super Formula ist es nicht das erste Auslandsrennen: Bereits 2004 trug man einen Lauf auf dem Sepang Circuit in Malaysia aus. Damals gewann André Lotterer vor Naoki Hattori und Juichi Wakisaka.

Der Saisonstart erfolgt traditionell an diesem Wochenende in Suzuka. Anschließend begibt sich die Super Formula leider in eine fast zweimonatige Pause, wohl auch bedingt durch Terminkollisionen mit der Super GT. Erst am 2. Juni geht es in Autopolis (Kyushu) weiter. Es folgen der Fuji Speedway, der Twin Ring Motegi, der Autopia Circuit in Inje (Korea), ehe es am Ende der Saison ins Sportsland Sugo sowie zum erneuten Finale in Suzuka geht. Den großen, nicht zur Meisterschaft-gehörenden Saisonabschluss mit der Super GT wird beim JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup vom 15. bis 17. November auf dem Fuji Speedway zelebriert. Abgesehen von beiden Läufen in Suzuka beträgt die Renndistanz jeweils 250km. Zum Saisonstart wird man hingegen ganze 300km (oder 296,157km, wenn man es wirklich genau nimmt), sprich 51 Runden absolvieren – nur zwei Runden weniger als die Formel 1! Zum Saisonabschluss setzt man hingegen wieder auf das aus dem letzten Jahr bekannte „Zwei-Sprintrennen-Format“ über 20 respektive 28 Runden. Insbesondere das zweite Sprintrennen bot einiges an Spannung, da die Meisterschaftsführung mehrmals zwischen den fünf verbliebenen Titelkontrahenten wechselte.

Der Kalender für 2013:

13.04-14.04:   Suzuka Circuit
01.06-02.06:   Autopolis
13.07-14.07    Fuji Speedway
03.08-04.08:   Twin Ring Motegi
24.08-25.08:   Inje (Korea)
28.09-29.09:   Sportsland Sugo
09.11-10.11:   Suzuka Circuit
15.11-17.11:   JAF Grand Prix Fuji Speedway (gehört nicht zur Meisterschaft)

 

Teams und Fahrer 2013

 

Petronas Team Tom’s (Toyota)
#1 Kazuki Nakajima
#2 André Lotterer
#2* James Rossiter (ersetzt Lotterer beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2012 Kazuki Nakajima 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr konnte sich in einem packenden wie auch spannenden Saisonfinale Kazuki Nakajima den Titel sichern. So überlegen wie sein Teamkollege André Lotterer im Jahr 2011 war der Ex-Williams-F1-Pilot hingegen nicht: 2011 gewann Lotterer sechs von sieben Läufen. Ausgerechnet das Rennen in Autopolis gewann letztlich Nakajima, weil Lotterer aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi nicht daran teilnehmen konnte. Von dieser Überlegenheit war 2012 nichts mehr zu spüren. Zwar war Nakajima beim Saisonauftakt in Suzuka siegreich. Es sollte allerdings bis zum allerletzten Lauf dauern, bis er sich erneut auf die Mitte des Podests stellen konnte. Grund hierfür war die schwindende Dominanz von Tom’s sowie die deutlich gestärkte Konkurrenz in Form von Tsukakoshi, Izawa sowie Joao Paulo de Oliveira. Lotterer selbst gewann im letzten Jahr immerhin zwei Läufe (Motegi im Frühjahr sowie Fuji), schrieb dafür aber auch zwei Nuller. Zwar gelang es Tom’s am Ende den Fahrermeister zu Stellen, die Team-Wertung musste man hingegen Docomo Team Dandelion Racing überlassen. Grund hierfür waren neben Fahrfehlern auch einige kleinere, technische Defekte. Auch die diesjährige Saison sollte für Petronas Team Tom’s nicht einfach werden: Bei beiden Testfahrten in Suzuka sowie auf dem Fuji Speedway bewegte man sich lediglich im Mittelfeld. Selbstredend gilt Kazuki Nakajima dennoch als heißer Titelanwärter. Sein Teamkollege André Lotterer sollte hingegen keine allzu realistischen Chancen auf den Titel haben. Aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi wird der Duisburger sowohl beim Saisonstart wie auch beim Saisonfinale in Suzuka fehlen. Es ist dennoch erfreulich, dass der 2-fache Le-Mans-Sieger doch noch eine weitere Saison in seiner Wahlheimat Japan fahren wird, nachdem er sich Ende letzten Jahres darüber noch nicht ganz sicher war. Lotterers große Fanbase im Land der aufgehenden Sonne wird sich darüber freuen. Bei beiden Suzuka-Rennen wird Lotterer vom 29-jährigen Briten James Rossiter ersetzt, der bereits Testfahrten für Force India in der Formel 1 absolvierte und Teamkollege von Kazuki Nakajima bei Tom’s in der Super GT ist.

 

Kondo Racing (Toyota)
#3 Hironobu Yasuda

Super Formula 2012 Hironobu Yasuda 2 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Team-Besitzer Masahiko Kondo (von mir auch gerne als „der Mann mit der besten Frisur im Fahrerlager” genannt) ist eine Art Multitalent. Der in Japan bekannte Sänger, Schauspieler und Komponist ging mit seinem Team erstmals im Jahr 2000 an den Start. Es sollte ganze acht Jahre dauern, bis Joao Paulo de Oliveria Masahiko Kondo in Fuji den bis dato einzigen Sieg des Teams spendierte. Mit insgesamt 44 Punkten in der Team-Wertung schob sich Kondo Racing 2008 vor namenhafte Mannschaften wie Impul. Kondo Racing ist ein stark antizipiertes Team, dessen Durchbruch seit der Saison 2008 vorausgesagt wird, nach dem Weggang von de Oliveira zu Impul aber dieser Erwartungshaltung etwas zurückblieb. Im letzten Jahr verpflichtete man den Rookie Hironobu Yasuda, der sich in Serien wie der japanischen Formel 3 bereits einen Namen machte und seit 2010 auch für Kondo Racing in der Super GT unterwegs ist. In diesem Jahr ist dort sein Teamkollege übrigens Michael Krumm. Yasuda blieb im letzten Jahr punktlos. Sein bestes Resultat war ein neunter Platz in Motegi sowie zum Saisonfinale in Suzuka, womit er nur knapp Meisterschaftspunkte verpasste. Während der Testfahrten in Suzuka machte der 29-jährige Japaner eine solide Figur.

 

Kygnus Sunoco Team LeMans (Toyota)

#7 Ryo Hirakawa
#8 Loic Duval
#8* Andrea Caldarelli (ersetzt Duval beim ersten und letzten Rennen)

Super Formula 2013 Ryo Hirakawa 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Im letzten Jahr traten Team LeMans sowie deren Schwester-Team Kygnus Sonoco aufgrund vertraglicher Probleme noch getrennt an. In diesem Jahr ist das Team endlich vereint, was der Koordination sowie der Stärkung der Mannschaft sicherlich zu Gute kommen sollte. Nach einem Jahr Pause feierte im letzten Jahr der Champion von 2009, Loic Duval, seine Comeback bei Kygnus Sunoco. Bedingt durch seine Fähigkeiten sowie seinem Wissen gelang es dem Franzosen, genau die richtige und auch von mir prophezeite Entwicklungsarbeit zu leisten. Das Ergebnis: Ein dritter Platz in Autoplis sowie der zweite Rang beim Finale in Suzuka. Die Saison beendete Duval mit 25 Zählern auf Rang 6. Die Früchte dieser Aufbauarbeit sollte der Franzose auch in diesem Jahr ernten können. Wie auch Lotterer sind seine Meisterschaftschancen aber eher unrealistisch, denn auch er wird beim Auftakt sowie Finale aufgrund seines WEC-Engagements bei Audi fehlen. Bei diesen zwei Rennen wird er deshalb vom Italiener Andrea Caldarelli ersetzt, der relativ erfolglos und ohne Punkte 2011 bei Kondo Racing fuhr. Caldrelli ist außerdem für KeePer Tom’s in der Super GT unterwegs. Die komplette Medienaufmerksamkeit wird hingegen der von den japanischen Medien schon als neuer Superstar gefeierte Ryo Hirakawa bekommen. Der erst 19-jährige Japaner ist nicht nur der jüngste Starter im Feld, sondern blickt auch auf eine sehr erfolgreiche, vergangene Saison zurück. Hirakawa gewann neben der japanischen Formel 3 auch den Porsche Carrera Cup Japan und sicherte sich den Vizetitel in der Formula Challenge Japan. Gleich bei seinem ersten Einsatz während der Testfahrten in Suzuka machte der in Hiroshima geborene Japaner mit Gesamtrang 2 auf sich aufmerksam, weshalb ich Podiumsplätze in seiner Rookie-Saison für nicht unwahrscheinlich halte. Hirakawa ersetzt Kazuya Oshima, der im letzten Jahr fast das Rennen auf dem Fuji Speedway gewann.

 

HP Real Racing (Honda)

#10 Koudai Tsukakoshi
#11 Yuhki Nakayama

Super Formula 2013 Koudai Tsukakoshi 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013HP Real Racing ist ebenfalls ein sehr junges Team. 2007 ging man erstmals mit Teams in der Super GT sowie der japanischen Formel 3 an den Start, ehe man 2009 zusammen mit der Einführung des FN09 auch in der Formula Nippon mit Koudai Tsukakoshi am Steuer startete. Die Ergebnisse waren für ein neues Team solide, 2011 war hingegen ein Katastrophenjahr. Nachdem Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing abgeworben wurde, pokerte HP Real Racing mit dem jungen Talent Takashi Kobayashi, der 2010 die Japanese Formula 3 mit sechs Siegen gewann. Kobayashi blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück und wurde mit null Meisterschaftspunkten noch mitten in der Saison durch Hideki Mutoh ersetzt, der allerdings ebenfalls keine Punkte für das Team einfahren konnte. Tuskakoshis Super-GT-Teamkollegen Toshihiro Kaneishi gelangen im letzten Jahr zwei Meisterschaftszähler. In diesem Jahr kehrt Koudai Tsukakoshi hingegen wieder zu seinem alten Team zurück. Der Vizemeister vom letzten Jahr bringt nicht nur neue Erfahrung sowie gewonnenes Wissen von Docomo Team Dandelion Racing, sondern auch eine ordentliche Ladung Motivation mit. Tsukakoshi gelang in Autopolis letztes Jahr sein erster Karrieresieg in Japans höchster Formel-Serie; am Ende fehlten lediglich drei Zähler zum Titelgewinn. Beachten muss man allerdings, dass HP Real Racing nicht Docomo Team Dandelion Racing ist, weshalb Top-5-Resultate für 26-jährigen Japaner machbar, aber nicht einfach werden. Persönlich kann ich den Wechsel von Tsukakoshi nicht ganz nachvollziehen. Allerdings ist er für Real Racing an der Seite von Toshihiro Kaneishi auch in der Super GT unterwegs, was das Ganze zumindest etwas sinniger erscheinen lässt. In diesem Jahr wird HP Real Racing zudem erstmals dauerhaft einen zweiten Wagen einsetzen. Yuhki Nakayama sammelte bereites bei zwei Gastspielen in Fuji sowie Motegi im letzten Jahr erste Erfahrungen im Team sowie mit dem Boliden.

 

Team Mugen (Honda)
#15* Takuma Sato (nur ausgewählte Rennen)
#15* Takashi Kobayashi (nur ausgewählte Rennen)
#16 Naoki Yamamoto

Super Formula 2013 Takuma Sato 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Mugen ist Honda-Fans ein Begriff. Tatsächlich gehört das seit 2010 in der Super Formula befindliche Team, bis auf den Namen und die Nähe zur Honda-Familie aber nicht Mugen selbst, wohl auch weil es den Namen Mugen in seiner ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Nach einem Steuerskandal im Jahr 2003 ging Mugen Konkurs und trägt seit 2004 den Namen M-Tec. Im Debütjahr ging das damalige Team Motul Mugen mit Yuji Ide an den Start, der allerdings nur einen Punkt erzielte. 2011 Jahr warb man den Nakajima-Racing-Fahrer Naoki Yamamoto ab, der auch gleich in der ersten Qualfikation des Jahres in Suzuka mit einer Fabelzeit die Pole Position einstrich, im Rennen allerdings leer ausging. Der zweite Höhepunkt war Yamamotos fünfter Platz in Autopolis; das Jahr beendete man mit lediglich fünf Punkten auf dem Konto. Im letzten Jahr lief es für Yamamoto etwas schlechter: Zwar überzeugte er bei den Testfahrten in Suzuka, konnte am Ende der Saison allerdings nur zwei siebte Plätze in Suzuka sowie Motegi vorweisen. Insbesondere an seiner Konstanz muss Yamamoto arbeiten. Besonders erfreulich für die japanischen Fans: Auch in diesem Jahr wird Takuma Sato vereinzelte Gastspiele in der Super Formula geben, das erste gleich zum Saisonstart in Suzuka. Bereits im letzten Jahr nahm der IndyCar-Fahrer an den letzten beiden Rennen sowie beim JAF Grand Prix teil und kam nach eigener Aussage von Rennen zu Rennen immer besser mit dem Auto zurecht. Dass diesjährigen Einladungsrennen, offiziell als Round 0 bezeichnet, im Rahmen des Suzuka Fan Appreciation Day, gewann Sato nach Abbruch, nachdem sechs Fahrzeuge sich ausgangs der 130R verkeilten und eine Massenkarambolage auslösten. An wie vielen Rennen Sato in diesem Jahr letztlich teilnehmen wird ist noch nicht bekannt. Vergleicht man die Termine mit dem IndyCar-Kalender, wären Einsätze beim Finale in Suzuka sowie dem JAF Grand Prix möglich. Eine Terminüberschneidung zum Rennen im Sportsland Sugo gibt es zwar nicht, zu diesem Zeitpunkt befindet sich die IndyCar-Saison in den USA allerdings im Endspurt. Über die möglichen Einsätze von Takashi Kobayashi, der den zweiten Honda CR-Z von ARTA in der GT300 der Super GT pilotiert, hat sich Team Mugen hingegen noch nicht geäußert.

 

KCMG (Toyota)
#18 Richard Bradley

Super Formula 2012 KCMG 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013KCMG ist das einzige Team der Super Formula, welches nicht seinen Sitz in Japan, sondern in Hong Kong hat. 2008 zum Zweck der Teilnahme an verschiedenen, asiatischen Motorsportserien gegründet, fand KCMG den Weg in die damals noch Formula Nippon genannte Serie. Katsuyaka Hiranaka, erfahrener Formula-Nippon-Fahrer, erzielt für das Team allerdings lediglich zwei siebte Plätze in Autopolis und Motegi. Als  2011 der Schweizer Alexandre Imperatori Hiranaka ersetzt, dieser aber lediglich 2,5 Punkte einstrich, war davon auszugehen, dass KCMG sich wieder aus der Formula Nippon zurückziehen würde. Nach einem anfänglichen Rätselraten tauchte das Team aber dennoch auf der Entry-List mit Ryo Orime auf. Orime beendete die Saison mit null Punkten auf dem vorletzten Platz, was auch der Unterlegenheit des Teams geschuldet ist. In diesem Jahr hat man den Briten mit malaysischer Rennlizenz Richard Bradley verpflichtet. Bradley beendete unter anderem die japanische Formel 3 auf Gesamtrang 4 und nahm an zwei Läufen der europäischen Formel 3 teil. Auch in diesem Jahr sollte man von KCMG nicht allzu viel erwarten.

 

Lenovo Team Impul (Toyota)
#19 Joao Paulo Lima de Olivera
#20 Tsugio Matsuda

Super Formula 2013 Joao Paulo de Oliveira 300x187 Super Formula Saisonvorschau 2013Die auffälligste Änderung bei Team Impul ist der neue Hauptsponsor sowie das veränderte Paintscheme des Wagens. Ansonsten tritt das Team von der japanischen Rennfahrerlegende Kazuyoshi Hoshino unverändert an. Joao Paulo Oliveira, der die Meisterschaft 2010 gewann und im letzten Jahr trotz Pech und einigen technischen Defekten noch Chancen auf den Titel im letzten Rennen hatte, setzte bereits bei den Testfahrten auf dem Fuji Speedway ein erstes Ausrufezeichen. Damit unterstrich der Brasilianer seine Titelambitionen. Im letzten Jahr feierte Tsugio Matsuda sein Comeback in der Serie. Kurioserweise war es das erste Jahr des Doppelmeisters von 2007 und 2008 im FN09, weshalb er sich übers Jahr verteilt erst an diesen gewöhnen musste. Zum Ende der Saison hin kam Matsuda aber immer besser in Fahrt, verpasste im strömenden Regen von Sugo aufgrund eines technischen Defekts sogar nur knapp das Podium. Die Möglichkeit zum Titelgewinn sah ich aufgrund seiner zu langen Pause im letzten Jahr noch nicht. In diesem Jahr gilt Matsuda hingegen, wie auch sein Teamkollege, als heißer Anwärter auf die Meisterschaft.

 

Nakajima Racing (Honda)

#31 Daisuke Nakajima
#32 Takashi Kogure

Super Formula 2013 Takashi Kogure 300x200 Super Formula Saisonvorschau 2013Nakajima Racing war neben Ryo Hirakawa die Überraschung bei den Tests in Suzuka. Zumindest in Form von Takashi Kogure. Der bei den japanischen Fans sehr beliebte Honda-Pilot mag zwar gerne über sein Ziel hinausschießen, wirkt in diesem Jahr aber wie ausgewechselt. Sein Sieg beim Saisonauftakt der Super GT am vergangenen Wochenende in Okayama unterstreicht dies. Kogure ist in Super Formula seit 2003 dabei, konnte trotz sieben Siegen und insgesamt 15 Pole Positions allerdings noch keinen Titel in ihr erringen. Zwar gilt das Team von Satoru Nakajima seit einigen Jahren nicht mehr zu den stärksten Mannschaften, Kogure könnte dieses Jahr dennoch für die eine kleine Überraschung sorgen. Eine etwaige Teilnahme am Titelkampf halte ich persönlich zwar für unwahrscheinlich, mögliche Podestplätze oder gar Siege hingegen für realistisch. Sein Teamkollege Daisuke Nakajima scheint, wenn man die Testergebnisse als Indikator herziehen möchte, genau dort weiterzumachen, wo er letztes Jahr aufgehört hat: im Mittelfeld. Im letzten Jahr war Kazukis jüngerer Brüder teilweise etwas schneller als Kogure. Sofern dieser aber seine bisherig gute Leistung konstant übers Jahr durchziehen kann, sollte das Team-interne Duell zu Gunsten von Takashi Kogure ausfallen.

 

P.MU/Cerumo Inging (Toyota)

#38 Kohei Hirate
#39 Yuji Kunimoto

Super Formula 2012 Yuji Kunimoto 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Hinter dem auf den ersten Blick unaussprechlichen Namen verbirgt sich ein Zusammenschluss der beiden Teams Cerumo Inging und Motorsport. Im Gegensatz zur Super GT, wo Cerumo ein relativ erfolgreiches Team ist, fährt man dem Erfolg in der Super Formula hinterher. 2008 fusionierte Cerumo aufgrund von Sponsorenschwund mit dem sich seit 2006 in der Super Formula befindlichen Team Motorsport, die aus der japanischen Formel 3 aufgestiegen sind. Mit zwei Teams und drei Autos war das Debütjahr für dieses Joint-Venture gleichzeitig auch das Erfolgreichste, anschließend fiel man aufgrund finanzieller Probleme und fehlenden Sponsoren ab, was ebenfalls im Einsatz von lediglich einem Auto resultiere. 2012 setzte man erstmals wieder mit Kohei Hirate (fährt ebenfalls für Cerumo in der Super GT) sowie Yuji Kunimoto zwei Fahrzeuge ein. Kunimoto debütierte vorletztes Jahr als amtierender japanischer F3-Champion und hatte dementsprechend den Rummel der Presse um sich. Aufgrund des nicht konkurrenzfähigen Wagens blieben mögliche Achtungserfolge allerdings aus. Das Engagement von Kohei Hirate im letzten Jahr machte sich bezahlt: Durch sein Know-How und Wissen half er bei der Entwicklung des Wagens und beendete das Jahr mit acht Zählern auf Rand 9. Kunimoto erreichte hingegen nur zwei Pünktchen und musste sich mit Platz 13 begnügen. Teamchef in der Super Formula ist im übrigen Yuji Tachikawa, der zusammen mit Kohei Hirate den Zent Cerumo SC430 in der Super GT pilotiert.

 

Docomo Team Dandelion Racing (Honda)

#40 Takuya Izawa
#41 Hideki Mutoh

Super Formula 2013 Takuya Izawa 2 300x168 Super Formula Saisonvorschau 2013Es klingt fast wie die Geschichte des Aschenputtels: Seit 1999 in der Super Formula, belegte Docomo Team Dandelion Racing meist nur die letzten Plätze des Starterfelds. Es sollte bis zum Jahr 2002 dauern, als man den Nordiren Richard Lyons unter Vertrag nahm, der dem Team noch im selben Jahr die ersten Punkte bescherte und dabei half, den Wagen in die richtige Richtung zu entwickeln. Das Ergebnis: 2004 gewann Lyons mit Dandelion die Meisterschaft. Seitdem ist das Team nicht nur eines der bekanntesten in der Super Formula, es verhalf auch dem Telekommunikationsgiganten Docomo an Popularität zu gewinnen. Seit dem Meisterschaftsgewinn mit Lyons fährt das Team dem nächsten, großen Erfolg allerdings etwas hinterher. Erst die Verpflichtung von Loic Duval im Jahr 2010 brachte etwas Besserung. 2012 hätte das nächste, erfolgreiche Jahr für die Dandelion-Truppe werden können. Zwar verpassten sowohl Koudai Tsukakoshi wie auch Takuya Izawa mit drei Saisonsiegen nur knapp den Fahrertitel. Am Ende jubelte die Mannschaft dennoch, da man die Team-Wertung gewann. Dem Team sowie beiden Fahrern fehlte es am Ende letztlich ein wenig an Konstanz. Izawa, der seit 2009 bei Dandelion ist, gilt auch in diesem Jahr als Titelkandidat und wird beim Saisonstart, wie auch im letzten Jahr, von der Pole Position ins Rennen gehen. Izawas Teamkollege in diesem Jahr ist Hideki Mutoh. Der ehemalige IndyCar-Pilot fuhr bereits in den Jahren 2006 und 2011 in der Super Formula, konnte allerdings lediglich in seinem Debütjahr einen einziges Pünktchen ergattern.

 

Tochigi Le Beausset Motorsports (Toyota)
#62 Koki Saga

Super Formula 2012 Koki Saga 300x199 Super Formula Saisonvorschau 2013Le Beausset Motorsports ist ein sehr junges Team, das hauptsächlich in der japanischen Formel 3 unterwegs ist und erst 2011 mit einem Team in die Super Formula aufstieg. Dabei setzte man auf den bereits seit 2005 geförderten Koki Saga. Saga blieb 2011 punktlos und beendete sein Debütjahr auf dem 17. Platz. In seinen insgesamt sechs Jahren in der Japanese Formula 3 Series sowie einigen Ausflügen in die GT300 der Super GT, verbesserte er sich stets von Jahr zu Jahr, von anfangs Platz 13 bis zum Ende hin auf Position 4. Meisterschaftspunkte blieben allerdings auch im letzten Jahr aus, weshalb 2013 ebenfalls nicht sonderlich viel von ihm sowie Tochigi Le Beausset Motorsports, welches zusammen mit KCMG eher das Schlusslicht des Feldes bildet, erwarten sollte.

 

TV-Zeiten Suzuka

 
An der TV-Situation der Super Formula hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert: Außerhalb Japans bleiben die Flachbildfernseher schwarz. In Japan überträgt der Pay-TV-Sender J Sports alle Rennen live; Zusammenfassungen sowie Highlights werden zusätzlich auf BS Fuji ausgestrahlt. Um an Live-Bilder zu kommen, muss sich daher wieder um die mehr oder weniger beliebte Graualternative bemüht werden. Bei der üblichen Quelle werden auch in diesem Jahr wieder alle Rennen live gezeigt. Los geht’s bereits am morgigen Sonntag. J Sports 1 überträgt ab 7 Uhr deutscher Zeit. Der Rennstart erfolgt eine halbe Stunde später um 7:30 Uhr — ideal  als Warm-up zum Großen Preis von China der Formel 1. Aufgrund der längeren Distanz wird sich das Rennende der Super Formula aber aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Start der Formel 1 überschneiden.

 Super Formula Saisonvorschau 2013

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August 12 2012

15:03

Formula Nippon: Joao Paulo de Oliveira meldet sich mit Sieg in Motegi im Meisterschaftskampf zurück

In einem eher statischen Rennen setzte Joao Paulo de Oliviera auf dem Twin Ring Motegi genau den Pflichtsieg um, der vor dem vergangenen Wochenende von ihm verlangt wurde, während die Glanzfahrt seines Teamkollegen Tsugio Matsuda in einem dramatischen Finale hingegen nicht belohnt wurde. Der Meisterschaftskampf spitzt sich derweil weiter zu: In den zwei verbleibenden Rennen haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel.

Fast schon spannender als das eigentliche Rennen war die langersehnte Ankündigung der JRP zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird. Wie angekündigt ließ JRP-Präsident Hiroshi Shirai zusammen mit Fahrervertreter Tsugio Matsuda um 9:50 Uhr Ortszeit die Katze aus dem Sack: Ab 2013 heißt die Rennserie Japanese Championship Super Formula (offizielle Abkürzung SF), wobei das Japanese Championship lediglich zur Langfassung des Namens gehört, ähnlich dem alten Namen: All-Japan Championship Formula Nippon.

Während der geneigte Westler beim neuen Seriennamen sich womöglich an die Superleague Formula erinnert fühlt, ist die minder erfolgreiche Formel-Serie mit der „bahnbrechenden“ und offensichtlich wohlüberlegten Idee Fußball-Mannschaften als Sponsoren der Teams dienen zu lassen, im Land der aufgehenden Sonne selbstredend absolut unbekannt. Oder anders ausgedrückt: Während in Europa eventuell um die 1% der gesamten Bevölkerung den Namen schon mal gehört haben könnten, sind es in Japan vermutlich 0,1% der Bevölkerung. Stattdessen ist der neue Serienname natürlich eine Anlehnung an die Super GT, schließlich schlägt die Formula Nippon / Super Formula mit der Expandierung im asiatischen Raum einen ähnlichen Weg wie die japanische Sportwagen-Serie ein. Ziel ist es, so Hiroshi Shirai, auf Augenhöhe mit der Formel-1-Weltmeisterschaft und der IZOD IndyCar Series im asiatischen Raum zu gelangen, und neben der höchsten, japanischen Formel-Serie auch die höchste Formel-Serie Asiens zu werden. Während die Formel 1 eventuell etwas zu ambitioniert klingt, ist das Greifen nach der IndyCar durchaus realistischer. Natürlich heißt die Expandierung nicht, dass man die eigenen Wurzeln verlassen werde. Man ist und bleibt eine japanische Rennserie, die, ähnlich der Super GT, internationaler im asiatischen Raum agieren möchte, was letztlich auch der Hauptgrund für den Namenswechsel ist. Nach den Regularien des Weltmotorsport-Verbandes FIA darf eine Rennserie, die in mehr als drei Ländern unterwegs ist, nicht mehr als reine, nationale Meisterschaften gelten und muss von der FIA autorisiert werden. Aus diesem Grund hatte sich 2005 auch die JGTC in Super GT umbenannt.

Der Namenswechsel für ab dem 1. Januar 2013 bedeutet bislang allerdings noch, dass Raider nun Twix heißt, denn Änderungen im für das kommende Jahr bereits veröffentlichten, provisorischen Rennkalender – die Genehmigung durch die FIA steht noch aus – gibt es keine. Wie in diesem Jahr wird die Saison in Suzuka eröffnet. Im Anschluss geht es nach Motegi, Autopolis, Fuji, erneut Motegi, Sugo und zum großen Finale wieder nach Suzuka. 2013 kann deshalb wohl als Übergangsjahr bezeichnet werden, wohl auch damit sich die japanischen Fans an den neuen Namen gewöhnen und die JRP die Werbetrommel einmal kräftig umrühren kann. Die großen Änderungen sollen 2014 kommen. Zum einem in Form eines neuen Einheitswagens, der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vom italienischen Hersteller Dallara – entgegen der Angaben der Kollegen aus der schreibenden Zunft, die meine Aussagen paraphrasiert haben, steht eine offizielle Bestätigung seitens der JRP sowie Dallara noch aus! –, zum anderen mit dem (hoffentlich) ersten Auslandsrennen. Realistischster Kandidat hierfür ist die F1-Strecke in Südkorea, wo die Super GT im kommenden Jahr ein Einladungsrennen bestreiten wird. Der Erfolg des Events wird vermutlich ausschlaggebend für die weitere Planung seitens der Japan Race Promotion sein. Weitere Standorte für die Zukunft sind unter anderem Malaysia und China. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben der Formula Nippon, die nach 12 Jahren einen weiteren Schritt in ihrer langen Historie seit 1973 (damals noch Japanese Formula 2) einleiten wird. Ein Schritt, den wir hoffentlich mit Genuss verfolgen dürfen.

Selbstverständlich stand am vergangenen Sonntag auch noch ein 53-Runden langes Rennen auf dem Twin Ring Motegi an. Ein Rennen, dass den Fahrern mit rund 35 Grad Außentemperatur alles abverlangte. Wer nach der Zieldurchfahrt in die verschwitzten und erschöpften Gesichter blickte, erkannte sofort, wie konditionell anstrengend Motorsport doch ist. Die ersten beiden Startreihen waren komplett in der Hand von Impul und Tom’s. Joao Paulo de Oliveira ging von der Pole Position ins Rennen, dahinter sein Teamkollege Tsugio Matsuda, gefolgt von Kazuki Nakajima und André Lotterer. Loic Duval komplettierte die Top 6, während Takuya Izawa mit P9 einen eher suboptimalen Startplatz hatte. Auch der Fast-Sensationssieger von Fuji, Kazuya Oshima, erwischte mit P10 eine eher schlechte Qualifikation, die nicht sein fahrerisches Können oder die Leistung von Team LeMans widerspiegelte. Am Start überholte der leicht besser wegkommende Tsugio Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira, musste sich aber bereits nach einer Kurve wegen leichten Übersteuerns dem Brasilianer aber wieder geschlagen geben. Ironischerweise war genau dieses Manöver der einzige Zeitpunkt im gesamten Rennen, an dem der Champion von 2010 in Bedrängnis geriet. Einen absoluten Raketenstart legte hingegen Koudai Tsukakoshi hin. Wohl wissend, dass ein Podiumsplatz für den immer enger werdenden Meisterschaftskampf essentiell ist, katapultierte sich der Docomo-Fahrer von Startplatz 5 noch vor der ersten Kurve auf P3 vor. Titelverteidiger André Lotterer hatte beim Start zwar mit durchdrehenden Hinterreifen zu kämpfen und verlor deshalb die Position an Tsukakoshi, krallte sich im Gegenzug aber seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima.

Bei Tsukakoshis Vorstoß riss sich der Japaner noch in der ersten Kurve einen kleinen Teil seines Frontflügels am hinteren, linken Ende des Wagens von Tsugio Matsuda ab. Trotz der spürbaren, fehlenden Downforce verteidigte er sich sehr intelligent und mit allen Mitteln bis zum ersten Boxenstopp gegenüber Lotterer (und später Nakajima), was ihm nicht nur viel Lob von der japanischen Presse, sondern auch den Fans einbrachte – zurecht! Ebenfalls noch in der ersten Runde, beim Anbremsen auf Kurve 2, verschätzte sich Koki Saga und krachte in das Heck von Ryo Orime. Beide Fahrer segelten ins Kies, und mussten das Rennen aufgeben. Vorne kontrollierte hingegen Joao Paulo de Oliviera das Rennen und setzte sich von seinen Verfolgern ab. Trotz schnellerer Rundenzeiten konnte der Brasilianer seine Reifen schonen und etwas Benzin sparen. Hinter seinem Teamkollegen Matsuda versuchte André Lotterer, erfolglos, an Koudai Tsukakoshi vorbeizukommen, hinter dem sich ein kleiner Zug mit Nakajima, Duval und den ebenfalls sehr gut gestarteten Takuya Izawa bildete. In der fünften Runde schlich Naoki Yamamoto mit Getriebeproblemen langsam um den Kurs, nachdem bereits kurz nach dem Start der Funk bei ihm ausfiel. Es war kein gutes Wochenende für den Mugen-Fahrer, der bereits in der Qualifikation sich über Probleme beklagte und seinen FN09 nur auf Position 13 qualifizierte. Nach einer längeren Reparaturphase kam Yamamoto mit 18 Runden Rückstand zwar wieder zurück auf die Strecke, wurde am Ende aber nicht mehr in die Liste der gewerteten Piloten (bis Runde 46) aufgenommen. Vielmehr ging es in den letzten Runden wohl darum, Daten zu sammeln und zu schauen, ob der Wagen wieder ordnungsgemäß läuft.

Vorne blieb es derweil hingegen ruhig. De Oliveira setzte sich mit Rundenzeiten zwischen 1:38 sowie 1:39 Minuten von der Konkurrenz ab, während der Abstand zwischen Tsukakoshi und Lotterer stets schwankte. Stellenweise wirkte es so, als ob Tsukakoshi etwas schneller könnte (oder Lotterer mit Absicht etwas langsamer machte), während der Deutsche kurz vor den Boxenstopps sich hingegen wieder bis an den Diffusor des Docomo-Piloten heranrobbte. Im hinteren Feld entwickelte sich hingegen ein Dreikampf um P12 zwischen Toshihiro Kaneishi, Daisuke Nakajima und Yuji Kunimoto. Trotz dass das Überholen mit Formel-Fahrzeugen auf dem Twin Ring Motegi eher zu den schwierigeren Disziplinen gehört, war dieser Dreikampf recht ansehnlich. Würde man anstatt Kampf allerdings „beschnuppern“ schreiben, so wäre dies sicherlich ebenfalls nicht falsch.

In Runde 19 eröffnete Kazuya Oshima die Reihe an Boxenstopps. Ärgerlich: Bei einer schnellen Stoppzeit von lediglich 15 Sekunden würgte Oshima beim losfahren seinen Wagen ab, wodurch er wertvolle Sekunden verlor und letztlich auch aus den Top 10 flog. Passend zu seinem eher schlechten Wochenende und dem Fehler beim Boxenstopp, versagten zehn Runden vor Schluss die Bremsen an seinem Wagen, weshalb er vor der Überführung (zwei Kurven vor Start und Ziel) ins Kies abflog. Glücklicherweise schlug er nirgendwo an und konnte den Wagen langsam gen Box retten. Zwar sind Brems- und Reifenverschleiß in Motegi immer ein besonderes Thema, am vergangenen Wochenende spielten sie bei 35 Außen- und über 52 Grad Asphalttemperatur aber nochmals eine größere Rolle. Alle Fahrer gingen deshalb auf Nummer sicher und wechselten beim Stopp alle vier Reifen. Nachdem in Runde 20 Yuji Kunimoto seine Crew ansteuerte, folgte im 21. Umlauf Takuya Izawa (16,6 Sekunden Stoppzeit). Direkt eine Runde nach ihm folgte Titelverteidiger André Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt erneut im Diffusor von Tsukakoshi klebte und kein vorbeikommen sah. Zwar dauerte der Stopp des Duisburgers mit 17,1 Sekunden etwas länger, dennoch kam er vor Izawa wieder auf die Strecke zurück. Ein entscheidender Faktor, denn nun hatte Lotterer für kurze Zeit freie Bahn. Die Entscheidung von ihm und Team Petronas Tom’s war goldrichtig: Zwei Runden später bog Koudai Tsukakoshi zum Service ab. Trotz dass seine Standzeit mit 16,1 Sekunden genau eine Sekunde schneller als die des Deutschen war, überholte Lotterer ihn aufgrund einer deutlich schnelleren In- und Outlap am Boxenausgang. Wie zu erwarten setzte sich Lotterer im Anschluss direkt vom Japaner ab, der selbstredend noch immer mit der geringeren Downforce aufgrund seines beschädigten Frontflügels zu kämpfen hatte.

Erstaunlich schnell war die Standzeit des Franzosen Loic Duval, der im 24. Umlauf in die Box kam und nach nur 13,6 Sekunden wieder seine Crew verließ. Die schnelle Standzeit blieb allerdings unbelohnt, denn kurz vor der Ausfahrt wurde der Champion von 2009 von Takuya Izawa überholt, der ein starkes Rennen fuhr und seine Pace nach seinem Boxenstopp nochmals erhöhen konnte. Izawas Ziel war der Meisterschaftsführende Kazuki Nakajima, der eine Runde später zum Service abbog und insgesamt 15,8 Sekunden stand. Spannend wurde es dann am Boxenausgang, als Nakajima knapp vor Izawa blieb und sich trotz kalter Reifen gegenüber seinem Landsmann behaupten konnte. Für Nakajima war dies insbesondere deshalb wichtig, weil er sich nach nur wenigen Runden wieder etwas von Izawa absetzen und Druck auf Tsukakoshi ausüben konnte, der womöglich ein Déjà-vu erlebte. Anstatt Lotterer war es nun nämlich der zweite Tom’s-Wagen, der groß in seinem Rückspiegel auftauchte. Trotz aller Bemühungen seitens Nakajimas sollte es bis zum Rennende allerdings kein vorbeikommen des ehemaligen F1-Piloten an Tsukakoshi geben. In der 26. respektive der 27. Runde schlossen Matsuda und de Oliveira die Boxenstopps der Spitzenreiter ab. Auffallend war der längere Stopp von Matsuda, der das gesamte Rennen über langsamer als de Oliveira war, und trotzdem ein paar Liter mehr an Benzin nachfüllen musste.

In Runde 34 machte der Rookie Hironobu Yasuda mit der schnellsten Rennrunde von 1:38.168 auf sich aufmerksam. Es war sein Versuch, noch in die Punkteränge zu gelangen, nachdem er trotz der guten, achten Startposition im Rennen etwas zurückfiel und am Ende mit Kohei Hirate sich um den letzten Punkt stritt. Die Mühen des Kondo-Racing-Piloten blieben allerdings unverdient: Am Ende musste er sich mit weniger als einer Sekunde Abstand Hirate geschlagen geben. Abgesehen vom Kampf um Position 4 zwischen Tsukakoshi und Nakajima war dies das spannendste Duell in der Schlussphase. Zwar machte Lotterer pro Runde ein bisschen Zeit auf Matsuda gut, der Abstand war allerdings zu groß, um ihn unter normalen Umständen noch zu attackieren.

Drei Runden vor Schluss nahm dann das Drama um Tsugio Matsuda seinen Lauf, als er pro Runde mehrere Sekunden verlor und von André Lotterer spielend überholt wurde. Anfangs gingen die japanischen Kommentatoren aufgrund des seltsamen Klangs des Motors von einem Zündungsproblem aus. Wie im aLive-Ticker geschrieben, wirkte es in einer zweiten Theorie, nach erneuten, genaueren hinhören, auf mich allerdings so, als würde Matsuda die Gänge nicht mehr entsprechend einlegen können. Meine Theorie, die kurze Zeit auch später vom J-Sports-Boxenreporter eingeworfen wurde, stellte sich nach Bestätigung seitens Impuls letztlich als richtig heraus. Tsugio Matsuda litt kurz vor Schluss unter einem ähnlichem Getriebeproblem wie Naoki Yamamoto. Zwar versuchte der Japaner, der in diesem Jahr nach dreijähriger Abstinenz sein Comeback feierte, noch mit allen Mitteln (unter anderem mit Zuhilfenahme des Overtake-Buttons) den dritten Platz zu verteidigen, kämpfte letztlich aber mit stumpfen Waffen und musste sich der Konkurrenz geschlagen geben. Am Ende rutschte er sogar bis auf den siebten Platz herab. Sichtlich frustriert stellte er nach Rennende seinen Boliden im Notausgang ab. Es wäre Matsudas bestes Resultat nach seinem Comeback geworden, das am Ende leider unbelohnt blieb. Was bleibt ist aber die Gewissheit, dass er von Rennen zu Rennen immer besser in Schuss kommt.

Für Team Impul wurde es statt dem angepeilten Doppelerfolg somit „lediglich“ der Sieg von Joao Paulo de Oliveira. Team-Besitzer und Legende des japanischen Motorsports Kazuyoshi Hoshino konnte sich trotzdem glücklich schätzen, schließlich meldete sich sein Fahrer durch den dominanten Sieg wieder im Meisterschaftskampf zurück. Und welch Ironie, dass dies just in Motegi geschah, wo Joao Paulo de Oliveira im Jahr 2010 seinen bisher letzten Formula-Nippon-Sieg feierte. Lotterer und Tsukakoshi erbten den zweiten respektive den dritten Platz. Nakajima wurde Vierter; Takuya Izawa fuhr nach einem starken Rennen auf den fünften Platz.

Durch das Getriebeproblem von Tsugio Matsuda ist der zweimalige Champion endgültig aus dem Titelkampf ausgeschieden. Zwar hatte er vor dem Rennen auch nur noch mathematische Chancen, der zweite Platz hätte ihn aber in eine deutlich bessere Position für die letzten beiden Läufe in Sugo und Suzuka gespült. Zudem hätte er den Titelkampf noch ein bisschen mehr durchgewühlt. Aber auch so bleibt die diesjährige Saison eine der spannendsten der letzten Jahre. Kazuki Nakajima führt noch immer mit 34 Punkten die Tabelle an. Bereits einen Punkt hinter ihm ist sein Teamkollege und Titelverteidiger André Lotterer (33 Punkte), der wiederum vier Punkte Vorsprung von Koudai Tsukakoshi (29 Punkte) hat. Einen Punkt dahinter auf Position 4 ist bereits Joao Paulo de Oliveira (28 Punkte). Mit seinen 21 Punkten mag Takuya Izawa auf Position 5 zwar womöglich nur noch rein mathematische Chancen haben, die aber alles andere als fehlerfreie Saison der Konkurrenz hat allerdings bewiesen, dass dieses Jahr wohl alles möglich ist. Hierfür muss er beim nächsten Rennen am 23. September im Sportsland Sugo aber mindestens aufs Podium fahren.

Abschied nimmt das Fahrerlager von Yuhki Nakayama, der sein zweimaliges Gastspiel bei HP Real Racing in der Formula Nippon mit einem 15. Platz in Fuji und einem 14. Platz in Motegi relativ unbeachtet aber ordentlich beendete. Nakayama wird sich jetzt auf die verbleibenden Saisonrennen in der Super GT für Nakajima Racing konzentrieren. Das Fahrerfeld wird trotzdem nicht schrumpfen, denn bereits in Sugo wird der derzeit bei den Fans beliebteste, japanische Rennfahrer Takuma Sato seinen offiziellen Einstand in der Formula Nippon an der Seite von Naoki Yamamoto bei Team Mugen geben. Sato überzeugte mit schnellen Rundenzeiten bereits vor der Saison am ersten, offiziellen Testtag in Suzuka und kämpfte zusammen mit André Lotterer und JP de Oliveira um den Sieg beim verregneten Show-Rennen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits.

 

aaErgebnis Round 5 Twin Ring Motegi

aaAktueller Meisterschaftsstand

fn1205_005 fn1205_012 fn1205_014 fn1205_027 fn1205_028 fn1205_036 fn1205_053 fn1205_059 fn1205_070 fn1205_072 fn1205_084 fn1205_085 fn1205_088 fn1205_092 fn1205_095 fn1205_097 fn1205_098 fn1205_103 fn1205_113 fn1205_115 fn1205_140 fn1205_161 fn1205_176 fn1205_181 fn1205_196 fn1205_197 fn1205_203 fn1205_204 fn1205_205 fn1205_207 fn1205_213 fn1205_215 fn1205_219 fn1205_220

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August 05 2012

04:30

RacingblogLIVE – Formula Nippon: Round 5 Motegi

Der Kampf um die Meisterschaft spitzt sich weiter zu: In der Vorschau noch darüber spekuliert, dass Joao Paulo de Oliveira mindestens das Podium, am besten einen Sieg in Motegi erzielen muss, um seine Meisterschaftschancen intakt zu halten, sicherte sich der Brasilianer mit 1:34.588 in der Qualifikation die Pole Position. Lediglich 0.004 Sekunden langsamer war überraschenderweise sein Teamkollege Tsugio Matsuda (1:34.592), der damit sein bisher bestes Quali-Resultat in diesem Jahr erzielte. Der aktuelle Tabellenführer Kazuki Nakajima fuhr mit 1:34.600 nicht unswesentlich langsamer auf Startposition 3; hinter ihm platzierte sich André Lotterer (1:34.712), der im ersten Freien Training noch die bislang schnellste Zeit des Wochenendes fuhr. Die Top 5 wurden von Koudai Tsukakoshi (1:34.722) komplettiert — dem einzigen Honda-Piloten, der es ins dritte Segment der Qualifikation schaffte. Insbesondere Lotterer und Tsukakoshi werden für das 51-Runden-Rennen wohl eine aggresivere Strategie wählen, um das Podium zu erreichen.

Wie angekündigt bieten wir auch zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker an. Zum ersten Mal sogar mit unserem brandneuen, eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System, das uns den nötigen Freiraum gibt, in aller Ausführlichkeit live zu berichten, ohne auf Zeichenbegrenzungen und Co. zu achten. Da das Einfügen des Tickers in einen bestehenden Artikel noch nicht ganz funktioniert, läuft der Live-Ticker derzeit noch ausschließlich über eine aUnterseite, die allerdings auch bequem von unterwegs mit dem Smartphone angesteuert werden kann sowie eine Übersicht aller bestehenden Live-Ticker inklusive Archiv bietet. Dies erlaubt uns eine deutlich höhere Flexibilität, insbesondere bei Großereignisen wie den 24 Stunden von Le Mans. Das Archiv des Live-Tickers werde aufgrund der noch fehlenden Einbettungs-Funktion noch per Hand ich nach dem Rennen in diesen Artikel einfügen; zum live lesen klickt ihr bitte auf den entsprechenden Link nach dem Sprung:

+++ Update: 9:15 Uhr — Der Live-Ticker ist nun zum nachlesen auch zusätzlich in diesem Artikel archiviert! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! +++

 

 

aQualifikations-Ergebnis 

aLive-Ticker

 

RacingblogLIVE
08:55

Das nächste und vorletzte Formula-Nippon-Rennen der Saison findet am 29. September im Sportsland Sugo statt. Ich hoffe euch auch dann wieder begrüßen zu dürfen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit sowie einen schönen Sonntag!

RacingblogLIVE
08:53

Wir haben zwar ein relatives statisches Rennen gesehen, das trotzdem seine Geschichten und Dramen schrieb. JP de Oliveira gewann verdient, während der Meisterschaftskampf sich wie vermutet weiter verdichtete.

RacingblogLIVE
08:50

Nach einer dominierenden Saison von Andre Lotterer im letzten Jahr kann man sich heuer im Spannung in der Meisterschaft nicht beklagen. Die Entscheidung wird erst im letzten Rennen, in Suzuka fallen.

RacingblogLIVE
08:49

Der aktuelle Meisterschaftsstand: Nakajima 34 Punkte, Lotterer 33 Punkte, Tsukakoshi 29 Punkte, Oliveira 28 Punkte, Izawa 21 Punkte.

RacingblogLIVE
08:47

JP de Oliveira spricht von seinem guten Start, bei dem er besonders auf seinen Teamkollegen Tsugio Matsuda achten musste. Als er allerdings vorne blieb, konnte er sich auf seine Pace konzentrieren und Reifen schonen.

RacingblogLIVE
08:46

So, nun gibt’s das, was die Formel 1 sich aus der Formula Nippon abgeschaut hat: Das Sieger-Interview direkt vom Podium.

RacingblogLIVE
08:46

Im Hintergrund macht sich übrigens die Japanische Formel 3 bereit, die das letzte Rennen des Tages bestreiten werden. Im Rahmenprogramm fuhr außerdem der CR-Z Cup sowie die J GP-2 und J GP-3, die Teil der Japanese Superbikes sind.

RacingblogLIVE
08:44

Es ist windig auf dem Podium. Erkennt man nicht nur an den sich leicht hebenden Röcken der hübschen Damen, die die Pokale und Awards bringen, sondern auch den umkippten Preisgeld-Schildchen.

RacingblogLIVE
08:42

Den J Sports Award gibt’s für de Oliveira.

RacingblogLIVE
08:40

Okay, das war eine verkürzte Version der brasilianischen Hymne…

RacingblogLIVE
08:40

Nun aber erst einmal die Siegerehrung. Und die brasilianische Hymne. Für JP de Oliveira ist es übrigens der erste Sieg in dieser Saison und auch der erste Sieg seit seiner Meisterschaftssaison 2010!

RacingblogLIVE
08:39

Bei Matsuda wirkte es auch so, als hätte er die Gänge beim hochschalten nicht sofort reinbekommen. Näheres dazu, dann hoffentlich mit einer Aufklärung seitens Team Impul, in meiner Analyse des Rennens nächste Woche.

RacingblogLIVE
08:37

J Sports 3 zeigt nun die Highlights des Rennens, schön mit passender, instrumentaler Rockmusik unterlegt. So wie es sein soll. Von wegen “Weltuntergang und Co.” vom himmlischen Sender…

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08:36

JP de Oliveira ist fix und fertig. Zeigt nur wie anstrengend das Rennen trotz der bequemen Führung für (Hitze und anstrengender Kurs) für ihn war.

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08:34

Sichtlicht enttäuscht und gefrustet stellt Matsuda seinen Wagen im Notausgang ab. Sehr, sehr bitter. Aus dem Meisterschaftskampf ist er damit quasi raus, auch wenn es vor dem Rennen eigentlich nur noch rein mathematische Chancen waren. Eine so gute Fahrt aber unbelohnt zu beenden ist sehr bitter. Schade, schade.

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08:32

Matsuda ist sogar auf P7 noch zurückgerutscht, noch hinter Loic Duval.

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08:31

Puh, was für drei letzte, dramatische Runden…

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08:31

Derweil geht JP de Oliveira über die ZIellinie und gewinnt!!! Lotterer wird zweiter, Tsukakoshi dritter, Nakajima vierter.

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08:30

Aber keine Chance, beide gehen zwei Kurven später vorbei.

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08:29

Tsukakoshi und Nakajima nun an Matsuda heran. Matsuda drückt den Overtake-Button und verteidigt sich mit allen Mitteln. Wow!!

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08:28

Für mich klang es auch eher nach Fehlzündungen.

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08:27

Fehlzündungen oder bekommt er die Gänge nicht richtig rein? Schwer zu sagen. Tsukakoshi und Nakajima kommen ebenfalls nun von hinten angeschossen. Gegen die wird er sich auch nicht wehren können.

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08:26

Motorenprobleme bei Matsuda. Der japanische Kommentar vermeldet Fehlzündungen. Meine Güte, drei Runden vor Schluss. Man sollte wirklich nie den Tag vor dem Abend loben…

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08:25

Ja was ist denn da passiert? Plötzlich ist Lotterer an Matsuda vorbei!!!

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08:25

HUUUUUUCH!!!

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08:25

Ein sehr kontrolliertes Rennen von Joao Paulo de Oliveira, der bis auf den Start eigentlich zu keiner Zeit in Bedrängnis geriet, seine Führung zu verlieren. Matsuda bestätigte auch im Rennen die sehr gute Pace aus der Qualifikation. Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, wie gut der Champion von 2007 sowie 2008 in seiner Comeback-Saison mit dem Wagen zurecht kommt.

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08:20

Noch 5 Runden!

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08:19

Ich bin ehrlich und möchte da auch keine künstliche Spannung herbeireden: Die Abstände beim besagten Dreikampf sind zwar nicht hoch, aber ich sehe da keinen Angriff von Hirate oder Yasuda. Realistischer ist da schon ein Angriff von Nakajima auf Tsukakoshi. Der Abstand bewegt sich weiterhin bei 0,9 Sekunden.

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08:17

Oshima ist übrigens vor der zweiten Unterführung ins Kies gerutscht, sprich eine Kurve vor der Boxengasseneinfahrt.

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08:16

Was ich vor dem Oshima-Zwischenfall eigentlich schreiben wollte: Das Duell Tsukakoshi-Nakajima ist derzeit das Spannendste auf der Strecke. Dahinter haben wir auf P7 noch einen kleinen Dreikampf zwischen Duval, Hirate und Yasuda. Letzterer hat sich mit einigen flotten Runden an die Beiden herangerobbt.

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08:15

Der Boxenreporter (unser Funker vom Dienst) unterstützt die Bremsproblem-Theorie. Die Bremsen sind aufgrund des Stop-and-Go-Charakters des Twin Ring Motegi ein großes Thema, insbesondere bei solch heißen Temperaturen wie heute.

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08:14

Oshima biegt nun vorwärts in die Box ein. Sehr bitter für ihn und Team LeMans. Vor einer Woche in Sugo noch einen emotionalen Super-GT-Sieg gefeiert und vor rund drei Wochen in Fuji fast den Sensationssieg geschafft.

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08:13

Am baggern war Kazuya Oshima, der sich nun zehn Runden vor Schluss mit sehr langsamer Fahrt wieder in die Box bewegt. Die Kommentatoren tippen auf Bremsprobleme.

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08:12

OOOOH da ist jemand im Kies unterwegs.

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08:11

Kazuki Nakajima übt nun stärker Druck auf Koudai Tsukakoshi aus. Abstand der beiden 11 Runden vor Schluss: 0.766 Sekunden. Ich glaube Tsukakoshi erlebt gerade ein Deja-Vu….

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08:10

Noch 12 Runden. De Oliveira ist derzeit der einzige Fahrer, der konstant hohe 1:38er Zeiten fahren kann, der Rest der Spitzengruppe bewegt sich um 1:39er-Bereich.

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08:09

So spannend die Meisterschaft auch glücklicherweise weiterhin ist, so statisch ist leider das aktuelle Rennen, was allerdings abzusehen war.

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08:08

Das derzeitige Ergebnis würde den Meisterschaftskampf übrigens weiterhin stark zuspitzen. JP de Oliveira macht genau das, von dem ich in meiner Vorschau sprach, während Matsuda mit P2 auch einige Punkte gut machen würde. Nakajima täte, aus seinem Interesse, gut daran, Tsukakoshi zu überholen, der sich wiederum über P4 (den beschädigten Frontflügel nicht vergessen) nicht sonderlich beklagen würde.

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08:05

Runde 37: Naoki Yamamoto kommt nach seinem Antriebproblems zu Beginn des Rennens wieder zurück. Hier geht es wohl eher nur um Daten sammeln und zu testen, ob alles wieder funktioniert.

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08:04

Tsukakoshi muss man an dieser Stelle mal loben: Trotz beschädigten Frontflügel hat er sich lange vor Lotterer gehalten und verteidigt sich nun, bislang erfolgreich, gegenüber Kazuki Nakajima.

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08:03

Blicken wir mal wieder auf die Spitzengruppe: Lotterer holt in winzigen Schritten ein wenig auf Matsuda auf, während es zwischen Tsukakoshi und Nakajima Schwankungen im Abstand zwischen 0,9 bis 1,1 Sekunden gibt.

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08:01

Runde 34: Kogure doch auf 14 zurückgefallen nach seiner Durchfahrtsstrafe, da hatte sich der japanische Kommentator vorhin leicht verrechnet. Kogure ist nun im Duell mit seinem Teamkollegen Daisuke Nakajima.

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07:59

Runde 32: Hrionobu Yasuda denkt sich: Mal das Gaspedal durchdrücken. Neue schnellste Runde des Kondo Racing-Piloten: 1:38.168

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07:58

Runde 32: Matsuda ist 7,5 Sekunden hinter de Oliveira zurück, Lotterer 14,759, Tsukakoshi und Nakajima 21,5 respektive 22,3, Izawa 25 Sekunden.

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07:57

Kogure kommt nach seiner Durchfahrtsstrafe auf Position 11 wieder auf die Strecke zurück.

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07:56

Oooooh, Durchfahrtsstrafe für Takashi Kogure. Er hat das Speed Limit in der Boxengasse überschritten. Bitter.

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07:54

Daisuke Nakajima fällt hinter Kazuya Oshima zurück.

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07:54

Runde 30: Yasuda steuert seine Crew an. Wow das dauert, 18,0 Sekunden beträgt die Standzeit. Und das obwohl er weniger Benzin als die Stopper vor ihm benötigt. Daisuke Nakajima war ebenfalls drinnen.

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07:53

Hirate kommt auf P10 wieder heraus, vor Takashi Kogure. Yasuda und Daisuke Nakajima sollte er nach deren Stopps aber wieder automatisch überholen.

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07:52

Runde 29: Hirate kommt zum Service. Die Kameras schwenken leider weg, sah aber nach 4 Reifen aus. Niemand ist wohl so verrückt und wechselt nur 2 Reifen bei dieser Hitze und dem hohen Verschleiß.

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07:52

Kazuki Nakajima erhöht derweil den Druck auf Tsukakoshi.

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07:51

Runde 28: Stopp unbereinigt führt derzeit Hirate vor Yasuka, de Oliveira, Daisuke Nakajima, Matsuda und Lotterer. Hirate, Yasuda und Nakajima der Jüngere müssen selbstverständlich in den kommenden Runden zum Service.

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07:50

Auffallend war bei den Stopps die längere Standzeit von beiden Tom’s-Fahrern sowie Matsuda, im Vergleich zu etwa Duval oder Tsukakoshi. Ein Hinweis auf einen höheren Spritverbrauch respektive etwas mehr Benzinsparen bei Duval und Tsukakoshi? Im Falle von Duval hat es allerdings nichts gebracht: Er ist hinter Izawa auf P7 zurückgefallen.

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07:49

De Oliveira kommt mit einer halben Geraden Vorsprung vor Matsuda wieder raus.

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07:48

4 neue Reifen, Benzin. Standzeit: 15,6 Sekunden. Wow.

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07:48

Runde 27: Nun kommt auch Oliveira in die Box.

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07:47

Runde 26: Wie angekündigt kommt Tsugio Matsuda in die Box. 4 Reifen und Benzin, 16,4 Sekunden.

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07:46

Izawa nun natürlich mit den wärmeren Reifen als Nakajima, sieht aber nicht danach aus, als ob er ihn angreifen könnte.

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07:46

Nakajima steht 15,8 Sekunden, Benzin und 4 Reifen. Er kommt vor Izawa wieder raus! Das war wichtig für Nakajima!

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07:45

Bei Impul macht man sich laut dem Boxenreporter auch bereit, nächste Runde kommt wohl Matsuda.

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07:45

Runde 25: Kazuki Nakajima kommt zum Service.

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07:44

Aiaiaiai, aber Duval fällt hinter Izawa zurück. Das ist nun überraschend. Izawa mit einer schnellen und konstanten Pace.

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07:44

Für Duval geht es gegen Nakajima. Auch er bekommt Benzin und vier neue Reifen. 13,6 Sekunden… WOW! Das ist schnell!

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07:43

Runde 24: Duval kommt in die Box.

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07:43

Lotterer kommt von hinten angeschossen… UND ZIEHT VORBEI! Trotz langsameren Stopp hatte Lotterer eine deutlich schneller In- und Outlap als Tsukakoshi, was nicht sonderlich überraschend ist, war er in den letzten Runden doch deutlich schneller als der Docomo-Fahrer. Er sollte sich nun von Tsukakoshi deutlich absetzen können.

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07:42

Benzin, 4 Pneus. 16,1 Sekunden, 1 Sekunde schneller als Lotterer.

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07:42

Runde 23: Tsukakoshi kommt in die Box. Jetzt wird es spannend…

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07:41

De Oliveira weiterhin stark: Bis auf wenige Ausnahmen fährt er konstant 1:39er Zeiten.

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07:41

Langsamer Stopp: 17,1 Sekunden. Er kommt vor Izawa wieder raus.

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07:40

Und Bingo! Lotterer kommt in der 22. Runde in die Box. Damit versuchen sie ihn wohl an Tsukakoshi vorbeizuschieben.

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07:40

Bei Tom’s steht die Crew auch bereit. Kommt Lotterer oder Nakajima? Würde spontan auf den Deutschen tippen.

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07:39

Deutlich schneller als der Stopp von Kunimoto: 16,6 Sekunden.

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07:39

Auch für ihn gibt es neben Benzin vier frische Pneus.

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07:38

Und da kommt Izawa auch schon (Runde 21).

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07:38

Bei Dandelion steht man derzeit auch für Izawa bereit, vermeldet der Boxenreporter (der Mann mit der schnellen Stimme am Funk!)

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07:37

Runde 20: Der nächste Stopper, Kunimoto. Wechselt alle 4 Reifen und wird natürlich aufgetankt. 19,6 Sekunden.

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07:37

Oshima ist dieses Wochenende, im Gegensatz zum Fuji-Rennen, komplett von der Pace. Bleibt zu hoffen, dass es für ihn und das Team in Sugo wieder besser läuft.

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07:36

Runde 19: Wir haben den ersten Stopper: Kazuya Oshima kommt in die Box… UND WÜRGT AB! Herje… Dabei wirkte der Boxenstopp so schnell mit knapp 15 Sekunden.

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07:34

Lotterer klebt nun förmlich im Diffusor von Tsukakoshi.

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07:34

Runde 18: Oliveira nun 4,4 Sekunden vor Matsuda, Tsukakoshi und Lotterer jeweils rund 14 Sekunden hinter dem Brasilianer.

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07:32

Lap 17: Nun wird es richtig, richtig spannend zwischen Tsukakoshi und Lottere — Abstand auf 0,9 Sekunden geschrumpft. Lotterer hat derzeit deutlich mehr Downforce als Tsukakoshi.

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07:29

Runde 15: Lotterer robbt sich ieder an Tsukakoshi heran. 1,360 Sekunden der Abstand nun.

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07:27

Wenn die Sonne nicht eben zu stark geblendet hat, hat Kazuki Nakajima bereits zweimal seinen Overtake-Button gedrückt.

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07:26

Kaum spricht man vom Teufel, findet Tsukakoshi wieder seine Pace: Abstand in Runde 13 wieder auf 2,1 Sekunden angewachsen. Waren wohl einfach zwei schlechte Runden von ihm.

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07:24

Lotterer konnte sich nun auch ein wenig von Nakajima absetzen, der knapp 2 Sekunden hinter dem Titelverteidiger ist.

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07:23

Tsukakoshis Pace steigt etwas an, scheint ihn der Frontflügel nun doch etwas zu stark zu behindern? Lotterer robbt sich Runde für Runde an ihn heran. Abstand in Runde 12 nur noch 1,792 Sekunden!

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07:22

Runde 11: Tsukakoshi auf 3 knapp 8,5 Sekunden hinter de Oliveira, Lotterer auf 4 10,4 Sekunden.

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07:21

Die Rundenzeiten von de Oliveira sind angestiegen. Bis Runde 6 fuhr er noch 1:38er Zeiten, mittlerweile sind diese aber auf 1:39 angestiegen. Das ist ungefähr genauso schnell wie Matsuda, sprich sein Vordrang ist etwas gestoppt. Abstand in Runde 11: 3.447 Sekunden.

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07:20

Besagtes dreier Päärchen befindet sich aber dafür, jetzt in Runde 10, in einer Art Dreikampf. Wobei Kampf noch etwas nett ausgedrückt ist, sie beschnuppern sich eher.

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07:19

Ich hatte mich übrigens vorhin verschaut (schlechte Augen in der Früh…): Hinter Kaneishi und dem jüngeren Nakajima war natürlich Kunimoto, Hirate ist derzeit auf 8 und verteidigt sich gegen Takashi Kogure.

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07:17

Der leicht beschädigte Frontflügel scheint Tsukakoshi nicht allzu stark zu behindern. Er findet sich 6 Sekunden hinter de Oliveira.

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07:15

Runde 7: Oliveira gibt weiterhin Gas: Abstand zu Matsuda mittlerweile auf 3 Sekunden angewachsen, Lotterer 10 Sekunden zurück.

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07:15

Um Platz 12 entbrennt in Runde 6 derweil ein Kampf zwischen Toshihiro Kaneishi und Daisuke Nakajima. Dahinter ist gleich Kohei Hirate auf 14.

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07:13

Die japanischen Kommentatoren hören ein Motorproblem heraus, nachdem es sich auch anhört.

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07:12

Naoki Yamamoto ist langsam unterwegs.

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07:12

Runde 5: Matsuda ist 2 Sekunden hinter de Oliveira, Tsukakoshi 4 und Lotterer 6. Hinter dem Duisurger staut es sich ein bisschen mit Nakajima, Duval und Izawa.

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07:11

Es wirkt ein bisschen so als könnte Lotterer nicht die Pace von Tsukakoshi gehen, der wiederum etwas Zeit auf die beiden Impul-Fahrzeuge verliert.

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07:10

Ahhh, kaum gemeckert, schon folgt die Aufklärung: Orime wurde von Saga beim Anbremsen auf die zweite Kurve am Heck getroffen.

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07:09

Beide Fahrzeuge stehen auch noch immer im Aus und werden gerade abgeschleppt.

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07:08

Leider wird bei der Wiederholung von J Sports 3 nicht der Unfall von Orime und Saga gezeigt, sah aber so aus, als hätte Orime seinen Dreher ins Kiesbett alleine verursacht. Saga wurde anschließend etwas blockiert.

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07:07

Oh, Tsukakoshi hat eine leichte Beschädigung vom Frontflügel. Vorne rechts (von uns aus gesehen links) fehlt ein kleines Stück. Seine Pace scheint es derzeit aber nicht zu beeinflussen.

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07:06

Die Top 6 nach der ersten Runde: Oliveira, Matsuda, Tsukakoshi, Lotterer, Nakajima, Duval.

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07:05

Pardon, das mit Matsuda hatte ich falsch gesehen und mich auf den japanischen Kommentar verlassen, der Matsuda ebenfalls in Front gesehen hat. Oliveira konnte sich aber doch noch mal verteidigen und führt das Rennen an.

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07:05

Was für ein Raketenstart von Koudai Tsukakoshi, von 5 auf 3. Lotterer hat zwar Nakajima überholt, bleibt allerdings auf 4.

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07:04

Und Unfall im Hintergrund. Müsste Orime mit Saga gewesen sein.

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07:03

Sehr guter Start von Tsukakosh!!!! ZIeht gleich auf 3 vor, Matsuda überholt JP de Oliveira.

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07:03

START!!!!!!!!!

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07:03

Fahrzeuge stellen sich nach der Einführungsrunde wieder auf. In wenigen Sekunden geht es los!

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07:00

Insgesamt stehen übrigens 52 Runden auf dem Programm.

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06:59

Die Motoren wurden angelassen

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06:57

Die Nationalhymne wird jetzt von einem Orchester gespielt.

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06:56

Und damit zum Rennen. JP de Oliveira steht auf Pole, Tsugio Matsuda komplettiert die erste Reihe. Dahinter Kazuki Nakajima, Andr� Lotterer, Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi war der einzige von Honda belieferte Fahrer, der Q3 gestern erreichte. Das zweite Freie Training fand unter feuchten Bedingungen statt, jetzt scheint wie zu erwarten war die Sonne. Ich habe noch keine genauen Temperaturen, aber es sollten um die 35 Grad sein.

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06:55

Ziel der Formula Nippon ist es, mit dem neuen Namen die Serie auf einen ähnlichen Level wie die Formel 1 (naja…) sowie die Izod IndyCar Series (schon realistischer) in Asien zu heben.

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06:51

Die große News des Tages: Die JRP gab den neuen Namen der Formula Nippon bekannt, den die Serie ab 2013 tragen wird. Der neue Name lautet: Super Formula. Damit folgt die Formula Nippon der Super GT, die sich 2005 von der JGTC (Japanese GT Champonship) in Super GT umbenannte. Der komplette, japanische Titel der Formula Nippon ab 2013 lautet Japanese Championship Super Formula. Derzeit trägt sie den vollen Titel All-Japan Formula Nippon.

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06:49

Einen wunderschönen Guten Morgen zum fünften Saisonlauf der Formula Nippon aus Motegi. Dieses Mal mit unserem schicken neuen Live-Ticker, der in kürzester Zeit von zwei flinken Programmieren respektive Designern für uns erstellt wurde. Er ist noch nicht ganz fertig, aber ich habe die Ehre, sozusagen den Shakedown durchzuführen. Der Ticker aktualisiert sich alle 30 Sekunden selbst.

 

flattr this!

August 04 2012

04:00

Formula Nippon: Vorschau Round 5 Motegi

Für manch einen kaum zu glauben, an diesem Wochenende bestreitet die Formula Nippon aber bereits ihr drittletztes Saisonrennen. Bevor es Ende September und Anfang November nach Sugo respektive Suzuka geht, ist Japans höchste Formel-Serie an diesem Wochenende bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Twin Ring Motegi unterwegs. Neben der erwarteten Zuspitzung im Meisterschaftskampf wird am Sonntag außerdem der neue Name, den die Serie ab 2013 tragen wird, präsentiert.

Eigentlich schon zum dritten Saisonrennen in Autopolis geplant, hat sich die JRP (Japan Race Promotion) etwas mehr Zeit bei der Sichtung der Namensvorschläge gelassen. Wie bereits über die letzten Monate häufiger berichtet, schnürte man um den neuen Seriennamen ein Gewinnspiel, an dem alle mit einem gültigen Führerschein derzeit in Japan residierenden Bürger teilnehmen konnten. Neben VIP-Tickets für die kommende Saison gibt es als Sonderpreis zudem entweder einen Honda CR-Z type α oder einen Toyota 86 grade G zu gewinnen. Während der neue Serienname nach langer Anmeldeprozedur und weiteren, rechtlichen Abwicklungen diesen Sonntag auf einer Pressekonferenz um 9:50 Uhr Ortszeit präsentiert wird, sollen die Gewinner des Gewinnspiels im Rahmen des JAF Grand Prix (16. bis 18. November) verkündet werden.

Grund für die Namensänderung ist die zukünftige Ausrichtung der Serie. Ähnlich der Super GT will die Formula Nippon ebenfalls gen Asien expandieren. Über ein Rennen auf der F1-Strecke in Südkorea wurde bereits Ende 2011 spekuliert, vor dem diesjährigen Saisonbeginn bestätigte JRP-Präsident Hiroshi Shirai zwar diese Pläne, machte sie aber auch unter anderem von der wirtschaftlichen Lage abhängig. Rennen in Malaysia und China seien ebenfalls möglich, fallen selbstredend aber unter die gleichen Entscheidungskriterien. Sollte die Formula Nippon, was anbetracht des Vorhabens sowie den Visionen seitens der JRP wünschenswert wäre, in mindestens drei verschiedenen Ländern fahren, so kann sie laut FIA-Regularien nicht mehr als nationale Rennserie auftreten. Aus diesem Grund musste sich beispielsweise auch die JGTC 2005 in Super GT umbenennen. Für die Formula Nippon selbst bricht zwölf Jahre nach ihrer „Gründung“ (die eigentliche Geschichte geht bis zum ursprünglichen Namen, All-Japan Formula 2000, ins Jahr 1973 zurück) somit ein neues Zeitalter an. Ein Zeitalter, in dem man nicht mehr nur noch Japans höchste, sondern gleichzeitig auch Asiens höchste Formel-Serie werden möchte. Aus diesem Grund verabschiedet sich die Serie 2014 auch vom aktuellen FN09-Wagen.

Wie passend zum vorangegangenen Lauf in Fuji bekannt wurde, wird der neue Bolide von Dallara gebaut werden. Diesbezüglich hatten sich die Team-Chefs zusammen mit den JRP-Vorsitzenden in einem bislang noch nicht näher kommentieren Meeting zur Abstimmung kurz nach dem Rennen in Fuji getroffen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dem Design-Vorschlag von Dallara zugestimmt wurde. Bleibt zu hoffen, dass Dallara einen ähnlichen hübschen Wagen wie den FN09 von Swift bauen wird. Bislang ist lediglich bekannt, dass es neben einem neuen Bremssystem auch selbstredend eine neue Aerodynamik geben wird. Bezüglich der Motorenfrage gibt es hingegen keine neuen Informationen. Ursprünglich waren 2,0l Motoren mit Hybrid-Antrieb mitsamt System E, einem KERS-ähnlichen System, das sich seit einiger Zeit in der Entwicklung befindet und nicht zur Konzeption des FN09 passt, angedacht. Die gleichen Motoren wollten Honda und Toyota ab 2014 auch in der Super GT einsetzen. Wegen den Unklarheiten zur DTM-Super-GT-Kooperation wird sich diese Entscheidung aber wohl so lange hinauszögern, bis diesbezüglich Klarheit besteht.

Dies Alles ist aber natürlich noch Zukunftsmusik. Zwar wird der neue Serienname vor dem Rennen von Hiroshi Shirai und Tsugio Matsuda als Fahrervertreter der Presse präsentiert, das Hauptaugenmerk liegt aber selbstverständlich auf dem fünften Saisonlauf. Erneut geht es auf den Twin Ring Motegi, wo die Fahrer, anders als noch zum zweiten Saisonlauf im Mai, mit den heißen Sommertemperaturen um die 30-32 Grad (mitsamt relativ hoher Luftfeuchtigkeit) zu kämpfen haben werden. Vereinzelte, kleine Regengüsse sind zwar angekündigt, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer als noch vor knapp drei Wochen in Fuji. Die heißen Temperaturen erhöhen selbstredend auch den Materialverschleiß. Insbesondere die Bremsen müssen aufgrund der Stop-and-Go-Charakteristik der Strecke geschont werden, aber auch der Reifenverschleiß kann bei den hohen Asphalttemperaturen eine entscheidende Rolle spielen. Ein weiteres Schlüsselelement wird selbstredend auch die Qualifikation sein, da Überholen auf dem Twin Ring Motegi nicht zu den einfachsten Disziplinen gehört. Dies betrifft insbesondere André Lotterer, der in den letzten beiden Rennen jeweils keine guten Startplätze erzielte. Die Qualifikation wird wie bereits im Mai in der Special Stage, dem Einzelzeitfahren nach der regulären Qualifikation zur Festlegung Reihenfolge, ausgetragen.

Da ich bereits ausführlich über den Kurs und sein Umfeld in meiner Vorschau im Mai berichtet habe – und das Umschreiben der zwei Absätze folglich Irrsinnig und nicht dem Prinzip der „Nachhaltigkeit“ entsprechen würde – übernehme ich im folgendem besagte Beschreibung. Nach dem eingebetteten Video folgen noch ein paar Worte zum Rennen sowie der Ausstrahlungszeit.

Weltweit ist der Twin Ring Motegi eine einzigartige Rennstrecke, da er anders als die Strecken in den USA einen separaten Oval- sowie Straßenkurs enthält, ohne dabei Kompromisse bei der Streckenführung einzugehen. Gebaut wurde der gesamte Komplex 1997 von Honda, mit dem Ziel die CART  nach Japan zu holen und das eigene Wissen im Bereich des amerikanischen Open-Wheel-Sports zu erweitern. Trotz der zwei „Zwillingsstrecken“ ist es allerdings  nicht möglich, gleichzeitig zwei Rennen auszutragen, da sich der 4,8km lange Straßenkurs die Boxengasse wie auch Haupttribüne mit dem 2,493km langen Super Speedway teilt. Zusätzlich werden beide Kurse jeweils in einem jeweils anderem Uhrzeigersinn gefahren. Neben der CART und später der IndyCar fuhr 1998 auch der NASCAR Sprint Cup (damals noch Winston Cup) ein Einladungsrennen auf dem Oval. Das Coca-Cola 500 gewann damals Mike Skinner für Richard Childress Racing. In die NASCAR-Geschichte ging das Rennen allerdings aufgrund der Tatsache ein, dass es zum einen das erste (und einzige) Oval-Rennen der NASCAR in Japan war und zum anderen, weil Dale Earnhardt sr. sowie sein Sohn Dale Earnhardt jr. das erste Mal zusammen in einem Rennen fuhren. Das letzte Oval-Rennen der IndyCar fand 2010 statt. Nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurde der Super Speedway leider sehr stark beschädigt. Da die IndyCar bereits davor beschlossen hatte, nach 2011 aus wirtschaftlichen Gründen vorerst keine Rennen mehr im Land der aufgehenden Sonne auszutragen, beschloss der Streckenbetreiber, das Oval nicht zu reparieren. Das letzte IndyCar-Rennen fand deshalb erstmals auf dem Straßenkurs statt, welches Scott Dixon für Chip Ganassi Racing gewann. In Europa ist der Kurs insbesondere durch den dort seit 2004 jährlich ausgetragenen Japan Grand Prix der MotoGP bekannt; die Super GT wird auch heuer ihr Saisonfinale in Motegi austragen. Kurze Randnotiz: Beim IndyCar-Auftritt 2011 auf dem Straßenkurs des Twin Ring Motegi erzielte Scott Dixon mit 1:38.391 die Pole Position. Zwar mag der Vergleich des alten Dallara-IndyCars mit dem FN09 der Formula Nippon unfair wirken, im gleichen Jahr erzielten bei beiden Auftritten im Juni und Oktober jeweils Joao Paulo de Oliveira sowie André Lotterer mit 1:35.012 respektive 1:32.989 die Pole Position.

Der Straßenkurs des Twin Ring Motegi fällt für japanische Verhältnisse aufgrund seines flachen Höhenprofils eher untypisch aus. Zudem besitzt die Strecke mit seinen 14 Kurven einen Stop-and-Go-Charakter mit lediglich einer leichten Erhöhung in der Haarnadelkurve. Interessant ist die Tatsache, dass der Straßenkurs zwei Unterführungen besitzt, mit der ersten auf der kleinen Geraden zwischen Kurve 4 und 5. An dieser Stelle verlassen die Fahrer quasi unter Turn 3 des Ovals den inneren Teil der Anlage; auf der Geraden nach Kurve 11 (zwischen Turn 1 und 2 des Ovals) gelangen sie durch die zweite Unterführung – das ganze wirkt wie die Unterführung nach der Degner vor der Haarnadel in Suzuka – wieder in den inneren Teil hinein. Dies ist nur aufgrund der Einzigartigkeit der kompletten Anlage möglich und stellt somit gleichzeitig die Besonderheit der Strecke dar. Im folgendem ein Onboard-Video von André Lotterer aus der Reihe „Driver’s Eye“ des japanischen Fernsehens:

Unglücklicherweise sorgt aber genau diese Einzigartigkeit der Strecke für einige Probleme für die Zuschauer vor Ort. Zum einen sitzen sie beispielsweise auf der Haupttribüne zu weit von der Start- und Zielgeraden entfernt, zudem blockiert das Oval die Sicht auf einige Kurven der Strecke, weshalb viele, größere Monitore zum Verfolgen des Geschehens benötigt werden. Abseits der Haupttribünen sind die Sitze auf wenige Stellen im inneren Teil des Ovals sowie der Gegengerade des Straßenkurses limitiert. Zu allem übel besitzt die Strecke keine besonders gute Infrastruktur. Motegi (Tochigi-Präfektur) selbst ist mit lediglich 16.403 Einwohnern (Stand 2005) und einer Gesamtfläche von 172,71km² eine relativ kleine Stadt. Zwar ist die Strecke mit dem Auto nur rund 6km von der Innenstadt entfernt, dennoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Hotel direkt an der Strecke, quasi inexistent. Zu allem übel besitzt die Strecke lediglich zwei zweispurige Straßenzufahrten, was bei Großveranstaltungen mitunter für regelmäßige Verkehrsstaus sorgt. Die Anfahrt mit dem Zug gestaltet sich ebenfalls als schwierig, weil die zwei großen, regionalen Zuggesellschaften JR East sowie Tobu Railway den Bahnhof in Motegi nicht direkt anfahren. Pläne für eine Schnelltrasse für den Shinkansen gibt es ebenfalls nicht.

Nicht nur wegen seines beeindruckenden Rennens vor rund drei Wochen in Fuji ist André Lotterer der absolute Geheimfavorit auf den Sieg in Motegi. Der Duisburger gewann auch bereits im Mai den ersten Formula-Nippon-Auftritt in diesem Jahr in Motegi. Mit insgesamt vier Siegen ist Lotterer der Rekordhalter aller derzeitig amtierenden Formula-Nippon-Piloten auf der Strecke. Lotterer und der Twin Ring, das passt einfach, schließlich gewann er dort im Jahr 2004 auch sein erstes Super GT (damals noch JGTC) Rennen mit Nakajima Racing. Nach einem etwas holprigen Saisonstart in Suzuka und einem unglücklichen aber nichts desto trotz katastrophalen Wochenendes in Autopolis, hat sich der amtierende Champion auf vier Punkte an seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima (29 Punkte) herangepirscht. Der Japaner gab zwei Runden vor Schluss in Fuji die Führung an André Lotterer ab, verlor aufgrund des Bonus-Punktes für die Pole Position aber nur einen Zähler in der Meisterschaft auf ihn – fleißig ernährt sich das Eichhörnchen. Nach einem dritten Platz im Mai-Rennen wittert der Tom’s-Pilot nach Suzuka seinen zweiten Saisonsieg, weiß aber, dass auch ein zweiter Platz auf Lotterers Paradestrecke gewiss kein Beinbruch wäre, sofern er wie in Fuji sich die Pole Position sichert. Zwei Punkte hinter Lotterer ist Autopolis-Gewinner Koudai Tsukakoshi (23 Punkte). Der Docomo-Dandelion-Fahrer, der in Tochigi-Präfektur aufgewachsen ist und somit ein Heimrennen hat, hatte in Fuji einen Nuller geschrieben, nachdem er zum Rennstart wertvolle Positionen verlor und ein unglückliches Händchen beim Regenreifenpoker bewies. Er sowie sein Teamkollege Takuya Izawa (17 Punkte) sind die heißesten Anwärter für einen Honda-Sieg auf deren eigener Strecke. Hinter beiden Fahrern steht nach wie vor allerdings ein großes Fragezeichen, da es abseits des Autopolis-Rennens (und stellenweise zum Saisonauftakt in Suzuka) es dem Team nicht gelang, den guten Quali-Speed auch ins Rennen zu übertragen.

In diesem Jahr etwas unauffallend wirkt Joao Paulo Oliveira (17 Punkte), und das obwohl der Brasilianer, abgesehen von seinem Ausfall in Autopolis, gute bis sehr gute Rennen ablieferte. Bestes Resultat war just im Mai in Motegi, als er sich nur André Lotterer geschlagen geben musste. Für de Oliveira wird es allerdings wichtig sein, mindestens aufs Podium, wenn nicht sogar zum Sieg zu fahren, wenn er seine mathematischen Meisterschaftschancen intakt halten möchte. Gleiches gilt auch für de Oliveiras Teamkollegen Tsugio Matsuda (13 Punkte) sowie Kazuya Oshima (15 Punkte). Letzterer hatte in Fuji unter schwierigen Mischbedingungen, verursacht durch Platzregen, fast einen Überraschungssieg gelandet, musste sich am Ende aber doch beiden Tom’s-Fahrern geschlagen geben. Oshima sollte nach dem letzten Sonntag erzielten, beeindruckenden ersten Sieg für Team Eneos LeMans in der Super GT seit neun Jahren besonders motiviert sein, dennoch ist davon auszugehen, dass er wie auch Matsuda um die Meisterschaft kein Wörtchen mehr mitreden werden. Hierfür waren, trotz einiger guter Rennen, die restlichen Ergebnisse in diesem Jahr etwas zu schwankend. Dennoch ist ein Aufwärtstrend beim Traditionsteam LeMans zu erkennen. Ähnliches gilt für Tsugio Matsuda, der nach drei Jahren in diesem Jahr sein Comeback in der Serie gab.

 

TV-Zeiten Motegi

Wie gehabt muss erneut aufgrund fehlender, internationaler TV-Partner, auf die nicht beliebte Graualternative zurückgegriffen werden. Die Qualifikation findet kurze Zeit nach Erscheinen dieses Artikels am Samstag statt. J Sports 3 geht am Sonntag um 6:30 Uhr deutscher Zeit auf Sendung; das Rennen startet 30 Minuten später um 7 Uhr, dieses Mal sogar unverschlüsselt im japanischen Fernsehen. Wie zu jedem Formula-Nippon-Rennen werden wir auch dieses Mal, sofern die Technik hoffentlich nicht streikt, unseren exklusiven, deutschen Live-Ticker anbieten. Dieses Mal sogar zum allerersten Mal mit einem eigens für das Racingblog entwickelten Live-Ticker-System. Der Live-Ticker startet am Sonntag um 6:45 Uhr.

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