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November 16 2013

19:29

Super Formula: Yamamoto gewinnt Titel im Suzuka-Thriller

Besser hätte es nicht einmal Hitchcock schreiben können: Das Finale der japanischen Super Formula in Suzuka bot alles an Dramatik, was sich der geneigte Motorsport-Fan nur hätte wünschen können: Regen, viele Zweikämpfe und eine Titelentscheidung, die bis zur letzten Sekunde spannend war. Am Ende gelang Naoki Yamamoto die Sensation: Er gewann die Meisterschaft in Japans höchster Formel-Serie.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto ChampionAnders als bei seinem Suzuka-Triumph in der Super GT im August dieses Jahres flossen Naoki Yamamoto vergangenen Sonntag nicht die Freudentränen unkontrolliert über die Wangen. Mussten sie aber auch nicht, denn auch so war sofort jedem klar, wie sehr er sich über den bislang größten Erfolg seiner noch jungen Karriere freute. Dem erst 25-jährigen Japaner gelang vergangenen Sonntag die Sensation: er ist der neue Super-Formula-Champion. Die Prämisse zum Showdown auf dem legendären Suzuka Circuit war spannend und ungewohnt zugleich: Weil Tabellenführer André Lotterer aufgrund einer Terminüberschneidung mit der WEC in China nicht in Suzuka starten konnte, kämpfte Naoki Yamamoto quasi in einer Art Fernduell gegen den 13 Punkte betragenen Vorsprung des Deutschen.

Hierfür hatte der Rookie des Jahres 2010 gleich zwei Sprintrennen über jeweils 20 sowie 28 Runden Zeit. Den ersten immens wichtigen Schritt ging Yamamoto allerdings bereits am Samstag. In der wichtigen Qualifikation sicherte er sich mit einem neuen Rundenrekord die Pole-Position für beide Läufe, was ihm jeweils einen Bonuspunkt einbrachte. Damit schrumpfte der Vorsprung Lotterers auf elf Zähler. Aufgrund des wie auch bereits in den vergangenen beiden Jahren veränderten Rennformats fürs Finale, wurden die erreichbaren Punkte selbstredend halbiert. Um den Sieg jedoch etwas stärker zu belohnen, gab es für jenen drei Bonuspunkte, womit der jeweilige Sieger ganze acht Zähler erhielt. Die beiden Pole-Positions im Sack musste Naoki Yamamoto in den beiden Läufen somit mindestens einmal gewinnen sowie den dritten Platz erreichen. Und genau dies tat der Mugen-Pilot auch: Im strömenden Regen gewann er Lauf Eins; im packenden Herzschlagfinale des zweiten Laufes erzielte er den Bronzerang. Damit zog er zwar Punktgleich (37 Zähler) mit André Lotterer, gewann gemäß des Reglements jedoch die Meisterschaft.

Super Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Team MugenDer Hintergrund: Anders als in europäischen oder amerikanischen Rennserien wie beispielsweise der Formel Eins, IndyCar oder WTCC, zählt in der Super Formula bei Punktgleichstand nicht die Anzahl der errungenen Siege. Dies ist ein Punkt, den ich in meiner Vorschau zunächst unterschlagen hatte, mich im Laufe des Rennwochenendes jedoch wieder erinnerte. Stattdessen zählt in solch einer „Tie-Breaker-Situation“ die höchste Anzahl an errungenen Punkten an einem Rennwochenende. Dies umschließt selbstredend auch den Bonuspunkt für die Pole-Position. Weil das Finale, trotz der Aufteilung in zwei Sprintläufe, in der Akkumulation als ein einziges Rennen zählt (offiziell als Round 7), ist die maximale Punkteausbeutung für einen Fahrer (18 Punkte), im Vergleich zu den anderen Meisterschaftsläufen (maximal 11 Punkte inklusive Bonuspunkt für die Pole-Position), deutlich höher. Im Direktvergleich schlug Naoki Yamamoto mit seinen 13 erzielten Zählern somit André Lotterer, dessen Maximalausbeute vom dritten Saisonrennen auf dem Fuji Speedway lediglich elf Punkte betrug. Entsprechend enttäuscht dürfte der extra aus China angeflogene Lotterer (das WEC-Rennen fand bereits am Samstag statt) gewesen sein, schließlich verlor er bereits 2004 im Tie-Breaker gegen den Nordiren Richard Lyons die Meisterschaft. Damals allerdings noch unter einem anderen RegleSuper Formula Suzuka 2013 Naoki Yamamoto Celebrationment.

André Lotterer fuhr mit gleich zwei Siegen in Autopolis sowie Fuji eine starke Saison. Konstant schnell und nahezu fehlerlos nagte lediglich die nicht ganz so starke Qualifying-Performance an seinem Gesamtbild. Ein Umstand, der sich durch das komplette Petronas Team Tom’s zog, schließlich musste auch Kazuki Nakajima in den Qualifikationen Federn lassen, was ihm im Sportsland Sugo auch letztlich aus dem Titelkampf eliminierte. Nichtsdestotrotz darf André Lotterer als der „kompletteste“ Fahrer der gesamten Saison bezeichnet werden. Dass es am Ende nicht ganz zum Titel reichte war wohl auch seiner zweimaligen Nichtteilnahme geschuldet. Denn bereits zum Saisonstart musste Ersatzmann (und Super-GT-Pilot an der Seite von Kazuki Nakajima) James Rossiter für den durch sein WEC-Engagement verhinderten Audi-Werksfahrer ins Cockpit steigen. Ähnlich erging es auch Loic Duval, der beide Male von Andrea Caldarelli ersetzt wurde, und mathematisch ebenfalls noch Chancen auf den Titel gehabt hätte. So aber blieb Naoki Yamamoto der einzig verbliebende Fahrer im Titelrennen. 13 Punkte Rückstand, zwei Sprintläufe und viel Drama. Das Super-Formula-Saisonfinale erinnerte an jenes der Formel Eins 2008, und übertraf an Spannung sogar jenes aus dem vergangenen Jahr sowie der Debütsaison der einst Formula Nippon genannten Rennserie im Jahr 1996. Damals eroberte Ralf Schumacher im strömenden Regen am Fuji Speedway die Krone des japanischen Formel-Sports, obwohl er aufgrund eines Unfalls ausfiel. Doch Schumacher behielt Glück im Unglück: Kazuyoshi Hoshino schied in Führung liegend aufgrund eines technischen Defekts aus; Schumachers Teamkollege Naoki Hattori erlaubte sich im Zweikampf einen immensen Fehler – und beendete seine Titelträume im Kies. Ein bisschen Glück hatte Naoki Yamamoto am vergangenen Wochenende ebenfalls. Doch auch dieses gewisse Quäntchen Fortüne zählt bekanntlich zum Sport dazu.

 

Rennen 1

Super Formula Suzuka 2013 Race 1 StartAus der vor dem Rennwochenende ausgesprochenen Wetterprognose von lediglich vereinzelt kleineren Regenschauern zum ersten Sprintrennen, wurde am Samstagabend eine 90%ige Wahrscheinlichkeit auf zumindest einen nassen Lauf. Und pünktlich wie der japanische Eisenbahnverkehr goss es fünf Minuten vor Rennbeginn strömend auf den Suzuka Circuit hinunter. Bei Bedingungen in denen die Formel Eins wohl den Start komplett verzögern würde, verzichtete die Super Formula sogar auf einen etwaigen Safety-Car-Start. Naoki Yamamoto kam am besten vom Fleck und holte einige Meter Vorsprung vor Takashi Kogure heraus, der seinen Teamkollegen Daisuke Nakajima überholte. Dahinter krachte es: Ausgehend einer kleinen Berührung mit Tsugio Matsuda rutschte Yuji Kunimoto auf das Gras an der Innenseite von Kurve Eins. Dort verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und rutschte dabei kollidierend mit Kazuki Nakajima auf die Strecke zurück. Dies löste eine Kettenreaktion im hinteren Feld aus, wo Andrea Caldarelli mit Koudai Tsukakoshi zusammenprallte. Für alle vier Fahrer war das Rennen damit in der ersten Kurve beendet. Da die Streckenposten die Wracks schnell bargen, konnte das Rennen ohne eine Safety-Car-Unterbrechung fortgesetzt werden.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa Ryo Hirakawa

Noch in der ersten Runde fuhr Naoki Yamamoto einen kleinen Vorsprung auf Takashi Kogure heraus, verlor beim Anbremsen auf die letzte Schikane vor Start/Ziel jedoch die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mugen-Pilot verhinderte zwar einen Dreher, musste allerdings Kogure ziehen lassen. Letzterer hatte aber erneut das Pech an seinen Sohlen kleben und steuerte bereits eine Runde später die Box aufgrund eines technischen Defekts an der Benzinversorgung an. Damit war der Weg für Naoki Yamamoto offen. Die Schrecksekunde aus der ersten Runde verdaut legte der junge Japaner ein Mordstempo vor. Mit einer schnellen Runde nach der anderen vergrößerte er seinen Vorsprung auf Daisuke Nakjima sowie Joao Paulo de Oliveira nach zehn Runden auf bereits 7,4 Sekunden. Derweil werkelten die Mechaniker bei Nakajima Racing am Boliden von Takashi Kogure, der im neunten Umlauf nicht nur das Rennen erneut aufnahm, drei Runden später sogar die bis dahin schnellste Runde in den Asphalt brannte. Ohne den technischen Defekt wäre es somit wohl zu einem hitzigen Duell zwischen ihm und Naoki Yamamoto gekommen. Während Yamamoto an der Spitze zur Halbzeit etwas an Fahrt herausnahm, kämpfte sich im Hintergrund dessen Teamkollege Takuma Sato durchs Feld. Etwas unbeobachtet von den Kameras büßte der IndyCar-Pilot am Start gleich mehrere Positionen ein, erkämpfte sich am Ende jedoch einen respektablen neunten Platz.

Super Formula Suzuka 2013 Ryo HirakawaEin wahres Feuerwerk feuerte Rookie Ryo Hirakawa ab. Von Startplatz Elf aus kommend schwamm das junge Talent mit seinem gelben Boliden über den Suzuka Circuit auf den sechsten Rang. Höhepunkt dieser Glanzfahrt dürfte unweigerlich das mehrere Runden andauernde Duell gegen Takuya Izawa gewesen sein. Der Vize-Champ von 2012 griff tief in die Trickkiste, um sich vor Hirakawa zu halten. In der zwölften Runde zog Ryo Hirakawa zwar mit Hilfe des Overtake-Buttons in der Löffelkuve an Izawa vorbei, überschoss jene jedoch. Da allerdings auch Izawa leicht ins Aus rutschte, nutzte Hirakawa die Gelegenheit und beschleunigte den Dandelion-Fahrer neben der Strecke aus. Die Rennleitung hatte nichts zu bemängeln, weshalb Hirakawa die Position behalten durfte. Er setzte sich nicht nur gleich mehrere Sekunden von seinem Kontrahenten ab, in Runde 17 fuhr er mit 1:54.078 zudem die schnellste Zeit des Rennens. Damit unterstrich Ryo Hirakawa erneut sein Talent. Für Takuya Izawa ging es hingegen weiter nach hinten. Profitierend von dem Zweikampf schlossen James Rossiter sowie Hironobu Yasuda auf, die ebenfalls am mit seinem Wagen sowie den Bedingungen kämpfenden Izawa vorbei gingen – am Ende wurde er enttäuschender Zehnter.Super Formula Suzuka 2013 Race 1 Podium

Nach 20 Runden gab es auf dem Podium gleich zwei Premieren zu feiern: Zum einen gewann Naoki Yamamoto sein allererstes Super-Formula-Rennen, zum anderen bejubelte Daisuke Nakajima mit Rang Zwei seine erste Podiumsplatzierung. Der Bronzerang ging an Joao Paulo de Oliveira, der hinterher von einem sehr instabilen Wagen sprach. Bereits vor der Ausfahrt aufs Grid ließ Naoki Yamamoto eine kleine Setup-Änderung vornehmen, die sich rückblickend betrachtend als goldrichtig herausstellte.

November 08 2013

22:48

Super Formula: Vorschau Round 7 Suzuka

Das Saisonfinale der Super Formula ist ein ungewöhnliches Fernduell: Während Tabellenführer André Lotterer für Audi in der WEC in Shanghai antritt, versucht der verbleibende Titelkandidat Naoki Yamamoto, ihm in Suzuka die Meisterschaft streitig zu machen.

Super Formula Suzuka 2013 GridSolch eine Ausgangslage hatte sich der zweifache Le-Mans-Sieger André Lotterer wohl zu Beginn des Jahres nicht ausgerechnet: Obwohl er aufgrund seines Engagements bei Audi in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nicht am Saisonauftakt wie auch am Finale in Suzuka teilnehmen konnte, führt er mit insgesamt 37 Punkten unangefochten die Meisterschaft an. „Für mich heißt es einfach nur, viele Punkte zu sammeln“, erklärte er nach seinem Sieg Anfang Juni in Autopolis. Und dies tat der Duisburger auch: Neben dem Sieg in Kyūshū gewann er auch auf dem Fuji Speedway; in Motegi sowie im Sportsland Sugo eroberte er jeweils den zweiten Rang. Von den Patzern der direkten Konkurrenz profitierend ist Lotterer 2013 somit nicht nur der schnellste Pilot, sondern vor allem auch der konstanteste gewesen.

Zu viele Fehler erlaubten sich seine Rivalen. So gewann der letztjährige Vize-Champion Takuya Izawa zwar den Auftakt in Suzuka, schrieb im weiteren Saisonverlauf allerdings gleich drei Nullrunden – allesamt ausgelöst durch eigene Fehler oder unglückliche Kollisionen wie zuletzt in Sugo mit Takashi Kogure. Nicht besser verlief es für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima, der lediglich in Motegi obsiegte und ansonsten mit zwei Nullrunden sowie einem fünften Platz zum Auftakt und einem schwachen achten Rang am Fuße des Fuji enttäuschte. Es war nicht unbedingt sein Jahr, auch wenn es mit gleich zwei Erfolgen in der Super GT deutlich besser für den ehemaligen Formel-1-Piloten lief. Ähnlich holprig war es für Joao Paulo de Oliveira. Der Champion von 2010 wurde vor der Saison zurecht als heißer Titelkandidat gehandelt, schaffte es in diesem Jahr bislang allerdings noch nicht aufs Podest. Ähnlich Nakajima wurden die Titelhoffnungen des Brasilianers endgültig begraben, als er aufgrund eines glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Unfalls mit Rookie Ryo Hirakawa ausfiel.

Super Formula Sugo 2013 Loic Duval Andre LottererÜberhaupt dürfte das vergangene Rennen im Sportsland Sugo zu einem der besten, wenn nicht sogar zu dem besten in Japans höchster Formel-Serie gekürt werden. Zerfleddert durch vier Safety-Car-Phasen duellierten sich die beiden Audi-Kollegen André Lotterer und Loic Duval, der in diesem Jahr erstmals die 24 Stunden von Le Mans gewann, bis zur letzten Sekunde. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,041 Sekunden – das knappste Finish der Super Formula. Für Duval (Champion 2009) war es der erste Sieg seit 2010, für Team LeMans sogar der Erste seit 2003. Wie auch Lotterer ist der Franzose an diesem Woche im Dienste von Audi in China unterwegs, weshalb er trotz sieben Punkten Rückstand nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen kann. Ersetzt wird er wie schon zum Saisonauftakt vom Italiener Andrea Caldarelli; bei Petronas Tom’s steigt James Rossiter ins Cockpit. Der Brite ersetzte Lotterer bereits zum Saisonstart und ist ansonsten mit Kazuki Nakajima für Petronas Tom’s in der Super GT unterwegs. Rossiters Hauptaufgabe wird es sein, so viele Punkte wie möglich für die Team-Wertung zu ergattern. In dieser führt Petronas Tom’s (51 Punkte) nämlich mit 15 Zählern vor Kygnus Sunoco LeMans (36 Punkte). Entsprechend hoch dürfte demnach auch der Druck auf Ryo Hirakawa und Andrea Caldarelli sein.Super Formula Suzuka 2013 Takuya Izawa

Der Suzuka Circuit selbst benötigt keine große Einführung. Zusammen mit dem Fuji Speedway stellt die Strecke, die bereits im Frühjahr dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feierte, den international bekanntesten Kurs Japans dar. Viele Fans und Fahrer bezeichnen die 5,807 km lange Strecke als eine der besten Rennstrecken der Welt. Die außergewöhnliche und einmalige Form einer Acht sowie die insgesamt 17 Kurven mit Namen wie Degner (benannt zu Ehren des 1983 verstorbenen Motorrad-Rennfahrer Ernst Degner, der just an dieser Stelle 1963 einen schlimmen Feuerunfall erlitt), Spoon, Dunlop aber auch Hairpin und natürlich die schnelle 130R entzücken Fans und Fahrer gleichermaßen. Jene 130R ist es allerdings auch, die nicht nur als schnelle und gefährliche (Mut-)Kurve gilt, sondern über die Jahre auch mehrmals aufgrund schwerer Unfälle aus

October 22 2013

07:00

IndyCar: Analyse MAVTV 500 – Das große Finale

Will Power konnte die letzten 500 Meilen der IndyCar Series 2013 für sich entscheiden. Die großen Sieger waren aber Scott Dixon und Chip Ganassi.

Scott Dixon mit der Trophäe (C) IndyCar Media/Chris Jones

Scott Dixon mit der Trophäe
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Vollkommen verdient hat sich Scott Dixon seine dritte Meisterschaft gesichert. Bis er sie in den letzten Runden gemütlich nach Hause fahren konnte, durchlebte aber auch Dixon ein aufregendes Rennen. Er war nur von Platz 17 ins Rennen gegangen und konnte sich auch lange Zeit nicht deutlich verbessern. Sein einziger Konkurrent Helio Castroneves hingegen arbeitete sich in den ersten sieben Runden von Platz 12 auf 3 nach vorne. Zwischenzeitlich übernahm Castroneves so die virtuelle Führung in der Meisterschaft. Etwa ab Rennhalbzeit wurden aber alle drei Ganassi-Piloten schneller und die Aussichten für Castroneves wurden schlechter. Seine letzten Hoffnungen wurden durch einen gebrochen Fronflügel zerstört und da Dixons Honda-Motor durchhielt, war die Meisterschaft entschieden.

Neben dem spannenden Kampf um die Meisterschaft hatte das Rennen aber noch viel mehr zu bieten. Von Rennbeginn an bestimmten die Penske- und Andretti-Piloten das Tempo an der Spitze. Dazu gesellten sich Tony Kanaan und der wieder sehr gut aufgelegte Sebastien Bourdais. Zwischen den Fahrern ging es sehr eng zu und bis zur ersten Caution ab Runde 71 wechselte die Führung fünfmal zwischen Will Power, Sebastien Bourdais, Ryan Hunter-Reay und James Jakes, während der ersten Runde der Boxenstopps.

Die erste Gelbphase wurde durch einem Unfall von Sebastian Saavedra ausgelöst, der mit einem Schnitt im Hinterreifen in Kurve 3 die Kontrolle über seinen Dallara verlor. Pippa Mann rutschte beim Versuch, Saavedra auszuweichen, ebenfalls in die Mauer. Für beide war das Rennen auf den Plätzen 24 (Saavedra) und 25 (Mann) beendet. Nach dem Restart machte vor allem Carlos Munoz, der kurzfristig den erkranken EJ Viso bei Andretti Autosport ersetzte, Druck. Er konnte eine deutlich tiefere Linie fahren und trotzdem die Geschwindigkeit auf die Geraden mitnehmen. Dieses Risiko ging aber nur bis Runde 100 gut, als er in Kurve 2 hart in der Mauer einschlug. Trotzdem hat er sich wieder für ein Cockpit empfohlen.

Durch die Gelbphase war das Feld natürlich wieder ganz dicht beisammen und reihenweise fuhren drei oder vier Piloten nebeneinander durch die Kurven. Auf Platz 16 liegend verlor Justin Wilson seinen Dallara in Kurve 2, als er zu lange mit seinem Hinterrad auf dem Teerstreifen zwischen zwei Asphaltbahnen fuhr. Josef Newgarden konnte Wilson noch gerade so ausweichen, kollidierte aber mit Oriol Servia und beide schlugen in die Mauer ein. Tristan Vautier konnte nicht ausweichen und traf Wilson seitlich in Höhe der Vorderradaufhängung. James Jakes und Simona de Silvestro beschädigten sich auch noch die Wagen. Für Jakes war das Rennen auf Platz 16 beendet, de Silvestro konnte nach zwei Runden Reparaturstopp weiterfahren.

Justin Wilson zog sich Brüche an der Hüfte, die nicht operiert werden müssen, sowie eine Quetschung der Lunge zu. Alle anderen Piloten blieben bei diesem, wie auch bei allen anderen Unfällen am Wochenende, unverletzt. Trotz der Verletzungen von Dario Franchitti in Houston und jetzt Justin Wilson muss man den DW12 Dallara ausdrücklich loben. Die Sicherheit der Piloten wurde durch die Einführung 2012 deutlich verbessert und steht der anderer Monoposto-Fahrzeugen ins nichts nach.

Spätestens mit diesem Massenunfall wechselte das Rennen in den Last-Car-Driving-Modus. Die Strecke war ziemlich dreckig und vor allem größere Teile aus Kunststofffolie setzten sich in die Kühler der Wagen. Marco Andretti musste regelmäßig die Leistung seines Triebwerks aufgrund von Überhitzung reduzieren und verlor so zwei Runden auf die Spitze. Ryan Hunter-Reay überfuhr ein Carbonteil und beschädigte sich einen Reifen. Durch den unplanmäßigen Stopp verlor er eine Runde und hatte später auch mit Überhitzung zu kämpfen. In Runde 142 stellte er seinen Dallara in der Box ab. Auch Takuma Sato (Platz 17), Graham Rahal (Platz 15), Simon Pagenaud (Platz 13), JR Hildebrand (Platz 11) und Charlie Kimball (Platz 10) mussten mit Motorschäden und/oder Überhitzung das Rennen beenden. Scott Dixon fuhr in Runde 229 unplanmäßig zur Kühlerreinigung an die Box. Sein Honda-Triebwerk blieb aber zum Glück intakt. Es war das einzige von Honda, das die 500 Meilen überstand.

An der Spitze des Feldes änderte dies jedoch wenig. Will Power verlor in Runde 111 den Kontakt noch ganz vorne, weil sein Visier gewechselt werden musste. Durch den ganzen Dreck auf der Strecke war es so verkratzt, dass er kaum noch etwas sehen konnte. Auch bei Helio Castroneves bereitete man einen Wechsel vor, führte ihn aber nicht durch. Weitere Piloten klagten über mangelnde Sicht. In Runde 134 eroberte Power aber schon wieder die Führung. Zu dieser Zeit wurden auch Scott Dixon und Alex Tagliani deutlich schneller und schoben sich in die Spitzengruppe zu Power, Hinchcliffe und Carpenter. Im Verkehr hatte nun aber Helio Castroneves mit einem übersteuernden Wagen zu kämpfen und verlor einige Plätze. Das Pendel der Meisterschaft schlug also deutlich in Richtung von Scott Dixon.

Durch Fahrfehler dezimierte sich das Feld weiter. In Runde 189 rutschte AJ Allmendinger (Platz 16), der wie in Indianapolis ein sehr gutes Rennen bis dahin abgeliefert hatte, in Kurve 4 in die Mauer. Nur zwanzig Runden später drehte sich Alex Tagliani (Platz 14), der zu diesem Zeitpunkt um die Spitze kämpfte, in Kurve 2. Er touchierte zwar nur leicht die Mauer, konnte aber trotzdem das Rennen nicht fortsetzten. Bei der folgenden Gelbphase herrschte dann einige Verwirrung an der Box von Helio Castroneves. Roger Penske persönlich rief den Brasilianer an die Box, obwohl diese noch geschlossen war. Durch das langsame Durchfahren der Boxengasse verlor er natürlich einige Plätze.

Beim Restart oder bei den engen Kämpfen danach beschädigte sich Castroneves seinen Frontflügel. Durch den Reparaturstopp fiel er eine Runde zurück und die Meisterschaft war entschieden. Als letzter Fahrer verabschiedete sich dann Sebastien Bourdais in Runde 229 aus der Spitzengruppe. Beim Kampf mit James Hinchcliffe bog er recht seltsam, eventuell mit einem Reifenschaden, in die Mauer ab. Die letzte Gelbphase lösten die Motorenschäden von Kimball und Hildebrand in Runde 237 aus.

Podium in Fontana (C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Podium in Fontana
(C) IndyCar Media/Richard Dowdy

Zum Restart in Runde 242 waren nur noch neun Wagen ünrig, davon fünf in der Führungsrunde. Vorne setzte sich Will Power ab und fuhr vor Ed Carpenter zu seinem dritten Sieg in den letzten fünf Saisonrennen. Es folgten Tony Kanaan und James Hinchcliffe. Fast gemütlich kam auf Platz 5 mit einigem Abstand Scott Dixon ins Ziel. Helio Castroneves auf Platz 6 hatte eine, Marco Andretti auf Platz 7 zwei Runden Rückstand. Einen erstaunlichen achten Platz sicherte sich Simona de Silvestro mit drei Runden Rückstand. Das ganze Wochenende war sie deutlich von den Zeiten der Top-10-Fahrer entfernt, aber am Ende saß sie in einem der letzten fahrenden Wagen. Platz 9 ging an Ryan Hunter-Reay, der acht Runden vor dem Ende seinen Dallara in der Box abstellte.

Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Herzlichen Glückwunsch an Scott Dixon, der mit 27 Punkten Vorsprung die Meisterschaft gewonnen hat. Diesen Erfolg holte er sich vor allem auf den Stadt- und Straßenkursen, auf denen er 85 Punkte mehr einfuhr als Helio Castroneves. Der Brasilianer holte hingegen auf den Ovalen die meisten Punkte vor Ryan Hunter-Reay. Bei Penske Racing sollte man sich fragen, wie man es schon wieder geschafft hat, die Meisterschaft in den letzten beiden Rennen einer Saison zu vermasseln.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Trotz des kleinen Feldes am Ende und der schweren Unfälle, waren die 500 Meilen in Fontana ein fantastischer Abschluss einer guten IndyCar-Saison. Das Rennen hatte alles, was man sich als Fan nur wünschen kann. Es gab eine Vielzahl an engen Manövern und elf Führende im Rennen bei 28 Führungswechseln. Dazu wurde es teilweise nochmal richtig spannend in der Meisterschaft. Zum Abschluss wünschen wir den verletzten Justin Wilson und Dario Franchitti eine schnelle und vollständige Genesung und dass sie im nächsten wieder angreifen können.

Die IndyCar Series macht jetzt Winterpause, bis es Ende März in St. Petersburg wieder los geht.

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October 08 2013

16:00

IndyCar: Analyse The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Scott Dixon war der große Gewinner des Double-Headers in Houston, auch weil Helio Castroneves unter massiven technischen Problemen litt. Überschattet wurde das Wochenende aber von einem schweren Unfall Dario Franchittis im zweiten Rennen.

Scott Dixon (C) IndyCar Media/Chris Owens

Scott Dixon
(C) IndyCar Media/Chris Owens

Mit jeweils einem Getriebeschaden pro Rennen hatte Helio Castroneves ein schwarzes Wochenende. Durch den Sieg im Rennen am Samstag und Platz 2 am Sonntag konnte Scott Dixon den Rückstand von 49 Punkten in der Meisterschaft auf Castroneves in einen Vorsprung von 21 Punkten umwandeln. So richtig freuen konnte er sich aber nicht, da sein Teamkollege in einen schweren Unfall in der letzten Runde verwickelt war.

Takuma Sato verlor in der schnellen Kurve 5 die Kontrolle über seinen Dallara und Dario Franchitti wollte außen herum ausweichen. Er stieg aber über Satos Wagen auf und zerschellte am Zaun. Während Sato und, der ebenfalls noch aufgefahrene EJ Viso, langsam eigenständig aussteigen konnten, blieb Franchitti in seinen Wrack sitzen. Der Unfall erinnerte an die Unfälle von Kenny Bräck oder auch Dan Weldon. Auch durchdrangen wieder diverse Teile den Zaun und verletzten einige Zuschauer, zum Glück aber nicht schwer. Nach langen Minuten des Bangens überbrachte Chip Ganassi erste positive Nachrichten. Franchitti war bei Bewusstsein und klagte über Schmerzen in Rücken und Beinen. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Wirbel, eine Fraktur des rechten Knöchels sowie eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Wir wünschen sowohl Franchitti als auch den verletzten Zuschauern eine schnelle und vollständige Genesung.

Rennen 1

Podium Rennen 1 (C) IndyCar Media/Chris Jones

Podium Rennen 1
(C) IndyCar Media/Chris Jones

Stehende Starts und die IndyCar werden keine Freunde mehr. Der erste Versuch musste abgebrochen werden, weil bei Charlie Kimball die Kupplung versagte und der Motor so abgewürgt wurde. Kimball konnte das Rennen zwar aufnehmen, hatte aber bei jedem Boxenstopp Probleme beim Anfahren. Beim zweiten Start blieb James Hinchcliffe stehen und Ed Carpenter konnte ihm nicht mehr ganz ausweichen. Er touchierte Hinchcliffe zum Glück nur leicht, für beide aber war das Rennen beendet. Takuma Sato, der die Qualifikation gewonnen hatte, fuhr über ein Trümmerteil und musste unter Gelb mit einem schleichenden Plattfuß an die Box.

In Runde 9 wurde dann das Rennen endlich freigegeben mit Will Power vor Scott Dixon. Beide konnten sich von Simon Pagenaud und Simona de Silvestro absetzten. Ab Platz 3 blieb das Feld aber dicht beisammen. Mit den ersten Boxenstopps konnte sich Dixon an Power vorbei schieben. Der Neuseeländer war zum einen eine Runde früher in der Box, zum anderen gab es Probleme mit dem Wagenheber bei Power.

Nach dieser ersten Serie der Stopps drehte sich Dario Franchitti im Hinterfeld und sorgte so für die dritte Caution. Am Ende kam der Schotte nur auf Platz 15 ins Ziel. Beim Restart in Runde 43 hatte Simon Pagenaud auf Platz 3 Probleme und verlor drei Plätze an den sehr gut aufgelegten Luca Fillippi, Sebastien Bourdais und Simona de Silvestro. In Runde 61 absolvierten de Silvestro und Pagenaud ihren zweiten und letzten Boxenstopp, da sie in der Gruppe hinter Fillippi festhingen. In Runde 64 musste Oriol Servia seinen Wagen in Kurve 4 mit Getriebeschaden abstellen, als gerade Scott Dixon in der Box war. Die folgende Caution war natürlich ein großer Glücksfall für alle, die ihren letzten Stopp bereits absolviert hatten.

Beim Restart konnte sich Simona de Silvestro in einem schönen Manöver an Pagenaud vorbei schieben und den Platz direkt hinter Scott Dixon sichern. Auch Justin Wilson konnte am Franzosen vorbei, der immer Probleme mit der Lage seines Autos mit kälteren Reifen nach den Gelbphasen hatte. Auch die letzten Cautions und Restarts änderten nichts mehr an dieser Reihenfolge.

Vollkommen verdient gewann Scott Dixon sein viertes Rennen in dieser Saison. Dahinter sicherte sich Simona de Silvestro ihre erste Podiumsplatzierung vor Justin Wilson und Simon Pagenaud. Ein sehr gutes Rennen zeigten auch Josef Newgarden, James Jakes und Graham Rahal auf den folgenden Plätzen. Mit Platz 8 zeigte Sebastien Bourdais wieder ein gute Leistung. Auf Platz 9 folgte mit EJ Viso der erste Fahrer von Andretti Autosport vor Luca Fillippi, der Will Power auf der Strecke überholen konnte.

Trotz der Probleme mit der Kupplung konnte sich Charlie Kimball noch auf Platz 11 ins Ziel retten. Durch die unglückliche Caution und dem Boxenstopp in Runde 64 bzw. 73 fiel Will Power ins Hinterfeld und konnte sich nicht mehr über Platz 12 hinaus verbessern. Marco Andretti hatte große Handlingsprobleme und kam nie wirklich auf gute Zeiten. Auf Platz 13 war er aber schon der letzte Fahrer in der Führungsrunde.

Noch viel größere Probleme hatten Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay. Bei beiden, wie auch bei Oriol Servia, gab es Schäden am Getriebe. In fantastischen acht Minuten konnte man bei Penske Racing das Getriebe wechseln und mit insgesamt zehn Runden Rückstand kam der Führende in der Meisterschaft noch auf Platz 18 ins Ziel. Mit dem Sieg von Scott Dixon hatte er aber nur noch acht Punkte Vorsprung. Platz 20 für Ryan Hunter-Reay beendete natürlich alle seine Träume von einer Titelverteidigung. Bei ihm war Benzin beim Tankvorgang ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer wurde zwar schnell gelöscht, hatte aber das Datenkabel zum Getriebe beschädigt.

Tony Kanaan, der im nächsten Jahr für Chip Ganassi fahren wird, schied mit einem Defekt an den Bremsen aus. Takuma Sato und Mike Conway sorgten mit Fahrfehlern und Mauerkontakt für zwei der letzten drei Cautions in den Runden 72 und 88. Diese letzte Caution führte auch zum Rennende unter Gelb.

Das ganze Ergebnis von Rennen 1 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

Rennen 2

Podium Rennen 2 (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Podium Rennen 2
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Aufgrund starker Regenfälle musste die Qualifikation am Vormittag abgesagt werden. Die Startaufstellung wurde gemäß der Owner-Points vor dem Houston-Wochenende erstellt. Traditionell wurde der erste Startversuch wieder abgebrochen, da diesmal Takuma Sato seinen Startplatz nicht gefunden hatte. Den zweiten Versuch gewann Helio Castroneves vor Scott Dixon und Simon Pagenaud. Ab Runde 2 beklagte sich Dixon darüber, dass Castroneves Öl aus seinem Getriebe verlieren würde. Es zeichnete sich also der nächste Getriebeschaden am Penske mit der Nummer 3 ab und in Runde 10 musste der Brasilianer seinen Dallara abstellen. Diesmal war das Getriebegehäuse bei einem heftigen Aufsetzten in Kurve 1 gebrochen. Die Reparatur dauerte erheblich länger als am Samstag und am Ende stand nur Platz 23 zu Buche.

Will Power konnte sich von Startplatz 9 schnell nach vorne auf Platz 2 hinter Scott Dixon schieben. Beide waren, wie am Samstag, das Maß der Dinge und konnten sich schnell vom Feld absetzten. Ein Crash von Luca Fillippi führte zu vierten Caution ab Runde 28, die alle Spitzenfahrer für den ersten Boxenstopp nutzten. Tony Kanaan löste mit einem Fahrfehler in Runde 33 die nächste Caution aus und in Folge des Restarts konnte sich Power an Dixon vorbei schieben.

Weder die zweite Runde der Boxenstopps, noch die Gelbphasen sechs bis acht änderten etwas an Situation an der Spitze. Dixon kam zwar mehrfach nahe an Power heran, zu einem ernsthaften Angriff kam es aber nicht. Der Neuseeländer konnte und wollte natürlich nicht seine gute Position in der Meisterschaft gefährden. Will Power konnte sich so den zweiten Saisonsieg sichern und half damit auch seinem Teamkollegen.

Mit Platz 3 hat James Hinchcliffe nochmal gezeigt, dass er auch im nächsten Jahr in einem Topteam fahren sollte. Dasselbe gilt für Justin Wilson mit seiner vierten Top-4-Platzierung in Folge. Und auch Sebastien Bourdais setzte seine Serie von guten Platzierungen auf Platz 5 fort. Es ist schon erstaunlich, welchen großen Schritt er mit seinem Dragon Racing Team gemacht hat.

Simon Pagenaud hatte am Sonntag bei kühleren Temperaturen deutlich mehr mit dem Handling seines Dallaras zu kämpfen. Schon am Samstag verlor er mit kälteren Reifen bei den Restarts jeweils Plätze. Durch Platz 6 hat auch er keine Chancen mehr auf den Meistertitel. Mit einem guten Rennen und Platz 7 brachte sich auch Oriol Servia ins Gespräch für einen Stammplatz im nächsten Jahr.

Nach den Kupplungsproblemen am Samstag konnte sich Charlie Kimball am Sonntag immerhin Platz 8 sichern. Abgesehen von Scott Dixon lief es beim Team von Chip Ganassi aber in Houston nicht rund. Auch Dario Franchitti lag vor seinem Unfall nur auf Platz 11. Leicht enttäuscht dürfte auch Mike Conway aus Houston abreisen. Die Plätze 11 und 9 entsprechen nicht seinem wahren Leistungsvermögen, vor allem im Vergleich zu seinem Teamkollegen Justin Wilson.

Den letzten Platz in den Top 10 sicherte sich Simona de Silvestro. Mit einem haarsträubenden Manöver beförderte sie schon in Runde 2 Tristan Vautier und Graham Rahal in die Mauer von Kurve 8. Diese Aktion wurde vollkommen zu recht mit einer Drive-Through-Penalty bestraft. Ihr Opfer Vautier kam direkt hinter ihr auf Platz 11 ins Ziel. Beide profitierten dabei natürlich vom Unfall von Sato, Franchitti und Viso, die ansonsten vor ihnen ins Ziel gekommen wären.

Auf Platz 12 und damit wieder die üblichen fünf bis zehnPlätze hinter Bourdais kam Sebastian Saavedra ins Ziel. Nach seinem sehr guten fünften Platz am Samstag lief es für Josef Newgarden am Sonntag nicht mehr so gut. In Runde 73 drehte er Marco Andretti um, der nach Frühstart und entsprechender Strafe im ganzen Rennen im Hinterfeld fuhr. Auch Newgarden wurde für „Avoidable Contact“ mit einer Drive-Through-Penalty bestraft.

Auf den Plätzen 14 bis 16 wurden die verunfallten Sato, Franchitti und Viso gewertet. Es folgten die beiden Rahal Lettermann Lanigan Piloten James Jakes und Graham Rahal. Beide waren, wie auch Luca Fillippi und Marco Andretti, in diverse Zwischenfälle verwickelt. Ryan Hunter-Reay hatte wieder Probleme mit seinem Getriebe und rollte mit kaum Vortrieb in Runde 33 in die Box. Mit 37 Runden Rückstand kam Helio Castroneves auf Platz 23 ins Ziel. Hinter ihm wurde nur noch Tony Kanaan gewertet.

Das ganze Ergebnis von Rennen 2 findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt nun Scott Dixon mit 23 Punkten vor Helio Castroneves. Nur noch zwischen diesen beiden Piloten wird in Fontana die Meisterschaft entschieden. Mit dem Sieg und Platz 2 hat sich Scott Dixon natürlich auch die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt-Straßenkursfahrer der Saison gesichert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das große Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana findet am 19. Oktober (bzw. für uns am Morgen des 20. Oktobers) statt.

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October 04 2013

15:00

IndyCar: Vorschau The Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston

Nach fünf Wochen Pause, in der sich hoffentlich die Gemüter ein wenig beruhigt haben, finden die beiden letzten Straßenrennen der IndyCar-Saison in Houston statt. Die Augen werden sich vor allem auf Helio Castroneves und seine Verfolger in der Meisterschaftswertung richten.

Helio Castroneves in Baltimore (C) IndyCar Media/Bret Kelley

Helio Castroneves in Baltimore
(C) IndyCar Media/Bret Kelley

Durch eine strittige Strafe in Sonoma und einen diskussionswürdigen Unfall mit Will Power in Baltimore büßte Scott Dixon viele Punkte auf Helio Castroneves ein. Aktuell liegt er 49 Punkte hinter dem Brasilianer, der seit seinem Sieg in Texas die Meisterschaftswertung anführt. Bei einem Rennen kann man – bei 24 Teilnehmern – maximal 47 Punkte aufholen und nach dem Double-Header in Houston steht nur noch das Finale in Fontana auf dem Programm. Insgesamt hat Castroneves also gute Chancen, seinen ersten Meistertitel zu gewinnen.

Das Double-Header-Format hingegen sollte Scott Dixon noch einmal Mut geben. Bei den vier Double-Header-Rennen in diesem Jahr konnte sich der Neuseeländer immer in den Top 5 platzieren, in Toronto gab es sogar zwei Siege. Das ergibt eine durchschnittliche Zielankunft auf Position 2,5. Helio Castroneves durchschnittliche Platzierung ist mit 5,25 aber nur geringfügig schlechter. Wir können uns also auf einen spannenden Zweikampf freuen.

Nur wenn Helio Castroneves sich ein komplett schwarzes Wochenende leisten sollte, könnten auch noch Simon Pagenaud und die beiden Andretti-Autosport-Piloten Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay in den Meisterschaftskampf eingreifen. Vor allem Pagenaud wird als exzellenter Pilot auf Stadtkursen alles daran setzten, die Entscheidung noch enger werden zu lassen.

Neben eventuell der Meisterschaft wird auf jeden Fall die Mario Andretti Trophy für den besten Stadt/Straßenkurs-Fahrer der Saison vergeben. In dieser Wertung führt Dixon mit elf Punkten vor Castroneves. Es folgen mit geringem Abstand Pagenaud, Andretti und Dario Franchitti. Wie in den Jahren zuvor bei Will Power, könnte sich der Verlierer der Meisterschaft also wieder mit der Mario Andretti Trophy trösten müssen.

Strecke

Der Grand Prix in Houston findet zum ersten Mal im Rahmen der IndyCar Series statt. Man nutzt aber eine Streckenführung im Reliant Park, die schon die Champ Car World Series in den Jahren 2006 und 2007 befuhr. Beide Rennen gewann damals übrigens Sebastien Bourdais für Newman/Haas Racing. Mit 1,7 Meilen (2,7 km) ist die Strecke sehr kurz und bei zehn Kurven trägt selbst die längste Gerade diesen Namen fast zu Unrecht. Die Start-Ziel-Gerade an der Reliant Arena mündet in einen leichten Linksknick. Eine Links-Rechts-Schikane führt zur ersten 90° Linkskurve. Kurve 4, eine Spitzkehre, endet in eine lange Rechtskurve um den Reliant Dome herum. Es folgen vier der üblichen 90° Stadtkurs-Kurven. Kurve 7 ist wenigsten etwas weiter. Ein Linksknick bringt die Fahrer schon wieder zurück auf die Start-Ziel-Gerade.

Überholen war mit den Champ Cars fast unmöglich und dank der Kürze der Strecke steckte der Führende schnell im Überrundungsverkehr fest. Zu allem Überfluss versucht die IndyCar es beim ersten Rennen wieder mit einem stehenden Start. Dallara wird sich also über viele Aufträge freuen können.

Favoriten

Die Fahrer, die um Meisterschaft und Mario Andretti Trophy kämpfen, werden auch in den Straßen von Houston vorne zu finden sein. Wobei Helio Castroneves auf Sicherheit fahren kann und seine Verfolger schon gewinnen müssen. Dies ist am ehesten Scott Dixon und Simon Pagenaud zuzutrauen, die drei der vier Double-Header-Stadtrennen gewinnen konnten.

In den letzten Jahren war Will Power der beste Fahrer auf Stadt- und Straßenkursen. In diesem Jahr lief es nicht rund und erst in den letzten Rennen konnte er seine Qualitäten wieder nachweisen. Auch in Houston sollte man ihn auf dem Zettel haben. Immerhin kennt er die Strecke und konnte 2007 auch die Qualifikation gewinnen.

Ganz vergessen darf man Andretti Autosport auch nicht, die bis Pocono eigentlich das beste Team waren. Diese Position mussten sie aber an Chip Ganassi Racing abgeben, sodass man auch Dario Franchitti und Charlie Kimball zum engeren Favoritenkreis zählen muss. Auf James Hinchcliffe sollte man aber genau achten, der in den Straßen von St. Peterburg und Sao Paulo gewinnen konnte und für nächstes Jahr noch kein Cockpit hat.

Auf der Suche nach einem Platz für 2014 ist Tony Kanaan wahrscheinlich nicht mehr. Es deutet vieles darauf hin, dass er für Chip Ganassi fahren wird. Abgesehen von seinem Sieg beim Indy 500 fährt er eine unterdurchschnittliche Saison. Gerade auf Stadtkursen stehen nur zwei Top-10-Ergebnisse zu Buche. Besser lief es für seine Teamkollegin Simona de Silvestro auch nicht, sodass es auch ein Problem vom ganzen Team sein kann. Immerhin zeigte die Formkurve der Schweizerin zuletzt mit den Plätzen 11, 9 und 5 deutlich nach oben.

Dies gilt auch Sebastien Bourdais, der in den letzten fünf Rennen dreimal das Podium erreichen konnte. Für Houston, immerhin hat er dort schon zweimal gewonnen, ist er sicherlich einer der aussichtsreichsten Außenseiter. Sein Teamkollege Sebastian Saavedra wird sich wie üblich fünf bis zehn Plätze hinter Bourdais platzieren.

Zu den Außenseitern darf man Justin Wilson eigentlich nicht mehr zählen. Er fährt zwar für das kleine Team von Dale Coyne, aber Platz 6 in der Meisterschaft, noch vor Dario Franchitti und James Hinchcliffe, ist sicher kein Zufall. Zu konstant ist Wilson in diesem Jahr. Nur zweimal konnte er sich nicht in den Top 15 platzieren. Sein Teamkollege an diesem Wochenende ist wieder Mike Conway. Der Engländer ist natürlich, nach seinem Sieg in Detroit und Top-7-Ergebnissen bei seinen weiteren Einsätzen für Dale Coyne, ein sicherer Kandidat für ein Top-10-Ergebnis.

Bei Panther Racing übernimmt wieder Oriol Servia das Steuer der Nummer 4. Für Dreyer & Reinbold Racing hat er in Long Beach und Sao Paulo zwei sehr gute Platzierungen in den Top 10 geholt. Bei seinem Unfall im ersten Rennen in Toronto hat er sich leider verletzt, sodass er zum zweiten nicht mehr antreten konnte. Da er auch noch auf der Suche nach einem freien Cockpit für 2014 ist, wird er alles für ein gutes Ergebnis geben.

Für Graham Rahal und James Jakes dürfte es wieder ein zähes Wochenende werden. Bei Rahal Lettermann Lanigan Racing fuhr man die meiste Zeit deutlich der Konkurrenz hinterher. Dragon Racing hat mit Bourdais aber zuletzt gezeigt, dass es plötzlich den Schritt nach vorne geben kann. Unter normalen Umständen sind Plätze in den Top 15 für Rahal und Jakes schon das maximal Erreichbare.

Einen, besser noch zwei bis drei Schritte nach vorne sollte auch Takuma Sato machen. Er ist eigentlich zu schnell für die ständigen Platzierungen außerhalb der Top 20. Um eine Platzierung innerhalb der Top 20 geht es auch für Ed Carpenter. So gut wie er auf Ovalen unterwegs ist, so schlecht macht er seinen Job auf Straßen- und Stadtkursen. Für sein eigenes Team wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn er sich das Cockpit mit einem anderen Fahrer wie zum Beispiel Mike Conway teilen würde.

Zeitplan

Freitag

11:30 am EST (17:30 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:05 pm EST (22:05 MESZ) – 5:15 pm Qualifikation Race 1

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 12:15 pm Qualifikation Race 2
1:30 pm EST (19:30 MESZ) – 2:30 pm Rennen Indy Lights

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network; Sport 1 US
3:40 pm EST (21:40 MESZ) IndyCar Series Race 1, 90 Runden

Sonntag

9:45 am EST (15:15 MESZ) – 9:15 am Warm Up

12:00 pm EST (18:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sports Network
12:00 pm EST (18:00 MESZ) – 1:00 pm Rennen Indy Lights as-live
1:30 pm EST (19:40 MESZ) IndyCar Series Race 2, 90 Runden

Rennen 2 am Sonntag wird aufgrund der NFL nicht live bei Sport 1 US gezeigt. Am Montag kann man sich aber ab 14:00 Uhr Rennen 1 und ab 16:30 Uhr auch Rennen 2 as-live bei Sport 1 US ansehen.

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September 28 2013

04:00

Super Formula: Vorschau Round 6 Sugo

Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause begibt sich die Super Formula an diesem Wochenende im Sportsland Sugo in ihre vorletzte Saisonstation. André Lotterer kann am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft gewinnen; Takuma Sato steigt in das zweite Cockpit bei Mugen.

Super Formula Sugo 2012 StartDas Unmögliche möglich machen. Vor dem Saisonstart hatte eigentlich keiner so richtig daran geglaubt, dass André Lotterer zwei Rennen vor Saisonschluss der Hauptanwärter auf den Titel sein würde. Selbst Lotterer gab sich zu Beginn des Jahres eher vorsichtig, sprach lediglich davon so viele Punkte wie möglich sammeln zu wollen. Der Hintergrund: Wie auch Loic Duval konnte der deutsche Audi-Werksfahrer aufgrund seines WEC-Engagements nicht am Saisonstart teilnehmen. Da sich auch das Super-Formula-Finale in Suzuka mit dem China-Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft überschneidet, werden sowohl Lotterer wie auch Duval nicht in Suzuka antreten. Weil der Saisonabschluss in diesem Jahr erneut in zwei Sprintrennen aufgeteilt ist, entgehen ihnen somit 18 mögliche Punkte – jeweils 8 für den Rennsieg + jeweils ein weiterer Punkt für die Pole-Positionen.Super Formula Fuji 2013 Andre Lotterer Kazuki Nakajima

Der zweite Titelgewinn für Lotterer nach 2011 (damals noch unter dem Namen Formula Nippon) scheint somit denkbar schwer, gar unmöglich. Gleich zu seinem persönlichen Saisonstart beim zweiten Rennen in Autopolis bewies der Duisburger allerdings erneut seine Klasse, als er neben der Pole-Position auch den Rennsieg einfuhr. Das Unmögliche möglich machen. Dies erscheint nach der Absage des Rennens in Inje (Korea) für den zweifachen Le-Mans-Sieger in noch weitere Ferne gerückt zu sein, schließlich entgingen ihm so etwaige Punkte, mit denen er sich weiter von der direkten Konkurrenz hätte absetzen können. Diese stellte sich im bisherigen Saisonverlauf häufiger selbst das Bein, weshalb zum sowieso sehr konstanten Speed Lotterers auch noch das gewisse Quäntchen Glück hinzukam. Der Deutsche führt in der Meisterschaft derzeit mit 29 Punkten vor Loic Duval (20 Punkte), der aufgrund des Audi-Engagements chancenlos auf den Titel ist. Der erste direkte Konkurrent ist Naoki Yamamoto mit 18 Zählern. Zwar schaffte der Mugen-Pilot bislang noch nicht den Schritt in die Mitte des Podests, beendete dafür aber alle Rennen in den Punkten. Die erste Enttäuschung geschah zuletzt auf dem Twin Ring Motegi, als Yamamoto in eine Kollision mit Takuya Izawa verwickelt war und lediglich einen Zähler mit nach Hause nahm. Letzterer schien nach seinem Sieg beim Auftakt in Suzuka als einer der Hauptanwärter auf den Titel. So wirklich hold wollte das Glück mit dem letztjährigen Vize-Champion allerdings nicht sein. In Autopolis blieb er nach einer Kollision wie auch in Motegi punktlos; in Fuji erreichte er lediglich einen etwas enttäuschenden fünften Rang. Dementsprechend findet sich Izawa nur auf dem sechsten Tabellenplatz (15 Punkte) mit 14 Zählern Rückstand auf Lotterer wieder.

Ebenfalls enttäuschend verlief die bisherige Saison für den Titelverteidiger Kazuki Nakajima. In Suzuka kam er mit Platz Fünf nicht so wirklich in Schwung. In Autopolis blieb er nach der Kollision mit Takashi Kogure sowie Takuya Izawa punktlos; in Fuji staubte er lediglich ein mageres Pünktchen ab. Erst auf dem Twin Ring Motegi bewies Nakajima seine alten Qualitäten und sicherte sich neben der Pole-Position auch seinen ersten Saisonsieg. Dank dem Pech der direkten Konkurrenz (Ausfall Izawa, Joao Paulo de Oliveira kam nicht in Fahrt, Defekthexe schlug erneut bei Tsugio Matsuda zu) katapultierte dieser Triumph ihn auf den dritten Tabellenrang (16 Punkte), punktgleich mit dem Brasilianer Joao Paulo de Oliveira. Mathematisch gesehen haben noch ganze acht Fahrer eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet darf vor Sugo aber wohl der „Cut“ nach Takuya Izawa, mitunter auch erst nach Tsugio Matsuda (Platz Sieben, 12 Punkte) gemacht werden. Letzterer müsste bei einem möglichen Sieg in Sugo auf das Pech der Anderen hoffen, um sich in eine entsprechende Position für das Saisonfinale zu manövrieren.

Super Formula Suzuka 2013 Takuya IzawaDas Sportsland Sugo liegt einer sehr gebirgigen Gegend in der Miyagi-Präfektur, keine 40 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt, jene Gegend, die im März 2011 vom schrecklichen Erdbeben am schwersten getroffen wurde. Neben viel hübscher, grüner Landschaften schwirren in der Gegend auch viele Käfer umher. Das Besondere am Standort ist allerdings, dass das Wetter binnen Sekunden sprichwörtlich umschlagen kann. Sonne, Regen, teilweise sogar Nebel, anschließend wieder Sonne und Regen sind selbst im Sommer möglich. Dies stellt die Teams und Fahrer selbstredend vor eine besondere Herausforderung. International eher unbekannt, obwohl zwischen 1988 und 2003 die Superbike-Weltmeisterschaft in Sugo fuhr, ist der 3,737 km lange Kurs eine kleine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. So ist die Start- und Zielgerade nicht eben, sondern führt zunächst bergauf. Die Steigung wird dabei, anders als bei anderen Strecken, gut von den TV-Kameras eingefangen. Die Gegengerade führt hingegen wieder bergab. Die spannendste der insgesamt zwölf Kurven stellt die langgezogene 110R dar, die direkt wieder auf Start/Ziel führt und gerne auch als Mutkurve bezeichnet werden darf. Side-by-Side-Duelle sind hier zwar möglich, erfordern aber höchste Konzentration beider Fahrer, damit der Wagen auf der äußeren Linie nicht in den Kies und die Reifenstapel rutscht. Die Charakteristik der Strecke gilt als besonders anspruchsvoll fürs Material, insbesondere der Motor sowie die Bremsen werden stark belastet. Das Sportsland Sugo lässt sich somit als eine „typisch japanische“ Rennstrecke bezeichnen. Wunderschön in die Natur eingebettet, mit vielen schwungvollen Kurven sowie Steigungen.

Im folgendem eine Onboard-Runde mit Daisuke Nakajima mit dem Mugen CR-Z GT aus der GT300-Klasse der Super GT vom letzten Jahr, da es leider kein entsprechendes Super-Formula-On-Board-Material gibt:

Im letzten Jahr reüssierte Takuya Izawa im strömenden Regen vor Koudai Tsukakoshi und Loic Duval. Tsukakoshi wechselte zu Beginn des Jahres zurück zu seinem alten Team HP Real Racing, für das er auch in der Super GT antritt. Seine Chancen auf eine Wiederholung des Podiums sind, zumindest im trockenen, deshalb eher gering. Zwar holt Tsukakoshi das Maximum aus dem Wagen heraus. Die Mittel von HP Real Racing sind jedoch deutlich limitierter als jene von Petronas Team Tom’s, Lenovo Team Impul oder Docomo Team Dandelion Racing, weshalb der 26-jährige Japaner maximal um die letzten Punkteränge kämpfen kann. Anders als im vergangenen Jahr soll sich die Region um Sendai laut der aktuellen Wetterberichte an diesem Wochenende für die Jahreszeit ungewöhnlich warm präsentieren. Bei rund 24 Grad besteht lediglich eine geringe Chance auf vereinzelte, isolierte Regenschauer. Dass dies nicht viel zu bedeuten hat, musste unter anderem die Super GT im Juli dieses Jahres erfahren, als sich die Wetterfront zum Rennende schlagartig änderte und füSuper Formula Autopolis 2013 Joao Paulo de Oliveirar ein wenig Chaos auf der Strecke sorgte.

Das Hauptaugenmerk wird selbstredend auf der Zuspitzung des Titelkampfes liegen. Wird André Lotterer das Unmögliche möglich machen und sich zum zweiten Mal vorzeitig die Super-Formula-Krone aufsetzen? Neben einem Sieg (am besten auch noch mit dem Bonuspunkt für Pole-Position) benötigt der Duisburger das entsprechende Quäntchen Glück und Patzer der Konkurrenz. Versimpelt ausgedrückt benötigt Lotterer mindestens 19 Punkte Vorsprung nach dem Rennen in Sugo auf seine Kontrahenten. Dann wäre er trotz Nicht-Teilnahme am Finale in Suzuka uneinholbar. An dieser Stelle könnten nun mehrere Szenarien durchgerechnet werden, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Selbst wenn Lotterer nicht die benötigen 19 Punkte herausfahren würde (bei 18 Punkten könnte es noch zum Punktgleichstand in Suzuka kommen, wodurch der Direktvergleich bei den Anzahl der Siegen, zweiten Plätzen usw. herangezogen würde), müssen die anderen Fahrer auf den entsprechenden Positionen beim Finale ins Ziel kommen. Mit anderen Worten: Trotz der Nicht-Teilnahme in Suzuka kann André Lotterer am 10. November zum neuen Super-Formula-Meister und somit dem ersten Champion unter dem neuen Seriennamen gekürt werden. Ob dies im Sinne der JRP ist, einen Champion zu küren der nicht vor Ort ist, sei mal dahingestellt. Subjektiv gesehen hätte es Lotterer auf jeden Fall verdient, schließlich ist er dieses Jahr der wohl kompletteste und vor allem auch konstanteste Pilot im Feld. Persönlich gesehen hoffe ich, dass die Meisterschaftsentscheidung nach Suzuka vertagt wird, einfach um die entsprechende Spannung beim Saisonfinale zu haben.

Super Formula Sugo 2012 Takuma SatoWeitere mediale Aufmerksamkeit wird Takuma Sato erhalten, der nach seinem Gaststart beim Saisonstart erneut ins zweite Cockpit an der Seite von Naoki Yamamoto bei Mugen klettern wird. Sato gewann dieses Jahr als erster Japaner überhaupt ein Rennen der amerikanischen IndyCar Series beim Prestige-Rennen in Long Beach und feierte just in Sugo letztes Jahr sein Super-Formula-Debüt. Sato wird außerdem am Finale in Suzuka sowie am JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup Mitte November teilnehmen.

TV-Zeiten Sugo

An der derzeitigen TV-Situation hat sich nichts geändert, womit erneut auf die mehr oder weniger beliebte Graualternative zurückgegriffen werden muss. Der japanische Sender J Sports 3 überträgt ab 7:30 Uhr deutscher Zeit live. Der Start zum 68-Runden-Rennen erfolgt eine halbe Stunde später um 8:00 Uhr.

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August 06 2013

16:00

IndyCar: Analyse Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Die IndyCar Series hat sich mit einem richtig interessanten Rennen – ohne eine einzige Gelbphase – beim deutschen Fernsehzuschauer zurückgemeldet. Es gewann Charlie Kimball, der mit seinem ersten Sieg überhaupt die Dominanz von Chip Ganassi Racing fortsetzte.

(c) IndyCar Media/Chris Jones

(c) IndyCar Media/Chris Jones

Nach den drei Siegen von Scott Dixon mag ein weiterer Sieg für Chip Ganassi Racing nicht sonderlich überraschend wirken, aber mit Charlie Kimball hatte vor dem Rennen keiner gerechnet. Der Brite war zwar schon häufiger gut unterwegs, aber so das letzte Quäntchen zum Sieg schien ihm immer zu fehlen. In Mid-Ohio lieferte er aber ein blitzsauberes Rennen ab. Im entscheidenden Moment zeigte er die nötige Aggressivität und überholte in Runde 73 Simon Pagenaud für die Führung. Sowohl Kimball als auch Pagenaud müssen sich aber auch bei ihren Teams bedanken, da diese die richtige Strategie für das Rennen gewählt hatten.

Charlie Kimball war von Platz 5 gestartet und konnte sich früh an Marco Andretti vorbei auf Platz 4 schieben. Den hielt er bis zu seinem ersten Stopp in Runde 19. Bei Chip Ganassi setzte man also auf eine 3-Stopp-Strategie, vielleicht auch als Test für Scott Dixon und Dario Franchitti. Als dann in Runde 30 die meisten anderen Fahrer ihren ersten Stopp absolvierten, ging Kimball in Führung und konnte dort in der sauberen Luft sehr schnelle Runden fahren. Simon Pagenaud startete von Platz 9 und besuchte in Runde 25 zum ersten Mal die Box. In Runde 30 fuhren die Führenden an die Box und kamen genau vor und hinter Pagenaud wieder auf die Strecke. Mit seinen aufgewärmten Reifen konnte sich Pagenaud aber in einem engen Manöver direkt an Ryan Hunter-Reay vorbei schieben und lag damit auf Position 2 hinter Kimball.

Auf Platz 3 musste dann Ryan Hunter-Reay auf seiner 2-Stopp-Strategie sowohl mit den Reifen als auch mit dem Benzin haushalten. Kimball und Pagenaud nutzten die freie Fahrt und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus, sodass sie auch nach ihren nächsten Stopps in den Runden 41 (Kimball) und 47 (Pagenaud) die Führung behalten konnten. Charlie Kimball absolvierte in Runde 65 seinen letzten Boxenstopp, blieb danach aber hinter dem zur Überrundung anstehenden EJ Viso hängen und verlor so viel Zeit. Als Pagenaud dann in Runde 73 nach seinem letzten Stopp aus der Box kam, konnte er sich zwischen Viso und Kimball schieben. Kimball nutzte aber den Vorteil der wärmeren Reifen und überholte Pagenaud für die Führung. Die letzten 17 Runden fuhr er dann ungefährdet zum Sieg.

Für seine Teamkollegen Scott Dixon und Dario Franchitti wählte man bei Chip Ganassi hingegen die falsche Strategie. Beide begannen auf einer 2-Stopp-Strategie und einem ersten Stopp in Runde 29 bzw. 30. Als man dann bemerkte, dass man hinter Ryan Hunter-Reay und Will Power viel Zeit auf Kimball und Pagenaud verlor, holte man Franchitti in Runde 44 und Dixon in Runde 48 wieder an die Box. Mit dem letzten Stopp in Runde 69 konnte man Franchitti immerhin noch auf Platz 3 nach vorne bringen. Dixon hingen steckte auch nach seinem Stopp in Runde 66 im Verkehr fest und kam nur auf Platz 7 ins Ziel. Das ist ein recht enttäuschendes Ergebnis, auch weil sich Helio Castroneves von Startplatz 14 kommend noch vor ihm platzieren konnte.

Helio Castroneves konnte in den ersten Runden schon vier Plätze gut machen und als es nicht weiter nach vorne ging, absolvierte er in Runde 16 seinen ersten Boxenstopp. Diese aggressive 3-Stopp-Strategie zahlte sich auch für ihn aus. In den letzten Runden wurde es hinter ihm im Kampf um Platz 6 zwar richtig eng, aber er konnte sich gegen Justin Wilson, Scott Dixon und Marco Andretti behaupten. Mit diesem Platz konnte er natürlich auch die Führung in der Meisterschaft behalten. Will Power war von Startplatz 2 ins Rennen gegangen, aber mit der langsameren 2-Stopp-Strategie musste er Kimball, Pagenaud und Franchitti ziehen lassen. Am Ende blieb nur Platz 4.

Bei Andretti Autosport hatte man Probleme sowohl mit der Strategie als auch mit dem Speed der Wagen. Ryan Hunter-Reay ging von der Pole ins Rennen und man setzte auf die 2-Stopp-Strategie. Beim letzten Stopp gab es auch noch Probleme beim Ansetzten des Tankstutzens, weil Hunter-Reay ein wenig zu weit von der Boxenmauer stehen geblieben war, und so verlor er auch noch einen Platz an Will Power. So konnte er sich nur 2,5 Sekunden vor Helio Castroneves auf Platz 5 ins Ziel retten. Marco Andretti war als einziger in der Spitzengruppe auf den langsameren schwarzen Reifen gestartet und verlor in den ersten 14 Runden fünf Plätze an die Fahrer mit den schnelleren roten Reifen. Mit seinem ersten Stopp in Runde 16 war er auf derselben Strategie wie Castroneves und lieferte sich mit diesem auch ein spannendes Duell über die ganze Renndistanz. Am Ende verlor er aber noch zwei Plätze an Dixon und Justin Wilson und kam nur auf Platz 9 ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe hatten mit der Balance ihrer Wagen zu kämpfen. Auch über die 3-Stopp-Strategie konnten sie sich nur wenig nach vorne arbeiten und beendeten das Rennen auf den Plätzen 10 für Hinchcliffe und 17 für Viso.

Beide Fahrer für Dale Coyne lieferten ein eher unauffälliges Rennen ab. Justin Wilson blieb konstant in den Top 10 und überholte dann Marco Andretti in Runde 84 in einem spektakulären Manöver für Platz 8, den er auch bis zum Rennende hielt. James Davidson, der sein erstes IndyCar-Rennen überhaupt bestritt, konnte sich von Startplatz 16 um einen Platz bis zum Rennende verbessern. Er schlug damit immerhin EJ Viso, Graham Rahal und Takuma Sato. Er hat sich auf jeden Fall für weitere Einsätze empfohlen.

Das gilt auch für Luca Filippi, der zum ersten Mal für Barracuda Racing an den Start ging. Nach einem Unfall in der Qualifikation wurden ihm die beiden besten Zeiten gestrichen und er musste von Platz 24 starten. In den ersten drei Runden konnte er aber direkt Ed Carpenter, Graham Rahal und Josef Newgarden überholen. Insgesamt war er sehr gut unterwegs und kam auf Platz 16 ins Ziel. Der Ovalspezialist Ed Carpenter kam nie wirklich mit dem Kurs zurecht und platzierte sich am Ende auf Platz 20. Gleiches gilt auch für Josef Newgarden, der sogar noch drei Plätze schlechter war.

Simona de Silvestro ging von Startplatz 9 ins Rennen und blieb auch während des Rennens in dieser Region. Sie konnte am Ende nicht ganz mit der Gruppe hinter Castroneves mithalten und kam auf Platz 11 ins Ziel. Nach einigen sehr schlechten Ergebnissen im Juni war es immerhin die vierte Top-15-Platzierung in Folge. Tony Kanaan hatte größere Probleme mit der Abstimmung und konnte sich von Startplatz 19 nur langsam verbessern. Nach seinem letzten Stopp in Runde 65 löste sich ein Rad und er musste seinen KV Technology Dallara an der Strecke abstellen.

Die Fahrer von Dragon Racing und Rahal Lettermann Lanigan Racing bewegten sich leider auch wieder in den bekannten Regionen. Sebastien Bourdais und James Jakes hatten auf den Plätzen 12 und 13 wenigstens ein wenig Sichtkontakt zu den Top 10. Für ihre Teamkollegen lief es hingegen überhaupt nicht. Vor allem für Graham Rahal ist Platz 18, hinter den Rookies Davidson und Filippi, eine Enttäuschung. Platz 19 für Sebastian Saavedra ist auch nicht besser zu bewerten.

Zu den großen Enttäuschungen zählt auch Takuma Sato auf Platz 22. Ohne Unfall oder sichtbaren technischen Defekt ist das schon eine recht blamable Vorstellung des Japaners. Ab dem Rennen in Iowa stehen nun die Plätze 23, 22, 24, 20 und nun 22 zu Buche. Von dem starken Saisonstart mit dem Sieg in Long Beach und Platz 2 in Sao Paulo ist nicht mehr viel übrig.

Das komplette Ergebnis vom Rennen findet man hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (453 Punkte) vor Scott Dixon (422), der an diesem Wochenende keine Punkte gutmachen konnte. Auf Platz 3 folgt Titelverteidiger Ryan Hunter-Reay (388) mit schon 65 Punkten Rückstand. Bei noch fünf Rennen wird es für ihn schwer und er muss auf einen Ausfall von Castroneves hoffen. Der ist aber extrem gut und konstant unterwegs. Ähnlich konstant ist auch Marco Andretti (377) auf Platz 4 in dieser Saison. Es folgen Simon Pagenaud (350) und Dario Franchitti (342). Auf den Plätzen 7 und 8 liegen punktgleich James Hinchcliffe und Charlie Kimball mit 325 Punkten. Die Top 10 komplettieren Justin Wilson (320) und Tony Kanaan (313).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Der Kalender der IndyCar Series bleibt unregelmäßig und so geht es erst am 25. August in Sonoma weiter.

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August 02 2013

11:00

IndyCar: News, Vorschau Honda Indy 200 at Mid-Ohio

Mit dem Rennen in Mid-Ohio beginnt nicht nur das letzte Saisondrittel der IndyCar Series, sondern auch wieder die Übertragung der Rennen im deutschsprachigen Fernsehen. Diese kleine Sensation ist aber nicht die einzige Entscheidung, die in der kurzen Pause getroffen wurde.

(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der neue Sender Sport1US hat sich die Rechte an den Rennen der IndyCar Series bis 2015 gesichert. Ob alle Rennen auch live gezeigt werden, steht noch nicht fest. Wahrscheinlicher ist, dass andere Sportarten wie die NFL am Sonntag Vorrang haben. Zumindest das Rennen in Mid-Ohio wird aber live ab 21:00 Uhr übertragen. Auf deutschen Kommentar müssen wir verzichten, was allerdings nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

Die bedeutsamste Entscheidung in zumindest technischer Hinsicht ist aber, dass ab nächster Saison nur Motoren mit zwei Turboladern verwendet werden. Honda setzte mit den neuen Motoren im letzten Jahr auf ein Konzept mit einem Turbolader, Chevrolet hingen auf zwei. Die Unterschiede in den Konzepten führten immer wieder zu Diskussionen, die mit der Festlegung auf zwei Turboladern nun hoffentlich beendet wurden.

James Davison wird sein Debut in der IndyCar Series an diesem Wochenende geben. Der 25 jährige Australier wird Teamkollege von Justin Wilson bei Dale Coyne und wird den Dallara mit der Nummer 18 fahren.

Für uns Fans hier ist aber wohl das Debut von Lucas Luhr in Sonoma noch interessanter. Der ehemalige FIA GT1 Weltmeister wird neben Josef Newgarden einen zweiten Dallara für Sarah Fisher Hartman Racing pilotieren.

Luca Filippi wird für Barracuda Racing in Mid-Ohio testen. Der unter anderem aus der GP2 bekannte Italiener wollte schon im Vorjahr in die IndyCar Series einsteigen, nur zerschlug sich kurzfristig der Deal mit Rahal Letterman Lanigan Racing. Vielleicht ist dieser Test eine Chance für ihn, das Cockpit von Alex Tagliani zu übernehmen. Dessen Ergebnisse waren in diesem Jahr nicht wirklich gut.

Im Fahrerlager geht auch das Gerücht um, dass Tony Kanaan im nächsten Jahr für Chip Ganassi Racing antreten könnte. Für diese Saison hat Chip Ganassi sein Team um ein Auto verkleinert, sodass es genug Kapazitäten für ein viertes Auto gibt. Außerdem würden die guten Freunde Kanaan und Franchitti dann im selben Team fahren.

Bevor die neue Saison beginnt, muss aber erst einmal die laufende Saison zu Ende gefahren werden. Der Endspurt um die Meisterschaft beginnt mit dem Rennen in Mid-Ohio.

Strecke

Der Mid-Ohio Sports Car Course in der Nähe von Lexingston ist im Prinzip eine schöne Strecke, produziert aber in der Regel nur mäßige Rennen. Die Strecke ist 2,258 Meilen (3,634 km) lang und umfasst 13 Kurven. Nach Start-Ziel führt eine schnelle Linkskurve auf eine längere Gerade. Durch die schnelle Kurve führt nur eine Linie, weshalb der Start auf der Gegengeraden erfolgt. Auf diese gelangen die Fahrer durch Kurve 2, eine 180° Rechtskurve. Diese wurde mehrfach umgebaut, bietet aber immer noch keine gute Überholmöglichkeit. Kurz vor der genutzten Startlinie wird die Gegengerade durch einen schnellen Rechtsknick, der aber mit Vollgas durchfahren werden kann, unterbrochen. Die Rechtskurve am Ende der Gegengeraden ist beste Überholstelle der Strecke. Es ist auch der Beginn einer Passage aus immer schneller werden Rechts-Linkskurven, an deren Ende Kurve 9 in das „Thunder Valley“ führt. Die schnelle Kombination endet im Karussell, einer 180° Rechtskurve. Die anschließende Linkskurve führt das Feld wieder auf die Start-Ziel-Gerade.

Favoriten

Der heißeste Fahrer im IndyCar-Feld ist sicherlich Scott Dixon nach seinen drei Siegen zuletzt. Aber nicht nur er zeigte sich deutlich verbessert, sondern das ganze Chip Ganassi Racing Team, auch Dario Franchitti und Charlie Kimball waren besser unterwegs. Von den letzten sechs Rennen in Mid-Ohio gewann außerdem Scott Dixon vier und Dario Franchitti ein weiteres. Ich würde nicht gegen einen weiteren Sieg von Dixon wetten.

Vor dem Wochenende in Toronto war Andretti Autosport noch das absolute Topteam. Auch wenn Chip Ganassi Racing aufgeholt hat, darf man Ryan Hunter-Reay, James Hinchcliffe und Marco Andretti nicht vergessen. Hunter-Reay und Hinchcliffe haben zusammen in diesem Jahr schon fünf Rennen gewonnen und Andretti ist einfach reif für einen Sieg. Außerdem brauchen Hunter-Reay und Andretti Topergebnisse, um im Meisterschaftskampf zu bleiben. Bei dem Test am Mittwoch war Hunter-Rey Schnellster vor Simon Pagenaud und Will Power.

In der Meisterschaft führt aber Helio Castroneves mit konstant sehr guten Ergebnissen. Er ist zwar nicht unbedingt ein Siegkandidat, die Top 5 sind aber immer möglich. Sein Teamkollege Will Power hatte einiges Pech, teilweise aber auch selbstverschuldet, in dieser Saison. Wenn aber mal alles zusammen passen sollte, ist er auf jedem Straßenkurs für ein absolutes Topergebnis gut.

Zu den aussichtsreichsten Außenseitern auf Straßenkursen gehören in diesem Jahr auch immer Takuma Sato und Justin Wilson. Für den Japaner lief es in den letzten Rennen mit vier Platzierungen außerhalb der Top 20 nicht mehr so gut. Trotzdem sollte man ihn im Auge behalten. Justin Wilson wird, wenn sein Auto ihn nicht im Stich lässt, wieder mindestens um die Top 10 fahren.

Bei Dragon Racing hofft man, an die Erfolge von Sebastien Bourdais in Toronto anknüpfen zu können. Nach vielen richtig schlechten Rennen waren die beiden Podiumsplatzierungen eine Befreiung für das Team von Jay Penske. Ein erneutes Podium wird sehr schwer, aber die Top 10 sollte man mit Bourdais zumindest anpeilen können. Beim Test am Mittwoch konnte sich der Franzose zwischen die beiden Penske-Fahrer auf Platz 4 schieben.

KV Technologie gehört auch zu den Teams, denen es an Konstanz fehlt. Sowohl Tony Kanaan als auch Simona de Silvestro können in die Top 10 fahren. Es sind aber leider auch immer Ausreißer nach ganz hinten möglich. Das Gleiche gilt im Prinzip auch für das Team von Bobby Rahal. Hier sind zwar die Top-10-Ergebnisse seltener, mit den zweiten Plätzen von Graham Rahal in Long Beach und James Jakes in Detroit hat man aber gezeigt, dass man auch nach ganz vorne fahren kann.

Ein recht sicherer Anwärter auf die Top 10 ist Simon Pagenaud für Sam Schmidt. Wenn es nicht dafür reicht, fährt er auf die Plätze 12 und 13. Diese Konstanz, inklusive dem Sieg in Detroit, bringt im immerhin Platz 5 in der aktuellen Meisterschaftswertung. Sein Teamkollege Tristan Vautier ist insgesamt etwas schlechter, aber konstante Ergebnisse in den Top 20 sind für den Rookie in Ordnung. Oriol Servia übernimmt für den verletzten Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Die Aussichten für den erfahrenen Piloten sind nur schwer einzuschätzen.

Auch wenn sich Ed Carpenter auf Straßenkursen verbessert hat, so ist doch mit keinem Top-15-Ergebnis für den Ovalspezialisten zu rechnen. Alex Tagliani muss Topergebnisse abliefern, ansonsten wird sein Vertrag bei Barracuda Racing nicht verlängert. Der Test von Luca Filippi ist ein klares Zeichen. Für den Rest der Saison ist sein Cockpit aber, gemäß Aussage von Teamteilhaber Brian Hertha, sicher. Dass Tagliani aber nach Toronto wieder in die Top 10 fahren kann, bezweifle ich stark.
Edit: Alex Tagliani hat vorerst sein Cockpit bei Barracuda Racing verloren und Luca Filippi ersetzt ihn im Dallara mit der Nummer 98.

Zeitplan

Freitag

11:00 am EST (17:00 MESZ) – 11:45 am freies Training
3:30 pm EST (21:30 MESZ) – 4:15 pm freies Training

Samstag

10:30 am EST (16:30 MESZ) – 11:15 am freies Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:10 pm Qualifikation

Sonntag

11:00 am EST (17:00) – 11:30 Warm Up
12:00 pm EST (18:00 MESZ) Indy Lights Rennen; as-live ab 2:00 pm auf NBC Sports

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports und Sport1US

3:40  pm EST (21:40 MESZ) Honda Indy 200 at Mid-Ohio

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July 12 2013

07:00

IndyCar: Vorschau Honda Indy Toronto

Der Pocono Raceway war vorerst das letzte Oval im Kalender der IndyCar Series und es geht jetzt weiter mit einer Reihe von Straßenkursen. Den Auftakt macht der Double-Header in Toronto.

Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay (C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Seit fast sechs Wochen kennen die Fahrer der IndyCar Series nur noch Linkskurven und besonders James Hinchcliffe freut sich auf die Rechtskurven in Toronto. Es ist seine Heimatstadt und mit 18 Monaten besuchte er dort schon sein erstes IndyCar-Rennen. Seitdem hat er kein Heimrennen als Zuschauer oder Pilot verpasst. Für den Bürgermeister von Hinchtown wäre es natürlich großartig, seinen vierten Saisonsieg an diesem Wochenende zu feiern.

Beim ersten Rennen am Samstag kehrt auch der stehende Start zurück. Zuletzt war man so beim Abschiedsrennen der ChampCar in Long Beach 2008 gestartet. Besonders Will Power, der zur ersten Kurve direkt drei Kontrahenten überholen konnte, wird sich gerne an diesen Start erinnern. Bei der Startprozedur orientiert man sich am gewohnten Ablauf der Formel 1. Nach der Einführungsrunde schaltet die Ampelanlage in sechs Schritten komplett Rot und nach 0,5 bis 3 Sekunden erfolgt mit dem Erlöschen der Ampel der Start.

Strecke

Die Strecke mit einer Länge von 1,75 Meilen (2,82 km) führt durch den Exhibition Place, einen multifunktionalen Veranstaltungsort direkt am Ontario See. Die Start-Ziel-Gerade, an der die größte Messehalle Kanadas liegt, endet in eine 90°-Rechtskurve. Die folgende schnelle Rechtskurve führt auf die längste Gerade der Strecke. Die enge Rechtskurve an deren Ende lädt zu Überholmanövern ein. Eine schnelle Linkskurve führt auf eine kurze Gerade, die in einer 90°-Linkskurve endet. Nach einer langgezogenen Rechtskurve, um das Queen Elizabeth Theater herum, folgt eine weitere, leicht gebogene Gerade. Vor dem Horse Palace biegt die Strecke in einer 90°-Rechtskurve in Richtung BOM Field ab. Eine 90°-Linkskurve führt in eine schnelle Rechts-Links-Passage, die die Fahrer schon wieder auf die Start-Ziel-Gerade bringt. Im Prinzip ist es einer der üblichen amerikanischen Stadtkurse, mit den üblichen Problemen: enge Strecke, nahe Betonwände, nicht unbedingt überholfreundlich.

Favoriten

Beim ersten Double-Header in Detroit, und damit beim letzten Straßenrennen, trumpften die Außenseiter groß auf. Besonders Mike Conway kehrte grandios mit dem Sieg am Samstag und Platz 3 am Sonntag für Dale Coyne Racing zurück. Auch an diesem Wochenende wird er wieder den Dallara mit der Nummer 18 pilotieren und natürlich muss man ihn, auch nach Platz 3 im Vorjahr, auf dem Zettel haben. Auch sein Teamkollege Justin Wilson ist ein sicherer Top-10- eventuell sogar Top-5-Kandidat.

Das zweite Rennen in Detroit gewann Simon Pagenaud vor James Jakes. Nach zwei sechsten Plätzen auf den Ovalen von Iowa und Pocono ist für Pagenaud auch in Toronto sicher ein Platz in den Top 10 möglich. Für Jakes gilt das nicht, da seine Leistungen und die des gesamten Teams von Bobby Rahal viel zu schwankend sind. Neben guten Ergebnissen, wie zum Beispiel Platz 2 von Graham Rahal in Long Beach, gibt es Wochenenden, an denen beide überhaupt nicht zurechtkommen.

Zu den Topfavoriten muss man natürlich auch die Fahrer von Andretti Autosport, insbesondere Vorjahressieger Ryan Hunter-Reay, zählen. Über die Stärke des gesamten Teams habe ich ja schon genug geschrieben. Für James Hinchcliffe wäre es etwas ganz Besonderes, sein Heimrennen gewinnen zu können. Mit drei Siegen hat er auch die meisten bisher in dieser Saison gesammelt. Marco Andretti ist sicherlich auch ein Kandidat für die Top 5 und Charlie Kimball hat einen zweiten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen.

In Pocono konnte das Team von Chip Ganassi eine kleine Auferstehung feiern. Auch in Toronto muss man wieder mit ihnen rechnen. In Detroit fuhren sowohl Scott Dixon als auch Dario Franchitti und Charlie Kimball in die Top 7. Leider fehlt es dem Team an Konstanz, sodass auch Plätze außerhalb der Top 15 möglich sind. Im Honda-Lager muss man auch auf Takuma Sato achten. Auf den Stadtkursen zu Saisonbeginn war sehr stark unterwegs, wie die Plätze 8 (St. Petersburg), 2 (Sao Paulo) und der Sieg in Long Beach zeigten.

Der auf Straßenkursen beste Fahrer der letzten Jahre, Will Power, wartet noch auf seinen ersten Saisonsieg. Trotzdem ist ihm wie auch seinem Teamkollegen Helio Castroneves bei Penske Racing jederzeit ein Sieg zuzutrauen. Castroneves will zudem seine Führung in der Meisterschaft verteidigen. Für Panther Racing fährt wieder Ryan Briscoe. Im Vorjahr, noch für Penske fahrend, kam er nur auf Platz 19 ins Ziel. Ob es in diesem Jahr deutlich besser wird, ist fraglich.

Simona de Silvestro freut sich sicherlich nach den schlechten Ovalergebnissen auf die folgenden Straßenrennen. Auf den Stadtkursen zu Saisonbeginn lief es mit Plätzen in den Top 10 ganz gut. In Detroit konnte sie, auch aufgrund von technischen Defekten, daran nicht anknüpfen. Vom reinen Talent ist sie auch eine Anwärterin für die Top 10. Über Talent muss man bei Tony Kanaan nicht sprechen und Platz 4 aus dem Vorjahr ist in Reichweite.

Zu den Außenseitern auf Straßenkursen zählen Ed Carpenter und Alex Tagliani. Beide fühlen sich auf Ovalen deutlich wohler und auch die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache. Bei einem normalen Rennverlauf sind die Top 15 für beide nur sehr schwer zu erreichen. Selbiges gilt im Prinzip auch für die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Saavedra und Sebastian Bourdais haben bzw. hatten Potential, aber in diesem Jahr können sie es kaum zeigen.

Zeitplan

Freitag

10:25 am EST (16:25 MESZ) – 11:55 am freie Training
2:15 pm EST (20:15 MESZ) – 3:25 Qualifikation #1

Samstag

10:35 am EST (16:35 MESZ) – 11:05 am Qualifikation #2
11:30 am EST (17:30 MESZ) Firestone Indy Lights Race

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
3:40 pm EST (21:45 MESZ) Race #1

Sonntag

10:50 am EST (16.50) – 11:20 Warm Up

3:00 pm EST (20:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
3:40  pm EST (21:40 MESZ) Race #2

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July 09 2013

16:00

IndyCar: Analyse Pocono Indy 400

Die Ovalsaison der IndyCar Series endete vorerst mit einem sensationellen 1-2-3-Finish für Chip Ganassi Racing. Am Ende konnte sich Scott Dixon gegen Charlie Kimball und Dario Franchitti durchsetzten.

Chip Ganassi und sein Podium (c) Chris Jones/IndyCar Media

Chip Ganassi und sein Podium
(c) Chris Jones/IndyCar Media

Nicht nur das Ergebnis für Chip Ganassi Racing, sondern auch die Zahl von sechs Honda-Motoren in den Top 7 zeigt, dass es kein ganz normales Rennen war. Eigentlich fehlt den Honda-Triebwerken etwas Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet, was sich gerade auf schnellen Ovalen als Nachteil erweist. Diesen kleinen Makel können sie aber durch einen geringeren Verbrauch wettmachen. Das Benzinfenster betrug in Pocono knapp 30 Runden und bei 160 Rennrunden musste man von fünf Boxenstopps ausgehen. Eine zweite längere Gelbphase ab Runde 63, die in die zweite Runde der Boxenstopps fiel, änderte die Strategie auf nur zwei weitere Stopps, ungefähr in den Runden 100 und 130. Hier zeigten dann die Honda-Motoren ihre Stärke.

Das Team von Micheal Andretti war der klare Favorit für das Wochenende. Seine Fahrer Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe belegten in der Qualifikation schon die Plätze 1 bis 3, als EJ Viso bei seinem Versuch in Turn 1 den Wagen verlor und heftig in die Mauer einschlug. In dem neu aufgebauten Wagen hatte er im Rennen dann mit dem Handling zu kämpfen und belegte am Ende nur Platz 21. Direkt nach dem Start brach bei James Hinchcliffe, auch in Kurve 1, das Heck aus und der Mauerkontakt war nicht zu vermeiden. Er wurde auf Platz 24 gewertet. Marco Andretti dominierte das Feld bis zu seinem ersten Stopp in Runde 30. Damit fing das Verhängnis für ihn schon an, obwohl weder er, noch die Strategen bei Andretti Autosport, es hätten ahnen können. Nach diesem frühen ersten Stopp, begann er in Runde 61 auch die Reihe der zweiten Tankstopps. Als Ryan Hunter-Reay eine Runde später in die Box fuhr, verschätzte sich Takuma Sato hinter ihm und fuhr viel zu schnell auf den amtierenden Meister auf. Hunter-Reay nahm zwar später das Rennen wieder auf, aber es blieb nur Platz 20. Mit dieser Gelbphase änderte sich dann die Strategie der Teams auf vier Stopps. Da Marco Andretti früh zum zweiten Stopp kam und auch noch den etwas durstigeren Chevrolet-Motor im Heck hatte, musste er deutlich langsamer fahren und wurde bis auf Platz 10 durchgereicht.

In der Qualifikation waren die drei Fahrer von Chip Ganassi in den in diesem Jahr üblichen Regionen zu finden. Scott Dixon qualifizierte sich als siebter, musste aber nach einem Motorenwechsel von Platz 17 starten. Charlie Kimball auf Platz 12 war besser, Dario Franchitti auf Platz 18 etwas schlechter platziert. Auch begünstigt durch die Ausfälle von Hinchcliffe, Hunter-Reay und Sato konnten sie sich im Laufe der ersten 80 Runden einige Plätze vorarbeiten. Besonders Scott Dixon war zum Ende des zweiten Stints sehr schnell, da er weniger Benzin sparen musste bzw. im Sparmodus schneller fahren konnte. Mit einem perfekten Boxenstopp konnte er die Führung übernehmen. Tony Kanaan und Marco Andretti waren zu dem Zeitpunkt aber schneller und gingen vorbei. Insgesamt war allerdings Benzinsparen das große Thema und die Top 10 blieben dicht beisammen. Zwischen Platz 1 und 10 lagen in Runde 115 nur sechs Sekunden. Als dann ab Runde 126 mit Marco Andretti der erste Chevrolet-Fahrer zum Tanken musste, fuhren die Honda-Fahrer länger und auch deutlich schneller. Nach den letzten Stopps lag dann Scott Dixon vor Charlie Kimball und Dario Franchitti und so, ungefährdet durch Pagenaud oder Power, kamen sie dann auch ins Ziel. Für Chip Ganassi Racing war das nicht nur der erste Saisonsieg, sondern auch das erste 1-2-3-Finish überhaupt.

Will Power war bester Fahrer eines Chevrolet auf Platz 4, den er auch schon am Start inne hatte. Er hielt sich durchgängig in den Top 6 und hatte Glück beim zweiten Stopp unter Gelb an die Box zu kommen – und damit zum Beispiel vier Runden nach Marco Andretti. Außerdem ist er sehr gut darin, Benzin zu sparen und so konnte er sich am Ende des Rennens mit schnellen Runden noch gegen die Honda-Fahrer zur Wehr setzten. Ein Angriff auf die drei Fahrer von Chip Ganassi war aber nicht mehr möglich. Sein Teamkollege Helio Castroneves war in der gleichen Boxensequenz wie Marco Andretti und litt entsprechend unter den gleichen Problemen. Mit Platz 8 war er immerhin zweitbester Chevrolet-Fahrer und konnte so auch die Führung in der Meisterschaft ausbauen.

Auf den Plätzen 5 bis 7 profitierten Josef Newgarden, Simon Pagenaud und Justin Wilson von ihren Honda-Motoren. Im Benzinsparmodus konnte sie einfach schnellere Runden fahren als ihre Kontrahenten von Chevrolet. In den letzten vier Runden verlor Pagenaud zwar noch zwei Plätze an Power und Newgarden, trotzdem dürfte er mit seinem siebten Top-10-Finish der Saison zufrieden sein. Platz 5 ist für Josef Newgarden im kleinen Team von Sarah Fisher ein herausragendes Ergebnis! Für Wilson ist Platz 7 bei der Stärke der Honda-Motoren vielleicht eine kleine Enttäuschung. Seine Teamkollegin Pippa Mann belegte nach einem unauffälligen Rennen einen sehr ordentlichen fünfzehnten Platz.

Ed Carpenter auf Platz 9 litt unter denselben Problemen wie alle Chevrolet-Fahrer. Mit Platz 11 gab Simona de Silvestro endlich wieder ein positives Zeichen. Ab Runde 145 war sie in einen engen Kampf mit Ryan Briscoe und Sebastian Bourdais um die Plätze 11 bis 13 verwickelt. Die regelmäßigen Überholmanöver blieben aber leider von der Regie unbemerkt. Ihr Teamkollege Tony Kanaan ruinierte sich mit einem Fahrfehler die Chance auf die eine Million Dollar Preisgeld für die Triple Crown. Als er in Runde 104 Scott Dixon für die Führung überholen wollte, touchierte er mit seinem Frontflügel den Abweiser hinter Dixons linkem Hinterrad. Dabei brach eine Halterung des Flügels, der dann bei einem zusätzlichen Stopp gewechselt werden musste. Er war das ganze Rennen sehr schnell unterwegs und ohne dieses Missgeschick hätte er vielleicht eine Chance auf den Sieg gehabt. Ein späte Caution hätte ihn nochmal ins fordere Feld gebracht, da diese aber ausblieb, kam er am Ende der Führungsrunde auf Platz 13 ins Ziel.

Platz 12 ging an James Jakes, dem schlechtesten Honda-Fahrer auf der 4-Stopp-Strategie. Man muss einfach sagen, dass bei Rahal Lettermann Lanigan Racing auch an diesem Wochenende nicht viel zusammen passte. Graham Rahal belegte mit zwei Runden Rückstand nur Platz 18. Auf den Plätzen 14 und 16 kamen Ryan Briscoe und Sebastian Bourdais ins Ziel. Nach einem frühen vierten Stopp in Runde 126 mussten beide in Runde 156 zu einem kurzen Nachtanken an die Box. Bei Bourdais hatte man wohl, nachdem er seinen zweiten Stopp schon in Runde 60 absolvierte, keine Möglichkeit die Strategie zu ändern. Briscoe hingegen war bei Stopp zwei und drei gleichzeitig mit Helio Castroneves an der Box und der konnte mit vier Stopps ja Platz 8 belegen. Warum man bei Panther Racing die Strategie nicht angepasst hat, erschließt sich mir nicht.

Auf den Plätzen 19 und 22 wurden Tristan Vautier und Takuma Sato gewertet. Beide hatten erhebliche Probleme in der Boxengasse. Sato war bei seinem zweiten Stopp viel zu schnell in der Anfahrt und schoss Hunter-Reay regelrecht ab. Im Interview später nahm der Japaner die ganze Schuld auf sich, da er sich einfach verschätzt hatte. James Hinchcliffe, der sich nach seinem Unfall zu den Kommentatoren gesetzt hatte, berichtete, dass es für die Fahrer sehr schwer ist, die Boxengasse perfekt zu treffen, da sie es in den Trainings nicht Testen dürfen. Die Mechaniker wollen, dass die Fahrer Auto und Bremsen schonen und nicht mit vollem Tempo und Bremswirkung in die Boxengasse fahren. Vautier verpasste direkt bei seinem ersten Boxenstopp die Haltebucht und musste, nachdem er den Motor abgewürgt hatte, zurück geschoben werden. Das ganze kostete ihn zwei Runden.

Das ganze Ergebnis findet man auch hier auf der Seite der IndyCar Series.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (356 Punkte), jetzt mit 23 Punkten Vorsprung vor Ryan Hunter-Reay (333). Es folgen Marco Andretti (301) und Scott Dixon (291). James Hinchcliffe (272) hat nach seinem Ausfall schon 84 Punkte Rückstand und liegt nur ganz knapp vor Tony Kanaan (271) und Simon Pagenaud (269). Die Top 10 komplettieren Justin Wilson (253), Will Power (242) und Takuma Sato (241).

Vor dem letzten Ovalrennen in Fontana zum Saisonabschluss führen übrigen Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves punktgleich die Ovalwertung an.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Am nächsten Wochenende geht es mit dem Double Header in Toronto schon weiter im Kalender der IndyCar Series.

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June 25 2013

12:00

IndyCar: Analyse Iowa Corn Indy 250

Nach nur 1,5 Stunden hatte James Hinchcliffe sein drittes Rennen gewonnen, das erste auf einem Oval. Trotz dreier Cautions war dies das kürzeste Rennen der bisherigen IndyCar-Saison.

Iowa Corn Indy 250 Podium (C) Chris Jones/IndyCar Media

Iowa Corn Indy 250 Podium
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Insgesamt sind die Ovalrennen in diesem Jahr deutlich kürzer als in den Vorjahren. Das liegt kaum an den gestiegenen Geschwindigkeiten der Wagen, sondern an einer erfreulich geringen Zahl an Unfällen. In Iowa gab es zwar wieder, wie auch in Texas und Milwaukee, einige sehr enge Duelle auf der Strecke, teilweise sogar mit Berührungen, trotzdem sind die DW12 von Dallara so gutmütig, dass die Fahrer in der Regel die Kontrolle behalten können. Da die IndyCar auf „mystery cautions“ verzichtet, zieht sich das Feld meist in die Länge und vor allem die Spitzenposition ist wenig umkämpft. Darunter leidet ein wenig die Spannung, obwohl es um das Podium und im Mittelfeld eigentlich genug spannende Duelle gibt. Den amerikanischen Fans scheint es aber, bei einem overnight rating von 0.7 für ABC, nicht zu gefallen.

Qualifikation, Heat Races

Das freie Training umfasste am Samstag nur eine Stunde und 15 Minuten und so blieb den Teams nur wenig Zeit, an der Abstimmung der Wagen zu arbeiten. Wer also nicht schon mit einem guten Wagen angereist war, hatte Probleme in der Qualifikation und auch später im Rennen. In der kurzen Session waren die üblichen Verdächtigen in Form von Tony Kanaan, den beiden Penske-Piloten und natürlich auch den Fahrern von Andretti Autosport vorne dabei. Ryan Hunter-Reay hatte aber Probleme und kam nicht über Platz 13 hinaus. Im Einzelzeitfahren blieb ihm sogar nur Platz 22.

Die drei Heat Races litten unter dem angesprochenen Mangel an Spannung um die ersten Positionen. Im Mittelfeld gab es aber einige schöne Duelle. Im ersten Lauf dominierte Scott Dixon von Runde 1 bis Runde 50 vor Takuma Sato. Nur Ana Beatriz konnte sich vom letzten Platz noch auf Platz 6 deutlich verbessern. Im zweiten Sprintrennen zeigte Graham Rahal eine sehr gute Aufholjagd von Startplatz 7 bis an Spitze in Runde 47. Die restlichen Runden führte Ed Carpenter, der am Ende auch Zweiter wurde. James Jakes riskierte in der vorletzten Runde zu viel und zerstörte seinen Rahal Dallara nachhaltig. Das Hauptrennen musste er im Ersatzwagen bestreiten. Dreimal überrundet wurde Simona de Silvestro, die schon im Training nie auf gute Zeiten kam.

In Heat Race 3 kämpften dann abschließend Helio Castroneves, Marco Andretti, Will Power, Tony Kanaan, James Hinchcliffe und Oriol Servia mit Scott Dixon, Graham Rahal, Takuma Sato und Ed Carpenter um die Pole Position. Vom Start an dominierte Castroneves und nur Power konnte ab Runde 40 durch die Überrundungen von Rahal und Servia aufschließen. Einen wirklichen Angriff auf seinen Teamkollegen startete er aber nicht. Hinter den beiden Penske-Fahrern hielten sich Hinchcliffe und Andretti. Dixon, Carpenter und Sato konnten ihre Leistungen aus den vorigen Heat Races bestätigen und sich auf die Plätze 5 bis 7 verbessern. Seinen guten Platz aus dem Einzelzeitfahren verlor hingegen Kanaan mit Platz 8 vor den beiden überrundeten Rahal und Servia.

Helio Castroneves kassierte zwar die 9 Bonuspunkte für die Pole Position, musste nach einer Strafe aufgrund eines Motorenwechsels das Rennen aber von Platz 11 in Angriff nehmen.

Iowa Corn Indy 250

Das Rennen über 223,5 Meilen wurde nur durch drei Gelbphasen unterbrochen. Die erste wurde in Runde 38 durch ein Frontflügelteil, das sich Ryan Hunter-Reay am Hinterrad von Graham Rahal abgefahren hatte, auf der Gegengeraden ausgelöst. In Runde 137 touchierte Alex Tagliani nur leicht die Mauer und musste das Rennen aber aufgeben. Die letzte Caution in Runde 155 wurde wieder nur durch ein Teil, diesmal auf Start-Ziel, ausgerufen. Insgesamt hatte nur die zweite Gelbphase Einfluss auf die Strategien. Am Ende der Führungsrunde, somit ohne Verlust der Position, nutzen Ed Carpenter, Tony Kanaan und Justin Wilson diese Caution für einen zusätzlichen Reifenwechsel. Vor allem für Tony Kanaan und Ed Carpenter sollte sich dies auszahlen.

Das ganze Rennen dominierte James Hinchcliffe. In der ersten Runde konnte er schon Will Power für die Führung überholen und behielt diese, von wenigen Runden nach Boxenstopps, durchgehend. Am Ende sprechen 226 Führungsrunden eine deutliche Sprache. Eventuell hätte sein Teamkollege Ryan Hunter-Reay ihm gefährlich werden können, wenn er nicht mit einigen Problemen hätte kämpfen müssen. Nur von Platz 12 gestartet musste Hunter-Reay sich erst durch das Mittelfeld arbeiten und kollidierte dabei leicht mit Graham Rahal. Ein Wechsel des Frontflügels beförderte ihn ans Ende des Feldes nach der ersten Gelbphase. Dank sehr guten Rundenzeiten belegte er final mit nur 1,5 Sekunden Rückstand Platz 2.

Die Plätze 3 und 4 sicherten sich Tony Kanaan, der seine Serie von Podiumsplatzierungen in Iowa fortsetzte, und Ed Carpenter. Beide waren innerhalb der Top 5 gestartet, hatten zwischenzeitlich aber mit dem Handling ihrer Wagen zu kämpfen und verloren entsprechend einige Plätze. Zu Beginn der zweiten Gelbphase lag Carpenter auf Platz 12 und damit am Ende der Führungsrunde. Mit Platz 9 war Kanaan nicht viel besser. Beide nutzten dies für einen zusätzlichen Stopp ab Runde 141 ohne Positions- und Zeitverlust. Als die Spitze dann ab Runde 193 zu ihrem letzten Stopp in die Box fuhr, konnten sie bis Runde 210 bzw. 214 draußen bleiben. Da weniger Benzin bis zum Rennende benötigt wurde, konnten Kanaan und Carpenter kürzer stehen und mit neueren Reifen waren sie auch auf der Strecke schneller unterwegs. Von Platz 6 und 7 nach den Stopps konnten sie sich noch in die Top 4 vorfahren.

Auf Platz 5 fiel in der vorletzten Runde noch Graham Rahal zurück. Nach den eher mäßigen Leistungen in Indianapolis, Texas und Milwaukee war dies aber eine deutliche Leistungssteigerung. Wie schon in den Heat Races zeigte sich Rahal von Beginn an sehr aggressiv. In der Anfangsphase hatte er rundenlang enge Duelle zuerst mit Simon Pagenaud und später mit Ryan Hunter-Reay. In den letzten zehn Runden konnte er sich mit schlechteren Reifen dann nicht mehr gegen Tony Kanaan und Ed Carpenter verteidigen.

Auf den Plätzen 7 und 8 zeigten Simon Pagenaud und Oriol Servia unauffällige, aber gute Rennen. Vor allem für Oriol Servia, der nach dem Ende von Dreyer & Reinbold Racing einen festen Platz in einem neuen Team sucht, war es ein sehr erfreuliches Ergebnis. In Pocono wird wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4 pilotieren. Auch Pagenauds Teamkollege Tristan Vautier fiel nicht weiter auf und belegte im Ziel Platz 13 mit zwei Runden Rückstand.

Mit Platz 8 konnte Helio Castroneves die Führung in der Meisterschaft vor Ryan Hunter-Reay verteidigen. Von der Überlegenheit in Heat Race 3 war am Sonntag aber nichts mehr zu sehen. Er kämpfe mit dem Fahrverhalten seines Dallaras und auch im Laufe des Rennens wurde es nicht besser. Noch viel schlechter erging es aber seinem Teamkollegen Will Power. Von Platz 1 gestartet wurde er schnell nach hinten durchgereicht und belegte am Ende mit zwei Runden Rückstand nur Platz 17.

Den Abschluss der Top 10 bildeten Marco Andretti und EJ Viso für Andretti Autosport. Auch wenn sie im Rennen nicht die Geschwindigkeiten ihrer Teamkollegen James Hinchcliffe und Ryan Hunter-Reay mitgehen konnten, so rundeten sie doch das ausgezeichnete Teamergebnis ab. Ohne Frage bilden die Fahrer von Andretti Autosport zurzeit die Spitze im Feld der IndyCar-Piloten.

Das (ehemalige) Spitzenteam von Chip Ganassi hatte wieder ein recht schwaches Wochenende. Scott Dixon konnte noch Heat Race 1 dominieren, verlor aber wie Will Power im Hauptrennen das Handling seines Dallaras. Am Ende blieb nur Platz 16 und er war damit noch vier Plätze schlechter als Charlie Kimball. Dario Franchitti hingegen war ab Samstagmittag immer zu langsam und mit vier Runden Rückstand auf Platz 20 war er zweitschlechtester der nicht ausgefallenen Fahrer. Nur Simona de Silvestro war am ganzen Wochenende noch langsamer.

Auf Platz 11 kam Justin Wilson ins Ziel. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Tony Kanaan und Ed Carpenter unterwegs, hatte aber mehr Rückstand und konnte diesen dann mit neuen Reifen nicht mehr aufholen. Seine Teamkollegin Ana Beatriz war teilweise sehr ordentlich unterwegs, zum Beispiel im Vergleich zu Dario Franchitti oder Simona de Silvestro, schied aber mit einem mechanischen Defekt in Runde 183 aus. Das gleiche Schicksal ereilte auch Takuma Sato in Runde 162.

Ein wenig im Niemandsland des IndyCar-Feldes bewegten sich auch wieder die beiden Fahrer von Dragon Racing. Sebastien Bourdais erreichte zumindest Platz 14 mit zwei Runden Rückstand auf James Hinchcliffe. Sebastian Saavedra hatte auf Platz 19 noch eine Runde mehr verloren. In derselben Runde wie Vautier und Bourdais beendete auch Josef Newgarden auf Platz 15 das Rennen.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar Series zu finden.

In der Meisterschaftswertung führt weiterhin Helio Castroneves (332 Punkte) vor Ryan Hunter-Reay (323). Auf Platz 3 und 4 folgen mit Marco Andretti (277) und James Hinchcliffe (266) die nächsten beiden Fahrer von Andretti Autosport. Platz 5 belegt Tony Kanaan (253) vor dem besten Honda mit Simon Pagenaud (241). Mit Scott Dixon (240), Takuma Sato (233) und Justin Wilson (227) folgen drei weitere Honda-Fahrer. Die Top 10 schließt Will Power (209) ab. Schlechtester Fahrer bei Andretti Autosport ist dann EJ Viso (203) auf Platz 11.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die IndyCar Series macht ein Wochenende Pause und trägt erst am 7. Juli auf dem Pocono Raceway ihr nächstes Rennen aus

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf unser Forum, in dem nun auch regelmäßig News zur IndyCar Series veröffentlicht werden.

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June 21 2013

06:00

IndyCar: Vorschau Iowa Corn Indy 250

Nach der Milwaukee Mile steht schon der nächste Short Track auf dem Programm der IndyCar Series. Wiederum ist es Ryan Hunter-Reay, der seinen Sieg aus dem Vorjahr verteidigen will.

Ryan Hunter-Reay (c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Ryan Hunter-Reay
(c) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Der Iowa Speedway ist eine der jüngsten Strecken im Kalender der IndyCar Series. In der kurzen Siegerstatistik dominiert vor allem der Name „Andretti“. Die Premiere gewann Dario Franchitti 2007 für Andretti Green Racing. In den Jahren 2008 und 2009 konnte sich Chip Ganassi Racing mit Dan Wheldon und wieder Dario Franchitti den Sieg sichern. Die letzten drei Ausgaben gingen dann aber geschlossen an die Fahrer von Andretti Autosport. Nach Tony Kanaan und Marco Andretti hat Ryan Hunter-Reay im Vorjahr einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht.

Qualifikation

Um ein wenig Abwechslung in die ganzen Ovalrennen ab dem Indy 500 zu bringen, hat sich die IndyCar einen besonderen Qualifikationsmodus für das Iowa Corn Indy 250 erdacht. Im Prinzip ist es eine Mischung der gewohnten Modi für Oval- und Straßenrennen:

Single-Car/Single-Lap-Qualifiying

Anders als auf den sonstigen Ovalen bestreitet der Fahrer nur eine fliegende Runde. Gemäß den erreichten Rundenzeiten wird das Feld erstellt und in drei Gruppen geteilt. Gruppe 3 umfasst dabei die schnellsten sechs Piloten, die direkt ins Heat Race 3 einziehen. Ab Position 7 wird das Feld nach ungeraden und geraden Platzierungen geteilt. Dies kennt man von der Qualifikation für Straßenrennen.

Heat Race 1 und 2

Die Heat Races sind kurze Sprintrennen von nur 50 Runden. In Race 1 kämpfen die Fahrer auf geraden Plätzen um die geraden Startplätze ab Platz 12. Die ersten Beiden qualifizieren sich nämlich auch noch für Race 3. In Race 2 werden entsprechend die ungeraden Startplätze ab Platz 11 vergeben.

Heat Race 3

Aus den ersten drei Startreihen von Race 3 starten die schnellste sechs Fahrer des Single-Car/Single-Lap-Qualifyings. Dahinter folgen die Sieger aus Rennen 2 und 1 vor den jeweiligen Zweitplatzierten. Die zehn Piloten fahren in 50 Runden dann die Pole Position und die ersten fünf Startreihen für das Hauptrennen aus. Für die ersten zwölf Qualifizierten gibt es auch Meisterschaftspunkte angefangen bei 9 Punkten für die Pole Position bis runter zu einem Punkt für die Plätze 11 und 12.

Auf der Homepage der IndyCar ist dieser Qualifikationsmodus mit einer schönen Grafik erklärt.

Strecke

Der Iowa Speedway wurde von Rusty Wallace mit entworfen und orientiert sich am Richmond International Speedway. Der Kurs ist nur 0,875 Meilen (1,4 km) lang und die Kurven habe eine Überhöhung von 12° bis 14°. Die geschwungene Start/Ziel-Gerade hat noch eine Überhöhung von 10°, die Gegengerade nur von 2°. Entscheidenden Einfluss werden wieder die Reifen und vor allem der Reifenverschleiß haben. Wichtig ist auch die Abstimmung für die Dirty-Air, da es sehr schnell zu Überrundungen kommen wird. Wenn man zu viel aerodynamische Haftung in der verwirbelten Luft verliert, strapaziert man die Reifen noch mehr und man verliert doppelt Zeit.

Favoriten

Eigentlich könnte ich hier den Absatz aus der Vorwoche hinein kopieren. Denn wieder sind die Fahrer von Andretti Autosport die absoluten Favoriten. Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay haben auf dem Iowa Speedway schon gewonnen und waren auch letzte Woche auf der Milwaukee Mile mit die schnellsten Fahrer im Feld. Aber auch James Hinchcliffe und EJ Viso darf man nicht vergessen.

Helio Castroneves wird versuchen, seine Meisterschaftsführung gegen den Angriff von Andretti Autosport zu verteidigen. In den letzten Jahren war er aber nicht besonders erfolgreich in Iowa. Das gilt auch für seinen Teamkollegen Will Power sowie das ganze Penske-Team. Sehr gut hingegen kam Tony Kanaan in Iowa zurecht. Seinem Sieg 2010 ließ er noch Platz 2 und 3 in den beiden Jahren danach folgen.

Schon nicht mehr zu den ganz großen Favoriten muss man die Fahrer von Chip Ganassi Racing zählen. Dario Franchitti mag die Strecke und konnte sich im Vorjahr auch die Pole Position sichern. Trotzdem sind er, Scott Dixon und Charlie Kimball gefühlt weit von einem Sieg entfernt. Sie waren in diesem Jahr mehrfach gut unterwegs, aber nie wirkliche Sieganwärter. Anders als zum Beispiel Takuma Sato in der Vorwoche, den man natürlich auch in Iowa wieder beachten sollte.

Dahinter folgen die aussichtsreichen Außenseiter in den kleinen Teams. Dazu gehören die ausgezeichneten Ovalpiloten Ed Carpenter und Alex Tagliani. Konstant noch besser unterwegs waren in diesem Jahr bisher Justin Wilson für Dale Coyne Racing und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing. Achten sollte man auch auf Rahal Lettermann Lanigan Racing, ob die schwachen Leistungen von Graham Rahal und James Jakes auf Ovalen anhalten.

Für Ryan Briscoe, der für Level 5 an diesem Wochenende in Le Mans fährt, sitzt wieder Oriol Servia im Panther Dallara mit der Nummer 4. Mit etwas Glück wird er um die Top 10 mitfahren. Einen besonderen Blick werde zumindest ich auf die Fahrer von Dragon Racing und Simona de Silvestro haben. In Milwaukee überraschten Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra im ersten Rennviertel mit Platzierungen innerhalb der Top 10. Simona de Silvestro hatte in den letzten Rennen doch einiges Pech, sodass man ihr nur wünschen kann, ohne Strafe, ohne technischen Defekt und ohne Unfall durchzukommen.

In den Heat Races wird es darauf ankommen, seinen Wagen unbeschädigt über die Renndistanz zu bringen. Eine vordere Startposition ist wie eine gute Track-Position sehr wichtig, aber zu hohes Risiko dürfte sich in der Qualifikation nicht lohnen. Mit einem frisch reparierten Auto hat man dann neben einer schlechten Startposition auch neue Probleme im Rennen. Es muss sich zeigen, ob die Sprintrennen Spannung generieren, so wie sich die IndyCar Series das vorstellt. Das Iowa Corn Indy 250 ist ein wichtiges Rennen und daran ändern auch die wenigen Bonuspunkte nichts, die man in den Top 12 erlangen kann.

Zeitplan

Samstag

11:45 am EST (17:45 MESZ) – 13:00 pm freie Training
4:00 pm EST (22:00 MESZ) – 4:45 pm single-car/single-lap-Qualifying
6:45 pm EST (0:45 MESZ) – 8:15 pm Heat Races

Sonntag

2:30 pm EST (20:30 MESZ) Übertragungsbegin ABC

3:05 pm EST (21:05 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Die Heat Races werden auf der Seite der IndyCar gestreamt. Der Einsatz eines Geo-Blocks ist nicht auszuschließen, aber bei bisherigen Streamings der IndyCar, z.B. Training für das Indy 500, wurde aber darauf verzichtet.

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June 18 2013

16:00

IndyCar: Analyse Milwaukee IndyFest

Wie im Vorjahr sicherte sich auch diesmal Ryan Hunter-Reay den Sieg auf der Milwaukee Mile. Nicht nur Andretti Autosport, sondern die gesamte IndyCar Series lieferte ein fast perfektes Wochenende ab.

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti (C) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay, Michael Andretti
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Wie schon in Texas spielten die Reifen auch an diesem Wochenende eine wichtige Rolle. Eine Tankfüllung reichte mit etwas Sparen oder einer Gelbphase für etwa 65 Runden. Nach 40 Runden hingegen bauten die Firestone-Reifen deutlich ab. Eine 3-Stopp-Strategie war theoretisch möglich, aber alle Teams schwenkten spätestens beim zweiten Reifenwechsel zur schnelleren 4-Stopp-Strategie um. Diese wurde auch durch die Gelbphasen begünstigt. Simona de Silvestro löste mit einem Fahrfehler die erste Gelbphase schon in Runde 20 aus. Beim Restart in Runde 27 drehte sich Tagliani im hinteren Feld und verlängerte die erste Caution bis Runde 31. Marco Andretti rollte in Runde 97 auf der Gegengeraden aus und die letzte Gelbphase löste dann Ana Beatriz mit einem Dreher in Runde 210 aus. Vor allem die letzte Gelbphase hatte einen entscheidenden Einfluss auf das Rennergebnis.

Der Sieg von Ryan Hunter-Reay war wahrlich keine Überraschung, trotzdem war sein Sieg lange nicht gesichert. Andretti Autosport dominierte alle Trainingssitzungen und auch die Qualifikation. Marco Andretti war immer schnellster und startete auch von Position 1. Seine drei Teamkollegen waren kaum langsamer und nahmen innerhalb der Top 5 das Rennen auf. Die meisten Führungsrunden sicherte sich aber Takuma Sato für AJ Foyt Enterprises und bis zur letzten Caution war er auch auf einem guten Weg, das Rennen zu gewinnen.

Von Position 15 nahm Takuma Sato das Rennen auf und fiel in den ersten Runden bis auf Platz 21 zurück. Die erste Gelbphase nutzte er, wie unter anderem auch Helio Castroneves, Justin Wilson und Dario Franchitti, zum ersten Boxenstopp. Das ganze vordere Feld blieb hingegen draußen und musste ab Runde 64 unter Grün zur Box. So wurde Sato vor Castroneves und Wilson an die Spitze des Feldes gespült. Mit ihren Stopps ab Runde 89 änderte sich das nur kurz, da in der Gelbphase ab Runde 98 das restliche Feld auf eine 4-Stopp-Strategie umschwenkte und stoppte. Abgesehen von den Phasen der Boxenstopps blieben Sato und Castroneves an der Spitze des Feldes. Im Überrundungsverkehr bauten Satos Reifen stärker ab als bei Castroneves und er musste schon in Runde 200 seine Reifen zum letzten Mal wechseln. Die Positionen, die er dabei verlor, konnte er nicht mehr gut machen, da das restliche Spitzenfeld bis zur Gelbphase ab Runde 211 fahren konnte. Mit dem Stopp unter Gelb sparten sie natürlich Zeit und hatten auch noch die besseren Reifen gegenüber Sato. Am Ende blieb für den kleinen Japaner nur Platz 7.

Ryan Hunter-Reay ging von Platz 4 ins Rennen und konnte sich locker hinter Marco Andretti auf Platz 2 halten. Beim ersten Stopp von Marco Andretti verkantete der Tankstutzen und er verlor einige Zeit und Positionen. In Runde 97 blieb er dann auch noch mit einem Elektronikdefekt auf der Gegengeraden liegen. Nach Andrettis Pech war Ryan Hunter-Reay immer der Führende innerhalb der Gruppe der Fahrer auf derselben Strategie. Nach dem letzten Boxenstopp bzw. dem Restart in Runde 220 konnte er sich zügig von Helio Castroneves absetzten. Er war etwas 2 MPH im Rundendurchschnitt schneller als das restliche Feld und fuhr ungefährdet zum Sieg.

Helio Castroneves war lange auf derselben Strategie wie Takuma Sato, konnte aber seinen vorletzten Stint bis Runde 213 verlängern. Wie schon in Texas war das Reifenschonen der Schlüssel zum Erfolg. Mit Platz 2 konnte er auch die Führung in der Meisterschaft verteidigen. Ein richtig gutes Ovalrennen zeigte auch Will Power. Vier Runden vor Ende versuchte er einen Angriff auf seinen Teamkollegen und nicht nur Roger Penske wird in dem Moment die Luft angehalten haben. Power kam mit den linken Reifen auf den Apron und fast hätte er sein und auch Castroneves Rennen beendet. Das war aber nur das letzte einer Vielzahl an engen Duellen im ganzen Feld. Alle blieben aber im fairen Rahmen und insgesamt war es perfektes Ovalracing.

Hinter den beiden Penske Dallara kamen die restlichen Andretti-Autosport-Piloten ins Ziel. EJ Viso und James Hinchcliffe folgten der Strategie von Ryan Hunter-Reay, waren aber unauffälliger und auch etwas langsamer als ihr Teamkollegen unterwegs. Scott Dixon und Dario Franchitti auf den Plätzen 6 und 8 waren die letzten Fahrer in der Führungsrunde. So ganz Rund läuft es bei Chip Ganassi Racing in diesem Jahr nicht. Auch Platz 17 für Chalie Kimball zeigt dies. Es fehlt nicht nur ein Sieg, sondern vor allem fehlt auch die Konstanz. Neben Ergebnissen in den Top 10 bzw. sogar Top 5 sind auch einige Platzierungen außerhalb der Top 20 zu finden.

Justin Wilson sicherte Dale Coyne Racing mit Platz 9 wieder ein Top-10-Ergebnis. Seine Teamkollegin Ana Beatriz fiel nur durch ihren Mauerkontakt in Runde 210 auf. Ihr fehlt einfach die Fähigkeit, wirklich schnell zu sein, nur die beiden Rahal-Lettermann-Lanigan-Racing-Fahrer Graham Rahal mit Platz 16 und James Jakes mit Platz 18 waren ähnlich langsam unterwegs. Beide hatten aber auch Pech beim ersten Restart in Runde 27, als sich direkt vor ihnen Alex Tagliani drehte. Jakes konnte rechtzeitig bremsen aber Rahal fuhr ihm hinten in den Diffusor und beschädigte seinen Frontflügel. Tagliani schied dann in Runde 146 mit Getriebeschaden aus.

Toni Kanaan bildete den Abschluss der Top 10. Ganz zufrieden dürfte er damit nach den sehr guten Ovalergebnissen in Indianapolis und Texas nicht sein. Noch viel schlechter verlief das Rennen für seine Teamkollegin Simona de Silvestro. Schon in Training und Qualifikation kam sie mit Strecke und Auto nicht zu recht und in Runde 20 drehte sie sich auf Platz 22 liegend in die Mauer. Platz 11 ging an Josef Newgarden vor Simon Pagenaud. Tristan Vautier, Teamkollege von Pagenaud bei Sam Schmidt, schied in Runde 173 mit einem mechanischen defekt aus.

Entgegen meiner Vermutung in der Vorschau sind beide Dragon-Racing-Fahrer zumindest zeitweise sehr positiv aufgefallen. Bis zur ersten Runde der Boxenstopps konnten sich Sebastien Bourdais und Sebastian Saavedra in den Top 10 halten. Bourdais bekam in Runde 52 aber Probleme mit dem Benzindruck und rollte langsam in die Box. Dort überfuhr er den Schlauch zu einem Pressluftschrauber und musste zur Strafe direkt wieder durch die Boxengasse fahren. In Runde 152 musste er dann sein Auto mit defekter Benzinpumpe ganz abstellen. Saavedra rutschte in Runde 202 leicht nach außen in den Dreck neben der Ideallinie und touchierte leicht die Mauer. In Folge konnte er nicht mehr ganz das Tempo mitgehen, doch am Ende blieb mit Platz 13 ein ordentliches Ergebnis.

Mit zwei Runden Rückstand belegten Ed Carpenter und Ryan Briscoe die Plätze 14 und 15. Im ersten Renndrittel fuhr Ed Carpenter lange in den Top 10. Ab Runde 150 hatte er mit einem schleichenden Reifenschaden zu kämpfen und verlor auf dem Weg in die Boxengasse viel Zeit. Ryan Briscoe tauchte hingegen nie weiter vorne auf und profitierte eher von Ausfällen bei seiner Top-15-Platzierung.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Helio Castroneves (299 Punkte) mit jetzt 16 Punkten Vorsprung auf Ryan Hunter-Reay (283). Mit seinem Ausfall büßt Marco Andretti (249) Platz 2 und viele Punkte ein. Bester Honda-Pilot ist Takuma Sato (223) auf Platz 4 vor Scott Dixon (221). Auf den Plätzen 6 und 7 sind mit jeweils einem Saisonsieg Tony Kanaan (215) und Simon Pagenaud (212) zu finden. Auf den Plätzen 8 bis 10 mit Justin Wilson (207), James Hinchcliffe (206) und Dario Franchitti (192) gab es keine Veränderungen zur Vorwoche. Will Power (188) hat sich zumindest auf Platz 11 verbessert.

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Die Rennen auf den Ovalen von Indianapolis und Texas zeigten, dass es den Motoren von Honda ein wenig an maximaler Leistung im Vergleich zu denen von Chevrolet fehlt. Sie besitzen im Gegenzug aber ein breiteres Drehzahlband. In den Kurven der Milwaukee Mile schalteten die Chevrolet Fahrer in den vierten Gang zurück. Takuma Sato im Honda hingegen konnte im fünften Gang durch die Kurven fahren. Je nach Strecke gleicht dies den Leistungsunterschied aus. Die neun Rennen teilen sich in sechs Chevrolet- und drei Honda-Siege auf. Von den sechs Chevrolet-Siegen gehen aber alleine vier auf das Konto von Andretti Autosport, die sicherlich nicht nur aufgrund des Motors zurzeit das Maß der Dinge sind.

Am nächsten Sonntag findet schon das nächste Ovalrennen mit dem Iowa Corn Indy 250 statt.

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June 14 2013

15:00

IndyCar: Vorschau Milwaukee IndyFest

Die IndyCar Series behält ihr Tempo bei und fährt an diesem Wochenende in West Allis. Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay gewinnen und damit den ersten Schritt zur Meisterschaft machen.

milwaukee_12

Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Die Milwaukee Mile besitzt eine große Tradition, die bis in die Zeit vor der Erfindung des Autos zurückreicht. Bereits 1876 wurde auf einem 1 Meile langen Kurs das erste Rennen ausgetragen – damals natürlich noch auf Pferden. Das erste Rennen mit deutlich mehr Pferdestärken fand dann 1937 statt und ab 1947 war es traditionell das erste Rennen nach den Indianapolis 500. Auch in den Jahren der Trennung der Formelserien behielt Milwaukee den Platz. Erst finanzielle Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Zuschauer führten zu einer Absage 2010 und einer Verlegung auf Mitte Juni ab 2011. Seit letztem Jahr ist Michael Andretti für die Ausrichtung des Rennens verantwortlich. Nicht nur die Traditionalisten hoffen, dass die Veranstaltung unter ihm wieder profitabel wird und die Milwaukee Mile ihren festen Platz im Kalender der IndyCar Series bekommt.

Strecke

Die Milwaukee Mile ist ein wenig der kleine Bruder des Indianapolis Motor Speedway. Mit einer Länge von 1,03 Meilen (1,66 km) ist sie natürlich deutlich kürzer, besitz mit vier symmetrischen 90° Kurven aber ein sehr verwandtes Layout. Auch die Kurvenüberhöhung von nur 9,25° ist dem IMS sehr ähnlich. Die Geschwindigkeiten sind natürlich deutlich niedriger. In der Qualifikation des Vorjahres über zwei fliegende Runden wurden trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 160 mph (257 km/h) erreicht.

Favoriten

Im Vorjahr konnte Ryan Hunter-Reay das Milwaukee IndyFest gewinnen. Es war der Auftakt zu drei Siegen in Folge, die ihm dann auch den Gewinn der Meisterschaft eingebracht haben. Er zählt, wie auch seine Kollegen bei Andretti Autosport, zu den größten Favoriten in diesem Jahr. Seit genau einem Jahr ist Andretti Autosport das Team, das es zu schlagen gilt. Fast die Hälfte der Rennen (7 von 16) gingen an Ryan Hunter-Rey und James Hinchcliffe. EJ Viso und Marco Andretti sind zwar ohne Sieg, aber vor allem Andretti ist konstant gut unterwegs.

Penske Racing hat sich mit dem Sieg von Helio Castroneves in Texas wieder zurück gemeldet. Auch Will Power hat mit dem Gewinn der Qualifikation aufhorchen lassen. Ein ganz starkes letztes Wochenende hatten auch die Piloten von KV Racing: Tony Kanaan wurde dritter und auch Simona de Silvestro hat mit Platz 16, in Anbetracht der Strafen, überzeugt. Einen sehr guten Oval-Lauf hat auch Ed Carpenter mit Pole und Platz 10 in Indianapolis und Platz 4 in Texas. Eine Wiederholung von Platz 8, den er im Vorjahr erreichte, sollte möglich sein.

Von den Honda-Teams muss man in erster Linie auf das Team von Chip Ganassi achten. Nach schlechtem Saisonstart nimmt Dario Franchitti mit drei Top-6-Ergebnissen in Folge langsam Fahrt auf und vor einem Jahr startete er von Platz 1. Die sehr gut in die Saison gestarteten Takuma Sato für AJ Foyt und Justin Wilson für Dale Coyne konnten zuletzt nicht mehr ganz dieses Niveau halten. Trotzdem sind beide für Überraschungen gut.

Ein Auge sollte man auch auf die beiden Franzosen bei Sam Schmidt haben. Tristan Vautier fährt eine solide Rookiesaison, aber Simon Paugenaud ist richtig gut in diesem Jahr. Einem DNF stehen immerhin fünf Top 10 und zwei weiter Top 15 Ergebnisse entgegen. Gar nicht gut waren die beiden bisherigen Ovalauftritte von Graham Rahal im Team seines Vaters. Mit den Plätzen 25 und 21 können weder Graham noch Bobby Rahal zufrieden sein. James Jakes war mit den Plätzen 20 und 12 deutlich besser, aber auch nicht wirklich gut unterwegs.

Nicht zu vergessen sind auch die kleinen Teams, Sarah Fisher Hartmann Racing und Barracuda Racing. Josef Newgarden und Alex Tagliani sind auf Ovalen immer für eine Überraschung gut. Eine große Überraschung wäre es dagegen, wenn Sebastian Saavedra und Sebastian Bourdais für Dragon Racing positiv auffallen würden. Leider geht es bei dem Team von Jay Penske nicht voran. Für Oriol Servia, der nächste Woche in Iowa fahren wird, übernimmt wieder Ryan Briscoe den Panther Dallara mit der Nummer 4. Briscoe wird versuchen, sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr einzufahren. In den letzten beiden Jahren, noch für Penske Racing, ist ihm dies aber auf der Milwaukee Mile nicht gelungen. Ana Beatriz fährt nach drei Rennen Pause wieder den Dale Coyne Racing Dallara mit der Nummer 18.

In Summe ist eine Vorhersage für das sehr ausgeglichene Feld der IndyCar Series in diesem Jahr nicht ganz einfach. Andretti Autosport dominiert zwar mit konstant guten Ergebnissen, aber die Zeiten als eigentlich nur zwei Teams für einen Sieg in Frage kamen, sind zum Glück vorbei. In den acht bisherigen Rennen gab es immerhin sieben verschiedene Sieger. Für James Hinchcliffe, Takuma Sato und Simon Pagenaud war es auch jeweils der erste Sieg in der IndyCar Series überhaupt.

Zeitplan

Freitag

11:00 pm EST (17:00 MESZ) – 12:00 pm freie Training
2:00 pm EST (20:00 MESZ) – 3:00 pm freie Training
5:15 pm EST (23:15 MESZ) – 6:30 pm Qualifikation

Samstag

3:00 pm EST (21:00 MESZ) Firestone Indy Lights Race

4:00 pm EST (22:00 MESZ) Übertragungsbegin NBC Sports
4:40 pm EST (22:40 MESZ) IZOD IndyCar Series Race

Für die Gegend um West Allis besteht eine geringe Chance auf Regen am Samstag. Bisher hatte die IndyCar Series Glück mit dem Wetter und so können wir hoffen, dass das Rennen pünktlich am späten Samstagabend stattfinden kann.

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June 11 2013

11:15

IndyCar: Analyse Firestone 550

Helio Castroneves gewann deutlich überlegen das Nachtrennen in Fort Worth. Er bewies damit, dass Penske Racing doch noch gewinnen kann und dass er ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft der IndyCar Series ist.

Helio Castroneves  (C) John Cote/IndyCar Media

Helio Castroneves
(C) John Cote/IndyCar Media

Wie schon beim Indy 500 zeigten sich die IndyCar-Fahrer in Texas sehr diszipliniert. Auch wenn die Starts bzw. die Restarts noch ausbaufähig sind, kamen sie ohne Unfall über die 220 Runden. Diese Entwicklung ist sehr positiv, auch wenn einigen „Fans“ sicher die „Action“ fehlt. Da aber in Fort Worth im Gegensatz zu Indianapolis die engen Windschattenduelle, vor allem um die Spitze, fehlten, waren die 550 km eine eher zähe Angelegenheit. Die Kommentatoren und die Regie von ABC hatten auch nicht ihren besten Tag, sodass Zuschauen keine absolute Freude war. Immerhin waren die Tribünen am Texas Motor Speedway sehr ordentlich gefüllt.

Um das Pack-Racing zu verhindern, wurde wie schon im Vorjahr der aerodynamische Abtrieb stark vermindert. Umso wichtiger wurde so natürlich die mechanische Haftung der Reifen. Firestone hatten auf Wunsch der IndyCar Reifen geliefert, die im Laufe des Stintes deutlich an Haftung verloren. Mit neuen Reifen konnten die Fahrer ohne Probleme 5 mph pro Runde schneller fahren. Der schonende Umgang mit den Reifen stellte sich als einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg von Helio Castroneves heraus. Sein Haftungsverlust zum Ende des Stintes war deutlich geringer als bei seinen Konkurrenten.

Neben den Reifen waren die Abstimmung der Wagen und natürlich die Fähigkeit der Fahrer entscheidend für schnelle Rundenzeiten. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Geschwindigkeit der einzelnen Wagen. An der Spitze legten die Andretti Autosport Dallara von Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay sowie die Penske Racing Dallara von Helio Castroneves und Will Power ein sehr hohes Tempo vor. In Runde 31 wurde schon Graham Rahal überrundet, obwohl eine frühe Gelbphase, ausgelöst durch einen Motorschaden bei Pippa Mann, erst in Runde 13 endete. Schnell folgten ihm Sebastian Saavedra, Oriol Servia, Simon Pagenaud.

Mitten in die erste Runde der Boxenstopps fiel die zweite Gelbphase als Scott Dixon nach seinem Boxenstopp nicht beschleunigen konnte und in Turn 4 seinen Wagen abstellen musste. Unter Grün verlor man mindestens eine Runde auf die Spitzenreiter bei einem Boxenstopp. Dadurch, dass nun einige Fahrer unter Gelb stoppten, konnten sich viele auch nicht mehr zurückrunden. Zum Restart in Runde 62 waren nur noch die Top 14 in der Führungsrunde. Da die IndyCar das Feld unter Gelb nicht sortiert, wie z.b. die NASCAR, waren überrundete Fahrer mitten unter den Top 14 und Charlie Kimball konnte sich so auch zurückrunden. Die Spitze übernahm Ryan Hunter-Reay vor Marco Andretti und Helio Castroneves. Im Mittelfeld gab es einige enge Kämpfe, meist aber zwischen Autos in unterschiedlichen Runden.

Ab Runde 90 verschlechterte sich das Fahrverhalten von Hunter-Reays Dallara deutlich durch abbauende Reifen und in Runde 94 musste er einen frühen dritten Stopp einlegen. In der Folge sah man sehr gut den Faktor, den neue Reifen ausmachten. Hunter-Reay schnitt durch das Feld und konnte sich in Runde 108 zurückrunden. In Runde 112 drehte sich Oriol Servia in Turn 1 und löste so die letzte Gelbphase aus. Wieder fiel sie mitten in die Runde der Boxenstopps. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Top 7, bestehend aus Helio Castroneves, Justin Wilson, EJ Viso, Ed Carpenter, Will Power, Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay in der Führungsrunde. Da aber alle geschlossen in Runde 116/117 in die Box fuhren, konnten sich einige Fahrer, unter anderem Simona de Silvestro, eine Runde zurückholen.

Simona de Silvestro hatte ein sehr bewegtes Rennen. Durch einen Motorwechsel musste sie von Platz 22 starten, konnte sich aber durch sehr schnelle Runden bis zur zweiten Gelbphase auf Platz 16 verbessern. Durch die Problematik mit den Boxenstopps verlor sie dann aber eine Runde, blieb aber deutlich Schnellste unter den überrundeten Fahrern. In der unübersichtlichen Situation um Runde 116/117 überholte Simona de Silvestro das Pace Car und musste nach dem Restart eine 30-Sekunden-Strafe absitzen. Mit drei Runden Rückstand und Platz 22 nahm sie das Rennen wieder auf. Mit extrem schnellen und konstanten Runden, nur Helio Castroneves war in der Regel ähnlich schnell unterwegs, konnte sie sich am Ende Platz 16 mit nur zwei Runden Rückstand sichern. Ohne das Pech mit Motorenwechsel und dem Rundenverlust während der zweiten Gelbphase sowie den Fehler mit dem Überholens des Pace Cars wäre ein absolutes Top-Ergebnis drin gewesen, vergleichbar mit Toni Kanaan, der Platz 3 holte.

Während Simona de Silvestro ihr eigenes Rennen unbemerkt bestritt, entschied sich vorne das eigentliche Rennen. Helio Castroneves konnte sich problemlos von Will Power und Ryan Hunter-Reay absetzten. Je tiefer die Sonne sank und damit auch die Temperatur der Strecke, umso besser wurde das Fahrverhalten von Castroneves Penske Dallara. Er nutzte dabei nicht die von den anderen Piloten favorisierte unterste oder die mittlere Linie, sondern fuhr erheblich höher durch die Kurven. Da Castroneves auch sehr schonend mit den Reifen umging, konnte er ohne Probleme auf eine Strategie mit nur einem weiteren Stopp setzten. Dieser Strategie folgten Will Power, Dario Franchitti, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe aus der Spitzengruppe. Marco Andretti und Toni Kanaan waren die Topfahrer der Gruppe, die auf zwei weitere Stopps setzten. Für beide sollte sich diese aggressive Strategie auszahlen. Beim letzten Restart in Runde 122 lagen sie noch auf den Plätzen 8 und 9. Bis zum Ziel konnten sie sich auf Platz 3 (Toni Kanaan) und Platz 5 (Marco Andretti) verbessern. Ein Angriff auf Helio Castroneves und Ryan Hunter-Reay war dann aber nicht mehr möglich. Nur die Top 5, mit Ed Carpenter auf Platz 4, konnten die volle Renndistanz von 228 Runden bzw. 550 km beenden. Das restliche Feld hatte mindesten eine Runde Rückstand.

Auf Platz 6 kam Dario Franchitti im besten Honda vor Will Power und Josef Newgarden ins Ziel. Newgarden hat sich im kleinen Team von Sarah Fisher zu einem guten, konstanten Fahrer entwickelt. Das war immerhin schon seine vierte Top-10-Platzierung in diesem Jahr. Die Top 10 in Texas schlossen die beiden restlichen Fahrer von Andretti Autosport James Hinchcliffe und EJ Viso ab. Auf Platz 11 folgte Takuma Sato, der bis zur Rennmitte noch gut in den Top 10 gelegen hatte. Mit kühler werdender Strecke kam er dann aber nicht mehr so gut zurecht. Letzter Pilot mit nur einer Runde Rückstand war James Jakes. Er war auf einer ähnlichen Strategie wie Marco Andretti und Toni Kanaan, absolvierte seinen letzten Stopp aber deutlich später. Für ihn zahlte sich diese Strategie nicht aus und von Platz 4 zum Zeitpunkt des Stopps fiel er noch auf Platz 12 zurück. Immerhin war er so noch deutlich besser als ein Teamkollege Graham Rahal. Dieser kam vom Beginn an nicht mit Strecke und Wagen zurecht und beendete mit fünf Runden Rückstand das Rennen auf Platz 21. Nur Alex Tagliani war, vor den ausgefallenen Scott Dixon und Pippa Mann, noch schlechter.

Nach dem guten Wochenende in Detroit waren die Fahrer von Sam Schmidt in Fort Worth deutlich unauffälliger unterwegs. Simon Pagenaud wurde auf Platz 13 und Tristan Vautier, der sein erstes Rennen auf einem so stark überhöhten Oval fuhr, auf Platz 18 gewertet. Sebastian Saavedra konnte sich mit Platz 14 zwar erheblich vor seinen Kollegen Sebastien Bourdais auf Platz 20 fahren, aber man muss sich schon fragen, ob Katherine Legge nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Besonders positiv sind beide Dragon Racing Piloten in diesem Jahr noch nicht aufgefallen. Mit Platz 15 dürfte Justin Wilson nicht ganz zufrieden sein. Zeitweise lag er in den Top 5, aber auch er kämpfte später mit der sich veränderten Strecke.

Das ganze Ergebnis ist auch hier auf der Seite der IndyCar zu finden.

In der Meisterschaft führt nun Helio Castroneves (256 Punkte) mit 22 Punkten Vorsprung auf Marco Andretti (237). Vorjahresmeister Ryan Hunter-Reay (232) liegt auf Platz 3 vor Indy-500-Sieger Toni Kanaan (195). Dahinter folgen punktgleich Simon Pagenaud und Takuma Sato mit jeweils 194 Punkten und einem Sieg. Noch ohne Sieg in dieser Saison belegen Scott Dixon (193) und Justin Wilson (184) die Plätze 7 und 8. Der zweimalige Sieger James Hinchcliffe liegt nur auf Platz 9 (176) vor Dario Franchitti (168).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Das Rennen hatte Samstag ein Overnight-Rating von 1.1 auf ABC. Abgesehen vom tragischen Saisonfinale 2011 in Las Vegas war das das beste Rating für ein Rennen der IndyCar auf ABC seit dem Saisonauftakt in St. Petersburg 2011. Eigentlich könnte man dies positiv sehen, wenn die 1.1 nicht ein absolute katastrophaler Wert für Sportübertragungen zur Prime Time wären. Zum Vergleich hatten NBC mit einem NHL Playoff Spiel (Kings, Blackhawks) ein Rating von 2.9 und Fox (regionale MLB-Spiele) sogar 3.2. Die beiden Detroit Rennen jeweils am frühen Nachmittag hatten ein endgültiges Rating von 0.6 (Samstag) und 0.7 (Sonntag). Das dürften die letzten rund 900.000 treusten Fans der IndyCar Series in den USA sein, die sich wirklich jedes Rennen anschauen. Auf eine ähnliche Quote kommt ja auch NBC Sports regelmäßig, das aber natürlich nicht über die Verbreitung eines großen Networks wie ABC verfügt.

Am nächsten Sonntag steht schon das Rennen auf der Milwaukee Mile auf dem IndyCar-Programm.

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May 11 2013

12:00

IndyCar: Indianapolis 500 Trainings- und Qualifikationsvorschau

Nach dem Ausflug nach Brasilien steht der restliche Mai ganz im Zeichen des Indy 500. Das Rennen findet zwar erst am Ende des Monats statt, aber schon heute beginnen die umfangreichen Trainingssitzungen.

lat abbott indy512 08381 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

Indianapolis Motor Speedway 2012
(C) LAT USA/IndyCar Media

Bis zum Rennen am 26. Mai stehen insgesamt acht Trainings- und zwei Qualifikationstage auf dem Programm. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu früher, als die Teams im Mai fast unbegrenzt Zeit zum Testen auf dem Indianapolis Motor Speedway hatten, aber trotzdem deutlich umfangreicher als bei jedem anderen Rennen. Die Qualifikation erstreckt sich mit dem Pole Day und dem folgenden Bumb Day über zwei Tage. Ob der Bump Day aber seinem Namen wieder gerecht wird, steht noch nicht fest. Bisher sind zwar 34 Teams gemeldet und damit müsste schon ein Team nach der Qualifikation die Heimreise antreten. Aber für den zweiten Wagen von Ed Carpenter sind bisher aber werder Fahrer noch Sponsoren bekannt. Ob uns also ein ähnlich dramatischer Bump Day wie 1995, als Penske Racing kein Auto qualifizieren konnte, bevor steht, ist noch fraglich. Ed Carpenter ließ schon verlauten, dass er sich ganz auf den Wagen mit der Nummer 20, den erst selbst pilotieren wird, konzentrieren will. Vielleicht gibt es ja auch noch kurzfristige Deals. Die Namen Buddy Rice und Sam Schmidt Motorsport sowie Brian Clauson und KV Racing machen die Runde.

Qualifikatiosmodus

Am Pole Day, der noch mal in zwei Segmente unterteilt ist, werden die ersten 24 Startplätze für das Indy 500 vergeben. In Segment 1 starten alle gemeldeten Autos zu mindestens einem Qualifikationsversuch. Die Reihenfolge, in der Wagen auf die Strecke gehen, wird am Freitag ausgelost. Ein Versuch besteht dabei aus vier fliegende Runden. Nachdem alle Autos ihren ersten Versuch abgeschlossen haben, stehen jedem Wagen-Fahrer-Gespann zwei weitere Versuche offen, sich zu verbessern. Startet man aber zu einem weiteren Versuch wird die bestehende Zeit gestrichen. Nach Ablauf von Segment 1 rücken die schnellsten neun Piloten in Segment 2 vor. Die Startplätze 10 bis 24 sind über die erreichten Zeiten in Segment 1 fest belegt.

Für Segment 2 bekommen die Teams für jeden Versuch einen frischen Satz Reifen. In umgekehrter Reihenfolge der Zeiten aus Segment 1 starten die Fahrer jeweils einen Qualifikationsversuch über vier fliegende Runden. Haben alle neun Fahrer ihren Versuch abgeschlossen, stehen jedem zwei weitere Versuche frei. Aber auch hier wird die vorher erzielte Zeit wieder gestrichen. Aus den Zeiten von Segment 2 ergibt sich die Startreihenfolge der Plätze 1 bis 9.

Nach dem Pole-Day sind 24 der maximal 33 Startplätze schon vergeben. Diese restlichen neun Plätze sind ausgehend von Segment 1 provisorisch gesetzt und können am Bump-Day noch verändert werden. Sollten mehr als 33 Autos gemeldet sein, können sich diese wiederum durch Versuche über vier fliegende Runden in das Feld der Qualifizierten fahren. Dabei stehen einem wieder drei Versuche zu und mit jedem gestarteten Versuch verliert man die gesetzte Zeit. Der Fahrer auf Qualifikationsplatz 33 sitzt auf der “Bubble” und kann von einem schnelleren Fahrer aus dem Indy 500 “gebumped” werden. Bei nur 33 gemeldeten Autos sind natürlich alle qualifiziert und am Bump Day wird nur die Startfolge ab Position 25 ausgefahren.

Rookie Orientation Program (ROP)

Rookies d.h. Fahrer ohne IndyCar-Erfahrung auf dem Indianapolis Motor Speedway, müssen das ROP durchlaufen. Zum einen werden sie langsam an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt, zum anderen müssen sie aber auch beweisen, dass sie keine Gefahr für sich und die anderen Piloten auf der Strecke darstellen. Für die Zulassung zur Qualifikation muss ein Rookie drei Stufen meistern: Zehn Runden mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 205 mph, 15 Runden mit 105 bis 210 mph und 15 Runden mit Geschwindigkeiten konstant über 210 mph.

Im letzten Jahr hatte Jean Alesi Probleme mit der dritten Stufe, was aber vor allem dem schwachen Lotusmotor und dem unerfahrenen Team geschuldet war. Eigentlich stellt das ROP keine wirkliche Hürde für die Rookies dar.

Entry List

1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 2 AJ Allmendinger Team Penske 3 Helio Castroneves Team Penske 4 JR Hildebrand Panther Racing 5 EJ Viso Andretti Autosport 6 Sebastian Saavedra Dragon Racing 7 Sebastian Bourdais Dragon Racing 8 Ryan Briscoe* Chip Ganassi Racing 9 Scott Dixon Target Chip Ganassi Racing 10 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 11 Tony Kanaan KV Racing Technologie 12 Will Power Team Penske 14 Takuma Sato AJ Foyt Enterprises 15 Graham Rahal Rahal Lettermann Lanigan Racing 16 James Jakes Rahal Lettermann Lanigan Racing 17 Michel Jourdain jr.* Rahal Lettermann Lanigan Racing 18 Ana Beatriz Dale Coyne Racing 19 Justin Wilson Dale Coyne Racing 20 Ed Carpenter Ed Carpenter Racing 21 Josef Newgarden Sarah Fisher Hartmann Racing 22 Oriol Servia Panther Dreyer & Reinbold Racing 25 Marco Andretti Andretti Autosport 26 Carloz Munoz(R)* Andretti Autosport 27 James Hinchcliffe Andretti Autosport 40 TBA Ed Carpenter Racing 41 Conor Daly(R)* AJ Foyt Enterprises 55 Tristan Vautier (R) Schmidt Peterson Motorsport 60 Townsend Bell* Panther Racing 77 Simon Pargenaud/td> Schmidt Hamilton HP Motorsport 78 Simona de Silvestro KV Racing Technologie 83 Charlie Kimball Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 91 Buddy Lazier* Buddy Lazier 98 Alex Tagliani Barracuda Racing tba Pipa Mann* Dale Coyne Racing

(R)    Rookie
*     nicht Vollzeit

Zeitplan

11.05. Practice Day 1:      12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

12.05. Practice Day 2:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training,

2:00 pm – 4:00 pm Rookie Orientation Program

13.05. Practice Day 3:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

14.05.Practice Day 4:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

15.05.Practice Day 5:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

16.05.Practice Day 6:     12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

17.05.Fast Friday:

12:00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm (0:00 MESZ) freies Training

18.05. Pole Day:

8:00 am (14:00 MESZ) – 8:30 am freies Training Gruppe 1
8:30 am (14:30 MESZ) – 9:00 am freies Training Gruppe 2
9:00 am (15:00 MESZ) – 11:00 am freies Training
11:00 am (17:00 MESZ) – 4:00 pm Qualifikationssegment 1
4:30 pm (22:30 MESZ) – 6:00 pm Qualifikationssegment 2

19.05. Bump Day:

12.00 pm (18:00 MESZ) – 6:00 pm Bump Day Qualification

24.05. Carb Day:

11:00 am (17:00 MESZ) – 12:00 pm Abschlusstraining
12:30 pm (18:30 MESZ) Firestone Freedom 100 Race Indy Lights

Am Fast Friday wird hauptsächlich an der Abstimmung für die Qualifikation gearbeitet. Deshalb sind dann höhere Geschwindigkeiten als während der sonstigen Trainingssitzungen, in denen an der Rennabstimmung gearbeitet wird, zu erwarten.Das Abschlusstraining am Carb Day diente früher zur Einstellung der Vergaser (caburator). Heutzutage werden die nach der Qualifikation überholten Wagen ein letztes Mal vor den 500 Meilen getestet.

 IndyCar: Indianapolis 500 Trainings  und Qualifikationsvorschau

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May 09 2013

10:18

IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe ist, nach seinem primären Sieg bei den IndyCars überhaupt in St. Petersburg, der erste Fahrer in dieser Saison mit seinem zweiten Saisonsieg. Für sein Team Andretti Autosport ist es schon der dritte Sieg im vierten Rennen.

Hichcliffe Sao Paulo IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

James Hinchcliffe
(C) Chris Jones/IndyCar Media

Das Rennen kann man eigentlich in zwei Abschnitte teilen: Die ersten 60 Runden, inklusive der Qualifikation, in denen schon ein Teil der großen und kleinen Favoriten strauchelten und einer wahnsinnig intensiven Schlussphase. In dieser sich dann der Zweikampf von Takuma Sato und Josef Newgarden zu einem Fünfkampf mit James Hinchcliffe, Marco Andretti und Oriol Servia um den Sieg und das Podium entwickelte. Erst in der letzten Kurve des Rennens konnten sich Hinchcliffe gegen Sato und Andretti gegen Newgarden und Servia durchsetzen. Mit hartem aber immer fairen Racing zeigten sie das spektakulärste Rennende in dieser Saison.

Das sehr gute Abschneiden von Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartman Racing und Oriol Servia für Dreyer & Reinbold Racing wurde begünstigt durch die Probleme der größeren Teams. Für Penske Racing fingen diese schon in Qualifikationssegment 1 an. James Jakes verursachte mit einem Unfall einen Abbruch und weil die Zeit weiterlief konnten weder Will Power noch Helio Castroneves eine Zeit setzen und mussten von Platz 18 (Castroneves) und 22 (Power) aus starten. Will Power konnte sich bis Runde 18 sehr gut nach vorne arbeiten, musste aber nach einem technischen Defekt, Öl trat aus und endzündete sich am heißen Auspuff, seinen Penske Dallara auf Position 11 liegend abstellen. Helio Castroneves war in mehrere kleine Unfälle verwickelt. So wurde er z.B. bei einem Restart in Runde 26 von Scott Dixon in einen Dreher geschickt. Am Ende blieben für die beiden Penske Piloten nur die Plätze 13 und 24. Mit Platz 13 verlor Helio Castroneves auch die Führung in der Meisterschaftswertung.

Bei der Aktion gegen Castroneves beschädigte sich Scott Dixon seinen Frontflügel und musste diesen später in einem Extrastopp wechseln lassen. Im Mittelfeld steckend, konnte er sich auch nicht mehr nach vorne arbeiten und musste sich mit Platz 18 begnügen. Sein Teamkollege Dario Franchitti war von der Pole gestartet, konnte im Rennen diese Zeiten aber nie bestätigen. Er wurde früh von Ryan Hunter-Reay überholt und fiel sukzessive nach hinten. Probleme am linken Hinterrad beim letzten Pitstop verhinderten endgültig, dass er in den Kampf um das Podium eingreifen konnte. Mit Platz 7 betrieb er aber Schadensbegrenzung.

Ryan Hunter-Rey blieb, nachdem er Franchitti überholt hatte,  für  weite Teile des Rennens in führender Position. In Runde 10 musste er die Führung an Toni Kanaan abgeben, konnte sich diese aber beim Stopp unter Gelb in Runde 19 zurückholen. Takuma Sato überholte Hunter-Reay in Runde 34, musste aber aufgrund eines leicht anderen Boxenrhythmus, die Führung bei seinem Stopp zwei Runden später wieder abgeben. In Runde 46 verlor Ryan Hunter-Reay durch einen Luftverlust im Hinterreifen  massiv an Zeit und der folgende Reifenwechsel beförderte ihn ins umkämpfte Mittelfeld, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Mit Platz 11 war er am Ende schlechtester Pilot von Andretti Autosport.

Nach Hunter-Reys Problemen erbte Toni Kanaan die Führung. Das Publikum hatte aber nur wenige Runden Freude an der Führung des heimischen Piloten, da dieser mit mangelndem Benzindruck erst zurückfiel und dann seinen KV Dallara ganz abstellen musste. Nach kurzer Reparaturpause, während der so ausgelösten Gelbphase, konnte er das Rennen auf Platz 21 beenden. Da auch Ana Beatriz ihren Dale Coyne Racing Dallara früh mit technischem Defekt abstellen musste, gab es in diesem Jahr wieder kein gutes Ergebnis für die brasilianischen Piloten in Sao Paulo.

In Runde 55 führte ein Unfall von Justin Wilson, der bis dahin nicht an seine gute Form anknüpfen konnte, zur letzten Caution. Der Restart in Runde 59 läutete dann die atemberaubende Schlussphase ein. Hinter Takuma Sato hatte sich Josef Newgarden geschoben, der von seiner Box aufgefordert wurde, an die Punkte zu denken und nicht zu viel zu riskieren. So ganz hielt er sich nicht an die Anweisung und blieb nah an Sato dran. Mit etwas Abstand folgten James Hinchcliffe und Simon Pagenaud, der aber Probleme mit den Reifen bekam und auf Platz 9 zurückfiel. Ab Runde 66 wurde der Kampf zwischen Sato und Newgarden härter und durch die Kampflinien konnte Hinchcliffe aufschließen. Dieser hatte sich mehr Push-to-pass Einsätze aufgespart, konnte so in den Zweikampf eingreifen und in Runde 72 Newgarden in der Spitzkehre am Ende der lange Gerade überholen. An dieser Stelle sollten sich auch alle weiteren kritischen Manöver abspielen. Mittlerweile fanden auch Marco Andretti und Oriol Servia den Anschluss an die Kampfgruppe. Sato verteidigte seine Führung geschickt erst gegen Newgarden dann gegen Hinchcliffe indem er klassisch innen die Tür zumachte. Die Aktionen waren hart aber noch absolut im normalen Rahmen. In der letzten Runde rutschte er aber etwas weit heraus und James Hinchcliffe konnte innen zum Sieg vorbei gehen. Auf gleiche Art und Weise konnten sich auch Marco Andretti und Oriol Servia noch an Josef Newgarden vorbei schieben. Das fantastische Finish entschädigte doch für ein nicht immer spannendes Rennen.

Sehr interessant sind die verschiedenen Boxenstrategien der Top-5, die trotzdem für jeden einzelnen erfolgreich waren. Josef Newgarden musste nach einer Strafe das Rennen von Startplatz 23 in Angriff nehmen und setzte mit einem Stopp während der ersten Gelbphase in Runde 7 auf eine aggressive 3-Stopp-Strategie. Hinchcliffe, Sato, Andretti und Servia hingegen nutzen erst die zweite Caution in Runde 21 für ihren ersten Stopp. Mit Benzinsparen konnte man mit einem weiteren Stopp durchfahren, was Oriol Servia auch gemacht hat. James Hinchcliffe und Marco Andretti hingegen füllten in der direkt folgenden Caution in Runde 25 bzw. 26 ihre Tanks auf und waren auch ohne Sparmodus auf der sicheren Seite. Takuma Sato setzte direkt auf drei Stopps und kam jeweils in der Doppel-Caution in Runde 38 und 42 in die Box. Die letzte Gelbphase führte dann alle Strategien wieder zusammen. Josef Newgarden konnte sich dank seiner aggressiven Strategie von Platz 23 auf Platz 5 verbessern. Aber auch Takuma Sato (12 auf 2), Oriol Servia (13 auf 4), und Marco Andretti (10 auf 3) können sich sicher nicht bei ihren Teams beschweren.

Hinter der Kampfgruppe kamen EJ Viso, Dario Franchitti, Simona de Silvestro, Simon Pagenaud und Charlie Kimball ins Ziel. Außer Franchitti, hatten alle ein sehr unauffälliges Rennen und waren entsprechend auch kaum im Fernsehen zu sehen. Im hinteren Mittelfeld platzierten sich, abgesehen von Ryan Hunter-Reay (Platz 11), Helio Castroneves (Platz 13) und Scott Dixon (Platz 18), die üblichen Verdächtigen in Form von Alex Tagliani, Sebastian Bourdais, JR Hildebrand, Tristan Vautier , James Jakes und Sebastian Saavedra.  Mit Rundenrückstand komplettierten ab Platz 20 Justin Wilson, Toni Kanaan und Ed Carpenter das Feld vor den ausgefallenen Will Power und Ana Beatriz.

In der Meisterschaft führt nun Takuma Sato mit 136 Punkten vor Marco Andretti (123) und Helio Castroneves (116). James Hinchcliffe folgt, mit zwei Siegen aber auch zwei DNF, auf Platz 4 (112) vor Scott Dixon (101) und dem amtierenden Meister Ryan Hunter-Reay (94). Sehr gut liegen auch Justin Wilson (91) und Oriol Servia (89) für die kleinen Teams von Dale Coyne und Dreyer & Reinbold Racing in der Meisterschaft. Simona de Silvestro (86) und Charlie Kimball (80) vervollständigen die Top 10. Die eigentlichen Toppiloten Dario Franchitti, Tony Kanaan und Will Power sind nur auf den Plätzen 15, 17 und 18 zu finden.

Zum Abschluss noch die Links zum Rennergebnis und zur Meisterschaftswertung.
Am nächsten Wochenende geht es schon weiter mit der Eröffnung des Indianapolis Motor Speedway für die freien Trainingssitzungen. Das Indianapolis 500 findet dann am 26.05. statt.

 IndyCar: Analyse 4. Rennen in Sao Paulo

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August 12 2012

15:03

Formula Nippon: Joao Paulo de Oliveira meldet sich mit Sieg in Motegi im Meisterschaftskampf zurück

In einem eher statischen Rennen setzte Joao Paulo de Oliviera auf dem Twin Ring Motegi genau den Pflichtsieg um, der vor dem vergangenen Wochenende von ihm verlangt wurde, während die Glanzfahrt seines Teamkollegen Tsugio Matsuda in einem dramatischen Finale hingegen nicht belohnt wurde. Der Meisterschaftskampf spitzt sich derweil weiter zu: In den zwei verbleibenden Rennen haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel.

Fast schon spannender als das eigentliche Rennen war die langersehnte Ankündigung der JRP zum neuen Seriennamen, den die Formula Nippon ab 2013 tragen wird. Wie angekündigt ließ JRP-Präsident Hiroshi Shirai zusammen mit Fahrervertreter Tsugio Matsuda um 9:50 Uhr Ortszeit die Katze aus dem Sack: Ab 2013 heißt die Rennserie Japanese Championship Super Formula (offizielle Abkürzung SF), wobei das Japanese Championship lediglich zur Langfassung des Namens gehört, ähnlich dem alten Namen: All-Japan Championship Formula Nippon.

Während der geneigte Westler beim neuen Seriennamen sich womöglich an die Superleague Formula erinnert fühlt, ist die minder erfolgreiche Formel-Serie mit der „bahnbrechenden“ und offensichtlich wohlüberlegten Idee Fußball-Mannschaften als Sponsoren der Teams dienen zu lassen, im Land der aufgehenden Sonne selbstredend absolut unbekannt. Oder anders ausgedrückt: Während in Europa eventuell um die 1% der gesamten Bevölkerung den Namen schon mal gehört haben könnten, sind es in Japan vermutlich 0,1% der Bevölkerung. Stattdessen ist der neue Serienname natürlich eine Anlehnung an die Super GT, schließlich schlägt die Formula Nippon / Super Formula mit der Expandierung im asiatischen Raum einen ähnlichen Weg wie die japanische Sportwagen-Serie ein. Ziel ist es, so Hiroshi Shirai, auf Augenhöhe mit der Formel-1-Weltmeisterschaft und der IZOD IndyCar Series im asiatischen Raum zu gelangen, und neben der höchsten, japanischen Formel-Serie auch die höchste Formel-Serie Asiens zu werden. Während die Formel 1 eventuell etwas zu ambitioniert klingt, ist das Greifen nach der IndyCar durchaus realistischer. Natürlich heißt die Expandierung nicht, dass man die eigenen Wurzeln verlassen werde. Man ist und bleibt eine japanische Rennserie, die, ähnlich der Super GT, internationaler im asiatischen Raum agieren möchte, was letztlich auch der Hauptgrund für den Namenswechsel ist. Nach den Regularien des Weltmotorsport-Verbandes FIA darf eine Rennserie, die in mehr als drei Ländern unterwegs ist, nicht mehr als reine, nationale Meisterschaften gelten und muss von der FIA autorisiert werden. Aus diesem Grund hatte sich 2005 auch die JGTC in Super GT umbenannt.

Der Namenswechsel für ab dem 1. Januar 2013 bedeutet bislang allerdings noch, dass Raider nun Twix heißt, denn Änderungen im für das kommende Jahr bereits veröffentlichten, provisorischen Rennkalender – die Genehmigung durch die FIA steht noch aus – gibt es keine. Wie in diesem Jahr wird die Saison in Suzuka eröffnet. Im Anschluss geht es nach Motegi, Autopolis, Fuji, erneut Motegi, Sugo und zum großen Finale wieder nach Suzuka. 2013 kann deshalb wohl als Übergangsjahr bezeichnet werden, wohl auch damit sich die japanischen Fans an den neuen Namen gewöhnen und die JRP die Werbetrommel einmal kräftig umrühren kann. Die großen Änderungen sollen 2014 kommen. Zum einem in Form eines neuen Einheitswagens, der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vom italienischen Hersteller Dallara – entgegen der Angaben der Kollegen aus der schreibenden Zunft, die meine Aussagen paraphrasiert haben, steht eine offizielle Bestätigung seitens der JRP sowie Dallara noch aus! –, zum anderen mit dem (hoffentlich) ersten Auslandsrennen. Realistischster Kandidat hierfür ist die F1-Strecke in Südkorea, wo die Super GT im kommenden Jahr ein Einladungsrennen bestreiten wird. Der Erfolg des Events wird vermutlich ausschlaggebend für die weitere Planung seitens der Japan Race Promotion sein. Weitere Standorte für die Zukunft sind unter anderem Malaysia und China. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben der Formula Nippon, die nach 12 Jahren einen weiteren Schritt in ihrer langen Historie seit 1973 (damals noch Japanese Formula 2) einleiten wird. Ein Schritt, den wir hoffentlich mit Genuss verfolgen dürfen.

Selbstverständlich stand am vergangenen Sonntag auch noch ein 53-Runden langes Rennen auf dem Twin Ring Motegi an. Ein Rennen, dass den Fahrern mit rund 35 Grad Außentemperatur alles abverlangte. Wer nach der Zieldurchfahrt in die verschwitzten und erschöpften Gesichter blickte, erkannte sofort, wie konditionell anstrengend Motorsport doch ist. Die ersten beiden Startreihen waren komplett in der Hand von Impul und Tom’s. Joao Paulo de Oliveira ging von der Pole Position ins Rennen, dahinter sein Teamkollege Tsugio Matsuda, gefolgt von Kazuki Nakajima und André Lotterer. Loic Duval komplettierte die Top 6, während Takuya Izawa mit P9 einen eher suboptimalen Startplatz hatte. Auch der Fast-Sensationssieger von Fuji, Kazuya Oshima, erwischte mit P10 eine eher schlechte Qualifikation, die nicht sein fahrerisches Können oder die Leistung von Team LeMans widerspiegelte. Am Start überholte der leicht besser wegkommende Tsugio Matsuda seinen Teamkollegen de Oliveira, musste sich aber bereits nach einer Kurve wegen leichten Übersteuerns dem Brasilianer aber wieder geschlagen geben. Ironischerweise war genau dieses Manöver der einzige Zeitpunkt im gesamten Rennen, an dem der Champion von 2010 in Bedrängnis geriet. Einen absoluten Raketenstart legte hingegen Koudai Tsukakoshi hin. Wohl wissend, dass ein Podiumsplatz für den immer enger werdenden Meisterschaftskampf essentiell ist, katapultierte sich der Docomo-Fahrer von Startplatz 5 noch vor der ersten Kurve auf P3 vor. Titelverteidiger André Lotterer hatte beim Start zwar mit durchdrehenden Hinterreifen zu kämpfen und verlor deshalb die Position an Tsukakoshi, krallte sich im Gegenzug aber seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima.

Bei Tsukakoshis Vorstoß riss sich der Japaner noch in der ersten Kurve einen kleinen Teil seines Frontflügels am hinteren, linken Ende des Wagens von Tsugio Matsuda ab. Trotz der spürbaren, fehlenden Downforce verteidigte er sich sehr intelligent und mit allen Mitteln bis zum ersten Boxenstopp gegenüber Lotterer (und später Nakajima), was ihm nicht nur viel Lob von der japanischen Presse, sondern auch den Fans einbrachte – zurecht! Ebenfalls noch in der ersten Runde, beim Anbremsen auf Kurve 2, verschätzte sich Koki Saga und krachte in das Heck von Ryo Orime. Beide Fahrer segelten ins Kies, und mussten das Rennen aufgeben. Vorne kontrollierte hingegen Joao Paulo de Oliviera das Rennen und setzte sich von seinen Verfolgern ab. Trotz schnellerer Rundenzeiten konnte der Brasilianer seine Reifen schonen und etwas Benzin sparen. Hinter seinem Teamkollegen Matsuda versuchte André Lotterer, erfolglos, an Koudai Tsukakoshi vorbeizukommen, hinter dem sich ein kleiner Zug mit Nakajima, Duval und den ebenfalls sehr gut gestarteten Takuya Izawa bildete. In der fünften Runde schlich Naoki Yamamoto mit Getriebeproblemen langsam um den Kurs, nachdem bereits kurz nach dem Start der Funk bei ihm ausfiel. Es war kein gutes Wochenende für den Mugen-Fahrer, der bereits in der Qualifikation sich über Probleme beklagte und seinen FN09 nur auf Position 13 qualifizierte. Nach einer längeren Reparaturphase kam Yamamoto mit 18 Runden Rückstand zwar wieder zurück auf die Strecke, wurde am Ende aber nicht mehr in die Liste der gewerteten Piloten (bis Runde 46) aufgenommen. Vielmehr ging es in den letzten Runden wohl darum, Daten zu sammeln und zu schauen, ob der Wagen wieder ordnungsgemäß läuft.

Vorne blieb es derweil hingegen ruhig. De Oliveira setzte sich mit Rundenzeiten zwischen 1:38 sowie 1:39 Minuten von der Konkurrenz ab, während der Abstand zwischen Tsukakoshi und Lotterer stets schwankte. Stellenweise wirkte es so, als ob Tsukakoshi etwas schneller könnte (oder Lotterer mit Absicht etwas langsamer machte), während der Deutsche kurz vor den Boxenstopps sich hingegen wieder bis an den Diffusor des Docomo-Piloten heranrobbte. Im hinteren Feld entwickelte sich hingegen ein Dreikampf um P12 zwischen Toshihiro Kaneishi, Daisuke Nakajima und Yuji Kunimoto. Trotz dass das Überholen mit Formel-Fahrzeugen auf dem Twin Ring Motegi eher zu den schwierigeren Disziplinen gehört, war dieser Dreikampf recht ansehnlich. Würde man anstatt Kampf allerdings „beschnuppern“ schreiben, so wäre dies sicherlich ebenfalls nicht falsch.

In Runde 19 eröffnete Kazuya Oshima die Reihe an Boxenstopps. Ärgerlich: Bei einer schnellen Stoppzeit von lediglich 15 Sekunden würgte Oshima beim losfahren seinen Wagen ab, wodurch er wertvolle Sekunden verlor und letztlich auch aus den Top 10 flog. Passend zu seinem eher schlechten Wochenende und dem Fehler beim Boxenstopp, versagten zehn Runden vor Schluss die Bremsen an seinem Wagen, weshalb er vor der Überführung (zwei Kurven vor Start und Ziel) ins Kies abflog. Glücklicherweise schlug er nirgendwo an und konnte den Wagen langsam gen Box retten. Zwar sind Brems- und Reifenverschleiß in Motegi immer ein besonderes Thema, am vergangenen Wochenende spielten sie bei 35 Außen- und über 52 Grad Asphalttemperatur aber nochmals eine größere Rolle. Alle Fahrer gingen deshalb auf Nummer sicher und wechselten beim Stopp alle vier Reifen. Nachdem in Runde 20 Yuji Kunimoto seine Crew ansteuerte, folgte im 21. Umlauf Takuya Izawa (16,6 Sekunden Stoppzeit). Direkt eine Runde nach ihm folgte Titelverteidiger André Lotterer, der zu diesem Zeitpunkt erneut im Diffusor von Tsukakoshi klebte und kein vorbeikommen sah. Zwar dauerte der Stopp des Duisburgers mit 17,1 Sekunden etwas länger, dennoch kam er vor Izawa wieder auf die Strecke zurück. Ein entscheidender Faktor, denn nun hatte Lotterer für kurze Zeit freie Bahn. Die Entscheidung von ihm und Team Petronas Tom’s war goldrichtig: Zwei Runden später bog Koudai Tsukakoshi zum Service ab. Trotz dass seine Standzeit mit 16,1 Sekunden genau eine Sekunde schneller als die des Deutschen war, überholte Lotterer ihn aufgrund einer deutlich schnelleren In- und Outlap am Boxenausgang. Wie zu erwarten setzte sich Lotterer im Anschluss direkt vom Japaner ab, der selbstredend noch immer mit der geringeren Downforce aufgrund seines beschädigten Frontflügels zu kämpfen hatte.

Erstaunlich schnell war die Standzeit des Franzosen Loic Duval, der im 24. Umlauf in die Box kam und nach nur 13,6 Sekunden wieder seine Crew verließ. Die schnelle Standzeit blieb allerdings unbelohnt, denn kurz vor der Ausfahrt wurde der Champion von 2009 von Takuya Izawa überholt, der ein starkes Rennen fuhr und seine Pace nach seinem Boxenstopp nochmals erhöhen konnte. Izawas Ziel war der Meisterschaftsführende Kazuki Nakajima, der eine Runde später zum Service abbog und insgesamt 15,8 Sekunden stand. Spannend wurde es dann am Boxenausgang, als Nakajima knapp vor Izawa blieb und sich trotz kalter Reifen gegenüber seinem Landsmann behaupten konnte. Für Nakajima war dies insbesondere deshalb wichtig, weil er sich nach nur wenigen Runden wieder etwas von Izawa absetzen und Druck auf Tsukakoshi ausüben konnte, der womöglich ein Déjà-vu erlebte. Anstatt Lotterer war es nun nämlich der zweite Tom’s-Wagen, der groß in seinem Rückspiegel auftauchte. Trotz aller Bemühungen seitens Nakajimas sollte es bis zum Rennende allerdings kein vorbeikommen des ehemaligen F1-Piloten an Tsukakoshi geben. In der 26. respektive der 27. Runde schlossen Matsuda und de Oliveira die Boxenstopps der Spitzenreiter ab. Auffallend war der längere Stopp von Matsuda, der das gesamte Rennen über langsamer als de Oliveira war, und trotzdem ein paar Liter mehr an Benzin nachfüllen musste.

In Runde 34 machte der Rookie Hironobu Yasuda mit der schnellsten Rennrunde von 1:38.168 auf sich aufmerksam. Es war sein Versuch, noch in die Punkteränge zu gelangen, nachdem er trotz der guten, achten Startposition im Rennen etwas zurückfiel und am Ende mit Kohei Hirate sich um den letzten Punkt stritt. Die Mühen des Kondo-Racing-Piloten blieben allerdings unverdient: Am Ende musste er sich mit weniger als einer Sekunde Abstand Hirate geschlagen geben. Abgesehen vom Kampf um Position 4 zwischen Tsukakoshi und Nakajima war dies das spannendste Duell in der Schlussphase. Zwar machte Lotterer pro Runde ein bisschen Zeit auf Matsuda gut, der Abstand war allerdings zu groß, um ihn unter normalen Umständen noch zu attackieren.

Drei Runden vor Schluss nahm dann das Drama um Tsugio Matsuda seinen Lauf, als er pro Runde mehrere Sekunden verlor und von André Lotterer spielend überholt wurde. Anfangs gingen die japanischen Kommentatoren aufgrund des seltsamen Klangs des Motors von einem Zündungsproblem aus. Wie im aLive-Ticker geschrieben, wirkte es in einer zweiten Theorie, nach erneuten, genaueren hinhören, auf mich allerdings so, als würde Matsuda die Gänge nicht mehr entsprechend einlegen können. Meine Theorie, die kurze Zeit auch später vom J-Sports-Boxenreporter eingeworfen wurde, stellte sich nach Bestätigung seitens Impuls letztlich als richtig heraus. Tsugio Matsuda litt kurz vor Schluss unter einem ähnlichem Getriebeproblem wie Naoki Yamamoto. Zwar versuchte der Japaner, der in diesem Jahr nach dreijähriger Abstinenz sein Comeback feierte, noch mit allen Mitteln (unter anderem mit Zuhilfenahme des Overtake-Buttons) den dritten Platz zu verteidigen, kämpfte letztlich aber mit stumpfen Waffen und musste sich der Konkurrenz geschlagen geben. Am Ende rutschte er sogar bis auf den siebten Platz herab. Sichtlich frustriert stellte er nach Rennende seinen Boliden im Notausgang ab. Es wäre Matsudas bestes Resultat nach seinem Comeback geworden, das am Ende leider unbelohnt blieb. Was bleibt ist aber die Gewissheit, dass er von Rennen zu Rennen immer besser in Schuss kommt.

Für Team Impul wurde es statt dem angepeilten Doppelerfolg somit „lediglich“ der Sieg von Joao Paulo de Oliveira. Team-Besitzer und Legende des japanischen Motorsports Kazuyoshi Hoshino konnte sich trotzdem glücklich schätzen, schließlich meldete sich sein Fahrer durch den dominanten Sieg wieder im Meisterschaftskampf zurück. Und welch Ironie, dass dies just in Motegi geschah, wo Joao Paulo de Oliveira im Jahr 2010 seinen bisher letzten Formula-Nippon-Sieg feierte. Lotterer und Tsukakoshi erbten den zweiten respektive den dritten Platz. Nakajima wurde Vierter; Takuya Izawa fuhr nach einem starken Rennen auf den fünften Platz.

Durch das Getriebeproblem von Tsugio Matsuda ist der zweimalige Champion endgültig aus dem Titelkampf ausgeschieden. Zwar hatte er vor dem Rennen auch nur noch mathematische Chancen, der zweite Platz hätte ihn aber in eine deutlich bessere Position für die letzten beiden Läufe in Sugo und Suzuka gespült. Zudem hätte er den Titelkampf noch ein bisschen mehr durchgewühlt. Aber auch so bleibt die diesjährige Saison eine der spannendsten der letzten Jahre. Kazuki Nakajima führt noch immer mit 34 Punkten die Tabelle an. Bereits einen Punkt hinter ihm ist sein Teamkollege und Titelverteidiger André Lotterer (33 Punkte), der wiederum vier Punkte Vorsprung von Koudai Tsukakoshi (29 Punkte) hat. Einen Punkt dahinter auf Position 4 ist bereits Joao Paulo de Oliveira (28 Punkte). Mit seinen 21 Punkten mag Takuya Izawa auf Position 5 zwar womöglich nur noch rein mathematische Chancen haben, die aber alles andere als fehlerfreie Saison der Konkurrenz hat allerdings bewiesen, dass dieses Jahr wohl alles möglich ist. Hierfür muss er beim nächsten Rennen am 23. September im Sportsland Sugo aber mindestens aufs Podium fahren.

Abschied nimmt das Fahrerlager von Yuhki Nakayama, der sein zweimaliges Gastspiel bei HP Real Racing in der Formula Nippon mit einem 15. Platz in Fuji und einem 14. Platz in Motegi relativ unbeachtet aber ordentlich beendete. Nakayama wird sich jetzt auf die verbleibenden Saisonrennen in der Super GT für Nakajima Racing konzentrieren. Das Fahrerfeld wird trotzdem nicht schrumpfen, denn bereits in Sugo wird der derzeit bei den Fans beliebteste, japanische Rennfahrer Takuma Sato seinen offiziellen Einstand in der Formula Nippon an der Seite von Naoki Yamamoto bei Team Mugen geben. Sato überzeugte mit schnellen Rundenzeiten bereits vor der Saison am ersten, offiziellen Testtag in Suzuka und kämpfte zusammen mit André Lotterer und JP de Oliveira um den Sieg beim verregneten Show-Rennen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits.

 

aaErgebnis Round 5 Twin Ring Motegi

aaAktueller Meisterschaftsstand

fn1205_005 fn1205_012 fn1205_014 fn1205_027 fn1205_028 fn1205_036 fn1205_053 fn1205_059 fn1205_070 fn1205_072 fn1205_084 fn1205_085 fn1205_088 fn1205_092 fn1205_095 fn1205_097 fn1205_098 fn1205_103 fn1205_113 fn1205_115 fn1205_140 fn1205_161 fn1205_176 fn1205_181 fn1205_196 fn1205_197 fn1205_203 fn1205_204 fn1205_205 fn1205_207 fn1205_213 fn1205_215 fn1205_219 fn1205_220

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July 25 2012

14:24

IndyCar: Spiderman ist wieder da

Das Rennen auf dem Flugplatz von Edmonton zeigte sich trotz fehlender Gelbphasen sehr abwechslungsreich. Vielleicht waren die nicht vorhandenen Caution aber auch der Grund dafür.

© Bridgestone Media

Am Ende hing dann einer im Zaun. Helio Castroneves war es und das ist normalerweise immer ein deutliches Zeichen dafür, dass er sich freut. Im Gegensatz zu 2010, da hing er am Kragen eines IndyCar Offiziellen, der ihm kleinkariert ein Blocking-Manöver vorwarf und den Sieg einkassierte. Helio hat sich seinen Sieg also zurück geholt und dies in einem sehr klug gefahrenen und strategisch durchdachtem Rennen. Und plötzlich liegt Castroneves auch in der Meisterschaft in einer guten Position. Auch Will Power konnte seine Tabellensituation verbessern, weil Andretti Racing in Edmonton patzte.

Irgendwie ist Castroneves in diesem Jahr unter meinem Radar gefahren. Seit zwei Jahren tut sich der Ex-Meister schwer, auch gegen seinen Teamkollegen Will Power, der die Meisterschaft zwar zu dominieren pflegte, diese aber gerne im letzten Rennen an Dario Franchitti abtrat. Tatsächlich hat Helio in diesem Jahr schon mal gewonnen, in St. Petersburg war es. Und ähnlich wie Mark Webber in der Formel Eins, brachte sich Helio durch fleissiges, aber unauffälliges Punktesammeln in eine gute Position.

Das Rennen sah aber zunächst Alex Tagliani an der Spitze. Von Platz 3 kommend, quetschte er sich in der ersten Kurve an allen vorbei und übernahm die Spitze. So richtig groß wurde sein Abstand auf die Konkurrenz nicht, aber es reichte um ca. 2/3 des Rennens die Spitzenposition zu belegen. Will Power musste wegen eines Motorenwechsel von P17 starten, kämpfte sich aber langsam durch das Feld. Sein Problem war, dass er dabei einige “Push to pass” Sekunden verbrauchte, die ihm am Ende im Finish fehlen sollten.

Ryan Hunter-Ray lag zu Beginn des Rennens um P11 herum, war aber auch auf der härteren Mischung gestartet. Er versuchte seine Postion zu halten, vermutlich ging man davon aus, dass eine Gelbphase das Feld wieder zusammen bringen würde. Mit neuen, weichen Reifen wäre er in der Schlussphase dann in einer guten Position gewesen. Doch die Caution kam nicht, und die Strategen an der Andretti-Box sahen sich erhöhtem Druck von Penske ausgesetzt. RHR schien mit stumpfen Waffen zu kämpfen, denn auch mit den weichen Reifen kam er später kaum vom Fleck. Im Gegensatz zu Will Power, der sich langsam aber sicher an die Top 5 heran robbte.

Das letzte Renndrittel wurde dann von der Strategie bestimmt. Tagliani kämpfte mit nachlassenden Reifen, aber das Herta-Team wollte den letzten Stopp so spät wie möglich setzen, damit man genügend Sprit hatte. Penske holte Castroneves dann schliesslich an die Box, was sich als Glücksgriff erweisen sollte. Tagliani kam zwar eine Runde später, aber da hatte Castroneves den Undercut mit frischen Reifen schon geschafft.

Doch damit war Helio noch nicht durch, denn von hinten nahte der im ganzen Rennen sehr stark fahrende Takuma Sato. Der Japaner waar vor allem auf der Bremse deutlich besser als Castroneves, der hatte aber wiederum mehr “Push to Pass” Sekunden übrig. Sato kämpfte verzweifelt, kam aber nie in eine Position, in der er hätte angreifen können. Helio hilt dem Druck stand und holte sich schließlich den wohlverdienten Sieg.

Will Power schaffte am Ende P3, während Hunter-Ray nur auf P7 ins Ziel lief. Das kostet den Andretti-Piloten wichtige Punkte und die Meisterschaft ist nun wieder völlig offen. Noch führt RHR mit 362 Punkten, doch dahinter lauern die Castroneves mit 339 und Power mit 336 Zählern. Vier Rennen stehen noch aus, bei jedem kann man 50 Punkte einsammeln. Die nächsten Rennen werden also entscheidend sein. RHR braucht für das letzte Rennen in Fontana ein satten Vorsprung, denn im Oval werden die Penske schwer zu schlagen sein.

© Bridgestone Media edmonton_26 edmonton_17 edmonton_24 edmonton_15 edmonton_07 edmonton_11 edmonton_02 edmonton_03 edmonton_01

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March 07 2012

06:26

Ferner liefen: Die Newshappen für 07.03.2012

// HRT hat als letztes Team den neuen Einsatzwagen vorgestellt. Der Wagen soll eine komplette Neukonstruktion sein, was angesichts des mittlerweile drei Jahre alten Dallara-Chassis auch sicher notwendig war. Neu ist auch die Lackierung, die noch jeden Sponsor vermissen lässt. HRT hat die gesamten Wintertests ausfallen lassen und ist gestern in Barcelona nur ein paar Installationsrunden gefahren. Man tritt in Melbourne also mit einem komplett ungetesteten Wagen an, was die Chancen nicht besser aussehen lässt. Immerhin hat HRT in diesem Jahr auch KERS an Bord. Man setzt das System von Williams ein. Dennoch dürfte HRT auch weiterhin die letzten Startplätze besetzen. Positiv zu vermerken ist allerdings, dass man mit Pedro de la Rosa einen sehr erfahrnen und bekanntermaßen guten Entwickler ins Team geholt hat. (Don)

// Bei Ferrari sind die Sorgenfalten nach dem Test sehr zahlreich. Der F2012 hat Potential, aber offenbar hat man nicht komplett verstanden, wie der Wagen eigentlich arbeitet. Fernando Alonso zeigt sich mittelmäßig beeindruckt, weiß aber laut GPupdate darauf hin, dass Red Bull jetzt auch nicht gerade problemlos unterwegs war. Hätte Ferrari so zwei schlechte letzte Testtage gehabt, würde man über das Team herfallen, so der Ex-Weltmeister. (Don)

// Ein möglicher Grund für die Probleme bei Ferrari dürfte die Vorderachse bzw. dessen Konstruktion sein, denn am letzten Montag, also dem 27.02 war Dr. Petter Schöggl, seines Zeichens leitender Ingenieur bzw. Simulationsexperte bei AVL zu Gast bei Servus TV und äußerte diese Vermutung (ab 55. bzw. 72. Minute). Hintergrund sind die sehr spitzen bzw. kleinen Winkel in den Querlenkern bzw. dem Pull Rod. Dies kann sehr schnell sein, allerdings ist der Aufwand hierfür sehr hoch und die Abstimmung sehr schwer. (Flo aus N)

// Laut Joe Saward steckt eh ungeliebte GP von Europa in Valencia in Schwierigkeiten. Angeblich hat man mal wieder die Sicherheitszahlungen an Eccelstone nicht geleistet, der nun damit droht, den GP ausfallen zu lassen. Laut Saward sucht der F1-Chef schon einen Ersatz. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Paul Ricard wäre eine, erfüllt aber (noch) nicht die Anforderungen in Sachen Anreise und Hotels der Formel Eins. Imola wäre eine andere Variante, hier fehlt aber vermutlich auch das Geld. Ähnliches gilt für den Nürburgring, wo es zudem einen Rechtsstreit zwischen dem Land und Pächter gibt. Da dieser offiziell gekündigt ist und das Land noch keinen Nachfolger benannt hat, gibt es eh keine Verhandlungen mit Eccelstone. Ein Rennen im euruopäischen Ausland fällt vermutlich aus logistischen Gründen flach. (Don)

// Laut Dr. Helmut Marko hat Mercedes ein F-Duct System, welches mittels DRS aktiviert wird. Dr. Helmut Marko war am Montag zu Gast in der Sendung Sport und Talk von Servus TV äußerte die Vermutung dass Mercedes massiv aufgeholt haben wird. Mitverantwortlich soll dabei ein Schacht System sein, welches mittels DRS aktiviert wird. Wie das ganze genau aussieht oder funktionieren soll wurde aber nicht verlautbart. (Flo aus N)

// Es gibt in diesem Jahr eine neuer Version der iPhone/iPad/Android/Blackberry Timing App der Formel Eins. Programmiert und verkauft wird diese über ein Unternehmen namens Soft Pauer. Dahinter verbirgt sich Otmar Szafnauer, der bei Force India momentan den Chief Operating Officer gibt und vorher bei Honda F1 angestellt war. Die App hat zwar einige interessante Feature wie ein Live-Tracking per GPS, Live-Timing, Reifenwahl usw. kostet aber auch stolze 25 Euro. Ich hatte sie im letzten Jahr auf meinem iPad und kann auf Grund meiner Erfahrungen keine Kaufempfehlung ausprechen. Das Live-Tracking ist nett, manchmal auch recht hilfreich, wenn es um sehr enge Boxenstopps geht und auch das Livetiming ist sehr schön, weil es ein wenig mehr Infos bietet (Letzte Rundenzeit z.B.) Allerdings habe ich bei bestimmt 40% aller Rennen einen Totalausfall des Feeds erlebt. Manchmal kam er wieder, manchmal auch nicht. Wenn man unterwegs ist und über eine stabile UMTS Verbindung verfügt, mag das eine nette Ergänzung sein, aber das Livetiming auf der offiziellen Seite geht auch auf dem Smartphone. (Don)

// Rahal Letterman Lanigan Racing hat es doch noch geschafft, ein zweites Auto für die IndyCar Series auszufinanzieren. Allerdings wird der Wagen, gesteuert vom Italiener Luca Filippi, erst mit dem Indy 500 in die laufende Saison einsteigen. Grund ist wohl, dass Honda erst dann wieder einen Motor liefern kann. Etwas merkwürdig ist die Sache trotzdem: RLL hatte bis vor kurzem nämlich einen zweiten Motor ab Saisonbeginn zur Verfügung – hat diesen aber an Sarah Fisher Racing abgegeben. (Vorsicht)

// Sebastian Saavedra wird 2012 das Indy 500 für Andretti Autosport bestreiten, und wird zudem “offizieller Ersatzfahrer” des Teams. Ansonsten nimmt der Kolumbianer allerdings einen Schritt zurück, und fährt die gesamte Saison der Indy Lights. Der gewöhnlich gut informierte Curt Cavin vom Indianapolis Star meldet allerdings, dass Saavedra ”vielleicht zwei bis drei weitere IndyCar-Rennen” für Andretti Autosport fahren darf. (Vorsicht)

// Währenddessen beginnen in Sebring die ersten “Open Tests” der neuen IndyCar-Saison. Am ersten Testtag hatte Ryan Hunter-Reay im Andretti-Chevy die Nase vorn, dicht gefolgt von Helio Castroneves im ebenfalls Chevrolet-befeuerten Penske. Honda war allerdings in Kombination mit Sam Schmidt Racing und Fahrer Simon Pagenaud ebenfalls nur eine Zehntelsekunde von der Bestzeit entfernt. Auch, wenn die Zeiten wohl noch nicht sehr viel wert sind – riesige Leitungsunterschiede zwischen den beiden großen Herstellern scheint es auf der Rundstrecke momentan nicht zu geben. Allerdings dürfte Chevrolet in Sachen Standfestigkeit und Entwicklungsfortschritt die Nase im Moment noch vorne haben. Mit zwei Sekunden Rückstand (auf einer knapp einminütigen Runde) und einigen technischen Problemen bildete Simona de Silvestro im einzigen Auto mit Lotus-Motor das Schlusslicht am ersten Testtag. Im Interview mit autosport.com zeigt sich die Schweizerin allerdings zuversichtlich, dass Lotus/Judd die Probleme bis zum Saisonstart in den Griff bekommt. (Vorsicht)

// Auch erste Details zur TV-Übertragung gibt es: In den neuen Autos werden neben den bekannte, drehbaren Kameras auf dem Überrollbügel auch drei neue Perspektiven zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Kamera am Heckflügel, eine in den Rückspiegeln sowie eine weitere in Richtung der vorderen Aufhängung. Weiterhin werden aber nicht alle Autos mit einen Onboard-Videosystem ausgestattet, sondern bei “normalen” Rennen sechs, und beim Indy 500 zwölf Wagen. Der Rest bekommt der aerodynamischen Chancengleichheit halber Kameraatrappen. (Vorsicht)

// Die Formel Renault 3.5 hat via Twitter bekanntgegeben, dass der bisher noch fehlende Austragungsort für das August-Rennen Silverstone sein wird. Das ganze wird allerdings kein komplettes WSbR-Wochenende werden, sondern nur als Rahmenrennen der WEC dienen – ähnlich dem Auftritt gemeinsam mit der WTCC im vergangenen Frühjahr in Monza. Das Rennen in Brasilien, über das im vergangenen Sommer kurz spekuliert wurde, wird damit vorerst nicht stattfinden. (Vorsicht)

// “Lotus” (née Gravity Charouz Racing) hat derweil bekanntgegeben, dass man 2012 in der Formel Renault 3.5 mit dem Neuseeländer Richie Stanaway, Meister des deutschen F3 Cups, und dessen Vize, dem Dänen Marco Sørensen an den Start gehen wird. Sicher ein interessanter Referenzpunkt für die Fahrerqualität der deutschen Nachwuchsserie. (Vorsicht)

// Reiter Engineering wird 2012 zwei Gallardo LP600+ in der FIA GT1 einsetzen, die ja nun nach GT3 Regeln gefahren wird. Damit wächst das Starterfeld so langsam auf brauchbare Dimensionen an. (Don)

// In weniger als einem Monat (31. März / 01. April) startet die japanische Super GT auf dem Okayama International Circuit in ihre neue Saison. Über die letzten Wochen verteilt, haben einige der GT300-, insbesondere aber natürlich die GT500-Mannschaften, bereits ihre Fahrzeuge ausführlich über den Inselstaat verteilt getestet — ein direkter Vergleich war somit nur bedingt möglich. Im letzten Jahr aufgrund der tragischen Naturkatastrophe abgesagt, finden die offiziellen Testfahrten in diesem Jahr wieder in Okayama vom 17. bis 18. März 2012 statt. Für einige der GT300-Teams, die sich erst vor kurzem für die diesjährige Saison eingeschrieben haben, wird es die erste und einzige ausführliche Testfahrt vor dem Saisonstart sein, und gleichzeitig einen ersten Indikator für die Stärke, egal ob in der GT300- oder GT500-Klasse darstellen. Die Nennliste für die Testfahrten umfasst 40 von 45 für diese Saison gemeldeten Fahrzeugen. Interessante Nebenbemerkung: Für Petronas Team Tom’s ist lediglich Kazuki Nakajima für die Testfahrten gemeldet. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Suzuka Circuits hat die Formel Nippon das offiziell als Round 0 bezeichnete Show-Rennen über 10 Runden bei Regen letzten Sonntag absolviert. Obwohl es lediglich als Unterhaltung für Fans gedacht war und es quasi “nur” um die Goldene Ananas (oder Prestige…) ging, entbrannte um den Sieg ein packender Dreikampf zwischen Joao Paulo de Oliveira, Takuma Sato und André Lotterer. Sato war von Beginn an konkurrenzfähig und erlangte kurz nach dem Start auch bereits die Führung. Erst kurz vor Schluss konnte de Oliveira den Japaner nach einem packenden Kampf vor der berühmten Löffelkurve überholen. Lotterer fiel bei dem Kampf ein wenig zurück, konnte sich allerdings kurz vor Schluss wieder auf knapp eine Sekunde an Sato herantasten, aber nicht mehr angreifen. Auf den Plätzen Vier und Fünf kamen Serienrückkehrer Loic Duval sowie Tsugio Matsuda ins Ziel. Das komplette Ergebnis sowie einige Bilder zum Rennen gibt es auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon, eine Amateur-Aufnahme vom Start hier. (Yankee)

// Im Anschluss an die Feierlichkeiten absolvierte die Formel Nippon am letzten Montag und Dienstag zwei offizielle Testtage auf dem Suzuka Circuit. Nach schönsten Sonnenschein am Samstag, hatte der Regen wie auch am Sonntag am Montag allerdings keine Einsicht mit den Teams und bewegte die Organisatoren dazu, alle Fahraktivitäten für den Vormittag abzusagen. Glücklicherweise nahm der Regen ein wenig ab, so dass die für 15 Uhr Ortszeit geplante Session gestartet werden konnte. Auf der noch immer sehr nassen Fahrbahn hatte Joao Paulo de Oliveira am meisten Pech und beendete nach nur einer Runde seinen Testtag unsanft im Kiesbett. Am Wagen von Loic Duval wurde der neue Diffusor getestet. Unter anderem soll dieser bei Regenrennen die Gischt für den Hintermann reduzieren, ein akutes Problem des FN09. Laut den ersten Stimmen des japanischen Magazins Autosport Web fielen die Ergebnisse allerdings nicht wie erhofft aus, wenn auch ein kleiner Erfolg zu verzeichnen war. Die Ergebnisse für den ersten, verkürzten Testtag sind auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Am zweiten Testtag verschonte der Regen, abgesehen von der ersten Session am frühen Morgen, dann die Fahrer, während zur Mittagszeit der Himmel noch etwas verschlossen blieb, zum Nachmittag dann aber, passend zu den schnellsten Zeiten beider Tage, die Sonne zum Vorschein kam. Takuma Sato nahm wie bereits im Vorfeld verkündet lediglich am ersten der beiden Testtage teil, fuhr im Regen aber einen respektablen neunten Platz, mit lediglich knapp einer Sekunde (wohlgemerkt im Regen) Abstand auf den Tagesschnellsten Koudai Tsukakoshi von Docomo Team Dandelion Racing. Überhaupt waren beide Testtage fest in Honda-Hand. Beide Docomo-Piloten (Koudai Tsukakoshi & Takuya Izawa) könnten nicht nur aufgrund ihrer schnellen Zeiten eine entsprechende Rolle beim Saisonstart am 14. / 15. April, ebenfalls in Suzuka, spielen. Eine Zusammenfassung aller über beide Tage verteilten Testzeiten ist ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Formel Nippon abrufbar. Wer eine Auflistung der einzelnen Sessions von Tag 2 möchte, wird hier und hier, ebenfalls auf der offiziellen Webseite der Rennserie fündig. Zwei weitere, offizielle Testtage werden am 20. und 21. März in Fuji stattfinden. (Yankee)

// Die offizielle Präsentation der Formel Nippon wird am 26. März in Tokyo stattfinden. Entgegen einiger Gerüchte wird es 2012 (noch) keine Rückkehr des Freien Trainings am Freitag vor jedem Rennwochenende geben, auch die angedachte Änderung des Rennformats (längere Rennen, zwei Pflichtboxenstopps) wird es in diesem Jahr nicht geben. (Yankee)

// Im Rahmen der Feierlichkeiten in Suzuka hat die JRP (Japanese Race Promotion) einige interessante Informationen zur Zukunft der Formel Nippon bekanntgegeben. Zum einen wurde über die schon länger geplante Expansion der Serie in den asiatischen Raum gesprochen. Konkrete Pläne gäbe es zwar noch keine, möglich wäre allerdings ein Rennen auf der F1-Strecke in Süd-Korea, vielleicht zusammen mit der Super GT, die 2013 dort das erste mal gastieren wird. In wie fern die Verhandlungen mit den Streckenbetreibern und Organisatoren vor Ort verläuft, liegt allerdings auch an der Wirtschaftslage. Die lediglich in einer Skizze vorhandenen Ideen für ein Rennen in Singapur sind derzeit hingegen komplett auf Eis gelegt, da hinter dem Bau einer permanenten Rennstrecke in Changi (für internationale Rennserien abseits der Formel 1, zum Beispiel der MotoGP) ein großes Fragezeichen steht. Ursprünglich sollte der Bau für die kürzer als 3km lange Strecke spätestens Anfang 2011 beendet werden, aufgrund von unter anderem nicht zahlenden und abgesprungenen Investoren rechnet allerdings fast niemand mehr mit der Fertigstellung des Kurses.

// Des Weiteren wurde über System E, ein Energierückgewinnungssystem ähnlich KERS in der Formel 1, gesprochen. Nach derzeitigen Stand soll das System, nach einiger Verzögerungen, 2014 zusammen mit dem neuen Einheitswagen eingesetzt werden, da die beiden von Toyota und Honda entwickelten Systeme nicht sonderlich gut mit dem FN09 funktionieren. Erste Testfahrten, unter anderem in Fuji, ergaben deutlich langsamere Zeiten als mit dem aktuellen “Boost”-System. Mehr zu den Zukunftsplänen der Formel Nippon erfahrt ihr in unserer Saisonvorschau Anfang April. (Yankee)

 

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