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July 28 2010

16:24

Formelserien: GP2/GP3-Analyse & das kommende Wochenende

Naja. So richtig toll waren die F1-Rahmenrennen in Hockenheim ja nicht – auch, wenn es gelegentlich doch ein wenig Action gab. Am kommenden Wochenende könnte wieder mehr los sein: Das Programm verspricht jedenfalls ordentlich Action. Zum Teil leider auf Kosten der Sicherheit.

Die GP2 bot in Hockenheim ein eher maues erstes, und ein etwas spannenderes zweites Rennen. Am Ende waren aber in beiden Läufen doch wieder die beiden Meisterschaftsleader vorn: Pastor Maldonado konnte mit einem ungefährdeten Sieg am Sonntag seine Führung ausbauen. Sergio Pérez zeigte am Sonntag mit einem etwas kampfbetonterem Sieg, was in ihm steckt. Bei der GP3  trat dagegen wiedermal ein alter Bekannter in Erscheiung: Robert Wickens gewannt Lauf eins, bevor Tabellenführer Gutierrez am Sonntag wieder die gewohnte Hackordnung zementierte. Am Wochenende fahren beide Serien schon wieder im Rahmen der Formel 1 – und außerdem noch die F2 in Brünn, und die Superleague Formula auf dem GP-Kurs von Brands Hatch.

GP2

Eine interessante Mischung uns jungen und älteren Talenten konnte sich beim GP2 Lauf in Hockenheim in Szene setzen. Auf Seiten der Altstars: Pastor Maldonado, der den ersten Lauf fast nach Belieben dominierte, und seine Tabellenführung ausbauen konnte. Außerdem Romain Grosjean. Der Franzose konnte beim Gasteinsatz als Ersatz für Jerome D’Ambrosio zwar keine Punkte holen, nach einem durchwachsenen Samstag konnte er sich aber immerhin von Ende des Feldes bis auf Rang sieben vorfahren. Sehr sehenswert – bis er dann kurz vor Schluss in eine von beiden Fahrern vermeidbare Kollision mit Maldonado verwickelt wurde, die beider Rennen beendete. Dafür konnte ein weiterer “Alter” endlich wieder jubeln: Nach langer Durststrecke reichte es beim Deutschland-GP für Adrian Zaugg zu einem Podium.

Aus Seiten der Jungen ist zuallererst Sergio Pérez zu nennen: Rang zwei am Samstag und ein schön herausgefahrener Sieg am Sonntag sorgten in Summe dafür, dass der Mexikaner seinen Abstand auf Maldonado leicht verkürzen konnte. Außerdem noch Jules Bianchi, der endlich zwei passable – wenn auch noch nicht glühend schnelle – Läufe auf die Reihe brachte, und zweimal gute Punkte holen konnte.

Keine Zähler gab es zum Heimspiel wieder mal für Chrisian Vietoris. Schön langsam müssten in seiner Umgebung mal die Alarmglocken zu schrillen beginnen – denn von Talent her müsste der junge Deutsche deutlich weiter vorne mitfahren. Zu Beginn der Saison war er – zumindest in den Trainings – ja auch gut dabei. Seitdem scheint er aber leider ab- statt zugebaut zu haben.

In der Meisterschaft liegt nach Beginn der zweiten Saisonhälfte immer noch Pastor Maldonado recht deutlich in Front. Wobei: die 21 Punkte Führung mögen nach viel klingen – wenn er aber auch nur einmal einen ersten Lauf verhaut, während Pérez gewinnt, ist der Mexikaner wieder klar in Schlagdistanz. Dirket dahinter liegt Saisonüberraschung Dani Clos, für den in Sachen Schlagdistanz das gleiche gilt, wie für Pérez. Jules Bianchi hat es mittlerweile auf Rang 4 der Tabelle geschafft. Mit fast 30 Punkten Rückstand bräuchte er aber schon zwei schlechte Maldonado-Wochenenden, um aufzuschließen.

Diese Woche wurde übrigens das GP2-Auto für die kommende Saison wieder getestet – und zwar bereits mit den Pirelli Reifen, die 2011 nicht nur in der GP2, sondern auch in der Formel 1 zum Einsatz kommen sollen. Drei Bilder davon unten in der Gallerie.

GP3

Etwas chaotischer ging es – wie gewohnt – bei der GP3 zu. Zum Glück weniger gewohnt: Diesmal gab es zwei Verletzte. Fast untergegangen ist in der etwas uninformativen Eurosport-Übertragung der schwere Unfall von Simon Trummer. Der Schweizer hob über das Heck eines Konkurrenten – dem Vernehmen nach Roberto Mehri – ab, schlug in Folge hart ein, und zog sich dabei Wirbelbrüche zu. Nun wird er wohl das kommende Monat pausieren müssen, und somit zumindest in Ungarn nicht am Start sein können. Fast schon ein Glück, dass jetzt die lange Sommerpause folgt, in der er sich vielleicht ein wenig erholen kann.

Womöglich auch nicht in Ungarn dabei: James Jakes. Der Brite kollidierte so unglücklich mit dem US-Amerikaner Josf Newgarden, dass er sich dabei Bänder im rechten Arm verletzte. Ob er am kommenden Wochenende Rennen fahren darf, werde die Ärzte erst in den kommenden Tagen beschließen.

Zum Sportlichen: Am Samstag holte sich Robert Wickens, bekannt aus Film, Fernsehen, A1 GP und Formel 2 (vor allem, um nicht zu sagen “ausschließlich” aber den beiden letzteren), einen relativ ungefährdeten Sieg, der ihn in der Meitschaft wieder einigermaßen souverän auf den kurzfristig verlorenen zweiten Platz zurückholte. Am Sonntag siegte dann wieder Saisondominator Esteban Gutierrez – und zwar in fast noch souveränerer Weise.

Drei Runden vor Schluss der GP3-Premierensaison führt also der Mexikaner nun mit 64 Punkten vor dem zweitplatzierten Robert Wickens, der bereits einen veritablem Rückstand von 30 Punkten hat – und folglich die Hälfte aller noch ausstehenden Rennen bei gleichzeitigem Ausfall von Gutierrez gewinnen müsste, nur um auf die Tabellenführung aufzuschließen. Dahinter folgen Alexander Rossi (26) und der beste Deutschsprachige im Feld, der Schweizer Nico Müller (23).

Eurosport 2 bringt am Wochenende – wie mittlerweile gewohnt – Lauf eins As-Live am Sonntag um 9:00Uhr, eine halbe Stunde später folgt dann die Liveübertragung des zweiten Rennens.

Formel 2

Nachdem es in Brands Hatch noch reichlich Spannung der völlig falschen Art gegeben hatte, kehrt die Formel 2 nun wieder auf einen weniger gefährlichen Kurs zurück. Im Rahmen der WTCC begeht man am kommenden Wochenende im tschechischen Brünn den Beginn des letzten Saisondrittels.

Und überraschenderweise wird es in der Meitschaft jetzt doch nochmal spannend. Denn Jolyon Palmer hat fast den gesamten Vorsprung auf seinen britischen Landsmann Dean Stoneman eingebüßt. 186 zu 181 steht es in der Tabelle, bei der Menge an noch zu erreichenden Punkten also quasi eine Pattsituation.

An dritter Stelle liegt nach dem Sieg in Brands Hatch nun wieder der Salzburger Phillip Eng, der allerdings mit 114 Punkten schon ein veritables Wunder brauchen würde, um die beiden in der Meitschaft noch einzuholen.

Rennen eins gibts am Samstag um 13:00Uhr live auf Eurosport Intl., Lauf zwei am Sontag um 15:45 ebenfalls live auf ESP2.

Superleague Formula

Da ist man gerade froh, dass die Formel 2 Rennen in Brands Hatch diesmal problemlos absolviert sind, da macht sich schon eine noch schnellere Serie bereit, dieses gefährliche Abenteuer zu begehen. Die Superleague Formula fährt am kommenden Wochenende erstmals auf dem GP Kurs der Strecke in der englischen Grafschaft Kent.

Nach einem glücklosen Wochenende für Craig Dolby und Tottenham Hotspur im belgischen Zolder ist in der Meisterschaft wieder alles offen – der AC Milan (Yelmer Buurman) hat sogar erstmals die Führung übernommen. Mit je etwa 40 Punkten Rückstand haben dahinter auch der RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (Max Wissel) noch sehr solide Siegchancen. Immerhin sind ja erst sechs von vermutlich 12 Rennen absolviert.

Zumindest der zehnte Saisonlauf, jener im innermongloischen Ordos, wurde mittlerweile auch mittels Pressemitteilung der SLF offiziell bestätigt. Das elfte Rennen hat zwar bereits einen Termin (eine Woche nach Ordos) und ein Austragungsland (ebenfalls China) – eine Strecke steht aber noch nicht fest. Klar ist dagegen: Das Saisonfinale findet Ende Oktober auf der brandneuen Strecke im spanischen Navarra statt.

Ein paar Neuigkeiten von der Fahrerfront gibt es auch noch: Franck Montagny wird in Brands Hatch wieder ins Cockpit des Girodins de Bordeaux-Wagens zurückkehren. Jaap van Lagens Gastspiel in diesem Auto in Zolder war also eher eine einmalige Geglegenheit – auf die Resultate kann der 33-jährige Niederländer, der zuletzt 2007 im Formelauto gesessen ist dennoch stolz sein. Andy Soucek wird – wie schon in Zolder – wieder am Steuer des Wagens von Sporting Lissabon sitzen, wo zuvor der Spanier Borja Garica gewerkt hatte. Ein 18. Auto wird es in England auch wieder geben: Olympique Lyonnais kehrt nach einem Aussetzer in Zolder wieder in die SLF zurück – allerdings nicht mehr mit Sébastien Bourdais am Steuern, sondern mit dessen Landsmann Franck Perera.

Zu sehen gibt es das alles wieder exklusiv (will heißen: ohne TV-Vertrag) im offiziellen Stream auf superleagueformula.com.

July 14 2010

16:21

Formelserien: Zwei Analysen und zwei Vorschauen

Langsam wachsen der GP3 Hand und Fuß – die Rennen in Silverstone waren erstmals richtig spannend. Dafür ziemlich lapp: Die GP2. Am Wochenende stehen dann Superleague Formula und F2 auf dem Programm.

Ziemlich gemischte Kost gab es am Wochenende bei den beiden großen Nachwuchsserien iin Silverstone. Das GP2-Hauptrennen war eher von der langatmigen Sorte, der Sprint am Sonntag war zwar dann etwas interessanter, aber für GP2-Verhältnisse auch nicht gerade nervenaufreibend. Viel spannender waren allerdings die Läufe der GP3, die sich immer mehr zu einer Serie mausert, bei deren Rennen man gerne den TV anwirft. Am kommenden Wochenende stehen dann schon wieder zwei Formelserien auf dem Programm: Die Superleague Formula beendet in Zolder ihre erste Saisonhälfte – und die Formel 2 kehrt fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Tragödie um Henry Surtees nach Brands Hatch zurück.

GP2

Wie schon gesagt: Eher dröge, diese GP2 in Silverstone. Vor allem das Hauptrennen glich in unangenehmer Weise anderen Samstags-Vorstellungen in dieser Saison. Will heißen: Nach dem Start war nicht mehr viel los, weil alle auf die Boxenstopps gewartet haben. Und nach dem Stops hatte sich das Feld dann endgültig sortiert.

Immerhin hat Meisterschaftsleader Pastor Maldonado bewiesen, dass er auch ohne Pech und Unvermögen der Konkurrenz gewinnen kann. Der Sieg am Silverstone-Samstag schien nach dem Start (bei dem er Jules Bianchi überholte) nie in Gefahr. Am Sonntag konnte er sich immerhin von Position acht auf vier vorfahren. Eine tolle Vorstellung vom Venezolaner, der nun schon 19 Punkte Vorsprung auf den Meisteschaftszweiten Dani Clos, und ganze 25 auf den drittplatzierten Bianchi hat. Nur einen Punkt dahinter liegt Sergio Pérez, der ebenfalls ein gutes Wochenende hatte, und den Sieg im Sprintrennen einfahren konnte.

Weniger toll war wieder mal die Leistung von Christian Vietoris. Den sechsten Platz am Samstag muss man angesichts der bisherigen Saison wohl schon fast als Erfolg werten. Platz 10 am Sonntag, als er von der dritten Startposition losfuhr, lässt sich nicht mehr so einfach schönreden. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass Vietoris am Sonntag wohl auch ein technisches Problem am Auto hatte. Trotzdem: Teamkollege Dani Clos liegt in der Meisterschaft auf Platz 2 – Vietoris nun auf 16. Ein paar Highlights in der zweiten Saisonhälfte würde dem deutschen Nachwuchspiloten sicher gut tun – zumindest am Talent sollte es ja eigentlich nicht mangeln.

Ein kleiner Hinweis noch zu den Bildern: Die GP2 hat jetzt ein paar offizielle Pressebilder des Autos für 2011-2013 veröffentlicht. Besonders schön finde ich die Kiste ja immer noch nicht – aber wenn sich jemand selbst ein Bild machen will: Ich habe ein paar davon unten an diesen Artikel gehängt.

GP3

In der GP3 zeigt weiterhin Esteban Gutierrez, dass Pérez nicht Mexikos einzige Hoffnung auf den ersten Formel 1 Piloten seit Héctor Rebaque 1981 ist. Der 19-jährige Formel BMW Meister des vergangenen Jahres drückt der ersten Saison der neuen Nachwuchsserie so richtig seinen Stempel auf: Zur Saisonhalbzeit hat er mit 52 Meisterschaftspunkten exakt doppelt so viele Zähler wie der zweitplatzierte Alexander Rossi (für Rechenfaule: 26).

Langeweile kommt in der GP3 trotzdem nicht auf: Fast in jeder Runde gibt es irgendeinen Zweikampf zwischen den 30 Nachwuchspiloten. Was am Anfang noch etwas unübersichtlich schien, beginnt mit zunehmender Vertrautheit mit der Serie so richtig Spaß zu machen. Das hat auch Europsort erkannt, die am vergangenen Wochenende erstmals beide Läufe live übertragen haben. Schade, dass man in einenhalb Wochen wohl wieder dazu zurückkehrt, nur das Sonntagsrennen live zu zeigen. Ein weiterer Wehrmutstropfen rund um die TV-Übertragung: Die internationale FOM-Regie wirkt so, als würde man die GP3-Rennen eher uninteressiert nebenbei übertragen. Positionswechsel werden nicht immer aufgelöst, vor allem ist wesentlich seltener als bei F1 und GP2 ein Leaderboard im Bild – was es gerade bei einer neuen Serie wohl so manchem Fan erschwert, das Chaos auf der Strecke richtig einzuordnen.

Aus deutschsprachiger Perspektive erfreulich: Der Schweizer Nico Müller hat sich in der Serie nach seinem Sieg in Valencia und konstanten Leistungen in Silverstone nun auf den dritten Tabellenplatz geschoben. Weniger konnten bisher leider der Deutsche Tobias Hegewald, der Schweizer Simon Trummer, Austro-Italiener Mirko Bortolotti und Patrick Reiterer aus Südtirol überzeugen, die lediglich auf den Rängen 15, 17, 21 und 30 liegen.

Bortolotti gab im zweiten Silverstone-Rennen, in dem er lange auf Platz drei lag, immerhin ein Lebenszeichen von sich. Am Ende wurde aber aus der Punkteplatzierung doch nichts, weil er für ein unfaires und gefährliches Manöver an Esteban Gutierrez völlig zu Recht nach dem Rennen mit einer 20-Sekunden-Strafe belegt wurde.

Superleague Formula

Die SLF beendet am kommenden Wochenende ihre erste Saisonhälfte in Zolder – und damit auf dem einzigen Kurs, auf dem sie bisher in allen drei Jahren ihres Bestehens unterwegs war. 2008 haben hier Liverpool (Adrian Valles) und Beijing Guoan (Davide Rigon) gewonnen, im vergangenen Jahr Tottenham Hotspur (Craig Dolby) und Al-Ain (Esteban Guerrieri). Wieso man ausgerechnet in Zolder bisher immer unterwegs war? Womöglich liegt es daran, dass es sich um das Heimrennen des derzeitigen Tabellenvierten RSC Anderlecht handelt. Außerdem ist mit Azerti Motorsport (Anderlecht und Corinthians) auch ein belgisches Team in der Serie vertreten.

Das ist also die Plus-Seite. Auf der Minus-Seite: Die Strecke ist, wie die Formel 2 erst vor ein paar Wochen wieder einmal bewiesen hat, für Formel-Rennen nur begrenzt geeignet und nicht ganz ungefährlich. Aber immerhin: Die SLF hat noch fast überall spannende Läufe hinbekommen – vielleicht dürften wir ja auch in Belgien auf eine Fortsetzung dieser Serie hoffen.

In der Tabelle führt nach wie vor Tottenham Hotspur (Craig Dolby), deren Vorsprung auf den AC Milan (Yelmer Buurman) allerdings nach einer schwachen Vorstellung auf dem Nürburgring etwas geschmolzen ist. An dritter Stelle liegt der FC Basel, dessen Auto von Deutschen Max Wissel gefahren wird.

Insgesamt werden in Zolder diesmal nur 17 der sonst 18 SLF-Boliden an den Start gehen: Sebastian Bourdais wird nicht nach Zolder reisen, weil sein LRS Formula Team Setup-Probleme am Wagen entdeckt hat, die sich wohl nicht rechtzeitig bis zum kommenden Wochenende lösen lassen.

Neuigkeiten gibt es von der Superleague Formula an einer anderen Front: Vergangene Woche hat die Serie ohne weiteren Kommentar ihren Online-Kalender für die laufenden Saison aktualisiert. Dort tauchen jetzt zwischen dem Lauf Ende September in Portimão und dem Saisonfinale in Navarra zwei Rennen in China auf. Die erste der beiden Meisterschaftsrunden wird am 2. und 3. Oktober am nagelneuen Ordos International Circuit in der inneren Mongloei stattfinden, der Austragungsort der zweiten China-Veranstaltung ist zur Stunde noch offen. Mehr dazu in den aktuellen Newshappen.

Eine Liveübertragung im TV scheint es auch diesmal wieder nicht zu geben – nicht völlig auszuschließen ist allerdings, dass die Rennen noch kurzfristig im Programm von Bloomberg auftauchen. Ansonsten wird man sich wieder mit dem (ausgezeichneten) Gratis-Stream auf der Serienhomepage begnügen müssen.

Formel 2

Bleibt noch die Formel 2, die an diesem Wochenende nach Brands Hatch zurückkehrt, wo am 19. Juni 2009 Henry Surtees beim Sonntagsrennen der Serie tödlich verunglückt ist. Der tragische Unfall hat damals für heftige Diskussionen um die Sicherheit in der Budget-Nachwuchsserie gesorgt, die bis heute nicht alle befriedigend gelöst sind.

Ein Kritikpunkt war damals, dass die Reifen nur ungenügend an den Autos fixiert seien. Hier scheint es wohl Verbesserungen gegeben zu haben, wie der Marrakesch-Unfall von Ricardo Teixeira zeigt – dort sind trotz des heftigen Einschlages alle Reifen am Auto geblieben.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Auswahl der Strecken. Und da hat sich, meiner Meinung nach, zu wenig getan. Marrakesch, Monza und Zolder sind für eine so schnelle Nachwuchsformel mit zum Teil sehr unerfahrenen Piloten sicher nicht ideal. Und in Brands Hatch geht man in diesem Jahr eben auch wieder an den Start. Angeblich sollen dort zwar ein paar Verbesserungen des Auslaufs vorgenommen worden sein – das Grundproblem, dass die Strecke einfach für Monoposti nicht mehr zeitgemäß ist, hat man damit aber wohl kaum gelöst. Bleibt zu hoffen, dass in die Evalutation der neuen Sicherheitsmaßnahmen nicht die Tatsache eingeflossen ist, dass die Strecke der Betreiberfirma MotorSport Vision gehört. Jener Firma im Besitz von Jonathan Palmer also, die im Auftrag der FIA auch die Formel 2 Meisterschaft betreibt.

Noch kurz zum Sportlichen: Beim Test in Brands Hatch am Dienstag hatte einmal mehr Meisterschaftsleader Jolyon Palmer die Nase vorn. Will Bratt und Dean Stoneman auf den Plätzen zwei und drei vervollständigten das britische Führungstrio. Auch die Meisterschaft dürfte auf ein britisches Duell hinauslaufen. Dort führt Jolyon Palmer mit 182 Punkten vor Dean Stoneman (156). Der Abstand zu Platz drei (Phillip Eng, 88) ist bereits schier unüberwindbar.

Übertragen werden die beiden Rennen wie immer live auf Eurosport: Lauf eins Samstag, 12:30 auf ESP Intl., Rennen zwei am Sonntag, 13:45 auf ESP2.

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06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Obwohl Rubens Barrichello bei Williams hoch geschätzt wird und er bisher fast alle Punkte des Teams zusammen gefahren hat, ist der Vertrag für 2011 noch nicht fix. Die gesamte Führungsmannschaft von Williams redet seit Wochen davon, dass man ohne den Brasilianer nicht da sein würde, wo man jetzt ist, aber Barrichello selber hält sich bedeckt. Offenbar hat er ein Angebot von Williams, schaut aber vielleicht mit einem Auge zu Renault oder Force India, wo sich ja eventuell etwas tun könnte. Weiteres Problem für Williams: Ende des Jahres verabschieden sich die Sponsoren Air Asia und RBS. Vermutlich wird Barrichello bleiben, wenn die Finanzierung seines Vertrages steht.

// Ein weiter Mann, über den im Moment viel geredet wird, ist Kimi Räikkönen. Der Finne ist in der WRC zwar recht flott unterwegs, legt seinen Wagen aber mit schöner Regelmäßigkeit auch in der Botanik ab. Im Moment gibt es gleich drei Szenarien, die ihn als Hauptperson haben: 1. Er geht zu Renault. Es ist kein Geheimnis, das Renault die eher mauen Ergebnisse von Petrov kritisch beäugt und mit Kimi einen passenden Fahrer im Stall hätte. 2. Er geht zu Mercedes. Das Gerücht entstand die Tage, als durchsickerte, dass Norbert Haug vor ein paar Wochen bei Räikkönen zu Besuch war. Man relativierte den Besuch aber als “freundschaftlich”, was immer das heißen mag. Auf der anderen Seite müsste man dann Schumacher entlassen, was ja auch keiner glaubt. 3. Er geht zu Red Bull, Webber geht zu Renault. Nicht so unwahrscheinlich, wie es vielleicht im ersten Moment klingt. Die Probleme zwischen RB und Webber sind bekannt, Räikkönen fährt in der WRC dank des Sponsoring von Red Bull. Alle Szenarien haben nur einen Haken: Angeblich hat der Finne noch bis Ende 2011 einen Vertrag mit Ferrari, die ihm weiter sein Gehalt zahlen. Sollte er in die F1 zurückkehren wollen, wäre der Vertrag hinfällig

// Die FIA legt die Hürden ein 13. Team nach dem Desaster um USF1 offenbar sehr hoch. Wer auch immer den Zuschlag erhält, muss 19 Millionen Euro Sicherheitseinlage vorstrecken. Nach dem Motto: wer das hinbekommt, der kann auch eine Saison finanzieren. Dabei ist nicht mal klar, wer noch im Rennen ist, nachdem ART und Prodrive schon abgewunken haben. Selbst bei Euskadi soll das Geld eng werden. Bleibt Stefan GP und die mysteriöse “Cypher Group” aus den USA, die schon Jonathan Summerton als möglichen Fahrer bekannt gegeben haben. Die Ankündigung einer so hohen Sicherheitszahlung könnte darauf hindeuten, dass man es StefanGP und der Cypher Group schwer machen möchte.

// Dreyer & Reinbold-Racing hat gleich zwei weitere Piloten für das Auto des verunfallten Mike Conway engagiert. Am Wochenende wird Tomas Scheckter den Wagen durch Toronto pilotieren, Indy Lights Meister J.R. Hildebrand kommt dann in Mid-Ohio und Sonoma zu seiner Indycar-Premiere. Hildebrand ist dabei aber kein reiner Ersatz für Conway: Der Brite zielt derzeit auf ein Comeback am Infineon Raceway – sollte sich das tatsächlich ausgehen, wird D&RR dort einen zusätzlichen Wagen bereitstellen. Wer das Auto in der Zwischenzeit in Edmonton bekommt, ist noch unklar.

// Ein Cockpit hat endlich auch Graham Rahal gefunden – und zwar für sechs der verbleibenden acht Saisonrennen bei Newman/Haas. Los gehts bereits am kommenden Wochenende in Toronto, die anderen fünf Rennen sind Mid-Ohio, Sonoma, Motegi, Chicagoland und Homestead. Lediglich Edmonton und Kentucky werden voraussichtlich ohne Rahal auskommen müssen.

// Zumindest die Fans in Edmonton haben aber wohl im kommenden Jahr noch einmal Gelegenheit, den Youngster live bei der Arbeit zu sehen. Allgemein war damit gerechnet worden, dass der Lauf in der Hauptstadt der Provinz Alberta dem Sparstift zum Opfer fällt – immerhin hat die Stadt in den vergangenen Jahren mit dem Rennen Millionenverluste eingefahren. Jetzt hat sich aber wohl doch noch ein neuer Promotor gefunden – und zwar gleich für drei Jahre von 2011 bis 2013.

// Die Superleague Formula hat vom PR-Büro der Volksrepublik China wohl eine all-inclusive Reise geschenkt bekommen. Denn plötzlich sickert durch, dass die Fußball-Rennserie im Oktober dort zwei Rennen absolvieren möchte. Eine offizielle Pressemeldung gibt es noch nicht, aber auf der Homepage der Serie tauchen seit kurzem die zwei neuen Termine im Kalender auf. Der erste der beiden Läufe findet in Ordos, in der inneren Mongolei statt. Die Strecke dort soll im Juli fertig gestellt sein, ein Plan des “Ordos International Circuit” ist bereits verfügbar. Ziel der Regierung ist es, der bisher eher unbekannten aber durchaus wohlhabenden Region ein moderneres Image zu geben. Lokalkolorit bleibt trotzdem erhalten: Der Grundriss der Strecke ist einem durch die Steppe laufenden Pferd nachempfunden. Der Austragungsort des zweiten Rennens steht noch nicht fest, Gerüchte sprechen von einem Stadtkurs in Peking.

// Kalender-News gibt es auch aus der WTCC. Promoter Marcello Lotti hat gegenüber motorsport-total.de bestätigt, dass ein Rennen in Argentinien in der kommenden Saison wohl fix ist. Austragungsort des Laufes ist die ehemalige Formel 1-Strecke in Buenos Aires. Ob allerdings auch das F1-Layout, oder eine der unzähligen anderen Varianten gefahren wird, ist unklar. Die argentinische TC2000, in deren Rahmenprogramm man auftreten wird (bzw. die, wie Lotti versichert des Rahmenprogramm der WTCC darstellen wird) benützt in diesem Jahr die lange und ultraschnelle Variante 12. Beginnen wird die kommende Saison möglicherweise in Marrakesch – die marrokanischen Veranstalter haben sich wohl einen prominenteren Termin gewünscht. Außerdem vermutlich neu: Ein Rennen in China. Lotti hat dafür das neue Guandong International Circuit in der gleichnamigen Provinz – einem der chinesischen Wirtschaftsmotoren – im Auge. Problem: Unweit von der Strecke liegt auch die “Sonderverwaltungszone” Macau, traditioneller Ort des Saisonfinales, das Lotti unbedingt im Kalender halten will.

// Auch in dieser Saison tut sich in der WTCC weiterhin Einiges: So hat Volvo vergangene Woche bekannt gegeben, dass man bei den Rennen in Brands Hatch (also schon am kommenden Wochenende) und Okayama einen von Robert Dahlgren pilotierten c30 an den Start bringen wird. Das ganze soll ein Testlauf fpr 2011 werden – dann plant man nämlich die gesamte Saison zu bestreiten.

// Auch bei den Fahreren gibt es (neben Dahlgren) in Großbritannien zwei Neuzugänge: Tom Boardman wird einen Seat León pilotieren, der Brasilianer Cacá Bueno einen vierten Chevrolet Cruze. Bueno ist neben Leonel Pernía (bekannt durch den Start für Chevrolet in Monza) einer der beiden Piloten, die vermutlich im kommenden Jahr unter der Ägide von Honda Argentinien ganzjährig in der WTCC starten werden. Wieso der zunkünftige Konkurrent Chevrolet gleich beide Fahrer in diesem Jahr ans Steuer lässt, ist unklar.

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June 30 2010

16:52

Formelserien: Analysen und Vorschau

Licht und Schatten bei den Formelrennen: Abwechslungsreiche Läufe bei der GP3, aber ein schwerer Crash und etwas Chaos bei der GP2. Und bei der Superleague Formula am Ring gab es wie immer gute Duelle – aber live gesehen hat sie wohl wieder fast niemand.

Um mit dem Positiven zu beginenn: Der Großteil der Formelrennen am vergangenen Wochenende war spannender, als gedacht. Vor allem die GP3 lieferte auf dem sonst so leblosen Stadtkurs in Valencia zwei recht ansehnliche Läufe. Auch die Rennen der Superleague am Nürburgring waren wieder mal recht sehenswert. Weniger gut: Auf den Tribünen waren außer Friends & Family wohl nicht sehr viele Menschen anzutreffen. Ganz besonders unschön: Josef Krals Crash beim Sprintrennen der GP2. Ähnlich wie Mark Webber einige Stunden später hob der Tscheche nach einem Auffahrunfall ab, und landete hart in den Leitplanken. Anders als Webber konnte sich Kral aber nicht selbständig aus dem Auto befreien. Die jüngsten Meldungen zu seinem Zustand sind aber erfreulich – er wurde gestern Abend aus dem Krankenhaus entlassen, und denkt schon wieder an das nächste Rennen.

Großer Gewinner des Wochenendes war mal wieder der alte Pastor Maldonado. Ein verdienter Sieg im chaotischen Hauptrennen und ein vierter Platz im Sprint sorgten dafür, dass der Venezoelaner seine Meisterschaftsführung weiter ausbauen konnte. Endlich mal ein passables Wochenende hat auch Jules Bianchi erwischt. Zumindest im ersten Rennen. Da reichte es diesmal für einen zweiten Platz – der Ausfall im Sprint sprach dann wieder nicht für besondere Konstanz. Für Christian Vietoris war es ein weiteres Wochenende zum Vergessen: Ein zwölfter Platz und ein Ausfall können den Ansprüchen des jungen Deutschen wohl kaum genügen.

Eine Chance zur Verbesserung haben alle Beteiligten in zwei Wochen im Rahmen des Formel 1 Grand Prix in Silverstone.

GP3

Bei der GP3 scheinen sich so langsam die Spitzenpiloten heraus zu kristallisieren. Es ist zwar noch zu früh zu sagen, wer nicht dazu gehört – aber eines ist dann doch klar: Esteban Gutierrez, Robert Wickens, Nigel Melker, Alexander Rossi und der Indonesier Ryo Haryanto zählen wohl zu den schnelleren Piloten in der Nachwuchs-Nachwuchsserie.

Gutierrez konnte das mit einem Sieg im Samstagsrennen gleich wieder unter Beweis stellen, am Sonntag reichte es diesmal allerdings nur für Rang 7. Die klare Meisterschaftsführung hat der Mexikaner aber trotzdem behalten. Sein Verfolger Robert Wickens hatte ein ähnliches Wochenende wieder der Tabellenleader: Platz zwei am Samstag war äußerst ordentlich, seine Rambo-Vorstellung von Sonntag zeugte allerdings nicht von der Reife die man ihm erwarten könnte. Immerhin war er aber auch am Sonntag schnell unterwegs. Das kann man vom Meisterschaftsdritten Alexander Rossi nicht unbedingt behaupten. Man kann aber auch das Gegenteil nicht behaupten. Das einzige was man doch beahaupten kann: Rossi schied in beiden Rennen zu früh aus, um seinen Speed beurteilen zu können.

Beeindrucken konnte dagegen Roberto Mehri: Der Spanier, derzeit nur Dritter in der F3 Euroseries, zeigte bei seinen heuer wohl einzigen Rennen in der GP3 eine tadellose Leistung und fuhr an beiden Tagen aufs Podest. So sehr – auch hier im Blog – die F3 Euroseries jüngst belächelt wurde: Mehris Ergebnis spricht doch sehr für die hohe Qualität ihrer Fahrer.

SLF

Also: Dass ich die SLF eine tolle Serie mit mangelhaftem Konzept halte, das habe ich ja schon mehrfach gesagt. Dass sie leider kaum Fans an die Strecke bringt auch. Daher gleich zu den Rennen: Da konnte diesmal in Lauf eins der sonst stets verlässliche aber nicht immer extra-schnelle Yelmer Buurman auftrumpfen – in Lauf zwei reichte es für den Niederländer im AC Milan Auto dann nochmal für Rang sieben. Angesichts des kompletten Reverse Grid keine üble Leistung.

Ein weniger tolles Wochenende hatte Meisterschagfsführer Craig Dolby im Tottenham Hotspur-Wagen: In Rennen eins brachte er das Paket nicht wirklich zum Arbeiten. Lauf zwei war dann zwar etwas besser – insgesamt reichte es aber dennoch erstmals in diesem Jahr nicht für den Einzug ins Superfinale. Der einzige Fahrer der seine weiße Weste noch behalten darf ist somit Max Wissel. Der Deutsche im SLF Feld schaffte zwar in den Rennen auch keine berauschenden Platzierungen, war aber immerhin wieder im Superfinale dabei.

Erstaunlich ist, wie schwer sich nach wie vor die ehemaligen Formel 1-Fahrer in der SLF tun: Sebastian Bourdais konnte in der vergangenen Saison immerhin noch Rennen dieser Meisterschaft gewinnen. Am Nürburgring reichte es diesmal nur für die Plätze 14 und 17, in der Meitschaft ist sein Team Olympique Lyonnais nur auf dem vorletzten Rang. Damit hat man immerhin noch den PSV Eindhofen mit Narain Karthikeyan geschlagen, der gar nur 18. und damit Letzter ist.

Die positive Überraschung des Rennens war dagegen María de Villota. Die Tochter des ehemaligen Formel 1-Fahrers Emilio de Villota wurde bisher eher ein wenig belächelt – mit ihrem gefährlichen Manöver vor einer Woche in Jarama hat sie sich sicher auch keinen Gefallen getan. Im zweiten Rennen am Nürburgring lieferte die Spanierin jetzt aber eine tadellose Vorstellung ab und landete auf Platz vier. Sicher: Dass sie im Reverse Grid auf Rang drei stand, hat das Ergebnis wohl erst möglich gemacht. Aber, wie Marc Surer immer so richtig sagt, “man muss die Zeit auch erstmal fahren”. Und de Villota fuhr das ganze Rennen lang ziemlich gute Zeiten, so dass sie gegen Rennende sogar schneller war, als der hinter ihr lauernde Meisterschaftsleader Craig Dolby.

Die SLF macht jetzt erstmal eine kurze Sommerpause und ist in zweieinhalb Wochen mit dem Rennen in Zolder wieder zurück.

F3 Euroseries

Die “beste Nachwuchsserie der Welt” hat am kommenden Wochenende eines der Rennen, auf das ich mich immer ganz besonders freue. Der Lauf am Norisring ist zwar zunehmend anachronisisch und die Strecke ist nicht ganz ungefährlich – aber die Windschattenschlachten machen trotzdem mächtig Laune. Wie viel davon auch in diesem Jahr zu sehen sein wird, ist unklar. Das hängt vor allem davon ab, ob die Organisatoren es schaffen, zumindest für dieses Prestige-Rennen etwas mehr Autos aufzutreiben, als die zwölf bis 13 Wagen, die bisher meist am Start waren.

Immerhin hat Valencia-Überraschung Kevin Magnussen von der die Startnummer 15 verliehen bekommen. Was darauf hindeuten könnte, dass man ihn bei den nächsten Rennen öfter mal sieht – dann reine Gaststarter erhalten sonst Nummern über 30.

Aus sportlicher Sicht spannend wird am kommenen Wochenende vor allem die Frage, ob es Marco Wittmann oder Valencia-Überraschung Roberto Mehro gelingt, auf den derzeit überlegenen Meisterschaftsleader Eduardo Mortara aufzuschließen.

Übertragen werden die beiden Rennen – wie immer – live auf n-tv. Und zwar am Samstag und Sonntag jeweils um 11:20 Uhr.

WSbR

Wie doch die Zeit vergeht: Bereits zwei Drittel der WSbR-Saison werden nach dem Lauf in Budapest am kommenden Wochenende vorbei sein. Was man von der Strecke erwarten (Langeweile) bzw. nicht erwarten (Überholmanöver) kann, dürfte ja allseits bekannt sein. Daher gleich zur sportlichen Ausgangssituation: In der Meisterschaft führt nach wie vor der Russe Mikhail Aleshin mit 75 Punkten vor dem höher eingeschätzten Daniel Ricciardo (66) und Esteban Guerrieri (58), der zwar den Lauf in Monaco verpasst hat, seither aber toll unterwegs war. In Ungarn ist er wohl auch wieder dabei.

Der sonstigen Prominenz ist es bisher nicht so toll ergangen: Red Bull Tester Brendon Hartley liegt nur auf Platz sieben, der einzige Deutschsprachige im Feld, Walter Grubmüller, jun. aus Österreich lediglich auf Position 13. Greg Mansell ist gar nur 16.

Zu sehen sind die Rennen auch diesmal wieder live auf Eurosport, und zwar am Samstag um 12:45 Uhr auf ESP Intl. und am Sonntag um 13:00 Uhr auf ESP 2.

F2

Die Formel 2 geht am kommenden Wochenende auch an den Start. Und zwar endlich mal wieder auf einer Strecke, der ich voll und ganz zustimmen kann. Im Rahmen der WTCC fährt man diesmal nämlich auf der Berg- und Talbahn von Portimão, wo man zweifelhaft ein paar schöne Duelle der jungen Talente sehen wird.

In der Meitschaft haben sich Jolyon Palmer (139 Punkte) und Dean Stoneman (131) schon ein wenig vom Dritten Philipp Eng (80) abgesetzt – man darf gespannt sein, ob sich dieser Erfolgslauf der beiden jungen Briten fortsetzt, oder ob Eng doch noch in das Rennen um den Titel mit eingreifen kann.

Beide Rennen gibts um jeweils 14:00 Uhr live auf Eurosport, Lauf eins auf ESP International, Lauf zwei auf ESP 2.

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June 25 2010

16:44

Formel Vorschau: GP2 Valencia, AutoGP Spa, SLF am Ring

Fans von Formelserien steht mal wieder ein prall gefülltes Wochenende bevor: GP2, GP3 und die gute, alte Formel BMW fahren in Valencia, die AutoGP in Spa. Und die Superleague Formula geht am Nürburgring an den Start.

Das Wochenende wird widersprüchlich: Die beste Nachwuchsserie der Welt fährt auf der wohl langweiligsten aller Formel 1 Strecken. Mit ihr die GP3, in die man zumindest ein paar Spannungs-Hoffnungen setzen darf. Die nicht so hoch eingeschätzte AutoGP geht auch an den Start – auf einem der besten Kurse der Welt in den belgischen Ardennen. Und die Serie, die versucht, Fußball und Motorsport zu vereinen fährt ihr einziges Deutschland-Rennen just an jenem Nachmittag, an dem ein Formel 1 Grand Prix und das Achtelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England zusammenfallen. Trotz stets spannender Rennen wird ihr daher wohl wieder kaum jemand dabei zusehen.

GP2

Sechs Rennen und sechs verschiedene Sieger – so sieht die bisherige Bilanz der GP2 Saison 2010 aus. Anders, als in vergangenen Jahren gibt es also diesmal keinen klaren Dominator. Zumindest bisher. Denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Jules Bianchi – und möglicherweise auch Teamkollege Sam Bird – vom reinen Talent her wohl das Zeug dazu hätten, die Konkurrenz klar zu distanzieren. Aber Talent allein reicht eben nicht immer: Wer es in sechs Rennen nicht auf die Reihe gebracht hat, einmal Quali und Rennen fehlerfrei und ohne übertriebene Aggressivität zu absolvieren, muss eben damit leben, nicht mehr als die französische Rennsport-Hoffnung schlechthin zu gelten.

Ähnliches (minus Frankreich) gilt für Chrisitan Vietoris: Auch der 21-jährige auch Gerolstein hätte zweifellos die Anlagen dazu, größeres zu erreichen, als den 17. Platz in der Meisterschaft, den er derzeit belegt.

Weil aber weder Bianchi, noch Bird oder Vietoris ihr Talent bisher abrufen konnten, führt eben Pastor Maldonado in der Meisterschaft. Ein Mann, der bisher – außer in Monaco – nicht durch besondere Glanzleistungen in Erinnerung geblieben ist, sondern eher dadurch, dass er schon das vierte Jahr in der GP2 unterwegs ist, und immer noch kein bleibendes Interesse in der Formel 1-Welt erregen konnte.

Es mag also durchaus sein, dass diese Saison so endet, wie 2008. Damals gewann Giorgio Pantano die Meisterschaft – und verschwand in Folge in der Versenkung. Es könnte aber auch immer noch anders kommen: Wenn einer der drei genannten es schafft, etwas weniger ungestüm aufzutreten. Oder wenn das vierte große Talent Sergio Pérez, endlich sein Pech hinter sich lassen kann. Dann würde doch noch ein Fahrer gewinnen, der auch in der Formel 1 eine Zukunft haben könnte.

Auf der Pole steht morgen Sergio Pérez, dahinter Pastor Maldonado und Jules Bianchi und Davide Valsecchi. In der dritten Reihe stehen Giedo van der Garde und der erstaunliche Michael Herck.

Zwei organisatorische Neuigkeiten gibt es auch noch: Zum einen wurde bekannt gegeben, dass Pirelli neben der Formel 1 und der GP3 in den kommenden drei Jahren auch die GP2 mit Reifen beliefern wird. Das ist einerseits konsequent, weil die jungen Talente so schon mal mit dem Material üben können, dass die auch in der Formel 1 beherrschen müssen. Andererseits macht es auch für Pirelli selbst Sinn: So meldet Autosport, dass man den Formel 1 Reifen für die kommenden Saison mit dem neuen GP2 Auto für 2011 testen wird. Zusätzlich ist so neben der Formel 1 auch ein weiterer sicherer Mark für die Pirelli-Renngummis geschaffen, so dass sich die Herstellung für die Italiener auch finanziell lohnen wird.

Zweitens hat die GP2 beschlossen, dass die Teams, die in der GP2 Hautserie antreten in Zukunft auch in der GP2 Asia fahren müssen. Das heißt also, Mannschaften wie Meritus Mahara, die bisher nur in der Asien-Meisterschaft tätig waren, wird es ab kommendem Winter nicht mehr geben. Allerdings: Das Team hat sich ohnehin um den Startplatz von Durango beworben, die ja schon in diesem Jahr aus finanziellen Gründen nicht mehr in Hauptserie antreten. Es gibt zwar dem Vernehmen nach auch weitere Bewerber, Meritus ist aber wohl der Favorit.

GP3

Auch die Nachwusserie zur GP2, die GP3 geht in Valencia an den Start. Favoriten lassen sich in dort auch nach zwei Rennwochenende für mich noch nicht wirklich festmachen. Ähnlich wie in der GP2 gab es bisher in vier Rennen vier verschiedene Sieger. Immerhin hat zweimal der gleiche Fahrer die Pole gefahren: Nigel Melker. Allerdings konnte der Niederländer bisher beide Trainigsergebnisse nicht in Rennpunkte ummünzen. Stattdessen führt in der Meisterschaft Esteban Guiterrez vor US-Hoffnung Alexander Rossi und Kanada-Talent Robert Wickens. Einmalig und nur in Spanien dabei: F3 Euro-Pilot Roberto Mehri.

Die Rennen werden wie gewohnt wieder am Sonntagvormittag auf Eurosport 2 übertragen, der erste Lauf vom Samstag als Aufzeichnung um 9:00Uhr, Rennen 2 live um 9:30Uhr.

Außerdem fährt in Valencia noch die Formel BMW. Viel mehr dazu kann ich allerdings guten Gewissens nicht schreiben, weil die bisherige Saison leider ziemlich an mir vorbeigegangen ist.

Auto GP

Die ehemaligen A1GP-Lolas sind auch wieder unterwegs, und zwar im Rahmenprogramm der Open GT Serie in Spa. Ich weiß ja immer noch nicht so recht, was ich von der Serie halten soll. Einersteits wirkt die Umbenennung von Euro F3000, der Einsatz der alten Lolas und die hohen Preisgelder vom Poker-Sponsor ein bisschen “gimmicky”.

Andererseits: Die AutoGP gewinnt durchaus an Profil, und es sind auch einige Piloten unterwegs, die zweifellos Talent haben. Luca Filippi zum Beispiel, oder Jonny Reid und der oben schon angesprochene Girgio Pantano. In Spa wird das Lineup jetzt auch noch durch Romain Grosjean verstärkt. Es könnte sich also lohnen, am Sonntag kurz reinzuschauen. Übertragen werden beide Rennen auf Motors TV. Der erste Lauf (9:50Uhr) sogar live, der zweite As-Live um 19:00Uhr.

Noch kurz ein Wort zur Meisterschaft: Dort führt Eduardo Piscopo mit 20 Punkten vor Adrien Tambay und Luca Filippi. Reid ist nur Elfter, Pantano mit einem Punkt gar nur auf Rang 16.

SLF

Und dann ist da noch die Superleague-Formula, die ich einfach nicht verstehe. Wie eingangs schon geschildert möchte diese merkwürdige Serie, die Fußball und Motorsport unter einen Hut bringen will, am Tag des F1 Grand Prix von Valencia und des Duells Deutschland gegen England ihren Auftritt am Nürburgring absolvieren. Zugegeben: Dass es auchgerechnet der Klassiker gegen England sein würde, war nicht zwingend im Frühjahr schon vorherzusehen. Dass Deutschland als Gruppensieger aber am Sonntagnachmittag spielen würde, war durchaus schon zu vermuten.

Immerhin versuchen die Veranstalter diesen unglücklichen Zufall mittels Fanzone und Übetragung am Ring zu meistern. Trotzdem: Dass viele Fans auf F1 und Fußball vorm heimischen TV verzichten, um die Superleague Fomula und die “Radical Masters” live zu sehen, wage ich trotz des geringen Eintrittspreises von 7,50 € zu bezweifeln.

Und das ist schade: Denn wie schon mehrfach festgestellt, liefert die SLF fast immer ziemlich spannende Rennen. Sogar auf dem winkeligen Kurs von Jarama ist es gelungen, für reichlich Überholmanöver zu sorgen. Trotzdem waren auch in Spanien, wo die SLF ja angeblich mehr Fans haben soll, als hierzulande recht viele Tribünenplätze leer.

An der Tabellensitze liegt nach vier Rennen weiterhin die Tottenham Hotspur mit Craig Dolby, der sich immer mehr als echtes Fahr- und Überholtalent erweist. Dahinter liegt AC Milan mit Yelmer Buurman und der FC Basel mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer.

Übertragen werden beide Rennen wieder via Live-Stream auf superleagueformula.com. Aus Jarama hat außerdem wohl überraschend Bloomberg TV live übertragen – das Rennen vom Nürburgring steht bisher allerdings nicht in deren Schedule. Aber beim Wirschaftssender weiß man ja in Sachen Motorsport nie so wirklich, was sie machen – kurz reinschauen könnte sich also womöglich lohnen.

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June 17 2010

06:42

Formelserien: Vorschau F2/SLF/WSbR

Nach einer kurzen Pause geht es am kommenden Wochenende bei den diversen Formelserien wieder richtig weiter: Die Formel 2 geht als Support-Programm für die WTCC in Zolder an den Start, die WSbR fährt in Magny-Cours, und die Superleague Formula macht in Jarama Station.

Drei ehemalige Formel 1-Strecken sind also am kommenden Wochenende die Gastgeber für die Rennen der Juniorserien. Und nur bei einer ist mir richtig wohl: Die Strecke in Magny-Cours ist immer noch ziemlich modern und erfüllt die Sicherheitsstandards für aktuelle Kurse. Anders sieht es dagegen in Zolder und Jarama aus: Beide Strecken wurden aus gutem Grund schon vor einiger Zeit von der Formel 1 verlassen und seither nur in Teilen entschärft. Auf beiden Strecken sind die Rennen meiner Ansicht nach zwar zu verantworten – riesige Auslaufzonen wie auf modernen Tilkodromen sind allerdings Mangelware.

Zunächst zur Formel 2: Die fährt in Zolder bereits das vierte von neuen Saisonrennen. Qualitativ hatten alle drei Ausgaben nicht riesig viel zu bieten, die beiden Läufe in Monza waren aber immerhin spannend. In der Meisterschaft hat sich – für viele etwas überraschend – Jolyon Palmer, Sohn von Serienorganisator und Ex-F1 Fahrer Dr. Jonathan Palmer an die Spitze gesetzt. Erstaunlich ist das deswegen, weil er im vergangenen Jahr auch schon mit dabei war – und zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Glanzlichter setzen konnte. In diesem Jahr läuft es aber deutlich besser: Palmers Meisterschaftsführung kam nicht durch glückliche Zufälle zustande – sie ist durchaus verdient, zumal er als einziger Pilot bei allen bisherigen Rennen konstant schnell unterwegs war. Dahinter lauern der erstaunliche Rookie Dean Stoneman und Philipp Eng, um dessen Finanzen es nicht gar so gut bestellt sein soll, und der daher in dieser Saison umso mehr beweisen muss, was in ihm steckt.

Austragungsort des Rennens ist, wie erwähnt, Zolder. Die ehemalige Formel 1 Strecke im Nordosten Belgiens ist Neuland für die Formel 2, und wird auch sonst von Formelserien eher gemieden. Die Champcar fuhr auf dem ziemlich schnellen und flüssigen Kurs im Jahr 2007 eines ihrer beiden Europarennen, die Superleague Formula war auch schon gelegentlich hier. Zum Glück gab es bei diesen Rennen nie größere Probleme – wenn es die aber gibt, dann kann in Zolder auch schnell mal auf eher unangenehme Weise der Platz ausgehen. Dort zu fahren ist sicher weniger riskant, als in Marrakesch oder in Brands Hatch – aber ein wenig Fingerspitzengefühl sollten die Damen und Herren Nachwuchsfahrer am kommenden Wochenende dort schon an den Tag legen.

Lauf eins und zwei werden Samstag und Sonntag live auf Eurosport zu sehen sein.

WSbR

Die Word Series by Renault macht nach den mäßig spannenden Rennen vor knapp zwei Wochen in Brünn am kommenden Wochenende in Magny-Cours Station. In Brünn war die Performance von Esteban Guerrieri die große Überraschung. Der nicht mehr ganz so junge (25) Argentinier konnte dort beide Rennen für sich entscheiden, nachdem er zuvor in Monaco nicht mehr genug Geld gehabt hatte, um antreten zu können. Wasserstandsmeldungen aus Argentinien besagen, dass er auch am kommenden Wochenende in Magny Cours wieder mit dabei sein wird – der Rest der Saison ist allerdings weiter ungesichert. Die Motivation, seine Leistung aus Tschechien zu wiederholen, wird also groß sein.

Ebenso motiviert wird wohl Red Bull Junior Daniel Ricciardo ans Werk gehen. Nachdem er schon bei den ersten Saisonrennen nicht konstant genug war, fehlte es in Brünn auch noch am Speed. Erstmals in dieser Saison musste er sich sogar seinem Stallrivalen Brendon Hartley geschlagen geben – was sein Betreuer und Chef Dr. Helmut Marko sicher nicht sehr gerne gesehen haben wird.

Beim Rennen in Brünn hat Eurosport angekündigt, neben der WSbR auch den Renault Megane Cup im Eurosport Player übertragen zu wollen – angeblich hat dies allerdings nicht funktioniert. Auch diesmal dürfte eine solche Übertragung wieder geplant sein. Ob diesmal aber tatsächlich auch etwas davon zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten.

Beide Läufe der WSbR werden jedenfalls live auf Eurosport 2 übertragen.

Superleague Formula

Zum zweiten Mal geht die Fußball-Rennserie am kommenden Wochenende in Jarama an den Start. Das mag weniger an der Qualität der Strecke liegen, als vielmehr an der Nähe des Austragungsortes zum Großraum Madrid – auf der eigens eingerichteten Homepage der Veranstaltung wird das Rennen sogar als “SLF Madrid 2010″ beworben.Für die Veranstaltung ist ein großes Rahmenprogramm inklusive eines Konzertes der “Simple Minds” direkt nach dem Superfinale angekündigt – man darf also hoffen, dass sich diesmal mehr Menschen auf den Tribünen finden, als noch bei den vergangenen Rennen.

Ob sich die Fans allerdings auch auf einen Heimsieg des Teams von Atlético Madrid oder zumindest des zweiten spanischen Clubs Sevilla FC freuen dürfen, darf bezweifelt werden. Zumindest in der Meisterschaft liegen beide Mannschaften eher im Mittelfeld – und die allerbesten Piloten hat man mit María de Villota und Marcos Martinez auch nicht gerade zur Verfügung. Zumindest Martinez, der in der WSbR ja bisweilen ganz gut unterwegs war ist aber auf heimischen Boden vielleicht doch eine Überraschung zuzutrauen. Die großen Favoriten werden trotzdem wohl auch in Spanien Tottenham Hotspurs (Craig Dolby), AC Milan (Yelmer Buurman), RSC Anderlecht (Davide Rigon) und FC Basel (mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer) heißen.

Die 1967 gebaute und seither nur, sagen wir, behutsam aktualisierte Strecke war schon im vergangenen Jahr als Austragungsort des Saisonfinales  im SLF-Kalender. Die Strecke wurde von John Hungenholtz gebaut, der auch für das Layout von Zandvoort und Suzuka verantwortlich ist. Das wäre an sich ein recht gutes Vorzeichen, leider ist Jarama aber ein minderes Werk des Architektur-Künstlers. Der Kurs besteht im wesentlichen aus einer langen Geraden und zahlreichen engen Kurven – das Überholen ist dementsprechend schwierig. Auch die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht flächendeckend auf dem neuesten Stand. Die Formel 1 hat die Strecke schon Anfang der 80er-Jahre verlassen, weil ihr der Kurs zu eng wurde. Trotzdem waren die beiden Läufe der SLF 2009 ganz ansprechend.

Wer sich selbst ein Bild machen will, wird dies leider wieder nicht im TV machen können, da sich immer noch kein Sender gefunden hat, der die Rennserie überträgt. Dafür wird es wie immer auf superleagueformula.com einen recht anständigen offiziellen Stream der drei sonntäglichen Rennen sowie angeblich -erstmals in dieser Saison – auch vom Qualifying am Samstag geben.

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May 26 2010

16:30

Formelserien: Analyse SLF/F2/F3 Euro, Vorschau GP2/GP3

Je zwei recht spannende Rennen bei der Formel 2 in Monza und bei der SLF in Magny-Cours. Das F3-Rennen in Valencia war nicht so toll, im zweiten Lauf gab’s aber immerhin einen Überraschungssieger. Am Wochenende gehen dann GP2 und GP3 in Istanbul an den Start.

Was sagt es wohl über eine Serie aus, wenn von 13 Fahrern, die für die Saison gemeldet sind nur elf an den Start gehen, und am Ende ein Gaststarter eines der beiden Rennen gewinnt? Wenn es sich bei der Serie um die F3 Euro handelt, die immerhin den Anspruch hat, die beste Nachwuchsserie der Welt zu sein, dann ist das jendenfalls gewiss kein gutes Zeichen. Zumal Kevin Magnussen, der Überraschungssieger des zweiten Laufes von Valencia auch in der geringer eingeschätzten deutschen F3 nur eines der vier bisherigen Rennen für sich entschieden hat. Aber auch, wenn der Sieg durch den Reverse Grid ein wenig geschmälert wird: Magnussen konnte mit seiner Fahrt im zweiten Rennen durchaus beeindrucken, zumal er dem restlichen Feld auch deutlich davongefahren ist. Was nicht gerade für das übrige Feld spricht.

In der Meisterschaft führt nach wie vor der Sieger des ersten Laufes, Eduardo Mortara (dessen Karriereplanung mir völlig schleierhaft bleibt) vor Marco Wittmann und Roberto Mehri. Das nächste Rennen findet erst in mehr als einem Monat statt – und dann wieder in Deutschland, nämlich am Norisring. Man darf hoffen, dass sich bei dieser Traditionsveranstaltung vielleicht etwas mehr Fahrer am Grid finden werden.

Formel 2

Spannender als die F3 Euro waren da schon die Läufe der Formel 2 auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Monza. Die befürchteten großen Crashes bleiben zum Glück aus (auch, wenn die beiden Dreher auf der Start- und Zielgeraden übel in Auge gehen hätten können). Die angekündigten spannenden Rennen gab es dafür allemal. An der Spitze ging es allerdings nicht gar so prickelnd zu: Jolyon Palmer übertraf auch in Monza die vor der Saison in ihn gesetzten Erwartungen deutlich, und fuhr gleich zweimal beeindruckende Start-Zielsiege ein. Als Lohn für den Briten gab es den Sprung auf Platz Eins der Meisterschaftstabelle.

Dahinter ging es allerdings ganz ordentlich zur Sache, auch zum Leidwesen von Phillip Eng, der noch als Tabellenführer nach Italien gekommen war. In Rennen 1 blieb der Österreicher blass und wurde in der zweiten Rennhälfte von mehreren Konkurrenten auf den langen Geraden überholt. Den zweiten Lauf beendete eine Kollision mit dem herastürmenden Dean Stoneman. Insgesamt also ein schmerzhafter “Nuller” für Eng, der Italien auf Tabellenrang drei und mit 23 Punkten Abstand auf Palmer wieder verließ.

Schöne Aufholjagden bot in beiden Rennen wieder einmal Dean Stoneman, Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für die Kollision mit Eng die recht deutlich auf die Kappe des Briten ging. Dennoch reichte die Leistung für den nunmehr zweiten Tabellenplatz. Wieder gut dabei, aber weitgehend unbelohnt: Johan Jokinen. Wenn der Däne aber sein Programm mal ohne Fehler auf die Reihe bekommt, wird auch er ein paar Worte um den Sieg mitreden können.

Superleague Formula

Die Fußball-Rennserie liefert ein weiteres Beispiel für ihre unvergleichliche Fähigkeit, sich selbst in den Fuß zu schießen. Über die Auswahl des Austragungsortes mag man noch milde hinwegsehen – auch, wenn wohl abzusehen war, dass sich nur wenige Fans ins abgelegene Magny-Cours verirren würden. Das zweite Rennen allerdings, in dem wieder einmal ein Safety Car den falschen Führenden aufsammelte war wahrlich kein Ruhmesblatt für die Rennleitung.

Weil nämlich gleichzeitig diesem Fehler auch das Boxenfenster öffnete, bekam der Führende Max Wissel eine ganze Runde Vorsprung auf das restliche Feld geschenkt – und auch die Reihung der Konkurrenten wurde kräftig durcheinander gewirbelt, was etwa John Martin im Interview zu recht unschönen (aber nicht ungerechtfertigten) Flüchen veranlasste. Der Sieg für Wissel geht trotzdem völlig in Ordnung: Der junge Deutsche hatte schon vorher einen deutlichen Vorsprung harausgefahren, und wäre auch ohne SC-Einsatz wohl kaum mehr eingeholt worden.

Ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben sich die ehemaligen F1-Fahrer Robert Doornbos und Sebastian Bourdais. Beide bremsten im zweiten Lauf in der Adelaide Hairpin viel zu spät, und räumten in Folge völlig unschuldige Konkurrenten aus dem Weg. Für Bourdais besonders peinlich: Er traf  ausgerechnet seine zwei Landsmänner Franck Perera und Franck Montagny. Folge: Für gleich drei Franzosen war das Heimrennen auf einen Schlag beendet.

Viel besser lief es dagegen auch diemal wieder für Yelmer Buurmann (AC Milan), der den ersten Lauf und das Superfinale für sich entscheidunge konnte. Und für Craig Dolby (Tottenham Hotspur): Der Engländer scheint zwar in der Qualifikation und im Superfinale noch so seine Probleme zu haben – wenn es darum geht, sich im zweiten Lauf von hinteren Startpositionen wieder nach vorne zu fahren, ist er unerreicht. Folglich geht auch die deutliche Tabellenführung nach den ersten drei Läufen völlig in Ordnung.

Vorschau GP2/GP3

Die beiden Formel 1 Nachwuchsserien gehen am kommenden Wochenende in Istanbul an den Start. Jetzt bitte nicht gähnen: Anders als die Formel 1 hat die GP2 am Otodrom meist recht erinnernswerte Rennen geliefert. Es sei nur an Lewis Hamiltons Fahrt durch das Feld 2006 erinnert – oder an den unglücklichen Streuner, der Bruno Senna vor zwei Jahren ins Auto lief.

In der GP2 darf man gespannt sein, ob die beiden ART-Fahrer (aber auch Christian Vietrois) endlich die Mischung aus Pech und jugendlichem Übermut ablegen können, und es schaffen, Ergebnisse einzufahren, die den hohen Erwartungen entsprechen. Oder ob es doch Sergio Pérez gelingt, seine Tabellenführung weiter auszubauen.
In der GP3 wird man wohl einfach sehen müssen, ob die Top-Piloten vom Saisonauftakt in Barcelona (Wickens, Verhaug, Gutiérrez) ihre Leistungen wiederholen können – und welche anderen Fahrer ein Wörtchen mitreden können.

Die GP2 wird wie immer live auf sky übertragen. Ob man die GP3 wie in Barcelona auch diesmal wieder auf Eurosport sehen kann, scheint dagegen noch unklar: Bisher sind für die GP3 keine Rennen im ESP-Schedule verzeichnet. Vielleicht hat es sich aber auch einfach noch nicht bis nach Paris durchgesprochen, dass die Junior-Juniorserie nun doch auch in der Türkei an den Start geht. Wie schon fast vermutet steht die GP3 nun doch wieder bei Eurosport 2 im Programm. Beides am Sonntag ab 9:00Uhr, Rennen 1 als Aufzeichnung, danach Rennen 2 live.

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May 19 2010

16:30

Formelserien: Wieder viele Überraschungen

Die Monaco-Bilanz: Zwei muntere Rennen bei der GP2 – aber die Favoriten stehen sich immer noch selbst im Weg. In der WSbR konnte sich Daniel Ricciardo dafür endlich durchsetzen. Und die SLF bot abermals feines Racing. Schade, dass ihr auch am kommenden Wochenende keiner zusehen wird.

Es hätte schlechter kommen können: Immerhin neun Punkte nimmt Jules Bianchi von den beiden Rennen in Monaco mit, nur zwei weniger als der neue Meisterschaftsleader Sergio Pérez. Der Franzose bot vor allem im Sprintrennen eine tolle kämpferische Leistung und ließ seine Klasse aufblitzen – aber einmal Platz vier und einmal Rang drei sind trotzdem noch nicht das, was man sich vom Meisterschaftskandidaten Nr. 1 erwartet hätte. Auch von den anderen Favoriten konnten in Monaco fast keiner überzeugen: Sam Bird nimmt einen einzigen Punkt aus dem Fürstentum nach Hause mit, Charles Pic und Christian Vietoris gingen überhaupt leer aus. Dafür gab es wieder einige Überraschungen.

Schon zum zweiten Mal nach Barcelona fuhr der im vergangenen Jahr meist unauffällige Dani Clos im Hauptrennen auf das Podium – und seinem Teamkollegen Vietoris um die Ohren. Lohn ist der vorläufig dritte Platz in der Meisterschaft. Wenn er so weitermacht, sind auch Siege in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Jerome D’Ambrosio hat zwar auch in der Vergangenheit öfter mal seine Klasse aufblitzen lassen, Platz 1 im Sprintrennen kam trotzem etwas unerwartet. Die Überraschung des Wochenendes war aber Johnny Cecotto, Jr. Der junge Venezuelaner war im vergangenen Jahr in Monza im Regen schon einmal richtig gut unterwegs, crashte dann aber ins Aus. Sonst konnte er bisher nicht so ganz überzeugen – umso beeindruckender, wie er in Monaco von Startplatz neun auf Rang vier vorgefahren ist.

Als einziger aus dem erweiterten Favoritenkreis wirklich überzeugen konnte bisher Sergio Pérez. Schon beim Hauptrennen in Barcelona wäre der Mexikaner ohne technische Probleme zum Sieg gefahen, in Monaco hat es jetzt funktioniert. Die Meisterschaftsführung ist fürs erste völlig verdient – mal sehen, wie es beim nächsten Rennen dann weitergeht. Das ist (natürlich) wieder im Rahmen der Formel 1 – in zwei Wochen auf der legendären Traditionstrecke von Istanbul.

WSbR

Fast schon prophetisch war das (an diese Wochenende einzige) Rennen der WSbR am Sonntagvormittag: Ganz oben am Siegertreppchen stand ein Australier in den Farben von Red Bull. Nach zwei eher verkorksten Meetings in Aragón und Spa konnte sich Red Bull-Talent Daniel Ricciardo erstmals auch im Rennen durchsetzen. Und wie: Das, was der Red Bull-Junior von Start bis Ziel zeigte, sah ziemlich souverän aus, und lässt erahnen, wieso viele Beobachter so große Stücke auf ihn halten. Auch seinen Teamkollegen und potentiellen F1-Cockpit-Konkurrenten Brendon Hartley hatte Ricciardo in Monaco wieder deutlich im Griff – auch, wenn Hartley anders als in den vergangenen Wochen diesmal wieder eine sehr anständige Leistung gezeigt hat.

Eine große Überraschung gab es dann aber auch bei der WSbR: Bei seinem allerersten Rennwochenende in einem Renault 3.5 Auto konnte sich Alexander Rossi auf Platz fünf qualifizieren. Auch im Rennen konnte der erst 18-jährige Kalifornier gut mit der Spitze mithalten. Schade, dass der Lauf dann doch in den Leitplanken ein Ende fand – wegen der geringen Erfahrung ist das aber verzeihlich.

In der Meisterschaft führt auch nach Monte Carlo noch Mikhail Aleshin. Das scheint nach je einem Sieg in Aragón und Spa und einem zweiten Platz in Monaco auch sehr gerechtfertigt. Dritter ist Sten Pentus, der im Fürstentum eine eher diskrete Leitung gezeigt hat, und auf Platz 6 ins Ziel fuhr.

Jetzt gibts bei der WSbR erstmal Pause: Das nächste Rennwochenende findet erst in drei Wochen in tschechischen Brno statt.

Superleague Formula

Es ist und belibt ein Jammer. So viel machen die Organisatoren der Superleague Formula richtig: Tolle Autos, namhafte Fahrer, eine feine TV-Übertragung (wenn auch hierzulande nur noch via Stream), spannende Rennen und abwechslungesreiche Strecken. Außerdem eine attraktive Präsentation – und ein Seriensponsor (die angolanische Staats-Ölgesellschaft Sonangol), der zwar vielleicht nicht unglaublich potent sein mag, aber alles versucht, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren. Trotzdem findet die Serie hierzulande fast völlig unter dem Radar statt. Das hat mehrere Gründe: Erstens braucht sich niemand, der ein Formelrennen zeitgleich mit dem GP von Monaco durchführt wundern, wenn er gegen die Königsklasse den Kürzeren zieht. Immerhin waren diesmal ein paar Fans an der Strecke vor Ort, sogar ein bengalisches Feuer war zu sehen. Trotzdem: Diese Terminplanung steht in einer Reihe mit der (gütig verworfenen) Idee, am Tag des WM-Finales einen Lauf der Fußball-Rennserie in Oschersleben durchzuführen.

Die gute Nachricht ist: Das ist ein Problem, das sich relativ einfach beheben lässt. Man muss einfach aus Erfahrung lernen, und beim nächsten Mal etwas behutsamer planen. Zweitens krankt die Serie aber leider auch anderswo – und dieses Problem wird sich nicht so leicht beheben lassen. Denn die eigenartige Mischung aus Fußball und Rennsport schlägt einfach nicht ein. Auch, wenn die SLF in Südeuropa und Lateinamerika wohl mehr Fans gefunden hat – ich habe bis jetzt niemanden, wirklich niemanden sagen hören, dass er sich die Serie deswegen ansieht, weil dort Fußballklubs mitfahren. Oft aber das Gegenteil. Ein paar Dinge könnte man aber auch hier schnell ändern: So wie in ihren führen Rennen auch die A1GP setzt die Superleague noch zu starr auf das Konzept. Es würde sicherlich helfen, wenn man in den Einblendungen und im TV-Kommentar auch ohne Spotters-Guide mitverfolgen könnte, welcher Fahrer denn nun für welchen Klub fährt.

Und dann gibt es aktuell noch ein neues Problem: Serienpräsident Alex Andreu hat seine Funktionen zurückgelegt, wie die Printausgabe von Autosport berichtet. Andreu behält zwar demnach eine Anteile an der Serie – eine besonders gute Nachricht für die SLF ist aber auch das wohl nicht.

Das alles ist, wie gesagt, schade: Denn was den Sport an sich betrifft, braucht sie die Superleague nicht zu verstecken. Die beiden Rennen in Assen waren beide äußerst ansehnlich, vor allem in Lauf zwei gab es ein paar sehr spektakuläre Überholmanöver zu bewundern. Der “komplette” Reverse-Grid, der bei der SLF zum Einsatz kommt ist zwar sportlich gesehen ziemlich unfair – aber er produziert eben auch spannende Rennen. Was den Leistungsstand betrifft, lässt sich nach zwei Rennen schonmal das Folgende sagen: Craig Dolby scheint mit dem SLF-Boliden richtig gut zurecht zu kommen. Nach einem tollen Lauf in Silverstone konnte der junge Brite diesmal zwar nicht gewinnen – seine Fahrt von Platz zwölf zu Rang zwei im zweiten Rennen war aber trotzdem äußerst sehenswert. Völlig verdient fahren Dolby und die Tottenham Hotspurs damit auch als Tabellenführer zum nächsten Rennen. Auf Platz zwei der Tabelle hat sich die Kombination aus Max Wissel und dem FC Basel halten können – auch, wenn die Vorstellung in Assen nicht ganz so überzeugend war, wie jene von Silverstone. Dahinter folgen Flamengo (Franck Perera in Assen und Duncan Tappy in Silverstone) und der AC Milan mit Yelmer Buurman. Fünfter ist Assen-Gesamtsieger Davide Rigon (RSC Anderlecht).

Weiter geht es mit der SLF schon am kommenden Wochenende in Magny Cours. Verfolgen können wird man die Läufe wohl wieder nur im offiziellen Stream. Aber wie gesagt: Wer gütig über das Konzept hinwegsehen kann, der sollte vielleicht auch einen zweiten Blick riskieren. Die Rennen sind es wirklich meist wert.

Formel 2

Eine ungute Fortsetzungsserie hat die Formel 2 im Programm. Nach Marrakesch geht es nun auch die nächste Strecke, die für Juniorklassen nur begrenzte Tauglichkeit hat: Monza. Das Autodromo Nazionale ist zwar sicherheitstechnisch um Welten besser, als der Kurs im Marokko. Und mit der F2 dort zu fahren, ist wohl vertretbar – andere Serien (etwas GP2 und GP3) machen es schließlich auch. Aber die Speeds sind trotzdem hoch – und wenn jemand abfliegt, dann sind die Leitplanken (und – im Horrorfall – der Wald) schnell da.

Dass die Serie nicht mal ein Jahr nach dem tragischen Tod eines jungen Fahrers mit stolzgeschwellter Brust auf ihrer Homepage berichtet, wie viele User sich das Videos von Teixeiras Horrorcrash auf Youtube angesehen haben, macht leider auch nicht den besten Eindruck.

Trotzdem: Sofern alles gut geht, sollten uns in Monza nach den Langweilern von Silverstone und dem Chaos von Marokko wieder einmal zwei spannendere Läufe bevorstehen. Denn immerhin kann im königlichen Park sogar die Formel 1 überholen – also wird wohl auch die F2 ein paar Manöver liefern. Als Meisterschaftsleader geht Phillip Eng ins dritte Rennwochenende, dahinter folgen Rookie Dean Stoneman, Jolyon Palmer und Will Bratt.

F3 Euroseries

Neuland beitritt am Wochenende die F3 Euroseries. Im Rahmen der DTM geht die Juniorklasse erstmals in Valencia an den Start. Eine Teilnehmerliste gibt es leider noch nicht, momentan deutet aber nichts darauf hin, dass am Wochenende mehr als die 13 für die gesamte Meisterschaft gemeldeten Piloten antreten werden. Vom tatsächlichen Teilnehmerstand wird man sich wieder an beiden Renntagen live auf n-tv ein Bild machen können.

Nach zwei Rennwochenenden führt Comeback-Mann Eduardo Mortara die Meisterschaft an,  nur einen Punkt dahinter liegt Marco Wittmann. Mit etwas Respaktabstand folgt auf Rang drei der hoch eingeschätzte Roberto Mehri.

Auto GP

Und dann gibts am Wochenende noch das zweite Rennen der AutoGP. Mangels Motors TV konnte ich leider bisher keine bewegten Bilder von der Serie sehen – daher gibt’s hier auch keine Einschätzung von Serie und Fahrern. Die Ausgangssituation vor dem Wochenende: Luca Filippi führt punktglich mit Eduardo Piscopo in der Tabelle, gefolgt von Vladimir Arabadziev.

Kabelkunden dürfen sich auch dieses Mal auf ausführliche Berichterstattung freuen: Motors TV überträgt Samstag und Sonntag beide Rennen – allerdings nicht live, sondern am späteren Nachmittag als Aufzeichnung.

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08:00

Ferner liefen: Die Newshappen

// Keine Entscheidung gibt es weiter in der Reifenfrage 2011. Zwar wollte man eigentlich schon “spätestens in Spanien”, und dann aber “jedenfalls in Monaco” eine Einigung erzielen, jetzt soll es aber doch erst “in der Türkei” so weit sein. James Allen hat am Wochenende getwittert, dass die Wahl wohl zwischen Michelin und Pirelli fallen würde. Glaubt man dem oben verlinkten autosport.com-Artikel, ist unter den beiden Marken wohl Pirelli derzeit eher der Favorit auf den Zuschlag – die Italiener bieten wohl günstigere Konditionen.

// Die Amerikaner geben nicht auf. Die Cypher Group, die angeblich aus sehr erfahrenen Formel-1 Ingenieuren, Designern und Geschäftsleuten besteht, möchte für 2011 ein erfolgreiches US-Formel-1 Team stellen. Die Website ist, vorsichtig formuliert, nicht informativ. Man schreibt, dass man einen Brief an die FIA am 13. April geschrieben hat, in dem man seine Absicht bekundet, 2011 an der Formel 1 teilzunehmen. So weit, so gut. Das wars dann aber auch großartigem Informationsgehalt… Keine Namen, keine Sponsoren, nix, null Komma nix, bis auf http://www.f1-photo.com/, die aber wohl nur die Fotos für die Website stellen, unter anderem das eines alten BAR-Honda. Bei Contact steht nicht mal mehr eine Anschrift, sondern nur eine Em@iladresse. Der Versuch, über eine Whois Suche mehr heraus zu finden, verlief leider bei einem Domainregistrar im Sande. Desweiteren schaffen sie es irgendwie keinen einzigen Namen auf die Website zu schreiben. Wenn ich schon mit erfahrenen Leuten werbe, dann muss ich doch auch Namen nennen. Sieht also nicht besonders ernstzunehmend aus das Ganze, aber abwarten.

// Glaubhafter ist das schon die Bewerbung des in diversen Nachwuchsklassen erfahrenen ART Grand Prix Teams, die ebenfalls am vergangenen Wochenende bekannt wurde. Für schiefe Blicke bei der Konkurrenz könnte sorgen, dass das Teams im Teilbesitz von Nicolas Todt ist, dessen Vater, FIA-Präsident Jean Todt, nun die Behörde führt, die über Wohl und Wider der Bewerbung zu entscheiden hat. Ganz unabhängig davon hätte sich das Team aber mit den Leistungen in F3 Euro und GP2 durchaus eine Chance in der Königsklasse verdient. Über mögliche Geldgeber des Projektes ist zur Stunde noch nichts bekannt.

// Ganz anders beim derzeit noch einzigen französischen Team in der Formel 1. Renault setzt die Serie an neuen Sponsorverpflichtungen fort, und scheint diesmal einen besonders dicken Fisch an Land gezogen zu haben. In Monaco wurde nämlich Tarek Essam Ahmad Obaid, seines Zeichens Mitbesitzer der saudi-arabischen Ölfirma PetroSaudi als neuer Teilhaber bekannt gegeben. Mitbesitzer dieser Ölfirma ist der saudische Prinz Turki, ein Sohn des Königs Abdullah – das Geld dürfte dort also nicht so schnell zur Neige gehen. Ob Obaid auch außerhalb seiner finanziellen Beteiligung eine Rolle beim Teams spielen soll, ist noch nicht bekannt.

//Nicht ganz so dolle scheint es um das HRT Team zu stehen. Zumindest hat Bernie Ecclestone in einem Interview mit dem britischen Telegraph die Befürchtung geäußert, das Team werde womöglich die Saison nicht überstehen. Die Lage scheint aber auch nicht hoffnungslos, denn Bernie hat angekündigt, dem Team notfalls helfen zu wollen – ob das reicht, bleibt natürlich abzuwarten. Teamchef Colin Kolles den Gerüchten zur finanziellen Lage im Interview mit autosport.com mittlerweile widerspochen, und sogar für die kommenden Wochen die Verkündigung eines Planes zur technischen Entwicklung des Autos für 2011 angekündigt.

// Im gleichen Interview äußert sich Eccelstone außerdem erstmals konkret über Pläne, in Sotchi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 einen Grand Prix von Russland auszurichten. Nach dem GP von Monaco will er sich jedenfalls bei einem Lokalaugenschein in Russland selbst ein Bild von den Plänen machen. Läuft alles nach Plan, könnte es 2013 erstmals so weit sein. Im selben Jahr könnte dem Interview zu Folge auch der schon länger durch die Medien geisternde GP von Rom Realität werden.

// Ferraris Stefano Domenicali fordert nach dem Alonso-Missgeschick vom Monaco-Samstag – wenig verwunderlich – die Rückkehr des Ersatzautos, das bis zum Verbot aus Kostengründen vor einigen Jahren Standard in der Formel 1 war. Dem Publikum Fernando Alonso im Qualifying vorzuenthalten sei schlimmer als die höheren Kosten für ein T-Car. Für eine solche Regeländerung müssten aber wohl auch die anderen Teams zustimmen und gerade die neuen Teams, aber auch an chronischem Geldmangel leidende Privatteams wie Williams und Force India dürften mit dem aktuellen Zustand recht glücklich sein und Ferrari diesen Wunsch nicht erfüllen.

// Bei der Indycar Series rüht der neue CEO Brain Barnhard weiter heftig um: So wurde diese Woche Überlegungen bekannt, ab 2011 ein Preis in der Höhe von 20 Millionen Dollar (!) für jenen Fahrer auszuschrieben, der am selben Tag sowohl das Indy 500 als auch das Coca Cola 600 gewinnt. Ziel der Aktion ist es, die Attraktivität des Indy 500 durch den Einsatz von NASCAR-Stars zu steigern. In der Vergangenheit haben etwa Tony Stewart, Robbie Gordon und John Andretti das Double bestritten, in Interviews haben zudem auch Kyle und Kurt Busch, Kasey Kahne, Dale Earnhardt Jr. und Kevin Harvick signalisiert, dass sie sich mit der richtigen Vorbereitung und einem konkurrenzfähigen Indycar vorstellen könnten, beide Rennen zu fahren. Im Weg stehen dem Deal derzeit noch die mittlerweile zu knapp beieinander liegenden Startzeiten der beiden Rennen – und Bedenken von General Motors, die “firmeneigenen” NASCAR-Stars in Honda-betriebenen Indycars fahren zu lassen.

// Erste Probleme bei der Superleague Formula? Einer Meldung von Autosport (Print) zufolge soll jedenfalls SLF-Präsident Alex Andreu vergangene Woche den Hut genommen haben – seinen Anteil an der Rennserie hat er aber wohl behalten. Sonst ist um die Causa wenig bekannt. Der Abgang könnte also durchaus auch geplant gewesen sein, oder persönliche Gründe haben. Vielleicht werden aber auch die Geldgeber langsam nervös.

// In der Starterliste für die 24 Stunden von Le Mans am 12./13. Juni werden nach und nach “TBA”s durch Fahrernamen ersetzt: bereits letzte Woche wurde die Teilnahme des amtierenden DTM-Champions Timo Scheider (im Scuderia Italia-Porsche mit Richard Westbrook und Marco Holzer) verkündet, OAK Racing vervollständigte sein Sextett kürzlich mit dem Meister der 2006er IFM und 2009er LMS sowie letztjährigen Aston Martin LMP1-Piloten Jan Charouz in der #35 und Jean-Francois Yvon in der #24. Letzterer kann bereits auf zehn Teilnahmen einen Klassensieg zurückblicken: im Jahr 1984 (lange vor dem Einbau der Hunaudieres-Schikanen!) gewann er die Klasse B auf einem BMW M1. Als dritter Mann im gelben JMW Racing Aston Martin Vantage GT2 wurde der 27jährige Hawaiianer Bryce Miller auserkoren, der aktuell auch in der GT Challenge-Kategorie der ALMS antritt.

// Nachdem bereits Anfang April die japanischen Teams von Dome und der Tokai University ihre Teilnahmen an den 24 Stunden von Le Mans absagen (bzw. im letzteren Fall den ersten Platz auf der Reserveliste aufgeben) mussten, kamen im Mai noch der Team Modena-Ferrari, die PK Racing-Corvette und die Pescarolo-Teams hinzu. Nachrücker sind Pegasus Racing (geplant ist die Teilnahme mit einem Norma-Chassis, das aber noch nicht rechtzeitig für die 1000km von Spa fertig war) und die deutsche Kruse Schiller Motorsport-Mannschaft bei den Prototypen und jeweils ein zweites Auto für Felbermayr-Proton (Porsche), AF Corse (Ferrari) und Matech (Ford) in den Gran Tourismo-Klassen.

// Aston Martin hat sich für das Motorsport-Jahr 2010 vorgenommen, sein Modell Vantage groß herauszubringen. Unter anderem siegte bei den 24h am Nürburgring am vergangenen Wochenende eines dieser V8-Fahrzeuge in der SP10/GT4-Klasse (Gesamtrang 27) und auch am ersten Rennwochenende des GT4 European Cup gab es zwei Doppelsiege zu verzeichnen. Die neu ins Leben gerufene “Aston Marton British GT4 Challenge” versucht der Edelhersteller mit prominenten Teilnehmern zu promoten: beim zweiten Lauf am kommenden Wochenende wird Sportchef David Richards sich einen Vantage GT4 mit “Mr. Bean”-Darsteller Rowan Atkinson teilen. Der Autonarr, der in den späten 80ern am britischen Renault 5-Markenpokal teilnahm, wird am Freitag zum ersten Mal überhaupt den Wagen testen.

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May 11 2010

06:30

Formelserien: GP2/GP3 Analyse, WSbR/SLF Vorschau

Der Saisonauftakt bei der GP2 ist vorbei, ein erster Leistungsstand einschätzbar. Die GP3 hatte eine pannenfreie Premiere und lieferte zwei passable Rennen. Das kommende Wochenende steht dann ganz im Zeichen des GP von Monaco, in dessen Rahmenprogramm sich GP2 und WSbR treffen. Und dann geht auch noch die SLF in Assen an den Start.

Die Macher der (mutmaßlich) still verschiedenen International Formula Master müssen sich am vergangenen Wochenende ziemlich bestätigt gefühlt haben. Nicht nur, dass das neue GP3 Auto dem IFM-Wagen deutlich ähnlich sieht – in den Rennen haben auch an beiden Tagen Fahrer gewonnen, die im vergangenen Jahr noch in der seligen Rennserie unterwegs waren. Und dann konnte IFM-Meiser Fabio Leimer auch noch das Sprintrennen der GP2 für sich entscheiden. Die großen Favoriten hatten in der Parade-Nachwuchsklasse dafür zum Teil noch ein paar Probleme. Umso besser für die Zuseher: Die Aufholjagden der ART-Piloten, allen voran des famosen Sam Bird sorgten dann zumindest für zwei Barcelona-untypisch spannende Rennen.

GP2

Nach der Qualifikation hatte alles noch so ausgesehen, wie viele Kenner vermutet hatten: Jules Bianchi auf der Pole, Sergio Pérez auf Startplatz zwei. Direkt dahinter der zweite ART mit Sam Bird – und auf Platz vier Christian Vietoris. Doch dann kam die kollisionträchtige Kurve eins dazwischen: Eine Kollision zwischen Bianchi und Vietoris nahm beide Heisporne aus dem Rennen, und zwang auch Sam Bird zu einem Ausweichmanöver, das ihn ins Mittelfeld zurückwarf. Der vierte im Bunde, Sergio Pérez, konnte die Führung zwar bis zu Boxenstopp halten, hatte dann aber auch Pech: Probleme beim Boxenstop warfen den Mexikaner auf Rang vier zurück. Nutznießer war Charles Pic, der die Führung übernahm, und sie auch bis zur Zielflagge nicht wieder hergab. Fraglos eine gute – und vor allem fehlerfreie – Leistung des Franzosen. Ohne die Ausrutscher der vier anderen Piloten hätte er aber wohl dennoch nicht gewonnen.

Ähnliches gilt auch für den Sieg Fabio Leimers im Sprintrennen. Schon klar: Eine fehlerfreie Leistung. Wer in der GP2 gewinnt, der hat es auch verdient. Trotzdem: Der schnellste Fahrer war Leimer in beiden Rennen nicht – der Sieg im Sprintrennen von der Reverse-Grid Pole aus schmeichelt seiner Leistung in Barcelona dann doch ein wenig. Immerhin hat der Schweizer aber in seinem allerersten GP2-Rennen gezeigt, dass er an der Spitze mitfahren kann – und dass er auch die Nerven hat, einen Rennsieg nach Hause zu bringen. Mal sehen, was Leimer in den kommenden Rennen zeigen kann.

An der Einschätzung des Kräfteverhältnisses hat das Wochenende trotzdem nicht viel geändert: Jules Bianchi ist wohl weiterhin der Mann, den es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Ähnlich wie schon in der GP2 Asia gibt es nur einen Gegner, dem dieses Kunststück wirklich zuzutrauen ist: Jules Bianchi. Wenn der Franzose sein unbestrittenes Talent auch in Siege und Meisterschaften umsetzten will, dann muss er eben lernen, seinen Speed auch in Ergebnisse umzumünzen. Ein ähnliches Problem scheint auch Christian Vietoris aus der GP2 Asia mitgenommen zu haben: Schnell, aber im entscheidenen Moment noch etwas zu ungestüm. Auch dem dritten im Bunde, Sam Bird, könnte seine Fahrweise noch zum Verhängnis werden. Der Brite war an seinem Zurückfallen im Hauptrennen zwar weitgehend unschuldig, und zeigte dann eine atemberaubende Aufholjagd. Aber: Ein wenig so, wie Juan Pablo Montoya in seinen frühen Formel 1-Jahren, scheint auch Bird einer jener Fahrer zu sein, die glauben, ein angeborenes Recht darauf zu haben, dass alle anderen auf die Seite fahren, wenn sie zum Überholen ansetzen. Das sieht spektakulär aus, und schafft unter den Fans viele Freunde. So wie Montoya wird aber auch Bird, sofern er so weitermacht, feststellen müssen, dass dieses Verhalten nicht dazu beiträgt, Meisterschaften zu gewinnen.

Weiter geht’s bei der GP2 bereits am kommenden Wochenende beim Klassiker in Monaco. Das Hauptrennen dort findet bereits am F1-freien Freitag (!) statt, das Sprintrennen am Samstag nach der F1-Qualifikation.

GP3

Eine gelungene Premiere hat in Barcelona die GP3 hingelegt. Die Standfestigkeit der neuen Rennwagen war beeindruckend – das eifrige Testen und die lange Vorbereitungszeit hat sich gelohnt. Die Rennen selbst waren auch ganz in Ordnung, wenn auch Barcelona-typisch nach turbulenten Startphasen zum Teil etwas ruhig. Dass es in beiden Rennen allerdings Kollisionen auf der Start/Zielgeraden gab, beunruhigt dann doch ein wenig. Diesen Trend sollten die Herren Fahrer schnell wieder abstellen, denn wenn ein Feld von 30 Fahrzeugen auf ein Auto zuschießt, das sich gerade wieder auf die Strecke zurückdreht, dann kann das schnell auch weniger harmlos ausgehen, als dies zum Glück in Barcelona noch der Fall war.

Zum Sportlichen: Das erste Rennen konnte der norwegische IFM-Alumni Pål Verhaug nach einer ansprechenden Fahrt für sich entscheiden, Zweiter wurde F2-Vizechampion Robert Wickens vor Esteban Guiterrez aus Mexiko. Auch das Sprintrennen ging an einen Zögling der IFM: “Rookie of the Year” Alexander Rossi konnte den Lauf von der Reverse-Grid-Pole aus gewinnen, dahinter landeten Lucas Foresti und wiederum Guiterrez.

In Monaco ist die GP3 nicht zu Gast – was bei einem Feld von 30 heißblütigen Youngstern eine kluge Entscheidung ist, von der sich andere Nachwuchsserien (etwas die Formel 2) durchaus eine Scheibe abschneiden könnten. Die nächsten Läufe finden in drei Wochen bei F1 Grand Prix von Istanbul statt.

WSbR

An den Start gehen wird in Monaco dafür traditionsgemäß die World Series by Renault. Ähnlich wie in der GP2 leiden die Favoriten auch in der Talentschmiede des französisches Autokonzerns am Problem, ihren Speed im Rennen nicht in Ergebnisse ummünzen zu können: Daniel Ricciardo hatte sich im Motorland Aragon noch achtbar aus der Affäre gezogen – in Spa belief sich die Ausbeute des Australiers aber nur mehr auf einen mageren fünften Platz in Rennen 1. Immerhin reicht das noch für den zweiten Tabellenrang. Teamollege Brendon Hartley ist nach zwei von sieben Veranstaltungen gar nur auf Platz acht der Meisterschaft. Das alles ist aber nichts gegen die Probleme, die Esteban Guerreri plagen: Der Argentinier konnte zwar das zweite Rennen in Spa mit einer überzeugenden Leistung für sich entscheiden – in Monaco wird er aber wegen Geldmangels trotzdem nicht mehr im WSbR Cockpit sitzen. Ersetzen wird ihn dort GP3-Rennsieger Alexander Rossi für den der erste Auftritt im schnellen WSbR Boliden ausgerechnet in Monte Carlo zu einer echten Talentprobe werden wird.

Anders als sonst werden in Monaco nicht zwei, sondern nur ein Rennen des WSbR gefahren. Das findet dafür aber am Sonntagvormittag vor dem Grand Prix statt, und wird ab 11:00Uhr live auf Eurosport übertragen.

Superleague Formula

Die Terminplanung der SLF bleibt fragwürdig: Nach mehr als einmonatiger Pause ausgerechnet am Monaco-Wochenende  an die Strecke zurückzukehren, garantiert eigentlich, dass sich nur wenige Motorsportfans zur Fußball-Rennserie verirren werden. Das ist allerdings schade, denn in Silverstone hat die Superleague wieder einmal zwei durchaus interessante Rennen geboten, die Lust darauf gemacht hätten, sich auch den zweiten Saisonauftritt in Assen anzusehen.

Dort wird sich zeigen, ob Craig Dolby seine feine Leistung aus Silverstone (Kollege Stefan Tegethoff hat berichtet) wiederholen kann. Nach einem vierten und einem ersten Platz liegt der Wagen der Tottenham Hotspurs in der Meisterschaft mit 92 Punkten vor dem FC Porto (Álvaro Parente) und dem FC Basel (mit dem Deutschen Max Wissel am Steuer) in Führung.

Und wer weiß: Sofern sich das Rennen der Formel 1 nach 30 Minuten als Langweiler der Bahrain-Klasse entpuppen sollte, könnte es sich ja vielleicht doch lohnen, ab 14:30 mit einem Auge auf den Computerbildschrim zu schielen. Auch am kommenden Wochenende werden  die Läufe der SLF nämlich wieder live im offiziellen Stream übertragen, kommentieren soll dort angeblich Ben Edwards. Am Fernseher herumzuzappen wird dagegen wohl nicht zum gewünschten Erfolg führen: Bisher deutet nichts darauf hin, dass die SLF nach dem Aus auf Eurosport einen neuen TV-Partner im deutschen Sprachraum gefunden haben könnte.

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April 02 2010

01:17

Superleague Formula – Start in Saison #3 in Silverstone

Die Superleague Formula, vor zwei Jahren noch belächelt, hat es trotz des gewöhnungsbedürftigen Konzepts tatsächlich geschafft, zwei Saisons zu überstehen und startet am Osterwochenende in ihre dritte. Und einige prominente Namen sind mit dabei.

Die A1 Grand Prix-Serie hat vier Jahre überlebt, bevor die Insolvenz die beliebte Nationen-Rennserie dahinraffte. Die Superleague Formula mit ihrem doch etwas ungewöhnlicheren Konzept „The Beautiful Race – Football at 300 kph“ scheint momentan noch alles nach Plan zu laufen: die Serie wächst. Für die neue Saison haben die Organisatoren Robin Webb (hat schon für den Rennwagen-Konstrukteur Swift und als Serien-Organisator für Palmersport gearbeitet) und Alex Andreu (hat Sportveranstaltungen für ISL Marketing organisiert) die Anzahl der Rennwochenenden von sechs auf zwölf verdoppelt und die Preisgelder erhöht. Bleibt nur zu hoffen, dass man sich daran nicht verhebt, denn schon die A1GP hat große Probleme mit nicht gezahlten Preisgeldern und abgesagten Rennen gehabt. Noch wird der ganze Spaß aus den Taschen einiger Investoren bezahlt, schwarze Zahlen sind das Ziel, genau wie es bei der „Weltmeisterschaft des Motorsports“ der Fall war.

Außerdem bedienen beide Serien im Endeffekt die gleiche Zielgruppe: Motorsportfans, die sich über eine mehr oder weniger aufregende Formel-Serie als Bonus zu den etablierten freuen. Zwar werden immer wunderschöne Promo-Filmchen mit Fußballspielern gedreht und die Fahrzeuge gelegentlich vorm Stadion ihres Vereins ausgestellt, aber die begeisterten Massen der Fußballsfans holt man in vielen Ländern wohl trotzdem weder an die Rennstrecke noch vors Fernsehen. Dennoch: die Rennen waren im vergangenen Jahr nicht schlecht besucht und einige Trikotträger der jeweils in der Nähe ansässigen Vereine fand die Kamera immer. Und in den grundsätzlich leidenschaftlicheren Mittelmeerstaaten funktioniert das Konzept wohl am besten, wohl auch ein Grund (neben den angenehmeren Herbsttemperaturen) warum man ein Drittel der Saison auf der iberischen Halbinsel verbringt.

Die Superleague Formula setzt auch in diesem Jahr wieder auf den von Elan Motorsport Technologies speziell für diese Serie entwickelten Panoz DP09, der dank der gelungenen Optik und dem „großen“ V12-Motor sehr beliebt ist (eine gewisse Ähnlichkeit mit dem für die ChampCar konstruierten DP01 ist auch sichtbar). Nach zwei Einsatzjahren dürfte der Wagen nun auch weniger defektanfällig sein, als er es noch zu Beginn war. Die Regeln bleiben weitgehend unverändert im Vergleich zu 2009: das Qualifying wird in Anlehnung an Fußballturniere im Knockout-Modus gefahren, es folgen zwei Rennen am Sonntag über je 45 Minuten + eine Runde, die besten drei Fahrer aus diesen streiten in einem fünf Runden langen „Super Final“ (das aber wegen der wenigen Autos auf der Strecke oft weniger interessant ist) um den Wochenend-Gesamtsieg. Das zweite Rennen wird weiterhin in einem kompletten Reverse Grid gestartet, was meist für Überholmanöver und viel Spektakel sorgt, auch wenn es sportlich gesehen eine sehr drastische Maßnahme zugunsten der Show ist, den Sieger auf den letzten Startplatz zu verbannen.

Was den Kalender betrifft, bleiben mit Magny-Cours, Jarama und Zolder drei der sechs Strecken aus der Vorsaison, neu hinzu sollen neun Events kommen, wobei der  Austragungsort des Finales noch nicht feststeht. Die Superleague plante ja für ihr drittes Jahr den Aufbrauch aus Europa auf einen weiteren Kontinent; ob es dazu kommt (z.B. nach Brasilien wegen des SC Corinthians aus Sao Paulo) oder ob das noch nicht festgesetzte Rennen in Europa oder überhupt nicht stattfindet, ist eine spannende Frage. Mit Assen und Brands Hatch (wo ja jetzt dank des Fehlens der A1GP ein Rennwochenende freigeworden ist) kommen zwei Traditionskurse dazu, außerdem startet man nach 2008 noch einmal in Jerez und wagt einen erneuten Versuch am Nürburgring, wo im Debutjahr – trotz kostenlosem Eintritt – vor spärlicher Kulisse gefahren wurde. Mit dem „Adria International Raceway“ und der beliebten Berg- und Talbahn von Portimao sowie dem noch in Bau befindlichen „Circuito de Navarra“ nahe Pamplona in Nordspanien sind auch Strecken der neueren Generation dabei.

Und dann eben noch Silverstone, wo an diesem Sonntag der Saisonauftakt stattfindet; auf dem alten Grand Prix-Kurs, denn das neue Infield, der sogenannte „Arena Circuit“, ist noch in Bau. Wie viele Tribünen man für das Event aufgebaut hat, ist eine andere Frage, denn auch die alten Haupttribünen waren im Zuge des großen Umbaus vor einigen Wochen abgerissen worden. Das könnte also ein gewöhnungsbedürftiger Anblick werden an diesem Wochenende.

Siebzehn Fahrzeuge werden vermutlich am Start stehen, ein achtzehntes ist noch mit „TBA“ angekündigt. Titelverteidiger ist der Liverpool FC, dessen Fahrzeug eingesetzt wird von Atech Grand Prix, ehemals Hitech Racing; am Steuer sitzt jedoch nicht mehr Nachwuchsformelserien-Routinier Adrian Valles, sondern der Brite James Walker, der sich auch bereits Formel Ford, Formel 3 und Formel Renault (dort zwei Siege in den vergangenen drei Jahren) versucht hat.

Einen größeren Teil der Aufmerksamkeit dürften jedoch die promienteren Namen der ehemaligen Formel 1-Piloten auf sich ziehen: Franck Montagny für Girondins Bordeaux, Narain Karthikeyan für die Niederlande (eingesetzt von Jan Lammers’ Team Racing for Holland), Robert Doornbos für den brasilianischen SC Cornithians und natürlich Sebastién Bourdais. Der war im Laufe der letzten Saison (nach seinem Rauswurf bei Toro Rosso) in die Serie eingestiegen und fuhr für den FC Sevilla in acht Rennen (an drei Wochenenden) zwei Siege und vier weitere Podiumsplatzierungen ein. In diesem Jahr tritt er für den französischen Verein Olympique Lyon an und dürfte wohl Top-Favorit auf den Titel sein, da er der stärkste und erfahrenste Fahrer im Feld ist. Die – wie bei Bourdais – häufiger werdende Verbindung zum Verein über die Nationalität dürfte für einige zusätzliche Emotionen bei Fahrern und Fans sorgen, denn in der mangelnden Identifikation lag bisher ein Schwachpunkt der Serie, auch wenn die Piloten in Interviews (selbstverständlich) immer wieder vorgaben, eine sehr starke Verbindung zum jeweiligen Fußballclub zu haben.

Weitere – vor allem aus Nachwuchsserien wie der GP2 bekannte – Namen sind Yelmer Buurman (AC Milan), Tristan Gommendy (Galatasary Istanbul), Davide Rigon (RSC Anderlecht), Chris van der Drift (Olympiacos Piräus), Alvaro Parente (FC Porto) und Joulien Jousse (AS Roma). Aus deutscher Sicht ist Max Wissel beachtenswert, der seit Beginn der Serie für den FC Basel am Steuer sitzt und sich im vergangenen Jahr recht beachtlich schlug: ein Sieg im ersten Rennen in Donington sowie drei dritte Plätze (Rennen 2 in Magny-Cours sowie Rennen 2 und Super Final in Donington) sorgten zusammen mit weiteren konstanten Top Ten-Platzierungen für den dritten Rang im Gesamtklassement, ohne technische Defekte wäre eventuell auch mehr drin gewesen. Wissel fuhr zuvor lediglich zwei Jahre in der Formel BMW Deutschland; sein Fahrzeug wird – wie das von Olympiacos Piräus – eingesetzt vom deutschen Team GU-Racing International. Die Zakspeed-Mannschaft, die bereits mit Borussia Dortmund, Sporting Lissabon und RSC Anderlecht antraten und mit Beijing Gouan sogar den Meister der Saison 2008 stellte, ist nicht mehr dabei, da das Team von Peter Zakowski zu Beginn dieses Jahres leider Insolvenz anmelden musste.

Im Fernsehen ist die Superleague Formula in Deutschland 2010 nicht zu sehen, Eurosport ist aus den Übertragungen ausgestiegen, auch eine Zusammenfassung ist nicht zu finden. Es bleibt also nur noch der offizielle Stream, der aber eine recht ordentliche Qualität bietet. Rennen 1 startet am Sonntag um 11:10, Rennen 2 um 14:05, das Super Final findet direkt im Anschluss um kurz nach 15 Uhr statt.

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