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August 03 2011

06:47

Newshappen vom 03.08.2011

// Relativ hohe Wellen schlug die Ankündigung in England, dass die BBC ihre Übertragungen der F1 mehr oder weniger Ende dieses Jahr einstellt. Stattdessen springt sky Sport ein, die, wie in Deutschland, alle Trainings, Qualis und Rennen live zeigen. 10 Rennen wird auch die BBC zeigen, den Rest gibt es in England als leicht gekürzte Aufzeichnung am Abend. Dabei übernimmt die BBC den Kommentar von sky, die vermutlich wieder auf Coulthard/Brundle setzen werden. Die Ankündigung kam überraschend, auch wenn es seit Wochen Gerüchte gab und hat die britischen F1-Fans auf die Barrikaden gebracht. Muss man in Deutschland nun ähnliches befürchten? Die Antwort lautet: Nein. RTL verdient mit der F1 gutes Geld, es ist eher die Frage, ob sky den Ende 2011 auslaufen Vertrag verlängern wird. Die Situation in England ist zudem besonders. Die BBC muss viel Geld sparen, die 50 Millionen Dollar, die eine Saison F1 allein an Rechten gekostet hat, kommen da gerade recht. Zu den 50 Millionen kommen ja auch noch die Ausgaben für die Übertragung, die beim “Dreamteam” der BBC nicht gerade wenig sind. Eng könnte es dann allerdings an der Streaming-Front werden. Bisher liessen sich die Übertragungen der BBC relativ leicht ansehen, das ist mit dem Wechsel zu sky nun vorbei. Don

// Laut der “Süddeutschen Zeitung” ist Flavio Briatore auch in den Bestechungsskandal um Ecclestone und Gribkowsky verwickelt. Briatore, seit etlichen Jahren ein enger Geschäftspartner von Bernie, soll in den Fall verwickelt sein. Wie genau wird aber nicht verraten. Mehr als “Flavio war auch dabei… hört man so aus der Staatsanwaltschaft” hat die SZ auch nicht. Also eher nichts. Es verdichtet sich allerdings das Bild, dass das Geld deswegen geflossen ist, damit die CVC den Zuschlag bekommt. Ob Ecclestone nun erpresst wurde den Deal so zu machen, oder ob er das so wollte ist halt die große Frage. Don

// Der Renault zeigt sich in Ungarn zwar nicht von seiner schnellen Seite, aber immerhin sorgte er mit seinem Brand und der merkwürdigen Explosion im Seitenkasten für einiges Stirnrunzeln. Und böse Witze über Heidfeld, der schneller aus dem Auto war, als er fahren kann. Sagen jedenfalls gemeine Menschen, zu denen wir hier nicht gehören. Zurück zum Thema: Was genau da explodiert ist, weiß man immer noch nicht, aber Scarbs hat ein paar Verdächtige gefunden. Don

// Noch mehr Technik. Gordon Mccabe über Diffusor und wie sie arbeiten. Er verlinkt auch auf die sehr interessante Arbeit zweier Studenten mit dem Titel “Ground Effect Areodynamics Of Race Cars“(pdf). Don

// Noch viel mehr Daten gibt es jede Woche im Blog F1 Data Junkie. Don

// Der Mann, über den im Moment in der NASCAR am meisten gesprochen wird, ist weder Dale Junior, noch der frisch gebackene Indy-Sieger Paul Menard. Es ist Carl Edwards und seine seit Monaten anstehende Entscheidung, ob er jetzt bei Roush bleibt, oder zu Joe Gibbs wechselt. Angeblich will man dort sogar entweder einen vierten Wagen bereit halten. Den soll Logano bekommen, während “Home Depot” in Zukunft auch Edwards setzen soll. Grosses Sommertheater also, allerdings lähmt die Entscheidung den gesamten Fahrermarkt, weil Roush ja Edwards mit irgendjemanden ersetzen müsste. Don

// Schöne Zusammenfassung über den Stand der Dinge in den USA was die Prototypen und GT-Klassen angeht. Don

// Noch eine Meldung auf der US-Medienszene, die über Umwege auch die IndyCar Series betrifft: Versus, der Sender, der noch einige Jahre lang den Großteil der IndyCar-Rennen übertragen wird, soll ab Anfang Jänner 2012 in “NBC Sports Network” umbenannt werden. Eine Überraschung das nicht. Im Gegenteil waren Beobachter nach dem Kauf von NBC durch Versus-Mutter Comcast im Februar eigentlich davon ausgegangen, dass dieser Schritt schon im Herbst des laufenden Jahres stattfinden könnte. Schon seit einiger Zeit etwa hat Versus keine eigene Homepage mehr, sondern ist unter der Internetadresse nbcsports.com erreichbar. Ziel ist es, aus Versus und NBC eine Art Gegenstück zur Partnerschaft zwischen den Disney-Töchtern ABC und ESPN zu schaffen. So hat NBC bei Erwerb der Rechte für die Olympischen Spiele 2014-2020 vor ein paar Wochen angekündigt, alle Events “auf einem NBC-Kanal” oder im Internet live zu übertragen. Es liegt nahe, dass einiges davon auf dem neu geschaffenen Sender laufen wird.
Das alles sollte dazu beitragen, das Profil des Senders zu heben – was natürlich auch den IndyCars nur gut tun kann, gerade in einer Zeit, in der die Serie unter niedrigen Einschaltquoten leidet. Vorsicht

// Die Superleague Formula muss ihre geplantes Finale im neuseeländischen Taupo absagen. Sponsoren, die das Rennen eigentlich unterstützen wollten sind nun abgesprungen – angeblich, weil man in Folge des schweren Erdbebens, das den Inselstaat im Februar heimgesucht hat, das Geld in wichtigere Projekte stecken will. Die Begründung erscheint sehr verständlich. Angesichts der Tatsache, dass das Neuseeland-Rennen aber erst deutlich nach dem Erdbeben erstmals im Kalender aufgeschienen ist, darf man sich dennoch fragen, ob es sich dabei um die ganze Wahrheit handelt. Bitter ist die Meldung gewiss auch für das SLF-Team Neuseelands, dessen (zum Teil nur in der Heimat tätige) Sponsoren sicher sehr gerne ein Rennen in Taupo gesehen hätten. Bisher gibt es noch keine offizielle Meldung der SLF zum Thema. Es ist aber davon auszugehen, dass man auf der Suche nach einem neuen Austragungsort ist: Nicht nur wegen des öffentlichen Ansehens der Serie, sondern vermutlich auch auf Verlangen der Teams. So hatte sich vor Saisonbeginn etwa schon GU-Racing aus der Serie zurückgezogen, als der Kalender von zwölf auf acht Läufe verkürzt wurde. Grund damals: Der Rückgang im zu erwartenden Preisgeld.
Was mögliche Ausweich-Strecken betrifft, ist noch nichts bekannt. Der Lauf davor findet aber (angeblich) Anfang November in Seoul statt, die Läufe davor in China. Man darf also davon ausgehen, dass die Serie auch den Saisonabschluss gerne im asiatisch-ozeanischen Raum halten möchte. Vorsicht

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June 29 2011

06:22

Newshappen-Sammlung für 29.06.

// Ein geradezu bizarr kompliziertes Puzzle über die Hintergründe und den momentanen Stand der Übernahmeschlacht in der Formel Eins liefert Joe Saward. In einen ziemlich langen und verworrenen Artikel versucht er die Frontlinien zu zeichnen, die bis weit in die Politik reichen. Im Grunde beschreibt er, dass Bernie Ecclestone gerade an allen Fronten sein Netzwerk aktiviert und diverse Leute in diverse, wichtige Positionen bringt. Zum einen wäre da Max Mosley, bekanntermaßen ein alter Kampfgefährte von Ecclestone, der sich in den letzten Wochen mal wieder häufiger in die aktuelle F1-Politik eingemischt hat. Saward spekuliert, dass Mosley eventuell wieder als FIA-Präsident kandieren könnte, da Jean Todt gerade an den meisten Fronten eine schlechte Figur macht und die FIA mit seinen Entscheidungen für Bahrain und den Weltmotor in Bedrängnis gebracht hat. Die zweite Eben betrifft Ferrari und vor allem Luca di Montezemolo, der im Moment der Hauptgegenspieler von Ecclestone zu sein scheint. Saward gräbt das seit Wochen kursierende Gerücht aus, dass Flavio Briatore die sportliche Leitung von Ferrari übernehmen könnte, sollte Montezemolo tatsächlich den Versuch starten in die Politik zu gehen. Offenbar gibt es tatsächlich im Moment viel Bewegung im Hause Ferrari, dazu kommt, dass der sportliche Erfolg ja auch nicht vorhanden ist. Vieles, was Saward schreibt, ist pure Spekulation und teilweise undenkbar. Mosley ist nach seiner Nummer mit den Damen politisch verbrannt, für Briatore gilt das ebenso. Hintergrund des langen Textes ist, dass es das Gerücht gibt, etliche Streckenbetreiber zur – Achtung – IRL überlaufen wollen. Das ist, gelinde gesagt Quatsch, interessant ist es aber doch, weil die Karte mit den Strecken nur von Ecclestone gespielt werden kann. Ein weiteres besagt nämlich, dass die Strecken Verträge über eine Firma mit Ecclestone haben, die nicht zur CVC gehört. Mit anderen Worten: a) Die Vermutung vieler, dass Eccelstone die Grundpfeiler der F1 an sich und nicht an die CVC gebunden hat, schält sich zumindest ein wenig heraus und b) Sommerloch. (Don)

// Williams hat zwei neue Leute für das technische Department eingekauft. Interessant ist dabei die Verpflichtung von Mark Gillan. Der war lange bei Jaguar und Red Bull und gilt als ausgewiesener Fahrwerks- und Aeroexperte. Nummer Zwei ist Jason Somerville. Der war schon mal bei Williams, bevor er zu Toyota und danach zu Renault ging. Damit holt nach der umstrittenen Verpflichtung von Mike “Copyshop” Coughlin zwei weitere, sehr gute Experten ins Team. Das Problem ist nur: Während Coughlin schon jetzt am 2012er Wagen basteln kann, kommt Somerville erst Ende August und Gillan sogar erst im Oktober. [Quelle: PR Meldung Williams] (Don)

// Die Dauerbaustelle DRS wird man wieder von der FIA bearbeitet. Es bleibt zwar, auf geeigneten Strecken, bei zwei DRS-Zonen, jedoch soll ein Fahrer den DRS-Vorteil nur noch in der ersten Zone ausnutzen können, wenn denn der Überholvorgang erfolgreich war. Beschlossen ist allerdings noch nichts. (Don)

// Sommerzeit = Silly Season. Es geht vor allem um zwei Plätze: den bei Red Bull und den bei Ferrari. Die Italiener bestehen darauf, dass Massa auch 2012 fährt, ich habe allerdings mitbekommen, dass zwei englischsprachige Piloten in Maranello waren. Da muss man nicht lange raten, wer das sein könnte. Nummer Eins ist Jenson Button, Nummer Zwei war wohl Webber, dem Ferrari aber eine Absage erteilt hat. Der Australier hat klar verkündet, dass er gerne bei Red Bull bleiben würde, doch die zieren sich, den Vertrag zu verlängern. Denn, so die Gerüchteküche, Red Bull ist an einem McLaren-Fahrer dran. Das könnten sowohl Hamilton als auch Button sein, wobei McLaren gerade mehrfach verkündet hat, dass man beide Piloten gerne behalten würde. (Don)

// Aus zwei mach eins: Angeblich steht eines der beiden Rennen in Spanien vor dem Aus. Und überraschenderweise handelt es sich nicht um den Stadt-GP von Valencia. Stattdessen könnte es sein, dass die Königsklasse heuer zum vorübergehend letzten Mal in Barcelona an den Start gegangen ist. Zwei spanische Radiostationen sollen am Wochenende verkündet haben, dass die Valencia-Veranstalter einen neuen Vertrag mit Bernie Ecclestone unterschrieben haben, der bis ins Jahr 2021 reicht. Bedingungen für den offenbar finanziell lukrativen Deal: Man möchte ganz offiziell den “Grand Prix von Spanien” austragen, das einzige F1-Rennen im Lande sein, und bereits im Mai an den Start gehen. Bestätigt ist die Meldung zur Stunde noch nicht. (Vorsicht)

// In der NASCAR geht das Gerücht um, dass Carl Edwards einen vierten Wagen bei Joe Gibbs übernehmen könnte. Carl und Kyle in einem Team? Viel Spaß, Joe Gibbs. Derweil werden Hendrick Motorsport und Dale Earnhardt jr. den gemeinsamen Vertrag wohl verlängern. Die Aufwärtstendenz von Junior mit Steve Letarte ist klar zu sehen, ein Sieg in diesem Jahr eigentlich überfällig. (Don)

// Die Kollegen von motorsport-total.com melden unter Berufung auf Motorsport aktuell, dass Katherine Legge bald in der IndyCar Serie für Sam Schmidt starten könnte. Angeblich sind heuer bis zu sieben Rennen möglich, ganz besonderes Augenmerk legen Legge und das Team aber auf das Finale in Las Vegas. Ob die Britin, die 2012 dann eine volle Saison bestreiten möchte, dabei ein zweites Auto des Teams pilotieren wird, ist noch unbekannt – wegen angeblicher finanzieller Probleme bei Sam Schmidt scheint es aber auch denkbar, dass sie den Stammpiloten Alex Tagliani ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die Superleague Formula hat verkündet, dass der Deutsche Max Wissel beim kommenden Rennen in Zolder wieder mit von der Partie sein wird. Interessant: Sein vom spanischen Team des ehemaligen Formel 1 Fahrers Emilio DeVillota eingesetztes Auto wird in den Farben von Südkorea unterwegs sein. Damit sind für das kommende Rennen immerhin 15 statt bisher 14 Autos gemeldet. Die Südkorea-Connection ist aber auch deswegen spannend, weil die Superleague Formula ebenfalls vergangene Woche bekannt gegeben hat, dass das geplante Rennen im russischen Smolensk nicht stattfinden wird, weil der Kurs keine Grande 2 Lizenz der FIA erhalten hat. Seither sucht man fieberhaft nach einer Ersatz-Rennstrecke. Denn weniger als die geplanten acht Rennen pro Saison will man nicht fahren –  auch deswegen, weil die Teams mit einem fixen Preisgeld-Betrag kalkulieren möchten. Ein Lauf auf der so wenig genutzten Formel 1 Bahn in Yeongam wäre also durchaus eine Möglichkeit – ist im Moment aber natürlich noch reine Spekulation. (Vorsicht)

// Auch eine andere Serie muss ihren Kalender ändern: Das geplante Event der AutoGP in Bukarest wird nicht stattfinden – offiziell wurde auch hier die fehlende Grade 2 Lizenz der Strecke als Grund genannt. Man könnte aber auch spekulieren, dass irgendjemand in der AutoGP-Organisation oder beim Management der Strecke festgestellt hat, dass sich der Aufbau des Stadtkurses für ein Standalone-Event der bisher noch wenig breitenwirksamen Formelserie wohl kaum finanziell lohnen kann. Auch die AutoGP plant, das nun abgesagt Rennen zu ersetzen. Nicht wurde aber keine konkreten Kandidaten genannt. (Vorsicht)

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June 15 2011

05:41

Ferner liefen: Sonder-Newshappen mit Verlosung

10 Tickets für den das 24H Stunden Rennen am Nürburgring zu gewinnen!

Oft gibt es das ja nicht hier im Racingblog, aber diese Woche haben wir was ganz besonderes im Angebot:Wer kurzentschlossen ist Lust hat, der kann nächste Wochenende schon am Nürburgring sein. Dank der Unterstützung von Goodyear Dunlop Tires verlosen wir 10 Eintrittskarten für das 24H Runden am Ring. Die Karten gelten das gesamte Wochenende! Anreise und Hotel sind nicht im Gewinn enthalten.

Was ihr dafür tun musst? Einen Kommentar mit einer gültigen Mailadresse hinterlassen und sonst gar nichts. Wir würden uns nur freuen, wenn ihr die Aktion auf Twitter oder Facebook ein wenig bekannt macht!

Und jetzt die News!

// Lotus (also das richtige) hat zwei interessante Neuigkeiten bekannt gegeben. Zum einen nutzt man den im Moment kaum zum Einsatz kommenden zweiten Windkanal von Williams, was mit Sicherheit dem Team helfen wird. Doch noch viel dicker ist der Deal, den Tony Fernandes da an Land gezogen hat. Team Lotus hat “General Electric” als Sponsor bekommen. Da denkt man erst “Na und?” doch noch interessanter wird die Sache, wenn man liest, dass Air Asia, die Fluglinie von Fernandes, gerade dabei ist, 150 bis 200 neue Airbus 320neo zu kaufen. Und die Triebwerke der Flugzeuge kommen von CFM, ein Joint Venture zwischen dem französischen Hersteller Safran und …. tadaaa… General Electric. Fernandes verneint, dass beide Dinge miteinander zu tun haben, aber das glaube ich nur am Rande. GE ist ein Sponsor, der mehr sein könnte, weil seine technischen Fähigkeiten auch für die F1 interessant sind. Jedenfalls ist die Art und Weise, wie Fernandes Team Lotus versucht nach vorne zu bringen, schon sehr beeindruckend. (Don)

// Bei Renault hängt der Haussegen schief. Eric Boullier hatte vor zwei Wochen schon angekündigt, dass das Team eine Renovierung innerhalb des Management benötigt und offenbar geht die jetzt los. Steve Nielsen, Sporting Director seit 10 Jahren, muss gehen. Der Hintergrund: Im Grunde ist immer noch das von Flavio Briatore eingesetze Management aktiv. Damit ist GenII aber offenbar nicht mehr zufrieden, man glaubt, dass vor allem der mangelnde Fortschritt in diesem Jahr damit zusammenhängt, dass man nicht gut genug aufgestellt ist. (Don)

// Das klassische Rennen in Spa Francorchamps könnte in Zukunft seltener stattfinden. Ähnlich wie Hockenheim und der Nürburgring könnte sich die Strecke in den Ardennen nämlich bald den Platz auf dem F1-Kalender mit einem Rennen in Frankreich teilen müssen – und daher nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Angeblich steht man in Belgien wieder einmal vor finanziellen Problemen, während FIA-Präsident Jean Todt gerne einen französischen WM-Lauf sehen würde. Über den möglichen Austragungsort des französischen Grand Prix gibt es verschiedene Angaben, dem Vernehmen nach soll aber keine neue Strecke gebaut werden. Bleiben also Magny-Cours und die im Besitz von Bernie Ecclestone befindliche Bahn in Le Castellt. (Vorsicht)

// Robert Kubicas Manager Daniele Morelli hat der italienischen Gazetta dello Sport erzählt (via motorsport-total.com), dass sein Schützling womöglich beim Rennen in Brasilien wieder im Renncockpit sitzen könnte. Demnach verheilt der verletzte Fuß ganz gut, die vollständige Genesung des Armes dauert wohl etwas länger – um die Beweglichkeit zu verbessern, wird sich der Renault-Pilot in den kommenden Tagen einer weiteren Operation unterziehen. Die polnische Zeitung Szybki Fakt hat derweil auf ihrer Homepage Fotos veröffentlicht, die Kubica während des Aufenthaltes in der Reha-Klinik zeigen sollen. (Vorsicht)

// Olivier Panis hat das Ende seiner Le Mans Karriere bekannt gegeben. Er wird 2012 zwar noch GT-Rennen fahren, aber nicht mehr für Oreca an den Start gehen. Offenbar plant man bei Oreca eh einen größeren Umbau, weil man mit dem dann in die Jahre gekommenen 908 der alten Generation nicht mehr antreten will. (Don)

// Und weil wir gerade dabei sind: Die ersten Starter für das 24 H Rennen in Le Mans 2012 sind bekannt. Das Peugeot wieder antritt gilt als sicher, Audi hat durchblicken lassen, dass man wohl gerne würde. Eine Revanche wäre man Peugeot auf jeden Fall schuldig. (Don)

// Volvo bringt in Brünn endlich den neuen 1.6 Liter FIA-Motor zum Einsatz. Auch Seat wird den in Ungarn erstmals eingesetzten Motor bei Tarquini in den Wagen pflanzen (Don)

// Pippa Mann bekommt nach ihrem tadellosen Auftritt beim IndyCar-Debut in Indianapolis in diesem Jahr noch ein paar weitere Chancen, sich zu beweisen. In Loudon, Kentucky und beim Finale in Las Vegas wird die Britin in einem Auto von Rahal Letterman Racing Platz nehmen. (Vorsicht)

// Beim genannten Rennen in Las Vegas wird sie dann als reguläre Saisonstarterin allerdings nicht für den 5 Millionen Dollar Preis in Frage kommen, mit dem die INDYCAR jenen All-Star Piloten winkt, die es schaffen sollten, die arrivierten Stars der Serie zu schlagen, und das Rennen zu gewinnen. Welche Fahrer dort antreten sollen, war bisher eher schleierhaft – nun hat sich Serienchef Randy Bernard erstmals ein wenig in die Karten blicken lassen. Angeblich gibt es bereits jetzt 26 Bewerbungen für die fünf zur Verfügung stehenden Cockpits – unter anderem von NASCAR-Fahrer Kasey Kahne. (Vorsicht)

// Neuigkeiten gibt es auch von der Heimstätte der IndyCars, dem Indianapolis Speedway. Dort sollen nämlich ab kommendem Jahr erstmals im Rahmen des NASCAR-Rennens auch die Autos der Grand-Am Serie an den Start gehen. Angedacht ist es, die Grand-Am am Samstag auf dem Rundkurs fahren zu lassen, die NASCAR dann am Sonntag wie gewohnt im Oval. Noch ist allerdings nichts unterschrieben, und es scheint auch noch ein paar Fragen um die logistische Umsetzbarkeit der Pläne zu geben. (Vorsicht)

// Die etwas eigenartigen Vorgänge um den offiziellen Namen der Superleague Formula klären sich langsam auf: Die Serie hatte Anfang Mai einen aktualisierten Kalender für 2011 veröffentlicht, und sich darin als “Superleague Formula World Cup” bezeichnet. Das dürfte einigen Herren bei der FIA sauer aufgestoßen sein, da nur die Motorsportbehörde Seriennamen mit “World” im Titel genehmigen kann – was in diesem Fall nicht geschehen ist. Die Serie hieß daraufhin beim Antreten in Assen “Superleague Formula Nations Cup“. Offenbar hat man aber noch nicht aufgegeben, und ersucht nun die FIA darum, das Wort “World” im Serientitel doch noch zu erlauben. Ob es dort allerdings so gut ankommt, dass man dies im Rahmen einer Pressemitteilung tut, darf bezweifelt werden. (Vorsicht)

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June 02 2011

15:56

Superleague: Geheimnisvoller Saisonstart

Im Bezug auf Organisation und Pressearbeit ist man ja einiges gewöhnt. Dass aber zwei Tage vor dem Saisonstart einer Serie noch nicht mal ganz klar ist, wie sie heißen wird – das ist doch eher ungewöhnlich.

Ein ziemlich chaotischer Winter liegt hinter der Superleague Formula. Ende der vergangenen Saison hatte man noch das angeblich erfolgreiche Jahr 2010 gerühmt, und sich damit gebrüstet, 2011 als globale Serie mit 12 Rennwochenenden an den Start gehen zu wollen. Von der Zuversicht ist nun wenig geblieben – abgesehen von einem Kalender, der die Absicht erkennen lässt, den europäischen Kontinent mehrfach zu verlassen. Gesichert sind bisher nur zwei Rennen, beide in Europa: Assen am Wochenende und Zolder im Juli. Außerdem bestätigt sind bisher acht Piloten, die für drei verschiedene Teams ins Rennen gehen werden – angeblich sollen aber noch weitere dazukommen. Offen ist auch der Name der Serie: Auf der eigenen Homepage war nämlich stellenweise von einem “Superleague Formula World Cup” und einem “Superleague Nations Cup” die Rede. Grund: Der Fußball-Aspekt soll in der Hintergrund rücken, stattdessen werden einige Autos Nationen repräsentieren.

Um mit der guten Nachricht zu beginnen: Nach Wochen der Unsicherheit scheint es so, als würde das Rennen am Wochenende tatsächlich stattfinden. Nach der mehrfachen Verschiebung (und schließlichen Absage) des für Mai in Portugal bzw. Italien geplanten Saisonstarts ist das immerhin eine gute Nachricht. Trotzdem: Die Serie scheint über den Winter in Turbulenzen geraten zu sein. Im Herbst schien noch alles in Ordnung: Die Serie präsentierte unter dem Namen “Superleague Formula by Sonangol” einen Kalender für 2012, der aus zwölf Rennen bestand – acht in Europa, und danach zwei Runden in China plus zwei weitere in “Übersee”.

Dass doch nicht alles nach Plan lief, wurde spätestens Anfang 2011 klar – das Logo des bisherigen Seriensponsors Sonangol, der staatlichen angolanischen Ölgesellschaft, verschwand von der Homepage der Serie. Immer wieder gab es auch Änderungen am Kalender, erst fiel der Saisonstart in Monza aus dem Programm, dann wurde das folgende Rennen zunächst von Portimao nach Estoril verschoben, und dann ebenfalls abgesagt. Auch die sonst geplanten Rennen in Europa verschwanden zunehmend vom Kalender.

Anfang Mai gab die Superleague dann plötzlich einen völlig neuen Plan für die Saison bekannt: Ein Kalender für 2011, der als “World Cup” angekündigt wurde - später wurde der Name, offenbar aus rechtlichen Gründen, in “Nations Cup” geändert. Die Rennen heißen nun “Grand Prix”. Neu sind dabei nicht nur die Austragungsorte, sondern auch das Konzept: Der Fokus soll sich von einem Wettkampf zwischen Fußballklubs wegbewegen – stattdessen werden à la A1GP “Nationalteams” gegeneinander antreten. Die Serie soll aus acht Rennen bestehen, nur die ersten beiden – Assen und Zolder – finden auf traditionellen Strecken in Europa statt. Danach folgen, zumindest laut diesem Plan, sechs weitere Rennen: Zunächst ein Lauf im russischen Smolensk, dann ein Rennen in Beijing. Weiter geht es mit zwei Läufen in Brasilien – in Curitiba und in Goiania, einem vom unvermeidlichen Hermann Tilke neu renovierten Kurs, an den sich vielleicht mancher noch erinnern kann, weil dort Ende der 80er-Jahre ein paar Rennen der Motorrad-WM stattgefunden haben. Schließlich will die Superleague demnach einen Lauf im Mittleren Osten abhalten, bevor man zum Saisonabschluss nach Taupo/Neuseeland aufbricht.

Fix ist das alles aber noch nicht. Denn alle sechs außereuropäischen Rennen sind auf der Homepage der Serie noch mit einem * gekennzeichnet. Die Fußnote dazu verweist darauf, dass die Termine “subject to contract and FIA approval” seien – somit also alles andere als bestätigt. Und in der Tat scheint sich die Situation noch im Fluss zu befinden. Eine russische Motorsportseite berichtete etwa vor wenigen Tagen, die Rennen der GT3 EM und der Superleague seien abgesagt worden, weil die Region Smolensk aus Sponsor ausgestiegen sei, und daher notwendige Umbauten an der Strecke nicht durchgeführt werden können.

Die GT3 hat die absage mittlerweile bestätigt. Auf der Facebook-Seite der Superleague Formula ist dagegen die Rede davon, dass das Rennen nicht abgesagt, sondern um eine Woche nach vorne verschoben werde. Auch der Lauf im Mittleren Osten ist unsicher – ursprünglich gab es Gerüchte, dass als Austragungsort Katar geplant sei. Mittlerweile spricht ein Artikel in der Holzversion von Autosport aber davon, dass statt diesem Rennen eine zweite Veranstaltung in China wahrscheinlich sei. Im gleichen Artikel wird Serien-CEO Robin Webb auch mit den Worten zitiert, dass mehr Rennen 2011 möglich seien, sofern Verhandlungen mit Sonangol über eine Verlängerung des Sponsorenvertrages erfolgreich ausfallen.

Im selben Interview spricht Webb auch davon, dass er für das Rennen in Assen mit 14 bis 16 Autos rechnet. Bisher bestätigt sind allerdings nur acht Fahrer und drei Teams. Das belgische Team von Azerti Motorsport wird mit einem “Team Belgien”  (Fahrer: Neel Jani)  und einem “Team Niederlande/PSV Eindhoven” (Fahrer: Yelmer Buurman) antreten – zusätzlich hat Teamchef Wim Coekelbergs in einem Interview mit autosport.be Franck Perera als Piloten eines GD Bordeaux-Autos bestätigt. Das würde sich auch mit der Superleague-Pressemeldung von Mittwoch decken, wonach es ein französisches Auto geben soll. Alan Docking Racing geht mit “Team Brasilien” (Antonio Pizzonia), “Team England/Tottenham Hotspur” (Craig Dolby) und “Team Australien” (John Martin) an den Start. Atech Reid Grand Prix bringt ein zweites “Team Niederlande” (Robert Dornboos), “Team Luxemburg” (Frederic Vervisch) und “Team Tschechische Republik/Sparta Prag” (Filip Salaquarda) ins Rennen. Eine Pressemeldung von Mitte Mai stellt außerdem Max Wissel als Fahrer für 2011 vor – auch die aktuelle Verlautbarung spricht noch von einem “deutschen Team”. Dem gegenüber steht eine Mitteilung von GU Racing, wonach man 2011 nicht an den Start geht, um sich ganz auf 2012 zu konzentrieren – ein Auto des FC Basel wird es somit nicht geben.

UPDATE, 23:02 Uhr: Mittlerweile gibt es ein vollständiges Line-Up. 14 Autos werden in Assen an den Start gehen. http://superleagueformula.com/news/news/2011/superleague-formula-nations-cup-announces-full-line-up

Klar ist außerdem schon, dass die Wagen wohl nicht mehr in den Farben der Fußballklubs bemalt sein werden, sondern in den Nationalfarben der teilnehmenden Länder. Im Internet aufgetaucht ist bisher ein Foto des England-Wagens von Craig Dolby. Eine Ausnahme in diesem Schema ist das oben abgebildete Auto von Yelmer Buurman – der Niederländer hat offenbar Sponsoren gefunden, in deren Farben das Auto lackiert ist. Am Front- und Heckflügel sind dafür die Symbole des PSV Eindhoven zu sehen.

Am Rennmodus wird es offenbar keine Änderungen geben: Es finden zwei Läufe am Sonntag statt, die Startaufstellung für das erste Rennen ergibt sich aus der Qualifying-Reihenfolge, das zweite Rennen wird im völligen Reverse-Grid gestartet. Schließlich entscheidet das nur wenige Runden lange Superfinale über die Vergabe des Preisgeldes in Höhe vom 100.000 Euro. Motors TV zeigt die Rennen im Fernsehen. Der Sender plant eigentlich, die Supereague Formula live zu übertragen – am Wochenende stehen aber zeitgleich Motocross-Rennen an, weswegen es die Superleague “As-Live” um 17:00 Uhr zu sehen gibt. Wie bisher wird es aber auch 2011 auf superleagueformula.com einen Livestream geben.

Und mehr ist immer noch nicht bekannt – wenn man bedenkt, dass das erste freie Training schon Freitagvormittag stattfinden soll, ist das doch noch ziemlich wenig. Spannend bleibt das Wochenende also allemal. Ob diese Spannung aber eher auf oder neben der Rennstrecke stattfindet – das muss sich erst noch zeigen.

Foto: Superleague Formula

June 01 2011

06:57

Ferner liefen: Die Newshappen

// Die Formel 1 Saison 2011 könnte länger werden als ursprünglich geplant. Der Grand Prix von Bahrain könnte nämlich den ursprünglich geplanten Platz des indischen Grand Prix am 30. Oktober einnahmen, sofern die FIA zum Schluss kommt, dass die politische Lage im Land die Austragung eines Rennens erlaubt. Das wäre durchaus denkbar, denn heute, Mittwoch sollten die während der Proteste eingeführten Notstandsgesetze wieder aufgehoben werden. Zumindest offiziell, denn auch danach wird man den offiziellen Druck gegen Proteste nicht lösen. Der Indische Grand Prix könnte in Folge dessen an das Ende der Saison verschoben werden. Das bisher letzte Rennen ist der GP von Brasilien am 27. November – weil aber neue Grand Prix wegen der Unwegbarkeiten bei Einreise und Zoll immer im zweiwöchigen Abstand vom vorherigen Rennen stattfinden, wäre der erste mögliche Termin also der 11. Dezember. Angeblich sollen die Organisatoren in Indien darüber ganz froh sein, weil die Arbeiten an der Strecke wohl doch nicht ganz so schnell vorangehen wie erwartet. Nicht begeistert sind dagegen die Teams, deren Mitarbeiter im Dezember die einzige Chance haben, sich ein wenig Freizeit abseits der Formel 1 zu gönnen. (Vorsicht)

// Sergio Perez und Vitaly Petrov haben nach ihren Unfällen in Monaco das Krankenhaus verlassen, und sich beide zuversichtlich, in Montreal wieder antreten zu können. Petrov hat zwar noch Schmerzen in den Beinen, ist sich aber “sicher“, in Montreal wieder antreten zu können. Nicht ganz so sicher ist die Angelegenheit bei Sergio Perez. Er selbst spricht davon, zwar noch Muskelschmerzen in den Beinen und im Nacken zu haben und sich an den Unfall nicht genau erinnern zu können – er ist aber ebenfalls “ziemlich sicher“, eine Rennfreigabe für Kanada zu erhalten. (Vorsicht)

// Renault stellt Nick Heidfeld die Rute ins Fenster. Man sei mit den Leistungen des Deutschen, vor allem im Qualifying, nicht zufrieden – das sagte Renault Teamchef Eric Boullier gegenüber autosport.com. Momentan ist aber davon auszugehen, dass diese Aussagen eher Heidfelds Motivation dienen sollen. Ihnen fehlt nämlich das Drohpotenzial – Renault fehlen nämlich schlichtweg Piloten, mit denen man Heidfeld einigermaßen gleichwertig ersetzen könnte. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia Serie könnte nach vier zunehmend enttäuschenden Saisons vor dem Aus stehen. Offenbar ist man bei Teams und Organisatoren unzufrieden – auch, weil die Serie das ursprüngliche Ziel, nämlich asiatische Fahrer an die Formel 1 heranzuführen, verfehlt hat. Als Ersatz will man die “große” GP2 Serie um einige Überseerennen im Rahmen der F1 erweitern. Debattiert wird etwa über ein Rennen in Bahrain (sofern dort noch gefahren wird), in Abu Dhabi oder auch in Singapur. Zu viele zusätzliche Läufe soll es aber nicht geben, da sonst das Sponsorbudget für GP2-Piloten zu hoch würde. (Vorsicht)

// Wilde Gerüchte um Penske. Wie eine italienische Motorsportseite unter Berufung auf Gerüchte berichtet, sollen sich Roger Penske und Hendrick Motorsports auf eine Zusammenarbeit in der kommenden Saison geeinigt haben. Demnach wollen die beiden Teams 2012 gemeinsam mit Chevrolet in der IndyCar Serie antreten – und sollen außerdem daran interessiert sein, Simona de Silvestro als Fahrerin zu engagieren. (Vorsicht)

// Die geplanten Rennen der Superleague Formula und der GT3 EM im russischen Smolensk könnten vor der Absage stehen. Das behauptet zumindest eine russische News-Seite die einen Verantwortlichen der Rennstrecke mit den Worten zitiert, dass leider für beide Veranstaltungen ein Sponsor abgesprungen sei. Die Strecke könne sich die beiden Rennen daher nicht mehr leisten. Für die ohnehin etwas chaotisch wirkende Superleague Formula mag das nicht so überraschen – mehr dazu morgen in der Saisonvorschau zur Serie, sofern ich es bis dahin geschafft habe, mir ein kohärentes Bild zu veschaffen. Dass auch die GT3 dort nicht fahren soll, erstaunt aber doch etwas. Die französische AUTOhebdo vermeldet dazu, dass die Organisatoren die von der FIA geforderten Umbauten an der Strecke nicht vorgenommen haben. Und beim abgesprungenen “Sponsor” soll es sich demnach um öffentliche Gelder der Region Smolensk handeln, die nicht eingetroffen sind. Die Absage hat mittlerweile auch die GT3 offiziell bestätigt. Man will sich um einen anderen Austragungsort für einen Ersatzlauf umsehen. Das letzte Wort ist aber trotzdem noch nicht gesprochen, die Superleague Formula behauptet auf ihrer Facebook-Seite, es sei lediglich das Datum um eine Woche nach vorne verlegt worden. Vielleicht wird es sich bei dem Rennen dann aber, wie schon 2010 in Beijing, um ein “Einladungsrennen” ohne Sanktus der FIA und ohne Punkte handeln. (Vorsicht)

May 11 2011

11:05

Ferner liefen: Die Newshappen

// Michael Schumacher hat mal wieder einen zähen Start in die Saison. Sein Rennen in der Türkei war geprägt von schlechten Entscheidungen, ruppiger Fahrweise und einer Klatsche in der Qualifikation, als er 1 Sekunde gegenüber Rosberg verlor. Nach der Quali war Schumacher ratlos, später stellte sich heraus, dass er in Turn 1 etwas von der Linie gerutscht war. So ein Fehler passiert jedem mal, aber es fällt doch auf, dass Schumachers Fehlerquote sehr hoch ist. Vorbei die Zeit, in der er fehlerlos seine Runden zog und schon ein leichter Slide Ausgangs einer Kurve für hoch gezogene Augenbrauen sorgte. In den britischen Medien, die traditionell schlecht auf Schumacher zu sprechen ist, sieht man die “Götterdämmerung” eingeleitet. Joe Saward schriebt “In the end one gets no choice as an F1 driver. You have to face up to the realities that you cannot beat age. Some go on deluding themselves that they could still do it and blame others for pushing them out. Others are smarter and get on with their lives. ” Und auch James Allen meint: “He probably accepts that due to his age and time out of racing he’s a few tenths slower than Rosberg, but the Mercedes could turn out to be a contender this year and you can always tell when a driver gets a sniff that there may be a chance to do something special. Schumacher needs a podium at the least to make the comeback worthwhile, to give it some real justification.”
Nach dem Rennen in der Türkei wirkte Schumacher niedergeschlagen und fast deprimiert. Er sprach davon, dass ihm momentan der Spaß am Fahren fehlen würde, was angesichts seiner momentane Chancenlosigkeit auch nicht weiter verwundert. Gleichzeitig werden Gerüchte laut, dass man bei Mercedes schon für die Zukunft plant. Paul di Resta oder Nico Hülkenberg stehen als Nachwuchstalente bereit, nachdem Rosberg in den letzten 18 Monaten gezeigt hat, dass er der Teamleader sein kann. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Don

// Pitpass hat sich die Unternehmensverhältnisse der Formel Eins noch mal genau angeschaut und ist auf ein Unternehmen namens “Delta Prefco” gestossen. Der Autor stochert etwas im Nebel herum, vermutet aber, dass es sich um eine Schlüsselgesellschaft handelt, die außerhalb der normalen Beteiligungen der CVC steht. Die Vermutung, dass die CVC im Prinzip nur eine leere Hülle in den Händen hält und Bernie die Rechte an der F1 über diverse weitere Firmen verteilt hat, wird auch von Pitpass geteilt. Don

// Pirelli hat die Reifenmischungen für die nächsten Rennen bekannt gegeben und die sind teilweise etwas schon interessant:
GP Spanien -Hard/Soft
GP Monaco -Soft/Super soft
GP Kanada -Soft/Super soft
GP Europa -Medium/Super soft
GB England- Hard/Soft

Vor allem die Mischungen für Kanada und Valencia sind etwas überraschend. In Kanada geht der Asphalt zwar relativ schonend mit den Reifen um, allerdings kann es auch sehr heiß werden, dazu kommen die hohen Geschwindigkeiten und die Beschleunigung aus den langsamen Ecken. Auch die “Super Soft” in Valencia sind eine mutige Wahl und dürfte bei großer Hitze zu einem interessanten Rennverlauf führen. Don

// Das Circuit of the Americas in Austin hat auf Facebook aktuelle Luftfotos von der Anlage veröffentlicht. Sehr viel ist darauf zwar, ehrlich gesagt, nicht zu sehen. Zumindest bestätigen die Bilder aber, dass die Arbeit wohl weiterhin voranschreitet – was ja schon mehr ist, als manche im Vorfeld vermutet hatten. Immerhin ist bis zum ersten Formel 1 Rennen in Texas ja auch noch mehr als ein Jahr Zeit. (Vorsicht)

// Die IndyCar Series hat erste Modelle der Autos für 2012 vorgestellt. Gezeigt wurde eine Dallara-Variante für die Road Courses und eine für die Ovale. Auffällig ist bei beiden Wagen der Auffahrschutz hinter den Hinterrädern, bei der Ovalversion sogar durch eine völlige Verkleidung gelöst. Sicherheitstechnisch ist das auf alle Fälle sehr sinnvoll, optisch muss man sich daran aber erstmal gewöhnen. Oder auch nicht. Denn bis zum kommenden Jahr könnte sich ohnehin noch einiges ändern: Die vorgestellten Wagen sind nicht fertige Modelle für 2012, sondern sollen nur verdeutlichen, wie die Wagen in etwa aussehen könnten – einen Windkanal haben diese Autos bisher zum Beispiel nicht gesehen. Außerdem bleibt Dallara ja nicht der einzige Aero-Kit Hersteller. Die Modelle von Lotus, Chevrolet, Honda und – möglicherweise – Oreca könnten also auch wesentlich anders aussehen. Wehrmutstropfen: Wegen der hohen Kosten für die zusätzlichen Teile sieht es derzeit so aus, als würden die alternativen Aero-Kits erst 2013 oder frühestens Mitte 2012 einsteigen können. (Vorsicht)

// Die Superleague Formula hat knapp einen Monat vor dem geplanten Saisonstart noch einmal kräftig umgebaut. Statt der bisher geplanten umfangreichen Europa-Saison wird es im Sommer nur zwei Rennen geben: Anfang Juni in Assen und Mitte Juli in Zolder. Danach bewegt man sich an die Grenzen des Kontinents und fährt Anfang September im russischen Smolensk (wo übrigens nur wenige Wochen zuvor auch die GT3 Europe Station macht). Ende September steht dann wieder ein Rennen in Beijing auf dem Programm, vermutlich wird es sich wie in der vergangenen Saison um einen Stadtkurs handeln. Danach folgen zwei Brasilien-Rennen in Curitiba und auf dem weitgehend unbekannten Kurs von Goiania. Dort ist Mitte der 80er-Jahre die Motorrad-WM gefahren – seither war nicht mehr viel los, jetzt wird die Piste allerdings gerade modernisiert. Im November gibt es ein Rennen im mittleren Osten. Der Ort dafür ist bislang unbestätigt, Gerüchte sprechen aber davon, dass es sich um Katar handeln soll. Als achtes und letztes Rennen steht Taupo in Neuseeland auf dem Plan.
Die Gründe für die massiven Änderungen im Kalender liegen wohl darin, dass man sich nach drei eher erfolglosen Saisons nun neu ausrichten muss. Zum einen ist der Superleague Hauptsponsor Sonangol abhanden gekommen. Der angolanische Ölkonzern plant wohl nun größer, und möchte sich in der F1 engagieren. Außerdem könnte es auch sein, dass man auf ein völlig anderes Konzept setzen wird: Von Fußballclubs ist in der aktuellen Pressemeldung nämlich nicht mehr die Rede, stattdessen wird die Saison 2011 als “World Cup” angekündigt, die Rennen heißen nun “Grand Prix”. Man könnte also spekulieren, dass sich die Serie in Richtung des A1GP-Konzeptes mit Nationalteams entwickeln möchte. Konkrete Informationen dazu stehen allerdings noch aus, genauso wie zu möglichen Fahrern. (Vorsicht)

// Kyle Busch und Kevin Harvick haben für ihre Slapstick-Einlage nach dem Rennen in Darlington von der NASCAR eine “Strafe” kassiert. Beide müssen 25.000 Dollar zahlen und stehen für vier Rennen unter Beobachtung. Wenn man bedenkt, dass die NASCAR selbst bei minimalen und kleinsten technischen Unregelmäßigkeiten sofort Strafen in einer Höhe von 100.000 Dollar und mehr verlangt und zusätzlich Teammitglieder für Monate gesperrt werden, kann man in dem Fall nur sagen, dass man solche Aktionen offenbar gerne sieht. Zu Mal man Montoya und Newman überhaupt nicht bestrafen hat. Offenbar möchte man vor dem TV-Publikum ein paar Fehden aufbauen und die Quoten nach oben zu treiben. Don

February 23 2011

07:07

Ferner liefen: Die Newshappen

# Der Formel 1 Lauf in Barcelona könnte im Jahr 2012 zum letzten Mal stattfinden. Zwar geht der Vertrag der Rennstrecke mit der FOM noch bis 2016 – der katalanische Regierungspräsident Artur Mas hat allerdings gegenüber der Tageszeitung El País erklärt, dass die Finanzierung nur noch für die nächsten zwei Rennen gesichert sei. Damit steht neben dem Lauf in Valencia, der angeblich Probleme hat, der Formel 1 die Startgelder zu überweisen auch das zweite Rennen in Spanien auf der Kippe. (Vorsicht)

# Das Finale der IndyCar Saison 2011 wird am 16. Oktober am Las Vegas Motor Speedway stattfinden. Das haben die Veranstalter, wie allgemein erwartet, auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend bekanntgegeben. Überraschend ist dagegen das Konzept für das 200 Runden-Rennen: Die INDYCAR schreibt nämlich ein Preisgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar aus, das ausbezahlt wird, sofern ein Fahrer aus einer anderen Serie den Lauf gewinnen sollte. Welche Piloten man für dieses All-Star Konzept gewinnen will, ist allerdings ungewiss. Der Sprint Cup fährt am 15. Oktober in Charlotte ein Chase-Rennen. Es scheint also eher unwahrscheinlich, dass sich einer der großen NASCAR-Stars den Start in Las Vegas antut. Immerhin sollten zum Finale 2011 etwas mehr Fans vor Ort sein: Denn die ersten 80.000 Besitzer eines beliebigen IndyCar Tickets für 2011, die sich bei den Organisatoren melden erhalten gratis Eintritt zum Rennen in Las Vegas. (Vorsicht)

# Jules Bianchi hat die Meisterkrone in der GP2 Asia errungen. Das scheint im Moment zumindest sehr wahrscheinlich. Denn mit der Absage/Verschiebung des Formel 1-Rennens in Bahrain ist nun klar, dass dort auch die GP2 Asia nicht fahren wird. Weil der mäßig üppige Kalender dieser Serie nur drei Veranstaltungen umfasst, wäre der Franzose nach nur einem Lauf in Abu Dhabi Champion 2011. Ganz fix ist das aber bisher noch nicht: Eine Ersatzveranstaltung für zumindest eines der beiden Wochenenden steht nämlich noch im Raum – die GP2 Asia hält sich zur Zeit noch bedeckt. (Vorsicht)

# Die WTCC nähert sich langsam dem Start der neuen Saison, und das Fahrerfeld beginnt Formen anzunehmen. Team Engstler hat schon vor einiger Zeit die Verpflichtung von Kristian Poulsen, Marchy Lee und Engstler selbst bekannt gegeben, diese Woche waren Sunred und Proteam dran. Sunred wird 2011 mit sechs Wagen starten: Wieder dabei ist Gabriele Tarquini, der sich mit dem russischen Rennfahrer Aleksei Dudukalo die Sponsorenunterstützung von Lukoil teilen wird. Tiago Monteiro, Michel Nykjaer und Pepe Oriola werden in den Farben von Sunred Engineering antreten, Fredy Barth für SEAT Swiss Racing. Der Marokkaner Mehdi Bennani greift für Proteam ins Lenkrad, wo Fabio Fabiani und GP2-Veteran Javier Villa seine Teamkollegen sein werden. Eine Auflistung aller schon bekannten Fahrer (Stand Montag 21. 2.) gibt es in der provisorischen Entry-List bei den Kollegen von touringcartimes.com (Vorsicht)

# Neuigkeiten gibt es auch zu den Strecken: In Suzuka wird die WTCC, wie aus der Streckengrafik auf fiawtcc.com hervorgeht, auf der Kurzanbindung antreten. Das ist einerseits sinnvoll, denn die gesamte Strecke wäre für die Tourenwagen vielleicht wirklich etwas zu lang gewesen. Andererseits besteht der aktuelle Entwurf nur noch aus den Esses und der Zielgeraden. Das ist einerseits mit etwa 2 Kilometern dann etwas gar kurz, und verspricht auch nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten. Aber da gelten bei den Tourenwagen ja ohnehin andere Gesetze – ob es die richtige Entscheidung war, wird wohl erst das Rennen im Oktober zeigen. Ganz andere Probleme gibt es in Marokko – dort könnte nämlich das ganze Rennen wegen “finanzieller Probleme” vor der kurzfristigen Absage stehen. (Vorsicht)

# Und damit nochmal zur IndyCar Series, wo sich auch das Transferkarussell weiterhin fleißig dreht: So soll Simon Pagenaud, 2007 sehr ordentlich in der ChampCar Serie unterwegs, und im vergangenen Jahr für den ALMS-Erfolg des Highcroft Teams mitverantwortlich über einen Vollzeit-Vertrag für 2011 verhandeln. Wie er speedtv.com verraten hat, ist er mit mehreren Teams in verheißungsvollen Gesprächen. Um welche Mannschaften es sich dabei genau handelt, wollte er allerdings nicht verraten. Nur soviel: Highcroft, denen man für 2012 ebenfalls IndyCar-Ambitionen nachsagt ist nicht darunter. (Vorsicht)

# Twitter-Gerüchte sprechen außerdem davon, dass Oriol Servia bei Newman-Haas untergekommen sein soll. (Vorsicht)

# Und Sam Schmidt Racing hat bestätigt, dass man 2011 in Texas, Kentucky und Las Vegas mit dem neuseeländischen Indy Lights Veteran (und Meister 2005) Wade Cunningham an den Start gehen wird. (Vorsicht)

# Die amerikanische Tochter des deutschen DHL Konzerns wird zukünftig Hauptsponsor von Ryan Hunter Reays Auto. Zusätzlich wird man als Nebensponsor von Mike Conway auftreten. (Flo aus N)

# Das Indy 500 wirft seine Schatten voraus. Im kommenden Jahr werden sie allerdings etwas kürzer sein. Denn die IndyCar Series gab bekannt dass man die Startzeit um eine Stunde von Ein auf Zwölf Uhr vorverlegen will. (Flo aus N)

# Auch in der DTM werden im kommenden Jahr einige Cockpits neu besetzt: Audi hat in der vergangenen Woche die Verpflichtungen von Formel 3 Euroseries-Meister Edoardo Mortara, des ehemaligen GP2 und A1GP Piloten Felipe Albuquerque (zuletzt in der italienischen GT Meisterschaft unterwegs) und der schweizer Formula Master und GT1-Pilotin Rahel Frey bekanntgegeben. (Vorsicht)

# Die GP3 Series ist seit gestern ebenfalls um einen Fahrer reicher: Der erst sechzehnjährige Neuseeländer Mitch Evans wird in der kommenden Saison ein Auto des Arden Teams pilotieren. (Vorsicht)

# Gute Neuigkeiten für GT1-Fans: Die Sportwagenserie wird auch im kommenden Jahr wieder live auf Sport 1 zu sehen sein – zumindest dann, wenn man der Programmvorschau auf der Homepage des Senders glauben schenken darf. (Vorsicht)

# Und die Superleague Formula hat in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass man im Laufe der kommenden Tage die (Renn-)Teams für die kommenden Saison bekannt geben will. Angeblich haben 14 Mannschaften Interesse gezeigt. Da die SLF aber mit maximal 20 Autos an den Start gehen will, und jedes Team zumindest zwei Autos einsetzen muss, werden wohl einige außen vor bleiben. Interessanter als diese Ankündigung war aber eine Bemerkung von Serienchef Robin Webb am Rande der Pressemeldung, wonach die SLF “fünf Überseerennen auf vier verschiedenen Kontinenten” abhalten will. Geht man davon aus, dass zwei dieser Veranstaltungen in China stattfinden werden, bleiben noch drei weitere Austragungsorte übrig. Eines davon soll, wie berichtet, angeblich in Taupo, Neuseeland stattfinden. Über die Austragungsorte der anderen beiden Läufe gibt es bisher noch nicht einmal Gerüchte. Daher setze ich selbst eines in die Welt: Ein Lauf in Südamerika, wo ja gleich mehrere in der Serie vertretene (Fußball)-Teams herkommen würde sich gewiss anbieten. (Vorsicht)

# Auch in “Ferner liefen” noch unter “ferner liefen”: Der Inder Armaan Ebrahim wird auch in der kommenden Saison wieder in der Formel 2 antreten. Viel interessanter ist das schon die (meines Wissens nach) erste Onboard-Runde vom neuen Snetterton 300 Circuit, die vor ein paar Tagen ebenfalls auf der Homepage der Serie gepostet wurde. (Vorsicht)

# Verdächtig ruhig ist es in den vergangenen Wochen um die angeblich geplante A10 World Series geworden. Die verheißungsvollen aber inhaltsarmen Updates auf der Serienhomepage sind schon vor einigen Wochen verstummt, seither gab es keine neuen Meldungen mehr. Die Fanseite A10 GPGrid will nun immerhin von angeblichen Insidern ein Update bekommen haben: Die Pläne für die Serie sind demnach ungebrochen, die Verhandlungen rund um die Hinterlassenschaften der A1GP ziehen sich aber stärker als geplant in die Länge. (Vorsicht)

January 19 2011

10:46

Ferner liefen: Die Newshappen

// Zu Beginn etwas in eigener Sache. Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir bei der Wahl zum “Sportbloggerbeitrag des Jahres 2010” den ersten Platz belegt haben. Das ist, angesichts der sehr guten Konkurrenz und dem Umstand, dass wir als einziges “Nicht Fußballblog” nominiert waren, dann doch eine schöne Überraschung. Der Dank geht an die Community und Leser des Blogs für die ganzen Stimmen, die für uns abgeben wurden, und an Trainer Baade für die gesamte Aktion. Das wir die Abstimmung gewinnen konnten zeigt auch, dass wir mit unserem Anspruch an die Berichterstattung und Qualität der Beiträge richtig liegen. Und da machen wir natürlich weiter :) Don

// Lotus Renault (alt) und Lotus Renault (neu) treffen sich nächste Woche vor Gericht in London, um zu klären, wer sich denn nun Lotus nennen darf. Ich vermute mal schwer, dass es keine befriedigende Entscheidung geben wird, da beide einen Rechtsanspruch haben. Lotus (alt) weil sie die Namensrechte am F1 Team haben, Lotus (neu) weil sie die Namensrechte an Straßenwagen halten. Das wird so oder so Tränen geben am Ende. Gleichzeitig hat Lotus (neu) Probleme mit der neuen schwarz/goldenen Lackierung. Die soll an das alte Team erinnern, aber der Name des Sponsors ist halt auch noch im Sinn. Da es die Marke noch gibt, könnte sich Lotus-Renault dem Vorwurf aussetzen, dass sie heimlich Werbung machen. Die Problematik hatten wir 2010 schon mal, als man Ferrari vorwarf, dass diese mit dem Barcode von Marlboro durch die Gegend fahren. Und die Lackierung von Renault ist ja noch deutlicher. Schwer zu sagen, wie das ausgehen wird, aber so vom Bauchgefühl her könnte Renault Ärger bekommen. Don

// Der geplante GP in Rom ist abgesagt. Bernie Ecclestone hat den Veranstaltern gesagt, dass es dort kein Rennen geben wird. Nachvollziehbar, der Kalender ist eh voll, mit Russland und den USA kommen zwei weitere Strecken und schon jetzt ist klar, dass vermutlich die Türkei, Spa oder Australien dafür über die Klinge springen werden müssen. Don

// Fairuz Fauzy, bisher Testfahrer bei Lotus, hat einen neuen Vertrag. Bei Lotus. Also Lotus-Renault (neu). [Ich muss mir dringend was überlegen, wie ich die beiden Teams sprachlich auseinander halte, das gibt sonst noch ein Unglück. Vielleicht mache ich es so, wie britische Presse, die das Lotus in "Lotus Renault" konsequent schlabbert, obwohl mittlerweile mehr Lotus als Renault im Team ist.] Don

// Kleine Änderung im GP3-Kalender. Zur allgemeinen Überrschung wird die Juniorenserie wohl aller Voraussicht nach auch in Monaco an den Start gehen. Eine letztgültige Bestätigung dieses Rennens steht allerdings noch aus. (Vorsicht)

// Mixed Messages aus der Superleague Formula: Serienorganisator Robin Webb hat in einem Interview (Video ist Niederländisch, Interview aber auf Englisch) mit einem niederländischen TV-Sender zugeben müssen, dass erst vier Termine auf dem Kalender für 2011 wirklich fix sind. So ist unter anderem das Deutschland-Rennen auf dem Nürburgring aus dem Kalender gefolgen, weil am geplanten Renntag schon die WSbR dort unterwegs ist – Ersatz könnte ein Lauf in Magny-Cours sein. Auch eine Veranstaltung in Brünn ist offenbar angedacht. Immerhin: Eine Verkleinerung des Kalenders steht deshalb offenbar nicht im Raum, Webb rechnet weiter mit zwölf Rennen. Außerdem angekündigt: Neue Fußballclubs (insgesamt 20 Autos) und bekannte Fahrer. (Vorsicht)

// Und gleich weiter mit etwas dubiosen Formelserien: Die geplante A10 World Series hat entgegen ihrer Ankündigung auf Twitter am Mittwoch doch keine Pressekonferenz abgehalten. Stattdessen gab es auf der Homepage nur ein paar kryptische Hinweise. Bis jetzt bekannt: Ein Bild vom Motor, den Kenner als Judd GV 5 (aus der LMS) erkannt haben wollen. Außerdem wurde im Laufe der Woche auf der Homepage enthüllt, dass die Serie 10 Rennwochenenden mit je zwei Rennen auf Strecken rund um den Globus abhalten will. Genannt werden als Austragungsorte allerdings keine konkreten Länder oder gar Strecken, sondern nur Kontinente – was die Glaubwürdigkeit der neuen Rennklasse nicht wirklich erhöhrt. Angeblicher Hintergrund des erratischen Verhaltens sind die anhaltenden Gerichtsstreitigkeiten um die Schulden der A1GP, deren Chassis und Konzept die A10WS verwenden möchte. Gerüchten zufolge wollten der Verantwortlichen die Serie vergangene Woche auf der Autosport International Show vorstellen, mussten die Ankündigung dann aber aus rechtlichen Gründen wieder absagen. Für heute waren weitere Neuigkeiten rund um das Rennformat angekündigt, bis zur endgültigen Vorstellung der Serie sollen nun aber noch ein paar Wochen vergehen. Bis dahin ist wohl eine gehörige Portion Skepsis durchaus angebracht. (Vorsicht)

// Zurück auf etwas sichererem Grund gibt es bei der IndyCar Series weiter einige Fahrerspekulationen, diesmal um zwei alte Bekannte. Einerseits soll Katherine Legge an einem Vertrag über einige Renneinsätze in der kommenden Saison verhandeln, dem Vernahmen nach mit HVM. Andererseits ist wohl Andretti Autosport grade damit beschäftigt, ein Sponsorenpaket für Formel 2 Meister 2009 und Virgin-Tester 2010 Andy Soucek zusammenzustellen. Außerdem könnte James Rossiter auf den Straßenkursen einen dritten Lotus (neben Sato und Viso) pilotieren. Milka Duno werden wir dafür womöglich nicht wiedersehen: Renndirektor Brian Barnhard soll zwar auf Intervention von Dale Coyne Dunos Startverbot für 2011 in ein Startverbot auf Straßenkursen umgewandelt haben. Duno selbst scheint aber das Interesse zu fehlen: Die Venezoelanerin dürfte sich derzeit eher in Richtung ARCA orientieren. (Vorsicht)

// Nach eher schlechten Zeiten in Sachen festes Cockpit hat James “Catweazle” Thompson endlich mal wieder einen Vertrag für eine Saison. Volvo hat ihn für ein Jahr in der STCC verpflichtet. Warum Volvo den in England überaus beliebten Thompson in der STCC einsetzt und den sicher nicht schlechten, aber unbekannten Robert Dahlgren in der BTCC, ist dann auch einer dieser Fragen, bei denen man sich am Kopf kratzt. So wird man auf das Duell Plato/Thompson verzichten müssen. Bekommt aber in der STCC das nicht minder interessante Duell Rydell/Thompson serviert. Der Alt-Meister aus Schweden wird 2011 von Chevrolet eingesetzt. Könnte sich 2011 also lohnen, mal die Suche nach einem Stream der STCC zu starten. Don

// In der WTCC haben sich Franz Engstler und Kristian Poulsen entschlossen, die neue Saison gemeinsam anzugehen. Die Anschaffung der neuen, 1.6 Liter Motoren dürfte für die Independents auch nicht gerade billig werden. Don

// Viele News aus den Le Mans-Serien momentan, was daran liegt, dass heute die Frist für ILMC-Entries und Bewerbungen für die 24h endet. Ausgezahlt hat sich die starke Performance der letzten Jahre in der ALMS und in Le Mans für den Honda-Sport-Ableger HPD. Das britische Team Ray Mallock Ltd., in den letzten Jahren stets mit Lola-Chassis unterwegs, wechselt für den Versuch, seinen Titel in der LMS-LMP2 zu verteidigen, als zweites europäisches Team neben Strakka auf das weiterentwickelte HPD ARX-01d-Chassis, nachdem man den dazugehörigen Motor ja bereits 2010 nutzte. Das Fahrertrio aus Ex-Stig Ben Collins, Tommy Erdos und Mike Newton bleibt unverändert. Stefan

// Pegasus Racing wird in der LMS ebenfalls einen Honda-Motor einsetzen, und zwar in einem Courage LC75-Chassis (das ja der Urahn des HPD ARX01 ist). Hinzu kommt ein Fahrzeug in der Formula Le Mans-Klasse, außerdem hat man für den kommenden Montag News bezüglich eines elektrischen Zero Emission-Prototypen (!) angekündigt, der angeblich in Zusammenarbeit mit einigen großen Unternehmen entwickelt werde. Stefan

// Außerdem hat Nick Wirth erklärt, dass seine Firma den bewährten ARX01 unter dem Buchstaben ‘e’ für die LMP1 aufgerüstet hat. Noch hat sich allerdings offiziell kein Team zum Einsatz dieses Fahrzeuges bekannt. Möglicherweise könnte Highcroft Racing den Einsatz des Wagens in der ALMS planen. Das Team von Duncan Dayton arbeitet noch daran, das nötige Geld für die Fortsetzung seines Engagements dort zusammenzutragen, hat jedoch via Twitter angekündigt, dass man bald große Neuigkeiten verkünden möchte. Deren Vorjahres-Pilot David Brabham ist allerdings nach eigener Auskunft bisher ohne Job für 2011. Stefan

// Das Einzelstück-Chassis des französischen Herstellers Norma, das Pegasus Racing 2009 vereinzelt fuhr, wird dieses Jahr vom französischen Team Extrême Limite eingesetzt. Dieses versuchte sich bisher in der VdeV-Serie, in der auch überwiegend Norma-Prototypen eingesetzt werden. Der M200P, der das erste Fahrzeug war, dass nach dem neuen LMP2-Reglement für 2011 gebaut wurde, wird mit dem neuen Judd-Motor ausgerüstet werden, Fahrer bei der ersten Testsession wird Fabien Rosier sein, der 2009 bereits ein Rennen für DAMS in der Formula Le Mans erfolgreich bestritt. Stefan

// Das belgische Team Kronos hat sich um einen Startplatz für die 24h von Le Mans beworben, und zwar mit dem private Lola-Aston Martin-LMP1, 2010 von Signature Plus auf die Rennstrecke gebracht. Kronos war im vergangenen Jahrzehnt in diversen Rallye-Mesiterschaften unterwegs, nachdem sie 1999 und 2000 die 24h von Spa gewannen. Vanina Ickx soll wieder am Steuer des Wagens sitzen. Allerdings wird man wohl in keiner der dazugehörigen Serie antreten. Stefan

// Das neugeformte italienische Familienteam Rangoni Motorsport wird in der LMP1-Klasse der LMS einen Zytek 09SH an den Start bringen, der im Laufe der Saison auch mit der Zytek-Hybridtechnologie ausgerüstet werden soll, was sich auch vorteilhaft auf die Le Mans-Bewerbung auswirken könnte. Zytek präsentierte seine Hybrid-Technik als erstes Team 2009 in der ALMS, als Corsa Motorsport den Wagen bei drei Läufen mit Johnny Mowlem und Stefan Johansson am Steuer einsetzte. Trotz Handlingsproblemen reichte es dabei zu drei Zielankünften einschließlich eines dritten Ranges. Stefan

// Nissan kehrt mit einem V8 nach Le Mans zurück. Man wird einen 4.5 Liter V8 ohne sonstigen Schnickschnack für die LMP2 liefern. Auf der Webseite der LMS gibt es einen kurzen Text auf französisch zum Thema. Interessant ist allerdings der angegebene Preis des Motors: Nissan will 75.000 Euro pro Motor haben, eine Revision wird nach 6000km fällig. Wenn man bedenkt, dass ein Chassis von der Stange gerne in Richtung 150.000 Euro geht, kann man sich ausrechnen, dass mit allem Zusatzkrempel (Reifen, Mechaniker, Ersatzteile usw.) ein Einsatz bei den 24H nicht mehr unter 500.000 Euro zu haben ist. Lustigerweise habe ich die Tage eine Doku über das 82er 24H Stunden Rennen gesehen. Dort bezifferte der Teamchef von Cooke Racing den Einsatz eines (damals) neuen Gruppe C Lola T610 und eines Porsche 935 K3 auf rund 750.000 Dollar. Der Wechselkurs DM/Dollar stand 82 bei ca. 2.40 DM, also locker umgerechnet 1.20 Euro, was dann damals also umgerechnet 900.000 Euro gewesen wären. Offensichtlich ist der ACO mit seiner rigiden Preispolitik für die LMP2 auf einem guten Weg. Don

// In der NASCAR gibt es Überlegungen, dass man das verwirrende Punktesystem ändert. Statt dreistelliger Punkte, soll es 43 Punkte für den Sieger geben, dann jeweils einen Punkt weniger für die folgenden Plätze. Bonuspunkte soll es weiterhin geben. Damit will man den Kampf an der Spitze und vor allem um die 12 Chaseplätze spannender gestalten. Platz 11 und 12 im Chase sollten angeblich ab dieser Saison an die Fahrer gehen, die zwar Rennen gewonnen haben, aber nicht im Chase platziert sind. Die NASCAR wird sich mit dem neuen System, sollte es denn kommen, nicht gerade beliebt machen. Die SEHR in ihre Statistik verliebten Amis werden Zeter und Mordio schreien, weil damit dann (ähnlich wie in der Formel Eins) alle Punkte-Statistiken für die Zukunft hinüber sind. Don

// Dave Blaney fährt für Tommy Baldwin Racing (TBR) die gesamte Cup-Saison 2011. Dürfte aber oft ein Start ‘n Park Einsatz werden.

//Eben frisch reingekommen und deshalb nur kurz gemeldet: ServusTv hat wohl die NASCAR-TVRechte im gleichen Umfang wie 2010 erworben. Das heißt 45 Minuten lange Zusammenfassungen der Rennen plus eine Saisonvorschau und einen Jahresrückblick. Auch wieder geben wird es erfreulicherweise die selbstproduzierten Sondersendungen an den rennfreien Wochenenden. Der Sendeplatz bleibt wohl auch der Gleiche, also Montags gegen 23.00 Uhr. Chaos

January 16 2011

08:27

Talente: Auf wen man 2011 achten muss

2010 war nicht das Jahr der Junioren. In kaum einer Nachwuchsklasse konnte ein Fahrer so wirklich herausstechen. Wer etwas genauer hinsieht, findet trotzdem einige Talente.

Pastor Maldonado, Sergio Pérez und Jerome D’Ambrosio haben es geschafft: Sie sind aus den unteren Ligen des Motorsports zu einem Stammplatz in der Formel 1 emporgestiegen. Was dabei auffällt: Alle drei Neueinsteiger kommen auch in der Saison 2011 wieder aus der GP2. Ebenfalls aus den Ecclestone-nahen Nachwuchsklassen kommen die Testfahrer Jules Bianchi (Ferrari/GP2), und Esteban Gutierrez (Sauber/GP3). Einzig Valtteri Bottas (Williams/F3 Euro) und Daniel Ricciardo (RBR/Formel Renault 3.5) konnten sich aus anderen Klassen in die Nähe der F1 hinaufarbeiten. Und trotzdem: Im Vergleich zu früheren Jahren schien die GP2-Talentdichte 2010 etwas dünner. Dafür konnten sich in den anderen Klassen ein paar Fahrer für höhere Aufgaben empfehlen.

GP2

Womöglich ist die GP2 ein Opfer ihres eigenen Erfolges: In den ersten fünf Jahres ihres Bestenens haben es immer alle drei Erstplatzierten in die Formel 1 geschafft (mit Ausnahme von Alexandre Prémat, dem Dritten 2006) – auch, wenn manche (Speed, Piquet, Jr., Pantano) mittlerweile nicht mehr dabei sind. Für eine Nachwuchsklasse wie die GP2 heißt das: Man muss jedes Jahr wieder drei gute Piloten finden, die in der Formel 1 mithalten können. Und während man in den ersten paar Jahren des Bestehens auf ein Reservoir an guten Fahrern zurückgreifen konnte, muss man mittlerweile erkennen: So viele neue Topfahrer gibt es nicht jedes Jahr. Und so war die Konkurrenz in diesem Jahr vielleicht etwas geringer.

Womit ich die Leistungen der drei Erstplatzierten nicht schmälern will. Pastor Maldonado wird meiner Ansicht nach etwas unterschätzt – er hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass er an guten Tagen durchaus mit der Spitze der GP2-Piloten mithalten konnte, seine Leistungen 2010 waren zum Teil ziemlich beeindruckend. Und auf Stadtkursen scheint er überhaupt über sich hinauswachsen zu können. Allerdings dürfte er (so wie etwa auch Vitaly Petrov) Probleme haben, seinen Speed unter allen Bedinungen zu zeigen. Man wird wohl abwarten müssen, was er aus seiner Williams-Chance macht. Es besteht das Potenzial für Überraschungen – aber auch zur großen Enttäscuhung.

Noch etwas höher als den Venezuelaner schätze ich allerdings Sergio Pérez ein. Der Mexikaner hat in der britischen F3 seinen Speed beiweisen. Und mit etwas weniger Rennpech wäre jetzt wohl er GP2-Meister 2010. Allerdings mangelt es ihm noch an Erfahrung. Und mit Kamui Kobayashi hat er in der ersten Saison einen denkbar schwierigen Partner: Der Japaner ist fahrerisch schnell und aggressiv – als Teamkollege also eine hohe Messlatte. Oft haben junge Fahrer mit einem solchen Teamkollegen trotzdem Glück. Nämlich dann, wenn sie, so wie Barrichello 2010 bei Williams, auch erfahren genug sind, bei Abstimmung und Weiterentwicklung des Autos zu helfen. Ob Kobayashi das in diesem Zeitpunkt seiner Karriere schon kann, bleibt abzuwarten.

Nicht ganz unerwähnt soll aber auch der Meisterschaftsdritte bleiben: Jules Bianchi, 2009 noch als das Talent der Saison gehandelt, hat ein Seuchenjahr hinter sich. Viele Fehler in Quali und Rennen, zusätzlich oft auch nicht schnell genug. Oft hatte man das Gefühl, er wäre mit den in ihn gesetzten Erwartungen ein wenig überfordert. Und dann kam auch noch der schwere Unfall in Budapest. Trotzdem: Der Fanzose hat unbestreitbar großes Talent. Wenn er uns seine Betreuer eine Möglichkeit finden, das wieder abzurufen, könnte er 2011 wieder ganz oben auf den Ergebnislisten zu finden sein.

Auf den Ehrenplätzen: Dani Clos zeigte sich im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich verbessert – in der Formel 1 sehe ich ihn trotzdem nicht. Sam Bird zeigte ein paar schöne Überholmanover, muss sich aber auch 2011 noch merklich steigern. Ach ja: Christian Vietoris war auch dabei. Und zeigte bei einigen Anlässen auch schönen Speed – für 2011 muss auch er aber noch ein wenig an seiner Konstanz arbeiten.

GP3

Das Premierenjahr für die GP3 ist nun schon seit einigen Monaten vorbei, und ich weiß immer noch nicht so richtig, was ich von der kleinen Schwester der GP3 halten soll. Die Mischung aus jungen Fahrern, Quereinsteigern aus anderen Serien (etwa der A1GP oder der SLF), Piloten aus niedrig eingeschätzten Klassen, die plötzlich Erfolg hatten (etwa Rio Haryanto) und lange bekannten Gesichtern, die sich teils unerwartet schwer taten (Alex Rossi, James Jakes, Stefano Coletti) machte es kompliziert, zu einer Einschätzung über die Leistungsfähigkeit der Klasse zu kommen. Die folgenden Beurteilungen sind also noch etwas subjektiver als sonst.

Eines scheint aber unbestreitbar: Es war das Jahr des Esteban Gutierrez. Es ist schon lange her, dass ein Pilot eine gehobene Serie derart nach beliben dominierte, wie der Mexikaner im vergangenen Jahr die GP3. Auf Basis dessen scheinen sein guter Ruf und der Testplatz bei Sauber völlig gerechtfertigt. Und trotzdem: Ein Blick auf seine Ergebnisse in der eigentlich doch heuer etwas geringer eingeschätzten F3 Euroserie lassen Zweifel aufkommen. Mag natürlich sein, dass ihm der GP3 Wagen einfach besser gelgen ist – als Gradmesser für die Qualität der GP3 darf man jedenfalls gespannt sein, wie es ihm im kommenden Jahr in der GP2 ergehen wird.

Fast noch schwerer ist die Einschätzung der anderen Piloten: Der von Red Bull geschasste Robert Wickens zeigte, wie schon in der Formel 2, sehr gemischte Leistungen. Mal richtig schnell, dann wieder völlig im Mittelfeld. Das kommende Jahr wird für den Kanadier wohl einie make or break Saison – zumindest was europäische Monoposti anbelangt. Bei Nico Müller ist genau das Gegenteil der Fall: Nach einem etwas mittelmäßigen Saisonstart war der Schweizer fast immer vorne mit dabei. Für den großen Spitzenplatz hat es meist noch nicht gereicht – 2011 ist ihm der aber wohl zuzutrauen. Alexander Rossi war auch etwas wechselhaft unterwegs – für ihn spricht eher seine tolle Vorstellung beim WSbR-Rennen in Monaco als die Saison in der GP3. Ich denke trotzdem, dass er seinen Weg machen wird. Schon alleine deswegen, weil er derzeit als einziger einigermaßen F1-tauglicher Amerikaner ziemlich allein auf weiter Flur steht. Und Bernie Ecclestone hätte 2012 sicher gerne einen local hero am Start.

Formel Renault 3.5

Im Grunde hätte ich die Formel Renault 3.5 (das ist übrigens nicht die “WSbR” – so heißt nämlich die ganze, aus diversen Renault-Serien bestehende Wochendveranstaltung) ja vor der GP3 einreichen sollen. Die Autos sind zweifellos näher an der Formel 1, und auch die Piloten scheinen etwas stärker.

Zumindest ein paar davon. Der bekannteste Eleve ist vermutlich Vizemeister Daniel Ricciardo, der nach Saisonende zum zweiten Mal in Folge von Red Bull zum Young Drivers’ Test in Abu Dhabi eingeladen war – und, wie auch schon 2009, überzeugen konnte. Im kommenden Jahr wird er daher bei Toro Rosso die Freitagstrainings fahren dürfen – zumindest meistens. Denn nebenher ist er auch wieder in der Formel Renault 3.5 unterwegs – und an zwei Terminen gibt es da Überschneidungen mit den Formel 1-Rennen in China und Japan. Mal sehen, was ihm bzw. seinem Arbeitgeber Red Bull da wichtiger ist.

Im meisten beeindruckt hat mich allerdings der drittplatzierte Esteban Guerrieri aus Argentinien. Gleich mehrere Rennen hat er wegen Unterfinanzierung, technischem Pech oder grenzwertig harten Disqualifikationen versäumt. Und trotzdem blieb er bis zum letzten Lauf in Barcelona im Rennen um die Meisterschaft. Für mich der wahre Meister 2010 – ein Jammer, dass er sein Talent wohl im kommenden Jahr bei den Indy Lights vergeuden muss. Silberstreif am Horizont: Dem Vernehmen nach ist auch ein IndyCar-Einsatz in Mid Ohio geplant.

Und dann ist da noch Meister Mikhail Aleshin. Der Russe hat sich zweifellos zu einem sehr soliden Piloten entwickelt, der ziemlich konstant vorne mitfahren konnte. Auch seine Nerven bekam er zunehmend in den Griff, das letzte Rennen in Barcelona war ein verdientes Meisterstück. Und trotzdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob er das Zeug zum großen Champion hat. Über die Portion Talent, die so mach anderer Pay-Driver in der Formel 1 in den vergangenen Jahren mitgebracht hat, verfügt er aber zweifellos.

Formel 2

Tja – die Formel 2. Hält leider auch nicht so ganz das, was ihr Konzept versprochen hat. Zu erhoffen war eine unterhalb der Formel 1 angesiedelte Plattform für schnelle Piloten, etwa von Schlage des oben erwähnten Esteban Guerrieri, die sich eine andere Nachwuchsklasse wegen mangelnder Sponsoren nicht leisten können.

Bekommen haben wir eine Serie, in der sich zunehmend Fahrer befinden, denen es keineswegs an Geld fehlt – dafür aber an Talent. Was etwa der 37-jährige bulgarische Millionär Plamen Kralev und der 39-jährige Bollywood-Star Ajith Kumar in einer Nachwuchsserie zu suchen haben, das muss mir erstmal jemand erklären.

Schade, denn hinter der etwas schäbigen Fasade finden sich ein paar Piloten, denen durchaus mehr zuzutrauen ist. Vor allem Meister Dean Stoneman scheint jenes Bild eines schnellen aber unterfinanzierten Piloten zu erfüllen, für die die Serie erfunden wurde. Im kommenden Jahr ist er in der Formel Renault 3.5 unterwegs – und wenn er sein Talent umsetzten kann, dann könnten wir ihn in ein paar Jahr durchaus auch in einer noch höheren Klasse sehen.

Etwas Pech hatte die Formel 2 allerdings, wen man so will, mit dessen Herausforderer Jolyon Palmer. Denn die entstandene Optik, dass nun der Sohn des Lehrers zum Klassenprimus aufsteigt, war schon etwas ungünstig. Um es nochmal klar zu sagen: Ich denke nicht, dass man bei den guten Vorstellungen des Filius von Serienorganisator Jonathan nachgeholfen hat. Die große Steigerung seiner Leisung gegenüber der vergangenen Saison hat dem Image der Formel 2 aber vielleicht dennoch nicht sehr gut getan.

Viel schlechter für den Ruf der Serie ist aber eine andere Tatsache: Dass die Formel 2 nämlich trotz der tragischen Auftaktsaison immer noch ein wenig mit der Gesundheit ihrer Piloten zu spielen scheint. Die Auftritte auf Kursen wie Marrakesch und Brands Hatch sollten längst der Vergangenheit angehören. Zumindest auf dem britischen Traditionskurs wird man dennoch auch 2011 wieder starten – ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Strecke der gleichen Betreiberfirma gehört, wie die F2 liegt nahe.

Wer die Serie trotzdem verfolgen will, muss sich im kommenden Jahr neu orientieren: Statt wie bisher auf Eurosport läuft die Serie jetzt auf MotorsTV und im Internet. Und zwar entgegen mancher Annahmen nicht wegen Unzufriedenheit von Eurosport, sondern auf Wunsch von Jonathan Palmer. Der verspricht sich von der Änderung eine gestärkte Marke und höhere Flexibilität. Ein Poker, der durchaus funktionieren könnte. Die Wahrscheinlichtkeit, dass die Serie am Ende scheitert, scheint mir aus heutiger Sicher aber mindestens genauso hoch.

Auto GP

Die Serie konnte ich leider nicht im TV verfolgen, weshalb ich mir kein endgültiges Urteil zutraue.

Zwei Bemerkungen aber trotzdem. Erstens: Der Meisterschaftssieg von Romain Grosjean, der erst mitten in der Saison in die Serie eingestiegen war, hat zwei Dinge bewiesen: Das Talent des in der Formel 1 vielleicht etwas zu unrecht geringgeschätzen Franzosen – und den Mangel an Speed des restlichen Fahrerfeldes. Zweitens: Der TV-Vertrag mit Eurosport kann dem Profil der vormals etwas dubiosen AutoGP nur gut tun. Für Racingfans ist er allemal ein Grund zur Freude. Ein Garant für tolle Piloten und langfristiges Überleben der einer Serie ist er aber nicht, wie die International Formula Master vor einigen Jahren ja schon bewiesen hat.

Formel 3 Euroseries

Man kann es mit Fug und Recht sagen: Das war keine gute Saison für die F3 Euroseries. Die finanziellen Probleme und der Fahrerschwund wurden hier im Blog ja schon mehrfach erläutert, daher gleich zum sportlichen Teil. Der leider auch nicht ganz unproblematisch ist.

Denn Edoardo Mortara ist als Formel 3-Meister schon eine etwas komische Wahl: Immerhin war der Italiener zwischen seinem ersten Auftritt in der F3 und der aktuellen Saison schon mit mäßigem Erfolg in der GP2 unterwegs. Seine Leistung 2010 ist unbestritten – ich denke dennoch, dass es ihm eher wie Andy Soucek oder Giorgio Pantano ergehen wird, die 2009 in der Formel 2 und 2008 in der GP2 ein ähnliches Erfolgerlebnis nach einem Rückschritt hatten. Und trotzdem danach in der Versenkung verschwanden.

Dass die Qualität der Fahrer und Teams im internationalen Vergleich immer noch stimmt, das hat der Auftritt der F3 Euro-Teams in Macao bewiesen. Für 2011 sind trotzdem dringend Verbesserungen hinsichtlich Zahl und Qualität der Fahrer von Nöten.

British F3

Die britische Formel 3 hat in den vergangenen Jahren so eine Art Wiederauferstehung erlebt: Nachdem sie zuvor von der F3 Euroseries ein wenig an den Rand gedrängt wurde, interessiert sich die Fachwelt nun wieder massiv für die Fahrer aus der traditionreichen Nachwuchsstaffel von der Insel. Ich selbst bin mir alledings nicht ganz so sicher, ob die Qualität der Piloten – vor allem in der Breite – wirklich schon wieder mit dem Ruf der Serie mithalten kann.

Ganz klar: Meister Jean-Eric Vergne ist ein Talent, das man im Auge bahelten sollte. Das haben auch seine ersten Auftritte in der Formel Renault 3.5 gezeigt. Ob man das selbse aber auch über seine klar besiegten Meisterschaftskonkurrenten James Calado, Oliver Webb und Adriano Buzaid sagen kann, wage ich dagegen doch zu bezweifeln. Als Fan britischer Renntradition lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren.

Formel BMW

In ihrer letzten Saison ist die einst so stolze Formel BMW fast ein wenig in Vergessenheit geraten – auch ich muss zugeben, dass ich die TV-Übertragungen nur sehr sporadisch verfolgt habe. Wenn sich zwei Fahrer aber so deutlich die Meisterschaft unter sich ausmachen, wie Robin Frijns und Jack Harvey, dann sollte man die beiden trotzdem auch in den kommenden Jahren nicht ganz aus den Augen verlieren.

Und sonst? Die Superleague Formula.

Nicht so ganz in das Nachwuchsklassen-Schema passt die Superleague Formula – und auch die Piloten, die dort antreten, haben wenig realistische Chancen auf einen beruflichen Aufstieg im Monoposto-Bereich.

Das ist aus zwei Gründen schade: Erstens deshalb, weil Fahrer wie Davide Rigon, Craig Dolby oder Max Wissel eine faire Chance verdient hätten. Und zweitens auch deshalb, weil sich die SLF im Grunde völlig unerwartet zu der Serie entwickelt hat, die die Formel 2 gerne wäre: Starke Autos, spannende Rennen – und talentierte Piloten, die sich den Einstieg in die große Welt des Motorsport leider nicht ganz leisten können. Vielleicht schaut ja doch mal jemand zu.

January 02 2011

07:58

Best of 2010: Teil Vier

Spannende Rennen, Glückspilze und spektakuläre Szenen – die Vierte. Und diesmal ohne Dach. Mein “Best of” eines außergewöhnlich interessanten Jahres 2010.

Bestes Rennen

Gar nicht so einfach! Im Rückblick eigentlich sogar ziemlich erstaunlich, wie viele tolle Rennen wir im vergangenen Jahr hatten – und das in fast allen Serien, die ich so verfolge. Am Ende gibt es für mich einen Sieger, der sicher viele überraschen wird. Aber der Reihe nach:

Bei der Formel 1 sehe ich den Lauf in Kanada wieder vorn. Auch, wenn einiges an der Spannung wegen der Reifenprobleme “küstlich” erzeugt wurde – die legendäre Kombination aus schneller Strecke, nahen Leitplanken, Risiko und den vielen Überholstellen haben das Rennen auch in diesem Jahr wieder aus der Masse herausgehoben. Auf den Ehrenplätzen: Melbourne, China – und die allen Unkenrufen zum Trotz ganz fantastische neue Strecke in Korea.

Auch auf die Gefahr hin, den Fanboy raushängen zu lassen: Die besten Rennen waren 2010 meiner Ansicht nach gut versteckt. Denn eigenwilliges Konzept und mangelnde Akzeptanz hin oder her: Das, was die Superleague Formula in Ordos (zweiter Platz) und Navarra (Sieger: “Bestes Rennen”) gezeigt hat, muss ihr erstmal jemand nachmachen. Das Superfinale aus Ordos (wo ja auch die GT1 im kommenden Jahr Station machen wird) gibt es hier in seiner Gesamtheit:

Wer sich aber wirklich in einer stillen Stunde einen Gefallen tun will, der sollte an einschlägigen Download-Orten nach dem zweiten Lauf aus Navarra suchen. Die Ausgangsposition: Meisterschaftsverfolger Craig Dolby (Tottenham Hotspur) muss sich vom Ende des Feldes bis ins Spitzenfeld vorkämpfen, um noch eine Chance auf den Einzug in Superfinale und den Gewinn der Meisterschaft zu haben. (Achtung – es folgen Spoiler): Die folgende entfesselte, aber stets faire Fahrt sollte ihn am Ende tatsächlich weiter in der Meisterschaft halten – die er schließlich um nur zwei Punkte (697 zu 699) an Davide Rigon und den RSC Anderlecht verlor.

Bestes Finish

Am engsten war es bei den Serien die ich näher verfolgt habe wohl beim IRL-Rennen in Chicagoland.

Westentlich spannender habe ich aber die letzten Runden der Formel Renault 3.5 in Silverstone und – vor allem – beim letzten Saisonrennen in Barcelona gefunden. Und zwar deshalb, weil es um wesentlich mehr ging: In Silverstone musste Esteban Guerrieri, der am Vortag zwar gewonnen hatte, aber wegen einer Lappalie disqualifiziert worden war unbedingt an Daniel Ricciardo vorbeigehen, um sich in der Meisterschaft zu halten – was ihm eine Runde vor Schluss in einem sehenswerten Manöver um den Sieg dann auch gelang. Und in Barcelona ging es überhaupt um die Meisterschaft: Mikhail Aleshin lag bis drei Runden vor Schluss bei unglaublich schwierigen, regnerischen Bedinungen hinter Daniel Ricciardo. Dann ging er am Australier vorbei. Und musste ihn drei Runden lang um jeden Preis hinter sich halten. Das Finish des Jahres (leider nur auf Französisch – ich denke aber, die Emotion kommt trotzdem rüber…):

Bester Fahrer

Jimmie Johnson hin, Dario Franchitti her – der beste Fahrer kann sich nach wie vor nur gegen die Haifisch-Konkurrenz der Königsklasse beweisen. Und das ist nunmal die Formel 1. Das Problem: Von den Spitzenpiloten hat sich in diesem Jahr keiner so recht würdig gezeigt. Vettel: Zu viele Fehler. Webber: Viel zu wenig Konstanz. Alonso: Zu viel Funk-Geheul, zu wenig überholt. Hamilton: Zu unkonzentriert; Button: Überraschend gut, aber im Vergleich mit Hamilton dann doch wieder zu langsam. Massa: Wohl kaum. Bleibt also nur der Griff ins Mittelfeld. Wenn es also auch nicht übermäßig originell sein mag: Für mich ist Robert Kubica der Fahrer des Jahres 2010.

Bestes Team

Wieder schwierig. Im Grunde gilt für mich das gleich wie oben – die Königsklasse ist der Maßstab. Und auch bei den Teams haben alle Fehler gemacht: Red Bull hat es nicht geschafft, für eine produktive Arbeitsatmosphäre zwischen Vettel und Webber zu sorgen. McLaren war – vor allem im zweiten Teil der Saison – zu langsam. Ferrari? Den Positionwechsel in Hockenheim mag man ihnen nachsehen – es geht ja in dieser Wertung nicht nur um Sympathie, sondern auch um Effizienz. Der unwürdige Theaterstadel und das mangelnde Medienmanagement danach disqualifizieren sie aber als Team.

Bleiben wieder die Hinterbänkler: Und da fand ich das, was das Team von Peter Sauber in diesem Jahr geschafft hat unglaublich beeindruckend. Fast keine Sponsoren, und trotzdem: Aus einer Gurke ein Mittelfeld-Auto gemacht; Den mittelmäßig eingeschätzten Kamui Kobayashi zum Teamleader entwickelt – und gleich auch noch durch den Teamkollegentausch auf Herz und Speed getestet; Und mit Sergio Pérez den vielleicht einzig verfügbaren Juniorpiloten verpflichtet, der Speed und einen vollen Geldkoffer vereint. Chapeau! – das Team des Jahres 2010.

Überholmanöver des Jahres

Realistisch betrachtet war wohl der Zweikampf zwischen Jenson Button und Lewis Hamilton in Istanbul das Highlight des Jahres. Das will ich aber hier nicht verwenden, weil 1) das Don schon gewählt hat, und 2) die beiden ohnehin noch die gebührende Ehre erhalten (siehe gleich unten).

Muss es also ein anderes Manöver sein. Fällt mir aber keines ein. Muss ich wohl die Kategorie abändern – “die Überholmanöver des Jahres”. Und die gab es meiner Meinung nach bei Auftaktrennen der IRL in Sao Paulo: Die lange Gegengerade dort ist im Grunde höchst kriminell und gefährlich – aber wenn die Wagen dort mit massiv arbeitenden Aufhängungen aus den Windschatten ausscheren, dann muss man eben auch zugeben: Das ist verdammt gutes Racing.

Freunde des Jahres

Die allerbesten “Freunde” sind sie vielleicht nicht. Aber Lewis Hamilton und Jenson Button haben der Rennsportwelt heuer vorgeführt, dass man einen teaminternen Wettkampf zwischen zwei Weltmeistern auch respektvoll führen kann. Hoffentlich bleibt das auch so, wenn die beiden mal wirklich um den Titel kämpfen.

Feinde/Duell des Jahres

Milka Duno vs. the World ist zwar lustig – aber irgendwie auch ein etwas zu dankbares Ziel. Genauso wie Danica Patricks Streitereien mit ihrem Team vor dem Indy 500.

Daher geht dieser glorreiche Titel an die Twitter-Konversationen der Indycar-Stars: Alex Tagliani verunglimpft dort Tomas Scheckter als “Wreckter”, dieser lädt in Folge den Kanadier zu einem “persönlichen Gespräch” beim nächsten Rennen ein; Ryan Briscoe legt Graham Rahal nahe, sich für den “Mist” den er gebaut haben soll doch endlich zu entschuldigen; Und Paul Tracy schimpft permanent über Paydriver, die ihm angeblich den Platz wegnehmen. Oder bietet überhaupt einem gewissen belgischen Rookie an, “big meatballs and sausage” zum “Baguette” mitzubringen.

Wenn die Piloten diese offene und vor allem herrlich kindische Form in die kommenden Saison retten können, dann kann die gerüchteweise geplante Reality-TV-Show um die Indycar-Serie (schon jetzt ein heißer Anwärter auf die “Un-Idee 2011″) wohl nur ein voller Erfolg werden!

Szene des Jahres

“I’m in a sandwich!” (bei ~6:40 Min)

…oder doch der hier?

Kostenpunkt des Jahres

Die Sache ist zwar etwas undurchsichtig, aber sehr wahrscheinlich setzt sich die überhastete Fertigstellung der Grand Prix Strecke in Südkorea mühelos in dieser Kategorie durch. Überhaupt legt das Bauchaos dort nahe, dass womöglich nicht das gesamte Budget in völlig legale Kanäle geflossen sein könnte – eine koreanische Zeitungsmeldung spricht gar davon, dass im Fertigstellungschaos insgesamt die Kleinigkeit von 53,7 Millionen US-$ “ohne Dokumentation” ausgegeben worden sein soll.

Schönster Moment des Jahres

Everyone loves an Underdog! Folglich: Karun Chandhoks erster Auftritt in der Formel 1 im Qualifying für den Bahrain GP – nachdem die Mechaniker es doch noch geschafft hatten, das Auto zusammenzubauen. Und sein folgender Ausfall in den ersten Runden des Rennens, als er auf einer Bodenwelle ausrutschte, die ihm verständlicherweise “vorher noch nie aufgefallen war”. Heroisches Scheitern von Fahrer und Team – und die fast perfekte Zusammenfassung der ganzen HRT-Saison in nur wenigen Runden!

Überraschung des Jahres

Das stechen für mich zwei Ereignisse im vergangenen Jahr heraus:

Einerseits die Leistung von Esteban Guerrieri in der WSbR: Ohne Budget für das ganze Jahr unterwegs, ein paar Rennen wegen Geldmangels ausgelassen und zweimal wegen Kleinigkeiten disqualifiziert. Und trotzdem bis zum letzten Rennwochenende im Titelrennen – und auf der Strecke stets fair unterwegs. Große Klasse vom Argentinier, dem dennoch der große Durchbruch versagt bleibt. 2011 startet er bei den Indy Lights und angeblich auch bei den TC2000-Tourenwagen. Silberstreif am Horizont: Gerüchte aus Chile sprechen davon, dass in Sonoma auch ein Einsatz in der IRL auf dem Programm stehen soll.

Und die Formel 1-Vertragsverlängerung von sky: Nach Schulz & Surers emotionalem Abschied aus Abu Dhabi, dem Gereade über Kundenbefragungen und mangelnde Exklusivität schwante mir schon Übles – zum Glück zu Unrecht.

Enttäuschung des Jahres

Meine Enttäuschung des Jahres kommt auch aus der IRL – und heißt Takuma Sato. Vor Saisonbeginn hatte ich der Kombo aus dem Japaner und KV Racing den einen oder anderen Sieg zugetraut. Oder zumindest fix mit Podestplätzen gerechnet. Aber trotz gelgentlicher Ausreißer im Qualifying oder einiger guter Runden auf den Ovalen bleibt am Ende nur die Hoffnung auf Besserung 2011. Und zwar nicht nur, was die häufigen Ausfälle betrifft – auch wenn die Konstanz mal funktioniert hat, war Sato für einen Mann seines unbetrittenen Talents auf den Rundkursen einfach schlicht zu langsam.

Unehrenhafte Erwähnung: Das Starterfeld der F3 Euroseries.

Langweiligstes Rennen

In der Negativwertung kann es wohl nur einen klaren Gewinner geben: Der Formel 1 Grand Prix in Bahrain – diesmal in der XXL(angweil)-Version. In dieser Saison wohl auch deshalb so besonders auffällig, weil die sonst so sicheren Langweiler in Barcelona, Valencia und Budapest diesmal aus verschiedenen Gründen ihre Highlights hatten. Die waren zwar nicht immer positiv (Hamiltons Crash in Barcelona, Webbers Freiflug in Valencia, und das fliegenden Rad in der Hungaroring-Box), aber immerhin: Man schläft nicht ein.

Racecontrol-Moment des Jahres

Da gibt es so einige Entscheidungen, die man im kommenden Jahr besser machen könnte. Vor allem die Formel 2 hat sich ein paarmal recht negativ hervorgetan. Ganz besonders zu Beispiel in Portimao, wo man trotz eines in der (uneinsichtigen) letzten Kurve gestrandeten Autos nur gelb schwenkte, und kein SC auf die Strecke brachte. Mit dem Ergebnis, dass Plamen Kralev sich dort dann auch drehte, und fast die Streckenposten abgeräumt hätte, die grade den anderen Wagen ausbuddeln wollten.

Die unumfochtene Krone geht aber an die SLF-Racecontrol in Beijing. Für die weise Entscheidung, trotz einsetzender Dunkelheit, dichtem Smogs, Regens und eines mitten auf der Strecke stehenden Autos (!) samt Fahrer (!!) auf der engsten Stelle des Kurses (!!!) kein SC auf die Strecke zu holen, sondern nur lokale Gelbflaggen zu werfen – die bei diesem Bedingungen natürlich niemand mehr sehen konnte. Zwei kleine Ausschnitte:



aa

October 28 2010

06:18

SLF: Knappe Entscheidung in Navarra

Mit einem extrem spannenden Rennen hat sich die Superleague Formula nach ihrer zweiten Saison in die Winterpause verabschiedet. Am Ende war Davide Rigon der glückliche Sieger – und Craig Dolby ein tragischer Held.

Nur zwei Punkte trennten Craig Dolby und Tottenham Hotspur am Ende vom Meistertitel in der Superleague Formula – und von einer Million Euro in Preisgeld. Zur Illustration: Wenn man annimmt, dass die 699 Punkte von Meister Rigon und dem RSC Anderlecht der Distanz von der Erde zum Mond entsprächen, dann wären die beiden Punkte ein Abstand von nur etwa 1000 Kilometern – das ist nur wenig mehr als der Weg von Flensburg nach München. Oder etwas simpler ausgedrückt: Das, was sich am Wochenende in Navarra abgespielt hat, war unglaublich packender Motorsport. Dass es gar so spannend war, ist aber auch dem Rennformat zuzuschreiben, das enge Entscheidungen begünstigt. Bleibt zu hoffen, dass wir die SLF im kommenden Jahr wiedersehen werden.

Der erste LAuf verlief noch vergleichweise harmlos: John Martin im Auto von Beijing Gouan schnappte sich am Start die Führung von Davide Rigon und kontrollierte in Folge das Rennen. Der Italiener fuhr dahinter seinen zweiten Platz vor Craig Dolby ins Ziel, und baute damit seine Meisterschaftsführung ein wenig aus.

Gar nicht toll lief es derweil für die anderen Titelaspiranten: Max Wissel hatte ein recht passables Rennen mit zahlreichen Überholmanövern, Platz sechs reichte aber nicht, um die Meisterschaft noch offen zu halten. Yelmer Buurman, der schon vor dem Navarra-Wochenende nur noch theoretische Chancen gehabt hatte, landete noch einen Platz weiter hinten auf Rang sieben. Und Ben Hanley gab mit Rang zwölf im Olympiacos-Wagen ebenfalls alle Chancen aus der Hand.

Wer aber geglaubt hatte, dass die Meitschaftsentscheidung dadurch weniger spannend würde, der lag kräftig daneben. Denn in Rennen zwei zündete der eigentlich Erkältungs-gechwächte Craig Dolby den Turbo: Vom drittletzten Startplatz fuhr er zunächst mit sehenswerten Überholmanövern bis auf Rang fünf nach vorne, dann holte er sich in der vorletzten Runde auch noch den vierten Platz von Maxi Cortes. Und weil Davide Rigon nur bis auf Rang elf vorfahren konnte, reichte das gerade noch, um die Entscheidung bis ins Superfinale offen zu halten.

In Zahlen lautete die Ausgangslage für das letzte Finale des Jahres: Rigon mit vier Punkten Vorsprung auf Dolby. Insgesamt gibt es in einem Superfinale der SLF sechs Punkte zu gewinnen, der Zweitplatzierte erhälf fünf Punkte, der Dritte vier, usw. Wenn Dolby das Rennen gewinnen würde, müsste Rigon also mindestens den fünften Platz einfahren, um trotzdem Meister zu werden – denn bei Punktegleichheit würde den Italiener sein Vorsprung an Rennsiegen den Titel retten.

Und einige Zeit lang sah es wirklich so aus, als ob genau dieser Fall eintreten würde: Dolby hatte sich an die Spitze des Feldes gefahren, Rigon runderte auf Rang fünf über die Strecke. Schließlich wurde aber doch klar, dass Rigon den vorletzten Rang halten könnte – und dann bugsierte Dolbys Teamkollege John Martin den Briten auch noch mit einem reichlich rüden Manöver auf Platz zwei. Wenn man bedenkt, dass im Falle des Titelgewinns der Mannschaft ein Preisgeld von einer Million Euro gewunken hätte, kann man sich nur wundern, dass der Australier das durfte. Sofern er also nicht einfach gegen die Anweisungen seines Teams gehandelt hat: Meine Verneigung vor so viel Sportsgeist von Alan Docking Racing/Alpha Motorsport.

Das gleiche gilt auch für Craig Dolby. Nach dem Rennen rang der Brite zwar mit den Tränen, meinte aber trotzdem: “I tried my hardest and hopefully I’ll be back next year. Congratulations to Davide. Right now it hurts though“. So sehen faire Verlierer aus – da könnten sich so manche Gestalten in anderen Serien eine Scheibe abschneiden.

Womit ich nicht sagen will, dass Davide Rigon der Titel nicht zu gönnen ist. Im Gegenteil: Der Italiener hat zum zweiten Mal nach 2008 bewiesen, dass er mit den SLF-Boliden einfach großartig zurecht kommt. Und dass jetzt wohl endlich genug Geld für seine Hochzeit vorhanden ist, ist ebenfalls ein nettes Detail.

Nachdem es im Trubel um die Meisterschaft fast untergegangen ist, noch schnell ein paar Worte zum zweiten Rennen: Da haben sich nämlich zwei weitere Talente mal wieder für höhere Weihen empfohlen. Zum einen ist da Sieger Alvaro Parente (FC Porto). Der Portugiese war in der seligen A1GP prima unterwegs und zeigte auch in der GP2 2008 bis 2010 anständige, wenn auch etwas unkonstante Leitungen. Im Winter sah es eine Zeit lang so aus, als wäre er Testfahrer bei Virgin F1 – das hat sich mangels Sponsorzahlungen aber wohl zerschlagen. Und hätte ihm wohl auch nicht wirklich weitergeholfen.
Und dass ich den Rennzweiten, Esteban Guerrieri (PSV Eindhoven) für einen schändlich vernachlässigten Rohdiamanten halte, ist sowieso weithin bekannt.

Bleibt die Frage: Wie geht es mit der Superleague Formula im kommenden Jahr weiter? Gerüchte über Zahlungsprobleme machten zuletzt in Beijing die Runde. Insgesamt ist abgesehen vom Sponsoring durch die staatliche angolische Ölgesellschaft Sonangol keine offensichtliche Einnahmequelle zu erkennen. TV-Verträge gibt es kaum – und wo doch, da scheinen sie eher von der SLF bezahlt, als umgekehrt. Auch die Zuschauerzahlen waren nicht überall berauschend – bei den letzten drei Saisonrennen in China und Navarra waren die Ränge aber immerhin gut gefüllt. Vielleicht möchte man sich ja auch für das kommende Jahr überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, etwas öfter mit der GT1 gemeinsame Sache zu machen. Verdient hätte es sich die Serie allemal, 2011 eine weitere Saison erleben zu dürfen.

October 21 2010

07:04

Formelrennen: Das letzte Finale

Maldonado, Gutierrez, Mortara, Vergne und Stoneman – in fast allen Nachwuchsserien stehen die Meister längst fest. Erfrischend also zu sehen, dass am Wochenende noch ganze 5 Teams Chancen auf den Titel in der SLF haben.

Realisitsche Chancen, den Führenden Davide Rigon (RSC Anderlecht) noch einzuholen hat vor allem Max Wissel. Der für den FC Basel startende Deutsche hat vor dem Finale auf der neuen Strecke in Navarra nur sieben Punkte Rückstand. Dahinter liegt Craig Dolby (Tottenham Hotspur), der lange Zeit in der Meisterschaft geführt hat, und zuletzt in China wieder seinem zwischenzeitlichen Formtief entkommen zu sein scheint. Die ganz große Sensation wäre es, wenn Ben Hanley noch den Titel für Olympiaco holen könnte – der Ersatzmann des beim Rennen in Brands Hatch schwer verünglückten Chris van der Drift hat so wie Dolby nur 19 Zähler Rückstand. Yelmer Buurman (AC Milan) hat mit 44 Punkten Abstand wohl nur noch Außernseiterchancen – möglich ist in der SLF aber bekanntlich alles. Eine andere (kleine) Entscheidung gab es am vergangenen Wochenende bei der F3 Euroseries, wo noch der Vizetitel und der des “Rookie of the Year” vergeben wurden.

Letzteren konnte sich Antonio Felix da Costa bereits beim verregneten (aber dennoch etwas actionarmen) Rennen am Samstagmorgen holen – ein neunter Platz war genug. Etwas spannender gestaltete sich die Entscheidung um die Vizemeisterschaft: Die hätte Marco Wittmann nämlich noch am Sonntag an Williams-Testpilot Valtteri Bottas verlieren können, sofern der Finne gewonnen hätte. Hat er aber nicht – weswegen Wittmann auch mit Rang acht noch zum Vizetitel fuhr.

Die Saison ist damit zu Ende – und wie in der Vorschau schon geschrieben kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ihr irgendjemand in der F3 Euroseries viele Tränen nachweint. Und weil klar ist, dass sich etwas ändern muss, haben die F3 Euro-Verantwortlichen am Wochenende nicht nur einen neuen Kalender vorgestellt, sondern auch ein ganz neues Konzept für den Ablauf der Rennwochenenden.

Wie das dann konkret ablaufen soll, habe ich in den Newshappen schon grob geschildert. Daher hier nur soviel: Ich habe ein paar Zweifel, ob diese Pläne sich so einfach in die Realität umsetzen lassen. Im Grunde ist es ja legitim, auch die zweitschnellste Runde aus dem Quali für die Startaufstellung heranzuziehen – aber ist es nicht doch ein wenig kompliziert? Und verhindert das nicht auch, das Piloten in ihrer schnellsten Runde an die Grenzen gehen – weil ja immerhin Auto und Reifen noch eine zweite Runde halten müssen? Und wie sieht es mit allfälligen Strafen aus? Und vor allem: Versteht das der Zuseher an der Strecke und am TV-Bildschirm noch alles? Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die F3 Euro im kommenden Jahr präsentiert.

Superleague Formula

Finanziell soll das Rennen in Beijing ein Erfolg gewesen sein, aus sportlicher Sicht dürfte sich aber (abgesehen von Sensationsmann Earl Bamber) nur noch einer darüber gefreut haben: Tabellenführer Davide Rigon (RSC Anderlecht). Der hat beim zweiten China-Auftritt der Fußball-Rennserie zwar keine guten Ergebnisse erzielt – weil für den Lauf aber wegen mangelnder FIA-Lizenz der Strecke etwas überraschend keine Punkte vergeben wurden, liegt das Team immer noch in Front. Zu sicher darf er sich seiner Sache aber trotzdem nicht sein. Wie in der Einleitung geschildert, haben auch noch vier weitere Teams Chancen auf den Titel – und dass in der Superleague Formula buchstäblich in jedem Rennen alles passieren kann, haben wir in dieser Saison ja schon mehrfach erlebt.

Austragugsort des Finales ist die erst vor wenigen Monaten eröffnete Rennstrecke im spanischen Navarra, auf der noch keiner der Piloten über größere Erfahung verfügt. Auch auf Youtube ist noch wenig Onbaord-Material zu finden, weshalb ich hier auf Material zurückgreifen muss, dessen Ersteller weder besondere Fahr- noch Kamerakünste demonstrieren. Einen (für mich recht positiven Erst-)Eindruck vermittelt es aber allemal.

Am Steuer der Autos werden zum Großteil wieder die üblichen Verdächtigen Platz nehmen – und das wird das Publiikum an der Strecke sicher freuen. Denn mit Celso Míguez (Galatasaray), Maxi Cortés (AS Roma), Marcos Martínez (Sevilla FC), Adrián Valles (Sporting Lissabon), Andy Soucek (Flamengo) und Maria de Villota (Atlétic de Madrid) sind gleich sechs Lokalmatadore am Start. Neu dabei: Esteban Guerrieri. Der argentinische Überraschungsmann der vergangenen WSbR-Saison wird für den PSV Eindhoven an den Start gehen.

Die Veranstaltung – die sich ausnahmsweise mit keinem andern Motorsport-Großereignis überschneidet – wird leider abermals nicht im deutschen TV übertragen. Der kostenlose Online-Stream soll aber wie gewohnt auch zum Finale wieder zur Verfügung stehen. Sport 1 bringt dem Vernehmen nach am Freitag, 29.10. um 17:00 Uhr eine Zusammenfassung.

October 20 2010

06:31

Ferner liefen: Die Newshappen

// Bernie Ecclestone hat dem britischen Guardian ein ausführliches Interview gegeben. Neben dem üblichen Indiskutablen wie etwa einer Wiederholung dessen, was er schon in der Vergangenheit über Demokratie, Diktaturen, Hitler und Saddam Hussein gesagt hat, gab es auch ein paar brauchbare Aussagen – nämlich zur Entwicklung des Formel 1 Kalenders in den kommenden Jahren. Kurz zusammengefasst: Der Große Preis der Türkei könnte tatsächlich nach dem Rennen im kommenden Jahr vor dem Aus stehen. Auch Spa steht wohl auf der Kippe, sofern Förderungen der belgischen Regierung ausfallen. 20 Rennen pro Saison sind weiterhin das Ziel, es könnte aber vorübergehend auch einen etwas größeren Kalender geben. (Vorsicht)

// Zwei neue Gerüchte gibt es auch an der Fahrerfront: Pedro de la Rosa hat in einem Interview mit der spanischen Zeitung Diario AS erzählt, dass er im kommenden Jahr gerne für HRT an den Start gehen würde, und auch bereits entsprechende Gespräche führt. Dafür müsste das Team natürlich im kommenden Jahr auch noch existieren. Ein Hintergrundbericht von pitpass.com lässt daran aber zumindest zweifeln. Bei Williams neigt man derweil wohl doch eher dazu, Nico Hülkenbergs Vertrag für 2011 zu verlängern. Auch, wenn Pastor Maldonado noch nicht ganz aus dem Rennen ist, wie Joe Saward erfahren haben will. (Vorsicht)

// Die F3 Euroseries hat in der vergangenen Wochenende ihre Pläne für 2011 bekannt gegeben, darunter der Kalender für 2011 und ein neues Wochenendformat. Und das fällt, vorsichtig gesagt, ein wenig kompliziert aus: Am Freitag wird es zunächst ein Qualifying geben. Die Startaufstellung für das erste Rennen am Samstag (etwa 40 Minuten) ergibt sich dann aus der jeweils zweitbesten Runde jedes Fahrers. Neu: Am Samstagnachmittag soll es auch noch ein Sprintrennen geben – dessen Startaufstellung ergibt es aus einen Reverse Grid der besten acht des ersten Samstagsrennens. Die besten Runden vom Freitagsqualifying gelten dann schließlich für die Startaufstellung des dritten Rennens, das wie gewohnt am Sonntagmorgen stattfinden wird.
Der Kalender selbst ist weitgehend unverändert. Saisonstart ist wieder in Paul Ricard, das Finale steigt in Hockenheim. Neu im Programm ist der Österreichring. Nicht mehr dabei: Die Großbritannien-Runde im Rahmen der DTM in Brands Hatch. Ein mögliches zehntens Rennwochenende ist geplant, Näheres dazu soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. (Vorsicht)

// Nur wenige Stunden später gab auch die britische Formel 3 ihren Kalender für 2011 bekannt. Der hat zwar noch keine genauen Daten – aber man will ja nicht hinter der F3 Euro anstehen. Von der angeblich geplanten Internationalisierung der Serie ist auf den ersten Blick nur wenig zu erkennen. Immerhin: Die Saison startet im April mit einem Rennen in Monza. Die Deutschland-Ausgabe wurde von Hockenheim zum Nürburgring verschoben, das Frankreich-Rennen von Magny-Cours nach Paul Ricard. Die Rennen in Großbritannien beleiben auf den gleichen Strecken wie in diesem Jahr – der Streit mit Jonathan Palmers Motorsport Vision-Gruppe, die die Kurse in Brands Hatch, Snetterton und Oulton Park besitzt scheint wohl beigelegt. (Vorsicht)

// Auch bei der Superleague Formula schielt man schön langsam mit einem Auge auf die Saison 2011. Und die ersten Rennen außerhalb Europas waren wohl zumindest finanziell ein Erfolg – zumindest hat sich Serien-CEO Robin Webb in einer Presseaussendung mit den Worten zitieren lassen, er sei zuversichtlich, dass man auch im kommenden Jahr wieder in China an den Start gehen werde. (Vorsicht)

// Und gleich noch einmal zu Kalender-News für 2011: Die WTCC, die ihren Plan ja eigentlich bereits vor einiger Zeit verlautbart hat, könnte noch einmal umbauen. Zumindest scheint derzeit eine Verlegung der britischen Runde von Brands Hatch nach Donington geplant. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber bisher noch nicht.  (Vorsicht)

// HVM hat laut der Holzausgabe der MSa Interesse bekundet, in die ALMS einzusteigen. Die IRL Pläne bleiben davon unberührt. Don

// Überhaupt ALMS. Das Regelchaos geht weiter. Während man sich in diesem Jahr eine eigene LMP-Klasse zusammen gebastelt hatte, in deren Regelment sowohl P1 als auch P2 unterkamen, will man 2011 wieder nach ACO Regeln mit zwei Klassen antreten. Das würde nach dem neuen LMP2 Gesetzen des ACO aber bedeuten, dass die bisherigen LMP2 der ALMS gar nicht startberechtigt wären. Im Moment prüft man, ob man die P2 auf P1 upgraden kann, denn echte LMP1 Starter wird man nach der Absage von Audi gar nicht bekommen. Die in Sachen Reglement ja sehr kreativen Amerikaner versuchen nun in Gesprächen mit allen Teams eine Lösung zu finden. Man könnte sich natürlich wieder was zusammenbasteln, doch zwei Läufe der ALMS sind auch im Interconti Cup gesetzt. Man muss die Regeln also so zurecht dengeln, dass die ALMS-Starter ohne große Umbaumaßnahmen an beiden Läufen teilnehmen können. Don

// Zwischen Richard Petty Motorsport und Kasey Kahne herrscht dicke Luft. Am letzten Wochenende hatte Kahne auf Grund einer Magenverstimmung den Wagen an J.J. Yaley im Rennen übergeben, startete aber am nächsten Tag beim einem lief aber am nächsten Tag einen Langstreckenlauf. Bei RPM ist man naturgemäß nicht erfreut. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass Kahne seit seiner Unterzeichnung bei Hendrick keine Lust mehr auf RPM hat. Seine Leistungen sind in diesem Jahr auch eher mittelprächtig, selbst verglichen mit AJ. Allmendinger macht er keine gute Figur. Beide Seiten werden wohl froh sein, wenn man sich nicht mehr sehen muss. Don

// Die miserablen Quoten der NASCAR machen den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Die Rennen waren bisher im Chase gar nicht so schlecht, aber den Quoten hilft es nicht. Es hilft sicher nicht, dass Jimmie Johnson schon wieder den Chase dominiert, und dass im Moment es so aussieht, als könnten nur noch Danny Hamlin und Kevin Harvick den mehrmaligen Meister abfangen. Das Dale Earnhardt jr. nicht gewinnt, ist sicher auch nicht hilfreich, kann aber nicht der einzige Grund sein. Man vermutet, dass die Startzeit in den USA (13.00 Uhr) zu spät ist, weil man mit den NFL Spielen kollidiert. Aber selbst wenn man, wie früher, eine Stunde eher starten würde, wäre eine Verbesserung wohl nicht in Sicht. Heute Nachmittag folgt noch ein Artikel, in dem ich auf die Problematik näher eingehen werde. Don

October 14 2010

10:11

Formelrennen: Spannung, Chaos und Finale

Riesen-Chaos bei der SLF und ganz großes Renn-Kino bei der Formel Renault 3.5 – das Wochenende hatte für Formel-Freunde wieder Einiges zu bieten. Und schon in wenigen Tagen folgt in Hockenheim das nächste Finale.

Und wieder ein Wochenende mit zwei Formel-Rennen, die man unbedingt gesehen haben sollte – wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen. Der zweite Lauf der Formel Renault 3.5 bewies einmal mehr, wieso die Serie von manchen Experten als beste Juniorklasse unterhalb der Formel 1 gehandelt wird. Daniel Ricciardo und Mikhail Aleshin lieferten sich im Regen ein spannedes Duell fast über die gesamte Länge des Rennens – und am Ende hatte auch noch der Verfolger das bessere Ende für sich. Ricciardo mag höher einzuschätzen sein – aber Aleshin hat sich mit diesem Auftritt den Titel redlich verdient. Moralischer Meister (wenn es sowas gibt) ist dennoch Esteban Guerrieri, der sich passenderweise im letzten Saisonrennen noch einmal den Sieg holte. Auch das Rennen der Superleague Formula bot Spektakel – wenn auch unter viel weniger erfreulichen Vorzeichen. Eine kleine Chronik.

Die Fußball-Rennserie hatte beim zweiten China-Rennen nämlich ein Rendezvous mit Herrn Murphy: alles, wirklich alles, was bei einem Stadtrennen so schieflaufen kann, ging auch tatsächlich in die Hose.

Zunächst waren da die Probleme mit der Strecke: Lange Zeit war nicht klar, wo die Superleague denn überhaupt ihr zweites China-Rennen absolvieren würde. Erst eine Woche vorher gab die SLF einen Ort bekannt – und am Wochenende wurde klar, dass das wohl doch nicht nur ein undurchsichtiges PR-Manöver war. Der Zustand der Strecke und die allgemeine Professionalität der Planung ließen erahnen, dass auch die Verantwortlichen selbst noch nicht viel länger wussten, wo man fahren würde.

Da wäre etwa die Tatsache, dass die Strecke zu eng war, um von der FIA eine Grade 2-Lizenz zu erhalten – und zwar wohlgemerkt nichtmal nachdem die SLF angeboten hatte, an der betreffenden Stelle das ganze Rennen lang unter Gelb zu fahren. Da es sich bei der Stelle um eine Brücke handelt, war es auch nicht möglich, die Strecke zu verbreitern – weshalb die SLF zu einem Trik greifen musste. Um das Rennen doch noch durchführen zu können, fuhr man nicht als internationale “Superleague Formula”, sondern als lokale, “chinesische” Ausgabe der Serie. Mit dem Resultat, dass für die beiden Rennen keine Punkte vergeben wurden.

Als es dann am Freitag endlich auf die Strecke ging, tauchte das nächste Problem auf: In mehreren Kurven lösten sich schon nach dem ersten Freiten Training die Curbs aus dem Boden, das zweite Training wurde abgesagt. Auch sonst waren nicht alle vom Zustand der Bahn begeistert. Tottenham Hotspur-Pilot Craig Dolby sprach von “the scariest thing I’ve ever done in my life” – aber immerhin auch “really good fun”.

Am Samstag dann die nächsten Probleme: Noch vor dem Qualifying drohten die Fahrer damit, in Streik zu treten. Grund dafür waren angeblich nicht bezahlte Preisgelder – davon hatte man ja zuvor schon einmal rund um Chris van der Drifts Geldnot nach seinem Unfall gehört. Am Ende gab es aber, zumindest für’s Erste, doch noch eine Einigung – und das Qualifying konnte beginnen. Dann knallte Andy Soucek in der schnellen Schikane vor Start und Ziel in die Mauer. Er selbst bleib zum Glück unverletzt, das Auto war allerdings irreparabel – und das Wochenende für die Mannschaft von Flamengo damit vorbei.

Und dann kam der Sonntag. Rennen Eins verlief noch relativ normal, man könnte sogar sagen “unspektakulär” – wenn man davon absieht, dass der dichte Smog, der über der Strecke hing wohl keine besondere Werbung für den chinesischen Fremdenverkehr war. Dafür winkten in Rennen zwei gleich die nächsten Handicaps: Einerseits hatte wohl bei der Planung keiner bedacht, wann es in Beijing denn so zu dämmern beginnt. Folge war, dass bereits im Halbdunkel gestartet, und es danach rapide dunkler wurde. Und zwar immerhin in einem Maße, dass man auf jeder Einstellung das Glühen der Bremsscheiben erkennen konnte – auch dann, wenn gar nicht gebremst wurde, also etwa beim Reifenwechsel in der Box.

Dann begann es auch noch zu Regnen, und der Lauf musste endgültig abgebrochen werden. Unglaublicherweise wurde im fast vollständigen Dunkel dann noch einmal gestartet. Was noch nicht einmal der dickste Brocken des Tages war – den lieferte die Racecontrol zum Ende des Rennens ab, als man über mehrere Runden nur lokal Gelb zeigte, während das Auto von Team China mitten auf der Strecke stand. Und zwar nicht irgendwo, sondern just an jener Engstelle, die die FIA dazu bewogen hatte, dem Kurs die Lizenz zu verweigern. Und sofern sich jeamand fragt, was in so einer Situation mit dem Piloten dieses Fahrzeugs passiert: Der saß natürlich die ganze Zeit über im gestrandeten Wagen.

Immerhin: Gut besucht war das Spektakel, finainziell könnte sich die Reise also gelohnt haben. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Ereignisse trotzdem zum Anlass nehmen, ein wenig in sich zu gehen. Denn nach Brands Hatch war dies schon das zweite Rennen in dieser Saison, das man eigentlich nicht hätte starten dürfen. Zumindest hat sich diesmal niemand schwerer verletzt.

Achja: Gewonnen hat das erste Rennen nach einer sauberen Fahrt Craig Dolby. Den zweiten Rennsieg hat sich Alvaro Parente (FC Porto) geholt – inwieweit dieser allerdings wirklich verdient war, muss bezweifelt werden. Immerhin war es ein Dreher des zu diesem Zeitpunkt führenden Parente, der die Rennunterbrechung ausgelöst hatte – was ihn nicht daran hinderte, beim Restart wieder an der Spitze des Feldes zu stehen.

Ein Superfinale gab es wegen der schlechten Bedinungen zum Glück nicht mehr, somit ging der Gesamtsieg an den Punktbesten des Wochenendes: Das war einmal mehr Earl Bamber, der nun bei beiden seiner Starts in der Serie die Prämie in Höhe von 100.000 € gewonnen hat.

F3 Euroseries

Für die F3 Euroseries steht am kommenden Wochenende das letzte Rennen der Saison auf dem Programm – und auch als Freund der Serie ist man geneigt zu sagen: “Zum Glück”. Denn das, was die ehemals so hoch eingeschätzte Rennklasse in dieser Saison gezeigt hat, war leider ein wenig dürftig.

Die Liste der Probleme ist lang, und wurde auch hier im Blog schon geschildert. Vor allem die mangelnde Größe des Starterfeldes machte der F3 Euroseries in der vergangenen Saison kräftig zu schaffen. Die aktuelle Tabelle weist nur 15 Positionen auf, und ein kursorischer Blick auf die Ergebnislisten zeigt, dass über den gesamten Saisonverlauf sogar noch weniger Piloten regemäßig am Start waren.

Dass dann zu allem Überfluss auch noch GP2-Absteiger Edoardo Mortara den Titel gewann, spricht leider auch nicht für die Konkurrenzfähigkeit der verbleibenden Piloten. Um Misserständnissen vorzubeugen: Mortara ist gewiss kein schlechter Fahrer – 2008 hat der Italiener in der F3-Meisterschaft immerhin Piloten wie Jules Bianchi und Christian Vietoris geschlagen, und auch den GP von Macao gewinnt man nicht einfach so. Aber seine GP2-Leistungen deuten andererseits auch nicht darauf hin, dass es sich beim Italiener um einen unschlagbaren Gegner handelt.

Wie dem auch sei: Bevor im kommenden Jahr einige Änderungen geplant sind, die die Serie wirtschaftlich und sportlich wieder konkurrenzfähig machen sollen, quält man sich am Wochenende noch ein letztes Mal im alten Modus über die Runden.

Dabei kann es am zweiten Meisterschaftsrang noch zu Verschiebungen kommen: Marco Wittmann hat nur 8 Punkte Vorsprung auf Williams-Testfahrer Valtteri Bottas. Auch der viertplatzierte Alexander Sims hat noch theoretische Chancen auf den Vize-Titel.

Übertragen werden beide Läufe live, Samstag und Sonntag um 11:20 auf n-tv.

October 07 2010

06:24

Formelserien: WSbR-Finale, SLF in Beijing

Eine äußerst spannende Saison geht in der Formel Renault 3.5 in Barcelona zu Ende – noch immer tobt an der Spitze ein Dreikampf um den Titel. Auch die SLF geht in China in die vorletzte Runde – und zwar auf einem etwas mysteriösen Kurs in Beijing.

31 Punkte gibt es in der möglicherweise bestbesetzten Juniorserie der Welt insgesamt noch zu gewinnen, aber nur 16 Zähler trennen die drei Fahrer an der Tabellenspitze. Das ist die Ausgangslage vor den beiden Finalläufen der Formel Renault 3.5 am kommenden Wochenende in Barcelona. Um den Titel fahren dabei Überraschungsmann Mikhail Aleshin (116), Red Bull Juniorhoffnung Daniel Ricciardo (113) und Sensationsmann Esteban Guerrieri (100) aus Argentinien, der trotz zweier verpasster Rennwochenenden und einer äußerst unglücklichen Disqualifikation in Silverstone immer noch alle Chancen hat, am Ende den Meistertitel zu erringen. Auch die SLF-Saison 2010 neigt sich dem Ende zu. Zwei Rennen vor Schluss sind immer noch fünf Teams in Reichweite des Titels. Spannend wird es aber auch aus anderen Gründen: Über die Strecke, auf der man am Wochenende fahren will, gibt es bisher nur sehr spärliche Informationen.

Eigentlich könnte nur ein Umstand die Rennen der Formel Renault 3.5 am kommenden Wochenende noch spannender machen – nämlich Regen. Und genau den soll es laut Wettervorhersage auch tatsächlich geben. Das könnte Mikhail Aleshin entgegenkommen. Der Russe hat zwar in den vergangenen Rennen beständig an Punkten verloren, liegt aber immer noch an der Tabellenspitze. Bisherige Erfahrungen lassen vermuten, dass er im Regen etwas bessere Chancen haben könnte, die Führung zu verteidigen, als im Trockenen.

Trotzdem: Favorit auf der Meistertitel ist wohl Daniel Ricciardo. Der Australier verfügt zweifelsohne über mehr Speed als sein Konkurrent, und gilt als Barcelona-Spezialist. Dass er in der Meisterschaft nicht schon lange führt, liegt weniger an mandem Fahrtalent, sondern eher daran, dass er etwas zu viele Fehler gemacht hat – und, vor allem in den ersten Saisonrennen, auch an mangelnder Konstanz. In den letzten Rennen kam dann auch noch etwas Pech dazu – etwa in Silverstone, wo er in Rennen eins gleich am Start von Burt Jon Lancaster abgeschossen wurde.

Der schnellste Pilot der Saison 2010 kommt aber wohl aus Argentinien: Esteban Guerrieri hat mehrfach unter Beweis gestellt, dass er sowohl Ricciardo als auch Aleshin auf der Strecke schlagen kann. Dazu kam in Hockenheim und Silverstone auch noch eine clevere Fahrweise, mit der er am Anfang ein wenig Reifen sparte, und am Ende nochmal zulegen konnte. Das bekam vor allem Ricciardo drastisch zu spüren, als er vor zwei Wochen noch in den letzten Kurven von Guerrieri in einem tollen Überholmanöver um Führung und Sieg gebracht wurde. Dass er die Tabelle nicht anführt, ist auf mangelnde Finanzen und eine Portion Pech zurückzuführen: In Monaco fehlte das Geld, auf dem Hungeroring konnte er wegen technischer Probleme nicht an den Start gehen, und in Silverstone wurde ihm der Sieg in Rennen eins aberkannt, weil ein Mechaniker eine Abdeckung auf der Fahrzeugnase mit einem Klebeband befestigt hatte – was zwar keine Vorteile bringt, aber laut Regularien der Formel Renault 3.5 trotzdem verboten ist.

Übertragen werden beide Läufe wie gewohl live auf Eurosport – und zwar zur besten Sendezeit am Samstag um 14:45 auf Eurosport Intl., und am Sonntag um 13:00 Uhr, leider nur auf ESP 2.

Superleague Formula

Vergangenes Wochenende hat sich die Serie gleich mal mit zwei richtigen Knallern in China eingeführt: Lauf zwei und das “Superfinale” lieferten großartigen Rennsport, und wenn jemand die Möglichkeit hat, irgendwo eine Wiederholung oder Zusammenfassung zu sehen, würde ich sehr empfehlen, das zu tun. Fairerweise sei gesagt: Dass die Rennen so spannend waren, ist nicht nur der Serie an sich geschuldet, sondern auch dem neuen Kurs im innermongolischen Ordos.

Nicht, dass dieser so überholfreundlich geplant oder gut in Schuss gebracht worden wäre – ganz im Gegenteil. Die brandneue Strecke, die in ihrer Form einem springenden Steppenpferd nachempfunden ist, glich, wie Robert Dornboos so richtig sagte “Adria auf Steroiden”. Adria, weil es kaum lange Geraden, dafür aber sehr viele enge Kurven gibt. Steroide, weil die Strecke trotzdem ziemlich anspruchsvoll ist: Gleich zwei Kehren ähneln der ersten Kurve in Shaghai, und machen in ihrem Verlauf immer mehr zu, was zu erstunaulich spannenden Manövern geführt hat. Für besonderes Spektakel sogte aber eine zunächst unauffällige Schikane im mittleren Streckenteil. Einerseits deshalb, weil sich darin eine Bodenwelle befindet, die die Boliden in jeder Runde unwillkürlich abheben lies (siehe Foto). Außerdem war der Kurvenausgang stets mit einer ordentlichen Sandschicht bedeckt, die wohl aus der angrenzenden Wüste Gobi auf die Strecke geweht wurde.

Dass am Ende Earl Bamber im Superfinale um den Sieg mitkämpfte (und schließlich, wenn auch “nur” am grünen Tisch) auch noch gewann, trug ebenfalls zur Stimmung bei. Immerhin war der Neuseeländer in der Annahme angereist, in Ordos als TV Co-Kommentator aufzutreten. Als dann Alvaro Parente Probleme mit den chinesischen Einreisebehörden hatte, musste Bamber kurzerhand einspringen. Entsprechend parteiisch agierte auch die TV-Crew im Online-Stream. An sich nicht ganz fair, aber großes TV.

Eine Vorstellung der Strecke, auf der man am kommenden Wochenende fahren will, ist leider nicht möglich. Lange war überhaupt nicht bekannt, wo in China man denn das zweite Rennen austragen möchte, kurz vor dem Ordos-Wochenende wurde bekannt, dass es sich um den olympischen Kanu- und Ruderpark in Beijing handeln soll. Offenbar möchte man einen Stadtkurs bauen, der sowohl über das eigentliche Rudergelände führen soll, als auch durch die angrenzenden Straßen. Mehr ist nicht bekannt – abgesehen von einem wissenden Grisen von Serienorganisator Robin Webb, der im Interview sagte, er habe die Strecke schon gesehen, und sei hellauf begeistert. Im Normalfall müsste man das für reines PR-Gerede halten – irgendwas an Tonfall und Mimik ließ aber vermuten, dass vielleicht doch mehr dran sein könnte. Man darf gespannt sein.

Auch abseites der Strecken-Frage verspricht das Wochenende Spannung. Denn immer noch sind fünf Teams in Reichweite der Meisterschaft. Der RSC Anderlecht mit Davide Rigon (635) hat sich in den vergangenen Rennen als jenes Team präsentiert, das es wohl zu schlagen gilt. Rigon ist schnell unterwegs und verlässlich, der Wagen scheint auch gut zu gehen. Dahinter liegt der Deutsche Max Wissel mit dem FC Basel (628), der ebenfalls in den vergangenen Rennen einen Aufwärtstrend verzeichnen konnte. Leicht abgebaut hat dagegen die Mannschaft von Tottenham Hotspur und Fahrer Craig Dolby (616), die nur noch auf dem dritten Tabellenrang liegen, punktgleich mit Olypmiacos Piräus, deren Van der Drift-Ersatzfahrer Ben Hanley auch in Ordos wieder sein Talent unter Beweis gestellt hat. Schießlich hat auch der ehemalige Tabellenführer AC Milan mit Yelmer Buurman (591) noch Chancen auf den Titel.

Weniger toll als Spannung und Racing ist wieder mal die Terminsetzung der Serie. Nachdem man in diesem Jahr schon zeitgeleich mit dem Monaco F1-Grand Prix und dem Viertelfinalspiel der Deutschen Nationalmannschaft (als Fußballserie am Nürburgring) an den Start gegangen ist, hat man es diesmal geschafft, einen von nur zwei Asien-Terminen großteils zeitgleich mit dem Formel 1-Rennen in Suzuka anzusetzen. Konkret: Rennen 1 findet um 05:00 statt, Lauf 2 pünktlich zur zweiten Suzuka-Renhälfte um 09:00, das Superfinale um 10:00 Uhr. Übertragen wird – wie immer – in Deutschland nicht live im TV, dafür gibt es den qualitativ hochwertigen, flüssig laufenden und gut kommentierten Livestream auf superleagueformula.com.

Ein Hinweis noch: Sport 1 hat die SLF neu in Form von 26-Minuten-Zusammenfassungen der Rennwochenenden im Programm. Das ganze ist mit einem überraschend annehmbaren deutschen Kommentar versehen. Die (ohne Werbung) 22 Minuten scheinen aber leider etwas zu kurz, um alle Storylines der Rennen ausreichend zusammenzufassen. Unpraktischerweise ist die Sendung im Sport 1 TV-Schedule nur als “Sport 1 Reportage” gekennzeichnet, so dass man schon etwas länger suchen muss, bis man die passenden Informationen findet. Das derzeit bekannte Programm:

Donnerstag, 7.10.
06:15 Uhr – Portimao
17:30 Uhr – Ordos

Dienstag 12.10.
07:30 Uhr – Ordos
19:30 Uhr – Beijing

Donnerstag 14.10.
06:00 Uhr – Ordos
06:30 Uhr – Beijing

(ohne Gewähr)

September 30 2010

06:47

Formelserien: Solo für Ball / ADAC GT Masters: Finale!

Viel tut sich bei den Formelserien am Wochenende nicht, einzig die SLF gibt ihre Außer-Europa Premiere – das dafür gleich denkbar exotisch, im innermongolischen Ordos. Bodenständiger geht es bei den ADAC Masters zu, wo in Oschersleben das Saisonfinale auf dem Programm steht.

Freunde neuer Rennstrecken werden sich an den kommende zwei Wochenenden herzlich über die Superleague Formula freuen. Zuerst geht die Fußball-Serie auf dem brandneuen Ordos International Circuit in der inneren Mongolei (die zu China gehört) an den Start. Und eine Woche später steht ein Stadtrennen im olympischen Ruder- und Kanuzentrum in Beijing auf dem Programm. Wobei dieser zweite Termin nach wie vor unter Vorbehalt steht. Denn die offizielle Seite der SLF spricht immerhin eineinhalb Wochen vor Austragungstermin immer noch davon, dass ein Austragungsort für den zweiten China-Auftritt der Serie noch bestätigt werden muss. Die Tatsachen, dass Tickets für die Veranstaltungen verkauft werden, und dass Worldfeed-Kommentator Martin Haven darüber twittert, lassen aber vermuten, dass auch das zweite Rennen in trockenen Tüchern ist.

Der Titelkampf ist drei Rennen vor Schluss jedenfalls nach wie vor spannend. Davide Rigon und der RSC Anderlecht haben  an der Algarve die Tabellenführung an sich reißen können, knapp dahinter lauern aber immer noch der stets spektakuläre Craig Dolby (Tottenham Hotspur), der Deutsche Max Wissel (FC Basel) und Yelmer Buurman im Auto des AC Milan. Auch Olympiacos auf Platz fünf darf sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen, zumal sich Ben Hanley als würdiger Ersatz des verletzten Chris van der Drift erwiesen hat. Nach einem Aussetzer in Portugal (wo er seinerseits von Rennsieger Neel Jani glänzend vertreten wurde) wird der Brite beide China-Rennen im Auto des griechischen Traditionsvereines bestreiten.

Von den Bildern, die einem bei der Bezeichnung “Innere Mongolei” vielleicht  in den Kopf schießen, oder auch der (abseits von Dune-Fans) mangelnden Bekanntheit des Namens “Ordos” sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Region rund um die Stadt ist, wie etwas journalistische Recherche beim Hort unbestechlicher Information ergibt, dank Rohstoffvorkommen und Industrie eine der reichsten in China – etwa noch vor der Hauptstadt Beijing. Manko ist die fehlende internationale Bekanntheit – und aus diesem Grund holt man nun wohl auch den internationalen Rennsport in die Stadt.

Zur Strecke in Ordos sind leider immer noch recht wenige Details bekannt – auch Fotos sucht man vergebens. Eine Orientierung ist daher nur anhand des Streckenplans möglich. Und der spricht immerhin für eine gewisse Originalität: Anders als sonst üblich stand beim Design nämlich nicht nur das Fahr- und Zuschauererlebnis im Vordergrund. Stattdessen wurde der Kurs so gebaut, dass seine Umrisse ein springendes Steppenpferd – eines der Wahrzeichen der Region – wiedergeben. Zumindest das ist schon mal gelungen. Ein weiteres Detail hat Ordos gewissen anderen exotischen Rennstrecken voraus: Die Bahn existiert nachweislich, und ist auch befahrbar. Der Beweis: Vergangene Woche war bereits die chinesische Tourenwagenmeisterschaft vor Ort, und hat Gerüchten zufolge sogar ein recht spannendes Rennen geliefert.

Man darf also gespannt sein. Und muss es wohl auch sein, wenn man die Rennen verfolgen will. Denn trotz gratis Stream auf superleagueformula.com: Sonntags um 5:00 Nachts steht wohl wirklich nur der oft zitierte “wahre Fan” auf, um sich ein Rennen der SLF anzusehen. Eine ziviliere Startzeit gibt es für das zweite Rennen, das um 9:00 Uhr über die Bühne gehen soll. Das Finale folgt schließlich um 10:00 Uhr MESZ.

———

ADAC GT Masters (von Chaos)

Das Saisonfinale der GT Masters steht an, die Ausgangslage sieht folgendermaßen aus: Der Reiter-Lamborghini von Peter Cox und Albert von Thurn und Taxis liegt 9 Punkte vor dem Abt Audi von Luca Ludwig und Christopher Mies. Dies ist zwar fast ein Sieg (10 Punkte) Vorsprung, aber wie schnell ein Rennen vorbei seien kann, musste das Team um den Reiter-Lamborghini ja bei der letzten Saisonstation auf dem Nürburgring schmerzlich erfahren. Sobald der Abt Audi allerdings im ersten Rennen weniger Punkte als der Lamborghini holt, ist Cox und Thurn und Taxis der Meistertitel nicht mehr zu nehmen.

In der Amateurwertung hat Sven Hannawald es in der Hand, seine sehr starke Saison mit dem Sieg in der Amateuerwerung zu krönen. Er liegt 10 Punkte vor dem Schweizer Toni Seiler, kann also auf Sicherheit fahren. Titelverteidiger Seiler hingegen wird es sehr schwer haben, seinen Titel zu verteidigen.

Gefahren wird dieses Wochenende in Oschersleben, wo man auch die Saison begann. Die Strecke dürfte von den diversen Motorsportveranstaltungen dort in den letzten Wochen ja noch gut bekannt sein. Sehr interessant wird im Bezug auf den Meisterschaftskampf die erste Schikane, die ja eigentlich immer für Action sorgt.

Die Entrylist weist 24 Fahrzeuge auf. Schubert Motorsport, die zum zweiten Mal in der GT Masters antreten, haben zwei BMW Z4 mitgebracht, pilotiert von Jörg Müller/Stian Sörlie und Claudia Hörtgen/Edward Sandström. Nicht mehr dabei sind der Ferrari von Kessel Racing, der Porsche von Chrzanowski Racing und der Porsche von Dietmar Haggenmüller. Neu dafür MRS Racing mit einem Porsche, pilotiert von Yadal Oskan/Yucel Ozbek, Michael Illbruck in einem Porsche zusammen mit Manuel Lauck und Bliss Autosport mit einem weiteren Porsche gefahren von Jens Richter und Otto Klohs.

Übertragen werden die beiden Rennen wie gewohnt von Kabel 1 um 11.45 Uhr am Samstag und Sonntag.

September 29 2010

11:25

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nun könnte es doch schon im kommenden Jahr so weit sein: Bernie Ecclestone hat im Interview mit der BBC verkündet, dass die FOTA möglicherweise schon 2011 alle Formel 1-Rennen in HD produzieren wird. Wenn auch die Aussage noch etwas schwammig wirkt: Denn im selben Atemzug meint er auch, dass es das Signal nur dann geben wird, wenn sichegestellt ist, dass alles in “Top Qualität” vorliegt – was “wahrscheinlich erst 2012″ der Fall sein dürfte. Immerhin: Fans hochauflösender Bilder dürfen nun wieder hoffen. Und mit ihnen sky, die sichsicher darüber freuen würden, dieses neue Feature exklusiv vermarkten zu können. (Vorsicht)

// Sofern sie denn überhaupt weiter übertragen: Denn laut Aussage von sky-Sportchef Carsten Schmidt in den Stuttgarter Nachrichten, steht die Formel 1 beim deutschen Bezahlfernsehen “auf dem Prüfstand“. Grund: Angeblich lassen sich mit der Königsklasse keine Neukunden gewinnen – der Erhalt von Bestandskunden spielt in diesem Kalkül wohl keine größere Rolle. Das Problem besteht vor allem auch darin, dass die Konkurrenz durch die Übertragung bei RTL im Free TV zu groß sei. Stattdessen will sich sky auf Sportarten konzentrieren, die in Deutschland nicht gratis zu empfangen sind. Wie gut diese Strategie bisher funktioniert hat, zeigt der durchschlagende Erfolg der sky-Übertragungen von NASCAR oder der Indycar-Series, aber auch der zahlreichen weiteren Sportarten, die derzeit im reichhaltigen, um nicht zu sagen “üppigen” Angebot des Senders zu bewundern sind. Natürlich kann man die Aussage auch als Taktik in den derzeit stattfindenden Verhandlungen mit Bernie Ecclestone betrachten – aber wären da die “Stuttgarter Nachrichten”, bei allem Respekt, wirklich das Medium der Wahl? Siehe dazu auch der Eintrag von gestern. (Vorsicht)

// Wie jedes Wochenende auch diesmal ein Korea-Update. Auf einer lokalen Internetseite ist ein Video davon aufgetaucht, wie die Strecke angeblich am 23.9. ausgesehen haben soll. Für alle, die Probleme mit der hierzulande äußerst langen Ladezeit haben: Die Strecke sieht so aus, als habe sich seit Chandhoks Demo-Run nicht besonders viel verändert. Überall stehen Baumaschinen herum, die Streckenbegrenzungen sind zum Teil noch unverankert, Auslaufzonen unbefestigt und die oberste Asphaltschicht liegt auch noch immer nicht. Neu: Einige sehr unschöne Schlaglöcher in der Sicht darunter, die angeblich vom unsachgermäßen Einsatz schweren Baugeräts stammen sollen. Auch Bernie Ecclestone kommentierte die Wahrscheinlichkeit, dass das Rennen stattfinden wird in Singapur eher verhalten – wenn auch weiterhin eher davon augegangen wird, dass am Ende doch alles knapp gutgeht. Der Inspektionstermin wurde jedenfalls schon mal auf den Montag nach dem Japan-GP verschoben. Was im Grunde für ein Rennen spricht – denn eine Absage zu derart später Stunde kann sich wohl keiner leisten. (Vorsicht)

// Weitere Streckennews gibt es gleich im Viererpack:
1. war die BBC gemeinsam mit Karun Chandhok zu Gast auf der indischen Baustelle, wo innerhalb des nächsten Jahres ein Formel1-Strecke entstehen soll. Und das Video zeigt, dass auch dort noch so Einiges zu tun bleibt. Ein Höhenterrain für die Bahn wurde wohl geschaffen, und die Streckenführung wohl mittlerweile notdürftig befestigt. Allerdings: Bisher steht kein einziges Gebäude. Dort, wo in Kurve Eins eine Senke entstehen soll, befindet sich derzeit ein kleiner See. Aber auch, wenn nach dem Desaster um die heuer von Indien ausgetragenen Commonwealth-Spiele und den langsamen Baufortschritt in Korea  im Fahrerlager einige Fragezeichen um den GP aufgekommen sind: Noch ist wohl ausreichend Zeit, um rechtzeitig fertig zu werden.

2. Ist erstaunlicherweise noch immer unklar, ob der erfolgreiche Grand Prix in Singapur auch nach Auslaufen des aktuellen Vertrages im Jahr 2012 weiter ausgetragen wird. Der Handels- und Industrieminister des Stadtstaates hat sich in einem Interview mit den Straights Times (via crash.net) jedenfalls ein wenig vorsichtig geäußert, und von einer “robusten Kosten-Nutzen-Analyse” gesprochen, die man zu diesem Thema durchführen will. Anders ausgedrückt soll das wohl heißen, dass man sich von Bernie Ecclestone einen besseren Vertrag erwartet, wenn er das von ihm als “Kronjuwel” bezeichnete Rennen noch länger durchführen will.

3. Gleichzeitig stehen möglicherweise schon wieder neue Austragungsorte vor der Tür: Wie Joe Saward berichtet, war der Premierminister des wohlhabenden afrikanischen Inselstaates Mauritius zu Gesprächen in Singapur vor Ort. Die Insel hat sich in den vergangenen Jahren als Sponsor diverser Nobelsport- und Kulturevents, wie etwa dem Pferderennen in Ascot oder den Filmfestspielen in Cannes einen Namen gemacht, und könnte daran interessiert sein, ihr Tourismusproil mit einem Formel 1-Rennen zu steigern. Und für die Königsklasse könnte ein WM-Lauf einen glamourösen Weg darstellen, auch in Afrika präsent zu sein.

4. Der Traditionsstrecke in Snetterton steht über den Winter ein Umbau bevor. Jonathan Palmer, Besitzer von MotorsportVison, denen wiederum die Strecke gehört, hat gegenüber Autosport bekannt gegeben, dass die Bahn und auf den Stand einer FIA Frade 2-Lizenz gebracht werden soll. Damit wäre man dann berechtigt, alle Wettbewerbe unterhalb der Formel 1 auszutragen. Der traditionalle Streckenverlauf soll weitgehend bestehen bleiben, einzig Kurve zwei wird zu einer Haarnadel umgebaut, die in einen neuen Streckenteil münden soll. Außerdem soll aus der Schikane vor Start und Ziel eine enge Linkskuve werden – ein Plan findet sich im verlinkten Autosport-Artikel. Palmer hofft unter anderem darauf, auf der “neuen” Strecke ein DTM-Rennen auszurichten. (Vorsicht)

// Die Auto GP-Serie hat es zwar nicht geschafft, am Wochenende eine Liveübertragung ihres Rennen auf der neuen Bahn von Navarra zu produzieren, hat aber wohl große Pläne für 2011. So wurde in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass für das kommende Jahr ein Stadtrennen auf dem Kurs in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geplant ist. Wann, und im Rahmenprogramm welcher größeren Serie  der Lauf stattfinden soll, ist noch unklar. Bisher war auf dem “Bukarest Ring” in den Jahren 2007 und 2008 zweimal die FIA GT, Vorgängerin der aktuellen GT1 WM zu Gast. (Vorsicht)

// Auch bei den Indycars tut sich Einiges: Zwar ist immer noch unklar, wo das Saisonfinale 2011 stattfinden wird, allerdings blickt Serien-CEO Randy Bernard schon weiter in die Zukunft. Und da scheint er sehr interessiert, den Traditionskurs von Road America wieder in den IRL-Kalender aufzunehmen. Problem: Die Strecke liegt ein wenig abseits größerer Bevölkerungszentren, und tut sich schwer, einen zahlungskräftigen Promoter zu finden. (Vorsicht)

// Aktueller gibt es zu vermelden, dass Ana Beatriz und Sebastian Saavedra in Homestead wieder im Cockpit sitzen werden. Die Brasilianerin übernimmt dank “bigger cheque”, wie Paul Tracy etwas frustriert twittert, den Dreyer & Reinbold Wagen des nach wie vor nicht fahrbereiten Mike Conway. Und Sebastian Saavedra wird im zweiten Conquest-Wagen Platz nehmen. (Vorsicht)

// Außerdem sind mal wieder ein paar TV-Quoten bekannt geworden. Demnach hat sich die Zuseherzahl für die IRL auf Versus in diesem Jahr um 15 Prozent erhöht. In ganzen Zahlen ausgedrückt klingt die Sache dann allerdings weniger beeindruckend: Im Schnitt haben 2010 366.000 Zuseher bei Versus eingeschalten – 2009 waren es nur 319.000. (Vorsicht)

// Sicher ist derweil, dass Lotus (also die, die in der F1 unterwegs sind, glaube ich, nicht die anderen) ein weiteres Jahr bei KV-Racing angedockt haben. Vielleicht kommt Takuma Sato ja 2011 etwas häufiger in Ziel. (Don)

// In der Superleague Formula ist derweil zwar noch nicht klar, wo in einenhalb Wochen des zweiten Rennen der China-Tournee stattfinden wird (mutmaßlich im Transportflugzeug Richtung Europa, gerüchteweise aber vielleicht auch im olympischen Ruder- und Kanupark Shunyi nahe Beijing): Dafür ist nun immerhin bekannt, dass WSbR-Titelkandidat Esteban Guerrieri beim Lauf im innermongolischen Ordos am kommenden Wochenende den Wagen des PSV Eindhoven pilotieren wird, in dem in dieser Saison zuvor schon Hywel Lloyd und Narain Karthikeyan Platz genommen hatten. Auch sonst gibt es ein paar Verschiebungen: Vorjahreschampion Adrian Vallés kehrt im Cockpit von Sporting Lissabon in die Serie zurück,  Frank Pereira wird für Bordeaux starten, Andy Soucek für Flamengo un Ben Hanley wird im Olypmpiacos-Auto wieder Chris von der Drift ersetzen.  (Vorsicht)

// Trevor Bayne ist sein Cockpit bei Diamond-Waltrip in der Nationwide Serie los. Den Rest der Saison wird Ryan Truex, der ältere Bruder von Martin Truex jr. hinter Steuer sitzen. Etwas mehr Hintergründe gibt es bei NASCAR Insider. (Don)

// Noch eine Entlassung: Brain Scott, in der Rookie-Wertung gar nicht so schlecht, fährt nicht mehr für Braun Racing. Die Entscheidung hat wohl etwas mit dem Verkauf des Teams an Turner Motorsport zu tun, richtige Klarheit gibt es diesbezüglich aber noch nicht. (Don)

// Der als “The Stig” bekannt gewordene Ben Collins wird beim Saisonfinale der BTCC einen dritten Airwaves BMW pilotieren. Collins, den man sonst von den Rennstrecken eher nicht so kennt, wird aber nur dieses eine Rennen abliefern. (Don)

// Volvo hat bekannt gegeben, dass man 2011 werksseitig in die WTCC einsteigt. Auch wenn man erst einmal nur mit einem Wagen an den Start geht, sind das gute Nachrichten für die Serie, zu mal es weder von Seat noch von BMW eine Zusage für 2011 gibt. Fahrer wird Robert Dahlgren sein. (Don)

// Sehr interessantes Interview mit Ferdinand Piëch in der AMS. Im vorletzten Absatz lässt er durchblicken, dass der VW Konzern gerne Audi und Porsche in Le Mans sehen würde. Audi mit dem Diesel, Porsche mit einem Benzinmotor, vermutlich aber ein Hybrid. Das ist das erste Mal, dass etwas über die neue Motorsportstrategie von VW durchsickert. Ein Verantwortlicher bei Porsche Motorsport hat mir gegenüber vor ein paar Wochen schon mal angedeutet, dass Porsche mit dem Hybrid noch einiges vor hat und das sich das nicht nur auf den bekannten Hybrid 911er beziehen würde. Ich vermute mal, dass Porsche auf Dauer an einem neuen Prototypen arbeiten wird. Ob das schon 2011 so weit sein wird, bleibt abzuwarten, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Man wird erst mehr Erfahrung mit dem 911er suchen, bevor man einen komplett neuen Motor für einen LMP1 bauen wird. (Don)

// DTM Kalender 2011.
01. Mai -Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
15. Mai -Circuit Park Zandvoort (NL)
05. Juni – Red-Bull-Ring Spielberg (A)
19. Juni – EuroSpeedway Lausitz (D)
03. Juli – Norisring (D)
17. Juli – Showevent Olympiastadion München (D)
07. August – Nürburgring (D)
04. September – Brands Hatch (GB)
18. September – Oschersleben (D)
02. Oktober – Valencia (E)
23. Oktober – Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
06. November – Shanghai (CN)

September 08 2010

17:14

Formelserien: Wochenend-Analyse & Vorschau

Ereignisarm präsentierten sich am Wochenende F3 und F2 – dafür überraschte die SLF in Adria mit tollen Rennen. Indes stehen bei GP3 und GP2 die Meisterschaftsentscheidungen ins Haus.

Langsam gehen die europäischen Formelserien in die Zielgerade, und zwar jede auf ihre Art: F3 und F2 eher bedächtig, die WSbR solide und die Superleague Formula einmal mehr mit drei spannenden Läufen. Eng wird es fast überall noch in der Meisterschaft: In der Formel 2 konnte sich Dean Stoneman ein wenig absetzten, Jolyon Palmer hat aber in Valencia noch alle Chancen. Ähnlich stehen die Dinge Mit Edoardo Mortara und Marco Wittmann in der F3 Euroseries. Richtig spannend sind die Entscheidungen bei WSbR und Superleage: Dort haben jeweils noch einige Fahrer Chancen auf den Titel. Und am Wochenende geht es dann bei GP2 und GP3 ums Ganze – Vorentscheidungen sind aber in beiden Serien schon gefallen.


WSbR

Kein gutes Wochenende hatte Mikhail Aleshin in Hockenheim: Der stattliche Punktevorsprung des Russen ist weiter geschmolzen – und das trotz solider Vorstellungen. Schuld daran waren ein souveräner Sieg von Daniel Ricciardo am Samstag und ein Traum-Wochenende des Argentiniers Esteban Guerrieri.

Zunächst schien es das Wochenende des Daniel Riccardo zu werden: Klarer Start-Zielsieg am Samstag, und auch die Aussprache seines Namens war endlich geklärt (So wie “Ricardo”, nur englisch und mit australischem “å”). Doch am Sonntag war das Pech, das dem Red Bull Junior aus Down Under schon so oft am Stiefel geklebt ist wieder zurück: 70 statt 60 km/h in der Box, Durchfahrtsstrafe, und am Ende keine Punkte.

Dafür konnte Guerrieri sein Klasse-Wochenende mit einem hochverdienten Sieg krönen. Der Argentinier, der in dieser Saison zwei Wochenende wegen Finanzproblemem aussetzen musste, liegt damit zwei Runden vor Schluss in Reichweite des Meistertitels.

Konkret heißt das: Mikhail Aleshin (109 Punkte) führt die Tabelle weiterhin an, allerdings mit deutlich vermindertem Vorsprung auf Ricciardo (101). Dahinter lauert der angesprochene Guerrieri (85), dessen Teilnahme an den verbelibenden Runden in Silverstone und Barcelona wohl endlich auch finanziell abgesichert ist. Der Abstand ist dabei geringer, als er klingt, denn insgesamt sind noch 60 Punkte zu gewinnen. (Sehr) theoretisch haben also alle Fahrer bis hin zum neuntplatzierten Brendon Hartley (50) noch Chancen auf den Titel.

F3 Euroseries

Gemischte Gefühle für Serienleader Edoardo Mortara in Brands Hatch: Der Italiener konnte seiner Meisterschaftsführung zwar leicht ausbauen, es wäre aber deutlich mehr möglich gewesen.

Gut lief es für den Vizemeister von 2008 am Samstag. Vom dritten Startplatz weg schnellte er gleich am Start in Führung und gab selbige bis zum Ziel auch nicht mehr ab. Gleichzeitig landete Meisterschaftskonkurrent Marco Wittmann hinter dem wacker auffahrenden Laurens Vanthor nur auf Rang drei.

Ganz anders dann am Sonntag: Mortara schied nach einer Kollision mit Vanthor bereits in der ersten Kurve aus. Besser machte es Antonio Felix da Costa, Spezialist für Rennen mit Reverse Grid: Der Portugiese bestätigte seinen Ruf und holte den Sieg. Ein Trostpflaster gab es trotzdem für Mortara – denn auch Wittmann konnte sich im recht statischen Rennen nur um einen Platz verbessern, und beendete den Lauf schließlich auf Rang fünf.

In Punkten ausgedrückt: Mortara (87) führt nun mit einem Abstand von 24 Zählern auf Witmann (63), der seinerseits 12 Punkte vor dem in der Meitschaft bereits chancenlosen Williams-Testfahrer Valtteri Bottas liegt.

Fortsetzung folgt – in einenhalb Wochen in Oschersleben.

Formel 2

Als Mann für alle Jahreszeiten präsentierte sich Dean Stoneman in Oschersleben. Der Brite zeigte sowohl am nassen Samstag als auch am trockenen Sonntag seine Klasse, gewann beide Rennen, und baute seinen Vorsprung auf Meisterschaftskonkurrent Jolyon Palmer deutlich aus.

Zumindest mit seiner Rennperformance darf aber auch Palmer nicht unzufrieden sein: Der Brite zeigte vor allem am Samstag ein äußerst unterhaltsames Rennen, und verbesserte sich mit sehenswerten Manövern (und etwas Glück) vom achten Startplatz bis auf Rang drei.

Weniger toll lief es für Palmer am Sonntag. Die Aufholjagd vom 14. Startplatz endete für ihn bei trockenen Verhältnissen auf Rang 12. Palmer war allerdings nicht der einzige, dessen Rennen in der Nähe seiner Startplatzierung endete – der Kurs in Oschersleben bewies einmal mehr, dass es zumindest im Trockenen unglaublich schwer ist, mit Formelautos dort zu überholen.

Keine Reise wert war die Magdeburger Börde auch für Phillip Eng. Der Österreicher beendete nach kampfeslustigen aber letztlich mauen Auftritten beide Rennen außerhalb der Punkte. Der Durchhänger kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt: Schon für Oschersleben wäre Eng um ein Haar das Geld ausgegangen, und nun muss er wohl auch um die Teilnahme beim Saisonfinale in Valencia zittern.

An der Tabellenspitze trennen Dean Stoneman (267 Punkte) und Jolyon Palmer (236) mittlerweile 31 Zähler. Insgesamt sind in Valencia noch 50 Punkte zu holen, Dean Stoneman kann also bereits mit einem zweiten Platz im Samstagsrennen alles klar machen. Sollte er allerdings ausfallen, könnte Palmer mit einem Sieg am Samstag die Lücke fast wieder schließen.

Spannend wir auch noch der Kampf um Rang drei: Phillip Eng (130) hat diese Position in Oschersleben vorläufig an Sergey Afanasiev (137) verloren, aber (sofern er antreten kann) noch alle Chancen zur Rückeroberung. Aber auch Kazim Vasilauskas (128), Will Bratt (126) und Benjamin Bailly (124) dürfen sich noch Chancen ausrechnen. Zur Erinnerung: In der Formel 2 werden für die ersten drei Platzierungen Superlizenzen für die Formel 1 vergeben.

Superleague Formula

Viel war von einem Formelrennen am Adria Raceway ja nicht zu erwarten. Aber einemal mehr überraschte die Superleague Formula mit drei sehr sehenswerten Läufen: Es gab viele Überholmanöver, ein paar Besucher auf den Tribünen und am Ende einen Sieg des Local Hero Davide Rigon. Und in der Meisterschaft hat sich der Zweikampf an der Spitze zum Dreikampf entwickelt.

Neben der tollen Vorstellung von Rigon war dafür auch die Ungeschicklichkeit von Tottenham Hotspur (Craig Dolby) und des AC Milan (Yelmer Buurman) verantwortlich. Eine Kollision der beiden nach dem Pflichtboxenstop sorgte nämlich dafür, dass sich die zwei Meisterschaftskontrahenten am Ende des Feldes wiederfanden.

Im zweiten Lauf machten die beiden zwar das beste aus der Revesre Grid – aber auch Dolbys zweiter Rang hinter Marcos Martinez und Buurmans Fahrt auf Rang vier reichten nicht für den Aufstieg ins Superfinale.

Dort holte sich Davide Rigon schließlich mit seinem zweiten Start-Zielsieg die Prämie von 100.000 Euro, auf den Plätzen landeten Max Wissel (FC Basel) und der ausgezeichnete Ben Hanley, der den verunfallten Chris van der Drift im Olympiacos-Auto glänzend ersetzte.

Für die Meisterschafts bedeutet das, dass Tottenham (518) nun mit nur drei Punkten vor dem AC Milan (515) führt, auch Rigons RSC Anderlecht (506) ist absolut in Schlagdistanz.

Weiter geht es in eineinhalb Wochen in Portimao, danach folgt am 2/3. und 9/10. Oktober die China-Tournee. Für den zweiten Lauf, der immerhin nur noch ein Monat entfernt ist, fehlt allerdings noch ein klitzekleines Detail: Der Austragungsort. Wird ein solcher nicht sehr bald gefunden, muss man wohl davon ausgehen, dass es nur einen Lauf in China geben wird.

Zum Abschluss noch ein großes Kompliment an der Media-Abteilung der SLF: Schon der Kommentar, den Ben Edwards gewöhnlich im Stream abliefert, ist toll. Aber das, was dessen “Ersatzmann” John Hinhaugh am Wochenende abgeliefert hat, würde man sehr gerne bald wieder hören!

GP2

Einen neuen GP2-Meister könnte es schon in Monza geben: Pastro Maldonado (87 Punkte) führt zwei Runden vor Schluss schon recht deutlich vor Sergio Pérez (60) – aller weiteren Fahrer sind bereits chancenlos. Das Szenario für das Hauptrennen am Samstag sieht also, wenn ich mich nicht verrechnet habe, folgendermaßen aus: Pastor Maldonado ist Meister, wenn er keinen Punkt auf Sergio Pérez verliert – also etwa im Falle einer Kollision. Außerdem dann, wenn er 1) gewinnt, 2) auf Rang zwei vor Pérez landet, 3) auf den Rängen 3 bis 8 vor Pérez landet, ohne dass letzterer die schnellste Runde fährt. Etwas komplizierter wird die Rechnung, sollte Pérez auf der Pole stehen, wofür es ebenfalls zwei Punkte gibt.

Sofern es am Samstag nicht reichen sollte, genügt vermutlich eine schlechte Punkteplatzierung am Sonntag – sogar im Falle zweier Ausfälle bei gleichzeitigem Doppelsieg, einer Pole und zweier schnellster Runden für Pérez ginge Maldonado mit sieben Punkten Polster ins Rennen in Abu Dhabi.

Sollte dies nicht geschehen, wird das Saisonfinale im Emirat, das spannungsfeindlicherweise gute zwei Monate nach den Monza-Läufen stattfindet jenen Status erhalten, den es auch verdient – nämlich den eines glitzenden Schaurennens.

Die Monza-Läufe finden wie immer im Anschluss am das F1-Qualifying sowie am Sonntagmorgen statt, und werden auf sky sport 2 live übertragen.

GP3

Eines hat die GP3 ihrer großen Schwester GP2 voraus: Es wird in Monza ganz sicher einen neuen Meister geben – denn die erfolgreiche Premierensaison der Nachwuchs-Nachwuchsserie endet im königlichen Park.

Möglicherweise darf man Esteban Gutierrez sogar schon vor dem ersten Rennen gratulieren – sofern nämlich Robert Wickens im Qualifying um 9 Uhr Früh nicht auf die Pole fährt, ist dem Mexikaner der Sieg nicht mehr zu nehmen. Andernfalls genügt ihm – selbst bei einem “perfekten” Wochenende seines Verfolgers – bereits ein siebter Rang am Samstag (oder ein fünfter Platz am Sonnatg) zum sicheren Meistertitel.

Live übertragen wird leider wieder nur das Rennen am Sonntag – nämlich um 9:30 Uhr auf Eurosport 2. Direkt davor (9:00 Uhr) gibts die As-Live Aufzeichung des Samstags-Laufes.

Formel BMW

(Sehr) leise “servus” sagt am Sonntag die Formel BMW Europa. Unter fast völligem Desinteresse kämpfen am Samstag und Sonntag Jack Harvey (340 Punkte) und Robin Frijns (333) um den Titel. Wegen des geringen Punkteabstandes bitte ich um Verzeichung, wenn ich keine Szenarien ausrechne, sondern einfach nur sage: Die Tür zum Sieg steht für beide noch weit offen, und der Kampf könnte spannend werden.

Wer sich von der sympathischen und ehemals sehr erfolgreichen Nachwuchsserie ordentlich verabschieden will, muss Opfer bringen: Das Rennen am Sonntag läuft bereits um 8:25 Uhr, das vorletzte Rennen am Samstag immerhin erst um 9:40 Uhr, beides live auf sky sport 2.

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September 02 2010

06:26

Formelserien: GP2/3 fast entschieden, Vorschau

In der GP3 fährt Esteban Gutierrez weiter seinem Meistertitel entgegen, in der GP2 konnte sein Landsmann Sergio Pérez ein wenig aufholen. Und am Wochenende stehen schon wieder vier hochrangige Serien auf dem Programm – zwei davon in Deutschland.

Ein wirklich bizarres Rennen in der GP3, eine sehr spektakulärer Sprintlauf der GP2, Siege der jeweiligen Meisterschaftsverfolger und leider wieder ein schwerer Unfall waren die Resultate der F1-Rahmenrennen vom Wochenende. Sergio Pérez und Robert Wickens konnten die Meisterschaften zwar jeweils knapp offen halten, de facto können Pastor Maldonado und Esteban Gutiérrez aber schonmal überlegen, in welchem Design sie ihre neuen Visitenkarten als jeweilige Meister gestalten wollen. Auch am kommenden Wochenende steht wieder viel Formelaction auf dem Programm, zwei Serien fahren sogar in Deutschland.


GP2

Am Samstag sah alles noch perfekt aus für Meisterschaftsleader Pastor Maldonado: Nach dem Ausfall des komfortabel führenden Jérôme D’Ambrosio konnte der Venezoelander seinen sechsten Sieg in Folge in einem Hauptrennen der GP2 feiern. Meisterschaftskonkurrent Sergio Pérez bekam wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit in der Box ein Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Er konnte sich zwar mit einer starken Fahrt noch auf Rang 7 retten – verlor aber wieder eine Menge Punkte an Maldonado.

Keine Punkte gab es auch für den Meitschaftsdritten Dani Clos, der allerdings unter ziemlich unschönen Umständen ausschied. Der Spanier kollidierte am Start mit Sam Bird und stieg auf. Beim Aufprall auf den Boden zog er sich leider eine Rückenverletzung zu, so dass er am Sonntag nicht starten konnte. Zum Glück sind die Verletzungen wohl leicht, Clos wird dem Vernehmen nach schon in zwei Wochen in Monza wieder im Cockpit sitzen. Dennoch setzt sich damit eine ziemlich unschöne Serie von Rückenverletzungen in GP2 und GP3 fort, die bisher schon Simon Trummer, Jules Bianchi und Ho-Pin Tung erwischt hatte.

Wenig zufrieden war Maldonado sicher mit dem Ergebnis von Sonntag. Da endete sein Rennen nämlich bereits in Runde eins nach einem Ausrutscher in Les Combes im Kiesbett. Zu allem Überfluss konnte sich Sergio Pérez auch noch mit einer makellosen Fahrt den Sieg sichern, und den Rückstand in der Meisterschaft auf 27 Punkte verkürzen. Bei noch zwei verbeleibenden Rennwochenenden, an denen insgesamt maximal 40 Punkte vergeben werden, ist damit nomiell noch alles offen. Sehr wahrscheinlich scheint es aber nicht, dass Pérez ihn noch schlagen kann.

Die Überraschung des Wochenendes war die Performance der beiden Comeback-Fahrer Romain Grosjean und Álvaro Parente. Besonders letzterer konnte mit einem zweiten und einem dritten Platz überzeugen, aber auch Grosjean zeigte mit Platz drei am Samstag und Rang sechs am Sonntag eine ansprechende Leistung. Die Performance der beiden lässt aber auch ein paar Fragen hinsichtlich der Qualität des aktuellen GP2-Feldes aufkommen.

GP3

Mit einem wirklich kuriosen Sieg schaffte es Robert Wickens beim Samstagsrennen der GP3 die Meisterschaft noch bis zum Finalwochenende offen zu halten: Als es etwa 10 Minuten vor Ende des Rennens zu Regnen begann, fuhr der Kanadier nicht zum Reifenwechsel in die Box, sondern versuchte im strömenden Regen mit Trockenreifen sein Glück. Vorhersehbarerweise endete der Versuch schon vor La Source in der Boxenmauer – und mit ihm drehten sich auch einige andere Fahrer, die ebenfalls mit Slicks ihr Glück versucht hatten. Folge: Einsatz des Safety Cars. Und hinter dem Safety-Car in Führung: Robert Wickens, der nach dem Ausrutscher seinen Wagen wieder in Stand setzen konnte.

Als es dann vier Runden vor Schluss hieß, das Saftey Car werde wieder in die Box fahren, verlangsamte Wickens – immer noch mit den Slicks und mit einer ziemlich demolierten Frontpartie unterwegs – in der letzten Runde so stark, dass er es schaffte, erst nach Ablauf des 30 Minuten-Limits für das Rennen die Sart-Ziellinie zu überqueren. Nach dem Rennen arumentierte er bei dem Stewards damit, dass es mit den Trockenreifen einfach nicht sicher gewesen sei, schneller in Richtung Ziel zu fahren. Eine offensichtliche “Not”lüge, die die Rennleitung allerdings gewähren ließ – Wickens durfte den Sieg behalten.

Das Karma schlug allerdings schnell zurück: Am Sonntag landete Wickens nach einer Kollision in der ersten Runde neben der Strecke, und fuhr am Ende einen wenig beeindruckenden (und vor allem punktelosen) elften Rang ein. Allerdings: Auch Esteban Gutiérrez konnte sich im von einsetzendem Regen und Reifenwechseln geprägten Rennen nicht nicht in die Punkteränge schieben, und endete – denkbar knapp daneben – auf Platz sieben. Am besten taktierte Adrien Tambay. Der Franzose, der ohne Reifenwechsel durchfuhr, konnte schließlich vier Zehntel Vorsprung auf Alexander Rossi ins Ziel retten – auf jener Strecke, an der er sich im vergangenen Jahr beim Fußball spielen schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte.

Wickens hat damit vor den letzten beiden Rennen in Monza 18 Punkte Rückstand in der Meisterschaft. Anders ausgedrückt: Schon ein siebter Platz im Hauptrennen, ein fünfter Platz im Sonntaglauf, die Poleposition am Samstag oder zwei schnellste Runden würden Gutiérrez reichen, um im folgenden Jahr “GP3 Champion” im Briefkopf führen zu dürfen.

Superleague Formula

Nach einer längeren Sommerpause kehrt die Superleague Formula erstmals nach dem schweren Unfall von Chris van der Drift auf die Strecke zurück. Der unverantwortlichen Entscheidung im Brands Hatch zu fahren folgt am Wochenende in gewisser Weise der gegenteilige Fehler: Der Adria Raceway wirkt schon bei Tourenwagenrennen wie eine etwas vergrößerte Kartbahn, und ich kann mir selbst bei der sonst so kampferprobten SLF fast nicht vorstellen, wo man mit den breiten Formelwagen auf dieser Strecke überholen will.

Immerhin: Die Sicherheit ist dort wohl gewährleistet – und das ist ja auch schon was. Chris van der Drift hat mittlerweile der Homepage der SLF ein Video-Interview gegeben. Er wirkt – vermutlich wegen der Schmerzmittel – noch ein wenig groggy, und es ist nicht schön, ihm dabei zuzhören, wie er seine ganzen Verletzungen aufzählt. Wenn man im Vorspann des Interviews aber nochmal Bilder vom völlig zerstörten Auto sieht, ist es doch sehr erleichternd, zu sehen, dass es ihm zumindest so geht, wie es ihm geht.

Weniger toll: Weil sein Management offensichtlich entgegen entsprechender Vereinbarungen keine Versicherung für Van der Drift abgeschlossen hatte, sitzt dieser nun auf den Rechnungen für seine medizinische Behandlung. Weiter verschärft wird diese Tatsache dadurch, dass es wohl auch die Superleague Formula bisher verabsäumt haben soll, ihm Preisgeld für bisherige Erfolge zu überweisen. (Was, nebenbei erwähnt, kein besonders gutes Zeichen für die finanzielle Gesundheit der Serie wäre). Abhilfe soll nun durch ein Benefiz-Kartrennen geschaffen werden, an dem sich nach derzeitigem Stand Mark Webber, Daniel Ricciardo, Brendon Hartly und Fairuz Fauzy beteiligen werden. Weitere Informationen auf der Facebook-Seite des Events.

Nach der Pause von mehr als einem Monat noch eine schnelle Erinnerung an der Meisterschaftsstand: Es führt der AC Milan (Fahrer: Yelmer Buurman, 436 Punkte) nur unglaubliche zwei Zähler vor Tottenham Hotspur (Craig Dolby, 461) und dem RSC Anderlecht (Davide Rigon, 427). Damit ist in der Meisterschaft natürlich noch alles völlig offen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass immerhin noch fünf Veranstaltungen am Programms stehen.

Wer die Rennen sehen will, muss nach aktuellem Stand wohl wieder ins Internet ausweichen, da die SLF immer noch keinen Sender gefunden hat, der sie in Deutschland überträgt. Immerhin: Das Internet-Broadcast ist äußerst professionell produziert, der Stream läuft flüssig, und die Kommentatoren (meist Ben Edwards) wissen, wovon sie sprechen.

WSbR

Eine noch längere Pause hat die World Series by Renault hinter sich: Fast zwei Monate sind seit dem letzten Auftritt der Serie in Budapest vergangen. Am kommenden Wochenende wird man erstmals am Hockenheimring an den Start gehen – bisherige Gastspiele in Deutschland haben ja am Nürburgring stattgefunden.

Eine kleine Erinnerung an den Meisterschaftsstand: Mikhail Aleshin führt drei Runden vor Schluss mit 97 Punkten vor Red Bull Junior Daniel Ricciardo (86) und Sten Pentus (69). Auch da ist also noch alles völlig offen.

Beide Rennen werden, wie gewohnt, live auf Eurosport übertragen. Lauf eins am Samstag um 14:00 auf Eurosport Intl., Rennen zwei am Sonntag ebenfalls um 14:00 auf ESP 2.

Formel 2

Nur ein Monat Pause hat sie die Formel 2 gegönnt, die am Wochenende im Rahmen des WTCC-Rennens in Oschersleben zum vorletzten Mal in dieser Saison an den Start geht.

Eines ist in der Serie jetzt schon klar: Die Meistschaft geht nach Großbritannien. Unklar: An wen. Nur vier Punkte trennen Jolyon Palmer (221) und Dean Stoneman (217), der drittplatzierte Philipp Eng liegt bereits 99 Punkte dahinter.

Erfahrungsgemäß sind Formelrennen in Oschersleben zwar meist nicht der wahre Bringer – dafür ist die Strecke einfach zu schmal. Die Auftritte der Formel 2 im Vorjahr waren allerdings gar nicht so mal so übel – mal sehen, ob sich das Einschalten auch an diesem Wochenende wieder lohnt.

Zu überprüfen am Samstag um 11:30 Uhr auf ESP 2 und am Sonntag um 13:45 Uhr auf Eurosport Intl.

F3 Euroserie

Zum drittletzten Mal in diesem Jahr geht die F3 Euroserie am Wochenende im Rahmen der DTM in Brands Hatch an den Start. Und so manch einer mag froh drüber sein, dass die Saison bald zu Ende ist. Der Mangel an Startern, und, viel schlimmer, vielversprechenden Talenten hat die einst so stolze Serie in dieser Saison ein wenig aus dem Interesse driften lassen.

Um ganz kurz auch über den Sport zu sprechen: Eduardo Mortara führt mit 77 Punkten vor Marko Wittmann (55) und Alexander Sims (44). Ganze 17 Punkte werden pro Wochenende vergeben, folglich haben alle drei noch realistische Chancen auf den Gewinn des Meistertitels.

Auch die F3-Führung hat, nachdem die Teams gedroht hatten, in die britische F3 abzuwandern, wohl langsam bemerkt, dass irgendetwas nicht ganz rund läuft. Daher wurden vor ein paar Tagen einige Änderungen für 2011 vorgestellt, die Don in den Newshappen ja auch schon ein wenig erläutert hat.

Laut der Pressemeldung, die im gewohnten, bescheidenen Stil gehalten ist, weiß des “richtungsweisende” Konzept unter anderem durch die folgenden Punke zu “überzeugen”: Künftig soll es 30 statt bisher 20 Rennen geben, denn an jedem der geplanten zehn Rennwochenenden werden drei statt zwei Läufe stattfinden. Man will sich zwar weiterhin vornehmlich im Umfeld der DTM-Rennen aufhalten, der Hinweis, dass der Kalender erst nach Bekanntgabe der F1-Termine 2010 veröffentlicht wird, lässt aber vermuten, dass vielleicht auch wieder eine Veranstaltung im Rahmen der Königsklasse geplant sein könnte. Auch sonst plant man “weitere Formel-1-Test- und Rennstrecken” zu besuchen, erwähnt sind Spa, Silverstone und Le Castellet.

Das allein klingt ja noch nicht unbedingt nach Sparmaßnahmen. Weiter ist aber auch erwähnt, dass die Technik auf aktuellem Stand eingefroren wird, und künftig nur noch “vier Personen pro Fahrzeug” in den Teams tätig sein sollen.

Außerdem will man eine “noch asführlichere Berichterstattung im Free-TV generieren”. Ob die potentiellen TV-Partner allerdings wirklich von der Aussicht auf drei Rennen pro Wochenende besonders begeistert sein werden, bleibt wohl abzuwarten.

Am kommenden Wochenende jedenfalls wird wieder n-tv mit Liveübertragungen zur Stelle sein, und zwar diesmal am Samstag und Sonntag um jeweils um 11:50 Uhr.

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August 03 2010

16:13

Formelserien: Kein gutes Wochenende

Gleich zwei schwere Unfälle mit drei verletzten Fahrern gab es am vergangenen Wochenende in den Formelklassen. Jener aus der GP2 kann wohl leider überall passieren – bei der Superleague sollten sich die Verantwortlichen aber vielleicht ein paar Gedanken machen.

Es ist ein wirklich hässlicher Trend, der am Wochenende seine Fortsetzung gefunden hat: Nach Josef Kral (Valencia, GP2) und Simon Trummer und James Jakes (Hockenheim, GP3) gibt es schon wieder Verletzte in den Formel 1-Rahmenrennen. Diesmal hat es Jules Bianchi und Ho-Ping Tung getroffen. Letzterer hat wohl “nur” einen leichten Lendenwirbelbruch und könnte in Spa schon wieder im Cockpit sitzen. Bianchi hat sich ebenfalls einen Lendenwirbel gebrochen – allerdings schwerer als der Chinese. Er wird wohl für die gesamte restliche Saison ausfallen. Ganz besonders schlimm war der Unfalls von Chris van der Drift bei der SLF in Brands Hatch. Aber so schmerzhaft die zahlreichen Verletzungen auch sicherlich sind: Mit einem gebrochenen Knöchel, zwei gebrochenen Rippen, einem gebrochenen Schulterblatt und zwei gebrochenen Fingern ist Van der Drift (und die Superleague) wohl noch günstig davongekommen.

Superleague Formula

Denn dass Van der Drift noch am Leben ist, ist – abgesehen von der sicheren Bauweise moderner Formelautos – nur einigen glücklichen Umständen zu verdanken. Wer sich das Video vom Unfall genauer ansieht, wird feststellen, dass sich der Wagen nach dem Abheben erst kurz vor der Brücke genau so auf den Kopf dreht, dass der Unterboden parallel zur Decke der Brücke steht – im Abstand von wenigen Zentimetern. Und, dass der Wagen dann den Brückenpfeiler mit dem Heck trifft, und auf die Strecke zurückgeworfen wird. Die Brücke ist auf einer solchen Strecke sicher gefährlich – und es sollte (wie etwa auch in Monza) überlegt werden, ob sie unbedingt notwendig ist. Der Einschlag am Pfeiler hat wohl zu Van der Drifts Verletzungen beigetragen. Trotzdem hat sie dem Neuseeländer womöglich das Leben gerettet – wäre der Wagen nämlich nicht vom Pfeiler abgelenkt worden, wäre er wohl in Richtung Bäume geflogen. Mit sicher noch fataleren Folgen.

Damit aber genug von den grausamen Details. Der eigentliche Wahnsinn ist ja noch nichtmal der Unfall selbst – sondern, dass die SLF überhaupt in Brands Hatch gefahren ist. Schon für die kleinere Formel 2 ist die Strecke nicht mehr modern genug – den Eurosport-Kommentatoren war auch ein Jahr nach Henry Surtees’ tödlichem Unfall die Angst richtiggehend anzuhören, als die Serie vor zweieinhalb Wochen dort gastierte. (“Jungs, macht das bitte nicht! Das ist doch so gefährlich!” etc.). Die AutoGP hat zu Beginn des Jahres ihr geplantes Rennen in dort abgesagt und nach Navarra verschoben. Weitsichtige Begründung des Serienorganisators Enzo Coloni:

“While Brands Hatch has a great tradition, Navarra’s safety standards are way better, and with high performing and very powerful cars like ours, safety is something that we have to keep in mind as one of our priorities.”

Die Superleague Formula ist auf vielen schönen Strecken unterwegs. Aber ob man – bei aller angeblichen Begeisterungsfähigkeit der Südeuropäer für die SLF – ausgerechnet in Jarama fahren muss, das seit ewigen Zeiten kaum noch Renovierungen gesehen hat? Und, bei aller Spannung vor zwei Wochen – ob Zolder wirklich eine ideale Strecke für eine so schnelle Rennserie ist? Von Brands Hatch, wo die Katastrophe bei Formelaction ohnehin immer in der Luft liegt, gar nicht zu reden.

Klar: Die Serie will wachsen. Und auch klar: Es gibt in Europa zwar viele Strecken. Aber so viele, die 1) nicht schon ausgebucht, und 2) überdies bereit sind, die SLF aufzunehmen, gibt es auch wieder nicht. Man darf nicht zu wählerisch sein, sonst landet man nur noch auf Kursen wie dem Adria Intl. Raceway, wo die Serie am 4. unf 5. September ihr nächstes Rennen fahren wird. Aber bei der Sicherheit darf man eben auch keine Kompromisse machen. Das Wochenende hat das noch einmal nachdrücklichst gezeigt – bleibt zu hoffen, dass die SLF wenigstens daraus lernt.

Noch ganz kurz zum sportlichen Teil: In der Tabelle hat sich in Brands Hatch wenig verändert. Die beiden Tabellenführer, der AC Milan (Yelmer Buurman) und Tottenham Horspur (Craig Dolby) fuhren in beiden Rennen direkt hintereinander. Am Ende konnte Tottenham ein wenig aufholen – und liegt jetzt mit 461 Punkten nur noch denkbar knapp hinter Milan (463). Der RSC Anderlecht (Davide Rigon) bleibt auf Rang drei, dahinter konnte Chris van der Drifts Olympiacos Piräus den FC Basel (mit Max Wissel am Steuer) überholen – Rennen 2 wurde ja nach dem Unfall mit der roten Flagge abgebrochen, Van der Drifts sechster Platz geht daher trotz des Unfalls in die Wertung ein.

Bleibt zu hoffen, dass er bald wieder einen Gesundheitszustand erreicht, der es ihm erlaubt, sich darüber zu freuen. Wir wünschen jedenfalls gute Genesung!

GP 2

Anders als bei der SLF, tendiere ich bei der GP2 dazu, die Verletzungen einfach unter “Rennfahrer-Risiko” abzuhandeln. Immerhin fährt man nur auf jenen ausgewählten Kursen, die auch die Formel 1 besucht – und auch die Autos müssen Formel 1-Crashtests bestehen. Die Häufung von Wirbelverletzungen (Kral, Bianchi, Tung) ist zwar ein wenig bedenklich – kann aber auch ein hässlicher Zufall sein. Der Unfallhergang am Samstag spricht jedenfalls dafür: Bianchi hatte sich, nachdem er sich zurück ins Feld gedreht hatte, zunächst die Nase bei Dani Clos abgefahren. Erst danach wurde er frontal (und eben ohne Nase als Knautschzone) von Tungs Wagen erfasst. Dieser nicht mehr gefederte Aufprall führte wohl trotz recht geringer Geschwindigkeit zu den Verletzungen. Ein Unglücksfall, wie er wohl bei allen Sicherheitsvorkehrungen leider passieren kann.

Das nach längerer Unterbrechung folgenden Rennen war dann jedenfalls weitgehend Budapest-typisch, um nicht zu sagen: zäh. Pastor Maldonado legte einen überzeugenden Start-Zielsieg hin, dahinter verteidigte ein kräftig auftrumpfender Christian Vietoris seinen zweiten Platz gegen Sergio Pérez. Rennen zwei gewann dann von der Reverse-Grid Pole aus Giacomo Ricci – ebenfalls in recht überzeugender Manier. Dass dahinter wieder Vietoris landete, war eine gewisse Überraschung. Vielleicht ist dem jungen Deutschen ja jetzt endgültig der Knoten geplatzt.

In der Meisterschaft liegt Pastor Maldonado nun schon mit 26 Punkten Vorsprung auf Pérez in Front. Es müsste also schon sehr viel Unvorhergesehenes passieren, damit dem Venezoelaner nach fast drei Viertel der Saison der Meisterschaftssieg noch zu nehmen ist. Weitere acht Punkte dahinter liegen Dani Clos und Jules Bianchi, deren Duell um den dritten Platz wohl durch den Unfall entschieden wurde.

Weiter geht es mit der GP2 in knapp vier Wochen in Spa.

Formel 2

Ein knappes Rennen um die Meisterschaft gibt es in der Formel 2: Zwei Rennwochenenden vor Schluss liegen Jolyon Palmer und Dean Stoneman nur 4 Punkte voneinander getrennt an der Tabellenspitze. Weitere Titelkandidaten gibt es allerdings nicht mehr. Denn der derzeit drittplatzierte Phillip Eng liegt schon fast 100 Punkte hinter Palmer. Um diesen dritten Platz wird es dann allerdings wieder ein knappes Rennen – neben Eng haben auch Will Bratt und Sergey Afanasiev noch gute Chancen.

Die Rennen auf der tschechischen Strecke waren für F2-Verhältnisse nicht ganz so berühmt – in den jeweiligen Startphasen gab es ein paar recht nette Duellen. Sonst ging der Blutdruck – außer beim Ausfall Engs auf Platz drei, nur eine Runde vor Ende des zweiten Rennens – nicht wirklich in die Höhe.

Im Vergleich mit den Geschehnissen bei SLF und GP2 mag das eine angenehme Abwechslung gewesen sein. Anfang September in Oschersleben wären etwas spannendere Rennen aber trotzdem eine schöne Sache.

Formel 3 Euroseries

Na, vermisst? Erstmals nach der hochverdienten Sommerpause lässt die F3 Euroserie am kommenden Wochenende am Nürburgring die Motoren wieder aufheulen. Und zwar wohl mit etwas größerem Starterfeld als bisher. Denn neben Perlen wie “Optimistically into the second season half” war auf der Serienhomepage kürzlich zu lesen, dass Mika Mäki und Christopher Zanella Comebacks in der Nachwuchsserie geben werden. Zumindest mit Mäki kann man sicher auch im vorderen Teil des Feldes rechnen.

An der Spitze der Meisterschaft liegt mit Eduardo Mortara derzeit ein weiterer Comeback-Mann. Und das schon ziemleich deutlich – nämlich mit einem Vorsprung von 15 Punkten auf Marco Wittmann, der seierseits sieben Zähler vor dem drittplatzierten Valtteri Bottas liegt.

Übertragen werden beide Rennen am Samstag und Sonntag jeweils um 11:20Uhr  – wie immer live auf n-tv.

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