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July 26 2013

11:11

24H von Spa: Audi, BMW oder Mercedes

Als letztes großes europäisches 24 Stunden Rennen steht an diesem Wochenende der Lauf in Spa auf dem Programm.

Blancpain Endurance Series 2013 24H SpaSeit 2011 wird das Rennen im Rahmen der Blancpain-Serie ausgetragen und hat damit wieder etwas mehr Schwung bekommen. Der Lack war etwas ab beim Rennen, besonders Ende der 90er Jahre, aber seit der Jahrtausendwende haben die 24H von Spa, die immerhin das erste Mal 1924 ausgetragen wurden, wieder an Schwung gewonnen. Das GT3-Regelement der Blancpain Serie sorgt für ein knallvolles Starterfeld mit fast 70 Fahrzeugen. Dementsprechend eng geht es in der Boxengasse zu. Im Rennen selber gibt es drei Klassen: Den Pro-Cup, den Pro-Am-Cup und die Gentleman Trophy. Im Pro-Cup können die Teams komplett auf Profis setzen, es gibt da keine Einschränkung in den Kategorien. Anders sieht es im Pro-Am-Cup aus.

Hier sehen die Fahrerpaarungen wie folgt aus:
Platinum / Platinum / Bronze / Bronze
Platinum / Gold /Silver /Bronze
Gold / Gold / Bronze / Bronze
Silver / Silver / Silver / Bronze

In der Gentlemans Trophy dürfen nur “Silver” und “Bronze” Fahrer an den Start gehen.

Um den Gesamtsieg wird also nur im Pro-Cup gefahren. Auch wenn es in der Blancpain offiziell keine Werksteams gibt, die Hersteller unterstützen die Teams doch sehr stark. Audi hat sich dieses Jahr vorgenommen das Rennen zum dritten Mal in Folge zu gewinnen und schickt das “Belgian Audi Club Team WRT” vor, die vier R8 LMS Ultra einsetzen. Dabei sind drei Fahrzeuge hochklassig besetzt:

#1 Ortelli, Vanthoor, Rast
#2 Stippler, Mies, Lotterer
#13 Sandstörm, Ekström, Fässler

Dazu kommt noch ein Wagen von Phoenix

#6 Primat, Jarvis, Haase

Ganz ohne Konkurrenz sind die Audi aber natürlich nicht. Zu vorderst ist der BMW Z4 von Marc VDS Racing mit der Startnummer #3 zu nennen, der mit Leinders, Buurman, Martine erstklassig besetzt ist und in diesem Jahr schon gewinnen konnte. Der zweite Z4 (#4) ist mit Paltalla, Moser, Catsburg nicht ganz so gut aufgestellt.

Auch nicht vergessen sollte man die drei Mercedes SLS.

Fortec Motorsport #62 Webb, Wendlinger
HTP Gravity Charouz #84 Buhk, Götz, Schneider
Rowe Racing #127 Seyffahrt, Arnold, Graf

Im freien Training waren die SLS schon mal die schnellsten auf der Strecke, was man aber nicht überbewerten sollte.

Nicht vergessen sollte man Manthey Racing, die alledings mit einem 997 GT3 R an den Start gehen. Die Mannschaft aus Lieb, Lietz und Pillet ist jeden Falls stark genug für einen Sieg. Beim Auto bin ich mir da nicht so sicher, dem 997 fehlt es vor allem gegenüber dem SLS und den R8 an Leistung.

Der Rest des Feldes füllt sich mit einigen McLaren MP4-12C und weiteren Porsche. Aston Martin setzt nur einen Wagen ein (#100), der mit Baguette, Turner, Campbell-Water auch sehr gut besetzt ist. Aber die Chancen stehen wohl eher schlecht. Ebenfalls mit dabei ist der Nissan GT-R (#23) der mit Luhr, Kane und Dumbreck ebenfalls klasse belegt ist. Nur ist der Nissan in dieser Saison einfach zu langsam.

Den Pro-Am-Cup spare ich mir an der Stelle mal, das Feld ist da so eng zusammen, dass man gleich ein Dutzend Favoriten nennen könnte. Ein Blick in die vom Veranstalter leider nicht aktuell gehaltene Entry-List schafft einen ungefähren Überblick.

Das Rennen startet am Samstag um 16.30 Uhr, also relativ spät. Vom Wetter erwartet man auch in Belgien das heißeste Wochenende des Jahres, dazu sind Gewitter jederzeit möglich. Einfach sind die Bedingungen, gerade für die Amateure in Spa also nicht, was die Ausfallquote drastisch erhöhen könnte.

Der vermutliche wichtigste Faktor im Rennen wird sein, wie man durch den Verkehr kommt. 70 Fahrzeuge sind auch auf den sieben Kilometer von Spa nicht zu verachten und es gibt ja ein paar Stellen, wo das Überholen eher schwierig ist.

Es gibt zwei Livestreams fürs Wochendende:
http://www.blancpain-endurance-series.com/pages/live
http://www.youtube.com/user/gt1world/featured
(Kann sein, dass der YouTube Stream geo-geblockt ist)

Das Liveiming gibt es unterhalb des Streams auf der Blancpain-Seite.

Radio Le Mans ist mit John Hindhaugh ebenfalls vor Ort und berichtet rund um die Uhr live.

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24H Spa

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January 14 2011

09:30

TV Rechte 2011: Was wird wo gezeigt?

Wer in diesem Jahr viel Motorsport sehen möchte, der kommt um eine gute Internetleitung nicht herum. Die Zahl der Streams steigt, einige Serien sind ohne Rechner überhaupt nicht mehr zu sehen.

Es gibt auch 2011 viel Motorsport im Fernsehen zu sehen, aber einige Serien bekommt man weiterhin nur um Netz. Das gilt vor allem für die US-Serien, wobei sich die Lage etwas entspannt. Denn so wie es im Moment ausssieht, wird die ALMS ab 2011 ihre Rennen komplett live auf der eigenen Webseite zeigen. Düster sieht es aber weiterhin bei der NASCAR aus. Die NASCAR selber würde gerne die Rennen, vor allem für das internationale Publikum, gerne im Netz zeigen. ESPN und TNT ziehen schon mit aber FOX stellt sich quer. Der Grund: FOX ist der einzige Sender, der nicht allein per Kabel übertragen wird, sondern auch über die sogenannten “Affiliates” vertrieben wird. Und denen will FOX nicht die Zuschauer und damit die regionalen Werbeeinnahmen wegnehmen. Die NASCAR steckt da in einer Zwickmühle. Zum einen ist FOX, zusammen mit Speed, einer der wichtigsten Partner, andererseits laufen die Verträge noch bis Ende 2015 und so lange will man wohl nicht warten, bis man im Netz präsent ist. Das gilt auch für die sportlich zwar gute, ansonsten aber vor sich hinschwächelnde GrandAm Serie. Warum man die nicht per SpeedTV im Netz zeigt, ist nicht nachvollziehbar.

Ohne Rechner geht in diesem Jahr immer weniger. Die Streams werden mehr und laufen teilweise parallel zu den TV-Übertragungen. Einige Serien bieten sogar einen “On-Demand” Service an, aber das ist eher noch selten. Grundsätzlich ist die Tendenz aber zu erkennen, dass man das Netz als Verbreitungsplattform nicht ignorieren kann. Die Menge und die Qualität der Streams nimmt zu, es gibt immer weniger Serien, die völlig darauf verzichten. Dazu kommt, dass man Geo-IP-Blocking mittlerweile relativ einfach umgehen kann.

Verwunderlich ist aber weiterhin, dass MotorsTV das Internet komplett ignoriert. Die Webseite war schon immer eine Baustelle, der Youtube Kanal beitet nur Fitzel des Programms. Nachdem Kabel Deutschland den Sender aus dem Programmangebot genommen hat, sieht es mit der Verbreitung nicht so doll aus. Zwar ist Motors in England relativ stark, aber es würde Sinn machen, wenn man ein kostenpflichtes Abo-Modell für einen Stream anbieten würde. Warum da bei MotorsTV in dieser Richtung nichts passiert, ist mir ein Rätsel. Für die von MotorsTV übertragenden Serien dürfte die Netzrechte nicht allzu teuer sein, zudem hätte man die Chance sich vor allem für internationale Serien als zuverlässiger Verbreiter zu etablieren.

Interessant ist aber auch, dass die meisten Serien ihr internationales Potential bisher brach liegen lassen. Die Grand Am hatte ich erwähnt, aber auch teilweise hochklassig besetzte europäische Serien gehören dazu. Gemeint sind unter anderem die BTCC und die britische F3. Vor allem letztere ist gerade dabei eine, eine Chance zu verpassen. Die letzten Meister haben es allesamt in die F1 geschafft, die Qualität der Rennen ist enorm, die Konkurrenz hoch, dazu kommt der klassische britische Touch der Serie. Vermarktet wird sie mittlerweile von SRO, die ja auch die FIA GT organisieren, und die wohl auch für die weitere internationalisierung der britischen F3 zuständig sind. Im Moment gibt es nicht mal eine Liveübertragung der Rennen irgendwo im Fernsehen, MotorsTV strahlt eine Zusammenfassung mit ein bis zwei Wochen Verspätung aus. Das kann es ja nun nicht sein, wenn man gegen die F3 Euro usw. antreten möchte. Ein Stream wäre hier besonders dringend zu empfehlen.

Die folgende Übersicht hat noch ein paar Lücken, ich ergänze den Eintrag, sobald ich die Infos habe.

Formelserien
F1 – sky/RTL
sky hat den Vertrag mit der F1 nach viel Hin und Her um ein Jahr verlängert. Grund für die kurze Vertragslaufzeit: Bei RTL laufen die Rechte Ende 2011 aus, beide Sender müssen dann neuverhandeln. sky erhofft sich, dass man Exklusivpartner bei HD/3D werden wird, plus weitere Kameraperspektiven usw.

GP2 – sky
Weiter bei sky.

GP3 – Euro?
Lief 2010 auf Eurosport, habe aber keine Antwort, ob das auch 2011 so sein wird.

Formel Renault 3.5 – Euro
Sollte weiter auf Euro laufen.

Auto GP – Euro
Neu bei Eurosport, weil sie im Rahmen der WTCC die F2 ersetzt.

F2- MotorsTV, Stream
Die F2 wandert zu MotorsTV, wird alle Rennen aber auch als Livestream auf der eigenen Webseite anbieten. Ob es auch On-Demand sein wird, ist nicht bekannt. Ob sich Serienorganisator Dr. Jonathan Palmer damit einen Gefallen getan, bleibt abzuwarten. Hauptgrund für seinen Rückzug aus der WTCC sind wohl die unregelmäßigen Startzeiten der Serie, die Europosrt immer wieder dem Programm anpasst und vor allem im Sommer wild zwischen allen Sendern hin und her schiebt.

F3 Euro – n-tv
Bleibt bei n-tv, die letztes Jahr einen guten Job gemacht haben.

SLF – Stream
Hier bleibt es beim Stream auf der Webseite.

Tourenwagen
WTCC – Euro
Wie gehabt. Eurosport ist Host-Broadcaster und wird die Startzeiten wieder dem Programm anpassen.

BTCC – itv4
Bleibt die nächsten Jahre auch dort, einen legalen Stream gibt es nicht. Wobei man abwarten muss, ob itv4 eventuell auf der Webseite was zeigt. Das könnte man mit einem britischen VPN dann sehen.

DTM – ARD
Nicht neues.

GT1/GT3/GT Endurance – Stream
Ob Sport 1 die GT1-Übertragung fortsetzt ist mir nicht bekannt. Kann auch sein, dass es zu Sport1+ weiter geschoben wird. Die Streams laufen aber weiter, von daher ist es egal. Die GT3-EM wird außerdem live auf MotorsTV gesendet. Ob die dreistündigen Rennen der neuen GT Endurance Series von FIA und SRO im TV zu sehen sein werden, oder ob es wie bei den beiden anderen internationalen GT-Serien auch hier einen Stream geben wird, ist noch unbekannt.

ADAC GT – Kabel 1
Trotz schwacher Einschaltquote hält Kabel 1 an der ADAC GT ein weiteres Jahr fest.

VLN – ??
Es wird Ausschnitte aus den Rennen in verschiedenen Programmen (DMAX, Motorvision, Sport1) zu sehen geben, mehr aber nicht. Die 24H werden bei Sport1 laufen.

Porsche Supercup – sky/Euro
sky überträgt die Serie auch 2011. Sollte auch bei Eurosport zu sehen sein.

Porsche Cup – ??
Sport1, Motorvision?

Scirocco Cup – ??
Sport 1? Motorvision? Auf jeden Fall hatte VW im letzten Jahr ein verstecktes Livestream Angebot, das dieses Jahr wieder da sein sollte.

V8 Supercars – MotorsTV (1 Woche zeitversetzt)
MotorsTV. Bathhurst 1000 wird live gezeigt. Muss man auch abwarten, wie sich das bei MotorsTV entwickelt. Ohne eigenen Stream macht das bei denen langsam keinen Sinn mehr.

Prototypen
LMS – Euro
Vermutlich gibt es wieder die zerstückelte Berichterstattung auf Europsort. Einen Livestream scheint es auch in diesem Jahr nicht zu geben, was mir immer noch ein Rätsel ist. Bleibt Radio Le Mans.

24 H Le Mans – Eurosport
Auch in diesem Jahr gibt es wieder die kompletten 24 Stunden bei Eurosport.

USA
NASCAR – ??
ServusTV verhandelt mit der NASCAR über eine Verlängerung der Rechte. Es bleibt aber bei der Zusammenfassung am Montag. Gerüchteweise könnte das Daytona 500 live bei Servus laufen, weil die Amis das als Paket verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das stimmt, liegt aber bei unter 10%.

ALMS – Stream?
Es herrscht immer noch eine leichte Verwirrung darüber, ob die ALMS nun alle ihre Rennen live über die eigene Webseite streamt oder doch “nur” on-demand. Wenn es stimmt, wäre das natürlich toll. Das Angebot auf espn3.com soll nur ein Zusatz für die Amis sein. Die Rennen laufen in den USA nur noch teilweise live, der Rest zeitversetzt und zurechtgestutzt oder gar in dem 2010 erprobten “Doku-Drama”-Format, aber immer über ABC/ESPN. SpeedTV ist raus. Über die internationale Verbreitung hat man noch nichts gesagt. Laut Midweek Motorsport ist Radio Le Mans auch noch in Verhandlungen, allerdings ist man ziemlich sicher, dass man wieder dabei ist.

GrandAm – ??
Da wird man auf einen Stream von SpeedTV zurückgreifen müssen.

IRL – Stream
Die IRL streamt auch in diesem Jahr fast alle Rennen. Ausgenommen ist das Indy 500, das muss man sich woanders “besorgen”.

October 20 2010

14:57

NASCAR: Probleme mit den Quoten

Die Einschaltquoten der NASCAR sinken seit Jahren. Auch in diesem Jahr macht vor allem der Chase Sorgen. Was macht die NASCAR falsch? Wo ist sie schuldlos?

Die Welt der NASCAR ist mehr ganz so glänzend, wie sie noch vor ein paar Jahren ausschaute. 2010 ist ABC aus dem Chase ausgestiegen, stattdessen überträgt nur noch ESPN die Rennen, sieht man mal vom Rennen wenigen Rennen ab. Der Verlust von ABC ist nicht ganz so schlimm, wie man auf den ersten Blick denken könnte. ESPN erreicht rund 100 Millionen Zuschauer, bei ABC liegt die technische Reichweite 16 Millionen Zuschauer höher. Aber ein Zeichen ist es schon, wenn ein Hauptsender in den USA auf die NASCAR verzichtet. Allerdings hatte die NASCAR noch nie besonders viel Glück mit einem der vier Prime-Sender. Nur NBC war eine gewisse Zeit in der Lage, vernünftige Quoten zu erreichen. Die Gründe für den Verfall sind vielfältig, aber die Frage ist auch, ob das wirklich so schlimm ist.

Ein Blick auf die Quoten in diesem und ein Vergleich mit den letzten Jahren ist schon sehr ernüchternd. Auf der Webseite von Jayski kann sich die Zahlen genau anschauen. Im Schnitt hat die NASCAR in den letzten vier Jahren rund 1 Millionen Zuschauer pro Rennen verloren. Bei einigen Rennen ist Verlust richtig groß (Fontana, Daytona), bei anderen hält es sich in Grenzen (Bristol, Talladega). Tatsache bleibt aber, dass das Interesse an der NASCAR schrumpft. Und zwar gewaltig. Es gibt mehrere Gründe, die für den Rückgang verantwortlich gemacht werden:

1. CoT
Die Einführung des CoT wurde unzureichend und schlecht kommuniziert. Das veränderte Aussehen sorgte erst einmal für Ablehnung, wobei sie die Kritik vor allem am Splitter, Heckflügel und am langweiligen Aussehen der Wagen festmachte. Splitter und Heckflügel ist die Verantwortung der NASCAR, beim Aussehen haben allerdings die Hersteller Mist gebaut. Die neuen Wagen der NW-Serie, wo Ford zum Beispiel den Mustang einsetzt, kamen deutlich besser an. Die Idee der Marketingabteilungen, möglichst Großserien Limousinen einzusetzen, mit denen sich die Fans besser identifizieren können, ist deutlich nach hinten losgegangen. Wie leicht zu erraten war, interessieren sich die Fans nicht für Alltags-Wagen, denen sie sonst auch im Straßenverkehr begegnen. Sie wollen “richtige” Rennwagen sehen. Mittlerweile wird im Sprint Cup offen diskutiert, ob man den Mustang etc. nicht in die Top-Liga holen soll. Den auch von den Fahrern massiv kritisierten Heckflügel hat man wieder gegen die Bordsteinkante ausgetauscht, die in den USA “Spoiler” heißt.

2. Zu wenig Action
Tatsächlich hat der Spoiler dazu geführt, dass die Rennen wieder besser geworden sind. Die Wagen produzieren weniger “dirty Air” sondern ziehen halt wieder ein riesiges Luftloch hinter sich her. Auch das Quasi-Verbot des “bump drafting” hat der Serie nicht geholfen, dazu kam die zeitweise strenge Regulierung der in der NASCAR seit Generationen üblichen harten Fahrweise. Erst seit diesem Jahr hat die Fahrer wieder “von der Leine gelassen”, wie es so schön heißt. Das führte dann immerhin Fehden zwischen Keselowski/Edwards, Kyle Busch/Alle anderen und selbst Jeff Gordon und Jimmie Johnson kamen sich ins Gehege.

3. Zu viele Rennen
36 Meisterschaftsläufe plus das Budweiser Shootout und das All-Star. Das ist machen Fan einfach zu viel. Es bedeutet, dass man 38 Wochenende rund 4 Stunden vor dem Fernseher verbringen muss, was nicht in jeder Familie auf Gegenliebe stößt. Kritiker sind zu dem der Meinung, dass die vielen Rennen die Marke verwässern. Die Frage ist halt auch: Braucht es zwei Rennen in Fontana und Pocono? Oder in Kansas? Sollte man nicht wieder so Fan-Favoriten wie Rockingham reinnehmen? Oder Fontana wenigstens als Restictor Plate Rennen fahren?

4. Zu lange Rennen
Die Diskussion hatten wir hier auch schon mal. Grundsätzlich bin ich weiter der Meinung, dass der Langstreckencharakter der NASCAR erhalten bleiben muss, aber die Frage, ob es immer 500 Meilen sein müssen, ist dann wieder eine andere. Dass man das zweite Rennen in Fontana um 100 Meilen verkürzt hat, war sicher nicht die schlechteste Idee. Das könnte man sich auch für andere Strecken überlegen.

5. Zu viele “Milchgesichter”.
Ein sehr oft gehörter Vorwurf ist, dass das Fahrerfeld nur noch aus narzisstischen, glatt-rasierten Marketing-Bubis besteht, deren Charisma gerade knapp über dem eines Versicherungsvertreters liegen. Das ist nicht so ganz falsch, weil die Fahrer selbst für NASCAR-Verhältnisse immer jünger werden. Joey Logano & Brad Keselowski sind so Prototypen einer neuer Generation. Aber ein wenig ungerecht ist es auch, denn wenn man ehrlich ist, fuhren auch in den 70er und 80er Jahren jede Menge Fahrer mit, die auch nicht weiter auffielen. Mit Tony Stewart, Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Mark Martin, Kevin Harvick, Dale Earnhardt jr, Kurt Busch oder Carl Edwards hat man schon genügend Fahrer, die man als “Charakterköpfe” bezeichnen kann.

6. Jimmie Johnson
Stimmt. Noch ein Meistertitel von Johnson muss wirklich nicht sein. Schon jetzt, nach drei Rennen im Chase, droht die Sache zu einer Soloshow von Johnson zu werden. Aber der kann ja nun auch nichts dafür, wenn das Team die Sache besser als die Konkurrenz macht. Die Meisterorgie von Schumacher in der F1 hat der Serie auch nicht geschadet.

7. Schlechte Übertragungen
An den Bildern liegt es nicht, die kommen eh von der NASCAR. FOX, TNT und ESPN bringen nur das Studio, die Boxencrews und ein paar zusätzliche Kameras mit. Mittlerweile lässt man den Führenden auch mal Führenden sein und die Regie schaltet ins Mittelfeld, wenn sich vorne nichts tut. Kritisiert werden vor allem die Werbung und die teilweise hanebüchenen Kommentare. In Sachen Werbung liefert das Blog Cawsnjaws jede Woche eine minutiöse Abrechnung der Werbung, inkl. verpennter Restarts. Die Menge der Spots (und deren endlose Wiederholungen) sind eine Sache, eine andere, wie die Breaks gesetzt werden. Bei ESPN kann man die Uhr danach stellen, dass bei 1.5 Meilen Ovalen nach acht bis neun Runden die erste Unterbrechung kommt, was viele Fans als deutlich zu früh empfinden. ESPN argumentiert, dass man nur beim Start auf die meisten Zuschauer kommen würde. Mag sein, führt aber wohl dazu, dass eben viele Zuschauer ab- bzw. wegschalten. FOX und TNT probierten dieses Jahr eine extrem nervige Programmierung aus, in dem sie zur Mitte des Rennens teilweise alle acht bis zehn Minuten in eine Werbepause gingen. ESPN bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm, als man bei einigen Rennen 5 Runden vor Schluss noch mal kurz einen Boxenstopp einlegte.
Bei den Kommentatoren liegt auch einiges im Argen. Darrell Waltrip war in diesem Jahr, vorsichtig formuliert, nicht gerade in der Form seinen Lebens, TNT versagte beim Rennen in Infinion derartig, dass man denn Kommentar unter “Slapstick” ablegen musste, und Rusty Wallace redet sich bei ESPN jede Woche um Kopf und Kragen. Alle Sender verteidigen die teilweise absurden Rennkommentare damit, dass man “neue” Zuschauer nicht mit zu viel Insider-Wissen vertreiben möchte (Ja, “neue Zuschauer” da habe ich auch gelacht). Aber das scheint ja eine Sache zu sein, die die Amis allein falsch machen, Heiko Waßer erklärt auf RTL ja auch seit 15 Jahren, warum ein Reifen rund ist.

8. Schlechte Übertragungszeiten
Früher starteten die Rennen um 12 Uhr. Das hatte seinen Grund, denn im sehr gläubigen Teil der USA, aus dem die NASCAR stammt, passte die Anfangszeit perfekt. Man kam gerade aus der Kirche und konnte beim Mittagessen nebenbei NASCAR schauen. Auf Wunsch der Fernsehsender schob die NASCAR die Anfangszeiten teilweise auf 14.00 Uhr, was nicht ankam. Mittlerweile ist man bei 13.00 Uhr gelandet, was aber auch nur mittelmäßig gut ist. Denn ab September kämpft man dann Sonntags gegen die mächtige NFL. Würde man eine Stunde früher starten, hätte man zumindest die Chance, ein paar NFL-Fans zu halten, wenn denn das Rennen spannend ist.

Aber – es mag auch noch ein paar andere Gründe geben, warum die Quote in den Keller geht. Und dafür kann die NASCAR nicht unbedingt was.

1. Ende der linearen Fernsehkultur
Früher musste man dem Ablauf des Programms folgen, man hatte vielleicht noch ein paar Filme auf Video. Heute kann man in den USA dank Hulu alles zu der Zeit sehen, wann man es möchte. Die Idee, sich am Sonntag ein paar Folgen der Lieblingserie anzuschauen, die man verpasst hat, liegt ziemlich nahe. Je mehr Alternativen es gibt, desto mehr machen die Leute davon Gebrauch. Warum sollte ich mir ein langweiliges Rennen in Fontana anschauen, wenn ich zwei Folgen “House” sehen kann?

2. Streams
Nicht nur die NASCAR, für die Fernsehsender generell gilt, dass man sich nach und nach etwas einfallen lassen muss, wenn es um die Zählung der Quoten geht. Die Leute schauen das Rennen mittlerweile nicht mehr vor dem Fernseher, sondern neben am Rechner als Stream. Das gilt insbesondere für all jene, die die NASCAR nur per Stream empfangen können. Die NASCAR hat schon im letzten Winter versucht, einen Stream auf der eigenen Seite zu installieren, scheiterte allerdings am Widerstand von FOX, die Angst haben, dass die eh schwache Quote noch weiter absinkt. Aber wie das eben so ist – wenn die Industrie nicht schnell genug reagiert, sucht sich der User eben andere, in dem Fall halblegale Angebote.

3. Aufsplittung der Aufmerksamkeitsökonomie
Die NASCAR konkurriert nicht nur gegen andere Sportarten, sondern auch gegen Spielekonsolen, das Internet, DVDs und andere Sachen. Ihnen geht es wie der jeder “alten” Branche. Man muss sich in der neuen Ordnung auch erst einmal seinen Platz suchen. Der Konkurrenz geht es ja teilweise auch nicht besser. Die NHL ist bei Versus verschwunden, viele der regulären Saisonspiele der MLB kratzen am Rande der Bedeutungslosigkeit.

4. Relativierung des Erfolgs
Die NASCAR hat zwischen 2000 und 2005 eine beispiellose Karriere hingelegt. Das lag nicht zuletzt am Jahr 2001, als man zum einen durch den Tod von Dale Earnhardt plötzlich einen Schub bekam, und an den Anschlägen vom 11. September. Das dadurch verstärkte “Wir-Gefühl”, die Zuwendung zu US-Sportarten und das eh sehr stark propagierte Nationalbewusstseinn der NASCAR, die sich schon immer mit dem Militär eng verbunden war (Fly Over, Troop Day, Veteranen Tag usw.) halfen der Serie ein breites Interesse zu entfachen. Dass das so nicht bleiben würde, war klar, allerdings hat die NASCAR, wie oben beschrieben, auch einige strategische Fehler gemacht. Die fehlenden Internationalisierung, der Verlust der Märkte in Europa (England, Deutschland) sind da nur zwei Beispiele. Jedenfalls macht es den Eindruck, als ob die NASCAR sich von ihrem Peak verabschiedet hat und wieder auf “Normalmaß” zurück gestuft wird.

Bleibt am Ende die Frage, was die NASCAR gegen einen weiteren Absturz machen kann. Eine schnelle Lösung wäre, vor allem für die internationalen Zuschauer, dass man auf der eigenen Webseite einen vernünftigen Stream anbietet. Das scheint im Moment weiterhin am Widerstand von FOX zu scheitern, aber man wird sehen müssen, was die Verhandlungen über den Winter ergeben. Wenn die NASCAR Pech hat, wird sich das Problem erst 2013 lösen, denn die momentanen TV-Verträge laufen bis Ende 2012.

Der Chase wird 2011 renoviert werden. Vermutlich wird ihn deutlich erweitern. Entweder wird man auf die ersten 15 setzten, oder weiterhin auf die Top 12 plus jene, die ein Rennen in der laufenden Saison gewonnen haben. So hätte man dieses Jahr immerhin Montoya in den Chase geschubst und Junior wird ja wohl auch irgendwann mal wieder ein Rennen gewinnen.

Man sieht aber schon, dass die NASCAR nach den massiven Änderungen, die man in diesem Jahr vorgenommen hat, kaum noch Spielraum hat. Im Grunde stimmt das Paket eigentlich. Man könnte den Sprint Cup noch in Road Atlanta und in Montreal fahren lassen, aber das würde wohl eher den Wünschen der europäischen Fans entsprechen. Vielleicht hilft es auch, wenn man Jimmie Johnson nach dem vermutlich fünften Titel in Folge einfach die nächsten 10 Jahre aus der Wertung nimmt.

February 15 2010

20:43

NASCAR: Daytona 500 – 2010 Analyse

Ein Loch in der Strecke hat zu einem der kuriosesten und vor allem längsten Daytona 500 geführt, die jemals gegeben hat.

Ein Loch im Asphalt zwischen Turn 1 und Turn 2 hat das Daytona 500 fast zu einer Farce werden lassen. Nachdem das Rennen einen relativ guten Schwung und viele verschiedene Führende gesehen hatte, brach mit dem Loch auf der Strecke auch die Spannung ein. 78 Runden vor Schluss wurde “the great american race” zu einem Geduldsspiel für die Zuschauer und für FOX, die einen knapp sechsstündigen Sendemarathon hinter sich bringen mussten. Immerhin gab es am Ende eine sensationelle Schlussrunde und einen überraschenden Sieger.

Um ehrlich zu sein: richtig gut war es in diesem Jahr nicht. Obwohl die Änderungen am CoT sichtbar waren, und die Fahrer viel länger nebeneinander draften konnten, tat sich doch relativ wenig. Die vielen und langen Unterbrechungen machten das Rennen zu einer sehr zähen Veranstaltung. Dabei ging es eigentlich gut los. In der achten Runde sammelte Brad Kesolowski ausgerechnet seinen Teamkollegen Sam Hornish ein, und dezimierte die Dodge-Truppe damit auf Kurt Busch. Die meisten Fahrer nutzten die erste Caution für einen Stopp – nur Mark Martin, Junior und Juan Pablo Montoya blieben draußen. Vermutlich rechneten sie damit, dass es eh bald wieder krachen würde. Die Anfangsphase eines Daytona Rennens ist berüchtigt für Unterbrechungen, weil in der ersten Stunde des Rennens die meisten Zuschauer am TV-Gerät sitzen und man sich und seinen Sponsor dementsprechend in Szene setzen will. Aber – erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Es passierte nichts mehr und die drei mussten unter Grün nachtanken. Damit schien das Rennen erst mal für alle drei gelaufen.

Doch der Caution-Gott war gnädig und sorgte dafür, dass alle drei Fahrer bei der nächsten Unterberechung wieder “in Sequenze” kamen. Fortan unterließ man derlei Spielereien. Leidtragender war aber dennoch Mark Martin, der während des gesamten Rennens nicht mehr so richtig in Schwung kam. Auch Junior sah man kaum noch, was sich aber gegen Ende noch ändern sollte.

Danach plätscherte das Rennen wie gewohnt so vor sich hin. Der erstaunliche AJ Allmendinger zeigte, warum man ihm zu recht die legendäre Startnummer #43 gegeben hatte und lag sogar eine ganze Zeit in Führung. RPM machte in der Phase des Rennens einen sehr starken Eindruck, zumal Kasey Kahne auch immer vorne zu sehen war und sogar der sonst eher blasse Elliott Sadler kämpfte um die Spitze. Aber viel passierte nicht, denn die Fahrer klickten ihre Runden runter. Normalerweise ist es zwischen der 50 uund 120 Runde relativ ruhig, weil man nur wenig Risiken eingehen möchte.

Und just, als man Runde 120 erreicht hatte, nahm das Unheil seinen Lauf. Ein Stück Asphalt hatte sich zwischen Turn 1 und 2 gelöst, ausgerechnet auf der unteren Spur. Nachdem sich etliche Fahrer über das Loch beschwert hatten, stoppte die NASCAR das Rennen um sich das Ding mal anzusehen. Auf den Fernsehbildern sah es nicht so groß aus, aber es dürfte die Länge eines Unterarms gehabt haben, war ca. 20 cm hoch und ca. 4 bis 5cm tief. Bei den Geschwindigkeiten ist so ein Loch kein Spaß also machte man sich daran, dass Loch irgendwie zu stopfen.

Nur wie bekommt man ein solches Loch zu? Das Problem ist nicht das Füllmaterial, sondern wie man das Material mit dem alten Asphalt verbindet. Normalerweise stemmt man in so einem Fall alles weg, was irgendwie bröckelt, füllt Asphalt ein und lässt es ein paar Stunden trocknen. Aber das ging ja nun nicht, also versuchte man es auf die schnelle Tour. Eine Variante, die dann immer noch sage und schreibe 100 Minuten dauerte.

Auf Twitter war der Teufel los. Selbst gestandene Journalisten wie Jeff Gluck oder Dustin Long wunderten sich über die, nennen wir es mal Kopflosigkeit, der NASCAR und beklagten den allgemein schlechten Zustand der Strecke. Daytona ist das letzte Mal 1979 neu asphaltiert worden. Seitdem hat man immer nur ausgebessert. Angesichts der Tatsache, dass es auch Daytona viel regnet und mal kalt ist und schon “normale” Strassen da gerne mal nachgeben, ist es schon ein Wunder, dass die Strecke bei der Belastung so lange durch gehalten hat. Warum die Strecke ausgerechnet gestern aufbrach, ist ein kleines Rätsel, immerhin hatte sie zwei Rennen am Samstag schadlos überstanden.

Etliche “Experten” fordern seit Jahren eine Renovierung der Strecke, aber so einfach ist das nicht. Denn wenn man alles neuasphaltiert gehen auch die legendären “Bumps” verloren, die die Strecke einfach auszeichnen. Die NASCAR hat in den letzten Jahren zweimal schlechte Erfahrungen mit neuem Asphalt gemacht. Einmal in Talladega, der Schwesterkurs von Daytona, die nach der Renovierung die Wellen verloren hat und langweilig geworden ist. Selbiges gilt für Bristol, dass ohne die Schläge an Würze verloren hat. Das ist nicht nur unbedingt meine Meinung, sondern vor allem die der Fahrer. Etliche Piloten meldeten sich in der Pause und nach dem Rennen und warnten eindringlich vor einer Neuasphaltierung, weil man damit den Charakter der Strecke zerstören würde.

Das ist umso erstaunlicher, als dass es mit der ersten Unterbrechung nicht gewesen war und die Probleme das Rennen total auf den Kopf stellten. Im Grunde hätte man sich die ersten 120 Runden komplett schenken können, denn nach der langen Pause ging alles von vorne los. Nur hatte sich mittlerweile die Strecke massiv abgekühlt und das stellte die Fahrer und Teams vor größere Probleme. Aber gut – ein 78 Runden Shootout mit einem Tankstopp hat ja auch was.

Die Konstellation versprach Spannung. Zum einen: wie lange würde das Flickwerk in den Kurven halten? Zum anderen: Wer hatte sein Auto am besten auf die neuen Bedingungen eingestellt? Kurt Busch und Tony Stewart schon mal nicht, die verschwanden als bald im Mittelfeld. Dafür nisteten sich vorne Martin Truex jr., Jamie McMurray, Kevin Harvick, Greg Biffle, Kyle Busch und Clint Bowyer ein und legten ein enormes Tempo vor. In der Phase des Rennens hätte ich mein Geld auf Bowyer gesetzt und freute mich schon über meinen (innerlichen) RCR Tipp. Doch dann… kam es wie erwartet und die Strecke brach wieder auf. Dieses mal noch breiter und tiefer als zu vor. Die NASCAR stoppte das Rennen erneut in Runde 162 und man begab sich wieder mal zur Streckenausbesserung.

Zum dem Zeitpunkt war das Rennen schon ein echter Riemen und man muss FOX an der Stelle auch mal Lob zollen. Klar – die viele Werbung im Rennen nervte mal wieder, aber die Pausen füllte man wirklich exzellent in dem man wirklich jeden interviewte, der irgendwie ein Lenkrad halten konnte. Teilweise war man so verzweifelt, dass man damit anfing sich gegenseitig zu interviewen, aber langweilig war das alles nicht unbedingt. Die Genervtheit konnte man allerdings in den Gesichtern deutlich lesen.

Tatsächlich schaffte es die NASCAR das Loch in Rekordzeoit (40 Minuten) mit irgendeiner weißen Masse zu zukleistern. Vermutlich hat man einfach irgendeinen schnell anziehenden Beton genommen. Oder, wie im Chat vermutet, Moltofil. Jedenfalls ging es schneller als gedacht und die letzten 38 Runden wurden in Angriff genommen. Das Rennen lief also wieder – aber es war ja die Endphase und da kracht es immer.

Scott Speed hatte ein kurzes Intermezzo an der Spitze, nachdem er nach der letzten Unterbrechung nicht getankt hatte, und hielt das Feld ein wenig auf. Nachdem ihn Biffle elegant aus dem Weg geräumt hatte, balgten sich Biffle und Bowyer um die Spitze. Meine imagniären 100 Dollar auf Bowyer schienen gut angelegt, doch dann verhakten sich der mittlerweile untergetauchte Sadler, Kvapil und Reutimann recht heftig und sorgten in der 195 Runde für die nächste Caution. Die NASCAR dehnte die Unterbrechung so lange aus, bis man in GWC Reichweite war, was einige Fahrer zu einem Stopp verleitete. Darunter war auch Junior, der sich zwei neue rechte Reifen aufziehen ließ.

In dieser Saison gibt es aber nicht mehr nur eine GWC, sondern man versucht es gleich dreimal, das Rennen unter Grün zu beenden. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Führende nicht schon die weiße Flagge gesehen hat. Man ahnt es schon – das erste GWC ging in die Hose, sehr zum Leidwesen von Greg Biffle. Der lag in Front, hatte noch ein paar hundert Meter zur weißen Flagge, als weit hinter ihm Bill Elliot einen Reifenschaden hatte und er Logano und Boris Said gleich mit nahm. Es folgte Versuch Nummer zwei. Vorne waren: der erstaunliche McMurray und Greg Biffle. Und dann legte Junior zwei Runden hin, die man gesehen haben muss. Achtet in dem Video mal auf die #88 und den Move von Biffle zu Beginn der letzten Runde.

Eine Wahnsinnsrunde. Greg Biffle meinte nach dem Rennen, dass er einen Fehler gemacht habe. Statt Eingangs von Turn 1 auf der Außenbahn einen Überholversuch zu starten, hätte er bis zur Gegengerade warten sollen. Denn Biffle hätte von hinten Hilfe bekommen, sei es durch Bowyer oder wen auch immer. Die Moves von Junior waren der schiere Irrsin. Führten allerdings auch dazu, dass er am Ende niemanden mehr hinter sich hatte, weil sein “3 wide” auf der Gegengerade für zu viel Unruhe unter den Verfolgern gesorgt hatte. McMurray nutzte den letzten Push von Biffle voll aus und konnte seinen ersten Daytona Sieg beruhigt nach Hause fahren, weil Earnhardt der Schwung fehlte. Allerdings war es schon erstaunlich, dass Junior nicht mal im Windschatten richtig nahe ran kam. Der EGR Chevy ging wie die Hölle.

Eine irre Leistung von McMurray, der im Dezember nicht mal wusste, dass er einen Vertrag haben würde und allgemein als “Notlösung” bei EGR angesehen wurde.

Das Rennen (plus den Sieg von Harvick im Shootout) zeigte, dass EGR/RCR zumindest bei den restrictor plate Rennen das beste Paket haben. Ob sich das allerdings auf den anderen Strecken wiederholen wird, muss man abwarten. Restrictor plate ist eine Sache, normale Rennen eine andere. Aber schon im letzten Jahr war Montoya richtig gut unterwegs und wenn sie diese Performance halten können, sieht es nicht schlecht aus. RCR scheint auch die Chassis-Probleme aus dem letztem Jahr in den Griff bekommen zu haben. Aber das wird man alles erst richtig nach den ersten fünf Rennen sortieren können.

Am Ende dauerte das Daytona 500 etwas mehr als sechs Stunden – ein Rekord für die NASCAR. Mit 208 Runden war es auch das längste 500, dass es jemals gegeben hat. Und es hat am Ende einen Sieger gehabt, mit dem man nicht gerechnet hat. Die NASCAR, die um drei Ecken Streckenbesitzer von Daytona ist, wird sich allerdings einige Fragen gefallen lassen müssen. Und die Diskussion um eine Neuasphaltierung wird vermutlich sehr hitzig werden. In diesem Jahr wird das allerdings nichts mehr. Das nächste Rennen ist im Juli, die Zeit für eine komplette Renovierung ist zu kurz. Vermutlich wird man die Strecke erst mal ausbessern und nach dem Coca-Cola 400 entscheiden, was mit der Strecke passieren soll.

FOX wird heute allerdings keine gute Laune haben. Die Quoten sind noch nicht da, aber so lange Unterbrechungen sind nie gut. Nach dem man 2009 mit Regen zu kämpfen hatte, war es das zweite “irreguläre” Rennen in Folge. 2011 stehen die Vertragsverhandlungen mit den Sendern an. Das wird der NASCAR nicht gefallen.

Ein Wort noch zu den Streams. Im Moment geht wohl wenig ohne dafür zu bezahlen. live247 hatte einen ab und zu laggenden, aber insgesamt sehr, sehr guten HD-Stream mit 1,5 Mbit/s, plus einen durchlaufenden SD Stream. Der XSlive (SD)-Stream laggte auch, war aber auf die Dauer gesehen stabil. Bei JTV habe ich nicht reingeschaut, aber offenbar liefen die einigermaßen. Mein Sieger hieß live247, allerdings weiß man bei dem nie, ob der auch regelmäßig auf Sendung ist. Das Nationwide Rennen hat er zum Beispiel verpennt. Und er ist massiv teuerer als XS.

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Schweinderl