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May 15 2013

18:14

ADAC GT Masters: Rückschau Spa-Francorchamps 2013

Nach dem Auftakt in Oschersleben ging es vergangenes Wochenende für die ADAC GT Masters nach Spa-Franchorchamps. Dort sollte man das übliche Wetter antreffen, das dann auch für die eine oder andere Überraschung sorgte. 2013 GTM 02 S 3128 300x200 ADAC GT Masters: Rückschau Spa Francorchamps 2013

Aber zuerst einmal muss ein wenig Kritik an den Ausrichtern erlaubt sein. Zu den Zuschauerzahlen am Wochenende gab es keine offiziellen Angaben und das dürfte auch seinen Grund haben, denn es war kaum jemand vor Ort. Schuld dürfte die Terminplanung der Veranstalter sein, denn die wenigsten Zuschauer fahren eine Woche, nachdem die WEC in Spa gastiert hat, noch einmal zu den Rennen der ADAC GT Masters an die Strecke. Der Regen trug sein Übriges dazu bei. Schade, dass der ACO und ADAC sich nicht auf ein gemeinsames Wochenende einigen konnten, vor allem da die WEC mit der Porsche GT3 Cup Challenge Benelux auch nur ein eher mittelmäßiges Rahmenprogramm hatte. Eine gemeinsame Veranstaltung mit vielleicht sogar einem zweistündigen GT-Masters-Lauf am Samstag hätte sicher beiden Serien gut getan.

Rennen 1:
Schon im Qualifying sollte man sehen, wer dieses Wochenende die Hosen an hatte. Verdonck und Kechele stellten ihren 2013er Ford GT3 für beide Rennen auf die Pole und das mit jeweils 4/10 Sekunden Abstand zum Zweitplatzierten. Im ersten Rennen gingen Jeroen den Boer und Simon Knap vom zweiten Startplatz ins Rennen.

Das sollte sich auch beim Start, der relativ ruhig blieb für Spa, nicht ändern. Auch danach gab es in der ersten Rennhälfte wenig Aufreger und man konnte in Ruhe beobachten, wie Verdonck sich vom Feld absetzen konnte. Ein bisschen Unruhe kam dann in das Rennen, als nach 20 Minuten Rennzeit ein Regenschauer aufkam, der Erinnerungen an die letztjährigen 24 Stunden von Spa weckte, bei denen dann doch einige Autos in La Source in den Leitplanken gelandet sind. Die Fahrer in der ADAC GT Masters hatten jedoch mehr Glück und kamen alle heil durch, bis das Boxenfenster in der 25. Minute geöffnet wurde. Dementsprechend groß war nun auch die Anzahl der Leute, die gleich rein kamen. Bei den Boxenstopps wurden natürlich die Reifen gewechselt, was bei einigen Teams für Probleme sorgte, da man ja sonst nie die Reifen wechselt.

Eine etwas alternative Strategie sind Engelhart und Armindo im Schütz Motorsport Porsche gefahren. Man dachte wohl, dass man auf den (noch) trockenen Teilen der Strecke genügend Zeit rausholen könnte, um sich nach vorne zu schieben. Das ganze scheiterte allerdings auch dank einem schlechten Boxenstopp grandios, sodass am Ende nur ein 14. Platz rausspringen sollte.

Die großen Gewinner waren Maximilian Buhk und Maximilian Götz im SLS GT3 von Polarweiss Racing. Allerdings konnte man nicht an Frank Kechele rankommen, auch nicht als dieser sich am Ausgang von Stavelot drehte und so einige Sekunden verlor. Ansonsten sollte es trotz des schwierigen Wetters nicht mehr zu größeren Zwischenfällen kommen.

Die Sieger des 1. Laufes waren daher Frank Kechele und Nico Verdonck, die sieben Sekunden vor Buhk und Götze ins Ziel kamen. Auf Platz 3 kamen Jeroen den Boer und Simon Knap im DB Motorsport BMW ins Ziel.
Die besten Gaststarter waren Yelmer Buurman und Martin Matzke, die auf Platz 15 landeten.

Rennen 2:
Auch im 2. Rennen gingen Verdonck und Kechele von der Pole ins Rennen. Auf Platz 2 starten allerdings dieses Mal Martin Ragginger und Robert Renauer.

Zu einem unschönen Zwischenfall auf der verregneten Rennstrecke kam es dann direkt nach dem Start in der Eau Rouge, als Rast in seinem Audi von einem der Farnbacher Porsche gedreht wurde. Da er direkt hinter der Kuppe stand, konnte Jörg Müller im hinterherfahrenden BMW nicht ausweichen und fuhr in sein Heck. Jörg Müller trug Rippenschmerzen davon, konnte aber immerhin direkt aussteigen. Bei Rast dauert es etwas länger, bis er aus dem Auto raus kam. Er musste auf einer Trage davongetragen werden, hatte Leber- und Nackenschmerzen, kann allerdings beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring dieses Wochenende starten.

Die Safety-Car-Phase dauerte knapp 20 Minuten, sodass sich das Feld vor dem Boxengassenfenster nicht allzu sehr auseinanderziehen konnte. Die mutigste Entscheidung in dieser Phase hat dann Kechele getroffen, denn er dachte, dass der Ford GT auf Slicks schneller sei als die anderen Fahrzeuge auf Regenreifen. Das stellte sich allerdings schnell als Fehleinschätzung heraus, sodass es am Ende nur für einen 9. Platz reichen sollte. Einen spannenden Zweikampf um die Führung gab es in der zweiten Rennhälfte dann zwischen dem verbliebenen Schubert BMW mit Claudia Hürtgen und dem Polarweiss Racing SLS mit Maximilian Götz am Steuer. Der Zweikampf entschied sich allerdings in der Schlussphase, als Götz den Bremspunkt in der Bus Stop nicht erwischte und damit die Tür für Hürtgen offen war.

Auf Platz 3 kamen wieder Jeroen den Boer und Simon Knap ins Ziel. Yelmer Buurman und Martin Matzke durften sich über einen guten 6. Platz freuen.

Die beiden 3. Plätze reichten Jeroen den Boer und Simon Knap am Ende sogar für die Führung in der Gesamtwertung. Die komplette Fahrer- und Teamwertung gibt es auf der aSeite der ADAC GT Masters.

Unzufrieden darf man mit der Übertragung von Kabel1 sein, die kaum Nachberichte zeigten und zudem mit zwölf Minuten Werbung in 60 Minuten Rennen fast auf NASCAR-Niveau sind. Ein Lob allerdings an Jaques “Ich lese alles” Schulz, der nach dem holprigen Start in Oschersleben in Spa überzeugt hat.

Wer sich über die BoP aufregt, sich benachteiligt fühlt und vieles mehr könnt ihr in der Vorschau zum Rennen am Sachsenring in zwei Wochen lesen!

 ADAC GT Masters: Rückschau Spa Francorchamps 2013

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August 30 2012

15:00

Formel Eins: Vorschau Spa 2012

Nach vier Wochen Pause geht es endlich wieder los. Und das gleich auf einer Strecke, die die meisten Fahrer und Zuschauer lieben.

Spa – da braucht man eigentlich nicht viel zu sagen. Die Strecke ist mit Abstand das Beste, was es im gesamten Rennkalender zu sehen gibt. Neben Monza und vielleicht noch Silverstone ist Spa die letzte Traditionsstrecke im Kalender, der Rest stammt ja mittlerweile fast ausschließlich aus der Hand von Hermann Tielke. Spa stellt an die Chassis und die Reifen ganz besondere Anforderungen. Das ist auch der Grund, warum sich Pirelli dazu entschlossen hat die Mischungen Hart/Medium mit an die Strecke zu bringen. Die Belastungen, die die Reifen in Eau Rouge und Blanchiment aushalten müssen, ist sehr groß, dazu kommt, dass der Asphalt einen hohen Reiferverschleiß fordert. Die Pause und die Strecke in Spa macht eine Vorhersage relativ schwierig.

Zwar heißt es, dass die Teams die Fabriken zu machen müssen und alle Angestellten im Urlaub sind, aber wer glaubt, dass die leitenden Angestellten, besonders aus der Aero-Abteilung am Strand liegen, liegt wohl falsch. In Zeiten von Internet und Cloud-Computing dürfte das Arbeiten dann nach Hause verlagert haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Teams meinte neulich zu mir, dass vor allem Teams mit Anschluss zu einem Hersteller ihre wichtigen Angestellten im Sommer schlichtweg auslagern, andere haben angeblich Kooperationen mit Privatteams aus anderen Serien wie der ELMS, ALMS usw. Zumindest sollte es einen nicht wundern, wenn man in Spa bei allen Top Teams neue Teile am Wagen sehen wird. Nach dem Motto “Haben die in ihrer Freizeit zu Hause im Backofen gebastelt”.

Wer in Spa also die Nase vorne haben wird? Ich halte Ferrari für das Team mit dem momentan meisten Schwung, dass auch am effektivsten arbeitet. Alonso und Spa – das passt zu dem auch sehr gut. Probleme könnten Ferrari aber die harten Reifen bereiten, die man erst mal auf Temperatur bringen muss, um auf der Strecke Spaß zu haben. Das könnte die Italiener etwas zurückwerfen, auch wenn es immer noch für ein Podium reichen kann.

Spielen die Reifen und die vermutlich sehr moderaten Temperaturen um die 18 Grad also Red Bull in die Hände? Eindeutig, wie man in Silverstone schon sehen konnte. Auch wenn die Strecken sich unterscheiden, vor allem der zweite Teil von Spa ähnelt einigen Passagen in Silverstone dann doch schon. Und in England gewann bekannterweise ja Mark Webber, der Alonso einholen konnte, weil dessen Reifen eingingen. Sebastian Vettel und Red Bull gehören auf jeden Fall zu den Top-Favoriten in Spa. Aber dominant werden sie nict sein.

Ganz schwer einzuschätzen sind die McLaren. Die haben seit Deutschland komplett neue Seitenkästen und einen veränderten Auspuff, aber bisher sind sie damit noch nicht auf einer Strecke mit wirklich schnellen Kurven unterwegs gewesen. Schlechter als vorher werden die Briten nicht sein, aber wie gut die neuen Teile in Spa funktionieren werden, dafür braucht man wohl eine Kristallkugel.

Nicht vergessen darf man natürlich Lotus, das Überraschungsteam des Jahres. Kimi Räikkönen mag Spa, das ist bekannt, der E20 geht bisher auf allen Strecken gut, das sollte in Belgien nicht anders sein. Lotus muss sehen, dass man zu Beginn der zweiten Saisonhälfte schnell den ersten Sieg einfahren kann. Wenn man Räikkönen in eine aussichtsreiche Position in der WM bugsieren möchte, muss man Punkte gut machen. Das ist in Spa durchaus möglich, wenn Lotus denn auch mal die Strategie richtig hinbekommt. Bisher lag man entweder knapp daneben, oder man ging zu konservativ an die Sache ran. Lotus ist, wie in jedem Rennen, das “dark Horse”.

Von Mercedes darf man wohl nicht all zu viel erwarten. Zwar bringt man neue Teile mit nach Belgien, aber das wird die Performamce nicht an die Spitze führen. Ein Vorteil für Mercedes sind die harten Reifen, die Pirelli anliefert. Das wird Mercedes helfen, dazu ist Spa ja das zweite Wohnzimmer von Schumacher. Schön wäre es, wenn die Deutschen mal wieder ums Podium kämpfen sehen würde, ich bin da aber skeptisch.

Im Mittelfeld dürfte es wieder einen engen Kampf zwischen Sauber, Force India und Williams geben. Hier eine Vorhersage zu machen, ist komplett unmöglich, aber die Strecke sollte Force India durchaus liegen. Spannend wird auch zu sehen sein, ob Caterham und Torro Rosso einen Schritt nach vorne gemacht haben.

Ein entscheidender Faktor dürfte mal wieder das Wetter sein. Es könnte am Wochenende regnen, recht frisch wird es mit 16 bis 19 Grad auf jeden Fall. Das mit dem Regen in Spa ist ja auch immer so eine Sache. Es kann unten in La Source regnen, während es oben in Les Combes trocken ist. Oder umgekehrt. Dann wird das Rennen auf jeden Fall zu einer Lotterie, in der jeder gewinnen kann. Na gut, HRT vielleicht nicht.

Die DRS-Zone ist wie im letzten Jahr. Messpunkt etwas unglücklich zwischen La Source und Eau Rouge, Aktivierung nach der berühmten Passage die Kemmel Gerade rauf.

Ich bin Donnerstag in Spa, am Media-Day. Da ich auf Einladung von Ferrari vor Ort bin und mich mit dem Motorenchef des Teams, Mattia Binotto, unterhalten kann, hoffe ich ein paar interessante Infos mitzubringen. Die gibt es dann am Montag oder in einem Extra-Artikel.

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August 29 2011

06:37

Formel Eins: Analyse Spa 2011

Eine trockene Fahrbahn bescherte zumindeste in der ersten Hälfte ein spannendes Rennen mit einem souveränen Sebastian Vettel.

Red Bull und Spa – das war bisher keine gute Kombination. Die hohen Abtriebswerte des Red Bull sorgten dafür, dass Vettel und Webber auf den langen Geraden kaum eine Chance hatten. Doch das hat sich in diesem Jahr geändert. Schon in den wenigen trockenen Momenten im Training wurde deutlich, dass die Änderungen am Red Bull Wirkung zeigten. Ein neuer Heckflügel und ein teilweise neuer Unterboden sorgte dafür, dass die Bullen plötzlich bei der Höchstgeschwindigkeit mit dabei waren. Tatsächlich war Mark Webber im Rennen laut FIA der schnellste auf der Geraden, Vettel war nur wenig langsamer. Dieser Umstand und weil der RB7 besser mit der Reifenwahl klar kommt, sorgte dafür, dass man einen Doppelsieg einfahren konnte. Ein wenig Glück war aber auch dabei.

Denn die Szene des Tages lieferte unfreiwillig Lewis Hamilton. Der hatte in der 12. Runde eine Begegnung mit Kamui Kobayashi. Hamilton hatte den Sauber vorher auf der Kemmel Geraden überholt und war auf der Jagd nach Alonso und Vettel. Doch Kobayashi hatte sich nicht aus dem Windschatten abschütteln lassen und blieb auf der Außenseiten des McLaren. Die Fernsehbilder machen nicht ganz klar, wer da wo hin lenkte, aber am Ende berührte Hamilton den Japaner und flog böse ab. Der Aufprall war so heftig, dass der Brite wohl für einen Moment benommen war. Eigentlich ein Rennunfall, doch auf der anderen Seite war der auch unnötig. Kobayahsi war klar langsamer, er hatte keine Chance. Dementsprechend hätte er Hamilton das Leben auch nicht so schwer machen müssen. Damit war aber dann einer der schnellsten Verfolger von Vettel aus dem Feld genommen. Was mit dem McLaren heute drin gewesen wäre, zeigte dann später Jenson Button.

Der war von P13 gestartet und kam zunächst nur zäh voran, weil er auf der harten Mischung unterwegs war. Er wechselte zwar früh auf die weichere Mischung, kam aber auch dann noch nicht so richtig in Schwung. Hilfreich war allerdings die SC-Phase, die der Unfall von Hamilton ausgelöst hatte, denn so kam Button wieder näher an die Top Ten. Von Moment des Restarts lief es besser für Button, der auch noch genügend weiche Reifen übrig hatte, um das Rennen zu beenden. Zwischenzeitlich musste er mit einem Satz etwas länger fahren, dafür kam er dann später als der Rest an die Box und konnte mit einem brandneuen Satz weicher Reifen durchs Feld pflügen. Er schnappte sich einen Konkurrenten nach dem anderen und erreicht am Ende sogar das Podium, weil Alonso mit seinem F150 auf den harten Reifen hilflos um den Kurs rutschte. Das Problem des Ferrari liegt dabei offenbar an der Vorderachse, da man die Reifen nicht auf Temperatur bekommt und so mit viel Untersteuern zu kämpfen hat.

Dabei sah es für Ferrari zeitweise gar nicht so schlecht aus. Alonso schnappte sich beim Start gleich ein paar Konkurrenten und kam schnell in Tuchfühlung mit den Top 3. Dazu musste er zwar Felippe Massa niederringen, aber das schien ein eher kleineres Problem zu sein. Den Speed des Red Bulls konnte man allerdings nicht halten. Ferrari hatte sich am Freitag schon etwas skeptisch gezeigt, was die Konkurrenzfähigkeit anging und blieb vorsichtig mit den Erwartungen. Das sollte sich dann am Ende bewahrheiten, denn Alonso hatte einfach keine Chance. Vettel nahm ihm zehntelweise Zeit ab und als Alonso im letzten Stint auf die harten Mischung wechselte, brachen seine Zeiten vollends ein. Webber und Button, die von hinten mit weichen Reifen kamen, waren teilweise zwei Sekunden schneller als der Spanier. Der war am Ende mit Platz 4 dann auch noch zufrieden. Noch schlechter lief es für Massa. Der musste eine Runde nach seinem letzten Reifenwechsel erneut an die Box, weil er einen schleichenden Plattfuss hatte, was sein Rennen zerstörte.

Besser lief es da für Mercedes, die in Spa eine gute Figur machten. Erstaunlicherweise konnte Rosberg nach einem sensationellen Start in der ersten Runde die Führung übernehmen und er behielt sie auch bis Runde 3. Doch man konnte sehen, dass der Deutsche für die Autos der Top 3 eher ein Bremsklotz war. Er wurde dann nach hinten durch gereicht, auch weil sein erster Stint deutlich länger war. Er pendelte sich aber dann ein, wo Mercedes halt hingehört – hinter Red Bull, McLaren und Ferrari.

Ein grandioses Rennen fuhr allerdings Michael Schumacher. Als letzter gestartet hatte er nach wenigen Runden schon die Top 10 im Visier. Er hatte, wie Button, die harten Reifen zum Start gewählt. Vermutlich in der Annahme, dass man da hinten auch mit harten Reifen würde schneller als der Rest fahren können. Die Strategie passte perfekt und kam dann mit den anderen zum ersten Wechsel an die Box, wo er die weichen Reifen nehmen konnte. Von da an pfeilte er weiter durchs Feld und erreichte in den letzten Runden P6. Vor ihm lag Rosberg, den er dann auch noch schnappte. Mercedes hatte vorher Rosberg darüber informiert, dass beim ihm der Sprit knapp wurde. Kann sein, dass man Schumacher bei seinem Jubiläum nach vorne bugsieren wollte, aber das glaube ich eigentlich nicht. Die Fahrt von ihm war auch so beeindruckend und ob P5 oder P6 macht dann auch nicht viel aus.

Neben Hamilton hatte auch Jamie Alguersuari Pech. Der war als sechster gestartet und kam auch gut weg. Doch in La Source wurde dann Senna abgeschossen, der seinen Bremspunkt verpasste und in den Toro Rosso rauschte. Das Rennen von Senna war damit auch beendet, denn für die Aktion bekam er zurecht eine Durchfahrtsstrafe. Heidfeld wird es mit einem Grinsen verfolgt haben.

Positiv überraschten die Williams, die mit einer neuen, eigenartigen Heckflügelkonstruktion angereist waren (Siehe Bilder). Offenbar brachte die Schaufel durchaus aus was, vor allem mit dem DRS. Auf der Geraden war sie sehr schnell und Pastor Maldonado konnte endlich mal wieder einen Punkt für die in diesem Jahr gebeutelten Briten einfahren.

Nach dem Rennen gab es allerdings noch jede Menge Ärger. Adrian Newey bezeichnete die Reifen von Pirelli in der BBC als “Sicherheitsrisiko”. Es hätten sich große Stücke von der Lauffläche gelöst, man habe nicht gewusst, ob der Reifen platzen würde. Pirelli reagierte wütend auf die Anschuldigungen. Red Bull habe Sturzwerte an der Vorderachse genutzt, die außerhalb der Toleranzwerte lagen, die Pirelli vorgibt. In der Tat sahen die Sturzwerte bei den Red Bull ziemlich abenteuerlich aus, auf der anderen Seite hatten auch Ferrari und McLaren mit einer für Pirelli eher untypischen Blasenbildung zu kämpfen. Bisher haben sich die Pirelli als sehr zuverlässig erwiesen und die in Spa verwendete Kombi (Medium/Soft) ist auch nicht neu. Das Newey nach einem Doppelsieg so heftige Worte findet ist überraschend und wird sicher noch ein Nachspiel haben.

Für Red Bull und Vettel ist der Sieg in Spa ein großer Schritt in Richtung WM-Titel. Vettel führt nun mit 92 Punkten vor Webber und 102 Punkten vor Alonso. Es werden aber nur noch maximal 175 Punkte vergeben. Vettel müsste schon extrem viel Pech haben, wenn er seinen zweiten Titel noch verlieren sollte. Wenn es richtig gut läuft kann er schon in Singapur oder Korea Weltmeister werden. Und für das nächste Rennen in Monza scheint man auch gut gerüstet. Die Höchstgeschwindigkeit des RB7 stimmt, man wird in Italien nicht chancenlos sein.
F1 Grand Prix of Belgium - Race GP BELGIO F1/2011 F1_Spa_2011_2 GP BELGIO F1/2011 F1_Spa_2011_4 F1_Spa_2011_5 Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. Formula One World Championship, Rd 12, Belgian Grand Prix, Race, Spa-Francorchamps, Belgium, Sunday 28 August 2011. F1_Spa_2011_10 F1_Spa_2011_11 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Belgium Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Belgium F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Race F1 Grand Prix of Belgium - Practice F1 Grand Prix of Belgium - Race F1_Spa_2011_20 F1_Spa_2011_21 F1_Spa_2011_22 F1_Spa_2011_23 2011 Belgian Grand Prix 2011 Belgian Grand Prix F1_Spa_2011_26 F1_Spa_2011_27

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May 13 2011

15:28

VLN: Vorschau 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Tophy

Am Samstag startet mit dem 3. von 5 VLN Rennen vor dem 24H Rennen gleich einer der beiden Höhepunkte der VLN-Saison, denn es steht das erste von insgesamt 2 6h Rennen der VLN an. Gewöhnlich gehen die Rennen über max. 4 Stunden, jedoch machte man seit Jahren mit dem 6 Stunden ADAC-Ruhr Pokal-Rennen eine Ausnahme, welche mit 6 Stunden in der Regel den Höhepunkt der VLN-Saison markierte.

Im vergangenen Jahr war jenes einzige 6 Stunden Rennen fest in der Porsche-Hand, denn von den ersten 13 Wagen, welche das Ziel erreichten hatten 12 Autos die Zahl 911 im Namen stehen. Dabei dominierte vor allem ein Team: Manthey. Die Truppe um Olaf Manthey schaffte es das Podium komplett für sich alleine zu besetzen und dabei die Nordschleife ganze 42 mal zu umrunden, was unter dem Strich eine Distanz von sage und schreibe 1023,5 km bedeutete – Noch nie in der Geschichte der Nordschleife wurde vorher von Tourenwagen oder GT-Wagen innerhalb eines 6h-Rennen die 1000km geknackt. Damals gewann der Haribo-Porsche vor dem grün gelben “Dicken” und dem Nadelstreifen Wodka-Porsche GT3 R, welche allesamt über 1 Runde Vorsprung vor dem 4. Platzierten hatten.


So erstaunlich jene Dominanz im letzten Jahr war, ein 3-Fach Sieg für das Team Manthey erscheint in diesem Jahr allerdings etwas unrealistisch, wenn man sich die Konkurrenz ansieht. So ist auf dem Haribo Porsche nicht mehr der sehr schnelle Lance David Arnold Teamkollege von Christian Menzel (welcher hier auch noch Doppelstart fährt!), sondern Mike Stursberg und der Nadelstreifen GT3 R geht mit dem sehr schnellen Jochen Krumbach und Phillip Wlazik ins Rennen.

Konkurrenz werden sie hier vor allem vom Gewinner des letzten Laufes, dem Mamerow-SLS mit Armin Hahne und Chris Mamerow bekommen, welche für das Rennen Unterstützung von Pierre Kaffer erhalten. Konkurrenz werden sie auch vom SLS von ROWE Racing mit der #15 erhalten, wo sich Thomas Jäher, Alexander Roloff und Roland Rehfeld am Steuer abwechseln werden und vor allem auch von Horn Motorsport, welche wieder mit David Horn und dem sehr schnellen Sascha Bert an den Start gehen werden. Es fehlen aber die Top-Besetzten SLS GT3 von Black Falcon, welche bei den 2 letzten Läufen in der VLN noch am Start waren, so dass man “nur” auf 5 Sternenkrieger kommt.

Der einzige Nicht-Porsche unter den besten 13 im letzten Jahr, war ein BMW Z4 GT3, eingesetzt von Dörr Motorsport welche mit Platz 7 den totalen Porsche Triumph verhindern konnten. Dass ein solcher Triumph nicht nochmal geschieht, dafür sorgen an diesem Wochenende gleich 5 Wagen aus München. So wird Schuberth Motorsport sein 2011-Debüt in der VLN mit dem kräftig überarbeiteten Z4 GT3 feiern und dabei versuchen mit den Trio’s Marco Hartung, Jörg Viebahn und dem aus den USA bekannten Tommy Milner (#16) sowie dem rein norwegischen Trio Anders Burchardt/ Nils Tonrud/ Stian Sorlie im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorne mitzumischen. Ein 3. Z4 mit Claudia Hürtgen findet sich leider Stand Mittwochabend nicht in der Liste wieder.

Teamchef Rainer Dörr, welcher wieder seinen Z4 GT3 mit der gewohnten Besatzung ins Rennen schickt, hat nach dem letzten Lauf schon mal angedeutet, dass man mit dem Z4 bei BMW wohl einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung gemacht hat und man mit dem komplett erneuerten Auto sicher noch Zeit finden wird. Unter anderem hat man mehr Leistung, eine deutlich veränderte Aero welche an dem neuen großen Heckflügel erkennbar ist. Der Z4 hat bei der GT3-EM in Portimao mit 2 Laufsiegen schon mal aufgezeigt dass man hier ein sehr flottes Auto entwickeln konnte.

Die beiden anderen Gesamtsiegfähigen BMW stellen die 2 M3 GT2 von AC Schnitzer dar, welche am Samstag ihren planmäßig letzten Auftritt vor den 24H haben werden mit den 2 bekannten Trios Jörg Müller/Augusto Farfus/Pedro Lamy sowie das “Dirk-Auto” mit Dirk Adorf, Dirk Müller und “Dirk” Priaulx dar.

In der gleichen Klasse, der E1-XP findet sich auch der Ferrari P4/5 Competizione wieder, nachdem man den letzten Lauf zu Gunsten von Testfahren ausgelassen hat wieder. Man wollte lauf Facebook Kommentaren hier Erfahrungen sammeln und eine neue Einstufung austesten, welche auf mehr Gewicht, dafür aber einem größeren Air Restriktor setzen würde. Anscheinend hat man sich aber für die letztmals benutzte ursprüngliche Variante entschieden, denn in der BoP Tabelle taucht man nach wie vor mit 2 x 28,6mm und 1200 kg Gewicht auf.

Ein weiterer Ferrari, und da muss man den Jungs von Farnbacher für ihre Ausdauer echt ein Kompliment aussprechen, ist der F458 von Farnbacher Racing. Nach RCN-Lauf, LM-Test, VLN-Lauf mit Unfall, 1000km von Spa steht nun der fünfte Ausdauer Einsatz innerhalb von 5 Wochen für das Team an! Unterstützt werden Dominik “Dominator” Farnbacher und Marco Seefried hier von Jaime Melo, seines Zeichens Ferrari-Werksfahrer. Vor allem für Dominik Farnbacher wir das ein stressiger Samstag werden, denn er wird zuerst beim GT Masters am Sachsenring starten und dann vermutlich per Heli zum Ring transportiert um dort dann in das Geschehen einzugreifen.

Neben den Gesamtsiegfähigen SLS von Black Falcon, dem Lambo von Stuck³ und dem Hybrid-Porsche glänzen auch die R8 LMS von ABT und Phoenix durch Abwesenheit in der Nennliste. So werden zwar 2 R8 LMS von Audi Race Expierence an die Strecke rollen, welche mit jeweils einem Profi (wie hier Marco Werner und Florian Gruber) und Amateuren besetzt sind. Die Leitung dieses Projekts, hat seit kurzem ein alter Bekannter von Porsche und Eurosport-Zeiten inne: Manfred Jantke.

Ein Porsche fehlt hier allerdings bis jetzt: Der “Dicke” von Manthey mit Marc Lieb, Arno Klasen sowie Timo Bernhard. Dies liegt allerdings nicht daran, dass man nicht startet, sondern die Klasse gewechselt hat. Man startet nun wie 2009 in der SP7 mit dem 911 GT3 RSR in der gleichen Klasse wie der WTM, welche allerdings keinen RSR fahren. Aber anscheinend war man seitens der TK nicht so begeistert von der Idee und hat veranlasst, dass alle Air Restriktoren für Wagen der SP7 um 0,5mm kleiner werden und der Tankinhalt auf 105 Liter gesenkt wird.
Ob das alles nur gemacht wird, um im Hause Manthey einem Vergleich in der SP9 aus dem Weg zu gehen, oder ob man ernsthaft überlegt wieder in die SP7 zu gehen, ist leider nicht bekannt. Seitens der VLN wurde die max. erlaubte Leistung der Motoren, welche auf einer Tabelle in Abhängigkeit vom Gewicht und Hubraum ermittelt wird, erneut auf offiziell knapp unter 500 PS für die Porsche gesenkt. Etwas verwirrend sind jedoch die damit einhergehenden Einstufungsvarianten, denn so ist es möglich denn GT3 R mit 1250 kg und einmal mit 1300 kg, mehr Leistung sowie 110 Liter Tank starten zu lassen. Dies zieht sich mittlerweile durch mehrere Klassen und Fahrzeuge, denn so kann man auch den BMW M3 GT2 in 2 verschiedenen Einstufungen starten lassen. Eine Regelung welche nicht gerade für mehr Klarheit in der BoP sorgt wie ich finde.

Der Verzicht von Nennungen von SP9-Teams könnte Möglichkeiten für Teams eröffnen, welche bisher zwar schnell waren, aber nicht ohne Probleme über die Distanz gekommen sind. Allen voran wäre dies der Frikadelli Porsche rund um Sabine Schmitz sowie der Pinta-Porsche, welcher beim letzten Lauf leider technische Probleme hatte und somit nur wenige Runden fahren konnte. Ein anderes Auto, welches vom Speed her sicher auch vorne mitmischen könnte, wenn es denn will ist der VW Golf24H welcher seit seinem ersten Auftritt nur noch als “Übergolf” bezeichnet wird. Grund sind Szenen wie diese, als Peter Terting Wolfgang Kaufmann von Kremer Racing im Karussel außen (!!!) überholte :

Daher hat man auch seitens der Technischen Kommission reagiert und den Air Restriktor für den 2,51l Turbo auf 42,3mm und das Gewicht auf 1300 kg heraufgesetzt. Gesteuert wird der Wagen von Thomas Mutsch, Frederik Ekblom sowie Franck Mailleux.

In der SP3T werden sich hingegen wieder der Audi TT von Raeder Motorsport sowie die beiden von LMS Engineering eingesetzten VW Scirocoo um sehr wichtige Punkte für die Meisterschaft duellieren. Ein weiterer sehr prominent besetzter Scirocco wird in der SP11 für alternative Kraftstoffe genannt. Pilotiert wird dieser Wagen von Carlos Sainz, Peter Wyss ,Dr. Ulrich Hackenberg und Mark Blundell. Anscheinend hat man noch keinen 2. Golf zur Hand und möchte jenen Piloten Rennpraxis sammeln lassen, denn jene Piloten werden auf den insgesamt 3 Golf24 vermutet.

Etwas stärker ist wieder die zuletzt sehr schmal besetzte SP3 besetzt. So werden immerhin 8 Wagen versuche Mario Merten und Wolf Sylvester den Klassensieg streitig zu machen, während jene versuchen werden die Klasse zu gewinnen um ordentlich punkten zu können. Auch gut Punkten wollen, wird das Trio von Black Falcon aus der V5 Klasse wollen, denn nachdem mal 2 mal die Klasse gewinnen konnte, werden nun auch Tim Scheerbath Manuel Matzger und Carsten Knechtges versuchen die Klasse ein 3. mal zu gewinnen um im Kampf um die Meisterschaft weiter tatkräftig vorne mitmischen zu können.

Auch sehr knapp dürfte es im Kampf um den Sieg um die Renault Clio Cup Klasse hergehen, wo mehrere Wagen das Potential zu siegen haben wie die Wagen Flepper Racing, Schläppi RaceTec oder der Clio Cup von Olivo Jannik und Elmar Jurek. Vll. gewinnt hier aber auch ein anderer Wagen ?

Den Besuchern vor Ort wird also definitiv was geboten, wenn das Rennen eine halbe Stunde früher, um 11:30 gestartet wird und über 6 Stunden geht. Daher verschiebt sich auch der Beginn des Zeittrainings auf 8:05. Wer in der Nähe der Eifel wohnt, kann das Fan-TV über DVB-T empfangen. Für alle anderen wird vermutlich wieder das Live Radio mit Olli Martini und Lars Gutsche sowie der Live Ticker und das Live Timing herhalten müssen.

May 09 2011

15:12

LMS/ILMC: Analyse 1000km von Spa

Es war ein zunächst sehr lebendiges Rennen, das die knapp 35.000 Zuschauer vor Ort und viele vor den Fernsehschirmen zu sehen bekamen, allerdings änderte sich das relativ schnell. Anders als der Testtag vermuten ließ, scheinen die Peugeot doch für Le Mans im Vorteil zu sein.

Es ist ja schon fast Tradition, dass vor den 24H von den Le Mans von allen Seiten gemauert wird. Niemand will seinen echten Speed zeigen, weder bei den Tests, noch bei den Rennen, die davor liegen. Audi trieb das “sand bagging” vor ein paar Jahren mit dem R15 so weit, dass man den Wagen erst gar nicht in ein Rennen schickte, sondern erst in Le Mans auspackte. Was dann auch gründlich in die Hose ging, weil der Wagen unter Kinderkrankheiten litt. Das soll dieses Jahr anders sein, weswegen man den offiziellen Testtag vor ein Wochen mit genommen hat und auch bei den 1000km von Spa angetreten ist. Dort zeigte sich aber, dass man in den nächsten noch vier Wochen noch viel Arbeit vor sich hat. Denn Peugeot gelang eine eindrucksvolle Fahrt, die allerdings auch nicht so ganz ungetrübt bliebt.

In der Quali hatte Peugeot etwas gepatzt. Man wollte erst auf den allerletzten Drücker rausgehen, doch ein schwerer Crash des OAK Wagen mit Fahrer Lahaye (der nun Le Mans auslassen muss, um sich u.a. von Wirbelverletzungen zu a

May 07 2011

10:39

Liveblog: Quali F1 / GP2 Rennen 1 / LMS Spa

Volles Motorsportgramm heute. Unterwegs ist die Formel Eins zur Quali in der Türkei, die LMS startet die 1000km von Spa um 14.00 Uhr und gegen 14.30 geht die GP2 los. Wir bemühen uns, die Events so gut wie möglich parallel zu begleiten.

Vor allem das Rennen der LMS in Spa dürfte interessant werden. Wegen eines heftigen Abflugs des OAK-Wagens, musste die Quali abgebrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt standen die Audi auf den ersten drei Plätzen, Peugeot hatte allerdings keine einzige Runde gedreht und muss nun heute von ganz hinten los fahren. Es dürfte interessant sein, wie sie durchs Feld pflügen und wie schnell ihre Rundenzeiten sind. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass die Franzosen schon komplett zeigen was der Wagen kann, aber man ist mit Sicherheit unter Druck.

F1 Livetiming
LMS Livetiming
GP2 Livetiming

Das Liveblog gibt es nach dem Klick.

Liveblog: Quali F1 / GP2 Rennen 1 / LMS Spa

January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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August 30 2010

06:07

Formel Eins: Analyse Spa 2010

Der Regen hielt sich in Belgien in Grenzen und würfelte das Feld nur in Maßen durcheinander. Red Bull muss sich Gedanken machen, was man jetzt mit Vettel anstellen möchte.

Das McLaren mit den gemischten und kühlen Bedingungen in Spa am besten zurecht kam, zeichnete sich schon am Freitag ab. Auch das Red Bull nicht das beste Wochenende habe würde, war schnell klar, und so kam die Pole von Webber etwas überraschend. Noch überraschender war allerdings die Tatsache, dass Vettel am gesamten Wochenende relativ schlecht unterwegs war. Aus irgendwelchen Gründen schien er ausgerechnet auf der Fahrerstrecke größere Probleme zu haben. Ob es an einer schlechten Abstimmung lag oder daran, dass Red Bull auf Grund der neuen Flügeltests der FIA doch etwas verändern müsste, ist schwer zu sagen und wird sich wohl auch erst auf den Strecken zeigen, die mehr Downforce verlangen, was Singapur sein wird. Aber auch ansonsten machte Vettel einen angeschlagenen Eindruck.


Der Unfall mit Button war vermeidbar und unnötig. Natürlich muss er es versuchen, sonst könnte er auch gleich zu Hause bleiben, aber die Art und Weise, wie er das Überholmanöver ansetzte, war, wie Eddie Jordan es bei der BBC ausdrückte, unüberlegt. Zum einen fuhr er zu dicht auf, zum anderen verriß er den Wagen in der Anbremszone zu stark. Dazu kam, so Vettel, eine leichte Bodenwelle, der den Wagen versetzte. Vettel hätte durchaus eine Chance gehabt an Button vorbei zu gehen, wenn er weiter außen etwas später angebremst hätte. Button musste die Schikane sehr spitz anfahren, Vettel hätte also mit mehr Schwung einlenken und sich neben ihn setzen können. Oder – was vermutlich noch besser gewesen wäre – er hätte einfach eine Runde warten sollen. Red Bull war im hinteren Streckenteil deutlich besser, dazu kam der leichte Regen. Das Vettel dafür dann auch noch eine Strafe bekommen hat, halte ich, nebenbei gesagt, für einen Witz. Es war ein normaler Rennunfall, kann passieren. Ebenso hätte man Liuzzi später bestrafen müssen, weil er Vettel den Reifen aufgeschlitzt hat.

Das Problem ist aber nicht das verunglückte Überholmanöver, sondern die Unüberlegtheit von Vettel. Wie in Istanbul hat er zu früh die Brechstange ausgepackt, anstatt weiter Druck auszuüben und auf einen Fehler von Button zu warten. Und der wäre bei den Bedingungen sicher gekommen. Wie man es besser macht, zeigte ausgerechnet Mark Webber hinter Kubica. Er war zwar etwas schneller als der Pole, hielt sich aber zurück und wollte seine Punkte nicht riskieren. Vettel lag zu diesem Zeitpunkt vor Webber, er hätte also Punkte gut machen können. Während Webber scheinbar auch in schwierigen Situationen, wie seinem verpatzten Start, einigermaßen ruhig bleibt, hat man bei Vettel oft das Gefühl, dass er zu viel erreichen will, auch wenn es unmöglich aussieht. Hinter Button zu warten wäre eine schlechte Option gewesen, aber immer noch besser, als bei einem wilden Bremsmanöver von der Strecke zu fliegen. Webber wirkt abgeklärter und überlegter, während Vettel immer mit dem Kopf durch die Wand will. Das kann in der sehr engen WM aber entscheidend sein und bei Red Bull dürften die Sorgenfalten groß sein. Nach dem Rennen liegt er 31 Punkte hinter Webber und wenn es in Monza wieder blöd läuft, kann er seine Titelchancen schon fast abschreiben. Red Bull, die den Deutschen lieber vorne sehen würden, werden mit wohl oder übel spätestens nach dem Ende der Europasaison schauen müssen, ob sie sich nicht auf Webber konzentrieren. Denn mit Singapur, Suzuka, evtl. Korea und mit Einschränkungen Brasilien und Abu Dhabi kommen Strecken, die dem Red Bull liegen sollten.

Ferrari war am Wochenende die Enttäuschung schlechthin. Alonso schien etwas neben der Spur, dazu haben die Italiener meiner Meinung viel zu hoch gepockert. Es war nicht sicher, ob es Sonntag wirklich komplett regnen würde. Alonso also auf eine Regen-Abstimmung zu setzen, war unnötig. Zum einen brachte ihm die Entscheidung den schlechten Startplatz ein, und damit in eine Region, wo es gerne mal kracht. Zum anderen hätte man lieber Massa auf Regen setzen sollen und bei Alonso mit den anderen Teams gehen müssen. So kam es dann, wie es kommen musste. Massa schwomm in dem von ihm nicht geliebten Regen auf Platz vier rum, Alonso wurde von Barrichello abgeräumt. Das erstaunlichste war noch, dass der Ferrari nach der heftigen Kollision überhaupt noch fuhr. Immerhin schlug sich der Williams das Vorderrad ab, als er Alonso auf den rechten Hinterreifen traf. Der Versuch von Ferrari, Alonso nach dem Crash mit Intermediates rauszuschicken, war dann nur noch pure Verzweiflung. Am Ende rundete der Abflug von Alonso das Wochenende des Spaniers dann ab, der seine Titelchancen damit auch fast begraben kann.

Besser machte es ausgerechnet Mercedes, die Regen hin oder her, beide Fahrer einfach stur draussen liessen. Dazu kam, dass Schumacher mal wieder einen seiner besseren Tage erwischt hatte und in dem Chaos der ersten Runde zusammen mit Petrov schon in Richtung Top Ten gespült wurde. Ab da konnte er allerdings nichts mehr tun, als abzuwarten. Bei dem drohenden Regen war das auch die beste Entscheidung. Man hatte nichts zu verlieren, weil es kühl war, hielten die harten Reifen problemlos durch, also hätte man theoretisch auch bis zu vorletzten Runden mit einem Reifenwechsel warten können. Der Poker ging dank des Regenschauers in den letzten 10 Runden dann auch auf, zu dem lieferten Schumacher und Rosberg sich zwei schöne Überholmanöver. Nico konnte seinen Teamkollegen am Ende allerdings nur überholen, weil der in der Eau Rouge hinter Yamamoto steckte. Rosberg hatte mehr Schwung, Schumacher machte allerdings auch nicht die Innenlinie auf der Kemmel Geraden dicht. Das Ergebnis war dann am Ende respektabel, aber man konnte auch sehen, dass die restlichen Rennen für Mercedes eher grauenhaft werden. In Monza dürfte man noch recht gut aussehen, danach wird es wohl düster, da Ross Brawn den Wagen nicht mehr weiterentwickelt.

Überraschend gut waren die Renault aufgestellt. Kubica verlor seinen zweiten Platz an der Box, Petrov nutzte das Chaos in den ersten Runden geschickt aus, und fuhr von Platz 24 auf Platz 10. Man wird sich nicht nur bei Renault fragen, wo man in der WM stehen würde, wenn man einen zweiten Fahrer hätte, der vernünftige Ergebnisse abliefern kann. Die zweite Frage ist auch: warum ist der Renault auf den Geraden so schnell, während der Red Bull quasi stehen bleibt? Die Antwort lautet vermutlich, dass der Red Bull deutlich mehr Abtrieb erzeugt und deswegen gerade in den schnellen Kurven so viel besser ist. Dafür liefert der Renault mehr mechanischen Grip, was bei nasser Strecke mehr bringt, als der reine aerodynamische Grip des Red Bull. Bei den Franzosen wird man sich die Frage stellen, ob man Petrov nicht doch mit einem schnellen und erfahrenen Mann ersetzt. Zur Wahl stehen Sutil, Glock und Heidfeld und es würde mich nicht wundern, wenn man sich für Sutil entscheidet. Der Deutsche wird langsamer als Kubica sein, aber er hat im Gegensatz zu Glock oder Heidfeld keine Quali-Schwäche, was bei dem gültigen Format der Serie extrem wichtig ist.

Aufgefallen ist mir noch eine mal wieder merkwürdige Strategieentscheidung von Williams. Barrichello war ja früh draussen, aber man hatte Hülkenberg auf Platz sieben. Plötzlich war der verschwunden, weil man recht früh die Reifen gewechselt hat. Normalerweise gehört Williams ja eher zu den Teams, die mit einem Reifenwechsel lange warten. Warum man ausgerechnet in Belgien auf einen frühen Stopp setzte, ist mir ein Rätsel. Hülkenberg hätte locker in die Punkte fahren können, denn der Speed war ja da, das konnte man in der Quali sehen.

Ansonsten:

- Sutil fuhr ein sauberes Rennen, konnte Massa aber nicht unter Druck setzen. Der fünfte Platz ist aber ein gutes Ergebnis

- Während Pedro de la Rosa bei Sauber nur auffiel, wenn er neben der Strecke war, lieferte Kobayahsi wieder ein gutes Rennen ab. Von Platz 17 gestartet, hangelte er sich auf den achten Platz. Bei Sauber wird man sich auch fragen, ob man de la Rosa noch eine zweite Saison geben wird. Der angeblich erfahrene Pilot hat gerade Mal 6 Punkte, während der Japaner 21 Zähler gesammelt hat. Und das trotz des schlechten Saisonstarts.

- Auch nicht gut sortiert war Sebastian Buemi, während Alguersuari nach der Zielflagge in den Punkten auftauchte. Allerdings wurde ihm der 10. Platz nach dem Rennen wieder aberkannt, weil er die Schikane abgekürzt hatte. Damit erbt Liuzzi den einen Punkt.

Im großen und ganzen war der erwartete, etwas chaotische Grand Prix, auch wenn das weniger am Regen lag. Das Rennen fand, bis auf die letzten Runden, ja mehr oder weniger im trockenen statt und so tat sich dann vorne auch dementsprechend wenig. Hamilton ausser bei den Restarts nie unter Druck und konnte sein Rennen relativ gelassen angehen.

In Sachen WM sieht es für den Moment so aus, als würde sich vorne ein Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und Mark Webber entwickeln. Vettel fehlen 31 Punkte, Button 35 und Alonso 41. Da aber 25 Punkte für einen Sieg vergeben werden, kann es vorne schnell wieder eng werden. Zu dem steht Monza auf dem Programm, und da platzt ja schnell mal ein Motor.
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August 26 2010

16:37

Formel Vorschau – viel los am Wochenende

Nach dem unglücklichen Wochenende in Budapest kehren GP2 und GP3 in Spa wieder zurück auf die Rennstrecke. Wem das nicht reicht, dem winken am Wochenende außerdem noch Liveübertragungen von ein paar Nischen-Serien.

So schnell gehts: Gerade hat die GP2-Saison erst angefangen – da steht auch schon wieder da Finale vor der Tür. Nur noch Spa, Monza und der terminlich etwas unpassende Saisonabschluss in Abu Dhabi stehen auf dem Programm. Das wird vor allem Pastor Maldonado freuen: Der Venezoelaner hat in dieser Saison nach jahrelanger Durtstrecke endlich gezeigt, was in ihm steckt – und liegt drei Runden vor Schluss schon 26 Punkte vor seinem ärgsten Titelrivalen Sergio Pérez. Ähnlich klar scheint die Sache in der GP3: Dort führt Esteban Gutiérrez bereits mit 30 Punkten vor Robert Wickens. Und weil die GP3 noch dazu ihre Saison schon in Monza beschließt, ist der Titel wohl wirklich nur noch Formsache. Gut also, dass wenigstens die Strecke in Spa Spannung verspricht.


Zunächst aber noch eine erfreuliche Meldung: Jules Bianchi könnte womöglich schon in Spa wieder im GP2 Cockpit sitzen. Wenn die Ärzte beim heutigen Fitness-Check ihr OK geben, dann wäre es tatsächlich möglich, dass der Franzose nach seinem heftigen Crash von Budapest nur ein einziges Rennen (nämlich den Sprint in Ungarn) versäumt hätte. Bleibt zu hoffen, dass man kein medizinisches Risiko eingeht – denn das wäre angesichts Bianchis aussichtsloser Tabellensituation (und der augenscheinlich sicheren Ferrari-Förderung) eher unverantwortlich.

Unfallgegner Ho-Pin Tung hat sich derweil schon entschieden: Der Chinese, von dem es ursprünglich mal hieß, er habe leichtere Verletzungen erlitten als Bianchi, will sicherheitshalber in Spa auf einen Start verzichten. Für das Rennen ist dieses an sich bedauerliche Faktum vielleicht gar nicht so schlecht. Denn Tungs Ersatzmann Romain Grosjean hat immerhin schon bei seinem ersten Saisoneinsatz in Hockenheim für ein paar sehr spektakuläre Szenen gesorgt.

Ebenfalls neu dabei: Alvaro Parente. Auch vom Portugiesen, der den Glück- (und neuerdings wohl Sponsorgeldlosen) Alberto Valerio ersetzt, darf man sich in Spa einiges erwarten. Immerhin hat er dort im vergangenen Jahr das Hauptrennen gewonnen.

Die Ausgangsposition in der Tabelle habe ich ja schon geschildert, auch die aussichtsreichsten Akteure für Einzelsiege (Clos, Bird, Vietoris und, wenn vorhanden, Bianchi) sind sicher mittlerweile hinlänglich bekannt. Daher also nur noch schnell ein Blick auf die TV-Übertragungszeiten: Zu sehen sind die Rennen wie immer live auf sky sport 2, das Hautrennen am Samstag um 15:35, der Sprint am Sonntagvormittag um 10:30 Uhr. Auf eine hochskalierte sky sport 2 HD-Fassung hat man dagegen enttäuschenderweise verzichtet.

Und dann gibts noch ein kleines Newsschnipsel zur GP2 Asia: Ein Kommentarschreiber im Blog von GP2-Experten Will Buxton (der auch den englischen Wordfeed-Kommentar liefert), hatte die gute Idee, mal nach dem aktuellen Stand in Sachen Kalender zu fragen. Immerhin müsste der für die kommende Wintersaison ja schön langsam mal feststehen. Buxtons etwas enttäuschende Antwort: Es steht wohl die bisher kürzeste Saison des Winter-Ablegers der GP2 bevor. Diese soll nämlich nur drei Rennen umfassen, und vor allem als Testsession für das neue GP2-Auto genutzt werden.

GP3

Erfolgreicher scheint da schon der andere GP2-Ableger. Die GP3 hat sich in ihrer Premierensaison – abgesehen von der mageren TV-Präsenz – bisher recht gut profilieren können. Außerdem hatte man auch etwas Glück: Denn mit Seriendominator Esteban Gutiérrez wird in dieser Saison wohl ein Mann Meister, dessen Talent dazu reichen müsste, im kommenden Jahr in einer höheren Serie den guten Ruf der GP3 zu verfestigen.

Dabei hat er es in der Serie keineswegs mit Lückenfüllern zu tun: Die Top Ten der Meisterschaft sind fast ausschließlich mit Fahrern besetzt, die sich schon vorher in anderen Serien einen guten Ruf erarbeitet hatten.

Man darf jedenfalls gespannt sein, was die Youngsters auf der anspruchsvollen Strecke in Spa so zeigen. Das Publikum wird sich gegenüber den bisherigen Rennen wohl jedenfalls vergrößeren. Denn erstmals werden beide Rennen nicht im PayTV bei Eurosport 2, sondern beim “großen Bruder” Eurosport Intl. ausgestrahlt. Lauf 1 leider nur als Aufzeichnung am Sonntag um 9:00, Rennen 2 direkt in Folge (9:30 Uhr) live.

Sonstige Formelserien

Auch sonst ist am Wochenende in Sachen Formelrennen einiges los. Die größeren Serien (Formel 2, WSbR und SLF) machen zwar noch Pause, dafür kann man im TV und Internet gleich mehrere nationale Nachwuchsserien verfolgen.

Und eine internationale: Nämlich die Formel BMW Europa, die im letzten Jahr ihres Bestehens auch in Punkto Aufmerksamkeit ein wenig unter die Räder gerät. Für alle, die der Serie heuer genauso viel Beachtung geschenkt haben wie ich (also keine), hier ein kleiner Guide zum Saisonfinale: An der Tabellenspitze gibt es einen Zweikampf der beiden Dominatoren dieser Saison. Das sind der Brite Jack Harvey (sechs Siege, nur einmal nicht auf dem Podium – 302 Punkte) und Robin Frijns aus den Niederlanden (Vier Siege und fünf zweite Plätze – 279 Punkte). Der Tabellendritte, Carlos Sainz, Jr., hat bereits 101 Punkte Rückstand auf Harvey. Zu sehen sind die Rennen live auf sky sport 2, leider jeweils zu etwas unchristlichen Zeiten (Sa., 9:40 / So., 8:25 Uhr).

Auch der ATS Formel-3-Cup begeht am Nürburgring sein vorletztes Rennwochenende 2010. Passenderweise für die Konkurrenzveranstaltung zur deutsch-französischen F3 Euroserie führt dort der Franzose Tom Dillmann (96 Punkte) vor dem Deutschen Daniel Abt (85). Dahinter liegen in Lauerposition Kevin “Sohn von Jan” Magnussen (71), der ja auch schon ein F3 Euro Rennen in Valencia gewonnen hat, und Stef Dusseldorp (70) aus den Niederlanden. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse gibt es in der Nacht von Sonnatg auf Montag (0:20 Uhr) auf Kabel 1.

Liveübertragungen gibts dagegen von zwei italienischen Formelserien: Der Formula Abarth und der italienischen Formel 3. Alle vier Rennen aus Varano werden am Sonntag live am unverschlüsselten italienischen Motorsport-Sender Nuvolari ausgestrahlt (wo es neuerdings übrigens auch die von motorvision.tv geschasste Superstar Series zu sehen gibt). Beide Serie fahren zwar nur in Italien, bestechen aber durch ein ziemlich internationales Starterfeld. Außerdem kann man noch ganz gut in die Saison einsteigen: die Serien haben gerade mal ihre erste Saisonhälfte hinter sich. Wer mehr wissen will, kann sich auf den überraschend guten, englischsprachigen Homepages von Formula Abarth und der F3 Italia informieren.

Ganz Formel-Hungrige können sich dann am Samstag und Sonntag zum Tagesabschluss noch die südamerikanische Formel 3 gönnen. Im Grunde handelt es sich dabei zunehmend um eine brasilianische Meisterschaft mit Gastvorstellungen in Uruguay und Argentinien – am Start sind in dieser Saison jedefalls ausschließlich Brasilianer (in der “Light”-Klasse starten auch noch ein Angolaner und ein Kolumbianer). Vor dem Ende der ersten Saisonhälfte führt in der Meisterschaft Bruno Andrade (192 Punkte) vor Yann Cunha (189) und Luiz “Sohn von Raul (?)” Boesel (152). (Offizielle) Liveübertragungen der Rennen gibt es auf racetv.com.br – leider sind mir aber bisher die genauen Startzeiten unbekannt.

Wer übrigens in dieser Saison bisher die britische Formel 3 nicht verfolgt hat, der sollte am Wochenende mal eine der Motors-TV Zusammenfassungen aus Silverstone gucken. Viel mehr zu sagen, wäre wohl ein Spoiler, daher nur das: Diese Zusammenfassung dürfte wohl die bedeutendeste in der laufenden Saison sein. An diesem Wochenende findet übrigens schon das nächste Rennwochenende (Snetterton) statt – leider wird die Serie aber nirgendwo live übertragen.

08:10

Formel Eins: Vorschau Spa 2010

Die dreiwöchige Zwangspause der Formel Eins ist vorbei und auf dem Programm steht ein echter Klassiker.

Um Spa ranken sich Mythen und viele Traditionen. Die Strecke in Belgien gilt als einer der wenigen Klassiker, die im Kalender der Formel Eins geblieben sind. Welche Strecke sonst ist in den letzten 20 Jahren kaum verändert worden? Natürlich hat man auch in Spa viel gebaut. Die Eau Rouge wurde entschärft, an vielen Stellen hat man zurecht größere Auslaufzonen installiert. Zuletzt verschwand die Bus-Stop-Schikane und machte einer nicht eleganten, aber praktischen Lösung Platz. Dieses Jahr hat man dann auch noch die Les Combes Schikane nach der Kemel-Geraden asphaltiert und Schweller eingebaut, damit man nicht allzu sehr abkürzt. Schön ist das nicht, aber die holperige Wiese in Les Combes war schon arg gefährlich. Doch alles in allem ist Spa halt noch Spa. Man sieht der Strecke an, dass sie um die Natur herum, und nicht in sie rein gebaut wurde. Es geht hoch und runter, es ist teilweise eng und natürlich regnet es gerne in den Ardennen. Spa macht selbst dann Spaß, wenn das Rennen einigermaßen mau ist.


Damit ist in diesem Jahr eigentlich nicht zu rechnen. Bis auf den Saisonauftakt in Bahrain hat jeden Rennen etwas besonderes gehabt, in jedem gab es kleinere, oder größere Aufreger. Spa sollte da eigentlich keine Ausnahme machen, zu mal die meisten Fahrer die Strecke auch lieben.

In der Sommerpause hat es wenig Bewegung in der Formel Eins gegeben. Teams und Journalisten waren im Urlaub, gearbeitet wurde so gut wie nicht. Natürlich wurde geplant und weiter gedacht, aber die meisten Dinge haben doch zwangsweise auf Eis gelegen. Ein paar Neuigkeiten hatten wir aber gestern schon in den News berichtet.

Spa läutet auch die Schlussphase der Saison ein. Es sind noch (mit Spa) sieben Rennen zu fahren, wenn Korea ausfällt sind es gar nur sechs. Zu dem geht es ab jetzt im 14-Tage Rhythmus weiter und die Teams gleichzeitig schon das 2011er Chassis entwickeln, muss man sich überlegen, wo man die Prioritäten setzt. Für die drei Top Teams, McLaren, Red Bull und Ferrari ist die Sache klar – man wird so lange an der Entwicklungsschraube drehen, bis man den Titel sicher hat, oder halt raus ist.

Nicht nur aus diesen Gesichtspunkten ist das Rennen vor allem für Ferrari extrem wichtig. In der WM hat Alonso 20 Punkte Rückstand, ist also noch nah genug dran um aufzuschließen. Eine Null-Nummer kann man sich aber nicht erlauben, denn dann wäre für den Spanier vermutlich schon wieder alles vorbei, da zu viele Fahrer um die WM-Krone kämpfen, und die Chance, dass alle vier vorne ausfallen relativ gering ist. Bei Ferrari ist der Druck hoch, aber das hat man auch nicht anders gewollt. Man hat mit Alonso einen teuren Doppelweltmeister, die letztjährige WM hat man schon im Sommer aufgegeben, um sich auf 2010 vorbereiten zu können und mit der B-Variante des F60 hat man auch noch als einziges Team ein fast komplett neues Auto mitten in der Saison vorgestellt. Dessen Erfolgsbilanz ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. In Ungarn sah man, wie alle anderen Teams, gegenüber Red Bull sehr schlecht aus, wie der Wagen in Belgien gehen wird, ist schwer zu sagen.

Sowohl McLaren, als auch Red Bull und Ferrari stehen dazu unter dem Verdacht, dass sie irgendetwas mit der Front tricksen, damit der Frontflügel während der Fahrt den eigentlichen Mindestabstand zum Boden unterschreiten kann. Fotos scheinen das zumindest zu beweisen, TV-Bilder zeigten zumindest beim Red Bull, dass sich der Flügel während der Fahrt sichtbar nach unten bewegte. Alle Teams, deren Frontflügel starr vor sich hin durch die Luft pflügt, rätseln nun, wie die drei Teams das machen. Am Material, wie viele vermutet hatten, soll es nicht liegen. Das Gerücht, wonach Verbundmaterialen sich erst unter großem Druck verformen würden, ließen sich nicht bestätigen. Stattdessen vermutet man jetzt, dass sich der gesamte Vorderbau bewegt und das zumindest beim Red Bull der Unterboden ebenfalls abgesenkt werden kann. Das wäre zwar technisch illegal, aber mit den bisherigen Tests kann die FIA das nicht nachweisen, Fernsehbilder gibt es logischerweise auch nicht. Die FIA testet die Flügel zwar ab Spa mit einer höheren Belastung (100 Newton, statt 50), aber niemand geht davon aus, dass der Red Bull deswegen auch nur ein Teil am Wagen umbauen muss.

Zumindest scheint man das Problem eingrenzen zu können und man versteht, warum Ferrari, McLaren und Red Bull allen anderen Teams derartig um die Ohren fahren. Ändern wird man daran aber dieses Jahr nichts mehr. Spannend ist höchstens die Frage, in wie weit der ab 2011 verbotene Doppeldiffusor eine Rolle bei der Trickserei spielt.

Davon ausgehend kann man wohl jetzt schon sagen, dass der Sieger von Spa aus einem der drei genannten Teams kommen wird. Gerade in Spa mit den vielen, sehr schnellen Kurven ist Abtrieb alles. Ich vermute, dass man in der Qualifikation sehr große Zeitabstände sehen wird. Wer dann am Ende die Nase vorn haben wird, ist schwer zu sagen, aber zumindest hat McLaren in den letzten Wochen vor der Pause ein schlechtes Bild abgegeben. Grenzt man die Liste der möglichen Sieger auf Vettel, Webber und Alonso ein, kommt man der Sache vermutlich schon sehr nahe.

Eine Überraschung wie im letzten Jahr, als Fisichella um ein Haar im Force India gewonnen hätte, ist nicht zu erwarten. Mercedes fehlt der Abtrieb, Renault der Speed, den Indern alles zusammen und der Rest ist nicht ernsthaft siegfähig. Aber auf den Plätzen dürfte es eng zu gehen, wobei ich leichte Vorteile für Mercedes sehe, die einfach schnell genug sind. Nico Rosberg hat auch schon angedeutet, dass sowohl Spa als aber auch vor allem Monza die Strecken sein könnten, auf denen der MGP gut gehen wird.

Ganz weit hinten wird es langsam spannend, welches der drei neuen Teams sich am Ende als “bester Verlierer” durchsetzen wird. Ich bin ein wenig überrascht, wie lange Virgin und Lotus brauchen, um auch nur ansatzweise in die Nähe von Q2 zu kommen. Sicher, man hat den Abstand verkürzt, und das obwohl natürlich auch die Konkurrenz weiter entwickelt hat. Anders gesagt: man schneller aufgeholt, als andere Teams entwickeln konnten. Allerdings hatten alle drei Teams ja auch viel Luft nach oben. Dennoch – das so lange dauert, bis sie halbwegs konkurrenzfähig sind, hätte ich nicht erwartet. Da sieht man auch, wie schwer es ist, in der F1 auch nur einen Schritt nach vorne zu machen. Loben muss man an der Stelle dann auch mal die HRT, die immerhin im Rennen mithalten können. Dafür, dass man ein Schrott-Chassis und kein Geld hat, leistet Colin Kolles wirklich gute Arbeit.

Spannend ist natürlich am Wochenende auch die Wetterfrage. Normalerweise gilt an der Strecke der alte Spruch “Wenn Du die Kühe nicht mehr auf der Weide siehst, hol besser die Regenreifen raus” und wie man weiß regnet es auf der weitläufigen Bahn auch gerne mal nur an einer Ecke wie aus Eimern, während der Rest knochentrocken ist. Für Freitag ist schon mal jede Menge Regen angesagt, aber Samstag soll es trocken bleiben. Am Sonntag muss man, zumindest Stand heute, wieder alte Kuh-Regel rausholen.

Zugleich ist es auch nicht sonderlich war. 16 Grad heißt es im Moment, vielleicht auch weniger. Bridgestone hat allerdings nur die medium und die harten Reifen im Gepäck, was für einige Teams eine ziemlich schwere Entscheidung werden dürfte.

Wie man sieht – die Vorzeichen für ein richtig spannendes Wochenende sind also alle da.

August 04 2010

15:58

Sportwagen: Am Vorabend eines Krieges?

Die GT-Serien von FIA und SRO waren in Spa unterwegs, am kommenden Wochenende fährt die ALMS in Mid-Ohio und die Grand-Am in Watkins Glen. Aber wichtiger ist momentan das Gesamtbild: was geschieht in den nächsten Jahren mit dem Sportwagen-, insbesondere mit dem GT-Motorsport?

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute vor den Rennanalysen (ich habe auch leider fast nichts aus Spa sehen können) und ALMS-Vorschau erstmal die Frage diskutieren, wo eigentlich der Sportwagen-Motorsport momentan hinsteuert. Denn der Streit zwischen dem Automobile Club de l‘Ouest (ACO), der seit jeher die 24h von Le Mans und in den letzten Jahren auch die zugehörigen Serien organisiert, und Stéphane Ratels SRO Motorsports Group, die für die aufstrebenden FIA- und nationalen GT-Serien verantwortlich zeichnen, wird mit der neuen GT2-Serie der SRO 2011 weiter vertieft werden. Auf beiden Seiten herrscht eine unterschiedliche Auffassung davon, wie Sportwagenrennen aussehen sollten, dazu kommt entsprechend eine sture Haltung des Selbst-bestimmen-Wollens.

Außerdem möchte in einer Zeit, in der der GT-Sport einen Boom erlebt, jeder, der in diesem Bereich Rennen veranstaltet, möglichst viel von diesem Kuchen abhaben. Jeder möchte sein eigenes Regelwerk aufstellen, möglichst viele Fahrzeuge in der eigenen Teilnehmerliste haben und über eine gelungene Vermarktung viele Zuschauer und entsprechend viel Geld damit herausschlagen.

Die GT1-Klasse hat bereits „die Seiten gewechselt“: einst eine starke und beliebte, aber zu teure Klasse bei den 24h von Le Mans, wo man in den 90er Jahren um Gesamtsiege mitfuhr, wurden diese Fahrzeuge nun für 2011 von der Sarthe verbannt, während (bzw. weil!) die aus der FIA GT-Meisterschaft hervorgegangene GT1-Weltmeisterschaft von SRO und FIA dagegen ein recht gutes erstes Jahr erlebt. Man hat ein volles Starterfeld mit sechs unterschiedlichen Herstellern, mit dem privat aufgebauten Alpina-BMW hat sich für nächstes Jahr auch bereits Zuwachs angekündigt.

Das Reglement ist Geschmackssache. Mit „Gran Tourismo“ im Wortsinne haben die einstündigen Rennen nichts mehr gemein, dank Balance of Performance und Erfolgsgewichten herrscht Gleichmacherei in einer Kategorie, deren Stärke eigentlich gerade die Diversität ist. Auf der Plus-Seite bekommt man so TV-taugliche und spannende Rennen sowie eine knappe Meisterschaft.

Nächstes Jahr wird sich dieser Kampf auf die GT2 ausweiten. Stéphane Ratel hat am Rande der 24h von Spa azukünftige Ausrichtung</a>: das bisher sehr enge, weil auf Kosteneinsparung und Chancengleichheit ausgerichtete, technische Reglement soll modernisiert und etwas aufgelockert, die klobigen Daytona Prototypes auch optisch attraktiver werden. Unabhängig von potentiellen Reglements-Änderungen wird Dyson Racing bereits ab dem nächsten Rennen auch nach mehrjähriger Pause wieder in die DP-Serie a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">einsteigen, man betont allerdings, dass der ALMS-Einsatz weiterhin Priorität habe.

Reglements-Modernisierung und -Auflockerung sollen sich auch auf die GT-Klasse beziehen, die so noch mehr internationale Hersteller anziehen soll. Man möchte die GT3-Fahrzeuge von Audi, Mercedes und Co anlocken, nachdem aktuell Mazda, Porsche und Pontiac das Gesicht der Klasse bestimmen. Eine Kooperation mit der FIA ist dabei nicht undenkbar, nachdem Jean Todt ja bereits Anfang Juli in Daytona war, als dort neben der NASCAR auch die Grand-Am fuhr.

Und dann ist da auch noch diese noch nicht näher spezifizierte Kooperation zwischen DTM und Grand-Am und die Frage, wie denn nun das aoffiziellen Stream</a> zu sehen, für den man sich im Vorfeld a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">anmelden muss. Wer das schon für die 6h von Laguna Seca getan hat, brauch sich für den Service nicht noch einmal zu registrieren. Und auch wer zum Live-Schauen keine Zeit hat, kann sich anmelden, denn man kann die gestreamten Rennen dort auch on-demand nachträglich schauen.

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