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October 11 2013

09:00

BTCC: Rückblick Rockingham und Silverstone und Vorschau auf das Finale in Brands Hatch

Die BTCC steht vor ihrem finalen Rennwochenende in Brands Hatch. Beste Chancen auf den Titel hat Honda-Pilot Andrew Jordan, der in der Meisterschaft recht komfortabel vor den Markenkollegen Matt Neal und Gordon Shedden führt.

hi_10325_a770Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Titel in diesem Jahr wieder an einen Honda-Piloten gehen wird. Die besten Nicht-Hondas in der Meisterschaft sind Colin Turkington auf Platz vier und Jason Plato auf Platz fünf, die aber mit 48 bzw. 49 Punkten Rückstand nur noch sehr theoretische Chancen haben dürften. Und auch für die Werkshonda von Neal und Shedden wird es schwer werden, ihren Markenkollegen im privat eingesetzten Honda des Pirtek-Teams noch abzufangen: 34 Punkte Vorsprung hat Jordan auf Neal und 35 auf Shedden. Mit einem Sieg im ersten Rennen, ohne dass Neal und Shedden das Podest erreichen, könnte Jordan schon alles klar machen. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die beiden Dynamcis-Piloten als Meister der letzten beiden Jahre den Titel kampflos hergeben werden. Sie werden volle Attacke gehen, während Jordan wohl vor allem auf sicheres Ankommen und Punkte setzen wird. Und mit der Vorhersagbarkeit von BTCC-Rennen ist das ja ohnehin so eine Sache …

Die gute Ausgangslage vor dem Finale verdankt Jordan vor allem zwei überzeugenden Vorstellungen bei den beiden letzten Läufen in Rockingham und Silverstone. Gleichzeitig strauchelten die Konkurrenten und legten Nuller oder Platzierungen am Ende der Punkteränge hin – vor allem Matt Neal verlor in Rockingham so seine Führung in der Meisterschaft. Da die Analysen der beiden letzten Rennwochenenden aus Zeitgründen ausfallen mussten, starten wir also mal einen kleinen Rückblick:

Rückblick Rockingham

hi_10380_c154Vor Rockingham führte noch Matt Neal die Meisterschaft mit knappen sechs Punkten Vorsprung vor Andrew Jordan an. Dahinter lauerten mit einigem Abstand Shedden und Turkington. Jason Plato schien schon zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen zu haben. Gleichwohl sah das Qualifying in Rockingham zunächst ein Wiedererstarken der MG, die sich recht überlegen die erste Startreihe sichern konnten. Jordan kam auf Startplatz vier, gefolgt von Shedden auf Platz fünf. Neal konnte seinen mit vollem Ballast bepackten Honda dagegen nur für Startplatz sieben qualifizieren. Eine positive Überraschung war der dritte Startplatz von Rob Austin im Audi, der die gute Leistung aus Knockhill mit nach Rockingham nehmen konnte.

Alle Ambitionen der MG auf ein gutes Resultat hatten sich am Rennsonntag dann aber erledigt, als der Himmel seine Schleusen öffnete und sich die Strecke bei frischen 10 Grad Außentemperatur in bestem englischen Wetter präsentierte. Dass der MG ein „Schönwetterauto“ ist, das bei ungünstigen Streckenbedingungen schnell in Handlingprobleme gerät, hatte sich schon einige Male in der Saison gezeigt und sollte sich auch diesmal bestätigen. Jordan schnappte sich die drei vor ihm startenden Fahrzeuge (beide MG und Austins Audi) bereits am Start und kam als Führender aus der ersten Runde zurück.

hi_10323_0be3Ein Unfall im hinteren Teil des Feldes machte dann zunächst eine längere Safety-Car-Phase notwendig. Nach dem Restart in Runde sieben verabschiedete sich plötzlich Matt Neal auf der nassen Piste in einen Dreher und fiel ans Ende des Feldes zurück. Somit also der erste Vorteil für Jordan. Hinter dem Pirtek-Piloten konnte sich nach dem Restart Gordon Shedden zunächst an Jason Plato vorbei auf Rang zwei schieben, geriet gegen Ende des Rennens aber unter Druck von Mat Jackson und Rob Austin, die ihre Reifen auf optimale Betriebstemperaturen gebracht hatten und mit schellen Rundenzeiten von hinten kommend durch das Feld pflügten. Jackson war von Position zwölf gestartet, konnte sich in der ersten Runde bereits auf Rang sechs vorarbeiten und nach der Safety-Car-Phase weitere Positionen gutmachen. Austin hatte am Start mit Grip-Problemen zu kämpfen und fiel zunächst ans Ende der Top Ten; konnte dann aber Boden gutmachen und wurde im Laufe des Rennens immer schneller. Nachdem Jackson Shedden bereits in Runde 14 überholen konnte, schaffte der Audi-Pilot ein sehenswertes Manöver gegen den Schotten in der letzten Kurve der letzten Runde und sicherte sich somit den verbleibenden Platz auf dem Podium. Shedden blieb nur der vierte Rang, gefolgt von Plato und Turkington. Neal kam letztendlich nur auf Rang 14 ins Ziel und verlor somit erstmals die Führung in der Meisterschaft.

hi_10319_819fZum zweiten Rennen präsentierte sich Rockingham zwar nach wie vor kalt und windig, aber immerhin war es jetzt trocken. Rob Austin nutzte den nun vorhandenen Grip optimal und katapultierte sich beim Start dank Heckantrieb an die Spitze, wo er in der Folge ein mehr oder weniger einsames Rennen fuhr und völlig souverän seinen ersten BTCC-Sieg feiern konnte. Für den Publikumsliebling, der sein Auto in Eigenregie vorbereitet und einsetzt und immer mit viel Herzblut dabei ist, auf jeden Fall ein verdienter Erfolg und gleichzeitig der erste Audi-Sieg in der BTCC seit Frank Biela 1997.

hi_10334_c3d4Nicht so optimal lief es dagegen diesmal für Andrew Jordan, der sichtlich unter dem jetzt vollen Zusatzballast zu leiden hatte und im Laufe des Rennens bis auf Rang acht zurückfiel. Allerdings verabschiedete sich Matt Neal in Runde zehn in einem kuriosen – aber nicht zusammenhängenden – Doppelausritt mit Rob Collard aus dem Rennen und musste seinen Honda mit Fehlzündungen abstellen. Trotz eines mittelmäßigen achten Platzes bedeutete der Nuller von Neal den zweiten Vorteil für Andrew Jordan an diesem Wochenende. Gefährlicher wurden in diesem Rennen dagegen Shedden und Turkington, die das Podium hinter Rob Austin komplettierten und somit einige wichtige Zähler sammeln konnten. Shedden hatte in der ersten Rennhälfte noch mit sehr schnellen Rundenzeiten versucht, Jagd auf den führenden Audi zu machen, wurde dann aber wie fast alle frontangetriebenen Fahrzeuge zur Rennhalbzeit von stark abbauenden Reifen gebremst. Es zeigte sich, dass das Streckenlayout von Rockingham in Verbindung mit den niedrigen Außentemperaturen besonders reifenfressend für die Frontriebler ist.

hi_10332_8abbSehr erfreulich für Jordan war dann die Auslosung für die Startaufstellung des dritten Rennens, die ihn auf die Pole Position beförderte. Der erste Startplatz in Verbindung mit einem jetzt von Zusatzballast befreiten Auto bedeuteten somit den dritten Vorteil für den Pirtek-Piloten. Und diesen nutze er auch in bester Manier und sicherte sich seinen zweiten Sieg an diesem Tag. Spannend wurde die an sich souveräne Vorstellung Jordans nur noch mal gegen Rennende, als das Einbrechen der Fronttriebler auch vor ihm nicht Halt machte und er pro Runde eine ganze Sekunde auf den Zweitplatzierten Colin Turkington verlor. Letztendlich reichte es aber, auch dank eines Verbremsers, den Turkington in der letzten Runde hinlegte. Das Podium komplettierte diesmal Jason Plato, gefolgt vom erneut starken Mat Jackson und Gordon Shedden. Mat Neal schaffte es auf Rang sechs und fuhr damit seine einzige Top-Ten-Platzierung an diesem Wochenende ein.

In der Meisterschaft führte nach Rockingham also Andrew Jordan mit 30 Punkten Vorsprung vor Gordon Shedden und 33 Punkten vor Colin Turkington. Matt Neal war nach seinem katastrophalen Rennsonntag plötzlich nur noch vierter mit 34 Punkten Abstand zur Spitze. Gerade die Konstanz, die ihm im bisherigen Saisonverlauf die Meisterschaftsführung eingebracht hatte, war Neal diesmal abhanden gekommen und warf ihn in eine ungünstige Ausgangslage zurück.

hi_10340_a615Nicht vergessen werden darf übrigens noch, dass in Rockingham auch schon der erste Meister des Jahres gekürt werden konnte: Lea Wood sicherte sich mit drei weiteren Siegen an diesem Wochenende vorzeitig den Titel in der Jack Sears Trophy für die Fahrzeuge nach S2000-Reglement. Für den Vauxhall-Piloten sicherlich ein verdienter Erfolg und eine klare Empfehlung, sich nächstes Jahr in einem NGTC-Auto präsentieren zu dürfen.

Rückblick Silverstone

hi_10387_040eAn sich war Silverstone eine optimale Station, um noch mal mehr Spannung in die Meisterschaft zu bringen: Gewohntermaßen kommt die Traditionsstrecke mit ihren schnellen Kurven und langen Geraden den Honda nicht gerade entgegen. Im Qualifying sicherten sich dann auch erneut die MG wie schon in Rockingham die erste Startreihe. Die Honda dagegen strauchelten tatsächlich: Matt Neal, der zusätzlich von einem gebrochenen Finger gehandicapt war, kam als bester Honda nur auf Startplatz neun. Andrew Jordan qualifizierte sich dahinter auf Rang zehn und für Gordon Shedden reichte es nur zu einem enttäuschenden 15. Platz. Besser lief es für BMW-Pilot Colin Turkington, der seine letzten Meisterschaftschancen wahren wollte und sich hinter den MG und dem starken Dave Newsham auf Startplatz vier qualifizierte.

hi_10373_d597Anders als in Rockingham konnten die MG diesmal bei strahlendem Sonnenschein ihre gute Qualifying-Leistung ins Rennen mitnehmen und fuhren einen recht überlegenen Doppelsieg ein. Nur beim Start kamen sich Plato und der etwas besser startende Tordoff leicht in die Quere, was es Colin Turkington kurzzeitig erlaubte, sich auf Position zwei vorzuschieben. Eine beeindruckende Fahrt zeigte von weiter hinten kommend Matt Neal, der im Laufe des Rennens Position um Position gutmachte und sich am Ende den dritten Platz sichern konnte. Dahinter platzierten sich Turkington, Collard und Jordan. Shedden schaffte es dagegen nur auf Platz 11, einen Platz vor Rockingham-Sieger Rob Austin. Matt Neal dürfte nach einigen in diesem Rennen gutgemachten Zählern also erst mal wieder Morgenluft gewittert haben.

hi_10406_ba56Aber bereits im zweiten Rennen drehte sich das Blatt wieder. Sollte Andrew Jordan tatsächlich Meister werden, wird man wohl zwangsläufig an diese Vorstellung zurückdenken müssen, die er im zweiten Silverstone-Rennen gezeigt hat – auch wenn es letztendlich nur der zweite Platz hinter einem mit dem Messer zwischen den Zähnen fahrenden Jason Plato werden sollte. Etwas überraschend wählte Jordan vor dem Rennen nämlich die weichere Reifenmischung. Ein Poker, der sich jedoch auszahlen sollte

Beim Start gelang es Colin Turkington diesmal erfolgreich, die MG auseinanderzudrängen und sich auf Platz zwei zu schieben. Ein Unfall zwischen Wrathall, Austin, Onslow-Cole, Bratt und Scott verursachte dann eine längere Safety-Car-Phase. Nach dem Restart in Runde sieben begann Jordan dann seine Reise durch das Feld: Zunächst schnappte er sich Matt Neal und konnte drei Runden später auch an Colin Turkington, der zwischenzeitlich wieder hinter Tordoff zurückgefallen war, vorbeigehen. Eine weitere Runde später war in einem sehenswerten Manöver dann auch Tordoff fällig und Jordan war auf einmal Zweiter. Während er sich in den nächsten Runden immer weiter an den führenden Plato ranrobbte, musste sich Konkurrent Neal des heftigen Drucks der hinter ihm fahrenden Jackson, Newsham und Shedden erwehren.

hi_10405_70a8Ab Runde 17 war Jordan dann an Plato dran und konnte ihn nach einigen erfolglosen Versuchen in Runde 20 erstmals überholen. Plato konterte jedoch unter Inkaufnahme einigen Lackaustauschs erfolgreich und in der Folge entwickelte sich ein sehenswerter Kampf zwischen beiden, zu dem sich gegen Rennende auch noch Aron Smith im Motorbase-Ford gesellte. Er hatte die gleiche Reifenstrategie wie Jordan gewählt und war in ähnlicher Manier durch das Feld gepflügt wie der Honda-Pilot. In dieser Dreiergruppe musste Jordan nun darauf achten, nicht noch von Smith überholt zu werden, während er weiterhin Attacken auf Plato setzte. Letztendlich konnte Plato seine Führung erfolgreich verteidigen und sicherte sich seinen insgesamt 80. BTCC-Sieg. Jordan und Smith komplettierten das Podium gefolgt von Sam Tordoff auf Platz vier. Die weiteren Meisterschaftsaspiranten Turkington, Neal und Shedden folgten auf den Rängen fünf, sechs und sieben. Auch wenn Jordan dieses Rennen nicht gewonnen hat, war die Vorstellung, die er hier zeigte, eindrucksvoll und taktisch klug zugleich und sicherte ihm ein gutes Punktepolster auf seine Konkurrenten in der Meisterschaft.

Um das Drehbuch im Meisterschaftskampf perfekt zu machen, wurde für das dritte Rennen des Tages dann Matt Neal auf die Pole Position gelost. Der Dynamics-Pilot und der ebenfalls noch Meisterschaftschencen habende Colin Turkington bildeten somit die erste Startreihe für das letzte Rennen des Tages. Beim Start konnte Turkington zunächst die Führung übernehmen und sah eine Weile wie der sichere Sieger aus. Neal geriet dagegen in den ersten Runden unter erheblichen Druck von Tordoff und kollidierte schließlich unnötigerweise mit dem MG-Piloten, als beide sich gegenseitig keinen Platz ließen. Tordoff drehte es von der Strecke und Neal verlor zwei Positionen an den dahinter pushenden Aron Smith und Teamkollege Shedden, der nach dem Start Andrew Jordan überholt hatte.

hi_10411_6521Im weiteren Rennverlauf konnte Shedden sich an Mat Jackson vorbei auf Rang zwei schieben und den führenden Turkington unter Druck setzen. Nachdem zur Rennmitte eine herrenlose Stoßstange auf Start-Ziel eine Safety-Car-Phase notwendig gemacht hatte, kam Turkington beim Restart schlecht weg und musste Shedden und Smith in Copse ziehen lassen. Einige Runden später schaffte es auch Matt Neal am BMW vorbei. Doch damit nicht genug für Turkington: Kurze Zeit später geriet er mit Mat Jackson in Copse aneinander und musste das Rennen mit gebrochener Aufhängung beenden – wichtige Punkte und die letzten realistischen Chancen im Meisterschaftskampf waren somit futsch. Es gewann also etwas überraschend Gordon Shedden vor dem erneut starken Aron Smith und Teamkollege Matt Neal. Andrew Jordan, der sich zeitweise des stark pushenden Jason Plato erwehren musste, betrieb mit einem fünften Platz Schadenbegrenzung gegenüber den besser platzierten Markenkollegen und reiste – auch ohne Sieg – als Favorit auf den Titel aus Silverstone ab.

Somit ergab sich also die eingangs geschilderte Ausgangslage in der Meisterschaft bevor am kommenden Wochenende der Meister in Brands Hatch gekürt wird. Gefahren wird auf dem 3,908 Kilometer langen GP-Circuit. Da die Wettervorhersagen very british sind, spare ich mir jetzt das Auspicken von Favoriten für die Siege. Nur so viel: Wenn es regnet, gehen die MG wieder unter. Und ein Auge sollte man auf Rob Austin haben, dessen Audi das Streckenlayout entgegen kommen dürfte.

Ansonsten kann man davon ausgegehen, dass Neal und Shedden nichts unversucht lassen werden, Jordan den Titel streitig zu machen, während Jordan wohl vor allem auf Sicherheit fahren wird. So gut die Chancen für den Pirtek-Piloten auch sein mögen, so schnell kann ein einziger Ausfall die ganze Situation schmerzhaft spannend werden lassen.

Wir dürfen uns auf jeden Fall auf ein spannendes Finale freuen!

 

Notiz am Rande

merc

Das Bild stammt vom Facebookprofil von Cicey-Racing (https://www.facebook.com/ciceleyracing)

Adam Morgan uns sein Cicely-Team haben angekündigt, für die nächste Saison eine selbst entwickelte NGTC-Version der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start zu bringen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre das mit einer weiteren Marke im Feld nicht nur eine Bereicherung für die BTCC, sondern auch ein weiterer deutlicher Pluspunkt für das NGTC-Reglement und die damit verbundenen Ambitionen. Ich drücke jedenfall die Daumen.

June 30 2013

18:44

Formel Eins: Analyse GP Silverstone 2013

Im Zentrum der Aufmerksamkeit in Silverstone standen einmal mehr nicht die Fahrer, sondern die Reifen. Immerhin sorgten die Unterbrechungen für ein spannendes Rennen.

Silverstone 2013Nico Rosberg war nach dem Rennen in Silverstone richtig glücklich, und das nicht nur, weil er das Rennen gewonnen hatte. Wie er seinem Fahrerkollegen Mark Webber im Erholungsraum vor der Siegerzeremonie sagte, hatte sich sein Reifen genau in der Runde aufgelöst, als Vettel seinen Wagen mit einem Getriebeschaden abstellen musste. Weil das Safety-Car raus kam, konnte er langsamer an die Box fahren und den Reifen wechseln. Wäre die Unterbrechung nicht gekommen, wäre auch auch Rosberg sein linker Hinterreifen um die Ohren geflogen. Und er hatte noch mehr Glück, dass die Caution auch einen Stopp ermöglichte, ohne dass er die Führung verlor. Das Glück hörte nach dem Rennen auch nicht auf, denn die Rennkommissare bestraften ein Geschwindigkeitsvergehen unter gelber Flagge nur mit einer Verwarnung. Kein Wunder, dass er nach dem Rennen mehr als zufrieden war. Ganz im Gegensatz zu Hamilton, Massa, Vergne, Perez, der FIA und allen Zuschauern, die sich fragten, was genau da eigentlich mit den Reifen passiert ist. Rennleiter Charlie Whiting war jedenfalls kurz davor, das Rennen mit einer roten Flagge zu beenden.

Bevor man das Debakel auf Pirelli schiebt, sollte man vielleicht noch etwas warten. Der Reifenhersteller gibt vor jedem Rennen Infos an die Team, mit welchem Reifendruck und Sturzwerten man fahren sollte. Diese Angaben sind aber nicht verpflichtend. Interessanterweise gibt es einen Screenshot, der zeigt, dass man bei Red Bull nach den Reifenschäden bei Hamilton, Massa und Vergne den Reifendruck um 2 psi angehoben hat. Also sah es auch ein wenig danach aus, als seien die Teams mit einem Reifendruck unterwegs gewesen, der zu niedrig war und dafür sorgte, dass die innere Lauffläche zu sehr unter Druck geriet. Durch die hohen Sturzwerte ist die innere Schulter in Silverstone besonders belastet. Sind also die Teams an dem Desaster schuld, die sich nicht an die Vorgaben von Pirelli gehalten haben?
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Gegenüber sky UK meinte Christian Horner, dass man überrascht gewesen sei, denn man sei mit einem ähnlichen Reifendruck unterwegs gewesen wie in den letzten Jahren. Massa schimpfte, das sei alles inakzeptabel, weil es die Fahrer Gefahren aussetzen würde, Alonso betonte, dass er seit zwölf Jahren in Silverstone fahren würde und noch nie solche Probleme hatte. Bei Pirelli sagte man gar nichts, außer, dass man sich die Reifen würde anschauen müssen. Die FIA bestellte Pirelli derweil für Mittwoch nach Paris ein, wo man in der “Sporting Working Group” ein paar Fragen stellen will. In dieser Gruppe sitzen auch die Teams.

Pirelli steht nach dem Rennen in Silverstone unter Druck, keine Frage. Dass es so schlimm werden musste, ist eine Mischung aus einem Fehler von Pirelli und den der Uneinigkeit der Teams. Pirelli hat sich mit der Konstruktion der Reifen in diesem Jahr vertan. Nachdem die FIA Pirelli in letzten Jahr gebeten hat, die Reifen weniger haltbar zu machen, hat man sich bekanntermaßen für eine neue Konstruktion entschieden. Das neue Stahlband unter der Lauffläche sollte dafür sorgen, dass die Reifen schneller abbauen, weil die Lauffläche heißer wird. Das funktioniert aber nur bedingt und sorgt eben auch für die erstaunlichen Delaminierungen, bei denen sich die gesamte Lauffläche löst. Dass die Reifen sich aber so spektakulär auflösen, ist neu und spricht dafür, dass Pirelli etwas beim Laminierungsprozess in den letzten Rennen verändert hat, was der Reifenhersteller nach dem Rennen aber verneinte.

Bekannt ist das Problem der Delamierung schon seit Bahrain, als sich bei Hamilton zum ersten Mal sichtbar die Lauffläche löste. In Spanien tauchte das Problem auch auf. Pirelli wollte eine neue Konstruktion einführen, in der man das Stahlband gegen ein Kevlarband austauschte, aber das scheiterte am Widerstand von Lotus und Force India. Die Frage ist nun, wie es weiter geht. Mit dem Nürburgring und Ungarn stehen zwei Rennen auf einem mittelschnellen und einem sehr langsamen Kurs an. Im Fahrerlager gibt es wohl Stimmen, die für eine Rückkehr zu den 2012er Reifen plädieren. Das wird aber für das Rennen am Ring nächste Woche nicht möglich sein.

Die Reifen bestimmten also das Rennen und kosteten Lewis Hamilton vermutlich den Sieg. Der hatte sich zu Beginn des Rennens von Vettel frei gefahren und schien den Abstand nach hinten zu kontrollieren. Schon nach wenigen Runden konnte man bei ihm eher konservative Sektorzeiten sehen, er richtete sich dabei nach den Red Bull. Nachdem Vettel die Führung übernommen hatte, handelte er ebenso. Er versuchte, den Abstand auf Rosberg immer bei mindestens drei Sekunden zu halten, was bis zu seinem Getriebeschaden ebenfalls klappte. Rosberg hatte nicht die Mittel, um den Weltmeister einzufangen oder gar unter Druck zu setzen.

Die beiden Safety-Car Phasen würfelten das Feld ordentlich durcheinander und waren ein Segen für Hamilton, Massa und Mark Webber, den Romain Grosjean am Start aus dem Weg gedrückt hatte, nachdem Webber nicht richtig vom Fleck kam. Das SC sorgte dafür, dass die Abstände nach vorne immer wieder eingedampft wurden und man teilweise mit neuen Reifen schnell unterwegs sein konnte. So gelangen den genannten Fahrern bemerkenswerte Aufholjagden, wobei vor allem Webber und Hamilton profitierten.

Hamilton kämpfte sich vom letzten Platz auf P4 vor, was schon allein bemerkenswert ist. Die Fahrt von Webber ist ähnlich sensationell. Er lag nach der ersten Runde auf P15, fuhr den ersten Stint mit einem kaputten Frontflügel, was ihn Zeit kostete. Der Wechsel des Flügelwerks an der Box kostete ebenfalls ein paar Sekunden. Wenn man sich anschaut, dass er in den letzten Runden rund 1,5 Sekunden hinter Rosberg lag, sieht man, wie knapp er an einem Sieg vorbei geschrammt ist. Vermutlich hätten ein oder zwei Runden mehr gereicht und Webber hätte sich Rosberg geschnappt, weil er auf den “Medium” unterwegs war.

Da das Rennen wegen der vielen und langen Unterbrechungen etwas unübersichtlich war, hier ein Blick auf die anderen Fahrer:

Fernando Alonso – Der Spanier hatte bis kurz vor Schluss ein unauffälliges Rennen, weil er hinter Räikkönen und Sutil steckte und sich abseits der Kameras nach vorne arbeitete. Die letzte SC-Phase erwischte ihn und seinen Stopp schlecht, da er auf P8 zurückfiel. Doch mit weichen Reifen gelang ihm ein gutes Comeback und er fuhr noch auf P3 vor. Das war besonders wichtig, weil er durch den Ausfall von Vettel wichtige Punkte aufholen konnte.

Kimi Räikkönen – Hatte ein gutes Rennen, lag auf P2, aber sein Team beging einen taktischen Fehler, als man ihn in der letzten SC-Phase draußen ließ. Der Finne wäre lieber reingekommen und bemerkte dies auch per Funk. Am Ende war er dann chancenlos und fiel auf P5 zurück. Wird Lotus nicht dabei geholfen haben, Räikkönen im Team zu halten.

Felippe Massa – Nach seinem Raketenstart (von P11 auf P5) platzte ihm dann auch ein Reifen und zerstörte sein Rennen. Im Gegensatz zu Webber und Hamilton gelang es ihm aber nicht, weit nach vorne zu fahren. P6 ist dennoch ein akzeptables Ergebnis.

Adrian Sutil – Der Deutsche lag lange auf P3 und hielt die Weltspitze relativ leicht hinter sich. Force India machte den gleichen Fehler wie Lotus und ließ Sutil draußen. Mit den alten harten Reifen hatte er am Ende keine Chance. P7 ist daher fast eine Enttäuschung für das Team.

Daniel Ricciardo – Der Australier stellte den Toro Rosso in der Quali auf P6 und rutschte nach der Disqualifikation von der di Resta auf P5 vor. Am Start hielt er sich zurück, fiel etwas zurück und lieferte sich schöne, saubere Zweikämpfe mit Alonso, Massa und Grosjean. Dürfte sich für das Cockpit bei Red Bull empfohlen haben.

Paul di Resta – Startete von P21 und kam doch auf P9 in die Punkte. Auch er profitierte massiv von den Unterbrechungen. Nebenbei lieferte er sich ein klasse Duell mit Lewis Hamilton.

Nico Hülkenberg – Holte für Sauber einen wichtigen Punkt. Beim Team sieht es gerade nicht gut aus. Monisha Kaltenborn bestätigte in der Schweizer Boulevardzeitung “Blick”, dass das Team finanzielle Probleme habe. Die Situation ist so schlimm, dass man den lahmen C32 nicht weiterentwickeln kann. Kaltenborn sagte zwar, dass man die Saison zu Ende fahren will, aber das muss man auch. Steigt man aus, muss man das TV-Geld der FOM zurückzahlen. Es gibt Berichte, dass Sauber im Moment mit einem russischen Sponsor im Gespräch ist. Die Rede ist von “Gazprom”. Man hatte wohl schon damit gerechnet, dass es zu einem Abschluss kommen würde, aber die Russen zieren sich wohl etwas. Mehr als “Aber wir sind auf gutem Weg” kann die Sauber-Chefin nicht verkünden.

McLaren – Das Team kann froh sein, dass sich die Aufmerksamkeit auf Pirelli konzentriert. Am Ende reichte es für Button nur für P13. Besser nicht lange drüber nachdenken.

Die Reifenprobleme überschatten ein wenig eine andere Erkenntnis des Rennens: Mercedes ist an Red Bull dran oder gar auf Augenhöhe. Viel Unterschied gibt es zwischen beiden Teams nicht mehr. In der Quali ist der Mercedes schneller, im Rennen hängt es davon ab, wer auf P1 liegen kann. Zwar hat Red Bull in Kanada das Rennen noch nach Belieben dominiert, aber eine solche “Stopp & Go” Strecke folgt nur noch mit Monza. Rosberg hat in Monaco gewonnen, also könnte dem Mercedes auch Ungarn liegen. Spa, Suzuka, Korea, Abu Dhabi, und Austin sollten dem Mercedes ebenfalls liegen. In Indien und Sao Paulo könnte es zu heiß sein.

In der Team-WM hat Mercedes P2 erobert und liegt 48 Punkte hinter Red Bull. In der Fahrer-WM sieht es so aus:

Vettel 132
Alonso 111
Räikkönen 98
Hamilton 89
Webber 87
Rosberg 82

In der Fahrer-WM scheint der Abstand von Rosberg und Hamilton schon etwas groß, aber unmöglich ist es nicht, dass beide noch in den Kampf um die Weltmeisterschaft eingreifen können.

Das nächste Rennen findet schon in einer Woche auf dem Nürburgring statt.

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August 27 2012

14:08

WEC: Analyse Silverstone 2012

Audi gewinnt zwar in Silverstone, aber das Ergebnis sah knapper aus, als man erwartet hatte. Aber hat Audi alle Karten auf den Tisch gelegt?

© FIA WEC

Audi gewinnt, Toyota kann sich mit einem Wagen zwischen die beiden R18 schieben und das Rennen war bis in die letzte Stunde richtig spannend. Eigentlich können alle zufrieden sein. Die Hersteller, die Piloten und die Zuschauer, die ein gutes und abwechslungsreiches Rennen gesehen haben. Doch ein paar offene Fragen bleiben am Ende doch. Warum hat Toyota einen derartig hohen Verbrauch? Und haben die Audi eine sehr konservative Strategie eingeschlagen, ohne den R18 wirklich auszuquetschen? Auch in der LMP2 ging es spannend zu, wenn auch nicht so, wie man erwartet hatte.

Audi vs Toyota

Vom Start weg übernahm der Audi mit Tréluyer, Fässler und Lotterer das Kommando an der Spitze. Alex Wurz schob sich nach der ersten Kurve von auf den zweiten Platz und sprengte die Audi-Phalanx. Doch in den ersten Runden konnten sich die Le Mans Sieger leicht von Wurz absetzen. Der Vorsprung betrug teilweise mehr als sechs Sekunden, doch gegen der Verkehr sorgte dafür, dass Wurz schnell wieder im Heck des R18 klebte. Es gelang ihm sogar die Führung zu übernehmen und sich leicht vom e-tron abzusetzen. Der R18 Ultra konnte den Speed der beiden Führenden derweil nicht mitgehen. Die Vermutung lag schon in diesem Moment nahe, dass der Ultra, der mit Kristensen und McNish besetzt war, eine andere Stratege einschlagen würde.

Ab Runde 25 hatte man die ersten Boxenstopps erwartet und hier sollte sich dann das weitere Rennen entscheiden. Doch zur Überraschung aller kam Alex Wurz schon Ende Runde 22 an die Box und musste sich neuen Sprit holen. Die Audi blieben im ersten Stint 5, bzw 6 Runden (Ultra) länger draussen. Dazu kam, dass die Standzeit des Toyota ca. 5 bis 7 Sekunden länger war, als bei beiden R18. Vielleicht wollte Toyota ja auch Nummer Sicher gehen, erster Check in einem bislang extrem schnellen Rennen. Doch als die zweiten Stopps anstanden wiederholte sich das Spiel. Der Toyota kam pünktlich wie die japanische Eisenbahn nach 44 Runden an die Box, die erst um Runde 53 und später. Und so zog sich das dann auch über das gesamte Rennen. 23 Runden für den Toyota, 26 Runden für den e-tron, 27 Runden für den Ultra. Man konnte sich ausrechnen, dass am Ende ein Stopp mehr für die Toyota auf dem Papier stehen würden. Tatsächlich waren es sogar zwei. Bei den sieben Stopps der #1 ist eine Stopp & Go dabei.

Spätestens nach dem zweiten Stopp wusste Audi also, wie Sache laufen würde, man konnte sich auf eine schnelle Pace einlassen, musste aber nicht all zu sehr drücken. Auffällig ist dabei, dass die #1 ihre schnellste Runde (1.44.5min) schon in Runde 2 drehte, also mit vollen Tanks. Im späteren Verlauf des Rennens drehte nur der Ultra auf (1.44.6 min), als dieser wegen eines platten Reifen einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegen musste. Der Toyota fuhr seine schnellste Runde (1.44.0 min) in Runde 139, eine Runde vor Ende des Stints.

Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass Audi nicht volles Risiko gegangen ist, sonst wären die Zeiten deutlich unter 1.44 gelandet. Allerdings stellt sich die Frage, was dann mit dem Verbrauch und dem Reifenverschleiss gewesen wäre. Wie schon in Le Mans konnte man beobachten, dass der e-tron zwar zu Beginn eines Stints den Vorsprung halten, bzw. ausbauen konnte, ihn gegen Ende des Stints aber verlor. Je leichter der Toyota wurde, desto schneller wurde er auch, gleichzeitig schien beim Audi der Speed wegzugehen. Doch der Eindruck täuscht ein wenig.

Die Stintzeiten des e-tron sahen meist so aus (Runde 28 bis Runde 54)

46.6, 47.5, 46.3, 48.5, 46.4, 50.4, 47.7, 47.2, 47.8, 46.7, 46.3, 46.3, 47.0, 47.9, 46.8, 50.2, 47.9, 47.1, 48.2, 47.2, 48.6, 48.7, 46.7, 47.9, 48.2

Toyota (Runde 24 bis 22)

47.9, 47.4, 45.3, 44.8, 47.1, 47.2, 46.8, 46.4, 47.6, 48.6, 45.4, 46.1, 46.4, 46.0, 47.4, 45.2, 46.7, 46.5, 47.1, 47.0, 46.4

Einige Schwankungen sind dem Überrundungsverkehr geschuldet, aber es wird deutlich, wie das Rennen lief. Toyota holte konstant Zeit auf, aber viel zu wenig, um sich den Vorsprung heraus fahren zu können, den man gebraucht hätte. Zu dem verteilten sich Glück und Pech gleichermaßen. Der e-tron bekam eine Durchfahrtsstrafe, weil einen Ferrari abgeschossen hatte, Toyota hatte während der zweiten SC-Phase Pech, dass man hinter dem zweiten Safety-Car hing und nicht hinter dem Führenden. So verlor man ein paar Sekunden, wäre es anders gelaufen, hätte man fast 40 Sekunden gut gemacht. Aber selbst das hätte das Ergebnis des Rennens nicht verändert. Toytoa war schnell, aber Standzeiten und Effizienz vernichteten alle Siegchancen. Dass man am Ende auf P2 landen konnte, war auch noch Glück. Der Ultra hatte sich nach seinem zweiten Stopp einen platten Reifen hinten rechts eingefangen und musste noch mal rein. Beim Stopp verlor man ca. 30 Sekunden man lag am Ende aber nur 18 Sekunden hinter dem Toyota, dem wiederum 55 Sekunden auf den e-tron fehlten.

Dennoch: Man darf nicht vergessen, dass das erst das zweite Rennen des Toyota TS030 war und Toyota sowieso dieses Jahr eigentlich gar nicht voll mitfahren wollte. Dazu fehlte der zweite Wagen, mit dem man eventuell die Strategie hätte aufteilen können. Bei den beiden Asien Rennen in Fuji und Shanghai werden wohl zwei Toyota an den Start gehen. Gerade in Fuji könnte das Rennen dann deutlich anders aussehen. Toyota muss dringend am Verbrauch des Wagens arbeiten, aber es ist leichter, einen schnellen Wagen effizient zu machen. Tatsache ist, dass man an Audi dran ist.

Sonstige LMP1

Auch das Rennen hinter den beiden Top Teams gestaltete sich extrem spannend. Die beiden Rebellion Lola übernahmen zunächst die Spitze. Der Strakka HPD blieb aber auf Tuchfühlung, nur der JRM HPD hatte mal wieder Pech. In der ersten Runde kam man sich mit dem Greaves LMP2 der Brundle Familie ins Gehege und fiel gleich 40 Sekunden zurück. Aber alle Fahrzeuge blieben während des Rennens innerhalb von einer Runde. Der nominell stärkste Rebellion mit der #12 und der Besetzung Jani/Prost konnte sich auf Platz 4 behaupten, bekam aber später eine Stopp and Go, weil man mit einem Krohn Ferrari kollidiert war. Den Unfall kann man auch genau anders herum sehen, aber seis drum. Damit ging das Schwesterauto in Führung, das mit Belicchi/Primat besetzt war. Im letzten Stint holte Danny Watts im Strakka dann plötzlich mächtig auf und radierte einen Rückstand von 16 Sekunden aus. In der letzten Runde lag Watts hinter dem Rebellion, konnte aber keinen Überholvorgang mehr setzen. Am Ende trennten Watts ganze 0,6 Sekunden vom Rebellion. Dahinter lag der zweite Rebellion vor dem JRM.

LMP2

In der Quali lagen 10 LMP2 innerhalb von einer Sekunde und es versprach ein spannendes Rennen zu werden. Tatsächlich wechselte die Führung sehr häufig. Das favorisierte OAK Morgan-Nissan Team mit der #35 und der Besetzung Kraihammer, Heinermeier-Hanson und Baguette fiel jedoch früh mit Problemem am Anlaser zurück. Auch der zweite OAK mit Nicolet, Lahaye und Pla hatte Pech. Man war gerade an der Box, als die zweite SC-Phase fiel und musste dann an der roten Ampel warten, bis das halbe Feld vorbei gezogen war.

Probleme hatte auch das Team von Murphy Motorsport. Erst platzte ein Reifen, dann gab es Probleme mit dem Motor, was das Team weit zurück warf. Bei Greaves sah es mit dem Glück nicht besser aus. Der Brundle Wagen fiel wegen einer Kollision schon in der ersten Runde weit zurück, später ereilte die Mannschaft eine Stopp and Go.

Wie erwartet, war das Starworks Team mit Dalziel, Sarratin und Potolicchio extrem stark unterwegs. Die Mannschaft lag eine gute zeitlang in Führung, wurde aber ebenfalls von der SC-Phase auf dem falschen Fuss erwischt. Man musste sich erneut durch das halbe Feld kämpfen. Im Verlauf des Rennens kristallisierte sich dann etwas überraschend das ADR-Delta Team auf einem Oreca-Nissan als stärktes Team heraus. Die Besetzung Martin, Charout und Graves hielt sich zu dem aus allen Scharmützeln heraus und konnte vor allem im letzten Stint, als der Starworks Wagen auf P2 lag und Druck machte, das Tempo mitgehen. Am Ende gewann man mit 5 Sekunden Vorsprung. Auf Platz 3 landete der zweite Signatech-Nissan mit Panciatici, Ragues und Rusinov, die während des Rennens einen starken Eindruck hinterliessen. Jota und Pecom waren nicht ganz so stark wie erwartet.

GTE-Pro

Die Pro-Kategorie sah in den ersten Runden einen sehr heftigen Zweikampf zwischen dem AF Corse (Fisichella/Bruni) und dem Felbermayr Porsche (Lieb/Lietz). Doch auch hier war schon nach dem ersten Stint die Musik raus. Der RSR konnte zwar das Tempo des Ferrari F458 mithalten und sich an die Spitze setzen, doch dann kamen die Boxenstopps. Der Porsche musste in Runde 29 an die Box, der Ferrari kam erst ganze 5 Runden später. Das ist, bei ähnlichen Konzepten in der Serie, schon ziemlich erstaunlich. Der Porsche ist zwar so schnell wie der F458, beim Verbrauch sieht die Sache aber deutlich anders aus. Was Porsche nicht gefallen wird. Die Spannung war dann vollends raus, als der RSR einen Schaden an der Hinterradaufhängung hatte und rundenlang in der Box stand. Damit war der Sieg des AF-Corse zemtiert. Etwas überraschend konnte sich der JMW-Ferrari auf P2 festsetzen.

Der Aston Martin war nicht ganz so stark, wie man das erwarten konnte, zu dem musste auch deutlich früher an die Box, als die Ferrari. Stefan Mücke prügelte den Wagen im letzten Stint aber um den Kurs und nahm dann den zweiten AF Corse mit Bertolini/Beretta auf P3 ins Visier. In der letzten Kurve der letzten Runde gingen beide nebeneinander in die Bremszone. Leider konnte man nicht genau sehen, was dann passierte, aber plötzlich steckte der Ferrari im Kies. Ob es eine Berührung gab, oder Bertolini den Wagen selber weg geworfen hat, wurde nicht klar. Einen Protest gab es jedenfalls nicht. Bitter für Bertolini: Auch beim 6 Stunden Rennen muss man über die Ziellinie fahren. Da man ca. 100 Meter vor der Linie im Kies steckte wurde man als “nicht gewertet” klassifiziert.

GTE-Am

Wegen der vielen Ereignisse in den anderen Klassen habe ich die Am-Kategorie nur so halb verfolgt. Bilder gab es auch kaum zu sehen. Um die Spitze stritten sich die meiste Zeit der Felbermayr Porsche und der AF-Corse-Waltrip Wagen. Wie in der Pro-Klasse konnte sich der Ferrari wegen der längeren Stints am Ende durchsetzen. Auf Platz 3 landere der Krohn Ferrari.

Es stehen noch vier Rennen der WEC auf dem Programm, als nächstes folgen die 6 Stunden von Sao Paulo am 15. September. Die vorläufige Entry-List nennt 30 Autos, was etwas weniger als in Silverstone ist. Da scheuen einige britische LMP2 Teams die weite Reise, was verständlich ist. Das Duell Audi vs. Toyota wird auf dem engen Kurs in Sao Paulo vermutlich nicht ganz so dramatisch ausfallen, wie in England. Die Piste ist Sachen Verbrauch keine gute Angelegenheit für die Japaner.

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August 23 2012

13:29

WEC: Vorschau Silverstone 2012

Nach zwei Monaten Pause meldet sich die WEC zurück. Das Rennen in Silverstone dürfte sehr interessante Kämpfe in den beiden Prototypenklassen bieten.

Das Hauptinteresse dürfte beim 6-Stunden-Rennen in Silverstone auf dem Kampf zwischen Toyota und Audi liegen. In Le Mans zeigten die Japaner, dass sie, je nach Reifenwahl, durchaus in der Lage sind, die Audi unter Druck zu setzen. In den vergangenen zwei Monaten hat man den Hybrid-Benziner weiter entwickelt und die versucht, die in Le Mans gefundenen Schwachpunkte zu eliminieren. Wenn man dem Twitteraccout von Alex Wurz folgt, konnte man schon lesen, dass Toyota vor allem in Sachen Hybrid-Antriebsstrang und Aerodynamik gearbeitet hat. Natürlich wird Toyota nicht mit einer neuen Aerodynamik in Silverstone aufwarten, aber Änderungen soll es schon geben. Die dürften auch nötig sein, denn Audi hatte bisher die Nase vorn.

LMP1

Der R18 war zwar auf der Geraden in Le Mans einen Tick langsamer als die Toyota, holte die Zeit aber vor allem in den Porsche-Kurven. Jenes lange Geschlängel, dass der berühmt-berüchtigen Passage Maggotts, Becketts, Chapel ja sehr ähnlich ist. Dazu kommt noch Stowe und die Kombination Brooklands/Luffield, die dem R18 liegen sollte. Natürlich war Audi in der Zwischenzeit auch nicht untätig und hat vor allem am e-tron R18 geschraubt. Wie üblich bekommt man aber nur tiefstes Schweigen zu hören, wenn man nach Änderungen fragt.

Bei Audi werden die Le Mans Sieger André Lotterer, Benoit Tréluyer, Marcel Fässler den e-tron steuern, während Kristensen und McNish sich das Cockpit im Ultra teilen. Dindo Capello hat sich ja aus dem Prototypen-Sport zurückgezogen, einen dritten Fahrer hat Audi für den Wagen nicht benannt. Toyota rückt mit nur einem Wagen an, der von Alexander Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima pilotiert wird. Der Einsatz nur eines Wagens schmälert die Chancen natürlich, zumal dem Auto immer noch Testkilometer fehlen und kleinere Schäden schnell mal auftreten können. Aber immerhin hat man in Le Mans die nun in Silverstone anstehende 6-Stunden Distanz fehlerfrei durch gehalten. Spannend wird es also in jedem Fall, auch die Vorteile klar bei Audi liegen.

Hinter den drei Favoriten wird vor allem das Rebellion-Team auf Fehler hoffen. Das Lola B12 mit dem Toyotamotor machte in Le Mans einen bärenstarken Eindruck, auch (oder vielleicht gerade weil) das Team die Entwicklung mittlerweile selber voran treibt und eigene Kohlefaserteile für das Lola-Chassis fertigt. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen. In Wagen mit der #12 sitzen Nicolas Prost und Neel Jani, in der #13 Andrea Belicchi und Harold Primat. Nick Heidfeld ist nicht im Einsatz, der Vertrag sah nur einen Einsatz in Le Mans vor. Er meinte mir gegenüber neulich bei einem Treffen am Rande der GT-Academy, dass er durchaus Interesse habe, 2013 Vollzeit in der WEC anzutreten. Wenn denn das Team stimmt.

Leicht wird es Rebellion aber nicht haben, denn gleich zwei der schnellen HPD starten an diesem Wochenende. Strakka setzt auf die Kombination Nick Leventis, Danny Watts und Jonny Kane, JRM, die in Le Mans vom Pech gebeutelt waren, schickt David Brabham, Peter Dumbreck und Karun Chandhok ins Rennen. Dem HPD liegt Silverstone, die Rebellion Mannschaft wird sich strecken müssen. Es wird sich also lohnen, auch mal einen Blick hinter die Audi und Toyota zu werfen, immerhin geht es um einen möglichen dritten Platz, wenn einer der Favoriten schwächelt.

LMP2

Spaß dürfte auch die LMP2 bereiten, die sich in diesem Jahr als “die” Klasse des Prototypen-Sports entwickelt hat. Gute Teams, hervorragende Fahrer und Abstände, wie man sie sonst nur aus den GT-Klassen kennt. Hier einen Sieger vorher zusagen ist eher schwer und da die Klasse mit 15 Startern recht voll ist, konzentriere ich mich mal auf diejenigen, die ich als Favoriten im Blick habe.

Als erstes wären da die beiden OAK Morgan-Nissan zu vermelden, die in allen bisherigen Rennen der europäischen Serie sehr, sehr schnell waren. In der #24 sitzen Jacques Nicolet, Matthieu Lahaye und Olivier Pla, der schnellere Wagen scheint mir aber die #35 zu sein, wo Bertrand Baguette, David Heinemeier Hansson und Dominik Kraihamer auf einen Sieg aus sind. Im Status GP Auto werden Alexander Sims, Julien Jousse und Maxime Jousse ins Lenkrad greifen, allerdings zeigte sich der Status wegen seines Judd-Motors eher anfällig. Leistung hat der Judd ja, aber es hapert an Standfestigkeit, weswegen man in Silverstone auch nur diesen einen Motor in einem LMP2 findet. Die Jungs von Pecom Racing dürften auch ein Wort um den Sieg mitreden dürfen (Luis Perez Companc, Pierre Kaffer, Soheil Ayari), aber ebenso die ebenfalls auf einem Oreca-Nissan antretenden Iren von Murphy Motorsport mit Brendon Hartley, Warren Hughes und Jody Firth. Die sind in diesem Jahr schon mehrfach an einem Sieg vorbei geschrammt.

Die Le Mans Sieger von Starworks Motorsport treten ebenfalls an, dabei sind Enzo Potolicchio, Ryan Dalziel und Stéphane Sarrazin. Nach dem großartigen Erfolg gilt Starworks mit dem HPD ARX-03b-Honda natürlich auch in Silverstone zu den ganz großen Favoriten. Nicht vergessen darf man aber auch Greaves Motorsport, die weiter auf den Zytek-Nissan setzten. Im Wagen mit der #42 sitzen Alex Brundle, Martin Brundle und Lucas Ordonez, die nominell stärker sein sollten als die #41 mit Christian Zugel, Ricardo Gonzalez und Elton Julian. Nicht vergessen sollte man Jota, ebenfalls im Zytek, mit Simon Dolan, Sam Hancock und dem sehr schnellen Nicolas Minassian. Zu guter Letzt will ich noch Lotus nennen, die wie Status auf das Lola B12/80 Chassis setzen. In der #31 sitzen Thomas Holzer, Mirco Schultis und Luca Moro, interessanter ist die Besetzung in der #32 wo Kevin Weeda, James Rossiter und zum ersten Mal Vitantonio Liuzzi sitzen werden. Für den Sieg kommen aber beide Lotus wohl eher nicht Frage.

Wie man sieht, ist das Staraufgebot in der LMP2 auch nicht schlechter, als in der LMP1. Da die Regie aber meist dazu neigt, die Führenden zu zeigen, muss man die LMP2 per Twitter und Livetiming im Blick behalten.

GTE-Pro

Die GTE-Klasse ist mit insgesamt 13 Autos gar nicht so schlecht besetzt, aber nur 5 davon finden sich der Pro-Kategorie. Und davon sind dann allein drei Ferrari F458, von denen wiederum zwei von AF Corse kommen. In der #51 sitzen Giancarlo Fisichella und Gianmaria Bruni, der #71 wie gewohnt Andrea Bertolini und Olivier Beretta. Der dritte Ferrari kommt wie immer von JMW mit James Walker und Jonny Cocker. Porsche ist nur durch Felbermayr-Proton vertreten, die den neuen RSR mit Richard Lietz und Marc Lieb besetzen. Der neue Wagen kommt so langsam in Schwung, zumindest kann man dein Eindruck bekommen, wenn man sich die ALMS anschaut, aber herrschen ja andere “BoP” Gesetze. Ich bin skeptisch, was die Chancen des 911er auf der sehr schnellen Strecke in Silverstone angeht.

Für eine Überraschung könnte da eher der Aston Martin sorgen, der zu dem mit Stefan Mücke, Adrian Fernandez und
Darren Turner extrem gut besetzt ist. Weil der ACO dem Aston Martin einige Waiver zugebilligt hat (Heckflügel, Luftmengenbegrenzer) ist der Vantage ziemlich schnell unterwegs und könnte in England die Phalanx der Ferrari durchaus unter Druck setzen. Die 458 haben sich zudem in diesem Jahr hier und da anfällig gezeigt, was in der Klasse ebenfalls die Spannung erhöhen sollte. Aber alles andere als ein Sieg eines Ferrari wäre eine Überraschung.

GTE-AM
Die AM-Klasse lässt sich wegen der vielen Gentleman-Driver nur schwer vorhersagen. Die Klasse zeigte in Le Mans aber ein fantastisches Rennen, dass sich erst in der letzten Runde entschied. Auf dem Schirm für den Sieg habe ich in Silverstone den JMW-Avila Porsche mit Joël Camathias, Markus Palttala und Paul Daniels neben dem Krohn Ferrari mit Tracy Krohn, Niclas Jönsson und Michele Rugolo. Die Labre-Corvette mit Patrick Bornhauser, Julien Canal und Fernando Rees sollte man auch nicht unterschätzen.

Auch hier empfiehlt sich ein Blick ins Livetiming zu Twitter, wenn man die Klasse verfolgen möchte.

Übertragung:
MotorsTV überträgt, ebenso mit ein paar Einblendungen Eurosport 2. Einen Livestream sollte es auf der offiziellen Seite des ACO geben, war zumindest angekündigt. Wir reichen den im Chat usw. noch nach. Radio Le Mans liefert den Kommentar und ich plane den Tag ebenfalls per Liveblog zu begleiten. Da die BTCC aber parallel unterwegs ist, muss ich sehen, wie ich das aufteile. Bitte auf kurzfristige Ankündigungen im Chat und bei Twitter achten!

Den Spotterguide gibt es schon, auch hier vor dem Rennen die aktuelle Version besorgen!

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August 15 2012

16:00

Nissan GT Academy: Ein kurzer Besuch

Neulich hatte ich die Gelegenheit, die Nissan GT Academy in Silverstone zu besuchen. Und viel Spaß dabei.

Die GT Academy sollte eigentlich mittlerweile jedem bekannt sein. Nicht nur wegen der permanenten Werbung auf allen Sendern, sondern auch, weil die ganze Aktion tatsächlich schon etwas gebracht hat. Die Idee ist, einen Gamer von der Konsole zu zerren und nach einem ziemlich ausgefallenen Auswahlverfahren in einen Rennwagen zu bugisieren. Mit zwei Rennfahrern hat das schon richtig gut geklappt. Lucas Ordoñez ist so einer, den man kennt, ein weiterer Gewinner, dessen Name man vermutlich in Zukunft ebenfalls noch öfter hören wird, ist Jann Mardenborough, der gerade die britische GT aufmischt. Die beiden anderen Gewinner der letzten Jahre, Bryan Heitkotter und Jordan Tresson sind ebenfalls noch unterwegs, wenn auch nicht ganz so erfolgreich. In diesem Jahr gibt es auch eine reine deutsche Challange. Nach einem Online-Auswahlverfahren durften 12 Fahrer ins Renncamp nach Silverstone, wo sie am ersten Morgen dann auch gleich zünftig geweckt wurden.

Nissan hatte ein Team der britischen SAS vor Ort, was allerdings nicht bei jedem Teilnehmer Glückgefühle auslöste. Was man angesichts der Bilder irgendwie nach vollziehen kann.

Doch es ging ja mehr um Sport und darum, einen Wagen schnell am Limit zu bewegen. Ich war für zwei Tage vor Ort und konnte einige Herausforderungen live verfolgen. Darunter war die sehr amüsante Idee einer Verfolgungsjagd. Die Teilnehmer bekamen einen Nissan GT-R und mussten auf der winkeligen Strecke des Stowe Circuit (liegt innerhalb des Silverstone Circiut) vor einem Nissan Juke-R flüchten. Im Juke saß allerdings Nick Heidfeld am Steuer, neben ihm Smudo, der zu seinem großen Spaß ein auf der Motorhaube montierte Paintball-Gun bedienen durfte. Ziel war es, nicht getroffen zu werden, was den meisten Fahrern nicht gelang.

Es folgten noch weitere Auswahlverfahren, darunter ein Rennen mit Leichtflugzeugen (!), Drift-Challenge und noch viel mehr. Als Juroren fungierten: Nick Heidfeld, Sabine Schmitz, Smudo und Peter Terting.

Damit den Journalisten nicht langweilig wurde, mussten die auch ran. Erst gab es einen Drift-Kurs mit einem dafür umgebauten 370 Z, was großen Spaß machte. Danke an der Stelle auch noch mal an Ferrari und die Instruktoren aus dem letzten Jahr. Die Lernergebnisse aus dem F458 konnte ich auf dem Parkplatz in Silverstone gut gebrauchen.

Danach gab es dann ein paar Runden in einem “normalen” 370 Z auf der Strecke von Stowe. Immer mit Instruktor, was mich dennoch nicht von der Peinlichkeit abhielt, kurz die Wiese zu besuchen (“That was a very nice power oversteer followed by a perfect correction and the unfortune and miserable decision to step on the gas again” O-Ton Instruktor). Anyway… später baute er mein angeknicktes Ego dann mit Worten “Better be quick, make small mistakes and learn, rather then being slow. We don’t want be slow” wieder auf.

Es folgte ein sehr netter Abend, wobei ich das Glück hatte neben Sabine Schmitz und Smudo zu sitzen. Letzteren kenne ich noch von meiner Zeit in der Musikbranche, wir hatten da öfter miteinander zu tun, was dann insgesamt zu einem Schwelgen in Erinnerung führte und etlichen Geschichten aus der VLN, die ich hier aus Gründen der Diskretion mal lieber nicht berichte ;)

Am nächsten Tag folgten dann weitere Challenges für die Teilnehmer der GT Academy und eine längere Ausfahrt für die Journalisten im Nissan GT-R. Die dann nicht in Wiese endete und den Testbericht gibt es drüber bei racingcarz.com.

Von den 12 Teilnehmern setzten sich am Ende dann vier durch: Nick Sepec, Andres Monzon, Peter Pyzere und Patrick Langkau. Die werden dann im Verlaufe des Jahres weiteren Tests unterzogen bis im November dann die Sieger feststehen.

Den Aufwand, den einige Teilnehmer betrieben haben um überhaupt ins Racecamp zu kommen, ist ernorm. Manche haben zwei Jahre lang jeden Tag stundenlang vor der Playstation geübt, um die Online-Challange zu bestehen. Die Fahrer liegen so eng zusammen, dass teilweise Tausendstel über ein Weiterkommen entschieden haben.

Aus der Sicht der Nachwuchsförderung ist das Programm von Nissan und Sony sowieso nur zu begrüßen. Talentierten, aber sponsorlosen Fahrern wird eine große Chance eröffnet, die man sonst nicht haben würde. Für ein paar Glückliche wird da eine Tür aufgestossen, durch die sie sonst nie gehen könnten. Der normale Weg, sich per Kart-Sichtungen für die Förderung bei Red Bull oder einem Hersteller zu qualifizieren, kostet auch schon enorm viel Geld. Für ein gutes Kart und eine Saison werden da schnell hohe sechstellige Summen fällig.

Disclaimer: Ich war auf Einladung von Nissan Deutschland vor Ort, die Flug und Hotel übernommen haben.

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December 15 2011

10:43

BTCC: Die Saison 2011

Eigentlich war es schon vor der Saison klar, wer in diesem Jahr Meister wird. Aber etliche Regeländerungen sorgten dann doch für eine Entscheidung, die erst im letzten Rennen fiel.

Die Saison 2011 sah in der BTCC eine ziemlich weitreichende Änderung, die allerdings auch für einige Verwirrung sorgen sollte. Die TOCA, die hinter der BTCC steht, hatte in den letzten Jahren eine eigene Nachfolgeklasse für die Fahrzeuge geplant, die nach dem S2000-Reglement der FIA auch in England unterwegs waren. Die Übernahme der S2000 hatte den Vorteil, dass die Hersteller ihre Wagen weltweit einsetzen konnten. Zwar hatte die FIA auch an den Regeln geschraubt und den 1.6 Liter Turbo/Weltmotor eingeführt, aber das reichte der BTCC. Wegen der hohen Kosten der S2000, die oft für dünn besetzte Starterfelde sorgte, entschloss man sich, eine eigene Formel einzuführen. Die NGTC hat ein eigenes Chassis, dass von der TOCA entwickelt wurde, und zum größtenteil ein Einheitschassis für die gesamte Serie ist. Beim Motor entschloss man sich auf einen eigenen 2-Liter-Turbomotor zu setzen. Und genau das führt zu Ärger, nicht nur in der BTCC.

Warum sich die BTCC für einen eigenen Motor entschieden hat, anstatt auf die vorhandenen FIA 1.6 Liter Maschinen zu setzen, ist den meisten immer noch ein Rätsel. Die Entwicklung eines Motors ist so ziemlich das teuerste, was man machen kann, der Griff in die Hersteller-Schublade wäre leichter gewesen. Auf der anderen Seite bietet die TOCA selber den Motor auch kleinen Teams an, und dies wohl zu einem kleinen Preis. So macht man sich natürlich auch von den Herstellern unabhängig. Die BTCC hat da schlechte Erfahrungen gemacht, daher vielleicht auch die Vorsicht. Doch in diesemJahr führte die Umstellung der Regeln zu einigem Chaos. Es gab reine NGTC, Wagen mit S2000 Chassis, aber NGTC-Motor und reine S2000 Teams. Die TOCA versprach, dass man alle Teilnehmer mittels BoP einleveln würde, aber das Unterfangen war schwerer, als gedacht.

In den ersten drei Rennen flogen die S2000/NGTC wie Honda und Ford der Konkurrenz davon. Meister Jason Plato, dessen Chevy 2010 noch das dominierende Auto war, betete nach jedem Rennen mantramäßig runter, dass es so nicht weiter gehen können, das sei ein Witz, ein schlechter dazu, er habe keine Lust mehr. Diese Aussage wiederholte er in Thruxton, Donington, Silverstone und Croft. Was immerhin dafür sorgte, dass die TOCA schrittweise den Ladedruck der gemischten NGTC Fahrzeuge runterdrehte, während der, der reinen NGTC teilweise unangetastet blieb. Das führte dann ab Mitte der Saison zum wundersamen Aufstieg von Frank Wrathall im Dynojet Toyota. Der Rookie ärgerte die Stars vorne mehrfach kräftig, vermutlich auch, weil die TOCA zeigen wollte, dass man mit einem NGTC auch gegen Chevy ankommt.

Ein weiterer Fahrer, der in diesem Jahr für eine Überraschung sorgte, war Mat Jackson im Airwaves Ford Focus. Airwaves Racing hatte von Ford die letztjährigen Focus ST Chassis gekauft und mit einem eigenen NGTC-Motor ausgestattet. Die Kombination funktionierte dann sogar besser, als die es “Quasi-” Werksteams AON von Ford. Die waren mit Chilton als Nummer Eins auf dem Papier gut aufgestellt, aber es ging wenig zusammen. Man war sogar so verzweifelt, dass man Tom Onslow-Cole zurück holte, den man Ende 2010 entlassen hatte. Aber auch das brachte nur wenig. AON war sicher einer der Enttäuschungen in diesem Jahr. Jackson hamsterte dagegen fleissig Punkte und lag zwischenzeitlich sogar mal in Führung. Doch dann kam das Wochenende in Knockhill, wo Jackson ohne Punkte blieb. So kurz vor dem Saisonende war das dass Ende der Titelträume.

Aber schon vor der Saison war klar, dass der Titel ziemlich sicher über Honda zu holen sein müsste. Chevrolet musste schon früh in der Saison feststellen, das man keinen Chance hatte, da konnte Jason Plato noch so laut schimpfen. Es war schon erstaunlich, dass er den Titel-Kampf so lange offen halten konnte. Im Prinzip verlor er den Titel erst beim letzten Rennen in Silverstone, aber gegen die Turbos hatte er keine Chance.

Erstaunlicher war dann schon, wie lange Honda um den Titel bangen musste. Gordon Shedden war Matt Neal in fast allen Rennen ebenbürtig und teilweise sogar besser. Das führte dann zu so kuriosen Unfällen wie in Oulton Park, als Matt Neal seinen Teamkollegen einfach abschoss und beide ins Aus rodelten. Papa Neal, der zufälligerweise auch der Teambesitzer ist, war dementsprechend sauer, der Filius geknickt. Danach ließ er es ruhiger angehen, was aber nicht unbedingt langsamer war. Insgesamt gewann er sieben von 30 Rennen. Bei Shedden waren es sechs Siege, somit hatte Honda auch die meisten Siege in der Saison 2011 eingefahren. Spannenderweise gelangen Jason Plato acht Siege, aber ein paar Ausfälle, vor allem der in Donington, schmälerten seine Titelchancen.

Man muss aber auch sagen, dass Team Dynamics, die die Honda Civic bauen, den Titel auch verdient haben. Sie sind das Wagnis mit dem NGTC-Motor eingegangen und haben, mit Honda im Rücken, viel investiert. Chevrolet hat das nicht gemacht, allerdings hatte RML auch jede Menge mit dem FIA-Motor für die WTCC zu tun, da blieb nur wenig Zeit und Geld für einen NGTC-Motor. Bisher ist auch nicht klar, was Chevrolet in der kommenden Saison machen wird. Honda hatte es leichter und sie haben ihren Vorteil auch genutzt. Das Mat Jackson so lange vorne mit dabei war, dass Plato dennoch mehr Siege holte, war sicher so nicht geplant, aber für die Fans hat es sich gelohnt.

Es war kein schlechtes Jahr für die BTCC, auch wenn die Rangelei hinter den Kulissen und die unterschiedlichen Einstellungen der Fahrzeuge keinen richtig fairen Vergleich zu lassen. Es wäre schöner gewesen, die TOCA hätten allen noch ein Jahr Zeit gegeben, um dann komplett umzustellen. Für 2012 erwartet die Fans ein weiteres Übergangsjahr. Immerhin sollen aber die NGTC offiziell bevorzugt werden. Mehr dazu dann im nächsten März, das erste Rennen 2012 steigt am 1.04.2012 in Brands Hatch-

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October 18 2011

17:32

BTCC: Bericht Finale Silverstone

Mathematisch sah es vor dem letzten Rennen nach einem Dreikampf in der Meisterschaft aus, doch schon im ersten Rennen änderte sich die Lage.

Es war nicht das Wochenende von Jason Plato, dem amtierenden Meister der BTCC. Schon vor dem Rennen auf dem kurzen National Kurs in Silverstone war klar, dass der Cruze nur wenig Chancen haben würde. In der Qualifikation zeigte sich das schon, als Plato nur P7 erreichen konnte. Viel weiter nach vorne würde es nicht gehen, meinte Plato, der relativ frustriert schien, da er gegen die NGTC auf der Geraden keine Chance hatte. Aber dann gab es noch Mat Jackson im privat eingesetzten Focus aus dem letztem Jahr im Airwaves Team. Die hatten sich sogar James Thompson als Verstärkung geholt, der jedoch in der Quali nur auf P16 kam. Das erste Rennen war dann aber sowohl für Jackson, als auch für Thompson und Plato eher eine Katastrophe.

Rennen 1

29 Wagen standen in der Startaufstellung und das konnte ja nicht wirklich gut gehen. Während vorne alle Titelfavoriten gut wegkamen, gerieten weiter hinten Rob Austin, Liam Griffin, Ollie Jackson und Tony Gilham aneinander. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, stand Gilham in der Mauer und Austin humpelte mit einer defekten Aufhängung ins Aus. Leider erwischte es im Getümmel auch James Thompson, der seinen Focus abstellen musste. Nach einer kurzen Safety Car Phase ging es dann wieder los.

Matt Neal hatte sich vorne auf P1 gesetzt, gefolgt von Mat Jackson und Gordon Shedden. Neal schleppte zwar 45 Kilo Ballast mit sich rum, aber Jackson konnte davon nicht profitieren. Auf der Bremse kam er gerade in Luffield immer wieder nah an die Stoßstange des Honda, aber in Sachen Beschleunigung konnte er mit dem Civic nicht mithalten. Selbst im Windschatten kam der Focus nicht näher ran, was Neal das Leben etwas leichter machte. Shedden lag auf P3, ein paar Zehntel hinter Jackson und schaute sich den Kampf an. Vermutlich hoffte er, dass der Focus-Pilot ein verzweifeltes Manöver startete, was aber nicht passierte.

Dahinter lag James Nash, der allerdings schnell den Anschluss an die Top 3 verlor und einen ganzen Schwarm von Fahrzeugen hinter sich hatte was wiederum gut für Jason Plato war, der so immerhin noch die Aussicht auf P4 hatte. Doch nach nicht mal der Hälfte des Rennens platzten in Form des linken Vorderreifen die Titelträume von Plato endgültig. Damit musste er in Rennen 2 von ganz hinten starten und dort sammeln sich die privaten NGTC, die auf der Geraden auch nicht langsam sind. Schulterzuckend meinte Plato nach dem Rennen nur, dass es zwar klar war, aber eben auch frustrierend ist.

Vorne tat sich wenig, Jackson kam nie wirklich in die Position Neal angreifen zu können und ein paar Runden vor Schluss erwischte es auch den Focus. Ein Reifenschaden beendete die Titelträume von Jackson und dampfte somit die Titelentscheidung auf die beiden Honda-Piloten ein.

Im Hinterfeld gab es in einem ansonsten sehr ruhigen Rennen einige nette Zweikämpfe, doch vorne war dann alles klar. Neal gewann vor Shedden, Nash, Cole, MacDowell, Newsham, Jordan, Collard, Neate und Warthall. Die spannende Frage für das zweite Rennen lautet: Wird Shedden noch eine Chance auf den Titel haben?

Rennen 2

Schon vor dem Rennen war klar, dass Jason Plato aus dem Meisterschaftsrennen war, auch wenn er rechnerisch noch Chancen hatte. Auch war es klar, dass Gordon Shedden das Rennen unbedingt würde gewinnen müssen, um Meister zu werden. Und am Start sah die Sache für den Schotten sogar richtig gut aus. Neal kam schlecht weg und wurde von Onslow-Cole geschnappt und für einen Moment war sogar James Nash vor Neal. Derweil lag Shedden in Führung und konnte sich meterweise von Cole absetzen, dessen Rückspiegel allerdings komplett mit dem Honda von Neal ausgefüllt war. Doch der Focus konnte sich vor dem Honda halten.

Weiter hinten tobte Jason Plato durchs Feld. Der Chevy hatte weniger Probleme mit den langsameren NGTC-Fahrzeugen, als man dachte und kam so relativ flott nach vorne. Mit ausgefahrenen Ellenbogen wühlte er sich vom letzten Platz aus nach vorne und kam sogar in die Top Ten, wo sein Vorwärtsdrang dann logischerweise etwas gebremst wurde.

Nachdem Onslow-Cole Eingangs Brooklands quer stand, schnappte sich Neal P2 und machte sich auf die Jagd nach Shedden. Der blieb allerdings auch nach einer SC-Phase vorne. Nick Foster hatte eine kurze Berühung mit Liam Griffin und dabei seine gesamte Front in Einzelteilen auf der Zielgeraden verteilt. Nachdem der Schrott weggeräumt war ging es weiter, allerdings ohne dass es zu großen Veränderungen kam. Nur Plato schnappte sich noch Chilton und landete am Ende auf P7.

Shedden gewann vor Neal, Cole, Newsham, Jordan, Boardmann, Plato, Chilton und MacDowell. Die Ziehung des Reverse Grids ergab dann P9, was MacDowell auf die Pole schob.

Rennen 3

Der Reverse Grid sah dann so aus: MacDowell, Chilton, Plato, Boardman, Jordan, Newsham, Cole, Neal und Shedden. Shedden konnte Meister werden wenn: Er auf P4 landet und Neal nur P9 erreicht. Oder P3 vs P8, P2 vs. P6, P1 vs. P3. Da Neal in Rennen 2 hinter Shedden gelandet war, hatte er auch den leichteren Wagen und er startete einen Platz vor dem Schotten.

Den Start gewann Tom Chilton relativ leicht, weil MacDowell zu viel Wheelspin hatte. Plato schnappte sich P2 und machte sofort Druck, aber auf der Geraden zog der Focus dem Cruze einfach weg. Erstaunlicherweise konnte Plato den Abstand aber lange im Bereich von 0,3 Sekunden halten, so dass Chilton keine Ruhe hatte. Hinter Plato tauschten MacDowell und Boardman die Plätze und für einen Moment sag es so aus, als könne sich der Seat an Plato ranfahren, aber dafür reichte es dann doch nicht.

Neal und Shedden klebten während des Rennens zusammen. Der Schotte hatte sichtbar mit Übersteuern zu kämpfen und kam nie in die Position, Neal zu gefährden. Der klemmte seinerseits hinter Onslow-Cole, kam aber auch nicht vorbei. Das führte dann dazu, dass es am Ende noch mal hektisch wurde, denn von hinten nahten Rob Austin, James Nash und Frank Wrathall. Austin war offenbar wild entschlossen, sich nach vorne zu boxen und machte jede Druck auf Shedden, der ihn schließlich passieren lassen musste. Damit war das Rennen für Shedden endgültig gelaufen, selbst wenn Neal ausfallen würde, hätte seine Punktausbeute nicht ausgereicht, um Meister zu werden. Der A4 von Rob Austin schnappte sich aber noch Matt Neal, so dass die Hondas wieder zusammen lagen. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Meisterschaft gelaufen.

Vorne ging auch nicht mehr viel, da bei Chilton nicht wie erwartet die Vorderreifen nachgaben. Plato ließ es dann auch gut sein und begnügte sich mit dem zweiten Platz.

Das sich das Meisterschaftsrennen auf beide Honda konzentrieren würde, war schon vor dem Wochenende klar und das beide sich nicht gegenseitig ins Auto fahren würden, auch. Im Grunde hat mit Matt Neal der Fahrer gewonnen, der vor der Saison als absoluter Favorit gehandelt wurde. Erstaunlich war höchstens, wie schwer er es hatte, sich gegen Gordon Shedden durch zu setzen. Aber sieben Meisterschaftssiegen ist Neal auch ein würdiger Champion. Und es tut der Serie gut, dass Honda den Titel holen konnte.

Das war es für dieses Jahr mit der BTCC, das nächste Rennen gibt es erst wieder im April 2012. Bisher ist nur klar, dass Honda einen neuen Civic aufbauen wird. Ob das Team Aon mit dem Focus wiederkommt ist ebenso unsicher, wie ein erneuter Start der Cruze, die bekanntermaßen einen neuen Motor bauen müssten, was bisher nicht bestätigt wurde. Der Vertrag von Plato läuft auch nur bis Ende des Jahres. Wir werden News aus der BTCC natürlich auch über die Winterpause berichten.

BTCC_Silverstone_2011_15 BTCC_Silverstone_2011_14 BTCC_Silverstone_2011_13 BTCC_Silverstone_2011_12 BTCC_Silverstone_2011_11 BTCC_Silverstone_2011_10 BTCC_Silverstone_2011_9 BTCC_Silverstone_2011_8 BTCC_Silverstone_2011_7 BTCC_Silverstone_2011_6 BTCC_Silverstone_2011_5 BTCC_Silverstone_2011_4 BTCC_Silverstone_2011_3 BTCC_Silverstone_2011_2 BTCC_Silverstone_2011_1

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October 13 2011

16:21

BTCC: Vorschau Finale Silverstone

Die letzten drei Rennen der diesjährigen BTCC-Saison stehen auf dem Programm und es kämpfen noch vier Fahrer um den Titel.

Schon zum Start der diesjährigen Saison war eines klar: Der Weg zum Titel führt nur über Honda. Die waren bei den Tests um Längen besser als der Rest des Feldes und Matt Neal ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er in diesem Jahr der BTCC-Meister werden würde. Das wäre vermutlich auch schon längst der Fall, doch die TOCA und ein sehr energischer Jason Plato sorgten dafür, dass die Honda eingebremst wurden und die Meisterschaft im letzten Rennen richtig spannend ist. Denn in der Tabelle sieht das jetzt so aus:

Matt Neal – 225 Punkte
Jason Plato – 220 Punkte
Gordon Shedden – 220 Punkte
Mat Jackson – 189 Punkte

Es ist also angerichtet, wie man so schön sagt und es gibt genug Stoff für drei dramatische Rennen. Jason Plato sieht seine Chancen allerdings nicht sehr optimistisch. Die BTCC fährt in Silverstone den kleinen Kurs. Man biegt nach Becketts scharf rechts ab auf die Club Straight, die dann in Brooklands endet. Faktisch bedeutet das einen sehr hohen Vollgasanteil, der die Wagen mit NGTC-Motor klar bevorteilt. In Sachen Beschleunigung und Topspeed hat der Cruze da eigentlich keine Chance. Da für das Wochenende auch kein Regen angesagt ist, können die Turbos ihre Vorteile voll ausspielen. Natürlich darf man Plato nie abschreiben, zumal es im Rennen Drei den Reverse Grid geben wird, der noch mal für Veränderungen sorgen könnte.

Klare Favoriten sind also Matt Neal und Gordon Shedden, wobei es interessant werden dürfte, wie welcher Fahrer vom Team ein “Du bist unser Mann” Zeichen erhalten wird. Das Team Dynamics hat sich bisher gegenüber beiden Piloten sehr fair verhalten, man darf nicht vergessen, dass der Teamchef der Vater von Matt Neal ist. Es wäre logisch, wenn er seinen Sohn bevorzugen würde, bisher war das aber nicht der Fall. Ich vermute, dass das Ergebnis des ersten Rennens zeigen wird, wer Meister werden darf.

Mat Jackson hat nur Außenseiterchancen. Es müsste viel bei Honda und Chevrolet schief laufen, damit Jackson noch ein Wörtchen um die Titelvergabe mitreden kann. Aber das Motorbase Performance Team dürfte in Silverstone durchaus zu den Favoriten auf den Sieg gezählt werden, denn der Focus ist sehr schnell unterwegs. Da auf der kurzen Variante auch die Kurven fehlen, sollte der sonst hohe Reifenverschleiss auf der Vorderache auch keine große Rolle spielen. Dazu kommt, dass Motorbase sich massiv verstärkt hat. Man setzt James Thompson in das dritte Auto, was ein deutliches Zeichen ist. Thompson ist gerade mal wieder arbeitslos und dürfte ein Interesse daran haben, sich so gut wie möglich zu verkaufen. Er ist Wasserträger für Mat Jackson, hat aber auch angekündigt, dass er im dem Fall, in dem Jackson ausfällt oder weit zurück liegt, um den Sieg fahren will. “Thomo” ist ein harter Hund, er wird seinen Gegner das Leben schwer machen. Allerdings wird man auch sehen müssen, ob er den Focus in Richtung Top 5 bewegen kann. Die anderen sind ja nun auch keine Schlafmützen.

Ebenfalls vorne sollte man die Vectras bei ihrem letzten Auftritt sehen. In Sachen Topseed gehen die Vauxhall gut, vor allem James Nash und Andrew Jordan könnten einigen Meisterschaftsaspiranten die Suppe versalzen.

Es wird also ein spannender Rennsonntag in England, wir kommentieren die Rennen live bei Twitter.

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October 07 2011

16:16

Blancpain Endurance Series: Vorschau Silverstone

Am Wochenende beschliesßt die neue GT3-Serie auf einer historischen Strecke ihre 1. Saison: In Silverstone findet der letzte Lauf über 3 Stunden statt.

Als man die Blancpain Endurance Series vorstellte, war das Ziel eine Langstreckenserie für GT-Wagen unter dem Dach der SRO zu installieren, da die GT1-WM und die GT3-EM Sprintrennen über je 1 Stunde sind. Dass es aber für den Sport auf der Strecke nicht schädlich ist, über längere Distanzen zu fahren, konnte auch die neu geschaffene Serie schon in ihrer Debütsaison unter Beweiß stellen. So konnte bei keinem 3 Stunden Rennen kein Team einen Vorsprung von mehr als 1 Minute rausfahren und auch in der Meisterschaft ist noch nichts entschieden, obwohl der Spitzenreiter mit satten 21,5 Punkten Vorsprung die Tabelle anführt.

So werden sich zwar viele Augen auf Greg Franchi richten, welcher die Meisterschaft dank seines Sieges bei den 24H von Spa mit 21,5 Punkten Vorsprung anführt. Da beim Saisonhöhepunkte der Serie 2×25 Punkte vergeben wurden, konnte er sich mit Timo Scheider und Matthias Eckström satte 46,5 Zähler sichern, während seine schärfsten Verfolger in der Meisterschaft, das Trio von Auto Orlando hier leer ausging. Allerdings konnte das Team in den anderen 3 Rennen über 3 Stunden sehr gut Punkten und dabei mit einem 1,2 und 3. Platz immer am Podium stehen, während der WRT Audi von Greg Franchi und seinen Kollegen nur einen 3. Platz als bestes Ergebnis vorzuweissen hat.

Somit brauchen AutoOrlando fast einen Ausfall des Konkurrenten, was aber bei einer Rennlänge von 3 Stunden durchaus passieren kann, während man selber zum Siegen verdammt ist um die Chance aufrecht zu erhalten. Selbiges gilt auch für das Schwesterauto von Greg Franchi, dem 2. WRT Audi. So liegen Stephane Ortelli, Bert Longin und DTM-Pilot Filipe Albuquerque ihrerseits nur 2 Punkte hinter dem Porsche aus Italien, sodass sie ebenfalls siegen müssen, und auf einen max. 10 Platz des Schwesterauto in der Pro Klasse hoffen müssen. Eigentlich wäre sowas fast aussichtslos, aber wie schon oben erwähnt, kann bei einem Rennen über 3 Stunden vieles passieren und es gibt so einige Wagen, welche da durchaus sofort zur Stelle sind.

Schützenhilfe könnten die Audis dabei aber ausgerechnet aus Italien erhalten, in Form des F458 Ferrari. Nachdem man zu Beginn der Saison wohl Probleme hatte die nötige Leistung aus dem komplett neuen 4,5l V8 zu holen, konnte man dies sowohl in der GTE-Version, als auch in der GT3 aufholen und so das bisherige Manko des zu geringen Topspeeds ausgleichen. Dies konnte man unter anderen auch in den letzten 2 Wochenenden des GT-Masters sehen, als der Ferrari von Farnbacher mit zu den schnellsten Wagen im Felde war und dabei auch einen Lauf gewinnen konnte. So würde ich das Trio von Vita4One mit Frank Kechele, Nico Verdonk und Matteo Bobbi am stärksten einschätzen, während der Teameigner und Pilot Michael Bartels diesmal in der Pro/Am Kategorie antritt.

Zum anderen wäre da der Z4 GT3 von Marc VDS zu nennen, denn die Z4 konnten beim GT3-EM Rennen im 2. Rennen die ersten beiden Plätze erobern und bei im 1. Rennen konnten die BMW Wagen geschlossen die Plätze 4-7 erobern. Die von der ILMC/LMS und der F1 bekannte Strecke dürften dem Wagen also demnach sehr gut liegen, zumal Maxime Martin, Bas Leinders und Markus Paltalla aus Finnland das letzte Rennen, welches unter Flutlicht in Magny Cours ausgefahren wurde, mit guten 10 Sekunden Vorsprung gewinnen konnten. Das wird aber nicht der einzige BMW von VDS sein, denn auf der Nennliste taucht noch ein weiteres bayerisches Gefähr auf, allerdings nicht ein weiterer Z4, sondern der siegreiche Wagen aus der heurigen GT Masters Saison, der Alpina B6 GT3. Dieser wird dabei von Dylan Derdaele sowie Dino Lunardi und Alexandros Margaritis gesteuert und begeht somit sein Debüt in dieser Serie.

Ebenfalls sehr gut funktionierte dort der GT3 Aston Martin von Hexis Aston Martin, sodass man auf die beiden Wagen aufpassen sollte, nicht nur wegen des Heimrennens für die Marke, zumal das eines der letzten Rennen überhaupt für diesen Wagens ist, und man daher wohl besonders motiviert ist, den Dienstälteste GT3-Wagen nach fast 7 Jahren Dienstzeit (2005-2011) gebührend zu verabschieden, bevor 2012 dann der Nachfolger in Form des Vantage GT3 aufschlägt. Seit Spa gibt es aber auch noch einen weiteren GT3-Wagen auf dieser Welt, welcher nun seinen 3. Einsatz in jeder Serie haben wird und dabei wieder der Verbesserung und Weiterentwicklung dienen wird: Die Rede ist natürlich vom McLaren GT3 welcher in der Pro-Wertung von Alvaro Parente sowie Oliver Turvey und Danny Watts gesteuert wird.

Für eine dicke Überaschung sollte womöglich noch der brandneue GT3 Nissan bieten, denn die GT3 Version des GT-R feierte erst in Magny Cours ihr Renndebüt und konnte dabei das 1. Rennen gleich komplett durchfahren und dabei gleich den 8. Gesamtrang holen. An den Fahrern wird es sicher nicht scheitern, denn auch hier fahren wieder keine geringeren als Peter Dumbreck und Richard Westbrook.

In der Pro-AM Wertung geht es dagegen deutlich enger zu, denn hier führen die 3 Franzosen von SOFREV, nämlich Franck Morel, Jean-Luc Beaubelique und Ludovic Badey nur 5,5 Punkte vor den 2.platzierten Niek Hommerson und Louis Machiels, welche aber die Unterstützung von keinem geringeren als Michael Bartels erhalten. Das Team aus Frankreich trat zwar beim 1. Lauf nicht an, konnte aber dann jedes Rennen in der Klasse samt den 24H von Spa mit doppelten Punkten für sich entscheiden, sodas nun seit Magny Cours die Führung von Vita4One auf sie übergegangen ist. Somit dürfte die Spannung über das ganze Rennen noch anhalten, wenn die Titel in der Pro und der Pro/Am Klasse ab Sonntag 12.15 Uhr britischer Zeit ausgefahren werden.

Man wird das Rennen wie gewohnt über den Stream auf der Homepage der BES sehen können, oder aber auch wahrscheinlich hier im Racingblog, wenn der Feed wieder eingebunden wird.

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September 13 2011

15:52

LMS: Analyse Silverstone 2011

Audi gewinnt die 24 H von Le Mans, aber Peugeot gewinnt alle anderen Rennen. Wie kommt das? In der GT-Klasse kann Ferrari seinen ersten Titel feiern.

Es war schon erstaunlich, was man in Silverstone sehen konnte. Audi und Peugeot lagen in einem 6-Stunden-Rennen fast die gesamte Zeit Kopf-an-Kopf, man schenkte sich nichts. In den vielen Stunden, mit Boxenstopps und Fahrerwechseln, gab es unzählige Überholmanöver und kaum eine Zeit, in der ein Team sich zurücklehnen konnte. Den Zuschauern bot sich ein faszinierendes und vor allem spannendes Rennen, das am Ende Peugeot dann doch deutlich für sich entscheiden konnte. In der GT-Pro war die Sache klarer. Der Ferrari von AF Corso konnte sich relativ leicht durchsetzen. Dafür ging es hinter den Italienern richtig nett zur Sache.

LMP1

Peugeot hatte in der Quali, wie man es schon fast gewöhnt ist, die Pole erreicht. Auf eine Runde ist der 908 weiterhin das Maß der Dinge, was Audi, wie man selber zugibt, durchaus ärgert. Im Rennen sieht die Sache dann aber wieder etwas anders aus. Peugeot kann den Vorteil im Rennen aber nicht umsetzen, Audi ist dann wieder dran. Im Grunde ist man gleich schnell, die Abstände im Rennen ergeben sich durch die unterschiedliche Qualität der Piloten und ihrem Umgang mit dem Verkehr. So schwankte der Abstand zwischen den Führenden meist zwischen wenigen und Null Sekunden.

Dabei mussten beide Teams ziemlich früh einen herben Rückschlag einstecken. Franck Montagny versenkte die #8 nach einer Berührung mit einem FLM in einem Reifenstapel, was ihn 8 Runden kostete. Leider wurde auch die die #2 von Alan McNish zurück geworfen, da es hier eine Berührung mit einem Ferrari von JMW gab. Damit blieben nur die #7 mit einem sehr gut aufgelegten Sebastian Bourdais und die #1 mit einem nicht weniger aggressiven Marcel Fässeler am Steuer des R18. Die beiden jagten sich um den umgebauten Kurs von Silverstone, als ginge es um den Sieg in Le Mans. Es war faszinierend. Doch leider wurde das Rennen einem spannenden Finish beraubt, als der Audi von einem anderen Fahrzeug so unglücklich am Heck getroffen wurde, dass man die Heckpartie wechseln müsste. Das reichte dem Peugeot um eine Runde Vorsprung heraus zu fahren.

Warum nur gelingt es Audi, ein 24 H Rennen zu gewinnen, aber in allen anderen Rennen zieht man den Kürzeren? In Silverstone hatten die Deutschen eine Menge Pech, waren aber auch nicht in der Lage, Peugeot auf Distanz zu halten. Der Audi hat mit seinem Konzept des maximalen Abtriebs Vorteile in den schnellen Kurven, doch man leidet auch darunter, dass man wegen des Abtriebs an Höchstgeschwindigkeit verliert. Wie in Le Mans, war der 908 auf den Geraden etwas schneller, als der R18. Bei Audi steht man deswegen durchaus unter Druck. Seitens des Vorstandes war schon vor dem Rennen in Le Mans angeblich zu hören, dass man in Le Mans erwarten würde, dass der R18 den Peugeot aus eigener Kraft, also über den Speed wird schlagen können. Was auch gelang, aber auf den “Kurzstrecken” kann der R18 seine Vorteile nicht ausnutzen.

Bei den Nicht-Diesel konnte sich der OAK Pescarolo-Judd mit Oliver Pla und Alexendre Premat durchsetzen. Weil die #8 und die #2 schwächelten, konnte man sogar den letzten Podiumsplatz ereichen. Das war aber durchaus knapp, denn der Rebellion Racing Lola-Toyota setzte den OAK-Wagen mächtig unter Druck. Wenig Glück hatte mal wieder Aston-Martin, die mit 2009er Modell angetreten waren, nachdem der diesjährige Wagen eine völlige und rettunglose Katastrophe ist.

LMP2
Besser kann es für Greaves Motorsport in diesem Jahr eigentlich nicht mehr laufen. Man hat in Belgien, Imola und in Le Mans gewonnen. Das Rennen in Silverstone lief allerdings auch nicht so ruhig ab, wie man sich das gewünscht hatte. Der Boutsen Energy Racing Oreca Nissan konnte den Zyktek von Greaves die Führung abjagen, allerdings konnte man sich nur kurz an der Spitze halten. Kleinere Probleme und ein Batteriewechsel machten den Weg wieder für Greaves frei.

GTE-Pro
In der GT Klasse gab es ein nettes Duell zwischen den Ferrari von AF Corse und beiden BMW. Die hatten in der Quali die Nase vorne, aber im Rennen ging es nicht richtig vorwärts. Beide BMW wurden von Reifenproblemen geplagt, die am Ende den Sieg kosteten. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Ferrari den F458 nach nur einem Jahr so weit entwickelt hat, dass sie in der GT-Klasse nur durch die BoP einzubremsen sind. Der Wage ist fast allen Belangen überlegen: Abtrieb, Speed, Reifenverschleiss und mittlerweile stimmt auch die Standfestigkeit. Der ACO wird sich da für 2012 etwas ausdenken müssen. Den Sieg holte die Kombination Bruni/Vilander, die vor einem weiteren F458 mit der Besetzung Ortelli/Makowiecki ins Ziel kamen. Platz 3 ging etwas überraschend an einen Porsche. Der Felbermayer Wagen mit Lieb/Lietz. Der beste BMW mit Alzen/Priaulx kam immerhin auf P4 ins Ziel. Wobei mal wieder Uwe Alzen, der als Gaststarter mit an Bord war, eine besonders gute Figur machte. AF Corse hat den Titel in der GTE-Pro damit sicher.

Das nächste und letzte Rennen der Saison ist schon in knapp 14 Tagen in Estoril.

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September 09 2011

16:00

ILMC/LMS: Vorschau Silverstone

Ein letztes Mal treten ILMC und LMS noch mit großem Starterfeld gemeinsam an, bevor die Serien dauerhaft getrennte Wege gehen.

Silverstone, die traditionelle, aber runderneuerte Heimat des britischen Motorsports wird der Schauplatz dieses letzten Events einer Übergangsära sein. Vor einem Jahr fand dort das erste Rennen des Intercontinental Le Mans Cup gemeinsam mit der LMS statt, diesmal wird es der letzte gemeinsame Lauf sein – danach macht sich die ILMC nach Amerika und Asien auf, die LMS wird ihr Saisonfinale „allein“ in Estoril austragen. Für die Zuschauer war die Kooperation eine schöne Sache und wird es sicher auch an diesem Wochenende noch einmal sein: 49 Fahrzeuge in den bekannten fünf Klassen werden am Sonntagmittag auf dem Grid stehen. Nicht so praktisch: Das neue Boxengebäude, genannt „Wing“ hat auch nicht mehr Garagen als die alte Boxengasse, entsprechend werden sich wieder einige Teams Garagen teilen müssen.

Dazu zählen selbstverständlich nicht Audi und Peugeot; die beiden großen Konkurrenten an der Spitze des Feldes haben sich wie üblich die Boxen am jeweils entgegengesetzten Ende der Boxengasse ausgesucht (Haupttribünen-Besucher werden sich nicht gerade freuen, denn seit dem Formel 1-Rennen ist ja bekannt, dass die letzten Boxenplätze von dort nicht ordentlich einsehbar sind). Nach dem ungefährdeten Doppelsieg in Imola – mittlerweile schon über zwei Monate her – liegen die Löwen in der Herstellerwertung sehr deutlich vor Audi (132:89), im Team-Cup allerdings nur knapp (65:61).

Bernhard/Fässler und Kristensen/McNish werden versuchen, diesen Rückstand aufzuholen. Dafür muss allerdings insbesondere das Veteranen-Duo mehr zeigen als in Imola, als sie über das ganze Rennen nicht mit den anderen Dieseln mithalten konnten. Aber so oder so schien Peugeot über die „kurzen“ Distanzen (falls man ein 6h-Rennen so nennen kann) oft einen Tick stärker zu sein als die Audi. Im französischen Lager gibt es allerdings gezwungenermaßen eine Umbesetzung: Anthony Davidson hat sich bei einem Fahrrad-Unfall das Schlüsselbein gebrochen und ist noch nicht wieder ganz fahrtüchtig. An Ersatzmann Simon Pagenaud sollte es allerdings nicht scheitern, er gehört auch zum Kreis der Top-Sportwagen-Piloten.

Silverstone ist bekanntermaßen eine zügige Strecke mit vielen schnellen Kurven. Das schien dem Audi R18 bisher zu liegen, wenn man sich etwa den Vergleich in den Porsche-Kurven in Le Mans anschaut. Viele Bremszonen gibt es auch nicht, sodass die Bremsprobleme aus Imola diesmal nicht wieder auftreten sollten. Das ganze Bild könnte allerdings noch durchs Wetter verzerrt werden, denn der englische Spätsommer bringt eine Regenwahrscheinlichkeit von 50-60% mit sich.

Der Oreca-Peugeot fehlt leider auch in Silverstone wieder. Das Team von Hughes de Chaunac werkelt gerüchteweise an einem Werks- oder zumindest werksunterstützten Einsatz im kommenden Jahr, möglicherweise mit einem anderen Hersteller als Peugeot. Nissan soll es allerdings, so SpeedTV-Journalist John Dagys via Twitter</a>, zumindest im nächsten Jahr nicht sein; über deren LMP1-Comeback wird allerdings a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">weiter spekuliert, 2013 oder 2014 könnte es soweit sein.

Wieder dabei ist allerdings Aston Martin, das Heimrennen wollte man nicht auslassen. Dafür mussten George Howard-Chappell und Kollegen allerdings einen Notfallplan zusammenbasteln: da der selbst entwickelte AMR-One, bzw. dessen Sechszylinder-Turbomotor, sich spätestens in Le Mans als dramatischer Fehlschlag herausgestellt hat, wird der ebenso hübsche wie wohlklingende Lola-Aston Martin mit V12-Aggregt wieder aus der Mottenkiste geholt. Fahren werden Christian Klien, Adrian Fernandez und Harold Primat.

Von vielen als „fatally flawed“ bezeichnet, hat AMR aber laut der Print-Ausgabe der britischen MotorSport ein externes Gutachten über den Reihensechszylinder eingeholt, das diesem noch Potential einräume – ob das nur ein letzter Strohhalm ist, an dem man sich aus dem PR-Desaster herausziehen möchte, oder ob es tatsächlich Hoffnung gibt, wird sich wohl erst zu Beginn der kommenden Saison zeigen.

Das Aston Martin-Trio wird sich um den Trostpreis des besten Benziners mit Pescarolo und den beiden Rebellion-Toyotas streiten, die zurzeit gleichauf liegen im Kampf um die LMP1-Meisterschaftswertung der Le Mans Series.

In der LMP2 sind diesmal zehn Teams am Start: Level 5 musste seine Nennung zurückziehen, da der neue HPD ARX-01g-Prototyp noch bei Wirth Research in Bau ist und nach Fertigstellung direkt nach Kalifornien verfrachtet wird. Damit hat der Versuch eines Wechsels in der Saison Scott Tucker und seine Mannschaft alle Hoffnungen auf den Titel genommen, auch den aktuellen zweiten Platz könnten die Amerikaner an OAK Racing verlieren.

Führend in der Wertung ist das Signatech-Nissan-Team, das mit den anderen Nissan-motorisierten Teams vermutlich wieder zu den Favoriten zählen wird. Neu bei Signatech im Cockpit, gleichzeitig aber ein Rückkehrer zu seinem alten Team: Jean Karl Vernay, Absolvent der F3 Euroserie (wo er schon für Signature-Plus fuhr), Vorjahresmeister bei den IndyLights und aktuell Testfahrer bei Peugeot. Sein Renndebut bei den Sportwagen sollte man aufmerksam beobachten, immerhin könnte er ein zukünftiger Peugeot-Stammfahrer sein.

Zu den weiteren Nissan-Teams gehören u.a. der in der LMS führende Greaves-Zytek-Nissan, der die vergangenen beiden Rennen gewann, sowie Boutsen Energy Racing mit dem jungen Österreicher Dominik Kraihamer, dem motorsport-total.com kürzlich ein schönes a

August 25 2011

15:53

Formel Eins: Vorschau Spa 2011

Nach drei Wochen Pause geht die Formel Eins Saison endlich weiter. Doch viel wird sich beim Kräfteverhältniss in der Serie nicht verändert haben.

Spa gehört zu den wenigen Kursen weltweit, bei denen fast jeder mit Zunge schnalzt. Die Traditionsstrecke hat jede Menge Kurven, die alle ihre eigenen Geschichten erzählen, die alle viel erlebt haben und die alle auf ihre Art gefährlich sind. Selbst die eigentlich so harmlose “La Source” Haarnadel kostet jedes etliche Fahrer Nerven und Plätze. Dazu kommt das Wetter in Spa, bzw. das Vorhandensein von Regen. Oder auch nicht. Ganze Heerscharen und Generationen von Meteorologen sind schon an den Regenvoraussagen gescheitert. Die sicherste Variante stammt von einem unbekannten Teamchef und lautet “Stehen die Kühe auf der Weide ist es trocken, sieht man sie nicht mehr, kommt Regen.” Die Fahrer werden andere Sorgen und vor allem keine Zeit für Kühe haben. Alonso will so viele Siege wie möglich, Vettel seinen zweiten WM-Titel und beide McLaren-Piloten wüssten gerne, ob das Auto in Belgien funktioniert.

Die Teams sollten alle in der Sommerpause gewesen sein. So lautet zumindest das “Gentlement Agreement”, denn Strafen gibt es nicht, wenn einer dabei ertappt wird, dass er doch gearbeitet hat. Doch im Grunde hält man sich dran, die Arbeiter waren alle im Urlaub aber was die besser bezahlten Mitarbeiter machen, ist dann wieder eine andere Frage. Dennoch werden die Teams eher mit kleineren Modifikationen nach Spa kommen.

Red Bull reist mit gemischten Gefühlen nach Spa. Einerseits liegt dem RB7 die kurvenreiche Strecke, andererseits sind da die Probleme mit dem Topspeed, die vor allem auf der langen Kemmelgeraden zum tragen kommen. Dafür beschleunigt der Red Bull etwas besser aus der engen La Source und dürfte in Eau Rouge nicht zu schlagen zu sein.

Ferrari ist allerdings in den letzten Rennen dran gewesen. Nicht schneller, aber dran. Seitdem Pat Fry die technische Entwicklung übernommen hat, läuft es bei den Italienern deutlich besser und weitere Fortschritte sind logischerweise nicht auszuschliessen. Alonso rechnet sich nicht ernsthaft mehr den Chancen auf den Titel aus, aber er weiß auch, dass Vettel und Räikkönen Weltmeister geworden sind, weil sie einfach hartnäckig jeden Sieg und jeden Punkt eingesammelt haben. Man weiß ja nie…. Auf der anderen Seite hat Ferrari schon durchblicken lassen, dass man sich langsam auf 2012 konzentriert und der nächstjährige Ferrari etwas revolutionärer werden wird.

Bei McLaren will man die Hoffnung auf einen weiteren Titel nicht aufgeben, zumindest, was Lewis Hamilton angeht. Jenson Button liegt 100 Punkte hinter Vettel, da wird bei noch ausstehenden acht Rennen nichts mehr gehen.Das große Fragezeichen ist aber der Wagen und wie der nun an diesem Wochenende wieder drauf sein wird. Die Briten basteln seit Silverstone an einem neuen Heckflügel, kommen aber nicht so wirklich voran. Sowohl Button, als auch Hamilton haben den Flügel schon drauf gehabt und wieder abmontieren lassen, weil die alte Variante schneller war. Was der McLaren in Spa drauf haben wird, ist schwer zu sagen, weil es auch vom Wetter abhängen wird. Sollte es regnen, dürfte es wieder eine Hamilton-Show geben.

Wenig Sorgen wird sich Mercedes machen, denn sie liegen in Sachen Speed im Nirvana zwischen McLaren und Renault. Einzig die in den letzten Rennen aufmüpfig gewordenen Force India muss man abwehren, was sich auch nicht als die leichte Aufgabe heraus gesellt, wie man es vielleicht annehmen möchte. Ein schnelles Rennauto wird aus dem MGP02 auch nicht mehr, aber angesichts des kolportierten Budgets der Deutschen, ist das Ergebnis angeblich gar nicht so verwunderlich. Michael Schumacher feiert am Wochenende sein 20jähriges “Bühnenjubiläum” in der F1, was sky und RTL sicher hier und da (sprich alle 3 Minuten) erwähnen werden. Vielleicht kann er auf seiner Hausstrecke auch Rosberg mal wieder hinter sich lassen.

Renault hat sich entschlossen, den feuerspeienden Frontauspuff bis zum Ende des Jahres im Wagen zu lassen. Vermutlich, weil ein Umbau zu teuer ist und den Wagen auch nicht weiter voran bringt. Während an der Front dann schon mal Klarheit herrscht, ist es in Sachen Fahrerbesetzung eher nebelverhangen. Etwas chaotisch isst die Lage bei den Fahrern. Bruno Senna ersetzt Nick Heidfeld in Spa, allerdings hat sich Renault nicht dazu geäußert, ob das nur für den belgischen Grand Prix gilt, oder ein längerer Einsatz werden soll. Eigentlich würde ein Einsatz von Senna in Monza in 14 Tagen mehr Sinn machen, denn die Strecke ist nicht so fordernd für jemanden, der den Wagen nicht kennt. Das Renault in Spa auf Heidfeld verzichtet, spricht wohl eher dafür, dass man ihn gar nicht mehr einsetzen möchte. Ein klassischer Zug, wie in ihn von Renault kennt, allerdings hat Heidfeld auch nicht die Erwartungen erfüllt.

Um die letzten Punkte werden sich Force India und Sauber balgen, während Toro Rosso vermutlich dieses Mal nicht ganz so gut aufgestellt ist. Dafür fehlt ihnen einfach der Speed. Williams schleppt tonnenweise Neuteile an die Strecke, man bastelt weiter am Heck des Wagens. Bringen wird das auch nichts, dafür ist der Abstand zu den ersten zehn Plätzen zu groß. Noch weiter hinten wird Lotus wieder das Tempo vorgeben und Vrigin vor HRT liegen.

In Sachen Wetter kann man, wie oben schon angedeutet, wenig sagen. Der Freitag soll eher nass werden, dass Wochenende könnte dann aber trockener werden. Aber wie gesagt – immer schön nach der Kuh schauen.
Ich bin am Freitag vor Ort, mal sehen, was ich an Liveeindrücken rüberschicken kann, und ich freue mich ganz besonders darauf, dass ich John Surtees treffen werde.

Als kleinen Teaser gibt es hier schon mal eine schönes Video von Shell, wo Surtees und Alonso ihre Spa-Versionen vergleichen.

Ein paar Daten zum Rennen:

Spa Francorchamps – 7.004 kilometres. Race distance – 44 laps = 308.052 kilometres. 19 corners in total. Average speed 238km/h.

Aerodynamic setup – Med-low downforce. Top speed 322km/h (with Drag Reduction System active on rear wing) – 312km/h without.

Full throttle – 80% of the lap (high). Total fuel needed for race distance – 150 kilos (high). Fuel consumption – 3.35kg per lap (high)

Time spent braking: 14% of lap. Number of brake zones – 6. Brake wear- Low.

Loss time for a Pit stop = 18 seconds (average)
Total time needed for pit stop: 22 seconds

Fuel effect (cost in lap time per 10kg of fuel carried): 0.38 seconds (high)

Pirelli tyre choice for Spa: Soft (yellow markings) and medium (white markings).

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July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

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July 13 2011

14:51

Formel Eins: James Allen Strategie Analyse Silverstone

Der GP von England war ein aus strategischer Sicht ein interessantes Rennen. Es gab eine Menge Unabwägbarkeiten als bei anderen Rennen, was vor allem an den Reifen lag, weil man vor dem Rennen so wenig im Trockenen trainieren konnte.

Und dann gab es die teilweise sehr nasse Strecke beim Start, was alle dazu zwang, auf Intermediates zu starten. Doch wie lange würden die halten? Vor dem Rennen dachten die meisten Strategen an ein 3-Stopp-Rennen, während einige Teams aus dem Hinterfeld einen Stopp weniger einplanten, um ein paar Plätze gut zu machen. Der Start auf der nassen Strecke brachte zwei Dinge, die den Teams das Leben leichter machten. Zum einen mussten die Fahrer so nicht beide Reifenmischungen nutzen, so dass man um den langsameren harten Reifen herum kam. Zum anderen bedeutete der Regen, dass man sich um 11 Runden weniger Gedanken machen musste, was die Startegien vereinfachte. Die erste wichtige Entscheidung betraf den Moment, wann man auf Trockenreifen wechseln sollte.

Michael Schumacher machte allen die Entscheidung sehr leicht, der nach seiner Kollision in Runde 9 an die Box musste und sich Trockenreifen nahm, da er eh nichts mehr zu verlieren hatte. Ab Runde 11 waren seine Reifen auf Temperatur und er war pro Runde eine Sekunde schneller als der Führende. Es war klar, dass die Slicks nun schneller waren und Fahrer wie Jenson Button tauchten in der Box auf.

Red Bull: Zwei starke Fahrer im Zaum halten

Mark Webber hatte die Pole in Silverstone erfahren, sie aber beim Start an Vettel verloren. Dennoch war er im Rennen stark unterwegs und Red Bull musste das Rennen beider vorsichtig planen.

An dem Punkt, an dem die Strecke abtrocknete, hatte Sebastian Vettel eine Führung von 8 Sekunden vor Mark Webber, der wiederum unter Druck von Fernando Alonso stand. Red Bull holte Mark Webber zuerst rein, so dass er im Kampf mit Alonso keine weitere Zeit verlor oder gar seinen zweiten Platz. Das klappte, auch weil Alonso bei seinem Stopp 2.6 Sekunden verlor. Aber weil Vettel eine Runde länger draussen blieb, verlor er 5 Sekunden. Das Team dachte definitv daran Webber zu helfen, als man ihn zu erst reinholte.

(Anmerkung von Don: Das ist sicher richtig, gleichzeitig war aber auch nicht klar, wie trocken die Strecke war und ob Schmumachers Zeiten mit einer anderen Abstimmung zusammenhingen. Man schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen half man Webber Alonso los zu werden, zum anderen konnte er über zwei Sektoren testen, wie sich die Zeiten entwickeln würden)

Beim zweiten Stopp lief jedoch schief und kostete Webber seinen Platz an Alonso. Red Bull machte das übliche und holte Webber rein, kurz bevor die Reifen ihre beste Phase hinter sich hatten und die Zeiten einbrechen konnten. Webber kam in Runde 26 an die Box. Alonso wiederum hatte noch etwas mehr Leben in seinen Reifen und legte eine 1.35.5 min hin, was zu diesem Zeitpunkt die schnellste Zeit des Rennen war. Das und weil Webber rund 1.5 Sekunden bei seinem Stopp verlor, sorgte dafür, dass Alonso der “Undercut” gelang und an Webber vorbei kam. Und dann ging auch noch der Stopp von Vettel daneben und er verlor die Führung an Alonso. Vettel kam zu dem genau vor Webber raus, der mit frischen Reifen hätte Alonso angreifen können.

Das war ein für diese Saison seltenes Beispiel dafür, dass ein Fahrer einen Konkurrenten überholen konnte, weil er eine Runde länger draussen bleiben konnte. Normalerweise schafft man den Undercut nur, wenn man eine Runde früher stoppt und die Performance der neuen Reifen nutzt.

McLaren – Das Rennen an mehreren Fronten verloren

Mal abgesehen von dem Punkt, dass McLaren den rechten Vorderreifen von Jenson Button bei seinem dritten Stopp nicht befestigen konnte, gab es weitere Probleme. Wie in Valencia ging der McLaren sehr hart mit den Reifen um. Aber das größte Problem war wohl, dass Lewis Hamilton zu wenig Sprit an Bord hatte.

Weil das Mapping für dieses Rennen geändert und das “Off-Throttle” Anblasen des Diffusors abgestellt war, würde man weniger Benzin benötigen. Da man im Training keine wirklich trockene Strecke hatte, mussten die Team-Strategen den Verbrauch mehr oder weniger schätzen. Der McLaren von Hamilton starte von P10 und McLaren war etwas zu aggressiv mit ihrer Strategie. Normalerweise braucht man für die 52 Runden rund 150 Kilo.

Die ersten 11 Runden fanden unter nassen Bedingungen statt, was den Strategen hätte helfen müssen, da man im Regen weniger Benzin verbraucht. Also nahmen viele Teams vor dem Rennen Sprit aus dem Tank, als sie sahen, dass das Rennen wohl unter nassen Bedingungen starten würde. Aber erstaunlicherweise half das Hamilton überhaupt nicht, weil er die letzten 20 Runden Benzin sparen musste, was ihm den letzten Podiumsplatz kostete und um ein Haar auch P4 an Massa.

Die Herausforderung für die Strategen ist, dass der Fahrer mit so wenig Sprit wie möglich ins Ziel kommen sollte, weil jedes Gramm mehr den Wagen in den 52 Runden langsamer macht. Wenn man zu wenig Benzin einfüllt, verliert man, wie Hamilton, am Ende sehr viele Positionen. Füllt man zu viel ein, ist man zu Beginn des Rennens zu langsam, man verliert aber kaum an Boden. Man hat so Sachen wie bei Hamilton in den letzten 12 Monaten selten gesehen, was auch bedeutet, dass die Teams nicht einsehen zu viel Risiko einzugehen.

Alguersuari: Von ganz hinten nach vorne

In diesem Jahr kann man eine seltene Strategie erstaunlich oft beobachten. In sechs von neun Rennen gelang es einem Fahrer, der schon in Q1 ausgeschieden ist, in die Punkte zu kommen. Algiuersuari ist das Kunststück gelungen, in drei Rennen von P18 aus noch unter die Top 10 zu kommen.

Die offizielle Erklärung von Toro Rosso für die schlechte Performance in Q1 lautete, dass man vom Regen überrascht worden sei und man keine Runde auf einem weichen Satz hinbekommen hatte. Inoffiziell hieß es jedoch, dass man nur mit harten Reifen unterwegs war, weil man drei Sätze weicher Reifen für den Renntag haben wollte, was in der Vergangenheit immer gut geklappt hat.

Alguersuari fuhr sehr lange, saubere Stints und nutzte die Langlebigkeit und Performance der neuen weichen Reifen. Er stoppte zweimal und kam auf P10. Nico Rosber und Sergio Perez waren die bestplatzierten Zwei-Stopper auf P6 bzw. P7. Der Sauber bewies mal wieder, dass er mit den Reifen besonders sanft umgeht.

Die Wichtigkeit des Starts in der Rennstrategie

Rosberg verlor beim Start drei Positionen, hatte dann aber ein gutes Rennen, dass ihn wieder an die Stelle brachte, wo er so oder so gelandet werde. Aber man kann einen Trend in diesem Jahr erkennen, die das Ergebnis der Fahrer beeinflusst.

Das beste Beispiel ist Pastor Maldonado, der sich in Silverstone auf einem brillanten siebten Platz qualifiziert hatte, dann aber am Start drei Positionen verlore. Das ist in diesem Jahr beim Venezualaner sehr auffällig, denn er 19 Plätze in 9 Rennen am Start verloren.

Webber hat ebenfalls schlechte Starts gezeigt. Er verlor 12 Plätze in 9 Rennen und natürlich den Start in Silverstone gegen Vettel.

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July 11 2011

06:01

Formel Eins: Analyse GP England 2011

Wer hätte das gedacht, dass Ferrari ausgerechnet auf einer Strecke den ersten Sieg der Saison einfahren kann, auf der Red Bull eigentlich dominieren sollte. Ein Fehler von Red Bull half, aber auch ohne den wäre es vorne eng geworden.

Der GP in Silverstone war mal wieder abwechslungsreich, was natürlich auch mit dem typischen britischen Wetter zu hatte. Ein kleiner Schauer, rund 40 Minuten vor dem Start, sorgte für sehr gemischte Verhältnisse auf der Strecke. Während das Wasser auf dem neuen Teil von Silverstone gut ablief und der Kurs abtrocknete, stand das Wasser ab Brooklands bis auf die Hangar Straight. Die Intermediates waren die einzige Wahl, weil es für Slicks einfach zu nass war und auch lange blieb. Das alles war Vettel relativ egal, er knöpfte schon beim Start Mark Webber den ersten Platz ab und fuhr wie üblich seine fünf bis sechs Sekunden Vorsprung heraus. Webber hielt Respektabstand, dahinter tobte ein schöner Kampf zwischen beiden Ferrari und McLaren. Doch das Rennen nahm dann noch einige Wendungen und am Ende gab es Ärger um eine Teamorder von Red Bull.

Red Bull schien die Sache locker im Griff zu haben. Weder in den nassen, noch in den trockenen Bedingungen schienen Ferrari oder McLaren den Abstand nach vorne verkürzen zu können. Erschwert wurde die Verfolgungsjagd dadurch, dass Massa und Hamilton lange in einen wunderbaren Zweikampf verwickelt waren, bei dem mal Alonso, mal Hamilton die Nase vorne hatte. Die beiden gaben sich nicht viel in Sachen Fahrkunst und Aggressivität, aber der Zweikampf, der sich über den ersten und zweiten Stint des Rennens hin zog, kostete beide viel Zeit.

Ferrari war in Silverstone erstaunlich flott unterwegs. Schon in den Trainingssessions waren die Italiener flotter als sonst, was man auf die neuen Updates schob. Allerdings kam Ferrari zu Gute, dass man das Rennen zum “Wet Race” deklariert hatte und man so darum herum kam, die harte Mischung fahren zu müssen, die dem F150 nicht wirklich liegt. Alonso konnte während des gesamten Rennens pushen und den Abstand nach vorne einigermaßen klein halten. Das sollte sich beim zweiten Stopp von Vettel dann als entscheidend herausstellen.

Denn beim zweiten Stopp von Vettel brach beim Stopp der Wagenheber und musste ausgewechselt werden. Die entscheidenden Sekunden fehlten dem Weltmeister dann bei der Ausfahrt aus der Box. Bis er wieder auf die Strecke einbog, war Alonso lange vorbei. Auch Lewis Hamilton hatte den Deutschen passiert, der sich somit auf einem ungewohnten Platz 3 wieder fand. Die Phase nutzte Alonso dann aus, um sich einen großen Vorsprung zu erfahren, da Hamilton die Pace des Ferrari nicht mal ansatzweise halten konnte. Vettel verlor massiv Zeit hinter McLaren, während Alonso vorne weg zog. Nach einigen herzhaften Duellen konnte Vettel dann schließlich am Briten vorbei gehen, doch da war der Ferrari schon außer Reichweite.

Bei McLaren lief es zeitweise richtig gut. Man hatte Hamilton auf P3 und Button in Lauerstellung auf P5, aber dann zerbröselte ein möglicher Erfolg, weil McLaren sich eine ungewöhnliche Fehlerkette erlaubte. Erst fiel Button aus, weil bei seinem Boxenstopp ein Rad nicht fest angezogen wurde. Der Lollipop-Mann hatte ihn zu früh los fahren lassen. Bei Hamilton sah es besser aus, aber offenbar hatte sich McLaren beim Sprit verkalkuliert, was ziemlich unverständlich ist. Silverstone gilt als Strecke, die wegen des hohen Vollgasanteils viel Sprit braucht, aber offenbar hatte McLaren darauf gehofft, dass die Strecke länger nass sein würde. Nasse Strecke = weniger Speed = weniger Verbrauch. Aber die Rechnung ging nicht auf und der Ex-Meister musste erst Vettel, später Webber passieren lassen. Am Schluss schaffte er es gerade so noch vor Massa auf P4.

In den letzten Runden wurde es aber noch einmal dramatisch, denn Vettel verlor plötzlich an Geschwindigkeit und hatte plötzlich Webber im Nacken, der zum Überholvorgang ansetzte. Vettel verteidigte, das Duell blieb sauber, aber dennoch funkte Red Bull, in dem Fall Christian Horner persönlich, an Webber, der solle die “Distanz” halten. Webber berichtet nach dem Rennen, dass man ihn wohl mehrfach befohlen hat, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber blieb zwar dahinter, meinte aber mit angesäuerter Mine nach dem Rennen, dass derartige Team Order seine Entscheidung, wo er 2012 fahren wird, dann doch beeinflussen würde.

Wie immer, kann man geteilter Meinung sein. Webber hatte im Rennen keine Chance gegen Vettel, obwohl Red Bull ihn immer als erster an die Box holte. Beim ersten Stopp könnte man noch sagen, dass man Webber eher reinholte, um die Strecke mit den Slicks für Vettel zu testen. Beim zweiten Stopp war das aber nicht mehr nötig. Auf der anderen Seite: Vettel hatte in den letzten Runden offenbar ein Problem, sein Vorsprung beträgt 80 Punkte auf Webber und 92 Punkte auf Alonso. Wäre Webber auf P2 gefahren, würde er “nur” 77 Punkte zurück liegen. Zu vergeben sind noch 250 Punkte. Natürlich muss man damit rechnen, dass Ferrari noch stärker wird, aber Vettel hat die WM auch dann, wenn Alonso alle Rennen gewinnt und er nur noch dritte Plätze einfährt. Die Aktion wird bei Red Bull noch für Ärger sorgen. Interessant an der Sache ist, dass Mark Webber in diesem Jahr eigentlich immer sehr ruhig war und sich, die Verlängerung seines Vertrages im Kopf, nicht aus dem Fenster gelehnt hat. Offenbar hat sich seine Vertragssituation verändert und Radio Fahrerlager vermeldet, dass Ferrari jetzt doch sehr am Australier interessiert ist.

Eine andere Frage ist, ob Ferrari auch dann gewonnen hätte, wenn Red Bull den Fehler nicht gemacht hätte. Die Antwort lautet wohl: Ja. Denn die Pace von Alonso und die technischen Probleme von Vettel (angeblich ging das KERS nicht, was aber laut TV-Bilder nicht stimmt) hätten Alonso sicher an die Spitze geführt. Eventuell wäre es auch über die Boxenstrategie gegangen. Was bedeutet: Ferrari ist dran.

Das könnte mit dem Mapping zu tun haben, um das es am Wochenende viel Ärger gab. Vor dem Rennwochenende hatte FIA die Stellung der Drosselklappen in den Kurven auf 10% festgelegt. Renault ist dagegen Sturm gelaufen. Zum einen, weil man die offenen Klappen braucht, um den Motor zu kühlen, zum anderen, weil Mercedes ein anderes System hat, was ihnen einen Vorteil verschafft. Samstag wollte die FIA wieder alles revidieren, dann fiel ihnen auf, dass man am Rennwochenende die Regeln nicht verändern kann. Red Bull akzeptierte dies zähneknirschend, wollte am unbedingt an diesem Wochenende noch eine Einigung erreichen, damit man für das nächste Rennen planen kann. Doch vermutlich Ferrari/Sauber und Williams sagten “Nein”, was Red Bull angeblich dazu brachte, mit einem Rückzug aus dem Rennen zu drohen.

Dabei ist nicht mal klar, ob das Mappingverbot Ferrari nicht auch trifft. Es ist schwer zu sagen, ob die Updates am Wagen, oder das Verbot des Mappings zum Sieg beigetragen haben. Hinter dem “Nein” könnte auch einfach Politik stecken. Wie in der Vorschau schon mal angedeutet, wird das Verbot Red Bull treffen und der Zeitverlust scheint bei so rund 4 Zehntel zu liegen, wenn man die Quali sieht, wo Alonso auf einem Zehntel dran war. Aber Webber war auch schneller als Vettel, der normalerweise wiederum drei bis vier Zehntel schneller sein sollte. Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen. Sauber und Williams können die Saison damit abhaken. Richtig blöd für Sauber, die auf den Bau eines angeblasenen Diffusor verzichtet hatten, weil die FIA ihnen signalisiert hatte, dass man die Sache verbieten wird.

Aber hinter Red Bull, Ferrari und McLaren gab es auch noch ein Rennen:

- Mercedes hatte eine okaye Ausgangsposition. Schumacher kam aus der ersten Runde auf P9 raus, Rosberg, der mal wieder einen schlechten Start hatte, auf P12. Die Mischbedingungen liegen Schumacher, der mal wieder richtig gut aussah, doch dann auf Kobayashi traf. Den räumte er in Brooklands fast ab, als er viel zu schnell innen reinstach. Klarer Fehler von ihm, die 10 Sekunden Stop/Go Strafe war dann allerdings etwas übertrieben. Ohne diesen Crash wäre P6 drin gewesen, Massa auf P5 hätte er aber nicht bekommen. Rosberg fuhr eher unsichtbar und landete auf P6, wo Mercedes auch hingehört.

- Renault leidet unter dem Mapping- und hot blown diffusor Verbot. Heidfeld, nach schwacher Quali nur auf P16, holte auf P8 immerhin noch Punkte, erreichte das aber auch dadurch, dass er einen Stopp weniger einlegte. Petrov lagen die Verhältnisse nicht und er verschwand im Mittelfeld. Für Renault sieht es düster aus, denn viel Geld um den Wagen umzubauen hat man auch nicht.

- Pech für Force India. Paul di Resta lag lange auf P6, dann verpatzte man einen Boxenstopp, weil man die Reifen für Sutil bereit liegen hatte, und nicht für den Schotten. Sutil lag am Anfang in den Punkten, rutschte dann aber raus und kam nur auf P11.

- Toro Rosso verlor Buemi nach einer Kollision mit di Resta, aber Alguersuari holte mal wieder Punkte auf P10.

- Pastor Maldonado lag ebenfalls in den Top Ten, aber der Williams hat einen schlechten Rennspeed und fiel zurück. Barrichello fiel gar nicht auf, landete aber am Ende auf P13 vor Maldonado. Noch schlechter lief es für Lotus, die beide Wagen in den ersten 10 Runden mit technischen Problemen verloren.

- Glock wurde “best of the rest”, Neuling Ricciardo kam immerhin ins Ziel.

In 14 Tagen geht es am Nürburgring weiter.

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July 07 2011

15:30

Formel Eins: Vorschau GP England 2011

Alles neu beim britischen Grand Prix in diesem Jahr. Neue Boxenanlage, neue Start/Zielgerade und neue Regeln bezüglich des “hot blown diffusor”.

Silverstone ist wie gemacht für den Red Bull, denn es gibt viele ultraschnelle Kurven, darunter die berühmten Maggotts, Becketts, Chapel, dazu noch Stowe, Club, Abbey und Copse. Oder anders gesagt: Wer soll denn Red Bull hier schlagen? Die Antwort könnte lauten: Die FIA. Denn die hat in ihrer unendlichen Weitsicht beschlossen, den sogenannten “hot blown diffusor” zu verbieten. Zur Erklärung: Man unterscheidet zwischen einem “cold blown” und “hot blown diffusor.” Erster bekommt einfach die Luft per Sidepods und Unterboden zugeführt, letzterer wird direkt vom Auspuff angeblasen. Die Teams nutzen dazu auch noch eine Lücke im eigentlich striktem ECU-Reglement, die es ihnen erlaubte den Motor auch dann auf hohen Drehzahlen zu halten, wenn der Fahrer vom Gas ging. Das Mapping ist seit Valencia weg, nun müssen alle Teams auch ihre Auspuffführung umbauen. Aber wen trifft das Verbot denn nun wirklich?

Die gute Nachricht ist: Weder Williams, noch Lotus, HRT oder Virgin sind betroffen. Scherz beiseite, tatsächlich müssen vor allem alle Top Teams umbauen. Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes und Renault hatten das Mapping und die veränderte Auspuffführung im Programm, wobei Ferrari, Mercedes und McLaren besonders viel Geld rein gesteckt haben, weil sie diese Variante zum Start der Saison nicht im Auto hatten. Besonders betroffen ist aber Renault, deren revolutionäres Abgassystem nun leider überflüssig ist. Da man die gesamten Seitenkästen inkl. Kühler usw. auf den nach vorne gerichteten Auspuff ausgerichtet hatte, stehen dem Team größere Umbauarbeiten bevor, die man vermutlich nicht bis Silverstone wird erledigt haben können.

Ein Fragezeichen steht hinter Red Bull, die das System seit Beginn des Jahres im Wagen hatten. Die müssen nun das aerodynamisch empfindliche Heck verändern und vermutlich werden sie die Auspuffgase am Diffusor vorbei leiten, in dem sie die Endrohre rechts und links daneben legen werden. Ich bezweifele aber, dass der RB7 deswegen viel an Performance verlieren wird. Das extrem enge Heck bietet wenig Luftwiderstand, die Luft kann ungehindert um Diffusor gelangen. Vielleicht verliert man ein paar Zehntel, aber das geht den anderen ja auch so. Da der “heisse” Diffusor den vorhandenen Abtrieb nur verstärkt hat, sollten die guten Abtriebswerte des RB7 nicht weiter betroffen sein.

Das sind, wenn ich denn recht habe, schlechte Nachrichten für Ferrari und McLaren. Die Briten haben lange an ihrem Heck rum gebastelt, nur um jetzt wieder alles auf Anfang setzen zu können. Button scherzte schon, dass man immer den Vorteil habe zu wissen, wie schlecht sich ein Heck anfühlen kann, weil man das ja schon im Winter ausgiebig getestet hatte. Dennoch ist man bei McLaren zuversichtlich, dass beim Heim GP um den Sieg mitfahren wird.

Ferrari ist ebenfalls optimistisch, zu mal man mal wieder ein großes Update mitbringt. Außerdem ist man erleichtert, dass Pirelli die Varianten Soft/Hard nach England schnleppt. Zwar mag der F150 die harte Mischung nicht, dafür ist er auf der soften Mischung um so besser. Doch der Wagen schleppt weiter das Manko mit sich rum, einfach zu wenig Abtrieb zu produzieren und das Verbot des “hot blown diffusor” wird dem Team nicht helfen. Auf dem letzten Kurs mit schnellen Kurven, in Barcelona, wurde Alonso überrundet.

Mercedes hat die WM und eine Top 3 Platzierung in der Team-Werung schon abgeschrieben. Man wird weiter versuchen zu Ferrari aufzuschließen um sich gleichzeitig Renault vom Hals zu halten. Der MGP 02 leidet nicht nur unter seinem enorm kurzen Radstand, sondern auch unter Kühlungsproblemen, weswegen die Seitenteile des Wagens immer noch die Kiemen aufweist. Das stört die Aerodynamik und vor allem die Anströmung des Hecks, weswegen sowohl Rosberg als auch Schumacher im Rennen immer wieder Probleme mit dem Verschleiß der Reifen auf der Hinterachse haben. Immerhin stimmt der Topspeed, was ja in Silverstone nicht gerade unwichtig ist.

Dahinter dürfte es dann eng werden. Renault ist wie gesagt schwer einzuschätzen, dafür sollte Force India die schnelle Strecke liegen. Obwohl dem Wagen Grip fehlt, sollte man di Resta und Sutil für Punkte im Auge behalten. Sauber sah in den letzten Rennen schwach aus, offenbar hat man sich bei der Entwicklung in eine falsche Richtung bewegt. Dass die Force India plötzlich schneller sind, dürfte nicht normal sein, nachdem man mit James Key ja eigentlich den richtigen Mann im Team hat.

Ebenfalls verbessert hat sich Toro Rosso, die in den letzten Rennen in die Punkte kamen. Alguersuari leidet weiterhin unter eine Quali-Schwäche, was vermutlich mit den Pirelli Reifen zu tun hat, die er nicht so gut wie Buemi auf Temperatur bekommt. Rollt der Spanier aber erst einmal, kann er mit seinem Teamkollegen auch wieder mithalten.

Williams hat die Saison zwar noch nicht aufgegeben, aber die vielen Umbesetzungen und Neustrukturierungen im Team dürften der Entwicklung nicht helfen. Der FW33 ist eine Krücke und er wird es vermutlich, trotz seines sehr interessanten Konzeptes, auch bleiben. Aus England hört man aber, dass Barrichello vermutlich noch eine Saison dran hängen wird. Ob das so eine gute Entscheidung ist? Nichts gegen Maldonado, der sich gut entwickelt hat, aber wenn der schon im dem guten Rubens auf Augenhöhe ist, dann sollte man vielleicht mal nach einem schnelleren Mann Ausschau halten (Webber?)

Und zu Schluss die drei Hinterbänkler. Lotus fehlen immer noch rund 8 Zehntel in der Quali, aber das ist schon ein ziemlich großer Schritt, denn die Malayen da gemacht haben. Im Rennen bricht die Performance dann komischerweise so weit ein, dass die Virgin durchaus mithalten können, aber in Silverstone erwarte ich von Lotus etwas mehr, weil sie das klar bessere Chassis haben.

Etwas umgewöhnen muss man sich, was die Strecke angeht. Die neue Boxenanlage ist fertig und die Start/Zielgeraden ist nun auf der anderen Seite der Strecke. Man startet nun im ehemals hinterem Teil der Strecke und die erste Rechts nebst folgender Schikane dürfte beim Start interessant werden. Auch runter zu Brooklands sollte das Feld weiter eng zusammen sein. Dort, auf der nen Wellington Straight genannten Gerade, wird auch die DRS-Zone sein: der Messpunkt dafür ist vor dem Arena-Komplex, also zwischen den Turns 2 und 3, aktiviert werden darf das System ausgangs der Arena, aber noch vor dem schnellen Knick, der auf die Gerade führt.

Pirelli erwartet mal wieder drei Stopps und da es für britische Verhältnisse am Wochenende warm werden soll (24 Grad) dürften die “Soft” eine große Rolle im Rennen spielen. Die Reifen werden durch die vielen schnellen Kurven arg belastet, also könnte das zu interessanten Strategieentscheidungen führen. Der Motor wird in Silverstone logischerweise auch hoch belastet. Der Vollgasanteil ist hoch, also wird das KERS auch viel arbeiten müssen. Das könnte dann unter Umständen bei einigen Teams entscheidend werden, denn bei Red Bull, McLaren und Mercedes gab es ja immer mal wieder Probleme mit dem System.

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June 02 2011

06:00

Vorschau: GT1-WM & GT3-EM in Silverstone

Die Vergabe der traditionsreichen RAC Tourist Trophy steht wieder einmal auf dem Programm, ausgefahren wird der Sieger dieser Tage in der GT1-WM.

Dass man sich genau dieses Wochenende für das Silverstone-Event, bei dem nach der Pause am Sachsenring auch die GT3-EM wieder am Start ist, ausgesucht hat, passt wunderbar: eine Woche nach dem Grand Prix von Monaco und dem Indy 500, eine Woche vor den 24 Stunden von Le Mans, liegt die Tourist Trophy, die älteste bis heute vergebene Trophäe des Motorsports, in diesem Jahr eingebettet zwischen den Rennen der Triple Crown. Und aus noch einem weiteren Grund ist das GT-Rennwochenende etwas Besonderes: Zum ersten Mal wird der „Silverstone Wing“, die neue Boxenanlage zwischen Club und Abbey, zum Einsatz kommen.

Auf der runderneuerten Rennstrecke fuhren GT1 und GT3 freilich schon im vergangenen Jahr, doch damals war der „Wing“ noch eine große Baustelle und der Start noch auf der Geraden zwischen Woodcote und Copse. Die neue Start/Ziel-Gerade ist ein wenig länger als die alte, vor allem aber kommt die erste enge Kurve deutlich früher: Bereits nach den rasanten Abbey und Farm muss für die Arena-Kehre gebremst werden, während zuvor eine halbe Runde bis zum ersten harten Bremspunkt vor Club zurückgelegt werden musste, wo sich das Feld dann bereits meist schon in eine Reihe sortiert hatte. Die Startphase könnte also heuer – auch im Juli beim Formel 1-Lauf – für mehr Positionswechsel sorgen.

Aber ein Mangel an Positionswechseln ist ja weder in der 2011er-F1 noch in den GT-Serien das Problem. In Silverstone boten die GT-Serien schon 2010 gute Rennen, wenn auch getrübt von der Disqualifikation des Sieger-Aston Martin nach dem Championship Race. Auch um des Publikums willen ist zu hoffen, dass dieses Jahr derjenige siegt, der zuerst die Ziellinie überquert.

Gute Chancen darauf sollten wieder die Aston Martin- und Nissan-Teams sowie die All-Inkl.com-Lamborghini haben, auch wenn nach dem Sachsenring-Wochenende einige dieser Wagen mit Erfolgsballast unterwegs sind. Je 30kg extra schleppen die Meisterschaftsführenden Christian Hohenadel und Andrea Piccini (Hexis AMR) sowie die drittplatzierten Stefan Mücke und Darren Turner (Young Driver AMR) mit sich herum, 25kg Nicky Pastorelli und Dominik Schwager, die am Sachsenring ein gutes Wochenende hatten, aber in der Meisterschaft weiter zurück liegen.

Einfacher dürften also jeweils die Teamkollegen dieser drei haben, allen voran Marc Basseng und Markus Winkelhock, die bisher eine tolle Saison fuhren, aber beim Heimrennen mit technischem defekt ausfielen. Mit diesen beiden sollte aber wieder zu rechnen sein, die Chancen auf eine Wiedereroberung der Meisterschaftsführung stehen nicht schlecht.

Piccione/Düsseldorp (Hexis) und Müller/Enge (Young Driver) in den leichten Aston Martin werden versuchen, ihnen das Podium streitig zu machen, ebenso wie die Nissan, die nach schwachem, crash-reichem Saisonstart besser und besser in Fahrt kommen. Die 5kg Ballast, mit denen beide Sumo Power-GT-R beladen sind, dürften bei der Jagd nach dem ersten Saisonsieg nicht übermäßig stören, schienen die japanischen Wagen doch im letzten Jahr gut zu liegen auf der teils in Northamptonshire, teils in Buckinghamshire gelegenen Bahn.

Ein Erfolg wäre auch den in dieser Saison mit viel Pech gestraften Ford GT von Marc VDS zu wünschen und auch die Exim Bank China-Corvette der beiden Niederländer Hezemans/Catsburg hat schon einige gute Rennen gezeigt, ohne aber dafür belohnt zu werden. Doch in Silverstone sahen beide Marken im vergangenen Jahr kein Land. Die zweite Corvette des DKR-Teams ist nach einmal Aussetzen am Sachsenring wieder dabei, wird aber wie üblich keine Rolle spielen.

Nach dem Unfall im Hauptrennen des deutschen Events fehlen allerdings die beiden Swiss Racing-Lamborghini, die noch nicht wieder aufgebaut werden konnten – somit werden nur 16 Fahrzeuge auf dem Grid stehen, was wieder einmal zeigt, dass sich Stéphane Ratel für 2012 dringend einen Trick überlegen muss, um ein attraktives Feld zu bekommen – preislich begrenzte Aufrüst-Kits für GT3-Fahrzeuge sind momentan wohl die favorisierte Variante.

GT3-EM

Dieser Weg könnte sich tatsächlich als sinnvolle Lösung erweisen, denn die GT3-Kategorie ist bekanntlich deutlich „gesünder“ als die GT1: 28 Fahrzeuge sind für Silverstone gemeldet. Beim Saisonauftakt präsentierten sich unter anderem die über den Winter runderneuerten BMW Z4 stark, beim Blancpain Endurance-Lauf in Navarra, wo auch die GT3 antrat, war der Ferrari F458 klar der schnellste Wagen.

Wie üblich hat allerdings die FIA vor dem Silverstone-Wochenende mal wieder an der Balance of Performance herumgespielt, um die Fahrzeuge anzugleichen. Je 15kg müssen die neuen Ferrari, die Mercedes SLS AMG sowie die BMW Z4 im Vergleich zum Algarve-Lauf zuladen, 25kg die Audi R8. Leichter werden Ford GT, Lamborghini und vor allem die Porsche 911 (-25kg) an den Start gehen.

Porsche schwächelt in diesem Jahr bisher in der GT3 wie in anderen GT-Serien gegen all die neuen Fahrzeuge, die inzwischen auch quantitativ die Überhand haben – nur noch Prospeed setzt in der GT3-EM zwei 911er ein. Rang 9 (Heylen/Lappalainen in Lauf 2) war das Beste, was sich damit in Portimao erreichen ließ. Trotz des deutlichen Gewichtsvorteils wird es auch in Silverstone sicher nicht einfach werden.

Schwer wird es auch für die Podiumsplatzierten des zweiten Portimao-Laufs werden, denn die bekommen in diesem Jahr statt Erfolgsballast Erfolgs-Boxenstopp-Zeitstrafen aufgedrückt: 20 Sekunden für Ide/Franchi (WRT-Audi), 15 Sekunden für Castellacci/Leo (AF Corse-Ferrari) und 10 für Bosi/Baumann (Heico-Mercedes), im zweiten Lauf dann entsprechend die Top 3 des Samstagsrennens.

Wer nun in all dem BoP- und Strafzeiten-Wirrwarr in Silverstone die Nase vorn haben könnte, ist beinahe unvorhersagbar, ebenso wie Tendenzen, was die Gesamtwertung angeht. Doch die Rennen werden sicherlich wieder unterhaltsam und sehenswert, wie man das von dieser Serie inzwischen gewohnt ist.

April 16 2011

05:59

BTCC: Vorschau Donington 2011

Ein interessantes Wochenende dürfte die BTCC in Donington auf die Beine stelle. Der abwechslungsreiche Kurs verlangt nach viel Leistung.

Jason Plato hat in Brands Hatch zwar zwei Rennen gewinnen können, zeigte sich nach dem Rennen aber pessimistisch, was die Leistung der Chevrolet Cruze anging. Jeder Punkt sei wichtig, bemerkte er, und was nach einer Plattitüde klingt, ist in Wahrheit keine. Da sich Chevrolet in diesem Jahr eher auf die WTCC konzentiert und die BTCC ein anderes Motorreglement hat, als die FIA, blieb dem RML Team nichts anderes übrig, als nur einen neuen Motor zu bauen. Das BTCC Team muss daher in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Reglement fahren und schon auf den winzigen Geraden in Brands Hatch zeigte sich, dass der Turbomotor nach NGTC in diesem Jahr der Antrieb der Wahl ist. Wären die Geraden nicht so kurz gewesen, die Konkurrenz wäre an Plato locker vorbei gezogen. Daher wird Donington kein Spaß für die Cruze.

Denn der Kurs hat zwar so seine langsame Ecken, aber allein die Passage runter zur Old Hairpin geht im Tourenwagen voll und man kann auch durchaus eine zweite Linie aufmachen. Auch die lange Gerade zurück zu Start/Ziel dürfte lang genug sein, damit die Turbos von Ford, Honda und den privaten Vauxhalls ihren Leistungsvorteil ausspielen können. Der einzige Vorteil, der für Chevrolet spricht, ist die Tatsache, dass man das Ballastgewicht aus dem ersten Rennen los wird und dementsprechend etwas flotter unterwegs sein.

Man darf Plato und Chevrolet nicht unterschätzen, die Saison wird Verbesserungen bringen, aber es wird schwer, wenn die NGTC auch ihre Kinderkrankheiten ablegen. In Brands Hatch sah es so aus, als haben Honda im Moment das beste Paket, danach folgen die Airwaves Ford, der Pirtek und der 888 Vauxhall. Team Aon, das verkappte Ford-Werksteam, war dagegen beim Saisonauftakt nicht sehr sonderlich gut unterwegs. Im ersten Rennen konnte Chilton noch überzeugen, danach versank mam im Mittelfeld. Der neue Focus ist offenbar auch noch eine mittelgroße Baustelle, aber immerhin hat man der Problem mit dem zu hohen Verschleiß an den Vorderrädern in den Griff bekommen.

Eine interessante Analyse, welcher Wagen in Brands Hatch besonders gut ging, haben die Kollegen von Touringcar Times. Nimmt man die reine Höchstgeschwindigkeit, so sind die NGTC unschlagbar. Auf der kurzen Geraden fehlen den Cruze rund 6 mph, wie das dann auch einer langen Geraden aussieht, kann man sich vorstellen. Doch es geht ja nicht allein nach dem Topspeed, und wenn die Rundenzeiten der Teams addiert sieht man, dass Chevrolet doch nicht so weit weg ist. Der Cruze scheint mehr Abtrieb zu generieren und besonders aus den engen Kurven heraus konnte man auf Inboard-Aufnahmen sehen, dass er etwas raus kam.

Das Leistungsplus der NGTC und das höhere Drehmonent zerrt auch an den Vorderreifen, besonders bei Ford und Honda. Und in Donington gibt es zwei Ecken, aus denen man eher langsam kommt, was die Chancen des von Plato und MacDowell erhöhen könnte. Dennoch – ein Sieg von Plato wäre eine kleine Überraschung, er wird auf Regen hoffen. Und im Verlaufe der Saison wird er das noch oft hoffen müssen, denn Thruxton, Croft, Oulton Park und Silverstone sind alles andere als langsame Strecken.

Begibt man sich in die Untiefen des Mittelfelds, so fällt auf, dass sich hier vor allem die zweiten Fahrer einiger Teams tummeln. Andy Neate, zweiter Mann bei Aon, konnte im letzten Jahr im BMW noch überzeugen, aber offenbar hat er Probleme mit dem Umstieg von Hinter- auf Vorderradantrieb. Und wo ich gerade bei BMW bin – es ist erstaunlich, wie chancenlos der Wagen geworden. Noch weiter hinten mühen sich die Toyota ab, mit denen man im letzten Jahr das NGTC getestet hatte. Das wird beim zweiten Rennen nicht anders. Zum ersten Mal dabei wird dann hoffentlich der Audi A4 sein. Der konnte beim ersten Lauf nicht starten, weil ihnen ein Teil der Einspritzung am Wochenende abhanden kam. Fahrer Dave Pinkney half es auch auch nicht, dass er per Twitter (!) unter den Zuschauern (!) einen A4 mit dem passenden Bauteil suchte. In Donington geht dann auch Teamchef Rob Auston selber an den Start, da Pinkney verhindert ist. Dafür soll der Audi dann im traditionellen Silber/Rot lackiert sein.

Es dürfte also am Wochenende bunt an der Spitze werden, ich rechne aber damit, dass Honda in Donington dominieren wird.

March 31 2011

18:15

BTCC: Vorschau Saison 2011

Eine der besten Tourenwagenserien der Welt startet am Wochenende in eine neue Saison. Zwar gibt es ein paar neue technische Regeln, aber viel wird sich in diesem Jahr in der Hackordnung nicht ändern.

Die BTCC ist zwar immer noch nicht wieder in den Höhen angekommen, in denen sie in den 90er Jahren mal schwebte, aber ihre Zukunft ist im Moment sicher. ITV hat den Vertrag mit der Serie Ende 2010 um weitere drei Jahre verlängert und mit Honda und Chevrolet gibt es zwei Werksteams, die jeweils einen Fahrer einsetzen. Aber die Serie lebte schon immer von ihrer Leistungsdichte, die dazu führt, dass auch Amateur-Teams Chancen auf den Sieg haben. Diese Ausgeglichenheit und die bekannt ruppige Fahrweise, kombiniert mit lässigen Rennkommissaren machen die Serie zu etwas ganz besonderen. Und weil die Serie so klein ist, gibt es auch nicht allzu viel Gerangel hinter den Kulissen, wie man es aus der WTCC kennt. Ab Sonntag geht es also wieder los, diesmal ist der Start in Brands Hatch, wo man die Indy-Variante fährt.

Technisch gibt es in diesem Jahr eigentlich ein ziemliches Durcheinander. Es fahren Wagen nach dem alten S2000 Regeln, von denen einige, aber nicht alle, mit dem neuen NGTC Turbomotor ausgestattet sind. Andere fahren noch den alten 2 Liter Saugmotor. Dazu kommen die Wagen, die nach dem neuen, von der BTCC entwickelten NGTC-Regeln fahren, die wiederum mit einem 2 Liter Turbomotor ausgestattet sind. Das ist mehr als verwirrend und schlecht von der BTCC organisiert, aber auf der anderen hätte eine Zwangsumstellung auf das NGTC dazu geführt, dass man die Starterliste nicht voll bekommen hatte.

Die BTCC, bzw. die dahinter stehende ToCA, haben sich mit dem NGTC aber schon was gedacht. Man will zum einen die Kosten senken, in man sehr strenge Regeln für den Fahrzeugbau entwickelt hat. Die Wagen müssen bestimmten Längen- und Breitenvorgaben entsprechen, dazu ist die Aerodynamik vorgeschrieben. Es gibt ein Einheitsgetriebe, ein Einheitsbremssystem und eine von Cosworth gelieferte Standardelektronik. In Zukunft soll es Teams dann auch möglich sein, ein unter dem ToCA Label gefertigen Motor zu erwerben. Ziel der BTCC ist klar: Man will sich von Herstellern unabhängig machen. Die haben die neuen Regeln allerdings schon mit wenig Freude kommentiert, was auch der Grund ist, warum man BMW nicht mehr so wirklich in der Serie sieht.

2011 und 2012 sind Übergangsjahre, in der alle Regulieren noch unter einen Hut gebracht werden. ab 2013 soll es dann endgültig nur noch NGTC Wagen geben. Die BTCC versucht die neue Regeln auch in andere Länder zu exportieren, vor allem in die STCC und DTCC, wo man eh schon sehr eng zusammenarbeitet.

Ansonsten ändert sich in diesem Jahr aber nichts, von den unterschiedlichen Regelsystemen wird man in den Rennen vermutlich auch nur wenig merken. Es bleibt dabei, dass es drei Rennen am Sonntag gibt, wobei sich die Startaufstellung nach der Quali am Samstag richtet. Im zweiten Rennen gilt die Reihenfolge des Ergebnisses aus Rennen Eins und für Rennen 3 zieht man eine Nummer zwischen 6 und 9. So darf dann der sechstplatzierte des zweiten Rennens auf die Pole usw.

Auch bei den Teams ist es stabil geblieben. Als Titelfavoriten müssen wieder die Chevrolet Cruze vom RML Team gelten, die in diesem Jahr weiter nach dem S2000 Regeln fahren. Grund ist, dass man bei RML alle Hände voll mit den neuen WTCC-Motor zu tun hat, und nicht noch einen weiteren entwicklen möche. Jason Plato hat erst in den letzten Wochen offiziell bestätigt, dass er eine weitere Saison in der BTCC fährt und er gilt logischerweise als Titelfavorit. Neben ihm gönnt man dem Nachwuchstalent Michael McDowell ein zweites Jahr in der Serie.

Team Dynamics, das Honda Werksteam, ist ebenfalls wieder dabei und wird mit Matt Neal und Gordon Shedden um den Titel fahren. Der Civic ging im letzte Jahr schon gut, kämpfte aber mit einem schwachen Motor. In diesem Jahr fährt man mit einem Wagen nach S2000 Regeln, in dem aber ein NGTC Motor schlummert. Und damit hat man einen Unsicherheitsfaktor im Wagen, denn viel konnte man mit dem neuen Motor nicht testen. Zwar gab es im letzten Jahr kaum Motorschäden bei den Teams, die den NGTC-Motor eingesetzt haben, aber wie es mit der Leistung aussieht, ist eine andere Sache.

Team Aon bleibt dem Ford Focus treu wird aber in diesem Jahr nicht weiter in der Independent Trophy gewertet. Allerdings auch nicht als Werksteam, was etwas verwirrend ist. Aber Aon hat im letzten Jahr viel einstecken müssen, weil die Unterstützung seitens Ford schon sehr massiv ist. In diesem Jahr setzt man nicht mehr den mit Gas angetriebenen Motor, sondern auf einen NGTC Motor in einem brandneuen S2000 Spec. Ford Focus. Tom Chilton ist dem Team treu geblieben, an seiner Seite wird aber der Ex-BMW Mann Andy Neate den zweiten Focus pilotieren. Die Ford Mannschaft ist schwer einzuschätzen, weil man mit wenig Testkilometern ein brandneuen Wagen und ein neuen Motor einsetzt.

Airwaves Racing ist vom mittlerweile veralteten BMW 320si auf den letztjährigen Focus ST umgestiegen. Auch hier setzt man ein S2000 Auto mit einem NGTC Motor ein. Mat Jackson ist dem Team treu geblieben und hat bei den Tests auch schon überzeugt. Als zweiter Mann wird der hier eher unbekannte Liam Griffin eingesetzt, der aus dem Porsche Carrera Cup GB kommt. Mat Jackson wird man in der Saison im Auge behalten müssen, denn an guten Tagen ist auf dem Niveau von Jason Plato.

888 Racing ist auch wieder dabei und setzt den schon sehr angestaubten Vauxhall Vectra mit einem NGTC-Motor. James Nash, der im letzten Jahr durchaus gute Rennen hatte, ist beim Team geblieben, neu dabei ist Tony Gilham, der mal im britischen Porsche Carrera Cup unterwegs war. 888 wird wegen des alten Vectra wohl kaum in der Lage sein um den Titel zu fahren, aber Podien sollten drin sein.

Außenseiterchancen auf Siege hat das Tech-Speed Team, dass mit den letztjährigen Chevrolet Cruze unterwegs sind und die gingen ja bekanntermaßen richtig gut. Als Fahrer hat man den seit 2007 in der BTCC fahrenden John George verpflichtet, dazu kommt Paul O’Neill, den man nicht unterschätzen sollte. Er ist ein sehr konstanter Pilot, der 2009 in Snetterton einen dritten Platz erringen konnte. Wenn die Teams vorne mal schwächeln sollte, ist O’Neill auf jeden Fall für ein Podium gut. Wie das RML Team setzt man komplett auf einen S2000 Wagen.

West Surrey Racing ist als einziges Top Team dem BMW 320si E90 treu geblieben. Man setzt ihn in der S2000 Variante ein. Der brave BMW war im letzten Jahr schon nicht mehr wirklich bei der Musik und das wird in diesem Jahr nicht besser werden. Ein Vorteil ist allerdings, dass der BMW halt ein erprobtes Auto ist, dass sehr zuverlässig ist. Rob Collard ist dem Team treu geblieben, neben ihm wird Nick Foster fahren. Es ist geplant, dass man Colin Turkington ebenfalls ab und an einsetzt, wenn es denn seine Starts in der STCC zulassen.

Nicht vergessen darf man die sympathische Mannschaft von Pirtek Racing. Auch dort setzt man einen Vectra mit einem NGTC-Motor sein, was man alledings schon im letzten Jahr getan hat. Da hat man sehr viele Informationen und Daten sammeln können, was in diesem Jahr ein Vorteil sein könnte. Andrew Jordan ist mit Sicherheit ein Mann, der für einen Sieg gut ist, auch wenn er vermutlich einen reverse grid dafür benötigt. Jeff Smitz besetzt das zweite Cockpit.

Geoff Steel Racing setzt einen weiteren BMW ein, den man von Airwaves Team erworben hat. Man setzt Dave Newsham ein, den britischen Renault Clio Meister, und wird nur im Hinterfeld zu finden sein.

Es gibt noch vier weitere Wagen, deren Einsatz zumindest interessant ist. Rob Austin Racing setzt ziemlich überraschend einen Audi A4 ein, der komplett nach NGTC gebaut ist. Man hat den TFSI Motor von Audi als Basis genommen und es gibt durchaus Gerüchte, dass Audi da zumindest mal drüber geschaut hat. Das Problem ist nur, dass das Team mit einem engen Budget arbeitet und der Audi A4 eine kleine Baustelle ist. David Pinkey hat bei Rob Austin unterschrieben und wird in Brands Hatch starten. Ein zweiter Wagen ist geplant, aber es ist nicht klar, wann der kommt.

Dynojet setzt den Toyota Avensis ein, mit dem im letzten Jahr die NGTC Regeln getestet wurden. Der Einsatz war lange auf der Kippe, weil Toyota selber eigentlich nicht in der BTCC aktiv werden möchte. Aber offenbar finanziert man zumindest eine Saison, startet aber mit Frank Wrathall (Ginetta G50 Cup Champion) in der Independent Trophy.

Ein echter Exot ist der Proton Gen2 von Welch Automotive, zu dem es aber bisher kaum Infos gibt. Bekannter ist da schon YRC & AmD Milltek Racing, die mal wieder einen VW Golf einsetzen. Interessant ist dabei nicht der völlig untermotorisierte Golf, sondern dass man den Ex-Aon Mann Tom Onslow-Cole verpflichtet hat. Cole hatte im letzten Jahr einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, da er Tom Chilton teilweise gut im Griff hatte. Warum Cole Team Aon verlassen hat, ist nicht so ganz klar, sein Einsatz im Golf ist auch eher unterhalb seiner Fähigkeiten.

Und dann ist da noch Central Group Racing, die Lea Wood in einem wirklich sehr alten Honda Integra einsetzen. Viel wird sie damit nicht reißen können, was schade ist.

Übertragen wird die Serie wie erwähnt von itv4, da wird man sich einen Stream suchen müssen. Neu ist, dass itv Samstag die Qualifikation streamen wird. Ob das mit einem Geoblocking versehen ist, wird man leider erst am Samstag feststellen können.

Hier noch die Termine für dieses Jahr:

Brands Hatch Indy 03/Apr/2011
Donington Park 17/Apr/2011
Thruxton 01/May/2011
Oulton Park 05/Jun/2011
Croft 19/Jun/2011
Snetterton 07/Aug/2011
Knockhill 04/Sep/2011
Rockingham 18/Sep/2011
Brands Hatch GP 02/Oct/2011
Silverstone 16/Oct/2011

hi_6651_0730 hi_6670_78a1 hi_6663_23f7 hi_6662_db17 hi_6661_3861 hi_6675_4ac8 Jason Plato (GBR) RML Silverline Chevrolet Chevrolet Cruze hi_6660_58ac

January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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