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September 13 2013

14:29

ELMS: Vorschau Ungarn 2013

Die dann doch recht kurze ELMS-Saison biegt schon auf die Zielgerade ein. Und es könnte eine Vorentscheidung in der Meisterschaft fallen.

ELMSNur fünf Rennen umfasst die ELMS-Saison, drei sind mit Silverstone, Imola und Red Bull Ring schon Geschichte. Es folgt nun das Rennen am Hungaroring, das man mit gemischten Gefühlen erwarten darf. Denn die Strecke drängt sich jetzt nicht gerade mit dem Wort “geeignet” für die LMP2-Boliden auf. Zu kurz, zu eng und vor allem gibt es kaum Überholmöglichkeiten. Wenn sich die F1 mit KERS und DRS schon schwer tut, wie sollen die LMP2 überholen können, die mehr oder weniger alle gleich schnell sind? Eine Entscheidung, wie das Wochenende laufen könnte, wird also schon in der Qualifikation fallen. Für die GTs eignet sich der Kurs dagegen hervorragend.

In der LMP2 gehen die üblichen Verdächtigen an den Start. Als Top-Favorit muss der Führende in der Meisterschaft, Pierre Thiriet (68 Punkte) gelten, der mal wieder zusammen mit Mathias Beche an den Start geht. Das erprobte Duo hat die letzten beiden Rennen in der ELMS gewonnen, aber weil Beche das erste Rennen in Silverstone auslassen musste, führt Thiriet die Meisterschaft alleine an. Der Oreaca-Nissan wird auch in Ungarn nur schwer zu schlagen sein, wenn man denn die Quali hinbekommt.

17 Punkte hinter Thiriet liegt das Signatech-Alpine-Duo Pierre Ragues und Nelson Panciatici. Das in diesem Jahr unter dem “Alpine”-Markennamen startende Signature Team ist ja nun ein alter Bekannter in vielen Rennserien und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man die Mannschaft von Philippe Sinault ganz vorne finden kann. Zu verdanken haben sie die Position einer konstanten Leistung, bei allen drei Rennen kamen sie ins Ziel, bei den letzten beiden jeweils auf Platz 2.

Das extrem starke Jota-Team lauert mit 40 Punkten auf Platz 3 der Meisterschaft und die Chancen, den Titel noch holen zu können, sind zumindest nicht völlig weg. Sie brauchen ein schlechtes Ergebnis von Thiriet, vor allem aber dürfen sie sich keine Ausfälle wie in Imola erlauben. Ebenfalls 40 Punkte haben Michel Frey und Patric Niederhauser vom schweizer Raceperformance Team. Allerdings waren die letzten beiden Rennen eher schwierig für das kleine Team und die Konkurrenz von Alpine und Morand Racing ist nicht gerade klein. Dort muss Natacha Gachnang dieses Wochenende auf ihren üblichen Kollegen Franck Mailleux verzichten. Stattdessen wird der frühere F1-Fahrer Christian Klien sein Debüt geben. Ich bin gespannt, wie der Österreicher sich schlagen wird.

Nicht vergessen sollte man die Freunde von Murphy Motorsport, die in diesem Jahr wirklich vom Pech verfolgt werden. Brandon Hartley zeigt immer wieder, was er und das Chassis können. Wenn es keine technischen Probleme gibt. Und wenn Hartley das Auto nicht neben die Strecke setzt. Es dürfte den Iren aber nicht leicht fallen, auf das Podium zu kommen, da Jonathan Hirschi als zweiter Mann bekanntermaßen nicht ganz so schnell ist und auf dem technisch anspruchsvollen Kurs in Ungarn viel Zeit verlieren dürfte.

Fehlen noch Boutsen Ginion Racing, die mit drei Paydrivern unterwegs sind, und das neue SMP-Team aus Russland, dessen Besetzung man nicht unterschätzen sollte. Maurizio Mediani ist der Leiter der “Clienti Corsi”-Fahrerausbildung bei Ferrari und fährt auch alle neuen GTs Probe. Sergey Zlobin war mal Testfahrer bei Minardi und später für BMS Scuderia Italia in der FIA GT ziemlich unerfolgreich unterwegs. Er dürfte also eher der Schwachpunkt sein. Aber das SMP Team sollte man nicht unterschätzen, in der GTC haben sie schon überrascht.

GTE
Same procedure… Fünf Ferrari gegen drei Porsche. Letztere sind aber in Ungarn nicht chancenlos, da das Layout der Strecke die Hecktriebler durchaus bevorteilt. Allerdings dürfte es auch in Ungarn schwer sein, die dominierenden Ferrari von Ram Racing zu schlagen. Das Team hat in dieser Saison bisher zwei Rennen gewonnen, genauer gesagt die Fahrerpaarung Johnny Mowlem und Matt Griffin, und führt in der Meisterschaft mit 70 Punkten vor den Ram-Racing-Kollegen Frank Montecalvo und Gunnar Jeannette, die 45 Zähler auf dem Konto haben. Dahinter liegt, etwas erstaunlich, dass JMW Team mit Andrea Bertolini und Joël Camathias. AF Corse folgt erst dahinter, was aber auch daran liegt, dass man in der ELMS eher Gentleman Driver an den Start gehen lässt.

Immerhin, einen Porsche Sieg gab es schon 2013. Christian Ried und Gianluca Roda konnten mit dem Proton Porsche das erste Rennen in Silverstone gewinnen. In Ungarn nehmen neben Ried auch Nick Tandy und Klaus Bachler Platz, die Chancen stehen so schlecht also nicht. Auch die beide anderen Porsche sind gut besetzt. Bei Prospeed teilen sich Emmanuel Collard und François Perrodo das Cockpit, im IMSA Porsche werden Jean-Karl Vernay und Patrice Milesi Platz nehmen.

GTC
Wieder eine Phalanx von Ferrari, die da auf die Zuschauer wartet. Den Z4 von Ecurie Ecosse kann man getrost vergessen, der wird nichts mit dem Sieg zu tun haben. Wäre da nicht der Gallardo von Peter Kox, könnte man fast auf einen Ferrari-Sieg wetten. Aber der Lamborghini ist nicht zu unterschätzen, wie er in Imola gezeigt hat. Zumindest so lange, wie Peter Kox am Steuer sitzt und der Wagen hält. Wie üblich sind in der GTC viele Gentleman Driver im Einsatz, was die Sache etwas schwer vorhersehbar macht.

Das Rennen startet schon am Samstag um 16:00 Uhr und wird über drei Stunden gehen. Es gibt wie üblich einen Stream.

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October 14 2010

10:11

Formelrennen: Spannung, Chaos und Finale

Riesen-Chaos bei der SLF und ganz großes Renn-Kino bei der Formel Renault 3.5 – das Wochenende hatte für Formel-Freunde wieder Einiges zu bieten. Und schon in wenigen Tagen folgt in Hockenheim das nächste Finale.

Und wieder ein Wochenende mit zwei Formel-Rennen, die man unbedingt gesehen haben sollte – wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen. Der zweite Lauf der Formel Renault 3.5 bewies einmal mehr, wieso die Serie von manchen Experten als beste Juniorklasse unterhalb der Formel 1 gehandelt wird. Daniel Ricciardo und Mikhail Aleshin lieferten sich im Regen ein spannedes Duell fast über die gesamte Länge des Rennens – und am Ende hatte auch noch der Verfolger das bessere Ende für sich. Ricciardo mag höher einzuschätzen sein – aber Aleshin hat sich mit diesem Auftritt den Titel redlich verdient. Moralischer Meister (wenn es sowas gibt) ist dennoch Esteban Guerrieri, der sich passenderweise im letzten Saisonrennen noch einmal den Sieg holte. Auch das Rennen der Superleague Formula bot Spektakel – wenn auch unter viel weniger erfreulichen Vorzeichen. Eine kleine Chronik.

Die Fußball-Rennserie hatte beim zweiten China-Rennen nämlich ein Rendezvous mit Herrn Murphy: alles, wirklich alles, was bei einem Stadtrennen so schieflaufen kann, ging auch tatsächlich in die Hose.

Zunächst waren da die Probleme mit der Strecke: Lange Zeit war nicht klar, wo die Superleague denn überhaupt ihr zweites China-Rennen absolvieren würde. Erst eine Woche vorher gab die SLF einen Ort bekannt – und am Wochenende wurde klar, dass das wohl doch nicht nur ein undurchsichtiges PR-Manöver war. Der Zustand der Strecke und die allgemeine Professionalität der Planung ließen erahnen, dass auch die Verantwortlichen selbst noch nicht viel länger wussten, wo man fahren würde.

Da wäre etwa die Tatsache, dass die Strecke zu eng war, um von der FIA eine Grade 2-Lizenz zu erhalten – und zwar wohlgemerkt nichtmal nachdem die SLF angeboten hatte, an der betreffenden Stelle das ganze Rennen lang unter Gelb zu fahren. Da es sich bei der Stelle um eine Brücke handelt, war es auch nicht möglich, die Strecke zu verbreitern – weshalb die SLF zu einem Trik greifen musste. Um das Rennen doch noch durchführen zu können, fuhr man nicht als internationale “Superleague Formula”, sondern als lokale, “chinesische” Ausgabe der Serie. Mit dem Resultat, dass für die beiden Rennen keine Punkte vergeben wurden.

Als es dann am Freitag endlich auf die Strecke ging, tauchte das nächste Problem auf: In mehreren Kurven lösten sich schon nach dem ersten Freiten Training die Curbs aus dem Boden, das zweite Training wurde abgesagt. Auch sonst waren nicht alle vom Zustand der Bahn begeistert. Tottenham Hotspur-Pilot Craig Dolby sprach von “the scariest thing I’ve ever done in my life” – aber immerhin auch “really good fun”.

Am Samstag dann die nächsten Probleme: Noch vor dem Qualifying drohten die Fahrer damit, in Streik zu treten. Grund dafür waren angeblich nicht bezahlte Preisgelder – davon hatte man ja zuvor schon einmal rund um Chris van der Drifts Geldnot nach seinem Unfall gehört. Am Ende gab es aber, zumindest für’s Erste, doch noch eine Einigung – und das Qualifying konnte beginnen. Dann knallte Andy Soucek in der schnellen Schikane vor Start und Ziel in die Mauer. Er selbst bleib zum Glück unverletzt, das Auto war allerdings irreparabel – und das Wochenende für die Mannschaft von Flamengo damit vorbei.

Und dann kam der Sonntag. Rennen Eins verlief noch relativ normal, man könnte sogar sagen “unspektakulär” – wenn man davon absieht, dass der dichte Smog, der über der Strecke hing wohl keine besondere Werbung für den chinesischen Fremdenverkehr war. Dafür winkten in Rennen zwei gleich die nächsten Handicaps: Einerseits hatte wohl bei der Planung keiner bedacht, wann es in Beijing denn so zu dämmern beginnt. Folge war, dass bereits im Halbdunkel gestartet, und es danach rapide dunkler wurde. Und zwar immerhin in einem Maße, dass man auf jeder Einstellung das Glühen der Bremsscheiben erkennen konnte – auch dann, wenn gar nicht gebremst wurde, also etwa beim Reifenwechsel in der Box.

Dann begann es auch noch zu Regnen, und der Lauf musste endgültig abgebrochen werden. Unglaublicherweise wurde im fast vollständigen Dunkel dann noch einmal gestartet. Was noch nicht einmal der dickste Brocken des Tages war – den lieferte die Racecontrol zum Ende des Rennens ab, als man über mehrere Runden nur lokal Gelb zeigte, während das Auto von Team China mitten auf der Strecke stand. Und zwar nicht irgendwo, sondern just an jener Engstelle, die die FIA dazu bewogen hatte, dem Kurs die Lizenz zu verweigern. Und sofern sich jeamand fragt, was in so einer Situation mit dem Piloten dieses Fahrzeugs passiert: Der saß natürlich die ganze Zeit über im gestrandeten Wagen.

Immerhin: Gut besucht war das Spektakel, finainziell könnte sich die Reise also gelohnt haben. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Ereignisse trotzdem zum Anlass nehmen, ein wenig in sich zu gehen. Denn nach Brands Hatch war dies schon das zweite Rennen in dieser Saison, das man eigentlich nicht hätte starten dürfen. Zumindest hat sich diesmal niemand schwerer verletzt.

Achja: Gewonnen hat das erste Rennen nach einer sauberen Fahrt Craig Dolby. Den zweiten Rennsieg hat sich Alvaro Parente (FC Porto) geholt – inwieweit dieser allerdings wirklich verdient war, muss bezweifelt werden. Immerhin war es ein Dreher des zu diesem Zeitpunkt führenden Parente, der die Rennunterbrechung ausgelöst hatte – was ihn nicht daran hinderte, beim Restart wieder an der Spitze des Feldes zu stehen.

Ein Superfinale gab es wegen der schlechten Bedinungen zum Glück nicht mehr, somit ging der Gesamtsieg an den Punktbesten des Wochenendes: Das war einmal mehr Earl Bamber, der nun bei beiden seiner Starts in der Serie die Prämie in Höhe von 100.000 € gewonnen hat.

F3 Euroseries

Für die F3 Euroseries steht am kommenden Wochenende das letzte Rennen der Saison auf dem Programm – und auch als Freund der Serie ist man geneigt zu sagen: “Zum Glück”. Denn das, was die ehemals so hoch eingeschätzte Rennklasse in dieser Saison gezeigt hat, war leider ein wenig dürftig.

Die Liste der Probleme ist lang, und wurde auch hier im Blog schon geschildert. Vor allem die mangelnde Größe des Starterfeldes machte der F3 Euroseries in der vergangenen Saison kräftig zu schaffen. Die aktuelle Tabelle weist nur 15 Positionen auf, und ein kursorischer Blick auf die Ergebnislisten zeigt, dass über den gesamten Saisonverlauf sogar noch weniger Piloten regemäßig am Start waren.

Dass dann zu allem Überfluss auch noch GP2-Absteiger Edoardo Mortara den Titel gewann, spricht leider auch nicht für die Konkurrenzfähigkeit der verbleibenden Piloten. Um Misserständnissen vorzubeugen: Mortara ist gewiss kein schlechter Fahrer – 2008 hat der Italiener in der F3-Meisterschaft immerhin Piloten wie Jules Bianchi und Christian Vietoris geschlagen, und auch den GP von Macao gewinnt man nicht einfach so. Aber seine GP2-Leistungen deuten andererseits auch nicht darauf hin, dass es sich beim Italiener um einen unschlagbaren Gegner handelt.

Wie dem auch sei: Bevor im kommenden Jahr einige Änderungen geplant sind, die die Serie wirtschaftlich und sportlich wieder konkurrenzfähig machen sollen, quält man sich am Wochenende noch ein letztes Mal im alten Modus über die Runden.

Dabei kann es am zweiten Meisterschaftsrang noch zu Verschiebungen kommen: Marco Wittmann hat nur 8 Punkte Vorsprung auf Williams-Testfahrer Valtteri Bottas. Auch der viertplatzierte Alexander Sims hat noch theoretische Chancen auf den Vize-Titel.

Übertragen werden beide Läufe live, Samstag und Sonntag um 11:20 auf n-tv.

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