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November 11 2013

07:13

WEC: Analyse 6H Shanghai 2013 – Toyota macht Druck

Toyota überraschte, Audi zitterte, es brannte bei Labre und in der GTE Pro gewann der Sieger mit weniger als eine Sekunde Vorsprung. Doch die größten Gewinner der WEC kamen nur auf Platz 3.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232Audi hatte vor dem Start in Shanghai Zweifel, was den Sieg anging, denn die Strecke passt dem R18 nicht so gut. Zum einen hat sie etliche sehr langsame Ecken und da Audi sein Hybrid-System erst ab 120 km/h nutzen darf, hatte Toyota schon mal einen Vorsprung. Zum anderen machte man sich um die Reifen Sorgen. Der R18 verbraucht die Michelin-Reifen etwas schneller als der TS030, also muss man sie häufiger wechseln, was wiederum 25 Sekunden mehr Zeit an der Box kostet. Das es schwierig werden würde, war den Ingolstädtern also vorher klar, überrascht war man aber doch, wie schnell die Toyota waren.

Dabei hatte Toyota den Start in Shanghai gar nicht geplant. Aber weil das Rennen in Fuji buchstäblich ins Wasser gefallen war und man sehen wollte, wo man mit den Entwicklungen nun steht, entschloss man sich kurzfristig für den Einsatz in China und hat vorsichtshalber auch gleich Bahrain noch mit auf die Startliste geschrieben.

In der Quali zeigten die Japaner schon mal, dass sie in Sachen Speed den Audi Paroli bieten konnten. Die Startaufstellung war hübsch durchgemischt, mit der #7 (Wurz/Lapierre) vor dem Audi mit der #1 (Lotterer/Treluyer/Fässler), dem zweiten Toyota #8 (Davidson/Buemi/Sarrazin) und der #2 von Audi mit McNish/Duval/Kristensen. Für letztere war die Ausgangssituation im Rennen komplett anders. Sie mussten den vierten Platz belegen, um sich den Weltmeistertitel zu sichern.

Dementsprechend ging es vorne auch los. Die #2 hielt sich aus allem raus, während die #8 in Führung ging und sich relativ leicht vom Audi mit #2 absetzte. Der musste nach ein paar Runden auch noch den zweiten Toyota passieren lassen und verlor an Boden.

Wer gedacht hatte, das Toyota hier nur ein Feuerwerk abbrennt, sah sich im Verlauf des Rennens, das ohne Unterbrechung blieb, getäuscht. Es zeigte sich, dass die Toyota das Tempo halten konnten und konsequent schneller waren als die Audi. Tatsächlich nahm man nach knapp zwei Stunden sogar etwas Speed raus, denn zu diesem Zeitpunkt hatte man die Audi kurz vor einer Überrundung. Dabei konnten die Toyota auf zwei Ebenen überraschen. Zum einen war man auf der Strecke schneller, zum anderen blieb man in der gleichen Stoppsequenz wie die Audi und man hat es geschafft, den Stopp genauso lang zu gestalten wie die Audi. Der Vorteil der Toyota lag nicht mal darin, dass sie die Michelin nur bei jedem zweiten Stopp wechseln konnten. Das ging aufgrund des sehr rauen Asphalt in China nicht. Toyota fuhr den großen Vorsprung also nur raus, weil man tatsächlich schneller war.

Doch das Glück war Audi mal wieder hold. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens brach beim führenden Toyota mit #8 ein Teil der vorderen rechten Aufhängung, womit das Rennen beendet war. Die #7 stolperte über zwei schlechte Reifensätze. Nach vier Stunden musste Lapierre wegen eines schleichenden Plattfuss kurz nach seinem Stopp wieder an die Box. Beim letzten Stopp erwischte Alex Wurz einen nicht passenden Satz und er verlor sukzessive Zeit auf den drängelnden Fässler, der ihn dann 30 Minuten vor Schluss überholen konnte und dem Toyota auch noch 15 Sekunden in den letzten Runden abnahm. Die Enttäuschung bei Toyota war sichtlich groß, auf der anderen Seite hat man zum ersten Mal in diesem Jahr gezeigt, dass man schneller als der R18 war.

Am Ende jubelte also wieder Audi. Der Sieg war hart erkämpft und dementsprechend verdient. Noch ausgelassener feierten Alan McNish, Tom Kristensen und Loic Duval, die sich mit dem dritten Platz die Fahrer-WM sichern konnten. Es ist der erste WM-Titel für alle drei Fahrer und vor allem Kristensen und McNish haben sich diesen mehr als verdient. Schön, dass die „Alt-Herren-Riege“ gegen Ende ihrer Karriere noch mal einen solchen Titel holen konnte.

LMP2

In der kleinen Prototypklasse gab es eine erneute Auflage des Zweikampfes zwischen dem G-Drive Oreca und beiden OAK Wagen. Dieses Mal konnten sich die Dauersieger Rusinov/Martin/Conway aber nicht wie sonst mit ihrem G-Drive an die Spitze setzen und diese bis zum Ende halten. Der Oreca lief dieses Mal nicht so gut, stattdessen sah man sich durch den OAK mit Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle an der Spitze unter Druck gesetzt. Immer in Schlagdistanz blieben Baguette/Gonzales/Plowman im zweiten OAK.

Es entwickelte sich ein zumindest auf dem Timingscreen spannendes Rennen, dass man allerdings in den TV-Bildern nur selten gezeigt bekam. Nach vier Stunden hatten sich Pla/Heinemeier-Hanson/Brundle gerade mal 17 Sekunden Vorsprung vor Rusinov/Martin/Conway herausgefahren. Die Entscheidung fiel dann im Verkehr und an der Box. Der G-Drive hatte am Ende etwas bessere Rundenzeiten und die etwas bessere Strategie, sodass man sich in der letzten Stunde dann absetzen und den Sieg für sich beanspruchen konnte. Auf P3 landete der zweite OAK mit Baguette/Gonzales/Plowman.

Der Rest des Feldes hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Die Pecom-Mannschaft fiel nach vier Stunden Rennzeit aus, was für lange Gesichter sorgte. Aber bei Pecom war die Stimmung am Wochenende eh nicht gut, nachdem das Team bekannt gegeben hatte, dass man 2014 auf die WEC verzichten muss. Zum einen sind es die Kosten, zum anderen hat Teambesitzer Luis Perez Companc die USCC als möglichen Ersatz im Auge.

Bei Greaves lief es mal wieder schleppend, während die Lotus doch etwas überraschend langsam waren. Hatte das Team zumindest in Austin noch eine ansteigende Form gezeigt, fiel man in China wieder weit zurück. Ein Wagen fiel nach der Hälfte des Rennens aus, der andere hatte am Schluss fünf Runden Rückstand.

In der Fahrer-WM sieht es nach einem Sieg für Baguette/Plowman/Gonzales aus, die 15 Punkte Vorsprung auf Pla/Heinermeier-Hanson/Brundle haben. Allerdings darf man sich beim letzten Rennen in Bahrain keinen Ausfall erlauben bzw. man muss auf P3 kommen, sollten die Teamkollegen das Rennen gewinnen. Die G-Drive Mannschaft Rusinov/Martin/Conway liegt 22,5 Punkte zurück. Da müssten beide OAK schon aufallen und sie das Rennen gewinnen, um die Meisterschaft noch zu holen. Schuld daran ist der Ausfall beim Rennen in Le Mans, der das Team viele Punkte gekostet hat.

GTE Pro

Und weiter ging es mit der Auseinandersetzung zwischen Ferrari und Aston Martin mit gelegentlicher Beteiligung von Porsche. Das Manthey-Team kämpfte in Shanghai mit dem Asphalt. Die Reifen des neuen 991 RSR waren so schnell hinüber, dass man nicht mal die geplante Stintlänge durchhalten konnte. Das warf die Manthey-Truppe zu Beginn dann etwas zurück, aber man hielt zumindest Kontakt zur Spitze.

Dort hatte sich zunächst der AF Corse Ferrari mit Kobayashi/Vilander die Spitze gesichert, aber denkbar knapp vor dem Aston Martin mit Turner/Mücke am Steuer. Dahinter folgten Fisichella/Bruni vor dem nächsten Aston mit Senna/Lamy/Stanaway. Erst danach folgten die Porsche mit den genannten Problemen.

Im Verlauf des Rennens änderte sich das Bild und die Aston schoben sich mehr und mehr nach vorne. Grund dafür war mal wieder auch der verkleinerte Tank der Ferrari, die in Sachen Stintlänge nicht so ganz mithalten konnten. Das spülte dann die Aston nach vorne, die sich im Verlauf der letzten Stunde ein packendes Duell um den Sieg lieferten. Im letzten Stint lagen Stefan Mücke und Bruno Senna innerhalb von einer Sekunde und dieser Abstand blieb auch bis zum Zieldurchlauf bestehen.

Schlechter lief es am Ende für beide AF Corse. Die Ferrari verloren bei kühler werdender Strecke immer mehr an Grip und sahen sich durch den Porsche mit Bergmeister/Pilet am Steuer unter Druck gesetzt. In einem sehenswerten Zweikampf bügelte die Porsche-Mannschaft dann die Ferrari nieder. Die kämpften allerdings wirklich mit stumpfen Waffen, da ihnen jeglicher Grip fehlte.

GTE Am

Der „Dänenbomber“ mit Nygaard/Poulsen/Thiim sah mal wieder wie der sichere Sieger aus, doch nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens war dann plötzlich Feierabend. Die Elektronik streikte und Thiim musste den Wagen mitten auf der Strecke abstellen. Damit rutschte der Porsche mit Narac/Vernay/Paltalla an die ersten Stelle, der sich allerdings nicht vom 8Star Ferrari mit Potolicchio/Agus/Rigon absetzen konnten. Im Gegensatz zu den AF Corse in der Pro-Kategorie wurde der 8Star Ferrari aber im Verlaufe des Rennen besser. Die IMSA-Mannschaft kämpfte zudem mit kleineren technischen Problemen, sodass sich der Ferrari am Ende den Sieg holen konnte.

Doch die Glückspilze des Rennen kamen aus dem Labre-Team. Beim letzten Boxenstopp, ca. 50 Minuten vor Ende des Rennens, entzündete sich plötzlich die gesamte (!) Tankanlage. Ein sehr dramatisches Bild zeugt davon, wie groß das Feuer war. Im Fernsehen sah man davon nur das Ende, da hatten alle benachbarten Teams (Lotus, Aston, Porsche und andere) schon die Feuerlöscher gezückt und das Feuer erstickt. Die im Bild zu sehenden Mechaniker sind alle ok, niemand hat Verbrennungen oder Rauchvergiftungen erlitten, laut der FIA konnten alle untersuchten Teammitglieder das Streckenhospital nach einem kurzen Check wieder verlassen. Das zeigt auch, wie gut die feuerfesten Anzüge geworden sind. Und wie wichtig es ist, dass in einer Boxengasse alle einen tragen müssen.

Es war jetzt kein wirklich umwerfendes Rennen der WEC, aber es war aus strategischer Sicht durchaus spannend zu betrachten. Das letzte Rennen der Saison und damit auch der „alten“ LMP1 findet am 30.11. in Bahrain statt.

2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-401 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-399 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-308 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-297 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-258 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-176 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-159 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-100 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113811-092 2013-6-Heures-de-Shanghai-6-HEURES-DU-SHANGHAI-02113012-232

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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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April 14 2011

16:21

Formel Eins: Vorschau GP China 2011

Zwei Läufe innerhalb von einer Woche bedeutet für die Teams einen enormen Stress und normalerweise sieht man dann an den Wagen kaum Veränderungen. Das ist in diesem Jahr anders.

Der GP von Malaysia ist noch nicht ganz verarbeitet, da steht schon der Lauf in China auf dem Programm, der in diesem Jahr in das Frühjahr gerutscht ist. Die meisten Mitarbeiter sind in Malaysia geblieben oder schon in China, ein Rückflug macht da wenig Sinn und belastet vor allem die Fahrer zu stark. Einige machen sich aber die Mühe, vor allem von McLaren und Ferrari hört man, dass etliche Techniker nach Europa geflogen sind, die Taschen voller Daten. Grund für die Reisefreudigkeit: McLaren will wohl in China einen komplett neuen Unterboden einsetzen, der auch einen noch mal veränderte Auspuffluftführung hat. Bei Ferrari gibt es allerdinds wohl handfestere Probleme. Offenbar gibt stimmen die Messdaten nicht, die der Windkanal ausgeworfen hat, nicht mit jenen, die man auf der Strecke hat. Wenn das stimmen sollte, dann hat Ferrari ein riesen Problem.

Denn solche Meßfehler lassen sich nicht einfach mal so eben beseitigen. Das Problem ist auch, dass es einem nicht hilft zu wissen, dass der Windkanal fehlerhafte Daten abgibt, man muss auch wissen, warum das so ist. Dafür müsste man eigentlich in einen zweiten Windkanal, doch den hat Ferrari zum einen nicht, zum anderen fällt so etwas unter die freiwillige Testbeschränkung der FOTA. Außerdem kann man nicht einfach die Daten von Windkanal 1 mit Windkanal 2 vergleich, das ist ein schwieriger Prozess. Deswegen ist wohl auch die Spitze der Führungsmannschaft in der Woche nach Italien geflogen. Für Ferrari könnten die neuen Erkenntnisse bedeuten, dass sie die Saison abhaken müssten, oder wieder eine B-Variante auf die Beine stellen. Das Geld dafür hat man zwar, aber auch die Italiener müssen sich an die Ausgabengrenzen der FOTA halten. Man darf gespannt sein.

Shanghai ist eine Strecke, die den Red Bull mal wieder liegen sollte. Aber so viele schnelle Passagen wie in Malaysia gibt es nicht. Eigentlich ist es nur der Teil zwischen Turn 7 und 9, vielleicht noch der Ausgang von Turn 13 auf die lange Gerade. Der Vorteil, den der RB7 mit seinen hohen Abtriebswerten hat, ist also nicht so groß. Dazu kommt, dass die Gerade mit 1170 Metern sehr lang ist, auch die knapp 800 Meter lange Start/Zielgerade sollte man nicht vergessen. Und lange Geraden sind nicht die Welt der Red Bull, was die Höchstgeschwindigkeit angeht, denn in Malaysia war man zwischen sieben und zehn km/h langsamer als der Rest der Welt, insbesondere der Renault.

Die eher geringe Endgeschwindigkeit ist aber auch bei McLaren zu beobachten und da die im Moment offenbar die einzigen echten Verfolger von Red Bull sind, dürfte das in China mal wieder sehr, sehr eng werden zwischen beiden Teams. Einen gewichtigen Vorteil könnte McLaren aber haben: KERS.

Denn im eng gebauten Red Bull scheint das KERS nur kurzzeitig zu funktionieren. Offenbar wird es zu heiß um es die ganze Zeit einsetzen zu können. Auch Red Bull spricht von einer “steilen Lernkurve” die man in Sachen KERS noch vor sich hat. Aber ohne KERS ist man auf dem Kurs in China dann doch eher verloren. Für Red Bull könnte aber die Tatsache sprechen, dass das Wetter in Shanghai sehr schlecht und vor allem kühl sein soll. Vielleicht konnte man das KERS in Malaysia auf Grund der hohen Außentemperaturen nicht mehr einsetzen.

Wie erwähnt sind da aber noch die Renault, die man auch im Rennen nicht unterschätzen sollte. Auch wenn man von einem Sieg ohne die gnädige Mithilfe der Konkurrenz noch entfernt ist. Im Moment hat sich Renault aber durchaus Platz 3 der Hackordnung gesichert, weil Ferrari und Mercedes schwach gestartet sind.

Die Deutschen wird in China weiter versuchen, den Schaden zu begrenzen. Vielleicht schafft man es ja Ferrari etwas näher zu kommen, aber der Rennspeed des MGP02 ist einfach nicht da. Es war teilweise schon erschreckend zu sein, wie weit die Zeiten von Schumacher und Rosberg von den Top 3 entfernt sind. Eine schnelle Lösung wird man nicht finden, das Problem scheint ein wenig tiefer zu lieger. Dazu kommen die Probleme, die beide Piloten mit dem Heckflügel in den bisherigen Rennen hatten. Ohne DRS kann man in China dann auch gleich nach Hause fahren, das gilt vor allem für die Qualifikation.

Das Mittelfeld wird sich um die letzten Punkte balgen, aber vor allem Sauber könnte in China wieder profitieren. Ich hab noch keine Zeit gehabt, mit die Rundenzeiten von Kobayashi genau anzuschauen, aber die Schweizer sollten im Moment das beste Team im Mittelfeld sein. Dahinter folgt, etwas überraschend, Force India, die vor allem gute Long Runs produzieren. Toro Rosso hatte ein gutes und ein mieses Rennen, die sind sehr schwer einzuschätzen. Dagegen brennt bei Williams schon dir Hütte. Die Zeiten des FW33 in Malaysia waren katastrophal und wenn man die eilig zusammen gezimmerten Pressemeldungen von Williams so liest, dann muss man zum Schluss kommen, dass sie keine Ahnung haben, warum der Wagen so langsam ist.

Lotus wird in China sich nicht so gut in Szene setzen können, wie in Malaysia, wo man ja im Rennen durchaus mithalten konnte. In Shanghai wird sich die Entscheidung rächen, dass man dieses Jahr kein KERS an Bord hat, was auf den langen Geraden kein Spaß wird.

Die FIA hat auch bekannt gegeben, wie und wann man das DRS wird einsetzen können. Wie zu erwarten war, hat man die lange Gerade gewählt, aber erstaunlicherweise wird es nicht die gesamte Gerade sein. Man reduziert den Einsatz auf knapp 900 Meter. Offenbar hat man Angst, dass die Wagen mit KERS und DRS einfach zu schnell werden.

Das Wetter wird in China eine große Rolle spielen, denn es ist seit Tagen Regen für das Wochenende angesagt. Den hatte man zwar auch in Malaysia erwartet, aber in China sieht es tatsächlich so aus, als könne es vor allem Sonntag den ganzen Tag regnen.

Ich erwarte einen durchaus spannenden Grand Prix mit einem McLaren Team, dass den Red Bull auch im Rennen das erste Mal richtig auf die Pelle rücken könnte. Und das unabhängig vom Wetter. Vielleicht bekommen wir ja endlich das Regenduell zwischen Vettel und Hamilton.

February 02 2011

07:25

Ferner liefen: Die Newshappen

// Gibt es neben dem geplanten Rennen in Austin bald einen zweiten Grand Prix in den USA? Joe Saward will jedenfalls gehört haben, dass Bernie Ecclestone über ein Rennen im New Yorker Stadtteil Staten Island verhandelt. Dabei würde es sich allerdings keineswegs um ein Stadtrennen handeln – und auch die Skyline von Manhattan wäre nicht im Hintergrund zu sehen. Im Gespräch ist nämlich die Errichtung einer neuen Rennstrecke in einem ehemaligen Industriegebiet nahe der Grenze zum Bundesstaat New Jersey. Ganz neu ist die Idee nicht: Die NASCAR-eigene Rennstrecken-Gesellschaft ISC ist vor ein paar Jahren mit dem Plan, dort ein Oval zu bauen gescheitert. (Vorsicht)

// Gute Nachrichten für Cineasten: Eine Dokumentation über Ayrton Senna hat beim prestigeträchtigen Sundance Festival nicht nur hervorragende Kritiken eingefahren, sondern auch den Publikumspreis in der Kategorie “Internationale Dokumentation” gewonnen. Damit steigen die Chancen, dass der in der britischen Motorsport-Blogosphere schon seit einigen Monaten sehnsüchtig erwartete Film auch hierzulande in die Kinos kommt. Am Rande des Sundance Festivals werden nämlich viele Verträge über den internationalen Vertrieb unabhängiger Filme geschlossen. Allerdings: Zur Stunde ist noch nichts über einen solchen Deal bekannt. (Vorsicht)

// Und gleich nochwas aus dem Bereich des Showbusiness: Die Regisseure Ridley und Tony Scott planen eine TV-Serie, die im Rennfahrermillieu der 1950er-Jahre spielen soll. Außer, dass es vor allem um die 24 Stunden von LeMans gehen soll, ist über den Inhalt noch nicht viel bekannt – stilistisch will man sich an der großartigen Werbeagentur-Serie “Mad Men” orientieren. (Vorsicht)

// Die GP2 Asia wird wohl auch in diesem Jahr wieder live auf Eurosport 2 zu sehen sein. Das geht zumindest aus der kürzlich veröffentlichten Programmvorschau hervor. Allerdings: Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht. Und solange die noch aussteht, kann sich die Eurosport-Planung auch sehr schnell wieder ändern – wie leidgeprüfte Motorsportfans auch im vergangenen Jahr erfahren mussten, als die Superleague Formula nur wenige Tage vor Saisonstart aus dem Programm flog. (Vorsicht)

// Bei der ersten Übertragung wird man übrigens auch die Fahrkünste von Oliver Turvey und Julian Leal bewundern können. Die beiden haben in der vergangenen Woche Deals mit Ocean Racing bzw. Rapax bekannt gegeben. Diese Verträge gelten zunächst nur für die GP2 Asia – ob und wo man Turvey und Leal auch in der Hauptserie sehen wird, bleibt abzuwarten. (Vorsicht)

// Überraschende Entwicklungen in der IndyCar Series: Mike Conway wird die gesamte Saison 2011 bei Andretti Autosport bestreiten. Eigentlich hatten Experten in den verganenen Tagen eher mit einer Verpflichtung von Andy Soucek oder Adam Carroll gerechnet. Wie der Deal mit dem Briten, der seit seinem schweren Crash in Indy 2010 nicht mehr auf der Strecke war zustande gekommen ist, ist noch nicht ganz klar. Eine Bestätigung seitens Andretti Autosport liegt zwar mittlerweile vor – Details zu Conways Sponsorpaket wird das Team aber erst “zu einem späteren Zeitpunkt” bekannt geben. Außerdem hat am Montag Sebastain Bourdias für das Team von Dale Coyne getestet – und war gleich mal wieder der schnellste aller anwesenden Tester. Noch scheint nichts fix zu sein, aber Aussagen von Bourdias und dem Team klingen nach sehr ernsthaften gemeinsamen Planungen für 2011. Allerdings hat Dale Coyne mittlerweile in einem Interview festgestellt, dass es sich allenfalls um eine Verpflichtung für die Road Course-Rennen handeln könnte. Die Oval-Läufe überschneiden sich nämlich zum Teil zeitlich mit Bourdais’ ILMC-Verpflichtungen. (Vorsicht)

// Die IndyCar Series könnte bald ein Rennen in Houston fahren. Berichten zufolge bemüht sich die Verwaltung der texanischen Weltraumstadt darum, die wiedervereinigte Rennserie auf jenen Stadtkurs im Reliant Park zurückzuholen, auf dem schon zwischen 1998 und 2006 sechsmal die CART bzw. Champ Car Series Station gemacht hatte. IndyCar-CEO Randy Bernard war am Wochenende vor Ort, um sich ein Bild von den Verhältnissen zu machen, äußerte sich aber eher abwartend. (Vorsicht)

// Etwas weiter fortgeschritten scheinen die Pläne für ein zweites Brasilien-Rennen ab dem Jahr 2012. Die brasilianische Zeitung Correio do Povo berichtet (Übersetzung) jedenfalls auf ihrem Internetauftritt in ziemlich sicheren Worten davon, dass am Dienstag IndyCar-Verhandler Tony Cotman die Stadt Porto Alegre besuchen würden, um nähere Details zum Rennen zu verlautbaren. Der Lauf ist übrigens nicht als rein brasilianische Veranstaltung geplant, sondern soll auch Fans aus den Nachbarländern Uruguay und Argentinien anziehen. Als Sponsor ist die südamierikanische Freihandelszone Mercosur im Gespräch. (Vorsicht)

// Indy Lights Champion JK Vernay unternimmt erste Schritte auf dem Weg in die IndyCar Series. Am Montag hat der Franzose in Sebring für Conquest Racing getestet – ob er mit dem Team auch in konkreten Verhandlungen um ein Renncockpit steht, ist derzeit noch nicht bekannt. Informationen über den Ausgang des Tests gibt es leider ebenfalls nicht. (Vorsicht)

// Die DTM hat die Beschwerden der Fans gehört, und möchte ausnahmsweise auch mal reagieren – im kommenden Jahr wird es wahrscheinlich kein Finalrennen in Shanghai mehr geben. Stattdessen plant man, am 6. November (!) ein Rennen am Hockenheimring auszurichten (wo man vermutlich schon eifrig Rollsplitt bestellt). Ein China-Rennen will die ITR trotzdem im Kalender behalten. Man überlegt derzeit wohl, einen Stadtkurs in der Millionenmetropole Chongqing zu errichten. (Vorsicht)

// Haben wir den Scherz nicht verstanden, oder ist es bittere Realität? Midweek Motorsport hat Mitte vergangener Woche via Twitter “exklusiv” gemeldet, Renault wolle sich Ende 2011 aus der Formel Renault 3.5 zurückziehen. Die Meldung ist auch bis dato “exklusiv” geblieben, und wurde von keiner weiteren renommierten Quelle übernommen. Sollte sie trotzdem stimmen, wäre das wohl das Ende der aufstrebenden Nachwuchsserie – auch, wenn findige Wortspieler auf Twitter vermuten, die Serie würde 2012 als “Lotus World Series” oder als “Formula 3.5” weitermachen. (Vorsicht)

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