Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

June 22 2013

09:00

Super GT: Calsonic Impul GT-R triumphiert in Malaysia

Drei Rennen, drei verschiedene Sieger: Am vergangenen Wochenende triumphierten erstmals in dieser Saison Tsugio Matsuda und Joao Paulo de Oliveira (Calsonic Impul GT-R) in Sepang, Malaysia. Doppelerfolg hingegen für Honda in der GT300: Erstmals gewann der ARTA CR-Z GT (Shinichi Takagi / Takashi Kobayashi) vor dem Schwesterwagen Mugen CR-Z GT. Es ist der zweite Sieg eines Hybrid-Boliden in der Super GT.

Super GT Malaysia 2013 Winners OliveiraMatsudaKobayashiTakagiVorzeitig zum Geburtstag zu gratulieren, bringt bekanntlich Unglück. Nicht so im Falle von Tsugio Matsuda, der am vergangenen Dienstag 34 Jahre alt wurde. Hierfür gab es nicht nur für ihn, sondern auch seinen Teamkollegen Joao Paulo de Oliveira und Team-Chef Kazuyoshi Hoshino (beide haben jeweils im Juli Geburtstag) eine große Geburtstagstorte. Die schien trotz Aberglaube Glück gebracht zu haben, denn der blaue Nissan münzte die Pole-Position in den ersten Saisonsieg von Nissan und damit auch von Impul um. In der GT300 durfte sich Honda hingegen über einen Doppelerfolg freuen. Fast schon in einer eigenen Liga duellierten sich die beiden CR-Z GTs von ARTA und Mugen. Am Ende triumphierten Shinichi Takagi und Takashi Kobayashi im roten ARTA CR-Z vor den Markenkollegen Hideki Mutoh und Yuhki Nakayama im weißen Mugen CR-Z GT. Es war der erste Sieg für den Hybrid-Boliden von Honda und der Zweite für einen Hybrid-Wagen in der Super GT nach dem Erfolg des Panasonic apr Prius GT (Toyota Prius) beim 500km-Rennen in Fuji.

 

GT500

Super GT Malaysia 2013 GT500 StartBei schwülen 34 Grad Außentemperatur (gefühlte 39 Grad), über 60 Grad Innentemperatur in den Autos und 42 Grad Asphalttemperatur wurde das dritte Saisonrennen der Super GT um 16 Uhr Ortszeit auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang, Malaysia, gestartet. Startfahrer Tsugio Matsuda konnte die Pole-Position mit seinem Calsonic Impul GT-R behaupten. Dahinter sortierten sich Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) sowie Andrea Caldarelli (KeePer Tom’s SC430) ein, die zur großen Überraschung in der Qualifikation schneller als die Honda waren. Dies war unter anderem einem Fahrfehler von Naoki Yamamoto (Weider Modulo HSV-010) geschuldet, der eine mögliche Bestzeit mit einem Fahrfehler ins Kiesbett warf. Einen Raketenstart legte Yuhi Sekiguchi (Reito Mola GT-R) von der sechsten auf die vierte Position hin. Trotz des guten Starts konnte sich Matsuda allerdings nicht von Hirate absetzen. Der Lexus-Pilot erhöhte stattdessen den Druck, konnte stellenweise sogar etwas schneller als der blaue Nissan und blieb dementsprechend an seinem HeckSuper GT Malaysia 2013 Calsonic Impul GT-R.

Der Speed des Zent Cerumo SC430 kam überraschend, zumal man Toyotas Edelmarke aufgrund der Streckencharakteristik und sowie der bisherigen, fehlenden Erfolge in Malaysia, keine Favoritenrolle zusprach. In der vierten Runde verlor Kohei Hirate beim Anbremsen auf die letzte Kurve leicht die Balance seines Wagens, wodurch er milde das Heck von Matsuda touchierte, der sich wiederum im „side-by-side“-Duell gegen den Lexus auf der Zielgeraden behauptete. Im Hintergrund überholte indessen Yuhi Sekiguchi Andrea Caldarelli im KeePer Tom’s SC430. Sekiguchis Nissan ging in der Anfangsphase deutlich schneller als die Boliden der Konkurrenz, weshalb er nach nur wenigen Runden auf die beiden führenden aufschloss. Im sechsten Umlauf kam es jedoch zur Kollision zwischen Sekiguchi und Hirate, als letzterer den Bogen zur Gegengeraden von außen anfuhr, dabei den sich aber bereits innen befindenden Sekiguchi übersah. Das Resultat: Hirate wurde am Radkasten hinten rechts getroffen, drehte sich und fiel bis auf Position 12 zurück. Auch Yuhi Sekiguchi musste einbüßen. Zwar war keine allzu deutliche, sichtbare Beschädigung an der Front des schwarzen Mola Reito GT-R zu erkennen, der GT500-Rookie fiel aufgrund von Balance-Problemen zunächst aber vom dritten auf den fünften Rang zurück. Weiter vorwärts ging es für das Team auch im späteren Rennen nicht, zumal Sekiguchi vor seinem Boxenstopp auch noch von Ronnie Quintarelli (Motul Autech GT-R) eingangs Start/Ziel getroffen und umgedreht wurde. Die Schuld für die Kollision in der 22. Runde sahen die Rennkommissare beim Italiener: Im Duell mit dem Raybrig HSV-010 (Takuya Izawa / Takashi Kogure) verlor Quintarelli beim dicht Auffahren in der letzten Kurve die Balance und rutschte über die Vorderachse in den sich außen befindenden Reito Mola GT-R von Yuhi Sekiguchi. Der Motul Autech GT-R bekam aufgrund des vermeidbaren Unfalls eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Trotz der zwei Kollisionen beendeten Sekiguchi und sein Teamkollege Satoshi Motoyama das Rennen auf dem sechsten Platz. Für die Titelverteidiger Ronnie Quintarelli und Masataka Yanagida lief es an diesem Wochenende hingegen nicht ganz so gut. Am Ende überquerten sie im Motul Autech GT-R die Ziellinie auf dem neunten Rang, von dem sie auch ins Rennen gingen.

Doch zurück zu Kohei Hirate, denn das Pech ging für den Lexus-Fahrer weiter. In der neunten Runde platzte ihm aufgrund der Kollision mit dem Reito Mola GT-R der rechte Hinterreifen. Mit einem zerstörten, hinteren rechten Teil seines Wagens schleppte sich Hirate zurück an die Box. Am Ende sollte es für ihn und seinen Teamkollegen Yuji Tachikawa lediglich für den 14. und damit vorletzten Platz reichen. Ein bitteres Ende für die Cerumo-Truppe, zumal man das einzige Lexus-Team war, das dem Calsonic Impul GT-R Paroli bieten konnte. Je nach Rennverlauf wäre ein etwaiger Sieg nicht ausgeschlossen gewesen. Besonders bitter: Durch das schlechte Ergebnis in Malaysia rutschten die Vize-Champions vom zweiten auf den nunmehr vierten Rang in der Meisterschaft ab.

Super GT Malaysia 2013 Denso Kobelco SC430Mit dem Zent Cerumo SC430 sowie dem Reito Mola GT-R aus dem Weg begann die Verfolgungsjagd von Naoki Yamamoto (Weider Modulo HSV-010). Ebenfalls in der neuten Runde krallte er sich Andrea Caldarelli und verkleinerte peu à peu den Abstand zu Tsugio Matsuda. Letzterer beklagte sich zu diesem Zeitpunkt im Rennen über Untersteuern, weshalb er nicht ganz den Speed des Weider-Honda gehen konnte. In der 14. Runde kam es bereits zur Attacke von Yamamoto, doch Matsuda rettete sich durch den GT300-Überrundungsverkehr. Wohl auch ausgehend vom Untersteuern öffnete der Nissan-Pilot in der Kurve, in der Markenkollege Sekiguchi mit Kohei Hirate kollidierte, die Lücke für Yamamoto. Der Honda-Fahrer nutzte diese Einladung gnadenlos aus und vollendete den Führungswechsel eingangs der Start- und Zielgeraden. Die Michelin-Reifen des Weider Modulo HSV-010, die bei sehr heißen Temperaturen auf die Distanz erneut besser als ihre Pendants von Bridgestone zu funktionieren schienen, dürften wohl auch ein Vorteil für Naoki Yamamoto gewesen sein, denn er setzte sich binnen weniger Runden vom Calsonic Impul GT-R ab. Matsuda musste sich stattdessen nach hinten orientieren, wo sich der KeePer Tom’s SC430 näherte. Andrea Caldarelli, der auf den harten Bridgestone-Pneus startete, hatte nämlich noch genügend Reserven übrig. Bis zu den Boxenstopps konnte sich Tsugio Matsuda allerdings auf Rang 2 behaupten.

Die Stopps wurden in Runde 21 von Toshihiro Kanieshi (Keihin HSV-010) eröffnet, der den Wagen an seinen Teamkollegen Koudai Tsukakoshi übergab. Vier Runden später taten es ihm der Motul Autech GT-R sowie der KeePer Kraft SC430 gleich, ehe eine weitere Runde später der Raybrig HSV-010, der Denso Kobelco SC430 sowie der zum diesem Zeitpunkt zweitplatzierte Calsonic Impul GT-R ihre Mannschaften ansteuerten. Zur großen Überraschung war die Outlap von Daisuke Ito (KeePer Tom’s SC430) nicht sonderlich gut, weshalb sowohl Markenkollege Juichi Wakisaka (Denso Kobelco SC430) als auch Takashi Kogure (Raybrig HSV-010) sowie selbstverständlich der sowieso schon vor den Boxenstopps davor liegende Joao Paulo de Oliveira (Calsonic Impul GT-R) vor ihm auf die Strecke zurückkehrten. Zu einer der besten Szenen des Rennens gehörte unter anderem der direkt nach den Stopps folgende Zweikampf zwischen Takashi Kogure und Daisuke Ito, den Kogure nach mehreren Kurven schlussendlich für sich entschied. Mit einem respektablen Abstand von rund zehn Sekunden steuerte Naoki Yamamoto seinen Weider-Honda im 27. Umlauf zum Service. Dort kam es zum Drama: Nach dem schnellen Stopp mitsamt Fahrerwechsel auf den Franzosen Frédéric Makowiecki sprang der Motor des Weider Modulo HSV-010 nicht mehr an – erst beim dritten Startversuch heulte das Aggregat wieder auf. Mit einer Stoppzeit von ganzen 55 Sekunden verlor das Team somit nicht nur die Führung, sondern fiel bis auf Position 7 hinter den Motul Autech GT-R zurück, der kurz darauf allerdings die zuvor angesprochene Durchfahrtsstrafe erhielt.Super GT Malaysia 2013 Raybrig HSV-010

Das Timing für den Stopp des Calsonic Impul GT-R hätte perfekter nicht sein können. Wieder in Führung liegend hatte Joao Paulo de Oliveira einige freie Runden, die es ihm ermöglichten, ohne dichten GT300-Überrundungsverkehr einen kleinen Abstand herauszufahren und dabei die Reifen nicht allzu zu sehr zu beanspruchen. Verfolgt wurde er von Juichi Wakisaka (Denso Kobelco SC430), Daisuke Ito (KeePer Kraft SC430) sowie Takashi Kogure (Raybrig HSV-010) und Koudai Tsukakoshi (Keihin HSV-010). Allesamt konnten allerdings nicht mit dem Speed des Brasilianers mithalten. Im Hintergrund dauerte es hingegen nicht lange, bis Frédéric Makowiecki seine Aufholjagd startete. Mit den Michelin-Reifen auf optimaler Betriebstemperatur biss sich der Franzose nicht nur durchs Feld, sondern brannte dabei mit 1:58.207 auch die schnellste Runde des Rennens in den Asphalt. Selbst die sich ablösende Klarsichtfolie auf seiner Frontschutzscheibe hielt den Honda-Piloten nicht auf. Makowieckis wahnsinnige Aufholjagd kam jedoch zu einem abrupten Ende, als er sich 14 Runden vor Schluss die Zähne am KeePer Tom’s SC430 von Daisuke Ito ausbiss. In den verbleibenden Runden griff Ito ganz tief in die Trickkiste, um den spürbar schnelleren Weider Modulo HSV-010 hinter sich zu halten. Vorne kontrollierte Joao Paulo de Oliveira hingegen mit rund drei Sekunden Vorsprung zu Juichi Wakisaka das Rennen. Drama dann in der letzten Runde: Abseits der Kameras kollidierte Daisuke Ito bei der Überrundung von Hisao Shigeta (Ghost in the Shell Porsche), wodurch der KeePer Tom’s SC430 in den Kies rutschte. Zu allem Übel zog sich Ito dabei auch noch einen Reifen- und Aufhängungsschaden hinten links zu. Im Schleichtempo rettete er den Wagen über die Ziellinie, wurde aufgrund der Kollision wie auch dem Ritt durchs Kiesbett und den entstandenen Schaden bis auf zehnten und damit letzten Punkterang zurückgereicht. Ein weiteres, sehr gutes Rennen des Teams, das am Ende leider unbelohnt blieb. Daisuke Ito stellte den KeePer Tom’s SC430 sichtlich enttäuscht direkt nach der Zieldurchfahrt an der Boxenmauer ab und musste wegen Erschöpfung sogar über diese gezogen werden. Hisao Shigeta (Ghost in the Shell Porsche) wurde für die Kollision im Anschluss an das Rennen schuldig gesprochen und erhielt eine nachträgliche Zeitstrafe von 30 Sekunden. Profiteure davon waren unter anderem der Weider Modulo HSV-010 und der Keihin HSV-010, die sich so auf Position 4 respektive 5 vorschoben.

Super GT Malaysia 2013 Calsonic Impul GT-R GT500 WinnerDas jubelnde Duo in der Mitte des GT500-Podests war am Ende somit Tsugio Matsuda und Joao Paulo Oliveira, die gleichzeitig auch ihren ersten Sieg seit dem Sommer-Rennen in Fuji im letzten Jahr feierten. Für Nissan war es nicht nur der erste Saisonsieg, sondern auch der erste Sieg in Malaysia seit 2010. Damals gewannen Tsugio Matsuda und Ronnie Quintarelli, ebenfalls im Calsonic Impul GT-R. Bei aller Freude über den Sieg verhielten sich Joao Paulo de Oliveira und Tsugio Matsuda in der anschließenden Siegerpressekonferenz allerdings bescheiden: Der Wagen habe noch nicht die richtige Balance sowie den gewünschten Speed. Beides sind Baustellen, an denen man noch hart weiterarbeiten müsse. Matsuda gestand außerdem, dass der Weider Modulo HSV-010 etwas schneller an diesem Wochenende war. Eine Aussage, die sich so unterschreiben lässt. Ohne das Problem beim Boxenstopp, als der Motor nicht mehr sofort ansprang, hätte Weider Modulo Dome Racing vermutlich den dritten Erfolg in Folge in Malaysia gefeiert. Am Ende reichte es, auch dank der hervorragenden Aufholjagd von Frédéric Makowiecki, lediglich für den vierten Rang. Mit den Positionen 3 (Raybrig HSV-010), 4 (Weider Modulo HSV-010) und 5 (Keihin HSV-010) bestätigte Honda erneut die diesjährig bessere Form des Wagens. Durch den dritten Platz konnten Takuya Izawa und Takashi Kogure ihre Tabellenführung mit wertvollen Zählern zudem weiter ausbauen. Der zweite Platz von Hiroaki Ishiura und Juichi Wakisaka (Denso Kobelco SC430) entspricht der Voraussage. Sepang und der Lexus SC430, das hat in den vergangenen Jahren einfach nicht passen wollen. Bei einem anderen Rennverlauf wären allerdings wohl mehr Fahrzeuge von Toyotas Edelmarke in den Top 5 aufgetaucht. Größter Verlierer des vergangenen Sonntags dürften wohl Kohei Hirate und Yuji Tachikawa (Zent Cerumo SC430) gewesen sein. Zusammen mit dem Weider-Honda waren sie die einzigen, welche die Pace von Tsugio Matsuda und Joao Paulo de Oliveira mitgehen konnten.Super GT Malaysia 2013 GT500 Podium

Ähnliches gilt für Andrea Caldarelli und Daisuke Ito im KeePer Tom’s SC430. Nachdem das Duo in Fuji ein Auto fürs Podium hatte, allerdings in der Qualifikation durch technische Probleme eingebremst wurde, wurde erneut ein sehr gutes Rennen durch Pech (in diesem Falle die Kollision mit dem Ghost in the Shell Porsche aus der GT300 in der letzten Runde) nicht belohnt. Ein mögliches Top-5-Ergebnis warfen auch die Titelverteidiger Masataka Yanagida und Ronnie Quintarelli weg. Ohne die Durchfahrtsstrafe wäre ein Top-5-Ergebnis für den Motul Autech GT-R, der am gesamten Wochenende allerdings auch nicht wirklich in die Pötte kommen wollte, durchaus realistisch gewesen. Besonders bitter: Nach dem dritten Platz in Okayama sowie dem Ausfall in Fuji ergatterte man in Sepang nun lediglich ein mageres Pünktchen. In der Tabelle befinden sich die amtierenden Champions somit nur auf Position 9 mit bereits 22 Punkten Rückstand auf Izawa / Kogure wieder. Allerdings sollte es auch im letzten Jahr bis zum 1000km-Rennen in Suzuka dauern, bis man nach ähnlichen Startproblemen die Wende in der Meisterschaft einleitete. Ein schwieriges Wochenende erlebten erneut auch Michael Krumm und Hironobu Yasuda (D’station Advan GT-R). Noch im Rahmen der 24 Stunden am Nürburgring äußerte Michael Krumm gegenüber meinem Kollegen Flo, der so freundlich war und eine kurze Frage zur Super GT einwarf, dass die Yokohama-Reifen bei besonders heißen Temperaturen besser funktionieren sollten. Nach anfänglich guten Zeiten in den freien Trainings konnte das Team allerdings nicht den Anschluss an die Konkurrenz halten – im Rennen reichte es lediglich für den 13. Rang. Das Team hat laut Michael Krumm dennoch nicht die Motivation verloren und arbeitet bereits fieberhaft für das nächste Rennen im Sportsland Sugo.

Die Meisterschaft führen nach drei Rennen somit weiterhin Takuya Izawa / Takashi Kogure (35 Punkte) an. Neuer Zweiter sind nach Sepang nun Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira (31 Punkte), gefolgt von Juichi Wakisaka / Hiroaki Ishiura (26 Punkte). Durch den Ausfall büßten Kohei Hirate / Yuji Tachikawa (23 Punkte) wertvolle Zähler ein, womit sie vom ursprünglich zweiten nun auf den vierten Tabellenrang abrutschten. Die Top-5 komplettieren Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi (21 Punkte).

Das nächste Super-GT-Rennen findet am 28.7.2013 im Sportsland Sugo statt. Im letzten Jahr gewannen überraschend Kazuya Oshima / Daisuke Ito im Eneos Sustina SC430. Überraschend deshalb, weil ähnlich Sepang die schöne Naturbahn im Sportsland Sugo charakteristisch eher den Nissan und Honda liegt. Für Überraschungen und genügend Renn-Action ist die Super GT aber schließlich immer gut.

aRennergebnis Malaysia GT500
aAktueller Fahrer-Meisterschaftsstand GT500
aAktueller Team-Meisterschaftsstand GT500

 

GT300

Super GT Malaysia 2013 GT300 StartIm Gegensatz zur GT500 verlief das Rennen der „kleinen“ GT300 deutlich ruhiger. Dies dürfte wohl auch der erneuten Dominanz der Hybrid-Fahrzeuge geschuldet sein. Anders als noch im April beim 500km-Rennen in Fuji waren es allerdings nur die beiden Honda CR-Z, welche die Pace angaben. Fuji-Sieger Morio Nitta und Koki Saga (Panasonic apr Prius GT) mussten nach Problemen in der Qualifikation vom 14. Rang ins Rennen gehen. Ob das Duo den Toyota Prius ähnlich Fuji erneut durchs Feld zumindest innerhalb die Top-5 hätten manövrieren können, blieb unbeantwortet. Wie bereits zum Saisonstart in Okayama schied der Wagen nämlich aufgrund von Antriebsproblemen in der neunten Runde aus.

Die GT300-Pole-Position sicherten sich erstmals in dieser Saison Shinichi Takagi / Takashi Kobayashi (ARTA CR-Z GT) vor den Hybrid-Kollegen Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama (Mugen CR-Z GT). Takagi und Kobayashi schlugen somit die Qualifikationsdominanz des Subaru BRZ R&D Sport. Testuya Yamano und Kota Sasaki hatten sogar die Chance auf den Hattrick. Sasaki hatte jedoch in seiner schnellen Runde, die für die Pole-Position gut war, einen kleinen Fehler. Am Ende mussten sich die Subaru-Jungs somit mit dem dritten Startplatz begnügen, wodurch die komplette Top-3 in der Hand der Autos nach JAF-GT300-Reglement war.Super GT Malaysia 2013 ARTA CR-Z GT

Das Startduell gewann Shinichi Takagi (ARTA CR-Z GT) hauchdünn vor dem gut gestarteten Hideki Mutoh (Mugen CR-Z GT). Kota Sasaki musste seinen dritten Platz gleich in der ersten Kurve an den von Position 5 kommenden Manabu Orido (MonePa Lamborghini GT3) abgeben, der gleichzeitig auch am schlecht gestarteten Naoki Yokomizo (Endless Taisan Porsche) vorbeizog. Trotz des guten vierten Startplatzes erlebten die Titelverteidiger von Endless Taisan nach Okayama (Platz 10) und Fuji (Platz 20 nach einem Reifenschaden) erneut ein Wochenende zum Vergessen. Komplett an den Kameras vorbei verloren sie gleich in der Startphase den Anschluss an die Spitzengruppe. Kein Speed, keine gute Balance im Auto. Das Resultat: Rang 11, womit man nur knapp die Punkte verpasste. Die Titelverteidigung scheint mit lediglich einem mageren Pünktchen (und 35 Zählern Rückstand auf die Spitze) schon jetzt fast unmöglich. Komplett den Kopf in den Sand stecken wird das Team allerdings nicht. Das Gewichts-Handicap-System der Super GT funktioniert gut, so dass solche Abstände – auch wenn Gevatter Glück hier und da ein bisschen mitspielen muss – noch aufzuholen sind. Lediglich ein Punkt auf dem Konto bedeutet nämlich, dass der Endless Taisan Porsche nur 2kg an Zusatzgewicht mit sich herumschleppt. Für die beiden kommenden Rennen in Sugo und Suzuka ist das sicherlich kein zu unterschätzender Vorteil, sofern die allgemeine Performance des Wagens mitspielt. Aufgrund der längeren Distanz werden für das 1000km-Rennen in Suzuka zudem mehr Punkte verteilt. Ein Sieg auf der legendären Rennstrecke, bei gleichzeitigen Patzern der Konkurrenz könnte somit die entscheidende Wende bringen. Ein gutes Ergebnis in Sugo gilt hierfür allerdings als Voraussetzung. Ähnliches gilt für die Markenkollegen Masaki Kageyama / Tomonobu Fujii im Hankook Porsche. Die Vize-Champions erlebten einen ähnlichen Saisonstart wie die Taisan-Truppe (Rang 8 in Okayama, Platz 16 in Fuji). In Sepang schrieb der Hankook Porsche zudem ebenfalls einen Nuller, nachdem man in Runde 7 das Rennen aufgrund des Ausfalls der Servolenkung aufgab.

Super GT Malaysia 2013 Mugen CR-Z GTKomplett wie am Schnürchen lief es hingegen für den ARTA CR-Z GT sowie den Mugen CR-Z GT. Nachdem Shinichi Takagi die Angriffe von Hideki Mutoh in der Anfangsphase abwehren konnte, fuhr der erfahrene GT300-Pilot einen kleinen Abstand zum Hybrid-Marken-Kollegen heraus. Dahinter war es deutlich abwechslungsreicher. Nach einer komplett verkorksten Qualifikation gingen Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka (GSR Hatsunemiku BMW) mit einer sehr aggressiven Strategie von Position 16 ins Rennen. Ziel war es, mit weniger Benzin einen kurzen, ersten Stint zu fahren und dabei so viele Autos wie möglich zu überholen. Die Theorie ging auf: Bereits nach 13 Runden befand sich Tatsuya Kataoka  auf dem elften Rang. Weit vor den ersten GT300-Stoppern übergab Kataoka anschließend an seinen Teamkollegen Nobuteru Taniguchi, der nun mit deutlich mehr Benzin an Bord sowie einer intelligenten wie auch ruhigen Fahrweise bei anfangs freier Fahrt den BMW Z4 auf einen der Startposition entsprechend sehr guten sechsten Platz manövrierte. Ähnliches versuchte das Team bereits im letzten Jahr. Damals blieb der bunte GSR Hatsunemiku BMW allerdings ohne Benzin in der letzten Runde auf Position 2 liegend stehen.Super GT Malaysia 2013 Gainer Dixcel SLS

Die eigentlichen Boxenstopps wurden überraschenderweise bereits im 23. Umlauf von Hideki Mutoh eröffnet. Aufgrund des Hybrid-Antriebs sind der Honda CR-Z wie auch der Toyota Prius besonders sparsam beim Benzinverbrauch. Allerdings wechselte die Mugen-Crew lediglich die Hinterreifen des CR-Z. Ziel war es, den nun im Wagen sitzenden Yuhki Nakayama mit zwei frischen Reifen und weiterhin freier Fahrt an der Box am ARTA CR-Z GT vorbeizuschieben. Die ARTA-Crew reagierte dementsprechend und holte Shinichi Takagi bereits eine Runde später ebenfalls zum Service. Wie auch die Markenkollegen wechselte das Team von Aguri Suzuki gleichfalls nur die Hinterreifen. Allerdings dauerte der Stopp ganze acht Sekunden länger, weshalb der Mugen CR-Z GT die Führung übernahm. Ebenfalls an der Box überholte der Subaru BRZ R&D Sport den MonePa Lamborghini GT3 und eroberte somit den dritten Rang zurück. Ein weiterer Profiteur der Boxenstopps waren Katsuyuki Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS), die von Platz 7 ins Rennen starteten. Der SLS GT3 wird als der aktuell sparsamste FIA-GT3-Wagen in der Super GT gehandelt. Dies bestätigte Team Gainer nach der Demonstration in Okayama erneut, als man als eines der letzten Fahrzeuge zum Service abbog. Beim Boxenstopp schoben sich die derzeitigen Tabellenführer zwischen den Subaru BRZ sowie den MonePA Lamborghini GT3 auf Rang 4, der wiederrum eine deutlich längere Tankszeit als die anderen GT3-Maschinen aufweist.

Eine Schrecksekunde gab es in Runde 31, als Hiroki Yoshimoto (La Seine Lamborghini GT3) seinen rechten Vorderreifen auf der Gegengeraden verlor, nachdem beim kurz zuvor durchgeführten Boxenstopp die Radmuttern nicht richtig befestigt befestigt wurden. Glücklicherweise bemerkte Yoshimoto das Missgeschick schnell genug und befand sich bereits auf langsamer Fahrt, als sich der Reifen endgültig löste. An der Spitze hatte Yuhki Nakayama hingegen einen viersekündigen Vorsprung herausgefahren. Zehn Runden später hatte allerdings Takashi Kobayashi, der später im Interview zugab, eigentlich erst kurz vor Schluss angreifen zu wollen, um so seine Reifen besser zu schonen, den Abstand zum Mugen CR-Z GT komplett zugefahren. Zwei Runden später setzte er erfolgreich seinen Angriff, womit der ARTA CR-Z wieder in Führung ging. Direkt im Anschluss fuhr Takashi Kobayashi einen minimalen Abstand von zwei Sekunden heraus, den er auch bis zum Ende nicht mehr abgab.

Super GT Malaysia 2013 ARTA CR-Z GT GT300  WinnerHinter den beiden Honda-Hybrid-Boliden wurde es zum Ende hin noch mal deutlich spannender, als Katsuyuki Hiranaka (Gainer Dixcel SLS) den Abstand rundenweise auf Tetsuya Yamano im Subaru BRZ R&D Sport verringerte. Wohl auch den Druck von hinten spürend, verschätzte sich Yamano beim Überrunden des Mach GoGoGo Syaken Ferrari 458 (Tetsuji Tamanaka / Junichiro Yamashita), wodurch er sich in der letzten Kurve drehte, womit der Gainer Dixcel SLS problemlos die dritte Position übernahm. Yamano musste sich anschließend weiter nach hinten orientieren, weil Takayuki Aoki im MonePa Lamborghini GT3 ebenfalls vom Missgeschick des Subaru-Piloten profitierte. Ein spannendes Duell zwischen den beiden entbrannte, das Tetsuya Yamano letztlich für sich entschied. Takayuki Aoki hatte hingegen mit seinem nicht funktionierenden Cool-Suit zu kämpfen.Super GT Malaysia 2013 GT300 Podium

Am Ende waren es somit Shinichi Takagi und Takashi Kobayashi, die Honda den ersten Sieg des CR-Z GT in der Super GT bescherten. Für Kobayashi war es sogar der erste Sieg überhaupt in der Serie, während Takagki sich über seinen insgesamt 13. GT300-Sieg freuen durfte. Große Freude bei ARTA somit, die außerdem den ersten Sieg des Teams seit Fuji 2009 bejubelten. Das Podium komplettierten Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama (Mugen CR-Z GT) sowie Katsuyuki Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS). Das Ergebnis ist überraschend, da die Charakteristik der Strecke eigentlich für die GT3- und gegen die GT300-Boliden sprach. Allerdings gab es im Vorfeld Unklarheiten über die tatsächliche Stärke des Honda CR-Z GT, zumal es der erste Auftritt des Wagens auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang war. 2012 konnte der Panasonic apr Prius GT zudem nicht mit dem Hybrid-Antrieb aufgrund der starken Im- und Exportbestimmungen für Lithium-Ion-Batterien starten — das Problem wurde dieses Jahr glücklicherweise behoben. Welcher der beiden CR-Z GT nun schneller war, lässt sich nicht eindeutig klären. Wie bereits in der Vorschau erwähnt, war der ARTA CR-Z GT aufgrund der zwei punktlosen Auftaktrennen ohne zusätzliche Gewichte unterwegs. Der Mugen CR-Z GT hatte hingegen ganze 38kg mehr an Bord. Dadurch entstand letztlich ein Vorteil, den Shinichi Takagi sowie Takashi Kobayashi für sich nutzen konnten.

Super GT Malaysia 2013 Race QueensMit Platz 4 erreichten Tetsuya Yamano / Kota Sasaki im Subaru BRZ R&D Sport ihr bislang bestes Saisonergebnis. Zwar gelang es Subaru respektive R&D Sport noch nicht, an die Performance in der Qualifikation (zwei Pole-Positions in Folge) anzuknüpfen, der vierte Platz in Sepang scheint aber einen Aufwärtstrend darzustellen. Auch in Sugo sollte man mit dem Wagen, in Qualifikation wie auch Rennen, rechnen. Etwas überraschend von der eigentlichen Pace entfernt waren am vergangenen Wochenende Kazuki Hoshino / Daiki Sasaki (S Road NDDP GT-R). Überraschend schaffte man in der Qualifikation auf Position 17 nicht den Sprung ins zweite Segment. Am Sonntag lief es hingegen ein bisschen besser. Mit Platz 10 eroberte man wenigstens das erste Saisonpünktchen, nachdem man in den ersten beiden Rennen jeweils vorzeitig ausschied.

Nach einem eher suboptimalen Fuji-Wochenende eroberten Katsuyuki Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS) wichtige Punkte gen Meisterschaft. Diese wird von ihnen nach wie vor mit nun 36 Punkten angeführt. Die Luft oben wird allerdings dünner. Nach zwei starken Rennen sind Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama (34 Punkte) den Sternkriegern mit lediglich zwei Pünktchen Abstand nämlich sehr dicht auf den Fersen. Dahinter befinden sich Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka (22 Punkte), Shinichi Takagi / Takashi Kobayashi (20 Punkte) sowie Morio Nitta / Koki Saga (20 Punkte). Von einem Zweikampf ist in der GT300 aber noch lange keine Rede, zumal sowohl der Gainer Dixcel SLS als auch der Mugen CR-Z mit 72kg respektive 68kg beim nächsten Rennen im Sportsland Sugo die absolut schwersten Autos sein werden. Es wird interessant zu beobachten sein, ob die Hybrid-GT300-Gang ein weiteres Kapitel aufschlagen kann oder ob die GT3-Maschinen zurückschlagen werden. Im letzten Jahr gewann in Sugo der S Road NDDP GT-R vor dem Green Tec & Leon SLS sowie dem MonePA Lamborghini GT3 – allesamt Fahrzeuge, die vom Gewichts-Handicap profitierten und zum damaligen Zeitpunkt zu den leichtesten Fahrzeugen im Feld gehörten.

Rennergebnis Malaysia GT300
Aktueller Fahrer-Meisterschaftsstand GT300
Aktueller Team-Meisterschaftsstand GT300

Super GT Malaysia 2013 Grid Super GT Malaysia 2013 Grid 2 Super GT Malaysia 2013 Race Queens Super GT Malaysia 2013 GT500 Start Super GT Malaysia 2013 Calsonic Impul GT-R Super GT Malaysia 2013 Denso Kobelco SC430 Super GT Malaysia 2013 Raybrig HSV-010 Super GT Malaysia 2013 GT500 Podium Super GT Malaysia 2013 Calsonic Impul GT-R GT500 Winner Super GT Malaysia 2013 GT300 Start Super GT Malaysia 2013 ARTA CR-Z GT Super GT Malaysia 2013 Mugen CR-Z GT Super GT Malaysia 2013 Gainer Dixcel SLS Super GT Malaysia 2013 ARTA CR-Z GT GT300  Winner Super GT Malaysia 2013 GT300 Podium Super GT Malaysia 2013 Winners OliveiraMatsudaKobayashiTakagi

98 total views, 76 views today

The post Super GT: Calsonic Impul GT-R triumphiert in Malaysia appeared first on Racingblog.

flattr this!

June 15 2013

04:00

Super GT: Vorschau Round 3 Sepang (Malaysia)

Bereits zum zwölften Mal gastiert die Super GT auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang, Malaysia. Es ist auch in diesem Jahr das einzige Auslandsrennen der Serie, nachdem das für Mai geplante Einladungsrennen in Südkorea abgesagt wurde. Aufgrund der heißen Temperaturen sowie der hohen Luftfeuchtigkeit zählt das Rennen zu den anspruchsvollsten Stationen für Mensch und Maschine im Kalender.

Super GT Malaysia 2012 GT500 StartNachdem das ursprünglich für Mai geplante Einladungsrennen in Südkorea auf der Grand-Prix-Strecke in Yeongnam aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen der GTA sowie dem koreanischer Promoter abgesagt wurde, blieben die Super-GT-Motoren im Mai still. Für die Fahrer und Teams blieb somit allerdings genügend Zeit, um sich auf die heißen sowie schwülen Temperaturen in Malaysia einzustellen. Denn auch an diesem Wochenende werden in Sepang wieder Temperaturen um die 35 Grad erwartet. Von monsunartigen Wolkenbrüchen sollte die Super GT hingegen verschont bleiben.

Die Super GT gastiert in Malaysia bereits seit 2001. Zunächst als Einladungsrennen, mutierte der Lauf auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang bereits ein Jahr später zum Meisterschaftslauf. Nach Adam Ries würde dies entsprechend insgesamt dreizehn Rennen in Malaysia ergeben. 2003 wurde das Rennen allerdings aufgrund der SARS-Gefahr ersatzweise auf dem Fuji Speedway ausgetragen – unter dem mehr oder weniger ironisch klingenden Namen „Malaysian JGTC in Fuji Speedway“. Das Einladungsrennen im Jahr 2001 gewannen in der GT500 Juichi Wakisaka / Hideki Noda (Esso Ultra Supra). Für Toyota war es bislang der einzige Erfolg in Sepang. Den GT300-Triumph erlangten hingegen Yuji Ide / Masataka Yanagida (Unisia Jecs Sylvia). Die ersten Meisterschaftssiege feierten ein Jahr später hingegen Tsugio Matsuda / Ralph Firman (Mobil 1 NSX) in der GT500 respektive Haruhiko Matsumoto / Nobuteru Taniguchi (Matsumoto Kiyoshi Amemiya RX7 asparagus) in der GT300.

Der Sepang International Circuit erfordert aufgrund des Bekanntheitsgrades durch die Formel 1 wie auch MotoGP wohl keine Einführung, zumal die Super GT die gleiche Konfiguration fährt: 15 Kurven auf insgesamt 5,543km. In meinen Augen zählt sie zu den besseren Strecken des deutschen Architekten Hermann Tielke. Der Kurs selbst ist mit 22 Metern untypisch breit, weshalb die GT500-Fahrer, die bei den Überrundungen ohne Zeit zu verlieren eher härter ans Werk gehen, etwas mehr Platz als auf den japanischen Strecken haben werden. Zudem besitzt die Strecke zwei lange Geraden, die mit zwei Haarnadelkurven voneinander getrennt werden. Aufgrund der vielen engen Kurven sind die Fahrzeuge mit einem schnellen Kurvenfahrverhalten im Vorteil. Im folgendem eine Onboard-Aufnahme von Takuya Izawa im Raybrig HSV-010 aus dem Jahr 2010, um einen Eindruck der Super GT auf dem Kurs zu bekommen:

Wie auch bereits in den Jahren zuvor ist mit einem großen Besucheransturm zu rechnen, Laut der Tourismusbehörde in Kuala Lumpur ist die Super GT zudem ein Magnet für viele ausländische Besucher aus dem Rest Asiens. Selbst in Japan, zum Lauf in Fuji Ende April, haben die Promoter sowie die GTA selbst nochmals ordentlich die Werbetrommel für das als „Super GT International Series Malaysia“ genannte Event gerührt. Zu rechnen ist erneut mit etwas über 70.000 Besuchern am gesamten Wochenende (Ticketpreise ab umgerechnet, günstigen 25 Euro), die neben der Super GT auch den Asia Cup sowie einem Toyota-GT-86-Prominentenrennen ein umfassendes Rahmenprogramm abseits des Renngeschehens bekommen. Am Samstagabend wird es zudem mehrere Konzerte von in Malaysia sowie Asien bekannte DJs und Bands geben, zu denen alle Ticketbesitzer kostenlos Eintritt haben. Bereits im Vorfeld fand in Sepang und Umgebung ein großes Casting für malaysische Race Queens statt. Die Gewinnerin war unter anderem beim 500km-Lauf in Fuji als Promoterin zu gast.

GT500

Super GT Okayama 2013 Raybrig HSV-010 2Aufgrund der Streckencharakteristik sollte der Sieg in der GT500 lediglich über Honda oder Nissan gehen. Der Weider Modulo HSV-010 war in den letzten beiden Jahren (damals noch mit Takashi Kogure) siegreich. Interessant war im letzten Jahr, dass ausgerechnet die hohe Kurvengeschwindigkeit, eigentlich die Paradedisziplin des Boliden, als Achillesverse galt. Die Fahrer beklagten sich am Scheitelpunkt der Kurven über wahlweise Unter- wie auch Übersteuern. Dennoch gelang es Takashi Kogure und Carlo van Dam den Sieg in Malaysia einzufahren. Selbstredend spielte hierbei der Faktor Kogure auch eine Rolle. Für Honda sollte es jedoch der einzige Sieg der Saison bleiben. 2013 wirkt die Marke deutlich besser aufgestellt. Man erzielte einen Doppelsieg beim Auftakt in Okayama und konnte scheinbar die Probleme aus dem letzten Jahr beseitigen. Dass der beste Honda in Fuji hingegen lediglich auf Position 8 ins Ziel kam, war aufgrund der Streckencharakteristik nicht weiter verwunderlich. Zudem hatten die Teams überraschenderweise keine Aerodynamik-Updates installiert. Stattdessen nahm man einige Verbesserungen für das Rennen in Sepang vor. Neben neuen Luftauslassöffnungen auf der Motorhaube ist besondere der neue Swan-Neck-Heckflügel auffallend, der unter anderem auch in der DTM sowie bei Le-Mans-Prototypen anwendung findet. Dieser neue Heckflügel konnte im Fahrerlager am Freitag allerdings lediglich am Weider Modulo HSV-010, dem Epson HSV-010 sowie dem Raybrig HSV-010 gesichtet werden. Es ist wohl deshalb auszugehen, dass lediglich diese drei Boliden mit dem Update unterwegs sein werden. Der Weider Modulo HSV-010 ist zudem der einzige Honda, der den einzelnen, hinteren Auspuff verwendet.

Die Hauptfavoriten auf den GT500-Sieg dürfte somit Honda sein. Hierbei sei insbesondere der Raybrig HSV-010 (Takuya Izawa / Takashi Kogure) erwähnt. Das Duo, welches derzeit auch die Meisterschaft anführt, gewann bereits den Saisonauftakt in Okayama. Des Weiteren darf der Faktor Kogure in Malaysia nicht unterschlagen werden. Stören könnten die 48kg an Gewichts-Handicap. In wie fern der Zusatzballast allerdings eine Auswirkung auf den Wagen haben wird, wird sich erst frühestens zur Qualifikation zeigen. Ebenfalls auf der Rechnung ist selbstverständlich der Weider Modulo HSV-010 (Naoki Yamamoto / Frédéric Makowiecki), zumal der Wagen mit 14kg an Zusatzgewicht zu einem der leichteren Fahrzeugen gehört und zudem mit Michelin-Reifen unterwegs ist. Diese funktionieren unter sehr heißen Bedingungen besonders gut. Ähnliches gilt für den Keihin HSV-010 (Koudai Tsukakoshi / Toshihiro Kaneishi). In Okayama sicherte sich das Duo den Silberrang, in Fuji schied man hingegen nach einem Unfall aus. Mit 30kg Zusatzballast bewegt sich der Keihin-Honda im Gewichtsmittelfeld.Super GT Okayama 2013 Motul Autech GT-R

Hondas größter Gegner sollte am Sonntag Nissan werden. Der GT-R war zwischen 2007 und 2010 gleich dreimal hintereinander erfolgreich, zudem ist der Wagen aufgrund seiner schnittigen Bremsen nahezu auf Augenhöhe mit Honda. Gleichzeitig besitzt der GT-R einen höheren Top-Speed als die Honda. So waren es Masataka Yanagida / Ronnie Quintarelli (Motul Autech GT-R), die bis zu ihrem Ausfall als einzige mit den Lexus-Boliden in Fuji mithalten konnten. Mit 22kg Gewichts-Handicap zählt der Werks-Nissan zu den leichteren Wagen im Feld. Wie auch der Weider Modulo HSV-010 ist der Motul Autech GT-R mit Michelin-Pneus ausgestattet, die einen entscheidenden Vorteil in Malaysia bieten sollten. Im letzten Jahr blieben die Nissan in Malaysia jedoch überraschend glanzlos. Bester Wagen der Marke wurde der Calsonic Impul GT-R (Tsugio Matsuda / Joao Paulo de Oliveira) auf Platz 5. Das Duo holte 2010 den letzten Sieg in Malaysia für die Marke aus Yokohama. Wie auch der Motul Autech GT-R bekommt der Calsonic-Nissan 22 zusätzliche Kilogramm aufgeladen. Das so genannte schwarze Schaf könnten Michael Krumm / Hironobu Yasuda (D’station Advan GT-R) sein. Zwar funktionieren die Trockenreifen von Yokohama nicht ganz so gut wie jene aus dem Hause Bridgestone und Michelin. Allerdings könnten die heißen Temperaturen den Unterschied ausmachen. Bereits letzte Saison war, unter anderem in Suzuka, als das Team den dritten Platz einfuhr, erkennbar, dass die Yokohama-Pneus bei besonders heißen Temperaturen deutlich besser funktionieren. Diese Hoffnung hat auch Michael Krumm, wie er meinem Kollegen Flo bei den 24 Stunden am Nürburgring verriet, der freundlicherweise eine Frage zur Super GT einwarf. Ein Vergleich mit dem letztjährigen Sepang-Lauf ist leider nicht möglich, da der D’station Advan GT-R bereits in der Anfangsphase aufgrund eines Reifenschadens ausfiel.

Super GT Okayama 2013 Zent Cerumo SC430Die große Unbekannte wird an diesem Wochenende Lexus sein. Die Streckencharakteristik passt nicht zum SC430, der noch in Fuji aufgrund seines deutlich höheren Top-Speeds das Feld dominierte. Wie bereits erwähnt gelang Toyota respektive Lexus lediglich beim Einladungsrennen 2001 (damals mit dem Toyota Supra) der einzige Erfolg in Malaysia. Seitdem fährt man dem Sieg hinterher. 2012 belegte die Marke immerhin die Position 2 bis 4, was genauso wie der Sieg zum Saisonauftakt Okayama, einer ebenfalls für den Boliden untypische Strecke, überraschend war. Eine Aussage für die Performance von Toyotas Edelmarke zu treffen ist deshalb schwierig. Das wohl derzeit stärkste Lexus-Duo, Yuji Tachikawa / Kohei Hirate (Zent Cerumo SC430) – im letzten Jahr belegten sie in Sepang den zweiten Rang –, dürfte es aufgrund der 46kg an Zusatzballst eher schwierig haben. Ähnliches gilt für Sieger des 500km-Rennens in Fuji: Kazuki Nakajima / James Rossiter (Petronas Tom’s SC430), die 40 zusätzliche Kilogramm mit sich herumschleppen. Nicht nur aufgrund des malaysischen Hauptsponsors Petronas möchte das Team ein besonders gutes Rennen abliefern, sondern auch um die Leistung aus Fuji zu bestätigen. Immerhin ist man hinter Izawa / Kogure sowie Tachikawa / Hirate auf Position 3 in der Meisterschaft. Ein besonderes Augenmerk sollte jedoch auf den Eneos Sustina SC430 (Yuji Kunimoto / Kazuya Oshima) gerichtet werden. In Fuji fuhr das Duo ihren orangenen Lexus beeindruckend nach Problemen in der Qualifikation von nahezu ganz hinten auf den dritten Rang. In Malaysia hat man 30kg Gewichts-Handicap an Bord.

GT300

Super GT Fuji 2013 apr Prius GTNachdem in der GT300 in Fuji Ende April erstmals mit dem apr Prius GT (Morio Nitta / Koki Saga) ein Hybrid-Wagen gewinnen konnte, sollten die Autos nach JAF-GT300-Reglement in Sepang eher im Nachteil sein. Zwar haben, insbesondere die drei Hybrid-Renner von Toyota und Honda, auf der Geraden ordentlich Tempo, besitzen allerdings eine geringere Kurvengeschwindigkeit als die europäischen, FIA-GT3-Maschinen. Die 40kg Zusatzballast im Toyota Prius sowie 38kg im Mugen CR-Z GT (Hideki Mutoh / Yuhki Nakayama) sollten zudem ebenfalls nicht sonderlich hilfreich sein. Eine Platzierung in den Top 10, auch weil Sepang zwei lange Geraden besitzt, halte ich dennoch für realistisch. Profitieren könnte der ARTA CR-Z GT (Shinchi Takagi / Takashi Kobayashi), da man in den ersten beiden Saisonrennen aufgrund von technischen Problemen keine Punkte einfahren konnte und dementsprechend kein Gewichts-Handicap erhält. Erfreulich: Alle drei Hybrid-Boliden können dieses Jahr mit ihrem Hybrid-Antrieb in Malaysia an den Start gehen. Im letzten Jahr verbaten es die strengen Im- und Exportbestimmungen bei Lithium-Ionen-Batterien, dass der Toyota Prius (zu dem Zeitpunkt einziger Hybrid-Wagen in der Serie, der Honda CR-Z gab sein Debüt erst in Sugo) ohne dessen Hybrid-Antrieb fahren musste.Super GT Malaysia 2012 Hankook Porsche

Für eine angenehme Überraschung könnte hingegen der Subaru BRZ R&D Sport (Tetsuya Yamano / Kota Sasaki) sorgen. Der Wagen besitzt eine hohe Kurvengeschwindigkeit sowie guten Top-Speed auf den Geraden. Weshalb Subaru die beiden Pole-Positions aus den ersten beiden Saisonrennen bislang in noch kein besseres Rennergebnis ummünzen konnte, ist eher den technischen Kinderkrankheiten des neuen BRZ wie auch den äußerlichen Umständen geschuldet. In Fuji mussten Tetsuya Yamano sowie Kota Sasaki bereits nach wenigen Runden aufgeben, in Okayama arbeitete der Michelin-Reifen hingegen nicht so wie erwartet. Da die Pneus des französischen Herstellers beim BRZ, im Gegensatz zu denen der GT300-Konkurrenz, auf jenen der GT500-Klasse basiert, könnten die heißen Bedingungen am Wochenende in Subarus Hände spielen. Der Vorteil liegt dennoch bei den europäischen Wagen. Hierbei seien insbesondere der Hankook Porsche (Masami Kageyama / Tomonobu Fujii) – gewannen in Malaysia 2012 – sowie die Titelverteidiger Kyosuke Mineo / Naoki Yokomizo (Endless Taisan Porsche) erwähnt. Für beide Teams lief es in dieser Saison noch nicht ganz so rund. Der Hankook Porsche erreichte lediglich in Okayama mit Rang 8 die Punkte. Für die Titelverteidiger lief es mit einem zehnten Platz zum Saisonstart sowie einem Reifenschaden in Fuji sogar noch schlechter. Das Ergebnis: Ein mageres Pünktchen für die GT300-Champions. Sepang könnte deshalb die Wende für die beiden Porsche sein. Mit 6kg (Hankook Porsche) sowie 2kg (Endless Taisan Porsche) an Zusatzgewicht zählen die beiden Fahrzeuge zudem zu den leichtesten im Feld.

Super GT Fuji 2013 GSR Hatsunemiku BMW Z4Ebenfalls zu den Favoriten zählt der GSR Hatsunemiku BMW (Nobuteru Taniguchi / Tatsuya Kataoka). 2011 noch als erster die Ziellinie überquert, legte der dreifache Sepang-Gewinner Nobuteru Taniguchi im vergangenen Jahr eine beeindrucke Aufholjagd von ganz hinten hin. Die Mühe, die im zweiten Rang geendet hätte, blieb allerdings unbelohnt, als ihm in der letzten Runde das Benzin ausging – das Team hatte beim Boxenstopp mit Risiko zu knapp kalkuliert. Der bunte Itasha-BMW (Itasha bedeutet, dass ein Wagen im Manga/Anime-Look gestaltet ist) besitzt nach dem zweiten Platz in Fuji sowie dem neunten Rang zum Saisonauftakt 34 zusätzliche Kilogramm. Ein großes Fragezeichen steht hingegen hinter den derzeitigen Tabellenführern Katsuyaka Hiranaka / Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS). Mit 50kg Gewichts-Handicap ist der schwarze Mercedes-Bomber mit Abstand  das schwerste Fahrzeug im Feld. In Okayama noch souverän, auch dank der hervorragend funktionierenden Dunlop-Reifen, gewonnen, taten sich Hiranaka und Wirdheim auf dem Fuji Speedway hingegen schwer. Dank einer guten Strategie erreichte man am Ende unauffällig immerhin noch den sechsten Platz. Ebenfalls im Kampf um die Top-Positionen auftauchen sollten die Lamborghini Gallardo GT3, insbesondere der La Seine Lamborghini GT3 (Hideki Yamauchi / Hiroki Yoshimoto  sowie der MonePa Lamborghini GT3 (Manabu Orido / Takayuki Aoki). Letztere hatten in den vergangenen beiden Rennen jeweils großes Pech, weshalb man trotz des guten Speeds punktlos blieb.

Nicht in Sepang dabei ist der OGT Bonds Racing GT-R (Igor Sushko / Yuji Ide). Der Russe Sushko wird allerdings einmalig Fairuz Fauzy im Iwasaki apr R8 ersetzen. Sushko kennt den Audi R8 aus seiner bisherigen Rennkarriere, weshalb ihm die Umstellung vom Nissan Nismo GT-R GT3 leicht fallen sollte. Der Austausch ist für Fauzy allerdings besonders bitter, denn Malaysia wäre sein Heimrennen gewesen.

TV-Zeiten Sepang Super GT Malaysia 2012 Grid

Aufgrund der Hitze werden Qualifikation und Rennen erst am Nachmittag ausgetragen. Für Deutschland bedeutet dies, dass man dieses Mal nicht ganz so früh aufstehen muss. J Sports 1 beginnt die Übertragung der Qualifikation am Samstag um 10:20 Uhr deutscher Zeit. Am Sonntag geht J Sports 3 um 9:30 Uhr auf Sendung; der Rennstart erfolgt eine halbe Stunde später um 10 Uhr. Dies entspricht 16 Uhr Ortszeit respektive 17 Uhr japanischer Zeit. Da sich an der TV-Situation wenig überraschend nichts geändert hat, muss zum Schauen erneut die Graualternative im Internet herangezogen werden.

180 total views, 160 views today

The post Super GT: Vorschau Round 3 Sepang (Malaysia) appeared first on Racingblog.

flattr this!

March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

F1 MAL 13 00008 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00018 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00017 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00016 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00015 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00014 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00013 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00012 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00011 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00010 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00009 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00007 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00006 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00005 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00004 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00003 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00002 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00001 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013  Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

The post Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl