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April 02 2013

16:00

BTCC: Analyse Brands Hatch

Die BTCC startete am Osterwochenende mit drei Sprintrennen auf dem Indy-Circuit von Brands Hatch in die Saison 2013. Mann des Wochenendes war Jason Plato, der zwei Siege und die Führung in der Meisterschaft einfahren konnte.

hi 9586 b5c5 300x200 BTCC: Analyse Brands HatchDas bestimmende Thema am Wochenende war jedoch zunächst die Kälte. Zwar blieb der Himmel Samstag und Sonntag meist klar, aber Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und immer wieder leicht einsetzender Schneefall machten nicht nur Teams, Fahrern und Zuschauern zu schaffen, sondern vor allem auch den Reifen, die schwer auf Temperatur zu bringen waren. Das winterliche Osterwetter führte auch dazu, dass man nach dem Wochenende nur bedingt eine Antwort auf die eigentlich sehr interessante Frage, wie sich der neu eingeführte, weichere Option-Tyre auf die Performance auswirkt, bekommen konnte. Grundsätzlich schien er für die meisten Fahrer eher ein Nachteil zu sein, da er nicht zu einem signifikant höheren Tempo führte, sondern ganz im Gegenteil trotz der niedrigen Temperaturen nach einigen Runden schnell abbaute.

Doch beginnen wir am Anfang. Im Qualifying konnte sich Andrew Jordan die Pole Position für Rennen 1 sichern. Dabei begann das Zeittraining gleich mal in bester BTCC-Manier und die Probleme mit den niedrigen Reifentemperaturen wurden schnell offensichtlich. Zunächst drehte sich Jeff Smith in seinem Pirtek-Honda gleich bei der Ausfahrt aus der Boxengasse den Hang bei Paddock-Hill hinunter. Kurz darauf erwichte es auch BTCC-Rückkehrer Colin Turkington ausgangs Druids. Dieser blieb nach einem halben Dreher so unglücklich auf der Ideallinie stehen, dass Jack Goff ihn im gerade erst neu aufgebauten Vauxhall-Insignia breitseits erwischte. Folge waren zwei zerstörte Autos und eine rote Flagge zum Aufräumen. Anschließend purzelten die Zeiten recht rasch, wobei sich vor allem die Dynamics-Honda und Andrew Jordan im Pirtek-Honda an der Spitze des Zeitenboards abwechselten. Als dann zur Mitte des Qualifyings Schneefall einsetze und die Strecke feucht werden ließ, war die Messe schnell gelesen. Keiner konnte sich mehr verbessern und Jordan behielt die Bestzeit. Auf P2 kam Champion Gordon Shedden, gefolgt von Jason Plato, Mat Neal und Sam Tordoff. Drei Hondas und beide MGs in den Top5 schien bereits eine Ansage an die Kräfteverhältnisse für die BTCC-Saison 2013 zu sein und sollte sich auch später im Rennen bestätigen lassen. Auch Jeff Smith im zweiten Pirtek-Honda fuhr stark und erreichte mit P8 ebenfalls die Top10. Dave Newsham auf P6 und Adam Morgan auf P10 unterstrichen die bereits in den freien Trainings angedeutete, gute Leistung der Toyota. Frank Wrathall im Dynojet-Toyota hätte hier ebenso gut mitmischen können, bekam aber seine Zeiten gestrichen, weil er bei der Inspektion mit einer falschen Fahrzeughöhe auffiel – ein Problem, das am Rennsonntag noch weitere Opfer fordern sollte. Eine großartige Leistung zeigte Rob Austin in seinem Audi auf P7. Ebenso überraschend war Nick Foster als bester BMW auf P9, der damit schneller als Teamkollege Rob Collard auf P13 war. Enttäuschend dagegen war die Leistung der Motorbase-Ford, die außerhalb der Top10 blieben und auf die Plätze 12 (Mat Jackson) und 14 (Aron Smith) kamen. Bester Super 2000-Fahrer war Lea Wood im Vauxhall Vectra auf Position 16. Direkt dahinter qualifizierte sich Tom Onslow-Cole im Volkswagen CC. Dessen Leistung mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die Spitze ist insofern erwähnenswert, als dass man den neu aufgebauten CC erst am Samstag-Morgen an die Strecke gebracht und ohne jeglichen Testkilometer aus dem Hänger heraus in die Boxengasse geschoben hatte.

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Schneefall gab es dann zum Start von Rennen 1 zwar nicht, aber trotzdem blieb es bitterkalt. Einzig Rob Austin, Rob Collard, Adam Morgan und Colin Turkington entschieden sich vor dem Start für den weicheren Option-Tyre. Bei Austin schien diese Idee zunächst auch aufzugehen. Mit einem Raketenstart beförderte er sich von Startplatz 7 kommend noch vor der ersten Kurve auf Position 2. Dahinter läutete Champion Gordon Shedden seine BTCC-Saison mit einem ordentlichen Quersteher ausgangs Paddock Hill Bend ein, der zwar glimpflich ausging, aber dazu führte, dass sein Teamkollge Matt Neal ausweichen musste und dabei leicht mit dem Toyota von Dave Newsham aneinander geriet. In der Folge zeigte sich bei Neal Rauchentwicklung am rechten Hinterrad und auch Newsham musste einige Runden später sein Auto mit einem Folgeschaden abstellen.

Ende der ersten Runde konnte Rob Austin mit seinen weicheren Reifen dann erfolgreich den führenden Jordan angreifen, der dabei leicht neben die Ideallinie geriet und auch Jason Plato vorbei lassen musste. In der zweiten Runde löste Rookie James Cole eine Safety-Car-Phase aus, als er seinen Insignia im Kiesbett parkte. Der Restart erfolgte in Runde 7 und schnell konnte sich ein Führungstrio aus Rob Austin, Jason Plato und Andrew Jordan absetzen. Dahinter folgten Matt Neal, Sam Tordoff, Gordon Shedden, Mat Jackson, Jeff Smith und der vom letzten Startplatz heranstürmende Frank Wrathall. In Runde 14 hatten sich die Hoffnungen auf den ersten Sieg für Rob Austin allerdings erledigt, als seine Option-Tyres plötzlich signifikant einbrachen und er zunächst Plato und später auch Jordan ziehen lassen musste, die sich in der Folge auch beide von ihm absetzen konnten. Am Ende der Top 10 konnte der ebenfalls auf den weichen Reifen gestartete Adam Morgan auch nicht besonders auftrumpfen, sondern war vor allem mit dem Haushalten des Reifenverschleiß beschäftigt.

In Runde 16 kamen dann etwas überraschend beide Dynamic-Hondas in die Box. Matt Neal ließ seinen Schaden, den er durch die Kollision in der ersten Runde erlitten hatte, beheben und bei Gordon Shedden hatte sich kurz zuvor Gras vor dem Kühler gesammelt, als er bei dem Versuch seinen Teamkollegen auf der Start-Ziel-Gerade zu überholen, ausweichen musste. Beide Honda verloren in der Folge eine Runde und kamen auf den enttäuschenden Plätzen 19 (Shedden) und 21 (Neal) ins Ziel. Ein ähnliches Problem wie Shedden hatte auch Mat Jackson, der in seinem Ford in die Top 10 vorgefahren war, als in Runde 21 plötzlich sein Motor ausging, weil der Kühler durch Gras verstopft war.

An der Spitze des Feldes holte unterdessen Andrew Jordan immer weiter auf den führenden Plato auf. In der letzten Runde war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen Angriff versuchen würde. Dieser kam dann pünktlich in der letzten Kurve und hätte beinahe mit einem Eklat geendet. Plato hatte die Einfahrt in Clearways nicht ganz sauber erwischt und Jordan sah auf der Innenseite eine Lücke, die Plato aber sofort schloss. Jordan knallte dem MG dadurch auf das rechte Hinterrad und beide rodelten im Parallelflug ins Kiesbett. Wundersamerweise kamen beide aber sofort wieder aus diesem heraus und stürmten Staub hinter sich her ziehend noch vor dem an dritter Stelle liegenden Rob Austin in Richtung Ziellinie. Dahinter kamen die stark fahrenden Tordoff und Smith vor dem vom letzten Startplatz aus gestarteten Frank Wrathall ins Ziel. Es folgten Adam Morgan (Toyota), Colin Turkington (BMW), Aron Smith (Ford) und Ollie Jackson (Toyota). Der Sieg in der Jack Sears Trophy ging überraschenderweise an James Kaye im VW Golf. Den Punkt für die schnellste Rennrunde gewann Rob Austin, der zumindest in den ersten Runden als seine weichen Reifen noch frisch waren, sehr gute Rundenzeiten hinlegen konnte. Interessanterweise gab es nach dem Rennen im Parc Ferme keine bösen Worte zwischen Plato und Jordan wegen des Vorfalls in der letzten Kurve. Beide lachten und zeigten gute Laune über diesen „racing incident“. Da haben wir Jason Plato nach ähnlichen Vorfällen auch schon ganz anders gesehen …

aHier das gesamte Rennergebnis.

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Für Rennen 2 entschieden sich mit Sam Tordoff, Ollie Jackson, Dan Welch und Will Bratt wieder nur vier Fahrer für die weichere Reifenmischung. Beim Start kam Rob Austin dank seines Heckantriebs erneut gut weg, schnappte sich Jordan und bog Seite an Seite mit Polesitter Plato in Paddock Hill Bend ein. Auch Colin Turkington kam mit dem West Surrey-BMW gut weg, konnte die beiden Toyota von Morgan und Wrathall überholen und auf P5 vorfahren. Wrathall wollte das aber nicht so recht auf sich sitzen lassen und setzte sich in Runde zwei eingangs von Paddock Hill etwas zu optimistisch neben Turkington, was dem BMW-Mann einen spektakulären Ausflug ins Kiesbett einbrachte. Einige Meter später versenkte Ollie Jackson seinen Speedworks-Toyota bei der Einfuhrt zu Druids in die Leitplanken. Damit spielten drei der vier auf den weichen Reifen gestarteten Piloten schon keine Rolle mehr; Will Bratt musste seinen Audi bereits nach der Einführungsrunde mit einem Problem abstellen.

Nach einigen Runden tauchten die von weit hinten gestarteten Shedden, Neal und Mat Jackson bereits in den Top10 hinter dem letzten weichbereiften Auto von Tordoff auf. Vorne drehte Plato einsam seine Kreise, während um Platz zwei ein Kampf zwischen Rob Austin, Andrew Jordan und Frank Wrathall entbrannte. In Runde 7 konnte Jordan den Audi überholen und in Runde 9 versuchte es auch Wrathall, was jedoch in einer Kollision in Druids endete, die Austin das Rennen kostete und Wrathall einige Positionen zurück warf. Shedden, der zwischenzeitlich Tordoff überholt hatte, war damit plötzlich Dritter. Es folgten Jeff Smith, Wrathall, Tordoff, Neal, Mat Jackson, Morgan und Welch, der aber in der Folge weit zurückfiel, weil er in seinem Proton nur noch den sechsten Gang zur Verfügung hatte.

Während Plato seinen Vorsprung an der Spitze weiter ausbaute, konnte sich Matt Neal den MG von Tordoff schnappen und in der Folge Druck auf Wrathall ausüben. In Runde 20 löste David Nye dann durch eine Kollision mit dem Seat von Warren Scott in deren Folge er im Kiesbett strandete eine Safety-Car-Phase aus. Diese kam kurz vor Rennende natürlich ziemlich ungünstig für Jason Plato, der dadurch seinen Vorsprung einbüßte und mit Jordan, Shedden und Smith eine kleine Honda-Armada in seinem Rückspiegel hatte. Beim Restart zwei Runden vor Schluss behauptete er aber seine Position, während es dahinter zur dritten Kollison mit Beteiligung von Frank Wrathall kam. Diesmal kollidierte er mit Mat Neal vor Druids, wurde dabei aber selbst ins Kiesbett befördert während der Honda weiter fahren konnte. Auch wenn der Toyota an genau derselben ungünstigen Stelle stehen blieb wie kurz zuvor der Ford von David Nye, entschied sich die Rennleitung dieses Mal aus unerklärbaren Gründen gegen ein Safety Car. In der letzten Runde versuchten beide Dynamics-Honda noch mal Druck auf die vor ihnen fahrenden Markenkollegen Jordan beziehungsweise Smith auszuüben, blieben aber erfolglos.

Plato siegte somit auch in Rennen 2 und das diesmal mit dem vollem Zusatzballast von 45 kg. Seine herausragende Leistung wird noch dadurch unterstrichen, dass er auch die schnellste Rennrunde drehte. Es folgten die Honda von Jordan, Shedden, Smith und Neal. Komplettiert wurden die Top10 von Mat Jackson, Adam Morgan, Colin Turkington, Dave Nesham und Nick Foster. In der Jack Sears Trophy gewann diesmal Liam Griffin im Ford Focus knapp vor dem erneut stark fahrenden James Kaye.

Champion Gordon Shedden konnte sich nach dem Rennen jedoch nicht lange über seinen Podiumsplatz freuen. Bei der Nachkontrolle wurde bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und seine Resultate wurden gestrichen. Damit waren nicht nur die Punkte für Platz drei weg, sondern auch ein guter Startplatz für das letzte Rennen. Auch Frank Wrathall bekam nach dem Rennen Post von der Rennleitung. Wegen des Abschuss von Rob Austin belegte man ihn mit einer Geldstrafe und drei Strafpunkte auf seine Lizenz. Persönlich regelten Wrathall und Austin die Sache übrigens schnell und unkompliziert. Wrathall entschuldigte sich und Austin sah die Situation als ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass er im letzten Jahr Dan Welch an gleicher Stelle aus dem Rennen befördert hatte. Britischer Sportsgeist halt.

aHier das komplette Rennergebnis

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Der Draw für die Startaufstellung für Rennen 3 beförderte zunächst den Siebtplatzierten Adam Morgan im Toyota auf die Pole Position. Durch die Disqualifikation Sheddens rückte er im Rennergebnis jedoch auf Rang sechs vor und Mat Jackson erbte die Pole. Bis auf die acht schon auf den weichen Reifen gestarteten Fahrer, mussten für dieses Rennen alle übrigen NGTC-Piloten den Option-Tyre aufziehen. Beim Start konnte Jackson seine Führung zunächst behaupten. Dahinter machte Colin Turkington nach einer leichten Kollision mit Jason Plato erneut Bekanntschaft mit dem Kiesbett in Paddock Hill Bend.

Zum Ende der ersten Runde konnte sich dann Mat Neal in Clearways an Morgan vorbei auf P2 vorschieben. Kurz darauf knallte des dann heftig: Dave Newsham drehte sich mit seinem Toyota in Paddock Hill und räumte dabei Rob Austins Audi ab, der sich bei voller Fahrt zur Innenseite wegdrehte und vehement mit der Fahrerseite in die Streckenbegrenzung einschlug. Der Audi war danach ein Totalschaden. Glücklicherweise konnte Austin unverletzt aussteigen und begutachtete direkt den Schaden am gerade neu aufgebauten Auto. Leider verpennte ITV4 nach der folgenden Safety-Car-Phase den Restart. Mat Jackson konnte jedoch erst einmal seine Führung behalten, wurde dann vor Graham Hill-Bend jedoch plötzlich langsam und musste Neal, Plato und Morgan vorbeiziehen lassen. Im weiteren Rennverlauf hatte es der Ford immer wieder mit Motoraussetzern zu tun, wodurch ein mögliches gutes Resultat vernichtet wurde. Jackson wurde nach der guten Ausgangslage mit der Pole-Position am Ende nur enttäuschender Zehnter.

Gordon Shedden war unterdessen vom letzten Startplatz aus gestartet schon Siebter und machte Jagd auf Jeff Smith und Sam Tordoff. Der MG-Pilot konnte unterdessen mit seinen harten Reifen in Runde 17 an Andrew Jordan vorbeigehen und danach auf seinen Teamkollegen Plato aufholen, den er letztendlich ebenfalls überholen konnte und damit Dritter hinter Adam Morgan war. Plato war mit den weicheren Reifen in Kombination mit dem Zusatzballast an die Grenzen der Fahrbarkeit gestoßen und hatte keine Chance auf ein weiteres Podium. Kurz darauf überholte auch Shedden Smith und Plato und schloss im Windschatten Tordoffs immer weiter zum Toyota von Morgan auf.

Mat Neal führte unterdessen mit einem gesunden Vorsprung von rund zwei Sekunden. Dahinter griff dann in Runde 25 Tordoff Morgan ausgangs Clearways an, was beide Piloten neben die Ideallinie kommen ließ und Shedden erlaubte, an beiden vorbeizugehen. Bis zum Rennende konnte der Schotte dann noch zu seinem führenden Teamkollegen aufschließen, diesen jedoch nicht mehr überholen. Rennen 3 endete mit einem Dynamics-Doppelsieg, gefolgt von den sehr gut fahrenden Sam Tordoff und Adam Morgan, der sein erstes Podium nur knapp verpasste. Jason Plato wurde nach seinen beiden Siegen Fünfter. Dahinter platzierten sich Jordan, Jeff Smith, Wrathall und Turkington. Der Sieg in der Jack Sears-Trophy ging zunächst an Lea Wood, der in den beiden ersten Rennen noch technische Probleme gehabt hatte. Bei der Nachkontrolle wurde aber auch bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und so erbte Liam Griffin den Sieg.

aHier die Resultate von Rennen 3

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Insgesamt scheinen die MG sehr stark zu sein. Insbesondere mit den harten Reifen funktionieren sie sehr gut, wofür Platos Sieg mit vollem Ballast in Rennen 2 und Tordoffs Fahrt aufs Podium in Rennen 3 sprechen. Das Vorhaben, insbesondere das Fahrwerk und die Reifennutzung über den Winter zu verbessern, scheint also gefruchtet zu haben. Ebenfalls sehr stark sind wie erwartet die Honda von Dynamics. Nachdem die Probleme in Rennen 1 und Sheddens ärgerliche Disqualifikation in Rennen 2 noch gute Resultate verhindert haben, zeigte sich mit dem Doppelsieg in Rennen 3, bei dem Shedden von ganz hinten aufs Podium fuhr, dass mit den Hondas auch weiterhin zu rechnen sein muss. Ebenfalls stark sind die Hondas von Eurotech. Dass Andrew Jordan schnell ist, war eigentlich klar, aber beeindruckend waren auch die drei guten Resultate von Jeff Smith, die ich ihm so nicht zugetraut hätte.

Arbeit gibt es dagegen noch bei West Surrey. Die BMWs scheinen noch an einigen Kinderkrankheiten zu leiden. Rob Collard erlebte mit drei Ausfällen ein Wochenende zum Vergessen. Mehrere technische Probleme, darunter ein mysteriöses Leck im Wasserkreislauf, brachten ihm kein einziges zählbares Resultat ein. Dass die Ausgangsbasis des BMW aber nicht schlecht ist, konnte Colin Turkington zeigen, der im ersten Rennen vom letzten Startplatz auf P8 vorfuhr und bessere Resultate in den anderen Rennen nur dadurch verpasste, weil er jeweils unsanft von der Strecke befördert wurde.

Ziemlich enttäuschend ist die Performance der Ford Focus von Motorbase. Technische Probleme und kaum zählbare Resultate dürften das Team vor einen großen Berg Arbeit stehen lassen. Aron Smith konnte in Rennen 1 und Mat Jackson in Rennen 2 und 3 zwar in die Top10 fahren, beide wirkten aber dennoch blass und von der guten Leistung, die der Focus zum Ende der letzten Saison gezeigt hat, ist wenig zu sehen.

Erwartungsgemäß gut lief dagegen der Toyota von Frank Wrathall, der bessere Resultate nur durch seine ungestüme Fahrweise zunichte gemacht hat. Etwas überraschend ist der vom Cicely-Team eingesetzte Toyota von Adam Morgan das ganze Wochenende besser unterwegs gewesen, als die beiden Avensis von Speedworks. Morgan war das ganze Wochenende, egal ob in den Trainings oder in den Rennen, unter den Top 10 zu finden und ist sicherlich die größte Überraschung des Saisonauftakts.

Sehr gut war auch die Leistung von Rob Austin. Ein starkes Qualifying wurde von einem Podium in Rennen 1 gekrönt. Weitere mögliche gute Resultate wurden dann nur wegen des Abschusses durch Wrathall in Rennen 2 und den schweren Unfall in Rennen 3 nicht möglich. Enttäuschend war dagegen Will Bratt im zweiten Audi, der nicht annähernd an die Leistung seines Teamkollegen und Chefs heran kam.

Sehr enttäuschend sind auch die Fahrzeuge von Tony Gilham Racing. Die Insignias sind im Vergleich zu den anderen NGTC-Fahrzeugen erschreckend langsam und konnten überhaupt keine Akzente setzen. Lichtblick und ein Teilerfolg ist aber immerhin das Debüt des selber entwickelten Volkswagen CC. Dafür dass das Team das Auto erst in der Nacht zu Samstag fertig gestellt hat und ohne Testkilometer in die freien Trainings ging, sind Platz 14, 16 und nur ein Ausfall gar keine schlechten Resultate.

In der Jack-Sears-Trophy machte James Kaye im mittlerweile etwas betagten VM Golf von AmD-Tuning eine besonders gute Figur und sicherte sich einen Sieg. Liam Griffin als einer der Favoriten auf den Trophy-Titel war in Rennen 2 und 3 erfolgreich. Lea Woods Wochenende war dagegen nach technischen Problemen und der Disqualifikation in Rennen 3 zum Vergessen. Ganz ordentlich unterwegs war auch David Nye im Welch-Ford Focus, der in Rennen 3 bis zu einem Fahrfehler kurz vor Schluss in der Jack Sears-Trophy in Führung lag.

Erwähnenswert ist vielleicht noch M247-Racing, die einen S2000-Cruze einsetzen. Nachdem kurz vor dem Start zu Rennen 1 plötzlich eine Antriebswelle brach, stellte man überrascht fest, dass man auch kein Ersatzteil dabei hatte. Ein Start in Rennen 2 war damit nicht möglich, aber eine Delegation des Teams machte sich auf den Weg, um eine neue Antriebswelle zu besorgen. Diese traf dann eine halbe Stunde vor dem Start zu Rennen 3 tatsächlich ein, wurde in Windeseile eingebaut und Joe Girling konnte schließlich doch noch in seine Saison starten. Im Rennen wurde man zwar Letzter, kam aber immerhin ins Ziel. Die ganze Situation war dabei wunderbar über Twitter zu verfolgen, wo das Team immer wieder neue Zwischenberichte über den Stand bei der Suche nach einer Antriebswelle lieferte.

Eine genauere Analyse über die Reifensituation spare ich mir jetzt. Erstens sind eindeutige Aussagen wegen der niedrigen Temperaturen am Wochenende schwierig und zweitens sind drei Rennen, in denen selbst die Teams eher rätselten als dass sie mit den Reifen eine klare Strategie verfolgten, noch zu wenig, um klare Erkenntnisse zu bieten. Grundsätzlich stellte sich der weichere Reifen in Brands Hatch aber eher als Nachteil heraus. Das Einbrechen bei Rob Austin in Rennen 1 und die starke Leistung von Tordoff und Morgan in Rennen 3, als fast alle anderen Konkurrenten die weichen Reifen fuhren, sprechen zumindest dafür.

Das nächste Rennen findet am 21. April in Donington statt. Gefahren wird auf dem 3,149 Kilometer langem National Circuit. Hier ein paar Infos zur Strecke mit Streckenplan und den Siegern der vergangenen Jahre. Falls ich Zeit finde und sich bis dahin noch einige Neuigkeiten ergeben, wird es noch mal eine kurze separate Vorschau geben. Falls irgendwelche Fragen sind, könnt ihr diese auch gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht kann ich im nächsten Beitrag dazu Antworten liefern.

Zum Abschluss ahier noch der Link zu den aktuellen Ständen in der Meisterschaft.

 

 BTCC: Analyse Brands Hatch

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March 29 2013

09:50

BTCC: Saisonvorschau 2013

Am kommenden Wochenende startet die britische Tourenwagenmeisterschaft in ihre 56. Saison. Ein Rekordstarterfeld von 32 eingeschriebenen Fahrzeugen und eine hohe Markenvielfalt mit 15 verschiedenen Fahrzeugmodellen von 11 Herstellern versprechen Tourenwagen-Action pur.

hi 9533 a888 300x200 BTCC: Saisonvorschau 2013Los geht es für die BTCC traditionsgemäß auf dem alterwürdigen Kurs von Brands Hatch. Champion Gordon Shedden und das Honda Team Dynamics möchten 2013 ihre drei Meistertitel in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung verteidigen. Auch wenn man im Rückblick auf 2012 eine leichte Honda-Dominanz konstatieren könnte, sah die Saison doch ein spannendes Finish zwischen Shedden, dessen Teamkollegen Mat Neal und MG-Speerspitze Jason Plato, das der Schotte erst im vorletzten Rennen für sich entscheiden konnte. Auch Andrew Jordan im privat eingesetzten Honda sowie BMW-Mann Rob Collard lagen lange Zeit weit vorne im Gesamtklassement und kämpften gleichzeitig um den Titel in der Independent-Wertung, die Jordan letztlich gewinnen konnte. Für 2013 haben die Verfolger ihre Fahrzeuge noch einmal gründlich überarbeitet oder – wie im Falle des 1er-BMW vom West Surrey Team – komplett neue Fahrzeuge entwickelt. Mit Colin Turkington kehrt außerdem der Meister des Jahres 2009 in die BTCC zurück. Die Weichen für eine spannende Saison scheinen also gestellt zu sein.

Was ist neu 2013?
Die wichtigste Neuerung für 2013 ist die Aufhebung der Angleichung von NGTC- und Super 2000-Fahrzeugen. Zur Erinnerung: Seit 2004 waren nach dem von der FIA sanktionierten Super 2000-Reglement aufgebaute Fahrzeuge in der BTCC startberechtigt. Aufgrund der immer mehr ausuferenden Kosten für die S2000er und um eine größere Markenvielfalt entstehen zu lassen, entschied sich die BTCC für 2010 ein neues technisches Reglement namens NGTC (Next GenerationTouring Car) einzuführen. Die drei letzten Saisons waren als Übergangsjahre gedacht, in denen versucht wurde, die vorhandenen S2000- und die neuen NGTC-Fahrzeuge von der Performance her anzupassen und so ein homogenes Starterfeld zu schaffen. In diesem Zeitraum sind nach und nach immer mehr Teams in das NGTC-Reglement gewechselt und haben entsprechende Fahrzeuge aufgebaut. 2012 gewann dann mit dem vom Team Dynamics entwickelten Honda Civic erstmals ein reines NGTC-Fahrzeug sowohl ein Rennen als auch letztendlich den Meistertitel.
2013 werden die alten Super 2000-Fahrzeuge zwar noch startberechtigt sein, durch eine Anhebung des Turboladedrucks bei den NGTC-Autos ist es jedoch wahrscheinlich, dass sie im Kampf um die vorderen Plätze keine Rolle mehr spielen werden. Dabei ist außerdem zu beachten, dass die Unterscheidung in NGTC und S2000 eigentlich nur noch für das Fahrzeug-Chassis gilt, denn mittlerweile verwenden alle S2000er einen 2 Liter-NGTC-Turbomotor, der dann aber mit weniger Ladedruck als bei den reinen NGTC-Autos auskommen muss.
Für die letzten Super 2000er gibt es ab dieser Saison eine eigene Wertung, die sogenannte Jack Sears Trophy – benannt nach dem ersten BTCC-Champion. Wer am Ende der Saison die meisten S2000-Siege eingefahren hat, sprich die besten Einzelresultate in einem Super 2000-Auto, gewinnt die Trophy.

Eine weitere Neuerung betrifft die Reifen. Dunlop bleibt zwar Alleinausrüster der Serie und stellt pro Fahrzeug insgesamt 12 (bzw. für den Saisonauftakt 16) neue Trockenreifen für ein Rennwochenende zur Verfügung;  ein Reifensatz ist ab dieser Saison jedoch eine weichere Reifenmischung – ein sogenannter Option-Tyre – und muss von jedem Fahrer in einem der drei Rennen pro Wochenende verwendet werden. Die Entscheidung, in welchem Rennen man den Option-Tyre fahren möchte, muss noch vor der Qualifikation festgelegt werden und wird bei dem entsprechenden Rennen für die Zuschauer kenntlich gemacht. Bis zur Startaufstellung eines Rennens bleibt es letztlich aber geheim, welche Reifenmischung gewählt wurde.
Welchen Effekt diese Regelung hat und ob sie die tatsächlichen Kräfteverhältnisse nicht zu stark verwässert, bleibt abzuwarten. Ebenso unklar ist bislang die Regelung für den Fall, dass das Rennen, in dem sich ein Fahrer für den Option-Tyre entschieden hat, als Wet-Race deklariert ist (werde hierfür das technische Reglement noch mal genauer studieren).
In diesem Zusammenhang ist auch neu, dass bei feuchten Bedingungen nun keine gemischten Bereifungen mehr erlaubt sind, also bspw. keine Slicks an der Vorderachse und Regenreifen an der Hinterachse.

Kalender und Rennformat
Nicht neues gibt es dagegen beim Kalender. Die Saison besteht aus denselben zehn Rennwochenenden wie in den letzten Jahren mit dem Saisonauftakt und -abschluss in Brands Hatch und der typischen Tournee über die wundervollen britischen Rennstrecken im Laufe des Jahres. Hier ein Überblick:

1. 31. März Brands Hatch (Indy Circuit) 2. 21. April Donington 3. 5. Mai Thruxton 4. 9. Juni Oulton Park 5. 23. Juni Croft 6. 4. August Snetterton 7. 25. August Knockhill 8. 15. September Rockingham 9. 29. September Silverstone 10. 13. Oktober Brands Hatch (GP Circuit)

Pro Veranstaltung werden wie gewohnt drei Sprintrennen gefahren, wodurch sich insgesamt 30 Saisonrennen ergeben. Gestartet wird jeweils stehend. Die Startaufstellung für Rennen 1 ergibt sich aus der Qualifikation am Samstag, die für Rennen 2 aus dem Ergebnis von Rennen 1 und die für Rennen 3 aus dem berühmten „Draw“. Hierbei wird ein Fahrer, der in Rennen 2 auf den Plätzen 6 bis 10 ins Ziel gekommen ist, gelost und auf die Pole gesetzt. Alle in Rennen 2 vor ihm platzierten Fahrer werden nun in umgekehrter Reihenfolge auf die nachfolgenden Startplätze gesetzt und alle nach ihm platzierten Fahrer bilden die restlichen Plätze der Startaufstellung. Das ist jetzt für jemanden, der das noch nicht gesehen hat, vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen, aber bevor ich mich jetzt in endlosen Beispielen verrenne, rate ich, sich das einfach mal anzuschauen, da es an sich sehr einfach ist.

Punkte für die Gesamtwertung gibt es pro Rennen für die ersten 15 Fahrer nach folgendem Schema:

1. 20 Punkte, 2. 17 Punkte, 3. 15 Punkte, 4. 13 Punkte, 5. 11 Pubkte, 6. 10 Punkte, 7. 9 Punkte, 8. 8 Punkte, 9. 7 Punkte, 10. 6 Punkte, 11. 5 Punkte, 12. 4 Punkte, 13. 3 Punkte, 14. 2 Punkte, 15. 1 Punkt

Zusätzlich gibt es jeweils einen Zusatzpunkt für die Pole-Position in Rennen 1 (also den schnellsten der Qualifikation), die schnellste Rennrunde pro Rennen und eine Führungsrunde pro Rennen.
Für die Independent-Wertung, in der eigentlich alle Fahrer bis auf Neal und Shedden vom Team Dynamics und Plato und Tordoff vom KX Momentum Racing starten, gilt die gleiche Punktewertung für jedes Rennen, allerdings werden hier keine Zusatzpunkte vergeben. Gleichzeitig sind natürlich alle Independent-Piloten auch für die Gesamtwertung punkteberechtigt.
Für die neu hinzugekommene Jack-Sears-Trophy für Super 2000-Fahrzeuge gibt es keine separate Punktewertung. Hier zählen nur die „Siege“ (im BTCC-Sprachgebrauch “cups”), die ein Fahrer erreicht. Wer am Ende der Saison die meisten “cups” und somit die besten Einzelresultate eines Super 2000-Autos eingefahren hat, gewinnt die Trophy.
Neben Punkten gibt es für die fünf besten Fahrer in einem Rennen auch noch ordentlich Gewicht ins Auto – quasi die negative Kehrseite des Erfolgs. Für Rennen 2 an einem Wochenende muss Zusatzgewicht auf Basis der Ergebnisse aus Rennen 1 eingeladen werden und für Rennen 3 auf Basis der Ergebnisse von Rennen 2. Dabei werden die ersten fünf Fahrer mit folgenden Gewichten belastet: 45 kg, 36 kg, 27 kg, 18 kg und 9 kg. Alle weiteren Plätze müssen nichts einladen. Dabei ist zu beachten, dass die Gewichtsregelung jeweils nur für das nächste Rennen gilt und sich nicht aufaddieren kann. Wer also Gewicht für einen Sieg eingeladen bekommt, muss dieses auch nur im nächsten Rennen fahren. Kommt er dort nicht in die Top-5, fährt er im folgenden Rennen wieder ohne Gewicht, kommt er dagegen bspw. auf Platz 4 ins Ziel, muss er im folgenden Rennen nur noch das Gewicht für Platz 4 mitschleppen. Für das Zeittraining und das erste Rennen eines Wochenendes gilt der Zusatzballast außerdem nicht auf Basis des vorangegangenen Rennergebnisses, sondern auf Grundlage der ersten fünf Positionen in der Meisterschaft.

Teams und Fahrer
Es folgt nun ein kleiner Durchgang durch das Feld der bisher eingeschriebenen Teams und Fahrer. Bei den Teamnamen ist jeweils der offizielle Entry-Name angegeben, in Klammern steht dann, sofern abweichend, der eigentliche Name des Teams. „Constructor“ und „Independent“ bezieht sich darauf, ob das Team Punkte im Kampf um die Herstellerwertung sammelt oder um die Independent-Titel fährt. Hinter dem eingesetzten Fahrzeugtyp ist vermerkt, ob es nach NGTC- oder Super 2000-Reglement aufgebaut ist. Hierbei ist zu beachten, dass alle S2000-Fahrzeuge auch einen NGTC-Motor benutzen. Einen kurzen tabellarischen Überblick über alle Entrys findet man außerdem hier.

Honda Yuasa Racing (Team Dynamics) – Constructor
Honda Civic (NGTC) – # 1Gordon Shedden, #2 Matt Neal
Wohl das Team, das es zu schlagen gilt. Es war schon beeindruckend und zugleich ein Zeugnis für die Professionalität des von Matt Neals Vater geführten Teams, wie man letztes Jahr auf Anhieb mit dem neu entwickelten Civic siegfähig war. Interessant war auch das teaminterne Duelle zwischen Shedden und Neal, das 2013 sicherlich seine Fortsetzung finden wird. Für einige überraschend war es am Ende der Saison dann der von allen im Team nur „Flash“ genannte sympathische Schotte, der den Meistertitel erringen konnte und nicht der dreifache Champion und Vorjahresmeister Matt Neal. Über den Winter hat man sich vor allem auf die Verbesserung des an sich schon sehr guten Autos in allen Bereichen konzentriert.

MG KX Momentum Racing (Triple 8 Race Engineering) – Constructor
MG6 GT (NGTC) – #88 Sam Tordoff, #99 Jason Plato
War der neue Civic vom Team Dynamics schon beeindruckend, so war die Performance des MG eine echte Sensation. Das Auto hatte man vor der letzten Saison in Windeseile zusammengeschraubt und ohne größere Tests zum ersten Rennwochenende gebracht, wo Jason Plato dann gleich eines der Rennen gewinnen konnte. Zwar zeigten sich im weiteren Saisonverlauf einige Unausgereiftheiten, die Plato letztendlich wohl auch den Titel gekostet haben dürften, jedoch war man bis zum vorletzten Saisonrennen mit im Kampf um die Meisterschaft – und das obwohl man 2012 eigentlich als Lernjahr mit dem neuen Auto deklariert hatte. Für 2013 wurde das Auto komplett überarbeitet. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Fahrwerk mit dem man im letzten Jahr besonders bei Regen einige Probleme hatte. Jason Platos Qualitäten als Fahrer sind über jeden Zweifel erhaben. Das Tourenwagen-Ass ist mit allen Wassern gewaschen und will 2013 zu seinem dritten BTCC-Titel greifen. Neu im Team ist der 23-jährige Sam Tordoff, der 2012 im britischen Porsche Cup Gesamtdritter wurde und Jason Plato in der von ihm betreuten Nachwuchssichtung „KX-Academy“ auffiel. Zu Tordoffs Qualitäten sagte Plato in gewohnt englischer Manier: „He ist going to be a pain in the arse.“

Pirtek Racing (Eurotech Racing) – Independent
Honda Civic (NGTC) – #55 Jeff Smith, #77 Andrew Jordan
Der Independendent-Meister von 2012 will in diesem Jahr endlich nach dem Gesamttitel greifen. Angesichts des Fortschritts aus dem vergangenen Jahr und dem immer schneller werdenden Andrew Jordan scheint auch eigentlich nichts dagegen zu sprechen. Die Autos kommen vom Team Dynamcis und Jordan hat letztes Jahr gezeigt, dass wenn alles glatt geht, er mindestens auf Augenhöhe mit Shedden und Neal mitfahren kann. Zweiter Fahrer im Team ist wieder Jeff Smith, dessen Leistung im Vergleich zu Jordan stark abfällt.

ebay Motors (West Surrey Racing Team) – Independent
BMW 125i M-Sport – #5 Rob Collard, #18 Nick Foster, #29 Colin Turkington
Hier dürfen wir gespannt sein. Nachdem man im letzten Jahr noch das betagte S2000-Chassis des aus der WTCC hinlänglich bekannten 320si mit einem NGTC-Motor eingesetzt hat, setzt man dieses Jahr auf ein reines NGTC-Fahrzeug. Basis hierfür ist die 1er-Reihe von BMW. Das Fahrzeug wurde in den letzten Monaten komplett neu entwickelt, sieht meiner Meinung nach einfach nur geil aus und rückte Anfang März erstmals zum Testen aus. Bei den Media-Day-Tests konnte man immerhin die zehntbeste Zeit erringen. Das Driver-Lineup hat sich im Vergleich zum letzten Jahr noch mal verbessert. Rob Collards Qualitäten als Tourenwagenfahrer sind zweifelsfrei bewiesen und mit Colin Turkington kehrt der Meister des Jahres 2009 zum Team zurück. Dritter Fahrer ist Nick Foster, den man eher als Gentleman-Driver ansehen kann, der aber ebenso in der Lage ist, regelmäßig in die Top10 zu fahren.

Airwaves Racing + Addison Lee Motorbase (Motorbase Performance) – Independent
Ford Focus ST Mk. III (NGTC) + Ford Focus ST Mk. II (S2000) – #7 Mat Jackson, #8 Árón Smith, #66 Liam Griffin, #4 tba
Mit neuem und altem Sponsor möchte die Ford-Speerspitze im Feld die tolle Performance des neu entwickelten NGTC-Focus weiter ausbauen. Das Auto debütierte im Laufe der vergangenen Saison in Snetterton und beeindruckte nicht nur durch sein martialisches Aussehen, sondern auch dadurch, dass es auf Anhieb schnell war. Dieses Jahr werden erstmals zwei Mk. III-Focus an den Start geschickt und von Routinier Mat Jackson und Youngster Aron Smith, der letztes Jahr beim Saisonfinale seinen ersten Sieg feiern konnte, pilotiert. Ein drittes NGTC-Auto könnte im Laufe der Saison für den zweiten Team-Entry antreten. Möglicher Fahrer hierfür ist Michael Caine. Vom ersten Rennen an wird außerdem Liam Griffin einen der alten S2000-Focus des Teams fahren und damit ins Rennen um die Jack Sears-Trophy gehen.

Dynojet Racing – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #11 Frank Wrathall
Dynojet und Frank Wrathall gehörten mit zu den ersten, die vor drei Jahren ein NGTC-Fahrzeug einsetzten und überraschten damals von Anfang an mit guten Resultaten in ihrem orangefarbenen Avensis. Seitdem zeigt die Lern- und Erfolgskurve stetig weiter nach oben und wurde letztes Jahr mit einem Sieg gekrönt. Für 2013 hat man mit der bisher gesammelten Erfahrung ein nagelneues Auto aufgebaut.

WIX Racing (Rob Austin Racing) – Independent
Audi A4 (NGTC) – #13 Rob Austin, #14 Will Bratt
Auch Rob Austin gehörte mit seinem eigenen Team zu den ersten, die ein NGTC-Auto an den Start gebracht haben. Mittlerweile geht man in die dritte Saison und möchte die guten Resultate, die man in den letzten Jahren schlaglichtartig immer wieder zeigte, endlich in Siege überführen. Die Chancen dafür stehen eigentlich nicht schlecht. Das Auto ist mittlerweile ausgereift und – noch wichtiger – endlich hat man einen Sponsor gefunden, wodurch die Saison für beide Autos erstmals  durchfinanziert zu sein scheint. Zweiter Stammfahrer ist Will Bratt, der bereits letztes Jahr bei einigen Rennen zum Einsatz kam.

Speedworks Motorsport – Independent
Toyota Avensis (NGTC) – #17 Dave Newsham, #48 Ollie Jackson
Ähnlich wie Dynojet besitzt auch Speedworks eine Menge Erfahrung mit dem NGTC-Toyota. Bislang verkaufte man sich aber meist unter Wert, da das Driver-Lineup in den letzten Jahren nicht zu den besten gehörte. 2012 waren Rookie Adam Morgan und Gentleman-Driver Tony Hughes die Stammpiloten. Morgan konnte immer mal wieder in die hinteren Top-10 fahren, aber Hughes ging regelmäßig unter. Wie gut das Auto tatsächlich ist, zeigte Paul O’Neil zur Saisonmitte, als er Hughes in einigen Rennen vertrat und in Knockhill das Podium nur knapp verfehlte. Mit Dave Newsham stößt dieses Jahr der Überraschungsmann des Vorjahres zum Team. Der Schotte hat seinen Speed mehrfach unter Beweis gestellt und konnte mit einem S2000-Vauxhall Vectra zwei Gesamtsiege einfahren. Hier darf man also gespannt sein. Zweiter Fahrer ist Ollie Jackson, der im Vorjahr noch im Golf von AmD-Tuning unterwegs war.

PPCGB.com/Kraftwerk Racing + RCIB Insurance Racing (Tony Gilham Racing) – Independent
VW CC (NGTC) + Vauxhall Insignia (NGTC) – #6 Tom Onslow-Cole, #22 Howard Fuller/Robb Holland, #20 James Cole, #31 Jack Goff
Einen kunterbunten Haufen gibt es dieses Jahr beim Team von Tony Gilham, das letztes Jahr noch unter dem Namen Team HARD antrat und vor allem mit einem pinkfarbenen Auto auffiel. Die Mannschaft, die zu Beginn der letzten Saison zunächst einen einzigen Honda Civic an den Start brachte, geht dieses Jahr gleich mit zwei Team-Entrys und vier Fahrzeugen in die Saison. Zum Einsatz kommen dabei zwei in Zusammenarbeit mit RML entwickelte Volkswagen CC und zwei Vauxhall Insignias, die man Thorney Motorsport zum Ende der letzten Saison abgekauft hat. Die beiden letzteren wurden komplett revidiert und werden von den Rookies James Cole und Jack Goff pilotiert. Für einen der VW konnte man Routinier Tom Onslow-Cole gewinnen, der letztes Jahr im West Surrey-BMW Gesamt-Sechster wurde. Ein Fragezeichen muss man aber dennoch machen, da die CC bislang noch niemand gesehen hat und das eine Auto, das man für Brands-Hatch einsetzen möchte, allerhöchstens auf den letzten Drücker und ohne Testkilometer fertig wird. Das zweite Auto ist ohnehin noch im Grundaufbau und wird erst im Laufe der Saison debütieren. Dieses soll dann abwechselnd von Howard Fuller und dem US-Amerikaner Robb Holland gefahren werden. Klingt also alles ein wenig nach rollendem Testlabor – vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass auch der Neuaufbau der Vauxhalls letzte Woche noch immer nicht abgeschlossen war. Immerhin hat man sich dagegen entschieden, auch noch den alten S2000-Civic, den man noch in der Garage stehen hat, einzusetzen.

Welch Motorsport – Independent
Proton Persona (NGTC) + Ford Focus Mk. II (S2000) – #10 Daniel Welch, #12 David Nye
Vermehrung gibt es auch bei Welch, das dieses Jahr statt einem zwei Autos an den Start bringen wird. Zum Einsatz kommt dabei aber nicht ein zweiter NGTC-Proton, sondern ein S2000-Ford Focus aus alten Motorbase-Beständen. Dieser wird vom 55-jährigen Rookie (!) David Nye gefahren, der damit in den Kampf um die Jack Sears-Trophy eingreifen möchte. Im Proton sitzt weiterhin Teamchef Dan Welch, der sich das Ziel gesetzt hat, regelmäßig in die vorderen Punkterängen zu fahren.

AmDTuning.com (Essex) – Independent
Volkswagen Golf (S2000)/Vauxhall Astra (NGTC) – #15 James Kaye
Das Team von Shaun Hollamby startet zunächst mit dem bekannten VW Golf in die Saison. Im Laufe des Jahres möchte man aber auf einen oder zwei Vauxhall Astra wechseln, die momentan nach NGTC-Reglement vom Team entwickelt werden. Nachdem Ollie Jackson das Team verlassen hat, sitzt dieses Jahr der 49-jährige James Kaye im Golf. Irgendwie ist auch noch der dritte ehemalige Motorbase-S2000-Ford Focus bei AmD gelandet (den ersten setzt Motorbase selbst für Liam Griffin ein, den zweiten hat Welch gekauft). Diesen möchte man gerne ebenfalls einsetzen, sobald jemand mit dem nötigen Kleingeld um die Ecke kommt. Alles etwas konfus also.

BTC Racing – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC) – #28 Chris Stockton
Mit BTC kehrt ein Team zurück, das bis 2008 in der BTCC aktiv war und damals Lexus und Seats eingesetzt hat. Für 2013 hat man einen der NGTC-Chevrolet Cruze bekommen, die ursprünglich von RML für die Saison 2012 aufgebaut worden waren, dann aber wegen des Rückzugs aus der Meisterschaft nie zum Einsatz kamen. Interessant ist, dass die Basis für das Fahrzeug nicht die Saloon-Variante (Stufenheck) des Cruze ist, wie man sie auch aus der WTCC kennt, sondern der Hatchback (Fließheck).

Team Club 44 (IP Tech Race Engineering) – Independent
Chevrolet Cruze (NGTC), #44 Andy Neate, #tba
Andy Neate, der letztes Jahr noch Teamkollege von Jason Plato bei MG KX Momentum war, tritt dieses Jahr mit einem eigenen Team an. Zum Einsatz kommt dabei eine eigens entwickelte NGTC-Variante des Chevrolet Cruze, die anders als die Hatchback-Ausführung von BTC-Racing, auf dem Saloon-Model basiert. In Brands-Hatch wird man den neuen Chevy aber noch nicht sehen, da man das Auto frühestens für die zweite Saisonstation in Donington fertig bekommt. Neate, der von einem „long term project“ spricht, möchte das Auto nach schlechten Erfahrungen mit seinem MG aus dem Vorjahr nicht halbfertig an den Start bringen. Im Laufe der Saison soll zudem ein weiterer Cruze aufgebaut und eingesetzt werden.

Ciceley-Racing – Independent
Toyota Avensis – #33 Adam Morgan
Der von der BTCC zum besten Rookie des letzten Jahres gekürte Engländer bleibt zwar dem Auto treu, mit dem er letztes Jahr fuhr, wechselt aber von Speedworks zu seinem eigenen familiengeführten Team, das vorher im Ginetta Cup unterwegs war, wo Morgan 2011 auch den Meistertitel erringen konnte. Der zum Einsatz kommende Avensis ist ein ehemaliger Dynojet-Toyota. Bei den Tests letzte Woche beeindruckte Morgan mit sehr schnellen Zeiten.

Wheel Heaven/Houseman Racing (Wood Racing) – Independent
Vauxhall Vectra (S2000) – #43 Lea Wood
Der klassische Privatier fuhr zunächst einige Testfahrten für Speedworks in deren NGTC-Toyota, entschied sich dann aber doch dafür, eine weitere Saison im von seinem eigenen Team eingesetzten Vauxhall Vectra zu bestreiten. Damit setzt Wood den letzten verblieben S2000-Vectra im Feld ein. Sein Ziel ist ganz klar die Jack Sears Trophy, um dann im nächsten Jahr vielleicht auf ein NGTC-Auto zu wechseln.

Team BMR Restart – Independent
Seat Leon (S2000) – #39 Warren Scott
Das Team des ehemaligen Motorradrennfahrers Warren Scott steigt neu in die Serie ein und betrachtet die Saison mit einem S2000-Auto als Lernjahr, um dann im nächsten Jahr auf ein NGTC-Auto zu wechseln. Damit ist dieses Jahr immerhin noch einer der in den letzten Jahren so zahlreich vertretenen Leons aktiv.

M247 Racing (Finesse Motorsport/Tech-Speed Motorsport) – Independent
Chevrolet Cruze LT (S2000) – #90 Joe Girling
Hier sind die Teamstrukturen etwas unklar, da das Auto laut einigen Meldungen mal von dem aus der Britcar bekannten Team Finesse-Motorsport und mal von dem ehemaligen BTCC-Team Tech-Speed Motorsport eingesetzt wird. Zum Einsatz kommt jedenfalls ein alter S2000-Cruze von Tech-Speed, der zuletzt 2011 in der Meisterschaft gefahren wurde. Joe Girling möchte in den Kampf um die Jack Sears-Trophy einsteigen.

Vorschau Brands Hatch
Der Saisonauftakt findet am kommenden Wochenende in Brands Hatch statt. Über die Traditionsstrecke braucht man wohl nicht viel sagen – jede einzelne Kurve könnte hier abendfüllende Racing-Geschichten erzählen. Gefahren wird auf dem knapp zwei Kilometer kurzen Indy-Circuit, der – zumindest mit der BTCC – gewohntermaßen viel Spektakel verspricht. Einige Informationen zur Strecke findet man
hier. Im letzten Jahr siegte in Rennen 1 etwas überraschend Rob Collard mit dem betagten BMW 320si, nachdem sich – ebenfalls überraschend – Dave Newsham die Pole gesichert hatte. In Rennen 2 konnte Matt Neal im Honda den ersten Sieg für ein NGTC-Auto einfahren und in Rennen 3 siegte dann zur Verblüffung aller Jason Plato im gerade erst fertig gebauten MG.
Vor dem ersten Rennen einen klaren Favoriten zu benennen ist schwer, da erst mal die Performance der einzelnen Teams und Fahrer im Rennen beobachtet werden muss. Immer auf der Rechnung sollte man die Hondas, die MGs und die Motorbase-Fords haben, aber auch auf die BMWs von West Surrey und die Toyota von Speedworks und Dynojet sollte man ein Auge werfen. Bei den Testfahrten letzte Woche in Donington erreichte Andrew Jordan im Pirtek-Honda die schnellste Zeit, gefolgt von Jason Plato im MG und Gordon Shedden im Dynamics-Honda. Dahinter tauchten mit Adam Morgan und Dave Newsham bereits die ersten Toyota auf. Bester Ford war Aron Smith auf Position 8 und bester BMW Colin Turkington auf Position 10.

TV-Empfang
Stellt sich nach all der großen Vorrede nun nur noch die Frage: „Wie kann ich mir den ganzen Spaß denn angucken?“  Tja, hier wird es leider etwas kompliziert. In Großbritannien überträgt ITV 4 den gesamten Rennsontag im frei empfangbaren TV live. Wer eine Satellitenschüssel besitzt und diese zufällig auf 28.2° Ost ausgerichtet hat, ist klar im Vorteil, kann sich entspannt zurücklehnen und Tourenwagen-Action vom Feinsten genießen – sollte das übrigens jemand, der in meinem Umfeld wohnt, haben, wird er mein neuer bester Freund und ich bring zu jedem Rennen Kuchen mit ;).
Eine Alternative ist die ITV-Website, auf der der gesamte Rennsontag im Player gestreamt wird. Hier stellt sich aber das Problem, dass der ITV-Player für Leute außerhalb von UK mit einem Geoblock versehen ist. Dieser lässt sich allerdings auf verschiedene Weise umgehen. Halbwegs legal geht es aber nur in der Bezahlvariante. Google hilft hier weiter. Ansonsten bieten sich natürlich auch die diversen anderen hinlänglich bekannten Streamingdienste an.
Wer auf live verzichten kann, kann sich in den endlosen Weiten des Internets auch nach Downloads der Rennen umsehen. Live ist es jedoch schöner und man kommt in den großartigen Genuss von stundenlanger Rennaction, denn zwischen den einzelnen BTCC-Rennen findet das umfangreiche Rahmenprogramm, u.a. bestehend aus Porsche-Cup, Ginetta-Cup, Renault Clio-Cup und Formel Ford, statt.

So, das war mein erster Beitrag für den Racingblog. Ich hoffe, er hat gefallen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Melde mich dann nächste Woche mit der Analyse aus Brands Hatch.

hi 9526 50b8 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9528 af2c 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9511 6a01 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9515 6de8 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9532 7db0 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013 hi 9508 3491 150x150 BTCC: Saisonvorschau 2013

 

 BTCC: Saisonvorschau 2013

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March 08 2012

16:52

WTCC: Saisonvorschau 2012

Die WTCC startet dieses Wochenende schon in ihre neue Saison. Nach den offenen Chevyopen letztes Jahr sieht es dieses Jahr leider nicht viel besser aus. Das Positive ist aber, dass wieder mehr Werke in die Serie drängen.

Kalender und Regeländerungen:

Doch zunächst zu ein paar allgemeinen Sachen. Allem vorran der Kalender der diesjährigen WTCC-Saison:

1.  10/11 März  Monza  Autodromo di Monza 2.  31 März/01 April  Valencia Circuit Ricardo Tormo 3.  14/15 April  Marrakesch  Circuit de Marrakech 4.  28/29 April  Slovakei  Slovakia Ring 5.  05/06 Mai  Budapest  Hungaroring 6.  19/20 Mai  Salzburg  Salzburgring 7.  02/03 Juni  Estoril  Circuito do Estoril 8.  21/22 Juli  Curitiba  Autódromo Internacional de Curitiba 9.  22/23 September  Sonoma  Infineon Raceway 10.  20/21 Oktober  Suzuka  Suzuka East Circuit 11.  03/04 November  Shanghai  Shanghai International Circuit 12.  16/18 November  Macao  Circuito da Guia

12 Rennen auf 5 Kontinenten wird man bestreiten, 6 davon in Europa. Eine gute und ansprechende Mischung für eine Weltmeisterschaft, auch wenn es gerne 2 Rennen mehr seien dürften. Das Problem ist, dass die WTCC dann in Logistikprobleme kommt, da einem natürlich nicht die Transportmöglichkeiten der Formel 1 zur Verfügung stehen. So sieht der Kalender rein von Daten her leider etwas komisch aus mit 8 Rennen in 5 Monaten und die restlichen 4 Rennen in 4 Monaten. Die großen logistisch bedingten Pausen am Ende des Kalenders lassen das Ganze immer ein bisschen zäh und zusammenhangslos wirken.

Starten wird man die Saison in Monza dieses Wochenende, danach bringt man den Spanienbesuch hinter sich, den jede Serie macht. Die gute Nachricht ist man fährt nicht in Barcelona sondern in Valencia, und dort auch nicht auf dem unsäglichen Stadtkurs, obwohl der vielleicht für Tourenwagenrennen gar nicht so schlimm wäre, sondern die Strecke, wo auch die MotoGP ihre Rennen absolviert. Das Motorland Aragón hätte mir zwar besser gefallen, aber Hauptsache man sieht mal nicht Barcelona. Danach geht man nach Marrakesch und da muss man fragen: Warum?. Der letzte Marrakesch Auftritt war sowohl mit der damaligen Begleitserie Formel 2, als auch mit den Tourenwagen ein mittelschweres Desaster, da die Streckenposten ewig brauchten, um verunfallte Fahrzeuge von der Strecke zu kriegen. Bei der kurzen Rennlänge der WTCC laufen dann ganz schnell Großteile des Rennens unter gelb ab. Zu der Verteidigung der Streckenposten muss man sagen, dass die WTCC-Piloten bei ihrem letzten Auftritt auf dem Stadtkurs auch echt Schrott am laufenden Band produziert haben. Aber dann war da auch unter anderem noch, die nicht funktionierende Ampelanlage…

Nach Marrakesch wollte man eigentlich nach Argentinien, blos dieses Rennen kam nicht zu Stande. weswegen man den Slovakia Ring als Ersatzstrecke gewählt hat. Danach geht man auf den immer noch als Micky-Maus-Kurs verschrienen Hugaroring, obwohl die Rennen dort eigentlich nie so schlecht sind. Der Salzburgring und Estoril bilden den Abschluss des Europateils des Kalenders. Sehr schade ist das Fehlens eines Rennens in Deutschland, ebenso wie es kein Rennen in Frankreich und England gibt. Nach Estoril setzt man über nach Brasilien und fährt in Curitiba und danach und das ist sehr erfreulich in Sonoma. Somit hat man es geschafft einen Nordamerikaauftritt auf einer nicht uninteressanten Strecke zu organisieren. Man verlässt Amerika dann Richtung Asien, fährt in Suzuka und in Shanghai. Dort zum Glück auf der Grand-Prix-Strecke und nicht auf der Kartbahn, auch wenn leider wieder kaum Zuschauer da sein werden. Den Abschluss der Saison bildet wie jedes Jahr das Destruction-Derby in Macao.

Zur neuen Saison gibt es auch einige Regeländerungen, hier die Wichtigsten: Die Rennen sind jetzt wenigstens 10 Kilometer länger (60 Kilometer). Dies ist nur zu begrüßen, auch wenn 75 oder gar 100 Kilometer vielleicht ein vernünftigerer Ansatz wären. Es gibt jetzt Punkte fürs Qualifing und zwar 5 für den Bestplatzierten, 4 für den Zweitplatzierten und so weiter, ist keine große Änderung, wertet das Qualifying aber nochmals auf. Außerdem kommen nun 12 statt 10 Fahrern in Q2. Die Startaufstellung für Rennen 2 bestimmt sich nun nich tmehr nach der umgekehrten Reihenfolge von Q1 sondern nach der von Q2. Es können nur noch Wagen Q2 erreichen, die in der Meisterschaft eingetragen sind, also Meisterschaftspunkte sammeln. Desweiteren verteilt die WTCC weiterhin Karten, nun gilt: Wer 2 statt 3 Mal wegen fahrerischen Vergehen auf der Strecke bestraft wird, muss beim nächsten Rennen 10 Plätze nach hinten. Ursprünglich hieß es, dass man nur noch einen Motor für die ganze Saison verwenden darf, dies wurde jedoch vermutlich auf Bestreben von Ford und Seat dahin geändert, dass man bis zum Hungaroring seinen Motor strafenfrei wechseln darf. Zuletzt wird es ab diesem Jahr auch in der WTCC wie in der Formel 1 einen “Fahrersteward” geben.

Die Hersteller:

Chervrolet: Nachdem nicht unüberraschend erfolgreichem Jahr 2011 kehrt Chevrolet auch 2011 wieder werksseitig zurück in die Serie. Zwischen den Zeilen hat man in Interviews immer wieder herausgehört, dass man den großen Erfolg, den man hat natürlich begrüße, aber aus Marketinggründen einige andere Werke doch wünschenswert wären, ansonsten könnte man darüber nachdenken, sein Engagement etwas zurückzufahren. Weitere Werke werden wohl kommen, weswegen Chevrolet sich wohl entschied, auch dieses Jahr mit 3 Autos anzutreten. Es gab sogar Gerüchte, dass man ein 4. Auto für Alex MacDowall einsetzen könnte, letzendlich blieb man jedoch bei 3 Wagen. Von Seiten der FIA hat man sich gedacht, dass man um die Chevrolets etwas einzubremsen ihr Mindestgewicht um 30kg erhöht, was eine ganze Menge ist. Später hat FIA da nochmal drüber geschaut. und lediglich 10kg raufgepackt. Ob das reicht, wird man sehen müssen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat sich technisch wenig getan, die Werkschevrolets werden mit neuen Aufhängungen und einem leicht überabeitetem Motor an den Start gehen. Desweiteren verschwindet die Landesflagge des jeweiligen Fahrers vom Dach und die Lackierung wurde etwas überabreitet, so dass die Autos jetzt etwas schnittiger wirken.

Seat: Weiterhin unterstützt Seat nur, allerdings mehr als im letzten Jahr. Man hat sich im Winter vor allem auf das eine große Problem konzentriert: Den Motor. Dieser wird jetzt nicht bei dem mit Seat eng verbundenem SunRed-Team gebaut, sondern bei Seat selbst. Damit will man einen Flop wie das verspätete Auftauchen des neuen Motors letztes Jahr, der dann nichtmal mehr besonders konkurrenzfähig war, vermeiden. Der neue Motor soll bei den Testfahrten wohl erstaunlich gut und zuverlässig gelaufen sein. Eventuell will sich Seat ab 2013 wieder komplett werksseitig engagieren, sicher ist man sich da aber noch nicht.

BMW: Kaum neues aus dem Hause BMW, sogar eher schlechte Nachrichten. War der BMW 320 zu seiner Blütezeit vor 3-5 Jahren in vielen Rennserien einsetzbar und DAS Kundenauto, ist dies heute nicht mehr so. Einige Serien verabschieden sich vom S2000 Reglement und verlangen Fahrzeuge auf GT-3 Basis, weswegen BMW viel Energie in den Z4 setzt. Dennoch möchte man die Kundenteams, die den 320 TC einsetzen, natürlich bestmöglich betreuen. Die Eindrücke des ebenfalls leicht überarbeitetem Motors bei den Tests waren wohl eher so mittelmäßig, es dürfte ein schweres Jahr für die BMW-Teams werden.

Honda: Sehr erfreuliches gibt es von Honda zu berichten. Überraschend gaben die Japaner bekannt, dass man werksseitig mit dem JAS Motorsportteam ab 2013 mit 2 Honda-Civic in die WTCC einsteigen wird. Geplant ist im Moment sogar schon als Gasstarter bei den Asienrennen zum Ende der Saison anzutreten. Für das WTCC-Programm wird man natürlich einen neuen 1,6l-Turbomotor nach dem neuen Reglement entwickeln. Ein ganz wichtiger Schritt für die WTCC, die in Asien ziemlich beliebt ist und somit endlich mit Sicherheit einen weiteren namhaften Hersteller bekommt.

Ford: Ford steigt dieses Jahr erfreulicherweise auf privater Ebene in die WTCC ein. Mit Hilfe von Mountune Racing hat man einen Motor nach aktuellem Reglement konstruiert und finanziert, der vom Einsatzteam Aon Motorsport ausgiebig getestet und für gut befunden wurde. Im Vergleich zur BTCC Version des Ford Focus hat man dem Auto ein neues Bodywork und eine neue Aufhängung verpasst, mit dem Verlauf der Tests war man sehr zufrieden. Vielleicht findert Ford ja soviel Spaß an der WTCC, dass man sich für einem Werkseinsatz entscheidet…

Lada: TMS wird als privates Team dieses Jahr mit starker Unterstützung von Lada 2 Rennwochenenden bestreiten, jenes am Hungaroring und das in Estoril. Eingesetzt wird der neue LADA Granta Sport, der ab April ausgiebig getestet werden soll. Allerdings hat man momentan ziemliche Probleme bei der Entwicklung, die FIA lehnte unter anderem einen Antrag zur Verbreiterung des Radstandes ab. Sollten die beiden Rennen gut laufen, denkt man wohl über ein werksseitiges 3-Jahres-Engagement nach. Entsprechende Vorverträge mit Fahrer James Thompson sind anscheinend geschlossen.

Volvo: Die schlechtesten Nachrichten diesen Winter kamen doch etwas überraschend von Volvo. Diese ziehen nämlich ihre Unterstützung für das Einsatzteam Polestar komplett zurück. Dies ist nach einer doch recht vielversprechenden Saison 2011, die man ja komplett bestritt ziemlich merkwürdig. Grund dafür ist laut Volvo schlicht und ergreifend der, dass man das falsche Auto für die WTCC gebaut hat. Der C30 ist nicht mehr das Auto, welches Volvo promotet sehen möchte, statt dessen setzt man auf den S60, den es aber nicht in einer S2000 Version gibt. Diesen möchte man in Rennserien im skandinavischen Raum einsetzen. Insgesamt mehr als schade das Ganze.

Die Teams und Fahrer:

Man wird bei jedem Rennen weit über 20 Fahrer am Start haben, was ein sehr ansehnliches Starterfeld ist. Hier ein Überblick über die Teams und Fahrer:

Chevrolet-Werksteam: Die Meistertruppe vom letzten Jahr tritt mit einem unverändertem Aufgebot an Fahrern an, Menu, Huff und Muller. Viel muss man zu dem Team nicht sagen, sehr starkes Line-up an Fahrern, wohl den besten Wagen, hier fahren die Titelaspiranten und es muss eigentlich erwartet werden, das am Ende des Jahres diese Autos am Ende des Jahres in der Meisterschaft auf den Plätzen 1, 2 und 3 landen. In welcher Reihenfolge muss sich noch herraus stellen.

Chevrolet Team Schweden: Sowas wie ein vierter veralteter Werkswagen, den Chevrolet hier einsetzt, allerdings keinesfalls die ganze Saison. Fahrer Rickard Rydell wird einen 2011-er Chevrolet-Werkswagen bekommen. Rydell und das Chevrolet Team Schweden kommen aus der STCC, dort sind sie Titelverteidiger. Das Team möchte mal schauen was in Monza so geht und dann eventuell die Rennen, die nicht mit der STCC kollidieren ebenfalls fahren (Rydell kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Bamboo-Engineering: Mit neuen Wagen und neuer Fahrerpaarung geht Bamboo-Engineering in die Saison. Man wird 2 neue Kunden-Chevrolet-Cruz mit den neuesten Updates fahren. Als Fahrer hat man Pasquale Di Sabatino und Alex MacDowall gewinnen können. Nie von den beiden gehört?  Pasquale Di Sabatino kommt aus dem Formelsport, ist letzte Saison AutoGP gefahren und wurde dort sehr unauffälliger Gesamtzwölfter. Wesentlich erfolgsversprechender klingt da schon Alex MacDowall, der aus der BTCC kommt und dort für Chevrolet fuhr. Er konnte dort einige Podien erreichen, auf ihn wird zu achten sein.

Sunred-Engineerig: Auch Sunred-Engineering ist natürlich wieder dabei. Als Fahrer hat man Andrea Barlesi und Fernando Monje verpflichtet. Andrea Barlesi gewann vorletztes Jahr immerhin die Formla Le Mans und fuhr letztes Jahr in der LMS. Fernando Monje kommt aus den Formel 3 Open, wo er letztes Jahr 15. in der Gesamtwertung wurde. Das ist jetzt nicht das beste Lineup. Einsatzfahrzeug ist ein neuer Seat-Léon mit dem neuem Motor.

Tuenti Racing Team: Das Tuenti Racing Team ist das Schwesterteam von Sunred. Fahrer sind Tiago Monteiro und Pepe Oriola. Oriola fuhr letztes Jahr eine mittelprächtige Debutsaison und wurde 18. in der Gesamtwertung, aber der Junge ist ja auch erst 17. Über Routinier Monteiro muss man keine Worte mehr verlieren, bei einem günstigem Rennen ist vielleicht ein Sieg für das Team mit ihren Seats drin (Monteiro kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Lukoil Racing Team: Das eng mti Seat zusammenarbeitende Lukoil Racing Team ist jenes Seat-Team, welches am siegfähigsten aussieht. Fahrer sind Gabriele Tarquini und Aleksei Dudukalo. Lukoil ist eine russische Ölfirma, die viel Geld investiert und deshalb auch viel Support von Seat bekommt. Dieses Jahr möchte man richtig angreifen, es gibt sogar Gerüchte, dass man nächstes Jahr das Werksteam von Seat werden könnte. Dudokalo lieferte eine schwache erste Saison ab und holte letztes Jahr nur 4. Punkte, während Routinier Tarquini natürlich immer für gute Rennen zu haben ist (Tarquini kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Zengo Motorsport: Die Truppe ist auch dieses Jahr wieder dabei. Man hat es sogar geschafft, ein zweites Auto zu finanzieren. Neben Norbert Michelisz wird Gábor Wéber einen der beiden BMW 320 TC pilotieren. Michelisz wurde starker 9. letztes Jahr, während Wéber mit ganz ansprechenden Ergebnissen aus dem Seat Leon Supercopa kommt.

Team Engstler: Das sympathische Team geht wieder mit 2 Wagen, natürlich BMW’s an den Start, gefahren von Franz Engstler und Charles Kaki Ng. Ng kommt aus dem Tourenwagensport in Asien und fährt nun seine erste volle WTCC-Saison, über Engstler sollte alles bekannt sein. Vielleicht schafft man es wieder, die großen Blauen zu ärgern und ein oder zwei Siege einzufahren, ansonsten geht es um die Privatfahrerwertung.

Roal Motorsport: Wieder wird man bei Roal Motorsport auf 2 BMW 320 TC setzen. Am Steuer werden Tom Coronel und Alberto Cerqui sitzen. Tom Coronel wird wohl neben der Engstler der BMW-Fahrer sein, der am ehesten mal für einen Sieg gut ist. Alberto Cerqui ist allerdings nicht zu unterschätzen, er steigt als Meister der italienischen Superstars Series auf. Dort fuhr er auch schon für das Roal-Team (Coronel kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Proteam-Racing: Das Team setzt leider nur noch 2 Autos statt 3 wie letzte Saison ein. Mehdi Bennani bekommt wieder eines der Cockpits, er wurde letzte Saison 16. den zweiten BMW bekommt Isaac Tutumlu. Jener hat ein paar Einsätze in der Superstars Series und dem Porsche Super Cup hinter sich, die Ergebnisse des Spaniers waren jedoch eher unspektakulär.

Wiechers-Sport: Auch Wiechers-Sport wird man in der WTCC sehen. Man tritt mit einem BMW an, diesmal wieder pilotiert von Stefano D’Aste. D’Aste ist sicherlich besser als das “Experiment” Urs Sonderegger, bei dem Weichers-Sport ja schon Mitte der letztes Saison die Reißleine zog.

Team-Aon: Die beiden Fords dieses Jahr werden von Team Aon eingesetzt. Das Team kommt aus der BTCC und bringt auch gleich 2 britische Fahrer mit, nämlich Tom Chilton und James Nash. Die beiden sind echte Topfahrer, waren beide Privatchampions in der BTCC. Auf das Team wird man achten müssen. James Nash ist ein heißer Anwärter für den Titel in der Privatfahrerwertung (Chilton kann keine Punkte in der Privatfahrerwertung holen).

Special Tuning Racing: Das Team wird 2 Seats einsetzen und kommt ebenfalls aus der BTCC. Fahrer werden  Tom Boardman und Darryl O’Young sein. Tom Boardman ist Miteigentümer des Teams, und konnte in der BTCC gute Ergebnisse abliefern. O’Young wurde 14. in der letzten Saison und hat die 12h von Bathurst in diesem Jahr gewonnen, man sollte ihn also nicht unterschätzen.

TV-Übertragung:

Nicht viel Neues an dieser Stelle. Eurosport beziehungsweise Eurosport 2 werden wieder das Qualifying (teilweise) und beide Rennen live übertragen. Die Übertragungszeiten werden wohl wieder so variieren, wie sie Eurosport am besten in ihren am Wochenende mit Livesport befülltem Programmplan passen. Dafür bitte jedes Wochenende unsere Tv-Termine beachten. Kommentiert werden die Rennen wieder von Dirk Adorf und Uwe Winter, neu stößt Christian Menzel hinzu, der sich mit Dirk Adorf abwechseln wird.

Dieses Wochendende: 

Etwas untypisch für die WTCC beginnt die Saison dieses Jahr nicht in Übersee, sondern in Europa auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Bei der Starterliste gibt es zwei kleine Besonderheiten: Fernando Monje wird für Sunred noch nicht am Start seien, da er für das Team in der ETCC antritt, dafür fährt Rickard Rydell für das Chevrolet Team Schweden einen Einsatz, der als Test für ein eventuell weiterführendes Engagement herhalten soll (s.o.).

Zu Monza an sich als Strecke muss man nicht viel sagen. Es ist ein reines Hochgeschwindigkeitsrennen, bei der WTCC mit ihren 60 Kilometern Renndistanz ist das ein eher kurzers Vergnügen. Es wird alles von den Motoren abhängen, vorallem davon wie gut der Seat und Ford-Motor ist. Letztes Jahr hat Rob Huff beide Rennen gewonnen, die Blauen sind aber auch dieses Wochenende auf alle Fälle Favourit. Es sollen angenehm-sonnige 15 Grad werden.

 

 

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August 01 2011

14:43

WTCC: Engstler schafft die Überraschung

Die offenen Chevrolet-Meisterschaften gingen zwar auch in Oschersleben weiter, aber nicht ganz so, wie man es erwartet hatte.

Es ist klar, dass in der WTCC nur ein Chevy-Pilot Meister werden kann, doch immerhin ist die Meisterschaft weiter spannend, da Yvan Muller und Rob Huff eng zusammen liegen. Nachdem der Brite die erste Saisonhälfte dominiert hatte und Muller in Porto regelrecht düpierte, sie die Sache nun anders aus. Jetzt ist es Muller, der offenbar seine alte Form wieder gefunden hat und Rob Huff hinter sich lässt. Richtig spannend ist es auch in der Independent Wertung, wo BMW Pilot Norbert Michelisz nach zwei miserablen Wochenende den einstmals großzügigen Punktevorsprung aufgebraucht hat. Das er die Führung nicht ganz abgeben musste war reines Glück. Doch BMW hatte am Wochenende durchaus Grund zur Freude.

In Lauf 1 sah die WTCC-Welt noch aus wie immer. Muller und Huff fochten ihr Duell an der Spitze aus, wobei der amtierende Weltmeister zum dritten Mal hintereinander die Nase vorne hatte. Huff mühte sich bei klatschnassen Bedingungen zwar ab, Muller machte aber mal wieder keinen Fehler. Lustig war es aber dahinter. Robert Dahlgren hatte es geschafft, den Volvo C30 für den ersten Lauf auf P2 zu stellen, doch beim Start (der dritte Start – die beiden ersten hatte man abgewunken) verlor der Schwede einige Plätze und wurde dann auch noch zur Seite geschoben. Dahlgren fiel zurück, kämpfte sich aber in einem ansehnlichem Rennen zurück. Immerhin zeigte der C30 mal wieder sein Potential. Auf der Geraden geht der Wagen schon mal gut, in den Kurven fehlt etwas.

Auch im Mittelfeld ging es gut zur Sache, vor allem zwischen den Independent Piloten. Die BMW mischten in Kampf um die vorderen Plätze deutlich besser mit, als in den Rennen zuvor. Das lag einerseits an einem leicht verbesserten Motor, hatte aber auch etwas damit zu tun, dass die FIA die BMW vor dem Rennen in Oschersleben um 10kg erleichert hatte. Das machte sich dann doch deutlich bemerkbar, auch wenn Gabriele Tarquini im ersten Rennen “Best of rest” war.

In Rennen zwei stand Franz Engstler auf der Pole, verlor seinen Spitzenplatz aber schon beim Start an Michelisz, der aus der zweiten Reihe nach vorne stürmte. Engstler konnte immerhin P2 halten, kam aber auch nicht näher an den Ungarn heran. Dahinter pflügten die Cruze durchs Feld, aber bei weitem nicht so leicht, wie bei den anderen Rennen der Saison. Das lag sicher auch an der Strecke, die wenig Überholmöglichkeiten bietet.

Während die BMW Independents vorne ihren Kampf ausfochten, hatten Huff und Muller ihr eigenes Rennen. Tief im Mittelfeld gestartet, hatten beide Probleme sich an den BMW und Seat vorbei zu schieben. Dabei war Huff zunächst der aggressivere und versuchte einen Wagen zwischen sich und Muller zu bringen. Das lief derartig schief, dass Muller einen missglückten Überholversuch von Huff an Monteiro ausnutzen konnte, um an beiden vorbei zu gehen. Huff blieb sogar noch etliche Runden hinter dem Seat hängen, bevor er doch wieder zu Muller aufschliessen konnte.

Vorne warf Michelisz seinen fast sicheren Sieg zur Halbzeit weg, als er sich dreht und später von Coronel in einen Reifenstapel geschickt wurde. Der Punktverlust sollte sich rächen, auch wenn sein direkter Konkurrenz Poulsen schon beim Start abgeschossen wurde. V

Vorne wurde es zeitweise dann wieder eng, nachdem Alain Menu seinen Cruze endlich hinter Engstler positioniert hatte. Doch erstaunlicherweise konnte der BMW den Abstand zu Menu konstant halten. Das ist, auch für die weitere Saison, eine gute Sache.

Engstler gewann sein erstes Rennen in der WTCC im zarten Alter von 50 Jahren. Ein schöner Erfolg vor der hemischen Kulissen. Durch den Ausfall von Michelisz und Poulson ist es in der Indepentwertung auch wieder richtig eng. Da liegen gleich vier Piloten noch gleichauf.

Alle Wertungen gibt es bei der WTCC.

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July 18 2011

08:04

WTCC: Analyse Donington Park 2011

Kurz gab es im zweiten Rennen die Chance, dass endlich mal wieder ein anderer Wagen, als der Cruze gewinnen könnte. Doch die Hoffnung währte nicht lange.

Langweilig war es nicht in Donington. Man kann der Chevy Crew nicht nachsagen, dass sie ihre Fahrer an der kurzen Leine halten. Dazu gab es packende Kämpfe im Mittelfeld und die WTCC zeigte auf britischen Boden, dass man auch nach den englischen Regeln unterwegs sein kann. Jedenfalls waren beide Rennen sehr amüsant und die WM ist dann auch wieder richtig spannend geworden, da Yvan Muller einen sehr seltenen Doppelsieg einfahren konnte. Das zeigte aber auch einmal mehr, dass die Cruze dem Rest des Felden um Meilen überlegen sind. Vor allem im zweiten Rennen wurde das deutlich.

Im ersten Rennen standen die Cruze auf den ersten Plätzen, was den Ausgang des Rennens dann ziemlich klar machte. Muller gelang ein guter Start, Rob Huff kam etwas zäher weg, und so suchte Alain Menu seine Chance vor der Old Hairpin. Doch er konnte sich nicht durchsetzen und Huff klemmte sich hinter Muller. Beide lieferten sich ein hartes und sehr faires Duell, das sehenswert war. Sie schenkten sich nichts und fuhren auf absolut gleichem Niveau. Doch Huff gelang das entscheidende Überholmanöver nicht, da Muller komplett fehlerfrei unterwegs war. Menu konnte das Tempo seiner Kollegen nicht halten und fiel leicht zurück. Zudem musste er sich zeitweise mit Tarquini auseinandersetzen, was ebenfalls Zeit kostete.

Weiter hinten balgten sich die BMW- und Seat-Piloten um die Plätze, was nicht immer ohne Kontakt blieb. Die BMW waren auf dem recht fließenden Kurs von Donington sehr gut aufgestellt und konnten mit den Seat locker mithalten. Tom Coronel gelang im ersten Runden das Kunststück “Best of the rest” hinter den drei Cruze zu werden. Dagegen sah Lokalmatatodor Colin Turkington nicht so gut aus. Zwar hatte er den Wiechers-BMW in der Quali weit vorne platzieren können, doch im Rennen lehnte er sich ein paar Mal zu oft bei den Konkurrenten an und kam am Ende nur auf P10.

Auf den ersten Blick schlecht lief es für Volvo, die ich eigentlich weiter vorne erwartet hatte. Immerhin hatte die FIA den C30 gleich um 60 Kilo erleichert. Doch die schwedische Truppe hatte in der Quali Pech und musste vom letzten Platz aus starten. Dass der Volvo allerdings richtig gut geht, zeigte Dahlgren im Rennen. Er kämpfte sich in nur einer Runde in die Top Ten, nahm dann allerdings das Heck eines BMW ins Visier und flog mit dem Wagen richtiggehend über die Strecke. Erstaunlicherweise lief der Wagen weiter und Dahlgren wurde am noch Achter.

In Rennen zwei standen die Cruze auf den Plätzen 8, 9 und 10, während vorne eine Phalanx von BMW nach der ersten Runde die ersten vier Plätze belegten. Allerdings waren sich die BMW nicht wirklich einig, aber das ist auch kein Wunder, immerhin sind es Konkurrenzteams. In einem zeitweise turbulenten Rennen lagen Tom Coronel, Javier Villa, Franz Engstler und Colin Turkington vorne, dahinter versuchten drei Seat (Michel Nykjaer, Tiago Monteiro und Gabriele Tarquini) zu dritt durch die Kurven zu kommen, was natürlich nicht gut ging, aber immerhin kam Tarquini durch, der ganz offenbar auf einer Misson war und sich Turkington zur Brust nahm, in dem er den Briten einfach umdrehte. Was ihm nach dem Rennen eine seiner unzähligen Verwarnungen einbrachte.

Die engen Zweikämpfe vorne erlaubten es den Cruze durchs Feld zu pflügen, wobei Muller und Huff im Tandem unterwegs waren. Mit spielerischer Leichtigkeit passierten sie Tarquini und die sich balgenden BMW, wo mittlerweile Franz Engstler die Nase vorne hatte. Doch selbst einen kleinen Vorsprung konnte den BMW nicht halten, nach einer halben Runde waren Muller und Huff vorbei. Allerdings gab es ein wenig Ärger im Chevy-Lager, da Muller auf seiner Aufholjagd den Kollegen Huff zur Seite geschoben hatte. Ein reiner Rennunfall, dennoch bekam Muller nach dem Rennen eine Strafe. Im nächsten Rennen werden ihm drei Plätze in der Quali abgezogen. Wird ihn vermutlich nicht wirklich treffen.

Die beiden Cruze wiederholten ihren hübschen Kampf aus dem ersten Rennen, ohne dass sich an der Reihenfolge etwas änderte. Immerhin gelang Franz Engstler seinen BMW auf P3 zu halten, was ein schöner Erfolg für den Privatier ist.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen in Oschersleben.

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July 14 2011

11:42

WTCC: Vorschau Donington Park 2011

Die offenen Chevrolet Cruze Meisterschaften gehen weiter. Dieses Wochenende kann die Konkurrenz sich das Heck der Chevy in Donington anschauen.

Donington ist für gute Tourenwagenrennen bekannt. Die Abstecher der BTCC sind ja meist immer recht unterhaltsam, so auch in diesem Jahr. Da ist der direkte Vergleich mit der WTCC ja durchaus mal interessant, auch wenn es vorne vermutlich nicht so eng wird, wie in der britischen Serie. Doch die FIA hat mit den Gewichten gespielt und das könnte die Sache interessanter machen. Das Chevorlet das Maximalgewicht aufgebrummt bekommt, ist klar, aber die FIA hat den BMW weiter 10 kg Ballast rausgenommen und beim Volvo sind es es sage und schreibe 60kg. Nach dem das Polestar Team in den letzten Rennen mit Maximalgewicht unterwegs war, sind es jetzt nur 1130kg. Da der Volvo in Porto schon nicht so schlecht aussah, werden die 60kg in Donington einiges bewirken.

Es wäre ja auch mal nett, wenn sich vorne noch eine andere Marke zeigen würde, als nur Chevrolet. Aber auch Gabriele Tarquini rechnet sich wieder etwas mehr Chancen aus. Dem Seat-Motor fehlte es bisher ein wenig an Leistung, da hat man aber offenbar nachgelegt, was gerade auf dem leicht hügeligen Kurs in England sicher nicht schlecht ist. Tarquini ist immer eine Marke, auf die man achten muss, vielleicht schafft er ja wie in Zolder eine Überraschung.

Doch im Grunde eht es vermutlich wieder einfach nur darum, wer von den drei Cruze-Piloten bei den Rennen die Nase vorne haben wird. Und so richtig entspannt ist die Stimmung im Chevrolet-Lager nicht. Yvan Muller beklagte sich nach dem Rennen in Porto, dass das Überholmanöver von Rob Huff nicht ganz legal gewesen sei. Der hatte eine Schikane auslassen müssen, dass allerdings auch nur deswegen, weil Muller ihn beim Überholvorgang sanft angeschoben hatte. Rob Huff wiederum möchte gerne seine “Underdog” Image los werden. Er gilt als schneller, aber auch fehleranfälliger Pilot, dem schon mal die Nerven fehlen. Bisher hat er eine tadellose Saison hingelegt, aber sein Vorsprung in der WM ist noch nicht so groß, dass man davon sprechen könnte, er sei dominant. Aber immerhin lässt Chevrolet seine Fahrer frei fahren, was ja auch eine nette Sache ist.

In der Wertung der freien Teams sieht es dagegen etwas enger aus. Dort führt Norbert Michelisz die Fahrerwertung an, was ein wenig überraschend ist, hatte man doch dem Engstler-Team gute Chancen ausgerechnet. Doch bei Franz Engstler läuft es im Moment nicht so rund, was auch mit dem etwas schwierig zu fahrenden BMW-Motor zu tun haben soll, dessen Leistungsentwicklung eher im digitalen Bereich liegt. Entweder ist der Turbo an, oder aus. BMW hat nachgebessert, was die letzten Rennen auch gezeigt haben, aber dann ist da halt noch das alte Chassis, aus dem man nicht mehr viel rausholen kann. Die Zeit der BMW neigt sich langsam zu Ende und man darf gespannt sein, ob BMW sich noch mal die Mühe macht, ein neues Chassis für die Kundenteams zu homologieren. Immerhin liegt Poulsen in der Wertung aber P2, nur 5 Punkte zurück, da ist also noch alles drin.

In England gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Colin Turkington, der für das Wiechers Team an den Start gehen wird.

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July 04 2011

12:15

WTCC: Analyse Porto 2011

Das befürchtete Schlachtfest auf den Strassen von Porto blieb aus, dafür lieferte die WTCC einen spannenden Kampf an der Spitze ab. Doch leider bestand der nur aus drei blauen Chevrolet.

Die FIA hat in diesem Jahr ein echtes Problem mit der WTCC. Das Chevrolet noch mitmacht ist der einzige Grund, warum die Serie nicht komplett von den Independents beherrscht wird. Was sicher den Sport nicht schlechter machen würde, aber das Prädikat “Weltmeisterschaft” ist halt eigentlich für etwas anderes gedacht, wenn es nach der FIA geht. So kann Chevrolet seine drei Fahrer quasi nach Belieben siegen lassen. In diesem Jahr hat es erst einen Sieg eines Piloten gegeben, der nicht in einem Cruze gesessen hat: Tarquini in Zolder. In der Serie mehren sich die Stimmen, dass man die Chevrolets ein wenig einbremsen sollte, doch warum sollte man das machen? RML kann schließlich auch nichts dafür, dass BMW und Seat der Serie den Rücken gekehrt haben. Und so kann sich Chevrolet auch erlauben, seine drei Piloten von der Leine zu lassen, was immerhin zu spannenden Rennen führt.

Im Grunde muss man über beide Rennen nicht viel sagen. Rennen 1 sah wie üblich alle drei Cruze vorne, wobei Alain Menü überraschte und die Konkurrenz im Griff hatte. Das lag aber auch daran, dass Rob Huff und Yvan Muller über die gesamten 11 Runden in einen engen Zweikampf verzahnt waren, der immer fair aber hart geführt wurde. Aber egal, wie oft Huff auch bei Muller anklopfte, er kam nicht vorbei. Was auch an seinem Zusatzgewicht lag, denn Ausgangs der Kurven verschaffte sich Muller immer genau die paar Meter Vorsprung, die ihm den zweiten Platz sicherte.

Obwohl beide also in einem Kampf verwickelt waren, gelang es weder Tiago Monteiro, noch Gabriele Tarquini dran zu bleiben. Das lag teilweise auch daran, dass sich die Seat-Fahrer auch nicht immer über die Plätze einig waren, aber vor allem konnte man sehen, dass dem neuen Seat-Motor einfach noch der Dampf fehlt.

Auf der anderen Seite hört man immer wieder, dass Chevrolet das komplette Potential des Cruze gar nicht ausschöpft. Wer mit Maximalgewicht und auf dem engen Kurs in Porto die anderen Wagen in 11 Runden um etliche Sekunden distanziert, obwohl man im Zweikampf steckt, muss noch Reserven haben. Die konnte man auch ansatzweise im zweiten Rennen sehen, als Huff dem nun wirklich nicht langsamen Muller im letzten Drittel des Rennens einen 3 Sekunden Vorsprung wegnahm und seinerseits dann wieder 1.5 Sekunden auf den Ex-Meister rausholte. Es scheint so, als die Cruze dem Rest des Feldes massiv überlegen sind, dies aber nicht immer so zeigen, wie sie könnten.

Dabei läuft es immerhin für BMW und Volvo langsam etwas besser. Die Schweden, die im nächsten Jahr angeblich zwei weitere Autos an den Start bringen wollen, haben beim Bau des 1.6 Liter Motors offenbar ganze Arbeit geleistet, jedenfalls tauchte Dahlgren im ersten Rennen relativ weit vorne auf. In Rennen 2 versemmelte er den Start. Die Kunden-BMW kommen auch etwas besser in Schwung. Das alte 320er Chassis ist zwar nicht mehr wirklich aktuell, aber beim Motor gibt es mittlerweile Verbesserungen. Die Fahrer beklagen sich schon fast das gesame Jahr über Probleme bei der Leistungsentwicklung. Der Turbo setzt zu kräftig ein, was zu Problemen am Scheitelpunkt der Kurve führt. Das konnte man in Rennen 2 sehr schön bei Stefano D’Aste sehen, der den BMW lange auf P1 halten konnte. Aber Ausgangs der engen Kurven stand er ein ums andere Mal ziemlich quer. Die schlagartige Leistung fordert auch die Hinterreifen stärker, was gegen Ende des Rennens auch nicht gerade förderlich ist.

Das Chevrolet beide Titel holen wird, steht außer Zweifel. Spannend wird nur sein, ob es Rob Huff gelingen wird, seine sehr gute Form auch über das restliche Jahr zu halten. Bisher war der Brite fast fehlerlos, was man von ihm in den letzten Jahren nicht so oft gesehen hat. Muller drückt mit seiner Erfahrung, aber kann die in dieser Saison nicht so gut zur Geltung bringen, wie sonst. Huff führt im Moment mit 29 Punkten, was in der WM ziemlich wenig ist, kann man doch einem guten Wochenende bis zu 50 Punkte erreichen. Bei noch 12 ausstehenden Läufen an sechs Rennwochenenden kann sich also noch eine Menge tun. Und da Chevrolet offenbar keine Präferenzen bei den Fahrer setzt, bleibt zumindest diese Entscheidung spannend.

Am Rande vermerkt: 140.000 Menschen sollen am Wochenende in Porto an der Strecke gewesen sein. Daher überlegt man wohl das Rennen auch 2012 wieder in den Kalender zu hieven und nicht erst wieder 2013.
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June 03 2011

16:50

BTTC / WTCC: Vorschau Oulton Park / Budapest

Beide Tourenwagenserien sind an diese Wochenende auf durchaus spannenden Strecken unterwegs. Während die Weltmeisterschaft in Budapest Halt macht, versuchen die Briten Oulton Park zu bezwingen.

Nach einer vierwöchigen Pause fährt die BTCC ihr nächstes Rennen. Die Traditionsstrecke in Oulton Park steht auf dem Programm. Der Kurs liegt im Norden Englands, genauer in Cheshire, mitten in einer Parklandschaft des gleichnamigen Gebäudes und gehört zu britischen Traditionsstrecken. Anders, als die vielen Flugplatzkurse wie Silverstone oder Snetterton, hatte man hier in die hügelige Landschaft einen Kurs gezimmert, der sehr anspruchsvoll ist. Das liegt zum einen an den nicht in jeder Ecke üppig bemessenen Auslaufzonen, zum anderen an der Streckenführung, die dank etlicher blinder Kurven einiges abverlangt. Weil es in Oulton Park aber sowohl schnelle, als auch langsame Passagen gibt, ist es nicht leicht, einen Favoriten auszumachen. Zu dem hat die BTCC mal wieder an der “BoP” Schraube gedreht.

Dieses Mal war es nur eine leichte Änderung, die es aber in sich haben könnte. Den NGTC wurde der Ladedruck um 0,05 Bar reduziert, dafür haben die S2000 mit Frontantrieb 25 Kilo Gewicht verloren, die BMW allerdings nur 10 kg. Die dürfen aber wieder an der Getriebeübersetzung des ersten Gangs rum fummeln, der von der TOCA festgelegt worden war, nach dem die BMW immer so gut gestartet waren.

Die TOCA hat zum Start der Saison versprochen, dass sie sich um Chancengleichheit bemühen werden, allerdings ist der Ärger bei den NGTC Team schon recht groß. Gerade in Oulton Park sind 25 Kilo weniger ein echter Gewinn, also wird man die Cruze wieder vorne mitmischen sehen. Jason Platos Chancen auf die Meisterschaft sind nach den ersten Rennen nicht sonderlich gut, aber man kennt Plato, der ja niemals aufgibt und der seine Fahrweise im Fall eines Rückstand auch auf “robust” umstellen kann.

Mein Tipp bleiben aber die Honda Civic, die in diesem Jahr einen bärenstarken Eindruck machen. Matt Neal hat im Moment 12 Punkten Vorsprung auf Mat Jackson im Airwaves Focus. Nun bedeutet dies in der BTCC nicht viel. Ein kleiner Rempler und gerade in Oulton Park kann die Sache erledigt sein und die Meisterschaftsführung ist Vergangenheit. Schöne wäre es, wenn die 2011er Focus mal so langsam in Schwung kommen. Man hat den Eindruck, dass die Freigabe von Onslow-Cole keine so gute Idee war, der den Golf wiederum langsam nach vorne bringt.

Die Rennen starten wie immer am Sonntag, allerdings geht es erst im 13.00 Uhr los.

WTCC – Budapest

Die WM ist an diesem Wochenende auf ungewohntem Geläuf unterwegs. Der Hungaroring stand, so weit ich mich erinnern kann, noch nie auf dem Programm, also erlebt man eine Premiere. Die Strecke sollte den Tourenwagen eigentlich was besser liegen, als den Formel Eins. Sie ist breit genug für zwei Wagen, die Möglichkeit, sich mal anlehnen zu können, bietet eventuell Überholmöglichkeiten, wo sonst keine sind.

Auf der anderen Seite: In der WM herrscht gerade etwas Langeweile, in Sachen Markenvielfalt an der Spitze. Die Cruze scheinen fast unschlagbar, auch wenn Tarquini das Kunststück in Zolder gelang. Immerhin probiert Seat an diesem Wochenende mal den neuen 1.6 Liter Turbomotor aus, den man als Testballon in den Wagen von Michael Nykjær verpflanzt hat. Doch viel sollte man nicht erwarten und es wäre ein Wunder, wenn irgendjemand die Chevrolet schlagen könnte.

Immerhin scheint man im Team Menu, Hoff und Muller von der Leine zu lassen, wenn man sich das Rennen aus Monza so anschaut. Offenbar rechnet man auch bei Chevrolet nicht damit, dass man gefährdet ist und so liefern sich die drei Piloten einen herzhaften Kampf um die Führung in der WM. Das könnte dann aber leider auch das einzige Highlight am Wochenende sein.

May 12 2011

16:02

WTCC: Vorschau Monza 2011

Die Tourenwagenweltmeisterschaft macht am Wochenende in Monza Station, einer Strecke, die quasi für die Tourenwagen gebaut wurde.

Monza ist eine reine Hochgeschwindigkeitsorgie. Das gilt für alle Serien, natürlich auch für die WTCC, die in den letzten Jahren dort immer wieder spektakuläre Rennen gezeigt hat. Die von der FIA mittels “BoP” und Ballastgewichte möglichst auf gleiche Leistung getrimmten Wagen werden in Monza sehr eng zusammen bleiben. Die Frage wird sein, ob jemand das Werksteam von Chevrolet wird schlagen können. In Zolder gelang das Tarquini in seinem Seat, allerdings begünstigt durch den “reverse Grid”, der den Italiener an die Spitze brachte. In Monza könnte die Sache für die Cruze allerdings wieder etwas enger werden, denn Seat hat nun auch den 1.6 Liter Turbomotor im Gepäck.

Man hat bei den Testfahrten heute geprüft, wie sich der neue Motor schlägt, und angeblich sollen die recht positiv ausgefallen sein. Der neue 1.6 Liter Motor bringt gegenüber dem Diesel zwar einen leichten Nachteil in Sachen Drehmoment aus den Kurven heraus, hat aber deutlich mehr Leistung, was vor allem in Monza extrem wichtig ist. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man alle Wagen mit dem neuen Motor ausgestattet werden, ein Umbau wird nicht so ganz trivial sein, da der Diesel-Motor ja doch etwas schwerer ist. Eingetragen sind alle Seat auch noch mit dem alten Motor.

Auch Volvo arbeitet an einem neuen Aggregat, ebenfalls einen 1.6 Liter FIA-Motor. Auch hier ist es nicht sicher, ob die Schweden den in Monza einsetzen werden, allerdings hat Volvo ja weniger zu verlieren als Seat. Mit dem alten Motor wird man hinterher fahren, ein mutiger Einsatz könnte sich also lohnen. Es gibt allerdings auch Meldungen, die von einem Einsatz ab Brno sprechen.

Auch bei Chevrolet gibt es Neuigkeiten, die allerdings nur mit der Datenübertragung zu tun haben. Laut Pressemitteilung hat man ein System entwickelt, mit dem die Fahrer nun auch Livedaten aus den Boxen empfangen können. Als hätte man bei den Rennen nicht schon genug zu tun, aber die Geraden in Monza sind ja lang, da kann man ja etwas an den Knöpfen rumspielen.

BMW hat, trotz neuem Motor, in diesem Jahr schlecht ausgesehen. Ich weiß nicht, was sich BMW eigentlich davon verspricht zwar einen neuen Motor zu bringen, wenn die Privatteams aber weiterhin keine Chance gegen Chevrolet haben. Selbst die alten Seat laufen besser. Nun ist der BMW zumindest in Sachen Aerodynamik auf der Höhe der Zeit und viele Beobachter erwarten, dass vor allem Tom Coronel in Monza zumindest in die Top 5 fahren kann.

Ansonsten gibt es im Moment wenig News aus der Serie, deren Zukunft nicht so sicher ist, wie es noch vor zwei Jahren aussah. Bisher ist kein neuer Hersteller in Sicht, die Namen, die immer wieder aufpoppen, verschwinden auch schnell wieder. Die Japaner haben gerade andere nachvollziehbarerweise Probleme, Volvo denkt zumindest darüber nach, einen weiteren Wagen einzusetzen. Seat und BMW werden bei ihrem bisherigen Engagement bleiben. Es gibt Gerüchte, dass Ford den Focus in die WTCC bringen möchte, bestätigt ist das aber nicht.

Vielleicht sollte die FIA auch mal etwas am Rennformat ändern. Die beiden Monza-Rennen werden über je 9 Runden gehen, was ein Witz ist. Immerhin passen sie so in die Werbepausen bei den GT-Rennen am Wochenende.

May 02 2011

06:18

BTCC: Analyse Thruxton 2011

Die Hochgeschwindigkeitsorgie der BTCC in Thruxton brachte wenig Überraschungen. Die NGTC-Turbos fuhren die Siege ein, da half auch die Reduktion des Ladedrucks vor dem Rennwochenende nicht viel.

Der amtierende BTCC-Meister Jason Plato machte seinem Ärger über die Turbos mal wieder Luft, denn die bestimmten das Tempo ganz so wie sie wollten. Vor allem die Honda war selbst mit Platzierungsgewicht und Problemen an den Vorderreifen von niemanden zu schlagen. Andrew Jordan kam als einziger in den beiden ersten Rennen in die Nähe des Werksteam, der Rest konnte nur zuschauen. Die Dominanz der Honda vom Team Dynamics wird aber sicher nicht unbeantwortet bleiben, ich vermute, dass die BTCC da noch mal nachlegen wird in Sachen Ladedruck. Immerhin hatte man versprochen, dass die Rennen zwischen allen Klassen eng werden sollten. Zieht man mal die Honda ab, stimmt das auch, denn hinter Neal und Shedden ging es gut zur Sache. Auch die Cruze konnten hier mitmischen, vor allem im dritten Rennen, was Jason Plato zeigte. Völlig abgeschlagen sind nur die BMW, die Thruxton völlig untergingen.

Rennen 1

Am Start rollte Shedden leicht an, aber die Kommissare hatten da keinen Frühstart gesehen. Dementsprechend kam er sensationell weg und konnte bequem in Führung gehen. Auch hinten ging es einigermaßen ruhig zu. Plato suchte einen Weg durch die Mitte, wurde aber geblockt, während der erstaunliche Onslow-Cole Ausgangs der ersten Schikane leicht quer stand und zwei Plätze verlor. Das Feld kam ohne Kollisionen durch durch die erste Runde. Hinter Shedden bildete sich ein hübsches Paket aus Jordan, Neal, Chilton, Jackson und Plato, der erstaunlicherweise zunächst mithalten konnte.

Jordan konnte vorne den Speed von Shedden nicht halten und kam zusehends unter Druck von Neal im zweiten Honda. Der Ex-Meister setzte sich vor Cobb plötzlich auf die Innenseite von Jordan und quetschte sich mit ein wenig Lackaustausch auf P2. Jordan war wohl mehr überrascht, als dass er sich wehren konnte. Er verlor auch sofort den Anschluss an beide Honda. Dahinter klemmten Tom Chilton und Mat Jackson, die sich mit Jason Plato und Jason Boardman auseinandersetzen mussten. Plato bremste vor der Ziel-Schikane auf der allerletzten Rille und rumpelte sich an Jackson vorbei. Weil der eine andere Linie nehmen musste, rutschte auch noch Tom Boardman vorbei. Doch das harte Manöver sollte für Plato noch Folgen haben, der sich aber zunächst auf die Jagd nach Chilton machte. Der Aon-Ford konnte weiterhin nicht das Tempo der Honda oder von Jordan halten und lag ungefährdet auf Platz 4. Doch nun machte Plato von hinten Druck und nahm ihm teilweise 0,7 Sekunde pro Runde ab. Auch um P6 wurde es wieder eng, als Boardman, Jackson und Cole im Golf langsam zusammen rutschten. Cole versuchte sich mehrfach an Jackson im alten Focus, doch auf der Geraden fehlt es dem VW einfach an Leistung.

Mittlerweile hatte Plato den Ford von Chilton vor sich, der wiederum auf Andrew Jordan aufgelaufen war. Doch bevor sich ein enger Kampf entwickeln konnte, stand Plato plötzlich mit seinem Cruze im Off. Offenbar war ihm ein Reifen geplatzt und vermutlich ist das die Konsequenz seines harten Bremsmanövers, als er sich an Jackson vorbei gequetscht hat. Nach dem Rennen meinte er sichtlich genervter Jason Plato:”Was driving above the limits to stay with the stupid turbos. It’s a joke. Absolute a joke.”

Vorne tat sich plötzlich auch etwas, denn plötzlich hing Neal seinem Teamkollegen Shedden im Nacken, der ihn auch vorbei ließ. Klare Teamorder und das ist etwas, was man in der BTCC zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison nicht gerne sieht. Aber Neal wollte sich nur einen Punkt für eine Führungsrunde holen und ließ Shedden wieder fair vorbei, so dass dieser seinen verdienten Sieg holen konnte.

Nach dem Ausfall von Plato tat sich vorne nichts mehr. Am Ende gewinnt Shedden vor Neal, Jordan, Chilton, Boardman, Jackson, Cole, Nash, Smith, MacD, Gilham, Collard, O’Neill, Griffin, Foster, was dann gleichzeitig auch die Startaufstellung für das zweite Rennen war.

Rennen 2

Nach dem eher ruhigen Rennen in Lauf 1 hatte ich mir etwas mehr Abwechslung im zweiten Lauf versprochen. Die Strecke ließ zwar tolle Duelle zu, aber an der Spitze blieb es sehr ruhig. Nicht starten konnte Onslow-Cole im Golf wegen eines Defektes am Motor. Shedden kam am Start wieder gut weg, Neal musste den heranstürmenden Jordan abwehren, was ihm aber gelang. Boardman versaute sich sein Rennen direkt in der ersten Runde, weil nach Church komplett quer raus kam und den Wagen bei knapp 200 km/h irgendwie auf der Strecke halten konnte. Danach waren seine Reifen hin und das Rennen gelaufen. Plato, der von ganz hinten starten musste, hatte sich schnell in Richtung der Top 10 gewühlt.

Vorne kam Shedden nicht von Neal weg, der klar schneller zu sein schien. Als Andrew Jordan im Vauxhall am Heck von Neal knabberte, schien man bei Honda eine Entscheidung getroffen zu haben. Neal ging problemlos an Shedden vorbei und setzte sich auch sofort weit ab. Shedden gelang es etwas Luft zwischen sich in Jordan zu legen, doch der Abstand variierte immer wieder, je nach dem wie die Reifen gerade funktionierten. Doch dann machte Shedden einen schweren Fehler Eingangs der Zielschikane, die er fast komplett verpasste, was Jordan erlaubte sich P2 zu schnappen. Erstaunlicherweise kam Shedden auch nicht mehr an Jordan ran, sondern musste sogar nach hinten aufpassen, wo der unauffällig fahrende Tom Chilton langsam Druck aufbaute. Chilton, Jackson und der nach vorne stürmende James Nash im Triple8 Vectra lieferten sich ein paar schöne Hochgeschwindigkeitsduelle, wobei Mat Jackson alle Hände voll zu tun hatte, weil sein Focus sehr unruhig lag und oft quer stand.

Dahinter hatte sich Rob Collard im BMW eingenistet, der jedoch mehr und mehr von Alex MacDowell unter Druck kam, der wiederum Jason Plato im Schlepptau hatte. Der Youngster und Collard lieferten sich sehr enge Windschattenduelle, leider verbremste sich der Cruze-Pilot vor Start-Ziel und schickte den BMW in einen Dreher. Damit war das Rennen mehr oder weniger gegessen, nur James Nash und Mat Jackson lieferten sich noch ein paar heftige Duelle, die der Ford-Pilot aber für sich entscheiden konnte.

Am Ende siegte Matt Neal bequem vor Shedden, Jordan, Chilton, Jackson, Nash, MacD, Plato, Boardman, Gilham, O’Neill, Smith, Neate und Collard. Andrew Jordan war zwar als zweiter durchs Ziel gekommen, aber laut Rennleitung hatte er irgendwo mal abgekürzt und wurde einen Platz zurück versetzt. Die Ziehung des reverse grid ergab dann P9, was den Seat mit Boardman auf die Pole brachte. Danach folgten Plato, MacDowell, Nash, Jackson, Chilton, Jordan, Shedden und Matt Neal.

Rennen 3

Plato hatte einen sensationellen Start und ließ Boardman komplett stehen. Noch besser muss Mat Jackson los gefahren sein, denn der tauchte aus dem Nichts auf und schnappte sich von P6 kommend auch noch Boardman, der mit wilden Manövern versuchte P2 zurück zu holen. Aber Jackson ließ sich nicht beirren und blieb vorne. Alle anderen behalten ihre Positionen. Jason Plato suchte sein Heil in der Flucht und schaffte es auch schon nach ein paar Runden einen kleinen Abstand zwischen sich und den Focus zu bringen. Dahinter hatte Boardman alle Hände voll zu tun, denn von hinten drückte James Nash im Vectra. Relativ ruhig gingen die beiden Honda-Piloten das Rennen an, die ihre Positionen (P8 Shedden, P9 Neal) erst einmal behielten. Das Rennen zeigte zwar enge Zweikämpfe, aber die Positionen blieben bestehen.

Dann flog Tom Chilton Ausgangs der ersten Kurve kräftig ab. Er war unter Druck von Andrew Jordan und es ging um P6. Jordan bedrängte Chilton, der Eingangs der Kurve den Curb leicht anschnitt und dann ausgehoben wurde. Der Focus rutschte raus, schlug in die Böschung ein rutschte wieder quer über die Strecke, wo glücklicherweise gerade viel Platz war. Das Safety Car musste trotzdem raus, was das Feld wieder dicht zusammenführte.

Plato sicherte sich den Restart, Jackson hielt Respektabstand, aber Boardman verpennte den Restart komplett und ließ eine Lücke von rund 100 Meter. Hinter ihm staute es sich dementsprechend, was zu vielen und engen Positionskämpfen führte. Vor allem um P4 wurde es zwischen Nash, MacDowell, Shedden, Jordan und Neal richtig eng. Neal schob den Chevrolet Youngster dann in der ersten Kurve sanft nach außen, was auch Shedden und Jordan erlaubte vorbei zu gehen. MacDowell versuchte wütend dagegen zu halten, konnte aber gegen die Turbos auf der Geraden nichts ausrichten.

Danach blieb das Rennen ruhig, auch wenn James Nash noch mal Tom Boardman auf die Pelle rückte. Aber am Ende waren ihm die Punkte für die Meisterschaft wichtiger und er ließ dem Seat-Piloten den wohlverdienten dritten Platz. Plato gewann souverän, Jackson holte sich P2.

In der Meisterschaft hat durch die Honda-Dominanz einiges verschoben. Allerdings ist beim momentanen Kräfteverhältnis klar, dass Plato seinen Titel nicht wird verteidigen können. Er liegt nun schon 27 Punkte hinter Matt Neal. Allerdings handelt man sich in der BTCC schnell mal einen Doppel-Nuller ein und hinter Neal ist es noch sehr eng. Die BTCC macht eine kleine Pause, das nächste Rennen ist in Oulton Park am 5. Juni.

01 – Matt Neal- 90
02 – Mat Jackson 78
03 – James Nash 75
04 – Andrew Jordan 69
05 – Gordon Shedden 65
06 – Jason Plato 63
07 – Tom Chilton 48
08 – Alex MacDowall 28
09 – Paul O’Neill 26
10 – Tom Boardman 24

BTCC_Race_THRX_2011_12 BTCC_Race_THRX_2011_11 BTCC_Race_THRX_2011_10 BTCC_Race_THRX_2011_9 BTCC_Race_THRX_2011_8 BTCC_Race_THRX_2011_7 BTCC_Race_THRX_2011_6 BTCC_Race_THRX_2011_5 BTCC_Race_THRX_2011_4 BTCC_Race_THRX_2011_3 BTCC_Race_THRX_2011_2 Nick Foster (GBR) West Surrey Racing BMW 320SI E90

April 28 2011

15:41

BTCC: Vorschau Thruxton 2011

Die BTCC geht in ihre dritte Runde, dieses Mal auf dem ultraschnellen Kurs in Thruxton. Damit es spannend bleibt, hat man die Turbomotoren etwas eingebremst.

Der Ärger von Jason Plato nach dem letzten Rennen in Donington war groß. Nicht nur, weil er seinen Cruze nachhaltig und spektakulär zerlegt hatte, sondern weil er mit seinem S2000 Motor selbst auf dem eher mittelschnellen Kurs komplett unterlegen war. Die Hersteller machen wie üblich ein Geheimnis um die Leistung der Motoren, aber man schätzt, dass der neue 2.0 Liter Turbomotor um die 25 PS mehr haben soll. Dazu kommt der Vorteil beim Drehmoment, der beim Rausbeschleunigen hilft. Chevrolet hatte in diesem keine Ressourcen frei neben dem 1.6 Liter FIA-Motor noch einen weiteren für die BTCC zu entwickeln, aber dann man mit Honda der einzige verbliebene Hersteller in der Serie ist, finden Beschwerden auch eher mal Gehör. Daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass die BTCC die NGTC-Turbos noch vor Thruxton eingebremst hat.

Man hat den Ladedruck um 0.1 Bar auf maximal 1.6 Bar gesenkt. Allerdings ist das Messverfahren bei der BTCC etwas anders. Da man davon ausgeht, dass alle Teams in der Qualifikation die Höchstleistung aus ihren Motoren holen (und mit höchsten Ladedruck fahren), wird der Ladedruck aus der Quali in Donington als Maßstab genommen, von dem die 0.1 Bar abzieht. Dummerweise musste Honda in Donington nicht mal die volle Leistung abrufen, was bedeutet, dass sie in Thruxton mit weniger als 1.6 Bar Ladedruck unterwegs sein werden. Die genaue Zahl ist leider nicht bekannt. Honda sieht es einigermaßen gelassen, man hatte mit einer Einbremsung gerechnet. Wie das bei den anderen NGTC Teams aussieht, ist auch nicht bekannt, aber die meisten hatten wohl das Maximum aus den Motoren heraus geholt.

Mehr Sorgen macht Honda das Fahrverhalten des Civic. Der ist leer zwar ziemlich flott unterwegs, mit dem Ballastgewicht von 36 kg sieht die Sache aber schon wieder anders aus. Der Wagen schiebt dann mehr über die Vorderachse, was dem Einlenken nicht gerade gut tut. Team Dynamics wird diese Kleinigkeit aber vermutlich schneller in den Griff bekommen, als es der Konkurrenz lieb ist.

Doch durch die Einbremsung der Turbomotoren wird das Feld noch enger zusammenrücken. Die Strecke in Thruxton besteht im Prinzip aus zwei Schikanen einer langen, gebogenen Gerade, die meistenteils voll gefahren wird. Das hängt oft davon ab, wie schwer die Wagen sind und was die Reifen hergeben. Mit den höheren Leistung und verbesserten Aerodynamik der 2011er Modelle, wird man die Einfahrt zu “Goodwood” vermutlich nicht immer voll nehmen können und auch der kleine Knick namens “Church” riecht einmal lupfen.

Thruxton ist nicht ungefährlich. Der Flugplatz bietet zwar reichhaltige Wiesenflächen, durch die man im Falle eines Abflugs pflügen kann, aber in der Vergangenheit hat es immer wieder haarsträubende Abflüge gegeben, weil sich die Autos auf der Wiese eingraben oder einfach nicht abgebremst werden können. Unfallträchtig ist auch die enge Schikane vor Start/Ziel, die eigentlich nur eine Linie zulässt, aber solche Kleinigkeiten haben in der BTCC ja noch niemanden gestört.

Es ist schwer zu sagen, wer am Wochenende die Nase vorn haben wird, weil man die abwarten muss, wie die NGTC sich mit dem reduzierten Ladedruck schlagen werden. Die Cruze haben einen guten Topspeed und dürften aus dem Windschatten heraus dank guter Aerodynamik gute Überholchancen haben. Die Ford (Airwaves und Aon) haben in Donigton teilweise gezeigt, dass sie an einem guten Tag siegfähig sein, aber am Wochenende würde ich mein Geld dann doch eher in Richtung der Vauxhall von Pirtek und Triple8 schieben, die in Donington mächtig stark aussahen.

Ansonsten gibt es wenig Neuigkeiten. Rob Auston wird versuchen seinen A4 mal über die Distanz zu bekommen, ein Toyota wird nicht dabei sein. Fehlen wird auch Dave Newsham, der Geoff Steel Racing verlässt und bei Seat angedockt hat. Ob sein BMW von einem anderen Fahrer besetzt wird, ist noch nicht bekannt.

April 25 2011

12:51

WTCC: Analyse Zolder 2011

Wie man erwartet hatte, waren die Cruze in Zolder zumindest im ersten Rennen nicht zu schlagen. Überhaupt könnte das eine langweilige Saison werden.

Die Chevrolet Cruze sind weiter nicht zu schlagen. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, stellt RML Mannschaft die einzigen ernst zunehmenden Werkswagen. Im ersten Rennen in Zolder konnte man die Dominanz der Cruze deutlich sehen. Am Start bliebt Rob Huff vorne und musste nicht mal gegen Alain Menu verteidigen, weil der wiederum mit Gabriele Tarquini zu kämpfen hatte, der die Nase seines Seat mal kurz zwischen die beiden Chevys setzte. Menu kam im vollen Drift aus der ersten Kurve, konnte aber sowohl den Wagen halten, als auch Tarquini auf Distanz. Weiter hinten gab es die üblichen Liebesbekundungen in Form von Lackaustausch, aber erstaunlicherweise blieben alle Wagen auf der Strecke. Das änderte sich allerdings in Runde 3.

Freddy Barth verlor seinen Seat ohne Einwirkung von Außen nach der Kanaalbocht. Der dahinter fahrende Tom Coronel wusste auch nicht so recht, in welche Richtung der Seat nun abflog und entschied sich für den Weg durch den Kies. Doch Ausgangs wartete ein kleiner Hubbel, der den BMW des Niederländers unsanft auf die Strecke zurück warf. Dort drehte er sich dann und stand auf der Strecke. Der heran fliegende Franz Engstler konnte dann nicht mehr ausweichen und hobelte die rechte Vorderradaufhängung ab. Das war gleich zweifaches Pech für Coronel. Keine Punkte im ersten Rennen und für das zweite Rennen war sein Wagen so zerstört, dass er nicht antreten konnte. Ein schwerer Rückschlag für seine Ambitionen in Sachen Independt Trophy.

Die Aufräumarbeiten dauerten etwas, als es dann endlich wieder los ging klemmte sich Yvan Muller direkt hinter Tarquini und versuchte den Seat-Piloten zu überholen, um das Podium komplett mit den Cruze zu besetzen. Ausgangs der ersten Schikane setzte er sich innen neben den Ex-Meister und ließ ihm auf der Anfahrt zur zweiten Schikane keine Chance. Er versuchte sich dann im Verlauf des Rennens auch an Alain Menu, konnte aber beim Markenkollegen nicht die Brechstange raus holen. Das “blaue” Podium war damit aber gesichert.

Spannend wurde es noch in der Independent Trophy, wo sich Norbert Michelisz nach dem leichten Chaos in P6 wieder fand. Allerdings klemmte der zweite Engstler Pilot Poulsen hinter ihm und machte machte Druck. Michelisz, dessen Heck beim Start schon mächtig onduliert wurde, saß zum ersten Mal in einem BMW und hatte noch so seine Probleme. Ausgangs der Jochen-Rind-Boocht stand sein Wagen etwas quer und Poulsen nutzte seine Chance sofort.

Danach tat sich dann leider nicht mehr in den Top Ten. Rob Huff rollte bequem zu seinem Sieg, Menu verteidigte P2 gegen Muller. Die beiden Seat-Fahrer Tarquini und Monteiro kam mit deutlichen Respektabstand auf P4 und P5 an, dahinter, auch mit großem Abstand, die beiden BMW.

Rennen 2

Eigentlich stand Freddy Barth für das zweiten Rennen auf Pole, aber da der Schweizer seinen Seat in Rennen Eins zerlegt hatte, konnte er den zweiten Lauf nicht starten und musste seine Sachen packen. Franz Engstler konnte auch nicht starten, also hatte Gabriele Tarquini P1. Doch dahinter folgte dann schon die Cruze Truppe in der Reihenfolge Huff, Menu, Muller. Es folgten Poulsen, Monteiro und Dahlgren im Volvo.

Tarquini machte den Seat am Start mächtig breit, die drei Cruze waren sich auch absolut nicht einig, ordneten sich aber dann doch irgendwie ein. Poulsen erfreute sich seines fünften Platzes nur kurz, weil Monteiro ihn in der Anfahrt zur zweiten Schikane ins Aus schickte. Vorne entwickelte sich ein heftiges Duell. Huff drückte auf Tarquini, Muller zackte hinter Menu hin und her, aber an den Positionen änderte sich nichts. Das dann doch sehr enge Duell der beiden Cruze Piloten gefiel Chevy wohl nicht, also pfiff man Muller erst mal zurück, damit man sich Tarquini vorknöpfen konnte. Muller fiel jedoch bald mit einem Schaden am Motor zurück und musste das Rennen aufgeben.

Huff erhöhte jetzt den Druck auf den Seat, aber der Italiener packte alle Tricks aus, um den Cruze hinter sich zu halten. Doch Ausgangs der ersten Schikane machte Tarquini einen kleinen Fehler und Huff setzte sich daneben. Tarquini holte, wie bei ihm üblich in der Situation, den Knüppel raus, und drückte Huff einmal aufs Gras, dann berührten sich beide in der Anbremszone und Huff rodelte quer durch die Schikane. Dabei verbog er sich offensichtlich etwas am Wagen. Er fiel auf P8 zurück, fuhr aber weiter und kam am Ende sogar auf P6.

Damit war Tarquini schon mal zwei Chevys los, blieb nur noch Alain Menu übrig, der seine Angriffe aber nur halbherzig ansetzte. Das lag zum einen daran, dass sich hinter ihm mittlerweile Tiago Monteiro eingefunden hatte, zum anderen dachte er auch den Punktestand. Da Muller raus war und Huff weit zurücklag, ging es Menu am Ende nur um die Punkte. Er überließ Gabriele Tarquini dann den Sieg im zweiten Rennen.

Das könnte der letzte Sieg eines Diesels in der WTCC gewesen sein. Laut der in Zolder kursierenden Gerüchte ist der neue Benziner-Turbo von Seat jetzt fertig und soll schon beim nächsten Rennen in Monza eingesetzt werden.

Insgesamt zwei sehr unterschiedliche Rennen, der reverse Grid für Lauf 2 tat da seine gute Wirkung, weil vorne eben mal nicht die Cruze standen. Dennoch gilt in der Meisterschaft, das nur ein Chevy Pilot Meister werden wird, was der Serie nicht gerade hilft.

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April 22 2011

19:35

WTCC: Vorschau Zolder 2011

Nach einer längeren Pause startet die WTCC ihre Europasaison in Zolder. Aber große Überraschungen darf man an der Spitze wohl nicht erwarten.

Ich war schon ein wenig überrascht, wie schlecht das Feld in Curitiba aufgestellt war. Das Prädikat “Weltmeisterschaft” finde ich im Moment für die Serie etwas übertrieben. Im Grunde sind es die “Offenen Chevrolet Meisterschaften”, denn nach dem Rückzug von BMW und Seat gibt es für die Cruze keine richtige Konkurrenz mehr. Nun startet die Chevy-Mannschaft in Zolder aber mit etwas mehr Gewicht im Auto, da könnten zumindest die “Sunred” Seat vorne etwas besser mitmischen. Gespannt bin ich auch, ob die BMW Teams in der langen Pause etwas am Wagen gefunden haben. In der BTCC konnte Rob Collard am letzten Wochenende immerhin etwas weiter vorne landen, das sollte den BMWs von Engstler und den Coronell auch gelinden. Aber ich rechne nicht damit, dass es vorne wirklich eng wird.

Die Strecke in Zolder ist bekannt, ebenso die Probleme, die man da haben kann. Die sehr enge Start/Zielgeraden ist immer wieder für einen Crash gut, ebenso die erste Linkskurve. Die alte Schikane hinter den Boxen hat man ja umgebaut, so richtig glücklich ist damit aber auch keiner. Immerhin ist sie langsamer, was vor allem für die Anfahrt auf die zweite Schikane besser ist. Aber ihr Ausgang ist jetzt auch nicht so gestaltet, dass man großartig Fehler machen kann, deswegen sieht man in der Passage auch relativ wenig Überholmanöver. Überhaupt ist das Überholen in Zolder so eine Sache, es geht eigentlich nur dann richtig gut, wenn man die Brechstange rausholt und der Vordermann ein wenig mitspielt.

Die Strecke sollte den Cruze liegen, die sich erstaunlich agil auf Kursen zeigen, die enge Kurven haben. Der Seat hätte da eigentlich einen Vorteil, aber schon im letzten Jahr konnte man sehen, dass der Leon da nicht mehr mithalten kann. Das könnte in Belgien den BMWs in die Hände spielen, die hier gut aussehenden sollten, auch wenn es im Prinzip nur Engstler und Coronell sind, die konkrete Chancen haben.

Während der Kampf um die “Weltmeister-Krone” vorne etwas langweilig ist, sieht es dagegen in der Independent-Wertung um so enger aus. Da das halbe Feld um die Trophy fährt, kann man eigentlich getrost den Kampf um P1 vergessen und sich in die Untiefen des Mittelfelds werfen. Hier sieht das Starterfeld richtig eng aus, denn mit Fredy Barth, Kristian Poulsen, Franz Engstler und Michel Nykjaer sind einige Spitzenpiloten unterwegs, die die Trophy gerne nach Hause holen würden.

Einen Blick wert ist sicher auch der Volvo C30, der sich in Curitiba ordentlich geschlagen hat. Wie man sehen konnte, fehlt dem Volvo noch der Speed auf der Geraden, aber Robert Dahlgren lobte den Wagen nach dem Rennen in Sachen Fahrverhalten. Ich glaube zwar nicht, dass Volvo in Zolder weit vorne zu finden sein wird, aber die Strecke eignet sich hervorragend für die Schweden den Wagen weiter abzustimmen, da man in Zolder so ziemlich alle Streckenteile vorfindet, auf die man im Laufe des Jahres noch treffen wird.

Das Wetter wird am Wochenende keine große Rolle spielen, es wird warm und trocken sein.

April 18 2011

06:05

BTCC – Analyse Donington 2011

War das erste Rennen eher ruhig, ging es in den beiden anderen Rennen richtig zur Sache. Jason Plato zerlegte seinen Cruze im zweiten Rennen nachhaltig.

Nach dem Rennen auf dem dem Indy-Kurs in Brands Hatch, der dann doch eher eine Kartbahn ist, konnten die NGTC Wagen zum ersten Mal zeigen, was wirklich ihnen steckt. Und schon in der Quali wurde klar, dass für die Saugmotorfront alles Hoffen nicht geholfen hat. Gleich fünf NGTC Wagen belegten die ersten Plätze, und das auf den relativ kurzen Geraden von Donington. Wie das in Thruxton, Croft oder Oulton Park werden soll, kann man sich ausmalen. Vor allem Honda war in der Quali eine Macht für sich. Aber dahinter tauchten dann schon einige ältere Vectra auf, die immer noch gut für Siege sind, wie Andrew Jordan in Brands Hatch gezeigt hat. So leicht wird das für Matt Neal in diesem Jahr nicht.

Race 1

Bei schönem Wetter ging es in das erste Rennen. Die Startaufstellung sah wie folgt aus: Neal, Shedden, Nash, Jordan, Chilton, Smith, Jackson, Plato, MacDowell, Collard, O’Neill, Boardman, Gilham, Neate. Neal hat am Start zu viel Wheelspin und auch Shedden kommt nur zögernd weg. Dafür hat James Nash einen Raketenstart und geht sofort in Führung. Weiter hinten kommt es in der ersten Kurve (Redgate) weiter hinten zum üblichen Geschiebe, dem einige Fahrer auf der Wiese entkommen. Nash kann gerade die erste Runde als Führender beenden, dann legt ihn sich Neal zurecht und schlüpft vorbei. Auch Shedden setzt Nash unter Druck, als wie aus dem Nichts plötzlich Andrew Jordan auftaucht und in einem sehenswerten Manöver nach der Old Hairpin Shedden vernascht. Eine halbe Runde später schnappt sich Jordan auch den Markenkollegen Nash vor Redgate, als dieser die Tür einfach auf lässt. Damit ist der Ärger für Nash aber noch nicht vorbei, er muss sich auch noch Shedden beugen, der ihn auf P4 zurückstuft.

Das war es dann leider im ersten Rennen mit den Kämpfen vorne. Donington ist nicht gerade eine Strecke, auf der man gut überholen kann, oder die die Fahrer zu Fehlern verleitet. Dazu kommt, dass man sich vorne schon aufs Punkte holen fest gelegt hat. Jordan klebt zwar im 0,8 Sekunden Abstand hinter Neal, macht aber keine Anstalten mehr ihn weiter unter Druck zu setzen. Alle Fahrer berichteten nach dem Rennen übereinstimmend, dass man auf die Bremsen geachtet hat, die auf der Strecke besonders gefordert sind.

Während sich vorne nichts mehr tat, gab es einen interessanten Kampf um die achte Position. Rob Collard prügelte den altersschwachen BMW um den Kurs und versuchte den Seat von Boardman in Schach zu halten, der auf der Geraden deutlich schneller war. Aber Boardman kam nicht vorbei, was dazu führte, dass MacDowell und Paul O’Neill ebenfalls aufschließen konnte. Es entwickelte sich ein fairer Kampf, mit einigen Überholversuchen. Collard konnte sich vorne halten, meinte nach dem Rennen aber, dass mit dem BMW einfach nicht mehr attackieren kann.

Richtig übel erwischte es Jason Plato gegen Ende des Rennens, als sich vorne links ein Reifen verabschiedete. Er schimpfte dann per Funk, dass man mit dem Saugmotor einfach keine Chance mehr habe. “It’s joke” meinte er noch recht gefasst.

Am Ende gewann Neal vor Jordan, Nash, Chilton, Jackson, Collard, Boardman, O’Neill, MacD, Smith, Cole, Foster. Plato kam nur auf 19 und verlor im ersten Rennen schon die Führung in der Meisterschaft an Matt Neal. Der zweitplatzierte Shedden wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Motor einen zu hohen Ladedruck hatte.

Race 2

Das zweite Rennen beginnt gleich mit einer Schrecksekunde. Jason Plato, der von hinten starten musste, wurde von Liam Griffin, der wiederum von Shedden angeschoben wurde, abgeschossen und in ultraschnellen Craner Curves in die Wiese geschickt. Plato konnte den Wagen nicht stoppen, rutschte in eine Böschung und überschlug sich dreimal. Ihm passierte nichts, ein Streckenposten wurde von einem Trümmerteil leicht verletzt.

Die Aufräumarbeiten dauerten lange, erst in der siebten Runde ging es weiter. Stand zu diesem Zeitpunkt: Jordan, Nash, Neal, Collard, Chilton, Jackson, O’Neill, Cole, MacD, Foster, Newsham, Smith, Shedden. Vorne tat sich nichts, aber Mat Jackson machte sich nun auf die Jagd nach vorne. Erst schnappte er sich Chilton, dessen Focus immer noch nicht richtig gut geht, dann machte er Jagd auf den erstaunlichen Rob Collard, der sich auf P4 hielt. Jackson rutschte aber dann in der Schikane aus, und Chilton ging wieder vorbei. Doch Jackson übertrieb es jetzt etwas und kam Ausgangs der Old Hairpin aufs Gras. Collard freut sich, ebenso Chilton, der jetzt wieder knapp hinter Jackson hing. Eingangs McLeans berühren sich beide, Jackson musste in den Kies und fiel weit zurück.

Der zweite BMW mit Foster am Steuer kam dann in Cranes zur Old Hairpin während eines Duells von der Strecke und rodelte mit 180 km/h durchs Gras, überschlug sich aber erstaunlicherweise nicht. Doch er beendete seine Countrytour im Kies, so dass das SC noch einmal raus musste. Der Restart machte vor allem Tom Onslow-Cole im Golf Sorgen, der sich auf P7 gefahren hatte, denn hinter ihm lauerte eine ganze Meute. Vorne blieb nach dem Restart alles beim alten. Jordan konnte James Nash auf Distanz halten, Neal musste sich allerdings gegen Chilton wehren, der immer besser in Schwung kam. Nachdem Jackson weg war, musste sich Collard gegen Shedden wehren, aber überraschenderweise konnte er den BMW dann doch vor dem Honda halten. Weiter hinten kämpfte Cole um seinen siebten Platz, während es sich hinter ihm etwas staute. Doch weil die Konkurrenz dadurch beschäftigt war, konnte Cole P7 tatsächlich nach Hause bringen.

Vorne passierte nichts mehr und so gewann Jordan vor Nash, Neal, Chilton, Collard, Shedden, Cole, Gilham, MacDowell, Jackson, Neate, George, Smith, James, Newsham und Hughes. Die Ziehung des “reverse grid” erbrachte dann, dass der neuntplatzierte auf die Pole gesetzt wurde. Dadurch ergab sich folgende Startaufstellung: MacDowell, Gilham, Cole, Shedden, Collard, Chilton, Neal, Nash, Jordan, Jackson, Neate, George.

Race 3

Obwohl der Einsatzwagen von Jason Plato nach mehrfachen Überschlag eher wie ein Schrotthaufen aussah, und Plato selber schon seinen Rennanzug ausgezogen hatte, schaffte es seine Mannschaft, den Wagen wieder hinzu bekommen. Das gelang auch, weil man sich von anderen Teams ein paar Teile ausborgen konnte. Plato rollte mit seinen reichlich verbogenen Chevrolet dann tatsächlich in die Startaufstellung.

So ein “reverse grid” bringt in der BTCC immer wieder interessante Rennen, bei denen es meist eng wird. Und kaum hatte man das Rennen gestartet, ging es auch schon los. MacDowell kam schlecht weg und für einen Moment war Tom Onslow-Cole im Golf vorne. Doch Tony Gilham war etwas übermotiviert und schickte Cole direkt mal in Redgate in den Kies. Cole wühlte sich zurück und kam direkt ein Paket rein, dass zu dritt in Richtung Old Hairpin unterwegs war. Das konnte nicht gut gehen und so landete Tom Chilton final im Kies. Und irgendwie hatte sich in dem Trubel Mat Jackson von P10 auf P2 vorgefahren.

Nach der SC-Phase ging es weiter. MacDowell blieb vorne, doch Mat Jackson machte mächtig Druck auf den Nachwuchsmann von Chevrolet. Nach einer Runde war er schon in Front und löste sich sofort. Richtig eng wurde es dann dahinter. Matt Neal hatte einen defekten Splitter und damit einen unruhig liegenden Wagen. Das machten sich Andrew Jordan, James Nash und Andy Neate zu Nutze, die den Honda-Piloten nach einander aufschnupften. Erstaunlich stark war auch Jeff Smith im privaten Vectra unterwegs, der nun Neal im Heck klebte. Doch der Routinier gab nicht nach, die beiden wechselten oft die Positionen. Das erlaubte dann auch Tony Gilham und Jason Plato aufzuschließen.

Die vier Piloten blieben rundenlang eng zusammen. Plato versuchte an Gilham vorbei zu gehen, doch der hielt in der Schikane dagegen, schnappte sich etwas später auch noch Matt Neal. Danach machte er sich in Richtung Andy Neate auf, der auf P5 lag. Als Neate dann einen kleinen Ausrutscher in der Old Hairpin hatte, setzte sich Gilham neben ihn, aber die beiden berührten sich. Neate flog heftig in die Reifen, Gilham stellte seinen Vectra dann dann drei Kurven weiter mit einer gebrochenen Hinterradaufhängung ab. Damit waren Neal und Plato plötzlich wieder alleine, aber Neals Honda lief nicht mehr und Plato konnte mit dem schwer ondulierten Cruze tatsächlich noch vorbei gehen.

Vorne tat sich nur nichts mehr. Mat Jackson blieb vorne, dahinter balgten sich Jordan und Nash ein wenig, dachten aber vor allem an die Meisterschaft und blieben vorsichtig. MacDowell rettet P4 vor dem erstaunlichen Jeff Smith, der sich für P5 das Herz aus dem Leib fuhr. P6 ging dann an Matt Neal.

Drei gute Rennen, die zeigten, dass die Sache für Honda nicht so einfach wird, wie man gedacht hat. Vor allem Andrew Jordan im Pritek Vectra und James Nash im 888 Vectra sind absolute Titelkandidaten. Plato wird seinen Titel nur verteidigen können, wenn er im Laufe des Jahres einen Turbomotor bekommt, was wohl nicht der Fall sein wird.

Als nächstes Rennen steht die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Thruxton auf dem Programm, wo man sich auf spektakuläre Windschattenschlachten zwischen den Vectra, den Ford und den Honda freuen kann.

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April 04 2011

06:27

BTCC: Analyse Brands Hatch Indy 2011

Drei sehr abwechslungsreiche Rennen lieferte die BTCC zum Saisonstart auf der kurzen Indy Variante. Größter Gewinner war Jason Plato, der in der Quali nicht sehr stark aussah.

Schon die ersten Rennen machten klar, dass es sich für viele Team gelohnt hat, den Umstieg auf den 2 Liter Turbomotor nach dem NGTC-Regeln zu machen. Der Leistungsunterschied soll bis zu 20 PS betragen und selbst auf den kurzen Geraden in Brands Hatch konnte man sehen, das Chevrolet, die weiter einen 2 Liter Saugmotor nach S2000 Regeln einsetzen, in diesem Jahr einen schweren Stand haben werden. Wenn ein Andrew Jordan im Pirtek Vectra durchs Feld pflügt, als würden die anderen eine Klasse langsamer sein, dann sieht man, was da in diesem Jahr gehen wird. Das spricht alles für Honda, die als einziges Team eine Werksunterstützung haben. Doch für Matt Neal startete die Saison nur teilweise gut.

Rennen Eins:
Wie es sich für die BTCC gehört, startete die Saison gleich mit einem Chrash. Liam Griffin im zweiten Airwaves Focus kam in der Einführungsrunde dem Kollegen Rob Collard im BMW etwas zu nahe. Ergebnis war eine zerstörte Aufhängung vorne links bei Griffin und hinten rechts bei Collard. Beim Start wurde es dann richtig eng. Beide Chevy kamen gut weg, auch Andrew Jordan, der Matt Neal im Heck klebte. Neal rutschte auf den kalten Reifen in Paddock etwas raus, was Plato erlaubte ganz nach innen zu gehen. Wie üblich kam es in Druids dann zum Stau und beim Anbremsen räumte MacDowell dann Neal einfach ab. Der Meisterschaftsfavorit stand schon nach 500 Meter im Kies und damit war das Rennen beendet. Stand vor dem Restart: Plato, Nash, McDowell, Chilton, Jordan, Jackson.

Chilton zeigte dann gleich das Überholmanöver des Wochenendes, als er Ausgangs Surtees komplett auf dem Gras an MacDowell vorbei schoss. Der völlig überraschte Youngster konnte nur noch hinterher schauen, wie Chilton dann weg zog. Der Focus Fahrer lief dann auf seinen Markenkollegen Mat Jackson auf und man konnte schön die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Focus sehen. Denn offenbar bewirkt die neue Front des Focus weniger Belastung auf den Vorderreifen, was vor allem die Reifen schont.

Wie gut der Honda geht, zeigte Gordon Shedden, der vom letzten Platz starten musste, nachdem er im Training seinen Civic zerlegt hatte. Innerhalb weniger Runden zog Shedden durchs Feld und ließ alle hinter sich. Erst auf Platz 6 war dann die Überholorgie beendet, aber auch nur, weil das Rennen halt zu Ende war.

Vorne setzte sich Plato relativ locker ab und er hielt James Nash im erstaunlich gut laufenden 888 Vectra auf Distanz. Weiter hinten zeigte Andrew Jordan im Pirtek Vectra ein sehr gutes Rennen. Beim Start hatte er viele Plätze verloren, die holte er sich teilweise aber wieder zurück. Mit dem ebenfalls starken Boardman im Seat und MacDowell lieferte er sich rundenlang ein packendes Duell, dass er am Ende für sich entscheiden konnte. Doch dann platzte Jordan vorne links der Vorderreifen und das Rennen war für ihn beendet.

Boardman prügelte sich dann in der Endphase mit Gordon Shedden, der setzte sich aber in der üblichen BTTC-Fahrweise durch, und schob Boardman leicht an. Der versuchte gegen zu halten, dabei zerbröselte allerdings seine Vorderradaufhängung. Ein überflüssiges Manöver, Shedden war deutlich schneller und eigentlich schon vorbei.

Am Ende gewann Plato vor Nash, Chilton, Jakcson, MacD, Shedden, O’Neill, Gilham, Smith, Newsham, Neate, Foster, Cole, George, James und Jordan.

Rennen Zwei:
Der Start vom zweiten Rennen lief wieder gut für Jason Plato im Chevy, der gleich vorne bleiben konnte. Dahinter quetschte sich Mat Jackson vor Alex MacDowell und James Nash. Da Onslow-Cole und Tom Boardman eine kurze Begegnung hatten, die ihren Wagen nicht gut tat, kam das Safety Car für zwei Runden raus. Nach dem Restart bekam Macdowell eine Durchfahrtstrafe, weil er einen Frühstart hin gelegt hatte und fiel damit weit zurück. Das nutzte Gordon Shedden aus, der sich auf Platz Drei vorschieben könnte.

Weiter hinten flogen Andrew Jordan und Matt Neal gemeinsam durchs Feld. Quasi im Duett zogen sie relativ leicht an der Konkurrenz vorbei und schoben sich in die Top Ten. Doch richtig spannend war es vorne. Denn dieses Mal konnte Plato Mat Jackson nicht abschütteln und der Airwaves-Pilot klebte derartig knapp im Heck des BTCC-Meisters, dass dieser sich rundenlang vor der Anfahrt zu Druids gezwungen sah, die Innenlinie zu blockieren. Shedden dahinter sah sich das Ganze in Ruhe an, wollte es aber dann auch mal mit Plato versuchen und setzte Jackson unter Druck. Das sorgte dann dafür, dass Plato sich ein paar Zehntel Luft verschaffen konnte.

In den letzten Runden kam es für Mat Jackson richtig dick. Seine Vorderreifen waren hinüber und Shedden ging in den letzten Runden relativ leicht an ihm vorbei. Von hinten nahte dann auch noch James Nash, der ebenfalls am Focus vorbei wollte, aber Jackson schaffte es gerade so vorne bleiben.

Andrew Jordan und Matt Neal legten sich derweil Tom Chilton zurecht, dessen 2011er Ford Focus Probleme machte. So richtig wehrte er sich auch nicht, als beide innerhalb einer Runde an ihm vorbei gehen konnten. Richtig mies erwischte es Andy Neate, der im zweiten Focus nicht mal ansatzweise in die Top Ten kam.

Plato gewann das zweite Rennen dann auch noch, aber stellte nach dem Rennen gleich klar, dass das mit dem Titel in diesem Jahr schwer wird, da die NGTC-Motoren einfach zu stark sind.

Ergebnis Lauf 2: Plato, Shedden, Jackson, Nash, O’Neill, Jordan, Shedden, Neal, Chilton, Collard, Gilham, Newsham, Neate, MacD, Foster

Rennen Drei
Ex-F1-Weltmeister Jody Scheckter war in Brands Hatch und durfte die Startnummer für den Reverse Grid ziehen. Das Schicksal meinte es gut mit Matt Neal, der dann auf der Pole landete. Die Startaufstellung sah also so aus: Neal, Jordan, O’neill, Nash, Jackson, Shedden, Plato, Gilham, Newsham, Neate.

Gleich am Start hatte James Nash eine unschöne Begegnung mit Mat Jackson, der den Vectra unsanft ins Gras schickte und so die Chancen von Nash auf ein Podium zunichte machte. Vorne blieb Matt Neal, der nach Druids diesmal auch auf der Strecke bleiben konnte und erneut Andrew Jordan im Nacken hat. Dahinter reihte sich Paul O’Neill ein, der ja den alten Chevy Cruze von Plato aus dem letzten Jahr fährt. Dahinter kam Mat Jackson und Jason Plato, der am Start drei Plätze gewinnen konnte.

Jackson machte massiv Druck auf O’Neill, der mit seinem alten S2000 Motor nur schwer gegen Jackson ankam. Der Focus schob sich dann in Druids neben O’Neill und schrubbte sich unter Verlust eines Außenspiegels vorbei. Damit hatten sich die Zweikämpfe unter den ersten Drei erledigt. Neal im Honda, Jordan im Vectra und Jackson im Ford waren ziemlich gleichwertig unterwegs, was ein gutes Zeichen für die weitere Saison ist.

Leider platzte Andrew Jordan gegen Ende des Rennens schon wieder ein linker Vorderreifen, was ihn sein Podium kostet. Angeblich war es wieder mal ein Trümmerteil, vielleicht hatte sich Pirtek aber auch mit der Abstimmung vertan. Beide Reifenplatzer kassierte Jordan nach Paddock Hill Bend, vielleicht hatte man etwas zu optimistische Sturzwerte.

Eng wurde es noch im Kampf um Platz vier. Plato, Shedden und der wieder aufgetauchte James Nash lieferten sich ein schönes Duell, vor allem Shedden und Plato. Der Alt-Meister war klar langsamer, konnte Shedden aber rundenlang hinter sich halten. In einem sehenswerten Manöver setzte sich Shedden dann direkt nach Druids neben Plato und zwang diesen eine weite Linie in “Graham Hill” zu nehmen. In Surtees vollendete Shedden das Manöver und machte noch Jagd auf O’Neill auf Platz drei, konnte diesen aber nicht abfangen.

Matt Neal holte sich seinen verdienten Sieg, Mat Jackson machte mit Platz 2 klar, dass man mit ihm in der Meisterschaft rechnen muss. O’Neill schleppte den alten Cruze auf einen hervorragenden Platz 3. Plato sicherte sich Platz 5, was für die Meisterschaft wichtig ist.

Nachdem Wochenende kann zur neuen Kräfteverteilung noch nicht viel sagen. Fast alle kämpften mit kleinen Problemen, manche Teams brachten ihre Wagen nicht mal auf die Strecke (Audi A4). Dennoch konnte man sehen, dass der neue NGTC-Motor einen klaren Leistungsvorteil hat. Die Teams mit einer S2000 Maschine werden vor allem auf den extrem schnellen Kursen von Thruxton, Silverstone und Croft schwer leiden.

Enttäuscht haben die Semi-Werks Ford mit Tom Chilton und Andy Neate. Chilton konnte nur im ersten Rennen ein Ausrufezeichen setzten, danach verschwand er im Mittelfeld. Noch schlimmer erging es Andy Neate, der Mühe hatte in die Top Ten zu kommen. Da wartet viel Arbeit auf Team Aon, aber der Wagen ist halt auch brandneu. Vorne hat man in Brands Hatch kaum Neuwagen gesehen, daher kann sich das noch ändern.

Das nächste Rennen ist in Donington, danach wird man schon mehr sagen können. Klar ist aber, dass der Kreis der Meisterschaftsfavoriten größer ist als gedacht und man muss auch das Airwaves Team, das 888 Team und Pritek Racing im Auge haben. Das dürfte eine interessante Saison werden.

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March 06 2011

08:00

Die WTCC – Hintergründe und Diskussionspunkte

Zum Start dieser Artikelreihe: In ein paar Wochen geht die Rennsaison wieder richtig los. Und damit für uns Fans auch der Stress: Jedes Jahr kommen neue Klassen dazu. Andere Rennformeln sterben aus, oder werden wiederbelebt. Findige Organisatoren mogeln, wie etwa bei der F2, ein wenig bei den Bezeichnungen. Kurz: Auch der größte Petrolhead kann schon mal den Überblick verlieren.
Daher die Idee zu dieser Artikelserie: Hier soll es um die Hintergründe der wichtigsten Rennklassen gehen. Dazu gehören ein paar “historische” Daten – aber auch die Eckpunte zur aktuellen Position in der Motorsportwelt, etwa zur Präsentation in der Medien oder der Vermarktung. Und dann will ich auch noch die wichtigsten Streitfragen beleuchten, mit die mir zur Serie im Gedächtnis sind – Meinungsaustausch in den Kommentaren ist sehr erwünscht. Den Anfang macht heute die WTCC.

Die Anfänge:
1963 wurde die European Touring Car Challenge im Auftrag der FIA ins Leben gerufen. Der Rennkalender bestand unter anderem aus den Traditionsstrecken Nürburgring, Zandvoort, Zolder und Brands Hatch. Das Starterfeld setzte sich aus wahnwitzigen 9 Klassen zusammen, nach Hubraum geordnet. Trotzdem gab es nur einen Gesamtsieger. Dies führte am Ende der ersten Saison zu der kuriosen Situation , dass gleich 5 Fahrer gleich viele Punkte hatten. Die Serie gewann relativ schnell an Popularität und mehr Hersteller und Fahrzeuge kamen hinzu.
In den 70er Jahren wurde die Serie in European Touring Car Championship umbenannt – und hatte wegen der Ölkrisen mit kleineren Starterfeldern zu kämpfen.

Die 80er und 90er:
Anfang der 80er feilte man massiv am Regelwerk, was effektiv den Tod der Serie bedeuten sollte. Es gab nur noch 4 Klassen, die Kosten explodierten und die Rennsieger waren mit Ford, Toyota und BMW immer die Gleichen. 1988 wurde sie Serie eingestellt, nicht jedoch ohne vorher 1987 unter dem Namen World Touring Championship die internationale Expansion zu versuchen. Diese endete jedoch in einem ziemlichen Disaster. Auf Grund der hohen 60.000 $ Meisterschaftsstartgeld gab es nur 15 Fahrzeuge, die um die Punkte fuhren. Dies sollte für lange Zeit die einzige Saison der WTCC bleiben.
Die Idee von einer Tourenwagenweltmeisterswchaft lebte aber natürlich weiter. Von 1993-1995 wurden Einzelevents, die so genannten Touring Car World Cups ausgetragen, jedoch nur auf jeweils einer Strecke pro Jahr und zwar in Monza, Donington und Le Castellet. Die Bestrebungen für eine Tourenwagenweltmeisterschaft wurden immer konkreter und schließlich wurde 1995 die International Touring Car Championship (=ITC) ins Leben gerufen. Diese war im Prinzip eine “Internationalisierung der DTM”, in der die Kosten explodiert waren. Man brauchte also einen “Grund” so hohe Summen auszugeben, folglich gründete man die ITC. Die Rennen wurden mit gleichen Fahrzeugen und Fahrern ausgetragen, die Veranstaltungen im Deutschland brachten Punkte für die DTM, jene im Ausland für die ITC. Als die Verantwortlichen merkten, dass dieses Konzept (besonders im Bezug aufs Marketing) “überraschenderweise” nicht ganz aufging, strich man die DTM-Saison 1996 und es gab nur noch die ITC. Diese bot sehr spannende Rennen, da fast alle Marken gleich stark waren. Auch das Fahrerfeld liest sich beeindruckend: Alten DTM-Hasen wie Hans-Joachim Stuck oder Klaus Ludwig und ehemalige Formel 1-Piloten wie JJ Lehto oder Aguri Suzuki. Außerdem junge Talente vom Schlage eines Juan-Pablo Montoya, Jan Magnussen oder Alex Wurz – vielleicht eines der wenigen Jahre in jüngerer Zeit, in denen der Weg Richtung Formel 1 über eine Tourenwagenklasse geführt hat. Allerdings waren die Eintrittspreise enorm hoch. Desweiteren ging das Wettrüsten auch in der ITC weiter, welche zum damaligen Zeitpunkt wohl weiter entwickelte Autos als die Formel 1 hatte. Die Kosten explodierten in astronomische Höhen. Schließlich war auf für die ITC nach 1996 Schluss.

2000 und heute:
2000 wurde die Italian Superturismo Championship von der FIA zum European Supertouring Cup umbenannt, auch wenn ein Großteil der Rennen noch in Italien und mit italienischen Fahrern stattfand. 2002 folgte die nächste Namensänderung in European Touring Car Championship (ETCC). Hier tritt Eurosport das erste Mal auf den Plan. Diese übertrugen alle Rennen der ETCC live. 2004 wurde von der FIA beschlossen, die ETCC in die World Touring Car Championship umzuwandeln. Diese weitere Internationalisierung war vorher durch außereuropäische Gehversuche der ETCC vorbereitet worden.
2005 wurde die WTCC schließlich das zweite Mal (nach 1987) ausgetragen. Wieder dabei war Eurosport, die die WTCC auch heute noch mitvermarkten und somit mehr als “nur ein TV-Partner” sind, mehr dazu im weiteren Verlauf des Artikels. Die Rennen wurden damals noch zusammen mit der FIA-GT ausgetragen. 2006 wollte Eurosport, die auch diese Serie live übertrugen, die FIA-GT dazu bringen ihre Rennen um 1 Stunde auf 120 Minuten Rennzeit zu verkürzen. Dies lehnte jedoch die SRO, Organisator der FIA-GT ab. Somit gingen FIA-GT und WTCC ab 2006 getrennte Wege. 5 Hersteller waren in der ersten Saison entweder werksseitig oder auf Kundenbasis dabei: SEAT, BMW, Ford, Alfa Romeo und Chevrolet. 2006 stieg Alfa Romeo werksseitig etwas überraschend aus der WTCC aus und lieferte nur noch technische Unterstützung für Privatteams. Um weiterhin wohl etwas präsenter in der Serie zu bleiben, überwies man das Startgeld an die FIA, womit man in der normalen Fahrerwertung fuhr, und nicht in der Independents Trophy. Erwartet worden war hingegen der Ausstieg von Ford nach einer schlechten Saison 2005.

In den folgenden Jahren gab es kurze Gastspiele von Lada und Honda, die jedoch in keinem großen Engagement mündeten. 2010 stieg dann SEAT werksseitig aus, blieb der Serie aber durch umfrangreiche Betreuung der Privatteams erhalten. Auch BMW begann den schrittweisen Rückzug und war 2010 nur noch mit zwei Werks-Autos dabei. Die Privatteams konnten den Verlust an Fahrzeugen aber in Grenzen halten, so dass man im Durchschnitt immer noch mit mindestens 20 Autos antrat.
2011 wird man mit Volvo immerhin einen weiteren Hersteller in die Serie bekommen, und zwar in Form eines 1-Wagen-Teams. Volvo wird eventuell 2012 komplett werksseitig einsteigen. Auch Subaru denkt wohl über einen Einstieg nach, genau so wie Ford, Honda und – über den Umweg einer argentinischen Niederlassung – Toyota.

Vermarktung:
Die Vermarktung und Organisation der WTCC liegt bei der KSO, Kigema Sport Organisation. Diese war von der FIA schon dazu beauftragt worden die ETCC zu vermarkten, den Schritt der KSO nun auch die Vermarktung der WTCC zu übergeben, erscheint logisch. Noch nachvollziehbarer wird der Schritt, wenn man sich die Besitzverhältnisse an der KSO anschaut. Diese gehört zu 60% nämlich Eurosport. Die KSO an sich wiederrum ist eine Tochterfirma SRW Events Ltd (Super Racing Weekend Events), an der der TV-Sender ebenfalls Anteile hält. Als Eursosport 2003 dort einstieg wurde ein Eurosportmann Vorsitzender von SRW Events.
Wie groß das Gewicht des Senders für die Serie ist, zweigt auch das gelegentliche Verschieben der Startzeiten – manchmal sogar kurzfristig , um sie an das aktuelle Liveprogramm anzupassen. Immerhin wird die WTCC so weltweit in 160 Ländern übertragen.
Es ist schon interessant zu sehen, dass die FIA sich so extrem auf einen Partner eingelassen hat. Man ist schon sehr von Eurosport abhängig. Sollten diese sich entscheiden auszusteigen, steht man plötzlich nicht nur ohne TV-Sender, sondern auch ohne Hauptsponsor und Marketingpartner dar. Derzeit scheint das allerdings unwahrscheinlich – wie kürzlich bei allesaußersport.de zu lesen war, verdient Eurosport mit der WTCC nämlich immer noch gutes Geld.

Diskussionspunkte:
Eurosport: Ein so starker Partner bringt natürlich auch Probleme mit sich. Eurosport möchte aus Programmplanungsgründen die WTCC Rennen möglichst gut zwischen anderen Livevents einbinden. Deshalb gibt es kaum einheitliche Startzeiten oder diese werden kurzerhand verschoben. Dies macht es dem Fan nicht gerade einfacher die Serie zu verfolgen. Auch das Abschieben einiger weniger Rennen zu Eurosport 2 ist zumindest in Deutschland alles andere als erfreulich, da nicht jeder das Programm empfängt. Immerhin dieses Problem ist aber großteils auf Deutschland begrenzt, da nur in Eurosport nur hierzulande Free-TV ist. In allen anderen Staaten ist auch “Eurosport 1″ Pay-TV und in diesen Paketen ist meistens Eurosport 2 mit drin. Über die Gefahren eines Ausstiegs von Eurosport hab ich oben schon geschrieben.

Die Rennlänge: Grundsätzlich ist die Idee von 2 kurzen Sprintrennen ja ganz nett. Allerdings möchte dabei nicht wirkliches Rennfeeling aufkommen, weil zum Beispiel keine Strategie erforderlich ist.Die Rennen haben öfters eher “Destructionsprint”-Charakter, was aber auch durchaus ansehbar ist. Da die WTCC es nicht lassen kann auf Strecken wie Marrakesh und Macao zu fahren ist es auch gut möglich, dass 2/3 des Rennens hinter dem Safetycar stattfinden. Es kommt bei Tourenwagenrennen aber so oder so gerne mal zu Safetycarphasen, deshalb wäre schon viel gewonnen, wenn die angesetzte Distanz kopmplett als Rennrunden gefahren wird und Safetycarrunden nicht ab der dritten als Rennrunden zählen würden. Dass die Rennen nicht länger sind liegt aber vermutlich auch an Eurosport, weil sie so viele Liverechte haben, dass die Wochenenden im Programm immer vollkomen überladen sind.

Reglement: Ganz heikles Thema für die Serie. Oft wurden Entscheidungen, wie der Ladedruck der Seats von Rennen zu Rennen auf Grund von Beschwerden der Hersteller geändert. Dies tut weder der Serie noch ihrer Glaubwürdigkeit gut. Aber die Krone setzte man sich selber 2010 auf, als man die Meisterschaft am grünen Tisch entschied. Eine Meisterschaft nicht auf der Rennstrecke zu entscheiden, ist ein absolutes no-go. Wenn man weitere Hersteller in dier Serie locken will, die man dringend braucht, sollte man dort eine konsequente und fanfreundliche Linie einschlagen.

Nur 1 vollständiges Werksteam: Mit Chevrolet ist nur noch ein vollständiges Werksteam in der Serie vertreten. Das ist auf lange Sicht einfach zu wenig, man kann das Feld nicht nur mit Privatfahrern auffüllen. Auch Konkurrenz zu den Chevrolets wäre angebracht, die diese auf Dauer die Serie wohl doch dominieren würden, deswegen braucht man dringend einen Gegner. Außerdem schaden vollere Startferfelder einer Serie nie.

January 09 2011

09:14

Tourenwagen 2010: Spannung, Not & Elend

Die Tourenwagensaison 2010 wird nicht gerade bei vielen blendender Erinnerung bleiben. Schon gar nicht bei BMW, die den WM-Titel vor dem Sportgericht verloren haben.

BTCC und WTCC hatten nicht gerade ihr bestes Jahr. So viel kann man schon am Anfang eines Saisonrückblicks feststellen, aber die Gründe, warum sich beide Serien im Moment nicht gerade in Höchstform befinden, fallen sehr unterschiedlich aus. Bei der BTCC sind die Probleme offensichtlich: Mit Chevrolet hat man nur ein Werksteam, dessen finanzielle Mittel ausreichend vorhanden ist und somit fehlt ein wenig die Konkurrenz. Honda hat zwar ein Semi-Werksprogramm, steckt aber, verglichen mit Chevy Europe, wenig Geld rein. Ähnliches gilt für Ford, die das Team Aon vorgeschickt haben, um den neuen gasbetriebenen Turbomotor aus zu testen. Ein richtiger Werkseinsatz ist das auch nicht, aber immerhin ein Lichtblick. Die BTCC Saison 2010 blieb auch nur bis zum Ende spannend, weil sich Chevrolet ein paar Fehler erlaubte und die Veranstalter Ford an der langen Leinen ließen. Und weil Team Dynamics die Hondas richtig gut in Schwung bekam.

Für Ray Mallock Ltd., die die Chevrolet an den Start gebracht haben, war der Einsatz in der BTCC eigentlich nur ein “Abfallprodukt”, allerdings ein mit einem Hintergedanken. Man setzt sowieso die drei Cruze in der WTCC, und da der Wagen zu Beginn der Saison neu war, auf der anderen Seite aber die Testzeit begrenzt ist, konnte man die Daten aus der BTCC gut gebrauchen. Auf der anderen Seite war schon zum Start der Saison klar, dass alles andere als der Titel in der BTCC eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Denn man setzte ja nicht nur mit der WTCC baugleiche Wagen ein, man hatte mit Jason Plato auch einen der besten britischen Fahrer engagiert. Aber es ging dann doch eine Menge schief. Der Motor litt unter Kinderkrankheiten, besonders die Elektronik spielte gerne mal verrückt. Auch rächte sich ein wenig der Umstand, dass man mit Michael McDowell zwar einen hochtalentierten, aber eben auch sehr unerfahrenen Piloten neben Plato gesetzt hatte. Dem oblag die gesamte Verantwortung und man machte sich in der Teamwertung das Leben selber ein wenig schwer.

Dennoch hat sich der verlängerte Testeinsatz des Cruze in der BTCC gelohnt. Das merkte man vor allem nach den Tests in Brands Hatch im Juli. Offenbar fand man damals etwas wichtiges bei der Abstimmung des Fahrwerks, denn sowohl bei Plato, als auch bei den drei WTCC-Wagen lief es nach den Tests deutlich besser. So hatte sich der Einsatz der zwei Cruze auf der britischen Insel durchaus gelohnt. Zwar konnte Plato den Titel erst am letzten Rennwochenende gewinnen, aber zumindest gab es beide Titel für RML.

Ford tat sich zunächst schwer, was angesichts des neuen S2000 Motors, der mit Gas befeuert wurde, auch nicht weiter verwunderlich war. Weil die BTCC Ford beim Motor lange freie Hand gab, konnte man den schweren Focus einigermaßen gut vorne platzieren. Irgendwann wurde es der Konkurrenz aber zu dumm. Nachdem die Focus in Snetterton und Silverstone auf den Geraden quasi nach Belieben die Konkurrenz überholten, musste die BTCC schließlich eingreifen und bremste die Ford etwas ein. Das Ergebnis konnte man bei den folgenden Rennen dann gut erkennen. Da der Focus lieber geradeaus als um die Ecke fahren, waren sie im Titelkampf dann auch eher Außenseiter. Das hatte sich das Team teilweise auch selber zu zuschreiben, denn man setzte komplett auf Tom Chilton, wobei der hierzulande eher unbekannte Tom Onslow-Cole in der Meisterschaft zeitweise mehr Chancen hatte. Dennoch pfiff ihn sein Team ein paar Mal zurück, um Chilton nach vorne zu schieben.

Team Dynamics, dass offizielle Honda Team in England, war zu Beginn der Saison als Hauptkonkurrent von Chevrolet ausgemacht worden und sah mit Matt Neal und Gordon Shedden in der Saison auch gut aus. Schwachpunkt des kantigen Civic war aber der Motor, der einfach zu wenig Leistung hatte. Erst in Silverstone kam das neue Aggregat, was ein wenig zu spät war. Vier Siege waren das Ergebnis, aber die ebenfalls auftrumpfenden Chevrolet konnte man nicht mehr abfangen. Dennoch keine schlechte Saison für beide Piloten.

BMW war in diesem Jahr chancenlos. Der überalterte 320si, den das Airwaves Team ohne Unterstützung aus München weiter entwickelt hatte, kam nur zu Beginn der Saison zu zwei Siegen und auch nur, weil es in Rennen 3 den Reverse Grid gab. Immerhin waren die BMW noch gut genug um oft unter den ersten Fünf und sorgten für spannende Positionskämpfe.

Das tat auch der Rest des Feldes, aber um die Siege konnten die meist privaten Teams nicht mitfahren. Nur dem Pirtek Team gelangen zwei Siege mit Andrew Jordan, der einen Vetra mit dem neuen NGTC Motor einsetze. Immerhin, kann man sagen, aber es zeigt eben auch, dass der Abstand zwischen dem Mittelfeld und der Spitze nicht so groß ist, wie in anderen Serien. Es gab viele spannende Rennen, vor allem im Mittelfeld und die alte englische Tourenwagentradition erlebte ein weiteres Jahr. Grandiose Rennen gab es einige (Donnigton, Thruxton) aber auch ein paar langweilige Läufe. Dennoch waren die BTCC-Rennen immer ein Highlight und zeigten der Konkurrenz, wie guter Motorsport funktionieren kann.

Ihre Krise hat die BTCC aber noch nicht überwunden. Chevrolet wird auch 2011 wieder dabei sein, ebenso Ford und Honda, aber dahinter tut sich wenig. Interessant ist aber die Ankündigung von STR (Special Tuning UK) die in der kommenden Saison gleich vier Seats einsetzten wollen. Die werden aber nach dem S2000 Reglement eingesetzt und in diesem Jahr waren die Seat eher chancenlos.

Ab 2011 wird die BTCC auf ein gemischtes Reglement setzten. Die Spitze wird schon nach dem neuen NGTC Reglement mit dem Weltmotor unterwegs sein, der Rest wird wohl weiter die S2000 Wagen einsetzen. Man kann jetzt schon davon ausgehen, dass die Balance of Power Diskussionen lange anhalten werden. Dazu dann aber mehr, wenn die Saison los geht.

WTCC 2010

Die FIA Tourenwagenweltmeisterschaft hat mich dieses Jahr etwas enttäuscht. Schuld daran waren mal wieder die Rangeleien um die “Balance of Performance”, die mehr oder weniger hinter den Kulissen permanent betrieben wurden. BMW und Chevrolet war die Einstufung der Seats meist zu lasch, Seat, die ja in diesem Jahr nur als “Quasi” Werksteam unterwegs waren, wehrten sich meist erfolgreich in dem sie mit Rückzug drohten. Die Veranstalter sahen sich in der Zwickmühle und handelten teilweise kopflos. Mal wurde der Ladedruck der Seat-Diesel runter gesetzt, dann wieder hoch. Es wurden die Gewichte verändert, die Einstufungen dafür auch und man traf sich mehr hinter den Kulissen, als das Rennen gefahren wurden. Und wenn einer nicht gewinnen konnte, war es natürlich die Einstufung schuld.

Natürlich ist es normal, dass man in einer Weltmeisterschaft hinter den Kulissen rangelt. Das war schon immer so, aber die Art und Weise, wie es in diesem Jahr in der WTCC ablief, erinnert dann schon teilweise an eine Slapsick-Komödie. Jeder trickst, jeder versuchte die Offiziellen zu beeinflussen und nebenbei wurden ein paar Rennen gefahren. Trauriger Höhepunkt war dann die Affäre von Okayama. BMW war ja in diesem Jahr immer noch mit der normalen H-Schaltung unterwegs. Grund: Mit einem sequentiellen Getriebe wurde der 320si nie homologiert. Man griff tief in die Trickkiste und argumentierte, dass der Zanardi ja auch mit einem sequentiellen Getriebe all die Jahre gefahren sei, dementsprechend könne man ja jetzt wohl auch damit fahren. Vielleicht wären die Bayern mit dem Trick auch durch gekommen, wenn sie ihn zu Beginn der Saison ausprobiert hätten, aber im vorletzten Rennen war es doch etwas sehr dreist und offensichtlich. Am Ende verloren sie nicht nur die Punkte, sondern da durch auch die WM.

Diese, für die WTCC in Sachen PR, nicht gerade positive Sache war symptomatisch für die gesamte Saison. Die Offiziellen wirkten teilweise hilflos im Spiel der Hersteller und wankten von Entscheidung zu Entscheidung, die nicht immer nachvollziehbar waren. Ein schönes Beispiel für die teilweise grotesken Momente des Jahres war das “Rennen” im Marrakesch. Ein Kurs, der gerade mal so eben den FIA-Richtlinien entsprach, eine Ampelanlage, die nicht funktionierte, völlig überforderte Streckenposten, chrashfreundliche Piloten und eine Rennleitung, die teilweise offenbar nicht wusste was sie tun sollte, sorgten für die lächerlichste Veranstaltung, die je den Namen “Weltmeisterschaft” getragen hat.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Wenn man die Politik ausblenden konnte, waren die Rennen zeitweise sehr ansehnlich. Die Rennen in Zolder (mit Abstrichen), Portimao, Brands Hatch, Oschersleben und Valencia boten richtig guten Motorsport und zeigten, dass die WTCC nicht komplett tot war. Zumindest in der Phase schien die FIA endlich eine vernünftige BoP gefunden zu haben.

Das Chevrolet mit dem brandneuen Cruze die Meisterschaft gewinnen konnte, war am Ende aber doch etwas überraschend. Es ist schon eine kleine Kunst in einer so engen Serie mit einem neuen Auto direkt an der Spitze zu lande, auch wenn man sich zunächst etwas schwer getan hat. Dennoch hatte ich eher die Seat auf der Rechnung, aber ein Tarquini gegen die Cruze war dann doch zu wenig. Wirklich fasziniert hat mich die Leistung von BMW, die aus dem alten 320si immer noch genug Leistung raus quetschen konnten, damit Farfus und Andy Priaulx Chancen auf den Titel hatten. Diese Leistung fand ich doch schon sehr beachtenswert und fünf Siege für Priaulx machen das mehr als deutlich. Vergessen sollte man auch nicht die private BMW-Truppe um das Team Avira, die zunächst in der Independent-Wertung mit Colin Turkington in einem BMW unterwegs waren. Auf Grund der besseren Einstufung in Sachen Gewicht und dank der sehr guten Leistung des letztjährigen BTCC-Meisters war man so schnell, dass die FIA Avira schleunigst aus der Wertung nahm.

Sportlich also durchaus eine abwechslungsreiche Saison, politisch betrachtet ein kleines Desaster. Da die Diesel 2011 endgültig kastriert werden, bzw. verschwinden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass man sich etwas weniger streiten wird.

DTM 2010
Ich hatte die DTM nach den, mal wieder, lächerlichen Entscheidungen der Rennleitung in Oschersleben, aus der Berichterstattung hier im Blog genommen. Das wird sich auch 2011 nicht ändern, es sei denn, die Serie überrascht mit einer komplett neuen Einstellung.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um die Technik, die Teams oder die Fahrer. Man kann das technische Reglement und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Aerodynamik kritisieren, aber von reinen technischen Standpunkt ausgesehen, ist die DTM hochklassig. Die Wagen sind kompliziert und stellen hohe Anforderungen an die Fahrer, die Motoren sind exzellent und halten auch durch. Die Teams leisten Schwerstarbeit, die Qualität der Fahrer ist hoch, wie man auch beim NASCAR Ausflug von Ekström, oder dem Einsatz von Scheider in Le Mans sehen konnte. Aber das alles hilft ja nicht, wenn die Regeln teilweise nur noch Kopfschütteln auslösen und eine Rennleitung dabei ist, jedes Überholmanöver zu bestrafen. Das bremst die Fahrer ein, die sich nichts mehr trauen, und tötet jede Spannung.

Bleibt zu hoffen, dass 2012 neben BMW vielleicht noch ein weiterer Hersteller (Opel?, Toyota?) in die Serie kommt. Oder das geplante Globalisierung über die SuperGT und die mysteriöse Rennserie im Rahmen der NASCAR etwas mehr Schwung auch nach Deutschland bringen wird.

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September 20 2010

11:33

BTCC/WTCC: Analyse Donington & Valencia

Der Kampf um die britische Tourenwagenmeisterschaft ist nach den Rennen in Donington ist so spannend wie nie. Gleich vier Fahrer können sich noch den Titel holen.

Nach dem Nicht-Umbau von Donington startete die BTCC zum ersten Rennen auf der Strecke. Die geplante Renovierung ist ja bekanntlich ins Wasser gefallen, weil den alten Besitzern das Geld ausgegangen ist. Allerdings hatte man schon angefangen, Veränderungen vorzunehmen, die Donington ein wenig verändert haben. Zum einen fehlt die berühmte Dunlop Brücke auf der Gegengerade, was schon etwas merkwürdig aussieht. Die Schikane vor Start/Ziel wurde neu angelegt, aber offenbar hat man das gut hinbekommen. Sie ist jetzt schneller und flüssiger zu fahren. Auch gut: Auf der rechten Seite nach der “Old Hairpin” fehlt die Böschung, die in die Auslaufzone gereicht hat und an der einige bös zerschellt sind. Hier ist jetzt mehr Platz. Insgesamt hat der Umbau der Strecke nicht geschadet, was man an den guten Rennen der BTCC sehen konnte.


1. Rennen
Praktischerweise lange nach der Qualifikation die Führenden der Meisterschaft auf den ersten fünf Plätzen. Chilton hatte die Pole gewonnen, hinter ihm der zweite Ford Focus mit Onslow-Cole. Danach folgten Shedden im Honda und Plato mit dem Cruze. Auf Platz 5 stand Matt Neal. Den Start gewann dann Cole, weil Chilton alle Hände voll damit zu tun hatte, Gordon Shedden hinter sich zu lassen, der sogar versuchte den Ford auf dem Gras zu überholen. Plato kam zäh weg und fand sich schnell in einem Kampfpaket wieder, dass ihn schnell aufschnupfte. Neal ging als letzter an ihm auf der Gegengerade vorbei und schob ihn zurück auf Platz sieben. Cole flog vorne weg, hatte aber wohl die Ansage auf Chilton zu warten, der immer noch mit Shedden beschäftigt war. Das hatte zur Folge, dass auch Shedden aufholen konnte und mit Chilton auf der Gegengerade im heftigen Infight lag. Mittendrin dann auch Andrew Jordan und Rob Collard, der Matt Neal und Jason Plato im Schlepptau hatte. Neal spielte Rammbock und schob sowohl Collard als auch Jordan zur Seite, so dass Plato freie Bahn hatte. Nach einer kurzen Safety Car Phase (O’Neill stand blöd am Rand) ging es dann richtig zur Sache. Shedden bekam den Restart als erster nur so mittelgut hin, hinter ihm staute sich alles. Cole, Chilton, Jordan, Neal und Plato versuchten irgendwie gemeinsam durch die letzte Schikane zu kommen, was natürlich nicht gut gehen konnte. Plato berührte Neal, Neal wurde rumgeschubst und schoss dabei Plato ab, während Cole seine Front an der Streckenbegrenzung ondulierte. Plato hatte aber Pech und war als einziger der Titelanwärter raus. Die Reihenfolge nach dem Restart sah dann so aus: Shedden, Chilton, Jackson, McDowell, Neal, Cole, Boardman. Aber nun blieb es ruhig, nur BMW-Mann Kane schnappte sich noch Boardman und den um die Strecke humpelden Cole.

2. Rennen
Plato musste also im zweiten Rennen von ganzz hinten starten, genauer gesagt auf Position 17. Sein einziger Vorteil war, dass das gesamte Platzierungsgewicht aus seinem Wagen raus war und er richtig los legen konnte. Matt Neal, der als fünfter eigentlich eine gute Ausgangsposition hatte, zerstörte gleich zu Beginn seine Chancen, weil er einen fulminanten Frühstart hinlegt und eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Der BMW mit Jackson schnappt sich Platz 2, während Shedden vorne wegzieht. Jason Plato zeigte, was mit dem Cruze geht, wenn er kein Gewicht im Auto hat. Nach nur drei Runden hatte sich der Alt-Meister schon auf Platz acht vorgearbeitet und damit war seine Lust auf mehr noch lange nicht beendet. Ausgangs Coppice konnte deutlich früher aufs Gas und eine viel engere Linie fahren und dort schnappte er sich einen nach dem anderen. Auch Onslow-Cole war nach seinem mauen ersten Lauf auf einer Mission und krallte sich MacDowell in einem sehenswerten Manöver in der Schikane, als er sich irgendwie innen durchdrückte. Damit war dann die Schonzeit von Shedden vorne vorbei und er musste sich heftiger Attacken des Focus erwehren. In der zehnten Runde war die Sache dann gegessen und Cole ging in Führung. Plato hatte sich in der Zwischenzeit auch noch Chilton geschnappt und in der gleichen Runde musste auch noch Jackson auf Platz drei dran glauben. Der Speed des Cruze war überirdisch. Matt Neal hatte sich nach seiner Strafe immerhin wieder auf Platz neun vorgearbeitet, konnte aber nur noch einen weiteren Platz gut machen. Vorne fuhr Cole in aller Ruhe sein Rennen zu Ende, während Shedden auf Platz zwei plötzlich Plato im Rückspiegel hatte. Die Reihenfolge im Ziel: Cole, Shedden, Plato, Chilton. Jackson, Kane, Collard, Neal, Jordan, Nash

3. Rennen
Die Auslosung hatte Andrew Jordan auf die Pole geschoben, dahinter Rob Collard und Matt Neal Platz 3 eingebracht. Für den Honda-Piloten bedeutete die gute Startposition die letzte Chance, das einigermaßen verkorkste Wochenende noch umzubiegen. Ein Sieg musste her, aber Andrew Jordan, der schon den nächstjährigen Turbomotor unter der Haube hat, sah das naturgemäß anders. Der Start war ebenso wie die ersten Runden sehr ruhig, Neal konnte nur an Collard vorbei gehen. Offenbar hatten die Fahrer sich schon in den ersten beiden Läufen ausgetobt, jedenfalls ging man ziemlich zahm miteinander um. Nur Plato kam während seines Aufholkampfes kurzeitig in die Bredoullie. In Runde 3 versuchte er gemeinsam mit Chilton am BMW von Steven Kane vorbei zu gehen. Zu dritt ging es das Geschlängel zur Old Hairpin runter, was nicht gut gehen kann. Chilton war das erste Opfer, er wurde von Plato, dem auch die Strecke ausging, auf die Wiese geschoben, reihte sich aber wieder ein. In der Hairpin waren sich Kane und Plato auch nicht richtig einig, was den Chevy-Mann nach vorne brachte und Chilton die Möglichkeit eröffnete, auch noch am BMW vorbei zu gehen.
In Runde 5 war es dann mit der Führung von Jordan vorbei, der Eingangs Redgate querstand und Neal nur noch hinterher schauen konnte. Neal bekam also die Führung die geschenkt, aber auch Plato konnte sich nicht beschweren, da sich Matt Jackson auf Platz 4 einen kleinen Ausflug in die Botanik erlaubte. Das Rennen blieb, für BTCC-Verhältnisse, richtig ruhig. Den einzigen Aufreger lieferte MacDowell, der von Onslow-Cole kurz vor der Hairpin bei Topspeed in einen Dreher und damit ins Kiesbett geschickt wurde.

Neal führte vor Rob Collard und Andrew Jordan, der allerdings so langsam unter Druck von Plato kam, der es mal wieder eilig hatte. Aus Onboard von Plato konnte man sehen, dass Jordan mit seinem Vectra auf der letzten Rille unterwegs war. Der Wagen sprang wie ein Ziegenbock auf Drogen in den Kurven und es war nur eine Frage der Zeit, bis Plato die Lücke präsentiert bekam. Wiedermal war es in der ersten Rechts, wieder fuhr man nebeneinander auf die Hairpin zu. Jordan kämpfte verbissen, blieb sogar neben dem Cruze, als es in die Haarnadel ging, aber der drückte ihn gelassen aufs Gras. Das warf Jordan weit zurück, am Ende wurde er nur siebter. Im Rennen passierte danach aber nichts mehr dramatisches, das Endergebnis sah dann so aus: Neal, Collard, Plato, Kanse, Chilton, Shedden, Jordan, Jackson, Cole, Nash

Für die Meisterschaft hätten die Rennen gar nicht besser besser ausgehen. Zum ersten Mal in der Geschichte der BTCC gehen gleich vier Fahrer in das letzte Rennwochenende, die noch Meister werden können. Der Stand in der Meisterschaft ist im Moment der folgende:

1 Jason Plato 224
2 Matt Neal 207
3 Gordon Shedden 203
4 Tom Onslow-Cole 200

Im Rennen kann man maximal 17 Punkte holen (Sieg & schnellste Runde), bei drei Rennen sind das also 51 Punkte. Da ist also für alle noch alles drin. Plato kann sich nicht zurücklehnen, zumal das letzte Rennen in Brands Hatch auch noch auf dem Indy-Kurs gefahren wird. Der enge Kurs spricht eher für beide Hondas, als für den Cruze, aber der ging in Knockhill ja auch besser als erwartet. Das wird vermutlich ein sensationelles Saisonfinale Anfang Oktober.

WTCC
Warum die WTCC auf dem zwar fahrerisch anspruchsvollen, aber für die Zuschauer eher langweiligen Kurs in Valencia fährt, ist mir nach beiden Rennen immer noch nicht klar. Die Strecke führt nicht wirklich zu guten Rennen, meist zieht sich das Feld schnell auseinander. Zwar kann man mit ein wenig Fantasie etliche Überholstellen ausmachen, aber so richtig rockt die Strecke nicht. Dazu kommt, dass die 120.000 (!) Zuschauer fassende Strecke meist menschenleer ist, wenn die WTCC kommt. Vielleicht sollte man mal überlegen, statt Valencia eine Alternative zu nehmen. Selbst Barcelona in der kurzen Variante scheint dagegen interessanter.

Und so waren die Rennen, bei aller Spannung in der Meisterschaft, nicht sonderlich gut. Meine Notizen passten auf einen gelben Post-It, so wenig war los. Für die meiste Abwechslung sorgten die BMW, die nach einer miesen Quali das dringende Bedürfnis hatten, schnell nach vorne zu kommen.

1. Rennen
Pole-Mann Tarquini kam bestens weg und setzte sich an die Spitze. Dahinter reihten sich die drei Cruze ein, die Yvan Muller nach vorne und hinten abschirmten. Priaulx lag nach der ersten Runde auf Platz sieben, Farfus war nur neunter. Der Brite im BMW lag aber mitten zwischen den ganzen Seat, was keine gute Position war. Vor allem Freddy Barth knabberte an seinem Heck und machte ihm das Leben schwer. Netterweise kam dann Farfus und versuchte an dem Schweizer vorbei zu kommen, doch das Ende in Tränen, bzw. für Farfus an der Box, weil er vorne und hinten einen Reifenschaden hatte. Es tat sich wenig, Priaulx rutschte noch auf Platz 5, dies aber deswegen, weil Chevrolet mal wieder zu unschönen Mitteln griff. Man beorderte Alan Menu zurück, der sich auf Platz 8 zurückfallen lassen musste, damit er für Lauf 2 auf der Pole stand. Ich wiederhole es gerne noch mnal für die WTCC: Einfach wie die BTCC die Reihenfolge des letzten Rennens per Los bestimmen. Irgendwo zwischen Platz 4 und 10 wird eine Nummer gezogen, der Wagen, der auf der Position ins Ziel gekommen ist, steht dann halt auf der Pole. Dann hören die blöden Spiele auch auf.

2. Rennen
Hier gab es immerhin eine schöne Auseinandersetzung zwischen Priaulx, Muller und Tarquini erleben. Doch zunächst war nach dem Start Freddy Barth in Führung gegangen, nachdem Menu nicht richtig los kam. Hinter Barth hatte sich Monteiro eingeordnet, danach folgten Menu und Priaulx. Der Brite schickte den Cruze-Piloten aber noch in der ersten Runden in einen Dreher und zog vorbei. Aber das Chaos nutzte vor allem Yvan Muller aus, der sich gleich mehrere Konkurrenten auf der Außenbahn schnappte und plötzlich auf Platz drei lieg. Für Priaulx war der Tag aber noch nicht gelaufen, denn von hinten drängelten Tarquini und Marc Gene, die sich auch beide den BMW Piloten schnappten. Muller gewann noch einen weiteren Platz, weil der unglückliche Barth einen Reifenschade hatte. Danach war das Rennen aber einigermaßen durch. Monteiro war vorne durch, Muller hielt sich vornehm zurück und behielt seinen zweiten Platz, Tarquini musste sich gegen Ende noch mal gegen Priaulx erwehren, der sich Gene geschnappt hatte und mit einem verzweifelten Bremsmanöver an Tarquini vorbei wollte. Doch der Brite war etwas zu spät auf der Bremse, und musste den Seat wieder passieren lassen.

Zwei eher schwache Rennen, nicht wirklich sehenswert, wenn man mal vom Duell zwischen Tarquini und Priaulx absieht. In der Meisterschaft ist es weiter ziemlich eng, hier können noch drei Fahrer in den verbleibenden zwei Rennen Meister werden.

Yvan Muller 265
Andy Priaulx 240
Tarquini 236

Wenn man ein richtig gutes Wochenende erwischt, kann man gerne mal 40 Punkte und mehr erlangen, wobei in dieser Saison noch niemand mehr als 40 Punkte erreicht hat. Die WM wird vermutlich also in Macau entschieden.
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September 16 2010

06:42

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington

DTM/WTCC/BTCC & Formelserien: Vorschau Oschersleben/Valencia/Donington
Wieder ein volles Tourenwagenprogramm am Wochenende. Vor allem in der BTCC dürfte es ordentlich zur Sache gehen.

Oschersleben und die DTM – das kann eigentlich nicht passen, denn auf der schmalen Strecke in der Nähe von Magdeburg kann man nicht so richtig überholen. Aber dennoch sind die Rennen hier oft besser, als man es erwarten würde, was auch daran liegt, dass die Strecke kaum Fehler verzeiht. Anders als auf den moderneren Rundkursen, hat man hier neben der Strecke wenig Asphalt und wenn man abfliegt, dann ist auch meist was kaputt. Die Ausgangslage in der Meisterschaft ist dafür nicht so richtig spannend. Mercedes hat den Titel so gut wie in der Tasche, fragt sich nur, welcher Fahrer am Ende vorne liegt. Spengler, Paffett und di Resta sind die Kandidaten um die es geht. Und da für Mercedes alles klar ist, wäre es doch mal nett zu sehen, wenn die Drei freie Fahrt hätten.


Aber jeder angedeutete Kampf, nebst dem in den Tourenwagen auch mal gern gesehene “Anlehnen” wird in der DTM ja leider komplett unterbunden. Einerseits von der “Rennleitung”, andererseits sieht es auch Mercedes nicht gerne, wenn sich die Fahrer von der Strecke boxen. Das passt nicht zum Markenimage, also kann wohl davon ausgehen, dass es klare Absprachen geben wird. Im Sinne von “Die Positionen werden nach dem nächsten Boxenstopp gehalten”. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Im Audi-Lager wird sich die Enttäuschung nach zwei Meisterschaften hintereinander in Grenzen halten. Man wird sich auf noch mögliche Siege konzentrieren, was in Oschersleben durchaus schon möglich ist, weil der Audi auf engen Strecken etwas besser geht. Die eher niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit sollte auch die Vorderreifen der Audi nicht zu sehr belasten.

Hinter den Kulissen der DTM gibt es offensichtlich schon die ersten Dissonanzen zwischen Mercedes/der ITR und BMW. Die Stuttgarter sind angeblich genervt von den Münchnern, die mit immer neuen Forderungen das Regelment in ihre Richtung biegen wollen. Das soll dann auch der Grund sein, warum der gesamte Vorgang im Moment zum Halten gekommen ist und man auch in Richtung GrandAm und JapanGT nicht voran kommt. Ob es bei dem Streit um technische Regeln oder monetäre Angelegenheiten geht, wollte man mir nicht verraten. Nur so viel, dass BMW sehr verschnupft sein soll und eine endgültige Entscheidung sogar erst im November fallen könnte, also in dem Monat, in dem BMW gerne das Programm des kommenden Jahres bekannt gibt.

Ob das alles so stimmt ist dann wieder eine andere Frage. Allerdings ist es schon außergewöhnlich, dass man von BMW so gar nichts hört und die endgültige Entscheidung sich immer weiter rauszögert. Ich hatte schon im Juli gehört, dass man in München noch ganz und gar nicht von der DTM überzeugt ist, vor allem nach dem der ACO für Le Mans und die verkappte Weltmeisterschaft namens Intercontinatel Cup passende GT-Regeln präsentierte. BMW setzt in diesem Jahr schon einen M3 im Cup ein und die Konkurrenz mit Porsche, Ferrari und Aston Martin passt schon ins sportliche Konzept. Zu dem ist der fertig entwickelte M3 (bisher) a) günstiger und b) kann man ihn an Kunden verkaufen, wenn man das möchte.

BTCC
Die britische Serie hat ihren ersten Auftritt auf dem nicht umgebauten, aber wieder eröffneten Kurs in Donington. Nachdem man den schon begonnen Umbau der Strecke nicht weiter geführt hat, wird es interessant zu sehen, was genau man alles sinnlos abgerissen und neu- bzw. nicht gebaut hat. Gefahren wird auf jeden Fall auf der “großen” Schleife, also nimmt man den Haken mit der Haarnadel mit. Die Strecke ist sehr schnell und dürfte die Chevys, die Ford und die BMW bevorzugen. Trotz der Einbremsung geht der Fiesta immer noch wie die Hölle, die Hochgeschwindigkeitspassagen sollten Onslow-Cole und Chilton also liegen. Dennoch sehe ich den Cruze vorne, der hier einfach das beste Paket haben sollte. Schwer wird es für Honda, denen es trotz des neuen Motors etwas an Topspeed fehlt. Matt Neal und Gordon Shedden werden versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

In der Meisterschaft liegt zwar weiter Plato vorne, aber sein Vorsprung ist dünn.

Jason Plato 202
Matt Neal 182
Tom Onslow-Cole 178
Gordon Shedden 169

Shedden wird für Neal fahren müssen, Chilton für Onslow-Cole, was eine kleine Überraschung ist, da man Cole nicht so stark erwartet hatte. Da es die vorletzte Station im Kalender ist, darf man ein wildes Wochenende erwarten. Wie üblich werden die Auseinandersetzungen bei den Wasserträgern bei den letzten Rennen immer etwas heftiger. Aus den Augen lassen sollte man auch nicht die BMW, die in Donington den ein oder anderen Meisterschaftsfavoriten ärgern könnten.

Die BTCC hat erste Zeichnungen des neuen NGTC gezeigt. Bilder gibt es weiter unten.

WTCC
Die Herren der WTCC sind auf der lahmen Strecke von Valencia, die bisher wenig gute Rennen für die Tourenwagen gebracht hat. Warum man nicht mal woanders vor leeren Tribünen fährt, ist auch eines der vielen Rätsel der Meisterschaft. Für Seat ist es das Heimrennen, also dürften die sehr angrifflustig sein, zumal Tarquini nach seinem rabenschwarzen Wochenende in Oschersleben dringend Punkte braucht, wenn er Yvan Muller noch abfangen möchte. BMW, die ja überraschenderweise auch noch richtig große Chancen auf den Titel haben, sollte man auch nicht unterschätzen. Ich bin wirklich angetan, was die Mannschaft um Bart Mampaey da leistet, denn das Konzept des 320si ist ja nun nicht mehr gerade auf dem neusten Stand, die Probleme mit dem Topspeed und der Leistung des Motors sind bekannt. Umso erstaunlicher, dass sie immer noch im Rennen sind.

Hinter den Kulissen geht es im Moment darum, wer 2011 als Werksteam mit dabei ist. BMW liefert auf jeden Fall einen Motor und ein Umbaukit für interessierte Kunden, aber die Entscheidung über einen Werkseinsatz steht noch aus (siehe DTM). Seat wird angeblich das diesjährige, ziemlich alberne Spiel um den “Nicht-Werkseinsatz, der doch einer ist” beenden und wieder als Marke auftreten. Der VW-Konzern hat großes Interesse daran den neuen 1.6 Liter Motor in möglichst vielen Rennserien einzusetzen. Mit Skoda macht man das ja in der WRC, andere Serien sollen folgen. Die Marke Seat braucht den Renneinsatz eher, als VW, auch wenn dort auch noch nichts offiziell beschlossen ist, da man ja die gesamte Motorsportkoordination durch den Ankauf von Porsche neu sortiert. Klar ist aber, dass VW mehr denn je in den Motorsport investieren wird.

Sie Veranstalter hoffen, dass auch Nissan und Toyota spätestens 2012 in die Weltmeisterschaft einsteigen. Sicher ist man sich aber offenbar nicht, denn man hat mittlerweile klar gemacht, dass man 2011 noch mit dem alten Motor in der Serie starten darf, da man wohl Angst hat, dass man etliche Privatteams verlieren könnte und das Feld dann zu sehr ausdünnt.

Ich weiß nicht so recht, was ich vom Rennen erwarten soll. Die Strecke ist wie erwähnt nicht sonderlich toll in Sachen Überholen, auch wenn sie fahrerisch anspruchsvoll ist, was eine schnelle Runde angeht. Chevy scheint, wie in der BTCC, das beste Paket zu haben, also dürften die mit zwei Wagen vorne sein. Rob Huff muss in Valencia 10 Plätze nach hinten, wegen seines Startchrash mit Farfus und weil er im zweiten Rennen einen Seat von der Strecke geschoben hat. Ich hoffe, in Valencia sind wieder vernünftige Rennkommissare dabei.

Formelserien
Da der Kollege Vorsicht im Urlaub weilt und ich wenig Zeit habe, nur eine Kurzfassung in Form von News

- Pastor Maldonado ist GP2 Meister, was ja zu erwarten war. Überzeugt hat er mich nicht, die Saison war eh komisch. “Wunderkind” Jules Bianchi ging total unter und musste sich regelmäßig von seinem Teamkollegen Sam Bird demütigen lassen. Maldonado ist jetzt auch nicht gerade ein Riesentalent, vermutlich wird man ihn so schnell nicht in der Formel Eins sehen.

- Die mit Abstand beste Szene in Monza lieferte Christian Vietoris beim Start zum zweiten Rennen, als er aus der dritten Reihe startend alles und jeden hinter sich ließ.

Sowas sieht man ja auch eher selten. Vietoris hat auch eine eher maue Saison hinter sich, wird im nächsten Jahr mit ART oder Addax in Verbindung gebracht.

- In der GP3 ist Esteban Gutiérrez Meister. Der als das größte Talent aus Mexico seit den Rodríguez-Brüdern beschriebene neunzehnjährige hatte die Saison mit 5 Siegen und vier weiteren Podiumsplätzen relativ locker im Griff. Und das, obwohl das Starterfeld mit Rossi, Wickens, Jakes, Tambay oder van der Zande durchaus gut besetzt war. Logischerweise steigt er nun eine Klasse auf und wird vermutlich weiter für ART fahren.

- Am Wochenende steigt auch das Finale der Formel 2. Die Meisterschaft hat Dean “the new Mansell” Stoneman eigentlich relativ sicher in der Tasche. Joylon Palmer hat vor allem das letzte Rennen in Oschersleben komplett versemmelt und liegt nun 31 Punkte hinter Stoneman. Da an einem Wochenende theoretisch 50 Punkte zu holen sind, hat er aber noch eine Chance. Da Stoneman aber in diesem Jahr so gut wie keine Fehler gemacht hat, dürfte es schwer werden, ihn noch abzufangen. Er machte auch insgesamt das ganze Jahr den etwas aggressiveren Eindruck.

- Die F3 Euro Serie startet am Wochenende auch in Oschersleben. Hier führt Edoardo Mortara mit satten 24 Punkten Vorsprung vor Marco Wittman. Da man an einem Rennwochenende maximal 17 Punkte erreichen kann, ist das Italiener also fast durch. Natürlich kann man schnell einen Totalausfall haben, wenn man im ersten Rennen ausfällt und im zweiten Rennen von hinten starten muss. Aber von “hinten” bedeutet bei dem kleinen Starterfeld ja nur Platz 12, da hat man noch Chancen auf Punkte, wenn es gut läuft. Mortara kann am Wochenende aber mit ein wenig Glück die Meisterschaft schon für sich entscheiden.
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September 08 2010

05:47

Ferner liefen: Die Newshappen

# Karun Chandok hatte am letzten Wochenende die Ehre, die ersten Runden in einem Formel Eins auf der neuen Strecke in Korea zu drehen. Es wird viel spekuliert, ob man rechtzeitig zum Rennen überhaupt fertig wird, und nach Ansicht des Videos sind die Zweifel nicht gerade kleiner geworden. Wie man sehen kann, fehlt noch mindestens eine Asphaltlage, die Curbs und die gesamte Infrastruktur um die Strecke herum. Tribünen gibt es bisher nur an Start/Ziel. Nun sind Tribünen nicht das Problem, die kann man in einer Woche provisorisch erreichten. Weitaus schlimmer wiegt die Tatsache, dass auch vieles um die Strecke nicht fertig erscheint. Die FIA, die den Abnahmetermin eh schon in einem Verstoss gegen die eigenen Regeln weit nach hinten geschoben hat, will die Strecke nun endgültig um den 22.09 abnehmen. Keine Ahnung, wie so eine Abnahmeprozess aussieht, aber ich vermute mal, die FIA wird sehr oft beide Augen zumachen müssen. Der Kurs selber sieht zwar nicht schlecht aus, Überholmöglichkeiten gibt es aber nur am Ende der langen Geraden. (Don)


# Kamui Kobayashi, der in seiner kurzen F1-Laufbahn immer schon zwei schöne Spitznamen aufgesammelt hat (Kamikazeyashi und Cowboyyashi) wird auch 2011 für Spektakel sorgen. Das unbestritten größte Talent Japans seit Jahrzehnten wird auch weiter bei Sauber an den Start gehen. Wie es mit Pedro de la Rosa weitergeht, ist allerdings völlig unklar. Weder sein Input noch seine Ergebnisse scheinen eine Weiterverpflichtung zwingend erforderlich zu machen. Sponsoren hat er ja nun auch nicht gerade mitgebracht. Die Gerüchteküche vermeldet, dass Nick Heidfeld wieder bei Peter Sauber andocken könnte. (Don)

# Vielleicht kommt es aber auch anders: Peter Sauber wollte nämlich am Wochenende im Gespräch mit formula1.com auch nicht dementieren, dass er mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim, dem angeblich reichsten Mann der Welt, über einen Sponsorenvertrag verhandelt. Dessen Telekommunikationsunternehmen Telmex unterstützt seit geraumer Zeit zwei große mexikanische Talente: Den zweiten der aktuellen GP2-Wertung, Sergio Pérez und GP3-Überflieger Esteban Gutiérrez. Sollte der Deal tatsächlich zustande kommen, wären die beiden wohl heiße Kandidaten auf das zweite Cockpit. Gutiérrez hat sogar schon einmal für Sauber getestet – als Belohnung für den Formel BMW-Titel 2008. (Vorsicht)

# Die letzten Reifensätze, die Bridgestone in ihrer Eigenschaft als F1-Ausrüster mit an die Strecke nehmen wird, werden wie folgt aussehen:

Italien: Soft & Hard
Singapore: Super Soft & Medium
Japan: Soft & Hard
Korea: Soft & Hard
Brasilien: Super Soft & Medium
Abu Dhabi: Super Soft & Medium

Mutig erscheint vor allem die Wahl für Brasilien. Wenn es da heiß ist, dürften einige Teams schwere Kopfschmerzen bekommen. (Don)

# Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass sich die FIA wohl entschieden hat, im kommenden Jahr keinem weiteren Formel 1-Team die Starterlaubnis zu erteilen. Demnach habe letztlich keiner der drei Bewerber (Epsilon Euskadi, Villeneuve-Durango und Stefan F1) die notwendige Kombination aus technischen Fähigkeiten und finanzieller Unterstützung präsentieren können. Klarheit wird es vielleicht schon in ein paar Stunden geben, wenn der FIA -Weltrat die Ergebnisse seiner heutigen Sitzung veröffentlicht. (Vorsicht)

# Pirelli wird vermutlich in der GP2 und in der F1 die gleichen Reifenmischungen einsetzen. Wenn sie das machen, dürfte die Nachfrage nach den Daten bei den GP2 Team rasant ansteigen. (Don)

# Wenn man sich das NASCAR-Fahrerfeld so anschaut fällt einem auf, dass es im Sprintcup kaum hispanische, farbige oder weibliche Fahrer gibt. Dies ist anscheinend auch den NASCAR-Offiziellen beim Betrachten der Entry-Lists ins Gedächtnis gerufen worden. Nicht, dass es ein neues Problem wäre, aber man könnte es mal angehen. Die Diskussionen in Charlotte dazu dürften in etwa so ausgesehen haben:

NASCAR-Marketing-Mensch-1: Hey wir haben den Auftrag für mehr hispanische, farbige und weibliche Fahrer in die NASCAR zu sorgen. Allerdings müssen wir das auch gut vermarkten können, denn unsere TV-Ratings sinken, wir brauchen neue Zuschauerschichten.
NASCAR-Marketing-Mensch-2: Das heißt wir brauchen etwas neues, innovatives, marketing-starkes mit dem wir hispanische, farbige und weibliche Fahrer in die NASCAR holen können, mmh. Ich habs wir machen eine TV-Show!
NASCAR-Marketing-Mensch-1: Ja genau und zwar Reality-Tv, eine CASTING SHOW mit hispanischen, farbigen und weiblichen Nachwuchsfahrern!
NASCAR-Marketing-Mensch-2: Super Idee!

Ähm ja oder auch nicht. Das Format “Changing Lines” sieht folgendermaßen aus: 10 farbige, weibliche und hispanische Nachwuchsfahrer aus dem “NASCAR’s Drive for Diversity Programm” treten gegeneinander an, wo sie um 4 Plätze in einem Team konkurrieren. In welcher Serie konnte ich leider nirgendwo finden. Sie leben zusammen in einem Haus und werden einer nachdem anderen eliminiert. Das Grundkonzept dahinter ist die Hoffnung, dass so Sponsoren auf die Talente aufmerksam werden und sie unterstützen. Ausgestrahlt wird das Format übrigens nicht auf ESPN, Versus oder einem anderen Sports Network sondern auf dem Sender BET. BET steht für Black Entertainement Television und ist hauptsächlich ein Musiksender für afro-amerikanische Bevölkerungsgruppen in den USA. Ich bezweifel stark, dass dieses Konzept aufgeht.Quelle</a> . (Link gefunden bei <a href=" http:="" plugins="" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">www.allesaussersport.de) (Chaos)

# Freude bei Traditionalisten: 2011 werden die Indycars wieder auf der Milwaukee Mile Station machen. Wie die Autoweek recherchiert hat, wird der Deal wohl am kommenden Freitag bei der Präsentation des neuen IRL-Kalenders bekannt gegeben. Vermutlich werden dabei nur 16 der 17 geplanten Rennen vorgestellt: Wo das Saisonfinale stattfinden soll, ist nämlich noch unklar – CEO Randy Bernard verhandelt seit geraumer Zeit mit Las Vegas, als Ausweichmöglichkeit würde sich aber auch Fontana anbieten. Die sonstigen Änderungen am Kalender: Watkins Glen, Chicagoland, Kansas und Homestead fliegen raus. Baltimore, New Hamshire, Milwaukee sowie das angesprochene Saisonfinale sind dafür neu dabei. (Vorsicht)

# Die Kollegen von den TouringCarTimes berichten, dass SEAT 2011 wieder werksseitig in der WTCC einsteigen könnte. Als Antrieb würde dabei ein 1.6 Liter Turbomotor fungieren – und zwar der gleiche, den auch Schwestermarke Skoda in der IRC einzusetzen gedenkt. Wie von Don schon erwähnt, hat auch BMW in Oschersleben bestätigt, dass man den Kundenteams im kommenden Jahr einen 1.6 Liter Turbo samt Umbau-Kits bereitstellen wird. Noch nicht entschieden ist dagegen, ob die Münchner im kommenden Jahr auch ein Werksteam an der Start bringen werden. (Vorsicht)

# Wegen der Motorenumstellung soll es für die Teams im kommenden Jahr etwas mehr Vorbereitungszeit geben, als sonst: Wie motorsport-total.com in Erfahrung gebracht hat, wird die Saison 2011 erst am 20. März in Brasilien beginnen. Danach folgt Argentinien und der Beginn der Europa-Tournee. Marrakesch ist im Juni geplant, auch Oschersleben behält sein Rennen. Neu: Aller Wahrscheinlichkeit wird der drittletzte Lauf der Saison am Guandong International Circuit in China ausgetragen, bevor es dann weiter nach Japan (Suzuka) und zum traditionellen WM-Abschluss in Macao geht. (Vorsicht)

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