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December 30 2013

18:19

Michael Schumacher: Updates zum Unfall

Michael Schumacher hat bei einer Ski-Abfahrt einen schweren Unfall erlitten. Er liegt in einem künstlichen Koma, die Ärzte wagen kaum Prognosen abzugeben.

schumiDer siebenmalige Formel Eins Weltmeister Michael Schumacher kämpft um sein Leben. Was zunächst nach einem harmlosen Ski-Unfall aussah, entwickelte sich in den letzten 24 Stunden zu einem Drama. Erst heute wurde bekannt, wie kritisch es um das Leben von Schumacher steht. Auf einer Pressekonferenz wagten die Ärzte noch nicht mal eine Prognose, ob der Weltmeister den Unfall wird überleben können. Über Folgeschäden konnten sie schon gar keine Auskünfte geben. Wir werden in diesem Artikel und über Twitter immer wieder Updates geben, wenn sie von den Ärzten oder seiner Familie freigegeben werden. Der Übersicht wegen eine Zusammenfassung der Ereignisse.

29.12.2013
Bei einer Abfahrt in den französischen Alpen am Berg Saulire stürzte Schumacher abseits der Piste und schlug mit dem Kopf auf einen Stein. Schumacher trug einen Helm. Nach dem Unfall soll er ansprechbar gewesen sein, konnte aber nicht mehr richtig auf Fragen antworten. Schumacher wurde zunächst in eine Klinik nahe Albertville verlegt, von dort aus aber sofort in das Traumzentrum in Grenoble geflogen. Zunächst klangen die Meldungen wenig alarmierend, doch das sollte sich im Verlauf der nächsten Stunden ändern.

30.12.2013
Die behandelnden Ärzte in Grenoble haben eine Pressekonferenz gegeben. Darin gaben sie bekannt, das Schumacher ein
Schädel-Hirn-Trauma (SHT) erlitten hat. Über die genauen Verletzungen machten die Ärzte keine Angaben. Wohl aber klangen die Aussagen mehr als vorsichtig. Sein Zustand sei kritisch und nicht stabil, Prognosen könnten nur um Stundenabstand gemacht werden. Man sei nicht in der Lage detaillierte Angaben zu machen.

Der frühere Formel Eins Arzt Dr. Gary Hartstein erklärte die Aussagen der Ärzte in seinem Blog. Hier eine Übersetzung der wichtigsten Passagen:

“Was wissen wir bisher? Wir wissen, dass man Michael in einem tiefen künstlichen Schlaf hält und das man seine Körpertemperatur gesenkt hat. Dies ist Teil einer Strategie, um das Gehirn zu stabilisieren. Durch die Absenkung der Körpertemperatur erreicht man, dass das Gehirn weniger Sauerstoff benötigt” (Was Hartein meint: Weitere Anschwellungen können hierdurch verhindert werden, das Hirn wird “ruhiger gestellt”.)

Die Ärzte haben bestätigt, dass beide Hirnhälften vom Unfall betroffen sind, genaue Angaben hat man nicht gemacht. Hartstein hierzu. “Es kann drei Arten von Verletzungen geben. Erstens: das Hämatom (der Bluterguss) selber. Diese Ansammlung von Blut kann durch eine Operation entfernt werden (was schon geschehen ist). Michael wird permanent auf weitere Blutergüsse gescannt.”

“Zweitens gibt es Quetschungen. Diese sind grundsätzlich schwarz-blauen Flecken im Gehirn. Sie resultieren aus den stumpfen Kräften, und bestehen im Bereichen der Schwellung aus Blut, das aus den Gefäßen in das Gewebe eingedrungen ist. In der Regel nicht so schlimm, hinterlässt aber manchmal kleine Hohlräume.”

“Der dritte Typ von Verletzungen ist der mikroskopischen Ebene. Sie bestehen aus Schäden an den Bündeln von “Kabel” (Axon), also Gruppen von Gehirnzellen. Diese Art von Schäden nicht ohne weiteres mit Standard-Bildgebung sichtbar, werden aber oft mit “mangelhaft neurologischen Ergebnis” assoziiert. Diese Läsionen werden nicht speziell behandelt, vielmehr bemüht man sich sie nach klassischen neurointensiven Grundsätzen zu behandeln.”

Wie erwähnt gibt es keine genauen Angaben über die tatsächlichen Verletzungen. Die Aussagen der Ärzte lassen den Schluss zu, dass Schumacher in großer Lebensgefahr schwebt und die Ärzte nur abwarten können. Über mögliche Folgeschäden zu spekulieren verbietet an dieser Stelle zum einen der Anstand, zum anderen sind derartige Aussagen zum jetzigen Zeitpunkt auch gar nicht machbar. Das gilt auch für die Heilungschancen.

Um dennoch etwas positives sagen zu können, sei an Cristiano da Matta erinnert. Der ehemalige Champ-Car Pilot kollidierte 2006 bei Testfahrten in Road America mit einem Hirsch. Er erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und lag knapp vier Wochen auf der Intensivstation. Nach einer intensiven Reha konnte da Matta 2008 wieder Rennen fahren.

Das gesamte Racingblog Team drückt Michael Schumacher alle Daumen und wir senden unsere besten Wünsche an seine Familie.

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July 30 2012

05:57

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2012

Das Rennen gehörte eher zu den schwächsten der Saison, hat dafür aber die WM etwas spannender gemacht Hamilton hat wieder Chancen und Kimi Räikkönen ist auch dran.

Wenn Jacques Schulz bei sky von einem “Taktik-Klassiker” spricht, dann kann mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass sich auf der Strecke nicht viel tut. Und so war es dann auch in Ungarn, wo der versprochene Regen nicht kam und die Teams im Rennen lange auf ihre Reifen achten mussten. Aber dennoch gab es viel Bewegung im Feld, was vor allem Kimi Räikkönen zu verdanken war, der ein grandioses Rennen hinlegte. Damit zeigte er auch, dass er und Lotus auch in der WM ein Wörtchen mitreden wollen. Die Gegner sollten aufpassen, denn Kimi liegt nur noch 48 Punkte hinter Alonso und das große Update mit dem Doppel-DRS wird erst in Spa im Rennen eingesetzt. Den Sieg verschenkte Lotus aber mal wieder in der Quali.

Während Romain Grosjean auf P2 fahren konnte, blieb Räikkönen auf P5 stecken – und damit mitten im Gewühl um Alonso, Button und Vettel. Daraus resultierte dann ein ziemlich großer Zeitverlust, den Räikkönen erst wieder wett machen musste. Zeitweise lag er, ohne Boxenstopp-Bereinigung, 13 Sekunden hinter dem Lewis Hamilton, während Grosjean den Abstand zum Briten einigermaßen klein halten konnte. Dem Franzosen fehlen im Rennen aber immer noch die Erfahrung und die Fehlerlosigkeit, die einen Kimi Räikkönen auszeichnen. Wäre der Finne von P2 gestartet, hätte er siegen können. Der Lotus konnte mit den weichen Reifen längere und schnellere Stints fahren, als der McLaren. Räikkönen dampfte den Vorsprung von Hamilton vor dem letzten Reifenwechsel von 9 auf 3 Sekunden ein. Man kann sich vorstellen, was er gemacht hätte, wenn er wie Grosjean auf P2 gelegen hätte. Sensationell war auch sein Manöver gegen den Teamkollegen nach seinem letzten Stopp. Auf brandneuen Reifen, bremste er vor der Haarnadel spät und drängte Grosjean nach außen. Der musste da klar Lehrgeld zahlen.

Der Franzose fuhr dabei nicht mal ein schlechtes Rennen. Er verteidigte seine Position am Start klug und ließ Hamilton nie aus den Augen. Nach dem ersten Stopp versuchte er mit seinen weichen Reifen den McLaren unter Druck zu setzen, doch Lewis konnte sich vorne schadlos halten. Ein Grund dafür war auch, dass man in Ungarn nicht überholen kann, wenn der Gegner keine Fehler macht. Auch die Vorverlegung der DRS-Linie um knapp 200 Meter änderte daran nicht. Das Problem: Man kommt zwar an Gegner auf bis einer halben Sekunde ran, danach ist aber Schluss, weil man in den Kurven zu viel Abtrieb auf der Vorderachse verliert. Die Folge: Untersteuern, überhitzte Vorderreifen woraus sich ein Teufelskreis ergibt. Hamilton wäre es genauso ergangen, hätte er hinter Räikkönen gelegen.

Das Lotus stark sein würde, hatte man erwartet. Auch das Red Bull, nach dem Verbot des Drehmoment-Mappings, nicht ganz vorne mitspielen konnte, war keine Überraschung. Das Ferrari aber so große Probleme hatte, war dann schon überraschend. Die schlechte Quali-Performance war eine Sache, aber auch im Rennen ging nichts nach vorne. Alonso konnte im ersten Stint Vettel nicht halten und musste sich eher nach hinten orientieren. Nach dem Rennen bekannte er, dass einfach nicht mehr drin. Dabei waren die hohen Temperaturen durchaus nicht schlecht für Ferrari, aber es war wohl der Kurs, mit dem der F2012 nicht klar kam. Die Ferrari-Führung hatte so etwas vor dem Rennen schon befürchtet, nach der Sommerpause wird es wohl weitere Updates geben. Immerhin – mal abgesehen vom Rennen in Singapur folgen nur noch Strecken, auf denen der Wagen besser aussehen wird.

Red Bull kämpfte, versuchte es mit einer 3-Stopp-Strategie, die aber nichts brachte. Webber war nach dem Start auf P7, am Ende landete er hinter Senna auf P8. Da hatte man sich eindeutig verzockt. Bei Vettel lief es besser. Er verlor den Start gegen Button, den man aber auch auf die riskante 3-Stopps setzte und der zu allem Übel nach seinem zweiten Stopp hinter Perez hängen blieb, was ihm etliche Sekunden kostete. Damit rückte P3 wieder in Reichweite, wäre da nicht Räikkönen gewesen, der an Vettel und Button mit seinem grandiosen Mittelstint an der Box vorbei schlüpfte. Red Bull sah zu keiner Sekunde so aus, als habe man eine Chance auf den Sieg, weder in der Quali, noch im Rennen. Da wartet viel Arbeit in der Sommerpause.

Mercedes spielte erwartungsgemäß keine Rolle. Man hielt sich bedeckt bei der öffentlichen Begründung, und sprach von allgemeinen Problemen. Vielleicht stimmt das, wenn man den Wagen als “allgemeines Problem” nimmt. Die Rundenzeiten waren kaum der Rede wert. Rosberg schob sich mit einem guten Start auf P11 vor und schnappte sich dann Hülkenberg für P10. Das war es dann auch schon. Schumacher verursachte einen Start-Abbruch, weil sein Motor ausgegangen war, startete aus der Boxengasse, bekam dann auch noch eine Durchfahrtsstrafe und stellte den Wagen, auf P17 liegend, dann kurz vor Ende des Rennens ab. Ein Debakel, vor allem wenn man sieht, dass vor Rosberg dann ein Bruno Senna lag. Der neue Aerodynamiker, Mark Ellis, wird eine Menge Arbeit haben.

Die Force India fuhren beide ein unauffälliges Rennen. Für Hülkenberg wäre mehr drin gewesen, wenn er in Q3 nicht gepatzt hätte. Der zehnte Startplatz war einfach nicht gut genug, der notorisch hohe Reifenverschleiss des Wagens ließ kaum Spielraum bei der Strategie. Mit einem Startplatz um P6 rum, was zeitlich drin gewesen wäre, hätte er auf der Höhe von Senna gelegen.

Dem Brasilianer gebührt ein großes Lob. Am Williams wird es nicht mehr allzu viele große Updates geben, daher sind die Punkte, die man jetzt einfährt, um so wichtiger. Während Maldonado weiter seiner Form hinterher fährt, kommt Senna immer besser in Fahrt. Er schaffte den Sprung in Q3 und konnte im Rennen auch dem Druck von Webber standhalten, der auf besseren Reifen hinter ihm lag. Maldonado kämpfte lange um P11 herum und ärgerte sich mit Paul di Resta herum. Mit einem Überraschungsangriff setzte sich der Williams neben den Schotten und schob ihn am Kurvenausgang leicht raus. Das Manöver war hart, aber auch nicht schlimmer als das, was Räikkönen mit Grosjean angestellt hatte. Weil der Venezuelaner gerade auf Kriegsfuss mit der Rennleitung steht, verpasste diese ihm einen Durchfahrtsstrafe. Eine zu harte Bestrafung, absolut unnötig. Auch wenn Maldonado auf der Strecke schon mal den Rüpel gibt, diese Aktion war völlig ok.

Von Sauber war in Ungarn nichts zu sehen. Nachdem sehr guten Rennen in Hockenheim, ging das Team aus der Schweiz in Ungarn ziemlich ein. Weder in der Quali noch im Rennen konnten Perez und Kobayashi vernünftige Rundenzeiten in den Asphalt brennen. Vermutlich litt der Wagen wie der Mercedes unter der Hitze, aber am Reifenverschleiss kann es nicht gelegen haben. Vielleicht hat man in der kurzen Testzeit am Freitag ein falsches Setup gewählt.

Der Sieg von Hamilton hätte für McLaren zu keinem späteren Zeitpunkt kommen dürfen. In der Team-WM liegt man 53 Punkte hinter Red Bull und nur 1 (!) Punkt vor Lotus. In der Fahrer-WM sieht es jetzt so aus:

Alonso 164
Webber 124 (-40)
Vettel 122 (-42)
Hamilton 117 (-47)
Räikkönen 116 (-48)

Wie man sieht, ist es durchaus noch eng. Bei noch acht ausstehenden Rennen, kann einiges passieren, auch wenn Alonso weiterhin eine sehr beruhigende Führung hat. Und man sieht, wie gut Räikkönen in diesem Jahr ist. Wer hätte gedacht, dass er zur Mitte der Saison auf WM-Kurs liegt?

Die F1 geht in eine vierwöchige Sommerpause und startet wieder Ende August mit dem Rennen in Spa. Von mir gibt es in den nächsten eine kleine Halbzeit-Analyse.

Lewis Hamilton at Hungarian Grandprix F1 Grand Prix of Hungary - Qualifying F1 Grand Prix of Hungary - Qualifying F1 Grand Prix of Hungary - Qualifying F1 Grand Prix of Hungary - Practice F1 Grand Prix of Hungary - Practice F1 Grand Prix of Hungary - Practice F1_UNG_2012_7 GP UNGHERIA F1/2012 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Hungary Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_UNG_2012_13 F1_UNG_2012_15 Jenson Button at Hungarian Grandprix F1_UNG_2012_17 F1_UNG_2012_18 F1_UNG_2012_19 F1_UNG_2012_20 2012 Hungarian Grand Prix - Saturday 2012 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_UNG_2012_23 F1_UNG_2012_24

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July 23 2012

05:21

Formel Eins: Analyse GP Deutschland 2012

Ferrari war wie erwartet bärenstark in Hockenheim, McLaren zeigte, dass die Updates funktionieren und Red Bull hatte jede Menge Ärger mit den Rennkommissaren.

Der Ärger für Red Bull ging schon vor dem Rennen los. Cirka drei Stunden vor dem Start sickerte im Paddock durch, dass die Rennkommissare einige Probleme mit den Telemetrie-Daten von Red Bull hatten. Genau ging es um die Drehmomentwerte im mittleren Drehzahlbereich. Offenbar entwickelte sich das Drehmoment nicht linear zur Drehzahl des Motors, bzw. zur Pedalstellung. Im Grunde versuchte Red Bull das Verbot des angeblasenen Diffusor zu umgehen. Wie genau der Trick aussah, ist leider nicht bekannt. Nach langem hin und her beschloss die FIA, dass das Mapping von Red Bull nicht erlaubt, aber auch nicht verboten sei, da sie eine Lücke im Reglement ausnutzten. Klar ist aber, dass die FIA die Regeln für das Rennen in Ungarn anpassen wird. Aber der Ärger ging für Red Bull nach dem Rennen weiter. Zuvor lieferte Ferrari eine ziemlich beeindruckende Show ab.

Mein Tipp, dass die Ferrari in Hockenheim stark sein würden, bewahrheitete sich dann auch mal. Die Strecke und das Wetter passten perfekt auf den F2012, der sich in den letzten Rennen stark verbessert gezeigt hat. Alonso zog am Start locker in Front, konnte während des Rennens aber weder Vettel noch Button abschütteln. Normalerweise versucht man seinen Vorsprung auf 5 bis 8 Sekunden auszudehnen, aber davon war Alonso weit entfernt. Sein Glück war, dass der Ferrari innerhalb der langen DRS-Zone schnell genug war, um vor dem Red Bull und dem McLaren zu bleiben. Auch bei der Strategie machten die Italiener keine Fehler. Die 2-Stopp-Strategie war richtig, ebenso die Entscheidung, zwei mal auf die “Medium” Mischung zu setzen. So blieb man mit Vettel auf Wellenlänge. Eventuell könnte man Red Bull den Vorwurf machen, im zweiten Stint nicht auf die “Soft” Mischung gesetzt zu haben. Damit hätte Vettel den Spanier eigentlich schnappen müssen, allerdings wäre sein letzter Stint auf den Medium dann sehr lange geworden. Zu dem zeigten die Rundenzeiten in diesem Moment des Rennens, dass die härtere Mischung die besseren und vor allem konstanteren Rundenzeiten lieferte.

Es war kein leichter Sieg für Alonso, da er, bis wenige Runden, immer unter Druck stand. Ferrari scheint aber im Moment die richtige Balance aus Speed und Reifenverschleiss zu haben, gleichzeitig kommt der Wagen auf allen Strecken gut klar. Was er bisher nicht mag sind Temperaturen unter 20 Grad, da man dann die Reifen nicht mehr richtig aufheizen kann. Den schnellsten Wagen hatte man aber nicht unbedingt. Zum einen gelang Schumacher mit frischen weichen Reifen und leerem Tank die schnellste Runde, zum anderen gelang es Jenson Button einen Rückstand von knapp 8 Sekunden nach den ersten Runden zu beseitigen. Wie Vettel vorher steckte er aber in der dirty air des Ferrari fest.

McLaren hatte ein großes Updatepaket mit nach Deutschland gebracht. Die Seitenkästen fallen nun steiler nach unten und haben einen leichten Undercut, ähnlich dem von Red Bull. Auch die Auspuffanlage und der Unterboden sind neu. Um so mehr ärgerte sich McLaren über den verregneten Freitag, an dem man weniger ausprobieren konnte, als vorher. Offensichtlich liefert die neue Variante mehr Abtrieb und sorgt so dafür, dass die Reifen besser auf Temperatur kommen. Ein Grund auch dafür, warum Jenson Button in Hockenheim wieder aus der Versenkung auftauchte.

Der Brite fuhr ein sehr gutes Rennen, kämpfte sich von P6 gestartet auf P2 nach vorne. Allerdings fiel auf, dass ihm am Ende die Reifen ausgingen und Vettel, der schon 2.5 Sekunden hinter lag, konnte wieder aufschliessen. Und dann kam dann die Szene, die nach dem Rennen noch für Ärger sorgte. Ausgangs der Haarnadel, wenige Runden vor Schluss, versuchte Vettel außen an Button vorbei zu gehen. Der drückte den Deutschen etwas raus, Vettel war mit allen vier Reifen hinter der weißen Linie, überholte Button aber dennoch. Nach dem Rennen entschieden die Kommissare dann, dass Vettel dafür eine 20 Sekunden Strafe bekommen würde. Er fiel damit von P2 auf P5 zurück.

Man kann nicht darüber streiten, dass Vettel sich außerhalb der weißen Linie einen Vorteil verschafft hat. Ich darf aber an Bahrain erinnern, wo Hamilton selbiges mit Rosberg machte, nach dem dieser den Briten weit raus gedrückt hatte. Damals sah man von einer Strafe ab, weil Hamilton während des Vorgangs schon vor Rosberg gelegen hatte. Vettel war am Ausgang der Kurve aber hinter Button. Kann man bestrafen, muss man aber nicht. In diesem Fall wäre es vielleicht fair gewesen, die Strafe auf 10 Sekunden zu beschränken, dann wäre Vettel auf P3 zurück gefallen.

Klar war während des gesamten Rennens, dass Ferrari, Red Bull und McLaren im Moment gleich schnell unterwegs sind. Es gibt Unterschiede, je nach dem, wie der Reifenverschleiss ist, das gleicht sich aber über eine Renndistanz wieder aus. Hamilton, der schon in der ersten Runde einen Reifenschaden hatte, zeigte im Rennen, dass auch er vorne hätte mitfahren können. Sein Überholmanöver gegen Vettel, als er eine Runde zurücklag, bezeichnete der Deutsche als “Idiotisch”, was man auch so sehen kann. Ich verstehe auch nicht, warum Hamilton zu diesem Zeitpunkt sich in den Führungskampf einmischte. Um zu beweisen, dass er hätte mithalten können, hätte es auch ausgereicht, wenn er sich ins Heck von Vettel geklemmt hätte. Allerdings: Falsch gemacht hat Hamilton nichts, die blaue Flagge gilt nur, wenn man langsamer ist.

Hinter den Top 3 ging es bis Runde 40 sehr eng zu. Das Schumacher P3 nicht würde halten können, war schon vor dem Rennen klar. Räikkönen und Button waren deutlich schneller und dementsprechend fiel er auf P5 zurück. Dass er sich am Ende aber auch beiden Sauber geschlagen geben musste, war dann doch etwas überraschend. Interessant war es auch deswegen, weil Kobayashi auf einer 2-Stopp-Strategie unterwegs waren. Schumacher stoppte in Runde 14, 36 und 52. Kobayashi, der von P12 gestartet war, stoppte in Runde 22 und 43. Perez, der auf P6 ins Ziel kam, stand in Runde 17 und Runde 40. Überhaupt zeigte sich die 2-Stopp-Strategie überlegen. Auch wenn die Gesamtstandzeit in Hockenheim relativ gering ist, das Problem waren die Reifen. Die “Medium” Mischung war der “Soft” nicht so weit unterlegen, wie man erhofft hatte. Schumacher gelang am Ende zwar die schnellste Runde, kam aber an den Sauber nicht mehr vorbei. Der Fehler lag dabei in der Strategie von Mercedes, die aber wohl nicht anders konnten, als drei Stopps zu machen, da sie mal wieder Probleme mit dem Reifenverschleiss hatten.

Sauber holte mit der Strategie das Maximum raus. Immerhin schob man Kobayashi und Perez auf P4 und P6, nachdem beide in der Regen-Quali nicht gut aussahen. Interessant ist der Vergleich mit Hülkenberg, der von P4 gestartet war. Er lag lange in Top 5, doch dann schlug die Strategie zu. Weil der Sauber besser mit den Reifen umgeht, musste Force India wie Mercedes auf 3-Stopps setzen. Das kostete Hülkenberg viel Zeit und so landete er nur auf P9. Di Resta erging es noch schlechter, er verlor durch den letzten Stopp seine Position in den Top 10 und kam auf P11, da er sich Nico Rosberg geschlagen geben musste. Rosberg gelang ein gutes Rennen, immerhin musste er von P22 starten. Allerdings fiel auch auf, dass er in seinem Mittelstint um P12 stecken blieb und nicht weiter nach vorne kam. Der Speed des Mercedes ist zwar besser als der des Force India, aber nur gerade so.

Ein zähes Rennen hatte auch Mark Webber, der kaum von der Stelle kam. Er startete als Achter und landete am Ende auch dort. Im Gegensatz zu Vettel schien der RB8 nicht die Rundenzeiten zu bringen, die man aus den letzten Rennen gewohnt war.

Weitere Fahrer:

- Pastor Maldonado ging völlig unter. Immerhin von P5 gestartet, landete er am Ende nur auf P15. Auch bei Williams versuchte man es mit einer 3-Stopp-Strategie, aber dem Williams fehlte dafür die Geschwindigkeit. Er wurde nach und nach durch gereicht.

- Bruno Senna hatte wie Hamilton ein Problem in der ersten Runde und fiel auf den letzten Platz zurück. Bemerkenswert waren seine Runden nach dem Stopp. Er kam kurz vor Alonso auf die Strecke, konnte sich aber vor dem Führungsduo halten und fuhr teilweise schnellere Zeiten. Immerhin ein Lichtblick für Williams.

- Romain Grosjean hatte ebenfalls einen Nasenwechsel und fiel danach nicht weiter auf

- Felippa Massa zerstörte sich seinen Flügel am Start an einem Toro Rosso, konnte sich aber immerhin auf P12 zurück kämpfen. Für Ferrari dennoch ärgerlich, weil man wichtige Punkte in der Team-WM verlor.

- Beide Toro Rosso sind weiter zu langsam und spielen auch im Mittelfeld kaum eine Rolle.

- Caterham war im Rennen wieder etwas besser, aber es fehlt weiterhin der entscheidende Schritt nach vorne.

In einer Woche geht es schon weiter, dann steht der GP von Ungarn auf dem Programm.

F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1 Grand Prix of Germany - Qualifying GP GERMANIA F1/2012 GP GERMANIA F1/2012 GP GERMANIA F1/2012 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany Motor Racing - Formula One World Championship - German Grand Prix - Race Day - Hockenheim, Germany Motor Racing - Formula One World Championship - German Grand Prix - Race Day - Hockenheim, Germany F1_HOC_2012_12 F1_HOC_2012_13 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Grand Prix of Germany F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1 Grand Prix of Germany - Qualifying F1_HOC_2012_18 F1_HOC_2012_19 F1_HOC_2012_20 2012 German Grand Prix - Saturday 2012 German Grand Prix - Friday F1_HOC_2012_23 F1_HOC_2012_24 GP GERMANIA F1/2012
Bilder: Ferrari, DaimlerAG, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Williams, Sauber, McLaren, Lotus, Force India, Caterham, Marussia

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November 29 2011

09:27

Formel Eins: Analyse GP Brasilien 2011

Ein Klassiker war das nicht gerade, den man in Brasilien sehen konnte. Dafür gab es erstaunlich viel Überholmanöver und einen Überraschungssieger.

Mark Webber hatte man jetzt nicht ganz oben auf dem Podium erwartet, denn auch in Sao Paulo hatte ihn sein Teamkollege mal wieder locker im Griff. Wo Webber scheinbar auf der letzten Rille unterwegs war, nahm ihm Vettel immer noch ein paar Zehntel ab. Und auch im Rennen sah alles nach einem bequemen Sieg für den Weltmeister aus. Schnell hatte er sich paar Sekunden abgesetzt, Webber wiederum konnte Button, Alonso und Hamilton auf Distanz halten. Doch aus dem perfekten Saisonende für den Deutschen wurde nichts. Schon nach ein paar Runden meldete die Box, dass Vettel mit Getriebeproblemen zu kämpfen hatte. Vettel verlor Runde um Runde Zeit, ließ Webber passieren und verlor auch den Kontakt nach vorne. Seine Rundenzeiten waren aber immer noch so gut, dass er den Rest des Feldes locker distanzieren konnte. Hat Red Bull da etwas am Ende geschummelt und Webber den Sieg geschenkt?

Laut Christian Horner wusste man schon seit der fünften Runde, dass es ein Problem mit dem Getriebe von Vettel geben würde. Laut der Telemetriedaten verlor er Öl, das Getriebe erhitzte sich zu dem sehr stark. Man wies Vettel aber erst später an, mit dem Tempo etwas runter zu gehen, weil man abwarten wollte, wie das Getriebe sich machen würde. Gleichzeitig war man sich ziemlich sicher, dass das Getriebe nicht die volle Distanz durchhalten könnte. Webber informierte man zunächst nicht. Erst als der Ölstand neue Tiefstwerte erreichte, das Getriebe aber in Runde 30 immer noch hielt, besann man sich wohl darauf, es bis zum Ende zu versuchen. Also schob man Webber nach vorne, während Vettel versuchen sollte, den zweiten Platz zu halten, was bis zur letzten Runde wohl nicht sicher war. Soweit Red Bull.

Tatsache ist, dass Vettel nicht der einzige mit Getriebeproblemen war. Hamilton fiel mit einem zerbröselten Getriebe komplett aus, bei Paul di Resta verabschiedeten sich zwei Gänge. Am Ende einer langen Saison ist das Material ziemlich verbraucht, neue Teile können und werden nicht mehr eingebaut, weil man sonst eine Strafe riskiert. Ein neues Getriebe im letzten Rennen einzusetzen macht aus Kostengründen auch keinen Sinn. Es ist also sehr gut möglich, dass die Version von Red Bull der Wahrheit entspricht.

Es gibt natürlich viele, die der Meinung sind, dass man Webber den Sieg geschenkt habe. Doch da stellt sich die Frage: Wozu? Um Webber für seine Dienste im Jahr zu danken? Webber hatte in diesem Jahr keinen Sieg einfahren können, da Vettel ihm keine Chance ließ. Auch war und ist er sich bewusst, dass Vettel im RB7 nicht zu schlagen ist. Einem sehr kompetativen Fahrer wie Mark Webber einen Sieg zu schenken, ist eine größere Beleidigung. Und so fies ist dann Helmut Marko auch nicht.

Während Red Bull vorne ungefährdet unterwegs sein konnte, war es um Platz 3 doch etwas enger. Nachdem Ausfall von Hamilton, der ein zähes Wochenende hatte, kämpften Alonso und Button um den Trostpreis. Button machte auch am Renntag mal wieder eine gute Figur, an Alonso kam er aber nicht wirklich vorbei. Also entschloss man sich bei McLaren zu einer etwas ungewöhnliches Taktik, in dem man die “Medium” Reifen im vorletzten Stint einsetzte. Weil Ferrari mit dem “Medium” aber nicht klar kommt, diesen Satz Reifen für den letzten Stint zurück gehalten, war die Sache eher klar. Button musste zwar alles aus dem McLaren rausquetschen, aber als er an Alonso dran war, konnte der Spanier sich nicht wehren. Durch das Überholmanöver verlor er auch Platz 3 in der WM. Für den kann man sich aber eh nichts kaufen und außerdem spart er sich die weite Reise nach Indien zum FIA Bankett und der Preisverleihung in ein paar Wochen.

Von Massa sah man bei seinem Heim GP auch nichts. Er wirkte ziemlich müde, fuhr ein uninspiriertes Rennen und als sein Lieblingsgegner Hamilton weg war, passierte um ihn herum auch nichts mehr. Die Saison war mal wieder eine einzige Enttäuschung. Und wie schlecht sie war wird daran deutlich, dass Massa der erste Ferrari-Pilot seit 1981 (Didier Pironi) ist, der es in einer Saison nicht aufs Podium geschafft hat.

Weiter hinten gab es zumindest die Überraschung, dass Adrian Sutil Platz 6 holen konnte und damit Nico Rosberg schlagen konnte. Die beiden hatten etwas unterschiedliche Strategien, wobei Mercedes seit einigen Rennen mit Rosberg erstaunlich oft falsch liegt. Schumacher hatte den Rennunfall mit Senna, was beiden das Rennen zerstörte. Aber Force India zeigte mal wieder, dass man ganz klar zum fünfbesten Team geworden ist, was für einen so kleinen Rennstall eine sehr feine Leistung ist.

Sauber setzte sich, trotz einer miserablen Quali, gegen Toro Rosso in der Meisterschaft durch. Man kann sich allerdings bei Kobayahsi bedanken, der die nötigen Punkte holte, in dem er ein unauffälliges Rennen fuhr. Beide Toro Rosso liefen im Renntrimm nicht schlecht, aber auch nicht gut. Dass Petrov mit dem lahmen Renault noch vor beides Toro Rosso landete, mag dafür ein deutliches Zeichen sein.

Das vermutlich letzte Rennen von Barrichello verlief auch eher mau, mehr als Platz 14 war nicht drin. Immerhin hatte er mal seinen Teamkollegen im Griff. Das wird ihm bei Williams aber wohl auch nicht mehr helfen, denn so wie es aussieht, wird man wohl doch Adrian Sutil holen.

Ein gutes Rennen hatte mal wieder Kovalainen im Lotus. Er konnte immerhin Bruno Senna hinter sich halten, der nach der Kollison mit Schumacher eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Aber dennoch – eine sehr gute Leistung. Tony Fernandes bekannte nach dem Rennen, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen sei. Der 10. Platz in diesem Jahr bedeuten, dass er endlich an der Gewinnausschüttung der Formel Eins teilhaben kann, da man im ersten Jahr ja nichts bekommt. Und die Ausschüttung ist deftig. Fernandes bestätigte 30 Millionen Dollar.

Damit ist die F1-Saison 2011 Geschichte. Es war eine lange Saison, man konnte allen Beteiligten am Ende die Müdigkeit ansehen. Und es wird ein sehr kurzer Winter. In knapp 10 Wochen geht die Testsaison schon wieder los.

(Bilder schiebe ich nach, wenn ich es schaffe)

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November 24 2011

17:30

Formel Eins: Vorschau GP 2011

Das letzte Rennen einer ungewöhnlich langen Saison steht auf dem Programm. In der WM geht es noch um zwei Entscheidungen.

Dass der Saisonabschluss wieder in Brasilien stattfindet, kann man nur begrüßen. So imposant die Anlange in Abu Dhabi auch sein mag, ein traditioneller Kurs, wie der von Sao Paulo macht doch dann irgendwie mehr Spaß. Interlagos ist etwas in die Jahre gekommen, besonders die Boxenanlage und Teile der Auslaufzonen, aber sie ist immer noch eine spektakuläre Strecke, die die meisten Fahrer auch mögen. Zudem ist der Kurs immer wieder für eine Überraschung gut, auch wenn es mal nicht um die Meisterschaft (2007/2008) geht. Im letzten Jahr stand, in einer etwas chaotischen Qualifikation, Nico Hülkenberg auf der Pole, und auch in diesem Jahr verspricht das Wetter eine große Rolle zu spielen, so dass das Rennen mehr oder weniger schwer vorherzusagen ist.

Klar ist – es geht mal wieder darum, die Red Bull zu schlagen. Vettel gewann hier im letzten Jahr vor Webber und Alonso, die beiden McLaren mit Hamilton und Button wurden auf die Plätze 4 und 5 verwiesen. Bei trockenen Bedingungen dürfte das Rennergebnis in diesem Jahr ähnlich aussehen, allerdings sind die McLaren deutlich stärker und vor allem Hamilton dürfte nach seinem Sieg in Abu Dhabi und seiner verkorksten Saison, noch auf einen weiteren Sieg scharf sein. Sollte das Wetter wieder wechselhaft sein, kann sein Geld vermutlich wieder auf Jenson Button setzen. Red Bull dürfte es schwerer haben, als ihnen lieb ist. Für Button ist das Rennen durchaus noch wichtig, der er kann Vize-Weltmeister werden. Er führt mit 10 Punkten vor Alonso, das sollte sich also, wenn es er keinen Unfall oder Defekt hat, für ihn ausgehen. Der “best of the rest” zu sein bringt McLaren und Button zwar auch nichts, ist aber ein ein halbwegs versöhnliches Ergebnis.

Mercedes wird sich dahinter einreihen, sollte Rosberg nicht ausfallen, wird er in der WM auch mal wieder vor Schumacher landen. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr, ist die Sache in diesem Jahr etwas knapp. Rosberg hat 83, Schumacher 76 Punkte. Interessanterweise war die Saison von Mercedes 2011 noch schlechter, als 2010. Da konnte man in der 214 Punkte holen, dieses Jahr werden es selbst mit einem Doppelsieg in Brasilien maximal 202 Punkte. Im Moment steht man bei 159 Punkten. Dabei hatte ich eher den Eindruck, dass die Saison dieses gefühlt etwas besser lief.

Spannend wird es noch um Platz 6, 7 und 8 in der Team-WM. Stand ist dort folgender:

6. Force India 57
7. Sauber 42
8. Toro Rosso 41

Theoretisch kann man Force India noch abfangen, praktisch wird das schwer, da Sutil und di Resta in den letzten Rennen sehr gut unterwegs waren. Für Vijay Mallya wäre der 6. Platz ein tolles Ergebnis, immerhin ist man damit bestes Privatteam. Aber im Rennen sollte man Sauber und Toro Rosso im Auge behalten, für beide Teams geht es hier auch um sehr viel Geld, da die Team-Wertung auch festlegt, wie viel der Transportkosten übernommen werden und wie viel Anteil man an den TV-Geldern bekommt.

Vom Rennen darf man also durchaus etwas erwarten, zumal Pirelli mal wieder einen neuen Reifen mitbringt. Man setzt auf die Mischungen Soft/Medium, wobei die “Soft” Mischung neu ist. Sie soll etwas härter sein, was die thermische Langlebigkeit erhöht. Damit kann man dann länger draussen bleiben, der Abstand zu den Medium ist damit auch nicht mehr so groß. Wegen der kurzen Boxenein- und Ausfahrt wird man (bei Trockenheit) sicher um die drei Stopps sehen, aber Teams wie Force India und Sauber könnten auch auf nur einen Stopp setzen, da der Zeitverlust mit dem Medium vor allem in der letzten Hälfte des Rennens nicht mehr so groß sein wird.

Eine DRS-Zone(pdf) gibt es auch. Man hat sich für die zweite Gerade entschieden, nach den ersten beiden Kurven. Aktiviert wird sofort nach Turn 3, die Zone ist dann 600 Meter lang, was etwas knapp ist. Dennoch hat man vor allem Eingangs Turn 4 immer wieder gute Überholmanöver gesehen.

Ein paar Fakten:

- Topseed 323 km/h (mit DRS), 311 km/h (ohne)
- Vollgasanteil 60% (normal/hoch)
- Gesamtverbrauch 144 (normal/niedrig)
- Verbrauch pro Runde 2 Kilo (niedrig)
- Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,33 Sekunden (Normal)
- Bremsen pro Runde: 16% (niedrig)
- Zeitverlust beim Boxenstopp: ca. 20 Sekunden

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November 10 2011

15:53

Formel Eins: Vorschau GP Abu Dhabi

In Abu Dhabi steht mal wieder ein Nachtrennen auf dem Programm. Und die Frage, wer die Red Bull schlagen kann

Zum dritten Mal wird das Rennen auf dem neu gebauten Kurs in Abu Dhabi ausgetragen und bisher hat es dort nur einen Sieger gegeben: Sebastian Vettel. Dem Red Bull scheint der Kurs mit seinen sehr langen Geraden offenbar gut zu liegen, also ist Vettel auch in diesem Jahr der Top-Favorit. Es dürfte schwer werden, den Deutschen zu schlagen, zu mal die anderen Teams auch nicht gerade mit wenig Problemen unterwegs sind. Ferrari hat das Jahr abgehakt und testet nur noch Material für 2012, bei McLaren hat Hamilton die Saison schon geistig beendet. Die Luft ist überall ein wenig raus, daher sollte man in den letzten zwei Rennen nicht mehr mit großen Überraschungen rechnen. Also wird es wieder Red Bull werden?

Vermutlich ja, aber man sollte McLaren nicht vergessen. Deren Formschwankungen im letzten Halbjahr stimmen einem zwar nicht gerade hoffnungsvoll, aber auch das Rennen in Indien hat gezeigt, dass die Briten zumindest dran sind. Für McLaren spricht auch die Reifenwahl, da Pirelli Soft/Medium mit bringt. Diese Mischungen hat man zu letzt in Japan gesehen, wo es für Red Bull nicht wirklich gut lief. Die hohen Temperaturen um die 30 Grad und die langen Geraden könnten ebenfalls für McLaren sprechen.

Von Ferrari sollte man, ebenso wie von Mercedes, nicht viel erwarten. Ferrari hat angekündigt, dass man mal wieder einen neuen Frontflügel ausprobieren wird, bei Mercedes wird die interessante Frage sein, ob Schumacher weiter auf Rosberg aufholen kann. Der Abstand in der WM beträgt gerade mal 5 Punkte, es wäre also noch möglich, dass Schumacher an Rosberg vorbei zieht. Ob das realistisch ist, muss man sehen, aber die Performance des Ex-Meisters war in den letzten Rennen extrem gut.

Wirklich spannend ist es noch in Mittelfeld, wo es um Platz 6 in der Konstrukteurs-WM geht. Hier liegt Force India mit 51 Punkten auf Platz 6, dahinter liegen Sauber und Toro Rosso mit 41 Punkten gleichauf. Dabei geht es vor allem um eins: Geld. Denn je weiter man vorne liegt, desto mehr Geld bekommt man aus den TV-Rechten usw. Auch die Transportkosten werden dementsprechend übernommen. Für alle drei Team geht es hier also um sehr viel und man sollte am Wochenende ein Auge auf sie haben. Zu mal die Zweikampfe im Mittelfeld sowieso richtig gut sind, wie man schon in Indien gesehen hat.

Die Strecke in Abu Dhabi ist zwar recht hübsch, aber die ersten beiden Rennen waren jetzt nicht gerade dramatisch spannend. Abu Dhabi gilt, zumindest bei der F1, als eine Strecke, auf der man nur schwer überholen kann, wie Fernando Alonso letztes Jahr deutlich gezeigt hat. Erstaunlicherweise sehen die Rennen der GP2 immer etwas anders aus, denn hier wird recht viel überholt und die Wagen liegen enger zusammen.

Vielleicht ist in diesem Jahr etwas mehr Abwechslung zu erwarten. Die FIA hat zwei DRS-Zonen angekündigt was dem Rennen helfen sollte. Ebenso die Unterschiede in den Zeiten zwischen den “Medium” und “Soft” Reifen, die ca. 1.5 Sekunden betragen. Im Laufe eines Rennwochenendes, wenn die Strecke Gummi bekommt, sinkt der Abstand auf ca. 1 Sekunde, was aber immer noch mehr als genug ist. Es dürfte also zu einigen Verschiebungen auf der Strecke kommen, vor allem im engen Mittelfeld, wo die Abstände auch im Rennen sehr klein bleiben. Die falsche Strategie kann hier entscheidend sein.

Fakten Abu Dhabi:

Länge: 5.5 Kilometer
Topspeed: 320 km/h (mit DRS), 307 km/h (ohne DRS)
Vollgasanteil: 60% (Hoch)
Verbrauch: 151 Kilo (Normal)
Verbrauch/Runde: 2.75 kg pro Runde (Normal)
Zeitverlust: 0.4 Sekunden/Runde (pro 10 kg Benzin)
Bremsverbrauch: Medium, 16% pro Runde
Zeitverlust beim Boxenstopp: 21 Sekunden

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October 18 2011

10:46

Formel Eins: Analyse GP Korea 2011

Red Bull hat sich in Korea den Konstrukteurstitel geholt und Vettel seinen ersten Sieg als zweifacher Weltmeister. Das Rennen war aber nicht so spannend.

Wenig überraschendes gibt es aus Korea zu berichten. Zumindest auf den ersten Blick. Interessant war das Rennen, trotz des in diesem Jahr eher üblichen Ergebnisses, aber doch, denn Red Bull sah bis zum Rennen ganz und gar nicht nach einem Sieger aus. McLaren dominierte die Trainingssessions und holte mit Lewis Hamilton auch ziemlich deutlich die Pole. Gleich 2 Zehntel knöpfte der Ex-Weltmeister dem alten und neuen Champion ab, was angesichts der sonst so auftretenden Abstände in den diesjährigen Qualifikationen schon eine kleine Überraschung war. Es sah also nach einem Rennen aus, das McLaren bestimmen würde, zumal Jenson Button in Reihe 2 lauerte und das auch nur deswegen, weil er auf seiner schnellen Runde einen deftigen Schnitzer hatte. Doch wie so oft – im Rennen kam dann wieder alles anders.

Den Start konnte Lewis Hamilton noch gewinnen, aber zwei Kurven später schnappte sich Vettel den scheinbar vorsichtig agierenden Hamilton, der die Innenlinie auch nicht konsequent zumachte. Vettel setzte sich sofort ab, was ein schlechtes Zeichen. Noch mieser lief es für Jenson Button, der am Start gleich 3 Plätze verlor und beide Ferrari und Rosberg passieren lassen musste. Lewis Hamilton versuchte immer wieder die Lücke auf Vettel zu schließen, doch selten gelang es ihm, den Abstand unter einer Sekunde zu drücken, um ihn DRS-Reichweite zu bekommen. Wie konnte Red Bull über Nacht viel Tempo gefunden haben?

Die Lösung lag vermutlich im Wetter. Am Samstag war es recht warm, der Asphalt war mit 30 Grad angenehm aufgewärmt. Am Sonntag nieselte es jedoch leicht, die Sonne verstecke sich und der Asphalt war mit 22-24 Grad deutlich kühler. Hamilton beklagte sich im Funk über eine rutschende Vorderachse und forderte sein Team auf, den Frontflügel steiler zu stellen, was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass er die Supersoft nicht richtig auf Temperatur bekam. Für den zweiten Stopp forderte er erneut einen steileren Flügel, was das Team mit einem “Steiler geht es nicht mehr” beantwortete.

Red Bull lag das Wetter offenbar besser. Durch die notorisch etwas aggressiveren Sturzwerte auf der Vorderachse, kamen die Reifen von Vettel und Webber schneller und nachhaltiger auf Temperatur. Vettel konnte deswegen seine Führung im Laufe des Rennens immer weiter ausbauen und gondelte einem ungefährdetem Sieg entgegen, während Hamilton noch unter Druck von Webber kam. Der war deutlich schneller, kam aber aus zwei Gründen nicht vorbei: 1. Sein siebter Gang war mal wieder zu kurz übersetzt. 2. Red Bull machte den Fehler, Webber gleichzeitig mit Hamilton zum letzten Stopp an die Box zu holen. Webber wäre vermutlich mit einer schnellen Runden am McLaren vorbei gekommen. Immerhin lieferten sich Webber und Hamilton ein sehenswertes Duell, in dem man teilweise eine halbe Runde nebeneinander her fuhr.

Keine Chance auf den Sieg hatten beide Ferrari, die sich aber immerhin während des Rennens ein schönes Duell lieferten. Massa war in der Quali mal schneller als Alonso gewesen und hielt den Spanier auch hinter sich. Jedenfalls eine Zeit lang, später nutzte Alonso einen kleinen Fehler von Massa, um das Teamgefüge wieder herzustellen. Dahinter ordnete sich Rosberg ein, der im ersten Drittel des Rennens sogar vor den Ferrari gelegen hatte. Doch es war klar, dass Rosberg den langsameren Wagen hatte und ein kleiner Fehler unter Druck sorgte dafür, dass sich Rosberg wieder hinter den Ferrari befand. Überraschend musste Mercedes aber feststellen, dass man auch hinter dem Toro Rosso von Alguersuari fiel. Denn der hatte auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt und konnte sich 5 Sekunden vor Rosberg halten. Schumacher war nach knapp 16 Runden ausgeschieden, nachdem er von Petrov abgeschossen wurde, der sich einen sehr optimistischen Bremspunkt gesetzt hatte.

Renault war nach dem Rennen nicht gerade gut gelaunt. Platz 5 in der WM ist noch lange nicht sicher, den Force India lieft nur 23 Punkte hinter den Franzosen. Petrov war raus, Senna kam mal wieder nicht in Schwung, was Eric Boullier nach dem Rennen auch deutlich kritisierte. Man konnte froh sein, dass Force India, trotz P9 und P10 in der Quali, mit Di Resta nur einen Punkt holte, weil man sich in der Strategie verhaute und beide Toro Rosso ziehen lassen musste. Um P6 in der Konstrukteurs WM wird auch noch heftig gekämpft. Im Moment ist der Stand der Dinge so:

5. Renault 72
6. Force India 49
7. Sauber 40
8. Toro Rosso 37

Es stehen immerhin noch die Rennen in Indien, Abu Dhabi und Brasilien aus, da gibt es aber also noch genügend Punkte zu holen.

Das wird Sauber freuen, die ein rabenschwarzes Wochenende hatte. Der Wagen kam nie richtig in Schwung, im Rennen leisteten sich beide Fahrer kleine Fehler, die dazu führten, dass am Ende sogar Heikki Kovalainen im Lotus vor den Schweizern auf P14 lag. Ähnlich schlecht lief das Wochenende für Williams, wo die neue Technikmannschaft auch nicht in der Lage ist, aus dem Wagen noch irgendetwas raus zu holen.

Es war ein eher maues Rennen, sieht man mal vom Kampf zwischen Hamilton und Webber ab. Ansonsten zeigte die Strecke mal wieder, dass sie fahrerisch sehr spannend ist, aber nur wenig Überholmöglichkeiten zulässt. Die immer noch herrschende Baustellenatmosphäre macht die Sache dann auch nicht besser. Aber genau die wird man in 14 Tagen auch wieder haben, wenn auf dem neuen Kurs in Indien startet.

F1 Grand Prix of Korea - Race F1_Korea_2011_1 F1_Korea_2011_2 F1_Korea_2011_3 F1_Korea_2011_4 Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. Formula One World Championship, Rd 16, Korean Grand Prix, Race, Korea International Circuit, Yeongam, South Korea, Sunday 16 October 2011. F1_Korea_2011_9 F1_Korea_2011_10 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Korea Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Korea F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1 Grand Prix of Korea - Race F1_Korea_2011_18 F1_Korea_2011_19 F1_Korea_2011_20 F1_Korea_2011_21 2011 Korean Grand Prix 2011 Korean Grand Prix F1_Korea_2011_24 F1_Korea_2011_25

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October 12 2011

11:23

F1: James Allen Strategieanalyse Japan

The Japanese Grand Prix was all about race strategy. With tyre wear much more tricky to manage than expected, throughout the field the drivers who succeeded were the ones whose teams got the strategy right, not just on race day but on qualifying day too.

(Sorry, habe die Übersetzung nicht geschafft, wegen Arbeit. Die Übersetzung kostet mich rund 1.5 Stunden und der Text kam gestern Abend sehr spät an. Da ich heute den ganzen Tag auf Achse bin, geht es leider nicht anders. Ist aber sehr lesenswert, weil James haarscharf analysiert, warum Alonso trotz eines deutlich langsameren Wagens in der Lage war, Vettel zu schlagen!)

There were some pretty contrasting races at the front. Of the top three, Sebastian Vettel’s Red Bull had the worst tyre performance and Fernando Alonso’s Ferrari had the best. Alonso was nowhere near as quick as Vettel at the start of each of the stints, but he was always the quickest of the three cars at the end of the stints, with much less tyre drop off. This gave him the opportunity to take second place, despite only having the car pace to qualify 5th. Meanwhile the race winner Jenson Button had the pace to stay with Vettel early on and was able to manage his tyres better in the opening stint so that he could pit a lap later than the world champion and emerge in front of him. But it wasn’t easy for him; as the McLaren has got quicker this year, its tyre performance has edged closer to that of Red Bull, as you would expect given that it’s putting more load through the tyres.

Getting that little bit extra: Vettel vs Button and Alonso

The top three finishers all did exactly the same strategy with three stints on used soft tyres and a final stint on new mediums. The difference was in the tyre degradation each of them suffered and the laps on which they chose to pit.

I thought as the race unfolded that Red Bull were being conservative with Vettel – knowing he only needed a point to clinch the title – and that offered a chance to Button and Alonso, which both of them took. But closer analysis shows that this wasn’t necessarily the case, given that in each stint he only pitted when the tyres started to drop off in performance. Often this season we have seen Red Bull be the first to pit when arguably there has been some life left in the tyres, but they always had enough pace in hand to make early stops and retain track position. In Japan Vettel couldn’t get away with that.

There are two ways of looking at Vettel’s strategy on Sunday; on the one hand he stopped early to try and maintain position, which could be considered conservative, but on the other hand being the first to stop was also quite aggressive because he risked running out of tyres late in the race. He went onto the mediums with 20 laps to go, while Button went three laps later and Alonso four laps later, thanks to superior tyre wear at the end of the stints on the softs. This is where he took second place from Vettel.

Vettel had a big gap at the end of his first stint (5.2s) and he only pitted because his tyres were finished (lap 5: 1:39.7s, lap 6: 1:40.0s, lap 7: 1:41.2s, lap 8: 1:41.7s). At the end of the second stint, you can see that his tyres were finished again and he was actually very aggressive at the final pitstop because he stops and comes out in traffic on the prime tyre. The newer tyre helped him, but Button had him covered all day.

How the Safety Car changed the midfield battle for points

As we have seen many times this season there was a tremendous scrap among the midfield runners for points positions behind the top three teams. It was always going to be this way at Suzuka with the high tyre wear and the strategists started planning their race on Saturday before qualifying.

We saw Kobayashi, Schumacher, Senna and Petrov all make it into the top ten in qualifying, but they did not set a flying lap time in Q3. So they had, in the Renaults’ case two sets of new medium tyres and one set of new softs for the race and, in Schumacher and Kobayashi’s case, one new set of each compound.

The key calculation here was the crossover point in lap time between the two tyres and on the day the difference between the medium and the soft was about 1.2s per lap. Schumacher and Kobayashi started on used soft tyres, while the Renaults went with new mediums. The two Force India cars meanwhile qualified outside the top ten and both started on used softs, while Sergio Perez was down in 17th on the grid and started on new mediums.

The safety car likelihood for this race was 60% and we duly got one on lap 24. The drivers who benefited were Petrov and Perez because they’d started on the medium tyre and the Safety Car won them back the time they’d lost. They were 43 seconds off the lead and over 20 seconds behind the Sutil when the Force India driver pitted, just two laps before the safety car was deployed.

The Force India drivers were on classic three-stop strategies and by lap 20 it was going well; they had three-quarters of a pitstop advantage over their rivals. But the gap went down to zero under the Safety Car and Perez and Petrov had gained track position with the Force India stops. Even with DRS and it’s difficult to overtake at Suzuka. Petrov and Perez were on new sets of options at the end of the race too, while Sutil was on the prime tyre so there was no chance to recover.

As for the two Mercedes cars, Rosberg started 23rd after a hydraulic problem in qualifying. He started on new medium tyres and ended up right behind the Force India of Sutil after the Safety Car, in 12th place. He was essentially on the same pit stop sequence as Force India, but the Safety Car closed the gap up and he had the advantage of using the option tyre at the end of the race, so was able to get ahead and claim a point in 10th place.

Schumacher, meanwhile, ran a pretty standard three-stop race with stops on laps 9, 24 and 41. Interestingly he did a 15-lap second stint on used soft tyres, which revealed that he had better tyre life than Red Bull and Hamilton, which hasn’t always been the case with Mercedes this year. He was 25s behind the leaders when the Safety Car came out, so that handed him the chance to close up. A nice long, consistent 17 lap stint on new soft tyres after the Safety Car brought him out ahead of Massa and underlined once again that the veteran is back on top form in terms of race pace, as we get towards the end of his second comeback season. His races have also noticeably improved since Jock Clear, his old rivals from Villeneuve/Williams days, became his race engineer..

What happened to Lewis Hamilton?
This was an odd race for Hamilton as he squandered a chance to start on pole by a collective team and driver timing mistake in qualifying. Then in the race his pace was well off his team mate Button’s.

A slow puncture at the end of the first stint undoubtedly lost him time (lap 5: 1:40.1s, lap 6: 1:40.8s, lap 7: 1:41.9s) and positions to Alonso and Button. And McLaren have said that it also affected the rest of his race because they made a set up change to the car before realising that it had been handling strangely due to a puncture. They say the changes gave him an imbalance.

Hamilton’s second stint was the really poor one – much worse than the others. He was right with Alonso and Button on lap 12, but by the time he made his stop on lap 20 he had dropped a load of time eight second, a second a lap in other words.

Hamilton got back a place from Massa by making an earlier pitstop and then exploiting the Ferrari’s problems with initial warm up on the mediums to pass Massa on his out lap. His pace was better on the medium tyre, but he lost too much time in the opening two stints to get a decent result.

Wear rates were pretty marginal on the soft tyres, but as always, it was the same for everyone. The puncture didn’t help, but it seems that Hamilton also suffered a bit more than the other front-runners. When the tyres are going away it’s frustrating for a driver. It’s a vicious circle: he’s trying to push, but he ends up going slower.

The Strategy Briefing and Report is written by James Allen with input and data from strategy engineers from several F1 teams and support from F1 Global Partner UBS.

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September 22 2011

05:58

Formel Eins: Vorschau Singapur 2011

In Singapur kann Sebastian Vettel schon Weltmeister werden, aber dafür müsste es schon richtig gut laufen. Und McLaren hat bekannt gegeben, dass man angreifen möchte. Und das Racingblog ist in diesem Jahr live vor Ort.

Das Rennen in Singapur gehört mit Sicherheit zu den spektakulärsten Rennen der Saison. Das Nachtrennen liefert zwar nicht immer den allerbesten Sport, aber die Bilder der TV-Kameras sind geradezu sensationell. Man fragt sich, warum nicht noch mehr Länder so ein Rennen anbieten. Aber die Strecke im Stadtstaat Singapur ist auch nicht ohne. Die Straßen haben massive Bodenwellen, Auslaufzonen gibt es nicht und schnell ist es auch noch. Singapur ist eine Herausforderung der besonderen Art, Immerhin quetschen sich auf knapp 5km Streckenlänge 23 Kurven und der Topspeed beträgt auf der langen Geraden knapp 300 km/h. Mehr wird es nicht, weil man für den restlichen Kurs alles an Abtrieb braucht, was man finden kann. Was wieder den Red Bull gefallen dürfte.

Die Österreicher gehen dementsprechend gelassen ins Rennen. Nachdem man auf den beiden nominal schwächsten Kursen für den RB7 jeweils die Siege holen konnte, dürfte Singapur eher wieder eine Strecke für Vettel und Webber sein. Man hat beide WM-Titel so gut wie sicher, jetzt geht wohl noch darum, den in diesem Jahr schwächelnden Mark Webber auf Platz 2 der Wertung zu bugsieren, damit der Durchmarsch komplett ist. Ist der Red Bull Sieg also nur eine Formsache?

Nicht so ganz, denn Singapur hat so seine Eigenarten. Zum einen ist es das längste Rennen der Saison, die 2-Stunden-Grenze rasierte man in der Vergangenheit oft nur knapp. Zum anderen gibt es keine Strecke, die das Material härter belastet. Das liegt vor allem an den Temperaturen, die auch Abends noch bei knapp 30 Grad liegen. Die Hitze setzt vor allem den in diesem Jahr sehr kompakt gebauten Heckabteilungen der Wagen zu. Nicht nur der Motor leidet, auch das KERS will anständig gekühlt werden. Da die Luft in Singapur zu dem sehr feucht ist, erschwert das die Kühlung weiter. Red Bull hatte in diesem Jahr mehrfach mit einem überhitzen KERS zu tun, aber die Bremsen macht hier und da Sorgen. Das gilt auch für McLaren.

Nicht so stark davon betroffen ist Ferrari, die im letzten Jahr auch gewinnen konnten. Ob der F150 die Strecke in diesem Jahr liegen wird ist schwer zu sagen, nach dem man in Ungarn aber nicht so gut aussah, ist die Chance, dass Ferrari eher nach hinten als nach vorne schauen muss, dann doch größer. Für Ferrari spricht aber die Tatsache, dass Pirelli die Mischungen “Soft” und “Supersoft” mit nach Asien genommen hat. Beide Reifentypen liegen dem Ferrari, ebenso die hohen Temperaturen, die dafür sorgen, dass die Italiener auch die Vorderreifen schneller aufwärmen können. Da die Boxenstopps in Singapur wegen der eckigen An- und Abfahrt elend lange dauern, könnte man eine Ein-Stopp-Strategie gehen. Ob das geht, wird sich am Freitag zeigen, wenn man Zeitunterschied zwischen beiden Mischungen sehen wird.

Nach den letzten zwei guten Rennen von Mercedes, dürfte es Singapur wieder etwas zäher werden. Auch Mercedes kämpfte in diesem Jahr mit thermischen Problemen und man muss bei einigen eine Abdeckung nutzen, die ein paar Abluftkanäle enthielt. Der sehr lange Radstand der MGP 02 dürfte auch Probleme bereiten, dazu kommt, dass man in Sachen Reifenverschleiß nicht gerade in der Oberliga mitspielt. Interessant wird sein, ob Schumacher seine gute Form behalten kann und wie er sich gegen Rosberg durchsetzt.

Ein Auge muss in Singapur auf Sauber und Toro Rosso haben. Beide gehen extrem sanft mit den Reifen um, beiden schmecken die angebotenen Mischungen sehr gut. Mit Sicherheit gehen beide Team auf eine Ein-Stopp-Strategie, also sollte man Buemi, Alguesuari, Kobayashi und Perez im Blick haben. Allen vieren traue ich zu, dass sie P6 erreichen können. Vorausgesetzt, man bleibt nicht an einer der zahlreichen Ecken hängen.

Force India ist auch so ein Team, dass recht vorne landen könnte. Allerdings bin ich mir nicht so ganz sicher, ob sie mit einem Stopp durch kommen. Der Wagen verbraucht etwas mehr Reifen auf die Distanz, auf der anderen Seite ist das Überholen in Singapur auch nicht so leicht. Die Ergebnisse der Inder waren in diesem Jahr gut, aber sehr konsistent man liegt in der WM nur knapp vor Sauber und Toro Rosso. Da kündigt sich auf jeden Fall ein spannender Kampf um die WM-Plätze an, die ja bares Geld wert sind. Nebenbei bemerkt: An dem Gerücht, dass Adrian Sutil zu Williams wechseln könnte, ist wohl nichts dran.

Bei Williams zeichnete sich zuletzt ein leichter Aufwärtstrend ab, aber ob sich der Singapur fortsetzen lässt? Ich bin da sehr skeptisch, zumal im Team im Moment durch die vielen Wechsel auch relativ viel Unruhe ist. Lotus, Virgin und HRT werden wie immer nicht zu sehen sein, wobei man Lotus schon im Auge behalten muss, denn die waren in den letzten Qualis schon etwas dichter an Q2 dran als sonst. Tony Fernandes hat im übrigen angekündigt, dass sein Team im nächsten “liefern” muss. Damit meint er keine Siege, aber Punkte sollen es schon werden.

Singapur ist in diesem auch deswegen ein besonderer Grand Prix, weil das Racingblog vor Ort sein wird. Irgendwie muss ja dafür sorgen, dass das Rennen in Singapur jedes Jahr ein neues Highlight hat. Spaß beiseite – das hängt natürlich mit der Kooperation mit Shell zusammen. Wir werden in Singapur ziemlich tief in die Motorentechnik einsteigen und über all diese Dinge gibt es natürlich ausführliche Berichte hier im Blog.

Da ich vor Ort wohl eher internetlos sein werde und zum Zeitpunkt, wenn dieser Artikel erscheint, schon im Flieger Richtung Singapur sitze, wird wie gewohnt Chaos das F1-Ruder übernehmen. Ich werde eventuell Bilder und kurze Infos per Twitter beisteuern, wenn es denn geht. Freue mich sehr auf die Gelegenheit, auch wenn der Aufenthalt kurz sein wird. Donnerstag geht es in den Flieger, Freitag komme ich wegen der Zeitverschiebung an, Montag geht es wieder zurück und die Zeitzonen sorgen dafür, dass sich erst Dienstagvormittag wieder da bin.

Singapur Infos:

Aerodynamik Setup: Höchster Abtrieb
Vollgasanteil: 43% (Niedrig)
Spritladung: 185 kg (Sehr hoch)
Verbrauch: 2.5 kg/Runde (Hoch)
Sprit/Rundenzeit: Bei 10kg Sprit pro Runde 0,35 Sek.
Bremsenanteil: 21% (Normal)
Bremsverbrauch: Sehr hoch
Zeitverlust beim Boxenstopp: 26 Sekunden (Sehr hoch)
DRS-Zone: Messpunkt Ausgangs T3, Aktivierung Ausgangs T5

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July 31 2011

17:36

Formel Eins: Analyse Ungarn 2011

Ein paar Regenschauer sorgten für einen sehr abwechslungsreichen Grand Prix. Ein paar strategische Fehlentscheidungen kamen dann auch noch dazu.

Eigentlich kann Sebastian Vettel zufrieden sein. Die Kollegen haben sich mal wieder gegenseitig die Punkte weggenommen, er hat 84 Punkte Vorsprung und es gibt noch 200 Punkte, die man bei einer perfekten Siegesserie erlangen kann. Aber wie in den letzten Rennen gesehen hat, ist es eben nicht so leicht mit einem Sieg, weil Red Bull, Ferrari und McLaren doch relativ gleich auf sind. Dennoch kann sich Vettel nicht entspannen, denn in den letzten zwei Rennen wurde deutlich, dass man eben nicht mehr das beste Paket im Renn hat. Das wird Red Bull zu denken geben, denn Siege sollen den Titel ja möglichst weiter absichern. Was das Team auch erschrecken wird: Im Rennen war Vettel nicht der Lage an Button dran zu bleiben, dessen Reifen auch nicht mehr die jüngsten waren. Und dann war da noch Hamilton, der das Rennen nicht wegen der Fehlentscheidung zwischendurch auf Intermediates zu gehen, verloren hatte. Den Fehler machte man viel früher.

Es war nicht leicht für die Teams, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Regen hatte über Nacht die Strecke sauber gewaschen, zum Rennen nieselte es. Es war klar, dass man auf Intermediates starten musste und man einfach auf den richtigen Moment warten wollte, bis man die Supersoft aufziehen konnte. Und da sah eigentlich alles nach einem Sieg von Hamilton aus. Nachdem er mit seinem viel schnelleren McLaren Vettel in einen Fehler gezwungen hatte, stürmte vorne weg und hatte schnell 7 Sekunden Vorsprung. Button hatte sich, nach einem verhaltenen Start dank eines frühen Boxenstopps ebenfalls an Vettel vorbei geschoben und lag auf P2. Das Rennen lief dann seinen üblichen Gang und alles lief für Hamilton, denn der hatte einen Satz mehr frischer Supersofts auf Lager, weil er in der Quali einen gespart hatte.

Doch dann begann das Glück von Hamilton zu schwinden. Bei seinem dritten Stopp zog er erneut die Supersoft auf, und genau das sollte sich im Nachgang als der entscheidende Fehler herausstellen. Denn Webber, Vettel und Button wechselten kurz nach ihm auf die harte Mischung und meldeten klar, dass man durchfahren würde. Hamilton war zwar schneller, und er musste einen Vorsprung von rund 18 Sekunden rausfahren, um einen weiteren Stopp unterzubringen. Doch dann musste McLaren feststellen, dass die Supersoft offenbar keinen Vorteil mehr brachten. Auf der härteren Mischung konnte Button die Zeiten von Hamilton kontern und dran bleiben. Alonso erging es später noch schlechter, als er mit seinen, vermutlich angefahrenen Supersoft, zeitweise komplett unterging. Vermutlich kamen zwei Dinge zusammen: Die leichte Feuchtigkeit auf der Strecke ließ die Supersoft nicht in ihr ideales Temperaturfenster kommen und es hatte sich genug Gummi aufgebaut, was den härten “Soft” Reifen entgegen kam. Jedenfalls war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass Hamilton mit seinen knapp 7 Sekunden Vorsprung nach seinem letzten Stopp ca 10 Sekunden hinter Button landen würde. Interessant wäre es aber doch gewesen, weil Hamilton dann die deutlich frischeren Reifen gehabt hätten.

Nach seinem Dreher wusste Hamilton, dass es nicht nur gegen Button, sondern auch gegen Vettel, Alonso und Webber eng werden würde. Er musste die harten Reifen nehmen und verlor viel Zeit. Das man ihn sehr früh auf Intermediates setze, war dann eine klare Fehlentscheidung, die man schon im Ansatz sehen konnte. Es wurde nach dem Rennen nicht klar, ob das Team oder Hamilton die Entscheidung getroffen hatte, aber ich vermute mal schwer, dass es das Team war, denn der Brite fährt ja auch mit Slicks im Regen noch schneller als der Rest. Hamilton lag zu diesem Zeitpunkt weit zurück, das Risiko war es durchaus wert, aber die Entscheidung war deutlich zu früh. Mercedes hatte Rosberg zuvor schon auf Intermediates gesetzt, was bei dessen Position eine vertretbare Entscheidung war. McLaren hätte auch noch eine Runde warten können, um sich die Sektorenzeiten anzuschauen. Das gilt im übrigen auch für Webber, den Red Bull sicherheitshalber mal auf die Intermediates setzte und der nach einer Runde wieder rein kam. Der Stopp kostete Webber P4.

Es gab noch eine, sehr interessante Situation im Rennen, als nach dem Dreher von Hamilton plötzlich Button und Vettel innerhalb von einer Sekunde lagen. Im Grunde war das Rennen an diesem Punkt, zumindest zwischen dem Deutschen und Button auf “Null” gesetzt. Hamilton spielte da schon keine Rolle mehr, weil er noch mal an die Box musste. Aber Vettel konnte Button nicht folgen. Der Abstand vergrößerte sich ständig und als Vettel zwischendurch mal ein paar Sekunden wegfeilte, konterte Button die Attacke lässig. Vettel berichtete nach dem Rennen, er habe Probleme mit den Bremsen gehabt. In der Tat hatte ihm die Box schon sehr früh im Rennen gemeldet, er soll nicht Gas und Bremse zusammen nutzen. Die Fahrer, die mit links bremsen, machen das oft vor den Kurven, um die Bremsen anzuwärmen. Offenbar war da etwas nicht in Ordnung. Dennoch – McLaren scheint für den Moment den schnelleren Wagen zu haben.

Das Rennen vorne war sehr abwechslungsreich, leider fehlten die Ferrari, die anders als am Ring, in Ungarn Probleme hatten. Dabei sprach eigentlich alles für die Italiener, denn die Reifen sollten ihnen am besten liegen. Das stimmte auch für die “Soft” Mischung, nicht aber für die Supersoft. Dazu kam, dass wegen der niedrigen Temperaturen die Ferrari die Reifen erst nach ein oder zwei Runden in das richtige Temperaturfenster bekamen. Dennoch ist der Abstand nach vorne nicht allein damit zu erklären. Alonso fehlten am Ende 19 Sekunden, was allerdings auch zeigt, dass sie so weit nicht weg waren, denn der Spanier hatte, wie Hamilton, beim dritten Stint wieder auf die Supersoft gesetzt. Vielleicht wäre es auch hier besser gewesen, die harte Mischung zu nehmen, dann wäre es um P2 noch eng geworden. D

Mercedes hatte ein zähes Wochenende. Schumacher haderte das gesamte Wochenende mit seiner Abstimmung, im Rennen schien es zunächst besser zu laufen, als Rosberg und Schumacher nach der ersten Runde auf den Plätzen 4 und 5 lagen. Doch für beide ging es dann wieder zurück Richtung P7, bei Schumacher verabschiedete sich dann auch noch das Getriebe. Nachdem Rosberg zwischendrin mal die Intermediates aufgezogen hatte und auf P14 lag, konnte er dennoch mit P9 zwei Punkte abholen. Da kann er sich im übrigen bei Kobayashi bedanken, der einen ganzen Zug von Wagen rundenlang aufgehalten hatte. Sauber hatte eine 2-Stopp-Strategie gewählt und versuchte den Japaner auf den Supersoft 35 Runden fahren zu lassen, was am Ende dann schief ging.

Kurz ein Blick zu den anderen:

- Toro Rosso sammelte mal wieder wichtige Punkte Buemi fuhr von P23 auf P8, Alguersuari erreichte P10. Zwei sehr gute Ergebnisse und beide Piloten blieben bei den schwierigen Bedingungen auch auf der Strecke.

- Adrian Sutil sah schon bei den Bedingungen sicheren Punkten entgegen, versemmelte aber seinen Start durch eine falsche Linienwahl. Er versuchte es außen, aber da war kein Grip und er fiel, zusammen mit Perez, der von P10 gestartet war, weit zurück. Erstaunlicherweise konnte sich Sutil auch nicht mehr erholen und blieb im Mittelfeld hängen. Teamkollege Di Resta hatte mehr Glück und fuhr mehr oder weniger alleine hinter Rosberg her, von dem er dann P7 erbte.

- Barrichello tauchte zwischenzeitlich auf P10 auf, musste sich aber den ran stürmenden Toro Rosso beugen. Am Ende schlüpfte auch noch Petrov durch.

- Heidfeld hatte ebenfalls einen schlechten Start und war nach der ersten Runde auf P19. Es kam dann noch dicker für ihn. Bei der Abfahrt nach einem Stopp flogen aus seinem Renault schon Funken und der Wagen brannte mal wieder. Er stellte den Wagen ab und danach explodierte dann noch etwas im Heck. Jedenfalls flogen da mächtig viele Teile aus dem Wagen und rechte, hintere Seite sah ziemlich gerupft aus.

- Lotus hatte mal wieder ein Rennen zum Vergessen. Beide Wagen vielen mit technischen Problemen aus, was in diesem Jahr wieder sehr oft passiert. Zwar ist man schneller als Virgin und HRT und auch die Rennpace ist ok, aber den großen Schritt hat man in diesem Jahr nicht noch gemacht.

Die Formel Eins geht jetzt in die Sommerpause. Das bedeutet im übrigen auch, dass in den Werkstätten nicht gearbeitet werden darf und die meisten Angestellten im Urlaub sind. Es bedeutet aber nicht, dass man nicht zu Hause weiter arbeiten darf. Dennoch – beim Rennen in Spa Ende August wird sich in der Rangfolge vermutlich wenig verändern.

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Hungary 110168377KR039_F1_Grand_Pri 110168377KR036_F1_Grand_Pri 110168377KR033_F1_Grand_Pri 110168356KR219_F1_Grand_Pri 110168356KR037_F1_Grand_Pri 110168377KR041_F1_Grand_Pri OLYMPUS DIGITAL CAMERA GP UNGHERIA F1/2011 F1_Ungarn_2011_3 F1_Ungarn_2011_4 Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. Formula One World Championship, Rd 11, Hungarian Grand Prix, Race, Budapest, Hungary, Sunday 31 July 2011.. F1_Ungarn_2011_9 F1_Ungarn_2011_10 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Hungary Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Hungary F1 Grand Prix of Hungary - Previews F1 Grand Prix of Hungary - Race F1_Ungarn_2011_16 F1_Ungarn_2011_17 F1_Ungarn_2011_18 F1_Ungarn_2011_19 2011 Hungarian Grand Prix 2011 Hungarian Grand Prix F1_Ungarn_2011_22 F1_Ungarn_2011_23

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July 24 2011

20:15

Formel Eins: Analyse Deutschland GP 2011

Ein grandioses Rennen im ersten Teil, ein starker McLaren und ein schwächelnder Red Bull sorgten für einen der abwechslungsreichsten Grand Prix der Saison.

Man kann nicht sagen, dass man bei Red Bull nach dem Rennen lange Gesichter machte, denn Platz 3 und 4 ist wahrlich kein schlechtes Ergebnis. Aber leichte Sorgenfalten konnte man bei Christian Horner schon sehen. Zu deutlich waren die Probleme, die Red Bull im Rennen hatte, vor allem, was den Drop Off der Pirelli Reifen in den letzten Runden eines Stints angeht. Auffallend war auch mal wieder, der merkwürdige Unterschied zwischen der Quali-Performance und dem Speed im Rennen des RB7. Auch wenn der am Ring etwas kleiner ausfiel, als das sonst der Fall war und Vettel mal nicht auf Pole fahren konnte, scheint der RB7 in der Quali immer noch einen kleinen Vorteil zu haben. Aber wenn das dazu führt, dass Ferrari, McLaren und Red Bull auf Augenhöhe kämpfen können, dann sind das keine schlechten Aussichten für den Rest der Saison. Die Unterschiede zwischen den drei Top Teams sind im Rennen marginal, aber auf eine lange Distanz doch sichtbar. Drei unterschiedliche Konzepte und doch liegt man gleichauf.

Die erste Hälfte des Grand Prix am Nürburgring kann man nur mit dem Wort “Sensationell” beschreiben. Drei Topfahrer in drei verschiedenen Autos, die um die Spitze kämpfen – was will man mehr. Was Webber, Alonso und Hamilton da vorne zeigten, war Motorsport auf allerhöchsten Niveau. Einen solchen Dreikampf um die Spitze sieht man selten, dabei blieben alle Drei fair und ließen sich genügend Platz. Und man sah auch, dass zu diesem Zeitpunkt im Rennen die drei Fabrikate absolut gleich schnell waren, was auch dadurch schon klar wurde, dass alle drei Fahrer für einen Moment an der Spitze liegen konnten. Alonso ließ sich zeitweise etwas hinter Webber fallen, blieb aber immer in dessen Reichweite und schonte dabei etwas seine Reifen. Doch vor den Stopps gelang es ihm, die Lücke wieder zu zufahren. Das lag aber auch daran, dass Webber gegen Ende des ersten Stints und zweiten Stints offenbar Probleme mit den weichen Reifen hatte, die schnell abbauten.

Das mag dann auch erklären, warum er im zweiten Teil des Rennens, als er auf P3 lag, plötzlich bis zu 8 Sekunden zurückfiel. Wegen des drohenden Regens musste man den zweiten Stint länger fahren, da ein zusätzlicher Wechsel das Rennen zerstört hätte. Red Bull schickte Webber offenbar die Meldung, dass er es ruhiger angehen lassen muss, sollten seine Reifen etwas länger durchhalten, doch der Abstand wurde dann etwas zu groß.

Alonso und Ferrari planten wohl im letzten Drittel des Rennens etwas ähnliches. Der Ferrari gilt als reifenschonend, vor allem bei den kalten Asphalttemperaturen. Da Hamilton vorne irgendwann auf die härtere Medium-Mischung wechseln musste, und die im Training rund eine Sekunde langsamer als die “Soft” waren, rechnete man wohl so, dass man den McLaren mit schnellen Runden am Schluss auskontern konnte. Aber zwei Dinge passten dann für Alonso am Ende nicht: Zum einen waren seine Reifen auch nicht die Besten, zum anderen hatte sich soviel Gummi aufgebaut, dass die Medium-Mischung schneller Grip fand, als man dachte. Hamilton war schon nach einer Runde im ersten Sektor 0,5 Sekunden schneller, als Alonso.

Von Vettel war im Rennen nicht viel zu sehen. Er verlor, wie Webber, am Start eine Position und steckte in einer schlechten Ausgangslage. Zwar gelang es ihm auf P3 vorzufahren, aber Alonso schnappte sich den Deutschen dann doch wieder. Erstaunlicherweise kam er mit dem Red Bull am gesamten Wochenende nicht so gut zu recht, wie sonst. Webber schlug ihn in der Quali, im Rennen schien er mit der Abstimmung zu hadern. Ein selbst verschuldeter Dreher beendete dann seine Siegchancen endgültig und er konnte nur noch mit Massa um P4 kämpfen. Zwar hielt Massa den Weltmeister im Rennen auch auf, aber die 47 Sekunden Rückstand am Ende sind dann doch recht deutlich. Während des Rennens forderte ihn die Box, die hinteren Bremsen zu entlasten, was sicher kein Vorteil war, seine Rundenzeiten wurden aber auch dann nicht besser, als sich das Bremsproblem mysteriöserweise wieder verabschiedete. Kein gutes Wochenende von Vettel, aber in Sachen WM-Vorsprung hat er nicht viel verloren.

Bei Mercedes konnte man mal wieder sehen, wo das Team steht. Gegen Ferrari hat man keine Chance, McLaren ist auch weit weg. Wäre Sutil nicht so ein grandioses Rennen gefahren, hätte man mal wieder die Positionen P6 und P7 eingenommen, was dem Leistungsstand auch entspricht. In der Quali hat den Abstand nach vorne etwas reduzieren können, da sind es jetzt noch rund eine bis 1.2 Sekunden. Was schon deutlich besser ist, als zu Beginn der Saison. Das spiegelt sich auch bei den schnellsten Rennrunden wieder, wo man rund 1.3 Sekunden langsamer ist. Man hat einen Schritt nach vorne gemacht, aber es reicht eben noch nicht ganz. Man müsste noch rund 0,7 bis eine Sekunde finden, um in Reichweite des Podiums zu kommen, was keine leichte Aufgabe ist.

Der Aufwärtstrend von Schumacher setzte sich am Ring fort. Zwar ist seine Quali-Performance immer noch schlecht, aber im Rennen läuft dafür um so besser. Wäre der Dreher nicht gewesen, hätte er vielleicht seinen Teamkollegen schlagen können, aber auch so lief es für ihn gut. Es scheint fast so, als ob Schumacher so langsam seine volle Leistung im Wagen wieder abrufen kann, was ein gutes Zeichen für 2012 ist. Rosberg hatte ein teilweise zähes Rennen. Er steckte in vielen Zweikämpfen, was in einige Zeit gekostet hat, aber an Sutil kam er komischerweise nie richtig ran. Dessen Zweistopp-Strategie war interessant, bedeutete aber auch, dass er die weiche Mischung lange fahren musste, ohne viel Zeit zu verlieren. Er kam dann auch etwas früher an die Box um die Medium-Reifen zu nehmen, profitierte dann aber offenbar wie Hamilton auch davon, dass genug Gummi auf der Bahn war und der Nachteil der härteren Mischung verblasste.

Die letzten Punkte holten dann der erstaunliche Kobayashi, den ich wirklich 2012 gerne in einem Top Team sehen würde, und Petrov, der den Renault nach einigem Zweikämpfen im Rennen auf P10 stellen konnte, was ein feines Ergebnis ist. Vielleicht wäre noch P9 drin gewesen, aber man darf nicht vergessen, dass Button ausgefallen ist, der sich vor ihm ins Ziel gekommen wäre. Renault kämpft im Moment nur um die Punkte-Krümel, selbst Force India scheint auf dem Niveau der Franzosen angekommen zu sein. Nick Heidfeld hatte ein schlechtes Wochenende. Mal wieder in Q2 hängen geblieben, dann eine Kollision am Start mit Di Resta. Die hätte dem Deutschen eine Durchfahrtsstrafe eingebracht, doch dann schob ihn Buemi auf Gras. Der Schweizer bekommt dafür im nächsten Rennen +5 in der Startaufstellung. Beide Toro Rosso waren am Ring nicht gut unterwegs und kamen nicht mal in die Nähe der Punkte.

Die interessante Zusammenfassung des Rennens und der Leistungsdichte an der Spitze lieferte nach dem Rennen Fernando Alonso bei der BBC ab. Er meinte, dass der Ferrari in drei Rennen, mit drei unterschiedlichen Wetterverhältnissen und mit drei Mapping-Einstellungen in der Lage war, um den Sieg zu fahren. Das mache deutlich, dass man konstant vorne mitfahren kann. Allerdings: Man braucht auch McLaren, die den Red Bulls die Punkte wegnehmen müssen, will man in der WM noch was reißen. McLaren wird das umgekehrt genauso sehen. Und so lange sich beide Teams die Punkte nehmen, kann Vettel beruhigt sein. Immerhin hat er in der WM noch 77 Punkte Vorsprung.

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July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

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July 11 2011

06:01

Formel Eins: Analyse GP England 2011

Wer hätte das gedacht, dass Ferrari ausgerechnet auf einer Strecke den ersten Sieg der Saison einfahren kann, auf der Red Bull eigentlich dominieren sollte. Ein Fehler von Red Bull half, aber auch ohne den wäre es vorne eng geworden.

Der GP in Silverstone war mal wieder abwechslungsreich, was natürlich auch mit dem typischen britischen Wetter zu hatte. Ein kleiner Schauer, rund 40 Minuten vor dem Start, sorgte für sehr gemischte Verhältnisse auf der Strecke. Während das Wasser auf dem neuen Teil von Silverstone gut ablief und der Kurs abtrocknete, stand das Wasser ab Brooklands bis auf die Hangar Straight. Die Intermediates waren die einzige Wahl, weil es für Slicks einfach zu nass war und auch lange blieb. Das alles war Vettel relativ egal, er knöpfte schon beim Start Mark Webber den ersten Platz ab und fuhr wie üblich seine fünf bis sechs Sekunden Vorsprung heraus. Webber hielt Respektabstand, dahinter tobte ein schöner Kampf zwischen beiden Ferrari und McLaren. Doch das Rennen nahm dann noch einige Wendungen und am Ende gab es Ärger um eine Teamorder von Red Bull.

Red Bull schien die Sache locker im Griff zu haben. Weder in den nassen, noch in den trockenen Bedingungen schienen Ferrari oder McLaren den Abstand nach vorne verkürzen zu können. Erschwert wurde die Verfolgungsjagd dadurch, dass Massa und Hamilton lange in einen wunderbaren Zweikampf verwickelt waren, bei dem mal Alonso, mal Hamilton die Nase vorne hatte. Die beiden gaben sich nicht viel in Sachen Fahrkunst und Aggressivität, aber der Zweikampf, der sich über den ersten und zweiten Stint des Rennens hin zog, kostete beide viel Zeit.

Ferrari war in Silverstone erstaunlich flott unterwegs. Schon in den Trainingssessions waren die Italiener flotter als sonst, was man auf die neuen Updates schob. Allerdings kam Ferrari zu Gute, dass man das Rennen zum “Wet Race” deklariert hatte und man so darum herum kam, die harte Mischung fahren zu müssen, die dem F150 nicht wirklich liegt. Alonso konnte während des gesamten Rennens pushen und den Abstand nach vorne einigermaßen klein halten. Das sollte sich beim zweiten Stopp von Vettel dann als entscheidend herausstellen.

Denn beim zweiten Stopp von Vettel brach beim Stopp der Wagenheber und musste ausgewechselt werden. Die entscheidenden Sekunden fehlten dem Weltmeister dann bei der Ausfahrt aus der Box. Bis er wieder auf die Strecke einbog, war Alonso lange vorbei. Auch Lewis Hamilton hatte den Deutschen passiert, der sich somit auf einem ungewohnten Platz 3 wieder fand. Die Phase nutzte Alonso dann aus, um sich einen großen Vorsprung zu erfahren, da Hamilton die Pace des Ferrari nicht mal ansatzweise halten konnte. Vettel verlor massiv Zeit hinter McLaren, während Alonso vorne weg zog. Nach einigen herzhaften Duellen konnte Vettel dann schließlich am Briten vorbei gehen, doch da war der Ferrari schon außer Reichweite.

Bei McLaren lief es zeitweise richtig gut. Man hatte Hamilton auf P3 und Button in Lauerstellung auf P5, aber dann zerbröselte ein möglicher Erfolg, weil McLaren sich eine ungewöhnliche Fehlerkette erlaubte. Erst fiel Button aus, weil bei seinem Boxenstopp ein Rad nicht fest angezogen wurde. Der Lollipop-Mann hatte ihn zu früh los fahren lassen. Bei Hamilton sah es besser aus, aber offenbar hatte sich McLaren beim Sprit verkalkuliert, was ziemlich unverständlich ist. Silverstone gilt als Strecke, die wegen des hohen Vollgasanteils viel Sprit braucht, aber offenbar hatte McLaren darauf gehofft, dass die Strecke länger nass sein würde. Nasse Strecke = weniger Speed = weniger Verbrauch. Aber die Rechnung ging nicht auf und der Ex-Meister musste erst Vettel, später Webber passieren lassen. Am Schluss schaffte er es gerade so noch vor Massa auf P4.

In den letzten Runden wurde es aber noch einmal dramatisch, denn Vettel verlor plötzlich an Geschwindigkeit und hatte plötzlich Webber im Nacken, der zum Überholvorgang ansetzte. Vettel verteidigte, das Duell blieb sauber, aber dennoch funkte Red Bull, in dem Fall Christian Horner persönlich, an Webber, der solle die “Distanz” halten. Webber berichtet nach dem Rennen, dass man ihn wohl mehrfach befohlen hat, Vettel in Ruhe zu lassen. Webber blieb zwar dahinter, meinte aber mit angesäuerter Mine nach dem Rennen, dass derartige Team Order seine Entscheidung, wo er 2012 fahren wird, dann doch beeinflussen würde.

Wie immer, kann man geteilter Meinung sein. Webber hatte im Rennen keine Chance gegen Vettel, obwohl Red Bull ihn immer als erster an die Box holte. Beim ersten Stopp könnte man noch sagen, dass man Webber eher reinholte, um die Strecke mit den Slicks für Vettel zu testen. Beim zweiten Stopp war das aber nicht mehr nötig. Auf der anderen Seite: Vettel hatte in den letzten Runden offenbar ein Problem, sein Vorsprung beträgt 80 Punkte auf Webber und 92 Punkte auf Alonso. Wäre Webber auf P2 gefahren, würde er “nur” 77 Punkte zurück liegen. Zu vergeben sind noch 250 Punkte. Natürlich muss man damit rechnen, dass Ferrari noch stärker wird, aber Vettel hat die WM auch dann, wenn Alonso alle Rennen gewinnt und er nur noch dritte Plätze einfährt. Die Aktion wird bei Red Bull noch für Ärger sorgen. Interessant an der Sache ist, dass Mark Webber in diesem Jahr eigentlich immer sehr ruhig war und sich, die Verlängerung seines Vertrages im Kopf, nicht aus dem Fenster gelehnt hat. Offenbar hat sich seine Vertragssituation verändert und Radio Fahrerlager vermeldet, dass Ferrari jetzt doch sehr am Australier interessiert ist.

Eine andere Frage ist, ob Ferrari auch dann gewonnen hätte, wenn Red Bull den Fehler nicht gemacht hätte. Die Antwort lautet wohl: Ja. Denn die Pace von Alonso und die technischen Probleme von Vettel (angeblich ging das KERS nicht, was aber laut TV-Bilder nicht stimmt) hätten Alonso sicher an die Spitze geführt. Eventuell wäre es auch über die Boxenstrategie gegangen. Was bedeutet: Ferrari ist dran.

Das könnte mit dem Mapping zu tun haben, um das es am Wochenende viel Ärger gab. Vor dem Rennwochenende hatte FIA die Stellung der Drosselklappen in den Kurven auf 10% festgelegt. Renault ist dagegen Sturm gelaufen. Zum einen, weil man die offenen Klappen braucht, um den Motor zu kühlen, zum anderen, weil Mercedes ein anderes System hat, was ihnen einen Vorteil verschafft. Samstag wollte die FIA wieder alles revidieren, dann fiel ihnen auf, dass man am Rennwochenende die Regeln nicht verändern kann. Red Bull akzeptierte dies zähneknirschend, wollte am unbedingt an diesem Wochenende noch eine Einigung erreichen, damit man für das nächste Rennen planen kann. Doch vermutlich Ferrari/Sauber und Williams sagten “Nein”, was Red Bull angeblich dazu brachte, mit einem Rückzug aus dem Rennen zu drohen.

Dabei ist nicht mal klar, ob das Mappingverbot Ferrari nicht auch trifft. Es ist schwer zu sagen, ob die Updates am Wagen, oder das Verbot des Mappings zum Sieg beigetragen haben. Hinter dem “Nein” könnte auch einfach Politik stecken. Wie in der Vorschau schon mal angedeutet, wird das Verbot Red Bull treffen und der Zeitverlust scheint bei so rund 4 Zehntel zu liegen, wenn man die Quali sieht, wo Alonso auf einem Zehntel dran war. Aber Webber war auch schneller als Vettel, der normalerweise wiederum drei bis vier Zehntel schneller sein sollte. Das Theater um das Mapping wurde dann nach dem Rennen beendet, als man zu einer Einigung kam und beschloss, einfach wieder die alten Regeln zu nutzen. Sauber und Williams können die Saison damit abhaken. Richtig blöd für Sauber, die auf den Bau eines angeblasenen Diffusor verzichtet hatten, weil die FIA ihnen signalisiert hatte, dass man die Sache verbieten wird.

Aber hinter Red Bull, Ferrari und McLaren gab es auch noch ein Rennen:

- Mercedes hatte eine okaye Ausgangsposition. Schumacher kam aus der ersten Runde auf P9 raus, Rosberg, der mal wieder einen schlechten Start hatte, auf P12. Die Mischbedingungen liegen Schumacher, der mal wieder richtig gut aussah, doch dann auf Kobayashi traf. Den räumte er in Brooklands fast ab, als er viel zu schnell innen reinstach. Klarer Fehler von ihm, die 10 Sekunden Stop/Go Strafe war dann allerdings etwas übertrieben. Ohne diesen Crash wäre P6 drin gewesen, Massa auf P5 hätte er aber nicht bekommen. Rosberg fuhr eher unsichtbar und landete auf P6, wo Mercedes auch hingehört.

- Renault leidet unter dem Mapping- und hot blown diffusor Verbot. Heidfeld, nach schwacher Quali nur auf P16, holte auf P8 immerhin noch Punkte, erreichte das aber auch dadurch, dass er einen Stopp weniger einlegte. Petrov lagen die Verhältnisse nicht und er verschwand im Mittelfeld. Für Renault sieht es düster aus, denn viel Geld um den Wagen umzubauen hat man auch nicht.

- Pech für Force India. Paul di Resta lag lange auf P6, dann verpatzte man einen Boxenstopp, weil man die Reifen für Sutil bereit liegen hatte, und nicht für den Schotten. Sutil lag am Anfang in den Punkten, rutschte dann aber raus und kam nur auf P11.

- Toro Rosso verlor Buemi nach einer Kollision mit di Resta, aber Alguersuari holte mal wieder Punkte auf P10.

- Pastor Maldonado lag ebenfalls in den Top Ten, aber der Williams hat einen schlechten Rennspeed und fiel zurück. Barrichello fiel gar nicht auf, landete aber am Ende auf P13 vor Maldonado. Noch schlechter lief es für Lotus, die beide Wagen in den ersten 10 Runden mit technischen Problemen verloren.

- Glock wurde “best of the rest”, Neuling Ricciardo kam immerhin ins Ziel.

In 14 Tagen geht es am Nürburgring weiter.

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July 07 2011

15:30

Formel Eins: Vorschau GP England 2011

Alles neu beim britischen Grand Prix in diesem Jahr. Neue Boxenanlage, neue Start/Zielgerade und neue Regeln bezüglich des “hot blown diffusor”.

Silverstone ist wie gemacht für den Red Bull, denn es gibt viele ultraschnelle Kurven, darunter die berühmten Maggotts, Becketts, Chapel, dazu noch Stowe, Club, Abbey und Copse. Oder anders gesagt: Wer soll denn Red Bull hier schlagen? Die Antwort könnte lauten: Die FIA. Denn die hat in ihrer unendlichen Weitsicht beschlossen, den sogenannten “hot blown diffusor” zu verbieten. Zur Erklärung: Man unterscheidet zwischen einem “cold blown” und “hot blown diffusor.” Erster bekommt einfach die Luft per Sidepods und Unterboden zugeführt, letzterer wird direkt vom Auspuff angeblasen. Die Teams nutzen dazu auch noch eine Lücke im eigentlich striktem ECU-Reglement, die es ihnen erlaubte den Motor auch dann auf hohen Drehzahlen zu halten, wenn der Fahrer vom Gas ging. Das Mapping ist seit Valencia weg, nun müssen alle Teams auch ihre Auspuffführung umbauen. Aber wen trifft das Verbot denn nun wirklich?

Die gute Nachricht ist: Weder Williams, noch Lotus, HRT oder Virgin sind betroffen. Scherz beiseite, tatsächlich müssen vor allem alle Top Teams umbauen. Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes und Renault hatten das Mapping und die veränderte Auspuffführung im Programm, wobei Ferrari, Mercedes und McLaren besonders viel Geld rein gesteckt haben, weil sie diese Variante zum Start der Saison nicht im Auto hatten. Besonders betroffen ist aber Renault, deren revolutionäres Abgassystem nun leider überflüssig ist. Da man die gesamten Seitenkästen inkl. Kühler usw. auf den nach vorne gerichteten Auspuff ausgerichtet hatte, stehen dem Team größere Umbauarbeiten bevor, die man vermutlich nicht bis Silverstone wird erledigt haben können.

Ein Fragezeichen steht hinter Red Bull, die das System seit Beginn des Jahres im Wagen hatten. Die müssen nun das aerodynamisch empfindliche Heck verändern und vermutlich werden sie die Auspuffgase am Diffusor vorbei leiten, in dem sie die Endrohre rechts und links daneben legen werden. Ich bezweifele aber, dass der RB7 deswegen viel an Performance verlieren wird. Das extrem enge Heck bietet wenig Luftwiderstand, die Luft kann ungehindert um Diffusor gelangen. Vielleicht verliert man ein paar Zehntel, aber das geht den anderen ja auch so. Da der “heisse” Diffusor den vorhandenen Abtrieb nur verstärkt hat, sollten die guten Abtriebswerte des RB7 nicht weiter betroffen sein.

Das sind, wenn ich denn recht habe, schlechte Nachrichten für Ferrari und McLaren. Die Briten haben lange an ihrem Heck rum gebastelt, nur um jetzt wieder alles auf Anfang setzen zu können. Button scherzte schon, dass man immer den Vorteil habe zu wissen, wie schlecht sich ein Heck anfühlen kann, weil man das ja schon im Winter ausgiebig getestet hatte. Dennoch ist man bei McLaren zuversichtlich, dass beim Heim GP um den Sieg mitfahren wird.

Ferrari ist ebenfalls optimistisch, zu mal man mal wieder ein großes Update mitbringt. Außerdem ist man erleichtert, dass Pirelli die Varianten Soft/Hard nach England schnleppt. Zwar mag der F150 die harte Mischung nicht, dafür ist er auf der soften Mischung um so besser. Doch der Wagen schleppt weiter das Manko mit sich rum, einfach zu wenig Abtrieb zu produzieren und das Verbot des “hot blown diffusor” wird dem Team nicht helfen. Auf dem letzten Kurs mit schnellen Kurven, in Barcelona, wurde Alonso überrundet.

Mercedes hat die WM und eine Top 3 Platzierung in der Team-Werung schon abgeschrieben. Man wird weiter versuchen zu Ferrari aufzuschließen um sich gleichzeitig Renault vom Hals zu halten. Der MGP 02 leidet nicht nur unter seinem enorm kurzen Radstand, sondern auch unter Kühlungsproblemen, weswegen die Seitenteile des Wagens immer noch die Kiemen aufweist. Das stört die Aerodynamik und vor allem die Anströmung des Hecks, weswegen sowohl Rosberg als auch Schumacher im Rennen immer wieder Probleme mit dem Verschleiß der Reifen auf der Hinterachse haben. Immerhin stimmt der Topspeed, was ja in Silverstone nicht gerade unwichtig ist.

Dahinter dürfte es dann eng werden. Renault ist wie gesagt schwer einzuschätzen, dafür sollte Force India die schnelle Strecke liegen. Obwohl dem Wagen Grip fehlt, sollte man di Resta und Sutil für Punkte im Auge behalten. Sauber sah in den letzten Rennen schwach aus, offenbar hat man sich bei der Entwicklung in eine falsche Richtung bewegt. Dass die Force India plötzlich schneller sind, dürfte nicht normal sein, nachdem man mit James Key ja eigentlich den richtigen Mann im Team hat.

Ebenfalls verbessert hat sich Toro Rosso, die in den letzten Rennen in die Punkte kamen. Alguersuari leidet weiterhin unter eine Quali-Schwäche, was vermutlich mit den Pirelli Reifen zu tun hat, die er nicht so gut wie Buemi auf Temperatur bekommt. Rollt der Spanier aber erst einmal, kann er mit seinem Teamkollegen auch wieder mithalten.

Williams hat die Saison zwar noch nicht aufgegeben, aber die vielen Umbesetzungen und Neustrukturierungen im Team dürften der Entwicklung nicht helfen. Der FW33 ist eine Krücke und er wird es vermutlich, trotz seines sehr interessanten Konzeptes, auch bleiben. Aus England hört man aber, dass Barrichello vermutlich noch eine Saison dran hängen wird. Ob das so eine gute Entscheidung ist? Nichts gegen Maldonado, der sich gut entwickelt hat, aber wenn der schon im dem guten Rubens auf Augenhöhe ist, dann sollte man vielleicht mal nach einem schnelleren Mann Ausschau halten (Webber?)

Und zu Schluss die drei Hinterbänkler. Lotus fehlen immer noch rund 8 Zehntel in der Quali, aber das ist schon ein ziemlich großer Schritt, denn die Malayen da gemacht haben. Im Rennen bricht die Performance dann komischerweise so weit ein, dass die Virgin durchaus mithalten können, aber in Silverstone erwarte ich von Lotus etwas mehr, weil sie das klar bessere Chassis haben.

Etwas umgewöhnen muss man sich, was die Strecke angeht. Die neue Boxenanlage ist fertig und die Start/Zielgeraden ist nun auf der anderen Seite der Strecke. Man startet nun im ehemals hinterem Teil der Strecke und die erste Rechts nebst folgender Schikane dürfte beim Start interessant werden. Auch runter zu Brooklands sollte das Feld weiter eng zusammen sein. Dort, auf der nen Wellington Straight genannten Gerade, wird auch die DRS-Zone sein: der Messpunkt dafür ist vor dem Arena-Komplex, also zwischen den Turns 2 und 3, aktiviert werden darf das System ausgangs der Arena, aber noch vor dem schnellen Knick, der auf die Gerade führt.

Pirelli erwartet mal wieder drei Stopps und da es für britische Verhältnisse am Wochenende warm werden soll (24 Grad) dürften die “Soft” eine große Rolle im Rennen spielen. Die Reifen werden durch die vielen schnellen Kurven arg belastet, also könnte das zu interessanten Strategieentscheidungen führen. Der Motor wird in Silverstone logischerweise auch hoch belastet. Der Vollgasanteil ist hoch, also wird das KERS auch viel arbeiten müssen. Das könnte dann unter Umständen bei einigen Teams entscheidend werden, denn bei Red Bull, McLaren und Mercedes gab es ja immer mal wieder Probleme mit dem System.

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June 09 2011

14:24

Formel Eins: Vorschau GP Kanada 2011

Die Rennen in Kanada gehörten in den letzten Jahren schon immer zu den Besten im Kalender. Mit zwei DRS-Zonen und den Pirelli Reifen wird das in diesem Jahr nicht anders sein.

Neben dem kleinen Rennen in Le Mans, gibt es auch noch ein Formel Eins Rennen in Kanada. Die Strecke in Montreal ist bekannt. Sie besteht mehr oder weniger aus langen Geraden und einigen Schikanen, die allerdings sehr eng sind. Dazu kommt, dass bei der Planung der Strecke das Wort “Auslaufzone” irgendwie vergessen hat. Die Wagen erreichen zwar mehrfach die 300 km/h Grenze, müssen dabei aber zwischen zwei Mauern durchpfeilen. Dass das schon mal schlecht ausgehen kann, hat man 2007 gesehen, als Robert Kubica seinen BMW an einer, mittlerweile entfernten, Mauer in seine Kohlefaserbestandteile zerlegt. Mit einer überholfreudigeren Formel Eins in diesem Jahr, wird die Sache nicht leichter. Dazu kommt, dass es an der Spitze in diesem Jahr wieder eng werden könnte.

Natürlich gelten die Red Bull und Sebastian Vettel als Favoriten in Kanada und wer soll sie schlagen? Mark Webber ist es vermutlich nicht. Zwar geht es etwas aufwärts mit seinen Leistungen, aber er kommt noch immer nicht so wirklich mit den Pirelli Reifen klar. Die Konkurrenz wird wohl eher aus dem Lager McLaren kommen, wo man sich in Kanada sehr viel ausrechnet. Der Wagen ist schnell und so lange keine schnellen Kurven im Weg sind, kann man den Vorteil der Mercedes-Motoren besser ausspielen.

Denn der Red Bull RB7 generiert so viel Abtrieb, dass er eine schlechte Höchstgeschwindigkeit, was sich in Kanada selten wirklich gut ist. Aber gleichzeitig bietet der Abtrieb selbst in den engen Schikanen durchaus einen Vorteil. Zum einen kann man einen Tick später bremsen, zum anderen kommt man aus der Kurve einfach besser raus und hat so beim rausbeschleunigen genau den kleinen Vorteil, der reicht, um selbst mit einem Geschwindigkeitsnachteil auf der Geraden vorne zu bleiben.

McLaren sieht hier einen Vorteil, vor allem im Rennen. Ihr Wagen ist etwas schneller auf der Geraden, dazu kommen die beiden DRS Zonen, mit denen die FIA in Kanada experimentiert. [Wo die sein werden trage ich nach]. Man vermutet, dass man damit in der Lage sein sollte, Red Bull besser unter Druck zu setzen. Ich bin da noch etwas skeptisch. Red Bull war in Australien schnell, sie werden es auch in Kanada sein.

Ferrari hat Kanada schon abgeschrieben. Der Wagen passt hinten und vorne nicht, man bemüht sich gerade dem F150 etwas mehr Abtrieb beizubringen. Das bedeutet zwar, dass man in Sachen Topspeed vorne mit dabei sein wird, aber die reicht halt nicht aus, um Rennen zu gewinnen. Bei den Italienern ist die Stimmung etwas gedrückt und nach der Ablösung von Aldo Costa steht man zu dem vor größeren Umstrukturierungen. Offiziell hat man den WM-Titel nicht abgeschrieben, dafür ist die Saison auch noch zu lang, aber die Chancen sind doch sehr schmal geworden und man kann nur hoffen, dass man den Wagen so gut hinbekommt, dass man wieder um Siege fahren kann. Immerhin schleppt man etliche Updates mit über den Atlantik, mal sehen, was sie wieder bringen.

Davon weit entfernt scheint Mercedes, deren Form in diesem Jahr sehr wechselhaft war. In Spanien lief es eigentlich nicht schlecht, da hatte man auch wenig Pech, dass es für ein besseres Resultat nicht reichte. Aber der Abstand in der Qualifikation liegt weiterhin bei rund einer Sekunde und wird sich in den letzten zwei Wochen auch nicht reduziert haben. Der Anspruch von Mercedes muss der sein, dass man zumindest mit den Ferrari auf Augenhöhe liegt, was in Kanada durchaus der Fall sein könnte. Interessant wird auch sein, ob Schumacher seine in den letzten zwei Rennen ansteigende Form in Kanada wird bestätigen können.

Die Wundertüte des Jahres kommt aus dem Hause Renault. Mal geht der Wagen wie die Hölle, mal versinkt er im tiefen Mittelfeld. Eric Boullier ließ in einen Interview nach dem Rennen in Monaco durchblicken, dass er vor allem mit den Quali-Leistungen von Nick Heidfeld alles andere als zufrieden ist. Wenn ein Teamchef in der Presse sagt, dass sich ein Fahrer steigern muss, kann man sich vorstellen, wie Stimmung im Team ist. Die Rennpace von Heidfeld stimmt immer noch, aber seine Quali-Schwäche ist weiter vorhanden. Petrov fährt ihm zwar nicht um die Ohren, aber allein, dass man zeitgleich ist, passt Renault nicht, die durch Kubica gewohnt sind, dass der Nummer Eins Fahrer immer ein paar Zehntel schneller ist (und sein sollte). Derweil gibt es auch mal wieder Gerüchte, dass Renault in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Da Group Lotus den Gerichtsstreit mit Team Lotus verloren hat und den Namen “Lotus” nur als Sponsor, nicht aber für das Chassis verwenden darf, ist die gesamte Idee eines “Lotus Team”, dass Proton und Lotus-Autos verkaufen soll, hinfällig. Gleichzeitig gibt es unbestätigte Gerüchte, dass das Team Renault F1 (den Motorenhersteller) jede Menge Geld schuldet. Die Situation scheint also nicht gerade schön.

Zumal von hinten weitere Team drängen. Vor allem Sauber, deren Wagen bisher auf den schnellen Geraden immer ganz vorne war, sieht nach einem Team aus, dass nun regelmäßig in die Top 10 fahren kann. Sergio Perez ist nach seinem heftigen Abflug in Monaco wieder auf den Beinen, Kobayashi sollte die Strecke in Kanada auch besser liegen. Von den Schweizern kann also einiges erwarten und ich wäre nicht überrascht, sie am Ende sehr weit vorne zu finden.

Einen Aufwärtstrend gibt es auch von Toro Rosso zu vermelden, die besser wieder etwas aussehen. Beim Nachwuchsteam von Red Bull hat man neben dem eher schwachen Saisonstart vor allem mit dem Problem zu kämpfen, dass man gerne Daniel Riccardo ins Team heben würde. Dafür müsste man entweder Alguersuari oder Buemi aussetzen lassen, was nicht leicht ist, denn beide liefern keine schlechte Rennen ab. Dem Spanier fehlen allerdings bisher WM-Punkte, was sich als Argument für Red Bull herausstellen könnte. Ein Zeichen, dass Ricciardo demnächst in einem Rennen zu sehen könnte, ist die Ankündigung von Toro Rosso, dass man den Australier für Buemi im ersten freien Training einsetzen wird.

Den Rest des Feldes lasse ich mal weg, da wird man eh nicht viel Überraschungen erleben.

Deutlich interessanter als das Hinterfeld ist die Situation um den Bahrain GP. Vor einer Woche beschloss die FIA, dass das Rennen stattfinden soll, sogar ein Termin wurde genannt. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los, Fahrer wie Mark Webber machten deutlich, dass sie von der Entscheidung nichts halten würden. Dann feuerte Max Mosley aus dem Hinterhalt, als er meinte, dass die FIA ohne die Team gar nichts beschliessen könne. Dienstag räusperte sich die FOTA und meinte, man wolle zwar grundsätzlich fahren, aber nicht am 30.10., also bekleckerte man sich auch nicht gerade mit Ruhm. Mittwoch meinte Bernie Ecclestone zu jedem, der ihn darauf ansprach, dass der GP in Bahrain sowieso nicht stattfinden würde. Die Kehrtwendung geht wohl darauf zurück, dass etliche Sponsoren wohl meinten, dass sie auf gar keinen Fall in Bahrain an der Strecke oder auf einem Wagen zu sein wollen. Darunter gehörte wohl auch CNN, die auf dem Lotus werben und vermutlich nicht glücklich sind, wenn ihr Logo in Bahrain in einem F1 Rennen zu sehen ist, während draussen Anderson Cooper mal wieder Verletzte versorgt.

Die FIA hat sich gerade bis auf die Knochen blamiert. Der geleakte Report von einem Besuch in Bahrain, ist ein Witz. Wenn man ihn liest merkt man schon, dass man sich von den Behörden hat einwickeln lassen. Statt eine unabhängige Menschenrechts-Gruppe wie “Reporter ohne Grenzen” mit auf die Reise zu nehmen, schickt man den Vizepräsidenten der FIA, dem ich nichts Böses unterstellen möchte, aber der vermutlich nicht wirklich die geeignete Person für so einen Auftrag ist. Die FIA sollte schleunigst versuchen, sich aus dem PR-Desaster zu winden. Ein klares Wort von Jean Todt wär da die richtige Reaktion. Der ist in Le Mans, verweigert aber wohl sämtliche Fragen zu dem Thema zu beantworten.

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May 25 2011

09:26

Formel Eins: Der James Allen Strategiereport – Spanien

Der diesjährige GP von Spanien wurde allgemein als einer der Besten betrachtet, was viel mit der Strategie zu tun hatte, was dazu führte, dass zu einen intensiven Kampf um die Führung im letzten Renndrittel kam.

Man konnte sehen, wie Polesitter Mark Webber auf P4 zurück fiel, Fernando Alonso, der Führende aus der ersten Runde, kam mit einer Runde Rückstand auf P5 ins Ziel und Jenson Button rettete dank einer mutigen Strategie einen Podiumsplatz. Auf dem Papier sah es so aus, als würde die Drei-Stopp-Strategie mit neuen Reifen rund 4 Sekunden schneller sein, als ein Rennen mit 4 Stopps. Aber die wenigsten Fahrer hatten den Luxus über mehrere neue Reifensätze zu verfügen, die meisten hatten höchstens einen Satz neuer Reifen. Mit alten Reifen schien die Vier-Stopp-Strategie rund 10 Sekunden schneller zu sein. Also konnte man nicht viel tun, was dazu führte, dass man viele Fahrer unterschiedliche Dinge ausprobieren sah, die am Ende aber wenig brachten, sieht man mal von Button ab.

Die meisten Fahrer und Ingenieure stimmten überein, dass der harte Reifen deutlich langsamer als die weiche Mischung war. Im freien Training betrug der Abstand zwischen beiden Mischungen rund 2 Sekunden, nachdem der Track das Gummi angenommen hatte, reduzierte sich der Abstand auf eine Sekunde. Also würden die Stints auf den harten Reifen Nachteile bringen. Die Fahrer wollten so lange wie möglich wie den weichen Reifen unterwegs sein.

Aber die Abnutzung der weichen Reifen war so groß, dass einige Fahrer, wie Alonso und Webber schon bei Halbzeit drei Stopps hinter sich hatten, was bedeutete, dass sie die zweite Hälfte des Rennens auf harten Reifen verbringen mussten.

Die Wichtigkeit neuer Reifen
Mal wieder konnte man deutlich sehen, wie groß der Unterschied durch die neuen Reifen war. Man konnte eine Posititionsveränderungen dank des “Undercuts” Manövers, wenn ein Verfolger eine Runde vor dem Führenden stoppt um ihn zu überholen.

Sebastian Vettel nutze den Undercut um an Fernando Alonso vorbei zu kommen. Vettel stoppte früh in Runde 18 und seine Out-Lap war deutlich schneller als die Runde von Alonso, und als der eine Runde später stoppte, ging Vettel in Führung. Es war war wichtig für Vettel an Alonso vorbei zu kommen, denn von hinten nahte Lewis Hamilton als Herausforderer, denn er war auf etwas längeren Stints unterwegs und seine Reifen waren vier Runden frischer als jene von Vettel.

Weil Vettel so früh in Runde 18 gestoppt hatte und weil er an Alonso vorbei ging, konnte er auch nach dem dritten Stopp in Runde 34/35 vor Hamilton bleiben, als die Fahrer auf die harten Reifen wechselten. Man konnte schon oft beobachten, dass Red Bull dazu tendiert eher früher zu stoppen, bevor Reifen an Performance verlieren und dies ist auch die Basis ihrer Strategie. Dagegen ist McLaren dazu bereicht, etwas längere Stints zu fahren, was sie wiederum sehr nah an Red Bull bringt. Weil sie in Spanien ein paar Runden länger draussen blieben, konnten die Fahrer in der “clean air” bleiben. Dagegen verhaute Red Bull das Rennen von Mark Webber, weil sie im Verkehr raus schickten, nach dem er in Runde 10 das erste Mal gestoppt hatte.

Eine deutliches Beispiel, wie viel die neuen Reifen bringen, war Nick Heidfeld, der das Rennen wegen seines angekokelten Wagens am Samstag nur als letzter starten konnte und am Ende, dank der vielen neuen weichen Reifensätze, fast noch beide Mercedes in P7 und P6 geschnappt hätte. Renault setzte auf die Strategie, die Mark Webber in China und Kamui Kobayashi in der Türkei angewandt hatten. Das wird allerdings in Monaco nicht so gut funktionieren, weil der Verkehr zu stark ist.

Hätte Hamilton mittels Strategie Vettel schlagen können?

Einige Analysten sind der Meinung, dass Hamilton Vettel beim dritten Stopp hätte schlagen können, wenn er auf seinen weichen Reifen ein, zwei Runden länger draussen geblieben wäre. Die Zeitenanalyse zeigt aber, dass Vettel auf seiner In/Out Lap zwei Sekunden schneller als Hamilton war. Die Stopp-Zeiten waren fast identisch, aber den Unterschied machte die Vettels erste fliegende Runde auf den harten Reifen die 1.28.563 schnell war. Hamilton kam mit seinen abgenagten weichen Reifen nur auf eine 1.30min, also konnte Vettel bei dem Tempo gar nicht überholen.

Aber im Vergleich zwischen McLaren und Ferrari wusste man bei den Briten, dass Hamiltons Rundenzeiten selbst dann besser waren, wenn er auf gebrauchten Reifen unterwegs war. Also schonte man die Reifen und konzentrierte sich auf das Ende des zweiten Stints. Die gebrauchten weichen Reifen bei Hamilton waren in den Runden 19 bis 21 schneller, als die von Alonso.

Die weichen Reifen von Hamilton bauten mit ca. 0.1625 sek/Runde im ersten Stint ab. Aber McLaren war in der Rennabstimmung und auf den weichen Reifen rund 0.5 Sekunden schneller als Alonso. also lohnte sich auch der längere Stint.

Wie Webbers Strategie daneben ging
Mark Webber startete von der Pole Position und hatte eine Chance auf den Sieg, der seine Saison endlich in Schwung bringen sollte. Aber am Ende wurde er nur vierter. Wie konnte das passieren?

Webbers Strategie ging nach hinten los, als er beim Start von Alonso und Vettel kassiert wurde. Webbers Starts sind dieses Jahr ein Problem. In 5 Rennen hat er 10 Plätze verloren, also im Schnitt 2 pro Rennen.

Der Platzverlust gegenüber Vettel verschärfte sein Problem, weil Vettel dadurch als erster in Runde 9 an die Box kommen konnte, während Webber eine Runde warten musste. Als er wieder auf die Strecke kam, steckte er hinter Petrow und Button, was Hamilton erlaubte an ihm vorbei zu gehen, als der eine Runde später an die Box kam.

Nach dem zweiten Stopp ind Runde 19 stand er vor dem Problem, dass er nicht an Alonso vorbei kam. Zu dem Zeitpunkt lag er zunächst 4 Sekunden, daraus wurden dann aber 11 Sekuden in den nächsten 10 Runden. Er kam dann in Runde 29sehr früh an die Box und er hatte den taktischen Vorteil hinter Alonso zu stecken, also konnte er Ferrari überraschen, in dem plötzlich zu Box abbiegen würde.

Aber diese Überraschung klappte nicht, da Ferrari sie kommen sah und Alonso zeitgleich rein holte. Dr. Helmut Marko bezichtige Ferrari daraufhin, dass diese den Boxenfunk von Red Bull abhören würde, was die einzige Möglichkeit gewesen sei, hinter die Taktik zu kommen, aber Ferrari hat das bestritten.

Es war die richtige Idee vor Alonso rein zu kommen. Aber gleichzeitig gab man eine Menge auf, weil Webber mit seinem einzigen, komplett neuen Reifensatz unterwegs war und damit nur 10 Runden drehte. Man hätte locker noch 5 oder 6 Runden fahren können (so wie es in dem Stint auch Vettel gemacht hat). Es führte am Ende dazu, dass Webber sein Podium an Button verlor.

Aus der Sicht von Ferrari hatte man die Weichen sehr schnell verbraucht, um die Strategie der anderen nach zu ahmen. Als Result davon hatte Alonso 37 Runden vor dem Ende keine weichen Reifen mehr. Zum Vergleich: Hamilton konnte sechs Runden länger mit seinen Reifen fahren, Button nahm die harte Mischung, als noch 18 Runden zu fahren waren.

Jenson Button – Von P10 aufs Podium mit drei Stopps

Jenson Button hatten einen miserablen Start. Von P5 los gefahren beendete er die erste Runde auf P10 um sich dann Buemi zu schnappen. McLaren entschied sich für eine Drei-Stopp-Strategie und Button schaffte es mit seinem gebrauchten weichen Reifen bis zu Runde 14 zu kommen. Das war dass ideale Fenster für seine Strategie, auch wenn ihn seine 4 Extra-Runden rund 8 Sekunden kosteten. Aber genau dies war die Basis für die erfolgreiche Strategie, mit Reifen, die immer neuer waren, als die seiner Konkurrenten, seinen Vorteil zu wahren. Er kam beim seinem zweiten Stopp sieben Runden später rein als seine Rivalen und sogar 13 Runden später bei seinem dritten Stopp.

Der späte erste Stopp brachte ihn auf P6, vor Massa, Rosberg und Schumacher, der wiederum Zeit hinter Petrov verloren hatte. Er schaffte 16 Runden auf seinen weichen Reifen, also duetlich mehr als die 10, die Webber zur Verfügung hatte.

Weil er seine Stints so verlängern konnte, ohne viel Zeit zu verlieren, konnte er zur gleichen Zeit wie Webber auf die harten Reifen wechseln, ohne von ihm angegriffen zu werden. Außerdem war McLaren mit den harten Reifen schneller und so konnte er seinen dritten Platz absichern.

May 09 2011

06:23

Formel Eins: Analyse GP Türkei 2011

Auch wenn vorne alles von Anfang klar war, es war ein sehr abwechslungsreiches Rennen, bei dem man vor lauter Boxenstopps und unterschiedlichen Reifenstrategien etwas den Überblick verlieren konnte.

Sebastian Vettel ist “on the roll”, wie man in England sagt. Vier Rennen, 3 Siege, ein zweiter Platz. Besser kann man eine Saison kaum starten und die Art und Weise wie Vettel in der Türkei seinen Sieg eingefahren hat, war schon bemerkenswert. Im Freitagstraining zerlegte er noch seinen Einsatzwagen und konnte das zweite freie Training nicht fahren. Samstag reichten ihm ein paar Runden im dritten Training, seine Bestzeit in der Quali fuhr er mit nur einem Versuch und haute seinem Kollegen gleich noch 4 Zehntel aufs Dach. Schon das zeigte, dass er trotz des Unfalls sein Selbstbewusstsein nicht verloren hatte. Im Rennen hatte er dann weniger Probleme. Dafür war hinter ihm die Hölle los. Ferrari, McLaren und Mercedes wechselten die Postionen, wie manche Politiker ihre Meinung vor einer Wahl. Ferrari war dabei erstaunlich stark.

Am Start setzte sich Vettel auf der sauberen Linie locker durch, während Webber neben ihm auf der schmutzugen Seite kaum voran kam. Das erlaubte Rosberg sich zwischen die beiden Red Bull zu quetschen, während Webber noch sehen musste, dass Hamilton nicht noch durch schlüpfte. Der übertrieb es aber etwas, und musste im Zuge auch noch Alonso und Jenson Button vorbei lassen. Zwischen den beiden McLaren-Männern entwickelte sich daraufhin ein sehr herzhaftes Duell über mehrere Runden. Martin Whitmarsh beklagte nach dem Rennen zwar ein wenig, dass derartige Duelle viel Zeit kosten, aber auf der anderen Seite sei das eben auch die Art, wie man Motorsport betreiben würde. Eine schöne Einstellung, zu dem hätte es auch nichts geändert, wenn man Button oder Hamilton eingebremst hätte. Denn McLaren war in der Türkei einfach nicht gut drauf. Hatte man vor drei Wochen in China noch den schnellsten Wagen, hatte sich die Sache in der Türkei geändert. Schuld daran waren, so Withmarsh, dass man nicht alle Updates dabei hatte, die man gerne eingesetzt hätte.

Tatsächlich sah es aber so aus, als habe man eher Probleme mit den Reifen gehabt. Die weichen Reifen hielten auf dem Wagen nicht sonderlich lange, Hamilton wurde per Funk angewiesen, dass er besondern im langen Turn 8 aufpassen sollte, da die Reifen zu sehr abbauen würden. Button erging es nicht anders, was dann dazu führte, dass die McLaren recht schnell an die Box kommen mussten. Immerhin splittete McLaren die Strategie um möglichst viel aus dem Rennen noch rausholen zu können. Hamilton wurde, wie fast alle andere, auf eine 4-Stopp-Strategie angesetzt, bei Button versuchte man es mit drei Stopps, was sich am Ende als keine gute Idee herausstellte, da er noch von Rosberg aufgeschnupft wurde.

Aber egal, wie sehr sich McLaren auch anstrengte, an Ferrari kam man überraschenderweise nicht heran. Alonso hatte einen brauchbaren Start und profitierte vom Fehler von Hamiliton, der ihn hinter Webber und Rosberg brachte. Aber dort war für ihn nicht Schluss. Der Ferrari ging mit vollen Tanks und weichen Reifen extrem gut und er ließ die beiden vor ihm nicht wegfahren. Massa steckte im Verkehr, zeigte aber auch eine ansprechende Leistung und hatte einige spannende Zweikämpfe. Es war aber Alonso, der sich im Rennen zu einer echten Gefahr für die Red Bull entwickelte. Gegen Mitte des Rennens schnappte er sich, etwas überraschend, Webber auf Platz 2 und machte Jagd auf Vettel. Der konterte aber die Zeiten des Spaniers, gleichzeitig ließen die Reifen am Ferrari keine besseren Zeiten mehr zu. Alonso meinte nach dem Rennen, dass er vielleicht Vettel hätte unter Druck setzen können, wenn er am Start weiter vorne gestanden hätte. Ich bezweifel das, da Vettel während des gesamten Rennens eigentlich nie richtig pushen musste. Das zeigte sich bei den Rundenzeiten, wo Webber zwei Zehntel als Vettel war. Der Deutsche hätte also deutlich zulegen können.

Während Ferrari wie Phönix aus der Asche aufstieg, ging Mercedes im Rennen ein wenig unter. Rosberg konnte seinen zweiten Platz nur kurz halten, da seine weichen Reifen wohl anfingen sich aufzulösen. Man beschloss Rosberg zweimal hintereinander auf harte Reifen zu setzen um einerseits kein Risiko einzugehen, andererseits hatte man eh nur noch einen Satz weichen Reifen, den man sich für das Ende aufsparen sollte. Rosberg war damit zur Mitte des Rennens ziemlich chancenlos und musste die McLaren und Massa ziehen lassen. Eine Zeit lang lagen sogar die Renault vor ihm. Da Massa zweimal Probleme an der Box hatte, konnte sich Rosberg vor ihm halten. Ohne dessen Probleme wäre Massa vor ihm gewesen. Miserabel lief es mal wieder für Schumacher. Er kam zwar gut weg und lag vor beiden Renault, doch Petrov war Ende der langen Geraden neben ihm und klar vorbei, als Schumacher sich wehrte. Petrov rasierte Schumacher den Frontflügel ab und der Deutsche bog direkt in die Box ab, was sein Rennen zerstörte. Zwar wäre am Ende vermutlich auch nicht mehr als P7 raus gekommen, aber immerhin wären das Punkte gewesen. Erstaunlich war nicht nur die schlechte Form von Schumacher, sondern auch der schlechte Rennspeed des Wagens. In China sah das noch anders aus, vermutlich hat der Mercedes ein ähnliches Problem wie der McLaren, dass er die Reifen zu schnell auffrisst. Dennoch war die Fahrt von Schumacher im Bereich “unschön”. Die Gerüchte, dass Mercedes sich spätestens im Herbst nach einem neuen Fahrer neben Rosberg umsehen möchte, werden immer dichter.

Weiter hinten lagen dann die Renault. Die Euphorie nach den Tests ist längst vergangen, dem Wagen fehlt es grundsätzlich an Speed und man kann auch nicht erkennen, dass es einen Vorwärtstrend gibt. Heidfeld prügelte sich das gesamte Rennen mit Petrov, der ihn teilweise schlecht aussiehen ließ. Zwar schnappte sich der Deutsche gegen Ende seinen Teamkollegen, aber das brachte ihm dann auch nicht mehr viel. Renault hat ein wenig den Anschluss an die vier Top Team verloren und muss sehen, dass man irgendwie wieder ran kommt.

Einen Lichtblick hatte Williams. Barrichello hatte die Top 10 nur knapp verpasst, im Rennen lief es aber nicht ganz so gut. Der Rennspeed des FW33 ist auch noch nicht da, wo er sein sollte, weswegen Barrichello mit stumpfen Waffen kämpfte und am Ende auf Platz 15 landete. Deutlich besser lief es für Kamui Kobayashi im Sauber. Dessen Einspritzpumpe hatte in der Quali versagt und er musste von ganz hinten starten. Nach einer halben Runde war er auf P19, danach sammelte er einen nach dem anderen ein. Gegen Ende wurde es zwar auch für ihn zäh, aber immerhin schob er sich auf Platz 10 vor. Eine starke Leistung. Ich bin mir sicher, dass der Japaner im nächsten in einem deutlich besseren Wagen sitzen wird. Ein Kandidat für Renault oder Mercedes ist er alle Mal.

Sebastian Buemi muss man auch erwähnen. Der Schweizer fuhr ein unauffälliges Rennen, kam aber aber am Ende auf P9 ins Ziel, weil er mit einer Drei-Stopp-Strategie unterwegs war. Sein Kollege Alguersuari kämpfte lange mit Schumacher um den sagenhaften Platz 11, muss aber am Ende einen Fehler drin gehabt haben, denn er taucht in der Wertung nur auf P16 auf.

Ein gutes Rennen zeigten die Lotus. Kovalainen spülte es zwischenzeitlich bis auf P12 nach vorne, doch am Ende zog der Rest des Feldes doch wieder vorbei. Zwar verbessert sich Lotus kontinuierlich, aber vom Mittelfeld ist man immer noch etwas entfernt. Auf der anderen Seite: Im Rennspeed ist der Lotus nur rund 3 Sekunden langsamer als die Spitze, was kein schlechtes Zeichen ist, und zeigt, wie eng es im Rennen zu geht.

Völlig es Chaos herrscht bei Virgin. Das Update funktioniert hinten und vorne nicht und Glock konnte das Rennen gar nicht erst starten, weil sein Getriebe in der Einführungsrunde kaputt gegangen ist. Pech, aber es zeigt auch, wo Virgin steht. D’Ambrosio rettet das Wochenende, weil er sich vor den HRT halten konnte.

Es war ein sehr abwechslungsreiches Rennen. Es gab irrsinnig viele Überholmanöver und über 80 Boxenstopps. Zwischenzeitlich verlor man ein wenig den Überbblick, wer denn jetzt eigentlich wo lag. Und das ging den Zuschauern zu Hause so, die auf das Livetiming und die Kommentatoren zurückgreifen konnten. An der Strecke war man als Zuschauer vermutlich relativ aufgeschmissen.

Dass DRS funktionierte offenbar bei allen ausnahmsweise gut und man sah dank des Systems auch etliche Überholmanöver. Allerdings – eventuell hat die FIA die Sache mit dem Überholen etwas übertrieben. Die Kombination aus DRS, KERS und den Reifen macht die Sache etwas zu leicht. Rosberg war völlig chancenlos, als Webber an ihm vorbei ging und der konnte nichts machen, als Alonso an ihm vorbeiflog. Nun mag die Strecke in der Türkei wegen des hohen Reifenverschleiss etwas besonderes sein und man sollte nach all den langweiligen Jahren in der F1 vielleicht vorsichtig sein. Aber ein bisschen weniger wäre vielleicht nicht schlecht und hätte dann auch wieder mehr mit Motorsport zu tun. Auf der anderen Seite müssen sich die Teams an die neuen Regeln eben auch etwas besser anpassen. DRS und KERS half Webber überhaupt nicht, als er hinter Rosberg steckte. Erst als dessen Reifen aufgaben, kam Webber leichter vorbei.

Aber vermutlich würde es der Konkurrenz auch nicht helfen, wenn man das DRS jederzeit einsetzen könnte. Vettel fährt im Moment in einer eigenen Liga. Er hätte 100 Punkte auf seinem Konto, wenn Red Bull in China nicht den leichten Strategiefehler gemacht hätte. Die Dominanz erinnert im Moment an die Saison 2009, als Jenson Button im BrawnGP alles in Grund und Boden fahren konnte. Im Gegensatz zu Brawn damals hat Red Bull aber die Ressourcen vorne bleiben zu können und hinzu kommt, dass sich McLaren, Ferrari und Mercedes gegenseitig die Punkte wegnehmen. Im Moment scheint Red Bull unschlagbar zu sein, aber das kann ich in der F1 bekanntlich ja an jedem Wochenende ändern.

F1 Grand Prix of Turkey - Race F1_Race_Tur_2011_24 F1_Race_Tur_2011_22 F1_Race_Tur_2011_1 F1_Race_Tur_2011_2 F1_Race_Tur_2011_3 F1_Race_Tur_2011_4 F1_Race_Tur_2011_5 FORMULA 1 / DHL TURKISH GRAND PRIX F1_Race_Tur_2011_7 Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. Formula One World Championship, Rd 4, Turkish Grand Prix, Race, Istanbul Park, Turkey, Sunday 8 May 2011. F1_Race_Tur_2011_12 F1_Race_Tur_2011_13 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Turkey Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Turkey Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Turkey F1 Grand Prix of Turkey - Race F1 Grand Prix of Turkey - Race F1 Grand Prix of Turkey - Race F1 Grand Prix of Turkey - Qualifying F1_Race_Tur_2011_23 F1_Race_Tur_2011_25 2011 Turkish Grand Prix F1_Race_Tur_2011_27 2011 Turkish Grand Prix F1_Race_Tur_2011_29 F1_Race_Tur_2011_30

April 21 2011

05:45

F1: Der James Allen Strategiereport – China

Beim GP in China ist eine Menge passiert und es ist wichtig sich die Zeit zu nehmen, genau zu überprüfen, wie genau die Dinge sich entwickelt haben

Der klare Eindruck ist, dass es die Strategie war, die am Sonntag über Sieg und Niederlage entscheiden hat. Bei den ersten Rennen konnte man noch einen unterschiedlichen Mix an Strategien sehen, auch wenn die erstern Drei auf die gleiche Strategie gesetzt hatten. In China konnte man zum ersten Mal verschiedene Strategien sehen und sie zeigten, wie genau man seine Entscheidungen in diesem Jahr treffen muss.

Ein weiterer interessanter Unterschied im Vergleich zu den anderen beiden Rennen war, dass vier schnelle Wagen außerhalb ihrer normalen Startposition ins Rennen gingen: Webber von P18, Heidfeld von P16, Schumacher von P14 und Petrov von P10. Das bedeutete, dass beide Toro Rosso und die Force India waren um die Top Ten herum platziert, aber es zeigte sich, dass es schwer wurde, die Positionen zu halten, weil das DRS und die Pirelli Reifen den schnelleren Wagen die Möglichkeit gaben, durchs Feld zu fahren.

Die Strategie-Überlegungen begannen schon in der Qualifikation, als Lewis Hamilton sich dazu entschied nur einen Versuch in Q3 zu starten um sich einen Satz weicher Reifen für das Rennen zu sparen. Was genau hat ihm das gebracht? Verglichen mit den Reifen, die man schon in der Quali genutzt hatte, bringen frische einen Leistungsvorteil und sie halten zwei oder drei Runden länger durch, die ein gebrauchter Satz ja schon in der Quali hinter sich hat. Dazu hat kommt, dass gebrauchte Reifen pro Runde ungefähr ein bis zwei Zehntel gegenüber einem frischen Satz verlieren. Dazu kommt, dass man auf diese Weise auch den Wechsel auf die harten Reifen rauszögern kann, die wiederum eine Sekunde pro Runde langsamer sind. Zusammenaddiert kommt ein großer Vorteil heraus.

Warum Hamilton Sebastian Vettel schlagen konnte

Die Computersimulationen zeigten, dass man mit einer Zwei-Stop-Strategie am Ende des Rennen einen Vorteil von ca. 3 Sekunden haben müsste, aber dies basierte auf der Annahme, dass man störungsfrei unterwegs war. Vettel wählte die Zwei-Stopp-Strategie, fand sich nach dem schlechten Start aber hinter Button und Hamilton. Später fand man heraus, dass das KERS von Vettel nur 30 statt 80 PS geliefert hat, weswegen die McLaren vorbei kamen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Red Bull noch die Chance auf eine Drei-Stopp-Strategie zu wechseln. Aber nachdem er in Runde 14 gleichzeitig mit Button und nur eine Runde vor Hamilton stoppte, aber vor beiden auf die Strecke kam, entschied man sich bei der festgelegten Strategie bleiben wollte. Man hatte keinen Zweifel, da der Wagen schnell genug war um die Strategie umzusetzen. Hätten sie zu diesem Zeitpunkt auf drei Stopps gesetzt, Vettel hätte das Rennen gewonnen.

Was allerdings keine Simulation vor dem Start vorhersehen konnte, war die Tatsache, dass sich die Lebensdauer der Pirelli während des Rennens nicht verbesserte. Die bisherigen Erfahrungen mit den Pirelli haben gezeigt, dass die Abnutzung der Reifen gegen Ende des Rennens ca. 25% kleiner war, verglichen mit den Long Runs, die man in den freien Trainings am Freitag testet. Aber dieses Mal nahm der Asphalt den Gummi nicht an, was bedeutete, dass der Asphalt dem harten Reifen gegen Ende des Rennens nicht entgegen kam und ihn höher belastete. Das ist der Grund, warum Vettel und alle andere Zwei-Stopper wie Ferrari nicht mithalten konnten und Hamilton, dessen Reifen sieben Runder frischer waren, Vettel in den letzten Runden einholen konnte. Und es ist auch der Grund, warum Webbers Strategie am Ende so fumlinant aufging.

Wie ist von Webber von Platz 18 auf P3 gekommen?

“Was das Rennen gezeigt hat,” sagte Mark Webber nach dem Rennen, “ist, dass das die Qualifikation nicht mehr so wichtig ist, wie das früher der Fall war. Man will jetzt nicht an jedem Wochenende von P18 starten, aber man ist besser dran, wenn man für das Rennen einen Satz weicher Reifen spart, anstatt sie in Q3 zu verbrauchen um einen Platz zu gewinnen. Monaco ist natürlich die Ausnahme der Regel.”

Das stimmt und vermutlich wird man in Zukunft ein paar schnelle Wagen das machen sehen, was Hamilton getan hat. Man wird nur zwei Satz weiche Reifen in der Qualifikation verwenden, um einen größeren Vorteil im Rennen zu haben.

Webber nahm die Drei-Stopp-Strategie in umgekehrter Reihenfolge. Er nahm erst die harten Reifen und nutze dann seine weichen Reifen, die er sich gespart hatte, weil er in Q2 und Q3 gar nicht mehr dabei war. Webber war der einzige Fahrer der am Start nicht auf weichen Reifen setzte.

Die Drei-Stopp-Strategie gab ihm die Gelegenheit relativ ungestört zu fahren und am Ende hatte er noch einen Satz brandneuer weicher Reifen, als alle anderen Fahrer bemerkten, dass die Strecke sich nicht verbesserte und die harten Reifen schneller abbauten, als man damit gerechnet hatte. Die neue weichen Reifen gaben ihm einen deutlichen Vorteil, wie seine schnellste Runde zeigte, die 1.4 Sekunden schneller war.

Webber tat also genau das Richtige und nahm die harten Reifen zum Start, als er in Verkehr steckte und das Potential des Wagen eh nicht voll nutzen konnte. Hätte er die weichen Reifen am Start genutzt, hätte er die harten am Ende gehabt und es wäre ihm schwerer gefallen am Schluss so weit nach vorne zu kommen.

Nico Rosberg: Der entwischte Sieg

Nach dem Rennen war Nico Rosberg ziemlich aufgebracht, weil er fühlte, das er hätte das Podium und sogar seinen ersten Sieg erreichen können. Der Grund, warum es nicht klappte, was ein Fehlberechnung beim Sprit.

Rosberg war auf P4 nach der ersten Runde, und dank der hervorragenden Strategie von Mercedes, die ihn in Runde 12 rein holten, als Rosberg auf den ersten Verkehr traf. Das brachte ihn in “clean air”. Er fuhr ungestört und ging in Runde 17 in Führung. Dabei zeigte er ein paar beeindruckende Rundenzeiten auf seinem zweiten Satz weicher Reifen. Nach seinem zweiten Stopp kam er vor beiden McLaren auf die Strecke und er muss gedacht haben, dass ihm das Podium sicher sei. Bei Mercedes glaubte man sogar, dass man das Rennen gewinne könne.

Aber dann wurde klar, dass Rosberg nicht genug Sprit an Bord hatte um die Rundenzeiten zu halten, also musste er Benzin sparen und das Rennen glitt ihm aus der Hand.

Man muss Mercedes zu Gute halten, dass der Verbrauch schwer vorher zu sagen ist. Alle möglichen Dingen können die Vorhersagen verändern. Der Luftdruck, die Streckenbedingungen und der Zustand der Reifen können den Spritverbrauch erhöhen. Der Mercedes von Rosberg war im Rennen deutlich schneller, als noch in Malaysia und das verbrauchte mehr Sprit. In Malaysia musste man wegen der Hitze auf Teile der Aerodynamik verzichten, in China war es jedoch kalt und man konnte die optimale Aerodynamik fahren.

Fast alle Teams laufen während eines Rennen beim Verbrauch ins Minus, und versuchen den Sprit am Ende des Rennens zu sparen. Mercedes hatte erwartet, dass man einsam auf Platz 4 unterwegs sein würde und die Ferrari auf Abstand hält, aber als sich die Chance auf eine bessere Position ergab, konnte man diese nicht nutzen, weil ein paar Kilo Benzin fehlten.

Ferrari: Man blieb bei der falschen Strategie

Nach dem Rennen sagte Fernando Alonso: “Man muss sich auf seine eigene Strategie konzentrieren. Wenn man ein schnelles Auto hat, ist am Ende jede Strategie richtig, wie Webber gezeigt hat. Wenn man einen langsamen Wagen hat ist alles sehr schwierig.”

Ferrari hat wie Vettel den gleichen Fehler gemacht in dem man auf die Zwei-Stopp-Strategie setzte. Dabei war Massa im Rennen die meiste Zeit gut unterwegs und als Drei-Stopper wäre ein Podium drin gewesen.

Beide fahren wurden im ersten Stint von Rosberg aufgehalten. Die Fahrer dachten, dass sie ohne Störung schneller unterwegs sein könnten und blieben nach Rosbergs Stopp erst einmal draussen. Massa konnte so kurz vor Hamilton bleiben aber er und Alonso wurden dadurch getrennt.

Alonso steckte seit dem Start hinter Massa. Er kam eine Runde nach Massa an die Box, was Massa erlaubte vor ihm zu bleiben. Alonso kam hinter Schumacher auf die Strecke und verlor eine Menge Zeit. Es war schon erstaunlich, dass Ferrari fest an der Zwei-Stopp-Strategie festhielt und in der Situation die Strategien nicht aufsplittete.

Man darf nicht vergessen, dass der Unterschied in der Rundenzeit zwischen den alten und neuen Reifen, vor allem wenn sie mit einem leichter werdenden Auto kombiniert werden, es nicht mehr erlauben kann länger draussen zu bleiben. Wenn der vor einem platzierte eine starke Out-Lap hinlegt, nimmt er dem Fahrer Zeit ab, der länger draußen bleibt.


April 14 2011

11:25

F1: Der James Allen Strategiereport – Malaysia

Wie schon in Melbourne ist in dieser Saison der wichtigste Faktor bei strategischen Entscheidungen die Tatsache, dass die neuen Pirelli-Reifen viel schneller abbauen als die in den vergangenen Jahren verwendeten Bridgestones, ebenso wie die Tatsache, dass sobald sie anfangen abzubauen, die Leistung sehr schnell und stark abfällt. Somit war es am Sonntag der Schlüssel zum Erfolg, zu reagieren und rasche Entscheidungen zu fällen.


Von James Allen

“Ein wichtiger Teil ist es, die Strategie richtig hinzukriegen, und das ist Sache des Teams aber auch des Fahrers,” so Jenson Button nach dem Rennen.
Doch der bewegbare DRS-Flügel und der Unterschied zwischen Wagen mit und ohne KERS war zusätzlich ein weitaus signifikanterer Faktor für den Ausgang des Rennens als noch in Lauf 1. Auf Sepangs langen Geraden war das Überholen relativ einfach, besonders für Wagen mit KERS, und das trug zum strategischen Denken bei.
Aufbauend auf den Daten aus Melbourne funktionierten die Strategien mehr oder weniger so wie die Simulatoren es vorhergesagt hatten. Wir sahen eine Mischung aus Zwei-, Drei- und Vier-Stop-Strategien. Wer wie Mark Webber vier Stops eingelegt hatte, benutzte im Rennen fünf Reifensätze, bei einer Gesamtzahl von insgesamt sechs Sätzen in Qualifikation und Rennen zusammen.

Die Gesamtzeit für einen Boxenstop betrug gerade 21 Sekunden, sieben Sekunden weniger als in Melbourne. Wenn man also frei fahren konnte, waren drei Stops die schnellste Alternative für Sepang. Aber so richtig hatte diesen Luxus nur Rennsieger Sebastian Vettel zur Verfügung. Für die meisten anderen Fahrer bedeuteten drei Stops unweigerlich, dass sie irgendwann beim Verlassen der Boxengasse mitten im Verkehr landeten. Ein Auto auf älteren Reifen überholen zu können war in solchen Momenten von grösster Bedeutung um seine Strategie zum Funktionieren zu bringen, und davon sahen wir eine ganze Menge, so zum Beispiel von Hamilton gegen Petrov in Runde 26.

Alle drei Erstplatzierten benutzten leichte Abwandlungen derselben Drei-Stop-Strategie, mit weichen Reifen für die ersten drei Stints und dann harten Reifen für den letzten Stint. Das war die Siegstrategie, aber es gab reichlich Variationen.

Die höchste Temperatur hatte die Strecke mit 54 Grad am Freitag, und das bewirkte zwei Dinge: es veränderte die Einstellung der Leute hinsichtlich des Reifenabbaus, was einige zur Planung von kürzeren Stints und mehr Boxenstops veranlasste, und es liess sie ausserdem glauben, dass der harte Reifen bedeutend länger halten würde und eine Sekunde langsamer sei als der weiche. Doch Mark Webbers Long Run am Samstag Morgen lieferte ein treffendes Gegenargument für all jene, die darauf zu wetten bereit waren ob ein Satz harter Reifen 18 Runden oder länger halten würde.

Saubers Kamui Kobayashi schaffte es, das Rennen mit nur zwei Stops zu absolvieren, wobei ein Satz weicher Reifen 19 Runden und ein Satz harter Reifen 20 Runden hielt. Auch Williams hatte für beide Autos zwei Stops eingeplant. Um sowas in Erwägung zu ziehen musste man in der Lage sein, minimal 18 Runden pro Reifensatz fahren zu können. Das kann nicht jeder.

Lewis Hamilton: Entscheidungen der Teamstrategie in Frage gestellt

Lewis Hamilton stellte nach dem Rennen einige Entscheidungen seines McLaren-Teams in Frage. Er war der Meinung, für einige seiner Stops zu früh reingeholt worden zu sein, was unter Anderem dazu beigetragen habe, dass er einen vierten Stop zu absolvieren hatte – auf seinen eigenen Wunsch hin, gerade mal vier Runden vor Rennende. Hätte er bei seinen ersten beiden Stints ein wenig länger draussen bleiben können, dann hätte sich der letzte vermeiden lassen. Das Team argumentierte dagegen, er habe zu Beginn des Rennens mit der aggressiven Fahrweise bei der Aufholjagd auf Vettel seine Reifen aufgebraucht. Dies zeigt, wie fein abgestuft die Entscheidungsfindung ist, und wie ein paar Runden mehr in den frühen Stints dann am Ende des Rennens den grossen Unterschied ausmachen können.

Hamilton fiel zudem einem langsamen Boxenstop in Runde 37 zum Opfer, durch den er einen Platz an seinen Teamkollegen Jenson Button verlor. Was ein zweiter Platz hätte werden können, wurde am Ende ein achter Platz.

Beim Start verlor Hamilton einen Platz an Nick Heidfeld, den er nicht wieder überholen konnte weil der Renault an der Geschwindigkeitsmessung das schnellste Auto war.

Im ersten Stint an dritter Stelle liegend kam er relativ früh in Runde 12 zum Boxenstop rein. Er nahm dabei einen zweiten Satz weicher Reifen auf und rutschte damit an Heidfeld vorbei, der zwei Runden später stoppte. Nun auf Rang zwei liegend schloss Hamilton auf den führenden Vettel auf, und hatte bis Runde 23 den Abstand von neun auf 3.9 Sekunden verkürzt. Anscheinend war das Team der Ansicht, er habe dabei den Reifen zuviel zugemutet, was ihm später schaden würde. Man könnte auch argumentieren, dass dies sowieso ein sinnloses Unterfangen war, da Vettel seinen Wagen offensichtlich überhaupt nicht forderte und, falls nötig, zu jeder Zeit noch schneller hätte fahren können. Doch Hamilton ist ein Racer, und so fuhr er wie er fuhr.

Immer noch auf Vettel aufholend kam er in Runde 24 zu seinem zweiten Stop rein, seiner Meinung nach zu früh, und sieht man sich die Rundenzeiten an kann man zu dem selben Schluss kommen. Jetzt bekam er harte Reifen.

Warum haben sie das gemacht? Aus mehreren Gründen: Hamilton hatte in der Qualifikation einem Satz weicher Reifen einen Bremsplatten verpasst, hatte also weniger weiche Reifen noch zur Verfügung als andere. Doch das Team bemerkte auch das Beispiel von Adrian Sutil im Force India, der zu diesem Zeitpunkt auf harten Reifen unterwegs war und dabei etwas schneller fuhr als sein Teamkollege Paul di Resta auf weichen.

Und wer es bemerkt hatte: Webber hatte am Samstag Morgen einen Long Run auf harten Reifen absolviert und war dabei sehr schnell. Harte Reifen schienen also gar keine so schlechte Idee zu sein.

Es war klar dass Hamilton versuchte, einen Drei-Stop-Plan zum Funktionieren zu bringen, doch er verlor bei diesem zweiten Stop Zeit und kämpfte anschliessend mit der Balance des Fahrzeugs auf harten Reifen und verlor dadurch jetzt zunehmend an Boden. Bei einer Kollision mit Fernando Alonso wurde der Unterboden des Wagens beschädigt. Nach dem Boxenstop in Runde 37 sah er sich nicht in der Lage, mit den harten Reifen 19 Runden bis zum Ziel durchzufahren. Obwohl er Rundenzeiten im Bereich von 1:43 hinlegte, glaubte er, nochmals stoppen zu müssen, und dabei verlor er dann Plätze an Heidfeld, Webber, Massa und Alonso. Eine kostspielige Entscheidung.

Im Gegensatz dazu schaffte es Button, seinen Satz harter Reifen 18 Runden lang durchhalten zu lassen, und sie waren noch bis zum Ende für schnelle Zeiten gut.

Mark Webber: Zick während die anderen Zack machen

In Melbourne machte Mark Webber eine Sache anders als der Rest: dreimal stoppen während die Formel zum Sieg zwei Stops waren. In Malaysia versuchte er das erneut, obwohl er im schnellsten Auto des Feldes sass. Warum also hat er Probleme mit der Strategie, während Teamkollege Vettel vorne spazieren fährt?

In Melbourne lag es daran dass er härter mit den Reifen umgeht als Vettel. In Sepang gab es weitere Gründe. Webbers Rennen war durch einen schlechten Start aufgrund eines Kupplungsproblems und fehlendem KERS kompromittiert. Sobald das Feld 100km/h erreicht hatte (der Punkt ab dem man KERS einsetzen kann) flogen Fahrzeuge von hinten an ihm vorbei – Massa, Alonso, Heidfeld, Petrov und Schumacher. Von Platz drei in der Startaufstellung fiel er innerhalb der ersten Runde auf neun zurück, und war zehnter in Runde drei, als Kobayashi in passierte.

Ohne die Hilfe von KERS beim Überholen zu haben, waren er und sein Ingenieur gezwungen, sich etwas anderes einfallen zu lassen. Machten sie das gleiche wie alle anderen, so die Überlegung, würden sie am Ende neunter werden. Also entschieden sie sich am Ende der ersten Runde, von einer Drei- auf eine Vier-Stop-Strategie zu wechseln. Das versetzte ihn in die Lage, in vier von fünf Stints Druck zu machen – er verlor im ersten Stint viel Zeit hinter Kobayashi, der pro Runde zwei Sekunden langsamer fuhr als der Führende Vettel. Doch mit einem Auto wie dem Red Bull schaffte Webber es vorbei, sobald er in sauberer Luft fahren konnte.

Es zahlte sich insofern aus dass er sich wieder verbessern konnte und am Ende vierter wurde. Diese Strategie, mit der er entweder freie Strecke zum Fahren oder nach seinem Stop frische Reifen zum Überholen hatte, half ihm dabei, letztendlich vor Kobayashi, Schumacher, Petrov und Massa ins Ziel zu kommen. Auf neuen Reifen lieferte er einige tolle Maneuver ab. Allerdings halfen ihm auch Hamiltons und Alonsos Probleme.

Kobayashi: Sauber lässt die Reifen wieder halten

Kamui Kobayashi schaffte am Sonntag etwas ziemlich bemerkenswertes. Er konnte ein schnelles Rennen fahren und dabei andere Fahrzeuge auf spektakuläre Weise überholen, während er zur selben Zeit seine Reifen soweit schonte dass er mit einer Zwei-Stop-Strategie auskam. Und das war ziemlich beeindruckend.

Angesichts der Leistung von Sergio Perez in Melbourne, wo er Plätze gutmachte weil er nur einmal stoppte, hatten einige Teams die Idee im Kopf, in Sepang nur ein Minimum von zwei Stops zu machen. Der Reifenabbau war zu stark um nur einen einzigen Stop in Erwägung zu ziehen. Die Rundenzeiten würden plötzlich abfallen und das wäre kostspielig. Kovalainen, Glock und Alguersuari bekamen es hin, aber am Effektivsten war Kobayashi, der aus einem Start von Platz zehn eine Zielankunft auf Platz sieben machte.

Allerdings war dies eher eine Überlebensstrategie seitens Kobayashi als irgendetwas sonst. Mit seinem ersten Satz Reifen sollte er bis Runde 17 fahren, doch seine Pace war im ersten Stint nicht besonders gut. Im mittleren Stint wieder auf den weichen Reifen fuhr er gegen Michael Schumacher, der auf einer Drei-Stop-Strategie war. Mit seinem letzten, harten Reifensatz war er dann gut unterwegs und schaffte darauf 20 Runden. Er kam an Schumacher vorbei als der seinen dritten Stop einlegte. Er gewann noch einen Platz als Lewis Hamilton nach dem Rennen bestraft wurde.

Übersetzung: nona


April 11 2011

06:19

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2011

Es gab keinen Regen in Sepang und so konnten die Teams zum ersten Mal sehen, wo ihre Wagen wirklich stehen. Und das Ergebnis wird den meisten nicht gefallen. Red Bull ist dagegen selbst ohne KERS nicht zu schlagen.

Als Sebastian Vettel nach dem Rennen aus dem Wagen, war er nass geschwitzt, aber nicht er sah relativ frisch aus. Nach 56 Runden bei brütender Hitze schien er locker, gelöst und freudig entspannt. Kein Wunder, zum einen hatte er gerade das Rennen gewonnen, zum anderen gab im Rennen keinen Moment, in dem er nicht Herr der Lage war. Vettel cruiste zwar nicht zum Sieg, dafür musste er zu sehr auf Reifen und Konkurrenz aufpassen, aber wie viel Luft er noch nach oben hatte, zeigt ein Rundenzeitenvergleich mit Mark Webber, der seinen RB7 wegen des schlechten Starts deutlich mehr ausquetschen musste. Während Vettels beste Rundenzeit eine 1.41.539min war, zeigte Webber in Runde 46 mit neuen Reifen und leeren Tank eine 1.40.571min. Wohl gemerkt ohne KERS, das wäre also noch schneller gegangen. Vettel hätte also deutlich zulegen können. Die Konkurrenz hält sich mit Durchhalteparolen über Wasser.

Erstaunlicherweise lief es für Ferrari im Rennen besser, als in der Quali. Massa und Alonso waren auf einer eher konservativen Dreistopp-Strategie, die ziemlich identisch mit der von McLaren und Renault war. Auch was die Rundenzeiten anging, lag Ferrari plötzlich auf der Höhe von McLaren, wie die Rundenzeiten der FIA zeigen (pdf)

Als Beispiel habe ich mal ein paar Runden aus dem ersten Drittel des Rennens genommen, also als die Tanks noch gut gefüllt waren und die Reifen stärker gefordert waren. Sowohl Hamilton, als auch Alonso hatten weiche Reifen drauf:

HAM
14 1:45.676
15 1:44.079
16 1:45.445
17 1:44.102
18 1:43.388
19 1:43.304
20 1:43.299
21 1:42.919
22 1:42.966
23 1:43.009

ALO
16 1:44.128
17 1:44.478
18 1:43.511
19 1:42.602
20 1:42.739
21 1:43.121
22 1:43.012
23 1:43.042
24 1:43.360
25 1:43.496

Die Unterschiede sind recht klein, sieht man mal von der 1:45er Runde von Hamilton ab, die vermutlich mit einer Überrundung zusammen hängen. Interessant auch ein Vergleich mit Heidfeld:

HEI
15 1:45.316
16 1:45.109
17 1:44.767
18 1:44.399
19 1:43.832
20 1:43.531
21 1:43.204
22 1:47.084
23 1:43.586
24 1:44.136
25 1:44.677

Renault hat also noch etwas Arbeit vor sich, so ganz kann man nicht mithalten. Vor allem verliert man viel Zeit, bis die Reifen auf Temperatur sind, insgesamt hat man nicht ganz den Speed von McLaren oder Ferrari. Dennoch lieferte Heidfeld ein sehr gutes Rennen ab. Allein sein Start war sensationell, vielleicht wäre sogar der zweite Platz drin gewesen, wenn beim ersten Stop nicht etwas schief gegangen wäre. Heidfeld fuhr souverän und abgeklärt, seine Rundenzeiten blieben auch mit abbauenden Reifen konstant gut und er ließ sich am Ende auch nicht vom heranstürmenden Webber außer Ruhe bringen und nutzte sein KERS geschickt, so dass Webber keine echte Chance hatte. Zumindest hat er gezeigt, dass er es noch drauf hat und der dritte Platz ist die gerechte Belohnung für ein gutes Rennen.

Ferrari hat wiederum im Rennen die Möglichkeit, aus eigener Kraft aufs Podium zu kommen, aber wegen der schlechten Performance in der Quali muss man sich immer an McLaren und Renault vorbeischieben, was nicht geht, ohne die Reifen hoch zu belasten. Hätte Alonso weiter vorne gestanden, wäre auch Platz 2 drin gewesen. Man weiß also was geht, aber Ferrari wirkt nicht so, als würde man sich klaren darüber sein, wie man das Problem angehen soll. Massa meinte nach dem Rennen wenig diplomatisch

“We definitely have to improve the car, but it’s equally true that our race pace is very
different to our performance in qualifying. That’s a positive, but we know that grid position is
nevertheless very important, so we have to move forward on this front.”

McLaren hat derweil mit dem Reifenverschleiss zu kämpfen. Sowohl Button als auch Hamilton kamen von allen Topteams als erste zum Stopp und fuhren auch nur einen kurzen zweiten Stint. Danach schonte man die Reifen etwas mehr, aber sowohl Button als auch Hamilton hatten den längsten letzten Stint, der bei Hamilton dann wegen des Unfalls mit Alonso verkürzt wurde.

Die FIA belegt Hamilton nach dem Rennen mit einer 20 Sekunden Strafe, weil er zweimal die Linie gewechselt hatte, als Alonso vorbei wollte. Der Spanier bekam aber auch die gleiche Strafe, weil er Hamilton beim Überholmanöver berührt hatte. Die letzte Strafe empfinde ich als Quatsch, weil es ein reiner Rennunfall war und nicht absichtlich geschah. Zu dem bestrafte sich Alonso damit selber schwer. Immerhin – an seinem Ergebnis ändert sich deswegen nichts, nur Hamilton fiel einen Platz hinter Kobayashi zurück.

Das Ferrari und McLaren mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, ist klar. Aber viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass man null Chancen auf einen Sieg hat, wenn die Red Bull keine technischen Probleme haben. Deutlich wird die Überlegenheit von Red Bull auch, wenn man sich das Rennen von Mark Webber ansieht. Am Start versagte sein KERS, was auch über das Rennen nicht mehr starten wollte. Die Konkurrenz flog an ihm vorbei und er war nur auf P10 nach der ersten Runde. Dann lieferte er sich ein herzerfrischendes Duell mit Kobayashi, der Webber auf jeder Gerade stehen ließ, bevor sich Red Bull entschloss den Australier früh reinzuholen. Er fiel bis auf Platz 17 zurück, erlaubte sich als einziger eine 4-Stopp-Strategie und hätte sich am Ende fast noch den dritten Platz geholt. Selbst Button wäre noch in Reichweite gewesen, wenn das Rennen nicht zu Ende gewesen wäre. Und durch den vierten Stopp hatte Webber noch einmal rund 21 Sekunden verloren.

Besonders ernüchternd war das Rennen für Mercedes, die mit sehr großen Sorgen abreisen. Der Rennspeed des Wagens ist schlicht unterirdisch und man liegt hinter Red Bull, McLaren, Ferrari und Renault. Und zwar deutlich. Schumachers Zeiten:

MSC
16 1:45.112
17 1:45.604
18 1:44.639
19 1:44.305
20 1:44.212
21 1:43.910
22 1:44.316
23 1:44.344
24 1:44.852
25 1:45.414
26 1:44.878
27 1:45.971

Der Abstand zu Ferrari und McLaren beträgt über den Daumen gepeilt eine bis 1.5 Sekunden im Rennen. Allerdings muss man dazu erwähnen, dass Mercedes auch Fehler bei der Strategie machte. Man spekulierte darauf, dass es regnen würde, und ließ Schumacher etwas länger draußen, als es gut war. Das bedeutete, dass seinen sechsten Platz verlor und sich im Mittelfeld wieder fand. Sein Weg zurück in die Punkte war hart und blieb fast unbemerkt. Wie schlecht der MGP02 zurzeit läuft konnte man an Rosberg sehen, der einen katastrophalen Start hatte und im hinteren Mittelfeld stecken blieb. Während sich Mark Webber aus der schlechten Position mit guten Rundenzeiten retten konnte, blieb Rosberg einfach stecken. Er hatte einfach nicht den Wagen um sich lösen zu können und blieb im Rennen blass. Da wartet viel, viel Arbeit auf Mercedes, die mit zu schnell abbauenden Reifen zu kämpfen haben. Das Mindestziel müsste lauten, dass man auf Augenhöhe mit Ferrari und McLaren ist, aber das wird schwer werden.

Zwei Teams sollte man noch erwähnen. Force India schnappte sich dank des spektakulären Aussetzers von Petrov (Flugeinlage galore) mit Paul di Resta einen Punkt. Der Schotte sicherte sich P10 mit einem unauffälligen Rennen und sehr konstanten Rundenzeiten. Adrian Sutil kam nur auf P11, was auch daran lag, dass er in der Quali hinter Di Resta gelandet war. Dennoch ein sehr gutes Ergebnis für die Inder, deren Wagen ja nicht der schnellste ist. Immerhin ließ man auch die weiter vor ihnen gestarteten Toro Rosso hinter sich, die im Rennen mit zu schnell abbauenden Reifen zu kämpfen hatten und chancenlos waren.

Desaströs und katastrophal ist die Lage bei Williams. Der Speed, den Barrichello zeitweise in Australien noch zeigte, war in Sepang zu keiner Zeit. Man scheiterte um ein Haar mit beiden Wagen in Q3, im Rennen ging überhaupt nichts. Barrichello hatte in der ersten Runde eine Berührung, die seinen Hinterreifen und wohl Teile der Hydraulik beschädigte. Maldonado stellte den FW33 schon nach 8 Runden ab, weil der Motor Fehlzündungen hatte. Schlechter kann ein Rennen kaum laufen, deprimierend war auch der mangelnde Speed des Williams.

Ganz hinten zeigte immerhin Lotus, dass man noch Potential hat. Kovalainen landete dank der vielen Ausfälle auf P15, war aber nur 0,5 Sekunden hinter Alguersuari im Toro Rosso, was ein wirklich gutes Ergebnis ist. Virgin fuhr ein eigenes Rennen und schaute, dass man nicht im Weg rumstand. HRT verlor beide Wagen mit technischen Problemen.

Insgesamt ein interessanter, aber nicht weltbewegender Grand Prix, der zeigte, wo die Teams stehen. Es wird, je nach Asphalttemperatur, sicher Verschiebungen geben, aber die Abstände im Rennen sind teilweise schon erstaunlich. Red Bull nutzte das KERS mehr oder weniger nur am Start, man braucht das System dort, aber ansonsten nicht wirklich. Der Abtrieb des RB7 ist so hoch, dass man die Zeit in den schnellen Kurven holt.

Die nächsten zwei Rennen sind mit China und vor allem der Türkei wieder Strecken, die über viele schnelle Passagen verfügen. Red Bull wird sich nur selbst schlagen können, und die Chance, dass Vettel weitere Siege einfahren wird, ist sehr groß. Im Rennen gibt es im Moment kein Team, das die Österreicher schlagen kann.

Malaysian F1 Grand Prix - Race F1_Quali_MAL_2011_19 F1_Quali_MAL_2011_18 F1_Quali_MAL_2011_17 F1_Quali_MAL_2011_16 F1_Quali_MAL_2011_15 F1_Quali_MAL_2011_14 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Malaysia Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Malaysia Malaysian F1 Grand Prix - Race Malaysian F1 Grand Prix - Race Malaysian F1 Grand Prix - Qualifying F1_Quali_MAL_2011_8 F1_Quali_MAL_2011_7 F1_Quali_MAL_2011_6 F1_Quali_MAL_2011_5 F1_Quali_MAL_2011_4 F1_Quali_MAL_2011_3 F1_Quali_MAL_2011_2
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