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August 15 2013

13:50

DTM: Vorschau Nürburgring 2013

Die DTM macht ihren obligatorischen Stopp am Nürburgring und wenn für Mike Rockenfeller alles gut läuft, dann kann er seine Meisterschaftschancen am Ring schon erheblich verbessern.

P90130811_highResDamit hatte zu Beginn der DTM-Saison 2013 auch niemand gerechnet. Das Audi nach der schwierigen Saison 2012 plötzlich um die Meisterschaft fährt ist schon mal die eine Überraschung. Die andere, dass es mit Mike Rockenfeller geschieht. Ohne “Rocky” dabei irgendetwas von seinem fahrerischen Können abzusprechen – auf dem Schirm hatte man ihn für die Meisterschaft nicht. Da fielen eher Namen wie Gary Paffett, Bruno Spengler oder Timo Scheider. Aber diese DTM-Saison läuft sowieso etwas anders, als man gedacht hatte. Vor allem Mercedes dürfte enttäuscht sein.

Da hat man den Kader auf sechs Auto beschränkt, was theoretisch dafür sorgen sollte, dass man die einzelnen Fahrer besser unterstützen kann. Aber irgendwie funktioniert das in diesem Jahr bei Mercedes nicht so, wie man sich das gedacht hat. Zwar hat Gary Paffett noch Chancen auf den Titel, aber die sind wohl eher gering und es bedarf schon eines Ausfalls von Mike Rockenfeller um überhaupt in die Nähe des Audi-Piloten zu kommen. Immerhin wird man sich freuen, dass Christian Vietoris nur einen Zähler hinter dem Mercedes-Leader Paffett liegt.

BMW hat, nach der großartigen Saison 2012, in diesem Jahr etwas Federn lassen müssen. Merkwürdig ist vor allem, dass es eigentlich aussschließlich für Bruno Spengler läuft, während gute Piloten wie Jamie Green und Martin Tomczyk mehr oder weniger hinter her fahren. Vor allem Tomczyk merkt man eine gewisse Ratlosigkeit an. Der Ex-Meister wird das Fahren ja nicht verlernt haben, aber in der sehr engen DTM fehlen ihm einfach die drei bis vier Zehntel, die ihn ganz noch vorne bringen würde. Man kann sich vorstellen, wie frustrierend es sein muss, wenn man seine Zeiten sieht, nur einen halben Wimpernschlag langsamer ist und dennoch gerade so in den Top Ten ist.

Aber er steht da nicht so ganz alleine. Ekström, Scheider, Priaulx, Mortara, Glock – alles gute Namen, die in der Tabelle weit, weit zurückliegen. Und da die Saison nur noch vier Rennen (Nürburgring, Oschersleben, Zandvoort, Hockenheim) hat, bevor es in eine Pause bis Mai 2014 geht, wird die Zeit knapp und der Druck grösser.

Für das Rennen am Ring braucht man schon mal eine gute Startposition, denn Überholen ist nicht so ganz einfach. Das DRS wird sicher helfen, zumal man es in der DTM ja schon ab einem Abstand von 2 Sekunden nutzen kann. Entscheidend wird aber auch mal wieder die Strategie sein. Wie lange wird man gute Zeiten mit den Options-Reifen fahren können? In den letzten Rennen hat man immer wieder gesehen, dass man mit einem langen ersten Stint viele Plätze gut machen kann, wenn denn der Rest des Feldes mitspielt und früh an die Box geht. Wenn man am Ring einen guten Top-Speed hat, kann man das Wagnis eines späten Stopps durchaus eingehen.

Wer vorne liegt, wird nach hinten schauen. Was macht die Konkurrenz, wie entwickeln sich deren Zeiten? Es lohnt sich also auch als Zuschauer ein Auge auf das Livetiming zu haben.

Mit einer Prognose halte ich mich mal zurück, aber ich vermute mal, dass Audi vor allem Rockenfeller nach vorne bringen will, möglichst abgeschirmt durch einen weiteren Audi. Im Grunde müssen sie aber nur in der Nähe von Spengler bleiben und schauen, dass der nicht zu viele Punkte sammelt.

Stand in der Meisterschaft

Rockenfeller 94
Spengler 67
Paffett 57
Vietoris 56
Farfus 48

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September 06 2010

06:16

BTCC, DTM, WTCC: Analyse Knockhill, Brands Hatch & Oschersleben

Erstaunliche ruhige Rennen der BTCC in einem trockenen Knockhill, erwartete Langeweile bei der DTM und viel Chaos bei der WTCC in Oschersleben.

Es war schon vorher klar, dass die 98 Runden der DTM in Brands Hatch nicht gerade zu den Leckerbissen gehören würde. Fahrer und Wagen sind einfach zu identisch gut, als dass man auf der kurzen Strecke wirklich überholen konnte. Allein Paul di Resta fuhr am gesamten Wochenende in einer völlig eigenen Liga und ließ den Rest der Welt um bis zu 5 Zehntel hinter sich. Wenn man bedenkt, dass der Abstand zwischen Platz 3 und 11 5 Zehntel beträgt, kann man erkenne, wie überlegen di Resta war. Dementsprechend tat sich in Sachen Spitzenkampf wirklich gar nichts, nach dem der Start erfolgt war. Der sorgte auch dafür, das Audi seinen letzten Titelkandidaten in diesem Jahr abschreiben musste. Womit dann klar ist, dass man den Titel nicht mehr verteidigen kann.

Wer keine Lust zu lesen hat: Kollege Basic-Groove war in Oschersleben beim WTCC Rennen und hat jede Menge Fotos mitgebracht!


Im Startgetümmel waren sich Ralf Schumacher und Mattias Ekström ins Gehege gekommen. Schumacher berührte unglücklich die linke Hinterachse des Schweden, dessen Aufhängung sich verabschiedete. Die Berührung war wirklich minimal, umso erstaunlicher, dass die Aufhängung sofort nachgab. Den Rest erledigte Susie Stottard, die Ekström abräumte als er hinter der Kuppe des Paddock Hill Bend auf der Ideallinie rumschlich. Ekström meinte nach dem Rennen auch, dass die DTM-Wagen wegen ihrer extremen Bausweise einfach zu empfindlich seinen. Für Schumacher war das Rennen nicht sehr viel später beendet, als er durchs Kiesbett rumpelte und seiner Aufhängung offenbar ebenfalls den Rest gab.

Nachdem das aussortiert war, tat sich eigentlich nicht mehr viel. Timo Scheider versuchte auf Platz 3 liegend, den vor ihn fahrenden Spengler mittels besserer Boxenstrategie unter Druck zu setzen, was beim zweiten Stopp auch fast gelang. Scheider fehlten vielleicht 1 oder 2 Zehntel und er wäre durch gewesen. Da konnte man erahnen, wie hart auf der Strecke gefahren wurde, wie sehr die Fahrer um jeden Meter kämpfen mussten.

Mal wieder ein gutes Rennen lieferte der Spanier Molina. Von Platz 8 ins Rennen gegangen, fiel er nach dem Start auf Platz 10 zurück. Doch sein Team setzte einfach darauf, dass zwei sehr lange Stints helfen könnten, so lange die Reifen mitmachen. Da der Audi mit den Reifen etwas schonender umgeht, gelang Molina das Kunststück am Ende sogar einen neuen Rundenrekord für die DTM aufzustellen. So rutschte er von Platz 10 auf Platz 4 (!), den er bis ins Ziel halten konnte. Was der Nachwuchsfahrer abliefert, ist wirklich beachtenswert. Meist ist er fehlerlos unterwegs und kämpft um Punkte. Er ist definitiv ein Mann für einen aktuellen Wagen, sollte Ekström sich Richtung NASCAR verabschieden.

Paul di Resta gewann am Ende völlig ungefährdet vor Spengler, der unauffällig unterwegs war und Scheider, der seinen Aufwärtstrend bestätigte. Weil Paffett hinter Molina ins Ziel kam, verlor er wichtige Punkte auf seine beiden Mercedes-Kollegen. Spengler führt zwar noch, aber sein Vorsprung ist vor den letzten vier Rennen auf schmale 9 Punkte zusammen geschmolzen. Stand im Moment:

Spengler 52
di Resta 43
Paffett 39
Scheider 29
Ekström 28

BTCC
Erstaunlich gesittet ging es zumindest in den ersten beiden Rennen der BTCC zu. Vielleicht war man auch einfach so erschrocken, dass es in Knockhill trocken war. Klar war, dass die beiden Hondas das Tempo vorgeben würden. Sie sind auf der eher engen Strecke in Knockhill wendiger und seit Silverstone hat man auch einen neuen, stärkeren Motor unter der Haube. Um so erstaunlicher war es, dass der junge Alex MacDowell sich die Pole im Chevy Cruze sichern konnte. Doch im Rennen konnten die Honda zurückschlagen.

Rennen 1
MacDowell konnte seine Pole nicht umsetzten. Ein bisschen zu viel Wheelspin am Start und schon war Shedden vorbei. In Turn 1 reihte sich der junge Cruze Pilot etwas zu optimistisch hinter Shedden ein und berührt ihn im Heck. Shedden stand fast komplett quer, rettete den Wagen aber irgendwie und blieb vorne. Dahinter reihten sich Neal und Plato ein, der im ersten Rennen den Speed seines Teamkollegen nicht mit gehen konnte. Um ihn herum ballten sich aber die Kollegen, die ihn massiv unter Druck setzten. Onslow-Cole versuchte sich als erster an Plato, der ihn aber abtropfen ließ. Nutzniesser der Aktion war Steven Kane mit seinem BMW, der an beiden vor ging und sich sofort von Plato absetzen konnte. Auch dahinter gab es viele gute Zweikämpfe, die meist fair blieben. Nur Rob Collard stand plötzlich in den Reifenstapeln, wie das passiert ist, haben die Kameras aber nicht aufgelöst. Vorne tat sich zunächst aber relativ wenig. Shedden hatte sich um 2 Sekunden abgesetzt, MacDowell war ein gutes Stück vor Matt Neal, der es ruhig angehen ließ. Dann hatte irgendjemand eine ein riesiges Werbebanner mitgenommen und in der Weir-Chicane abgelegt. Ein Safety Car war die Folge, was für Neal Folgen haben sollte. Denn beim Restart war Steven Kane plötzlich hinter ihm, der ihn dann eine Runde später auch in der Hairpin stellte und überholen konnte. Am Ende gewann Shedden vor MacDowell, Kane, Neal, Chilton, Plato, Cole, O’Neill, Jordon und Jackson. Für BTCC und Knockhill Verhältnisse war es ein eher ruhiges Rennen.

Rennen 2
Es ging schon mal damit los, dass MacDowell den Start versaut und weit zurückfällt. Im Hinterfeld dreht sich Pinkney, der gleich noch Rob Collard mitnimmt. Beide raus, die Marshalls legten eine kleine Slapstick-Nummer ein. Erst schieben sie Collards Wagen noch in die Reifenstapel, dann bekommen sie Pinkneys Wagen nicht weg. Nach dem Restart schnappt sich Matt Neal den Führenden Gordon Shedden, in dem er seinen Bremspunkt jenseits von Gut und Böse legt und sich in der Haipin vorbei drückt. Obwohl Shedden das Platzierungsgewicht aus Lauf 1 mit sich rumschleppt, kann sich Neal aber nicht absetzten. Vorne bildet sich dann schnell ein schöner Zug aus 5 Wagen mit Neal, Shedden, Kane, Chilton und Plato, der sich zurückhält und offenbar lange die Reifen schonen wollte. Zwar schenkte man sich nichts vorne, aber es passierte bis kurz vor Schluss nichts. Erst in den letzten 4 Runden kam wieder Schwung in die Bude, als Plato den Ford von Chilton in der Hairpin aus dem Weg schob und vorbei ging. Zwei Runden später machte er ein ähnliches Manöver mit Steven Kane, der sich gleich auch noch mit Chilton auseinandersetzen musste. Der schnelle Ford setzte sich in Turn 1 neben den BMW und natürlich wollte keiner nachgeben. Kane hatte das schlechtere Ende auf seiner Seite und drehte sich raus. Leider nahm er dabei auch noch Paul O’Neill mit, der weit zurück fiel. Neal gewann dann vor Shedden und Plato, der seinen Vorsprung in der Meisterschaft halten konnte. Zwar ein netter Kampf an der Spitze, aber ansonsten relativ wenig Bewegung im Feld.

Rennen 3
Nachdem die beiden ersten Rennen ja für BTCC Verhältnisse eher ruhig waren, sollte das dritte Rennen dann schon etwas ruppiger werden. Die Auslosung des Reverse Grids hatte Cole auf die Pole geschoben, hinter ihm lauerten aber mit Kane und Jackson gleich zwei BMWs, deren Hinterradantrieb am Start besser sein sollte. Pechvogel war aber Kane, der seinen BMW noch vor dem Start mit einer defekten Antriebswelle abstellen musste. Onslow-Cole konnte sich am Start knapp gegen Mat Jackson durchsetzen, der allerdings von hinten drängelte. Plato schnappte sich Shedden und war plözlich auf Platz drei. In der zweiten Runde versuchte Jackson in der Schikane an Cole vorbei zu gehen, was ihn allerdings ins Gras beförderte. Das halbe Feld zog an ihm vorbei und mit dem Hals von der Größe eines Baumstamms machte er sich auf die Verfolgung.
Vorne blieb es lange ruhig, auch ein Restart, nachdem Pinckney seinen Wagen mal wieder versenkt hatte, änderte nichts an der Reihenfolge. Plato blieb an Cole dran, machte aber erst mal nichts. Andrew Jordan war sicherer Dritter, und fuhr mit einem Respektabstand hinter den beiden Führenden her. Hinter ihm gab es eine Lücke, weil James Nash im Triple 8 Wagen Matt Neal und den Rest aufhielt. In den letzten Runden wurde es allerdings noch mal richtig hektisch.
Plato erhöhte massiv den Druck auf Cole. Dreimal versuchte er in der Hairpin eine weitere Linie um mehr Schwung auf der Geraden zu haben, jedesmal spielte Cole die überlegene Beschleunigung des Focus aus und ließ Plato stehen. Erst beim vierten Mal konnte sich Plato neben ihn setzten und setzte sich in Turn 1 auf der besseren Linie durch. Das Manöver erlaubte Jordan näher zu kommen, der seinen Wagen aber mit Übermut in die Wiese warf und weit zurückfiel. Matt Neal hatte mittlerweile James Nash aus dem Weg geräumt und klebte an Onslow-Cole, aber der rettete sich mit knappen Vorsprung ins Ziel.

Ein sehenswertes Rennen, mit einem nicht ganz erwarteten Sieger. Plato Sieg ist Gold wert, denn in der Meisterschaft bedeutet dies 20 Punkte Vorsprung. Das ist zwar noch zu wenig, da noch zwei Rennwochenenden kommen, aber ein besser als nichts ist es in jedem Fall.

WTCC
Kaum zu glauben, aber BMW ist mit dem schon fast altersschwachen 320si dank eines gut aufgelegten Andy Priaulx wieder mittendrin in der Meisterschaft. Das tut nicht nur der WTCC gut, sondern offenbar auch BMW. Zwar hat man sich noch nicht entschieden, ob man 2011 als Werksteam unterwegs sein will, dafür gab man aber bekannt, dass man für alle BMW-Teams ein Upgrade-Kit auf die neuen Regeln für 2011 bereithalten will. So können alle den neuen 1.6 Liter Turbomotor von BMW erwerben und die nötigen Umbau-Kits gibt es auch. BMW wird also in jedem Fall vertreten sein, selbst wenn man nicht als Werk unterwegs ist, wird man vermutlich eines der “Haus und Hof Teams” unterstützen.

Beide Rennen in Oschersleben waren sehr abwechslungsreich und sehenswert.

Rennen 1
Wie üblich brachte die Startphase in Oschersleben jede Menge Trubel. Farfus, der etwas überraschend die Pole geholt hatte, kam gut weg, deckte die Innenlinie ab und wollte als erster in Führung gehen. Doch von hinten drückten Rob Huff und Yvan Muller. Der Franzose schob Huff an, Huff denn den BMW von Farfus, der wieder weit raus geschoben wurde. Was zu Folge hatte, dass die beiden Chevys in Führung langen. Im Startgetümmel muss Tarquini dann auch eine Berührung gehabt haben, jedenfalls humpelte der Seat kurz um die Strecke. Etwas unfair stellte Tarquini den Wagen nicht am Streckenrand ab, sondern mitten auf die Ideallinie nach der Schikane. Man wollte offenbar eine SC-Phase erzwingen. Die Rennleitung ließ sich nicht ärgern, und man räumte das Auto unter einer lokalen Gelbphase weg. Das war ziemlich gefährlich, aber auch extrem unsportlich von Tarquini.
In der Zwischenzeit hatte sich die Rennleitung auch noch mal den Start angesehen und war zum Schluss gekommen, dass Rob Huff wohl absichtlich gehandelt hatte, als er Farfus bedrängte. Man verhängte eine Durchfahrtstrafe, die Huff allerdings nicht antrat. Was verständlich war, denn das, was am Start passierte, war halt das übliche Tourenwagengemetzel. Zu dem kann auch keiner sagen, ob Farfus nicht etwas zu früh gebremst hatte, weil er ganz innen, auf der dreckigen Spur war. Weil Chevy Huff draussen ließ und mit der Rennleitung diskutierte, kam es dann, wie es kommen musste: Huff wurde mit einer schwarzen Flagge rein geholt.
Nutzniesser von allem war Yvan Muller. Tarquini draussen, Priaulx, der ein zähes Rennen hatte, nur auf Platz 6, Huff disqualifiziert. Das gab satte Punkte. Am Ende gewann mal wieder Menu vor Farfus, Muller, Coronel, Monteiro, Priaulx, Nykjaer, Michelisz, der damit für Rennen 2 auf der Pole stand.

Rennen 2
Am Start schoss Priaulx aus der zweiten Reihe an beiden Seats vorbei. Fast konnte man meinen, dass der Brite einen Frühstart hingelegt hat, aber offenbar kamen beide Seat mit ihrem Frontantrieb einfach nicht weg. Nach der ersten Runde und nachdem alle Rangeleien durch waren, führte Prilaux vor Michelisz, Nykjaer, Monteiro, Farfus, Menu, Coronel, Poulsen. Von Yvan Muller war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Tiago Monteiro dagegen war offenbar auf einer ganz besonderen Mission. Erst schubste er Markenkollegen Nykjaer aus dem Weg, ein paar Runden später rüpelte er sich am ebenfalls einen Seat fahrenden Michelisz vorbei. Die Rennleitung war ob der robusten Fahrweise des Portugiesen nicht erfreut und schickte ihn einmal durch die Boxengasse. Der bedauernswerte Michelisz fiel im Laufe des Rennens auch noch Rob Huff und Gabriele Tarquini zum Opfer und kam ohne Punkte ins Ziel. Das Seat-Chaos half vor allem Yvan Muller, der sich aus allem raushielt und am Ende Dritter werden konnte. Auch Farfus profitierte und eroberte den zweiten Platz Nykjear schaffte es immerhin nach der Attacke von Monteiro auf Platz vier. Vorne fuhr aber Priaulx einem ungefährdeten Sieg entgegen, der zweite Platz von Farfus erfreute BMW dann doppelt.

Allerdings – die Rennleitung hatte angekündigt, dass man sich das ein oder andere Manöver aus Rennen Eins und Zwei noch mal genau anschauen wollte. Bisher habe ich aber nichts in Sachen Strafen gehört. Wenn sich was ändert, trage ich es nach.
DTM_BrandsH_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_1 BTCC_Knockhill_2010_2 BTCC_Knockhill_2010_3 BTCC_Knockhill_2010_4 BTCC_Knockhill_2010_5 BTCC_Knockhill_2010_6 BTCC_Knockhill_2010_7 BTCC_Knockhill_2010_8 DTM_BrandsH_2010_1 DTM_BrandsH_2010_2 DTM_BrandsH_2010_3 DTM_BrandsH_2010_4 DTM_BrandsH_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_1 WTCC_Oschersleben_2010_2 WTCC_Oschersleben_2010_3 WTCC_Oschersleben_2010_4 WTCC_Oschersleben_2010_5 WTCC_Oschersleben_2010_6

August 23 2010

06:33

BTCC & DTM: Analyse Silverstone & Zandvoort 2010

Ein paar gute Rennen lieferten die Tourenwagen am Wochenende ab. Selbst die DTM musste sich nicht verstecken.

Die BTCC machte in Silverstone Station und befuhr dort die “National” Variante. Die ist jetzt nicht unbedingt zwingend für Tourenwagen geeignet. Es gibt zu wenig Kurven, die Strecke ist mit einer Rundenzeit von 1 Minute jetzt nicht gerade lang, also gibt es auch wenig Möglichkeiten für Action. Dazu kam an diesem Wochenende, dass die Ford auf der schnellen Strecke kaum zu schlagen waren. Der Speedvorteil der mit Gas angetriebenen Fords war schon die gesamte Saison zu sehen, vor allem aber in Snetterton, wo Onslow-Cole und Chilton auf der langen Geraden den Rest des Feldes einfach stehen ließen. In Silverstone legte man in der Quali einen derartigen Speed hin, dass sich die Serien-Verantwortlichen genötigt sahen endlich einzugreifen. Der Airrestrictor wurde verkleinert, der Ladedruck verringert. Gebracht hat es allerdings wenig.



Rennen Eins
Schon im ersten Lauf gab es nichts, was man gegen die eingebremsten Ford machen konnte. Cole und Chilton zogen vorne weg, dahinter reihten sich Plato und MacDowell im Chevrolet Cruze ein. Erwartungsgemäß schwer taten sich beide Hondas mit Matt Neal und Gordon Shedden. Dem Civic fehlt es auf den langen geraden einfach an Leistung, man spricht von 15 bis 20 PS, die beiden fehlen. Zwar passt der Topspeed einigermaßen, aber in Sachen Beschleunigung geht halt nicht so viel, wie man bei den Onboardaufnahmen sehen konnte.
In den ersten Runden tat sich vorne wenig, dann kam Matt Neal so langsam in Schwung machte Druck. Er lag auf dem achten Platz, vor ihm fuhr Steven Kane im BMW, der auch nicht richtig gut unterwegs war. Der Kampf sollte bis zum Ende des Rennens gehen, und erst in der letzten Runde machte Kane einen Fehler und Neal gewann ein paar wichtige Punkte.
Vorne kam es zu einem etwas merkwürdigen Platztausch zwischen dem bis dahin führenden Onslow-Cole und Max Chilton. Dazu muss man sagen, dass Teamorder in der BTCC ausdrücklich nicht verboten sind, aber sie werden aus sportlich/moralischen Gründen nicht gerne gesehen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Cole gab nach dem Rennen an, er habe sich verschaltet. Nun ja. Das Manöver brachte Plato in Schlagdistanz, der auch kurz an Cole vorbei kam, dann aber auf der Geraden wieder aufgeschnupft wurde. Am Ende gewann Chilton vor Cole, Plato, MacDowell, Jordan, Collard, O Neill, Neal, Kane, Shedden.

Rennen Zwei
Die Ford gingen wieder locker in Führung, aber beide Chevy Piloten kamen schlecht weg. MacDowell fiel auf Platz 9 zurück, Plato musste Andrew Jordan im Honda Integra und Rob Collard im BMW passieren lassen, Matt Neal kurvte auf Platz 7 rum. Lange tat sich nichts im Rennen, was ja in der BTCC eher ungewöhnlich ist. Ein Reifenschaden des unglücklichen Andrew Jordan auf Platz 3 brachte dann aber wieder Bewegung. Nach dem die Ford schon wieder die Plätze getauscht hatten (dies mal gab es keine “Entschuldigung”) gingen deren Vorderreifen langsam den Bach runter. Offenbar frisst das massive Drehmoment des Turbomotors die Reifen etwas schneller auf, als beim Rest des Feldes. Gegen Ende des Rennens kam Rob Collard, der sich lange zurück gehalten hatte, sehr dicht auf und schnappte sich in zwei sehenswerten und typisch britischen Manövern Onslow-Cole. Gleich zweimal setzte er sich Eingangs Luffield neben Cole und schob ihn freundlich, aber bestimmt, zur Seite. Beim ersten Versuch schnappte sich Cole den BMW wieder auf der Geraden, den zweiten Versuch setzte Collard dann in der letzten Runde, was auch gut ging.

Weiter hinten mühte sich Matt Neal weiter ab, nach vorne zu kommen, befand sich allerdings in einem sehr engen Zweikampf mit dem Integra Piloten Paul O’Neill, der nicht einen Millimeter nachgeben wollte. Der Kampf der beiden war spannend, die Plätze wurden oft getauscht. Aber am Ende setzte sich dann Neal sehr knapp durch. Ergebnis: Chilton, Collard, Cole, Plato, Neal, O’Neill, Shedden, Kane, MacDowell, Jackson.

Rennen Drei
Auslosung für den Reverse Grid brachte dann Paul O’Neill auf die Pole, was Matt Neal auf Platz zwei brachte und er damit gute Chancen hatte, ein paar Punkte auf Plato gut zu machen. Doch startete nur einen Rang weiter hinten. Der Start sollte also lustig werden und er wurde es auch. Plato kam besser weg, wurde aber von Neal in Copps umgedreht. Ein paar Meter weiter rutschte Neal aber weit raus und fiel ebenso weit zurück. Hinten war MacDowell am Start stehen geblieben und wurde von Martin Depper im BMW voll getroffen. Das Safety Car musste erst Mal das Feld sortieren. Nach der ersten Runde führte O’Neill vor Onslow-Cole, Chilton, Collard, Kane, Jackson, Neal und Shedden. Plato war nur auf Platz 17.

Den Restart konnte O’Neill knapp für sich entscheiden, aber beide Ford machten jede Menge Druck. Nach zwei hart umkämpften Runden ging Cole dank der besseren Beschleunigung erstmal vorbei. Dahinter prügelten sich Jackson, Neal, Collard und Shedden um den vierten Platz, während Plato nur auf Platz 14 fest hing. Wie üblich gab es dann das normale Hauen und Stechen. Andrew Jordon und Rob Collard kamen sich etwas zu nah und Jordan landete im Kiesbett.

Vorne tat sich zunächst wenig, erstaunlicherweise konnte Chilton den alten Integra nicht überholen, nur Neal und Jackson lagen im Infight. Plato rutschte so langsam in Richtung Punkte und lag in Runde 15 auf Platz 11, und konnte 3 Runden später dann den 10. Platz erobern. Vorne fiel Chilton erstaunlicherweise schrittweise weiter zurück und die Gruppe Jackson, Neal und Shedden klebte an seinem Heck. Jackson probierte es in Brooklands mit einem überraschenden Angriff auf Chilton und schob ihn zur Seite. Dabei fielen Neal und Shedden auch noch über den ondulierten Ford her. Auch Jacksons BMW sah nicht mehr so gut aus, so dass Neal sich in den Windschatten hängen konnte.

In der letzten Runde gaben es sich Neal und Jackson noch mal so richtig. Neal versuchte alles, war aber auch vorsichtig, denn einen Ausfall konnte er sich nach dem schlechten Wochenende nicht leisten. Er schaute in Luffield zwar noch mal rein, aber Jackson blieb vorne. Endergebnis: Cole, O’Neill, Jackson, Neal, Shedden, Chilton, Kane, Nash, Plato, MacDowell.

Damit konnte Ford alle drei Rennen am Wochenende gewinnen. Und der eigentliche Sieger wäre Tom Onslow-Cole gewesen, der ja in den beiden Rennen zuvor Chilton hatte passieren lassen müssen. Da fragt man sich, warum Ford zu dieser Strategie gegriffen haben, denn am Ende haben sie die Ford-Piloten gegenseitig die Punkte weggenommen. Neal konnte zumindest am Ende ein paar Punkte aufholen, die aber zuvor verloren hatte.

Plato bleibt in der Meisterschaft vorne, allerdings hat er jetzt nicht nur mit Matt Neal zu tun, sondern auch mit Tom Onslow-Cole, der auf Platz zwei liegt. Da mit Knockhill ein Kurs folgt, der vor allem die Wagen mit kurzem Radstand liegen sollte, könnte es in der Meisterschaft noch mal richtig eng werden.

Jason Plato – 171 Punkte
Onslow-Cole – 157 Punkte
Matt Neal – 148 Punkte
Gordon Shedden – 138 Punkte
Tom Chilton – 127 Punkte

DTM
Achtung, die ITR vermeldet nach dem Rennen: “Aufgrund von weiteren Untersuchungen an einem Reifen des Fahrzeugs von Audi-Pilot Timo Scheider, wurde das Rennergebnis in Zandvoort nicht offiziell bestätigt und bleibt somit vorläufig. Nach Rennende war an einem Reifen von Scheiders Fahrzeug festgestellt worden, dass der obligatorische Identifikations-Barcode von Serienpartner Dunlop fehlte. Dies ist ein Verstoß gegen das Technische Reglement des DMSB. Der Reifen wird nun von Dunlop eingehend untersucht, um zu prüfen, wie sich der Barcode lösen konnte. Nach Analyse und Auswertung des DMSB erfolgt die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses in den kommenden Tagen.”

—schnipp—

Der versprochene Regen brach zwar nicht während des Rennens aus, aber das musste auch nicht sein. Die DTM lieferte auch so eines ihrer besseren Rennen in Zandvoort ab, auch wenn sich das nicht unbedingt auf den Kampf an der Spitze bezog. Dort drehten Gary Paffett und Paul di Resta einsam ihre Runden, nachdem Timo Scheider seinen Audi auf der Pole beim Start fast abgewürgt hatte. Das Glück ist dem zweifachen Meister in Holland einfach nicht hold, auch wenn er nach dem Rennen klar sagte, dass der Fehlstart auf seine Kappe geht. Damit war Audi schon nach wenigen Sekunden im Kampf um den Sieg raus, aber es ging vor allem darum, dass man Bruno Spengler möglichst viele Punkte abnehmen konnte, damit Ekström und Scheider in der Meisterschaft ein wenig aufholen konnten. Allerdings ist der Abstand der drei führenden Mercedes Piloten schon so groß, dass eine Titelverteidigung von Audi sehr unwahrscheinlich ist.

Mercedes bemühte sich, Spengler im Rennen zu halten, der auf Platz sechs rumfuhr, sich aber nicht nach vorne orientieren konnte. Stattdessen musste er in den Rückspiegel schauen, wo sich nach einigen Runden wieder Timo Scheider eingefunden hatte. Trotz seines miserablen Starts hatte er eines der schnellsten Autos auf der Strecke und konnte seine Gegner aufschnupfen. An Spengler kam er aber auf normalen Weg nicht vorbei, also beschloss man bei Audi den ersten Boxenstopp von Scheider sehr spät zu legen. Mercedes konzentrierte sich zu sehr auf Spengler und übersah dabei, dass der Audi-Zug bestehend aus Jarvis und Rockenfeller dank einer guten Strategie plötzlich Spengler gefährlich wurde. Nach dem Stopp fand sich der Mercedes Pilot plötzlich mitten im Audi-Gewühl, während Scheider weiter vorne schnellere Zeiten hin legen konnte. Das reichte am Ende sogar, um Ekström zu schlagen, der nicht gerade eines seiner besten Wochenenden hatte. Spengler drehte dann 10 Runden vor Schluss auch noch Rockenfeller in einem optimistischen Überholmanöver um, was überraschenderweise nicht bestraft wurde.

Am Ende gewann Paffett locker vor di Resta und Scheider, der seinen Platz behalten durfte, obwohl der in der Meisterschaft besser platzierte Ekström hinter ihm war. Allerdings hatte die Rennleitung in den letzten Runden Audi auch einen Warnschuss verpasst, als man ankündigte, dass man ein Überholmanöver aus dem Drittel des Rennens zwischen Ekström und Molina wegen mögliche Teamorder untersuchen würde. Scheider, der zwischendrin schon plötzlich eine Sekunde auf Ekström verloren hatte, konnte einen Abstand dann konservieren.

Ein Wort noch zu Molina: der junge Spanier hatte ein sehr gutes Wochenende. Vierter in der Quali, dann lange dritter im Rennen, bis er sich Ekström beugen musste. Scheider ging an Molina auf Grund der besseren Strategie vorbei. Offenbar hat Audi da aber einen richtig guten Neuling an Land gezogen. Wird interessant sein, wie er sich entwickelt.

Bei Audi ist aber nicht alles eitel Sonnenschein. Die Gerüchte um die Abwanderungsgelüste von Ekström in die NASCAR wollen nicht verstummen, egal wie sehr beide Seiten das dementieren. Man muss die Sache aber auch mal etwas kühler sehen. Ekström hat null Oval-Erfahrung, auch wenn er schon einen Test hatte und vermutlich in Richmond fahren wird. Aber wie man bei Montoya oder Ambrose gesehen hat, braucht es mindestens zwei Jahre, bis man einigermaßen vorne dran ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Red Bull dazu Lust hat. Zudem müsste man einen dritten Wagen einsetzen, denn Kahne und Vickers gelten als gesetzt. Wobei hinter Vickers noch ein Fragezeichen steht, nachdem er im Juli am Herzen operiert wurde. Das NASCAR Unterfangen kostet schon so viel Geld, einen dritten Wagen, der durch die Quali muss, wird man wohl eher nicht riskieren. Dazu kommt, dass Audi Ekström mit einem Einsatz in Le Mans ködert, was den Schweden durchaus reizt. Offenbar überlegt man bei Audi auch, wie lange das “Alt-Herren-Team” mit Capello und Kristensen noch schnell genug ist. Ekström wäre da eine gute Ergänzung.

In der DTM Meisterschaft ist es vorne nach dem mauen Rennen von Spengler etwas enger geworden.

Spengler – 44 Punkte
Paffett – 35 Punkte
di Resta – 33 Punkte
Ekström – 28 Punkte
Green – 26 Punkte
Scheider – 23 Punkte

Bei noch fünf ausstehenden Rennen ist noch eine Menge möglich, aber es ist unwahrscheinlich, dass alle drei führenden Mercedes-Fahrer mal gemeinsam ausfallen. Zudem scheint die C-Klasse in diesem Jahr auf allen Strecken deutlich besser zu sein.

BTCC_Silverstone_2010_1 BTCC_Silverstone_2010_2 BTCC_Silverstone_2010_3 BTCC_Silverstone_2010_4 BTCC_Silverstone_2010_5 BTCC_Silverstone_2010_6 BTCC_Silverstone_2010_7 BTCC_Silverstone_2010_8 Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: race 6, Zandvoort Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010 Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010 Motorsports / DTM: german touring cars championship 2010

August 09 2010

14:05

BTCC & DTM: Analyse Snetterton & Nürburgring

Während die BTCC drei ganz brauchbare Rennen hinlegte, herrschte am Ring leider mal wieder gähnende Langweile.

Eine lange Pause war das, die sich die BTCC genommen hat. Der Grund: man möchte die Saison in diesem Jahr etwas später beenden, statt wie in manchen Jahren Anfang September. Das führte dazu, dass man im Juli eine zweitägige Testsession in Snetterton einlegte, bei dem vor allem die Ford Focus und die Chevrolets richtig schnell waren. Vor dem Wochenende meinte Jason Plato noch, dass man kaum eine Chance gegen die Turbomotoren des Ford haben würde, aber im Rennen sah das alles auch doch etwas anders aus. Richtig mies lief es für Matt Neal, der bisher in der Meisterschaft gut unterwegs war, um so besser waren dafür die BMWs drauf.

Mit den BMW hatte ich in Snetterton nicht gerechnet. Wenn man sieht, wie groß die Probleme in der WTCC sind, kann man den nicht werksunterstützten Teams in England nicht gerade zutrauen, dass die Cruze unter Druck setzen können. Aber genau das gelang Mat Jackson im ersten Rennen fast das gesamte Rennen. Vom Start weg hing der Airwaves BMW im Heck von Plato, der sich nicht absetzen konnte. Weiter hinten ging das Hauen und Stechen los. Tom Chilton im Ford war nach dem Start zwei Plätze zurückgefallen, doch auf den Geraden war der Focus eine Klasse für sich. Er wühlte sich dann schnell auf Platz drei, und ließ die Civics hinter sich ohne allerdings in den Spitzenkampf eingreifen zu können. Dort tat sich bis zum Ende nichts mehr, obwohl man eigentlich damit gerechnet hatte, dass der BMW im Laufe des Rennens den besseren Reifenverschleiß haben würde. Aber Plato, der alte Fuchs, hatte das in sein Rennen mit eingeplant und war reifenschonend unterwegs. Am Ende gelang es ihm sogar, sich von Jackson abzusetzen. Richtig Pech hatte Matt Neal, der eine Runde vor Schluss vorne rechts einen Platten hatte und nicht mal klassifiziert wurde.

Rennen 2 sah dann wieder Jason Plato auf der Pole, der diese auch sofort umsetzte. Trotz der maximalen Gewichtszuladung von 5 Kilo fuhr wieder allen davon. Nicht so gut lief es für Jackson im BMW, der ebenfalls viel Gewicht in Rennen 2 mitnahm. Er verlor seinen zweiten Platz schnell und musste sich den beiden Ford und seinem Teamkollegen Steven Kane geschlagen geben. Mann des Rennens war aber Matt Neal. Der musste von ganz hinten starten, kämpfte sich aber auf Platz 9 vor, was ihm eine gute Ausgangsposition für das letzte Rennen bescherte, weil als Pole der 10. Platz ausgelost wurde.

Dort stand in Rennen 3 dann James Nash im Triple Eight Astra, der das Startduell auch gewinnen konnte. Doch nach wenigen Runden warf er seinen Wagen unbedrängt ins Maisfeld. Naturgemäß ist in der BTCC bei einem reverse Grid jede Menge los. Es wurde hart um jeden Platz gekämpft, die eigentlich als “No-Go-Area” deklarierten Auslaufzonen interessierten auch nicht so wirklich jemanden. Plato biss sich auf Platz 5, aber vorne bestimmten die Honda das Rennen. Erstaunlicherweise war es aber Gordon Shedden und nicht Matt Neal, der sich vorne absetzen konnte. Zwar wäre ein Platztausch angesichts der Meisterschaft möglich gewesen, aber zum einen ist das BTCC zum anderen beharkte sich Neal mit Rob Collard und Tom Chilton, so dass Shedden vorne weg fahren konnte. Collard sah sich den wild blockenden Neal lange an, bis er ihm in der letzten Runde leicht einen ins Heck gab, was der Civic mit einem kleinen Quersteher quittierte. Collard schlüpfte durch und Neal hatte in den letzten Kurven alle Hände voll zu tun, den fair drängelnden Chilton hinter sich zu halten.

Es waren drei gute Rennen der BTCC, auch wenn an der Spitze in allen Läufen vorne wenig passierte. Dafür ging es auf den Plätzen mächtig zur Sache und die Ergebnisse haben zu einem interessanten Meisterschaftsstand geführt.

1. Jason Plato – 151
2. Matt Neal – 131
3. Gordon Shedden – 127
4. Tom Onslow-Cole – 113
5. Steven Kane – 109
6. Mat Jackson – 101

Nach Lage der Dinge sollte sich die Meisterschaft zwischen Plato, Neal und Shedden entscheiden, aber auch Cole hat durchaus noch Chancen. Man kennt ja die BTCC und die verrückten Rennen.

DTM
Das verrückteste beim Rennen der DTM war dann nicht auf der Strecke zu finden. Frankie Cheng musste die größte Überraschung einstecken. Erst wurde er vor der NGK-Schikane abgeschossen, dann, als er die Schikane auf Grund des Rammstoss auslassen musste, bestrafte ihn die Rennleitung, weil die Schikane ausgelassen hatte. Vermutlich rätselt der Chinese immer noch über die Bestrafung. Selbst die beiden Kommentatoren Sohmer und Reuter fiel dazu außer einem gefühlten “WTF?” auch nicht viel ein. Aber man ist so lächerliche Entscheidungen ja gewohnt. Ebenso wie das “Blue Flag”, wenn man nach dem Boxenstopp raus kommt.

Das Rennen selber plätscherte dann leider wie erwartet vor sich hin. Ekström, der die Mercedes in der Quali noch schlagen konnte, versemmelte den Start und musste schon nach wenigen Metern Spengler passieren lassen. Die restliche Mercedes-Meute drängelte dann von hinten und der Schwede verbremste sich vor dem Castrol-S dann so heftig, dass er auf Platz sieben zurückfiel. Damit war das Rennen dann für Audi gelaufen. Einzig Timo Scheider rettet einen vierten Platz ins Ziel.

Überholmanöver waren leider Fehlanzeige, es wurde demzufolge auch wenig gegeneinander gekämpft. Die dauernd über der Strecke drohenden schwarzen Wolken hatten offenbar auch keine Lust, auch wenn die ARD in ihrer Verzweiflung alle 10 Minuten zum Wettermenschen schaltete, der aber auch nicht mehr sagen konnte, als das es bald regnen könnte. Tat es aber nicht. Also segelte Spengler völlig verdient zum Sieg. Paul di Resta und Gary Paffett rundet das gute Ergebnis für Mercedes ab.

Ein gutes, aber ruhiges Rennen hatte auch Ralf Schumacher. Der konnte zwar sein Quali-Ergebis vom Norisring nicht wiederholen, hatte aber einen guten Start und landete am Ende auf Platz sechs. Da ist definitiv ein Aufwärtstrend zu sehen. Richtig gut, aber leider abseits der Kameras, unterwegs, war David Coulthard. Der Schotte einen miserablen Start und kam nach der ersten Runde fast als letzter zurück, wurde am Ende aber zehnter. Das ist angesichts des miesen Starts ein gutes Rennen gewesen.
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August 05 2010

06:37

DTM: Vorschau Nürburgring 2010

Die DTM beendet ihre Sommerpause, aber das, was sich hinter den Kulissen bewegt, ist spannender, als manches Rennen. Und dann gibt es eine erstaunliche Meldung aus der italienischen Superstar Serie.

Nürburgring und DTM – da stossen zwei Dinge zusammen, die sich gerade in einer Krise befinden. Am Ring stellt sich raus, dass die Neubauten, nebst des völlig überflüssigen “Eifeldorf”, von Finanzierungsskandalen gebeutelt sind. Der SWR hatte neulich eine deprimierende Dokumentation über die Machenschaften hinter den Kulissen, Wilhelm Hahne veröffentlicht demnächst ein Buch über die Hintergründe des pompösen Geschäfts. Hahne hatte eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen müssen, weil er allzu kritisch über die Geschäfte am Ring berichtet hatte. Ich selber, der früher fast jedes Wochenende am Ring war, bin geteilter Meinung, was die neuen Bauten angeht.

Ich war letztes Jahr kurz nach der Eröffnung zum F1 Rennen vor Ort, später noch einmal beim Oldtimer GP. Die neue überdachte Flaniermeile gefällt mir eigentlich recht gut, auch weil man bei schlechtem Wetter (soll ja vorkommen in der Eifel) trocken zur Tribüne kommt. Den Rest, das neue Hotel, die …öhhmmm… Achterbahn und vor allem das Eifeldorf hätte man sich sparen können. Wer ist auf die Idee gekommen, mitten in der Eifel, wo es Eifeldörfer noch und nöcher gibt, ein künstliches Eifeldorf aufzubauen? Das ist ungefähr so, als würde man in Berlin eine verkleinerte Version des Brandenburger Tors nachbauen. Wie viel Ignoranz gegenüber dem Ring und seiner Geschichte, muss man haben, um auf so eine Idee zu kommen. Egal – jetzt steht es. Meist leer, wie ich höre, und die “richtigen” Ring-Fans ignorieren die GP-Strecke sowieso.

Der DTM geht es auch nicht besonders, wobei man vorsichtig sein sollte. Verglichen mit anderen Rennserien ist die DTM in Deutschland immer noch deutlich erfolgreicher, sowohl was Zuschauerzahlen, TV-Quoten als auch den Marketing-Effekt angeht. Die nackten Zahlen stimmen bei der Serie, sie ist ein gutes Geschäft, sowohl für die Hersteller, als auch für die Sponsoren. Das sportliche Konzept funktioniert allerdings, aus hier mehrfach beschrieben Gründen, nicht. Ein Mitarbeiter eines anderen Konzerns meinte neulich während eines kurzen Gesprächs über die Serie, dass die ITR vor zwei bis drei Jahren versäumt habe, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Aber das sei halt das Problem, wenn eine Serie in den Händen der Hersteller sei und es keine Gegenpol in Form eines Organisator geben würde. 2008 habe man nicht mit einer Wirtschaftskrise gerechnet, danach hatte man dann andere Probleme, als den Motorsport gehabt. Zu dem habe man innerhalb der ITR nicht immer das rechte Augenmaß für die eigene Größe.

Das merkt die Serie jetzt, denn eigentlich hat man schon seit 2005, als Opel ausgestiegen ist, eine Erneuerung der DTM verschlafen. Jetzt bastelt man an einem Konzept, dass die GrandAm und die JapanGT mit einschließt und, wenn man BMW glaubt, irgendwie mit dem GT-Reglement verknüpft ist. Was genau man plant ist geheim, genaue Angaben lassen sich Insider nicht entlocken. Vielleicht auch, weil es noch keine gibt. Bei BMW, so hört man, wird man immer skeptischer, was die DTM angeht. Im Herbst muss man sich aber entscheiden, will man nächsten Sommer ein fertiges Auto haben, mit dem man testen kann. Sicher ist der Einsatz aber noch lange nicht.

Von den Untoten auferstanden ist auch Opel, die bestätigt haben, dass man mit Williams über einen Einsatz in der DTM redet. Geplant wäre der Einsatz eines Insignia, welche Rolle Williams dabei spielen soll, ist unbekannt. Eine Tochterfirma von Williams, Williams Hybridpower, hat das KERS System mit dem Schwungrad entwickelt, dass auch vom Porsche 911 Hybrid beim 24H am Ring eingesetzt wurde, allerdings hat Porsche das System nach eigenen Vorstellungen verändert und umgebaut. Logisch wäre, dass Williams sein System nun auch Opel anbietet, was bedeuten würde, dass das neue Reglement auch “grüne” Bestandteile haben würde. Williams und Opel betonen aber, dass man weit von einem Vertragsabschluss entfernt ist, auch wenn beide Seiten großes Interesse zeigen. Eine Entscheidung soll in zwei Monaten fallen. Angesichts der sehr angespannten Lage bei Opel, wäre ein Einsatz in der DTM schon eine kleine Sensation.

Doch selbst wenn er kommt – vor 2012 passiert nichts, weil die ITR Zeit braucht, den Reglementswechsel zu vollziehen. Weder Opel, noch BMW oder andere Hersteller werden 2011 in der DTM auftauchen, also bleibt es beim gewohnten Bild. Zu dem besteht durchaus die Gefahr, dass die DTM eines ihrer Zugpferde verlieren könnte. Die NASCAR Ambitionen von Mattias Ekström sind nach seinem Einsatz in Watkins Glen gestiegen, zu dem hat Red Bull noch nicht verlauten lassen, ob Vickers jemals wieder wird Rennen fahren können. Zwar macht der Einsatz von Ekström für Red Bull in den USA keinen Sinn, weil ihn da keiner kennt, aber um die Serie in Europa attraktiver zu machen, wäre selbst ein sporadischer Einsatz durchaus interessant. Unklar ist allerdings, wie lange der Vertrag von Ekström mit Audi läuft, die ihn sicher auch nicht gerne gehen lassen würden, und ihm zusätzlich mit einem Einsatz in Le Mans ködern können.

Am Ring wird man wieder, wie gewohnt, eine gute Show abliefern, zumindest, was das drumherum angeht. Man fährt die kleine Anbindung, biegt also nach dem “Haug-Haken” direkt wieder rechts ab. Der Grund für die Entscheidung lautet offiziell, dass man den Zuschauern mehr Runden und damit öfter die Ansicht der Wagen bieten möchte. Inoffiziell ist es wohl so, dass man nicht möchte, dass die Fans sich auf der dann doch weitläufigen Strecke verlaufen und die Tribünen an Start und Ziel etwas leerer aussehen.

Sportlich passiert natürlich auch etwas. Timo Scheider kann seinen dritten Titel in Folge wohl abschreiben, da es in diesem Jahr bei ihm recht zäh läuft. Überhaupt sieht es schlecht aus für Audi in Sachen Titelverteidigung. In der Meisterschaft liegt Bruno Spengler mit 32 Punkten vorne, Jamie Green hat schon 10 Punkte weniger. Ekström hat 21 Zähler, es folgen Paffet mit 19, di Resta mit 17 und Rockenfeller mit 12 Punkten. Es wäre schon ein kleines Wunder, wenn Audi Ekström als Meister durchbringen könnte. Auf der anderen Seite – Mercedes wäre auch mal wieder dran. Interessant wird auch zu beobachten sein, ob Ralf Schumacher sein gutes Quali-Ergebnis vom Norisring wiederholen kann, oder ob es eine einmalige Sache war.

Spaß könnte am Wochenende das Wetter machen. Regenrennen sind in der DTM ja leider selten, aber wie in jeder Serie sorgen sie für etwas Abwechslung. Der Trend spricht für Samstag und Sonntag jedenfalls von Schauern.

Kleine Meldung am Rande aus einer völlig anderen Serie. In der leider hier kaum bekannten “Superstar” Serie aus Italien, startet seit dem letzten Rennen ein Porsche Panamera. Nein, kein Tippfehler, ich meine tatsächlich einen Panamera. Die ehemalige Alfa-Schmiede N.Technology hat sich dem Schlachtschiff aus Weissach angenommen, und es tatsächlich siegfähig gemacht. Gleich beim ersten Einsatz in Mugello erreichte man die Pole und sackte den ersten Sieg ein. Am Steuer saß allerdings auch kein geringer als der zur Zeit arbeitslose Fabrizio Giovanardi.

Die italienische Serie besteht aus viersitzigen Sportwagen, die mit einem V8 ausgestattet sind und ein wenig an die leider zu früh verstorbene V8STAR Serie erinnern, bzw. die australische V8-Serie. Das Starterfeld besteht aus Audi RS4, M3s, AMG C63, Jaguar S-Type, aber auch Chrysler 300C oder Cadillac CTS. Allerdings tritt meist eine recht überschaubare Zahl an Autos an. In Deutschland ist die Serie mit mehrwöchiger Verspätung und in einer Kurzzusammenfassung auf MotorsTV zu sehen. Eigentlich ein sehr interessantes Konzept, aber den meisten Herstellern passen Rennen mit Oberklasse Limosinen nicht ins Marketingkonzept. Entweder nutzt man halt die typische Familienkutsche (WTCC) oder einen “richtigen” Sportwagen (GT-Serie).
Interessant ist der Einsatz des Panamera zwar schon, aber gleichzeitg weiß man, dass man es bei Porsche insgesamt ungern sieht, wenn andere Wagen als der 911er für Rennen eingesetzt werden. Die Gebrüder Alzen hatten eine zeitlang auf einen Cayman gesetzt, der dank seines Mittelmotors das eigentlich modernere Konzept bietet. Da war man bei Porsche aber nicht sonderlich erfreut und das Projekt verschwand dann auch schnell wieder von der Rennstrecke.

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April 22 2010

14:26

DTM: Vorschau Saison 2010

Dieses Jahr wird ein Übergangsjahr in der DTM. Die großen Änderungen und ein neuer Hersteller werden erst 2011 kommen.

Die DTM macht ja in Sachen Motorsport eigentlich alles richtig. Zwei Hersteller, gute bis sehr gute Fahrernamen, bullige V8 Motoren, günstige Eintrittspreise, ganz okayes Rahmenprogramm. Das Problem ist halt der von oben gesteuerte, tot regulierte, glatt gebügelte PR-Serie, die irgendwie nicht so richtig zum Leben kommt. Allerdings muss man anerkennen, dass die Serie jährlich wirklich viele Fans anzieht. Zumindest in Deutschland, wenn die DTM die Heimat verlässt, sieht es ja meist, abgesehen von Zandvoort nicht rosig aus. Dieses Jahr wird dem Fan auch wenig Neues geboten.

Das liegt daran, dass die DTM seit dem letzten Sommer in Sachen Weiterentwicklung praktisch eingefroren ist. Dementsprechend gibt es in diesem Jahr auch keine Neuwagen, man fährt mit den 09er Modellen. Zugelassen sind auch noch die 08er Modelle, kann sein dass Kolles noch 07er Audis einsetzt, aber das versucht man zu vermeiden. Das bedeutet auch, dass die Unterschiede zwischen Audi und Mercedes mehr oder weniger gleich geblieben sind, wobei man abwarten muss, wie weit innerhalb der Graubereiche des Reglements Veränderungen an den Wagen unternommen werden. Wenn einer am Sonntagnachmittag heult, wissen wir es.

Bei den Fahrern gibt es einige Neuzugänge, wobei David Coulthard natürlich der bekannteste ist. Es hatte sich im letzten Jahr schon mehrfach angedeutet, dass der Schotte keine Lust auf seinen Ruhestand hat und nach einer Aufgabe suchte. Ob er in der DTM glücklich wird, ist dann noch die andere Frage. Ralf Schumacher sehen wir auch wieder. Dazu sind gekommen: Miguel Molina und Franky Cheng (Cheng Congfu). Bei Molina musste ich auch erst mal nachschauen, wer das ist. Offensichtlich war in der WsbR die letzten drei Jahre unterwegs, hat dort aber nicht so viel gerissen. Franky Cheng dockt bei Persson an und sollte den meisten aus der A1GP Serie bekannt sein. Viel gewonnen hat er nicht, allerdings wurde er bei den letztjährigen 24 H von Le Mans Dritter in der LMP2 Klasse.

Den Rest des Feldes kennt man ja. Leider ist Tom Kristensen ja nicht mehr dabei, was aber dazu geführt hat, dass Oliver Javris aufrücken konnte, der sich die Verpflichtung im Neuwagen schon lange verdient hat. Jarvis könnte einer sein, der um die Meisterschaft fahren kann. Zum einen hat er genug Erfahrung gesammelt, zum anderen hat er den Speed.

Timo Scheider dürfte also schon aus dem eigenen Team jede Menge Druck bekommen. Und das restliche Feld dürfte ebenfalls hinter ihm her sein. Bei Audi gibt es neben Jarvis dann noch Ekström und Tomczyk die Scheider nerven werden, bei Mercedes muss man mit Spengler, di Resta und Paffett drei weitere Fahrer nennen. Der Rest, inkl. Schumacher und Coulthard wird froh sein, wenn es mal für Punkte reicht.

Die Tests im Frühjahr waren wenig aussagekräftig. Die Zeiten lagen in Valencia aber sehr beieinander, was für eine gute Saison sprechen könnte. Überraschen konnte vor allem Molina, der auf Anhieb vorne war, allerdings nur knapp geschlagen von Schumacher. Favoriten wie Spengler sah man nie vorne, was wohl viel über die Interpretierbarkeit des Tests sagt.

In Sachen Regeln gibt es auch wenig neues. Allerdings fallen die Handicapgewichte weg. Eine Siegermarke wird also nicht mehr “bestraft” wenn sie gewinnt, sondern die Gewichte bleiben während der gesamten Saison gleich. Ob das so eine knallige Idee war, wird sich auch erst mal zeigen, denn die Platzierungsgewichten haben eben auch auf ausgleichende Gerechtigkeit gesorgt.

Ebenfalls neu ist die Quali. Zum einen sind die Segmente wohl verkürzt worden (konnte aber keine Angabe finden, wie viel) zum anderen wird Q4 nun in einem Einzelzeitfahren ausgefahren. Vermutlich wollte die ARD so was haben, denn es macht auch mehr Sinn alle Fahrzeuge auf einer Runde zu zeigen, als hektisch zwischen vier Wagen hin und her zu schneiden, die in einem 20 Sekunden Abstand unterwegs sind.

Dafür sorgte der Kalender schon im Vorfeld der Serie für Ärger. Zum einen hat man die einzige Strecke raus geworfen, auf der im letzten Jahr ein extrem spannendes Rennen stattgefunden hat: Dijon. Offenbar hat sich der Aufwand mangels Zuschauer aber nicht gelohnt. Rausgeworfen wurde auch endlich Barcelona, man fährt dafür in Valencia, was sich durchaus lohnen kann. Mehr Zuschauer werden aber wohl trotzdem nicht kommen.

Zum anderen verlegt man das Saisonfinale im November nach Shanghai. Das verstehe wer will und die Fans wird es freuen, wenn sie nun morgens gähnend vor der Fernseher sitzen dürfen um die DTM auf dem Strassenkurs von Shanghai zu sehen. Die ITR ist, mal wieder, von allen Seiten mächtig kritisiert worden, zieht die Sache aber durch. Man würde ja gerne in den asiatischen Bereich expandieren, weil man dort viele, viele Autos verkauft. Im Winter gab es Spekulationen, dass man mit der SuperGT an einem gemeinsamen Reglement arbeiten würde, aber das waren wohl nur lose Ideen.

Was mit der DTM 2011 passieren wird, ist noch völlig unklar. Seit dieser Woche scheint BWM wieder in der Serie zu sein, aber von denen war nur zu hören, dass man darüber nachdenkt. BMW hatte aber schon klar gemacht, dass man nur dann in die DTM kommen will, wenn man einen M3 auf Basis des GT2 Reglements kostengünstig umrüsten kann. Da liegt die Vermutung nahe, dass generell auf eine Variante der FIA GT Reglen einschwenken wird.

Für 2010 wird man also wieder das erwarten können, was man in den letzten Jahren gesehen. Was auch eher nach einer Drohung klingt.

Der ITR ist es nach dem letztjährigen Reinfall mit der Vermarktung der Rahmenrennen dann auch wieder gelungen, diese im TV unterzubringen. ntv zeigt beide F3 Euro Rennen, MotorvisionTV zeigt den Porsche und Seat Cup live. Den Polo Cup gibt es nicht mehr. Irgendjemand bei VW war der Meinung, dass man lieber mit Sciroccos fahren sollte. Warum man mit dem Seat Leon und dem VW Scirocco gleich zwei Wagen hat, die die gleiche Zielgruppe ansprechen und über eine ähnliche Leistung verfügen? Vermutlich hat irgendjemand in der VW Gruppe einen Genialitätsanfall gehabt. Der VW Polo Cup war ja nun deswegen interessant, weil sich hier 16jährige in die Kiste fahren konnten. Genauso wie der ehemalige R5 Cup, damals in den grauen 70ern, war es halt eine Spaßserie die zudem günstig war. Gut, letzteres bleibt, die Wagen werden ja von VW gewartet und gestellt. Der neue Cup läuft als Aufzeichung bei Sport1.

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