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February 20 2014

17:03

February 01 2014

12:25

Formel Eins: Analyse Test Jerez 2014

Die Rundenzeiten aus Jerez kann man vergessen, aber es gab doch ein paar Einblicke und Überraschungen.

TEST PRE-CAMPIONATO F1/2014 JEREZ DE LA FRONTERADie erste Überraschung dürfte das Design betreffen. Von den zehn Rennställen, die in Jerez anwesend waren, hatte jeder eine eigene Interpretation der neuen Regeln. Auffallend waren die Lösungen im vorderen Bereich, die von “schick” (Red Bull, Mercedes) über “interessant” (McLaren) bis hin zu “Oh mein Gott” (Caterham) reichen. Doch dazu später noch etwas. Geradezu katastrophal verlief der Test für Renault. Ausnahmslos alle Teams mit den Motoren von Renault hatten massive Probleme mit der Kühlung der Batterien, bei Red Bull war es besonders schlimm. Daniel Ricciardo kam bei seiner ersten Ausfahrt am dritten Tag nicht mal bis in den ersten Zeitsektor, da qualmte es schon aus dem Heck. Red Bull brach den Test dann am Freitag ab. Man hatte genau 21 Runden geschafft. Auch Toro Rosso kam nicht viel weiter, nur Caterham (!) konnte mehr Runden drehen. Die Absage von Lotus steht somit auch unter einem anderen Licht, denn offenbar ist denen das Problem schon vorher aufgefallen.

Wo genau die Probleme von Renault liegen, hat Rob White, der stellvertretende Manager des Bereiches “Technik” in einem Interview ehrlich dargestellt. Und die Probleme scheinen mit dem Turbo, den Energiesystemen und der Mechanik zusammenzuhängen. Christian Horner meinte kurz vor der Abreise, dass die Franzosen ihren Motor bis zum nächsten Test in Bahrain sicher auf dem Prüfstand verbessern würden. Nun wird Renault das neue Aggregat sicher seit mindestens 15 Monaten auf dem Prüfstand laufen haben, aber irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Bei einem V6 können das durchaus Vibrationen sein, aber es gab auch Berichte über Probleme bei der Energierückgewinnung und den Batterien.

Klar ist, dass zumindest Red Bull ein Problem mit der Abfuhr der Hitze hat. Am Freitag versuchte man sich an Laubsägearbeiten an den Seitenkästen und fräste eine Öffnung von der Größe einer Zigarettenpackung rein. Geholfen hat es auch nichts, Adrian Newey war zudem schon Donnerstag abgereist. Der Test war also ein Reinfall, was nicht bedeuten muss, dass der RB10 ein Fehlschlag ist. Richtig ist aber, dass Red Bull einiges an Zeit auf der Strecke fehlt. Während Mercedes und Ferrari wie frisch geölte Blitze und vor allem meistens problemlos unterwegs waren, stand Red Bull nur rum.

Die Aussagen von Red Bull klangen auch nicht gerade überzeugend. Man sei sicher, dass man in Bahrain alles im Griff haben werde, hieß es. Aber offenbar handelt es sich nicht um Kleinigkeiten, die man nebenbei beheben kann.

Bei allen Teams mit Mercedes-Motoren lief es dagegen richtig gut. Sieht man mal von dem gebrochenen Frontflügel bei Hamilton am ersten Tag ab, war Mercedes selber richtig gut unterwegs. Insgesamt schaffte man 309 Runden, ein sehr guter Wert. Größere Probleme schien es nicht gegeben zu haben, am Freitag simulierte man gleich eine Renndistanz. Allein die Werte aus diesem Test dürften Gold wert sein. Denn es geht ja auch darum, die Verschleißwerte des Motors im Auto zu testen. Ein Prüfstand kann zwar eine Renndistanz simulieren, aber ein Motor reagiert in einem Fahrzeug ja immer noch mal etwas anders. Gerade der Dreck in den Kühlern macht hier einiges aus. Audi kann da ein Lied von singen. Vor zwei Jahren, als man zum ersten Mal mit dem R18 antrat, hatte man rund um die Uhr getestet. Aber halt immer alleine. In Le Mans stellte man dann fest, dass der Reifenabrieb die Kühler zusetze.

Die Tests sind also nicht nur wichtig, um herauszufinden, wie schnell man ist, sondern auch, um solche Schwachstellen zu finden. Etwas, was Red Bull dann noch machen muss.

Die Zeiten aus Jerez sind nicht so wichtig, weil sie nur schwer vergleichbar sind. Dummerweise fehlt in diesem Jahr das inoffizielle Timing bei den Tests, daher kann man keine Rundenzeitenvergleiche über die Longruns machen. Ich hoffe, dass das in Bahrain anders wird.

Interessanter als die Testzeiten ist im Moment aber immer noch das Design. Ich persönlich war teilweise erstaunt, welch elegante Lösungen gefunden wurden. Aber der Reihe nach.
(Achtung, alle Bilder sind in Höchstauflösung hochgeladen, damit man besser die Details sehen kann)

Red Bull
464823099XX00119_F1_TestingAuf den ersten Blick wirkt der Wagen erstaunlich konservativ. Newey hat sich gegen eine “Finger-Nase” entschieden und die Front nicht verjüngt. Auffallend ist der Luftauslass oben vor dem Cockpit auf Höhe des “Total”-Aufklebers. Wie im letzten Jahr wird die Nase offenbar durchströmt, der Sinn dafür ist unklar. Ein Blick auf die Seitenkästen verrät allerdings, woher die Probleme des RB10 kommen. Kein anderer Designer hat die Seitenkästen derartig stark eingezogen. Ferrari, McLaren und Mercedes haben deutlich mehr Ausbuchtungen im Heck. Das macht die Luftführung unregelmäßiger, aber dafür hat man halt mehr Luft zum Kühlen unter der Haube. Sonstige Auffälligkeiten gibt es bei der gezeigten Version nicht.

Mercedes
190388554-814212912014Auch die Deutschen haben sich für eine konservative Variante entschieden. Wie bei Red Bull fällt die Nase gleichmäßig ab und endet in einer stumpfen Form. Beim W05 fallen allerdings die beiden “Haken” an der Seite der Nase auf, die die Kameras halten. Die erinnern an die Variante, die BMW mal vor ein paar Jahren auf dem Wagen hatte. Ob die Halterung legal ist, ist dann wieder eine andere Frage. Normalerweise dürfen die Kamerabefestigungen nicht für aerodynamische Zwecke missbraucht werden. Allerdings hat sich Mercedes für eine sehr flache Variante der Front entschieden und die Kameras müssen in einer gewissen Höhe angebracht werden. Man darf gespannt sein, ob sie damit durchkommen. Das Heck des Mercedes ist breiter als beim Red Bull, zudem hat man wieder die Heckfinne ausgegraben.

Ferrari
TEST PRE-CAMPIONATO F1/2014 JEREZ DE LA FRONTERADie Italiener haben auch auf den “Finger” verzichtet, sich aber für eine andere Form entschieden. Die Nase fällt anders als bei Red Bull oder Mercedes sehr steil ab und sieht ein bisschen wie ein platt gedrückter Entenschnabel aus. Die eher harte Stufe hat aerodynamische Nachteile an der Front. Auf der anderen Seite hat die Luft nach der Stufe mehr Zeit und Platz, um um den Wagen herum zu fließen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich Ferrari da einen Gefallen getan hat. In Sachen Ansehnlichkeit sicher nicht. Die Seitenkästen ziehen sehr schnell und stark nach innen, flachen aber nicht komplett ab. Mal abgesehen von der Nase ist der Wagen sehr hübsch geworden.

McLaren
_W2Q8989Das erste Top-Team, das auf den “Finger” setzt. Allerdings hat man die Nase mit langen Luftleitblechen versehen, sodass es nicht ganz so schlimm aussieht. Diese Luftführung zieht sich bis zur Aufhängung, was eine einmalige Lösung im Moment ist. Aber insgesamt macht die Front einen sehr breiten Eindruck. Die Seitenkästen sind ebenfalls etwas anders. Der MP4-29 zieht die Kästen schnell sehr stark nach innen, allerdings laufen diese auch weiter ins Heck aus, als das bei anderen Teams der Fall ist. Für Aufsehen hat die Hinterrandaufhängung gesorgt. Man hat die Aufhängungsteile so konstruiert, dass sie ein “Tränen”-Design haben und als Luftleitbleche agieren. Das sieht fast wie ein zusätzlicher Diffusor aus und soll wohl auch eine ähnliche Wirkung haben. Legal ist die Konstruktion in jedem Fall, leicht zu kopieren ist sie allerdings nicht, weil die exakte Position der Träger mit den Aufhängungspunkten am Getriebe zusammenhängt. Will ein Team das kopieren, müsste es das Getriebe bzw. dessen Verschalung neu gestalten. Das ist alles nicht so einfach, wie es klingt, denn das Getriebe ist Teil des Chassis.

Force India
Motor Racing - Formula One Testing - Day 4 - Jerez, SpainDie Inder haben eine komplett andere Lösung für die Front gefunden. Während die oben genannten Teams versuchen, die Luft um die Nase zu führen, haben die Designer bei Force India die Nase mehr oder weniger abgeschnitten. Nur Caterham trägt die Nase weiter oben. Das hat den Vorteil, dass die Luft, mal abgesehen vom “Finger”, ungestört unter das Auto kommt. Und dort kann man dann ohne Verwirbelungen besser mit ihr umgehen. Dementsprechend sieht man am VJM05 kaum Luftleitbleche am Vorderbau und auch die Kühleinlässe in den Seitenkästen sind recht klein geraten. Offenbar kommt da einfach mehr ungestörte Luft an. Die Variante ist zwar hässlich, greift aber die aerodynamischen Regeln auf, die man in den letzten Jahren verfolgt hat. Die Seitenkästen sind eher Standard, auffallend sind aber die Ausbeulungen der Motorabdeckung. Die sind erstaunlich hoch und breit ausgefallen, was dafür spricht, dass Force India die zu kühlenden Aggregate teilweise höher positioniert hat.

Sauber
GP Spanien 2013Das Auto entspricht ungefähr dem, was ich erwartet hatte. Ein deutlicher “Finger”, aber das haben die Sauber-Ingenieure sehr elegant gelöst. Auch ansonsten kann man wenig am Sauber entdecken. Die Seitenkästen sind logischerweise breiter und länger gezogen. Anders als bei anderen Teams verfolgt man jene “Cola-Flaschen”-Form sehr konsequent, die John Barnard vor knapp 30 Jahren mal eingeführt hat. Das Heck wirkt unauffällig, aber sehr schick. Dafür sieht man auch kaum Lüftungsschlitze, was dann wieder etwas überraschend ist. Auch ist die Motorenabdeckung bei weitem nicht so ausgebeult, wie das bei Ferrari der Fall ist. Eine schöne und elegante Lösung. Ob sie schnell ist und genug Abtrieb erzeugt, wird sich erst in Melbourne zeigen.

Williams
_R6T8886Die Front des Williams ähnelt der des Sauber, allerdings haben die Engländer den “Finger” etwas kürzer gehalten und sich dazu entschlossen, die Nase sanfter auslaufen zu lassen. In der Frontansicht kann man sehen, dass die Designer dabei die Höhe des T-Tray unter dem Cockpit im Auge hatten. Dort soll die Luft ankommen und unter das Auto bzw. in die Seitenkästen geleitet werden. Die sind wiederum im vorderen Bereich einfach gestaltet und fallen zum Heck hin stark ab. Dort bleiben sie allerdings etwas breiter als bei der Konkurrenz. Auch wieder auffallend ist die Entscheidung der Designer, den Bereich um den Auspuff relativ unangetastet zu lassen. Wo andere Teams den Auspuff mit der Motorabdeckung umschließen, schwebt dieser beim Williams frei. Aber vermutlich hat man hier noch nicht die letzte Variante der Abdeckung gesehen. Es ist durchaus möglich, dass Williams dem Motor zunächst etwas mehr Luft gibt.

Marussia
Motor Racing - Formula One Testing - Day 4 - Jerez, SpainWie eigentlich in jedem Jahr kommt Marussia mit einem recht hübschen Auto daher. Der “Finger” ist auch hier eher kurz, aber anders als bei Williams hat man sich für ein sehr kantiges Design der Front entschieden. Gefällt mir persönlich gut, ob es schnell ist, bleibt dann eine andere Frage. Marussia hat in diesem Jahr Ferrari-Motoren und offenbar kann man die Zusatzaggregate gut in den Seitenkästen einplanen. Das Design wirkt schlüssig und fast ein wenig langweilig. Also ähnlich wie bei Sauber. Langweilig könnte in dieses Jahr aber auch “schnell” bedeuten.

Caterham
12206526384_1b2da75a23_oEins hat das Team schon mal geschafft: Man redet über sie. Die Front des Wagens wirkt wie ein Unfall. Als ob jemand vergessen hat, den Wagen weiter zu zeichnen. Und wie bei einem Unfall muss man auch dauernd hinstarren. Und man fragt sich, ob das jetzt eine unfassbar schlechte oder geniale Auslegung der neuen Aero-Regeln ist. Wie Force India will man die Luft offenbar ungestört unter das Auto bringen, aber anders als die Inder hat man sich für eine Art Keil entschieden, den man ans Auto montiert hat. Dazu kommt, dass die Nase auch noch einen Knick hat. Ob das schnell ist? So weit ich mich erinnern kann, gab es noch keinen hässlichen F1, der am Ende schnell war. Eins ist auf jeden Fall schon mal klar: Der Caterham wird als eines der skurillsten Fahrzeuge in die Geschichte der Formel Eins eingehen. Und die meisten werden hoffen, dass man den Wagen nur selten im Fernsehen sieht. Was den Ingenieuren vorne eingefallen ist, lässt man weiter hinten vermissen. Die Seitenkästen wirken klobig, wenig ausgeformt und aerodynamisch eher ungünstig. Allerdings: Caterham war das einzige Renault-Team, dass keinerlei Kühlungsprobleme hatte. Vielleicht ist diese Lösung für den Renault-Motor die Beste.

Wie man sieht – es gibt viel zu sehen. Die Aerodynamik wird sich bis zum Start in Australien noch sehr stark verändern, aber die Grundzüge sind schon zu sehen. Und immerhin kann man sich nicht darüber beschweren, dass die Wagen alle gleich aussehen. Der echte Test wird in den Testwochen in Bahrain erfolgen. Zum einen hat man Vergleichswerte aus den Vorjahren, zum anderen wird die Hitze (dort ist es auch im Februar locker 30 Grad heiß) ein weiterer Test für die Konstruktionen werden.

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January 26 2014

15:52

Formel Eins: Sauber C33

Als drittes Team präsentierte heute Sauber ihren neuen Wagen für die kommende Saison. Viel lässt sich allerdings nicht zum C33 sagen, da Sauber nur ganze zwei Bilder herausrückte.

sm_c33_press_front_side_2014_A4Zudem war die Homepage pünktlich zum offiziellen Launch um 16 Uhr vorübergehend nicht mehr zu erreichen. Was man den Bildern jedoch entnehmen kann, ist dass Sauber bislang die konservativste Herangehensweise an das 2014er-Reglement gewählt hat. Die Nase ist genau wie bei den bislang vorgestellten Boliden tief nach unten gezogen, und scheint sich wie beim Williams und McLaren nach vorne hin zu verjüngen. Auffällig am Heck ist die Befestigung des Heckflügels, die wie das Getriebe und der Motor des Saubers von Ferrari kommt.

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December 11 2013

07:00

Ferner liefen: Die Newshappen 11.12.2013

Wir fassen die Nachrichten der letzten Tage zusammen, vor allem aus Serien, die sonst eher weniger beachtet werden.

// Wie gestern schon berichtet gibt es eine einige Änderungen am sportlichen Reglement der Formel Eins. (Die technische Seite beleuchten wir ausführlich im Januar). Immerhin haben die Teams abgelehnt, dass zwei Boxenstopps pro Rennen vorgeschrieben werden sollen. Dafür will man ab 2015 eine Budgetbegrenzung einführen. Das wollte man zwar schon in den letzten fünf Jahren, aber getan hat sich bekanntlich nichts. Das Abkommen, das es im Rahmen der mittlerweile auch eingegangenen FOTA mal gab, war das Papier nicht wert, auf dem es stand. Martin Whitmarsh ist dementsprechend skeptisch, was die Umsetzung angeht. (DD)

// Ansonsten ist es ruhig in der F1. In Sachen Piloten gibt es bisher keine Neuigkeiten von Sauber, Force India oder Caterham. Vermutlich wird es bei einigen Teams bis Ende Januar dauern, bis sie ihre Fahrer zusammen haben. Aber nicht nur in der F1 ist es mittlerweile schwer geworden, ein bezahltes Cockpit zu erlangen. In anderen Serien sieht es genau so aus, wie der Ex-F1-Pilot Christian Klien in einem Interview auf seiner Homepage klarstellt. (Die Schriftgröße könnte er mal ändern.) (DD)

hi_10504_ab2a// Ein paar News aus der BTCC: Die meisten werden es mitbekommen haben, aber für alle, die es dennoch verpasst haben, hier die News des Jahres: Honda tritt 2014 mit einem Civic-Kombi in der Meisterschaft an. Das ist, wenn ich richtig informiert bin, der erste Kombi seit dem legendären Volvo 850, der immerhin so schnell war, dass er um die Meisterschaft mitfahren konnte. Mutig ist die Entscheidung von Honda schon und man darf davon ausgehen, dass der Antrieb, einen Kombi einzusetzen, eher aus dem Bereich Marketing kommt. Aber was solls, sieht gut aus und dürfte, außer in Oulton Park, auch gutgehen. (DD)

// Dave Newsham wechselt zu AmD, die 2014 einen alten Ford Focus von Motorbase einsetzen werden. (DD)

// United Motorsport, bisher nur in der britischen GT-Meisterschaft unterwegs, will 2014 mit zweiToyota Avensis für James Cole (im Vorjahr Tony Gilham Racing) und Newcommer Glynn Geddie in der BTCC antreten. (DD, SF)

// Drittes Autos bei KX Momentum/Tripple Eight: aMarc Hynes</a> wird 2014 einen weiteren MG pilotieren und damit Teamkollege von Jason Plato und Sam Tordoff. Hynes ist ehemaliger britischer F3-Champion und war in den letzten Jahren vor allem im operativen Bereich des Motorsports aktiv – u.a. ist er Teil des Managements vom Marussia F1 Team. (SF)</p> <p>// Überhaupt wird es eng auf der Strecke. Die TOCA rechnet mit einem Starterfeld von <a href=" http:="">bis zu 32 Wagen. Damit sind alle Startlizenzen der neu eingeführten TBL (TOCA BTCC Licence) vergeben. Für die Teams, die im Besitz einer Lizenz sind, bedeutet das, einen garantierten Startplatz bis 2016. Abzuwarten bleibt, ob auch immer 32 Starter antreten werden. Das Auslassen eines Rennens wird man sich aber gut überlegen, da sonst der Entzug der Lizenz drohen kann. Damit wird auch gleichzeitig der eigentliche Hintergrund klarer: Man möchte weniger Hop-On-Hop-Off-Teams, die in den letzten Jahren immer mal wieder – auch kurzfristig – auf Rennteilnahmen verzichtet haben. So kann man dann gegenüber Sponsoren und Zuschauern volle Startfelder garantieren. Vergeben wurden die 32 TBLs vorrangig an bereits bestehende Teams, die in der letzten Saison an mehr als 50 Prozent der Meisterschaft teilgenommen haben. Weitere Lizenzen gingen dann an Teams, die im Besitz mindestens eines NGTC-Autos sind. Weitere Informationen über die neue TBL ahier</a>. (DD, SF)</p> <p>// Die BTCC hat auch die Regeln für die <a href=" http:="">Boost-Level geändert. Zwar bleibt es beim Performancequerschnitt von allen Wagen einer Marke, dafür werden die Schritte, mit denen der Turboboost erhöht werden kann, verkleinert. (DD)

// Zur GT bzw. WEC: Hexis ist pleite. Vor zwei Jahren gewann man noch die GT1-Weltmeisterschaft, jetzt hat man keinen Käufer mehr gefunden und musste die Werkstatt schließen. Der ehemalige Teammanager Philippe Dumas wechselt zu OAK und übernimmt da ebenfalls die Rolle des Teammanangers. (DD)

// Oreca baut für 2015 ein neues LMP2-Coupé. Der Oreca 03 muss also noch ein paar Monate durchhalten, aber das Paket stimmt bei Oreca ja. Im Moment baut man den neuen Rebellion R-One für die LMP1 und ist damit ausgelastet. Man wird aber sicher die Erfahrungen aus dem R-One-Projekt in das neue Chassis übertragen. (DD)

// Die chinesische KCMG-Mannschaft macht ernst. Man wird 2014 die komplette WEC-Saison fahren und plant auch einen Start in der ELMS und der AsiaLMS. Eingesetzt wird weiterhin das OAK-Chassis (Morgan) mit dem Motor von Nissan. Man sollte das Team durchaus ernst nehmen. In seiner ersten Saison konnte das Team durchaus gute Ergebnisse einfahren und auch bei den 24 Stunden von Le Mans hielt man sich wacker. (DD)

// Der ACO bzw. die FIA haben die BoP-Regeln für die WEC veröffentlicht. Heißen jetzt auch nicht mehr “BoP”, sondern “Equivalence of Technology” (EoT). Warum auch immer…. jedenfalls sind die neuen Regeln schon lustig. Denn erstens verlässt man sich auf die Angaben der Hersteller und zweitens wird es erst nach dem 24h-Rennen eine Anpassung geben. Da das ganze etwas komplexer ist, gehen wir in einem Extra-Artikel noch mal die EoT ein, wenn die WEC in die Saison startet. (DD)

// Die IMSA bastelt weiter an den Daytona-Prototypen herum. Bei den Tests im November platzten sowohl beim Spirit of Daytona als auch beim Action Press Team ein Hinterreifen, was dazu führte, dass die DPs in die Luft aufstiegen und sich überschlugen. Continental hat nun einen neuen Hinterreifen mit verstärkten Seitenwänden entwickelt. Erschreckend ist jedoch die Tatsache, dass die DPs offenbar sehr empfindlich sind, was die Luftführung angeht. Laut “racer.com” generieren die DPs nun 60% mehr Abtrieb und die kommen zum größten Teil durch den Diffusor. Wenn aber dort der Luftstrom abreisst, zum Beispiel weil ein Reifen platzt und der Wagen auf einer Seite aufliegt, dann fehlt der Abtrieb plötzlich und damit auch die Seitenführung. Es fehlt schlicht und ergreifend mechanischer Grip und weiterer Abtrieb, der wie bei den P1- und P2-Wagen durch eine Finne generiert wird, wenn der Wagen sich seitlich stellt und Unterluft bekommen kann. Ebenfalls fehlen die großen Luftauslässe über den Vorderreifen. Es scheint weiter keine gute Idee zu sein, die DPs mit aller Macht auf das Level der LMP2-Wagen zu bringen, zumal die immer noch schneller sind. (DD)

// Zum Abschluss noch etwas aus der NASCAR: Ein schöner Überblick über ein paar Paint-Schemes aus diesem Jahr. (DD)

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December 10 2013

07:45

Formel Eins: Rückblick 2013 – Sauber

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

Korean GP Saturday 05/10/13Was für ein Horrorjahr für das Schweizer Team. Ein Auto, das mit den Reifen nicht klar kam und ein Budgetloch, so groß, dass noch zwei weitere Teams da locker reingepasst hätten. Die Menge der Probleme schienen quasi unendlich zu sein, aber dennoch gelang es Sauber. zumindest in den letzten Rennen die Situation einigermaßen zu verbessern. Das ermöglichte auch ein überragender Nico Hülkenberg und die Tatsache, dass Pirelli neue Reifen bringen konnte. Aber die Sorgen für Sauber wurden deswegen nicht kleiner.

Die Saison fing für Sauber schon schlecht an. Der Wagen hatte von Anfang an Probleme mit dem Reifenverschleiß, vor allem an der Hinterachse. Der Vorteil aus dem Jahr 2012, wo man oft mit einer Ein-Stopp-Strategie gute Ergebnisse einfahren konnte, war plötzlich verflogen. Es mag auch daran gelegen haben, dass Sauber schon im Winter das Geld für eine intensive Entwicklung des neuen Chassis gefehlt hat, jedenfalls ging in den ersten Rennen nichts. Und es wurde auch nicht besser.

Denn das knappe Budget erlaubte es dem Team nicht, die Probleme mit dem Chassis anzugehen. Die ersten Gerüchte, dass Sauber in Schwierigkeiten sein könnte, gab es schon im April, im Mai ließen sich die Meldungen nicht mehr ignorieren und wurden vom Team bestätigt. Gleichzeitig tauchte auch das Gerücht auf, dass man mit russischen Sponsoren in Verhandlungen sei. Die Ebbe in der Kasse sorgte auch dafür, dass die Weiterentwicklung nur auf Sparflamme laufen konnte und sich Sauber in einem Teufelskreis befand. Schlechte Ergebnisse ziehen keine Sponsoren an, keine Sponsoren bedeuten, dass man zu wenig Geld für die Weiterentwicklung hat. Im sehr engen Mittelfeld geht es um Zehntelsekunden, die anderen Teams investieren, man muss aufpassen, dass man nicht den Anschluss verliert. Immerhin schaffte es Hülkenberg, bis zum Sommer einige Punkte einfahren zu können. Im Sommer löste sich der Knoten, als Monisha Kaltenborn bekannt gab, dass man mit einigen russischen Investoren handelseinig sei.

Doch der Deal mit den russischen Investoren bleibt bis heute schwer zu durchschauen. Laut Sauber ist schon Geld geflossen, aber Sponsorenaufkleber hat man bisher auf dem Wagen nicht gesehen. Teil des Deals soll der Einsatz des gerade einmal 18jährigen Sergei Sirotkin sein, der bisher in der WSbR unterwegs war. Seine erste Saison dort war nicht schlecht, mit dem Ausgang der Meisterschaft hatte er aber nichts zu tun. Die Ergebnisse in der Renault-Serie reichen auch nicht für eine Superlizenz, was einen Einsatz 2014 mehr als fraglich macht. Die FIA hat in den letzten Jahren den Zugang zur Superlizenz verschärft. Ein Sprung über mehrere Klassen, so wie es Kimi Räikkönen 2001 bei Sauber gelang, ist so leicht nicht mehr möglich. Was es für Sauber und das Geld aus Russland bedeutet, wenn Sirotkin nicht fahren darf, ist unklar.

Doch das Geld reichte zumindest für ein kleines Update am C32. Man veränderte den Auspuff, das Heck und die Seitenkästen, gleichzeitig halfen die neuen, haltbareren Reifen dem Team deutlich. 38 der 57 Punkte in diesem Jahr fuhr man in den ersten vier Rennen nach der Sommerpause ein. Danach brach die Performance des Teams wieder etwas ein, was damit zu tun haben kann, dass die Konkurrenz ebenfalls noch einmal nachlegen konnte bzw. Sauber sich auf den 2014er Wagen konzentrierte.

Doch die Saison 2013 wird Spuren hinterlassen haben. Die Geldknappheit ist immer noch nicht ausgestanden, die mangelnden Mittel dürften auch dazu geführt haben, dass die Entwicklung des 2014er Wagen ebenfalls gelitten hat. Auf der anderen Seite: Not sorgt ja manchmal für die nötige Kreativität und wirklich schlechte Autos hat Sauber selten gebaut.

Die Fahrer konnten an der Situation des Teams nichts ändern. Nico Hülkenberg zeigte deutlich, was für ein Kaliber er ist und es gehört zu den großen Merkwürdigkeiten der Formel Eins, dass der Deutsche erneut kein Top-Cockpit bekommen konnte. Allerdings muss man auch sagen, dass sich Hülkenberg selber in die Situation gebracht hat. Sein Wechsel von Force India zu Sauber in diesem Jahr wurde von vielen als zumindest mutige Entscheidung angesehen. Eine Rolle mag der Wechsel von Perez von Sauber zu McLaren gespielt haben. Während Sauber als Sprungbrett zu anderen Teams steht, hat es bisher noch niemand von Force India zu einem größeren Team geschafft. Und fast wäre es Hülkenberg ja auch gelungen. Der Vertrag mit Ferrari war fertig, aber dann kam Raikkönen und der Wunsch von Luca di Montezemolo, ein Gegengewicht zu Alonso installieren. Der Wechsel zurück zu Force India war dann am Ende nur eine Notlösung. Der Deutsche wird hoffen, dass das Team 2014 wieder zu den Besten im Mittelfeld gehört und er sich dementsprechend empfehlen kann. Denn für 2015 scheint der Fahrermarkt bei den Topteams wieder stark in Bewegung zu geraten, denn die Verträge von Button und Hamilton laufen aus, gleichzeitig weiß man ja auch nicht, wie die Sache zwischen Alonso und Räikkönen ausgehen wird.

Esteban Guiterrez blieb dagegen hinter den Erwartungen zurück. Von den 57 Punkten des Sauber-Teams steuerte er nur sechs bei und dies auch nur bei einem Rennen. Der schwierige Start mag dem Rookie nicht geholfen haben, die schwer zu fahrenden Reifen waren für einen Newcomer sicher auch nicht gerade ein günstiger Einstieg. Doch insgesamt bleibt der Eindruck schwach, vor allem angesichts der guten Form des Teams zu Beginn der zweiten Saisonhälfte. Da hätte etwas mehr kommen müssen. Ob Guiterrez noch eine Saison fahren wird, ist schwer zu sagen. Im Moment sieht es so aus, als ob Adrian Sutil zu Sauber wechselt und es gibt noch ein paar Fahrer, die ebenfalls Geld in der Tasche haben. Sauber ist aber vermutlich mehr damit geholfen, wenn man Kontinuität ins Team bringt und Guiterrez noch eine Saison gibt.

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October 14 2013

14:18

Formel Eins: Analyse GP Japan 2013

Endlich gab es zumindest im Rennen mal wieder etwas Abwechslung an der Spitze, auch wenn der Sieger am Ende mal wieder Sebastian Vettel hieß. Aber leicht wurde ihm der Sieg nicht gemacht.

2013 Japanese Grand Prix - SundayWer hätte gedacht, dass man das vor einem Jahr hätte schreiben können, aber man muss Romain Grosjean dankbar sein. Sein exzellenter Start in Japan war es, der dem Rennen die nötige Würze gab. Seine Führung sorgte auch für interessante Einblicke in die Strategie von Red Bull und von Lotus, denn beide Teams wandten einige Tricks an, um die Führung zu sichern, bzw. zu behalten. Auch weiter hinten gab es einiges zu sehen. Massa hatte keine Lust mehr auf Stallorder, Räikkönen wühlte sich mal wieder durchs Feld und Nico Hülkenberg hätte die Top Teams mal wieder fast düpiert. Nur für Mercedes lief es extrem schlecht, da half dann auch keine Strategie mehr.

Der Start war der Schlüssel zum ersten Teil des Rennens. Romain Grosjean zwang mit der Eroberung des ersten Platzes Red Bull dazu, die Strategie zu splitten und neu zu justieren. Erstaunlich war nicht nur der Start, so gut kommt man einmal im Jahr von Startlinie. Erstaunlich war auch, dass Grosjean die Führung behaupten konnte. Lotus setzte in Japan zum ersten Mal den um 10 cm verlängerten E21 (E21LWB) ein, der sich zumindest für den Franzosen als Volltreffer erwies. Er schaffte es locker, den hinter ihm drängelnden Mark Webber in Schach zu halten. Interessant auch, dass Vettel seinerseits nicht an Webber vorbei kam. Beiden Fahrern wurde nach wenigen Runden per Funk mitgeteilt, dass man den Abstand auf zwei Sekunden vergrößern sollte, um die Reifen zu schonen. Es hatte sich in den Trainingsession herausgestellt, dass die “Medium” in Suzuka nur wenige Runden würden halten können.

Während vorne Grosjean, Webber und Vettel ihre Runden zogen, vergrößerte sich der Abstand Rosberg auf P4 immer weiter. Mercedes konnte nicht mal ansatzweise das Tempo halten und Rosberg musste seine Reifen schon früh schonen. Das wäre Hamilton nicht anders ergangen, wenn Vettel ihm am Start den Reifen nicht aufgeschlitzt hätte. Zwar wäre der Brite auf P3 gekommen, ob er aber dort lange hätte bleiben können, darf bezweifelt werden. Interessant wäre die Konstellation allerdings gewesen, weil er damit Vettel aufgehalten hätte, was im weiteren Rennverlauf zu einer Strategie hätte führen müssen.

Red Bull entschied sich dafür, Mark Webber früh reinzuholen. Man versuchte den Undercut an Grosjean, der zunächst draußen geblieben war. Vettel ließ man dagegen draußen, was im Nachhinein wie ein Vorteil aussieht. Der war zu diesem Zeitpunkt aber nicht ersichtlich, Red Bull spielte nur die Optionen aus, die man mit zwei Wagen an der Spitze hatte. Es war logisch, dass man Webber an die Spitze bringen wollte, bekanntermaßen funktioniert der RB9 besser, wenn er in “clean air” unterwegs ist. Gleichzeitig setzte man Lotus unter Druck, die Grosjean vermutlich länger hätten fahren lassen. Eine Zwei-Stopp-Strategie machte für Grosjean durchaus Sinn. Lotus reagierte aber wie gewünscht und holte Grosjean ebenfalls rein, weil man die Gefahr des Undercut sehen konnte und wusste, dass man vermutlich nicht mehr am Red Bull vorbeikommen würde.

Vettel draußen zu lassen war nicht ohne Risiko, denn so richtig klar war es nicht, wie die Medium reagieren würden, wenn man sie gegen eines Stints noch mal voll belasten musste. Auf der anderen Seite öffnete sich Red Bull damit jede Menge Optionen. Man hätte beide Fahrer sowohl auf eine Zwei- als auch auf eine Dreistoppstrategie setzen können, entschied sich aber dann dafür, Webber auf die Jagd zu schicken.

Das war dann besonders im zweiten Stint klar, als Vettel mit den “Hard” 23 Runden unterwegs war. Die Frage ist, warum man Webber nicht ebenfalls draußen gelassen hat. Der Schlüssel dazu liegt aber im frühen ersten Stopp, der zwei weitere lange Stints erschwerte, wenn man um den Sieg fahren wollte. Zu dem kam der Umstand, dass Webber noch einen frischen Satz Medium auf Lager hatte. Doch dafür hätte Webber nach seinem letzten Stopp vor Grosjean rauskommen müssen, was dem Australier nicht gelang. Vettel hatte durch seine zwei längeren Stints etwas Zeit gewonnen, was ihm am Ende dann reichte. Aber es war dieses Mal nur wenige Sekunden, die Dominanz von Red Bull war in Suzuka zumindest gegenüber Lotus nicht so groß wie sonst.

Hat Red Bull also mal wieder Mark Webber geopfert? Ja und Nein. Der Versuch mit dem Undercut nach dem ersten Stopp war richtig, aber er kam etwas zu früh. Nur zwei weitere Runden hätten Webber mehr Spielraum in der Strategie gebracht.

Dahinter ging es mal wieder bunt zu. Weil Rosberg den Laden ein wenig aufgehalten hatte, konnten sich im Mittelfeld kaum größere Lücken bilden und man blieb eng beieinander. Als Rosberg wegen der überflüssigen Durchfahrtsstrafe (Unsafe Release) zurückfiel war es Hülkenberg, das Feld zusammenzuhalten. Hinter ihm stauten sich beide Ferrari und Räikkönen, der wegen des Verkehrs nicht vorankam. Bei Ferrari lieferten sich Massa und Alonso einen hübschen Zweikampf. Der Brasilianer ignorierte die nur minimal verschlüsselte Aufforderung Alonso doch bitte Platz zu machen und blieb auch nach dem ersten Boxenstopp vor dem Ex-Weltmeister, der erst zwei Runden nach Massa kam. Im zweiten Stint schaffte Alonso dann nach etlichen Anläufen dann das Überholmanöver, hatte aber durchaus Zeit verloren. Am Endergebnis hat das Duell aber nichts geändert, Ferrari war insgesamt mal wieder zu langsam. Massa versaute ein besseres Ergebnis dann mit einer Durchfahrsstrafe wegen einer Geschwindigkeitsübertretung in der Box.

Sauber konnte Nico Hülkenberg lange auf P4 halten, allerdings nahten von hinten dann Alonso und Räikkönen. Der Deutsche war auf einer etwas unorthodoxen Strategie unterwegs. In Runde 10 war er zum ersten Mal drin, dann wieder in Runde 29. Den Rest des Rennens musste er dann mit seinen Reifen klarkommen. Alonso kam eine Runde später, Räikkönen erst in Runde 31. Aber der Sauber verbraucht seine Hinterreifen schneller, als der Ferrari und der Lotus, so dass “The Hulk” beide passieren lassen musste. Erwähnenswert ist auch das Rennen seines Teamkollegen Esteban Gutierrez. Der verpasste zwar den Einzug in Q3 und startete nur von P14, kam aber hinter Hülkenberg auf P7 ins Ziel. Sauber hatte den Mexikaner schon in Runde 9 reingeholt, aber wie bei Hülkenberg auf eine Drei-Stopp-Strategie verzichtet. Sein letzter Stopp kam in Runde 30 und es ist schon eine bemerkenswerte Leistung, dass er den Sauber vor Rosberg, Button und Massa ins Ziel bringen konnte. Selbst wenn man die Strafen von Rosberg und Massa abzieht, wäre Guiterrez immer noch auf P9 eingelaufen, was ebenfalls durchaus beachtenswert ist.

Richtig schlecht läuft es weiterhin für Force India und Toro Rosso. Beide Teams kämpfen mit den Reifen, besonders Force India, bei denen gar nicht mehr zusammengeht. Wenn man bedenkt, dass das Team vor der Änderung der Reifen genau an der Stelle war, an der jetzt Sauber ist, bekommt man eine Ahnung, wie sehr die Reifen das Gleichgewicht in der F1 verändern.

Der WM-Titel für Vettel ist nur Formsache, er muss in Indien besser als P5 ins Ziel kommen, das war es dann schon. Die Team-WM ist noch nicht entschieden, aber ebenfalls so gut wie klar.

Jenson in action Sergio in action F1_Japan_2013 00009 F1 Grand Prix of Japan - Practice F1 Grand Prix of Japan - Qualifying F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1 Grand Prix of Japan - Race F1_Japan_2013 00016 F1_Japan_2013 00017 GP Spanien 2013 GP Spanien 2013 Motor Racing - Formula One World Championship - Japanese Grand Prix - Race Day - Suzuka, Japan Motor Racing - Formula One World Championship - Japanese Grand Prix - Race Day - Suzuka, Japan Motor Racing - Formula One World Championship - Japanese Grand Prix - Qualifying Day - Suzuka, Japan

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October 10 2013

13:59

Formel Eins: Vorschau GP Japan 2013

Die WM ist mehr oder weniger entschieden, aber die Frage, ob Red Bull seit dem Sommer eine Art Traktionskontrolle einsetzt, steht immer noch im Raum.

japSeit dem Rennen in Singapur gibt es ein paar nachdenkliche Menschen in der Formel Eins. Mehr als zwei Sekunden war Vettel in Singapur schneller als der Rest der Welt und das ist dann in einer Serie, in der es normalerweise um Zehntel geht, etwas sehr viel. Giancarlo Minardi war der Erste, der das böse Wort “Traktionskontrolle” geschrieben hat. Ohne Red Bull direkt zu beschuldigen, wirft er doch die Frage auf, wie es Vettel schaffen kann, bis zu 50 Meter früher beschleunigen zu können, was logischerweise einen erheblichen Vorteil bringt. Aber ganz so einfach ist die Sache nicht.

Wir hatten hier auch schon klargestellt, dass es praktisch unmöglich ist, die Standard ECU, die die gesamte Motorsteuerung übernimmt und für alle Teams gleich ist, zu überlisten. Die FIA hat zudem in diesem Jahr klare Regeln aufgestellt, dass das Anblasen des Diffusors mittels hoher Drehzahlen, wenn das Gaspedal nicht betätigt wird, nicht mehr möglich ist. Die Teams können gewisse Änderungen an der Motorsteuerung vornehmen (Zündzeitpunkt usw.), dies hat aber keinen so großen Einfluss auf die Leistungsentwicklung, dass sich damit eine Traktionskontrolle simulieren lässt.

Bekannt ist, dass der Red Bull schon immer über eine gute Traktion aus langsamen Kurven verfügte. Das war schon 2011 und 2012 so, Onboard-Aufnahmen belegen dies ziemlich deutlich. Die Kollegen von Racecar Engineering meinen aber, eine Erklärung gefunden zu haben, die die plötzliche Leistungssteigerung von Red Bull nach dem Sommer erklären könnte. Sie vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen dem KERS und den Stoßdämpfern gibt. Dass also die Leistung des KERS abhängig von der Belastung der Stoßdämpfer erfolgt. Wird der Wagen auf der Hinterachse voll belastet, sind also die Stoßdämpfer auf Anschlag, haben die Reifen die größte Auflagefläche und damit auch den besten Grip. Sensoren messen dies und signalisieren dem Motor über die KERS-Einheit, wie viel Leistung abgerufen werden kann. Selbst wenn Vettel das Gaspedal voll durchtritt, bekommt er also nur so viel Leistung, wie Grip da ist. Durchdrehende Reifen erkennt das System am Dämpfer, dessen Spannung nachlässt, wenn die Reifen durchdrehen, weil der Grip dann fehlt, dem Motor wird dann signalisiert, dass er einen Teil seiner Leistung an das KERS abgeben soll.

Das System wäre nicht richtig illegal, es handelt sich mal wieder um die Ausnutzung einer Lücke im Reglement. Allerdings soll das KERS normalerweise nur beim Bremsen aufgeladen werden, ich weiß allerdings, ob ein anderes oder zusätzliches System der Aufladung illegal wäre. Wenn es denn so stimmt und so funktioniert. Ich bin mir da nicht so sicher. Die Dämpfer in der F1 sind winzig, ebenso die Federwege, weil ein großer Teil der Energie durch die Reifen und die Aufhängung abgefangen wird. Die Reaktionszeit des gesamten Systems müsste sehr schnell sein. Zwar bauen die Teams (oder lassen bauen) für jedes Rennen neue Dämpfer und natürlich hat man jede Menge Daten über die Federwege und die auftretenden Energien an den Hinterrädern. Aber ein solches System mit dem Motor zu koppelen (und damit auch wieder mit der ECU) ist sehr kompliziert. Aber nicht unmöglich.

Klar ist, dass Red Bull über den Sommer irgendetwas im Bereich der Traktion gefunden hat. Es kann in diesem Fall keine aerodynamische Lösung sein, dafür ist der Anpressdruck in langsamen Kurven zu gering. Es wird also eine mechanische/elektronische Lösung sein, aber keiner weiß, was es genau ist. Der Konkurrenz wird das große Sorgen machen, vor allem in Hinblick auf 2014. Denn die neuen Turbomotoren liefern 30% mehr Drehmoment, und wenn Red Bull hier eine Lösung gefunden hat, die die FIA nicht verbieten kann (weil sie die Lösung nicht kennt), dann hat das Team auch schon für 2014 einen satten Vorsprung.

Aber nun zum Rennen in Suzuka. Die Strecke ist bekannt, sie wird von allen Fahrern einhellig als eine der besten und schönsten im gesamten Rennkalender betrachtet. Die legendären Kurvenkombinationen der Esses, die Löffelkurve und natürlich die 130R, jener Linksknick kurz vor der letzten Schikane, der mit knapp 300 km/h gefahren wird. Suzuka ist abwechslungsreich und bietet gute Überholmöglichkeiten. Es wird in Suzuka aber nur eine DRS-Zone geben, der FIA war es verständlicherweise zu heiß, vor der 130R eine weitere DRS-Zone einzusetzen. So bleibt es bei jener auf Start und Ziel.

Drei Teams sollte die Strecke auf jeden Fall liegen: Red Bull, Mercedes und Lotus. Letztere haben in Korea etwas überrascht, aber dem E21 scheinen vor allem die schnellen Strecken zu liegen. Also müssten Räikkönen und Grosjean in Japan sehr weit vorne zu finden sein. Ferrari wird weiter über mangelnden Speed jammern und man wird ein Auge auf McLaren und eventuell Sauber haben müssen. Nach dem vierten Platz von Hülkenberg in Korea visieren die Schweizer erneut eine vordere Platzierung an und unmöglich erscheint das nicht. Immerhin kam Kamui Kobayashi im letzten Jahr aufs Podium.

Toro Rosso erwarte ich dahinter. Die Italiener hatten ein wenig Pech in den letzten Rennen, lagen aber immer in Punktereichweite. Bei Force India scheint für dieses Jahr die Luft raus. Seit der Umstellung von Pirelli geht bei den Indern gar nichts mehr. Mag sein, dass die neuen Konstruktionen von Pirelli dem Wagen nicht liegen, aber der Absturz ist schon sehr tief. Vielleicht liegt es auch daran, dass das kleine Team in Sachen Entwicklung etwas sparen muss, was kein Wunder wäre.

Williams hat in Korea eine Art Lebenszeichen ausgesendet. Zwar gab es keine Punkte, aber Maldonado und Bottas konnten beide in dem sehr umkämpften Pulk um Platz 10 mithalten, was schon mehr ist, als man in den Rennen zuvor leisten konnte. Vielleicht sind das schon die ersten Anzeichen der Arbeit von Pat Symonds.

Kleine Randbemerkung: Vettel kann schon in Japan Weltmeister werden, wenn er das Rennen gewinnt und Alonso nicht mehr als P9 schafft.

Strategie:

Pirelli bringt die Medium/Hard-Reifen mit nach Japan. Das ist angesichts der Belastungen gerade für den rechten Vorderreifen eine konservative Strategie. Aber der “Soft” neigt zu massivem Graining und zudem kann es in Japan Anfang Oktober auch noch richtig warm werden. Im Moment werden 27 Grad für den Rennsonntag erwartet.

Die Frage nach der Menge der Boxenstopps dürfte für die meisten Teams sehr einfach sein: Mehr als zwei Stopps werden es nicht werden. Mit den “Medium” kann man rund 15 Runden hinter sich bringen, die “Hard”-Variante schnallt man dann noch mal in Runde 35 auf die Autos. Nur ein Stopp scheint aufgrund der Belastungen für die Reifen unrealistisch, hier hängt es allerdings davon ab, ob und wann das Safety Car auf die Strecke kommt. Theoretisch könnte man die Medium vielleicht 20 oder 22 Runden durchschleppen, dann müsste man mit den harten Reifen knapp 30 Runden fahren, was gehen könnte. Allerdings verliert man dann gegen Ende des Rennens viel Zeit auf die Konkurrenten, die frischere Reifen aufgezogen haben.

Drei Stopps sind eine weitere Möglichkeit, die aber nur dann in Frage kommt, wenn man zwei frische Sätze Medium aus der Quali gerettet hat. Die Strategie wäre, dass man auf eine gute Startposition verzichtet und versucht, um P8 rum ins Rennen zu gehen. Die harten Reifen fährt man bis Runde 20, danach weitere Stopps in Runde 30 und um Runde 40 herum. Der Zeitverlust für einen Boxenstopp in Suzuka ist gering, der Vorteil der Medium dürfte mit einem leichten Auto bei rund einer Sekunde pro Runde liegen, 1,5 Sekunden, wenn die anderen ältere “Hard” fahren. Das Risiko mit einem dritten Stopp irgendwo im Mittelfeld stecken zu bleiben, ist allerdings relativ hoch.

Für das Rennen muss man dann, ein letztes Mal in diesem Jahr, wieder früh aufstehen. Start ist um 08:00 Uhr morgens.

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May 09 2013

16:02

Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013

Nach einer dreiwöchigen Pause steht mit dem GP von Spanien traditionell das erste Europa-Rennen auf dem Programm. Die Teams werden, wie jedes Jahr, eine Menge Updates mit nach Barcelona bringen.

spango 300x167 Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013 Eine Vorschau für den anstehenden Grand Prix in Spanien zu schreiben, ist jedes Jahr sehr schwer. Im letzten Jahr überraschte plötzlich Williams mit einer Pole und einem herausragenden Sieg, während der Rest mehr oder weniger hinterher fuhr. Das Problem ist, dass man die Updates nicht einschätzen kann. Die Teams haben seit dem letzten Test im Februar und den ersten Rennen an Verbesserungen gearbeitet und diese Updates schraubt man jetzt in Spanien ans Auto. Wie sich der Wagen mit den Updates auf der Strecke verhält, ist dann wieder eine andere Frage. Bekanntermaßen liegt man schnell mal gerne daneben und die Arbeit von mehreren Wochen ist dann hinfällig. Denn nicht alles, was im Windtunnel oder am CFD-Rechner gut aussieht, passt auch in der Realität.

Theoretisch sollte die Strecke Red Bull liegen, die zu dem mit der Reifenwahl zufrieden sein dürften. Denn Pirelli bringt die Mischungen “Hard/Medium” mit. Das ist eine sehr konservative Wahl, setzte man im letzten Jahr doch auch auf “Hard/Soft”. Doch weil die weiche Mischung in diesem Jahr kaum durchhält, hat sich der Reifenhersteller wohl für die konservative Variante entschieden, damit die Diskussion nicht wieder ausartet. Dazu kommt, dass man bei der harten Mischung einen Schritt zurückgegangen ist, und man die Version aus dem letzten Jahr nutzt. Die ist härter, als die Mischung aus diesem Jahr. Dem Red Bull liegen bekanntermaßen beide Mischungen und auch der Kurs in Barcelona kommt dem Wagen entgegen. Dementsprechend sollten die Wagen auch in Spanien ganz vorne mitfahren können und für den Sieg in Frage kommen.

Auf Augenhöhe sollten die Ferrari unterwegs sein. In der letzten Woche hieß es aus Maranello, dass man das Potenzial des neuen Chassis erst zu 60% ausgenutzt hat. Man bringt weitere Updates mit nach Spanien, die dem Wagen einige Zehntel bringen sollen. Problematisch war in letzter Zeit für Ferrari die Frage, ob man besser mit der “Hard”, oder “Medium” Mischung klar kommt. In den letzten Rennen probierte man beide Varianten aus, ohne das es dabei von außen betrachtet einen großen Erkenntnisgewinn gab. Dennoch: Für Alonso ist es der Heim-GP, da wird die Motivation noch größer sein.

Dahinter dürfte Lotus liegen, die mit den härten Reifen aber keinen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz habe. Es scheint so, dass, der E21 vor allem bei der Verwendung von weichen Reifen den Gegner in Sachen Verschleiß einen Schritt voraus ist. Die harte Mischung, die sowieso lange durchhält, bringt hingegen nichts, dass alle anderen Teams dort auch wenig Verschleiß sehen. Allerdings ist Lotus mit den harten Reifen der erste Kandidat für eine Zwei-Stopp-Strategie, die in Spanien durchaus etwas bringen kann.
Lotus ist in der Woche aus deswegen in die Schlagzeilen gekommen, weil Designer James Allison das Team verlassen hat. Der Brite ist wohl für den Erfolg des Team mitverantwortlich und gilt als ein wichtiger Bestandteil des Deals, den Lotus mit Kimi Räikkönen hat. Wohin Allison wechseln wird, ist unbekannt. Eine Variante wäre McLaren, Ferrari und Mercedes haben schon gesagt, dass man kein Interesse habe. Bei Mercedes ist das angesichts der Dichte an Ingenieuren nachvollziehbar, bei Ferrari hält Pat Fry die Zügel in der Hand. Als weiterer neuer Arbeitgeber wird Williams genannt.

Mercedes dürfte in Spanien wieder unter Druck kommen. Die Testzeiten im Winter, die man nach den schon erfolgten Updates natürlich unter Vorbehalt betrachten muss, sahen nicht sonderlich gut aus. Aber auch hier gilt, dass die Neuentwicklungen natürlich wieder alles ändern können. Das Problem des W04 ist weiter sein inkonstanter Reifenverschleiß, der auch für das Team schwer einzuschätzen scheint. In Bahrain ging man davon aus, dass man die Pole von Rosberg zumindest in ein Podium würde ummünzen können, am Ende ging man dann relativ sang- und klanglos unter.

Der Druck auf Mercedes wird von Force India kommen, die scheinbar ebenbürtig sind. Zwar können die Inder nicht mehr wie im letzten Jahr die Stintlängen beliebig variieren, aber in Sachen Verschleiß sind sie besser aufgestellt, als Mercedes. Nach mageren Rennen von Sutil ist es auch wieder an der Zeit, dass Deutsche etwas mehr Glück hat. P5 im Rennen halte ich für einen Force India für nicht unrealistisch.

McLaren wird den mittlerweile zur “B-Variante” gewandelten 2013er Wagen vermutlich noch weitere Updates verpassen. In Bahrain lief es schon etwas besser, auch wenn man immer noch rund eine Sekunde hinter der Spitze hinterher hing. Der Abstand wird in Spanien vermutlich nicht schrumpfen, weil die anderen ja auch einen Schritt nach vorne machen, oder es zumindest hoffen. Ich sehe weiterhin nicht, wie McLaren den Abstand in diesem Jahr auf Null reduzieren will, lasse mich aber gerne überraschen.

Dahinter hat sich eine kleine Lücke aufgetan. Sauber und Toro Rosso fahren ungefähr auf einem Niveau, wobei der Sauber im Rennen oft keine gute Figur macht, während die Italiener etwas besser dastehen. Williams ist leider weiter im Nirvana, so um P16 rum und es macht auch nicht den Eindruck, als ob dem Team große Fortschritte gelingen würden.


Strategie:

Die Teams kennen Spanien wie ihre Westentasche. Es gibt vermutlich keinen Grashalm, den man nicht kennt. Abriebwerte, Streckentemperaturen usw. sind in den Datenbanken vorhanden, die harten Reifen kennt man aus dem letzten Jahr, also ist der strategische Spielraum relativ eng. Zwischen den “Hard” und “Medium” Mischungen dürften in der Quali rund 0,8 Sekunden liegen, im Rennen sieht die Sache aber anders aus. Mit aufbauenden Gummibelag auf der Strecke dürfte der Unterschied auf 0,5 Sekunden sinken.

Bleibt die Frage, wie oft man stoppen möchte. Die Boxengasse in Spanien ist kurz, man verliert rund 20 Sekunden bei einem Stopp. Die Verlockung, dreimal zur Box zu kommen, ist also groß und dürfte auch die Strategie der vorderen Teams sein. McLaren könnte es mit zwei Stopps versuchen, dann müssten aber die Medium sehr lange durchhalten, was ich nicht so richtig sehe.

So gesehen könnte das Rennen in Spanien ein wenig eintönig werden. Die Strategie dürfte bei fast allen vorderen Teams gleich sein, die Überholmöglichkeiten sind gering. Da man aber in den letzten Rennen sehr nah zusammenlag, könnte sich ein spannendes Rennen im vorderen Mittelfeld entwickeln.

 Formel Eins: Vorschau GP Spanien 2013

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March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

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August 30 2012

15:00

Formel Eins: Vorschau Spa 2012

Nach vier Wochen Pause geht es endlich wieder los. Und das gleich auf einer Strecke, die die meisten Fahrer und Zuschauer lieben.

Spa – da braucht man eigentlich nicht viel zu sagen. Die Strecke ist mit Abstand das Beste, was es im gesamten Rennkalender zu sehen gibt. Neben Monza und vielleicht noch Silverstone ist Spa die letzte Traditionsstrecke im Kalender, der Rest stammt ja mittlerweile fast ausschließlich aus der Hand von Hermann Tielke. Spa stellt an die Chassis und die Reifen ganz besondere Anforderungen. Das ist auch der Grund, warum sich Pirelli dazu entschlossen hat die Mischungen Hart/Medium mit an die Strecke zu bringen. Die Belastungen, die die Reifen in Eau Rouge und Blanchiment aushalten müssen, ist sehr groß, dazu kommt, dass der Asphalt einen hohen Reiferverschleiß fordert. Die Pause und die Strecke in Spa macht eine Vorhersage relativ schwierig.

Zwar heißt es, dass die Teams die Fabriken zu machen müssen und alle Angestellten im Urlaub sind, aber wer glaubt, dass die leitenden Angestellten, besonders aus der Aero-Abteilung am Strand liegen, liegt wohl falsch. In Zeiten von Internet und Cloud-Computing dürfte das Arbeiten dann nach Hause verlagert haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Teams meinte neulich zu mir, dass vor allem Teams mit Anschluss zu einem Hersteller ihre wichtigen Angestellten im Sommer schlichtweg auslagern, andere haben angeblich Kooperationen mit Privatteams aus anderen Serien wie der ELMS, ALMS usw. Zumindest sollte es einen nicht wundern, wenn man in Spa bei allen Top Teams neue Teile am Wagen sehen wird. Nach dem Motto “Haben die in ihrer Freizeit zu Hause im Backofen gebastelt”.

Wer in Spa also die Nase vorne haben wird? Ich halte Ferrari für das Team mit dem momentan meisten Schwung, dass auch am effektivsten arbeitet. Alonso und Spa – das passt zu dem auch sehr gut. Probleme könnten Ferrari aber die harten Reifen bereiten, die man erst mal auf Temperatur bringen muss, um auf der Strecke Spaß zu haben. Das könnte die Italiener etwas zurückwerfen, auch wenn es immer noch für ein Podium reichen kann.

Spielen die Reifen und die vermutlich sehr moderaten Temperaturen um die 18 Grad also Red Bull in die Hände? Eindeutig, wie man in Silverstone schon sehen konnte. Auch wenn die Strecken sich unterscheiden, vor allem der zweite Teil von Spa ähnelt einigen Passagen in Silverstone dann doch schon. Und in England gewann bekannterweise ja Mark Webber, der Alonso einholen konnte, weil dessen Reifen eingingen. Sebastian Vettel und Red Bull gehören auf jeden Fall zu den Top-Favoriten in Spa. Aber dominant werden sie nict sein.

Ganz schwer einzuschätzen sind die McLaren. Die haben seit Deutschland komplett neue Seitenkästen und einen veränderten Auspuff, aber bisher sind sie damit noch nicht auf einer Strecke mit wirklich schnellen Kurven unterwegs gewesen. Schlechter als vorher werden die Briten nicht sein, aber wie gut die neuen Teile in Spa funktionieren werden, dafür braucht man wohl eine Kristallkugel.

Nicht vergessen darf man natürlich Lotus, das Überraschungsteam des Jahres. Kimi Räikkönen mag Spa, das ist bekannt, der E20 geht bisher auf allen Strecken gut, das sollte in Belgien nicht anders sein. Lotus muss sehen, dass man zu Beginn der zweiten Saisonhälfte schnell den ersten Sieg einfahren kann. Wenn man Räikkönen in eine aussichtsreiche Position in der WM bugsieren möchte, muss man Punkte gut machen. Das ist in Spa durchaus möglich, wenn Lotus denn auch mal die Strategie richtig hinbekommt. Bisher lag man entweder knapp daneben, oder man ging zu konservativ an die Sache ran. Lotus ist, wie in jedem Rennen, das “dark Horse”.

Von Mercedes darf man wohl nicht all zu viel erwarten. Zwar bringt man neue Teile mit nach Belgien, aber das wird die Performamce nicht an die Spitze führen. Ein Vorteil für Mercedes sind die harten Reifen, die Pirelli anliefert. Das wird Mercedes helfen, dazu ist Spa ja das zweite Wohnzimmer von Schumacher. Schön wäre es, wenn die Deutschen mal wieder ums Podium kämpfen sehen würde, ich bin da aber skeptisch.

Im Mittelfeld dürfte es wieder einen engen Kampf zwischen Sauber, Force India und Williams geben. Hier eine Vorhersage zu machen, ist komplett unmöglich, aber die Strecke sollte Force India durchaus liegen. Spannend wird auch zu sehen sein, ob Caterham und Torro Rosso einen Schritt nach vorne gemacht haben.

Ein entscheidender Faktor dürfte mal wieder das Wetter sein. Es könnte am Wochenende regnen, recht frisch wird es mit 16 bis 19 Grad auf jeden Fall. Das mit dem Regen in Spa ist ja auch immer so eine Sache. Es kann unten in La Source regnen, während es oben in Les Combes trocken ist. Oder umgekehrt. Dann wird das Rennen auf jeden Fall zu einer Lotterie, in der jeder gewinnen kann. Na gut, HRT vielleicht nicht.

Die DRS-Zone ist wie im letzten Jahr. Messpunkt etwas unglücklich zwischen La Source und Eau Rouge, Aktivierung nach der berühmten Passage die Kemmel Gerade rauf.

Ich bin Donnerstag in Spa, am Media-Day. Da ich auf Einladung von Ferrari vor Ort bin und mich mit dem Motorenchef des Teams, Mattia Binotto, unterhalten kann, hoffe ich ein paar interessante Infos mitzubringen. Die gibt es dann am Montag oder in einem Extra-Artikel.

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July 26 2012

15:12

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2012

Halbzeit in der Formel Eins und es ist das letzte Rennen vor der langen Sommerpause. Vor dem Urlaub werden die Teams aber noch mal schwitzen.

Das Wetter in Ungarn dürfte am Wochenende einiges Team Kopfzerbrechen machen. 33 Grad sollen es werden, die Asphalttemperaturen dürften über 45 Grad liegen. Da Pirelli am Wochenende die Soft/Medium Variante mitbringt, dürfte die Strategie sehr interessant werden. Denn der Kurs in Ungarn hat wenig Grip, der Reifenverschleiss ist dementsprechend hoch. Das dürfte vor allem McLaren und Mercedes Kopfzerbrechen machen, deren Reifennutzung nicht gerade gering ist. Die hohen Temperaturen könnten aber auch bedeuten, dass der Medium-Reifen mehr Grip entwickelt, als sonst, was die Strategie zusätzlich verkompliziert. Schon die Tests am Freitag dürften interessant werden.

Hockenkeim-Sieger Fernando Alonso wird Ungarn mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Die Strecke selber sollte dem F2012 liegen, auch die hohen Temperaturen durften dem Wagen entgegenkommen. Ferrari hat seit Beginn der Saison Probleme mit der Temperatur in den Vorderreifen, das sollte in Ungarn eher kein Problem werden. Auf der anderen Seite neigt der Wagen dazu, die Hinterreifen zu stark zu belasten. In Hockenheim trug Alonso seinen Wagen mehr oder weniger durch den letzten Stint und hielt Button und Vettel gerade so weit auf Abstand, dass sie ihn in der DRS-Zone nicht überholen konnten. Dennoch könnte Alonso einen weiteren, wichtigen Sieg in der WM einfahren.

Red Bull ist normalerweise auf dem engen Kurs in Ungarn sehr stark. Der Sieg von Webber in Monaco hat gezeigt, dass der RB8 mit langsamen Strecken kein Problem hat. Etwas schwieriger könnte es für Red Bull werden, sollte das in Hockenheim verwendete und von der FIA beanstandete Mapping endgültig verboten werden. Das sorgte dafür, dass das Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich abgesenkt wurde, obwohl der Pilot das Gaspedal zu 100% durchdrückte. Eine Art Traktionskontrolle, die zu dem die Hinterreifen schont. Da Red Bull das Mapping ausgerechnet in Ungarn nicht einsetzen darf, bin ich gespannt, wie sie sich schlagen werden. Insgesamt scheint der RB8 etwa besser mit den Reifen umzugehen als der Ferrari, der Vorteil wäre aber dann etwas geschmälert. Grundsätzlich sollten Webber und Vettel aber vorne zu finden zu sein.

McLaren ist nach dem großem Update der Seitenkästen und Luftführung im Heck zuversichtlich. Sicher ist, dass Button in Hockenheim eines der schnellsten Autos hatte, aber gegen Ende kämpfte der Brite mit massiv abbauenden Reifen, was Vettel erlaubte, wieder ran zu fahren. Die hohen Temperaturen in Ungarn werden sind eher Gift für die McLaren, aber wenn es ihnen gelingt, in den Top 3 unterwegs und in “clean air” unterwegs zu sein, könnte mal wieder ein Sieg rausspringen. So richtig überzeugt bin ich davon allerdings nicht. Die Updates müssen in Ungarn auch erst einmal funktionieren. Klar ist aber, dass McLaren auf jeden Fall ein gutes Wochenende braucht. Hamilton ist nach seinem Ausfall letztes Wochenende eigentlich aus der WM raus, er braucht dringend einen Sieg und muss darauf hoffen, dass die Konkurrenz mal schlapp macht. Man wird auf Lotus hoffen.

Die sind, mal wieder, das Dark Horse des Wochenendes. Der E20 geht auf allen Strecken gut, man kann auch mit der Reifenstrategie spielen. In Valencia war auffällig, dass Räikkönen am Ende trotz gebrauchter Reifen den schnellsten Wagen auf der Strecke hatte. Problematisch für Lotus ist allerdings, dass der Wagen auf langsamen Strecken nicht so gut funktioniert. Ungarn könnte dem Lotus aber dennoch passen. So langsam wie Monaco ist die Strecke nicht, die aerodynamischen Vorteile des Wagen kommen hier besser zu Geltung. Wenn denn Lotus endlich mal wieder die Quali hinbekommen würde…

Selbiges gilt auch für Sauber. Nach dem sehr gutem Rennen in Hockenheim, ist man zuversichtlich, dass man auch in Ungarn die “Großen” wird ärgern können. Aber dann bin ich mir nicht so sicher. Der Sauber soll eines der besten Autos im Feld sein, vor allem was die Mischung aus Geschwindigkeit und Reifenverschleiss angeht, aber bisher erscheinen die Leistungen von Team und Fahrern nicht stabil zu sein. Aber eben weil der Sauber mit wenig Reifen auskommt, ist er in Ungarn ein Kandidat für eine Zwei-Stopp-Strategie, die einen langen ersten Stint beinhaltet. Das könnte dann wieder dazu führen, dass man Kobayashi und Perez in den Top 5 sieht.

Mercedes wird in Ungarn wohl kaum etwas reißen können. Die angesprochenen Reifenprobleme werden Schumacher und Rosberg zu schaffen machen. Wenn man schon Hockenheim bei mittleren Temperaturen in Probleme kommt, dürfte die Situation in Ungarn nicht besser werden. Aber dem Wagen liegen enge Kurse, wie man an Pole von Schumacher in Monaco gesehen hat. Mit frischen Reifen und einer freien Runde, könnte sich ein Mercedes wieder weit nach vorne schieben. Aber halten wird man diese Position dann nicht. Wie in Hockenheim dürfte man im Verlauf des Rennens wieder zurückfallen um irgendwas zwischen P6 und P10 ins Ziel zu fassen.

Da kann Mercedes froh sein, dass es den nicht minder schnellen Force India in Sachen Reifen ebenfalls nicht besser geht. So flott der Wagen mittlerweile ist, der Speed verpufft im Rennen, weil man entweder auf alten Reifen zu viel Zeit verliert, oder zu früh an die Box muss. Man wird an den Top 10 kratzen, mehr aber vermutlich nicht.

Für Williams lief es in den letzten Rennen nicht gut, und dies nicht nur, weil Maldonado den Rabauken auf der Strecke spielte. Der FW34 ist schnell, auch und gerade auf engen Kursen, aber er hat ebenfalls ein Problem mit den Reifen. In Hockenheim versackte man ins Mittelfeld, auch weil man eine falsche Strategie wählte. Es wird schwer für Williams, die zu dem aus Geldmangel schon jetzt eher kleinere Updates an die Strecke bringen.

Toro Rosso macht auch keinen Schritt nach vorne. Die Saison fing nicht schlecht an, aber in Sachen Weiterentwicklung hakt es doch gewaltig. Da sie im Nirvana zwischen Williams und Caterham hängen, fällt es auch schwer die Leistung der Piloten einzuschätzen.

Caterham, Marussia und HRT bilder weiter das Ende des Feldes. Sahen die Zeiten von Caterham vor dem letzten Rennen noch recht gut aus, war der Abstand in Hockenheim doch wieder eher erschreckend groß. Bei Marussia geht es auch nicht so recht voran, auch wenn man ein größeres Update am Wagen hat. Man muss eher aufpassen, dass HRT von hinten ran kommt.

Strategie:

Der Zeitverlust beim Boxenstopp hält sich in Ungarn einigermaßen in Grenzen, aber 20 Sekunden werden sein. Das gibt wenig Spielraum für eine Drei-Stopp-Strategie, die aber durchaus Sinn machen kann, wenn man denn am Ende zwei neue Satz weiche Reifen hat. Allerdings ist da noch der Verkehr, den man mit einberechnen muss. Die Spitze wird auf der Soft-Mischung an den Start gehen, der erste Stint dürfte recht kurz werden. Man könnte dann einen langen zweiten Stint auf den Medium drehen, in der Hoffnung, dass die Strecke übers Rennen hin sich deutlich verbessert und Gummi aufbaut. Danach zwei schnelle Stopps und Stint mit weichen Reifen könnten eine Alternative sein. Aber diese Strategie hat sehe viele Unabwägbarkeiten, daher wird die konservative 2-Stopp-Strategie die Lösung sein. Ein-Stopper sehe ich auf der Strecke nicht. Man müsste rund 35 Runden auf den weichen Reifen fahren, oder mehr als 40 auf den Medium. Das ist deutlich zu viel.

Das Rennen wird dementsprechend dann eine sehr lange, sehr ruhige Phase haben, in der man darauf achtet, so lange wie möglich mit den Medium Reifen unterwegs zu sein. Gegen Ende wird die Spannung wegen der unterschiedlichen Strategien dann wieder deutlich steigen.

Zahlen:

Aero-Setup: Hoher Abtrieb
Topspeed: 300 km/h (Mit DRS), 295 km/h (ohne)
Vollgasanteil: 58% (niedrig)
Spritladung: ca. 145 Kilo (niedrig)
Spritverbrauch: ca. 2 Kilo/Runde (niedrig)
Zeitverlust pro 10kg Benzin/Runde: 0,28 Sek (mittel)
Zeitverlust Boxenstopp: Ca. 20 Sekunden

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March 04 2012

17:29

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 04.03.2012

Red Bull steckt vielleicht in größeren Problemen, als man bisher angenommen hat. Heute war wieder kein sehr guter Tag für das Weltmeisterteam.

Die neuen Updates, die gestern mit dem neuen Chassis das erste Mal ausprobiert wurden, sind schwer einzuschätzen. Einige Beobachter, wie im vorherigen Artikel schon beschrieben, sehen eine clevere Lösung, die man angebracht hat. Offenbar hat sich Newey auch von der Auspuffführung des Sauber und des McLaren inspirieren lassen. Aber merkwürdig ist dieser Totalumbau des Hecks schon, so zwei Tage vor Schluss der Tests. Dazu kam dann heute noch ein kleiner Ausflug von Vettel ins Kiesbett und ein Getriebeproblem. Beides kostete das Team fast den gesamten Tag, was ein ziemlicher Rückschlag sein dürfte. Weil nun auch Daten fehlen, darf man gespannt sein, welche Variante des RB8 in 14 Tagen in Melbourne an den Start gehen wird. Man dürfte bei Red Bull einiges an Arbeit vor sich haben.

Wobei man aber nicht vergessen sollte, dass der RB8 bisher sehr schnelle und vor allem konstante Zeiten gezeigt hat. Auf den Longruns sah der RB8 schon vor dem Umbau wie der Wagen aus, den es zu schlagen gilt. Immerhin bringt man aus dem letzten Jahr ein guten Vorsprung mit, den andere Teams nicht so leicht aufholen dürften. Aber die Änderungen im Heck und beim Mapping der Motoren sind offenbar gravierender, als gedacht. Dazu kommen die neuen Pirelli-Mischungen, die ebenfalls einen Effekt haben könnten.

Die Frage ist, warum Red Bull das Heck und die Abgasführung so spät noch komplett umgebaut hat. Das es ein geplantes Update war, kann ich mir nicht vorstellen, vieles deutet darauf hin, dass man mit sehr heißer Nadel gestrickt hat. Da es heute und gestern keine aussagekräftigen Zeiten des Teams gab, ist es schwer, etwas genaueres zu sagen. Das aber ein Vettel während eines Tests mal durchs Kiesbett fegt, ist dann schon bemerkenswert.

Auch McLaren hat am Wochenende neue Updates mitgebracht. Man spricht von der “Melbourne-Aerodynamik”, was darauf schliessen lässt, dass man in diesem Jahr ein gewaltiges Tempo bei der Entwicklung vorgeben wird. Im letzten Jahr war man durch die Probleme mit dem Unterboden lange gehandicapt, in diesem Jahr läuft der Wagen direkt richtig gut. Die Zeiten sehen gut, aber vor allem der Reifenverschleiss ist ziemlich gering. Jenson Button fuhr heute etliche, sehr imposante Longruns. Ein Beispiel:

Button:
29.2, 29.3, 29.3, 29.6, 30.0, 30.0, 30.4, 30.6, 31.3

Ein weiterer:
29.7, 29.4, 29.8, 29.8, 29.9, (31.5), 30.3, 30.5, 30.8, 31.1, 31.3

Auffallend ist der gleichmäßige Drop-Off der Zeiten, es geht beständig, aber in kleinen Schritten nach unten und oder der Zeitverlust hält sich einigermaßen in Grenzen, auch wenn der Red Bull in der Disziplin vor dem Umbau etwas besser aussah. Bei McLaren ist man jedenfalls sehr zufrieden und man sieht sich in einer guten Position für die ersten Rennen. Ob man sogar die Nase vor Red Bull hat, ist schwer zu beantworten. Zeitweise konnte man zumindest das Gefühl haben, dass zwischen beiden Teams nur wenige Zeitsppäne liegen. Wenn man den guten Speed des McLaren nimmt, den niedrigen Reifenverschleiss und einen Fahrer wie Button, der mit so einem Wagen sehr konstante, schnelle Runden hinlegen kann und später an die Box kommt, dann dürften die Siegchancen für McLaren richtig groß sein.

Ferrari einzuschätzen fällt auch am Ende der Testwochen sehr schwer. Einerseits hat man die anfänglichen Probleme wohl in den Griff bekommen, andererseits scheint man den F2012 immer noch nicht komplett verstanden zu haben. Das austüfteln der Abstimmung dauert lange, ebenso hat man mit der Position des Auspuff experimentiert, was auch kein so gutes Zeichen ist, wenn es denn nicht geplant war. Die Probleme des Ferrari sind zumindest sichtbar: Zu wenig Abtrieb, zu viel Reifenverschleiss. Ferrari fuhr in den letzten Tagen mit den neuen Updates keine richtigen Longruns mehr, deswegen ist ein Vergleich schwer zu ziehen. In der englischen Presse geht man davon aus, dass der F2012 langsamer ist, als man denkt. Dafür spricht auch der Maulkorb, den Ferrari seinen Fahrern verpasst hat. Durchgesickert ist wohl, dass der neue Wagen zunächst (mal wieder) nicht in Top 3 Form ist.

Bei Mercedes hatte man sehr produktive Testwochen. Auffallend waren zwei Dinge: Der Wagen ist deutlich schneller geworden, die Fahrer beklagten sich kaum und vor allem gab es mit dem neuen Wagen, obwohl man den Jerez-Test mit dem alten Modell bestritt, keinerlei technische Probleme. Sorgen macht man sich aber über den Reifenverschleiss, denn hier ist man deutlich im Hintertreffen. Mit den weichen Reifen verliert man in 10 Runden so um die 2.5 Sekunden.

Ein Beispiel von Schumacher:
22.9, 24.8, 25.1, 25.3, 25.5, 25.7, 25.7

Das ist einfach zu viel, wenn man bedenkt, dass man die Supersoft vor allem für kurze, schnelle Stints einsetzen möchte. Bei den anderen Mischungen sieht es besser aus, aber auch nicht gut. Nun wird man abwarten müssen, wie sich der Wagen auf welchen Belägen und bei unterschiedlichen Temperature wie verhält, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Team die entweder auf der einen (zu viel) oder der anderen Seite (zu wenig) beim Reifenverschleiss standen, das Problem auch über die Saison selten in den Griff bekommen haben. Aber einen deutlichen Schritt nach vorne sollte man gemacht haben.

Schnell sieht auch der Lotus aus, denn Räikkönen legte heute eine Bestzeit hin. Und gleich die schnellste Zeit, der gesamten Testwoche. Schön für den Finnen, aber nicht sehr glaubhaft. Kimi dürfte, bei allem Respekt für sein Können, noch weit von einer Topform entfernt sein, und in diesem Zusammenhang sollte man die Zeit auch sehen. Auffallend ist aber, dass der Lotus gut mit den Reifen umgeht. Ich dachte erst, die andauernden 28er, 29er und 30er Zeiten seien der Versuch, mit möglichst konstanten Runden eine Reifenverschleissmessung zu fahren, aber die ganze Woche? Lotus scheint ein wenig das erste “dark horse” in der erweiterten Spitzengruppe zu sein. Oder sie haben halt “Sponsorzeiten” gefahren.

Unauffällig, aber sehr schnell, waren auch die Sauber. Keine Spitzenzeiten, das ist klar, aber schnell genug, um Richtung Top 5 zu schielen. Auffallend gut sind die langen Stint mit wenig Reifenverschleiss und das der Sauber im letzten Jahr schon mal gerne den ein oder anderen Stopp weniger eingelegt hat, könnte dies auf die Strategie schliessen lassen, die man bei der Konstrktion angewandt hat. Nicht superschnell auf eine Runde, aber konstant schnell für 15+ Runden.

Dahinter wird es dann düster in Sachen Einschätzung. Beobachter vor Ort waren der Meinung, dass Force India bei weitem nicht so gut sei, wie es dem Anschein habe. Vor allem auf eine schnelle Runde, in der Quali im so engen Mittelfeld ja auch nicht unwichtig, soll der Wagen nicht gut aussehen. Die Longruns dagegen scheinen ok zu sein.

Toro Rosso hat mir Sicherheit einen schnellen, bisher aber auch sehr anfälligen Wagen. Mit zwei neuen Fahrern, von denen einer (Vergne) noch nie in der F1 unterwegs war, dürfte die Weiterentwicklung auch eher beschwerlich werden. Im Moment sehe das Team jedenfalls hinter Sauber und Force India.

Bei Williams gibt es etwas Licht, aber auch viel Schatten. Der FW34 ist schneller als sein Vorgänger, hat aber laut Aussage der Fahrer Probleme in den langsamen Kurven. Ein Schritt nach vorne, und einer zurück also, dazu kommen auch beim britischen Team zwei Fahrer, die jetzt nicht gerade für ihre Entwicklungskompentenz berühmt sind.

CaterhamF1 sieht weiter nicht so aus, als habe man gute Karten in der Hand. Kovalainen meinte zwar, dass man so um die 0,3 Sekunden hinter dem Mittelfeld sei, aber das ist eine sehr optimistische Einschätzung. Bei Caterham reicht es, sich die langsamsten Zeiten anzuschauen und das steht gerne mal eine 34er Zeit. Sowas hat man werder bei Sauber noch bei den anderen Teams gesehen.

Wie genau sich das Feld sortieren wird, kann man sowieso erst nach der zweiten Quali-Session in Melbourne und in Malaysia sehen. Die große Vorschau zur F1-Saison 2012 folgt natürlich noch bis zum Start der Saison in Melbourne.

(Anmerkung zu den Bildern: Aus Testzwechen im neuen Layout sind die Bilder anders verlinkt.)

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March 03 2012

18:03

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 03.03.2012

Überrachung am dritten Testtag in Barcelona. Red Bull hat ein fast komplett neues Auto mit gebracht. Eine ungewöhnliche Strategie.

Schon gestern Abend kündigte Red Bull an, dass man den Samstag mit einem deutlich überarbeiteten RB8 angehen wollte. Und die Änderungen sind in der Tat recht groß. Neuer Frontflügel, neuer Heckflügel, ein paar kleinere Veränderungen an Seitenkästen. Doch der größte Unterschied zum bisher gefahrenen Modell ist die Lage des Auspuff. Red Bull hat ihn etwas weiter nach hinten gelegt und praktisch eine Art angeblasenes Heck entwickelt, wie man auf einem Foto bei F1technical sehen kann. (Ein HQ-Bild gibt es hier, ein weiteres, aber kleineres Bild hier). Gary Anderson von autosport.com ist der Meinung, dass die Lage des Auspuff das Heck etwas besser anströmt, bzw. die Auspuffgase in den Luftfluss integriert werden. Überraschend ist eine so tiefgreifende Änderung am Wagen aber schon. Mit nur noch zwei Testtagen muss man sich schon sehr sicher sein, dass die Updates funktionieren. Oder es hat vorher Probleme am Wagen gegeben, die man als Außenstehender nicht gesehen hat.

Denn offensichtlich sind die Änderungen unter großem Zeitdruck entstanden. Adrian Newey ist in Barcelona nicht aufgetaucht, stattdessen arbeitete er wohl weiter im Red Bull Technologycenter an der Weiterentwicklung des RB8. Dabei machten die Zeiten des RB8 einen guten Eindruck, auch ohne die Updates. Es gab zwar Stimmen, die meinten, dass Red Bull mit weniger Sprit im Tank als McLaren unterwegs gewesen sei, aber das nun wirklich pure Spekulation, da die Betankungsmenge nie kommuniziert wird.

Mark Webber war heute derjenige, der den RB8 in der 2.0 Version ausprobieren durfte, klare Zeiten kamen dank mangels Longruns aber nicht zustande. Ein 10-Runden-Stint bewegte sich in folgenden Dimensionen:

29.6, 29.6, 29.8, 29.8, 30.6, 30.2, 30.5, 30.8, 31.3, 32.2

Wenn das ein Test mit vollem Tank war, sind das keine schlechte Zeiten. Auch im Vergleich zu Ferrari, wo Massa heute auf einem ähnlichem Stint folgende Zeiten fuhr:

30.1, 30.2, 30.6, 30.3, 30.4, 30.7, 31.8, 31.4, 31.8

Ein anderer Stint sah so aus:

29.7, 30.1, 30.0, 30.1, 30.6, 31.5, 32.1

Sollten das “echte” Zeiten gewesen sein, bestätigt sich die Tendenz der letzten Tage. Ferrari hat deutlich zugelegt, aber in Sachen Reifenverschleiss hat man weiter ein Problem. Das gilt auch für den Vergleich mit McLaren, die heute wieder keine Zeiten hinlegten, aus denen man viel raus lesen könnte. Wie gut der neue Red Bull auch gegenüber dem McLaren ist, wird sich vielleicht morgen, beim letzten Testtag etwas deutlicher zeigen.

Bei Mercedes ist man einerseits zufrieden, dass man wohl einen Wagen hat, der zumindest das Podium in Reichweite bringt, allerdings bestätigte Schumacher nach dem gestrigen Test den Eindruck, die ich auch schon etwas länger habe. Der Wagen geht gut auf eine Runde, aber der Drop-Off ist höher, als bei Ferrari, McLaren oder Red Bull. Das macht dem Team aber offenbar deutlich weniger Sorgen, denn es gilt der alte Spruch von Colin Chapman: Es ist leichter, ein schnelles Auto standfest zu machen, als ein langsames, standfestes Auto schnell zu machen. Dennoch ist der erhöhte Verschleiss ein Problem, vor allem, wenn alle Top Team eng zusammen liegen. Da man dann auf der Strecke kaum überholen kann, wird der Verschleiss und vor allem die Kürze oder Länge des letzten Stint entscheidend für die Position am Ende des Rennens sein.

Es ist schon schwer, vorne eine Rangordnung zu finden, aber im Mittelfeld ist es quasi unmöglich. Ich habe den Eindruck, dass der Sauber C31 in diesem Jahr besonders gut geht, auch die Reifenverschleiss hält sich, wie ja schon fast traditionell bei Sauber, in engen Grenzen. Mit einer interessanten Besonderheit wartete der C31 heute noch auf. Über den Seitenkästen hat man noch einen Flügel angebracht, der anscheinend konform mit dem Regelement ist. Sieht etwas merkwürdig aus und dient weniger dem Abtrieb, denn mehr der Luftführung über dem Lufteinlass. Aber aus den Zeiten von Sauber, Toro Rosso, Lotus und Force India kann man beim besten Willen wenig rauslesen. Schon im letzten Jahr ging es in der Quali zwischen den Team teilweise um Hunderstel Sekunden, von daher liefern die Testtage da wenig Erkenntnisse.

Weiterhin eine Baustelle ist der Caterham, wenn man sich die Longruns so anschaut, liegt man so um die zwei Sekunden hinter dem Mittelfeld. Selbst Williams scheint einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Bisher gab es nicht eine schnelle Zeit des Teams, die andeuten könnte, dass der Caterham auch nur in die Nähe von Q2 kommen würde.

Morgen gehen die Testfahrten zu Ende, vielleicht sieht man dann noch ein paar interessante Vergleichszeiten.

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March 02 2012

18:08

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 02.03.2012

Ähnlich wie gestern, fuhren die Teams nur wenig Aussagekräftige Londruns. Stattdessen probierte man weiter neue Teile, sowohl mechanische, wie aerodynamische.

Auch nach dem zweiten Tag in Barcelona, kann man noch wenig über die Form der Teams sagen. Die meisten Teams waren zwar sehr fleissig heute, teilweise fuhr man über 100 Runden, aber genaue Aussagen lassen sich kaum treffen. Das gilt vor allem für die Rangordnung in der Formel Eins. Wirft man einen nur oberflächlichen Blick auf die Zeiten, könnte man den Eindruck bekommen, dass Red Bull noch etwas sehr viel bastelt, ebenso McLaren, während Ferrari fleissig Renndistanzen übt. Das stimmt so nicht, wie die Rundenzeiten belegen, wenn man sie mal nebeneinander legt. Dann stellt man fest, dass Red Bull gegenüber Ferrari und Mercedes immer noch einen ziemlich großen Vorteil hat.

Und der dürfte beim Reifenverschleiss liegen. Es ist schwer, die Zeiten zu vergleichen, weil ich nicht immer die genaue Reifenmischung zur Hand habe, die genutzt wurde. Aber man findet über die Tage verteilt zumindest ähnliche Stints und kann einen Querschnitt des Drop-Off feststellen. Ein typischer kurzer Stint von Red Bull sieht so aus:

Vettel heute mit seinem längstem Stint:
28.8, 29.0, 28.6, 28.7, 28.9, 28.8, 28.9, 29.8, 29.3

Dagegen Alonso:
29.1, 29.2, 29.3, 29.7, 29.9, 30.3, 30.7

Der Drop-Off scheint bei Red Bull so bei 1.5 Sekunden auf 10 Runden zu liegen, bei Ferrari ist er doch etwas höher. Auch wenn es nur um Zehntel geht, auf eine Renndistanz gesehen, potenziert sich dieser Nachteil schon. Zwar hat Ferrari das Problem verglichen zu den ersten Testwochen besser in den Griff bekommen, doch man ist noch nicht da, wo man gerne sein würde. Bei Rennen, in denen der Asphalt besonders heiss ist, dürfte das Problem noch etwas größer werden.

Mercedes scheint da mit dem Verschleiss ebenso Probleme zu habe. Einen richtigen Longrun fuhr man heute nicht, dafür simulierte man wohl einen schnellen ersten oder zweiten Stint. Die Zeiten sind nicht schlecht, aber sie fallen auch recht flott in den Keller:

Schumacher:
24.8, 24.7, 25.0, 26.0, 26.1, 26.3, 26.6, 26.6

Ein anderer Stint:
24.4, (29.6), 25.2, 25.5, 26.0, 26.6, 26.2, 26.5

Dieser Drop-Off zieht sich durch alle bisherigen Tests. Der W03 scheint von der reinen Geschwindigkeit auf dem Niveau von Ferrari zu sein, denen ihrerseit Zeit nach vorne fehlt. Bei den Longruns ergibt sich im Moment eventuell ein kleiner Vorteil für die Italiener. Der ist aber so gering, dass er auf Strecke wenig ausmachen dürfte. Zumindest kann man sagen, dass Mercedes in diesem Jahr besser aufgestellt und nicht mehr im Niemandsland zwischen den Top3 und dem Mittelfeld unterwegs ist. Und zufrieden ist man bei Mercedes auch. Schumacher verkündete, dass man in allen Belangen die Testziele erreicht habe, die man sich vorgenommen hatte. Man begibt sich also schon in die Weiterentwicklung, was ein gutes Zeichen ist.

Zu McLaren kann ich heute gar nicht sagen. Hamilton fuhr zwar 65 Runden, aber da war nich ein längerer Stint bei. Vermutlich hat man den Freitag dazu genutzt, Vergleichswerte mit neuen Teilen einzufahren.

Verdächtig gut war Lotus unterwegs. Man sicher etwas nachzuholen, aber der Eindruck aus Jerez, dass der Lotus gar nicht so schlecht ist, verstärkt sich doch deutlich. Grosjean war fast den gesamten Nachmittag auf der Strecke und fuhr einige interessante Longruns. Auch hier geht es mehr um den Drop-Off, weniger um die reinen Zeiten. Grosjean fuhr einen bemerkenswert gleichmäßigen Stint mit wenig Zeitverlust:

Grosjean:
29.3, 29.3, 29.5, 29.5, 29.6, 29.3, 29.4, 29.6, 29.7, 30.9, 30.6, 30.3, 30.6

Diese und ähnliche, sehr gleichmäßigen Zeiten bei offenbar recht voll getanktem Wagen erzielte Grosjean mehrfach und scheinbar problemlos. Sicher geht es Lotus, nach dem Umbau an der Vorderachse, sicher auch noch darum zu sehen, wie die Reifen sich bei langen Stint verhalten. Aber schnell ist Lotus auch noch. In seinem letzten Stint zeigte Grosjean folgendes:

22.6, 23.8, 24.6, 24.4

Ich bin mir aufgrund der fehlenden Zeiten aus der letzten Woche noch nicht sicher, wo Louts steht, aber das sieht alles besser aus, als nach den Problemen befürchtet. Im vorderen Mittelfeld sind sie auf jeden Fall zu finden.

Force India kam heute kaum zum fahren, weil man Probleme mit dem Antrieb hatte und am Nachmittag gar nicht mehr auf die Strecke kam. Sauber beließ es heute bei sehr konstanten, teilweise langen Stint, während bei Toro Rosso auch der Fehlerteufel zuschlug und man nur wenig zum Fahren kam. Die italienische Red Bull Filiale wirkt zwar schnell, aber auch etwas anfällig. Auch zu Williams kann man wenig sagen. Von denen hat man noch keine richtigen Longruns gesehen, dort scheint man, nach den Fortschritten in der letzten Woche, doch wieder unzufrieden zu sein.

Bei Caterham scheint sich die Lage etwas stabilisiert zu haben. Mike Gasconye twittere letzte Woche, dass man da sein, wo man es erwartet hatte. Aber ob Tony Fernandes damit zufrieden ist? Ein langer Stint des Caterham fängt bei 30.0 an und hört dann 15 Runden später bei 32.3 auf. Das sind Seiten, die man weder von Sauber, noch von Force India gesehen hat, die derartige Volltank-Stints meist bei 28.x oder 29.x beginnen. Immerhin stimmt der Reifenverschleiss, trotz KERS und allem anderen. Caterham dürfte noch ein gutes Stück von den Punkten entfernt sein, aber man hat sich zumindest etwas nach vorne bewegt. Allerdings: Richtig schnelle Zeiten hat man vom Auto auch nicht gesehen, was keine guten Aussichen für die Qualifikation sind. Ein Zeichen dafür, dass man bei Caterham noch nicht so ganz zufrieden ist, belegt auch die Aussage von Riad Asmat, Caterham Group Chief Executive Officer: “Another very good day, and signs that we are starting to find out what this car can do.”

Am Wochenende testen die Teams weiter, vielleicht sieht man dann dort mal ein paar aussagekräftigeren Zahlen.

TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain F1_BarTest02_03_2012_5 Lewis Hamilton Testing Lewis Hamilton Testing F1 Testing in Barcelona - Day Two Lewis Hamilton Testing F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day Two F1_BarTest02_03_2012_12 F1_BarTest02_03_2012_13 F1_BarTest02_03_2012_14 2012 F1 Testing Barcelona 2012 F1 Testing Barcelona F1_BarTest02_03_2012_17

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February 24 2012

21:20

Formel Eins: Analyse Erste Testwoche Barcelona

Wie zu erwarten war, haben die Teams auch in Barcelona weiter gemauert. Eine genaue Analyse fällt schwer, Tendenzen sind aber auf jeden Fall zu erkennen.

Die Teams waren allesamt fleissig in der vergangenen Woche, sieht man mal von Lotus ab, die wegen eines Problems mit dem Chassis gar nicht testen konnten. Sie bekommen beim letzten Test zwar einen “Gratistag” geschenkt, verlieren aber insgesamt dennoch zwei sehr wichtige Testtage. Wie ungemein wichtig die Zeit auf der Strecke ist, hat Ferrari bewiesen, die heute zumindest mal ein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Dennoch scheint es so, als ob der aerodynamisch und technisch sehr komplexe F2012 noch einiges an Arbeit benötigt, bis auf dem Niveau von Red Bull und McLaren ist, die beide die bisherigen Tests domniert haben. Im Mittelfeld sieht es vor allem zwischen Sauber und Force India sehr eng aus, Toro Rosso scheint nicht ganz auf deren Niveau zu sein. Weiterhin Großbaustellen sind der Williams und vor allem der Caterham.

Ferrari kam heute endlich mal dazu, richtig viele Runden zu drehen. In den ersten Tagen war man noch mit Abstimmungtests beschäftigt und probierte verschiedene Auspuff-Konfigurationen aus. Auffallend war auch, das der Drop-Off bei den Reifen und Rundenzeiten sehr hoch war. Doch das hat man offenbar etwas besser in den Griff bekommen. Am Schluss des Tests sprach Massa sogar von einem “Durchbruch” den man erzielt habe. Wie der aussieht, kann man an den Zahlen sehen:

Am Mittwoch fuhr Alonso einen Stint, der so aussah:
24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Massa schaffte heute in einem vergleichbaren Stint folgende Zahlen:
24.7, (34.5), 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Mal abgesehen von der eingesteuten 27.8 (vermutlich Verkehr) sind das für eine mittlere Spritbeladung durchaus annehmbare Zeiten. Auch mit etwas mehr Sprit im Wagen geht der F2012 nicht so schlecht:
26.5, 26.4, 26.3, 26.6, 26.7, 27.0, 27.2, 27.2, 28.6, 28.0

Zusammengefasst liegt der Drop-Off in einem Stint bei rund 1.5 Sekunden, was ein guter Wert ist. Auch Red Bull und McLaren liegen in dieser Region. Der Ferrari war auf eine Runde gesehen bisher nie langsam, es fehlte allerdings an Abtrieb und laut den Berichten aus Spanien lag der Wagen sehr unruhig mit einer deutlichen Tendenz zum Übersteuern. Das würde dann auch den hohen Verschleiss und die damit verbundenen, teilweise dramatischen Zeitverluste auf den Long Runs erklären. Man darf gespannt sein, was die Ingenieure aus Maranello bis zum nächsten Test finden werden.

Ebenfalls auf einem guten Weg ist Mercedes. Man hat definitiv etwas vom Rückstand wegfeilt, den man im letzten Jahr noch hatte. Der W03 macht einen zuverlässigen, stabilen und schnellen Eindruck. Das belegt auch ein Stint von Freitag, den Rosberg gefahren ist:

24.0, 24.9, 25.4, 25.7, 25.4, 26.6, 26.0, 28.8, 27.1, 27.0, 27.1, 27.4, 27.5, 27.5

Der Drop-Off wirkt hoch, allerdings könnten hier gebrauchte Reifen im Spiel gewesen sein. Mittwoch gab es folgenden Stint:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,
Zum Vergleich noch mal der Massa-Stint:
24.7, 24.9, 25.0, 25.2, 25.7, 25.7, 26.2, 27.8, 26.3, 26.2

Rosberg ist also an Ferrari daran, aber Ferrari hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wenn denn die Spritladungen einigermaßen identisch waren.

Red Bull und McLaren fuhren Freitag Abtrieb und Reifentest mit relativ vom vollem Tank. Button für über gesamten Tag sehr konstante 28er Zeiten, ohne Ausreisser nach oben oder unten, Red Bull machte es ebenso. Der Eindruck verstärkt sich, dass McLaren zum jetzigen Zeitpunkt ganz leicht die Nase vorne haben könnte, aber auch hier geht es wieder um die Spritmengen. 10 kg machen schnell 0,3 Sekunden aus, daher muss man das mit Vorsichit geniessen. Zwei Stint im Vergleich:

Button:
27.4, 27.7, 28.0, 28.1, 28.1, 28.2, 28.4, 28.6, 28.4, 28.6, 28.9, 29.0, 30.1, 29.7, 30.1

Vettel (Donnerstag):
27.7, 28.3, 28.5, 28.7, 28.7, 28.9, 29.3, 29.7, 29,2, 29.4, 30.1, 30.0, 30.2, 30.4, 30.4

Das sieht jetzt dramatischer aus, als es vermutlich ist, zu mal wie erwähnt die Spritmengen nicht klar sind. Vergleicht man die Zeiten von Red Bull und McLaren über gesamte Woche, sieht es schon so aus, als ob beide sich wenig tun an der Spitze. Wenn Red Bull nicht extrem mauert und immer mit vollem Tank unterwegs ist, dürfte der Vorsprung in diesem Jahr kaum vorhanden sein. McLaren zeigt sich jedenfalls extrem zuversichtlich, zumal man erst beim letzten Test die letzten, wichtigen Aero-Packete drauf schnallen will.

Vorne sieht es also so aus, dass Red Bull und McLaren gleichauf liegen. Gleiches gilt, zumindest wenn man Zeiten von Freitag nimmt, für Mercedes und Ferrari, der Abstand nach vorne dürfte rund 1 Sekunde betragen. Allerdings haben beide Team noch das Problem, dass der Drop-Off auf den Longruns einfach zu hoch ist. Wo Red Bull und McLaren eine Sekunde verlieren, sind es bei Mercedes und Ferrari 1.5 und mehr. Das dürfte den Weg aufs Podium schwer machen.

Im Mittelfeld kann auch nach eingehender Betrachtung der Zeiten nur sagen “to close to call”. Sauber macht einen schnellen Eindruck. Kobayashi fuhr Freitag einen sehr beeindruckenden Longrun:

28.6, 28.6, 29.3, 29.0, 29.0, 29.2, 29.3, 29.7, 29.5, 30.1, 30.4, 30.7, 30.5, 31.1, 31.3

Der Abstand nach vorne ist zwar da, aber so groß wie im letzten Jahr ist er nicht. Aber auch bei Sauber gilt immer eine gewisse Vorsicht. Man sah auch im letzten Jahr bei den Tests gut aus um dann bei den ersten Rennen zu enttäuschen.

Interessant ist ein Vergleich mit Force India, wo Paul di Resta gestern am Steuer war. Dessen Rundenzeiten sahen in einem vergleichbaren Stint so aus:

28.3, 29.4, 28.3, 28.4, 28.6, 28.8, 28.9, 28.9, 29.4, 29.3, 30.1

Etwas merkwürdig sind die teilweise pro Runde sehr hohen Zeitverluste. Kann an Paul dir Resta liegen, kann auch sein, dass der Force India das Phänomen ausweist, dass man zwei schnelle Runden hat, dann bricht der Reifen ein ganzes Stück, stabilisiert sich usw. Aber vom reinen Speed her geht der FI sehr gut, wie Hülkenberg die Woche gezeigt hat.

Toro Rosso einzuschätzen fällt etwas schwerer. Die haben die Woche zwar immer wieder gute Zeiten hingelegt, aber kaum innerhalb eines gescheiten Lonruns. Vergne fuhr Freitag endlich mal 20 Runden am Stück, allerding mit einem vollgetankten Auto:

30.6, 30.5, 30.4, 30.2, 30.4, 30.3, 30,4, 30.6, 31.4, 31.0, 32.1, 31.6, 32.5, 32.2, 32.4, 32.7, 32.6, 32.5, 32.8, 32.9

Offensichtlich war es das Ziel, einen möglichst langen und gleichmäßigen Stint zu fahren. Toro Rosso ist aus den letzten zwei Jahren bekannt dafür, dass man meist einen Stopp spart und zwei sehr lange Stints im Rennen einlegt. Für ein vollgetanktes Auto sind die Zeiten nicht schlecht, man dürfte rund 2 Sekunden und mehr hinter dem Red Bull liegen. Einen Vergleich zu Sauber oder Force India kann man aber nur bedingt ziehen. Ich sehe das Team im Moment etwas weiter zurück.

Williams hat die Woche ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe allerdings keine Stints gefunden, die sich mit den anderen Teams vergleichen lassen. Bei den vermutlichen Volltanktests sah man teilweise Zeiten um die 33.0, was deutlich zu wenig ist, um mit Sauber oder Force India konkurrieren zu können. Im Moment fehlen mir da aber noch genügend Zeiten, um das genau einschätzen zu können. Insgesamt tut man sich ein wenig schwer.

Bei Caterham geht es in kleinen Schritten vorwärts. Einen Lichtblick gab es am Freitag mit folgendem Stint:

29.8, 30.2, 30.2, 30.4, 30.4, 30.8, 30.8, 31.5, 31.3, 31.5

Vergleicht man die Zeiten über die Woche, gibt es eine Tendenz nach vorne, allerdings war von richtigen Longruns auch wenig zu sehen. Man bastelt wohl vor allem noch an der Abstimmung und ist nicht richtig zufrieden. Vergleicht man den Stint allerdings mit Force India von Freitag, sieht man wie weit Caterham vom Mittelfeld weg ist. Gegenüber Force India dürfte es mindestens eine Sekunde sein, vermutlich aber eher mehr. Deutlich sind da auch die Worte von Kovalainen: “Things haven’t exactly gone as we would have liked, but I think we all know where the car can and should be when it gets real in Australia, so now the challenge is to regroup in time for next week and make sure we come back here ready to put in a final week of hard work on track and get back to where we want to be.”

Nächste Woche geht es ab dem 1.3. weiter mit den Testfahrten. RB und Ferrari stossen aber erst am Freitag dazu, dafür fährt man noch am Montag. Warum die beiden Teams erst später in Barcelona aufschlagen ist nicht klar, vermutlich werden dann erst neue Teile fertig oder man benötigt noch etwas mehr Zeit, die Daten auszuwerten.

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February 22 2012

17:07

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 22-02-2012

Interessantes gibt es aus Spanien zu berichgten. Red Bull und McLaren scheinen ziemlich gleich auf zu liegen.

Heute fuhren McLaren und Red Bull etliche Long Runs, die meisten so um die 20 Runden, was einer mittleren Stint-Länge entspricht. Pirelli hat die “Harte” Mischung ein wenig entschärft und sie weicher gemacht, was in näher an die “Medium” Reifen bringt. Der Unterschied pro Runde zwischen den Mischungen soll von 1.2 bis 1.5 Sekunden auf 0.8 Sekunden betragen. Das ändert einerseits ein wenig die Strategie auf manchen Kursen, andererseits ist der “Drop-Off”, also der Verschleiss der Reifen auf einen Stint nun auch bei der harten Mischung etwas höher. Zu Erinnerung – manches Team konnte fast ein gesamtes Rennen mit den Harten fahren. Der Drop-Off wird bei einigen Team eine große Rolle spielen und könnte bei einem derartig engen Feld rennentscheidend werden. Gut sortiert scheinen McLaren und Red Bull zu sein, unsicher darf man sich bei Ferrari und Mercedes sein.

Vor allem die Italiener bleiben schwer einzuschätzen. Man fuhr heute mehr oder weniger Funktionstest, spielte also weiter mit der Abstimmung rum. Alonso kam auf 87 Runden, sein längster Stint betrug gerade mal 10 Runden. Die Zeiten spielen dabei keine gr0ße Rolle, aber es war schon auffällig, dass sie gegen Ende des Stints deutlich schlechter wurden. Als Beispiel der Stint von Runde 42 bis 51:

24.0, 25.2, 25.3, 25.6, 26.0, 26.0, 26.3, 26.3, 27.2

Diese Zeiten ziehen sich, teilweise mit deutlich ansteigender Verschlechterung, durch den ganzen Tag. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die aggressive Herangehensweise bzgl. der Aufhängung etwas über das Ziel heraus geschossen ist, kann aber auch sein, dass man heute Quali-Simulationen mit halbleeren Tank gefahren ist. Dafür sprechen zumindest die konstanten Zeiten. Aber in 10 Runden rund 3 Sekunden zu verlieren ist schon arg.

Zur gleichen Zeit war Nico Rosberg auf der Strecke. Ich kenne die Reifenwahl nicht, aber es war ein langer Stint und ich vermute, es waren die “Medium”. Seine Zahlen sind nicht schlecht:

24.7, 25.0, 25.1, 25.3, 25.3, 25.8, 28.0, 26.0, 26.2,

Schlechter als Alonso angefangen, aber deutlich weniger Drop-Off. Allerdings stand der Wagen ab dem Nachmittag in der Garage. Bei einem so neuen Wagen allerdings nicht weiter verwunderlich. Die Zeiten sehen stabil aus, auch die, wo er etwas langsamer unterwegs war. Zumindest verstärkt sich der Eindruck, dass Mercedes auf Ferrari aufgeholt hat. Ob es für ganz vorne reicht? Eher nicht.

Red Bull und McLaren waren heute wohl eher in Richtung Volltank-Test unterwegs. Ein Zeitvergleich:

Vettel:
29.1, 29.3, 29.5, 29.6, 29.8, 29.9, 30.4, 30.4., 30.4, 30.5

Hamilton
29.6, 29.5, 29.3, 29.4, 29.5, 29.7, 30.9, 30.5, 31.7

Etwas später folgte dann diese Runden, die ebenfalls sehr beeindruckend sind.
28.8, 28.6, 28.8, 28.9, 29.0, 29.1, 29.3, 29.5, 30.3, 30.7, 30.4

In Sachen Verschleiß sieht es sowohl bei Red Bull, als auch bei McLaren sehr gut aus, wenn es um einen vollgetankten Wagen und die harte Mischung geht. Das ist schon beeindruckend, allerdings fehlt der Vergleich mit Mercedes und Ferrari. Andeutungsweise kann aber erkennen, dass beide Teams, trotz völlig unterschiedlicher Chassis-Konzepte, etwas gleich auf liegen könnten. Der scheinbar sehr moderate Verschleiß bei den Reifen kommt Hamilton auf jeden Fall entgegen. Interessant ist auf jeden Fall, dass beide Teams schon an den Rennsimulationen arbeiten, während Ferrari noch immer an der Abstimmung bastelt. Mercedes muss man noch außen vor lassen, da diese ja den neuen Wagen erst im zweiten Testtag haben.

Nico Hülkenberg legte heute die schnellste Runden hin, aber leider lässt sich von seinen Long Runs wenig erkennen. Der Deutsche fuhr am Nachmittag zwei 15 Runden Stint, beide aber mit verdächtig konstanten Zeiten, die immer zwischehn 28.4 und 29.0 (Stint 1) und 28.4 und 29.1 lagen. Schwer zu sagen, was dahinter steckt, ich tippe auf reinen Reifenverschleiß bei mittelschweren Wagen und harten Reifen.

Ein Blick ins Hinterfeld. Bei Williams fuhr erstaunlicherweise Valteri Bottas und nicht die Einsatzfahrer, daher lässt sich zu den Zeiten nichts sagen. Sauber fuhr fast ausschließlich kurze Stints, auch hier kann man wenig mitteilen. Aber immerhin war Perez zweitschnellster. Etwas Sorgen kann man um CaterhamF1 machen. Während Sauber, Force India und Toro Rosso alle schon mal flotte Zeiten zeigen konnten, bleibt der Abstand des Caterham konstant bei rund 3 Sekunden auf die Spitze. Das erscheint mir im Moment etwas viel, vor allem, weil nicht eine schnelle Runden dabei war. Mal abwarten, was die beiden weiteren Tage ergeben.

P Fahrer Team Zeit Runden 1  Hulkenberg Force India  1m22.608s 112 2  Perez Sauber  1m22.648s  +0.040 85 3  Vettel Red Bull  1m22.891s  +0.283 104 4  Alonso Ferrari  1m23.180s  +0.572 87 5  Ricciardo Toro Rosso  1m23.639s  +1.031 50 6  Hamilton McLaren  1m23.806s  +1.198 120 7  Rosberg Mercedes  1m24.555s  +1.947 82 8  Bottas Williams  1m25.738s  +3.130 117 9  Petrov Caterham  1m26.605s  +3.997 69 10  Pic Marussia  1m27.343s  +4.735 108 F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day Two F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One TEST F2012 BARCELLONA 1 TEST F2012 BARCELLONA 1 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motorsports: FIA Formula One World Championship 2012, Tests in Barcelona Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain Motor Racing - Formula One World Championship - Barcelona F1 Test - Day 2 - Barcelona, Spain 6920230953_efa456441e_o F1 Testing in Barcelona - Day One F1 Testing in Barcelona - Day One sam22022012006565 sam22022012006566

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February 21 2012

17:57

Formel Eins: Testfahrten Barcelona 21-02-2012

Wenig Neues gibt es aus Barcelona zu berichten, die Teams mauern noch kräftig. Für Lotus ist der Test schon beendet.

Barcelona ist die Standart-Teststrecke der Formel Eins. Man kennt hier jeden Millimeter und Grashalm am Rande des Kurses. Da man auch die Referenzzeiten aus Simulationen und dem letzten Jahr kennt, arbeitet man mit sehr viel Vergleichsdaten im Hintergrund. Oder anders ausgedrückt. Man kan Sektorzeiten interpolieren, muss also nicht eine schnelle zusammenhängende Runde am Stück fahren. Die Schikane vor der letzten Kurve erlaubt zu dem, dass man den Bremspunkt etwas früher legen kann, ohne dass es weiter auffällt. Oder kurz gesagt: Die Zeiten, die man zu sehen bekommt, sind relativ wertlos. Leider fehlt in diesem Jahr die Quelle für die Zeiten auf den Long Runs, die 2011 ein guter Indikator für die Form der Teams waren. [<-- Siehe Kommentare] Lotus wird das alles nicht stören, denn für das Team ist die Testwoche schon komplett beendet.

Am Abend gab Lotus bekannt, dass die komplette Testwoche absagt. Es gibt wohl Probleme mit dem Chassis, die so grundlegend sind, dass man so nicht weiterfahren kann. Man hatte heute in Barcelona ein neues Chassis (Nr.2) dabei, damit kam Grosjean nur rund 170 km weit. Danach stellte man den Wagen ab. Erst hieß es, dass man Chassis Nr. 1, das vorletzte Woche in Jerez unterwegs war, aus Enstone einfliegen lassen möchte, aber in einer Presseerklärung bekannte man, dass beide Chassis vom gleichen Problem betroffen sind. Das könnte auf einen Fabrikationsfehler hindeuten, wofür es wiederum viele Ursachen geben kann. Grundsätzlich schien der Lotus letzte Woche recht gut unterwegs zu sein. Bitter ist es auf jeden Fall, weil man wichtige Testzeit verliert.

Zurück zu den Testzeiten und den Long Runs: Williams hat zwar ein Livetiming, dass auch die Zeiten der letzten Runde anzeigt, aber ich hatte zu viel zu tun um mir die einzelnen Rundenzeiten anzuschauen. Wer aber nur auf die schnellsten Runden schaut, kommt kaum weiter. Im letzten Jahr war Michael Schumacher bei den Tests laufend vorne und man holte die schnellste Zeit, die insgesamt gefahren wurde. Die Long Runs sahen allerdings schlecht aus und in Australien kam das die Überraschung, als man 1.5 Sekunden hinter den Red Bull lag.

Ein wenig lässt sich aber schon sagen, denn die Zeiten lagen sehr dicht beeinander und alle Teams verlegten sich auf Long Runs, also mal kurze, mal längere Stints. Force India und Toro Rosso sollte man raus rechnen, es ist kaum zu erwarten, dass beide Teams die knapp 2 Sekunden aufgeholt haben, die ihnen im letzten Jahr mindestens nach vorne gefehlt haben. Auch sollte man wissen, dass Vettel seine Bestzeit auf der harten Mischung eingefahren hat, wie das bei den anderen Teams war, kann man leider nicht sagen.

Immerhin fällt auf, dass der Mercedes auf Anhieb recht gut unterwegs ist. Die Fahrer äußerten sich vorsichtig optimitisch und deutlich entspannter, als im letzten Jahr. Bei Ferrari ist weiterhin (scheinbar) der Wurm drin. Am Vormittag hatte man kleinere technische Probleme, daher verlor man wichtige Testzeit. Man ist aber sichtbar noch nicht da, wo man gerne wäre.

Etwas Sorgen wird man sich bei Caterham machen. Während Sauber, Toro Rosso und Force India vorne mitschwimmen, fehlen den Malayen weiter rund 3 Sekunden. Immerhin hat man die Williams in nicht allzu großer Entfernung vor der Nase.

Mein Gefühl sagt mir, dass man an der Spitze etwas zusammen gerückt ist. Mercedes scheint zumindest den Abstand zu Ferrari aufgeholt zu haben (oder die sind halt langsamer geworden), nach vorne fehlen aber noch 0,8 bis 1 Sekunde. Bercelona ist zudem eine Strecke, die dem Mercedes recht gut liegt, auch hier muss man vorsichtig sein.

Die Testfahrten gehen noch bis Freitag.

P Driver Team Time Laps 1  Vettel Red Bull  1m23.265s 79 2  Hulkenberg Force India  1m23.440s  +0.175 97 3  Hamilton McLaren  1m23.590s  +0.325 114 4  Ricciardo Toro Rosso  1m23.618s  +0.353 76 5  Alonso Ferrari  1m24.100s  +0.835 75 6  Schumacher Mercedes  1m24.150s  +0.885 51 7  Perez Sauber  1m24.219s  +0.954 66 8  Senna Williams  1m25.711s  +2.446 97 9  Kovalainen Caterham  1m26.035s  +2.770 31 10  Grosjean Lotus  1m26.809s  +3.544 7 11  Pic Marussia  1m28.026s  +4.761 121

Note: Etwas wenig Bilder heute, aber mehr gab gerade nicht. McLaren zeigt wie immer keine Bilder von den Tests.

sam21022012006557 sam21022012006553 _Q0C8638 _Q0C8529 _G7C7466 _G7C1084 jm1221fe48 461815516-4538102122012 512120886-526172122012 512120888-1638172122012 6917148725_4b5f8c9477_o 1200096_tst 1200093_tst

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February 07 2012

20:07

Formel Eins: Testfahrten Jerez 07-02-2012 / sky verlängert F1-Rechte

Der erste Tag der diesjährigen Testwochen ist vorbei. Sagen lässt sich natürlich noch nichts.

Die Zeiten, die man heute gefahren hat, lassen noch keinen Schluss zu. Das zeigt sich alleine schon daran, dass Räikkönen an der Spitze der Liste steht. Die Zeit ist minimal besser als das, was Rubens Barrichello letztes Jahr im Williams gezeigt hat. Und wie gut der FW33 lief ist ja noch jedem bekannt. Besondernheiten gab es heute keine, man rätselt weiter über das Loch in der Schnauze des RB8. Adrian Newey behauptet, dass das Loch nur der Belüftung des Fahrers dient, aber so richtig glaubt ihm das (noch) keiner. Referenzzeiten wird man erst sehen, wenn die Teams in Barcelona testen.

Und dann gibt es da noch Neuigkeiten von sky…


Die Formel Eins wird man auch 2012 auf sky sehen können. Die Übertragung umfasst alle freien Trainings, die Quali und die Rennen. Ob die GP2 wieder mit von der Partie ist, wurde nicht berichtet. sky hatte sich mit der Verlängerung der Rechte etwas Zeit gelassen und man hat diese auch nur für ein Jahr verlängert. Das passiert nun schon zum zweiten Mal hintereinander, um die Gründe kann man da nur spekulieren. Zumindest ist die Saison für sky-Kunden damit erst einmal gerettet. Welchen Umfang die Übertragungen haben ist auch nicht bekannt. sky hatte in den letzten Rennen der Saison 2011 die Übertragungen auf ein Minimum zurück gefahren und auf lange Vor- und Nachberichterstattungen verzichtet.

1  Raikkonen Lotus  1m19.670s 2  Rosberg Mercedes  1m20.219s  +0.549 3  Di Resta Force India  1m21.526s  +1.856 4  Ricciardo Toro Rosso  1m22.036s  +2.366 5  Kobayashi Sauber  1m22.112s  +2.442 6  Button McLaren  1m22.366s  +2.696 7  Massa Ferrari  1m23.391s  +3.721 8  Maldonado Williams  1m23.457s  +3.787 9  Kovalainen Caterham  1m24.298s  +4.628 10  De la Rosa HRT  1m25.535s  +5.865

ACHTUNG: Alles HQ-Bilder!

6836158745_566f919808_o 6836157689_e74bc97ee2_o 6834622363_4dc7d34e40_o F1 Testing in Jerez - Day One F1 Testing in Jerez - Day One F1 Testing in Jerez - Day One F1 Testing in Jerez - Day One _Q0C1581 _Q0C1444 _Q0C1400 sam07022012006422 sam07022012006429 sam07022012006420 F1 Testing, Jerez, Spain 07-10 02 2012 F1 Testing, Jerez, Spain 07-10 02 2012 F1 Testing, Jerez, Spain 07-10 02 2012 F1 Testing, Jerez, Spain 07-10 02 2012 TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ TEST F2012 JEREZ

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February 06 2012

10:16

Formel Eins: Bilder Sauber C31

Wie immer – zunächst die Bilder. Analyse folgt. Aber wie Ferrari hat man sich für eine sehr hohe Stufe in der Nase entschieden.

sauber_c31_2012-1 511325110 m8jrz sam06022012006273 sam06022012006276 sam06022012006275 Sauber C31

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December 06 2011

06:59

Formel Eins: Rückblick 2011 – Teams

Der erste Teil des Saisonrückblicks das Jahres 2011 dreht sich um die Teams. Was haben sie falsch, was richtig gemacht?

So eine Saison ist für die Teams mittlerweile recht lang geworden. Die in die Länge gezogene Saison bedeutet, dass man, abgesehen von der dreiwöchtigen Zwangspause im August, von Februar bis Ende November unterwegs ist. Dazu kommen die intensiven Arbeitswochen im Winter, in denen am neuen Wagen gearbeitet wird. Eine richtig lange Pause gibt es nicht mehr, durch die Kostenbeschränkung und Testverbote ist es nicht leicht, verlorenen Boden wieder gut zu machen. Das mussten 2011 gleich einige Team erleben, die einen miserablen Start in die Saison hatten. Aber es gab auch Überraschungen, vor allem im Mittelfeld, wo mir vor allem ein Rennstall aufgefallen ist. Schwer lief die Saison für die drei “neuen” Teams, die nicht wirklich vom Fleck kamen.

Red Bull

Was soll man sagen: Beide WM-Titel, Rekorde bei den Pole Postionen und den schnellsten Runden. Da hat man offenbar alles richtig gemacht. Das Konzept des RB7 ist nicht neu, aber Adrian Newey hat vor allem im Heck einiges zum Vorjahr verändert. Das führte zu Beginn der Saison allerdings zu Problemen, denn das KERS funktionierte nicht. Das enge Heck ließ das KERS überhitzen, so dass die Fahrer das System zunächst nur am Start nutzen konnten. Da aber gerade zum Start der Saison die Konkurrenz weit abgeschlagen war, konnte Red Bull den Fehler ungestraft begehen. Grosse Schwachpunkte gab es im Team nicht. Die Technik spielte, bis auf den mysteriösen Reifenplatzer in Abu Dhabi, immer mit, die Strategie funkionierte auch meist gut, zum Mal man bei Vettel eh kaum was falsch machen konnte. Größter Schwachpunkt bei Red Bull war ausgerechnet Mark Webber. Warum er in diesem Jahr nicht Schritt halten konnte, ist weiter unklar. Vielleicht lag es an den Pirelli-Reifen, vielleicht daran, dass der RB7 ganz auf den Stil von Vettel zugeschnitten war. Webber wird das Fahren nicht verlernt haben, man darf gespannt sein, wie es für ihn 2012 laufen wird. Aber auch mit den kleinen Problemen verdient sich Red Bull die Topwertung.

10 von 10 Punkten

McLaren

McLaren warete zu Beginn der Saison mit einer Überraschung auf, in dem sie L-förmige Seitenkästen an ihren Wagen geschraubt hatten. Mit dieser aerodynamischen Lösung standen sie exklusiv da, allerdings machte die auch massiv Probleme. Bei den Tests hatte der Wagen auf der Hinterachse keinen Grip, die Technik spielte auch nicht mit. Jenson Button erwähnte später in der Saison, dass man die erste volle Renndistanz in Australien fuhr, wo man einen völlig ungetesteten Unterboden einsezte. Es dauerte bis in den Mai, bis man die Probleme halbwegs im Griff hatte. Dazu kam ein Lewis Hamilton, der etwas von der Rolle war. Seine Verhalten auf der Strecke brachte ihm eine Dauerkarte bei den Kommissaren ein, dazu die Privatfehde mit Felippe Massa. Nur Jenson Button und das Entwicklungsteam schienen dann noch zu funktionieren. Immerhin gelang es den Briten, dass man den Abstand zu Red Bull bei einigen Rennen im Herbst auf “Null” setzen konnte, was auf zumindest für 2012 hoffen lässt. Auch der zweite Platz in der WM-Wertung ist nach dem schlechten Start ein respektables Ergebnis. Vermutlich wäre auch nicht mehr drin gewesen, wenn der Wagen ab Australien funktioniert hätte, dafür war Red Bull einfach zu stark. Aber die WM wäre sicher spannender gewesen.

7 von 10 Punkten

Ferrari

Schon bei der Präsentation des diesjährigen Ferrari dachte ich “Hmm, das sieht sehr konservativ aus. Ich hatte noch damit gerechnet, dass man zu den Tests die “echte” Aerodynamik zeigen würde, aber da passierte bekanntermaßen nicht mehr viel. Was sich auch über die gesamte Saison nicht ändern sollte. Der konservative Ansatz erlaubte wenig Verbesserungen, dazu kamen die Probleme mit dem Windkanal, der falsche Daten lieferte. Ferrari schmiss den Verantwortlichen Chef-Designer Aldo Costa dann im Sommer auch raus. Die Hauptprobleme des Ferrari lagen im Bereich des Unterbodens, der Luftführung und des Hecks. Nur in dem Rennen, in dem der heiß angeblasene Diffusor verboten wurde, konnte Ferrari einen Sieg erringen. Dazu kamen auch Probleme mit den Pirelli. Bei der Konstruktion der Aufhängung hatte man sich vertan, weil man wohl dachte, dass die Pirelli schneller abbauen würden. Zwar führte die Reifenschonung des F150 zu ein paar Vorteilen bei der Strategie, sobald die Medium oder harten Reifen auf dem Wagen waren, ging aber nichts mehr, weil die Temperatur der Reifen in den Keller fiel. Ferrari gelang es anders als McLaren nicht, die Probleme zu lösen. Dafür hätte man ein neues Chassis bauen müssen, samt neuen FIA-Chrashtest usw. Eine Seuchensaison, dazu ein Massa weit ab seiner Möglichkeiten. Nur Alonso schien wie immer die Konstante zu sein. 2012 wird man mehr bieten müssen. Ich schliesse mich der Bewertung von Luca di Montezemolo über sein Team an.

5 von 10 Punkten

Mercedes GP

Im Grunde hat sich Mercedes GP nicht vom Fleck bewegt. Im Gegenteil – rein Punktemäßig war 2011 ein Rückschritt. 2010 holte man 214 Punkte, 2011 nur 165. In der Quali und im Rennen war man weiterhin rund 1.5 Sekunden von Red Bull weg, gegen Ende der Saison war es teiweise etwas weniger. Der W02 funktionierte hinten und vorne nicht richtig, außer bei der Höchstgeschwindigkeit. Wie Ferrari hatte man Probleme, Temperatur in die Reifen zu bekommen, auch der Abtrieb am Heck stimmte nicht. Dass Ross Brawn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren so daneben lag, war schon eine Überraschung. Ein Grund für die mangelnde Performance und die Weiterentwicklung war wohl das knappe Budget, dass Mercedes zur Verfügung stellt. Erst ab Mitte der Saison schien man gewillt zu sein, den Geldhahn weiter aufzudrehen, allerdings nicht mehr für die 2011er Saison. Die Fahrer lieferten meist solide Ergebnisse ab und holten die Plätze 5 bis 8. Mehr war einfach nicht drin. Die Probleme von Mercedes sind nicht leicht zu identifizieren, immerhin hat man mit Aldo Costa jemanden an Bord geholt, der zusammen mit Ross Brawn bei Ferrari sehr erfolgreich war.

5 von 10 Punkten

Renault

Die Franzosen warteten zunächst mit einem interessanten Konzept auf. Der nach vorne verlegte Auspuff schien eine geradezu sensationelle Lösung zu sein, weil er erlaubte, dass man mit den Auspuffgasen den Unterboden zusätzlich anströmen konnte, um mehr Abtrieb zu erhalten. Zumindest in der Theorie klang das gut, in der Praxis führte es dazu, dass der Wagen vor allem auf langsamen Kursen nicht konkurrenzfähig war. Trotz eines deftigen “Mapping Overruns”, fehlte dem Chassis einfach der Abtrieb im Heck. Hinzu kam der Unfall von Kubica, der dem Team moralisch schwer geschadet hat. Aber auch mit Kubica wäre man wohl nicht weiter gekommen. Der Auspuff funktionierte nicht, ihn wieder nach hinten zu verlegen ging auch nicht, weil man dafür das Chassis hätte umbauen müssen. Weil man deswegen nicht weiter entwickeln konnte, fiel Renault immer weiter zurück. In der ersten Saisonhälfte, bis zum GP von Deutschland, holte man 66 WM Punkte, danach nur noch 7 Punkte. Die Entlassung von Heidfeld war ebenfalls keine gute Entscheidung. Auch wenn der Deutsche in der Quali die bekannten Schwächten zeigte, war im Rennen immer eine Bank. Senna konnte da nicht mithalten. 2012 ändert man den Namen in “Lotus” und hat Räikkönen an Bord. Es wird aber schwer für Renault/Lotus. Denn während die anderen Teams das Konzept der 2011er Wagen weiter entwickeln und über viele Daten verfügen, muss Lotus komplett von vorne anfangen.

3 von 10 Punkten

Force India

Die Inder sind für mich die Überraschung des Jahres. 2010 verlor man fast die gesamte Aero-Abteilung an Sauber und Team Lotus und man musste 2011 von vorne anfangen. Der Wagen war keine Sensation und tat sich vor allem in der Saisonhälfte sehr schwer. Doch ab dem GP in Deutschland ging es massiv aufwärts. Offenbar hatte neue Design-Team eine paar Lösungen gefunden und war in der Lage, verlorenen Boden gut zu machen. Auch die Formsteigerung von Adian Sutil spielte sicher eine Rolle. Am Ende war man in der Lage, Renault locker hinter sich zu lassen und Mercedes konnte man das ein oder andere Mal ärgern. Für ein Privatteam ist das eine erstaunliche Leistung und es ist fast ein wenig schade, dass Force India nicht schon zum Start der Saison so gut drauf war. Durch den Einsteig des Investors “Sahara” kommt auch viel Geld ins Team, man darf gespannt sein, was Force India 2012 leisten kann.

7 von 10 Punkten

Sauber

Im Gegensatz zu Force India, hat mich das Team von Peter Sauber in diesem Jahr enttäuscht. Der Entwurf vom hoch gehandelten Nachwuchsdesigner James Key war zu konservativ, dazu kam eine strategische Fehlentscheidung. Im Mai verließ sich Peter Sauber auf die Aussage der FIA, dass der “hot blown diffusor” verboten würde. Sauber entschied, den Wagen nicht umzubauen, am Ende entschied sich die FIA aber anders. Die Saison von Sauber war damit gelaufen, das Geld, später in der Saison den Wagen noch umzubauen, wollte man nicht einsetzen. James Key gelang es immerhin, den Wagen in den letzten Rennen so schnell zu bekommen, dass man in der WM-Wertung noch knapp vor Toro Rosso bleiben konnte, aber Force India musste man sich klar geschlagen geben. Kobayashi hatte zudem eine zähe Saison, während Sergio Perez mich eher positiv überrascht hat. Aber im Grunde ist Sauber weit hinter den Erwartungen geblieben.

4 von 10 Punkten

Toro Rosso

Der “arme Bruder” von Red Bull überraschte bei den Tests im Winter, mit einem eigenartig gestalteten, zweiteiligen Unterboden. Doch das Konzept funktionierte nicht sonderlich gut, da grundsätzlich nicht genug Abtrieb aufgebaut wurde. Das führte immerhin dazu, dass man auch die Reifen die schonte, was der Strategie half. Die meisten Punkte konnte man erringen, weil man einmal weniger Rennen stoppte und dennoch auf den Long Runs konkurrenzfähig war. Zur Mitte der Saison schien sich das Blatt zu wenden und vor allem Jamie Alguersuari konnte einige gute Ergebnisse einfahren. Es folgte ein kleines Tief, dann ein fast mysteriöser Aufschwung, bei viele gerüchteten, Red Bull habe die Daten-Tore aufgemacht. Weil man die letzten beiden Rennen versemmelte, reichte es dann nicht für Platz sieben in der WM. Verdient wäre es durchaus gewesen, Toro Rosso legte keine schlechtere Saison als Sauber hin. Vor allem, weil das Team kaum Erfahrung mit dem Bau eigener Chassis hat, war die Saison durchaus erfolgreich. Für 2012 hat man mehr Ingenieure eingestellt, vielleicht kommt ja dann der Schritt nach vorne.

5 von 10 Punkten

Williams

Was für eine schreckliche Saison. Noch nie hat das Williams-Team derartig schlecht abgeschnitten. Der 9 Platz in der WM ist für das Traditionsteam eine Katastrophe, nicht nur aus PR-Gründen. Die Gründe für das schlechte Anschneiden sind vielfältig. Klar, man hat sich bei der Konstruktion des neuen Wagen ebenso verhauen, wie Renault. Die Idee, dass Heck so flach wie möglich zu machen, damit es besonders gut angeströmt wird, funktionierte nur in der Theorie. Rubens Barrichello beschwerte sich schon bei den Tests, dass der Wagen unfahrbar sei. Dazu kamen die schweren Managementmängel. Sam Michael war nicht nur Chef-Entwickler, sondern leitete auch Teile der Firma und war defacto Teamchef. Die Überlastung konnte nicht gut gehen, der komplette Neuaufbau des Management folgte dann. Nicht wenige geben dem Williams Geschäftsführer Adam Parr eine große Mitschuld, da dieser sich angeblich zu wenig um die Team-Entwicklung kümmert und die Verantwortung wegschieben würde. Man hat mit Mike Coughlan zwar einen sehr talentierten Chef-Entwickler geholt, weil aber Sam Michael und Patrick Head nicht mehr im Team sind, fehlt ein erfahrener Team Chef. Das macht die Aussichten für 2012 nicht gerade besser. Was mich ebenfalls stört, und ein Zeichen für schlechtes Management ist: Die Fahrerfrage. Maldonado ist ein Pay-Driver, wenn auch einer der besseren Sorte. Das man Barrichello nicht mehr haben will, war spätestens dann klar, als der von Maldonado öfter geschlagen wurde. Dennoch ist es dem Team nicht gelungen schon Mitte 2011 einen Ersatz zu präsentieren. Jetzt wartet man wohl auf die Freigabe von Sutil, was für die Designer schlecht ist, weil die Sitzanpassung wichtig für die Weiterentwicklung ist.

0 von 10 Punkten

Team Lotus

Den neuen Wagen stellte man mit viel Pomp und Krach vor, aber am Ende war man doch wieder enttäuscht. Tony Fernandes hatte sich vorgenommen, sein Team 2011 zumindest regelmäßiger in Q2 zu bringen, aber davon war man weit, weit entfernt. Die Entwurf von Mike Gascoyne war ein Fehlschlag und obwohl man Renault statt Cosworth im Heck hatte, konnte man nicht auf Mittefeld aufschliessen. Das Team ist komplett neu aufgebaut und existiert gerade mal zwei Jahre, aber mit dem Geld, was man zur Verfügung hat, und dem Rahmenbedingen, die Tony Fernandes geschaffen hat, hätte mehr drin sein müssen. Dem Lotus fehlte es in allen Bereichen: Abtrieb, Topspeed, Reifen. Zwar gelang es Gascoyne gegen Saisonende etwas näher an hintere Mittelfeld zu rücken, was ein gutes Zeichen ist, aber richtig überzeugend war das noch nicht. Auch bei Lotus hat man Veränderungen in der Managementstruktur vorgenommen. So muss Dieter Gass, ein Vertrauter von Mike Gascoyne noch aus Toyota-Tagen, gehen. Angeblich hat Fernandes auch Gascoyne ein Ultimatum gestellt: Entweder, man ist 2012 im Mittelfeld, oder man sucht sich einen neuen Designer. Mit Mike Smith hat man da auch schon einen Mann in den eigenen Reihen. Eine weiterer Schwachpunkt bei Lotus ist Jarno Trulli. Warum Fernandes an ihm auch nach dieser schlechten Saison festhält, ist allen ein Rätsel. Kovalainen ist sicher kein schlechter Mann, könnte aber vielleicht noch besser werden, wenn er mehr Konkurrenz im Team hätte. Ein Romain Grosjean wäre meiner Meinung nach der genau der Richtige. Im Moment schaut es aber so aus, als ob Daniel Ricciardo von Red Bull bei Lotus/Caterham geparkt wird.

4 von 10 Punkten

HRT

Ach, was soll man über das kleine Team schon sagen. Mit wechselnden Besitzern, Fahrern und Sponsoren, ohne Geld und einem Chassis, dass von 2009 stammt und schon damals kein Geniestreich von Dallara war. Das erstaunliche ist, dass HRT trotz all dieser Beschränkungen nicht komplettes Schlusslicht ist. Colin Kolles, der gelernte Zahnarzt, führt das Team aus seiner Werkstatt nahe München und macht das wirklich gut. Das man bei derartig schwierigen Begleitumständen kaum in der Lage ist, einen Schritt nach vorne zu machen, ist kein Wunder. Eigentlich sollte der 2012 kommen. Man hatte Geoff Willis als Berater verpflichtet, der sprang dann aber im Herbst wieder ab. Ob und wie man ein neues Chassis entwickelt, ist nicht bekannt, aber eigentlich muss man, denn mit dem fünfmal umgebauten Dallara-Deriverat wird man wohl nicht mehr weit kommen. Zu den Fahrern kann man wenig sagen (dazu mehr im zweiten Teil), ausser, dass Liuzzi einen guten Job gemacht hat.

3 von 10 Punkten

Virgin

Am Gesichtsausdruck von Timo Glock konnte man immer schön sehen, wie es mit Virgin lief: Gar nicht. Der zweite, komplett per CFD entwickelte Wagen, war zu Beginn der Saison so langsam, dass man für einen Momant überlegte, das letztjährige Chassis einzusetzen. Schon nach den Tests war klar, dass man die Saison vergessen konnte und noch vor dem Start der Saison machte Gerüchte die Runde, dass man auf die Dienste von Nick Wirth verzichten würde. Im Mai folgte dann auch die Trennung, die CFD-Abteilung der Firma von Wirth kaufte man allerdings auf. Dazu kam, dass das Team zusätzlich mit massiven Technik-Problemen zu kämpfen hatte. So konnte das nichts werden. Bitter ist allerdings, dass man sich zum zweiten Mal hintereinander sogar HRT in der Teamwertung geschlagen geben musste. 2012 soll alles besser werden. Der merkwürdige russische Autohersteller Marussia pumpt, von woher auch immer, viel Geld ins Team, dazu kommt eine sehr weitgehende technische Partnerschaft mit McLaren. Wie auch immer: Es kann nur besser werden.

0 von 10 Punkten

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