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April 02 2013

16:00

BTCC: Analyse Brands Hatch

Die BTCC startete am Osterwochenende mit drei Sprintrennen auf dem Indy-Circuit von Brands Hatch in die Saison 2013. Mann des Wochenendes war Jason Plato, der zwei Siege und die Führung in der Meisterschaft einfahren konnte.

hi 9586 b5c5 300x200 BTCC: Analyse Brands HatchDas bestimmende Thema am Wochenende war jedoch zunächst die Kälte. Zwar blieb der Himmel Samstag und Sonntag meist klar, aber Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und immer wieder leicht einsetzender Schneefall machten nicht nur Teams, Fahrern und Zuschauern zu schaffen, sondern vor allem auch den Reifen, die schwer auf Temperatur zu bringen waren. Das winterliche Osterwetter führte auch dazu, dass man nach dem Wochenende nur bedingt eine Antwort auf die eigentlich sehr interessante Frage, wie sich der neu eingeführte, weichere Option-Tyre auf die Performance auswirkt, bekommen konnte. Grundsätzlich schien er für die meisten Fahrer eher ein Nachteil zu sein, da er nicht zu einem signifikant höheren Tempo führte, sondern ganz im Gegenteil trotz der niedrigen Temperaturen nach einigen Runden schnell abbaute.

Doch beginnen wir am Anfang. Im Qualifying konnte sich Andrew Jordan die Pole Position für Rennen 1 sichern. Dabei begann das Zeittraining gleich mal in bester BTCC-Manier und die Probleme mit den niedrigen Reifentemperaturen wurden schnell offensichtlich. Zunächst drehte sich Jeff Smith in seinem Pirtek-Honda gleich bei der Ausfahrt aus der Boxengasse den Hang bei Paddock-Hill hinunter. Kurz darauf erwichte es auch BTCC-Rückkehrer Colin Turkington ausgangs Druids. Dieser blieb nach einem halben Dreher so unglücklich auf der Ideallinie stehen, dass Jack Goff ihn im gerade erst neu aufgebauten Vauxhall-Insignia breitseits erwischte. Folge waren zwei zerstörte Autos und eine rote Flagge zum Aufräumen. Anschließend purzelten die Zeiten recht rasch, wobei sich vor allem die Dynamics-Honda und Andrew Jordan im Pirtek-Honda an der Spitze des Zeitenboards abwechselten. Als dann zur Mitte des Qualifyings Schneefall einsetze und die Strecke feucht werden ließ, war die Messe schnell gelesen. Keiner konnte sich mehr verbessern und Jordan behielt die Bestzeit. Auf P2 kam Champion Gordon Shedden, gefolgt von Jason Plato, Mat Neal und Sam Tordoff. Drei Hondas und beide MGs in den Top5 schien bereits eine Ansage an die Kräfteverhältnisse für die BTCC-Saison 2013 zu sein und sollte sich auch später im Rennen bestätigen lassen. Auch Jeff Smith im zweiten Pirtek-Honda fuhr stark und erreichte mit P8 ebenfalls die Top10. Dave Newsham auf P6 und Adam Morgan auf P10 unterstrichen die bereits in den freien Trainings angedeutete, gute Leistung der Toyota. Frank Wrathall im Dynojet-Toyota hätte hier ebenso gut mitmischen können, bekam aber seine Zeiten gestrichen, weil er bei der Inspektion mit einer falschen Fahrzeughöhe auffiel – ein Problem, das am Rennsonntag noch weitere Opfer fordern sollte. Eine großartige Leistung zeigte Rob Austin in seinem Audi auf P7. Ebenso überraschend war Nick Foster als bester BMW auf P9, der damit schneller als Teamkollege Rob Collard auf P13 war. Enttäuschend dagegen war die Leistung der Motorbase-Ford, die außerhalb der Top10 blieben und auf die Plätze 12 (Mat Jackson) und 14 (Aron Smith) kamen. Bester Super 2000-Fahrer war Lea Wood im Vauxhall Vectra auf Position 16. Direkt dahinter qualifizierte sich Tom Onslow-Cole im Volkswagen CC. Dessen Leistung mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die Spitze ist insofern erwähnenswert, als dass man den neu aufgebauten CC erst am Samstag-Morgen an die Strecke gebracht und ohne jeglichen Testkilometer aus dem Hänger heraus in die Boxengasse geschoben hatte.

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Schneefall gab es dann zum Start von Rennen 1 zwar nicht, aber trotzdem blieb es bitterkalt. Einzig Rob Austin, Rob Collard, Adam Morgan und Colin Turkington entschieden sich vor dem Start für den weicheren Option-Tyre. Bei Austin schien diese Idee zunächst auch aufzugehen. Mit einem Raketenstart beförderte er sich von Startplatz 7 kommend noch vor der ersten Kurve auf Position 2. Dahinter läutete Champion Gordon Shedden seine BTCC-Saison mit einem ordentlichen Quersteher ausgangs Paddock Hill Bend ein, der zwar glimpflich ausging, aber dazu führte, dass sein Teamkollge Matt Neal ausweichen musste und dabei leicht mit dem Toyota von Dave Newsham aneinander geriet. In der Folge zeigte sich bei Neal Rauchentwicklung am rechten Hinterrad und auch Newsham musste einige Runden später sein Auto mit einem Folgeschaden abstellen.

Ende der ersten Runde konnte Rob Austin mit seinen weicheren Reifen dann erfolgreich den führenden Jordan angreifen, der dabei leicht neben die Ideallinie geriet und auch Jason Plato vorbei lassen musste. In der zweiten Runde löste Rookie James Cole eine Safety-Car-Phase aus, als er seinen Insignia im Kiesbett parkte. Der Restart erfolgte in Runde 7 und schnell konnte sich ein Führungstrio aus Rob Austin, Jason Plato und Andrew Jordan absetzen. Dahinter folgten Matt Neal, Sam Tordoff, Gordon Shedden, Mat Jackson, Jeff Smith und der vom letzten Startplatz heranstürmende Frank Wrathall. In Runde 14 hatten sich die Hoffnungen auf den ersten Sieg für Rob Austin allerdings erledigt, als seine Option-Tyres plötzlich signifikant einbrachen und er zunächst Plato und später auch Jordan ziehen lassen musste, die sich in der Folge auch beide von ihm absetzen konnten. Am Ende der Top 10 konnte der ebenfalls auf den weichen Reifen gestartete Adam Morgan auch nicht besonders auftrumpfen, sondern war vor allem mit dem Haushalten des Reifenverschleiß beschäftigt.

In Runde 16 kamen dann etwas überraschend beide Dynamic-Hondas in die Box. Matt Neal ließ seinen Schaden, den er durch die Kollision in der ersten Runde erlitten hatte, beheben und bei Gordon Shedden hatte sich kurz zuvor Gras vor dem Kühler gesammelt, als er bei dem Versuch seinen Teamkollegen auf der Start-Ziel-Gerade zu überholen, ausweichen musste. Beide Honda verloren in der Folge eine Runde und kamen auf den enttäuschenden Plätzen 19 (Shedden) und 21 (Neal) ins Ziel. Ein ähnliches Problem wie Shedden hatte auch Mat Jackson, der in seinem Ford in die Top 10 vorgefahren war, als in Runde 21 plötzlich sein Motor ausging, weil der Kühler durch Gras verstopft war.

An der Spitze des Feldes holte unterdessen Andrew Jordan immer weiter auf den führenden Plato auf. In der letzten Runde war er dann an der Stoßstange des MG angekommen und eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen Angriff versuchen würde. Dieser kam dann pünktlich in der letzten Kurve und hätte beinahe mit einem Eklat geendet. Plato hatte die Einfahrt in Clearways nicht ganz sauber erwischt und Jordan sah auf der Innenseite eine Lücke, die Plato aber sofort schloss. Jordan knallte dem MG dadurch auf das rechte Hinterrad und beide rodelten im Parallelflug ins Kiesbett. Wundersamerweise kamen beide aber sofort wieder aus diesem heraus und stürmten Staub hinter sich her ziehend noch vor dem an dritter Stelle liegenden Rob Austin in Richtung Ziellinie. Dahinter kamen die stark fahrenden Tordoff und Smith vor dem vom letzten Startplatz aus gestarteten Frank Wrathall ins Ziel. Es folgten Adam Morgan (Toyota), Colin Turkington (BMW), Aron Smith (Ford) und Ollie Jackson (Toyota). Der Sieg in der Jack Sears Trophy ging überraschenderweise an James Kaye im VW Golf. Den Punkt für die schnellste Rennrunde gewann Rob Austin, der zumindest in den ersten Runden als seine weichen Reifen noch frisch waren, sehr gute Rundenzeiten hinlegen konnte. Interessanterweise gab es nach dem Rennen im Parc Ferme keine bösen Worte zwischen Plato und Jordan wegen des Vorfalls in der letzten Kurve. Beide lachten und zeigten gute Laune über diesen „racing incident“. Da haben wir Jason Plato nach ähnlichen Vorfällen auch schon ganz anders gesehen …

aHier das gesamte Rennergebnis.

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Für Rennen 2 entschieden sich mit Sam Tordoff, Ollie Jackson, Dan Welch und Will Bratt wieder nur vier Fahrer für die weichere Reifenmischung. Beim Start kam Rob Austin dank seines Heckantriebs erneut gut weg, schnappte sich Jordan und bog Seite an Seite mit Polesitter Plato in Paddock Hill Bend ein. Auch Colin Turkington kam mit dem West Surrey-BMW gut weg, konnte die beiden Toyota von Morgan und Wrathall überholen und auf P5 vorfahren. Wrathall wollte das aber nicht so recht auf sich sitzen lassen und setzte sich in Runde zwei eingangs von Paddock Hill etwas zu optimistisch neben Turkington, was dem BMW-Mann einen spektakulären Ausflug ins Kiesbett einbrachte. Einige Meter später versenkte Ollie Jackson seinen Speedworks-Toyota bei der Einfuhrt zu Druids in die Leitplanken. Damit spielten drei der vier auf den weichen Reifen gestarteten Piloten schon keine Rolle mehr; Will Bratt musste seinen Audi bereits nach der Einführungsrunde mit einem Problem abstellen.

Nach einigen Runden tauchten die von weit hinten gestarteten Shedden, Neal und Mat Jackson bereits in den Top10 hinter dem letzten weichbereiften Auto von Tordoff auf. Vorne drehte Plato einsam seine Kreise, während um Platz zwei ein Kampf zwischen Rob Austin, Andrew Jordan und Frank Wrathall entbrannte. In Runde 7 konnte Jordan den Audi überholen und in Runde 9 versuchte es auch Wrathall, was jedoch in einer Kollision in Druids endete, die Austin das Rennen kostete und Wrathall einige Positionen zurück warf. Shedden, der zwischenzeitlich Tordoff überholt hatte, war damit plötzlich Dritter. Es folgten Jeff Smith, Wrathall, Tordoff, Neal, Mat Jackson, Morgan und Welch, der aber in der Folge weit zurückfiel, weil er in seinem Proton nur noch den sechsten Gang zur Verfügung hatte.

Während Plato seinen Vorsprung an der Spitze weiter ausbaute, konnte sich Matt Neal den MG von Tordoff schnappen und in der Folge Druck auf Wrathall ausüben. In Runde 20 löste David Nye dann durch eine Kollision mit dem Seat von Warren Scott in deren Folge er im Kiesbett strandete eine Safety-Car-Phase aus. Diese kam kurz vor Rennende natürlich ziemlich ungünstig für Jason Plato, der dadurch seinen Vorsprung einbüßte und mit Jordan, Shedden und Smith eine kleine Honda-Armada in seinem Rückspiegel hatte. Beim Restart zwei Runden vor Schluss behauptete er aber seine Position, während es dahinter zur dritten Kollison mit Beteiligung von Frank Wrathall kam. Diesmal kollidierte er mit Mat Neal vor Druids, wurde dabei aber selbst ins Kiesbett befördert während der Honda weiter fahren konnte. Auch wenn der Toyota an genau derselben ungünstigen Stelle stehen blieb wie kurz zuvor der Ford von David Nye, entschied sich die Rennleitung dieses Mal aus unerklärbaren Gründen gegen ein Safety Car. In der letzten Runde versuchten beide Dynamics-Honda noch mal Druck auf die vor ihnen fahrenden Markenkollegen Jordan beziehungsweise Smith auszuüben, blieben aber erfolglos.

Plato siegte somit auch in Rennen 2 und das diesmal mit dem vollem Zusatzballast von 45 kg. Seine herausragende Leistung wird noch dadurch unterstrichen, dass er auch die schnellste Rennrunde drehte. Es folgten die Honda von Jordan, Shedden, Smith und Neal. Komplettiert wurden die Top10 von Mat Jackson, Adam Morgan, Colin Turkington, Dave Nesham und Nick Foster. In der Jack Sears Trophy gewann diesmal Liam Griffin im Ford Focus knapp vor dem erneut stark fahrenden James Kaye.

Champion Gordon Shedden konnte sich nach dem Rennen jedoch nicht lange über seinen Podiumsplatz freuen. Bei der Nachkontrolle wurde bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und seine Resultate wurden gestrichen. Damit waren nicht nur die Punkte für Platz drei weg, sondern auch ein guter Startplatz für das letzte Rennen. Auch Frank Wrathall bekam nach dem Rennen Post von der Rennleitung. Wegen des Abschuss von Rob Austin belegte man ihn mit einer Geldstrafe und drei Strafpunkte auf seine Lizenz. Persönlich regelten Wrathall und Austin die Sache übrigens schnell und unkompliziert. Wrathall entschuldigte sich und Austin sah die Situation als ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass er im letzten Jahr Dan Welch an gleicher Stelle aus dem Rennen befördert hatte. Britischer Sportsgeist halt.

aHier das komplette Rennergebnis

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Der Draw für die Startaufstellung für Rennen 3 beförderte zunächst den Siebtplatzierten Adam Morgan im Toyota auf die Pole Position. Durch die Disqualifikation Sheddens rückte er im Rennergebnis jedoch auf Rang sechs vor und Mat Jackson erbte die Pole. Bis auf die acht schon auf den weichen Reifen gestarteten Fahrer, mussten für dieses Rennen alle übrigen NGTC-Piloten den Option-Tyre aufziehen. Beim Start konnte Jackson seine Führung zunächst behaupten. Dahinter machte Colin Turkington nach einer leichten Kollision mit Jason Plato erneut Bekanntschaft mit dem Kiesbett in Paddock Hill Bend.

Zum Ende der ersten Runde konnte sich dann Mat Neal in Clearways an Morgan vorbei auf P2 vorschieben. Kurz darauf knallte des dann heftig: Dave Newsham drehte sich mit seinem Toyota in Paddock Hill und räumte dabei Rob Austins Audi ab, der sich bei voller Fahrt zur Innenseite wegdrehte und vehement mit der Fahrerseite in die Streckenbegrenzung einschlug. Der Audi war danach ein Totalschaden. Glücklicherweise konnte Austin unverletzt aussteigen und begutachtete direkt den Schaden am gerade neu aufgebauten Auto. Leider verpennte ITV4 nach der folgenden Safety-Car-Phase den Restart. Mat Jackson konnte jedoch erst einmal seine Führung behalten, wurde dann vor Graham Hill-Bend jedoch plötzlich langsam und musste Neal, Plato und Morgan vorbeiziehen lassen. Im weiteren Rennverlauf hatte es der Ford immer wieder mit Motoraussetzern zu tun, wodurch ein mögliches gutes Resultat vernichtet wurde. Jackson wurde nach der guten Ausgangslage mit der Pole-Position am Ende nur enttäuschender Zehnter.

Gordon Shedden war unterdessen vom letzten Startplatz aus gestartet schon Siebter und machte Jagd auf Jeff Smith und Sam Tordoff. Der MG-Pilot konnte unterdessen mit seinen harten Reifen in Runde 17 an Andrew Jordan vorbeigehen und danach auf seinen Teamkollegen Plato aufholen, den er letztendlich ebenfalls überholen konnte und damit Dritter hinter Adam Morgan war. Plato war mit den weicheren Reifen in Kombination mit dem Zusatzballast an die Grenzen der Fahrbarkeit gestoßen und hatte keine Chance auf ein weiteres Podium. Kurz darauf überholte auch Shedden Smith und Plato und schloss im Windschatten Tordoffs immer weiter zum Toyota von Morgan auf.

Mat Neal führte unterdessen mit einem gesunden Vorsprung von rund zwei Sekunden. Dahinter griff dann in Runde 25 Tordoff Morgan ausgangs Clearways an, was beide Piloten neben die Ideallinie kommen ließ und Shedden erlaubte, an beiden vorbeizugehen. Bis zum Rennende konnte der Schotte dann noch zu seinem führenden Teamkollegen aufschließen, diesen jedoch nicht mehr überholen. Rennen 3 endete mit einem Dynamics-Doppelsieg, gefolgt von den sehr gut fahrenden Sam Tordoff und Adam Morgan, der sein erstes Podium nur knapp verpasste. Jason Plato wurde nach seinen beiden Siegen Fünfter. Dahinter platzierten sich Jordan, Jeff Smith, Wrathall und Turkington. Der Sieg in der Jack Sears-Trophy ging zunächst an Lea Wood, der in den beiden ersten Rennen noch technische Probleme gehabt hatte. Bei der Nachkontrolle wurde aber auch bei ihm eine falsche Fahrzeughöhe festgestellt und so erbte Liam Griffin den Sieg.

aHier die Resultate von Rennen 3

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Insgesamt scheinen die MG sehr stark zu sein. Insbesondere mit den harten Reifen funktionieren sie sehr gut, wofür Platos Sieg mit vollem Ballast in Rennen 2 und Tordoffs Fahrt aufs Podium in Rennen 3 sprechen. Das Vorhaben, insbesondere das Fahrwerk und die Reifennutzung über den Winter zu verbessern, scheint also gefruchtet zu haben. Ebenfalls sehr stark sind wie erwartet die Honda von Dynamics. Nachdem die Probleme in Rennen 1 und Sheddens ärgerliche Disqualifikation in Rennen 2 noch gute Resultate verhindert haben, zeigte sich mit dem Doppelsieg in Rennen 3, bei dem Shedden von ganz hinten aufs Podium fuhr, dass mit den Hondas auch weiterhin zu rechnen sein muss. Ebenfalls stark sind die Hondas von Eurotech. Dass Andrew Jordan schnell ist, war eigentlich klar, aber beeindruckend waren auch die drei guten Resultate von Jeff Smith, die ich ihm so nicht zugetraut hätte.

Arbeit gibt es dagegen noch bei West Surrey. Die BMWs scheinen noch an einigen Kinderkrankheiten zu leiden. Rob Collard erlebte mit drei Ausfällen ein Wochenende zum Vergessen. Mehrere technische Probleme, darunter ein mysteriöses Leck im Wasserkreislauf, brachten ihm kein einziges zählbares Resultat ein. Dass die Ausgangsbasis des BMW aber nicht schlecht ist, konnte Colin Turkington zeigen, der im ersten Rennen vom letzten Startplatz auf P8 vorfuhr und bessere Resultate in den anderen Rennen nur dadurch verpasste, weil er jeweils unsanft von der Strecke befördert wurde.

Ziemlich enttäuschend ist die Performance der Ford Focus von Motorbase. Technische Probleme und kaum zählbare Resultate dürften das Team vor einen großen Berg Arbeit stehen lassen. Aron Smith konnte in Rennen 1 und Mat Jackson in Rennen 2 und 3 zwar in die Top10 fahren, beide wirkten aber dennoch blass und von der guten Leistung, die der Focus zum Ende der letzten Saison gezeigt hat, ist wenig zu sehen.

Erwartungsgemäß gut lief dagegen der Toyota von Frank Wrathall, der bessere Resultate nur durch seine ungestüme Fahrweise zunichte gemacht hat. Etwas überraschend ist der vom Cicely-Team eingesetzte Toyota von Adam Morgan das ganze Wochenende besser unterwegs gewesen, als die beiden Avensis von Speedworks. Morgan war das ganze Wochenende, egal ob in den Trainings oder in den Rennen, unter den Top 10 zu finden und ist sicherlich die größte Überraschung des Saisonauftakts.

Sehr gut war auch die Leistung von Rob Austin. Ein starkes Qualifying wurde von einem Podium in Rennen 1 gekrönt. Weitere mögliche gute Resultate wurden dann nur wegen des Abschusses durch Wrathall in Rennen 2 und den schweren Unfall in Rennen 3 nicht möglich. Enttäuschend war dagegen Will Bratt im zweiten Audi, der nicht annähernd an die Leistung seines Teamkollegen und Chefs heran kam.

Sehr enttäuschend sind auch die Fahrzeuge von Tony Gilham Racing. Die Insignias sind im Vergleich zu den anderen NGTC-Fahrzeugen erschreckend langsam und konnten überhaupt keine Akzente setzen. Lichtblick und ein Teilerfolg ist aber immerhin das Debüt des selber entwickelten Volkswagen CC. Dafür dass das Team das Auto erst in der Nacht zu Samstag fertig gestellt hat und ohne Testkilometer in die freien Trainings ging, sind Platz 14, 16 und nur ein Ausfall gar keine schlechten Resultate.

In der Jack-Sears-Trophy machte James Kaye im mittlerweile etwas betagten VM Golf von AmD-Tuning eine besonders gute Figur und sicherte sich einen Sieg. Liam Griffin als einer der Favoriten auf den Trophy-Titel war in Rennen 2 und 3 erfolgreich. Lea Woods Wochenende war dagegen nach technischen Problemen und der Disqualifikation in Rennen 3 zum Vergessen. Ganz ordentlich unterwegs war auch David Nye im Welch-Ford Focus, der in Rennen 3 bis zu einem Fahrfehler kurz vor Schluss in der Jack Sears-Trophy in Führung lag.

Erwähnenswert ist vielleicht noch M247-Racing, die einen S2000-Cruze einsetzen. Nachdem kurz vor dem Start zu Rennen 1 plötzlich eine Antriebswelle brach, stellte man überrascht fest, dass man auch kein Ersatzteil dabei hatte. Ein Start in Rennen 2 war damit nicht möglich, aber eine Delegation des Teams machte sich auf den Weg, um eine neue Antriebswelle zu besorgen. Diese traf dann eine halbe Stunde vor dem Start zu Rennen 3 tatsächlich ein, wurde in Windeseile eingebaut und Joe Girling konnte schließlich doch noch in seine Saison starten. Im Rennen wurde man zwar Letzter, kam aber immerhin ins Ziel. Die ganze Situation war dabei wunderbar über Twitter zu verfolgen, wo das Team immer wieder neue Zwischenberichte über den Stand bei der Suche nach einer Antriebswelle lieferte.

Eine genauere Analyse über die Reifensituation spare ich mir jetzt. Erstens sind eindeutige Aussagen wegen der niedrigen Temperaturen am Wochenende schwierig und zweitens sind drei Rennen, in denen selbst die Teams eher rätselten als dass sie mit den Reifen eine klare Strategie verfolgten, noch zu wenig, um klare Erkenntnisse zu bieten. Grundsätzlich stellte sich der weichere Reifen in Brands Hatch aber eher als Nachteil heraus. Das Einbrechen bei Rob Austin in Rennen 1 und die starke Leistung von Tordoff und Morgan in Rennen 3, als fast alle anderen Konkurrenten die weichen Reifen fuhren, sprechen zumindest dafür.

Das nächste Rennen findet am 21. April in Donington statt. Gefahren wird auf dem 3,149 Kilometer langem National Circuit. Hier ein paar Infos zur Strecke mit Streckenplan und den Siegern der vergangenen Jahre. Falls ich Zeit finde und sich bis dahin noch einige Neuigkeiten ergeben, wird es noch mal eine kurze separate Vorschau geben. Falls irgendwelche Fragen sind, könnt ihr diese auch gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht kann ich im nächsten Beitrag dazu Antworten liefern.

Zum Abschluss ahier noch der Link zu den aktuellen Ständen in der Meisterschaft.

 

 BTCC: Analyse Brands Hatch

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June 20 2011

15:12

Formel Eins: Der James Allen Strategiereport Kanada

Ohne jede Zweifel war das GP von Kanada ein absoluter Klassiker. Alles war dabei: klasse Racing, Safety Cars, Regen, Kollisionen und einige sehr enge strategische Entscheidungen, die man oft mit wenig Daten im Rücken treffen musste.

Die Strategen hatten im letzten Rennen alle Hände voll zu tun und daraus wurde dann ein faszinierendes Rennen. Jenson Button gewann das Rennen, obwohl er eine Durchfahrtsstrafe bekam, 5 Boxenstopps plus zwei Kollisionen hatte und fast eine komplette Runde mit einem platten Reifen absolvierte. Die Leistung wird noch erstaunlicher, wenn man sich das Rennen so ansieht: Von den geplanten 70 Runden wurden nur 38 wirklich ein Rennen gefahren. Die anderen 32 Runden fanden hinter dem Safety Car statt. Und in Runde 40 war Button auf dem letzten Platz. Wie hat er das geschafft?

Die Antwort liegt in einer Mixtur aus Strategie, guten Rundenzeiten und Überholmanöver. Button und seine Strategen haben es einfach hinbekommen.

Das Rennen von Button unter dem Mikroskop

Um das Rennen von Button zu verstehen, muss man sich die Entscheidung von McLaren vor Augen führen, die seinen Wagen mit deutlich mehr Abtrieb ausgestattet hatten, als das bei der Konkurrenz der Fall war. Das gilt besonders für den Abtrieb im Heckbereich. Auch wenn er im Nassen nicht schneller war als die Konkurrenz, kam der Abtrieb und die Balance des Wagen voll zur Geltung, als er auf Intermediates unterwegs war. In dieser Phase holte er den größten Teil seines Rückstands auf. Als Beispiel: Er war in der 40. Runde letzter, aber in Runde 51 war er auf P9.

Man könnte sich das Rennen vor der Unterbrechung durch die rote Flagge ansehen, aber das wäre rein akademisch. Buttons Probleme durch die Kollisionen mit Hamilton und Alonso, seine vielen Stopps, der defekte Reifen und die Durchfahrtsstrafe waren Vergangenheit, als das SC in Runde 40 raus kam.

In diesem Moment wurde das Rennen auf Anfang gestellt. Ab hier, mit einem gut abgestimmten Wagen auf Intermediates, mit einem weiteren Stopp auf die Slicks und DRS holte er sich das Rennen, in dem er einen nach dem anderen überholte.

Er war in Runde 51 einer der ersten, die auf die Slick gewechselt hatten und dies war einer der entscheidenden Punkte. Webber war eine Runde zuvor an der Box gewesen und seine Sektorenzeiten zeigten, dass es Zeit für die Slicks war. Als Button auf P10 lag holte er sich seine Supersoft und kam sofort auf ein erstaunliches Tempo. Zu dieser Zeit lag er 27 Sekunden hinter Vettel.

Red Bull war in Kanada sehr vorsichtig mit den Entscheidungen für Vettel und wartete ein paar Extra-Runden mit der Entscheidung für die Slicks um ganz sicher zu gehen. Webber entschied sich früher für die weichen Reifen, teilweise um sich selber eine bessere Chance zu geben, teilweise, damit Red Bull sich die Daten anschauen konnte, um den richtigen Moment für Vettel zu finden. Sie blieben auch vorsichtig, als Button reinkam und liessen Vettel weitere 2 Runden draussen. Als Vettel endlich seine weichen Reifen hatte, war Button nur noch 15 Sekunden hinter ihm und vor allem 2 Sekunden pro Runde schneller.

Viele Fans fragen sich, ob Button auch ohne die letzte SC-Phase in den Runden 59/60 hätte gewinnen können. Vettel hat durch die SC-Phasen viel Zeit verloren, insgesamt waren das 20 Sekunden Vorsprung.

Aber selbst ohne die letzte SC-Phase wäre es eng geworden. Button war auf P4 und holte schnell auf Vettel auf. Bei 12 Runden Renndistanz betrug sein Rückstand noch 17 Sekunden, und er hätte Vettel vielleicht auch ohne SC geschnappt. Man sollte auch nicht vergessen, dass er Vettel mit Reifen eingeholt hat, die 2 Runden älter waren.

Ein paar Gedanken zu den konservativen FIA Renndirektoren

Eine interessanter Trend, den man in den letzten Rennen immer wieder sehen kann, ist dass Charlie Whiting dazu tendiert, dass SC schnell und sehr lange auf die Strecke zu lassen. Dazu kommen Anweisungen wie in Kanada, dass alle auf Full-Wets hinter der SC starten müssen. Es hat den Anschein, dass er immer mehr Risiko vermeiden möchte, was wiederum die Rennstrategie entscheidend beeinflusst.

In Kanada konnte man sehen, dass Team wie Sauber und Renault mit der vorsichtigen Einstellung von Whiting gerechnet hatten und davon ausgingen, dass Whiting das Rennen stoppen würde, nach dem das SC in Runde 20 raus kam.

Die meisten Teams nutzen das Safety Car um neue Reifen zu holen, aber Renault ließ Heidfeld und Petrov ebenso draussen, wie Sauber Kobayashi und De La Rosa. Force India ließ sogar Sutil draussen, der auf Intermediates unterwegs war. Alle hofften, dass die rote Flagge kommen würde, und die bekamen sie auch.

Auch wenn der Stopp hinter dem SC nur 14 Sekunden kostete, er führte dazu, dass die Mutigen/Geduldigen nach vorne gespüöt wurden. Und als das Rennen abgebrochen wurde, und Whiting entschied, dass alle auf Full-Wets starten müssen, bekamen sie auch noch ihren Reifenwechsel ohne Zeit zu verlieren.

Heidfeld kam von P6 auf P4, di Resta von P9 auf P6 und Sutil von P17 auf P13. Kobayashi konnte sich diebisch freuen, dass Alonso, Rosberg und Schumacher vor ihm auf Intermediates gewechselt hatten um dann festzustellen, dass sie beim neulich einsetzenden Regen einen Fehler gemacht hatten, was den Japaner auf P2 brachte. Und dann konnte er in der Unterbrechung bequem seine Reifen wechseln.

Man muss feststellen, dass die Kombination von Kobayashi und den Strategen von Sauber, die in der Vergangenheit schon mutige Entscheidungen getroffen haben, gut funktioniert. Er ist nicht nur ein exzellenter Fahrer, er spielt auch mit der Strategie.

(Zwei Anmerkungen von mir: 1. Sorry, dass der so spät kommt, ich hatte einfach keine Zeit für die Übersetzung. 2. Ich bin nicht ganz der Meinung von James, was die Annahme angeht, dass Button Vettel auch dann eingeholt hätte, wenn die letzte SC-Phase nicht gekommen wäre. 17 Sekunden in 12 Runden sind einfach etwas viel, zumal Button in den letzten Runden, als Red Bull und Vettel auf die nahende Bedrohung reagierten, auch nicht mehr so schnell ran kam. Der Fehler von Red Bull war, nach dem Restart Button nicht auf dem Schirm zu haben, weil man dachte, dass man mit Webber ein Polster haben würde. )

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June 14 2011

08:31

Formel Eins: Analyse GP Kanada 2011

Das Rennen in Montreal ist immer für viel Abwechslung gut, doch was man Sonntag sehen konnte, war Drama und Rennaction pur.

Im Grunde konnte man das enttäuschte Gesicht von Vettel auf dem Podium verstehen, doch eigentlich hätte er lachen müssen. Mal wieder ein zweiter Platz, dazu hatten sich alle Konkurrenten im Rennen selbst eliminiert, sieht man mal vom Mann ab, der auf dem Podium links neben ihm stand und übers gesamte Gesicht strahlte. Jenson Button war ein unfassbares Rennen gelungen, eines, das in die Geschichte eingehen wird, eines, dass die Karriere von Jenson Button auch in vielen Jahren überstrahlen wird und zu dem er wieder und wieder befragt werden wird: “Jenson, wie war das damals in Kanada?” Ich hab zu Hause meine Bibliothek in Sachen F1-Rennen gewälzt und im Netz geforscht. Aber ich habe niemanden gefunden, der nach zwei Unfällen, einer Durchfahrtsstrafe und sechs Boxenstopps vom letzten Platz im Feld ein Rennen gewinnen konnte. Dass, was Button da geleistet hat, war einfach brillant.

Dabei hatte sein Tag nicht gerade gut angefangen. Die merkwürdige Kollision mit seinem Teamkollegen war da nur die eine Sache. Man gibt Hamilton die Schuld, der, das sieht man auf den Bildern, auch weit davon entfernt war, auf gleicher Höhe zu sein. Button hatte das Recht, eine Linie zu fahren, die auch von allen anderen Fahrer genutzt wurde. Vermutlich rechnete er damit, dass Hamilton die innere Linie wählen würde, und wollte so für die dann folgende Linkskurve wiederum seine Linie abdecken. Hamilton entschied sich aber anders. Ein Rennunfall. Einerseits. Andererseits muss sich Hamilton den Vorwurf gefallen lassen, warum mal wieder davon ausging, dass man ihm freiwillig Platz macht. Das war schon in Monaco zu sehen, wo er sehr aggressiv zu Werke ging, in Kanada war das nicht anders.

Hamilton steht im Moment schwer in der Kritik. Aus dem Paddock sind im Moment viele Gerüchte zu hören, darunter solche, die sagen, dass er bei McLaren nicht mehr sonderlich glücklich ist. Button ist es gelungen, das ehemals reinrassige Hamilton-Team, in dem er eigentlich eine Art “1b” war, mehr und mehr auf seine Seite zu ziehen. Weitere Gerüchte bringen Hamilton mit Red Bull in Verbindung. Er soll am Wochenende in einem langen Gespräch mit Christian Horner gesichtet worden sein und die Idee, dass die Österreicher, mangels eigenen guten Nachwuchs, sich eine Verpflichtung von Hamilton vorstellen könnten, ist sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dazu kommt, dass er und Adrian Newey eine Freundschaft pflegen. Zumindest heizen die Gerüchte die “Silly Season” kräftig an.

Doch zurück zu Button. Der nutzte den Chrash mit Hamilton und die darauf folgende SC-Phase zu einem Boxenbesuch und holte sich Intermediates. Er blieb bis zur Rennunterbrechung um Mittelfeld, erlaubte sich danach aber den Luxus der Durchfahrtsstrafe und viel auf den letzten Platz zurück. Sein Glück war, dass es erneut eine SC-Phase gab. Sein Abstand zu Vettel betrug 30 Runden vor Schluss rund 12 Sekunden, wuchs aber bis Runde 50, als er schon wieder auf Platz 8 lag, auf 27.893 Sekunden an. In Runde 51 kam er zu seinem letzten Stopp, nahm die SuperSoft, fiel aber nicht zurück sondern reduzierte den Abstand zu Vettel, der später kam, auf 19.691 Sekunden in Runde 54. Rund 10 Sekunden vor ihm kämpften derweil Schumacher und Webber um P2. Die 20 Sekunden hätte er vermutlich nicht mehr aufholen können, hätte es nicht in Runde 58 eine weitere SC-Phase gegeben.

Wichtig war auch, dass er nach dem Restart in Runde 60 sehr schnell an Webber und Schumacher vorbei kam. Wäre er hier hängen geblieben, hätte er Vettel nicht mehr einholen können. Die vielen SC-Phasen haben seine Aufholjagd sicher stark unterstützt, aber es bleibt dabei, dass er vom Ende des Feldes bis zur letzten Runde, fast jeden vor ihm fahrenden Piloten überholen konnte. Sein Sieg war begünstigt durch den Fehler von Vettel, als der in der Schikane leicht auf nassen Teil des Asphalts kam und nicht sauber einlenken konnte, aber er war so knapp dran, dass er auf der Geraden vermutlich eh in DRS-Reichweite gewesen wäre.

Aber trotz allem: Ein sensationelles Rennen von Jenson Button.

Ebenfalls richtig gut unterwegs war Michael Schumacher. Ihm und seinen Mercedes kam das schlechte Wetter zu Gute, man hatte eine Mischabstimmung gewählt und auf etwas höhere Abtriebswerte gesetzt. Schumacher schnitt teilweise wie in seinen besten Zeiten durch das Feld, versuchte sich auf P2 liegend beim Restart sogar kurz an Vettel, der ihn aber auskonterte. Aber mit zwei schnellen Wagen hinter sich war er auf P2 einfach eine “sitting duck”. Ohne DRS, nur mit KERS, konnte er sich gegen Webber einigermaßen wehren, aber auf Dauer war klar, dass beide würde passieren lassen müsse. Für einen Moment dachte ich noch, dass der Taktikfuchs Schumacher Webber extra vorbeilassen würde, um ihn in der letzten oder vorletzten Runde mit DRS dann seinerseits auf der Geraden zu holen, aber Webber schaffte sich auf Slicks genug Polster, um genau das zu vermeiden.

Vettel hat das Rennen aber nicht nur wegen seines Fehlers verloren. Der kam überhaupt erst zustande, weil er sich gegen Button wehren musste. Der Weltmeister gab nach dem Rennen offen zu, dass er zwischen durch nicht aggressiv genug unterwegs war, weil kein Risiko eingehen wollte. Offenbar hatte aber auch der Red Bull Kommandostand die heran rollende Gefahr in Form von Button unterschätzt, sonste hätte man ihm früher ein “Push” gefunkt.

Ferrari, die auf der Strecke ohne Hochgeschwindigkeitskurven, erstaunlich gut aussahen, hatte dann ein desaströses Wochenende. Alonso, dessen Rennen eh etwas zäh lief, schmiss Button die Tür zu, als der in einer Schikane schon neben ihm war. Der F150 blieb auf einem Curb hängen und sah etwas traurig aus. Massa, der etwas besser darauf zu sein schien und das Rennen in Runde 20 sogar mal anführte, hatte etwas Pech. Bis Runde 51 lag er bequem auf P3, dann holte er sich neue Reifen und auf seiner Outlap kam ihm Karthikeyan in die Quere. Der Inder blieb beim Überrunden brav auf seiner Spur, nur ging Massa zum Überholen mit Slicks ins Nasse und drehte sich. Der Ferrari-Mann brauchte eine neue Nase und fiel auf P15 zurück, tobte dann aber durchs Feld und holte, auch begünstigt durch die letzte SC-Phase auf dem Zielstrich noch P6 vor Kobayashi. Der Abstand betrug gerade Mal 0,045 Sekunden.

Während Button, Vettel, Webber, Schumacher und Massa zu glänzen wussten, lief es für andere schlecht. Neben Hamilton war das Wochenende auch für Rosberg, Heidfeld und Sutil eher miserabel. Warum Rosberg nicht Schwung kam ist noch nicht bekannt, er blieb blass im Mittelfeld hängen. Für Heidfeld lief es besser, er hielt Petrov endlich mal hinter sich, blieb aber dann an Kobayashi mit dem Frontflügel hängen, als der aus Turn 2 nicht direkt rausbeschleunigte. Ein unter Fahrern üblicher Trick im Apex nicht Gas zu geben, sondern einen winzigen Moment zu warten, damit der andere vom Gas geht und damit Boden verliert. Heidfeld flog dann mit defekten Flügelwerk ab.

Sutil hatte mal wieder ein schlechtes Wochenende. Paul di Resta hatte ihm in der Quali 5 Zehntel aufgebrummt, im Rennen lief es auch nicht besser. Während Sutil im Mittelfeld rumkämpfte konnte di Resta, auch dank besserer Strategie, teilweise bis auf P5 vorfahren, bevor er sich in Runde 42 seinen Flügel an Wagen von Heidfeld zerstörte. Sutil zerdepperte seinen Flügel ebenfalls und stellte den Wagen dann später nach einem Zweikampf verbogen in der Box ab. Für Sutil wird die Luft langsam dünn, denn zum einen sind seine Rennen in diesem eher schlecht, zum anderen düpiert ihn di Resta an fast jedem Wochenende. Wie lange wird es dauern, bis Vijay Mallya dann Nico Hülkenberg mal ausprobiert?

Kurz zu den anderen:

- Mal wieder Lob für Petrov. Der behielt alle Teile am Auto und blieb auch auf der Strecke. P5 ist ein sehr gutes Ergebnis.

- Beide Toro Rosso in den Punkten. Alguesuari auf P8, Buemi auf P10.

- Endlich mal wieder Punkte für Williams, denn Barrichello kam auf P9. Dennoch enttäuscht der FW33 weiter auf der ganzen Linie.

- Etwas mehr hätte ich mir auch von de la Rosa erwartet, der ja für Perez eingesprungen war. Das war sicher knapp, das Auto nicht auf ihn vorbereitet, aber bei dem Chaos nur P12 ist dann doch etwas wenig. Nebenbei: Esteban Guiterrez, der eigentliche Test/Ersatzfahrer von Sauber, tobte auf Twitter in Mexikanisch, dass er nicht nach Kanada eingeladen worden sei. Das löschte er dann wieder und schrieb, immer noch angesäuert “It’s a shame to hear about Montreal, hope “Checo” gets better, but I never received indication to prevent this situation. I was ready..”

- Luizzi schipperte den HRT auf P13. Vor beiden Virgin und Lotus, die wegen technischer Probleme nicht voran kamen.

In der WM sieht es so aus:

Vettel – 161
Button – 101
Webber – 94
Hamilton – 85
Alonso – 69
Massa – 32
Petrov – 31
Heidfeld – 29
Schumacher – 26
Rosberg – 26

Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada F1_Kanada_2011_1 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_4 Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Qualifying F1_Kanada_2011_7 F1_Kanada_2011_8 F1_Kanada_2011_9 F1_Kanada_2011_10 F1_Kanada_2011_11 Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. Formula One World Championship, Rd 7, Canadian Grand Prix, Race, Montreal, Canada, Sunday 12 June 2011. F1_Kanada_2011_15 F1_Kanada_2011_16 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Canada Canadian F1 Grand Prix - Qualifying Canadian F1 Grand Prix - Race Canadian F1 Grand Prix - Race F1_Kanada_2011_23 F1_Kanada_2011_24 F1_Kanada_2011_25 F1_Kanada_2011_26 F1_Kanada_2011_27 2011 Canadian Grand Prix 2011 Canadian Grand Prix F1_Kanada_2011_30

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January 27 2011

16:34

NASCAR: Neue Regeln 2011

Seit Wochen wurde spekuliert, dass die NASCAR ihre Regeln in Sachen Chase und Punktesystem verändern möchte. Und genau das ist tatsächlich eingetreten.

Das es in diesem Jahr Änderungen am Chase-Format geben würde, hatte sich schon im letzten Sommer abgezeichnet. Die Fans waren und sind noch nie so richtig mit dem Chase warm geworden, vor allem, weil im Grunde immer die gleichen Fahrer drin sind und gleichzeitig Lieblinge wie Earnhardt oder Montoya meist nur zuschauen dürfen. Denen gibt man jetzt eine bessere Chance mittels eines Wild-Card Systems. Denn es werden ab sofort die besten 10 Piloten für den Chase ausgewählt, plus zwei, die die meisten Siege haben und die innerhalb der Top 20 platziert sind. Im letzten Jahr hätte so Jamie McMurray den Sprung in den Chase geschafft, David Reutiman und Ryan Newman, die ebenfalls einen Sieg hatten, wären nicht qualifiziert gewesen, weil Kurt Busch auf Platz 11 ebenfalls 2 Siege hatte. Hat keiner der Fahrer zwischen Platz 11 und 20 einen Sieg auf dem Konto, rutschen die Fahrer in den Chase, die punktemäßig auf Platz 11 und 12 liegen. Auch das Punktsystem wurde überarbeitet, und eine sehr interessante Neuerung gibt es jetzt für die Qualifikation.

Ab sofort bekommt der Sieger 43 Punkte, die nachfolgenden Piloten erhalten jeweils einen Punkt weniger, bis der letzte nur noch einen Punkt bekommt. Das soll die Sache übersichtlicher machen. Auch das Bonussystem ist neu. Es gibt weiterhin Bonuspunkte (3) für einen Sieg, einen für eine Führungsrunde und einen für die meisten geführten Runden. So wie ich das verstanden habe, bekommt man die aber nur dann, wenn man das Rennen auch gewinnt. (Winners also can earn an extra point for leading a lap and leading the most laps [Quelle]) Gelingt das nicht, gibt es auch keine Punkte. Die Bonuspunkte für den Sieg gibt es wie immer zu Beginn des Chase.

Änderungen gibt es auch bei der Qualifikation und beim Training. Letzteres wird aufgewertet und ist nun viel wichtiger. Denn die Reihenfolge in der Quali richtet sich nach den Zeiten, die man in den freien Trainings erzielt hat. Der langsamste muss zu erst raus, der schnellste kommt als letzter dran. Das kann, muss aber nicht auf allen Strecken ein Vorteil sein. Fällt die Quali wegen Regen aus, ergibt sich die Startaufstellung ebenfalls aus der Reihung aus dem Training. Bedeutet, dass man schon im letzten Training darauf achten muss, dass man möglichst weit vorne ist. Das ändert vor allem auf den Shorttracks die Herangehensweise der Teams massiv.

Sonstige Änderungen:
- Die Reifensätze im Training werden von sechs auf fünf limitiert
- Es gibt ein neues Tanksystem. Die Kanne hat jetzt ein eigenes Entlüftungssystem, der “Catch-Can-Man” entfällt
- Es gibt eine neue Front am Wagen. Die Streben am Splitter entfallen, die neue Front ist runder. Das soll den Herstellern erlauben, neue Frontpartien einzusetzen. Ford wird vermutlich den Mustang wählen, Chevy evtl. den Camaro, Dodge hat eh den Charger. Nur was Toyota macht ist unklar.
- Die Motoren werden nicht auf Einspritzung umgestellt. Das soll 2012 passieren.

Fazit:
Ein paar gute Ideen von der NASCAR, auch das neue Wild-Card Modell gefällt. Ich hab mal geschaut, wie dass in den letzten Jahren den Chase verändert hätte:

2010: Jamie McMurray statt Jeff Burton
2009: Kyle Busch statt Carl Edwards
2008: Kasey Kahne statt Matt Kenseth
2007: Keine Änderung

Davor waren nur die besten 10 qualifiziert.

Im Grunde werden Siege mehr belohnt. Das Punktsystem und die Wild-Card Option verlangen nun, dass man mehr Siege einfährt, um am Ende eine Chance auf den Chase zu haben. Auf der anderen Seite sieht man, dass die Änderungen meist nur kosmetisch sind. McMurray oder Burton, Kahne oder Kenseth sind, bei allem Respekt, nur marginale Veränderungen, die am Format selber nichts ändern.

Das neue Punktsystem ist gut, wird aber vor allem bei den Statistikfans nicht auch sehr viel Gegenliebe stossen. Auf anderen Seite – es gilt ja erst seit 1975, davor gab es auch ein anderes System. Es ist zumindest besser zu verstehen, als das alte.

Die wichtigste Änderungen dürfte das Training betreffen. Das die Quali-Aufstellung nach dem Ergebnissen im Training ausgerichtet ist und im Notfall so auch die Startaufstellung gefunden wird, verändert für die Teams viel, gerade, wenn man mit Regen rechnen muss. Man hat weniger Zeit für die Rennabstimmung und muss zur Not die Arbeit komplett auf den Samstag verschieben. Sollte es da auch regnen, wird die Arbeit im Rennen groß sein. SpeedTV wird sich auch freuen, denn der Freitag wird damit sehr aufgewertet. Das neue Quali-Format ist auch fairer, nach dem alten System wurde die Startreihenfolge ja nach der Meisterschaftswertung ermittelt.

June 30 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das Safety Car Chaos von Valencia wird weiter fleißig diskutiert. Während Ferrari irgendwie auch den Frust des WM-Aus in Südafrika an der FIA abarbeiten, macht sich auch Williams-Technikchef Sam Michael
dafür stark, dass man über die Modalitäten nachdenkt. Er spricht sich dafür aus, dass man generell die Sache anpackt, und nicht, wie sonst, so lange rumwurschtelt, bis es gerade mal passt.

// Robert Kubica ist eigentlich ein begehrter Mann. Er ist extrem schnell, er hat mittlerweile sehr viel Erfahrung und so mit wäre er durch aus ein Kandidat für eines der Top Teams. Doch der Pole hat das Pech, dass alle Teams, die momentan vor Renault liegen, keinen Platz frei haben. McLaren, Red Bull, Ferrari und Mercedes sind für 2011 komplett dicht, verschlechtern will er sich wohl auch nicht. Sein Manager, Daniele Morelli, stellte klar, dass man 2011 aus Mangel an Alternativen bei Renault bleiben würde. 2012 sei dann allerdings wieder ein anderes Thema.

// Update Vorschau für Silverstone: McLaren wird ein großes Update bringen, Mercedes schraubt mit wachsender Verzweiflung ebenfalls neue Teile an und Williams wird auch nachlegen. Red Bull wird, wenn überhaupt, nur Kleinigkeiten verändern.

// Und dann ist da noch eine Meldung, die völlig überraschend kommt: Die Kleine Zeitung aus der schönen Steiermark berichtet, Bernie Ecclestone plane mit der Formel 1 auf den ehemaligen A1-Ring in Spielberg zurückzukehren – und zwar womöglich schon 2011. Im Fahrerlager von Valencia war wohl gelegentlich das Gerücht zu hören, dass eines der Asien-Rennen durch den Österreich-GP ersetzt werden könnte. Welches das sein mag, ist allerdings völlig unklar. In Singapur hat man gerade erst angefangen zu fahren, Korea ist wohl – sofern rechtzeitig fertig – für die nächsten Jahre fix, gleichfalls Indien. Bleiben Suzuka, Shanghai und Sepang. Aber ob man wirklich einen dieser Läufe dafür opfern will? Oder ist mit dem “Asien-Rennen” am Ende der Türkei GP gemeint? Zu früh sollte man sich allerdings nicht freuen – eine F1 Rückkehr wäre wegen der strengen Umweltkriterien für Rennen am zukünftigen Red Bull Ring wohl kompliziert.

// Wie vergangene Woche schon spekuliert, hat die IRL am Wochenende im Rahmen des NASCAR-Rennens ihren Vertrag mit dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon über die Austragung eines Rennens in der kommenden Saison bekanntgegeben. In den 90er-Jahren war die CART bzw. später die IRL schon ein paar Mal dort unterwegs, 2011 soll das Rennen am Wochenende vor dem ebenfalls neuen Baltimore Grand Prix stattfinden. Über die Laufzeit des Kontrakts ist nichts bekannt, man muss also davon ausgehen, dass es sich erstmal nur um einen einjährigen “Test” handelt.

// Wie die touringcartimes.com unter Berufung auf die italienische Autosprint berichten,überlegt Subaru wohl 2012 in die WTCC einzusteigen. Entsprechende Gerüchte schwirren schon länger herum – neu ist aber, dass der japanische Autokonzern dabei mit Cosworth zusammenarbeiten möchte. Die amerikanische Motorenschmiede würde dabei einen 1.6 Liter Turbo entwickeln, wie er sowohl in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft als auch in der WRC zum Einsatz kommen könnte. Motorsport-total.de vermeldet derweil, dass auch Fords Pläne 2012 in die WTCC einzusteigen zunehmend konkreter werden – zuletzt sei eine Delegation der US-Herstellers in Zolder zu Gast gwesen.

// BMW wendet sich derweil in Sachen WTCC eher dem Ausgang zu. Mario Theissen hat sich jedenfalls in einem Interview mit Autosport (Print) wenig erfreut über die nun beschlossene Einführung des neuen Weltmotors für 2011 gezeigt. Die offizielle Linie lautet aber nach wie vor, dass man noch keinerlei Entscheidung über einen Verbleib in der Serie gefällt hat.

// James “Catweazle” Thompson, in diesem Jahr unerklärlichweise ohne Cockpit in der WTCC und der BTCC hat dann noch eine Beschäftigung gefunden. Er wird die die BTCC offizieller Testfahrer des NGTC, des neuen Einsatzwagens der BTCC ab 2011.

// sky-Experte Marc Surer macht einen seiner sehr, sehr seltenen Gastauftritte als Rennfahrer. Am Wochenende wird er im Scirocco-Cup am Norisring antreten.

// Sobald die NASCAR am Sonntag wieder gen Charlotte unterwegs ist, wird abgerissen. Der Daytona Speedway bekommt eine neue Asphaltdecke, was angesichts des 30 alten und bröckligen Teers dringend nötig erscheint. Man hofft bei der Renovierung auf zweierlei: zum einen, dass man vor Weihnachten fertig wird, zum anderen, dass man die “Bumps” nicht komplett wegradiert. Auf jeden Fall wird Daytona im Februar anders aussehen.

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