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September 10 2013

08:00

NASCAR: Analyse Richmond September 2013

Die Chase-Teilnehmer stehen fest, doch der Weg dorthin war nicht nur turbulent, sondern wird in den nächsten Tagen noch für einigen Diskussionsstoff sorgen. Im Fokus stehen der Sieger Carl Edwards und vor allem Michael Waltrip Racing in Person von Clint Bowyer.

Federated Auto Parts 400Das Rennen in Richmond stand ganz im Zeichen des Chase. Ständig wechselten die Positionen und somit auch die Chase-Teilnehmer. Als alles entschieden schien, wurde durch ein späte Caution nochmal alles über den Haufen geworfen. Doch dazu später mehr. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rennen hatte sich Jeff Gordon im Qualifying gesichert, als er sich mit Streckenrekord die Pole Position holte. Jimmie Johnson verpasste unterdessen nicht nur das Qualifying, sondern auch sämtliche Practice-Sessions, denn er wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater, als Lydia Norriss das Licht der Welt erblickte. Ohne eine einzige gedrehte Runde ging Johnson als 43. ins Rennen. Dieses startete sehr diszipliniert und Gordon konnte in den ersten 49 Runden die Spitzenposition verteidigen. Dann ging allerdings Brad Keselowski an ihm vorbei, der wie auch Gordon einen Sieg bitter nötig gehabt hätte. Einige Runden nachdem Keselowski die Führung übernommen hatte, war er sie auch schon wieder los, denn Kurt Busch konnte durch sein auf Long Runs abgestimmtes Auto an ihm vorbeiziehen.

Nach den ersten Boxenstopps unter grün kam schließlich in Runde 136 die erste Caution heraus. Grund war – wie sollte es anders sein – Debris in Kurve drei. Bei den Stopps unter gelb fiel Kurt Busch durch Probleme beim Wechseln des linken Hinterrades von Platz eins auf sechs zurück. Die Führung hatte nun Jamie McMurray inne, allerdings nicht lange. Direkt beim Restart wurde er von Brad Keselowski geschnappt, der anschließend einsam seine Runden um die Konkurrenz drehte. Dies war dann in Runde 207 vorbei, denn David Stremme drehte sich eigenverschuldet in Kurve vier. Nach den Boxenstopps fand sich Kurt Busch wieder an der Spitze, vor Keselowski. Als es in Runde 215 weiter ging, kam es noch zu einem Kuriosum, als Jamie McMurray bei der Anfahrt auf Kurve eins frontal eine gefüllte Wasserflasche traf und diese mehrere Meter in die Luft geschleudert wurde. Es wurde zwar kein Auto nennenswert beschädigt, allerdings fragt man sich, wie diese “Debris” übersehen werden konnte und warum der Restart nicht noch um eine Runde verschoben wurde. Normalerweise sieht die NASCAR ja jedes Staubkorn auf der Strecke, diesmal allerdings nicht mal eine Wasserflasche.

Ungeachtet dessen setzte sich Brad Keselowski in Front, vor Kurt Busch. Während Keselowski vorne weg fuhr, musste Jimmie Johnson sein Auto aufgrund von technischen Problemen in die Garage stellen. Johnson fuhr kurz zuvor schon mit Rundenrückstand dem Feld hinterher und erwischte wie schon in den letzten Wochen ein grauenhaftes Rennwochenende. Auch sein Hendrick-Teamkollege Jeff Gordon in der #24 musste wenig später ungeplant die Box aufsuchen und kam mit zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Doch mit vier frischen Reifen konnte er sich schnell zumindest wieder um eine Runde zurückrunden. Dann kam auch noch ein bisschen Glück hinzu, als in Runde 267 wegen Debris auf der Gegengeraden erneut gelb geschwenkt wurde. Somit war Gordon durch den “Lucky Dog” wieder in der Führungsrunde. An der Spitze fand sich unterdessen Clint Bowyer wieder. Dieser konnte sich recht schnell absetzen, da hinter ihm der Kampf um die zweite Position zwischen Kevin Harvick, Brad Keselowski und Kurt Busch ausgetragen wurde. Besonders Harvick und Keselowski rieben sich einige Runden aneinander auf, bis Harvick die #2 in Kurve vier etwas beiseite schob und den zweiten Platz eroberte. Keselowski fiel danach immer weiter zurück und konnte nicht mehr an seine Leistung vom Anfang des Rennens anknüpfen. Die Titelverteidigung war nun Geschichte.

58 Runden vor Schluss, gerade als die Boxenstopps unter grün absolviert wurden, sorgte Jimmie Johnson für Aufsehen. Durch einen geplatzten Vorderreifen verursachte er die dritte Caution des Abends. Sein Teamkollege Jeff Gordon hatte zum wiederholten Male Glück, denn gerade als er seine Box aufsuchte, kam die gelbe Flagge. Erneut durfte er sich mit Hilfe des “Lucky Dogs” zurückrunden. Die Turbulenzen wusste Carl Edwards am besten für sich zu nutzen und lag beim Restart auf Position eins vor Paul Menard. In den letzten Runden sollte sich jedoch ein anderer Name aufdrängen: Ryan Newman. Er kämpfte sich durchs Feld und übernahm zehn Runden vor Schluss sogar die Führung. Hätte er das Rennen gewonnen, hätte er sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Chase-Teilnahme gesichert – hätte. Denn acht Runden vor Schluss wurde zum vierten und letzten Mal in diesem Rennen die gelbe Flagge geschwenkt. Der Auslöser war Clint Bowyer in der #15, der sich in Kurve vier drehte. Bowyer behauptete nach dem Rennen, dass er von Dale Earnhardt Jr. getroffen wurde, doch dieser verneinte dies. Nach Aussage von Junior hatte sich Bowyer auf eigenartige Weise selbst gedreht. Nun kann man sich dabei denken, was man will, aber seinen Teamkollegen Martin Truex Jr. brachte Bowyer damit wieder ins Rennen um die letzte Wildcard.

Doch als ob das noch nicht genug Zündstoff gewesen wäre, setzte Carl Edwards beim Restart noch einen drauf. Nachdem er sich durch einen guten Boxenstopp die zweite Position hinter Paul Menard geholt hatte, schnappte er sich beim Restart gleich noch Menard, aber vor der Start-/Ziellinie. Menard kam durch seine alten linken Reifen schlecht weg und wurde bis zur Linie von Edwards bereits abgehängt. Ob die NASCAR auch zu diesem Vorfall Untersuchungen anstellen wird, ist bisher unbekannt. So sicherte sich Edwards schließlich seinen zweiten Saisonsieg. Zweiter wurde Kurt Busch, der damit eine kleine Sensation schaffte. Er zieht als erster Fahrer überhaupt mit einem Ein-Auto-Team in den Chase ein. Hinter ihm platzierte sich Ryan Newman, der kurz vor Schluss noch geführt hatte. Dies sollte allerdings nicht für den Chaseeinzug reichen, denn bis zur Nacht von Montag auf Dienstag war Truex durch seinen siebten Platz im Rennen im Chase. Doch dann gab die NASCAR die Ergebnisse der Untersuchung gegen Michael Waltrip Racing bekannt. Allen drei Sprint-Cup-Teams von MWR werden 50 Punkte in der Fahrer- und Ownerwertung abgezogen. Dies bedeutet, dass Truex aus dem Chase fällt und Newman nun doch drin ist. Zusätzlich wurden auch die drei Crew Chiefs der einzelnen Teams bis zum 31. Dezember diesen Jahres unter Beobachtung gesetzt. MWR wird zudem noch mit einer Geldstrafe von 300.000$ sanktioniert und der Spotter der #55 und General Manager von MWR – Ty Norris – wird auf unbestimmte Zeit suspendiert. Für Bowyer hat der Punkteabzug keine Auswirkung auf den Chase, da diese Strafe auf die Wertung der ersten 26 Rennen wirkt. Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse findet ihr hier.

Doch nicht nur im Kampf um die Wildcards war es knapp, auch die letzten Plätze der Top Ten waren stark umkämpft. Kurt Busch und Greg Biffle konnten durch solide Ergebnis relativ sicher den Chase-Einzug klar machen. Knapp wurde es hingegen für Joey Logano. Er setzte sich mit nur einem Punkt Vorsprung vor Jeff Gordon auf Platz zehn. Gordon ist damit nicht im Chase, nachdem er sich im Vorjahr noch knapp qualifizieren konnte. Ebenfalls nicht geschafft hat es der Vorjahresmeister Brad Keselowski, der sich nach dem Rennen in der Gesamtwertung sogar hinter Jamie McMurray wiederfindet. Als Führender geht Matt Kenseth in den Chase, der sich durch seine fünf Saisonsiege 15 Bonuspunkte sichern konnte. Im folgen mit einem Abstand von drei Punkten von Kyle Busch und Jimmie Johnson. Der Meister der ersten 26 Rennen – Carl Edwards – startet mit bereits neun Punkten Rückstand auf Kenseth in die Jagd um den Meisterschaftstitel. Nächste Woche läutet die NASCAR mit dem Rennen auf dem Chicagoland Speedway den Chase ein.

Neben dem Chase hat sich auch auf dem Fahrermarkt wieder etwas getan. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass Ryan Newman nächste Saison wie erwartet zu Richard Childress Racing wechseln wird. Hier übernimmt er die #31 von Jeff Burton. Dieser wiederum ist aktuell bei Swan Racing für die #30 im Gespräch.

Zum Abschluss gibt es heute nicht nur die Punktestände der Fahrer- und Ownerwertung sondern zusätzlich noch die Meisterschaftstabelle der Fahrer mit der es in den Chase geht.

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00:24

NASCAR: MWR für Manipulation bestraft – Newman im Chase

Die NASCAR hat auf den Skandal von Richmond reagiert. Das Team von Michael Waltrip wurde hart bestraft, Truex jr. ist aus dem Chase geflogen, Ryan Newman ist dagegen drin.

Federated Auto Parts 400Die Bombe platzte um 02.00 Uhr deutscher Zeit. Mit nur einer Stunde Vorankündgung berief die die NASCAR eine Pressekonferenz ein, deren Inhalt in der Geschichte der NASCAR einmalig ist. Man änderte das Rennergebnis von Richmond in dem man allen MWR-Piloten 50 Punkte aberkannte. Damit fiel Martin Truex jr. aus dem Chase und Ryan Newman ist aufgrund der besseren Punktzahl wieder im Chase drin. Zusätzlich brummte die NASCAR MWR eine Strafe von 300.000 Dollar auf und sperrte den General Manager von MWR, Ty Norris, auf unbestimmte Zeit und stellte alle Crew Chiefs unter Bewährung bis Ende des Jahres.

Beim letzten Rennen vor dem Chase ergab sich die Situation, dass MWR wohl die Chance sah, Martin Truex jr. in den Chase zu bugsieren. Die NASCAR ist überzeugt, dass man Clint Bowyer verschlüsselt mitteilte, einen Dreher zu verursachen. Zu diesem Zeitpunkt, 8 Runden vor Schluss, führte Ryan Newman, der mit einem Sieg im Chase gewesen wäre. Nach dem Restart verlor Newman die Führung, gleichzeitig holte MWR Vickers an die Box, damit Truex jr. einen weiteren Platz gewinnen konnte. Newman wurde nur dritter, Truex jr. schlug Newman im Rennen um den letzten Platz um einen Punkt. Schon am Sonntag kündigte die NASCAR an, dass man das Rennen untersuchen würde. Am Montagabend US-Zeit folgte dann die Antwort mit den oben genannten Strafen.

Die Erklärung im Wortlaut:

NASCAR has issued penalties to Michael Waltrip Racing following the sanctioning body’s review of Saturday’s race at Richmond International Raceway.

MWR was found to have violated Section 12-4 (Actions detrimental to stock car racing). As a result, MWR’s three teams in the NASCAR Sprint Cup Series (No. 15, 55, 56) have been penalized with the loss of 50 championship driver and 50 championship owner points, respectively.

These point penalties are assessed following the season’s 26th regular season race and not after the seeding for the Chase for the NASCAR Sprint Cup. Therefore, the point total for the No. 56 car driven by Martin Truex Jr. is reduced to 691, putting him in 17th position and eliminating him from the second Wild Card berth for the Chase field. Ryan Newman, driver of the No. 39 car, now moves up into the Chase as the second Wild Card participant.

NASCAR has also fined the MWR organization $300,000 and indefinitely suspended Ty Norris, MWR Executive Vice President/General Manager and spotter for the No. 55 car, for violating Section 12-4. The three crew chiefs – Brian Pattie (No. 15), Scott Miller (No. 55) and Chad Johnston (No. 56) – have all been placed on NASCAR probation until Dec. 31.

“Based upon our review of Saturday night’s race at Richmond, it is our determination that the MWR organization attempted to manipulate the outcome of the race,” said Robin Pemberton, NASCAR vice president of competition. “As the sport’s sanctioning body, it is our responsibility to ensure there is a fair and level playing field for all of our competitors and this action today reflects our commitment to that.”

Reaktionen:

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August 23 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Bristol August 2013

Nachdem letzte Woche mit Michigan eine der schnellsten Strecken im NASCAR-Kalender auf dem Plan stand, wird es diese Woche etwas langsamer, aber sicher nicht ereignisärmer. Das “Kolosseum” in Bristol wird wieder für enges und hartes Racing sorgen und konnte im Vorjahr mit einigen Höhepunkten überzeugen.

PrintKurz und steil, so lässt sich das Oval in Bristol wahrscheinlich am besten beschreiben. Mit 24 bis 30° Kurvenüberhöhung ist die Strecke nur etwas flacher als die Superspeedways in Daytona oder Talladega. Diese sind aber auch 2,5 Meilen und nicht wie der Bristol Motor Speedway eine halbe Meile lang. Durch die geringe Streckenlänge kombiniert mit der starken Überhöhung ergibt sich eine Rundenzeit von gerade mal etwa 15 Sekunden. Dazu kommen noch die 43 Fahrzeuge, die nacheinander aufgereiht bereits die Hälfte der Strecke einnehmen. Die Piloten sind also während des gesamten Rennens mit Überhol- bzw. Überrundungsmanövern beschäftigt. Doch nicht nur die Fahrer sind gefordert, auch die Bremsen sind es. Diese müssen über das gesamte 500 Runden lange Rennen 1000 Bremsmanöver aushalten. Da die Bremsen für eine solche Belastung nicht ausgelegt sind, müssen sie von den Piloten pfleglich behandelt werden, sofern sie das Ende des Rennens miterleben sollen. Typisch für einen Short-Track kommt es auch immer wieder zu Kontakten zwischen den Fahrzeugen, was auch gerne mal in kleine Scharmützel ausartet. Als Beispiel kann man hier Tony Stewart nehmen, der letztes Jahr nach seinem Ausscheiden durch einen Kontakt mit Matt Kenseth etwas überreagiert hat und seinen Helm in Richtung des Autos mit der Nummer 17 warf. Auch wenn Stewart dieses Mal nicht dabei ist, wird es trotzdem einige spannende Duelle geben, schließlich geht es für einige Piloten noch um den Einzug in den Chase und hier entscheidet jeder einzelne Punkt.

Werfen wir doch einmal einen Blick auf den Punktestand. Von Platz eins bis sechs scheint alles klar zu sein, denn die Piloten Johnson, Bowyer, Edwards, Harvick, Kyle Busch und Kenseth haben entweder schon einige Siege eingefahren oder mehrere Punkte Vorsprung auf den elften Platz. Spannend wird es aber ab der siebten Position, die aktuell Dale Earnhardt Jr. inne hat. Nach seinem technischen Ausfall in Michigan trennen ihn nur noch 20 Punkte vom elftplatzierten Kasey Kahne und zudem hat Junior dieses Jahr noch nicht gewinnen können. Hinter der #88 ist der Vorjahresmeister Brad Keselowski zu finden. Mit 667 Punkten und damit acht Punkten Vorsprung steht er zusammen mit Kurt Busch (665 Punkte) und Greg Biffle (663 Punkte) aktuell nur hauchdünn innerhalb der ersten zehn Plätze. Brad und Kurt haben ebenfalls dieses Jahr noch nicht gewinnen können, Biffle fuhr hingegen bereits einen Sieg im ersten Rennen in Michigan ein.

Aber auch mit diesem einen Sieg könnte es eng werden, denn die drei Piloten die sich auf den Position elf bis 13 finden haben ebenfalls einen bzw. mit Kasey Kahne sogar zwei Erfolge. Kahne ist auch der Pilot, der mit 659 Punkten und den zwei Siegen die erste Wildcard besitzt. Den zweiten Joker hält aktuell Martin Truex Jr. in der Hand, der dicht von Joey Logano gefolgt wird. Beide Piloten konnten diese Saison jeweils ein Mal gewinnen, Truex in Sonoma und Logano im zweiten Michigan-Rennen. Für Logano war der Erfolg letztes Wochenende zudem äußerst wichtig, um den Anschluss an die Wildcard-Plätze nicht zu verlieren. Dadurch hat er nur noch sieben Punkte Rückstand auf den auf Position 12 liegenden Truex und darf sich somit wieder berechtigte Hoffnungen auf den Chase-Einzug machen. Schwieriger ist da die Lage für Jeff Gordon und Ryan Newman, die 16 bzw. 17 Punkte Rückstand auf Truex haben. Gordon steht zudem noch ohne einen Saisonsieg da und muss daher dringend eines der verbleibenden Rennen bis zum Start des Chase gewinnen. Newman hingegen hat bereits einen Sieg auf seinen Konto, den er in Indianapolis einfahren konnte. Aber auch bei ihm gilt: Je mehr Siege, desto besser.

In den Ring von Bristol werden am Wochenende 44 Piloten steigen. Die wichtigsten Änderungen sind wohl Mark Martin in der #14, der auch die letzten Rennen des Jahres bis auf Talladega im Chevrolet von Stewart sitzen wird. Den frei werdenden Platz von Martin in der #55 übernimmt in zwölf der letzten 13 Rennen Brian Vickers, auch bei ihm wird Talladega die Ausnahme sein. Auf dem Superspeedway in Alabama werden die Piloten der #14 und der #55 von Austin Dillon bzw. Michael Waltrip ersetzt. Sein Debüt im Sprint Cup wird dieses Wochenende Ryan Truex geben. Wie der Name es vermuten lässt, ist er der jüngere Bruder vom in der #56 sitzenden Martin Truex Jr. Bisher war der 21-jährige Ryan vorrangig als Entwicklungsfahrer für Richard Petty Motorsports tätig. Dieses Wochenende sitzt er allerdings im Phoenix-Chevy mit der #51 und wird dort versuchen, seinen Boliden möglichst schnell über den Beton von Bristol zu bewegen. Weitere Cockpit-Änderungen sind die #19 mit Mike Bliss, die #32 mit Ken Schrader, die #40 mit Tony Raines und die #95 mit Scott Speed. Raines muss versuchen, im Qualifying unter die ersten 36 zu kommen, da die #40 in der Owner-Wertung zu weit unten in der Tabelle steht.

Zum Abschluss nun wie gewohnt die Stände der Fahrer- und Ownerwertung sowie die Entrylist für das Irwin Tools Night Race. Das Nachtrennen ist dieses Mal live bei ABC zu sehen. Die Freunde von deutschen Kommentatoren gehen diese Woche – wie letzte Woche – leer aus, denn MotorvisionTV wird erneut keine Live-Übertragung anbieten. Stattdessen muss mit der gewohnten Highlight-Sendung am Montagabend vorlieb genommen werden.

Freitag, 23.08.2013
16:00 Uhr Nationwide Practice, Fox Sports 1
18:00 Uhr Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
20:30 Uhr Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 1
21:30 Uhr Nationwide Qualifying, Fox Sports 1
23:30 Uhr Sprint Cup Qualifying, ESPN2

Samstag, 24.08.2013
01:30 Uhr Nationwide Rennen (Food City 250), ESPN (Green Flag: 01:46 Uhr)

Sonntag, 25.08.2013
01:30 Uhr Sprint Cup Rennen (Irwin Tools Night Race), ABC (Green Flag: 01:43 Uhr)

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July 30 2013

06:00

NASCAR: Analyse Indianapolis 2013

Erst überraschend die Pole gesichert und dann auch noch gewonnen. Ryan Newman zeigt, wie man am besten mit einer Entlassung umgeht und lässt Jimmie Johnson in Indianapolis hinter sich, der über die meiste Zeit das langatmige Rennen beherrschte und erst am Ende durch einen Fehler seiner Crew zurück fiel.

Samuel Deeds 400 At The BrickyardÜber lange Zeit des Rennens konnte man sich fragen, ob man sich dieses nun weiter anschaut, oder doch lieber mit einem Topf voll Wasser auf den Balkon geht und diesem beim Verdunsten zu sieht. Doch am Ende sollte es doch noch spannender werden, da die Pit-Crew von Jimmie Johnson beim letzten Boxenstopp ein Fehler unterlief, welcher der #48 die Führung kostete. Den Rückstand konnte Johnson nicht mehr aufholen und Ryan Newman sich seinen ersten Sieg auf dem Brickyard sichern. Wie für Tony Stewart ist dieser Sieg auch für Ryan Newman etwas ganze besonderes, schließlich ist er zwei Stunden nördlich von Indianapolis in South Bend (Indiana) aufgewachsen. Doch der Sieg ist nicht nur als Gewinn des Heimrennens sehr wertvoll sondern auch als Bewerbungsschreiben für ein Cockpit für die nächste Saison, schließlich steht Newman nach dem Rauswurf bei Stewart/Haas-Racing noch ohne Vertrag für das kommende Jahr da. Die Chance, ihn nächste Saison wieder zu sehen, sollte nun aber erheblich gestiegen sein. Böse Zungen behaupten, manche brauchen erst eine Kündigung damit sie Leistung bringen. Dies könnte man auch bei Newman vermuten, denn schon im Qualifying, in das er als Letzter gestartet war, konnte er sich völlig überraschend die Pole Position mit Streckenrekord vor Jimmie Johnson sichern. Für ihn war es nicht nur die 50. Pole seiner Karriere, sondern auch die Erste seit September 2011.

Ab 19:22 Uhr MEZ galt es dann, diese gute Startposition in ein akzeptables Rennergebnis umzusetzen. Dies gelang Newman auch am Start und Jimmie Johnson verlor sogar seinen zweiten Platz an Carl Edwards, holte sich diesen aber schon in der zweiten Runde wieder zurück. Das Feld hatte sich recht schnell sortiert und die gerade mal 70.000 Zuschauer sahen ein vor sich hin plätscherndes Rennen. Den ersten Aufreger des Rennens gab es dann in Runde 13, als Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr., 15 Runden vor den geplanten Boxenstopps, seine Mannschaft aufsuchte. Grund hierfür war ein lockerer Reifen hinten rechts. Mit vier frischen Pneus und aufgefülltem Tank ging es dann wieder zurück in das Rennen, allerdings mit einer Runde Rückstand. In Umlauf Nummer 25 kamen dann auch die anderen Piloten unter grün an die Box, beginnend mit Martin Truex Jr. und Denny Hamlin. Wenig später folgten auch Jimmie Johnson und Ryan Newman. Die Crew von der #48 lieferte wie gewohnt eine ausgezeichnete Arbeit ab und schaffte es Johnson Boxenstopp bereinigt auf Platz eins, vor Newman, zu bringen. Die beiden Fahrer waren auch die Einzigen die wirklich eine Siegchance hatten, konnten sie doch dem Feld locker mehrere Sekunden davon fahren.

Nach den ersten Boxenstopps passierte erst mal lange nichts, bis Burton in Runde 54 als Erster seine Crew zum zweiten Mal aufsuchte. Kurz darauf folgten ihm Johnson und Newman und fuhren in unveränderter Reihenfolge weiter. Es beschlich einen langsam das Gefühl, dass das ewig so weiter gehen könnte. Doch in Runde 59 kam auf einmal der Retter in der #32 in Person von Timmy Hill. Dieser kroch auf der Gegengeraden so langsam, dass zum ersten Mal die gelbe Flagge in diesem Rennen geschwenkt werden musste. Diese Gelbphase nutzten unter anderem Matt Kenseth und Jeff Gordon, um ihre noch ausstehenden Boxenstopps zu absolvieren. Die Führung ging somit wieder an Jimmie Johnson über, der vor Ryan Newman das Rennen in Runde 65 wieder aufnahm. Newman erwischte einen schlechten Restart und fiel auf Platz vier zurück. Carl Edwards und Kasey Kahne belegten nun die Positionen hinter Johnson.

Genau zur Halbzeit in Runde 80, nach einer Stunde und 16 Minuten Rennzeit, wurde die gelbe Flagge erneut geschwenkt. Schuld war diesmal Jeff Burton, der langsam aus Turn vier in die Boxengasse einrollte und schließlich die Garage aufsuchte. Einige Piloten nutzten diese Möglichkeit, um sich neue Reifen und Benzin zu holen, aber nicht alle. Joey Logano, Brad Keselowski, Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr. entschieden sich, draußen zu bleiben. Ein Kuriosum gab es dabei auch noch. Logano, in Turn vier vor Keselowski liegend, hatte sich schon zur Boxeneinfahrt einsortiert und wurde außen von Keselowski überholt. Als Logano sich doch noch gegen einen Stopp entschied und wieder auf die Strecke zurück kehrte, war Keselowski vor ihm. Die NASCAR entschied daraufhin, dass der Penske-Ford mit der #2 und nicht mit der #22 der Führende sei. So kann man also auch unter gelber Flagge überholen.

Mit Keselowski in Front ging es in Runde 86 weiter. Für Jeff Gordon lief es, ab diesen Moment, nicht mehr allzu gut, denn auf seinen alten Reifen konnte er den anderen Piloten absolut nichts mehr entgegen setzen. Nur sieben Runden nach der erneuten grünen Flagge kam er schon an die Box, vermutlich auch weil sein Motor aufgrund von Debris am Kühler zu warm wurde. Wenig später konnte Jimmie Johnson die Führung erneut übernehmen, da auch Logano und Keselowski an die Box kommen mussten. Zehn Runden später suchten die Führenden ebenfalls ihre Crew auf. Im Gegensatz zu Johnson verlief der Boxenstopp bei Newman nicht reibungslos und er verlor einige Sekunden auf die #48.

Dies sollte aber nicht weiter stören, da in Runde 114 zum dritten und letzten Mal eine Caution ausgelöst wurde. Der Grund war erneut Timmy Hill und wieder war er langsam auf der Gegengerade. Alle Gelbphasen des diesjährigen Brickyard 400 wurden also durch langsame Autos auf der Strecke ausgelöst. Beim Restart konnte sich Johnson wiederholt durchsetzen, auch wenn er Probleme mit durchdrehenden Reifen beim Anfahren hatte. Hinter ihm platzierten sich Joey Logano und Dale Earnhardt Jr., der sich nach seinen Problemen am Anfang des Rennens wieder nach vorn kämpfen konnte. Beide Fahrer wurden allerdings recht zügig vom starken Ryan Newman überholt. Dieser versuchte nun, Boden auf Johnson gut zu machen.

In Runde 133 kam Jimmie Johnson dann zu seinem finalen Boxenstopp und ausgerechnet dieser sollte ihm das Rennen kosten. Beim Reifenwechsel hinten links kam es zu einer Verzögerung und Johnson konnte erst nach 18 Sekunden Standzeit wieder das Rennen aufnehmen. Dies nutzte Ryan Newman eine Runde später bei seinem Stopp aus und setzte sich mit sieben Sekunden vor Johnson in Front. Bemerkenswert hierbei war, dass die #39 im Gegensatz zur #48 nur zwei statt vier neue Reifen bekam. Für die letzten Runden war also noch für Spannung gesorgt und Johnson hob diese aufrecht. Schnell war er bis auf drei Sekunden ran, doch dann ging es nicht weiter voran und Newman konnte die Führung sogar wieder ausbauen. Nach 160 Runden gelang es dem “Rocket-Man” schließlich als Erster, vor Johnson, den Ziegelstein-Streifen zu überqueren und sicherte sich damit seinen ersten Sieg im Heimrennen.

Auf Platz drei kam Kasey Kahne im Hendrick-Chevy vor Lokalmatador Tony Stewart ins Ziel. Überraschend war, dass sich Earnhardt Jr. nach seinen anfänglichen Problemen noch den sechsten Platz sichern konnte und dass diesmal kein einziges Team Start & Park betrieb. Enttäuscht hat hingegen Danica Patrick. Während ihre Teamkollegen in den Top fünf landeten schaffte sie gerade einmal den 30. Platz. Ebenfalls ernüchternd fiel das Resultat für Brad Keselowski aus, welcher durch die 21. Position wieder aus dem Chase fällt. Ryan Newman darf sich hingegen wieder ernsthafte Hoffnungen auf den Einzug in die Playoff-Runde machen, hat er doch nur noch 20 Punkte Rückstand auf den auf zwölf platzierten und mit einem Sieg ausgestatteten Martin Truex Jr.

Zum Abschluss gibt es wie gewohnt noch als PDF das Rennergebnis und die Stände zur Fahrer- und Owner-Wertung. Nächste Woche geht es für den Sprint Cup weiter zum zweiten Rennen auf dem Pocono Raceway.

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July 16 2013

18:24

NASCAR: Analyse New Hampshire Juli 2013

Das Rennen in New Hampshire war definitiv besser als erwartet, was zum einen an den diversen Zwistigkeiten auf der Strecke lag. Zum anderen verfolgte Tony Stewart eine mehr als gewagte Benzinstrategie, welche den Weg für einen Außenseitersieg ebnete. So fuhr schließlich der Teilzeitpilot Brian Vickers in die Victory-Lane.

Brian_Vickers_Loudon_Lobster_Victory_Lane_71413_NSCSWer hätte schon damit gerechnet, dass Brian Vickers am Sonntag in die Victory-Lane fährt? *räusper* Ich, denn der (noch) Teilzeitfahrer von Michael Waltrip Racing stand in der Vorschau als Dark-Horse auf meiner Favoritenliste. Auf den Shorttracks muss man ganz einfach mit Vickers rechnen, welcher in der Schlussphase eine sehr überzeugende Vorstellung bot. In Martinsville und Bristol lieferte er bei seinen Gasteinsätzen stets gute Resultate ab. Spätestens mit diesem Erfolg hat Brian sich für einen Vollzeiteinsatz im nächsten Jahr empfohlen, wenn Mark Martin das Cockpit der #55 abgeben wird. Diese Übernahme kann als nahezu sicher angesehen werden, immerhin äußerte sich Teamchef Michael Waltrip zuletzt schon entsprechend. Im Folgenden wollen wir uns anschauen, warum Brian das Rennen gewonnen hat und zusätzlich die kleinen Privatfehden des NASCAR-Wochenendes beleuchten.

Die 300 und eine Meile schlugen schon extrem früh eine turbulente Richtung ein, weil bei Joey Logano bereits in Runde 5 ein Reifen explodierte. Weil das natürlich nicht aufgrund von erhöhtem Verschleiß geschehen sein konnte, muss wohl ein Materialfehler vermutet werden. Diese Caution sollte auch nicht die einzige bleiben, im Verlauf des Rennens kam es insgesamt zu deren zwölf. In Umlauf 15 bekam Marcos Ambrose von Kevin Harvick die Quittung für sein angeblich zu hartes Racing, was in der Folge auch den unschuldig verwickelten Piloten Casey Mears und AJ Allmendinger ondulierte Autos bescherte. So richtig die feine englische Art war das Revanchemanöver von Harvick dann irgendwie auch nicht: Sich erst aufregen, dass zu früh zu hart gefahren wird und dann direkt mal Unbeteiligten den ganzen Tag ruinieren.

Auch nach der anfänglichen Aufregung hatte das Rennen überhaupt keine Chance, in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen, weil NASCAR ständig wegen Debris die gelbe Flagge herausholte. Bis weit in das letzte Renndrittel hinein folgte spätestens nach 50 Runden die jeweils nächste Caution. Zwischenzeitlich platzte bei Denny Hamlin zum x-ten Mal in den letzten paar Rennen zu allem Überfluss wieder ein Reifen, was seine eh schon sehr geringen Chase-Ambitionen nun endgültig zu begraben droht.

Durch die vielen Gelbphasen wechselte bei den Boxenstopps aufgrund unterschiedlicher Reifenstrategien auch gerne mal die Führung, obwohl es mit insgesamt nur 10 Wechseln unter lediglich sechs Fahrer doch recht übersichtlich blieb. Kurt Busch (102), Tony Stewart (84), Kyle Busch (53), Matt Kenseth (33), Brian Vickers (16) und Brad Keselowski (14) teilten die 302 Runden (aufgrund einer Green-White-Checkered-Verlängerung) unter sich auf. Wer vorne liegend an der Box die falsche Strategie verfolgte, dem drohte entweder der Verlust von äußerst wichtiger Track-Position oder ein konkurrenzloses Fahrzeug auf alten Reifen, mit dem sich die Spitzenposition nicht verteidigen ließ.

Das beste Beispiel für die erste Variante lieferte Kurt Busch ab, der über das konstanteste Auto im Feld verfügte und endlich die langersehnten Früchte in Form eines Sieges einholen wollte, nachdem er in den letzten Rennen schon durch die Bank weg an der Spitze des Feldes zu sehen war. Das Team der #78 traf zu Beginn des letzten Renndrittels die falsche Entscheidung und nahm im Gegensatz zum Rest der nur einseitig neu bereiften Meute gleich vier frische Pneus mit auf die Reise. Das Resultat: Kurt verschwand im Mittelfeld, wo mit harten Bandagen gekämpft wurde.

Nicht mal 20 Runden später kam es dann für ihn zu einem klassischen Rennunfall mit Beteiligung von Matt Kenseth und einem laut Kyle Busch nicht ganz unschuldigen Ryan Newman. Das ist jetzt noch nett formuliert, denn während Kurt anschließend keine Schuldzuweisungen unternehmen wollte, wich dessen jüngerer Bruder auf Beleidigungen aus. Da Newman bereits zurückfeuerte, sollte man ihn und die Busch-Brüder in den nächsten Wochen genau im Auge behalten.

Probleme mit kaltverformtem Blech bekam später auch Danica Patrick, welche am Sonntag gleich zwei Gelbphasen auslöste. Erst drehte sie sich ohne Fremdbeteiligung in Turn 2 und anschließend räumte Danica ausgerechnet Ricky Stenhouse Jr sowie Travis Kvapil ab. Der Vollständigkeit der Vorfälle halber: Die vorletzte Caution kam gut 40 Runden vor Schluss unter Beteiligung von Jeff Gordon und Paul Menard zu Stande. Beide Piloten konnten das Rennen jedoch anschließend noch in der Führungsrunde beenden.

So viel zu den diversen Scharmützeln auf der Strecke. Schauen wir uns nun noch an, warum Brian Vickers das Rennen gewinnen konnte: Nachdem Kurt Busch aus der Entscheidung gefallen war, übernahm vorne Tony Stewart das Kommando, verzichtete jedoch im Nachgang des Führungswechsels auf weitere Tankstopps. Bei mehr als 90 noch zu fahrenden Runden stellte dies aufgrund des wesentlich kleineren Benzinfensters eine nicht haltbare Strategie dar. Smoke probierte es trotzdem und kam zu jedermanns Erstaunen tatsächlich 301 Runden weit. Dumm nur, dass drei Umläufe vor Schluss noch etwas Debris auf der Strecke gefunden wurde und das Rennen auf – für Stewart unhaltbare – 302 Runden verlängert wurde.

Die engsten Verfolger von Tony Stewart lauteten Brian Vickers und Kyle Busch, welche jeweils in den beiden Cautions nach dem Stewart-Stopp noch einmal zum Nachfassen kamen und trotzdem ihre Track-Position halten konnte. Warum man bei der #14 nicht auch einen Tankstopp einlegte, fragte sich wohl jeder Beobachter. Dass es ging, machten Vickers und Busch doch vor. Für diese beiden Piloten war somit schon während des finalen Stints die Bahn nach vorne frei. Vickers überholte einen benzinsparenden Stewart in Umlauf 287, während Kyle ein bisschen Pech mit der Abstimmung des Autos hatte. Die #18 war lediglich auf den Short-Runs extrem überzeugend, sobald aber das Rennen nach einem Restart ein paar Runden lief, war Busch machtlos. Dass er die sehr späte Caution nicht besser nutzen konnte, kam dann allerdings doch sehr überraschend.

So gewann schließlich Brian Vickers das Rennen, allerdings war das kein zufälliger Glücksgriff. In jeder Woche hat die #55 das Potenzial, am Ende ganz oben zu stehen und Vickers agierte den gesamten Nachmittag über souverän und fuhr den Sieg unter hohem Druck von z. B. Kyle Busch heraus, speziell als plötzlich eine Verlängerung anstand. Von daher: Hut ab! Hinter Vickers und Busch klassifizierten sich Jeff Burton, Brad Keselowski und Aric Almirola. Vor allem Burton und Almirola können ein solch gutes Ergebnis für ihre eigene Motivation sicherlich gut gebrauchen. Die Top10 komplettierten unterdessen Jimmie Johnson, Kevin Harvick, Carl Edwards, Matt Kenseth sowie Jeff Gordon.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Am nächsten Wochenende macht der Sprint Cup seine zweite und letzte Pause für dieses Jahr. Zeit also, vor dem Brickyard 400 in Indianapolis und dem nahenden Chase noch einmal durchzuschnaufen.

morgan_shephard_nscs_loudon_71413 Brad_Keselowski_Loudon_NSCS_71413 NSCS_Loudon_71413_Green_Flag_Keselowski Incident_Loudon_71413_NSCS Joey_Logano_Pit_Stop_Tire_NSCS_Loudon_71413 Matt_Kenseth_71413_NSCS_Loudon Casey_Mears_NSCS_71413_Loudon Kyle_Busch_71413_Loudon_NSCS Tony_Stewart_71413_Loudon_NSCS Brian_Vickers_71413_Sunoco_Flag_NSCS_Loudon Brian_Vickers_Loudon_71413_NSCS_Victory_Lane Brian_Vickers_Loudon_Lobster_Victory_Lane_71413_NSCS Danica_Patrick_Wreck_NSCS_71413_Loudon Kurt_Busch_NSCS_Loudon_71413 Martin_Truex_Jr_Loudon_NSCS_71413 Morgan_Shepherd_NSCS_Loudon_71413

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July 12 2013

18:05

NASCAR: Vorschau New Hampshire Juli 2013

Jetzt aber: Das letzte Saisonrennen von TNT steigt an diesem Wochenende in New Hampshire und danach geht der Sprint Cup in die zweite und letzte kurze Pause für dieses Jahr. Die Geschichte der Woche kam dieses Mal sehr spät rein, von daher ist es vielleicht ganz gut, dass dieser Artikel erst am Freitagabend erschienen ist.

campingworld301_13Der New Hampshire Motor Speedway ist jetzt nicht unbedingt meine Lieblingsstrecke, allerdings spielt dieses 1-Meilen-Oval in der Vermarktung der NASCAR eine wichtige Rolle, ist es doch der nördlichste vom Sprint Cup befahrene und zudem der einzige Speedway im Absatzmarkt Neuengland. Das dürfte wohl auch der einzige Grund sein, warum New Hampshire noch immer mit zwei Terminen im Kalender vertreten ist. Ansonsten gibt es da oben an der Ostküste ja nur Watkins Glen, Pocono und vielleicht mit Abstrichen Dover, aber diese Strecken liegen ja nun schon etwas westlicher bzw. südlicher. Das Oval ist so etwas wie der große Bruder von Martinsville und bringt mit seinem nur 7 Grad flachem Banking meist nicht unbedingt attraktives Racing zustande. Klar, die Speeds sind etwas höher als auf dem Supermarkt-Parkplatz mit zwei Pylonen als Wendemarken, aber das reicht halt einfach nicht.

Die Schwierigkeit in New Hampshire ist es ganz sicher, eine wirklich funktionierende Abstimmung zu finden. Für die beiden langen Gerade benötigt man eine Menge Schwung, um nicht zu viel Boden zu verlieren. Das bedeutet wiederum, dass man im Ausgang der 180-Grad-Kurven sehr früh voll auf dem Gas stehen möchte, ohne dass sich das Auto zu sehr in Richtung Mauer bewegt. Die Teams müssen also einen Mittelweg finden, damit der Wagen weder mit der Front noch mit dem Heck in der Außenmauer landet, sobald es nach dem Scheitelpunkt an der Zeit für „Pedal to the Metal“ ist. Wer nach der Happy-Hour noch keine neutrale Abstimmung gefunden hat, um die knapp 900 PS optimal auf den Asphalt zu bringen, kann seinen NASCAR-Boliden also quasi gleich wieder in den Hauler schieben und schon früher den – dann vielleicht nicht mehr so verdienten – Sommerurlaub antreten.

Schaut man sich die Victory-Lanes der vergangenen vier Jahre in New Hampshire an, sollte die Hummer-Trophäe (ja, ein lebendiges Tier!) am Sonntag im Kochtopf eines Chevrolet- (6x) oder Toyota-Teams (2x) landen, während Ford und Dodge zuletzt jeweils 2008 ein Sieg in Neuengland gelang. Hendrick Motorsports und Joe Gibbs Racing dürften somit am Wochenende die größten Favoriten sein, wobei ich aber auch Michael Waltrip Racing und insbesondere Brian Vickers noch eine Außenseiterchance zuschreibe. Bei Stewart-Haas Racing ist man derzeit noch immer nicht voll auf der Höhe, aber vielleicht ändert sich das ja in den nächsten Tagen, was mich auch direkt zum Thema der Woche bringt:

In der Gerüchteküche stellt der Wechsel von Kevin Harvick zu Stewart-Haas Racing quasi den langsam vor sich hin köchelnden Eintopf dar, den quasi schon jeder im ganzen NASCAR-Haus über Monate riechen konnte, sobald der Deckel mal wieder ein wenig gelüftet wurde. Wirklich überraschend war dieser Transfer jetzt natürlich nicht, aber es ist schön, endlich Gewissheit zu haben. Das betrifft natürlich auch Ryan Newman, dem nun unmissverständlich mitgeteilt wurde, dass er sich für die neue Saison einen anderen Arbeitgeber suchen muss. Man sieht ja auch an den derzeitigen Resultaten, dass das Team mit nur drei von vier möglichen Wagen so seine Schwierigkeiten hat. Harvick wird unterdessen ab 2014 mit der der #4 unterwegs sein, die ja auch eine gewisse Tradition besitzt. Sponsor ist für 20 Rennen plus Budweiser-Duel in Daytona eben jener US-Bierbrauer.

Ich denke, dass dieser Wechsel für alle Beteiligten neue Chancen offenbart und keinesfalls negativ zu beurteilen ist – auch nicht für Ryan Newman, der sich nun noch einmal neu organisieren kann, nachdem er bei SHR ja auch nie zu wirklichem Ruhm kam. Die Addition von Kevin Harvick bringt dem Stewart-Team eine Menge Know-How einer anderen Chevy-Mannschaft, immerhin ist Harvick seit 2001 ausschließlich bei Richard Childress Racing unter Vertrag gewesen und trat dort extrem früh in die großen Fußstapfen eines legendären Dale Earnhardt Sr. Es wird spannend zu verfolgen sein, ob Harvick sich ähnlich wie Matt Kenseth schnell wohlfühlt oder ob es Anlaufschwierigkeiten gibt. Im schlimmsten Fall wird er vermutlich einfach Elfter, denn Harvick ist äußerst konstant.

Die zweite News der Woche ist ein Nachspiel von Daytona, wo 16 Sprint-Cup- und 15 Nationwide-Series-Teams mit einer illegalen Modifikation der Roof-Flaps an der Rennstrecke auftauchten. Es wurde nicht regelkonforme Abstandsstücke eingesetzt, um wenige Gramm im einstelligen Bereich zu sparen. NASCAR schreibt klar vor, dass für die Roof-Flaps aus Sicherheitsgründen nur die – von einer Roush-Tochter – komplett vorgefertigt gelieferten Kits eingebaut werden dürfen. Zur großen Überraschung wurden allerdings keine Strafen ausgesprochen und für diese Entscheidung ließen sich die NASCAR-Offiziellen sogar noch einen weiteren Tag Zeit. Im Gegensatz zu sonstigen Verurteilungen kam die Meldung nämlich erst am Mittwoch anstatt Dienstag über den Äther.

Puh, gute Frage, was da geschehen ist? Ich habe gehört, die NASCAR hätte die Roof-Flaps lange nicht kontrolliert und nun den Teams quasi aus Gewohnheitsrecht keinen Vorwurf mehr machen können, da man ja selbst geschlafen hatte. Außerdem waren wohl zu viele Mannschaften betroffen, als dass eine Bestrafung noch sinnvoll gewesen wäre. Andererseits sind die Umbauten klar illegal und die aufrechten Teams sind mal wieder die angeschmierten. Glücklicherweise kommt sowas in der NASCAR ja nicht so häufig vor.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 12.07.
17:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED

Samstag, 13.07.
15:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
16:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (CNBC Prime’s “The Profit” 200), ESPN
00:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED (TV um 1 Uhr)
02:30 Uhr, Truck Series Rennen (American Ethanol 200), SPEED

Sonntag, 14.07.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Camping World RV Sales 301), Motorvision TV / TNT

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February 29 2012

18:12

NASCAR – Analyse Daytona 500

Ein gutes, wenn auch recht unfallträchtiges erstes Rennen lieferte die NASCAR am Montagabend in Daytona ab. Wegen Regens musste das Rennen auf diesen Termin gelegt werden. Am Ende gewann nicht ganz überraschend ein Ford. 

Die NASCAR entschied sich am Sonntag auf Grund von Dauerregen das Rennen auf Montagmittag zu verlegen. Montag früh merkte man auf Grund der immer noch schlechten Wetterverhältnisse jedoch schnell, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein würde und verschon das Rennen auf den Abend.

Dafür sprach neben der besseren Wettervorhersage noch ein weiterer Grund: Zur US-Primetime versprachen sich die Verantwortlichen auch deutlich bessere Quoten. Für FOX und die NASCAR war der Lauf eine Art Testballon – denn die Idee, manche Rennen des Sprint-Cup (à la “Mondy Night Football”) am Montagabend zu fahren ist keineswegs neu. Daytona sollte den Verantwortlichen nun endgütlig zeigen, welche Quoten Wochentags erreicht werden können.

Das Ergebnis fällt laut ersten Overnight-Ratings zwiespältig aus. Auf der positiven Seite: Man hatte mehr Zuseher als beim Pothole-Debakel 2010. Nicht so gut: Es waren auch weniger als 2011. Außerdem zeigen die Ratings einen deutlichen Anstieg nach Montoyas spektakulärem Unfall – mit einem “normalen” Rennen wäre man also vielleicht etwas schlechter gelegen. Ob die Zahlen nun Anlass sind, über weitere Montags-Rennen nachzudenken, liegt im Auge des Betrachters: Es ist sicher ein anständiges Ergebnis, mit dem man das beste aus einer widrigen Situation herausgeholt hat. Einen klar ersichtlichen Vorteil gibt es gegenüber dem Sonntag aber nicht. Und den bräuchte man, um ein Montags-Rennen zu rechtfertigen, das wohl mit einem deutlich Minus an Zuschauern an der Strecke auskommen müsste.

Einen dicken Silberstreif gibt es allerdings für die NASCAR: Die Nationwide-Serie auf ESPN hat mit Danica Patrick auf der Pole Zuschauerrekorde für Kabel gebrochen, und 4,4 Mio. Zuseher erreicht. Das Rating von 3.3 liegt etwa deutlich über jenem Wert, den die IndyCar-Serie bei ihren Übertragungen am Network-Sender ABC erzielt. Selbst das Indy 500 aus dem vergangenen Jahr hatte mit einem Rating von 4.0 nicht sehr viel mehr Zuseher.

Das Rennen:

Um 19.00 Uhr amerikanischer Zeit ging es dann endlich los in Daytona und Darell Walltrip eröffnete die Saison mit seinem bekanntem “Boogity, Boogity, Boogity, let’s go racing boys!”, welches er aus aktuellem Anlass mit einem “and Danica” vervollständigte. Die Fahrer schafften es sich auch eine ganze Runde zusammenreißen, bis es das erste Mal krachte. Sadler schob Johnson auf der Start- und Zielgeraden leicht an, der daraufhin hart in die Mauer einschlug und anschließend einen harten Treffer von einem weiteren Fahrzeug einstecken musste. Die übliche Kettenreaktion folgte. Insgesamt beschädigte der Unfall die Fahrzeuge von Johnson, Patrick, Bayne und Kurt Busch so schwer, dass das Rennen für sie entweder komplett vorbei war, oder sie so viele Runden Rückstand nach Reperaturen hatten, dass ein Sieg oder viele Punkte unmöglich waren. Johnson hat damit im Übrigen wieder einen Grund mehr, die Superspeedwayrennen zu hassen. Kyle Bush kommentierte den Unfall hingegen relativ amüsant über Funk: “Seriously, we sit around 36 hours and then we wreck on lap 1.”.

Nachdem Restart sah man vorne Kenseth und Biffle, wo sie auch den ganzen Abend bleiben sollten. Generell wurde den gesamten Abend viel 2-wide gefahren, wobei dies meistens erst hinter den Top 5 der Fall war. In Runde 13 gab es dann die nächste Gelphase, als Ryan Newman sich auf Grund eines Reifenplatzers drehte. In dieser kamen  alle an die Box. Nachdem Restart gab es lange Zeit vorne ein großes Pack und dahinter ein kleineres Pack mit unter anderem Montoya, McMurray, Labonte, Gilliland und Harvick, die sich so versuchten aus dem Gröbsten rauszuahalten.

Um Runde 57 folgten dann Green-Flag Pitstops, aus denen Jeff Burton als Führender hervorging. Tony Stewart verpasst die Boxeneinfahrt, ein größerer Schaden entstand daraus allerdings für ihn nicht. Kurz nach den Pitstops gab es die nächste Gelbphase wegen Debris auf der Strecke. Bei Kenseth zeigte sich zu dem Zeitpunkt, dass er massive Kühlungsprobleme hatte. Das Wasser sprühte geradezu aus seinem Auto, als er an der Box war. Er verlor zwar dadurch das Pack, konnte aber in der Lead Lap bleiben. Zu diesem Zeitpunkt waren vorne Burton, Biffle, Logano, Bowyer und ein starker Ambrose zu finden.

Bis Runde 81 lief das Rennen unter grün, dann platzte Jeff Gordon auf der Outside-Lane der Motor, er konnte dies zum Glück rechtzeitig mit der Hand anzeigen, so das es zu keiner Kollision mit anderen Fahrzeugen kam. Gordon sagte danach, dass alle Temperaturmesser im grünen Bereich gewesen seien, er also keine Ahnung habe, warum sich der Motor verabschiedete. Nach den nächsten Boxenstops ging es dann weiter.

Zu diesem Zeitpunkt schossen sich Hamlin und Kenseth nach vorne. Allgemein war auch beim 500 das zu beobachten, was sich schon in den Gatorade Duels und dem Budweiser Shootout angedeutet hatte: Die 2-Car-Tangos funktionierten begrenzt für eine bestimmte Zeit so um die 1- 1 1/2 Runden um sich im Pack nach vorne zu arbeiten, vom Pack weg fahren konnte man allerdings nicht. Polestitter Carl Edwards meldete in Runde 107, als vorne angefangen wurde Single-file zu fahren, Benzindruckprobleme. Seine Chancen auf einen Sieg waren damit auch dahin. Man dachte eigentlich, dass es in der Nacht weniger Temperaturprobleme geben würde, aber Bowyer meldete sich in Runde 117 und sagte, dass er sein Auto nicht mehr kühl bekommen würde. Allgemein sagten die Fahrer, dass es gut möglich war, das Auto im Rennen zu kühlen, wenn man es jedoch einmal übertrieben hatte, war es sehr schwer, den Normalzustand wiederherzustellen.

In Runde 127 dachten alle Bowyer’s Motor sei kaputt, aber in Wirklichkeit hatte er keinen Sprit mehr und wurde bei der Boxengasseneinfahrt durch 2 Autos geblockt. Die Folge war eine weitere Gelbphase, da sein Auto einfach ausrollte. Jeff Burton musste hierbei in die geschlossene Boxewngasse fahren und stoppen, da er sonst auch ausgerollt wäre. Nach den Boxenstops wurde es dann zunehmend aggressiver und temperamentvoller. Das hintere Pack hatte sich aufgelöst und Montoya. McMurray und Harvick mischten jetzt auch vorne mit. Ganz vorne war die Ford-Armada aus Kenseth und Biffle, dahinter Hamlin, Earnhardt Jr. und Logano.

In Runde 158 gab es dann die nächste Gelphase wegen eines Reifenschadens von David Stremme, was sehr schade war, da das Auto erst 2,5 Wochen vor dem 500 auf die Beine beziehungsweise Räder gestellt werden konnte. Bei den letzten Boxenstops kam es dann zu der wohl einprägsamsten Szene des Rennens. Juan Pablo Montoya war nach seinem letzten Boxenstop auf dem Weg zum Pack als ihm kurz vor einem Track-Blower wohl das Differential kaputt ging. Die Folge war, dass er mit dem Auto unkontrollierbar in das Heck des Track-Blowers krachte. Dabei traf er natürlich die hinten angebrachte Turbine mit Tank. Es gab einen großen Feuerball, Kerosin floss die Strecke herunter entzündete sich, das Feuer konnte jedoch nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Etwas ernsthaftes ist zum Glück weder der Besatzung des Track-Blowers noch Montoya passiert. Aber die Bilder waren schon erschreckend und spektakulär zu gleich.

Wegen des Feuers stoppte man die Autos erstmal auf der Backstretch und unterbrach das Rennen. Brad Keselowski wurde irgendwann so langweilig, dass er woher auch immer sein Handy holte, anfing zu twittern und Fotos zu schießen. Die NASCAR begrüßte im Nachhinein die Aktion, solang dabei keine Gefahr entsteht. Zunächst gab es Zweifel ob die Strecke das Feuer unbeschadet überstanden hatte, nach knapp 2 Stunden Pause konnte es dann aber doch weiter gehen.

Der Restart erfolgt in Runde 163, vorne waren Kenseth, Biffle, Earnhardt Jr., dahinter Harvick und Logano. Es wurde nun zunehmend unruhiger, teilweise wurde versucht eine Dritte Linie aufzumachen, doch das gelang nicht, da schon die zweite, obere Linie etwas schlechter als die Untere funtktionierte.

In Runde 172 kamen sich dann Ambrose, Mears und Almirola ins Gehege, was zu einer weiteren Gelbphase führte. Nachdem Restart in Runde 181 führte Kenseth vor Biffle, Earnhardt Jr, Hamlin und Harvick. Wenige Runden später folgte der nächste Big One, nachdem McMurray durch einen Reifenschaden das Auto verlor. Involviert waren: McMurray, Stewart, Almirola, Smith, Edwards, Kahne und Keselowski, der scherzhaft nachdem Unfall im Interview gefragt wurde, ob sein Auto oder sein Telefon mehr Schaden genommen hätte (es war das Auto).

Beim Restart in Runde 193 wurde klar, dass Biffle und Kenseth weiter zusammenarbeiten würden, als Kenseth hochzog, um Biffle “einzusammeln”. Doch nach 3 Runden war der Spaß wieder vorbei, es gab nämlich noch einen letzten Big One, weil Stewart von Stenhouse umgedreht wurde. Dieser war zuvor leicht von Logano berührt worden. Resultat waren Schäden an den Wagen von: Blaney, Kyle Busch, Stewart, Reutimann, Stenhouse, Newman und Gilliland. Dieser letzte Big One führte zu einem Green-White-Checkered- Finish. Beim Restart sammelte Kenseth wieder Biffle ein, welcher ihn pushte und vor Earnhardt “beschützte”, der leider von Hamlin nicht wirklich gepushed wurde. Er konnte vor der Ziellinie aber noch Biffle überholen, der sich ganz klar in den Dienst des Teams stellte, als er Kenseth nicht angriff, sondern bis zum Ende pushte.

Daytona bestätigte seinen Ruf, sich nach der Neusasphaltierung als Fordstrecke zu entwickeln. Ganz starke Leistung des Roush-Teams, während Hendrick-Motorsports mal wieder auf den Superspeedways bis auf Junior, der ein gutes Rennen ablieferte ordentlich unter ging. Für Stewart-Hass Racing lief es auf Grund der Unfälle, in die alle 3 Fahrzeuge unschuldig verwickelt wurde auch sehr schlecht, das gleiche gilt wie so oft auf den Superspeedways für Earnhardt-Ganassi-Racing, die ansonsten wohl gut unterwegs gewesen wären. Herauszuheben aus den Top 10 sind noch Paul Menard mit einem sehr starkem 6. Platz und Mark Martin auf Platz 10. Das vollständige Endergebnis gibt es http://www.jayski.com/stats/2012/pdfs/01daytona2012results.pdf .

Allgemein war es ein ganz gutes Rennen mit einem verdientem Sieger und trotz des Montagabendtermins mit beeindruckender Zuschauerzahl an der Strecke. Matt Kenseth fuhr die ganze Zeit, bis auf eine kurze Phase wegen seines Kühlproblems vorne mit, ebenso Biffle und Earnhardt Jr. Das Packracing ist zurück in Daytona in einem begrenzten Mix mit den 2-Car-Tangos, auch wenn die obere Linie am Montag leider nicht so gut funktionierte. Wer wissen möchte, wie sehr gutes Pack-Racing mit 2-Car-Trains aussieht, sollte sich das Nationwiderennen anschauen.

Im deutschen TV: 

Reichlich Verwirrung gab es rund um die deutschsprachige TV-Übertragung im Vorfeld des Rennens: Motorvisison TV hat vergangene Woche überraschend angekündigt, das Daytona 500, den gesamten Chase, und einige “Highlights” der laufenden Saison live “und exklusiv” zu übertragen. Als Kommentatoren wurden Lenz Leberkern und Jacques Schulz vorgestellt, wobei letzterer als Experte fungieren sollte.

Nach der Verschiebung des Rennens auf Montagnacht trat dann auch noch Servus TV auf den Plan, und kündigte an, das Daytona 500 ebenfalls live zu übertragen. Dabei scheint der Red Bull-Sender allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn wenig später musste man zurückrudern: Man habe gerade bemerkt, dass man das Rennen doch nicht live zeigen könne. Eine etwas peinliche Vorstellung, die aber immerhin duch das Versprechen “es wieder gutzumachen” entschärft wurde. Welche Umstände die kommunikative Fehlleistung ausgelöst haben, ist unklar.

Das Fazit zur ersten Motorvision-Übertragung bietet Plus- und Minuspunkte. Loben muss man die Bildqualität, und die Beharrlichkeit, mit der man auch nach zwei Verschiebungen die Übertragung durchgezogen hat. Auch der Einsatz des Kommentatorenduos ist nicht zu bemängeln, immerhin musste man am Ende mehr als sechs Stunden ein nicht stattfindendes Rennen kommentieren (vier Stunden am Sonntag, und dann nochmal zwei Stunden Rot-Phase am Montag). Mit sicher geringer Vorbereitungszeit eine nicht ganz einfache Aufgabe. Nett war auch der interaktive Ansatz der Sendung, der zu einer teils fast familiären Atmosphäre führte. Manchmal aber auch zur angespannten Esstisch-Stimmung bei etwas weiter entfernteren Verwandten. Auch die ehrliche und effiziente Facebook-Kommunikation des Senders mit den Fans ist zu begrüßen.

Mit der Beurteilung des Renngeschehens taten sich Leberkern und Schulz gelegentlich ein wenig schwerer. Das mag mit der geringen Vorbereitungszeit und auch der späten Stunde zu tun haben – während der zweistünden Rotphase war den beiden die Belastung doch ein wenig anzumerken. Für zukünftige Übertragungen würde man sich aber vielleicht ein wenig mehr Detailinformationen erhoffen. Aber gut – bis zur nächsten Übertragung dürften ja nun ausreichend Zeit für Vorbereitungen bleiben.

Die Initiative von Motorvision ist für deutsche Fans jedenfalls sehr zu begrüßen – gerade vor dem Hintergrund, dass das NASCAR 2012 deutlich aggressiver gegen inoffizielle Internet-Streams vorzugehen scheint.

( Der Artikel entstand in Zusammenarbeit zwischen Chaos und Vorsicht, Bilder folgen. )

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September 16 2011

06:06

NASCAR: Vorschau Chicagoland 2011 / Chase

Nach 26 Saisonrennen beginnt an diesem Wochenende auf dem Chicagoland Speedway die Meisterschaftsentscheidung der obersten NASCAR-Liga. Im „Chase for the Sprint Cup“ wird über zehn Rennen unter zwölf Fahrern der Titel ausgefahren. In dieser Vorschau werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Teilnehmer sowie das Format.

Der Beginn des diesjährigen „Chase for the Sprint Cup“ findet 2011, anders als noch in den vorherigen Saisons, auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Eine gute Nachricht gab es in dieser Woche zu vermelden, denn ab dieser Saison werden neun von zehn Chase-Rennen im bekannten Format des RaceBuddy als Internet-Stream angeboten – und zwar kostenlos! Acht Kanäle (vier Streckenkameras, vier Cockpit-Perspektiven) werden aufgeteilt auf zwei Mosaiks analog zum Sommer-Service von TNT zur Verfügung stehen. Alle Rennen, welche auf ESPN übertragen werden, können im sogenannten ChaseBuddy auf NASCAR.com angeschaut werden, lediglich auf das Rennen unter Flutlicht aus Charlotte muss verzichtet werden. ABC möchte seine regionalen Affiliates nicht mit einem Stream entblößen, beim Kabelsender ESPN ist dies hingegen kein Problem. Auf der anderen Seite hoffe ich aber noch auf einen Einsatz von ServusTV beim letzten Nachtrennen der Saison. Ob der TV-Kommentar auch mit in den RaceBuddy durchgeschleift wird, ist mir leider nicht bekannt, in der Summer-Series kam es ja öfters dazu.

Der ChaseBuddy ist übrigens kein einmaliger Service, sondern gilt bis zum Ende der aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2014. Zusätzlich werden ab 2012 ALLE(!) ESPN-Rennen im RaceBuddy gezeigt, womit nun lediglich die drei ABC-Ausstrahlungen und die FOX-Übertragungen in der Liste fehlen. Da scheint sich auch bis Ende 2014 nichts zu bewegen…

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 16.09.
16:00 Uhr, Truck Series Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
18:40 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Fast Five 225), SPEED

Samstag, 17.09.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Sonntag, 18.09.
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Geico 400), ESPN / RaceBuddy auf NASCAR.com

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July 19 2011

10:12

NASCAR: Analyse New Hampshire Juli 2011

Das Rennen in New Hampshire am Sonntag war ungefähr so durchsichtig wie eine Scheibe aus Milchglas, denn viele unterschiedliche Strategien brachten viele verschiedene Fahrer in die Reichweite eines Sieges. Letztendlich holte sich aber Pole-Mann Ryan Newman den Erfolg, während Tony Stewart dahinter das Team-Ergebnis für Stewart-Haas Racing perfekt machte.

Ich muss gestehen, dass ich am Sonntag im Laufe des Rennens zunehmend Probleme dabei bekam, den Durchblick bei den ganzen unterschiedlichen Reifen- und Benzinstrategien zu behalten. Es gab eine Menge Durcheinander und optischen bis logischen Nebel, aus welchem zum Schluss wieder derselbe Ryan Newman auftauchte, der das Rennen schon in Führung begonnen hatte. Im Grunde genommen hätte aber auch mal eben ein ganz anderer Pilot den Sieg holen können, bedenkt man, dass sich insgesamt 14 Fahrer erfolgreich um die Führung gekloppt haben. Zwar führte Newman 119 von 301 Runden und damit fast die Hälfte der Renndistanz, doch auch Kurt Busch (66), Tony Stewart (48) sowie Jimmie Johnson und Jeff Gordon (19) waren lange Zeit mit vorne bei der Musik dabei.

Alle anderen genannten Piloten, mit Ausnahme von Stewart, hatten jedoch auf ihre Weise das ein oder andere Pech, was am Ende Ryan Newman den Sieg zuspielte. Wenn ich versuchen würde, das ganze Geschehen hier jetzt zusammenzufassen, dann säße ich vermutlich rechtzeitig zum Start vom nächsten Rennen in Indianapolis in zwei Wochen noch hier. So viele Fahrer auf verschiedenen Strategien hat man in letzter Zeit selten gesehen. Letztlich erwies sich aber die alternierende Reihe 2-4-2-4-… in puncto Reifenwechsel als die erfolgreichste Methode, um viel Track-Position zu gewinnen. Das merkten schnell auch andere Piloten, weshalb es im Verlauf des Rennens immer schwieriger wurde, die Plätze an der Spitze des Feldes zu halten. Einige wetteten ganz ungeniert und nahmen zeitweilig auch mal gar keine neuen Reifen mit zurück auf die Strecke.

Zusätzlich kam bei der verworrenen Boxenstoppabfolge zwangsläufig auch das Thema Benzinverbrauch auf den Tisch, wobei zum Schluss aber diejenigen Teams zu den Opfern eines leeren Tanks gehörten, die sich eigentlich eines Durchkommens ganz sicher waren. Zehn Gelbphasen boten den Mannschaften genügend Unterbrechungen, um alle taktischen Spiele voll auszukosten. Ausgelöst wurden die Cautions zu je einem Drittel aus folgenden Gründen: Debris, Reifenschäden (vorzugsweise rechts vorne) und ordentlich Fender-Banging nicht nur im Mittelfeld.

Insgesamt fiel auf, dass teilweise gut gerempelt wurde, was gleich einigen Fahrern wieder neue Freunde eingebracht haben dürfte. So hatten sich unter anderem AJ Allmendinger und Denny Hamlin sowie Juan Pablo Montoya und Jimmie Johnson ganz besonders lieb. Etwas unangenehmer war allerdings ein Red-Bull-interner Lackaustausch zwischen Kasey Kahne und Brian Vickers, welcher letzteren das Rennen gekostet hat, während sein Teamkollege immerhin einen tollen sechsten Platz einfahren konnte.

Oft kam es wie erwähnt auch zu Reifenplatzern, deren Ursache vermutlich zu heiß gewordene Bremsscheiben gewesen sein dürften. In New Hampshire werden die Bremsen analog zu Martinsville verhältnismäßig stark belastet und bedürfen einer zusätzlichen Kühlung. Wer es nun mehrere Runden lang auf der Bremse etwas übertrieben hatte, um Platzierungen aufzuholen, den erwartete ein plötzlicher Knall mit Abstecher in die Mauer als logische Folge. Die (im Vergleich zur Lauffläche) dünnen Seitenwände der Pneus hielten den hohen Temperaturen der glühenden Bremsscheiben anscheinend nicht lange genug stand. An diesem Punkt gehe ich einfach mal mit den Ausführungen der TNT-Kommentatoren d’accord, welche zumindest nicht auf ein Versagen des Reifenherstellers verwiesen, dafür aber deutlich dichter an der Strecke saßen als ich!

Schauen wir uns nun mal an, warum Ryan Newman gewonnen hat und nicht die Konkurrenz, die zum Teil böse vom Pech verfolgt war:

Kurt Busch, der Mann mit den zweitmeisten Führungsrunden fiel dem Spritverbrauch zum Opfer. Er ging in Gelbphase 8 von 10 bei noch 85 verbleibenden Runden und einem Spritfenster von 70-74 Umläufen zum letzten Mal an die Tankstelle. Eigentlich hätte man sich selbst ausrechnen können, dass dieses Zahlenspiel nicht aufgehen konnte, doch die Dodges verfügen laut TNT-Expertenkommentar angeblich über die beste Fuel-Mileage im Feld. Hin oder her, zwei weitere Cautions brachten Busch dann letztlich knapp an den Rand seines Spritfensters, welches aber ausgerechnet in der letzten Runde hinter ihm zufiel. Immerhin rettete er ausrollend noch knapp ein Top10-Resultat.

Genauso erwischte es auch Juan Pablo Montoya, der zwar sein Spritfenster in Caution #9 75 Runden vor Schluss recht gut füllen konnte, aber trotzdem am Ende ohne Sprit ausrollte. Die letzte Gelbphase hätte sein Benzinfenster eigentlich schließen sollen und bei Earnhardt-Ganassi Racing ist man sich immer noch nicht so sicher, ob vielleicht weniger Sprit in den Tank geflossen sein könnte als zunächst vermutet. Montoya hatte leider weniger Glück im Unglück als Kurt Busch und wurde letztendlich bis auf Rang 30 durchgereicht.

Das war ein absolutes Alptraumergebnis für die Mannschaft der #42 und entfernte die mehr als knappen Chase-Hoffnungen noch ein bisschen mehr aus greifbarer Reichweite. In den nächsten drei Rennen auf den flachen Ovalen von Indianapolis, Pocono und dem Rundkurs in Watkins Glen werden vermutlich die Playoff-Qualifikationswürfel für Montoya fallen. Die Nummer am Sonntag war zumindest nichts, vor allem nicht nach den vollmundigen Aussagen von Fahrer und Crew Chief, man hätte ein super Shortrun-Auto, mit welchem man um den Sieg würde mitkämpfen können und sogar bei ausgedehnten Longruns wäre sicher noch ein Top10-Ergebnis drin. Teamkollege Jamie McMurray ging übrigens ebenfalls das Benzin aus…

Ein noch viel viel schlimmeres Schicksal mussten Kyle Busch und Brad Keselowski erdulden. Beide Piloten wurden das Opfer eines Reifenschadens, der einen unsanften Einschlag in die Mauer zur Folge hatte. Die notwendigen Reparaturarbeiten ließen beide Fahrer massiv an Runden und Positionen verlieren. Busch flog schon früh in Runde 60 aus dem Rennen und konnte später schadensbegrenzend gerade einmal Platz 36 holen, während Keselowski kurz vor Halbzeit in Umlauf 144 in die Mauer abbog und am Ende Rang 35 holte. Kyle Busch ist durch dieses de-facto-DNF jedenfalls seine Meisterschaftsführung los und rutschte gleich um vier Plätze auf Position 5 ab. Keselowskis Wildcard-Chancen hat sein Unfall natürlich auch nicht gerade beflügelt.

Für alle Piloten, welche das Rennen in der Führungsrunde beenden konnten, war Platz 25 das am schlechtesten mögliche Ergebnis. Hier eine Auswahl der dort platzierten Piloten:

- Greg Biffle gab in der letzten Gelbphase einen zweiten Platz auf, weil der Sprit wohl nicht gereicht hätte und wurde letztendlich nur 18. Insgesamt kamen alle Roush-Fords wie erwartet vergleichsweise schlecht weg und ausgerechnet Marcos Ambrose (9.) musste die Ehre des Herstellers retten. Der zweitbeste Ford war sein Teamkollege AJ Allmendinger (12.) noch vor dem ersten Roush-Fenway-Fahrer Carl Edwards auf Platz 13.

- Mark Martin hatte den ganzen Nachmittag alle Hände voll damit zu tun, nicht den Anschluss an die Führungsrunde zu verlieren. Er lief in einem farblosen Rennen nur auf Platz 22 ein, nachdem ihm ein Reifen platzte und er vermutlich die Probleme vom Teamkollegen geerbt hatte.

- Jeff Gordon erwischt es nämlich auch ganz übel, als sich plötzlich alle Druck- und Temperaturanzeigen im Cockpit ins Bodenlose verabschiedeten. Eine neue Batterie musste her, doch weil die Lichtmaschine auch diese nicht ordnungsgemäß auflud, musste er die Bremskühlung vorsichtshalber deaktivieren. Das löste vermutlich seinen Reifenschaden in den Schlussrunden aus, der ihm nur Rang 11 einbrachte, obwohl das Auto deutlich mehr hergab.

- Probleme gab es bei allen Mitgliedern von Hendrick Motorsports, so hatte zum Beispiel Jimmie Johnson erst etwas Feindkontakt mit Juan Pablo Montoya sowie Bobby Labonte und leistete sich sogar noch einen Dreher, während Dale Earnhardt Jr bei seinem letzten Boxenstopp in Gelbphase #10 eine Tire-Violation samt Rückversetzung ans Ende des Feldes über sich ergehen lassen musste. Junior konnte Platz 33 zwar noch in ein Top15-Resultat ummünzen, doch Johnson hatte wieder einmal mehr Glück und Erfolg. Sogar für die Top5 reichte es am Ende für den Dauermeister!

In der Meisterschaft hat sich in den Top5 alles gedreht was nur ging: Dort führt nach dem etwas chaotischen Rennen in New Hampshire nun wieder Carl Edwards vor Jimmie Johnson (-7), Kurt Busch (-11), Kevin Harvick (-15), Kyle Busch (-20) und Matt Kenseth (-26). Dahinter hat Jeff Gordon schon einen größeren Abstand von 65 Punkten. Der Erfolg von Ryan Newman brachte nun alle Fahrer, welche sich derzeit in den provisorischen Playoffs befinden in den Genuss eines Saisonsieges mit Ausnahme von Dale Earnhardt Jr (9.).

Auf Tony Stewart (11.) sollte man in den nächsten drei Rennen ganz besonders achten, denn ähnlich wie Montoya kommt er in Indianapolis, Pocono und Watkins Glen extrem gut zurecht. Ein Sieg brächte ihn vermutlich auch ohne Wildcard in den Chase, da ihn zurzeit nicht ein einziger Punkt von den Playoff-Positionen trennt. Er liegt eigentlich punktgleich mit Denny Hamlin auf Platz 10. Zwischen Kenseth und Earnhardt liegen noch Jeff Gordon und Ryan Newman auf den Rängen 7 und 8. Eine Wildcard beansprucht derzeit übrigens nach wie vor David Ragan (13.), der sich direkt hinter dem bisher sieglosen Clint Bowyer (12.) befindet.

Ganz allgemein fällt in diesem Jahr weiterhin die enge Leistungsdichte stark auf. Bisher konnte noch kein Pilot mit einer überzeugenden Performance punktetechnisch dem Rest des Feldes enteilen. Nach der ersten Hälfte der Saison gibt es sozusagen noch keinen wirklich heißen Anwärter auf den Sprint-Cup-Titel 2011 – auch wenn die derzeitigen Top5 wohl die wahrscheinlichsten Kandidaten auf einen Chase-Sieg sein dürften.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

June 21 2011

06:16

NASCAR: Analyse Michigan 2011

Ein echter “Burner” war das Rennen in Michigan ja nicht gerade, was Denny Hamlin aber am Ende vermutlich am allerwenigsten störte.

Es ist immer so eine Sache mit den ultrabreiten 1.5 Meilen Ovalen. In Las Vegas sind die Rennen durchaus brauchbar, in Michigan eher nicht. Und dabei sind beide Ovale fast baugleich, lediglich 2 Grad Banking gibt es in Las Vegas, was ja nun nicht den großen Unterschied machen sollte. Michigan steht meist für Verbrauchsrennen mit wenig Gelbphasen, was dann, ähnlich wie in Pocono dann immerhin den Vorteil hat, dass die Rennen auch schneller vorbei sind. In der Riesenschüssel von Michigan gab es leider auch wenig Abwechslung an der Spitze. Das Rennen teilten sich mehr oder weniger die Gibbs- und die Roushtruppe unter sich auf. Vor allem Roush ist rechtzeitig zum Sommer in guter Form und bringt seine Fahrer wieder in aussichtsreiche Position. Edwards führt die Meisterschaft an, Kenseth lauert auf P6, nur Biffle ist noch nicht im Chase. Größere Sorgenfalten gibt es derweil im Hendrick Lager.

Doch zunächst zum Rennen, dass wie erwähnt eher im Bereich “Muss man nicht sehen” angesiedelt ist. Pole-Sitter Kurt Busch führte das Feld zwar nach der ersten Runde an, aber nach 12 Runden war dann schon der erste Roush-Fahrer in Form von Greg Biffle an der Reihe. Bis zur Halbzeit tat sich vorne kaum etwas, sei denn Biffle und Carl Edwards lösten sich an der Spitze an. Auch Matt Kenseth war vorne zu finden hielt sich aber zurück und ließ Edwards und Biffle gewähren. Die Duelle um die Spitze waren nett, aber eben auch etwas fad. Etwas mehr Pfeffer kam in die Sache, als Kyle Busch seinen Toyota nach vorne schieben konnte. Die Gibbs Motoren waren offenbar die einzigen, die mithalten konnten, denn auch Denny Hamlin hielt sich relativ weit vorne. Nur Joey Logano kam mal wieder nicht vom Fleck.

Bis Runde 158 tat sich wenig, dann löste ein unglücklicher Crash zwischen Montoya und Andy Lally eine entscheidende Safety Car Phase ein. Montoya war mitten im letzten Turn der Sprit ausgegangen und er versuchte noch in die Boxeneinfahrt zu kommen, als Lally von hinten angerauscht kam und das Heck der #43 traf. Für den Kolumbianer war es ein Wochenende zum Vergessen. In der Quali lief es schon nicht und im Rennen ging nach vorne gar nichts. Montoya konnte zwar weiterfahren, endete aber auf P29, was seinen Chase-Ambitionen auch nicht gerade gut tut. Auch bei seinem Teamkollegen Jamie McMurray lief es nicht wirklich gut. Der blieb im gesamten Rennen auffällig und blieb im Mittelfeld stecken. Im Ziel landete er auf P19.

Die Gelbphase lag zu einem interessanten Zeitpunkt, mit noch ca. 40 Runden zu fahren. Das lag ganz knapp im Benzinfenster der meisten Teams, allerdings durfte dann auch kein GWC mehr kommen. Also verordneten die meisten Crew Chiefs ihren Fahrern eine Benzin-Diät. Vor allem Kenseth wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er rund zwei Runden “short” sei, was dieser mit leichten Ungefallen per Boxenfunk quittierte, weil er die Führung an Edwards abegeben musste. Der segelte dann auch davon und schien das Rennen als Sieger beenden zu könnne.

Doch dann hämmerte Junior seinen Wagen in die Mauer und in Runde 192 gab es wieder Gelb. Earnhardt war in Michigan eigentlich sehr gut unterwegs. Er hatte mal wieder einen Top 10 Wagen und lag teilweise auf P5. Doch eine verlorene Radmutter zwang ihn zu einem Extra-Stopp und er landete auf P19. Dort traf er dann unglücklicherweise auf Mark Martin, der Ausgangs Turn 2 massives Untersteuern hatte und Junior leicht in die Mauer zwang. Ein paar Runden später verabschiedete sich dann der rechte Vorderreifen von Junior, was den Abflug erzwang. Dennoch mal wieder ein gutes Rennen für Junior.

Die Pause nutzten alle Fahrer um an die Box zu gehen und nachdem die Stopps absolviert waren, lag plötzlich Denny Hamlin an der Spitze, dessen Team am schnellsten gearbeitet hatte. Seine “Pole” setzte er dann in eine Führung um, die er leicht ausbauen konnte, da sich Matt Kenseth und Carl Edwards zunächst nicht so richtig einig waren, wer denn nun hinter Hamlin her sollte. Kenseth entschied das Duelle für sich, hatte aber die entscheidenden Sekunden verloren und konnte Hamlin nicht mehr einholen.

Auf den Plätzen hinter Hamlin und Kenseth landeten Kyle Busch, der erstaunliche Paul Menard, Carl Edwards, Ryan Newman, Tony Stewart, Clint Bowyer, Mark Martin und Brian Vickers. Vor allem für das gebeutelte Red Bull Team mal wieder ein gutes Ergebnis.

Auch das Ergebnis von Mark Martin ist erfreulich, den man so weit vorne lange nicht mehr gesehen hat. Ansonsten lief das Wochenende für Hendrick zäh. Pocono-Sieger Jeff Gordon warf ein besseres Ergebnis beim letzten Stopp weg, als man statt zwei Reifen dann doch auch vier frische Goodyears setzte. Noch schlechter lief es für Jimmie Johnson, der sich schon nach neun Runden drehte und wegen eines Swaybar-Wechsels dann 2 Runden verlor. Die Sommerschwäche von Hendrick ist ebenso ungewöhnlich, wie die Tatsache, dass Dale Earnhardt im Moment noch am Besten in der Meisterschaft liegt. Der benötigt für einen guten Chase aber dringend einen (überfälligen) Sieg.

Nächste Woche geht es aber erst einmal auf die Rundstrecke und nach Infinion. Da dürften andere Namen vorne an der Spitze aufpoppen.

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May 10 2011

06:36

NASCAR: Analyse Darlington 2011

In welcher Rennserie kann ein Underdog aus einem leicht unterfinanziertem Team noch gewinnen? In der NASCAR, wie Regan Smith am Wochenende gezeigt hat.

Ein bisschen sensationell ist die Sache schon. Furniture-Row-Racing gehört jetzt nicht zwingend zu den Team, die man oft vorne sieht. Aber der Kurs in Darlington, der unter dem Beinamen “to tough to tame” läuft, machte diesem Zusatznamen mal wieder alle Ehre. Es flogen die Fetzen, und das nicht nur, weil Brian Vickers einen der kuriosesten Unfälle seit Ewigkeiten hatten, sondern auch weil nach dem Rennen fast zu viel los war, wie auf der Strecke. Denn die beiden durchaus als Heißsporne bekannten Kyle Busch und Kevin Harvick gerieten ebenso aneinander, wie vor dem Rennen Ryan Newman und Juan Pablo Montoya, die sich angeblich bei einer “Aussprache” am Freitag wortwörtlich in den Haaren gelegen haben sollen. Die NASCAR bezeichnete das Ergebnis der Aussprache als “unglücklich”, beide Fahrer wollten sich nicht so recht äußern. Offenbar sind bei einigen Fahrern die Nerven etwas angespannt.

Das kann man auch verstehen, denn bei kaum einen Team läuft es so richtig rund. Die Earnhardt-Ganassi Fahrer Montoya und McMurray kommen nicht so recht in Schwung, zäh läuft es auch bei RCR, trotz einiger vielversprechender Ergebnisse. Und bei Hendrick will es auch nicht so recht laufen. Mark Martin knallte seinen Chevy etwas zu heftig in die Mauern von Darlington und verlor so viel Zeit, dass er er nur auf P19 einlief. Dem Rest erging es nicht besser. Jeff Gordon tauchte zunächst vorne auf, pendelte dann aber zwischen P5 und P12 rum. Junior hatte man wieder eine beschiedene Quali, kämpfte sich aber bis in die Top 5 vor, bevor er weiter nach hinten durch gereicht wurde. Meister Johnson drehte sich gleich zweimal, einmal wurde er von Montoya angeschubst, ein anderes Mal machte er einen seiner seltener Fehler. Die Hendrick Mannschaft kam dann fast geschlossen auf den Plätzen 12 (Gordon), 14 (Junior) und 15 (Johnson) an. Das hat man schon anders gesehen.

Im Rennen dominierte etwas überraschend Kasey Kahne im Red Bull, der sich schon die Pole geholt hatte. Er führte im ersten Drittel, bevor von hinten Carl Edwards angerauscht kam. Es mischte sich dann noch Kevin Harvick in den Kampf ein, der aber über die Distanz das Tempo nicht ganz halten konnte. Also teilten sich Kahne und Edwards die Führung. Kyle Busch fuhr in teilweiser atemberaubender Manier zwischenzeitlich durchs Feld, hatte aber Pech, weil sein Team gegen Mitte des Rennen ein loses Rad vermutete und der Mehrfach-Sieger an die Box musste. Er holte sich zwar seine verlorene Runde wieder zurück, kam aber nach der Runde 204 von 367 nicht mehr an die Front.

Es war ein typisches Darlington Rennen. Viel Single-File, aber nicht uninteressant, da es trotzdem viele Zweikämpfe gab. Hilfreich war auch, dass es kaum Cautions gab, obwohl etliche Fahrer mehr als einen “Stripe” an der Mauer hinterließen. Den interessantesten Unfall hatte wohl Brain Vickers. Der gerat in Runde 231 mit David Ragan aneinander. Vickers kam etwas quer aus der Ecke, Ragan versuchte auszuweichen, was natürlich schief ging. Irgendwie hakte sich die linke Front von Ragan im rechten Kotflügel von Vickers ein und riss ihm die gesamte rechte Seite. Sogar die Hartschaumeinlagen aus der Tür wurden rausgerissen. So konnte Vickers nicht weiterfahren, die Reparatur dauerte dann ewig.

15 Runden vor Schluss hatte sich Edwards an der Spitze etwas von Kahne und Harick auf P3 abgesetzt. Dahinter lagen Newman, Hamlin und auf P6 der erstaunliche Regan Smith. Kyle Busch lag einen Platz dahinter. Alle hatten genug Sprit und konnten also durchfahren. Doch dann platzte Jeff Burton in Runde 359 der Motor – Caution. Die Frage war: Reinkommen oder draussen bleiben? Bis auf Regan Smith, Brad Keselowski und Stewart kamen alle Piloten herein. Dabei hatte Stewart die besten Karten, den er hatte einen andern Stopp-Rhythmus gewählt und seine Reifen hatten nur 19 Runden auf dem Buckel. Es konnte also ein deftiges Finale geben – und das kam auch.

Der Restart sah Regan Smith auf der ersten Position, doch schon einer Runde gab es wieder Gelb. Kyle Busch, Harvick und Bowyer konnten sich nicht einigen und versuchten es “3-wide”, was in Darlington nicht so die wirklich gute Idee ist. Busch rumpelte in Kevin Harvick, der ausgerechnet auf der Start/Zielgeraden seinen Teamkollegen Clint Bowyer hart in die Mauer schickte. Damit war die Sache aber nicht beendet, denn ein paar Meter weiter schob Busch, der offenbar einen Aussetzer hatte, auch noch Harvick einfach zur Seite und in die Mauer. Das sollte nach dem Rennen noch ein Nachspiel haben.

Wegen des vielen Schrotts war ein “GWC” angesagt. Regan Smith war in Front geblieben und kam beim Restart sehr gut weg. Er konnte Carl Edwards in Schach halten, bis er in der letzten Runde in Turn 2 noch die Mauer berührte. Edwards schien das ausnutzen zu können, doch Smith gelang es tatsächlich Edwards geschickt zu blocken und er gewann das Rennen, was auch sein erster Sieg und der des Teams war. Bei Furniture-Row-Racing wusste man nicht, ob man vor lauter Freude lachen oder weinen sollte. Ein toll heraus gefahrener Sieg, absololut verdient.

Derweil war in der Boxengasse die Hölle los. Harvick war offenbar noch sauer und versuchte Busch noch auf der Strecke zu stellen. In einem sehenswerten Wendemanöver inkl. Rückwärtsfahrt manövrierte Busch Harvick aus, der sich dann allerdings in der Boxengasse vor ihn stellte…. ach, das muss man selber sehen.

Am Ende lagen sich dann auch noch die Crews beider Mannschaften in den Haaren. That’s NASCAR. Sowohl was den Sieger angeht, als auch den Rest.

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May 03 2011

06:16

NASCAR: Analyse Richmond April 2011

Kyle Busch gewann in Richmond sein zweites Rennen 2011 und somit die dritte Ausgabe dieses Frühjahrsrennens in Folge. Gemeinsam mit Denny Hamlin beherrschte er nach dem Vorstoß an die Spitze etwa drei Viertel des Abends und musste nur im turbulenten Mittelteil auf die Führung verzichten. Derweil hält sich Carl Edwards mit einem Top5-Resultat an der Tabellenspitze.

Das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag startete gemächlich und sah in der ersten Hälfte nur zwei Gelbphasen. Das hat immerhin dafür gesorgt, dass ich recht schnell ins Land der Träume gesegelt und nur vereinzelt mal kurz wieder aufgewacht bin. Viel verpasst habe ich aber anscheinend nicht, denn nach Aufarbeitung des Geschehens stellte sich heraus, dass ich nur das Revanchefoul von Juan Pablo Montoya nicht mehr auf dem Schirm hatte. Ich konnte sogar den unvermeidlichen Sieg von Kyle Busch vermutlich besser riechen als das notwendige Riechsalz zum Wachbleiben, denn die Zieldurchfahrt ist mir ebenfalls nicht mehr in Erinnerung. Das heißt aber nicht, dass das Rennen keine Action zu bieten hatte, immerhin wartete die zweite Hälfte mit nicht weniger als vier Cautions auf – darunter auch ein Big-One! Doch von vorne:

Aus der zweiten Pole Position in diesem Jahr von Juan Pablo Montoya wurde wieder nichts. Schon nach 25 Runden musste der Kolumbianer mit starkem Untersteuern der in der beginnenden Nacht kälter werdenden Strecke Tribut zollen und wurde nach hinten durchgereicht. Dabei verstrickte er sich in ein Scharmützel mit Ryan Newman, der ihm beim Einscheren nach Turn 2 offenbar zu wenig Platz ließ. Montoya touchierte die äußere Mauer und riss sich dabei den Spoiler ab, welcher anschließend aufwändig repariert werden musste. Fünf Runden Rückstand waren am Ende die Folge dieser Szene. Für Unfallpartner Newman ging die Sache nicht weniger brenzlig aus, denn Montoya ließ einmal mehr sein heißsporniges Gemüt aufblitzen und nahm den Stewart-Hass-Piloten zum passenden Zeitpunkt ebenfalls aus dem Rennen.

Nun mag man von solchen Revanchefouls halten was man möchte, doch eigentlich ist es der Inbegriff vom Shorttrack-Racing der NASCAR und ein Resultat der sehr unterschiedlichen Charaktere auf der Strecke, die schon seit Jahren ihre Probleme fast ausnahmslos untereinander lösen. Daher ließ sich NASCAR auch nur zu einer Ermahnung Montoyas hinreißen und das reichte meiner Meinung nach aus. Dass sich beispielsweise ein Denny Hamlin sehr angefressen zu dieser Situation äußerte, ist mir nicht entgangen, aber damit verleugnet er meiner Meinung nach zu eindeutig seine Herkunft. Gerade Hamlin, ein Shorttrack-Meister und traditioneller Aufsteiger aus Virginia sollte es besser wissen.

Vielleicht steckt ihm aber auch der verharzte Saisonstart und der verpasste Sieg gegen den Teamkollegen Kyle Busch etwas mehr in den Knochen, als er es zugeben mag. Dazu kommt sicherlich auch seine persönliche Geschichte mit Montoya, der allerdings in der Vergangenheit auch schon öfter sehr beherzt auf seine Fehler aufmerksam gemacht wurde. Schön und fair ist es sicher nicht immer, aber das gehört meines Erachtens einfach zur NASCAR dazu, wenngleich man aus der Szene konträr auch herauslesen könnte, dass Newman Montoya wirklich soviel Raum gegeben hatte, wie er nur konnte. Wenn ein Kontrahent (Montoya) in Zukunft zu übermütig werden sollte, dann löst sich das Problem mit Sicherheit unter Beteiligung aller selbsternannten Rächer im Feld von alleine und auch ihm werden seine Grenzen aufgezeigt werden.

Zurück zum Rennen: Das erste Viertel bis zur Debris-Caution verursacht durch Montoyas Spoiler war schnell absolviert. Nach einigen Boxenstopps unter grüner Flagge hatte sich zudem das dominante Auto von Kyle Busch gegen die Konkurrenz bestehend aus Montoya, Clint Bowyer, Kasey Kahne und Denny Hamlin durchgesetzt. Lediglich 33 Runden benötigte der spätere Sieger unter anderem für seinen Vorstoß von Platz 20 in die Top10.

Das zweite Viertel beherrschte Kyle Busch dann nach Belieben ebenfalls komplett unter grüner Flagge, einzig verfolgt vom Teamkollegen Hamlin. Nach weiteren Green-Flag-Pitstops war die Hälfte des Rennens absolviert, als Kurt Busch bei einem kleinen Mauerkuss einige Teile verlor und die zweite Caution des Abends einläutete. Ein schönes Bild für die RTL-Abendnachrichten steuerte an dieser Stelle Robby Gordon bei, welcher in der Boxengasse ein kleines Lagerfeuer entfachte, weil beim Losfahren Rest-Benzin auf eine am Boden liegende, glühende Radmutter spritzte.

Gelbphase #3 wurde dann durch die angesprochene Montoya-Newman-Revanche-Geschichte ausgelöst. Beim Restart sorgte Martin Truex Jr für eine spektakuläre Rennszene, als er sich mit einer Three-Wide-Aktion auf der unteren Spur an den beiden Gibbs-Piloten vorbeischieben konnte und für elf Runden die Führung übernahm, ehe die nächste Caution seinen Vorwärtsdrang stoppte. Jimmie Johnson zeichnete sich dafür verantwortlich, weil er auf der Innenbahn den Grip verlor und die Strecke hochrutschte, wo sich in diesem Moment leider Joey Logano aufhielt. Der Toyota mit der #20 drehte sich in die Mauer, für Logano war der Tag damit aber glücklicherweise noch nicht beendet. Im Zuge einer Joe-Gibbs-Mannschaftsleistung holte sich das jüngste Teammitglied noch einen elften Platz ab.

Frei nach dem Motto „Cautions breed Cautions“ kam es innerhalb von kürzester Zeit beim Restart oder auch nur kurz danach zu vier weiteren Gelbphasen innerhalb von nicht einmal vierzig Runden. Die einzig erwähnenswerten Punkte waren nach Aufarbeitung des Rennens die abwechselnde Führung zwischen Matt Kenseth, Carl Edwards, Denny Hamlin und Kyle Busch sowie die direkte Beteiligung von Brad Keselowski an zwei dieser vier Cautions. Keselowski bekommt in dieser Saison auch nicht wirklich ein Bein auf den Boden, nach einem Viertel des Jahres steht er auf Platz 28 in der Meisterschaft am Ende der etablierten Kräfte ohne ein Top10-Ergebnis da.

Die achte und letzte Gelbphase (Caution #4 dieses kleinen Pakets) war dann die folgenreichste des ganzen Abends. Der auslösende Big-One war ein Ergebnis des abnehmenden Gefahrenbewusstseins nach mehreren Three- und Four-Wide-Situationen, welche ausnahmslos gut ausgingen. Alleine bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich zwei oder drei Four-Wides ausfindig machen, was natürlich spektakulär aussieht, aber selten gutgeht. Direkt zum Beginn des letzten Rennviertels nur zwei Runden nach dem letzten Restart gerieten Paul Menard, Matt Kenseth und Jeff Gordon aneinander, die in einer Kettenreaktion auch noch mehrere Fahrer im Hinterfeld abräumten. Menard erwischte Kenseth, der seinerseits Gordon umdrehte, der zu diesem Zeitpunkt völlig überrascht gewesen sein muss.

Nur drei Sekunden später schlug die #24 mit der Fahrerseite hart in eine Stelle an der inneren Mauer ein, welche nicht durch eine SAFER-Barrier gesichert war und außerdem noch in einem leicht ungünstigen Winkel zur Strecke stand. Jeff Gordon beschrieb den Einschlag als sehr unangenehm und witzelte noch, dass er dafür prädestiniert sei, immer die Mauern ohne Soft-Wall zu treffen. Die Aufprallenergie gab das Auto mit Sicherheit fast komplett an Gordon weiter, weil die Zerstörung am Chevrolet hinterher vergleichsweise minimal zu erkennen war. Bei diesem Aufschlag nahezu exakt parallel zwischen Wagen und Mauer konnte eigentlich nur die energieabsorbierende Hartschaumeinlage im Seitenbereich des Autos einen Teil der entstandenen Kräfte aufgenommen haben. Vermutlich sehr unangenehm…

Beim folgenden, letzten Restart des Abends zeigte Kyle Busch endgültig, dass er der spätere Rennsieger werden sollte. Nur an vierter Stelle wieder ins Rennen gegangen, musste er sich außerdem mit Dale Earnhardt Jr auseinandersetzen, der vor ihm die Reifen durchdrehen ließ. Busch schaltete schnell und setzte sich außen an Junior vorbei, um innerhalb von nur knapp zwei Runden alle vor ihm liegenden Fahrer zu düpieren, so viel schneller war er unterwegs. In den letzten 84 Umläufen behielt Busch einen klaren Kopf und überwand sogar längere Befürchtungen, dass der Sprit nicht bis zum Ende reichen könnte. Am Ende blieb tatsächlich niemand mit trockenem Tank liegen, als Kyle Busch die Ziellinie als Sieger überquerte. Vielleicht könnte man diesen Sieg aber auch dem Spritverbrauch der Gibbs-Toyotas zusprechen, die zu Saisonbeginn wegen Verbrauchsoptimierungen noch einige Motorschäden einstecken mussten. Vermutlich hat man dieses Problem nun zufriedenstellend gelöst, mit Sicherheit kann ich das aber natürlich nicht sagen.

Drei Viertel des Richmond-Rennens dominierte das Duo von Joe Gibbs Racing nahezu beliebig, der Sieg von Kyle Busch war eigentlich nur halbwegs ernsthaft durch seinen Teamkollegen Denny Hamlin gefährdet. Busch hatte das Auto, welches es zu schlagen gilt, wie man im NASCAR-Jargon so schön sagt. Die zweite Fahrt von Busch in die Victory-Lane 2011 zeigte, dass in diesem Jahr mit ihm und dem Team zu rechnen ist und dass sein Sieg in Bristol kein Ausreißer war. Übrigens: Mit 16 bisher gesammelten Bonuspunkten führt Kyle Busch 2011 diese Wertung souverän vor Kevin Harvick (12), Jeff Gordon (11) und Carl Edwards (10) an! Auch Denny Hamlin erlebte mit seinem zweiten Platz ein gutes Comeback und kann nun hoffentlich konsequent auf die Chase-Platzierungen aufholen, 37 Zähler fehlen ihm dazu.

Einen sensationellen dritten Rang holte Kasey Kahne für Red Bull Racing, nur wenige Tage nach seiner erneuten Knie-OP, eine Wahnsinnsleistung! Die Top5 komplettierten David Ragan und Carl Edwards: Während Edwards damit seine Meisterschaftsführung halten konnte, zeigte Ragan, dass der Groschen im Sprint Cup bei ihm so langsam zu fallen scheint. Ragan startete 2007 gemeinsam mit Montoya in der höchsten Klasse der NASCAR und der unterschiedliche Werdegang ist doch schon bezeichnend gewesen und ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass Ragan sich so lange im Top-Team von Roush-Fenway Racing halten konnte. Bei Hendrick Motorsports hatte man beispielsweise einen Casey Mears schon viel eher auf die Straße gesetzt. Da ich aber immer ein Freund der Underdogs war und nach wie vor bin, freut es mich für David Ragan.

Etwas unauffälliger (mit Ausnahme von Bowyer) komplettierten Clint Bowyer, AJ Allmendinger, Jimmie Johnson, Tony Stewart und Brian Vickers die Top10. Auf Platz 13 kam völlig überraschend – oder auch nicht, nach dem Talladega-Auftritt – Dave Blaney für Tommy Baldwin Racing ins Ziel und zeigte damit, dass das neue Sponsorenpaket und die Erlösung vom Start-&-Part-Dasein eine Menge Druck von den Schultern des Teams genommen hat. Die Belohnung für das gute Ergebnis ist Rang 34 in den Owner Points und damit ein garantiertes Startrecht in Darlington am nächsten Wochenende. Gratulation an dieser Stelle!

Martin Truex Jr lag lange Zeit im Bereich der Top5 und musste sich bei seinem letzten Boxenstopp einer vergessenen Reifenmutter beugen, die ihn bei einem weiteren Besuch seiner Crew unter sichtlichem Ärger auf Platz 27 zurückwarf. Schade, denn Truex hätte an diesem Abend ein gutes Resultat holen können und auch müssen! / Für Hendrick Motorsports war es ein sehr durchwachsenes Rennen, welches drei der vier Autos immerhin in den Top20 beenden konnten. Einzig Jimmie Johnson betrieb aber auf Platz 8 ausreichend Schadensbegrenzung im Sinne einer Chase-Qualifikation.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Wer ebenso wie ich aus grandioser Übermüdung insgesamt recht wenig vom Rennen mitbekommen haben sollte, der kann sich a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">auf NASCAR.com mit Hilfe dieser 11-minütigen Zusammenfassung einen kurzen Überblick verschaffen.

Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung, welche nach einem Viertel der Saison ja schon ziemlich aussagekräftig ist!

Bei den Fahrern führt derzeit Carl Edwards knapp vor Jimmie Johnson, dahinter haben Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr und Kevin Harvick schon etwas Respektabstand. Juniors Leistung kann man 2011 nach den vergangenen beiden Jahren momentan gar nicht hoch genug bewerten. Bei ihm fehlt zum völligen Durchbruch lediglich ein Sieg!

Bei den Ownern ergibt sich die kuriose Situation, dass die #32 von Frank Stoddard, die #13 von Germain Racing und die #71 von TRG Motorsports punktgleich auf dem letzten Platz der Top35 rangieren. Weil die Wood Brothers aber in Darlington erneut aussetzen, rückt zumindest Casey Mears in der #13 auf einen garantierten Startplatz vor. Insgesamt betrachtet liegen Platz 32 bis 37 derzeit nur 8 Pünktchen und damit 8 Positionen im nächsten Rennen auseinander.

2011_Richmond_Apr_Mike_Helton_Race_Day 2011_Richmond_Apr_NSCS_race_start 2011_Richmond_Apr_NSCS_Juan_Pablo_Montoya_leads 2011_Richmond_Apr_NSCS_Ryan_Newman_accident 2011_Richmond_Apr_NSCS_aerial_view 2011_Richmond_Apr_NSCS_Jeff_Gordon_accident 2011_Richmond_Apr_NSCS_Denny_Hamlin_fan 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_leads_Denny_Hamlin 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_crosses_finish_line 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_burnout 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_Victory_Lane

March 21 2011

16:47

NASCAR: Analyse Bristol März 2011

Es war mal wieder das Wochenende von Kyle Busch, der beide Rennen der NASCAR am Wochenende gewinnen konnte. Aber auch für andere Fahrer lief das Wochenende nicht schlecht.

Bristol entwickelt sich zum “Wohnzimmer” von Kyle Busch. Gleich fünf der letzten acht Rennen konnte der jüngere Busch gewinnen, was nicht nur seine, sondern auch die Stärke von Joe Gibbs Racing auf den Short Tracks zeigt. Dabei sah es zunächst aber nicht nach einem Sieg von ihm aus, denn zu Beginn bestimmte der erstaunlich gut aufgelegte Paul Menard das Tempo, bevor er von dem normalerweise in Bristol ebenfalls starken Martin Truex abgelöst wurde. Aber das Rennen selber war dieses Mal eher eins von der schlechteren Sorte. Seit dem Bristol vor ein paar Jahren eine neue Asphaltdecke bekommen hat und man ein progressives Banking Einzug hielt, habe die Rennen sehr an Biss verloren. Das alte “beatin’ and bangin’” gibt es kaum noch, lange Phasen unter Grün sind mittlerweile völlig normal. Die Langeweile der letzten Jahre schlägt sich auch auf die Anzahl der Besucher nieder.

Noch vor ein drei Jahren war Bristol immer ausverkauft. Der Witz machte die Runde, dass man nur durch ein Erbe in den Besitz von Karten kommen konnte. Vor zwei Jahren gab es dann plötzlich Restkarten, in diesem Jahr waren die Tribünen erschreckend leer. Das kann nicht nur an den immer noch recht hohen Preisen oder der weiterhin schlechten Wirtschaftslage in den USA liegen. Auch die Rennen der NASCAR waren einigermaßen gut, aber Bristol hat eben durch den Umbau viel von seinem Charme verloren. Da helfen auch keine “Debris-Caution”. 120.000 Besucher vermeldet die NASCAR für Sonntag, 160.000 passen auf die Tribünen. Das sagt schon eine Menge aus und wenn man die Bilder so sieht, dann finde ich die 120.000 schon eine sportliche Aussage.

Auch gestern war es ein eher zähes Rennen. Wer unten auf der inneren Linie klebte, musste nicht fürchten, dass die Konkurrenz vorbei kam, da oben rum kaum etwas ging. Nur 18 Leadchanges verzeichnet die Statistik, wenn man diejenigen abzieht, die nur eine Runde vorne waren, dann waren es sogar nur 13.

Während in der ersten Rennhälfte Truex und Ryan Newman den Ton angaben, tauchte ab Mitte des Rennens Jimmie Johnson an der Spitze auf, dessen Chevrolet im Gegensatz zu seinen anderen Hendrick-Kollegen vernünftig ging. Zusammen mit Kyle Busch dominierte er ab Runde 192 und die beiden wechselten sich regelmäßig in der Führung ab, ohne jedoch in bissige Zweikämpfe verwickelt zu sein. Das passierte eher weiter hinten, wo es ein wenig Action gab, die allerdings von den Fox-Kameras nur selten eingefangen wurde. Überhaupt gab Fox in Bristol ein eher lustloses Bild ab. Das zähe Rennen zerrte wohl auch an der Laune der Kommentatoren, die sich vor allem im zweiten Rennteil schwer taten, noch irgendetwas neues zu Busch oder Johnson erzählen zu können.

Aber zurück zum Hendrick Team. Während sich Johnson in guter Form zeigte, waren die drei anderen Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, der eh einen schlechten Start in die Saison hat, blieb wieder unauffällig. Sein Wagen hatte massive Handlingsprobleme, dazu kam, dass er mit Brad Kesolowski aneinander rasselte, als er diesen überrunden wollte. “Bad Brad” lag drei Runden zurück, kämpfte aber derartig verbissen gegen Gordon, dass er ihn fast abgeräumt hätte. Am Ende kam nur ein Platz 14 raus. Nicht besser lief es bei Mark Martin, der ebenfalls mit seinem Wagen zu kämpfen hatte, und nicht vorne eingreifen konnte. Auf Platz 11 und damit einen vor Martin, kam Earnhardt jr. ins Ziel, dessen Aufwärtstrend sich zumindest im Moment weiter fortsetzt. Nach einer schlechten Qualifikation arbeitete sich der Publikumsliebling in Richtung Top 10 vor, bevor ihm eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box wieder zurück warf. Doch während Junior im letzten Jahr nach derartigen Vorfällen meist im Nirvana der Wertung verschwand, kämpfte er sich in Bristol wieder an die Top Ten. Das ist zwar alles noch nicht wirklich richtig gut, aber die konstanten Platzierungen unter den ersten 10 zeigt, dass er zusammen mit Steve Letarte auf einem gutem Weg ist.

Richtig miserabel läuft es dagegen bei RCR. Wenn der bestplatzierte Chevrolet von Childress der von Bezahlfahrer Paul Menard ist, dann heißt das schon was. Jeff Burton und Clint Bowyer hatten früh im Rennen Unfälle, bzw. Probleme, Kevin Harvick drehte sich im letzten Renndrittel und verursachte dabei weitere Kollisionen, die unter anderem den bedauernswerten Trevor Bayne das Rennen kostete. Aber es läuft nicht und bei RCR und die ersten Sorgenfalten dürften im Team auftauchen. Paul Menard liegt in der Meisterschaft zwar auf Platz 5, aber Kevin Harvick nur auf 15, während Bowyer und Burton nicht mal unter den Top 20 sind.

Auch bei ECR ist man mit angezogener Handbremse in die Saison gestartet. Montoya konnte in Las Vegas kurz zeigen, das man noch dabei ist, doch bei Jamie McMurray läuft es überhaupt nicht. Montoya liegt nach Bristol in der Wertung auf Platz 8, sein Teamkollege wird in den Top 20 noch vermisst.

Es war, wie erwähnt, kein sonderlich gutes Rennen in Bristol. Nächste Woche steht Fontana auf dem Program. Eigentlich ein programmierter Langweiler, weil es aber ein Highspeed Oval ist, und Bump Drafting gehen sollte, könnte es doch interessanter werden, als man es gewöhnt.

Das ganze Ergebnis bei Racing Reference.
225040 2011BristolMar_NSCS_Race_Edwards_Busch_SideBySide 2011BristolMar_NSCS_Race_Harvick_Spin 2011BristolMar_NSCS_Race_Hamlin_Vickers_Reutimann_Spin 2011BristolMar_NSCS_Race_Menard_Johnson_Leading 2011BristolMar_NSCS_Race_Bristol_HighAngle_TrackShot

February 24 2011

16:18

NASCAR: Vorschau Phoenix Februar 2011

Nach dem Ende der Speedweeks in Daytona hat die neue NASCAR-Saison nun endgültig begonnen und dabei gibt es gleich eine Neuerung: 2011 geht es nach dem Daytona 500 zwar auch weit in Richtung Westen, dieses Mal allerdings nach Phoenix anstatt nach Fontana.

Nach einer Änderung des Rennkalenders für 2011 erfolgt die Rückkehr auf den Phoenix International Raceway schneller als in den vergangenen Jahren, zumal auf dem 1-Meilen-Oval ja gerade erst beim zweitletzten Chase-Rennen gefahren wurde. Im November 2010 siegte dort Carl Edwards, der damit Jimmie Johnsons langjährige Dominanz in Form von drei Herbst-Siegen in Folge brechen konnte. Gleichzeitig war es auch eine Vorentscheidung in der Meisterschaft, da Denny Hamlin erneut wichtige Punkte auf Johnson verlor. Edwards‘ Erfolg war der erste nicht-Chevrolet-Sieg seit 2003, doch eigentlich ist es nur eine Ford-Renaissance, denn der Hersteller mit dem blauen Oval war damals in Phoenix ähnlich bestimmend wie Chevy heute.

In diesem Jahr ist das erste Phoenix-Rennen der Saison kein Nachtrennen mehr, da Ryan Newman für den Gewinn der 2010er Ausgabe knapp vier Stunden benötigte. Diese Renndauer war das Ergebnis der einheitlichen Startzeiten, was für eine Vorverlegung des Rennbeginns um ca. 1,5 Stunden sorgte. Da das Nachtrennen damit nicht mehr in der Dunkelheit geendet hätte, verlängerte NASCAR die Distanz von 500 auf 600km. 2011 besinnt man sich wieder auf die bisher übliche Länge und trägt das Frühjahrs-Rennen als Folge dessen erstmals am Tage aus. Phoenix ist nach dem bump drafting und den two-car trains auf dem Superspeedway von Daytona wieder ein normales Rennen, bei dem nun wohl auch eine aktuelle Kräfteverteilung unter konventionellen Bedingungen für die neue Saison zu erkennen sein wird.

Die korrekte Einschätzung dieser Kräfteverteilung dürfte sich zum Anfang der Saison noch recht schwierig gestalten, zumal während der Winterpause natürlich alle Teams massiv an der Verbesserung ihrer Leistung gearbeitet haben. Da das letzte Phoenix-Rennen gerade mal drei Meisterschaftsläufe zurückliegt, verlinke ich an dieser Stelle deshalb auf meine letzte Vorschau für die Chase-Ausgabe des Rennens, da bloßes Abschreiben in letzter Zeit keinen sonderlich guten Ruf genießt. Dazu kommt hier noch die Ergebnisliste des besagten Playoff-Events, damit man sich einen Überblick zu den jüngsten Entwicklungen verschaffen kann. Kurz gesagt: Auch bei diesem Rennen habe ich die Chevrolet-Teams, allen voran Hendrick Motorsports, ganz vorne auf meiner Liste. Zusätzlich muss man sehen, wie gut Roush-Fenway Racing seinen Schwung über die Winterpause retten konnte. Das Daytona 500 war ja eine positive Rückmeldung diesbezüglich.

45 Teams haben für das zweite Saisonrennen gemeldet, darunter auch der Daytona-Sieger Trevor Bayne mit den Wood Brothers. Bayne (oder auch Jack Roush) hat im Übrigen eine Entscheidung bezüglich der Punktevergabe getroffen und wird seine Zähler in dieser Saison in der Nationwide Series holen. Sein Cup-Kalender wurde in Folge seiner Fahrt in die victory lane aber bereits auf 18 Rennen aufgestockt, weitere Einsätze könnten folgen.

Bei Brian Keselowski ist ein Phoenix-Start übrigens nach wie vor ungewiss, da das beschädigte Daytona-Chassis das einzige im Besitz des Teams ist und derzeit noch wiederhergerichtet wird. Die Verschuldung des älteren Keselowski-Bruders, der mit seinem eigenen Geld wohl etwas mehr Vertrauen in sein Talent hatte als ratenswert war, konnte mittlerweile aber ausgeglichen werden. Laut eigener Aussage sei er nach dem satten Daytona-Paycheck über 273.663 US-Dollar nun wieder „back to zero“. Momentan geht man bei K-Automotive Motorsports eher von einem Auftritt beim vierten Saisonrennen in Bristol aus.

Außerdem hat sich noch etwas in der Owner-Wertung für die ersten fünf Saisonrennen getan: Weil Rusty Wallace Racing seine #77 mit Sohn Steve nicht an den Start bringt, rückt die #37 von Front Row Motorsports mit Tony Raines am Steuer nach. Das champion’s provisional geht unterdessen an Bill Elliott in der #09 von Phoenix Racing, weil kein aktuellerer ehemaliger Champion für ein start & park-Team antritt.

Die Qualifikation ist in diesem Jahr erst am Samstag. Der Phoenix International Raceway geht damit denselben Weg wie viele andere Strecken in dieser Saison, um die Ticketbesitzer nicht zu benachteiligen, welche u.a. wegen ihrer Arbeit erst am Samstag zur Strecke kommen können. Damit wird einerseits das Qualifying aufgewertet, andererseits gibt es am Samstag allerdings keine Cup-Practice-Sessions mehr. Der gesamte Trainingsbetrieb findet somit am Freitag statt. Für die Teams ergibt sich daher quasi eine eingeschränkte Impound-Situation ähnlich wie in der Nationwide Series. Man darf zwar auch noch nach der Qualifikation an den Wagen arbeiten, es gibt dann aber bis zum eigentlichen Rennen keinen Fahrbetrieb mehr. Für die go-or-go homer bedeutet das unterdessen mehr Streckenzeit und bessere Vorbereitungsmöglichkeiten auf das für sie so wichtige Einzelzeitfahren. Für die Teams innerhalb der Top35 dürfte sich dagegen kaum etwas verändern.

Als neue Besonderheit werden an diesem Wochenende erstmals die neuen Regeln der NASCAR in Bezug auf die Qualifikation angewandt. Die umgekehrte Reihenfolge der letzten Practice-Session bestimmt dann die Startreihenfolge im Einzelzeitfahren. Damit möchte man die Entscheidung über die Pole-Position möglichst ins Finale der Qualifikation verlegen. Ein Problem könnten an dieser Stelle die tageszeitbedingt wechselnden Streckenverhältnisse darstellen:

Morgens und abends ist die Strecke natürlich wegen der geringeren Sonneneinstrahlung kühler und bietet daher mehr Grip als um die Mittagszeit. Auf Ovalen mit einem früheren Start des Qualifyings möchte man daher gerne möglichst früh auf die Strecke gehen, bevor der Asphalt zu heiß wird. Deshalb könnte es in Zukunft in einem solchen Fall dazu kommen, dass sich die schnellsten Teams im Freien Training sehr zurückhalten werden, damit sie am Ende der Zeitenliste befindlich einen frühen Startplatz für das Einzelzeitfahren zugeteilt bekommen. Auf Strecken mit einem Qualifying am Abend, so wie in Phoenix an diesem Wochenende, bleibt die Taktik dagegen unverändert.

Dazu kommt nach aktueller Vorhersage eventuell Regen, zumindest aber wird die Temperatur von den Freien Trainings bis zum Rennen um mindestens 10°C abstürzen. Sollte das Qualifying also ausfallen, wird die Startaufstellung analog der Zeitenliste der letzten gefahrenen Practice-Session sein. Fallen alle Trainingssitzungen dem Wettergott zum Opfer, kommt die altbekannte Owner-Wertung zum Einsatz. Noch nicht geklärt ist übrigens der Fall, wie verfahren wird, wenn mehrere Teams aufgrund des neuen Punktesystems noch keine aktuellen Owner-Punkte besitzen. An diesem Wochenende beträfe das die für Daytona nicht qualifizierten Teams #13, #60, #66 und #64, welche hinter #09, #32, #36, #87, #92 und #46 die zwei verbleibenden Startplätze mittels eines tie-breakers unter sich ausmachen müssten. Ich vermute, dass hier die letztjährige Owner-Wertung zum Einsatz kommen wird.

Die Media-Seite der NASCAR hat die aktuellen Meisterschaftsstände noch nicht als Grafik aufbereitet. Ich weiß nicht, ob dieser Service auch in Zukunft angeboten wird, deshalb hier vorerst die Links zu den aktuellen Ständen in Fahrer- und Owner-Wertung.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 25.02.
17:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 150), SPEED

Samstag, 26.02.
20:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bashas’ Supermarkets 200), ESPN2

Sonntag, 27.02.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Subway Fresh Fit 500), FOX

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