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August 06 2010

16:17

IRL: Vorschau Honda Indy 200 Mid-Ohio

Nach dem Eklat von Edmonton geht die IRL in Mid Ohio in die nächste Runde. Der Kurs hat in den vergangenen Jahren nicht wirklich für Spannung gesorgt, diesmal gibt es zumnidest ein paar positive Vorzeichen.

Nicht ganz umsonst heißt die Strecke, auf der die Indycars am Wochenende Station machen “Mid Ohio Sports Car Course“. Die Bahn ist zwar technisch herausfordernd, interessant zu fahren, und macht auch Spaß beim Zusehen. Aber für Rennaction mit Single-Seatern ist sie einfach nicht geschaffen. Die Überholmöglichkeiten sind rar – und das konnte man den meisten Rennen dort auch anmerken. Das ist auch in diesem Jahr zu befürchten. Allerdings gibt es auch einige Faktoren, die diesmal etwas mehr Spannung versprechen könnten. Denn zumindest die Anzahl derer, die für Action sorgen könnten, ist so groß, wie außerhalb des Indy 500 schon lange nicht mehr. 27 Fahrer werden am Wochenende an den Start gehen, darunter auch zwei neue Gesichter. Nur einer der beiden Piloten dürfte allerdings auch das Zeug zum Erfolg haben.

Damit alle Fahrer am Rennen teilnehmen können, musste die Indycar sogar kurzfristig ihre Regeln ändern. Denn während an Indycar-Rennen außerhalb des Indy 500 sonst 28 Autos zugelassen sind, waren bisher in Mid Ohio (so wie auch in Toronto) nur 26 Starter erlaubt. Grund ist die beengte Boxensituation auf der schon etwas in die Jahre gekommenen Rennstrecke. Um doch 27 Wagen zulassen zu können, musste man die Länge der einzelnen Boxen von 40 Fuß (ca. 12m) auf 35 (ca. 10,5m) verkürzen. Zum Vergleich: Die Autos selbst haben eine Länge von 16 Fuß (ca. 4,9m). Es könnte also sein, dass die Pitstops beim Rennen diesmal wegen des Platzmangels noch etwas kollisionträchtiger sind, als sonst.

Die Situation in den Boxen wird sich damit sehr gut mit der sonstigen Erfahrung auf dem “Mid Ohio Sports Car Course” decken: Es ist, für die Indycars, fast überall etwas zu eng. Und dafür dann eigentlich auch wieder ziemlich schnell. Wegen der Höhenunterschiede gibt es außerdem einige uneinsichtige Kurven, gleich mehrere der Ecken sind so gebaut, dass sie an der Spitze eines kleinen Hügels liegen. Das macht die Strecke anspruchsvoll – aber auch nicht ganz ungefährlich. Vor allem auch deswegen, weil, USA-typisch, nicht überall ausreichend Auslauf zur Verfügung steht. Und weil das alles so flüssig gestaltet ist, fehlen leider auch die Überholmöglichkeiten. Probieren kann mans vor den Esses nach der langen Gegengeraden, auf der traditionell auch der Start abgehalten wird. Und womöglich in der vorletzten Kurve vor Start und Ziel, die so wie die legendäre Passage in Road America Carousel heißt, aber deutlich langsamer zu durchfahren ist. Über die Jahre kann ich mich an beiden Stellen aber an mehr fehlgeschlagene als gelungene Manöver erinnern. Zum besseren Überblick hier noch eine Onboard-Runde mit Marco Andretti.

In den vergangenen Jahren war die Strecke fest in Ozeanischer Hand: Beim Debut 2007 und im vergangenen Jahr konnte sich Scott Dixon durchsetzen, 2008 hatte Ryan Briscoe die Nase vorn. Anders, als auf manch anderen Rundkursen hat in Mid Ohio also bisher immer ein Auto der beiden Top Teams gewonnen. Und wenn im Qualifying und beim Start alles gut geht, dann sind diese beiden Teams wohl auch heuer die großen Favoriten. Konkret wird wohl, wie auf allen Rundkursen, wieder zuallererst mit Will Power zu rechnen sein, der beim vorletzten Rundkursrennen der Saison nur mehr ein paar Pünktchen braucht, um sich die “Mario Andretti Trophy” zu holen. Aber auch Helio Castroneves hat hier in seligen CART Zeiten schon zweimal triumphieren können.

Den letzten Sieg eines noch aktiven Teams abseits von Penske und Ganassi holte im Jahr 1991 Michael Andretti für Newman/Haas Racing. Und das Team könnte auch diesmal zu den Geheimtipps zählen. Denn zum zweiten Mal nach Toronto greift Graham Rahal für die Mannschaft ins Lenkrad – Auftritte bei allen folgenden Rennen (außer Kentuky) werden folgen. Weitere Geheimfavoriten: Wie immer Justin Wilson, der hier allerdings nie wirklich auf Touren gekommen ist; Die KV-Mannschaft (vor allem, sofern sie ein gutes Wochenende erwischen, Sato und Viso); Und natürlich Andretti Autosport, die gleich mit fünf Autos an den Start gehen werden – Adam Carrol wird nämlich zum zweiten Mal nach seinem sehr beachtlichen Debut in Watkins Glen ins IRL-Cockpit steigen.

Ganz neu dabei: J.R. Hildebrand. Der Indy Lights-Meister 2009 kommt im Auto des noch immer rekonvaleszenten Mike Conway endlich zu seinem ersten IRL-Einsatz. Ein wenig Eingewöhnungszeit muss man ihm wohl zugestehen – sofern er in nächster Zeit aber noch ein paarmal starten darf (Sonoma ist schonmal fix), dann würde ich ihm durchaus ein paar solide Leistungen zutrauen. Zu hoffen wäre es, denn etwas mehr US-Vollzeitpiloten würden der Indycar Series ja nicht unbedingt schaden.

Das zweite neue Gesicht ist der Italiener Francesco Dracone, der bei Conquest Racing das Auto von Sponsoren-Pleitier Mario Romancini übernimmt. Zu viel sollte man sich von Dracone aber vielleicht nicht erwarten. Denn, ganz abgesehen davon, dass sich seine bisherige IRL-Erfahrung in einem kürzlich absolvierten Test erschöpft: Er konnte auch in keiner anderen Serie so richtig überzeugen. Zuletzt war er einige Jahre in der Euroseries 3000 unterwegs, wo seine besten Platzierungen drei fünfte Plätze und der Gesamtrang sieben (2009) waren.

Gelegenheits-Starter Jay Howard, der in Mid-Ohio das Auto von Sarah Fischer fährt, komplettiert das Feld.

Einen Abschluss hat mittlerweile die Affäre rund um das angebliche Blocking-Manöver von Helio Castroneves gefunden. Die IRL bleibt vorerst bei der Regel, die in Zweikämpfen den verteidigenden Fahrer verpflichtet, die normale Rennlinie zu verwenden, und eine imaginäre Linie in der Mitte der Strecke nicht zu überfahren. Brian Barnhart ist auch weiterhin in Amt und Würden – hoffentlich schafft er es endlich, die Regel (wenn sie schon existieren muss) wenigstens konsistent umzusetzen. Castroneves hat sich für sein Verhalten nach dem Rennen entschuldigt. Trotzdem wurde er mit einer Strafe in der Höhe von 60.000 US$ und verschärfter Beobachtung bis zum Ende der Saison bestraft.

Lotus, in dieser Saison ja schon als Partner des KV-Autos von Takuma Sato in der Serie vertreten, haben gegenüber Autosport ihr Interesse daran bestätigt, ab 2012 Aero-Kits für das neue Dallara-Chassis zu entwerfen. Motorsport-Direktor Claudio Berro spricht bereits von konkreten Plänen, und davon, dass man dies als “natürliche Evolution” des Indycar-Engagements sehe. Hoffen wir mal, dass sich noch weitere Hersteller finden, die sich dieser Meinung anschließen können.

Der Lauf in Mid Ohio wird in den USA von Versus übertragen, man darf also 1) auf fachkundige Moderatoren, 2) auf einen anständigen Stream in der Racecontrol, und 3) auf zahlreiche Wiederholungen der Worte “Linda”, “awesome” und “selfish” in den Werbepausen hoffen. Für Rundstreckenfreunde etwas bitter: Das Rennen findet parallel zum NASCAR-Lauf in Watkins Glen statt, was auch die Verfügbarkeit brauchbarer Streams ein wenig einschränken könnte. Start des Qualifyings am Samstagabend ist um 18:30, das Rennen selbst beginnt am Sonntag um 20:30 (Green mutmaßlich um 21:00). Fans der Indy Lights können das Rennen der Nachwuchsserie um 18:30 (alles MESZ) in der Racecontrol verfolgen.

July 27 2010

16:27

Indycar: Edmonton und der regelkonforme Skandal

Die IRL hatte richtig Glück, dass am Wochenende schon die Ferrari-Teamorder aus Hockenheim die Skandalspalten einnahm. Denn sonst wäre man selbst dort gelandet. Und das, obwohl man eigentlich alles richtig gemacht hat.

Dabei hätte alles so gut ausgehen können: Nach einer eher drögen ersten Rennhälfte schaukelte sich das Rennen in Folge einiger Gelbphasen am Ende zu einer richtig spannenden Angelegenheit auf: Schöne Zweikämpfe, ein paar sogar an der Spitze und “local hero” Paul Tracy direkt hinter den Ganassi und Penske-Autos als “best of the rest” auf Rang 6. Als die letzte Caution ein paar Runden vor Schluss zu Ende geht, greift Power Castroneves an. Der fährt innen und verteidigt in einem sehenswerten aber fairen Manöver seine Position – und Power wird von Dixon überholt. Und dann die verblüffende Meldung: Durchfahrtsstrafe wegen Blockierens für Castroneves. Die tritt er zwar nicht an, und fährt als erster durchs Ziel – zum Sieger wird aber Dixon erklärt. Es folgen wütende Proteste von Castroneves und Buhrufe der Zuseher. Mittlerweile hat die IRL ein Video veröffentlicht (nach dem Jump), das die Entscheidung erklärt. Sie war wohl regelkonform. Was nicht heißt, dass man die Sache darauf beruhen lassen sollte.

Wie aus dem Video ersichtlich besagen also die Regeln tatsächlich, dass sich Fahrer nicht gegen Überholmanöver verteidigen dürfen, indem sie vor der Kurven nach Innen fahren. Geahndet wird ein solches Verhalten dann, wenn sich die verteidigenden Piloten über eine fiktive Linie in der Mitte der Strecke hinweg bewegen. In der Fahrerbesprechung vor dem Rennen wurde das, wie auch im Video zu sehen, noch einmal ganz klar erklärt. Castroneves hat es aber trotzdem getan. Die Mindeststrafe dafür ist eine Drive-Through unter Grün – und die hat er dann ja auch bekommen. Die Strafe war also den Regeln nach gerechtfertigt, die Rennleitung konnte gar nicht anders, als so zu reagieren.

Aber: Ist die Regeln an sich sinnvoll? Wohl kaum. In den Ovalen – wo Blockieren ja tatsächlich gefährliche Folgen haben kann – mag sie ihre Berechtigung haben. Auch dort hat sie aber schon für Diskussionen gesorgt, vor allem deshalb, weil sie nicht konsequent eingesetzt wure: Graham Rahal wurde beim Indy 500 bestraft, Danica Patrick eine Woche später in Texas nicht – obwohl ihr Manöver gefährlicher war. Da entsteht schnell mal der Eindruck von Willkür – und das kann der Serie wohl kaum gut tun.

Und davon abgesehen: Auf den Rundstrecken haben die Indycars das doch überhaupt nicht nötig. Schon am engen Stadtkurs von Toronto gab es genug Überhol-Action. Und auf der 25 Meter breiten Landebahn von Edmonton wird die Regel dann endgültig lächerlich. Denn dort liegt ja der Reiz gerade darin, dass mehrere verschiedene Linien funktionieren. Renndirektor Brian Barnhart stand jedenfalls schon vor der Entscheidung schwer in der Kritik, und selbige ist nun nicht gerade leiser geworden. Nicht alles, was im verlinkten Artikel gesagt wird ist fair, manches ist wohl noch auf alte Feindschaften rund um den IRL-CART-Split zurückzuführen. Insgesamt muss man sich aber wohl trotzdem fragen, ob es die Indycar Series nicht mal mit einem neuen Mann an dieser verantwortungsvollen Stelle probieren sollte.

Etwas unter der Oberfläche war dann noch ein zweites Reglement-Thema im Gespräch: In einigen Internet-Foren geistern Gerüchte herum, dass Penske, Ganassi und Andretti Autosport Aufhängungsteile benützen sollen, die nicht vom eigentlichen Alleinausstatter Dallara hergestellt wurden. Während sich dies bei Ganassi und Andretti aber noch im Rahmen des Legalen bewege, seien die Penske-Teile so konstruiert, dass sie dem Team insbesondere auf den Rundkursen unfaire Vorteile bringe. Schwerwiegend: Angeblich weiß die IRL davon, hat sich aber entschlossen, das nicht zu verfolgen, weil man den Verlust von Penske und Konsorten nicht verschmerzen könnte. Die Vorwürfe klingen, insbesondere in der Art ihrer Formulierung, ein wenig dubios. Sie stammen aber angeblich wirklich von einem Insider. Ich gebe das jetzt hier einfach mal so weiter. Man muss aber wohl schon nochmal betonen, dass es an sich nicht ungewöhnlich ist, dass Teams – gerade in einer Serie mit Alleinausstattern – jeden letzten Millimeter des Reglements ausnützen.

Zum Rennen an sich: Der Leistung nach ist der Sieg von Scott Dixon nicht so ganz gerechtfertigt. Ganassi war den ganzen Tag lang den Penskes – vor allem Castroneves und Power – ein wenig unterlegen. Das Resultat fällt eher unter “Abstauber”. Will Power hat wieder ein großartiges Rennen gefahren, und hat lediglich am Ende zur falschen Reifenmischung gegriffen. Castroneves hätte sich den Sieg verdient. Aber gar so aufregen hätte er sich nach dem Rennen auch nicht müssen – denn so unsinng die Blocking-Regel ist, musste ihm doch bewusst sein, dass er ganz klar dagegen verstoßen hatte. Auch hier hat er übrigens mal wieder seine Klasse bewiesen, und sich mittlerweile für sein Verhalten entschuldigt. Weniger toll war das Rennen von Penskes Nr. 3 – Ryan Brsicoe war in Edmonton eher unauffällig unterwegs.

Ein Leistung lieferte war es für Paul Tracy. Nach eher mittelmäßiger Qualifikationsleistung fuhr sich der kanadische Altstar im Laufe des Rennens bis an die “best of the rest”-Position 6 vor, zum Teil mit sehenswerten Manövern. Am Ende wurde er noch vom erneut starken Ryan-Hunter Reay geschnappt. Es wäre sehr schade, hätten wir ihn das letzte Mal in dieser Saison (oder, man muss es in diesem Alter ja sagen: überhaupt) in einem Indycar gesehen.
Auch für die anderen drei KV-Autos war es ein gutes Rennen. Hinter Tracy landeten Moraes, Viso und Sato auf den Rängen sieben bis neun.

Dem Vernehmen nach verhandelt Tracy nun mit Dreyer & Reinbold über ein paar weitere Rennen in dieser Saison. Der Einsatz wäre in dem Fall aber wohl davon abhängig, dass Mike Conway nicht rechtzeitig wieder fit wird. Denn vor kurzem hat ja schon J.R. Hildebrand einen Vertrag mit dem Team abgeschlossen, demnach er drei Rennen bestreiten soll. Und zwar gegebenenfalls auch neben Mike Conway, sofern der ab Sonoma wieder zurückkehrt. Kaum vorstellbar, dass das kleine D&RR-Team noch ein weiteres Auto einsetzen könnte. Angeblich könnte aber auch ein Platz bei Conquest Racing frei werden – Mario Romancini soll nämlich gerüchteweise das Geld ausgegangen sein. Mal sehen, ob sich da was entwickelt.

Im Abwärtstrend befand sich in Edmonton Andretti Autosport. Der einzige Lichtblick blieb Ryan Hunter-Reay auf Rang fünf. Marco Andretti landete nach einem problembehafteten Rennen als erster Überrundeter auf Platz elf, Tony Kanaan direkt dahinter auf P12. Danica Patrick wurde nach einem Dreher nur 15. Viel besser wäre das Ergebnis aber wohl auch ohne den Ausrutscher nicht geworden, denn auch davor war sie nicht im vorderen Teil des Feldes zu finden.

Auf positive Weise von sich Reden machte dagegen wieder mal Simona de Silvestro. Die Schweizerin zeigte eine tolle Quali-Leitung und ging mit Rang sieben von ihrer bisher besten IRL-Startposition ins Rennen. Am Sonntag konnte sie dann auch noch EJ Viso überholen, und fuhr in der ersten Rennhälte auf Platz sechs, direkt hinter den fünf Wagen vom “Todesstern”. Die gute Leistung blieb aber unbelohnt – denn gegen Rennende wurde sie von Viso recht unsanft in den Reifenstapel geschickt.

In der Meisterschaft hat Will Power (420 Punkte) seine Führung wieder ausgebaut, und liegt nun wieder 50 Zähler (also einen ganzen Sieg) vor Dario Franchitti (370). Mit etwas Abstand folgen dann Scott Dixon (349) und Ryan Briscoe (324). In der Mario Andretti Trophy liegt Power (318) zwei Rennen vor Schluss schon fast uneinholbar in Führung, ebenfalls vor Franchitti (222) und Ryan Hunter-Reay (220).

Weiter gehts in zwei Wochen auf dem pittoresken aber nur mäßig Open Wheel geeigneten Mid-Ohio Sports Car Course, eine Vorschau darauf folgt wie immer in der kommenden Woche.

July 06 2010

08:07

Indycar: Der “GP at the Glen” und die Saisonhalbzeit

Ein großer Knaller war es nicht gerade, was die IRL am Sonntagabend in Watkins Glen präsentiert hat. Insgesamt kann die Serie zur Saisonhalbzeit aber ganz zufrieden sein – wenn es auch ein paar Schönheitsfehler gibt.

Der Kurs von Watkins Glen bevorzuge Underdogs, habe ich vergangene Woche hier geschrieben. Daher solle man am Renntag ganz besonders auf Paul Tracy, Justin Wilson und Takuma Sato achten. Nunja. Am Ende stand doch wieder Meisterschaftsleader Will Power in der Victory Lane, gefolgt von einem weiteren Penske und einem Ganassi. Bester aus dem Geheimtipp-Trio: Justin Wilson auf Rang 10. Auch in einer anderen Sache könnte ich daneben gelegen sein: Das Rennen am vergangenen Sonntag war vielleicht doch nicht der letzte IRL-Lauf auf dem Kurs in Upstate New York. Zumindest haben sich Veranstalter Michael Printup und Indycar-CEO Randy Bernard am Wochenende recht positiv zur Veranstaltung geäußert. Und das ist auch gut so. Denn auch, wenn “The Glen” nicht die spannendsten Rennen produziert – es gibt dort etwas, was die IRL abseits des Indy 500 dringend braucht: einen Hauch von Tradition.

Immerhin versucht man, die Verbindungen zu alter Größe anderswo fast schon etwas bemüht herzustellen. Das zeigt sich etwa bei der Namensgebung der neuen Oval- und Rundkursmeisterschaften nach alten Idolen des Sports. Oder auch beim großen Trara, das die Indycar-Offiziellen kürzlich um die “Rückkehr” des Rennens in Loudon auf den IRL-Kalender veranstaltet haben. Oder aber auch daran, dass man mehrfach kundgetan hat, auch dann bereit zu sein, ein Rennen auf der (historischen) Milkwaukee Mile zu fahren, wenn man dadurch keinen finanziellen Gewinn erzielen könnte. Dass daraus trotzdem nichts zu werden scheint, zeigt, wie bescheiden es nach wie vor um das Open Wheel Racing in den USA steht. Aber bitte: Zumindest das Problem scheint den Verantwortlichen jetzt klar zu sein.

Das Indy 500 mag sich als Tradition gehalten haben – aber die IRL als Rennserie ist für viele Fans immer noch eine neue, etwas unnatürliche Erfindung. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil gegenüber der NASCAR mit ihren vielen altherbebrachten Bräuchen und ihrer umfangreichen Historie, die bei allen Gelegenheiten auch im TV erwähnt wird. Dabei gäbe es auch genug Open Wheel Tradition in den USA – der IRL muss es nur gelingen, in den Augen der Fans als legitimer Träger dieser Tradition dazustehen. Und nicht als die Piratenserie, deren Abspaltung die CART zerstört hat. Viele Wunden aus dem Split sind noch immer nicht verheilt. Der neue Serien-CEO Randy Bernard scheint das erkannt zu haben. Seine Bitten an die Medien, die Serie nicht länger als “IRL”, sondern als “Indycar Series” zu bezeichnen, zielen jedenfalls auf dieses Problem.

Überhaupt scheint derzeit manches in die richtige Richtung zu gehen. Der neue Kurs in Brasilien hat sich trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten als spannend und spektakulär erwiesen – wenn man im nächsten Jahr die Probleme mit Organisation und Sicherheit in den Griff bekommt, wird der Lauf ein echtes Plus sein. Die zwei bisher bekannten Neuheiten im Kalender 2011 klingen sinnvoll: Baltimore ist im amerikanischen Sportkalender unterrepräsentiert. Demensprechend viel wird die Stadt in die Promotion des Indycar-Rennens investieren. Außerdem ist der Standort gut gewählt: Der Großraum wird von der NASCAR ein wenig vernachlässigt, beherbergt aber eine Menge Menschen – ein womöglich ungesättigter Motorsportmarkt. Auch die zweite neue Rennen in Loudon ist bei den amerikanischen Fans auf Zustimmung gestoßen. Ein weiteres kleineres Oval wird der Vielfalt im Kalender jedenfalls gut tun. Und dass man angeblich nicht mehr in Homestead fahren will, halte ich auch für keine schlechte Idee. An ein richtig tolles Saisonfinale dort kann ich mich nämlich nicht erinnern.

Auch die sonstigen Entscheidungen über die Zukunft der Serie scheinen mit Bedacht gefallen zu sein. Die neue Motor-Formel für 2012 klingt sinnvoll – es bleibt zu hoffen, dass sich jetzt auch wirklich mehrere Hersteller zu einem Engagement in der Serie hinreißen lassen. Ähnliches gilt beim Chassis: Nach der großen Fan-Aufregung über den Delta Wing war es wohl clever, die Sache erstmal etwas abzukühlen, und dann die Auswahl aus mehreren Bietern von einem Kommittee aus erfahrenen Experten treffen zu lassen. Mittlerweile ist die Entscheidung gefallen – bekanntgegeben wird sie aber erst am 14. Juli. Bleibt zu hoffen, dass das ICONIC-Committee den Erwartungen gerecht wird, und eine Entscheidung trifft, mit der Teams und Fans leben können.

Man darf die Sache aber auch nicht zu rosig sehen. Die Serie kämpft nach wie vor mit massiven Problemen. Das größte davon ist, dass es trotz verstärkter Anstrengungen und guter Promotion durch Seriensponsor IZOD noch nicht wirklich gelungen ist, die Indycars über die allgemeine Wahrnehmungsschwelle zu heben. Die TV-Quoten bleiben schwach, die Besucherzahlen an den Strecken reichen auch gerade dafür aus, dass die Veranstalter am Rande der Profitabilität balancieren können.

Das liegt zum einen sicher daran, dass die Serie einen Großteil ihrer Saison gut versteckt im Programm des Sport-Nischensenders Versus verbringt. Der macht zwar eine gute Übertragung, ist aber vielen Durchschnitts-Konsumenten einfach kein Begriff. Auch diese Problem hat die Indycar-Führung aber erkannt. Randy Bernard hat als großes Ziel ausgegeben, die Ratings der Serie zu erhöhen – auch einer Trennung von Versus scheint er nicht ganz abgeneigt zu sein. Aber: Die damalige IRL hat erst 2008 einen Zehnjahresvertrag(!) mit dem Sender unterzeichnet, aus dem es womöglich kein Entrinnen geben wird. Das einzige Problem kann das aber ohnehin nicht sein – denn auch die Quoten auf ABC sind nicht gerade berauschend, die des “Kronjuwels” Indy 500 sogar nach wie vor rückläufig.

Der Indycar Series fehlt es wohl auch an interessanten Storylines und (US-)Persönlichkeiten. Damit meine ich nicht, dass man à la Wrestling einfach irgendwelche Handlungsstränge erfinden sollte. Derzeit wirken viele der Fahrer aber einfach gar zu nett – zum Teil sogar anonym bis austauschbar. Etwas mehr Rivalität würde der Identifikation der Fans mit bestimmten Piloten sicher gut tun. In der NASCAR geht es ja immerhin auch. Zugegeben: Die Art und Weise, wie manche Fahrer dort miteinander umgehen, würde bei den Indycars schnell zu üblen Crashes und Verletzungen führen. Also vielleicht zu einem passenderen Beipiel: Der Formel 1. Aktionen wie bei den Stockcars kommen dort in der Regel nicht vor. Wenn etwa ein Hamilton aber auf der Strecke auf Herrn Alonso trifft, wissen trotzem alle Fans, dass es um mehr geht, als eine Platzierung – und halten erstmal den Atem an.

Ein gute Anfang wäre es aber allemal, endlich etwas mehr Fahrer aus den USA in die Serie zu bringen. Bester Amerikaner in Watkins Glen war etwa Ryan Hunter-Reay auf Platz 7. Ferner liefen noch Marco Andretti (Platz 13) und Danica Patrick (20) – und wenn ich nicht einen groben Fehler gemacht habe, dann wars das auch schon wieder. Dass etwa Grahan Rahal nur häppchenweise in der Serie auftreten kann, während eine Milka Duno das ganze Jahr unterwegs sein darf, ist im Grunde ein Armutszeugnis. Und dass auch Ryan Hunter-Reay bis vergangene Woche um seinen Stammplatz bangen musste, setzt der Angelegenheit die Krone auf.

Fahrer und Teams

Will Power macht es einem nicht schwer, ihn bisher als den Fahrer der Saison zu betiteln. Seine Leistungen auf den Rundkursen waren durchwegs ordentlich. Die gelegentlichen Patzer, die ihm in früheren Jahren öfter mal gute Ergebnisse geraubt haben, scheint er abgestellt zu haben. Auch auf den Ovalen hat der Australier teils starke Leistungen abgeliefert. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Power im vergangenen Jahr noch nicht mal alle Rennen fahren konnte – zuerst deshalb, weil Helio Castroneves doch noch in seinem Steuer-Prozess freigesprochen wurde. Und danach wegen der Verletzung nach dem heftigen Crash in Sonoma. Auch, wenn Power im wohl besten Auto der Saison sitzt – die Führungen in der Gesamtmeisterschaft und der “Mario Andretti Trophy” gehen völlig in Ordnung.

Auch die sonstigen Penske- und Ganassi-Fahrer haben sich bisher nicht viel Blöße gegeben: Dario Franchitti fährt auch im zweiten Comeback-Jahr sehr konstant vorne mit und führt immerhin in der “A.J. Foyt Trophy”. Ähnliches gilt für seinen Teamkollegen Scott Dixon. Schon etwas unauffälliger, aber immer noch gut: Ryan Briscoe. Helio Castroneves ist derzeit wohl der schwächste des Top-Quintettes. Aber auch der Brasilianer braucht nur ein gutes Wochenende, um wieder voll vorne dabei zu sein.

Beeindruckt hat mich sonst noch Ryan Hunter-Reay. Vor allem auf den Rundkursen hat der Texaner unter Druck ein paar schöne Rennen gezeigt, insbesondere in Brasilien, wo er fast gewonnen hätte, und beim großen Klassiker in Long Beach, wo es dann tatsächlich für den Sieg gereicht hat. In Watkins Glen war die Form nicht ganz so toll, mit Platz sieben war er aber immer noch mit Abstand der beste Andretti Autosport-Pilot.

Außerdem toll: Die Leistungen des neuen FAZZT Racing Teams und von Alex Tagliani. Vor allem auf den Ovalen lieferte die Truppe die eine oder andere Überraschung, aber auch auf der Rundkursen gab es so manchen Ausreißer nach oben.

Simona de Silvestro hat sich vor allem zu Beginn der Saison gleich eine beachtliche Fanbasis erarbeitet. Die Schweizerin zählt sicher zu den besseren Rookies in dieser Saison, hat aber an manchen Wochenenden noch Potential nach oben. Das gilt vor allem für die Ovale, die für de Silvestro völliges Neuland sind. Sofern sie es schafft, ihre Leistung zu stabilisieren, traue ich ihr aber durchaus zu, auch dann und wann mal an der Spitze mitzukämpfen.

Das gleiche gilt für den zweiten bekannten Rookie Takuma Sato. Es fehlt dem Japaner noch an Konstanz, ein paarmal hat er auch unnötig Kleinholz produziert. Experten bescheinigen ihm aber, dass er sich überraschend schnell an das Fahren im Oval gewöhnt hat. In Iowa hätte er wohl den Speed für einen Podestplatz gehabt – bis er den Wagen im letzten Renndrittel in die Wand schmiss.

Eher mittelprächtig war die bisherige Saison für Andretti Autosport. Siege in Long Beach und Iowa können nicht darüber hinwegtäuschen, dass man insgesamt den Anschluss an die Spitze noch nicht gefunden hat. Manchmal ist die Truppe fast vorne dabei, an anderen Tagen versinken die Piloten im Mittelfeld. Das gilt ganz besonders für Starfahrerin Danica Patrick. Einem tollen Rennen in Texas stehen enttäuschende Leistungen zu Beginn der Saison und nun auch wieder in Watkins Glen gegenüber.

Insgesamt ist die Leistungsdichte in der IRL aber im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen, was Tony Kanaans Sieg in Iowa – der erste Oval-Sieg eines nicht Penske- oder Ganassi-Autos seit Nashville 2008 – nochmal nachdrücklich gezeigt hat. Man darf also schon gespannt sein, wie sich die Serie im zweiten Saisonteil präsentiert.

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June 08 2010

06:34

IRL Texas 550 – Wieder mit einem blauen Auge entkommen

Massenhaft Positionskämpfe, Andretti Autosport wieder vorn dabei und um ein Haar Danica Patrick als Siegerin – ein richtig schönes Ovalrennen. Stimmungsbremse: Der Crash von Simona de Silvestro – und die amateurhaften Versuche des Rettungsteams, ihr zu helfen.

Wenn es stimmt, was Manfred Jantke bei den legendären CART-Übertragungen auf Eurosport gerne erzählt hat, dass sich während der Rennen in Ovalen kleine Wirbelstürme bilden, dann muss am vergangenen Samstag in Fort Worth die Windstärke ganz ordentlich zugenommen haben. Denn in Texas gab es endlich wieder mal ein richtig spektakuläres Ovalrennen zu sehen. Irgendwo im Feld gab es fast in jeder Runde Positionskämpfe, und der Sieger stand diesmal auch nicht zur Rennhälfte fest. Einen kräftigen Schönheitsfehler hatte der Lauf aber dann doch: Dass Streckenposten bei einem Feuerunfall so lange hilflos neben dem Auto stehen, das hätte man sich im Jahr 2010 nicht mehr erwartet. Die IRL hate in Texas schon wieder Glück – sie muss aber trotzdem dringend reagieren.

Doch vorher noch zum sportlichen Teil: Eigentlich hatte man auch in Texas wieder mit einer Gala-Vorstellung von Penske und Ganassi gerechnet. Und am Ende holte sich Penske-Pilot Ryan Briscoe tatsächlich völlig verdient den Sieg. Schön für den Australier, der zuvor teamintern ein wenig in die Kritik geraten war. Völlig zufrieden wird man im Team aber trotzdem nicht sein. Denn wäre Will Power nicht ein Karbonteil unters Autos geraten, und hätte Mario Moraes nicht Helio Castroneves abgeräumt, dann wäre für die Truppe noch viel mehr drinnen gewesen.

Unerwartete Schwächen zeigte dagegen Ganassi: Scott Dixon konnte das ganze Rennen hindurch nicht wirklich glänzen – am Ende reichte es immerhin noch zu Platz vier. Dario Franchittis Wagen schien zwar zu Rennbeginn konkurrenzfähig zu laufen – im Verkehr war aber auch der Schotte nicht besonders gut unterwegs. Wie schon beim Indy 500 dürfte man bei Ganassi wohl eine riskante Abstimmung gewählt haben, die zwar an der Spitze des Feldes schnell ist, mit Luftverwirbelungen im Pulk aber nicht gut zurecht kommt. In Indianapolis hatte sich die Taktik noch ausgezahlt – in Texas reichte es nur für Platz fünf.

Strahlende Gesichter gab es dagegen bei Andretti Autosport: Am Ende standen alle vier Wagen in den Top sieben. Man darf nicht übersehen, dass die Leistung nur wegen des Pechs einiger Konkurrenten zustande kam – Power und Castroneves, womöglich auch Tagliani und Moraes wären bei normalem Rennverlauf womöglich vor der Truppe gelandet. Trotzdem ist es ein schöner Schritt nach vorn. Die zuletzt so vielgescholtene Danica Patrick hätte immerhin um ein Haar um den Sieg kämpfen können, und holte sich mit Rang zwei ihre mit Abstand beste Saisonplatzierung. Nach den eher frostigen Worten der vergangenen Wochen bedankte sie sich im Anschluss auch ganz artig beim Team. Ausschließlich Freunde hat se sich aber auch in Texas nicht gemacht: Ein ziemlich unschönes Blocking-Manöver an Tony Kanaan brachte den Brasilianer und (zumindest kurzfristig) auch Michael Andretti gegen sie auf.

Wieso sie dafür nicht bestraft wurde, weiß wohl nur Brian Barnhart allein. Andere Piloten (und zwar auch populäre, wie etwa Graham Rahal) hatten beim Indy 500 noch für harmlosere Manöver Durchfahrtsstrafen erhalten. Mag sein, dass eine starke Danica Patrick für die Show besser ist, als eine mit Rundenrückstand. Auf Dauer kann die Indycar Serie aber nur glaubhaft sein, wenn Strafen nach rein resportlichen Kriterien, und vor allem nicht derart willkürlich vergeben werden. Woher soll ein Fahrer am in zwei Wochen in Iowa sonst wissen, was er sich gerade noch  erlauben kann, und was nicht mehr? Auch unter den Fans mehrt sich in letzter Zeit die offene (und ziemlich persönliche) Kritik an den Entscheidungen der Rennleitung. Hinweis: Es mag aber auch sein, dass in der verlinkten Kolumne von Robin Miller, der aus der CART-Ecke kommt, auch einfach alte Rechnungen beglichen werden.

Weiterhin nicht so richtig auf Touren kommt bei den Indycars Takuma Sato. Nach einem tollen, aber frühzeitig beendeten Rennen in Kansas lief es für den Japaner in Texas eher mittelmäßig. Platz elf in der Qualifikation war noch recht gut. Im Rennen ging es dann aber eher rückwärts. Und in Runde 56 klebte der KV-Lotus überhaupt wieder mal in der Wand. Schwacher Trost: Am Ausfall war diesmal wohl nicht Sato selbst schuld, sondern ein technisches Gebrechen am Wagen. Mal sehen, wie sich der ehemalige F1-Fahrer in eineinhalb Wochen am traditionell japaner-freundlichen Oval von Iowa anstellt.

Ein anderer Rookie scheint sich dafür schön langsam in der IRL zurecht zu finden: Bertrand Baguettes Name wird zwar von den TV-Kommentatoren nach wie vor ziemlich abenteuerlich ausgesprochen. Auf der Strecke legte der Belgier aber in Texas seine mit Abstand beste Leistung hin. In Runde 129 war die Herrlichkeit zwar nach einem heftigen Mauerkontakt zu Ende, bis dahin fuhr Baguette aber munter im vorderen Mittelfeld mit. Wenn er seine Leistung weiter so steigern kann, dann wird er auf den Road Courses womöglich doch nur für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Und damit zum unerfreulichsten Aspekt des Rennens: Es darf einfach nicht sein, dass es in einer derart professionellen Rennserie zu Szenen kommt, wie sie nach Simona de Silvestros Unfall zu sehen waren. Wer beim Youtube-Video mitstoppt, wird erschrocken feststellen, dass es vom Eintreffen des Sicherheitsteams an fast 40 Sekunden dauerte, bis die Schweizerin aus dem immer noch brennenden Auto befreit war. Dass sie sich dabei nur kleinere Brandwunden an der linken Hand zugezogen hat spricht für die Qualität der feuerfesten Ausrüstung, ändert aber nichts an der unprofessionellen Reaktion des Sicherheitsteams. Heftige Kritik von de Silvestros HVM-Team war die Folge.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kritik da nicht die Falschen trifft: Dass ein darart entscheidendes Teil wie der Löschschlauch des Sicherheitsfahrzeuges – wie auch die IRL zugibt – schlicht nicht funktioniert hat, ist ein Skandal. Die Kritik dafür trifft aber die IRL, nicht die Sicherheitscrew selbst. Darüber, wie man de Silvestro schließlich aus dem brennenden Auto herausgezogen hat, muss man sicher auch noch diskutieren. Nicht auszudenken, wenn man jemanden, der bei einem Crash etwa Rückverletzungen erlitten hat in dieser Weise extrahiert. Selbst in die Flammen zu greifen, um der Pilotin zu helfen, erfordert aber zumindest eine gehörige Portion Mut – Retter Mike Yates, der sich bei der Aktion selbst Verbrennungen im Gesicht zugezogen hat verdient dafür größten Respekt.

Dass es allerdings nicht gelingt, das Feuer binnen 40 Sekunden zu löschen, sollte auf jeden Fall ein Weckruf sein. Auch wenn der Schlauch nicht funktioniert, sollte in dieser Zeit doch wohl jemand auf die Idee kommen, einen Feuerlöscher einzusetzen. Es mag sein, dass man in den vergangenen Jahren andere Dinge trainiert hat, als den Umgang mit Feuerunfällen. Immerhin sind derartige Situationen im modernen Motorsport glücklicherweise sehr selten geworden. Das ist aber keine Entschuldigung, nicht dafür bereit zu sein. Wie die Vorfälle in Texas (und etwa auch jener, der sich vor zweieinhalb Wochen in Brünn ereignet hat) zeigen, muss man weiterhin auch mit dieser Gefahr rechnen.

Zurück zum Sport. In der Meisterschaft hat sich in Texas einiges getan: Indy 500 Sieger Dario Franchitti hat Will Power überholt, und liegt jetzt mit 246 zu 243 Punkten in Front. Ebenfalls noch realistische Chancen auf den Titel haben Scott Dixon (235), Helio Castroneves (211) und Ryan Biscoe (208). Sechster ist Ryan Hunter-Reay (201), der ebenfalls noch als Außenseitertipp af den Titel gelten könnte – in der Realitöt aber wohl leider keine Chancen hat. Denn wenn sich nicht auf die Schnelle noch ein wohlmeinender Geldgeber findet, dann war Texas das letzte Indycar-Rennen, das “RHR” in dieser Saison gefahren hat. Ein Jammer für die Serie, die ohnehin an einem Mangel an US-Fahrern leidet.

In der Oval-Wertung (die seit diesem Wochenende offiziell “A.J. Foyt Trophy” heißt) führt nach drei Rennen ebenfalls Dario Franchitti (134) vor seinem Teamkollegen Scott Dixon (123) und Ryan Briscoe (105). Wie die Road Course-Wertung heißen soll, wird in knapp einem Monat in Watkins Glen verlautbart. Bis dahin kann sich Will Power aber trotzdem schonmal über eine üppige Führung (172) vor Helio Castroneves (130) und Ryan Hunter-Reay (129) freuen.

Vorher geht es in eineinhalb Wochen aber noch einmal auf Oval. Dann steht nämlich das erfahrungsgemäß nicht ganz so mitreißende Rennen auf dem Iowa Speedway auf dem Programm.

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Schweinderl