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February 17 2014

06:30

August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

flattr this!

June 07 2011

06:21

NASCAR: Analyse Kansas Juni 2011

Das zweite Saisondrittel startete, wie das erste aufgehört hatte: mit einem ausgewachsenen Benzinkrimi! In Kansas spielte Dale Earnhardt Jr wieder eine der Hauptrollen und beendete das Rennen erneut nur auf dem zweiten Platz, während dieses Mal Brad Keselowski als Sparfuchs in die Victory Lane fuhr. Die favorisierten Fords spielten dabei übrigens nur als Statisten mit.

Am Sonntag begann auf dem Kansas Speedway das zweite Drittel der Sprint-Cup-Saison. Zunächst deutete allerdings nichts auf dieses spannende Finale hin, denn ein Großteil des Rennens wurde unter grüner Flagge absolviert. Drei der fünf Cautions wurden zudem wegen Debris ausgerufen, während Landon Cassill und Dale Earnhardt Jr jeweils ein Mal Interaktion mit der Außenmauer zeigten. Der Quersteher von Earnhardt brachte ihn zwar durch den erwägten Spritpoker in die Nähe eines Sieges, kostete ihn gleichzeitig aber auch eine Menge Positionen und womöglich den Erfolg, als Junior seinen Wagen driftend wieder einfangen musste. Am Ende lagen nämlich nur noch der spätere Rennsieger Brad Keselowski und Verfolger Denny Hamlin mit Earnhardt im spekulativen Spritfenster. Wäre er seine Taktik mit besserer Track-Position angegangen, hätte er seinen ersten Sieg seit Michigan 2008 feiern können.

Naja, „hätte-hätte-Fahrradkette“ sagt man in solch einem Fall und rollt das Rennen lieber konventionell auf. Das hätte (no pun intended!) sich auch die Crew der Vorberichterstattung auf SPEED zu Herzen nehmen sollen. Die kannten nämlich in einer ihrer schlechtesten Sendungen seit langem kein anderes Thema außer dem Fast-Sieg von Earnhardt beim Coca-Cola 600. Anscheinend gelten in den USA andere Gesetze, wenn selbst ein Mike Joy von FOX sich nicht zu schade ist, auf das kursierende YouTube-Video des, sagen wir mal massiv enttäuschten, weiblichen Junior-Fans hinzuweisen.

In der nächsten Woche übernimmt zwar TNT die Übertragung der kommenden sechs Rennen, doch das wird den Hype sicherlich nicht besonders bremsen oder verstummen lassen. Die Junior-Nation steht derweil Kopf, seit ihr Held wieder in Richtung von Rennsiegen und Chase unterwegs ist. Letzteres wird Earnhardt in diesem Jahr wohl ziemlich sicher erreichen, denn nach Kansas rangiert er bereits auf Platz 3 in der Meisterschaft. Doch nun wirklich zum Rennen:

Eigentlich sollte Kansas das Rennen eines ganz anderen Piloten werden, denn Kurt Busch holte sich völlig überraschend die Pole-Position und im Anschluss mit 152 von 267 Umläufen auch mehr als 50% der Führungsrunden ab. So stark unterwegs verzichtet man natürlich auf sämtliche Strategiespielchen und verhält sich lieber konservativ, um einen Sieg nicht leichtfertig wegzuwerfen. Fallen dann jedoch die Gelbphasen ungünstig oder bleiben gänzlich aus, wirft man die Fahrt in die Victory Lane aber eben gerade wegen der vorsichtigen Herangehensweise weg. So ist es Sonntag dann Kurt Busch passiert, der im Normalfall mit einer späten Caution den Sieg davongetragen hätte. Da er mit seinem letzten Boxenstopp extrem lange wartete, stotterte sein Dodge nach der Rückkehr auf die Strecke sogar etwas vor sich hin, weil die Benzinleitung zwischenzeitlich schon trockengelaufen war.

Die entscheidende Phase des Rennens begann aber schon gute 90 Runden zuvor, als in der letzten Gelbphase neben Denny Hamlin lediglich Piloten von außerhalb der Top20 noch einmal an die Boxengasse kamen. Der Rest riskierte den Verlust von wertvoller Track-Position nicht, nachdem nur gut zehn Umläufe zuvor in der vorletzten Gelbphase des Rennens eh vollgetankt wurde. Zwar konnten einige Kandidaten jetzt mit nur einem statt zwei weiteren Pitstops durchfahren, doch dafür mussten sie bei noch gut 110 zu fahrenden Runden ans äußerste Extrem des Fuel-Windows von max. 55 Umläufen gehen!

Tony Stewart versuchte unterdessen im Laufe des nach dem Restart folgenden Green-Flag-Runs ebenfalls, einen Boxenstopp so lange wie möglich heraus zu zögern, hatte bei seinem vermeintlich letzten Aufenthalt aber Pech. Ausgerechnet im entscheidenden Moment floss nicht genug Sprit in den Tank von Smoke, welcher sonst ebenfalls als Siegkandidat in Frage gekommen wäre. So langsam kommt Stewart wieder in seinen gewohnten Sommer-Schwung, wo er in der prallen Sonne auf dem heißen Asphalt mit einem rutschigen Auto wesentlich besser umgehen kann. Gleiches komme ab sofort nach eigener Aussage auch Dale Earnhardt Jr in den nächsten Rennen zu Gute. Ob das nun stimmt, wird sich zeigen, aber zumindest bei Smoke kann man das Kalenderblatt vom Juni aufblättern, wenn er wieder in Reichweite der Victory-Lane gelangt.

Die finale Schlacht ergab sich dann zehn Runden vor dem Ende des Rennens, als Kurt Busch seinen Dodge an die Box lenkte und seinem Teamkollegen damit die Führung überließ. Dieser wusste zu dem Zeitpunkt übrigens gar nicht, dass er auf dem Weg zum Sieg war, da sein Crew-Chief ihn nicht über seine Position informierte. Keselowski erblickte nach eigener Aussage erst zwei Runden vor Schluss eigenäugig seine Startnummer #2 an oberster Stelle der Anzeigetafel im Infield – auch sehr kurios… In den Top3 waren nun Keselowski, Earnhardt und Hamlin verblieben. Dabei wurde letzterer zwischenzeitlich auf Befehl von Crew-Chief Steve Letarte von Junior geschluckt, die sich mit einem solchen Manöver gute Chancen auf einen Sieg ausrechneten, solche Keselowski noch ohne Benzin ausrollen.

Der spätere Sieger war davon geschätzt auch gar nicht soweit entfernt, da er aufgefordert wurde, den Wagen in den Kurven mehr rollen zu lassen und das Gaspedal noch sparsamer zu benutzen. Deshalb kuppelte Keselowski kurzerhand in voller Fahrt einfach aus und gewann so die entscheidenden Gallonen für eine saubere Zieldurchfahrt. Danach hatte der blaue Dodge mit der #2 zur Freude der Fans sogar noch genügend Benzin für einige Donuts und die Fahrt in die Victory-Lane übrig. Hinter ihm musste Junior sich mit Platz 2 zufrieden geben, da auch seine Spritrechnung nicht ganz auf Vollgas ausgelegt war. Somit cruisten die Top3 am Ende gemütlich dem Ziel entgegen, während Jeff Gordon und Carl Edwards die Top5 komplettierten.

Zwar gelangten mit Matt Kenseth (6.) und meinem ausgerechneten Favoriten Greg Biffle (10.) noch zwei weitere Fahrer von Roush-Fenway Racing in die Top10, doch sie spielten am Wochenende nicht die erste Geige. Um besagtes Musikinstrument stritten sich Penske Racing und Hendrick Motorsports, wobei vor allem die Penske-Jungs seit einigen Rennen endlich von ihrer Schwächephase Abschied nehmen dürfen. Die interne Neustrukturierung inkl. einer Entlassung am Auto von Kurt Busch sorgte für frischen Wind und bessere Performance. Am nächsten Wochenende steht mit Pocono auch eine Strecke an, welche Busch in der Vergangenheit schon öfter mit guten Ergebnissen belohnt hat. Der Fahrer der #22 wurde am Ende übrigens nach seinem Benzin-Schluckauf noch Neunter.

Die verbliebenen Top10-Positionen belegten Jimmie Johnson (7.) in einem unauffälligen Rennen ohne Führungsrunden und der ebenfalls geschlagene Tony Stewart (8.). Insgesamt fiel auf, dass nach einem sehr wettbewerbsfähigen Wochenende in Charlotte dieses Mal nur sieben Fahrer eine signifikante Anzahl an Umläufen in Front des Feldes absolvieren konnten. Das Rennen war wegen der nervenaufreibenden Schlussphase natürlich alles andere als langweilig, hätte aber auch ohne den Benzinkrimi auskommen können. Immerhin zerriss der Verkehr wie erwartet nicht so schnell, wie z.B. auf der Strecke in Fontana, die ja eines ihrer Saisonrennen an Kansas abgehen musste. Daher gab es bei der großzügig bemessenen Streckenbreite auch eine 5-Wide-Aktion zu bewundern. Grundsätzlich konnten auch mehr als zwei Linien auf dem Oval befahren werden, wobei allerdings die oberste direkt an der Mauer nicht immer ohne Berührung der SAFER-Barrier zu absolvieren war.

Was ich noch erwähnen wollte: Wirklich gar nichts gesehen hat man in Kansas von Richard Petty Motorsports! Entgegen meiner Erwartungen kamen Marcos Ambrose (26.) und AJ Allmendinger (27.) geschlossen am Ende der Top30 ins Ziel, so ein schlechtes Rennen erwischte außer ihnen nur Jamie McMurray (29.). Aber auch Mark Martin (21.), Joey Logano (23.) und Jeff Burton (25.) müssen sich nach diesem Rennen fragen, warum man von ihnen in Kansas so gut wie gar nichts gesehen hat.

Einen Fahrer mit trockenem Tank gab es bei allen Spritsparern aber trotzdem noch: Juan Pablo Montoya rollte in den Top10 liegend aus und wurde nur auf Platz 17 gewertet. Der Kolumbianer und seine Crew müssen sich bei den nächsten Rennen wirklich mehr anstrengen, denn in Kansas verlor man erneut das Handling des Wagens und Montoya setzte die #42 auch ein Mal etwas unsanft in die Mauer, was einen erfolgreicheren Tag eigentlich komplett beendete. Da nützen auch die zehn Führungsrunden nicht viel.

Ein Blick auf die Meisterschaftstabelle zeigt folgende Situation: Zumindest bei Martin Truex Jr, David Reutimann, Jeff Burton, Joey Logano, Brian Vickers und Jamie McMurray darf man die Saison nun wohl schon mal abhaken, denn nach einem Drittel des Jahres befinden sich diese Piloten geschlossen nur auf den Rängen 22-27. Das ist sicherlich unter den Erwartungen aller, auch bei Michael Waltrip Racing, die 2010 deutlich besser unterwegs waren. Brad Keselowski liegt auf Platz 21 nur knapp davor, könnte sich aber eine Chase-Wildcard sichern, wenn er die neun Punkte auf den 20. Rang von Paul Menard noch knackt. Erst ab dort gilt nämlich die Playoff-Ausnahmegenehmigung für Rennsieger.

Weiter vorne hat sich wenig geändert, außer dass Jeff Gordon und Denny Hamlin sich stetig weiter an den Chase heranrobben, wobei Gordon ja zumindest noch seinen einzelnen Saisonsieg als Chase-Joker besitzt. Auf den Playoff-Positionen rutschten unterdessen Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr an Kevin Harvick vorbei auf die Plätze 2 und 3. An der Spitze liegt nach wie vor Carl Edwards mit einem sicheren Polster von 40 Zählern, da er 2011 in zehn von dreizehn Rennen in die Top7 gefahren ist. Damit machte er sich selbst zum derzeit größten Konkurrenten für Johnson, welcher nur acht Top9-Resultate einfahren konnte. Die Konstanz von Edwards wird vor allem im Chase selbst sicher von Nutzen sein.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

June 03 2011

06:20

NASCAR: Vorschau Kansas Juni 2011

We are not in Kansas anymore? Yes, we are! Und zwar zum ersten von neuerdings zwei Malen, denn ab 2011 fährt der Sprint Cup auch auf dem Kansas Speedway zwei Saisonrennen pro Jahr. Nach dem Coca-Cola 600 folgt wieder ein „normales“ Rennen, was aber nicht heißen muss, dass es minder-spannend wird. Die Übertragung ist übrigens wieder zur gewohnten Uhrzeit.

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups sind dieses Mal die Trucks vor Ort, die Nationwide Series fährt ein Nachtrennen auf dem Chicagoland Speedway. Am Freitag gibt es nach dem Aufwachen von der Himmelfahrts-Tour direkt sechs Stunden NASCAR zum Ausnüchtern und der Samstag ist ebenfalls gut vollgepackt! :o)

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 03.06.
18:30 Uhr, Truck Series Practice, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
00:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV!

Samstag, 04.06.
16:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Truck Series Rennen (O’Reilly Auto Parts 250), SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
02:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (STP 300), ESPN

Sonntag, 05.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (STP 400), FOX

May 31 2011

06:12

NASCAR: Analyse Charlotte Mai 2011

Kevin Harvick sicherte sich im Coca-Cola 600 seinen dritten Saisonsieg und kam dabei, wie schon bei den ersten beiden Fahrten in die Victory Lane, augenscheinlich aus dem Nichts. Auch im NASCAR-Teil des Super-Wochenendes gab es einen großen Verlierer, denn Dale Earnhardt Jr ging in der letzten Kurve der letzten Runde in Führung liegend der Sprit aus!

Wer am Sonntag gegen Mitternacht nach den spannenden Klassikern von Monaco und Indianapolis noch für eine weitere Runde wach geblieben ist, der wird es wahrscheinlich nicht bereut haben. Zwar ging ein Großteil des Rennens mit längeren Ausdauerfahrten unter Grün über die Bühne, aber das war ja beim längsten Meisterschaftslauf der NASCAR-Saison immerhin angekündigtes Programm. Wer dann auch noch bis zum Ende durchgehalten hat, der wurde mit einem spannenden Finish belohnt. Ich bin dummerweise leider ca. fünf Runden vor Schluss eingeschlafen und wurde gegen Ende von Kevin Harvicks Zeremonie in der Victory Lane wieder kurz wach. Die Frage, welche ich mir sofort stellte, war die übliche zu den Themen Harvick und Rennsiege: Where the hell did he come from? Weil ich dann vor der Arbeit noch etwas Schlaf kriegen wollte, schaltete ich den Rechner aus und bekam dabei ein wichtiges Detail erst gar nicht mit: Fast hätte Dale Earnhardt Jr das Rennen gewonnen, rollte jedoch kurz vor dem ersehnten Ziel ohne Benzin aus!

Den Weg zu diesen verpassten 15 Minuten ebnete die vorletzte Gelbphase des Abends ca. 55 Runden vor Schluss. Weil das Spritfenster normalerweise nur gute 50 Umläufe groß ist, begann zu diesem Zeitpunkt der große Spritpoker von Charlotte. Schon kurz vor dem Ende des Fuel-Runs mussten Matt Kenseth und Jeff Gordon mit geringem Benzindruck aufgeben und Sprit nachfassen, um nicht auszurollen.

Ihr größtes Problem war dabei, dass Jimmie Johnsons Motor nur einige Runden später den Tag vorzeitig beenden wollte, nachdem der Dauermeister schon zuvor nicht gerade vom Glück verfolgt war. Mehrere Scharmützel in der Boxengasse, darunter ein steckengebliebener Stellschraubenschlüssel in der Öffnung der Heckscheibe, warfen Johnson zeitweilig zurück. Just als er in die Top10 vordrang, löste er vier Runden vor dem regulären Ende die letzte Gelbphase aus und brachte den Benzinkrimi damit auch noch in die Verlängerung.

Nun könnte man meinen, dass Kenseth und Gordon dadurch mit vollem Tank einen Vorteil beim Restart haben würden, nur hingen beide nach ihrem Stopp unter Grün am Ende der Führungsrunde bzw. mit einem Umlauf Rückstand im Hinterfeld fest. Da die langsam trockenlaufende Konkurrenz aber keinen Moment lang daran dachte, noch einmal zum Nachfassen an die Box zu kommen, war ihr Tag damit erledigt. Der nächste Top-Contender, Greg Biffle, überstand das Herumrollen unter gelber Flagge nicht und musste ebenfalls zum Tanken fahren.

Dale Earnhardt Jr hatte sich zum Restart an zweiter Stelle hinter Kasey Kahne platziert und hatte nach einem guten Rennverlauf innerhalb der Top10 auch tatsächlich eine Siegchance. Sein letzter Erfolg entstammte natürlich ebenfalls einem Spritpoker, das war bekanntlich 2008 in Michigan. Doch fast wäre es für Junior schon unter Gelb vorbei gewesen, da er große Probleme damit hatte, seinen Motor wieder anzustellen, nachdem er ihn zuvor zum Benzinsparen ausschaltete. Dass man so auch ein Rennen verlieren kann, darüber wird Marcos Ambrose sicherlich noch eine lange Geschichte erzählen können, davon dass er im letzten Jahr in den kalifornischen Bergen ausrollte und Jimmie Johnson den Vortritt lassen musste.

Hinter Kahne und Earnhardt starteten dann übrigens Denny Hamlin und Brad Keselowski in die Verlängerung über zwei Runden. Der Restart ging jedoch überhaupt nicht gut, da Kasey Kahne sofort nach dem Schwenken der grünen Flagge ohne Benzin ausrollte. Als Führender stand er damit natürlich einer Menge weiterer Piloten im Weg rum, was fast zu einer Massenkarambolage führte. Weil alle betroffenen Fahrer ihre Wagen allerdings sofort wieder unter Kontrolle bekamen, sah NASCAR keinen Anlass, erneut eine Caution auszurufen. Man konnte an dieser Stelle sicherlich wieder die bösen Zungen vernehmen, welche einen Zusammenhang zur nun erlangten Führung von Dale Earnhardt Jr sahen. Mir liegt es dieses Mal jedoch fern, denn ich denke, dass NASCAR dort richtig entschieden hat. Immerhin löste sich die Gefahrensituation wirklich schnell wieder auf.

Nutzen konnte Junior den Umstand allerdings nicht mehr, denn nachdem zunächst Anfang der letzten Runde Verfolger Denny Hamlin der Sprit ausging, rollte auch Earnhardt ausgangs von Turn 4 mit leerem Tank langsam in Richtung Ziellinie. Profitieren konnte wieder einmal Kevin Harvick – oder „The Closer“ wie er jetzt genannt wird! Harvick führte im Laufe des Rennens übrigens nur zwei Runden an. Auf die Gründe für seinen Erfolg in diesem Benzinkrimi gehe ich gleich ein, zunächst möchte ich noch ein paar Worte über die in Charlotte sehr starke Ford-Flotte verlieren:

Denn Roush-Fenway Racing stellt sich momentan eindeutig am besten an, auch wenn man den Poker zum Schluss verlor und am Ende leider größtenteils nicht mehr in die Top12 fahren konnte. Die Roush-Fahrer dominierten über die Hälfte des Rennens, als es noch unter normalen Bedingungen zuging. Matt Kenseth (103, Rang 14), Carl Edwards (61, Platz 16), Greg Biffle (50, Rang 13) und David Ragan (7, Platz 2) führten gemeinsam 221 der 400 Runden an. Weil Ragan aber während der letzten Gelbphase an die Boxengasse kam, konnte er an den ausrollenden Fahrzeugen vorbei auf einen starken zweiten Rang fahren, welcher sich zuvor schon über die gesamte Renndistanz ankündigte. Insgesamt haben wir gesehen, dass sich die Roush-Fords sehr schwer mit ihrem Benzinverbrauch taten, ähnlich wie auch die Chevrolets von Hendrick Motorsports.

Der Meister im Spritsparen bleibt also nach wie vor der Chevy-Motor von Richard Childress Racing, welcher in Kooperation mit Earnhardt-Ganassi Racing hergestellt wird. Allerdings darf man bei aller Euphorie im Team auch nicht vergessen, dass z.B. Paul Menard (der zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Runden Rückstand hatte) als Schützenhilfe einsprang, um seinen Teamkollegen Harvick wörtlich durch die Gelbphase zu schieben. Eine solche Aktion ist im Übrigen nicht illegal, wenn sie nicht in der letzten Runde erfolgt. Damit ist RCR natürlich auch eine taktische Meisterleistung gelungen, welche die Super-Strategen von Hendrick gar nicht auf dem Programm hatten.

Dass aber auch sonst eine Menge passiert war, zeigte sich alleine an der Verteilung der Führungsrunden: Von den Top23 in der Ergebnisliste führten nicht weniger als 17 Fahrer das Rennen für mindestens eine Runde an. Rechnet man die Totalausfälle zweier weiterer Piloten mit ein, befanden sich sogar 19 von 43 unterschiedlichen Fahrern zwischenzeitlich an der Spitze des Feldes, was immerhin knapp 50% entspricht. Dabei wird auch die hohe Leistungsdichte im Sprint Cup deutlich, welche in dieser Saison ja schon so einige Male aufgeblitzt ist.

Leider entspricht das letztendliche Rennergebnis nicht so richtig dem Verlauf des Abends, daher kann ich lediglich auflisten, wer sich besonders gut und wer besonders schlecht verkauft hat:

- Roush-Fenway Racing und Kasey Kahne, auch wenn das nur in einem Fall belohnt wurde,
- Marcos Ambrose und AJ Allmendinger fuhren in die Top6, nachdem sie vorher auch lange Zeit konstant in den Top10 unterwegs waren,
- Ricky Stenhouse Jr verkaufte sich bei seinem Cup-Debüt recht ordentlich, bedenkt man, dass er zuvor schon 300 Meilen in der Nationwide Series gefahren ist. Platz 11 ist nach dem frühen Mauerkuss ein gutes Ergebnis!
- Kyle Busch und Mark Martin waren dummerweise in Umfälle verwickelt, während sich Jimmie Johnson und Jamie McMurray jeweils vor Rennende von ihren Triebwerken verabschieden mussten.

Kevin Harvick katapultierte sich mit seinem Sieg von Platz 5 in der Meisterschaftswertung auf Rang 2, vorbei an Jimmie Johnson (3.), Dale Earnhardt Jr (4.) und Kyle Busch (5.). Ganz vorne steht nach wie vor mit 36 Punkten Vorsprung Carl Edwards.

Das gute Ergebnis von Ricky Stenhouse Jr beförderte am Wochenende außerdem Robby Gordon aus den Top35 der Owner Points und das mehr als deutlich. Zwischen den Plätzen 35 und 36 liegen nun 17 Punkte, was das Rennen um die garantierten Startplätze erstmal für mindestens ein Rennen entschärfen dürfte.

In der nächsten Woche geht es dann gleich in Kansas weiter, einem weiteren 1,5-Meilen-Oval. Zur Unterstützung sind die Trucks dabei, während die Nationwide Series sich in Chicagoland vergnügt.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

May 26 2011

06:23

NASCAR: Vorschau Charlotte Mai 2011

Am Wochenende stehen drei absolute Top-Rennen in den wichtigsten Rennserien der Welt an und die NASCAR trägt mit dem Langstreckenklassiker Coca-Cola 600 eines ihrer Kronjuwelen dazu bei. Carl Edwards holte sich im All-Star Rennen vergangene Woche in überlegener Manier die Million und dürfte damit auch am Sonntag der größte Siegkandidat im Feld sein.

Nachdem im letzten Jahr das Indy 500, der Formel 1 GP in Monaco und das Coca-Cola 600 ausnahmsweise mal nicht am selben Wochenende stattfanden, ist es am Sonntag wieder soweit. Der Langstreckenklassiker (fast 1000km) der NASCAR steht dabei als letztes auf dem Programm. Die Startzeit ist allerdings etwas unfreundlich für uns Europäer, denn die Amerikaner feiern am Montag ihren Memorial Day. Der freie Tag hinter dem großen Teich wird auch sogleich ausgenutzt, um das Nachtrennen vom Samstag auf den Sonntag zu verschieben. Weil das Coca-Cola 600 allerdings regelmäßig auf gut und gerne vier Stunden Fahrzeit kommt, ist im Gegensatz zu den traditionellen Nachtrennen die Startzeit auf ca. Mitternacht angesetzt. Gefahren wird im Übrigen wie in der letzten Woche auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups ist dieses Mal die Nationwide Series vor Ort, in welcher Kimi Räikkönen sein zweites NASCAR-Rennen bestreiten wird. Im Gegensatz zum Einsatz bei den Trucks kann man das Nationwide-Debüt sogar zu einer humanen Uhrzeit anschauen. Während am Donnerstag und Samstag ordentlich Action übertragen wird, steht am Freitag überraschenderweise kein Fahrbetrieb auf dem Plan.

Ausstrahlungsdaten

Donnerstag, 26.05.
20:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
23:10 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
01:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED

Samstag, 28.05.
16:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
20:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Top Gear 300), ABC

Sonntag, 29.05.
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Coca-Cola 600), FOX

May 17 2011

06:35

NASCAR: Analyse Dover Mai 2011

333 Runden lang hatten Jimmie Johnson und Carl Edwards das Feld im Griff, bevor sich zuerst Clint Bowyer und später Matt Kenseth sowie Mark Martin gegen die Dominanz auflehnten. Grip-Veränderungen auf der Strecke machten Strategiespiele möglich, welche die konservativ agierenden Führenden nicht eingehen wollten. Kenseth nahm ihnen daher den Sieg ab!

Das Rennen auf dem Dover International Speedway am Sonntag war nun nicht unbedingt der Brüller, plätscherte es doch mehr als ein Dreiviertel der Renndistanz vor sich hin. 331 Runden lang war so gut wie nichts passiert, während sich Jimmie Johnson und Carl Edwards wie erwartet an der Spitze um die Führung stritten. Kasey Kahne läutete mit einem Mauerkuss Gelbphase #5 und damit die entscheidende Phase des Rennens ein. Die folgenden Boxenstopps brachten dann erstmals Clint Bowyer nach einer Turboabfertigung vor die beiden Favoriten. Das ist jetzt zwar nicht so ungewöhnlich, jedoch war Bowyer in der folgenden Grünphase der erste Pilot des Tages, welcher sich auch länger als ein oder zwei Runden gegen Johnson und Edwards durchsetzen konnte. Allerdings war nach dem Schwenken der grünen Flagge über 60 Runden vor dem Ende klar, dass der Sprit im Tank wohl genau nicht ausreichen würde.

Nach knapp 30 Runden unter Grün sah plötzlich Clint Bowyer wie der sichere Sieger aus, da er mit Clean-Air die Verfolger locker hinter sich halten konnte. Für den letzten Game-Changer des Rennens sorgte dann Juan Pablo Montoya, der schon den ganzen Tag über massive Probleme hatte und sich ohne Fremdverschulden in die Mauer drehte, womit er die sechste und letzte Caution verursachte. Die nun folgenden finalen Pitstops lösten damit zwar alle etwaigen Tankspielereien in Luft auf, doch eine wichtige Frage galt es noch zu beantworten: zwei oder vier neue Reifen?

Während Clint Bowyer, Jimmie Johnson und Carl Edwards als Top3-Piloten natürlich die konservative Spielweise vertraten, gab es zur Überraschung vieler Beobachter einige Piloten, die sich mit zwei neuen Pneus wieder auf die Strecke wagten. So setzten sich unter anderem Matt Kenseth, Dale Earnhardt Jr und Brian Vickers durch diese Taktik vor die Favoriten. Mark Martin löste diese Problematik auf seine Weise und ging einfach gar nicht an die Boxengasse, womit er sich natürlich auch eng am Rande des Tankfensters bewegen sollte. Allerdings stellte sich die Frage, ob er ohne frische Reifen überhaupt länger als eine halbe Runde der lauernden Meute entfliehen können würde.

Die Strategie zahlte sich für einige Fahrer aus, Junior und Jeff Gordon kamen aber leider nicht in diesen Genuss und wurden in den verbleibenden 34 Runden noch von der Konkurrenz aus den Top10 herausgefahren. Besser funktionierten die zwei Reifen ganz vorne in Clean-Air, wo Kenseth schließlich Martin überholte, der sich aber erstaunlicherweise auf den alten Gummis zwei Umläufe in Führung halten konnte. Die Favoriten hatten inzwischen Pech, weil gleich mehrere Piloten auf der Zwei-Reifen-Strategie einen zu großen Puffer zwischen ihnen und dem nun Führenden Matt Kenseth bildeten. Mitten im Verkehr hatten Bowyer, Johnson und Edwards keine Chance mehr und mussten am Ende nach überragender Dominanz mit Plätzen außerhalb der Top5 Vorlieb nehmen, während Kenseth fast ungefährdet seinen zweiten Saisonsieg einfuhr.

Die nachträgliche Analyse der letzten Boxenstopp-Phase lässt den Erfolg der nur zwei neuen Reifen bei der Mischung an sich und ihrer Zusammenarbeit mit der Strecke finden. Nach mehreren Regenschauern Samstag und auch Sonntag gingen die Fahrer um 19:15 Uhr auf eine nahezu grüne Strecke, weswegen auch eine Competition-Caution in Runde 40 notwendig wurde, um den Reifenverschleiß überprüfen zu können. Im Laufe des Rennens verteilte sich das Gummi sehr gut auf der Betonbahn und bildete auf den unteren beiden Spuren einen durchgehenden schwarzen Film. Paradoxerweise erwähnten aber einige Fahrer in den Post-Race-Interviews, dass der viele Abrieb die Strecke eher rutschiger gemacht hätte und eigentlich würde man ja eher das Gegenteil erwarten.

Das führte dann spät im Rennen auch dazu, dass oberhalb der schwarzen Spur eine dritte Lane aufgemacht wurde, um gegen den verstärkten Grip-Verlust anzukämpfen. Was der Abrieb aber auch brachte, war extrem verminderter Reifenverschleiß! Das sorgte im Finale dann schließlich dafür, dass die alten Gummis gegenüber den neuen Pneus keinen größeren Nachteil hatten, weil sie sich nur noch mit dem vorhandenen Gummiabrieb auf der Strecke auseinandersetzen mussten und nicht mehr mit dem Betonbelag an sich.

Zwar versuchte sich Clint Bowyer am Anfang des Rennens in der Competition-Caution ebenfalls an nur zwei neuen Reifen, zu diesem Zeitpunkt war aber noch längst nicht genug Gummi auf der Strecke verteilt. Die Erfahrung aus besagtem Boxenstopp könnte die Favoriten am Ende davon abgehalten haben, ein Wagnis einzugehen. Der Mut einiger anderer Piloten und deren Crew-Chiefs, wie z.B. Kenseth und Vickers, wurde daher dieses Mal belohnt. Sicherlich aber ein Ergebnis besonderer Umstände…

Zu den Ergebnissen ausgewählter Piloten:

- Während Matt Kenseth und Mark Martin als erste beide Fahrer die Zieldurchfahrt unternahmen, komplettierten Marcos Ambrose, Kyle Busch und Brian Vickers die Top5. Ambrose und Vickers fuhren ein fehlerfreies Rennen und wurden für ihre Anstrengungen endlich mal belohnt. Bei Vickers war Dover unterdessen im letzten Jahr der erste Saisonlauf, welchen er wegen seiner Krankheit aussetzen musste. Kyle Busch holte den vierten Rang nach einer fulminanten Aufholjagd (alleine beim letzten Restart überholte er innerhalb einer Runde fünf andere Piloten auf der äußeren Spur) vom Ende des Feldes, nachdem er wegen eines Motorenwechsels von ganz hinten starten musste.

- Die eigentlichen Sieger Clint Bowyer und Carl Edwards landeten nur auf den Plätzen 6 und 7, dahinter liefen Martin Truex, Jimmie Johnson und Kevin Harvick ein. Johnson hatte in Dover zuvor 207 Runden geführt und sich damit den Bonuspunkt in dieser Kategorie verdient. Zufrieden können er und sein Team deshalb aber natürlich nicht sein. Besser lief es da im Endeffekt eher für Richard Childress Racing, die drei ihrer vier Fahrer in die Top11 brachten, welche Jeff Burton komplettierte. Lediglich Paul Menard warf mit einem Mauerkuss in Runde 340 ein besseres Ergebnis für sich und die Truppe weg. Diese Steigerung hatte ich im Vorfeld nicht erwartet.

- Dale Earnhardt Jr, Kurt Busch, Brad Keselowski und David Reutimann lieferten neben Burton solide Resultate innerhalb der Top15 ab, vor allem bei den drei letztgenannten Fahrern ist dies ja schon ein gewaltiger Fortschritt in diesem Jahr. Direkt dahinter verpassten Jeff Gordon und Denny Hamlin einen Einzug in die Top15 knapp, wobei diese Ergebnis-Gefilde allerdings auch nicht ihr Ziel sein dürfen und sollten.

- Enttäuscht haben an diesem Wochenende auch Greg Biffle (19.), Jamie McMurray (20.), Ryan Newman (21.) und abermals Joey Logano, der sich sogar nur auf Rang 27 einfand, nachdem er sich bereits in Runde 20 in den Top10 liegend drehte und früh eine Runde verlor. Davon konnte er sich nicht in der Folge nicht mehr erholen. Ganz schlimm erwischte es Tony Stewart (29.) und Juan Pablo Montoya (32.), welche überhaupt nichts mit dem Handling ihrer Autos anfangen konnten. Beide landeten mindestens fünf Runden hinter der Spitze im Ziel.

- Die Pechvögel des Rennens waren Regan Smith (34.), Kasey Kahne (36.) und AJ Allmendinger (37.). Alle drei Piloten mussten, nachdem sie zuvor konstant innerhalb der Top10 unterwegs waren, schwere Rückschläge hinnehmen. Bei Smith brach knapp 100 Runden vor Schluss die Trackbar, während Kahne etwa zur selben Zeit einen Motorschaden hinnehmen musste. Bei einem Restart kam der Toyota nicht auf Touren, was Kasey zum Zurückschalten provozierte, wobei er die Maschine dann blöderweise überdrehte. Allmendinger traf das gleiche Schicksal wie Kahne, jedoch verabschiedete sich sein Motor kurz vor Halbzeit ohne Eigenverschulden.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

May 13 2011

06:18

NASCAR: Vorschau Dover Mai 2011

Am Wochenende fährt der Sprint Cup erstmals in diesem Jahr auf der Beton-Meile von Dover im US-Bundesstaat Delaware. Schaut man in die jüngere Vergangenheit, dann kommen eigentlich nur die Top3 der Meisterschaft für einen Sieg in Frage. Weil die Leistungsdichte 2011 aber äußerst hoch ist, muss man noch einige weitere Fahrer mit in die Rechnung einbeziehen.

Regan Smith bewies in der letzten Woche, was Trevor Bayne zum Jahresanfang in Daytona bereits angedeutet hatte: 2011 ist erstmals wieder ein Jahr, in dem so gut wie jeder Fahrer eine Chance auf den Sieg hat, zumindest wenn er sein Material von einem der Top-Teams bezieht. Solche Erfolge von Kundenteams hatten aber in der jüngeren Vergangenheit durchaus Seltenheitswert. An diesem Wochenende geht es auf dem adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups sind Nationwide Series und Trucks in Dover mit dabei, wobei die Trucks ihre beiden Practice Sessions schon am gestrigen Donnerstag absolviert haben. Im TV wurde allerdings nichts davon übertragen.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 13.05.
16:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
18:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:45 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 200), SPEED (TV um 02:30 Uhr!)

Samstag, 14.05.
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
20:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (5-Hour Energy 200), ESPN

Sonntag, 15.05.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (FedEx 400 benefiting Autism Speaks), FOX

April 29 2011

06:26

NASCAR: Vorschau Richmond April 2011

Das neunte Saisonrennen beschließt an diesem Wochenende das erste Viertel des Jahres. In Richmond findet dabei das bereits dritte echte Shorttrack-Rennen nach Bristol und Martinsville und außerdem die erst zweite Flutlichtschlacht nach Texas statt. Die vier Ausgaben seit 2009 hat Joe Gibbs Racing dominiert, kann Denny Hamlin also endlich in die Gänge kommen?

Drei Monate oder ein Vierteljahr ist die NASCAR-Saison nun schon alt, wenn auf dem Richmond International Raceway Saisonrennen Nummer 9 von 36 ansteht. Damit ist die Orientierungsphase abgeschlossen und jetzt gilt es, die verbliebenen Probleme endlich auszumerzen bzw. weiterhin konstant Top10-Ergebnisse einzufahren, möchte man das „Race to the Chase“ zur Halbzeit der Saison dann aus einer komfortablen Position in Angriff nehmen. Hierbei denke ich besonders an Denny Hamlin, Jeff Burton und Joey Logano, die in Richmond eine gute Vergangenheit hatten, 2011 aber bisher noch nicht in einen vernünftigen Fluss gekommen sind. Das dritte echte Shorttrack-Rennen des Jahres auf dem 0,75 Meilen langen D-shaped-Oval läutet über dies eine zweiwöchige Nachtschicht im Sprint Cup ein, denn in Richmond und Darlington wird unter Flutlicht gefahren. Zur Orientierung: Daraufhin folgt dann Dover zur gewohnten Zeit am Sonntag, bevor das All-Star-Weekend (ebenfalls nachts) und das Coca-Cola 600 (spät am Sonntag) anstehen!

Zur Strecke an sich sage ich jetzt mal nicht viel mehr, als dass sich das Anschauen des Rennens definitiv lohnt. Im oben verlinkten Streckenportrait kann man einiges zur besonderen Charakteristik des Richmond International Raceway nachlesen, die ich persönlich sehr ansprechend finde. Zudem verfügt das Nachtrennen über eine Menge Tradition und unter Flutlichtbedingungen kommt die Rennaction noch mal mit ein Stück mehr Flair rüber. Nein, ich meine nicht Ric Flair, den sehen wir dann höchstwahrscheinlich erst in Dover oder seiner Heimatstadt Charlotte wieder…

Zum Thema Stärkeverteilung am Wochenende: Die bisherigen acht Saisonrennen gewannen 2011 nicht weniger als sieben unterschiedliche Piloten. Lediglich Kevin Harvick konnte in Fontana und Martinsville zu einem Doppelschlag ausholen. Nachdem dann in Texas Matt Kenseth den Rest der Roush-Fenway-Flotte wieder zum Leben erweckte, sicherte sich Jimmie Johnson in Talladega seinen ersten Saisonerfolg in einer Hendrick-Paradevorstellung um winzige 0,002 s. Im Prinzip bedeutet diese Aufzählung, dass im Moment eigentlich in jeder Woche jeder Fahrer ein Rennen gewinnen könnte. Noch nie war eine Sprint Cup Saison so kompetitiv, was auch die Anzahl der Führungswechsel und Überholmanöver belegt, welche ich in einem vergangenen Artikel mal aufgelistet hatte.

Richmond könnte also die Chance für z.B. Denny Hamlin sein, endlich Anschluss an den Rest der Chase-Anwärter zu bekommen. Immerhin dominierte sein Team Joe Gibbs Racing die letzten beiden Jahre auf dem Shorttrack. 2009 und 2010 gewann Kyle Busch jeweils die Frühlingsausgaben, während Denny Hamlin immer das letzte Rennen vor dem Chase für sich entscheiden konnte. Kyle Busch steht in der Meisterschaft auf derzeit auf Platz 6, aber auch nur, weil er durch seinen frühen Ausfall in Talladega vier Ränge abgestürzt ist. Das zeigt, wo Denny Hamlin und Joey Logano stehen könnten, wenn denn nur die Qualität des Materials gezählt würde.

Teamintern überlegt man daher laut einen Crew-Chief-Tausch bei den beiden weniger erfolgreichen Wagen. Ich befürworte unterdessen den möglichen Wechsel von Greg Zipadelli an die #11 sowie von Mike Ford an die #20. Was bei Hendrick Motorsports so prima funktioniert hat, könnte bei Gibbs ebenso klappen. Manchmal braucht es nur eine kleine Luftveränderung, denn weder haben Hamlin und Logano das Fahren verlernt, noch sind Zipadelli und Ford auf den Kopf gefallen. „Zippy“ ist immerhin zweimaliger Meister mit Tony Stewart geworden! Was Joey Logano betrifft, so sollte zumindest ein Top10-Resultat am Wochenende drin sein, denn in der Nähe dieser Marke hielt sich der Youngster in allen seinen vier Richmond-Teilnahmen auf.

Apropos Hendrick Motorsports: Was das Team in Talladega abgezogen hat, war schon unglaublich. Aus den ersten vier Plätzen in der Qualifikation machten die Mannschaften von Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Dale Earnhardt Jr und Mark Martin nach 188 harten Restrictor-Plate-Runden ein internes Top8-Ergebnis. Zudem ist auch Richmond kein unbekanntes Pflaster für Jimmie Johnson, der 2007 und 2008 drei der vier Rennen dort gewinnen konnte. Dazwischen kam ihm 2008 nur Clint Bowyer, der dort seinen zweiten von vier Sprint-Cup-Siegen einfuhr.

Dale Earnhardt Jr befindet sich in der Form seines Lebens, denn mit einer durchschnittlichen Zielankunft von exakt Platz 10 stellt 2011 bisher seine beste Cup-Saison dar. Lediglich ein Sieg fehlt Junior noch zum großen Glück und dem Wiedergewinn seines Selbstvertrauens. Wie man in Richmond siegt weiß Earnhardt, schließlich gelang es ihm schon drei Mal. In der jüngsten Vergangenheit hinderten ihn allerdings einige Scharmützel mit Kyle Busch an einem weiteren Erfolg auf dem Shorttrack. Platz 3 in der Meisterschaft ist aber schon ein himmelweiter Unterschied zu den grottenschlechten letzten beiden Jahren! Junior ist auf einem guten Weg… Währenddessen geht es bei Jeff Gordon und Mark Martin weiterhin auf und ab, beide sind in Richmond in den vergangenen Saisons aber regelmäßig in die Top5 gefahren und könnten nun endlich nach vorne durchbrechen.

2008 siegte wie erwähnt einmal Clint Bowyer, der in diesem Jahr erst spät auf Touren kam. Nach anfangs sehr miesen Ergebnissen außerhalb der Top15, konnte er in den letzten vier Rennen in die Top10 vorstoßen und zuletzt sogar zwei zweite Ränge in Folge holen. Damit setzte er sich auf den zehnten und letzten festen Chase-Rang und wäre damit derzeit ebenso für die Playoffs qualifiziert, wie seine Teamkollegen Kevin Harvick (4.) und Überflieger Paul Menard (11.). Besonders Menard zeigt in dieser Saison was er wirklich kann, wenn er denn ordentliches Material zur Verfügung hat. Hier darf man weiterhin gespannt sein, denn auch dieser Mann fährt derzeit die mit Abstand beste Saison seiner Karriere. Die zweitbeste war letztes Jahr in Diensten von Richard Petty Motorsports, wo er nach langen Jahren bei DEI erstmals so richtig aufblitzen konnte.

Schlecht sieht es für Richard Childress Racing im Moment weiterhin bei Jeff Burton aus, der 2011 noch kein einziges Top10-Resultat ergattern konnte, zumindest fährt er seit Texas aber wieder regelmäßig in die Top20. Wenn Burton in diesem Jahr in den Chase will, dann muss die Leistung jetzt kommen! Richmond könnte ein guter Punkt sein, denn in den letzten sechs Rennen fuhr er dort drei Mal in die Top6. Die anderen Ergebnisse waren immer noch Top18s, was ja nun wirklich keine so schlechte Statistik ist.

So gar nicht einschätzen kann ich nach wie vor die Ford-Teams: Klar, in Texas sind sie eingeschlagen wie eine Bombe und auch in Talladega zeigten sie mehrfach gute Zeiten im Draft. Wie gut sie nun aber auf dem Shorttrack in Richmond klarkommen, kann ich absolut nicht beurteilen. Bisherige Ergebnisse dort lassen die Mannschaften von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports nicht gerade als Spezialisten dieser Disziplin dastehen, doch der Amerikaner schwört auf sein „Momentum“. Wenn Ford also am Wochenende stark auftreten sollte, dann sitzt Carl Edwards ganz sicher noch fester im „Kampf um die Meisterschaft“-Sattel als ohnehin schon! Edwards ist dazu noch der einzige Ford-Pilot, welcher in den letzten sechs Richmond-Ausgaben mehr als ein Top10-Ergebnis einfahren konnte – darunter ist auch ein fünfter Platz aus dem letztjährigen Frühjahrsrennen.

Weiterhin nicht zu unterschätzen sind Tony Stewart, Ryan Newman und Juan Pablo Montoya. Alle drei Piloten haben sich 2011 mit eher unauffälligen Top5- und Top10-Resultaten auf den Chase-Rängen festgesetzt. Die beiden Piloten von Stewart-Haas Racing schwächelten zuletzt ein wenig und müssen in Richmond nun wieder zu alter Stärke zurückfinden. Gerade für Newman ist der Shorttrack eine echte Lieblingsstrecke, denn Ergebnisse außerhalb der Top12 sucht man fast vergebens. Seit seinem Debüt 2002 passierte das nämlich nur vier Mal! Tony Stewart errang 2008 und 2009 als Ausreißer jeweils einen zweiten Rang und wird es schon schwerer haben. Montoya steigerte sich in seinen bisher acht Richmond-Rennen kontinuierlich und beendete drei der letzten vier Ausgaben in den Top10. Ein solches Ergebnis muss jetzt nach dem Ausfall in Talladega dringend wieder her, um Platz 9 in der Meisterschaft auszubauen oder mindestens zu halten.

Mein Dark-Horse ist in dieser Woche Marcos Ambrose, der zuletzt in Talladega etwas Pech hatte und auch in den Rennen davor mehr so „Hop oder Top“ unterwegs war. Entweder klappt es bei ihm mit einem Top5-Resultat oder er kommt jenseits von Platz 15 ins Ziel. Für Ambrose mag das ganz in Ordnung sein, doch waren 2011 50% seiner Rennergebnisse Totalausfälle. In Richmond zeigte der Australier in seinen bisher vier Auftritten aber, dass ihm die Strecke liegt und an diesem Wochenende mal wieder ein gutes Ergebnis drin sein könnte: Drei Top11s stehen aus diesen vier Rennen zu Buche, mit dabei sogar ein fünfter Platz aus der letzten Ausgabe.

Ein kurzes Wort noch zu den „Hinterbänklern“: Trevor Bayne und die Wood Brothers haben bekanntlich trotz des Sieges im Daytona 500 keine Sponsoren für eine komplette Saison an Land ziehen können. Da man schon die Paychecks für acht von ca. 20 Rennen eingelöst hat, holt das Traditionsteam mit der #21 nun die Realität langsam wieder ein. In den nächsten drei Rennen (Richmond, Darlington und Dover) verzichtet man daher auf eine Teilnahme, um beim All-Star-Rennen und dem Coca-Cola 600 wieder voll durchzustarten. Start-&-Park-Einsätze lehnen die Wood Brothers kategorisch ab, dafür möchte man sich nicht hergeben. Die Nutznießer dieser Situation sind vorerst die Mannen von TRG Motorsports, welche bei Abwesenheit der #21 in die Top35 vorrücken dürfen.

Besser traf es in dieser Woche Tommy Baldwin Racing: Golden Corral und Big Red kommen für einen Großteil der restlichen Saison an Bord des kleinen Teams mit der #36 und sichern Fahrer Dave Blaney damit volle Renneinsätze zu. Abschließend sind meiner Rechnung nach lediglich vier Rennen nach wie vor nicht bezahlt, was sicherlich zu verschmerzen sein dürfte. Die nächste Aufgabe ist es nun, von Platz 37 in die Top35 der Owner Points vorzustoßen, die derzeit elf Punkte vorweg liegen.

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups ist die Nationwide Series in Richmond vor Ort, während die Trucks eine etwas längere Frühlingspause bis zum Rennen in Dover einlegen. Außerdem ist die Nationwide Series dieses Mal ausnahmsweise auf SPEED zu sehen! Das Einschalten lohnt sich am Wochenende auf jeden Fall, denn besonders der Freitagabend ist mit fast zwölf Stunden NASCAR am Stück gut vollgepackt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 29.04.
15:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 16:30 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bubba Burger 250), SPEED

Samstag, 30.04.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Crown Royal presents the Matthew and Daniel Hansen 400), FOX

April 19 2011

06:21

NASCAR: Analyse Talladega April 2011

Wie erwartet wurde die Restrictor-Plate-Schlacht von Talladega eine mordsmäßige Lotterie, welche eigentlich jeder der 43 Starter hätte gewinnen können. Dabei wurde es jedoch keinesfalls langweilig, zumal das wahnsinnige Finish den engsten Zieleinlauf in der Geschichte der elektronischen Zeitmessung egalisierte, den Jimmie Johnson knapp für sich entschied.

Kurzfristige Four-Wides hatte man auf dem Talladega Superspeedway ja schon des Öfteren gesehen, doch noch nie im Endspurt um den Sieg. Acht Wagen, von denen sechs innerhalb von einer Zehntelsekunde einliefen, prügelten sich ohne Crash und jederzeit fair um den Einzug in die Victory-Lane. Dass es dabei nicht gekracht hat, war eigentlich ein Wunder. Zusammenhängen könnte es mit der neuen Praxis der Two-Car-Trains, die sich nun auch auf dem anderen Restrictor-Plate-Oval endgültig durchgesetzt hat. Denn zwar fahren die Wagen nun insgesamt enger zusammen, aber eben immer nur paarweise, was die Lücke im Feld für querschießende Wagen deutlich größer macht. Der gefürchtete Big-One blieb am Ende aus, doch trotzdem mussten einige Piloten verfrüht den Heimweg antreten. Nicht so Jimmie Johnson, der in Talladega sein erstes Saisonrennen 2011 gewann.

Dabei entpuppte sich das Rennen am Sonntag wie erwartet als riesige Lotterie mit der Chance 1 zu 43, bei der auch einige Rekorde egalisiert wurden. Die 88 Führungswechsel vom letzten Jahr zum Beispiel, doch die interessanteste Bestmarke ergab sich erst auf den letzten Metern oder besser gesagt Zentimetern. Im Schlusssprint Richtung Ziellinie konnte Jimmie Johnson sich mit einem Vorsprung von 16,8 cm gegen Clint Bowyer durchsetzen, geht man von einer Geschwindigkeit um die 190 mph aus! Das entspricht also gut 0,002 s bzw. zwei Tausendstelsekunden und das gab es seit der Einführung der elektronischen Zeitmessung im Mai 1993 erst ein weiteres Mal: 2003 beharkten sich Kurt Busch und Ricky Craven in Darlington ähnlich und Craven holte sich damals den Sieg ebenfalls mit einer Margin-of-Victory von 0,002 s. Wahrlich beeindruckende Zahlen und optisch sah das Ganze ebenfalls so aus. Bei YouTube gibt es die letzten beiden Runden noch einmal zu sehen:

Bis dahin war viel passiert, eigentlich zu viel, um es komplett zusammenzufassen. Deswegen beschränke ich mich mal auf die eigentlichen Game-Changer und einige weitere Statistiken: In Talladega war es wie beim ersten Tag auf der neuen Schule, jeder durfte mal nach vorne und sich präsentieren. Insgesamt 26 der 43 teilnehmenden Piloten gelangen in den Genuss wenigstens einer Führungsrunde, was einer Quote von sagenhaften 60% entspricht. Lässt man Joe Nemechek, Steve Park und Kevin Conway außen vor, die nur Start-&-Park-Einsätze absolvierten, dann liegt der Anteil sogar bei 65%! Die meisten Umläufe an der Spitze konnte sich Clint Bowyer (38) vor Dave Blaney (21), Kurt Busch (19), Jimmie Johnson (14) und Dale Earnhardt Jr (11) sichern. Alle weiteren Fahrer konnten nur weniger als zehn Führungsrunden ansammeln.

In dieser Statistik zeigt sich ausnahmsweise auch mal die Stärkeverteilung des Rennens ganz gut. Überrascht hat dabei vor allem Dave Blaney, schaut man sich aber die Herkunft seines Materials bei Tommy Baldwin Racing an, so ändert sich die Sachlage schnell – TBR ist ein Kundenteam von Richard Childress Racing, die auch am Sonntag wieder zeigten, dass der Sieg nur über Clint Bowyer und Kevin Harvick gehen würde. Harvick wiederum arbeitete bis kurz vor Schluss mit Blaney zusammen, entschied sich dann aber für seinen Teamkollegen, nachdem der eigentliche Partner von Bowyer – Jeff Burton – beim vorletzten Restart in Folge einer Konfusion im Feld verloren ging.

Dave Blaney bekam daraufhin zwar Unterstützung von Kurt Busch, was aber auch seinen Untergang bedeutete. Busch beförderte nämlich zunächst in der Mitte des Rennens seinen Penske-Kollegen Brad Keselowski in einen Dreher und drei Runden vor Schluss eben Dave Blaney. Schade ist das Ganze natürlich für die Underdogs von Tommy Baldwin Racing, welche im Kampf um die Top35 in der Owner-Wertung sicherlich noch ein paar gute Punkte gebrauchen könnten.

Insgesamt sechs Gelbphasen gab es übrigens in Talladega, wobei zwei durch Debris ausgelöst wurden. Das Rennen war dank der relativ gleichmäßig verteilten Gelbphasen stets in einem guten Fluss, vor allem in der ersten Hälfte ging es lange unter Grün zur Sache. Die größten Abflüge des Tages und damit die vier Unterbrechungen ereigneten sich folgendermaßen:

Caution #1 (Runde 28): Landon Cassill wurde bei einem Push umgedreht und räumte dabei auch Brian Vickers ab. Wenn ich es richtig gesehen habe, dann war ebenfalls Kurt Busch dafür verantwortlich, der somit drei Fahrer an einem Tag aus dem Rennen nahm. Bei den Two-Car-Trains in Talladega muss man sowas aber wohl als Rennunfall verbuchen, da schon ein geringer Anstoßwinkel ausreicht, um den Vordermann in einen Dreher zu schicken. Vickers war natürlich völlig unschuldig und wurde seitlich getroffen.

Dieses Szenario wiederholte sich mit anderen Beteiligten anschließend noch öfter, wobei die geringere Big-One-Gefahr bei den Tangos deutlich wurde, weil die Abstände der Gruppen einfach viel größer waren als sonst im riesigen Drafting-Feld. Wer allerdings bei einem Dreher keine Lücke erwischte, der räumte eben leider Vorder- oder Hintermann eines Two-Car-Drafts von der Seite ab. Das muss ein ziemlich unschönes Gefühl sein, da plötzlich und unerwartet einen ordentlichen Schlag abzubekommen.

Caution #2 (Runde 90): Die angesprochene Situation zwischen Kurt Busch und Brad Keselowski riss außerdem noch Kasey Kahne, Trevor Bayne und David Ragan mit ins Verderben. Vor allem Kahne wurde schwer getroffen und musste seinem brennenden Auto noch auf dem Weg in die Boxengasse entsteigen. Zwischenzeitlich war ich etwas besorgt, als die Flammen recht hoch schlugen und den Wagen in wirklich schwarzen Rauch einhüllten, dem Kahne doch arg spät entsprang. Später stellte sich noch heraus, dass gleichzeitig mit dem Dreher der Motor von David Ragan den Geist aufgab, was für zusätzliche Verwirrung unter den Piloten sorgte.

Caution #4 (Runde 140): Joey Logano drehte Kyle Busch um, der Matt Kenseth aus seinem Tandem riss. Außerdem bekam auch AJ Allmendinger etwas ab.

Caution #6 (Runde 174): Ryan Newman dreht sich auf der Gegengerade und verpasst dabei knapp die SAFER-Barrier an der Grenze zum Infield. Das war übrigens der zweite unglaubliche Save von Newman innerhalb von drei Runden. Beim ersten Vorfall stieß Ryan Newman noch mit Juan Pablo Montoya zusammen, der sein Rennen danach abhaken konnte. Wenige Runden später zerriss ihm dann ein platzender Reifen als Folgeschaden den kompletten vorderen rechten Kotflügel. Bis dahin war er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jamie McMurray doch recht gut unterwegs. Nach langem Aufenthalt am Ende des Feldes kämpften sich die beiden Earnhardt-Ganassi-Fahrer im Finale zur Front durch.

Ich denke, dass ich zum Finish jetzt nicht allzu viel erzählen muss, im Video oben kann man es ja doch recht gut nachvollziehen. Außerdem gibt es aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

Am nächsten Wochenende läutet der Sprint Cup bereits früh das zweite von nur drei Off-Weekends ein und macht eine kurze Osterpause, doch NASCAR-Racing wird es trotzdem geben: Nationwide Series und Trucks treffen sich in Nashville, um zwei von Sam Bass designte Gibson-Les-Paul-Gitarren abzustauben. Während die Trucks bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag um 2 Uhr fahren, geht die zweite Liga am Samstagabend zur besten Sendezeit um 21 Uhr auf die Strecke. Ich wünschen allen Lesern und Kollegen daher schon jetzt frohe Ostern und verweise auf die Vorschau zu Richmond in der nächsten Woche!

2011TalladegaApr_NSCS_Race_Bobby_Allison_and_Brad_Keselowski 226908 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jeff_Gordon_Jimmie_Johnson_Green_Flag 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Hendrick_Motorsports_starts_and_leads_Talladega 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Clint_Bowyer_and_Michael_Waltrip 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Brian_Vickers_Spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_and_Dale_Earnhardt_Jr_Pit 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Kyle_Busch_spins 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Mark_Martin_and_Jeff_Gordon_drafting 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_final_lap_pass 226882 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Four_wide_finish_Jimmie_Johnson_wins 226857 2011TalladegaApr_NSCS_Race_Jimmie_Johnson_victory_lane

April 12 2011

06:19

NASCAR: Analyse Texas April 2011

Wieder einer aus der Kategorie „Das war ja wohl nichts!“… Wer in der Hoffnung auf Action unter dem Scheinwerferlicht lange wach geblieben ist, der wird am Ende wohl seinen Schlaf zurückverlangt haben. Einzig Roush-Fenway Racing dürfte nach diesem Rennen zum Feiern zumute gewesen sein, denn Matt Kenseth beendete in Texas eine lange sieglose Serie.

Ganze fünf Gelbphasen unterbrachen die 334 Runden auf dem Texas Motor Speedway in der Nacht von Samstag auf Sonntag vereinzelt und sorgten dafür, dass sich das Feld nicht noch weiter auseinanderzog. Am Ende befanden sich nur noch zwölf Autos in der Führungsrunde und Matt Kenseth gewann das Rennen, welches er etwa zur Hälfte an vorderster Front verbrachte. Das einzig Schöne ist ja, dass ich mit meinem Dark-Horse-Tipp vor dem Wochenende gar nicht so falsch lag. Zu gut sah die Texas-Statistik von Kenseth aus, um ihn letztendlich zu ignorieren.

Ganz allgemein gesehen machte die gesamte Ford-Truppe von Roush-Fenway Racing gewaltig auf sich aufmerksam. Nach Bestzeiten von David Ragan und Carl Edwards in den Freien Trainings und der Qualifikation wusste die Konkurrenz, was die Stunde für das Hauptrennen geschlagen hatte: Alle vier Piloten brachte man schlussendlich in die Top7, während viele andere Teams so ihre liebe Mühe hatten. Insgesamt kann man Texas durch die langen Grünphasen wohl als Strategie-Rennen bezeichnen, indem gegen Ende auch der Benzinverbrauch eine Rolle spielen sollte. Das fing aber auch schon recht früh an:

Nach einer zeitigen Caution in Runde 10 spielten die beiden Piloten von Penske Racing als erste mit der Strategie und setzten sich mit nur zwei neuen Reifen (Brad Keselowski) bzw. gänzlich ohne Boxenstopp (Kurt Busch) an die Spitze des Feldes. Erstaunlicherweise konnten sich die beiden Fahrer auch bis Umlauf 45 in Vorausfahrt halten, doch dann war auch schon Matt Kenseth zur Stelle, um mit neuerem Material die Führung zu übernehmen. Gleich danach kam es zu Gelbphase #2, was Zeit und Raum für weitere Boxenstopps öffnete. Den Restart führte Kenseth ebenfalls an, wurde jedoch sofort vom Teamkollegen Greg Biffle geschnappt. Dessen Reise in die Nacht war allerdings nach wenigen Runden beendet, als Kenseth erneut die Führung übernahm und seinerseits einen einsamen Ritt anstrebte.

Während der nun folgenden längsten Grünphase in Texas seit fünf Jahren (bis zu diesem Zeitpunkt) sammelte Matt Kenseth in etwas mehr als 60 Runden auch über die Green-Flag-Pitstops hinweg ein Führungspolster von vier Sekunden an, bevor Ken Schrader die dritte Caution auslöste. Während der Boxenstopps, zu denen so ziemlich alle Piloten trotz gerade mal zehn Runden auf den neuen Reifen antraten, packte das Penske Doppelpack wieder einen Strategiezug mit nur zwei Gummis aus. Dieses Mal ging das Wagnis allerdings nicht auf, weil mit 90 Runden unter Grün der nächste Rekord geknackt wurde und man natürlich mit halbem Grip keinen ganzen Fuel-Run an der Spitze des Feldes verbleiben konnte! Also wieder Führung Kenseth…

Nach der zweiten Serie von Boxenstopps unter grüner Flagge hatte die NASCAR dann Erbarmen und warf die gelbe als Trümmerteil auf die Strecke hinterher; im übertragenden Sinne natürlich, schließlich konnte ich kein Debris erkennen. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich zu diesem Zeitpunkt vor lauter Langeweile und Müdigkeit schon zwei Mal fast mit dem Kopf auf der Laptop-Tastatur aufgeschlagen bin. Direkt nach dem Restart – wieder unter Kenseths Führung, jedoch nur bis in Turn 3, wo Clint Bowyer übernahm – krachte es dann richtig: In Folge eines Rückstaus musste Martin Truex Jr vom Gas gehen und wurde daraufhin von Kevin Harvick umgedreht. Dabei räumte er zunächst Mark Martin (der wirklich völlig unvorbereitet mitten in der Rauchwolke hart getroffen wurde) und dann auch noch Regan Smith ab.

Für alle drei Piloten, die das Rennen daraufhin beenden mussten, war dies sicherlich ein herber Rückschlag. Mark Martin und Truex hätten dringend ein Top10-Resultat gebraucht, um nicht zu viele Positionen auf die Chase-Ränge zu verlieren, während Smith seiner erneut guten Qualifying-Leistung sicherlich gerne ein solches Ergebnis hinzugefügt hätte.

Doch wie erwähnt war nun Clint Bowyer am Zug, der unter nächtlichen Bedingungen als einziger direkter Konkurrent zu Kenseth auf den Plan trat. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Schlussphase des Rennens, welche über die letzten ca. 120 Runden gehen sollte: Einige Fahrer hatten direkt nach den letzten Green-Flag-Pitstops noch einmal die Boxengasse angesteuert (in Gelbphase #4). In der berechtigten Hoffnung, dass das Rennen bis zum Ende unter Grün laufen würde, versuchten diese Piloten, diese letzten Runden mit nur einem weiteren Tankstopp zu absolvieren. Tony Stewart kam als einziger richtig nah dran und schaffte einen Run von gut 60 Umläufen, bevor er sich neu besohlt und betankt an die letzten Meilen machte. Seine Strategie mit Potenzial ging allerdings sofort in Rauch auf, weil Smoke zu schnell in der Boxengasse erwischt wurde. Er entschuldigte sich auch prompt bei seiner Mannschaft.

Dabei hatte Tony Stewart schon zu Anfang des Rennens zu kämpfen, als er sich in Gelbphase #1 die Frontschürze bei einem Gerangel in der Boxengasse beschädigt hatte. Auf der Aerodynamik-Strecke Texas bekam das Team den Kotflügel aber wieder vernünftig hingebogen – Vorschlaghammer und Panzertape sei Dank! Insgesamt betrachtet kam es während der Nachtfahrt aber recht häufig zu solchen Feindberührungen, was unter anderem auch David Reutimann oder Joey Logano zu spüren bekamen. Logano hatte wieder Pech und kam nur auf Platz 24 ins Ziel, dabei waren einige Probleme dieses Mal sicherlich vermeidbar: Beim Boxenstopp während Caution #2 arbeiteten zu viele Mechaniker am Toyota mit der #20! Achso: Tony Stewart ging dann trotzdem noch in der letzten Runde der Sprit aus…

Zurück zum letzten langen Green-Flag-Run, der übrigens den letzten Rekord für eine durchgehende Grünphase in Texas setzte. Wie viele Jahre man auf so kontinuierliche Rennaction verzichten musste/durfte, ist mir allerdings nicht bekannt. An Spannung brachte diese Periode allerdings außer dem Stewart-Drama nichts hervor, denn um die letzten Boxenstopps unter grüner Flagge herum holte sich auch Matt Kenseth die Führung vom einzigen Konkurrenten Clint Bowyer zurück. Der Ritt in die Victory Lane war damit sicher und auch sonst passierte nichts mehr.

Dieses Wochenende inklusive dem Sieg von Matt Kenseth war natürlich gerade für Roush-Fenway Racing eine absolute Genugtuung. Nach einer sehr langen Durststrecke folgten zunächst die guten Resultate von Carl Edwards, bevor nun auch der Rest des Teams ordentlich Fahrtwind bekam. Sogar David Ragan konnte einen seiner wenigen lichten Momente anbringen und holte sich nicht nur die Pole-Position im Qualifying, sondern auch ein Top10-Resultat im Rennen. Diese Leistung zeigt vor allen Dingen eines, nämlich dass die Roush-Truppe wieder ganz vorne ankommen ist und in diesem Jahr beim Kampf um die Meisterschaft nicht unberücksichtigt bleiben darf!

Besonders hervorheben muss man aber neben dem fabelhaften Rennen von Kenseth die 334 Runden von Carl Edwards. Als ich folgenden Satz im Lap-by-Lap-Ticker las, war ich mir sicher, dass er nun wirklich keinen Spaß gehabt haben dürfte: „Lap 140 — Without getting too graphic, I’ll just say Carl Edwards’ stomach problems have become a more physical issue.“ Ich hoffe nur, dass er nicht in bester Tradition eines Johnny Herbert ins Auto gemacht hat…

Im Gegensatz dazu musste Hendrick Motorsports am Wochenende ordentlich Lehrgeld zahlen. Während Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. zwar mit viel Mühe und Not noch völlig unauffällig die Top10 erreichten, ging Jeff Gordon jenseits der Top20 komplett unter. Mark Martin war ja in den etwas heftigeren Unfall des Tages verwickelt gewesen.

Überzeugt haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch Paul Menard und Marcos Ambrose, welche tolle Top6-Resultate holten. Hinter ihren Erwartungen blieben sicherlich wieder Jamie McMurray und nach zuletzt guten Leistungen auch Kevin Harvick und Kasey Kahne; alle am Ende der Top20 herum. Bei einigen schlechten und auch guten Resultaten muss ich aber noch auf den Umstand der wenigen gelben Flaggen hinweisen. Wer einmal aus der Führungsrunde verschwunden war, der hatte Mühe, sich wieder nach vorne durchzukämpfen. Zudem war auch an unterschiedlichen Strategien nicht viel möglich, um z.B. einen Wave-Around oder Lucky-Dog zu kassieren. Gleiches gilt für die Top12-Fahrer, welche so weit vorne natürlich seltener in Gefahr liefen, überrundet zu werden.

Alles in allem war Texas kein Klassiker und wusste auch nicht wirklich zu unterhalten. Aber man ist halt doch Fan, wenn man sowas tapfer bis fünf Uhr morgens erträgt. In der nächsten Woche geht es wieder auf einen Superspeedway, wenn in Talladega Restrictor-Plate-Action auf dem Programm steht. Gespannt bin ich vor allem, ob der Asphalt in Dega noch saftig genug ist, um auch dort die Two-Car-Trains zu ermöglichen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung.

Texas Motor Speedway Samsung Mobile 500 - Day 5 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500 Samsung Mobile 500

April 08 2011

06:15

NASCAR: Vorschau Texas April 2011

An diesem Wochenende steht auf dem Texas Motor Speedway eine Premiere in doppelter Hinsicht an, denn der siebte Saisonlauf von Samstag auf Sonntag ist nicht nur das erste Nachtrennen 2011 um Meisterschaftspunkte, sondern auch das erste NASCAR-Nachtrennen in Texas überhaupt.

Der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Die Nationwide Series ist in Texas wieder mit von der Partie, dafür pausieren jetzt die Trucks.

Ausstrahlungsdaten

Für die Nationwide Series gab es am gestrigen Donnerstag schon zwei erste Practice-Sessions, sehr wahrscheinlich wegen des neuen Autos, das man in dieser Saison erstmals Vollzeit einsetzt. Der Sprint Cup absolvierte ebenfalls gestern Abend das erste Training, die Ergebnisse kann man a

February 24 2011

16:18

NASCAR: Vorschau Phoenix Februar 2011

Nach dem Ende der Speedweeks in Daytona hat die neue NASCAR-Saison nun endgültig begonnen und dabei gibt es gleich eine Neuerung: 2011 geht es nach dem Daytona 500 zwar auch weit in Richtung Westen, dieses Mal allerdings nach Phoenix anstatt nach Fontana.

Nach einer Änderung des Rennkalenders für 2011 erfolgt die Rückkehr auf den Phoenix International Raceway schneller als in den vergangenen Jahren, zumal auf dem 1-Meilen-Oval ja gerade erst beim zweitletzten Chase-Rennen gefahren wurde. Im November 2010 siegte dort Carl Edwards, der damit Jimmie Johnsons langjährige Dominanz in Form von drei Herbst-Siegen in Folge brechen konnte. Gleichzeitig war es auch eine Vorentscheidung in der Meisterschaft, da Denny Hamlin erneut wichtige Punkte auf Johnson verlor. Edwards‘ Erfolg war der erste nicht-Chevrolet-Sieg seit 2003, doch eigentlich ist es nur eine Ford-Renaissance, denn der Hersteller mit dem blauen Oval war damals in Phoenix ähnlich bestimmend wie Chevy heute.

In diesem Jahr ist das erste Phoenix-Rennen der Saison kein Nachtrennen mehr, da Ryan Newman für den Gewinn der 2010er Ausgabe knapp vier Stunden benötigte. Diese Renndauer war das Ergebnis der einheitlichen Startzeiten, was für eine Vorverlegung des Rennbeginns um ca. 1,5 Stunden sorgte. Da das Nachtrennen damit nicht mehr in der Dunkelheit geendet hätte, verlängerte NASCAR die Distanz von 500 auf 600km. 2011 besinnt man sich wieder auf die bisher übliche Länge und trägt das Frühjahrs-Rennen als Folge dessen erstmals am Tage aus. Phoenix ist nach dem bump drafting und den two-car trains auf dem Superspeedway von Daytona wieder ein normales Rennen, bei dem nun wohl auch eine aktuelle Kräfteverteilung unter konventionellen Bedingungen für die neue Saison zu erkennen sein wird.

Die korrekte Einschätzung dieser Kräfteverteilung dürfte sich zum Anfang der Saison noch recht schwierig gestalten, zumal während der Winterpause natürlich alle Teams massiv an der Verbesserung ihrer Leistung gearbeitet haben. Da das letzte Phoenix-Rennen gerade mal drei Meisterschaftsläufe zurückliegt, verlinke ich an dieser Stelle deshalb auf meine letzte Vorschau für die Chase-Ausgabe des Rennens, da bloßes Abschreiben in letzter Zeit keinen sonderlich guten Ruf genießt. Dazu kommt hier noch die Ergebnisliste des besagten Playoff-Events, damit man sich einen Überblick zu den jüngsten Entwicklungen verschaffen kann. Kurz gesagt: Auch bei diesem Rennen habe ich die Chevrolet-Teams, allen voran Hendrick Motorsports, ganz vorne auf meiner Liste. Zusätzlich muss man sehen, wie gut Roush-Fenway Racing seinen Schwung über die Winterpause retten konnte. Das Daytona 500 war ja eine positive Rückmeldung diesbezüglich.

45 Teams haben für das zweite Saisonrennen gemeldet, darunter auch der Daytona-Sieger Trevor Bayne mit den Wood Brothers. Bayne (oder auch Jack Roush) hat im Übrigen eine Entscheidung bezüglich der Punktevergabe getroffen und wird seine Zähler in dieser Saison in der Nationwide Series holen. Sein Cup-Kalender wurde in Folge seiner Fahrt in die victory lane aber bereits auf 18 Rennen aufgestockt, weitere Einsätze könnten folgen.

Bei Brian Keselowski ist ein Phoenix-Start übrigens nach wie vor ungewiss, da das beschädigte Daytona-Chassis das einzige im Besitz des Teams ist und derzeit noch wiederhergerichtet wird. Die Verschuldung des älteren Keselowski-Bruders, der mit seinem eigenen Geld wohl etwas mehr Vertrauen in sein Talent hatte als ratenswert war, konnte mittlerweile aber ausgeglichen werden. Laut eigener Aussage sei er nach dem satten Daytona-Paycheck über 273.663 US-Dollar nun wieder „back to zero“. Momentan geht man bei K-Automotive Motorsports eher von einem Auftritt beim vierten Saisonrennen in Bristol aus.

Außerdem hat sich noch etwas in der Owner-Wertung für die ersten fünf Saisonrennen getan: Weil Rusty Wallace Racing seine #77 mit Sohn Steve nicht an den Start bringt, rückt die #37 von Front Row Motorsports mit Tony Raines am Steuer nach. Das champion’s provisional geht unterdessen an Bill Elliott in der #09 von Phoenix Racing, weil kein aktuellerer ehemaliger Champion für ein start & park-Team antritt.

Die Qualifikation ist in diesem Jahr erst am Samstag. Der Phoenix International Raceway geht damit denselben Weg wie viele andere Strecken in dieser Saison, um die Ticketbesitzer nicht zu benachteiligen, welche u.a. wegen ihrer Arbeit erst am Samstag zur Strecke kommen können. Damit wird einerseits das Qualifying aufgewertet, andererseits gibt es am Samstag allerdings keine Cup-Practice-Sessions mehr. Der gesamte Trainingsbetrieb findet somit am Freitag statt. Für die Teams ergibt sich daher quasi eine eingeschränkte Impound-Situation ähnlich wie in der Nationwide Series. Man darf zwar auch noch nach der Qualifikation an den Wagen arbeiten, es gibt dann aber bis zum eigentlichen Rennen keinen Fahrbetrieb mehr. Für die go-or-go homer bedeutet das unterdessen mehr Streckenzeit und bessere Vorbereitungsmöglichkeiten auf das für sie so wichtige Einzelzeitfahren. Für die Teams innerhalb der Top35 dürfte sich dagegen kaum etwas verändern.

Als neue Besonderheit werden an diesem Wochenende erstmals die neuen Regeln der NASCAR in Bezug auf die Qualifikation angewandt. Die umgekehrte Reihenfolge der letzten Practice-Session bestimmt dann die Startreihenfolge im Einzelzeitfahren. Damit möchte man die Entscheidung über die Pole-Position möglichst ins Finale der Qualifikation verlegen. Ein Problem könnten an dieser Stelle die tageszeitbedingt wechselnden Streckenverhältnisse darstellen:

Morgens und abends ist die Strecke natürlich wegen der geringeren Sonneneinstrahlung kühler und bietet daher mehr Grip als um die Mittagszeit. Auf Ovalen mit einem früheren Start des Qualifyings möchte man daher gerne möglichst früh auf die Strecke gehen, bevor der Asphalt zu heiß wird. Deshalb könnte es in Zukunft in einem solchen Fall dazu kommen, dass sich die schnellsten Teams im Freien Training sehr zurückhalten werden, damit sie am Ende der Zeitenliste befindlich einen frühen Startplatz für das Einzelzeitfahren zugeteilt bekommen. Auf Strecken mit einem Qualifying am Abend, so wie in Phoenix an diesem Wochenende, bleibt die Taktik dagegen unverändert.

Dazu kommt nach aktueller Vorhersage eventuell Regen, zumindest aber wird die Temperatur von den Freien Trainings bis zum Rennen um mindestens 10°C abstürzen. Sollte das Qualifying also ausfallen, wird die Startaufstellung analog der Zeitenliste der letzten gefahrenen Practice-Session sein. Fallen alle Trainingssitzungen dem Wettergott zum Opfer, kommt die altbekannte Owner-Wertung zum Einsatz. Noch nicht geklärt ist übrigens der Fall, wie verfahren wird, wenn mehrere Teams aufgrund des neuen Punktesystems noch keine aktuellen Owner-Punkte besitzen. An diesem Wochenende beträfe das die für Daytona nicht qualifizierten Teams #13, #60, #66 und #64, welche hinter #09, #32, #36, #87, #92 und #46 die zwei verbleibenden Startplätze mittels eines tie-breakers unter sich ausmachen müssten. Ich vermute, dass hier die letztjährige Owner-Wertung zum Einsatz kommen wird.

Die Media-Seite der NASCAR hat die aktuellen Meisterschaftsstände noch nicht als Grafik aufbereitet. Ich weiß nicht, ob dieser Service auch in Zukunft angeboten wird, deshalb hier vorerst die Links zu den aktuellen Ständen in Fahrer- und Owner-Wertung.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 25.02.
17:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 150), SPEED

Samstag, 26.02.
20:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bashas’ Supermarkets 200), ESPN2

Sonntag, 27.02.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Subway Fresh Fit 500), FOX

February 22 2011

14:51

NASCAR: Analyse Daytona 500 2011

Die Ausgabe Nummer 53 des legendären Daytona 500 ist Geschichte und stellte gleich zu Saisonbeginn einige Rekorde auf. Beim größten Rennen des Jahres gewann allerdings kein Favorit sondern ein nahezu unbeschriebenes Blatt, weil RCR und Hendrick patzten.

Mit Trevor Bayne gewann am Sonntag ein gerade mal 20-jähriger das Daytona 500 für das Traditionsteam der Wood Brothers und schrieb damit eine wahre Cinderella-Story. Außerdem verbesserte er die Bestmarke des jüngsten Daytona-500-Siegers von Jeff Gordon (1997 mit 25) um ganze fünf Jahre. Für die Wood Brothers ist es der erste Sieg seit knapp zehn Jahren (Elliott Sadler 2001 in Bristol) und eine gute Chance, in diesem Jahr mit einigen zusätzlichen Sponsoren eventuell wieder Vollzeit zurückzukehren. Die 1,5 Millionen US-Dollar Preisgeld dürften eine weitere willkommene Stütze darstellen.

Der Sieg im Daytona 500 war absolut verdient, denn wenn man sich das Siegerauto einmal genauer angeschaut hat, stellt man verblüfft das Fehlen größerer Kampfspuren fest. Bayne hat sich schadlos gehalten und genau das ist die beste Taktik, um ein restrictor plate-Rennen zu gewinnen – natürlich gehört auch immer ein wenig Glück dazu. Eine kleine Sensation, wenn auch nicht direkt der Gewinn des größten Rennens des Jahres, hatte sich ja schon während der Speedweeks angekündigt, als Jeff Gordon voller Lob für den Youngster war und ihn zu seinem Drafting-Partner beim Gatorade Duel auserwählte. Trevor Bayne klaute Gordon allerdings nicht nur seinen Rekord, sondern stellte auch gleich mal ein paar neue auf: Er ist nämlich der einzige Rookie, der jemals ein Daytona 500 gewinnen konnte. Zusätzlich bedeutet das auch, dass Bayne außer Lee Petty im Eröffnungsjahr 1959 auch der einzige Fahrer ist, der das Daytona 500 bei seinem allerersten Startversuch in Daytona gewonnen hat. Außerdem war dieses Rennen erst sein zweites Cup-Rennen überhaupt!

Da Trevor Bayne eigentlich direkt bei Jack Roush unter Vertrag steht und „nur“ zum Sammeln von Erfahrung in die #21 gesetzt wurde, könnte sich vielleicht schon im nächsten Jahr etwas in Richtung Mutterteam bewegen. David Ragan z.B. sitzt bei Roush-Fenway Racing ja nicht unbedingt sehr fest im Sattel. Außerdem laufen die Verträge von Carl Edwards und Greg Biffle zum Saisonende aus und Richard Petty Motorsports kündigte vor kurzem an, dass man 2012 gerne auf drei Wagen erweitern möchte – am liebsten mit Danica Patrick oder eben auch Edwards.

Eine weitere Überraschung am Sonntag war das schlechte Abschneiden von Chevrolet, denn immerhin galten bisher die Triebwerke von Earnhardt-Childress Racing Technologies sowie Hendrick Motorsports besonders auf den Superspeedways als Klassenprimus. Bei Richard Childress Racing lösten sich gleich zwei Motoren in Rauch auf, nämlich die von Kevin Harvick (42./erster Motorschaden seit 2006) und Jeff Burton (36.). Für Clint Bowyer (17.) reicht es nach einer guten Anfangsphase zum Schluss ohne den gewohnten Drafting-Partner Burton nur zu einer Platzierung außerhalb der Top15, während RCR-Neuzugang Paul Menard (9.) ähnlich stark wie 2010 mit einem Top10-Ergebnis in die Saison starten konnte.

Earnhardt-Ganassi Racing hatte auch zu kämpfen, als Jamie McMurray (18.) gegen Rennende nur noch auf sieben Zylindern unterwegs war und Juan Pablo Montoya (6.) nicht mehr ausreichend unterstützen konnte. Zuvor ließ sich McMurray sogar einmal ans Ende des Feldes zurückfallen, nachdem sein Teamkollege den Draft verloren hatte. Mit Kurt Busch im Tandem gelang Montoya im Schlusssprint zwar noch einmal der Anschluss an die Spitzengruppe, weil die beiden Fahrzeuge aber nicht 100%ig aneinander klebten, musste der Kolumbianer sich mit einem sehr guten Punktetag zufrieden geben. Montoya hatte beim Daytona 500 das gesamte Glück auf einmal, welches ihm 2010 fehlte: Außer einem Dreher überstand er auch zwei größere Unfälle unversehrt, bei denen die abfliegenden Wagen nur knapp an seiner #42 vorbeirauschten.

Bei Hendrick Motorsports lösten sich nicht die Motoren auf, dafür aber im ersten big one des Tages die Autos. Nach umfangreichen Reparaturen war für Jimmie Johnson (27.) und Jeff Gordon (28.) nur noch Schadensbegrenzung angesagt. Mark Martin (10.) war ebenfalls in diese Situation verwickelt, baute nach seiner Reparaturphase aber per Lucky Dog insgesamt drei Runden Rückstand wieder ab und fuhr am Ende in die Top10. Dale Earnhardt Jr. (24.), der das Rennen von hinten angehen musste, lag während der ersten von insgesamt zwei Green-White-Checkered-Verlängerungen noch in Schlagdistanz zur Spitze, wurde dann aber im dritten und letzten big one unverschuldet abgeräumt, als Robby Gordon nach einem wilden Slide etwas zu früh wieder in das Feld einscheren wollte.

Ebenfalls lange Zeit eine Siegchance hatte Regan Smith (7.), der dann die erste Verlängerung auslöste, weil Kurt Busch ihn im two-car tango ausversehen umdrehte. Trotzdem konnte er für das kleine Team aus Denver, Colorado noch ein Super-Ergebnis holen. Weitere Vertreter der Chevy-Flotte waren Tony Stewart (13.) und Ryan Newman (22.): Während Newman sich den Bonuspunkt für die meisten Führungsrunden abholte und insgesamt neun Mal in Front des Feldes auftauchte, blieb sein Teamchef Stewart, der Nationwide-Sieger des Vortages, ohne Führungsrunde farblos. Für Newman endete der Tag im eben angesprochenen zweiten big one zur ersten Verlängerung.

Statt Chevy sicherte sich Ford die Top3 in Daytona, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Hinter dem Sieger Trevor Bayne platzierte sich Carl Edwards und räumte damit immerhin ein Preisgeld von 1,1 Millionen US-Dollar für Roush-Fenway Racing ab. Ebenfalls gut unterwegs war in der Schlussphase ausgerechnet sein Teamkollege David Ragan (14.), der aber eine bessere Platzierung verpasste, weil NASCAR ihn in Führung liegend ans Ende des Feldes zurück schickte. Der Grund war ein Regelverstoß beim Restart, als Ragan vor dem Überqueren der Ziellinie die Spur wechselte, um seinen Partner Bayne zum two-car draft einzufangen.

Für die anderen beiden Roush-Fahrer Matt Kenseth (34.) und Greg Biffle (35.) endete der Tag wenig erfolgreich. Während Kenseth bei dem Unternehmen, wieder in die Führungsrunde zu gelangen, ausgerechnet vom Teamkollegen Biffle abgeräumt wurde, war dessen Rennen eigentlich schon beim ersten big one in Runde 29 gelaufen. Später nahm Montoya Biffle dann endgültig aus dem Rennen, was dem Ford-Piloten sichtlich sauer aufstieß.

Bei Richard Petty Motorsports war das Daytona 500 ebenfalls zweigeteilt, was den Erfolg der Fahrer betrifft. Marcos Ambrose (37.) blieb wie so viele weitere Piloten im ersten big one hängen. Sein Teamkollege AJ Allmendinger (11.) war konstant vorne mit dabei und verpasste nur knapp die Top10. Eine weitere Überraschung bot der dritte Platz von David Gilliland im technisch eigentlich eher unterentwickelten Ford mit der #34 von Front Row Motorsports. Weniger Glück hatte sein Teamkollege Travis Kvapil (32.), der sich zunächst für das Daytona 500 qualifizieren musste, dann im Rennen aber insgesamt drei Gelbphasen auslöste – alle Achtung! Der Dritte im Bunde des Teams, Robert Richardson Jr. (38.), setzte sein Auto in Runde 47 während eines Paarflugs mit Dave Blaney in die Mauer.

Terry Labonte (15.) im Außenseiter-Ford von Frank Stoddards FAS Lane Racing mit der #32, der nur dank seines champion’s provisional am Rennen teilnehmen durfte, landete überraschend weit vorne.

Das knapp vertretene Dodge-Lager verteilte sich kreuz und quer durchs Feld: Während Kurt Busch (5.) für Penske Racing ein Top5-Resultat einfuhr, landete Teamkollege Brad Keselowski (29.) in Runde 167 in der Mauer. Dessen Bruder Brian Keselowski (41.), der mit viel Hilfe und fremdem Schwung von der Sippschaft ins Daytona 500 gepusht wurde, musste schon beim ersten big one die Segel streichen. Ziemlich schade, bedenkt man, dass die Unterstützung für das kleine Team in der Garage enorm war: So bezahlte Ray Evernham die Reifenrechnung, während Roger Penske eines seiner Triebwerke zur Verfügung stellte. Immerhin dürften die ca. 273.000 US-Dollar Preisgeld versöhnlich stimmen. Dodge-Neuzugang/Rückkehrer Robby Gordon (16.) beendete ein turbulentes Rennen mit ein paar Streifschüssen noch recht ordentlich.

Der Vollständigkeit sei hier noch Steve Wallace (20.) erwähnt, der zwar einen Toyota in die Top20 fuhr, aber mit den Owner-Punkten von Penske Racing fest für das Daytona 500 qualifiziert war. Platz 20 ist sicherlich ein zufriedenstellendes Ergebnis für das erste Cup-Rennen.

Das beste Ergebnis für Toyota fuhr überraschenderweise Bobby Labonte (4.) ein, der auch selbst eine Siegchance hatte, bevor sich sein Vordermann Trevor Bayne erfolgreich ausgangs Turn 4 von ihm absetzte. Die Nummer Zwei des Herstellers sollte am Ende Kyle Busch (8.) sein, dem alle Siegchancen durch einen kaputten Reifen während des zweiten big ones kurz vor Ende der regulären Distanz abhanden kamen. Seine Teamkollegen bei Joe Gibbs Racing erwischte es aber noch schlechter: Denny Hamlin (21.) war wie oben erwähnt mit Ryan Newman in denselben big one verwickelt und Joey Logano (23.) blieb nach einer starken Anfangsphase im Tandem mit Kyle Busch am Ende farblos.

Bei Michael Waltrip Racing war im Daytona 500 schon nach wenigen Runden das Chaos perfekt, als Teamchef Michael Waltrip (40.) seinen Fahrer David Reutimann (30.) in Umlauf 29 von der Strecke schob und damit den ersten big one auslöste. Bereits zuvor machte sich der emotionale Sieger des Truck-Rennens am Freitag etwas unbeliebt, als er in Runde 5 schon etwas zu aggressiv Kyle Busch von der Strecke räumte. Martin Truex Jr. (19.) lag zwar acht Mal für insgesamt 17 Runden in Führung, musste sich aber beim letzten big one in der ersten Verlängerung geschlagen geben und blieb noch am Ende der Führungsrunde in den Top20.

Ebenfalls kein gutes Daytona 500 erlebte Red Bull Racing, wo sich zunächst im ersten Rennviertel der Motor von Brian Vickers (31.) einfach abschaltete, bevor Kasey Kahne (25.) nach einer sehr guten Anfangsphase nur 18 Runden vor dem regulären Ende mit einem Reifenplatzer ausschied.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden.

Ich habe mich in dieser Analyse bewusst gegen eine Zusammenfassung des Rennens und für eine Einzelanalyse der Fahrer entschieden, weil das Daytona 500 unübersichtlich und in vielerlei weiterer Hinsicht Rekorde brechend war: Die 16 (Rekord) Gelbphasen unterbrachen das mit 3 Stunden, 59 Minuten und 24 Sekunden zweitlängste (nach reiner Rennzeit, also mit Ausnahme der langen roten Flagge während des letztjährigen Schlaglochrennens) Daytona 500 der Geschichte, wobei es zu insgesamt drei big ones kam. Während der Phasen unter grüner Flagge wechselte die Führung 74 Mal (Rekord) unter 22 Fahrern (ebenfalls Rekord). Eine Berichterstattung im konventionellen Sinne wäre also wohl ziemlich unübersichtlich geworden.

Nichtsdestotrotz war das 53. Daytona 500 am Sonntag ein spannendes Rennen und auch die two-car tangos haben dem Sport nicht so sehr geschadet, wie anfangs noch erwartet – zu den Hintergründen habe ich in den beiden Speedweeks-Updates ja schon einiges geschrieben, deswegen spare ich mir hier mal größeres Ausschweifen. Hinter einigen Ausbrechern befand sich nämlich auch weiterhin ein großes Drafting-Feld, welches allerdings viel Zeit auf die two-car breakaways liegen lassen musste. Die Schlussphase mit den beiden big ones und den Verlängerungen war äußerst actionreich und ließ viele Fahrer aus der Entscheidung und in die Entscheidung aus- bzw. einsteigen. So glaubte man sogar bei Montoya noch wenige Sekunden an einen Sieg, bis der Drafting-Kontakt zu Kurt Busch abriss. Der Sieger Trevor Bayne sah sich aber zu keiner Zeit ernsthaft in Gefahr, er meisterte die Schlussphase souverän wie einer der ganz großen NASCAR-Asse – Herzlichen Glückwunsch!

Dazu wegen der möglicherweise unklaren Situation um Trevor Bayne hier noch ein paar Anmerkungen: Der Rookie ist 2011 für die Nationwide Series gemeldet und hat auf dem Anmeldeformular sein Kreuzchen an der entsprechenden Stelle gemacht. Damit ist er weder dazu berechtigt, im Sprint Cup Punkte zu sammeln, noch am „Rookie of the Year“-Wettbewerb teilzunehmen. Allerdings gibt es eine Ausnahmeregel: Bayne könnte auf Wunsch nachträglich in den Cup aufsteigen und sich dort Punkte verdienen, seine theoretischen Zähler für den Sieg beim Daytona 500 wären aber trotzdem verloren. Die Punkte würden also erst ab der Ummeldung gezählt.

Um durch seinen Daytona-Erfolg mit der neuen Chase-Regel in die Meisterschaftsentscheidung aufzusteigen, müsste er aber ohnehin nach 26 Rennen in den Top20 der Fahrerwertung stehen und das dürfte mit seinem 17-Rennen-Plan ziemlich unmöglich werden. Außerdem ist natürlich nicht sicher, ob ein einziger Sieg überhaupt für eine Qualifikation auf die beiden Extraplätze in den Playoffs reicht. Trevor Bayne hat einen solchen Move praktisch ausgeschlossen, da er in der Nationwide Series bessere Chancen haben dürfte. Eine ausführliche Beleuchtung der Situation ist in diesem Artikel bei USA Today nachzulesen.

Eine Übersicht zu den noch nicht ganz so relevanten Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung ist hier noch mit verlinkt. Weiter geht es schon am kommenden Wochenende auf dem Phoenix International Raceway. Die entsprechende Vorschau folgt dann am Freitag.

222710 2011_Dayonta_Feb_Dale_Earnhardt_Lap_3_Salute 2011_Dayton_Feb_Joie_Chitwood_Steve_ODonnell 2011_Daytona_Feb_Carl_Edwards_David_Ragan_congratulate_Trevor_Bayne 2011_Daytona_Feb_Green_Flag_Flagstand 2011_Daytona_Feb_Green_flag_start_ 2011_Daytona_Feb_Michael_Waltrip_David_Reutimann 2011_Daytona_Feb_Mike_Helton_Glen_Beck_Daytona_500 2011_Daytona_Feb_National_Anthem_Martina_McBride 2011_Daytona_Feb_Trevor_Bayne_celebrates_infield 2011_Daytona_Feb_Trevor_Bayne_climb_out_high_angle 2011_Daytona_Feb_Trevor_Bayne_Trophy_Team 222677 222678 222697 222698 222699 222700 222701

November 19 2010

07:36

NASCAR: Vorschau Homestead Saisonfinale 2010

In Homestead findet der bisher engste Chase der NASCAR-Geschichte sein Ende, wenn Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick unter sich den neuen Sprint-Cup-Champion ausmachen. Dabei stellt das Erfolgsteam Hendrick Motorsports auf dem Intermediate-Oval am Wochenende ausnahmsweise nicht den Favoriten für einen Rennsieg.

Seit 2002 findet das jährliche Championship-Weekend auf dem Homestead-Miami Speedway in Florida statt, gefahren wird auf dem 1,5-Meilen-Oval im Cup schon seit 1999. Ein Rückblick auf die bisher elf Ausgaben verspricht am Sonntag einen wahren Meisterschaftsknüller, denn bisher konnte kein Fahrer von Hendrick Motorsports in Homestead in die Victory-Lane fahren. Vielmehr ist die Strecke seit acht Jahren fast reines Ford-Territorium, wenn man die beiden Siege von Chevrolet (2003) und Toyota (2009) mal abzieht. Der Toyota-Erfolg im letzten Jahr gelang dabei ausgerechnet Denny Hamlin, der damit als einziger verbliebener Meisterschaftskandidat überhaupt schon in Homestead gewinnen konnte.

2010 setze ich dagegen wieder ganz auf den Hersteller Ford und vor allem auf Roush-Fenway Racing, immerhin haben die Top-Piloten Greg Biffle, Matt Kenseth und Carl Edwards zwischen 2004 und 2008 alle Homestead-Ausgaben für sich entscheiden können. Biffle gewann dabei sogar drei Rennen in Folge und bewies in diesem Jahr schon zwei Mal, dass das Team von Jack Roush wieder konkurrenzfähig ist. Edwards holte sich dazu einen Sieg in Phoenix und fährt damit optimal vorbereitet und mit viel Momentum zum Saisonfinale.

Dabei gibt es zwischen den Roush-Fahrern aber einige wenige Unterschiede: Während Carl Edwards in Homestead bisher eine Menge Konstanz gezeigt hat, die ihn in seinen sechs Teilnahmen fünf Mal in die Top8 und drei Mal in die Top5 gebracht haben, so lautete die Losung bei Greg Biffle und Matt Kenseth stets „Hop oder Top“. Das beste Resultat, welches Biffle außer seinen drei Siegen vorweisen kann, ist lediglich Platz 13, während Kenseth aus zehn Rennen sogar nur drei Top10s mitnehmen konnte. Diese Ergebnisse waren dann aber ähnlich wie bei Biffle wenigstens für die Top6 gut.

Auch wenn es so scheint, als wäre den Fords von Jack Roush der Rennsieg nicht zu nehmen, so müssen es die drei Meisterschaftsanwärter doch zumindest versuchen, denn gerade für Denny Hamlin und Jimmie Johnson gilt: Wer siegt, gewinnt den Titel. Möglich macht diese einfache Rechnung die geringe Führung von Hamlin in der Tabelle mit lediglich 15 Punkten vor Johnson. Allerdings sind dabei noch ein paar wenige Ausnahmen der Regel zu beachten, die ein Blick auf das Punktesystem der NASCAR offenbart:

185 Punkte gibt es für einen Sieg und 170 Zähler für den zweiten Platz, dazu kommen noch einmal jeweils 5 Bonuspunkte für eine Führungsrunde, sowie die meisten Führungsrunden in einem Rennen. Weil der Sieger zwangsläufig den letzten Umlauf in Front des Feldes gelegen haben muss, bekommt er also sicher 190 Punkte. Denny Hamlin hat 2010 bereits acht Erfolge auf dem Konto, während Jimmie Johnson nur deren sechs vorweisen kann. Weil bei Punktgleichheit wie allgemein üblich der Fahrer mit den meisten Saisonsiegen Meister wird, sollte Johnson bei einem Sieg verhindern, dass Hamlin eine einzige Runde führt oder einfach gleich selbst die meisten Umläufe in Führung liegen.

Etwas abgelegen hinter dem Favoriten-Duo befindet sich Kevin Harvick mit 46 Punkten Rückstand auf Hamlin, sowie 31 Zähler auf Johnson. Das bedeutet, sobald Harvick mit den meisten Führungsrunden gewinnt, darf Johnson nicht besser als auf Platz 4 ankommen und Hamlin sollte maximal Siebter werden. Führt Harvick nicht die meisten Umläufe an, muss zu den Platzierungen der Konkurrenz noch jeweils ein Rang addiert werden. Das gilt natürlich immer nur, falls Hamlin und Johnson keine einzige Runde anführen, denn dann verschieben sich die Szenarien logischerweise um weitere fünf Punkte. Alles klar soweit? Grundsätzlich gilt: Alles ist möglich, denn die bisher beste Homestead-Statistik der drei Titelkandidaten kann durchschnittlich Kevin Harvick aufweisen!

Ein gemitteltes Ergebnis von 8,4 steht gegen die Platzierungen 10,6 und 12,7 von Hamlin und Johnson. Harvick fuhr in neun Teilnahmen nur zwei Mal nicht in die Top10, in den vergangenen beiden Jahren wurde er Zweiter und Dritter. Für Hamlin stehen ein Sieg im Vorjahresrennen, sowie zwei dritte Plätze 2006 und 2007 in den Büchern. Die anderen beiden Ergebnisse waren mit Rang 13 und 33 eher nicht eines Meisters würdig und wenn Hamlin am Wochenende so ein Ausfall unterläuft, kann er den Titel vergessen.

Johnson ist bekanntlich der konstanteste Chase-Fahrer unter den drei Kandidaten, denn er und sein Team sind in den letzten zehn Rennen einer Saison immer besonders fit und aufmerksam. In neun Homestead-Rennen konnte Johnson mit drei Ausnahmen immer in die Top9 fahren, landete dabei aber meist am oberen Ende der Skala; soll heißen, dass in den letzten fünf Jahren nur ein Top5-Resultat für den vierfachen Meister herausgesprungen ist. Erklären könnte man die Homestead-Schwäche von Jimmie Johnson mit dem Umstand, dass er die letzten vier Jahre stets nur auf Ankommen fahren musste, um seinen Vorsprung in einen Titel umzumünzen. 2010 führt nun stattdessen Hamlin die Wertung an und Johnson muss schon ein Ergebnis ähnlich 2003 (3.) oder 2004 (2.) bringen.

Zum Vergleich liste ich einmal die Playoff-Ergebnisse dieses Jahres von Hamlin, Johnson und Harvick auf:

Hamlin: 2/9/12/8/4 – 1/9/1/12
Johnson: 25/1/2/3/3 – 5/7/9/5
Harvick: 5/15/3/7/8 – 3/2/6/6

Dabei fällt ins Auge, dass alle Piloten ihren „Joker“ schon genutzt haben und mehr als ein Resultat jenseits der Top15 darf man sich für gewöhnlich nicht erlauben. Ebenfalls interessant ist die Stärkeverteilung über die Zeit gesehen, denn während Johnson eher zu Beginn des Chase erfolgreich war, konnten Hamlin und Harvick in der zweiten Hälfte zulegen. Vor allem Denny Hamlin ist in den vergangenen vier Rennen extrem stark unterwegs gewesen und hätte ohne sein Benzinpech in Phoenix durchaus auch schon drei Siege in den Playoffs einfahren können. Der neunte Platz war übrigens Talladega und dafür ist das recht ordentlich.

Außer den drei Chase-Piloten, die bei derart geringen Abständen eigentlich konsequent auf Sieg fahren müssen und der Roush-Fenway-Armada, gibt es noch zwei weitere Fahrer mit größeren Erfolgschancen am Wochenende: Zum einen wäre da Jeff Gordon, der in den bisher elf Ausgaben nur zwei Mal nicht in den Top10 ankam. Die letzten drei Homestead-Rennen beendete Gordon sogar in den Top6. Zum anderen muss man auf Kurt Busch achten, der die blaue #2 vor seinem teaminternen Abschied noch einmal in die Victory-Lane entführen könnte. Seit 2002 brachte er in stetigem Wechsel immer einen Totalausfall und ein Top5-Resultat nacheinander. Wollen wir für ihn hoffen, dass der vierte Platz aus dem Vorjahr ihm kein Unglück bringt.

Für die Top10 habe ich noch Kyle Busch, Tony Stewart, Clint Bowyer, Jeff Burton, Mark Martin, Jamie McMurray, AJ Allmendinger, Kasey Kahne und Martin Truex Jr als potentielle Kandidaten auf der Liste stehen. Busch kam erst im letzten Jahr zu seinem ersten Homestead-Top10, während Stewart die ersten beiden Ausgaben auf dem Intermediate-Oval für sich entschied und danach in den letzten fünf Jahren nur ein Top10-Resultat folgen ließ. Die RCR-Fahrer sind immer für solche Ergebnisse gut und vor allem Bowyer bewies das in zwei der letzten drei Saisonrennen, sowie 2006 und 2008 in Homestead selbst. Burton wurde im letzten Jahr Zweiter, konnte in dieser Saison zuletzt aber nicht mehr so überzeugen.

Außerhalb des Chase lauern Martin und McMurray auf eine letzte Chance, beide konnten in den letzten fünf Jahren mindestens einmal die Top10 erreichen. Dasselbe gilt für Kahne, der sicherlich heiß auf sein erstes Top10-Ergebnis für Red Bull Racing sein dürfte. Konstant gut in Homestead waren bisher auch AJ Allmendinger und Martin Truex Jr: Allmendinger trat bisher zwei Mal auf den Plan und nahm dabei die Plätze 11 und 10 mit nach Hause, Truex kommt in fünf Ausgaben auf vier Top10-Resultate, wobei 2006 sogar ein zweiter Rang möglich war. Noch ein kleiner Ausblick auf Juan Pablo Montoya: In bisher fünf Homestead-Auftritten war maximal Platz 15 zu holen, die anderen Ergebnisse waren Rang 17 und zwei Ausfälle jenseits von Platz 30; einmal in seinem ersten Cup-Rennen überhaupt 2006 und noch dazu im vergangenen Jahr.

Die Meisterschaftsentscheidung beginnt am Sonntagabend zur besten Sendezeit um 19 Uhr und wird sicherlich für einige Dramatik und Spannung sorgen. Ebenfalls eng geht es noch beim Kampf um die Top35 zu, wobei aber ein Ausblick auf das nächste Jahr bereits für etwas Entspannung sorgt: 2011 tritt Richard Petty Motorsports wenn überhaupt nur mit zwei Wagen an und auch bei Penske Racing ist das Auto von Sam Hornish Jr nach dem Abgang von Mobil1 alles andere als sicher. Dazu kommt allerdings ein neuer Entry bei Richard Childress Racing für Paul Menard, der wahrscheinlich ohne feste Qualifikation in die Saison starten muss. Gewinnt Kevin Harvick die Meisterschaft, so könnte man die Owner-Points der #29 zur neuen #27 transferieren und Harvick mit dem Champions-Provisional antreten lassen.

Vielleicht rücken also die #38 von Front Row Motorsports, die #26 von Bill Jenkins/Latitude 43 und die #13 von Germain Racing noch nachträglich in die Top35 auf, wenn keines der ausscheidenden Teams ihre Punkte verkaufen sollte. Auch hier gibt es mehrere potentielle „Merger“, um an Owner-Punkte zu kommen. Das Ford-Team mit der #26 könnte beispielsweise bei RPM andocken oder der Whitney-Dodge mit der #46 die Punkte von Sam Hornishs #77 übernehmen. Die Off-Season wird sicherlich noch einiges an Bewegung bieten und es stellt sich die Frage, ob wir 2011 überhaupt ein volles Starterfeld erleben.

Nach den Statistiken zu Homestead, der Fahrerwertung und den Owner-Points folgen noch die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende. In den anderen beiden nationalen Serien ist die Spannung dagegen größtenteils raus, denn Brad Keselowski und Todd Bodine stehen schon als Meister in Nationwide und Trucks Series fest. Interessant könnte es nur noch bei der Team-Wertung werden, wo die beiden #18s von Kyle Busch bzw. Joe Gibbs Racing noch die Owner-Titel holen können. Ich wünsche allen viel Spaß am Wochenende! Damit melden sich die wöchentlichen Vorschauen zunächst bis zum Budweiser Shootout im Februar 2011 ab, vielen Dank fürs regelmäßige Lesen!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 19.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (Ford 200), SPEED

Samstag, 20.11.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (TV um 21:00 Uhr)
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Ford 300), ESPN2

Sonntag, 21.11.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Ford 400), ESPN

October 15 2010

06:31

NASCAR: Vorschau Charlotte Oktober 2010

Das letzte Nachtrennen der Saison in Charlotte beschließt gleichzeitig auch die erste Hälfte des Chase. Am vergangenen Wochenende sorgte das turbulente Rennen in Fontana für die erste große Zäsur in den Playoffs, nachdem zuvor eigentlich fast alle zwölf Fahrer Chancen auf die Meisterschaft besaßen. Jetzt sind nur noch vier Piloten innerhalb von 100 Punkten.

Zum letzten Mal in diesem Jahr heißt es im Sprint Cup „night racing“, denn das „Bank of America 500“ beschließt die Serie der Samstagnachtrennen für 2010. Gefahren wird auf dem Charlotte Motor Speedway, bis vor kurzem noch bekannt als „Lowe’s Motor Speedway“. Die US-Baumarktkette, welche noch regelmäßig auf dem Auto von Jimmie Johnson vertreten ist, verlängerte einen 10-Jahres-Vertrag mit dem Speedway nicht weiter. Charlotte ist ein 1,5-Meilen-Oval und ähnlich aufgebaut wie seine Schwestern in Atlanta und Texas. Mehr zur Strecke selbst und ihrer Geschichte im hier verlinkten Extra-Artikel. Bekannt ist der Speedway für das längste Rennen des Jahres, das Coca-Cola 600 Ende Mai. Doch auch in Charlotte wird zweimal pro Saison gefahren, stellt die Stadt doch die Heimat der meisten NASCAR-Teams dar.

Auf dem Charlotte Motor Speedway sind für gewöhnlich gute Rennen zu erwarten und die Preisgelder sind auch nicht von schlechten Eltern. Die Siegerprämie bewegt sich zwischen 300.000 und 500.000 US-Dollar, je nachdem ob es das 500- oder das 600-Meilen-Rennen ist. Das letztplatzierte Team erhält selbst im Herbst noch mehr als 60.000 US-Dollar, weswegen die Entry-Listen regelmäßig gut gefüllt sind. Eine Anfahrt ist wegen der nahegelegenen Shops für die meisten Teilzeitteams auch äußerst günstig. In diesem Jahr versuchen sich 50 Autos für 43 Startplätze zu qualifizieren, das Team von Brads Bruder Brian Keselowski meldete sich wegen dieses Massenauflaufs auch schon wieder ab.

Mit dabei sind jetzt unter anderem ein zweites Auto von Whitney Motorsports mit der #81, dass Scott Riggs neben der #46 mit Michael McDowell am Steuer pilotieren wird. Weil McDowell einige voll finanzierte Rennen hat, wird er in diesen einen Chevrolet fahren, der mit besseren Komponenten ausgestattet ist, als der sonst übliche Dodge des Teams. Neu am Start ist ein Auto von Robert Richardson, dessen Sohn das Daytona 500 in diesem Jahr bestritt. Die #23 ist nicht finanziert („Pink and Blue for Two“ ist eine Stiftung) und wird von Johnny Sauter in der Qualifikationsmühle pilotiert.

Nachdem ich Bobby Labonte in der #09 (Landon Cassill) und in der #71 (Andy Lally) vermisst hatte, tauchte er im Team seines Bruders wieder auf. Terry Labonte gehört die Hälfte von Stavola Labonte Racing und in diesem Jahr fährt die Mannschaft drei Rennen, bevor 2011 eine Vollzeitsaison geplant ist. Eigentlich sollte Terry diese Einsätze bestreiten und es ist nicht bekannt, warum Bobby (nur in Charlotte) übernimmt. Vermutlich konnte er kein Sponsorengeld für ein komplettes Rennen auftreiben und Terry bot ihm das von Gander Mountain finanzierte Cockpit an. Eigentlich egal, denn beide Labonte-Brüder besitzen ein „champion’s provisional“ (Terry: 1984, 1996 / Bobby: 2000) welches aktueller ist als das von Bill Elliott (1988) in der #21 der Wood Brothers. Interessant ist, dass die #10 in dieser Saison von Richard Childress Racing vorbereitet wird, damit die sich schon mal ordentlich auf das vierte Team mit Paul Menard im kommenden Jahr einschießen können.

Letzte interessante Geschichte in der Meldeliste ist Robby Gordon Motorsports: Teamchef Gordon meldete zwei Autos für Charlotte an, wobei die fest-qualifizierte #7 von Kevin Conway pilotiert werden sollte. Gordon hätte hinter dem Steuer der #07 gesessen, in der er 2010 schon einige Rennen bestritten hat. Offenbar realisierte Robby aber das Punkte-Malheur, in dem er derzeit steckt: Nur noch 25 Punkte trennen ihn von Front Row Motorsports’ #38, die David Gilliland in Charlotte fahren wird.

Die einfachste Lösung war ein Wechsel zwischen Gordon und Conway. Daraus folgt, dass Conway nicht fest-qualifiziert ist und vermutlich im Einzelzeitfahren gnadenlos unten durchfallen wird. Robby Gordon fährt das Auto mit der #07 eigentlich lieber selbst, um bei einem optimistischen Qualifikationsrun inklusive Totalschaden wenigstens die Schuld bei sich suchen zu können. Was mich wundert ist, dass Conway und Hauptsponsor ExtenZe bei Front Row Motorsports eine Klausel im Vertrag hatten, welche besagte, dass er in einem fest-qualifizierten Auto eingesetzt werden musste. Bei Robby Gordon Motorsports scheint das nicht der Fall zu sein, merkwürdig…

Nach diesem Ausblick auf das sehr volle Starterfeld im „go or go home“-Bereich nun die Übersicht bezüglich der Chase-Fahrer, die vorne im Feld um den Titel kämpfen. Fontana sorgte für eine Art Zäsur in der Meisterschaftsentscheidung, weil dort sechs der zwölf Playoff-Piloten herbe Rückschläge erlitten. In der Folge bedeutet dies, dass sich nur noch vier Fahrer an der Tabellenspitze innerhalb von 100 Punkten befinden. Nach einer sehr offenen Situation hat sich die Meisterschaft in nur einer Woche schon in gewisser Weise vorentschieden – zumindest was die fast verlorenen Chancen einiger Piloten angeht. Dieses Ereignis möchte ich – nun schon eine Woche früher als geplant – zum Anlass nehmen, um die verbleibenden Chancen der Chase-Fahrer und ihre Charlotte-Statistik aufzuzeigen. Das passt eigentlich auch ganz gut, denn nach der Durchsicht der letzten Ergebnisse stellt sich die Benennung eines Favoriten doch schwerer dar als gedacht:

1. Jimmie Johnson, #48, Hendrick Motorsports (5673 Punkte)
Der Dauermeister packte in den ersten vier Chase-Rennen richtig einen aus und zog nach einem 25. Platz im Eröffnungsevent von New Hampshire nach. Die letzten drei Resultate lauten 1, 2 und 3, damit setzte Johnson sich an die Spitze der Tabelle. In Charlotte konnte er schon sechs Siege einfahren, den letzen im vergangenen Playoff-Lauf 2009. Zwischen 2003 und 2006 kam Johnson nie schlechter als in den Top3 ins Ziel, doch danach zeigen sich auffällige Schwächen in der Statistik: Seit 2007 konnte er in sieben Rennen nur drei Top10-Ergebnisse einfahren. Da Jimmie im Chase immer stark ist, könnte ein Sieg drin sein. Wenn es nicht klappt, bleibt ja immer noch Martinsville in der nächsten Woche und da ist Johnson gemeinsam mit Denny Hamlin seit Herbst 2006 ungeschlagen.

2. Denny Hamlin, #11, Joe Gibbs Racing (-36)
Hamlins Chase-Ergebnisse sind jetzt nicht so schlecht gewesen: 2/9/12/8 sprechen für nette Rennen, doch eine Meisterschaft gewinnt man damit nicht. Jimmie Johnson macht vor, welche Resultate dafür kommen müssen; die Top5 sind regelmäßig Pflicht. Nach dem Sieg im Richmond zum Abschluss der „regular season“ scheint Hamlin ein wenig zu straucheln, wenn auch auf hohem Niveau. Seine Charlotte-Statistik ist desolat, nur drei Mal in zehn Rennen fuhr er in die Top10. Er hat kein einziges Top5-Resultat auf diesem Intermediate-Oval und die achten und neunten Plätze waren alle vor 2008. Für ihn gilt es deshalb ganz besonders, das Augenmerk auf Martinsville zu richten. Dort muss er gewinnen, wenn er eine Chance auf den Titel haben will.

3. Kevin Harvick, #29, Richard Childress Racing (-54)
Harvick ist der Meister der „regular season“ und würde auch nach der alten Punktewertung ohne Chase noch die Fahrerwertung anführen: 231 Punkte läge er vor Jeff Gordon, da hätte ihm die Konstanz wohl schon den Titel eingebracht. Das Chase-System verlangt aber in den letzten zehn Rennen Konstanz auf sehr hohem Niveau und das gelingt Harvick auch nicht immer. Er führt die Top10-Liste in diesem Jahr zwar mit 20 vor Jimmie Johnsons 17 an, doch beide Fahrer haben gleichviele Top5s und Johnson fuhr noch einmal drei Siege mehr als Harvick ein. Seine Chase-Ergebnisse (5/15/3/7) zeigen, dass er ebenfalls auf hohem Niveau zu langsam ist. Die Playoffs scheinen einfach wie für Johnson gemacht, obwohl Harvick natürlich super unterwegs ist und immerhin auch drei Saisonrennen gewinnen konnte. Auch für ihn ist Charlotte allerdings kein gutes Pflaster: 2001 debütierte er für den verstorbenen Dale Earnhardt Sr und holte gleich mal einen zweiten und achten Platz in seiner ersten Saison. Danach gelang ihm in 17(!) weiteren Charlotte-Rennen nur noch ein(!!!) weiteres Top10-Resultat. Seine starke Strecke ist in diesem Chase Talladega, denn zwei „restrictor plate“-Rennen gewann Harvick 2010 schon und nur Top5-Ergebnisse in Serie bringen ihn noch an Johnson vorbei.

4. Jeff Gordon, #24, Hendrick Motorsports (-85)
Gordon ist der letzte Pilot im Chase innerhalb von 100 Punkten hinter Tabellenführer Jimmie Johnson und versucht gerade, die Meisterschaft ohne einen einzigen Saisonsieg zu gewinnen. Klappen könnte das, dann müssen aber auch mindestens Top3s konstant kommen. Bisher erreichte er die Plätze 6, 11, 5 und 9 – ich weiß, dass ist wieder Jammern auf hohem Niveau. In Charlotte könnte er seinen Rückstand weiter verringern, denn die Statistik zeigt seit 2007 nur einen bösen Ausreißer mit Platz 41. Die anderen sechs Resultate waren fünf Top10s, darunter drei Top5s und ein Sieg.

5. Tony Stewart, #14, Stewart-Haas Racing (-107)
Stewart machte in Fontana mit seinem Sieg gleich fünf Positionen gut und brachte sich damit zurück ins Meisterschaftsgeschehen. Für Tony ist der Titel noch nicht Geschichte, auch wenn er bereits knapp mehr als 100 Punkte hinter Jimmie Johnson liegt. Das Problem ist nur, dass er seine Ausrutscher in diesem Chase schon verbraten hat, was die Plätze 24/21/4/1 zeigen. Immerhin ist ein Aufwärtstrend zu finden und vielleicht kann Stewart die Leistung der letzten beiden Rennen jetzt ja konstant weiter abrufen. Seine letzten beiden Top10-Resultate in Charlotte stammen allerdings aus 2007 und davor gelang ihm das zuletzt 2004. Falls es in Charlotte nicht klappen sollte, bleibt dem „restrictor plate“-Spezialisten Stewart immer noch Talladega.

6. Kurt Busch, #2, Penske Racing (-140)
Den größten Sprung am Wochenende könnte Kurt Busch machen, denn er gewann das Coca-Cola 600 in diesem Jahr und eine Woche zuvor auch schon das All-Star Rennen. Gelingt ihm ein Sieg im 500-Meilen-Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag, dann holt er zudem das Triple, welches noch keinem anderen Fahrer gelang. Seine 140 Punkte Rückstand könnte er mit einer Fahrt in die „victory lane“ natürlich prima dezimieren und nach den Plätzen 13, 4, 13 und 21 benötigt er auch einen Sieg, um Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Seit 2006 stehen allerdings nur drei Top10-Resultate auf dem Charlotte-Konto von Kurt Busch, die letzten vier Ergebnisse lauten aber: 3/34/10/1! Busch braucht also diesen Sieg, bei einem weiteren Ergebnis außerhalb der Top10 ist der Zug für ihn abgefahren. Der Charlotte Motor Speedway ist die letzte starke Strecke von Kurt.

7. Carl Edwards, #99, Roush-Fenway Racing (-162)
Der Fast-Ausfall nach Motorproblemen in Fontana könnte Edwards die letzten Chancen auf die Meisterschaft gekostet haben. Für alle Fahrer in der zweiten Playoff-Tabellenhälfte gilt ab sofort: Rennsiege einfahren, was es koste, sonst ist es definitiv vorbei. Edwards‘ Chase-Ergebnisse lauten Platz 11, 5, 6 und 34, was zeigt, dass ihn der technische Defekt echt eine Menge gekostet hat. Dazu kommt, dass Carl keine Bonuspunkte für einen Sieg in der „regular season“ mit in den Chase genommen hat. Elf Charlotte-Rennen brachten Edwards bisher sieben Top10-Ergebnisse, davon waren vier sogar Top5s. Er muss am Wochenende also gewinnen, um dabei zu bleiben und zwei Mal ist er 2010 ja schon knapp an der „victory lane“ vorbeigesegelt.

8. Jeff Burton, #31, Richard Childress Racing (-177)
Burton sehe ich nicht mehr als Meister in diesem Jahr. Er kann zwar ebenso konstant fahren wie seine Teamkollegen, doch echte Top-Ergebnisse sind bei ihm selten geworden. Der Chase brachte folgende Resultate ein: 15/2/18/23. Daran sieht man, wo Burton steht: An einem guten Tag fährt er in die Top5/Top10 und ansonsten ist von ihm nichts zu sehen. Die Playoffs verlangen aber an solchen Tagen einen Sieg und ansonsten Top10s, da dürfte der Zug abgefahren sein. In Charlotte ist seine Statistik gemischt: Seit 2006 ist er in neun Rennen fünf Mal in die Top6 gefahren und vier Mal nicht besser als Vierzehnter geworden. Dabei steht ein Sieg aus dem Chase-Rennen 2008 für Burton in den Büchern.

9. Kyle Busch, #18, Joe Gibbs Racing (-187)
Kyle Busch war gut im Chase unterwegs, bevor das Pech zuschlug. Platz 9 in New Hampshire und Rang 6 in Dover folgten eine Fehde mit David Reutimann und ein Motorschaden. Die letzten beiden Rennen beendete er dementsprechend außerhalb der Top20. Busch selbst gab in einem Interview nach seinem Ausfall in Fontana ja schon alle Meisterschaftshoffnungen auf, da kann man gar nicht groß was schönreden jetzt. Charlotte könnte allerdings noch einmal ein Top-Resultat für Kyle bringen, denn seit Ende 2006 ist er ein guter Tipp für die Top5: Nur ein Rennen beendete er nicht in den Top8, dabei erreichte er drei Mal den dritten Platz. Mit ein wenig Biss könnte ein Sieg am Wochenende drin sein.

10. Greg Biffle, #16, Roush-Fenway Racing (-215)
11. Matt Kenseth, #17, Roush-Fenway Racing (-241)
12. Clint Bowyer, #33, Richard Childress Racing (-247)
Die letzten drei Chase-Fahrer kann ich gemeinsam bewerten, denn sie haben bei über 200 Punkten Rückstand keine Chance mehr auf die Meisterschaft. Biffle meldete sich zwar noch kurz mit einem Sieg in Kansas zurück, musste aber nach einem Motorschaden in Fontana alle Hoffnungen begraben. In Charlotte sind die Top10 für ihn realistisch, das gelang ihm aber zuletzt 2008. Kenseth kam nie ernsthaft im Chase an und holte bisher nur ein Top10-Resultat in den letzten vier Rennen. Die Charlotte-Statistik sagt ebenfalls die Top10 voraus, falls es denn jetzt besser läuft als zuletzt: In vier der letzten fünf Charlotte-Rennen schaffte Kenseth derartige Platzierungen. Bowyer darf sich bei seinem Team bedanken, deren knapp ausgelegte Toleranz bei Abmessungen ihm 150 Punkte Strafabzug einbrachte. Ohne diesen Fauxpas wäre er derzeit Fünfter in der Meisterschaft mit nur 97 Punkten Rückstand auf Jimmie Johnson, schade eigentlich. Seine Ergebnisse waren mit 1/25/15/2 auch recht gut, einen Ausrutscher hätte Bowyer aber schon gehabt. Die letzten beiden Charlotte-Rennen beendete er als Sechster und Siebter.

Außerhalb des Chase kommen noch einige Fahrer ebenfalls für gute Ergebnisse in Frage: Allem voran denke ich da an Kasey Kahne. Zuletzt kam er ja oft jenseits der Top30 ins Ziel und hatte sein Jahr bei Richard Petty Motorsports vor seinem Wechsel zu Red Bull Racing und Hendrick Motorsports wohl schon vorzeitig an den Nagel gehängt. In Fontana kam er allerdings mit einem starken vierten Platz zurück an die Spitze. Seine Charlotte-Statistik macht ihn zum Mitfavoriten auf den Sieg, denn seit 2006 beendete er nur ein Rennen nicht in den Top12. 2006 gewann er beide Saisonrennen und konnte außerdem 2008 beim Coca-Cola 600 in die „victory lane“ fahren. Abseits der Siege, mit Ausnahme seines zwölften Platzes im diesjährigen 600-Meilen-Rennen und dem einen Ausrutscher 2007 waren die anderen Platzierungen 8/2/3/7.

Joey Logano bewegt sich derzeit nahe den Top10 und konnte in seinen bisher drei Charlotte-Rennen die Ergebnisse 9/5/13 holen. Ein weiteres Top-Resultat sollte möglich sein, zumal Kyle Busch ja gezeigt hat, dass der Joe-Gibbs-Toyota in Charlotte gut geht.

Ähnliche Ergebnisse seit 2008 haben in Charlotte bisher Ryan Newman, Mark Martin und Jamie McMurray eingefahren: Newmans letzte drei Charlotte-Ergebnisse nach zwei 21. Plätzen 2008 waren 2/11/9, ein Top10-Resultat ist also durchaus drin für Stewarts Teamkollegen. Martin ist nach Rang 6 in Fontana wieder in Lage, Spitzenergebnisse einzufahren. Charlotte brachte ihm zwei Top10s seit 2008; Wiederholung nicht ausgeschlossen! McMurray ist in den letzten Charlotte-Rennen so ein wenig Hop-oder-Top gefahren: Zwei Top5-Resultaten stehen drei Ergebnisse schlechter als Platz 21 gegenüber.

Weiterhin zu beobachten sind David Reutimann und Paul Menard: Ersterer gewann das Coca-Cola 600 im letzten Jahr, allerdings nur weil es wegen Regens abgebrochen werden musste. In der diesjährigen Ausgabe wurde er aber Fünfter, was seine Stärke in Charlotte unterstreicht. Menard fiel in den letzten Saisonrennen durch gewagte Boxenstoppstrategien auf, die ihn weit nach vorne spülten. Die zwei Top10-Resultate in Dover und Kansas könnten in Charlotte erweitert werden, immerhin gelang ihm in Frühling schon Platz 8.

Juan Pablo Montoya verfügt über eine krasse Charlotte-Statistik: Im Coca-Cola 600 von 2009 kam er auf Rang 8 ins Ziel und das war bei weitem sein bestes Ergebnis auf diesem Intermediate-Oval. Danach kommt nämlich erstmal gar nichts, bevor ein 28. Platz aus seinem Debüt-Jahr 2007 zu Buche steht. Von seinen sieben Charlotte-Rennen musste er drei mit einem Unfall beenden und kam in nur einem ohne Rundenrückstand an. Da wird es am Wochenende interessant, ob er sich steigern kann.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik für Charlotte folgen noch die TV-Ausstrahlungsdaten für den Rest des NASCAR-Wochenendes. Weil das Cup-Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag ansteht, sind zum üblichen Erscheinungstermin des Artikels schon das erste Training und das Qualifying durch. Die Ergebnisse sind im vorstehenden Satz verlinkt. Ich bitte zu entschuldigen, dass die Auswirkungen der Sessions nicht in diese Vorschau eingeflossen sind, vor allem was den Teil über die „go or go homer“ betrifft. Leider kann ich die Vorschau nicht erst am Freitagmorgen schreiben.

In der Nationwide Series ist auch Danica Patrick wieder mit dabei und außerdem findet an diesem Wochenende der letzte Test unter Rennbedingungen mit dem neuen Auto statt, welches ab 2011 „full time“ eingesetzt werden wird. Da gab es auch zwei zusätzliche Trainingssitzungen am Mittwoch, hier sind alle Nationwide-Trainings auf Jayski.com verlinkt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 15.10.
21:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
23:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dollar General 300), ESPN2

Samstag, 16.10.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Bank of America 500), ABC

October 12 2010

06:34

NASCAR: Analyse Fontana Oktober 2010

Ausgerechnet Fontana entpuppte sich am Wochenende als eines der spannenderen Rennen der letzten Zeit und sorgte für richtungsweisende Veränderungen in der Punktetabelle. Im Rennen wechselte oft die Führung und bis zum Schluss kristallisierte sich kein Fahrzeug als dominant heraus. Das Feld der Meisterschaftsfavoriten verkleinerte sich zunehmend.

Eigentlich ist der Auto Club Speedway nicht als Kracher bezüglich großer Spannung bekannt, doch das 400-Meilen-Rennen am Sonntag zeigte, was das Oval bieten kann, wenn es mal richtig gut läuft: Neun Gelbphasen über 36 der 200 Runden sorgten dafür, dass sich das Feld nicht so stark auseinanderziehen konnte, wie zuletzt noch häufig zu beobachten war. 23 Führungswechsel zwischen insgesamt 14 Fahrern zeigten, dass kein Fahrzeug in einer Glanzvorstellung den Rest des Feldes in Grund und Boden fuhr. Mindestens fünf Fahrer waren während der gesamten Renndistanz als mögliche Sieger in Betracht zu ziehen, doch Tony Stewart fuhr letztlich seinen zweiten Saisonerfolg ein und brachte sich damit wieder in Reichweite der Tabellenspitze. Sein Sieg kam nicht zuletzt wegen günstig gefallenen Gelbphasen gegen Rennende zustande.

In Führung begann das Rennen zunächst Polesitter Jamie McMurray, der allerdings nach 14 Runden die Spitzenposition an Matt Kenseth abgeben musste. Dieser brachte die #17 erst an Juan Pablo Montoya vorbei, der bereits nach weniger als zehn Umläufen für den ersten Aufreger sorgte. Beim Versuch, die obere Linie früh im Rennen zu nutzen, brach die #42 auf der staubbedeckten Asphaltdecke aus und touchierte die Mauer. Dabei beschädigte Montoya sein Auto zwar nicht schwer, jedoch reichte es, um ihn in der Folge ausreichend zu verlangsamen. Aus der Rennentscheidung hatte er sich somit selbst verabschiedet, sollte aber später noch kurz in Erscheinung treten.

Das erste Fünftel des Rennens beschlossen Boxenstopps unter grüner Flagge, die vor allem Jimmie Johnson äußerst gelegen kamen. Der Kalifornier fing sich im Heimrennen ein Trümmerteil vor dem Kühlergrill ein, welches sich auch nach mehrmaligen Ansaugversuchen und Hilfestellung von Kollegen mittels Unterdruck nicht lösen wollte. Die Wassertemperatur befand sich dabei glücklicherweise knapp unter dem Grenzbereich und beim „pit stop“ konnte die Crew das Teil dann schließlich entfernen.

Direkt nach den „green flag stops“ begann dann das Roush-Fenway-Drama des Rennens: Fontana ist dafür bekannt, dass es eine wahre Tortur für die Motoren darstellt. Diese Tatsache habe ich in der Vorschau leider übersehen. Bereits im Frühjahrsrennen kam es zu einigen Motorschäden, unter anderem bei Juan Pablo Montoya. Als Erstes erwischte es am Sonntag dann Greg Biffle, der sich in einer massiven Rauchwolke aus dem Rennen verabschiedete. Dadurch verlor er 130 Punkte auf Jimmie Johnson, den Führenden in der Meisterschaft. Für Biffle ist der neue Rückstand von über 200 Punkten wohl gleichbedeutend mit dem Ende aller Titelchancen in diesem Jahr. Weitere Schwierigkeiten beim Team von Roush-Fenway Racing sollten dann noch folgen.

Beim Wechsel ins zweite Rennviertel setzten sich dann zum Restart Jeff Gordon und Jimmie Johnson zuerst an Matt Kenseth vorbei und schließlich nacheinander in Führung. In Runde 54 war der Sprint allerdings beendet, weil Marcos Ambrose mit einem übersteuernden Auto einen Dreher hinlegte und dabei zwei Reifen zerstörte. Beim Neustart führten mit Dale Earnhardt Jr, der keinen Boxenstopp einlegte, Jimmie Johnson und Mark Martin drei Fahrer von Hendrick Motorsports das Feld an. Alle vier Piloten von Rick Hendrick sollten am Ende des Tages auch halbwegs solide Ergebnisse einfahren.

An dieser Stelle setzte sich das Roush-Pech fort und traf direkt beim Restart Carl Edwards, dem einfach der Motor abstarb. Während einer etwas längeren Reparaturpause wurde das Problem behoben, welches sich als defekter Zündverteiler herausstellte. In der Meisterschaft wird es nun auch für Edwards eng, der nach Fontana mehr als 150 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze angesammelt hat.

Den folgenden Restart in Runde 62 führte Kyle Busch, gefolgt von Jimmie Johnson und Mark Martin an, musste seine Spitzenposition aber sofort an Johnson abgeben. Zehn Umläufe später zog dann Martin am Teamkollegen vorbei, Junior hatte sich zu diesem Zeitpunkt übrigens nach außerhalb der Top20 verabschiedet, weil er bekanntlich kurz davor auf einen Reifenwechsel verzichtete.

Bis zur Rennhälfte in Runde 100 kehrte dann allmählich wieder Ruhe ein, nur unterbrochen durch Boxenstopps unter grüner Flagge. Die Top5 danach lauteten Mark Martin, Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Clint Bowyer und Tony Stewart. Damit hatten sich die wichtigen Fahrer für die Rennentscheidung an der Spitze sortiert.

In Runde 114 war es um Mark Martins 5,6-Sekunden-Führung geschehen, als NASCAR Trümmerteile auf der Strecke fand. Jeff Gordons Crew arbeitete in der Folge an der Box schneller als der Rest des Feldes, was die #24 wieder in Führung spülte. In Umlauf 126 setzte sich dann allerdings Clint Bowyer erstmals in Führung, der ab diesem Zeitpunkt seinen Anspruch auf den Sieg bedeutend untermauerte.

In Runde 137 war es mit der Entspannung jedoch vorbei, weil Marcos Ambrose seinen Toyota erneut umdrehte. Der Restart läutete vier Umläufe später eine turbulente Schlussphase ein, die Clint Bowyer anführen sollte. In den Top5 hatte sich zu diesem Zeitpunkt kaum etwas verändert, lediglich Denny Hamlin war von ganz hinten auf Platz 5 vorgerückt und verdrängte Jimmie Johnson auf den sechsten Rang; ein Getriebewechsel vor dem Rennen zwang Hamlin zur Aufgabe seines eigentlichen Startplatzes. Jeff Gordon, Mark Martin und Tony Stewart belegten vor der #11 die Plätze 2 bis 4.

Gelbphase Nummer 6 – erneut wegen „debris“ – folgte auf dem Fuße und brachte beim Neustart einen Wechsel an der Spitze: Tony Stewart, der spätere Sieger, setzte sich nun vor Bowyer in Führung. Zwischenzeitlich ging es im Kampf um wertvolle Positionen immer wieder drunter und drüber, teilweise fuhren die Piloten sogar zu fünft(!) nebeneinander durch die Turns. So ein actiongeladenes Fontana-Finale gab es selten zu sehen und der Grund dafür dürften die direkt aufeinanderfolgenden Gelbphasen gewesen sein. So war es keinem Fahrer möglich, sich allzu weit vom Rest des Feldes abzusetzen. Diese Tatsache wurde später auch Clint Bowyer zum Verhängnis.

Als nächster Chase-Pilot war Kyle Busch an der Reihe, seine Titelchancen zu begraben, als bei der #18 der Toyota-Motor seinen Geist aufgab. Mit fast 200 Punkten Rückstand auf Jimmie Johnson dürfte der jüngere Busch-Bruder in den verbleibenden sechs Playoff-Rennen nun wesentlich schlechtere Karten haben als noch zuletzt.

Das Benzinfenster konnte man bei noch 40 zu fahrenden Runden schließen, wobei Juan Pablo Montoya aber ziemlich hoch pokerte und nur zwei neue Reifen auf die ondulierte #42 ziehen ließ. Der Meute, bestehend aus Tony Stewart, Ryan Newman, Clint Bowyer und Mark Martin, war der Kolumbianer dann deshalb auch ein dankbares Opfer.

In Runde 168 folgte der große Moment von Clint Bowyer, denn er hatte das dominante Auto auf den „long runs“, das zeigte etwas früher ja auch die Übernahme der Führung von Jeff Gordon. An Tony Stewart vorbeigezogen, erkämpfte er sich einen mehrsekündigen Vorsprung, der ihm wohl den Rennsieg beschert hätte, doch NASCAR fand 17 Runden vor dem Ende „debris“ auf der Gegengerade. Clint Bowyer war im ersten Moment völlig außer sich und wetterte über den Bordfunk, was das denn nun sollte. Da die Trümmerteile allerdings nicht zu übersehen waren und zudem auch innerhalb des „grooves“ lagen, war Gelbphase Nummer 8 natürlich völlig berechtigt.

Der Großteil des Feldes zog nun an der Box noch einmal vier neue Reifen auf, da sich diese Kombination auf längere Sicht bewährt hatte. Lediglich Paul Menard und Regan Smith sorgten für Aufregung, indem sie nur deren zwei Pneus aufschnallen ließen.

12 Runden vor Schluss stand der Restart an, bei dem Tony Stewart und der Rest der Top10 den Taktik-Spielern keine Chance ließen. Zeit für Roush-Fenway-Drama, die Dritte: Auch Matt Kenseth kam nicht ungeschoren davon, denn so kurz vor dem Ende zollte auch sein Ford-Triebwerk der Motor-mordenden Strecke in Fontana Tribut. Er konnte das Rennen zwar noch beenden, jedoch musste er sich mit eindeutigen Rauchzeichen aus den Top10 verabschieden. Die neunte und letzte Gelbphase war daraufhin jedoch nicht Kenseth geschuldet, sondern Kurt Busch und David Ragan. Das macht die Probleme von Jack Roush natürlich nicht kleiner, kam somit doch kein einziges seiner vier Teams heil durch das Rennen. Ragan übersah Busch auf der äußeren Linie und wurde von diesem ausgangs von Turn 4 umgedreht, wodurch beide Fahrer in der Mauer landeten.

In den verbleibenden zwei Runden nach dem letzten Restart konnte Clint Bowyer den Stewart-Haas-Chevrolet von Tony Stewart allerdings nicht mehr abfangen. Stewart gelang somit der zweite Saisonsieg und ein dringend benötigter Sprung in der Fahrerwertung. Mit etwas mehr als 100 Punkten hinter Jimmie Johnson wahrt er vorerst alle Chancen auf die Meisterschaft. Clint Bowyer musste sich mit Platz 2 begnügen, einen Rang vor Jimmie Johnson, der Dritter wurde. Kasey Kahne und Ryan Newman komplettierten die Top5, wobei Kahne in einem unauffälligen Rennen endlich mal wieder ein solides Resultat einfuhr.

Mark Martin beendete seine maue Serie endlich als guter Sechter vor den drei Chasern Kevin Harvick, Denny Hamlin und Jeff Gordon. Gordon hatte dabei noch Glück, denn zwischenzeitlich verlor er wegen einer Geschwindigkeitsübertretung inklusiver anschließender Strafe viele Plätze. Auch Harvick wurde übrigens einmal zu schnell erwischt. David Reutimann schob sich als letzter Fahrer in die Top10.

Dahinter kamen Joey Logano und Regan Smith ins Ziel, wobei Smith von der taktischen Finesse mit den nur zwei neuen Reifen kurz vor Schluss profitierte. Elliott Sadler wurde 13. vor Juan Pablo Montoya, der sogar zwei Mal zu schnell in den Boxen erwischt wurde. Hinter Sam Hornish Jr kam Dale Earnhardt Jr auf Platz 16, nachdem er zuvor im Rennen weiter vorne unterwegs war. Die gesamte Hendrick-Flotte kam somit in den Top16 ins Ziel, wobei Earnhardts Leistungen trotz des recht guten Ergebnisses weiterhin Anlass zur Sorge bereiten. Polesitter Jamie McMurray musste sich am Ende mit Rang 17 zufrieden geben. Paul Menard brachte der taktische Kniff im Gegensatz zu Smith nicht viel, er wurde nur 22.

Die restlichen Chaser kamen außerhalb der Top20 ins Ziel und verloren dabei wichtige Punkte auf den Tabellenführer Jimmie Johnson: Mit Kurt Busch (21.), Jeff Burton (23.), Matt Kenseth (30.), Carl Edwards (34.), Kyle Busch (35.) und Greg Biffle (41.) betraf das sogar die Hälfte der zwölf Playoff-Piloten.

In der Meisterschaft bedeutet das Rennergebnis folgendes: Jimmie Johnson konnte seinen Vorsprung auf Denny Hamlin etwas ausbauen und hat nun 36 Punkte Vorsprung. Innerhalb von 100 Punkten hinter Johnson liegen Kevin Harvick (-54) und Jeff Gordon (-85). Der Sieg brachte Tony Stewart wieder etwas näher an die Spitze heran, allerdings beträgt sein Rückstand immer noch 107 Zähler. Eng wird es langsam für Kurt Busch (-140) und Carl Edwards (-162), die benötigen schon ein Top-Resultat in nächster Zeit, um ihre Chancen auf die Meisterschaft zu bewahren. Jeff Burton (-177) und Kyle Busch (-187) sind wohl bereits aus der Entscheidung heraus.

Ganz finster sieht es bei Greg Biffle (-215), Matt Kenseth (-241) und Clint Bowyer (-247) aus, da ist vermutlich alles gegessen. Besonders bitter ist die 150-Punkte-Strafe für Bowyer, da er ansonsten auf Rang 5 in der Meisterschaft stünde. Roush-Fenway Racing hat sich mit gleich drei technischen Defekten in Fontana auch keinen Gefallen getan und dadurch mindestens einen aussichtsreichen Fahrer mit Titelchancen verloren.

In der Owner-Wertung wird es zunehmend interessanter, da David Gilliland die #38 von Front Row Motorsports auf einen tollen 20. Platz bringen konnte. Kevin Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports war dagegen auf Rang 31 der erste Fahrer mit Rundenrückstand, noch dazu gleich deren drei. Das sagt zum einen etwas über die Qualität des Fontana-Rennens aus, zum anderen über die Fahr- und Abstimmungskünste des Rookies. Der Kampf um die Top35 hat sich schließlich final zugespitzt: Nur noch 25 Pünktchen trennen die #38 und die #7, ein Platzierungswechsel und damit auch der Wechsel des garantierten Startrechts könnte schon in Charlotte oder Martinsville erfolgen. Vor den beiden Teams liegt die #71 von TRG Motorsports und auch hier tragen die „start & park“-Einsätze nicht viele Früchte, 43 Zähler Vorsprung auf Rang 36 sind die Folge. Weil Patrick Carpentier die #26 in Fontana nicht qualifizieren konnte, hat das Team von Bill Jenkins jetzt wieder 170 Punkte Rückstand.

In den nächsten beiden Wochen geht es nach Charlotte und Martinsville, welche verdammt gute Strecken für Jimmie Johnson darstellen. Alleine in Martinsville haben zum Beispiel Johnson und Denny Hamlin ganz alleine die Siegerlisten der letzten paar Jahre gestellt. Vor Fontana war der Chase weit offen, doch die Fehlschläge einiger Teams haben nun das Favoritenfeld verkleinert. Es bleibt spannend…

NASCAR war leider nicht wie gewohnt schnell mit den üblichen Grafiken, die folgen dann im Laufe des Tages noch! An dieser Stelle deshalb vorerst Links zu Jayski.com, dort gibt es die Übersichten zur Fahrerwertung und den Top35 der Owner-Points.

214990 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Sharon_Stone_Kenny_Loggins_1 214991 214993 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Kyle_Busch_media_RJ 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_pit_stop 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_David_Ragan_Kurt_Busch_HH 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_leads_Clint_Bowyer_HH 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_finish_line_JM 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_Victory_Lane_Jason_Smith 2010_Auto_Club_Oct_NSCS_race_Tony_Stewart_Victory_Lane_Tom_Pennington Web OnTheBubbleNSCS2010_30AutoClub1

October 08 2010

06:28

NASCAR: Vorschau Fontana Oktober 2010

Fontana im Bundesstaat Kalifornien beheimatet den Austragungsort des vierten Chase-Rennens 2010: den Auto Club Speedway. Die Strecke ist nicht unumstritten und hat für das nächste Jahr bereits einen Termin abgeben müssen. Jimmie Johnson gilt am Wochenende als Favorit.

Im Sommer dieses Jahres traf NASCAR eine Entscheidung bezüglich des Rennkalenders für 2011. Dabei verloren Atlanta sowie der Auto Club Speedway jeweils eines ihrer Saisonrennen zugunsten von Kentucky und Kansas. Das 2-Meilen-Oval trägt daher in diesem Jahr zum vorerst letzten Mal ein Chase-Rennen aus und rückt in der nächsten Saison hinter Bristol an die fünfte Stelle, nach der bekanntlich die neuen Owner-Points des jeweiligen Jahres gelten. Der Chase-Termin geht über eine Distanz von 400 Meilen und fällt weg, das neue Rennen im Frühjahr wird dann wie gewohnt über 500 Meilen gefahren. Ich frage mich, ob eine Kürzung nicht besser gewesen wäre.

Die Diskussion, welche mein Artikel bezüglich der Rennlänge auslöste, hatte grundsätzlich den Tenor, dass die Rennen nicht zu lang seien. Einige genannte Ausnahmen umfassten dabei allerdings Pocono und eben Fontana. Zum einen sollte man der Strecke vielleicht das Zugeständnis machen, bei nur noch einem Termin wenigstens über 500 Meilen fahren zu dürfen, zum anderen können 500 Meilen in Fontana auch schon mal langweilig werden: In den letzten drei Jahren ging keine der langen Ausgaben in weniger als dreieinhalb Stunden über die Bühne, was sich bei einem schnell auseinandergezogenen Feld als zähes Kaugummi entpuppte. Die Anzahl der Cautions variierte dabei zwischen 5 und 12, wobei es in diesem Jahr bisher vergleichsweise weniger Gelbphasen gab als noch 2009. Vor allem die ersten Rennhälften waren 2010 ziemlich ereignislos. Schauen wir also, was uns erwartet.

Sieht man sich die Statistiken der einzelnen Fahrer in den bisherigen Jahren an, dann dürfte der Sieg an diesem Wochenende nur über Jimmie Johnson gehen. Der Kalifornier verfügt bei seinem Heimrennen über eine unglaubliche Statistik: Von den letzten sechs Fontana-Ausgaben gewann er ganze vier. Dazu kommt, dass er seit 2006 nur zwei Mal nicht in die Top3(!) gefahren ist. Ein weiterer Chase-Erfolg erscheint nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Johnson hat immerhin in den letzten beiden Rennen in Dover (1.) und Kansas (2.) gezeigt, dass er derzeit dazu in der Lage ist, Top-Ergebnisse zu produzieren.

An zweiter Stelle sehe ich wie in Kansas Roush-Fenway Racing, die nun nach dem zweiten Saisonsieg von Greg Biffle wieder an der Spitze angekommen sind. Vor allem Fontana war bis vor zwei Jahren eine der erfolgreichsten Strecken für die Ford-Truppe von Jack Roush. Matt Kenseth zeigte in Kalifornien bisher die besten Leistungen, indem er zwischen 2006 und 2009 drei Rennsiege einfuhr. Seit Ende 2005 waren seine schlechteren Ergebnisse fünfte und siebte Plätze, mit Ausnahme des schwachen Jahresendes 2009, wo er nur 13. wurde. Im diesjährigen Frühling kam er ebenfalls als Siebter ins Ziel.

Auch Carl Edwards sollte noch ein wenig bessere Chancen auf den Sieg haben als Biffle, denn seine Bilanz zeigt in zehn von zwölf seiner bisherigen Fontana-Rennen Top7-Ergebnisse. Dabei gelang ihm ein Sieg im Frühjahr 2008, das Jahr in dem er gemeinsam mit Kyle Busch eine ernsthafte Gefahr für Jimmie Johnson gewesen ist, nur um danach im Ford-Tief der letzten Saison zu verschwinden. Teamkollege Greg Biffle gewann zwar schon zwei Rennen in diesem Jahr für Ford und Roush-Fenway Racing, kann jedoch seit 2006 als Top-Ergebnisse nur einen zweiten, vierten und zehnten Platz vorzeigen.

Die restlichen Chase-Fahrer liegen in Fontana ziemlich gleich auf, wobei aber Jeff Gordon in den letzten Jahren besonders viel Konstanz gezeigt hat – wenn auch kein Sieg für ihn drin war. Seit Ende 2006 fuhr er in acht Rennen fünf Top5-Ergebnisse ein, wobei drei davon undankbare zweite Plätze darstellen.

Tony Stewart konnte in den letzten fünf Fontana-Ausgaben immerhin vier Top10-Ergebnisse zusammentragen, dabei ist das beste Resultat aber lediglich ein fünfter Platz. Konstanz-Experte Kevin Harvick gelang dasselbe, er durfte sich aber ein Top5 mehr anrechnen lassen. Im Frühjahrsrennen kam er auf den zweiten Platz und sollte ähnliches zum Ende dieser Wahnsinnssaison auch wiederholen können. Ein Sieg erscheint insofern möglich, als dass er 2010 eine Ausgabe der Schwesterstrecke in Michigan gewann.

Die Busch-Brüder sind ebenfalls fleißige Top10-Sammler in Fontana: Kyle Busch startete Ende 2005 mit einem Sieg durch und schloss von den neun folgenden Ausgaben nur zwei nicht in den Top10 ab; drei davon waren sogar Top5s. Kurt Busch fuhr 2007, 2009 und 2010 Top10-Ergebnisse ein, 2008 war dagegen ein nicht so erfolgreiches Jahr für den Penske-Piloten. Ähnlich wie bei Tony Stewart hat auch Kurt in diesem Zeitraum nur ein Top5-Resultat eingefahren.

Schadensbegrenzung werden an diesem Wochenende wohl Denny Hamlin und Jeff Burton betreiben müssen. Hamlins Ergebnisse seit 2008 lauten 41/3/37/6/29. Burton kommt auf 17/12/32/30/3, hat aber aus 2007 zwei vierte Plätze zu Buche stehen. Mit etwas Glück erscheinen Top10-Resultate möglich, wenn sich beide schadlos halten. Für einen Top5-Ausreißer müsste aber schon einiges zu ihren Gunsten laufen.

Auch bei Clint Bowyer verheißt die Fontana-Statistik keinen Sieg, wobei sich seine Hoffnungen auf die Meisterschaft nach der nur halbwegs erfolgreichen Revision sowieso zerschlagen haben dürften. In der letztmöglichen Instanz wurden die Sperren von Crew- und Car Chief um zwei Rennen auf vier Events gekürzt und die Geldstrafe für Shane Wilson von 150.000 auf 100.000 US-Dollar herabgestuft. Die 150-Punkte-Abzüge in Fahrer- und Owner-Wertung bleiben jedoch bestehen. Interessant ist, dass der bestellte Experte für Unfallrekonstruktion nicht vor dem Berufungsausschuss aussagte und auch keinen Zugang zu Bowyers Auto unter NASCAR-Verschluss einforderte.

Außerhalb der Chase-Ränge muss man aufgrund von Fords-Fontana-Stärke wohl auch David Ragan für ein Top10-Resultat im Blick behalten. Wahrscheinlicher ist ein solches Ergebnis aber für die Ford-Konkurrenten AJ Allmendinger und Paul Menard bei Richard Petty Motorsports, die in den letzten Saisonrennen mit ebensolchen brillieren konnten. Joey Logano fuhr im Frühling in Fontana auf einen starken fünften Platz und kann aus den letzten vier Saisonläufen auch zwei Top5s vorweisen. Logano könnte somit das beste Ergebnis für Joe Gibbs Racing an diesem Wochenende holen, wenn es für ihn glattläuft.

Ryan Newman legte zuletzt ein paar gute Top11-Ergebnisse auf den Asphalt: Zu Beginn der verpassten Chase-Qualifikation begann die Serie, welche nun schon über sechs Rennen anhält. In Fontana steht für ihn seit 2006 allerdings nur ein Top10-Resultat in den Büchern. Mark Martin findet gerade zu seiner alten Form zurück und könnte Fontana nutzen, um endlich mal wieder in die Top5/10 zu fahren. Im Frühjahr war immerhin ein vierter Platz für den Routinier drin und auch die Jahre zuvor waren nicht unbedingt unerfolgreich: Seit 2004 ist Martin nur zwei Mal nicht in die Top12 gefahren. Juan Pablo Montoya könnte auch mal wieder ein gutes Resultat gebrauchen, nachdem er in den vergangenen drei Rennen etwas geschwächelt hat. Platz 11 und 3 im letzten Jahr waren seine besten Fontana-Resultate, im Frühjahr fiel er mit einem Motorschaden aus.

Insgesamt gesehen sollten an diesem Wochenende also Jimmie Johnson oder einer der drei besseren Ford-Piloten von Roush-Fenway Racing die Nase vorn behalten. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass der Sieg von Greg Biffle keine Eintagsfliege war und sich die Aufholjagd von Ford auch konsequent fortsetzt. Denny Hamlin wird einige Probleme damit bekommen, in der Meisterschaft nicht den Anschluss zu verlieren, wobei er mit Martinsville ja noch ein Ass im Ärmel hat. Kevin Harvick kann durch einen guten Punktetag den Abstand zu Johnson halten oder sogar verkürzen. Alles in allem muss man aber die Ergebnisse der Freien Trainings abwarten, um die Situation noch besser einschätzen zu können.

In der Meisterschaft dürften nach vier Rennen dann neben Bowyer auch noch weitere Fahrer aus der Entscheidung fallen, so haben ja Tony Stewart (-127) und Matt Kenseth (-149) bereits weit mehr als 100 Zähler Rückstand auf die Spitze. Dass man in einem Rennen gut Punkte aufholen kann, zeigte bekanntlich Greg Biffle am vergangenen Wochenende in Kansas. Bei aller Herumrechnerei bleibt aber abschließend zu sagen, dass es nach jeweils einem Drittel der vergangenen Playoffs bisher noch nie so eng war.

Nach der Chase-Fahrer-Statistik für Fontana folgen noch die TV-Ausstrahlungsdaten für das gesamte NASCAR-Wochenende. In der nächsten Woche steht dann in Charlotte das letzte Nachtrennen des Jahres an, wobei Fontana als Westküstenrennen ja auch erst um 21 Uhr beginnt. In der Nationwide Series wird Danica Patrick nach dem Ende der IndyCar-Saison alle der letzten fünf verbleibenden Rennen bestreiten. Das Fontana-Rennen an diesem Wochenende ist dabei bereits ihr zweiter Auftritt auf dem Auto Club Speedway, im Frühling wurde sie 31.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 08.10.
20:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
00:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 09.10.
17:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, nicht im TV
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, nicht im TV
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (CampingWorld.com 300), ESPN2

Sonntag, 10.10.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Pepsi Max 400), ESPN

October 05 2010

06:19

NASCAR: Analyse Kansas 2010

Greg Biffle gewann das dritte Chase-Rennen in Kansas und brachte sich damit wieder in Schlagdistanz zur Spitze der Meisterschaft, die nun Jimmie Johnson anführt. Kyle Busch und David Reutimann peppten den Rennverlauf durch eine kleine Fehde zusätzlich auf.

Nachdem zuletzt Jimmie Johnson die Oberhand behielt, musste er sich an diesem Wochenende knapp Greg Biffle geschlagen geben, der den zweiten Saisonerfolg für Roush-Fenway Racing und Ford einfuhr. Als Zweiter konnte Johnson aber genügend Punkte sammeln, um dem bisherigen Tabellenführer Denny Hamlin die Spitzenposition abzujagen. Das Rennen selbst war ein abwechslungsreiches und mit nur knapp drei Stunden Länge auch recht kurzes. Insgesamt fünf Cautions sorgten für Zäsuren, in deren Folge sich immer wieder unterschiedliche Fahrer an die Spitze des Feldes setzten. Am Ende lag Greg Biffle nach einer erfolgreichen „wedge“-Verstellung die letzten und entscheidenden 60 Runden in Front.

Polesitter Kasey Kahne konnte seine Führung nicht lange verteidigen und wurde bereits nach 28 Runden von Jeff Gordon abgelöst. Was nach dem Qualifying ein erfolgversprechendes Rennen andeutete, sollte für Kahne allerdings später in einem Desaster enden. Seinen beiden Teamkollegen Paul Menard und AJ Allmendinger war das Glück dagegen holder, was dennoch Top10-Resultate für Richard Petty Motorsports ermöglichte.

Die erste Gelbphase löste Juan Pablo Montoya in Runde 41 aus, als er in Turn 3 die Mauer streifte und damit sein Rennen bereits frühzeitig vergeigte. Den Restart führte nach den ersten Boxenstopps dann Jeff Gordon an, der seine Spitzenposition nicht aufgeben musste. In Runde 52 kam es zum ersten, in der Überschrift erwähnten, Scharmützel zwischen Kyle Busch und David Reutimann: Busch schob Reutimann in der Mitte von Turn 1 und 2 leicht an, weil Letzterer kurz vom Gas ging. Da Kyle die #18 natürlich nicht ebenso schnell verlangsamen konnte, um der #00 auszuweichen, gab es den unvermeidlichen „bump“, der Reutimann mit einem Dreher in die Mauer schickte. Eine Fortsetzung sollte später noch für Aufregung sorgen, der Ausgang ist im verlinkten Video aber schon mal zu sehen.

Wieder unter Grün war die Zeit an der Spitze für Jeff Gordon gezählt, nachdem Matt Kenseth die #24 schon einen Umlauf nach dem Restart in Runde 56 überholen konnte. Weitere 25 Umläufe später setzte sich Tony Stewart in Führung und sollte dort auch vor und nach den folgenden beiden „green flag stops“ verbleiben. Angemerkt sei noch, dass Patrick Carpentier einige Führungskilometer sammeln konnte, indem er bei den ersten Boxenstopps unter grüner Flagge ganze 10 Runden länger als Stewart draußen blieb und dem Rennen damit im Falle einer Caution sicherlich zusätzliche Würze verliehen hätte.

Etwas mehr als 100 Runden vor dem Ende, und somit weit in der zweiten Hälfte des Rennens, folgte schließlich die „payback“-Aktion seitens David Reutimann. Der hatte zu diesem Zeitpunkt nach einer Reparaturpause schon mehr als drei Runden Rückstand angehäuft, als Kyle Busch die #00 schließlich ein weiteres Mal überrundete. Ausgangs Turn 2 zog Reutimann dann nach oben, um die #18 umzudrehen. Das verlief allerdings nicht wie geplant, denn die beiden Wagen berührten sich wie im Video oben zu sehen mit den Reifen. Augenscheinlich hatte Reutimann das schlechtere Ende erwischt, denn er war es, der letztlich in einen Dreher geschickt wurde.

Jedoch taten sich kurz darauf schwere Handling-Probleme an der #18 hervor, was an der Box bei einem schnellen Assessment als Schaden an der „track bar“ diagnostiziert wurde. Ein Austausch hätte Busch wohl mehrere Runden gekostet und den Meisterschaftsanwärter aussichtslos zurückgeworfen. Deswegen entscheid man sich bei Joe Gibbs Racing für umfassende Chassis-Veränderungen, um das Fahrverhalten auszugleichen und ohne Reparaturstopp kostbare „track position“ zwecks Schadensbegrenzung zu retten. Diese Entscheidung sollte sich dann auch tatsächlich auszahlen.

Busch wetterte zwischenzeitlich über Funk, dass er sich nach dem Rennen um Reutimann kümmern würde, falls NASCAR es nicht täte. Nach dem Siegerinterview zeigte ESPN die mit Spannung erwarteten Szenen, wenn auch nicht in aller Detailliertheit: Einer hitzigen Diskussion zwischen Kyle Busch und Teamchef Joe Gibbs folgte Buschs Gang in Richtung „hauler“ der #00. Darin verschwunden gab es dann leider keine Bilder mehr und auch die Pressemitteilungen von Michael Waltrip Racing und Kyle Buschs Website sind jetzt nicht sehr aufschlussreich. Kyle gibt lediglich zu, dass er die Schuld am ersten Vorfall gehabt hätte. Ich frage mich allerdings, ob Busch wirklich so schnell hätte reagieren können, wie er das im Nachhinein anscheinend gerne getan hätte.

Zurück zum weiteren Rennverlauf: Da die letzten Boxenstopps erst wenige Runden zurücklagen, fingen einige Teams mit Strategiespielchen an. Kevin Harvick blieb ebenso wie Mark Martin und Ryan Newman draußen und setzte sich damit in Führung. Matt Kenseth, Greg Biffle und Jeff Gordon ließen jeweils zwei neue Reifen aufziehen, während Tony Stewart und Jeff Burton nur den „gas man“ zur Arbeit beriefen. Fünf Runden nach dem Restart in Umlauf 164 löste Kasey Kahne die vierte und vorletzte Gelbphase aus, als er nach einem Reifenplatzer in die Mauer abbog. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, fuhr Kahne recht fix an die Box, wobei die Überreste seines Reifens dann den gesamten Kotflügel auseinanderrissen. Ob das nun so eine gute Entscheidung war? Sie brachte ihm in der Folge eine mehrründige Reparaturpause und ein Finish nur knapp vor den „start & park“-Teams ein.

Direkt nach dem Restart in Runde 171 übernahm Tony Stewart erneut für kurze Zeit die Führung, bevor Kevin Conway mit einem Motorschaden die letzte Caution in Umlauf 186 auslöste. Die umfangreichen Säuberungsarbeiten sorgten für insgesamt neun Runden unter gelber Flagge, und dass obwohl der Rookie sofort vorbildlich die Ideallinie verließ. Jamie McMurray gewann das Rennen aus der Boxengasse vor Paul Menard, weil beide Fahrer auf nur zwei neue Reifen setzten. Greg Biffle, Matt Kenseth und Tony Stewart komplettierten beim letzten Restart zu Beginn dieser entscheidenden Phase die Top5. Dann ging es Schlag auf Schlag, als zunächst Menard den Führenden McMurray direkt beim Neustart kassierte und Ersterer sich mit den älteren Reifen zehn Runden später dem Rennsieger Greg Biffle geschlagen geben musste.

Bei den folgenden letzten Boxenstopps unter grüner Flagge ging für Biffle und das Team mit der #16 alles glatt, weshalb er für Ford und Roush-Fenway Racing den zweiten Saisonsieg einfahren konnte. Durch seine Superserie in den vergangenen Kansas-Rennen kam dieser Erfolg nicht ganz unerwartet und spätestens nach den Zeiten der Freien Trainings war klar, dass Ford und Chevrolet wie erwartet das Rennen vor Toyota machen würden. Der beste Japaner kam lediglich auf Platz 12 ins Ziel, der bestplatzierte Dodge auf Rang 13. Chevy und Ford teilten sich die Top10 gerecht mit 5:5 auf. Damit ist Ford nun augenscheinlich wieder zurück an der Spitze auf den Intermediate-Ovalen, die im Chase aufgrund ihrer überproportionalen Häufigkeit bekanntlich sehr wichtig sind. Mit Fontana und Charlotte folgen jetzt zwei weitere dieser Strecken, wobei der Auto Club Speedway zwar ein Zweimeiler ist, aber eine ehemalige Ford-Domäne darstellt.

Die Ergebnisse der anderen Chaser im Überblick:

- Sieben Playoff-Teilnehmer hatten ein gutes Rennen und sortierten sich geschlossen in den Top7 ein: Greg Biffle, Jimmie Johnson, Kevin Harvick, Tony Stewart, Jeff Gordon, Carl Edwards und Matt Kenseth.

- Denny Hamlin und Kurt Busch bekamen ihren Wagen nicht allzu gut abgestimmt, betrieben aber mit den Plätzen 12 und 13 Schadensbegrenzung.

- Clint Bowyer und Jeff Burton starteten beide im Bereich der Top25 und gingen danach unterschiedliche Wege. Während Bowyer sich nach einer Überrundung zurückkämpfte, fuhr Burton längere Zeit in den Top5 mit. Am Ende landeten die Teamkollegen dann wieder in unmittelbarer Nähe: Bowyer auf Platz 15 und Burton auf Rang 18.

- Kyle Busch konnte nach seinem Duell mit David Reutimann Schadensbegrenzung betreiben und verlor nach kleineren Reparaturen lediglich eine Runde. Das reichte aber schon für das schlechteste Ergebnis aller zwölf Chaser: Rang 21!

Kansas zeigte am Wochenende, wie wichtig es ist, an einem schlechten Tag noch eine Menge herauszuholen. Ein Top20-Resultat ist schon die mindeste Pflicht, um in der Meisterschaft nicht den Anschluss zu verpassen.

Resultate anderer Piloten:

- Die Top11 komplettierten Paul Menard (8.), Ryan Newman (9.), AJ Allmendinger (10.) und Jamie McMurray (11.).

- Mark Martin fährt jetzt seit einiger Zeit wieder stärkere Rennen und kam auf Platz 14 ins Ziel. Bis zum Saisonende kann und muss der Routinier sich aber noch weiter steigern.

- Dale Earnhardt Jr haderte wieder mit der Abstimmung und tat sich zu keinem Zeitpunkt im Rennen hervor. Schlussendlich landete er mit einer Runde Rückstand hinter Kyle Busch auf Rang 22.

- Juan Pablo Montoya wurde nach seinem Mauerkuss mit einem beschädigten Auto nur noch 29ter, David Reutimann kam auf Platz 35 ins Ziel und Kasey Kahne fing sich nach dem Reifenplatzer sogar 49 Runden Rückstand ein und beendete das Rennen auf Rang 37.

In der Meisterschaft sind die Abstände nach dem schlechteren Abschneiden von Denny Hamlin nun noch enger geworden, was die unten angehängte Tabelle zeigt: Acht Fahrer liegen nach drei Chase-Rennen noch innerhalb von 100 Punkten hinter dem neuen Spitzenreiter Jimmie Johnson – ich habe Jeff Burton mal mitgezählt, der hat ja nur ein Pünktchen mehr auf die 100 Zähler. Tony Stewart (-127) und Matt Kenseth (-149) benötigen dringend einen Sieg und bei Clint Bowyer hat man die Saison bereits abgehakt. An der Spitze ist es denkbar knapp und Kevin Harvick könnte mit weiteren super-konstanten Ergebnissen bald die Führung übernehmen, die er bei den „Classic Points“ noch innehat. Wenn Johnson aber seine bekannte Chase-Form abrufen kann, ist er bald auf und davon, zumal mit Fontana, Charlotte und Martinsville die nächsten drei Strecken zu seinen besseren gehören.

Die Owner-Wertung wird immer enger, Dave Blaney konnte nach dem Motorschaden von Kevin Conway die #38 noch näher an die #7 bringen. Auch Patrick Carpentier bescherte der #26 dringend benötigte Zähler, nachdem der eigentlich erfahrenere Jeff Green das Auto zuletzt zweimal nicht qualifizieren konnte. Der Punktabstand am „cut“ beträgt jetzt nur noch 63 Zähler, womit bei gleichbleibender Tendenz und Conway im Auto von Robby Gordon Motorsports der Wechsel des garantierten Startplatzes nach dem Rennen in Martinsville stattfinden könnte. Auch die #71 von TRG Motorsports gerät nach einigen „start & park“-Einsätzen mittlerweile stark in Richtung Ende der Top35, nur noch 96 Punkte beträgt der Abstand auf Platz 36.

214573 214574 214575 2010_Kansas_Oct_NSCS_Tony_Stewart_leads 2010_Kansas_Oct_NSCS_Kyle_Busch_car_on_pit_road 2010_Kansas_Oct_NSCS_Kasey_Kahne_tire_goes_down 2010_Kansas_Oct_NSCS_Jimmie_Johnson_Denny_Hamlin_on_track 2010_Kansas_Oct_NSCS_16_pit_stop 2010_Kansas_Oct_NSCS_checkered_flag 2010_Kansas_Oct_NSCS_Greg_Biffle_burnout 2010_Kansas_Oct_NSCS_Greg_Biffle_Victory_Lane Web OnTheBubbleNSCS2010_29Kansas

September 24 2010

06:23

NASCAR: Vorschau Dover September 2010

Das zweite Chase-Rennen findet an diesem Wochenende in Dover statt und einige Fahrer haben viele Punkte gut zu machen. Einer davon ist ausgerechnet der New-Hampshire-Sieger Clint Bowyer. Ein massiver Punktabzug wegen eines Regelverstoßes warf ihn weit zurück.

Clint Bowyer gewann am vergangenen Sonntag das erste Rennen des Chase in New Hampshire und rückte dadurch auf Platz 2 in den Punkten direkt hinter Spitzenreiter Denny Hamlin vor. Ein Super-Start, der nun allerdings seitens NASCAR eingebremst wurde. Die Geschichte beginnt jedoch eine Woche vorher in Richmond: Nach dem dortigen Rennen nahmen die Offiziellen das Auto mit der #33 unter ihre Fittiche und brachten es nach Concord, North Carolina ins hauseigene R&D-Center zwecks genauerer Inspektion. Dabei stellte sich heraus, dass Richard Childress Racing ziemlich haarscharf an den durch die Templates vorgegebenen Maßen arbeitet. Der Wagen war zwar innerhalb gültiger Parameter was Maße und Abstände angeht, doch es reichte dafür, dass NASCAR eine Warnung an RCR aussprach, nicht die Linie zu überschreiten.

Da NASCAR nach jeden Rennen ausnahmslos immer auch das Auto des Siegers untersucht, wurde eine Woche später direkt der zweite Wagen von Bowyer nach Concord geschickt. Und dieses Mal war passiert, wovor die Offiziellen gewarnt hatten: Der linke, hintere Kotflügel wies einen zu großen Abstand vom Boden auf. Bestraft wurde dies mit jeweils 150 Punkten Abzug in Fahrer- und Owner-Wertung. Zusätzlich suspendierte NASCAR den Crew-Chief Shane Wilson und Car-Chief Chad Haney für die nächsten sechs Rennen, Wilson erhielt noch eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 US-Dollar. Für Clint Bowyer dürfte damit schon nach dem ersten Chase-Rennen die Meisterschaft in diesem Jahr gelaufen sein, denn wie soll er 185 Punkte in den verbleibenden neun Rennen aufholen?

Teamchef Richard Childress wusste direkt den Grund für den Regelverstoß zu berichten: Nachdem Bowyer der Sprit während der Sieger-Donuts ausging, musste er von einem Abschleppwagen in die „victory lane“ geschoben werden. NASCAR-üblich geschieht das durch sprichwörtliches Anschieben. Außerdem beglückwünschten einige andere Fahrer Bowyer direkt nach dem Rennen mittels einiger „bumps“ an die hintere Stoßstange. Laut Childress hätten diese Vorfälle dafür gesorgt, dass der Kotflügel eben ein Stück zu weit nach oben gedrückt wurde.

Da stellt sich für mich die Frage, ob NASCAR nicht Recht hatte und die #33 wirklich zu extrem die Grenzbereiche beim Chassisbau auslotet. Richard Childress hat derweil gegen die Entscheidung Protest eingelegt, wird aber vermutlich keine Chance auf Erfolg haben. Wann hat NASCAR denn mal eine ausgesprochene Strafe zurückgenommen? Ganz ehrlich, das ist auch richtig so! Immerhin funktioniert die Serie gerade wegen der harten Hand der NASCAR so gut und Lobbyisten haben anders als in der Formel 1 – und momentan ganz offensichtlich in der DTM – nie große Einflussmöglichkeiten gehabt. Der einzige negative Punkt, der mir da spontan einfällt, dürfte eine fehlende Fahrer-Gewerkschaft sein. Eigentlich eine nützliche Einrichtung, hat ein Streben in ihre Richtung schon mindestens einen Fahrer die Lizenz gekostet. So verlor beispielsweise Curtis Turner 1961 für fünf Jahre seine Rennerlaubnis.

Auf der anderen Seite steht nun NASCAR und ließ durch Robin Pemberton ausrichten, dass RCR besser auf sie gehört hätte, wie vor einem Jahr Hendrick Motorsports. Zwei Autos von Rick Hendrick wurden Ende 2009 ebenfalls für zu dicht am Reglement-Limit befunden und daraufhin später erneut untersucht. HMS hatte das Problem erkannt, hausintern nachgebessert und verschwand aus dem Fokus der Offiziellen. Ohne tiefgreifende Einsicht in die Aktenlage ist es natürlich schwierig zu entscheiden, wer nun tatsächlich Recht hat. In diesem Fall ist NASCAR aber im Recht, denn die Serie wird diktatorisch geführt und die Offiziellen haben auch einiges zu verlieren, wenn die eiserne Faust nicht regelmäßig geschwungen wird. Childress sollte also einfach die Strafe akzeptieren und in Zukunft besser aufpassen, bevor NASCAR noch laut darüber nachdenkt, ein weiteres Exempel zu statuieren. Jeremy Mayfield kennt sich mit sowas ja schon genügend aus…

Die Vorschau für das zweite Chase-Rennen auf dem Dover International Speedway fällt nun leider etwas kürzer aus, da meine Zeit in der zweiten Wochenhälfte begrenzt ist. Deswegen beschränke ich mich auf die Chancen der Playoff-Fahrer in diesem Rennen:

Jimmie Johnson hätte eigentlich das Frühlings-Rennen in Dover gewonnen, doch dann nahm er sich kurz vor Schluss mit einem Speeding in der Boxengasse selbst aus dem Rennen. Er führte die meisten Runden an und konnte auf den „long runs“ Kyle Busch das Wasser abgraben. Letztendlich gewann dann aber Kyle und auch sein Teamkollege Denny Hamlin wurde als Vierter mit einem guten Ergebnis belohnt. Das war übrigens inmitten der starken Serie von Joe Gibbs Racing nach dem Wechsel vom Flügel zum Spoiler. Da beide Fahrer auch in der letzten Woche auf dem Short-Track in New Hampshire gut unterwegs waren, dürften sie auf der Betonmeile zu den Siegkandidaten gehören.

Jimmie Johnson braucht nach seinem bescheidenen Finish vom vergangenen Wochenende dringend ein Top-Resultat und das könnte er in Dover auch holen. 2009 gewann er dort auf dem Weg zu seiner vierten Meisterschaft in Folge beide Rennen und die erste diesjährige Ausgabe wäre ja auch fast sein Rennen geworden.

Dieses Wochenende könnte aber der richtige Zeitpunkt für Ford sein, um ein Wörtchen um den Titel mitzureden. Matt Kenseth hat eine besonders gute Dover-Statistik und benötigt auch dringend Punkte in der Meisterschaft. In den letzten sieben Dover-Ausgaben (seit 2007) fuhr er sage und schreibe sechs (!) Mal in die Top5, ein Sieg blieb ihm dabei aber vergönnt. Ebenfalls gut aufgestellt sind seine Teamkollegen Carl Edwards und Greg Biffle: Edwards fuhr seit 2005 nur zwei Mal nicht in die Top8 und Biffle in derselben Zeit nur drei Mal nicht in die Top9. Hier sind also Top-Resultate für Ford in Dover möglich.

Die anderen sechs Chaser haben mit Ausnahme von Clint Bowyer gute Chancen auf Top5- oder Top10-Platzierungen. Bowyer dürfte die Strafe so ziemlich alles an Momentum gekostet haben, welches er benötigt, um seine Dover-Resultate aufzupolieren. Mehr als ein achter Platz war bisher nicht für ihn drin. Der „best of the rest“ wird von Jeff Gordon angeführt, der etwas bessere Ergebnisse in Dover aufweisen kann als Kevin Harvick, Kurt Busch, Tony Stewart und Jeff Burton. Bei Harvick gehe ich eigentlich fest von einem Top10-Resultat aus, seine Statistik ist 2010 einfach der helle Wahnsinn.

Als Geheimtipp außerhalb des Chase habe ich noch David Reutimann, der am letzten Wochenende Siebter wurde und das Dover-Frühlingsrennen auf dem fünften Platz beendete. Ryan Newman dürfte für die Top10 zu haben sein und bei Jamie McMurray bin ich gespannt, ob er nach seinem guten dritten Rang in New Hampshire wieder etwas zeigen kann. Juan Pablo Montoya wurde im letzten Dover-Chase-Rennen 2009 Vierter und hat hier ansonsten nur ein weiteres Top10-Ergebnis holen können. Am letzten Wochenende schwächelte er ja etwas, vielleicht ist dieses Mal wieder ein Top10-Resultat für den Kolumbianer drin.

Zum Schluss noch die Übersicht der bisherigen, noch aktiven Sieger auf dem Dover International Speedway und der Hinweis auf die Übertragungsdaten nach den Grafiken von NASCAR-Media. Die Meisterschaftsstände habe ich ja schon in der New-Hampshire-Analyse kommentiert.

1. Jeff Gordon, Mark Martin und Jimmie Johnson (je 4 Siege)
2. Ryan Newman (3 Siege)
3. Tony Stewart, Greg Biffle und Kyle Busch (je 2 Siege)
4. Dale Earnhardt Jr., Bobby Labonte, Jeff Burton, Carl Edwards, Matt Kenseth und Martin Truex Jr (je 1 Sieg)

Ausstrahlungsdaten

Nur Sprint Cup und Nationwide Series sind an diesem Wochenende in Dover unterwegs, die Truck Series fährt ein Nachtrennen in Las Vegas. Wegen der großen Entfernung sind keine Cup-Stars am Start, allerdings stehen Nelson Piquet Jr. und Narain Karthikeyan mal wieder auf der Entry List. Las Vegas ist ein sehr lukratives Rennen und in der Qualifikation werden sich 41 Fahrer um 36 Startplätze streiten. Von den Ex-Formel-1-Piloten ist dabei nur der Inder fest qualifiziert. In der Nationwide Series tritt an diesem Wochenende zudem Danica Patrick an.

Freitag, 24.09.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
19:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, ESPN2
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2

Samstag, 25.09.
16:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (Dover 200), ESPN2
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (Smith’s Food & Drug Stores 350), SPEED

Sonntag, 26.09.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA 400), ESPN

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