Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

February 10 2014

09:55

Formel Eins: Zwischen Nasen und Lächerlichkeit

Die neuen Aerodynamikregeln in der Formel Eins, die sich die FIA im letzten Jahr hat einfallen lassen, sorgen für Unmut.

12206120705_ef396d3a6a_kSchönheit liegt immer Auge des Betrachters. Schönheit ist aber auch immer etwas, was meist der Norm entspricht. Schönheit mag die Erlaubnis haben aufzufallen, aber auch nur so weit, als sie in einem gewissen Rahmen ästhetisch erscheint. Die neuen Regeln der FIA haben die Designer vor einige Aufgaben gestellt. Der Wünsch der FIA war es, die Nase der Fahrzeuge wieder runter zu bekommen, damit die Verletzungsgefahr bei einem Seitenaufprall miniert wird. Warum die FIA allerdings nicht auch eine minimale Breite der Nasenspitze vorgeschrieben hat, weiß leider niemand. Denn genau dieses Versäumnis sorgt nun für die extremen Ausformungen in Sachen Design.

Das man mit den Regeln ein durchaus ansprechendes Fahrzeug zeichnen kann, haben Red Bull, Mercedes und McLaren bewiesen. Alle anderen sind Wege gegangen, die man teilweise nur noch als grauenvoll bezeichnen kann. Dabei können die Designer nichts für das Unglück. Ihr Ziel ist es, möglichst viel Luft unter das Auto zu bekommen, also nutzt man die Lücke im Reglement, die eben nicht besagt, wie breit die Nase vorne zu sein hat. Ob man mit der „Finger-Nase“ allerdings richtig liegt, wird man vermutlich erst in Melbourne sehen.

Den Vogel hat allerdings Caterham abgeschossen. Die Front des CT05 sieht aus wie ein Verkehrsunfall, oder nach als habe man aus Versehen drei verschiedene Fahrzeugkategorien gekreuzt. Der Wagen sieht derartig anders aus, dass er entweder ein genialer Wurf ist, oder fürchterlich untergehen wird. Da selten ein wirklich hässliches Auto den Sprung nach vorne geschafft hat, ist eher letzteres zu vermuten.

Und mit dem Caterham wird dann auch die gesamte Absurdheit der neuen Regel und die Art Weise wie diese neue Regeln zustande gekommen sind, sichtbar. Die technische Arbeitsgruppe, der Ross Brawn lange angehörte, hat die Idee ausgeheckt, die FIA hat sie in Regeln gegossen. Aber schon Mitte letzten Jahres zeichnete sich ab, dass die neuen Wagen teilweise fürchterlich aussehen werden. Newey, Montezemolo, Brawn, Allison- sie alle wiesen darauf hin, dass es schrecklich werden würde. Doch die FIA sah sich außer Stande die Regeln wieder zu ändern. Grund: Alle Teams hätten zustimmen müssen, aber offenbar waren einige schon so weit in der Entwicklung, dass man nichts mehr ändern wollte.

Heraus gekommen sind nun diese Ungetüme, die man nur noch teilweise als Formel Eins Wagen erkennt. Die Fans sind nicht begeistert und Twitter ist voller hämischer Kommentare. Ein US-Kollege meinte in Daytona zu mir: „Bevor ihr noch ein mal über die IndyCar lästert, schaut euch die F1 Autos an“. Da hat er nicht ganz Unrecht. Und das Schlimme ist, dass man die Ansicht mindestens ein Jahr ertragen muss. Die FIA kann nachträglich die Regeln nicht ändern, weil sie dann das gesamte aerodynamische Konzept einiger Teams komplett zerstören würden.

jm1431ja216Es ist nicht nachvollziehbar, wie so etwas geschehen konnte. Und dann wieder doch, dass die Formel Eins in ihrer Gesamtheit ist mittlerweile ein Konstrukt aus Eitelkeiten, Lügen, Gier und einer nicht durchschaubaren Bürokratie seitens der FIA. Fans verstehen das, was da vor sich geht, schon lange nicht mehr und Journalisten haben Probleme das alles zu verstehen und verständlich zu machen.

Die Nasen der Formel Eins 2014 sind also nicht einfach ein Unfall, ein bedauerliches Versehen. Es ist die Quintessenz von jahrelanger Miss- und Kompromisswirtschaft. Sie zeigen deutlich, was in der Formel Eins alles schief läuft. Eine Rennserie ist die F1 nur noch an ein paar Wochenenden. In der Zeit zwischen den Rennen benimmt sie sich wie ein außer Kontrolle geratener Großkonzern, in dem einzelne Abteilungen und deren Leiter um die Vorherrschaft rangeln. Auf der Strecke bleiben dabei die Kunden, besser gesagt: die Fans. Zwar wiederholen Ecclestone und Co mantraartig, dass es am Ende „nur um die Fans“ gehe, aber das klingt mittlerweile so, wie die Aussagen eines in Skandale verstrickten Unternehmens, dem „die lieben Kunden doch die wichtigsten sind“.

Man neigt immer dazu der Formel Eins ihre Fehler zu verzeihen. Egal ob Rillenreifen (Rillenreifen!!!!!) oder der Flügelsalat nebst „Dönerspieße“ im Sichtfeld der Fahrer Mitte/Ende der 2000er. Aber hier ist man sehenden Auges in eine Katastrophe gerannt, die unnötig ist. Man stelle sich nur mal vor, die DTM hätte sich ähnliches, wie groß wäre dann das Gelächter und die Häme gewesen.

Es führt kein Weg dran vorbei: die Formel Eins hat sich lächerlich gemacht. Und den Fans den Finger gezeigt.

(Bilder: Caterham, Force India)

250 total views, 250 views today

The post Formel Eins: Zwischen Nasen und Lächerlichkeit appeared first on Racingblog.

flattr this!

February 05 2014

11:20

Newshappen: Ausgabe vom 05.02.2014

Mal wieder eine Runde News aus den letzten Wochen mit vielen Links

// Zunächst mal zu Michael Schumacher. Letzte Woche gab es die Meldung, dass die Ärzte damit beginnen, das induzierte Koma langsam aufzuheben. Bedeutet: Die Medikamente, die Schumacher in einem künstlichen Schlaf gehalten haben, werden langsam reduziert. Was darauf hinweist, dass die Blutungen und Häamtome im Gehirn abgeschwollen, bzw. verschwunden sind und die Schädeldecke geschlossen wurde. Schumacher soll auf die ersten Reizen positiv reagiert haben. Diese Reize werden sehr basal sein. Es geht um Schmerzreaktionen, also reagiert das vegetative Nervensystem auf Schlüsselreize, wie einen Stich mit einer Nadel. Der nächste Schritt wird sein, dass man die künstliche Beatmung abstellt, was ein echter Fortschritt wäre. Es geht um kleine Schritte, die sich über Wochen hinziehen können. Über Spätfolgen kann man zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts sagen. Wir drücken Michael Schumacher weiter die Daumen!

// Bei Renault arbeitet man im Moment rund um die Uhr daran, die Probleme mit dem V6-Turbo abzustellen. Bisher klingt es eher so, als ob das allerdings keine leichte Aufgabe ist. Rob White, Deputy Managing Director von Renault, war immerhin so ehrlich, die Probleme klar zu benennen: “…we had problems with a sub-system within the Energy Store that did not directly concern either the battery nor the operation of the battery – it is an electronic part that was in the same housing as the Energy Store. We subsequently had problems with turbocharger and boost control systems with knock-on effects on the associated engine management systems, subsequently provoking mechanical failures.” Das klingt nicht wirklich gut. Elektrische Probleme wären zu verschmerzen und vermutlich per Software zu klären. Mechanische Probleme deuten auf ein viel größeres und tieferliegendes Problem hin. Ob das in den wenigen Tagen bis zum Bahrain-Test zu klären ist? Vermutlich nur, wenn man zunächst die Leistung reduziert. Die Testzeiten in Bahrain werden interessant sein.

// Ross Brawn hat McLaren und der Rest der Welt das “Gone Fishing” Schild gezeigt. Und zwar wortwörtlich. Er bereitet sich auf dieses Jahr auf seine Lieblingsbeschäftigung vor, dem Fischen. Eine Rückkehr hält er zunächst für ausgeschlossen. McLaren hat sich mittlerweile auch den von Lotus unverständlicherweise entlassenen Eric Boullier geschnappt und diesen als “Racing Director” eingestellt. Kann gut sein, dass er unter Ron Dennis, der nicht mehr zu allen Rennen reisen will, der verantwortliche Chef bei McLaren an der Strecke wird.

// Audi hat die Fahrerbesetzungen für die WEC bekannt gegeben. Für Alan McNish rutscht Lucas di Grassi ins Team. Die Chancen, dass Kristensen Sieg Nummer 9 in Le Mans einfahren kann, sind damit unserer Meinung nach erheblich gestiegen, denn mit Loic Duval hat man ja nun keinen schlechten Partner an Bord. In der #2 sitzen wie immer Fässler, Tréluyer, Lotterer. In der #3 werden Bonnanomi, Olli Jarvis und Albuquerque in Steuer greifen. Auch gut: Wir können schon jetzt die Ankündigung hier machen, dass wir auch 2014 wieder in Le Mans vor Ort sein werden um die Schlacht zwischen Porsche, Toyota und Audi live zu berichten.

// Auf der anderen Seite des Atlantik tut man sich in Sachen Prototypen noch etwas schwer, wie wir hier berichtet haben. Nicht völlig überraschend kommt die Ankündigung der IMSA, dass man die BoP zwischen den DP und den LMP2 für Sebring überarbeiten wird. Die DPs bekommen den vollen Diffusor (in Daytona fuhr man die letzte Spezifikation nicht), die LMP2 sollen mit dem “Low Downforce Kit” aus Le Mans an den Start gehen. Wir reden hier über rund 300 bis 400 Pfund mehr Abtrieb für die DPs und mindestens 200 Pfund weniger für die P2. Schon in Daytona lamentierten die DP-Teams, dass man in Sebring quasi chancenlos sei. Obwohl die DPs in Daytona 1.5 Sekunden schneller waren. Das Spiel geht also weiter, wobei das Problem ist, dass die “LMP2 Lobby” mit Greg Pickett (Muscle Milk), Extreme Sport und Oak relativ klein ist. Immerhin stemmt man sich gegen Ford, Chevrolet, Chip Ganassi, Michael Shank und andere.

// In der NASCAR geht es vor dem Start in die Saison auch zur Sache. Die Änderungen am Chase haben wir hier dokumentiert. Kurzgefasst: Es gibt ein Shootout von vier Fahrern im letzten Rennen, der Gewinner hat den Titel, egal wie oft er vorher gewonnen hat. Gleichzeitig hat die NASCAR den Strafenkatalog endlich mal transparent gemacht. Es gibt nun sieben Stufen im Strafensystem, wobei die erste nur eine Verwarnung ohne Konsequenzen is. Neu ist: Man verliert bei der höchsten Stufe der Strafe einen Sieg, was wichtig für den “Race for the Chase” sein kann.

// Geradezu sensationelle Neuigkeiten gibt es aus der BTCC zu berichten. Unsere allerliebste Tourenwagenserie erfährt eine massive Aufwertung durch die Rückkehr des Ex-Meisters Fabrizio Giovanardi, der einen Ford Focus für das Airwaves Team pilotieren wird. Von den allgemein bekannten wie beliebten “Hotshots, die gerne mal anklopfen” wären dann 2014 am Start: Jason Plato (MG), Matt Neal (Honda), Gordon Sheddon (Honda), Colin Turkington (BMW) [Alles Ex-Meister der BTCC], Andrew Jordan (Honda) [Meister 2013] und eben Giovanardi. Dazu kommen die ebenfalls nicht gerade zurückhaltenden Piloten wie Rob Austin (Audi), Tom Onslow-Cole (Ford), Dave Newsham (Toyota), Mat Jackson (Ford) oder Rob Collard (BMW). Man sollte seinen Popcorn-Vorrat frühzeitig anlegen.

// Und am Schluss: The return of Podcast. Ab dem 20.02. wird es wieder den Podcast geben. Zunächst mit kleineren Pausen, ab dem Start der F1-Saison dann in der üblichen Sequenz. Wir werden dieses Jahr ein paar Änderungen vornehmen. Es wird weniger um Rennberichte gehen, mehr um Hintergründe, Analysen und sonstige Auffälligkeiten. Wir versuchen uns auch auf 60 Minuten zu beschränken. Ehrlich. [Insert hier: Gelächter]

96 total views, 96 views today

The post Newshappen: Ausgabe vom 05.02.2014 appeared first on Racingblog.

flattr this!

January 18 2014

11:52

Formel Eins: Launchtermine 2014 / Ärger bei McLaren & Lotus

Die Formel Eins kommt so langsam in Schwung. In 10 Tagen startet die Testsaison mit einem ersten Auftritt der neuen Fahrzeuge in Jerez. Bei manchen Teams scheint es hinter den Kulissen allerdings hoch her zu gehen

Mart Whitmarsh on the pit wallDie Winterpause war dieses Jahr sehr kurz. Das letzte Rennen liegt kaum acht Wochen zurück und schon geht es wieder los mit der Formel Eins, die sich 2014 in einer veränderten Form präsentieren wird. Zu den vielen Änderungen wird es noch einen eigenen Artikel geben, der die neue Technik und Aerodynamik vorstellen wird. Zu sehen gibt es aber schon sehr bald etwas, denn die meisten Teams haben schon ihre Launchtermine bekannt gegeben:

McLaren – 24.01. – Online
Ferrari – 25.01. – Online
Sauber – 26.01. – Online
Toro Rosso – 27.01 – Jerez (Testfahrten)
Red Bull – 28.01. – Jerez (Testfahrten)
Mercedes – 28.01. – Jerez (Testfahrten)
Williams – 28.01. – Jerez (Testfahrten)
Caterham – 28.01. – Jerez (Testfahrten)

Fehlen noch Lotus, Marussia und McLaren. Lotus hat schon bekannt gegeben, dass man neue Auto erst in Bahrain wird zeigen können, die Testfahrten in Jerez lässt man komplett aus. Man ist schlicht und ergreifend nicht fertig geworden, laut den Gerüchten auf Twitter gibt es Probleme mit der Verkabelung und der Wärmeabführung. Aber auch sonst ist bei Lotus weiter Dampf im Kessel. Die Verluste des Teams haben sich auf astronomische 140 Millionen Euro summiert, wobei GenII Chef Gerard Lopez betont, dass 90 Millionen von GenII selber stammen, die dem Team zur Verfügung gestellt worden seien. Man habe, so Lopez, das Geld mittlerweile unter dem Punkt “Marketingausgaben” abgeschrieben, hoffe aber auf eine Rückzahlung. Bleiben noch schlappe 50 Millionen Dollar übrig, die wohl teilweise aus den Fahrergehälter für Räikkönen und Valsecchi bestehen.

Der Deal mit “Quantum” wird langsam zum running gag. Lopez sprach davon, dass der Deal vom Tisch sein. Man habe kein Geld erhalten, seit Weihnachten sei die Sache erledigt. Interessanterweise widerspricht ihm da der Team-Teilhaber Andrew Ruhan, dem 2% von Lotus gehören. Laut “Autosport” hat dieser bestätigt, dass man weiter mit Quantum verhandeln würde. Was den Eindruck hinterlässt, dass die Kommunikation im Team auch nicht gerade die Beste ist. Dazu kommt auch noch, dass der bisherige CEO des Lotus-Team Anfang Januar seinen Hut genommen hat. Trotz aller Gerüchte besteht Lopez aber darauf, dass die Saison 2014 durchfinanziert sei. Nicht zuletzt durch das Geld, das Pastor Maldonado mit ins Team bringt.

Bei McLaren hat es diese Woche ebenfalls geknallt. Ron Dennis ist wieder CEO der McLaren Group und damit auch des F1 Teams. Dennis war im Zuge des Spionage-Skandals 2008 von seinen Posten zurückgetreten und hatte sich in der Zwischenzeit um den Aufbau der McLaren Automotive Sparte gekümmert. Diese Woche gab es eine Sitzung des Aufsichtsrates, die damit endete, dass Dennis den von ihm eingesetzten Martin Whitmarsh als CEO der McLaren Group wieder ablöst. In der Pressemitteilung zu dieser Aktion wurde der Name Whitmarsh noch nicht mal erwähnt.

Laut “Autosport” hat Dennis vor den Mitarbeitern des Teams eine Rede gehalten, in dem er ankündigte, dass es in den nächsten vier Wochen auch eine Entscheidung darüber geben würde, wer das Team in Zukunft leiten wird. Ziemlich sicher ist, dass Whitmarsh es nicht mehr sein wird. Der hatte sich in den letzten zwei Jahren mit etlichen Fehlentscheidungen vorgetan und die letzten Jahren liefen jetzt nicht wirklich gut. Auch die Verpflichtung von Sergio Perez soll Ron Dennis nicht gefallen haben. Die endgültige Entscheidung Whitmarsh abzulösen, soll auch damit zusammenhängen, dass McLaren durch etliche FIA-Crashtests gefallen ist und es nun unsicher ist, ob man überhaupt zum ersten Test in Jerez wird antreten können. Derartige Fehler bringen den Perfektionisten Dennis bekanntermaßen zur Weißglut.

Es war in diesem Jahr schon auffällig wie oft Ron Dennis wieder an der Strecke zu sehen war. In den letzten Monaten hat er offenbar hinter den Kulissen immer wieder eingegriffen. Der Deal mit Honda ist durch ihn zustande gekommen, die Entscheidung Kevin Magnussen ins Team zu holen soll ebenfalls durch ihn gefallen sein. Whitmarsh soll sich für Perez ausgesprochen haben, dem er dann zum Abschied noch den Platz bei Force India besorgt hat.

Die Frage ist nun, wer den Posten von Whitmarsh einnehmen wird. Die britische Presse kennt nur einen Namen: Ross Brawn. Doch der dürfte nach seinem Abgang von Mercedes noch mit einer Art “Sperre” belegt sein. Er selbst hatte angekündigt, dass er vor Sommer 2014 keine Entscheidung über seine Zukunft treffen will. Das Datum könnte mit seiner Sperre zusammenhängen. Brawn wäre ein logischer Kandidat, zu mal er mit Honda ja schon mal lange, wenn auch nicht sonderlich erfolgreich, zusammen gearbeitet hat. Doch wer übernimmt McLaren bis Ross Brawn einsatzbereit ist? Eine Variante wäre, dass Ron Dennis die Sache selber kommissarisch in die Hand nimmt, eine andere Möglichkeit könnte die zweitweilige Beförderung von Sam Michael sein.

Klar ist, dass McLaren unter Druck steht. Nach der miserablen letzten Saison muss man wieder Ergebnisse liefern, dazu kommt, dass man nach dem Abgang von Vodafone keinen neuen Hauptsponsor an Land gezogen hat.

670 total views, 670 views today

The post Formel Eins: Launchtermine 2014 / Ärger bei McLaren & Lotus appeared first on Racingblog.

flattr this!

December 19 2013

06:35

Formel Eins: Rückblick 2013 – Mercedes

Die Saison ist um, Zeit sich mal anzuschauen, wie das Jahr für die Teams so war. Ein Rückblick und eine Analyse.

778188664-51441027112013Es war Saison voller Höhen und Tiefen für Mercedes, dazu kamen interne Schwierigkeiten und fast wäre man auch noch aus der laufenden Saison geflogen. Freunde hat sich das Team in diesem Jahr jedenfalls im Paddock keine gemacht, dafür hat man aber zum ersten Mal gezeigt, dass man auch innerhalb einer Saison das Ruder wenigstens teilweise rumreißen kann. Denn wirklich toll startete man nicht in die Saison. Nach dem überraschenden Umbau der Managementetage im Winter und der Verpflichtung von Paddy Lowe den man mit einem Fantasietitel (Geschäftsführer Bereich Technik, aber man hat schon mit Bob Bell einen “Technischen Direktor”) erst mal in der Ecke parkte, waren die ersten Auftritte des Teams im Frühjahr nicht gerade erfolgsversprechend.

Man kämpfte, mal wieder, mit Reifenproblemen. Die neuen Pirellis lösten sich auf der Hinterachse des Mercedes schneller auf, als Ross Brawn seine seine Stirn in Falten werfen konnte. Auf der anderen Seite zeigte sich aber auch, dass der W04 nicht langsam war. Wie in der Saison 2012 überzeugte der Mercedes mit seinem Speed, doch der reichte leider nur für ein paar Runden. Bei den Tests konnte man schon sehen, dass der Wagen schnell war, leider brachen die Zeiten aber nach drei bis vier Runden sehr schnell ein. Während Red Bull sich vor allem beim Verschleiß konstant zeigte, gab es bei Mercedes mal wieder nichts Neues zu berichten.

Das änderte sich in den ersten Rennen auch nicht großartig. Die Mercedes waren gezwungen mit ihren Reifen hauszuhalten. Zwar gelang es in Malaysia und in Bahrain den dritten Platz zu belegen, aber das war immer noch weit unter den gesteckten Zielen. Die Krise verstärkte sich in Barcelona, als Mercedes nur die Plätze 6 und 12 belegen konnte. Red Bull, Ferrari und Lotus lagen zu diesem Zeitpunkt deutlich besser und dass das Team den vierten Platz belegte, lag auch nur an der noch schwächeren Form von McLaren.

Es folgte der höchst umstrittene Test mit Pirelli nach dem Rennen in Spanien. Wie genau es dazu kam, ist nie richtig herausgekommen. Mercedes und Pirelli sagen, es wurden einige Teams im Vorfeld eingeladen, Red Bull bestätigte zumindest eine Einladung. Man habe aber abgelehnt, weil der der Test mit 2013er Chassis ausgeführt werden sollte, was man als Regelverstoß ansah. Auf der anderen Seite hatte Pirelli eine unklare Aussage der FIA, die wiederum einen solchen Test befürwortete, nachdem die Probleme mit den neuen Reifen immer klarer wurden. Keine Frage – der Test war nötig. Und vieles deutet darauf hin, dass FIA, die gerne Michelin in die F1 gebracht hätte, Pirelli das Leben extrem schwer machte. Mercedes wiederum hat die Chance zu einem für sie wichtigen Test gesehen und sie genutzt. Rechtliche Nachfragen blieben lieber aus, so machte man sich auch nicht so richtig “schuldig”. Ob der Test, bei dem 2014er Mischungen getestet wurden, Mercedes etwas gebracht hat?

Zumindest begann ab Monaco eine erstaunliche Siegesserie der Deutschen. Man gewann in Monaco, Silverstone und Ungarn und beide Fahrzeuge standen meist in der ersten Reihe. Mercedes holte mit großen Schritten auf Red Bull auf und so war es auch kein Wunder, dass Christian Horner und Helmut Marko bei der FIA Druck ausübten, damit Mercedes und Pirelli für den ihrer Meinung nach illegalen Test bestraft wurden.

Die FIA gab beiden einen Klaps auf die Hand, mehr passierte aber nicht. Sorgen musste sich Red Bull aber nicht machen. Denn die neuen Reifen von Pirelli passten besser auf den Red Bull, während sich Mercedes plötzlich wieder mit Problemen konfrontiert sah. Man hatte die Verschleißprobleme sehr gut in den Griff bekommen, es stellte sich aber heraus, dass man mit den neuen Reifen vor einem neuen Problem stand: Der Verschleiß war plötzlich zu niedrig und man hatte Probleme, die Pneus auf Temperatur zu bekommen. Plötzlich sah man die Mercedes im Rennen lange Stints fahren und mit der Strategie auf eine Weise zu arbeiten, wie man es sonst nur von Lotus oder Ferrari gesehen hat.

Nach der Sommerpause brachen die Leistungen wieder komplett ein. Hamilton gelang nur noch ein dritter Platz (Spa), Rosberg ein Dritter (Abu Dhabi) und ein zweiter Platz (Indien). Man kämpfte vor allem gegen Alonso und Räikkönen und es war klar, dass mehr auch nicht mehr drin sein würde. Die Stagnation bei den Ergebnissen mag damit zutun haben, dass auch Mercedes mehr auf die Saison 2014 schaute. Immerhin entwickelte man den Wagen soweit weiter, dass man am Ende knapp den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM erobern konnte.

Das war insgesamt eine gute Saison von Mercedes, auch wenn man sich, wie alle anderen Teams, von Red Bull hat demütigen lassen müssen. Interessant war, dass Mercedes zur Mitte der Saison die Reifenprobleme in den Griff bekommen hatte, während es in der zweiten Hälfte des Jahres nicht gelang, den Verschleiß wieder zu erhöhen. Man könnte meinen, dass es doch einfach sein sollte, den Verschleiß wieder auf ein Niveau zu bringen, dass man zu Beginn der Saison hatte, aber so einfach ist das mit den ganzen Updates nicht, mit denen man monatelang genau das Gegenteil erreichen wollte. Vermutlich wäre es möglich gewesen, hätte aber den Einsatz von Geld und Zeit erfordert. Beides wollte man aber lieber in die Saison 2014 stecken, was nachvollziehbar ist.

Drei Siege, mehrere Pole Positionen und ein paar interessante Rennen zeigten, dass im Team jede Menge Leben steckt und man auf dem richtigen Weg ist. Auch die internen Probleme legten sich einigermaßen, allerdings auch auf Kosten von Ross Brawn, der das Team zum Ende des Jahres verlassen wird. Paddy Lowe rückt nach und muss erst einmal beweisen, dass er mehr kann als Brawn. Zwar hat Lowe bei McLaren einen sehr guten Job gemacht, Teamchef war er allerdings noch nie. Ob er das allerdings auch im klassischen Sinne sein kann und darf, ist dann wieder eine andere Frage. Nach außen scheinen Toto Wolff und Niki Lauda das Team zu repräsentieren, im Inneren dürfte das Designteam um Aldo Costa und Geoff Willis sehr stark sein. Lowe dürfte eine Rolle spielen, die er auch bei McLaren inne hatte: Als Koordinator und Chef der unterschiedlichen Arbeitsgruppen zusammenhält und als derjenige, der die Strategie mitbestimmt.

Zu den Fahrern: Man kann weder Rosberg noch Hamilton in diesem Jahr einen Vorwurf machen. Zunächst hatte Rosberg die Nase vorn, überraschenderweise auch in der Qualifikation. Nachdem sich der Brite allerdings an den Wagen gewöhnt hatte, drehte sich die Lage etwas. In der WM konnte der Hamilton 18 Punkte mehr sammeln, allerdings Rosberg auch einen Ausfall mehr in diesem Jahr zu beklagen. Zu verdanken hat Hamilton den Vorsprung auch durch die besseren Ergebnisse zu Beginn der Saison, als Rosberg auch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Nicht vergessen darf man auch, dass der Deutsche in Malaysia per Teamorder hinter Hamilton gehalten wurde. Am Ende waren beide auf einem sehr ähnlichen und sehr hohen Niveau unterwegs.

2014 ist naturgemäß schwer vorherzusagen. Als Motorenhersteller sollte Mercedes, wie Ferrari, einen gewissen Vorteil haben. Neue Updates am Motor landen zunächst bei den Herstellern, nicht bei den Teams, die die Motoren einkaufen. Am neuen Wagen sitzt Aldo Costa seit Anfang 2013, der Motor soll, laut den Gerüchten im Paddock, der stärkste im Feld sein. Mit Rosberg und Hamilton hat man eine sehr starke Fahrerpaarung, die sich hinter Alonso und Räikkönen nicht verstecken muss. Damit sollte man eigentlich wieder in den Top 3 unterwegs sein. Aber klar ist auch, dass 2014 alles wieder anders sein kann.

148 total views, 138 views today

The post Formel Eins: Rückblick 2013 – Mercedes appeared first on Racingblog.

flattr this!

November 28 2013

15:56

Formel Eins: Ross Brawn verlässt Mercedes

Das Mercedes AMG F1 Team hat heute bekannt gegeben, dass Ross Brawn das Team verlassen wird. Die Frage ist: Warum eigentlich?

778188664-11481027112013Die Gerüchte gab es seit Anfang des Jahres, jetzt ist es dann dann soweit: Ross Brawn verlässt das Mercedes-Team, ihm folgen Paddy Lowe und Toto Wolff nach. Während Lowe sich um die technischen Belange des Teams kümmern soll, wird Wolff die Geschäftsseite übernehmen und vermutlich weiterhin der erste Ansprechpartner für die Medien sein. Überraschend kommt die Meldung nicht, dafür wurde in den letzten Wochen zu viel auch von Seiten Mercedes über einen möglichen Wechsel an der Spitze gesprochen. Aber warum Brawn das Team verlässt, ist nicht so ganz klar.

Sein Abgang hängt vermutlich mit der massiven Umstrukturierung des Teams aus dem letzten Jahr zusammen. Schon Mitte 2012 sorgte die Erfolglosigkeit des Teams für Sorgenfalten im Mercedes-Vorstand. Das Engagement in der Formel Eins ist im Konzern nicht unumstritten, da die hohen Kosten sich zusammen mit den mangelnden Erfolgen schwer verkaufen lassen. Man muss dabei allerdings zwischen Mercedes AMG High Performance Powertrains und dem Mercedes AMG F1 Team unterscheiden. Während die Motorenschmiede in Brixworth Geld einbringt, kostet der Einsatz des Teams einen dreistelligen Millionenbetrag. Offizielle Budgetzahlen gibt es zwar nicht, aber man kann sich die Summen ausrechnen. John Booth, Teamchef von Marussia, nannte 70 Millionen Dollar als Budget für sein Team pro Saison. Bei Red Bull werden knapp 300 Millionen genannt, wobei hier ein Teil zu Red Bull Technologies fließt, die nicht nur das F1-Team beliefern. 200 bis 240 Millionen Dollar scheint eine im Moment realistischen Summe für ein F1-Team zu sein, wenn es an der Spitze mitfahren möchte.

Mitte 2012 stand man bei Mercedes vor der Frage, ob man die Anteile an Team wieder abstößt oder ob man noch mal richtig versucht: Mehr Geld, mehr und vor allem neue Leute. Man entschloss sich dazu anzugreifen, ließ sich aber für einen Ausstieg die Hintertür offen, indem man die Marke AMG in den Teamnamen aufnahm.

Man holte Niki Lauda, der wohl schon länger im Hintergrund als Berater fungierte. Der sollte die Strukturen des Teams durchleuchten und schauen, wo es in der Bürokratie klemmt. Gleichzeitig angelte sich Ross Brawn Lewis Hamilton. Tatsächlich war es Brawn, der Hamilton überzeugen konnte McLaren zu verlassen. Im letzten Herbst ging es dann Schlag auf Schlag: Toto Wolff wechselte von Williams zu Mercedes und kaufte sich ins Team ein. Gleichzeitig setzte man Norbert Haug vor die Tür, der bisher zusammen mit Ross Brawn das Team geleitet hatte. Seine Stelle teilten sich (mehr oder weniger) zunächst Wolff und Lauda. Schon damals gab es Gerüchte, dass Mercedes gerne Lauda als Teamchef sehen würde.

Interessant wurde es dann, als Mercedes Paddy Lowe von McLaren abwarb. Lowe war bei den Briten als Technischen Direktor ein Stellvertreter von Martin Whitmarsh. Seine Position bei Mercedes war völlig unklar. Überhaupt hatte das Team eine etwas überfrachtete Managementstruktur, die vor dem Abgang von Brawn so aussah:

Vorsitzender des Aufsichtsrats – Niki Lauda
Teamchef – Ross Brawn
Motorsportdirektor (Business) – Toto Wolff
Berater Bereich Business – Nick Fry
Geschäftsführer Bereich Technik – Paddy Lowe
Technischer Direktor – Bob Bell
Chefdesigner/Technologiedirektor – Geoff Willis
Ingenieurdirektor – Aldo Costa
Chefaerodynamiker – Mike Elliott

Es gibt also einen Geschäftsführer im Bereich Technik, einen Technischen Direktor und einen Technologiedirektor. Dazu kam, dass Ross Brawn sich für alle diese Bereiche ebenfalls als Chef sah. Mercedes wollte wiederum die Zuständigkeiten anders verteilen, was Brawn wiederum als Entmachtung betrachtete. Immerhin war es “sein” Team, auch wenn er 2009 75% von BrawnGP an Mercedes verkauft hatte. Die neue Managementstruktur sieht dann wohl so aus, dass Lowe der Teamchef für die technischen Belange wird, während Wolff die Geschäftsseite übernimmt. Lowe wird das Team also auch bei allen Verhandlungen in Sachen Technik (neue Regeln usw.) gegenüber der FIA vertreten, ein Alleinherrscher wie Brawn es war, wird er aber nicht. Er muss sich zum einen mit Lauda auseinandersetzen, zum anderen wird auch Bob Bell eine größere Rolle spielen.

Ross Brawn verlässt also Mercedes, weil er dort hätte Kompetenzen abgeben müssen, vor allem im Bereich der technischen Entwicklung. Ob es klug ist, Brawn gehen zu lassen, ist schwer zu sagen. 2010 und 2011 hat Brawn keine gute Autos entwickelt, das 2012er Auto stammte mehr oder weniger aus der Hand von Goeff Willis, während Aldo Costa das Entwicklungsteam für das 2014er Auto leitet.

Brawns Fähigkeiten liegen aber nicht nur in der Entwicklung, sondern auch im politischen Bereich, der in der F1 ja nicht ganz unwichtig ist. Den Part wird in Zukunft dann wohl Lauda übernehmen.

Was Ross Brawn in Zukunft machen wird, ist ungewiss. Es ist unwahrscheinlich, dass Mercedes Brawn einfach so gehen lässt und er am 1. Januar 2014 bei einem anderen Team sitzt. Immerhin hat er das Wissen über alle Details des 2014er Chassis und Motors im Kopf. Vermutlich bekommt er eine üppige Abfindung, die mit der Auflage verbunden ist, im nächsten Jahr mal Urlaub zu machen.

Die Gerüchteküche bringt den Briten mit Williams, Ferrari und McLaren bzw. Honda in Verbindung. McLaren scheint unwahrscheinlich, da Martin Whitmarsh trotz des katastrophalen Jahres fest im Sattel sitzt. Williams hat Interesse bekundet, aber auch schon gesagt, das man kein Geld hat, um Brawn zu bezahlen. Bei Ferrari sieht die Sache anders aus. Stefano Domenicali sagte neulich sinngemäß, dass es eine Ehre wäre, für Ross Brawn Platz zu machen.

Ich bin gespannt, wie es mit Mercedes im nächsten Jahr weitergeht. Paddy Lowe ist ein sehr erfahrener Mann, der in der gleichen Liga wie Brawn spielt. Es ist von außen auch schwer zu sagen, wie viel Anteil Ross Brawn am diesjährigen Erfolg des Teams hatte. Er hat sich jedenfalls einen guten Zeitpunkt für seinen Weggang ausgesucht. Sollte der 2014er Mercedes zu langsam sein, wird die Presse sagen “Das kommt davon, dass ihr Brawn vertrieben habt”. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir Ross Brawn spätestens 2015 wiedersehen werden.

Bild: Mercedes AMG F1

2,722 total views, 96 views today

The post Formel Eins: Ross Brawn verlässt Mercedes appeared first on Racingblog.

flattr this!

October 31 2013

12:01

Formel Eins: Vorschau Abu Dhabi 2013

Die Weltmeisterschaft ist entscheiden, aber es geht noch um die Plätze in der Konstrukteursmeisterschaft. Gleichzeitig gibt es eine Menge Bewegung hinter den Kulissen.

abuIm Zentrum der Aufmerksamkeit steht Ross Brawn. Eddie Jordan vermeldete via BBC vor ein paar Tagen, dass Brawn das Mercedes-Team verlassen wird, was von Niki Lauda zum wiederholten Male dementiert wurde. Angeblich wolle man sich nach dem letzten Rennen in Brasilien zusammensetzen, um eine Entscheidung zu treffen. Dabei geht es wohl vor allem um die Frage, wie weit der Einfluss von Brawn ab 2014 reichen wird. Der Brite verlangt weiterhin die komplette Kontrolle über das Team, was Technik und Rennen angeht. Mercedes würde wohl gerne Paddy Lowe stärker einbinden und damit Brawn Kompetenzen aberkennen, was dieser aber nicht will. Die Situation ist pikant, immerhin war es Brawn, der das Team in diesem Jahr nach vorne gebracht hat. Natürlich gibt es viele Gerüchte um Brawn. Honda würde ihn einkaufen wollen, ebenso McLaren und seit ein paar Tagen wird Williams genannt.

Honda halten viele Beobachter für unwahrscheinlich, nachdem ihn die Japaner 2008 mehr oder weniger im Regen haben stehen lassen. McLaren klingt nett, aber da wäre noch Martin Whitmarsh. Der steht zwar wegen der schlechtesten Saison seit 1980 intern unter Druck, aber es ist nicht vorstellbar, dass Brawn Whitmarsh ablösen sollte. Wenn das aber nicht der Fall ist – warum sollte Brawn in ein Team wechseln, in dem er eine ähnliche Position einnehmen soll, wie ihm jetzt Mercedes anbietet? Williams klingt nach einer charmanten Lösung. Dem Team fehlt neben Frank Williams eine starke Führungspersönlichkeit, Brawn passt auf den ersten Blick da gut rein. Mit Pat Symonds hat man einen erfolgreichen Designer an Bord, er ihm fehlen aufgrund seiner Zwangspause ein paar Jahre Erfahrung und er muss erst beweisen, dass er wieder gute Autos bauen kann. Brawn wäre die ideale Besetzung.

Williams bestreitet, dass man mit Brawn geredet hat, lässt aber auch durchblicken, dass eine derartige Verpflichtung interessant wäre. Bezahlen kann man ihn aber nicht – eine Variante wäre, dass Brawn zu günstigen Konditionen die 20-%-Anteile von Toto Wolff übernimmt und somit bezahlt werden kann.

Bei Williams ist im Moment eh viel Bewegung. Pastor Maldonado will wohl unbedingt weg, der Sponsoren-Deal mit dem Ölkonzern aus Venezuela läuft aber noch bis 2015. Angeblich hat man zugestimmt, dass Maldonado gehen darf, die Sponsoren aber eine weitere Saison auf den Autos bleiben. Weiters Geld soll von Felippe Massa kommen, der wieder einen brasilianischen Ölmulti im Hintergrund hat. Massa wäre sicher keine schlechte Ergänzung für Williams, immerhin bringt er viel Know-how von Ferrari mit. Maldonado selber würde gerne bei Lotus andocken, wo man sein Geld willkommen wäre, aber man ein Platzproblem hat. Grosjean hat eine sehr gute zweite Saisonhälfte hingelegt und er hat das Geld von “Elf-Total” im Rücken, die die Motoren zahlen. Eric Boullier hätte gerne Hülkenberg, der wiederum aber keine Sponsoren hat. Boullier hat klar gemacht, dass man eine Entscheidung bis Ende der Woche haben will. Wenn Maldonado zu Lotus gehen sollte, was macht dann Hülkenberg? Der Deutsche, der vor zwei Monaten noch einen unterschriftsreifen Vertrag von Ferrari hatte, könnte am Ende bei all dem Geschacher auf der Strecke bleiben, denn bei McLaren neigt man wohl dazu Sergio Perez eine weitere Saison zu geben, was er sich durchaus auch verdient hat. Maldonado und sein Geld sind die Schlüsselfaktoren im Moment.

Zum Rennen. Abu Dhabi ist eine durchaus ansprechende Strecke, die langen Gerade werden dank der zwei DRS-Zonen für jede Menge Überholmanöver sorgen. Red Bull hat hier letztes Jahr ausnahmsweise mal nicht gewonnen, weil Lotus die bessere Strategie hatte. Die werden mit Räikkönen und Grosjean auch in diesem Jahr gute Chancen auf den Sieg haben. Der längere Radstand des Lotus scheint zu bewähren, auch was den Reifenverschleiß angeht.

Um Red Bull gab es mal wieder Gerüchte, wo deren plötzlicher Vorteil herkommen mag. Gary Anderson schrieb bei der BBC über eine Theorie, die darauf aufbaut, dass der T-Träger vorne, der den Unterboden stabilisiert, mittels verformbarer Materialien beweglich sein könnte. Das wäre in der Tat ein Verstoß gegen die Regeln. Laut AMuS (kann ich leider wegen des Leistungsschutzrechtes nicht verlinken) hat Charlie Whiting in Indien den T-Träger erhitzt und festgestellt, dass sich da nichts bewegt. Neu ist die Theorie nicht. Schon im letzten Jahr, als die Lasttests für Frontflügel usw. noch deutlich geringer waren, war bekannt, dass Ferrari, Red Bull und McLaren mit flexiblen Kohlefaserwerkstoffen arbeiten. Warum sollte man die nicht am Unterboden einsetzen, um die den Wagen abzusenken. Anderson hat in seiner Analyse zumindest in dem Punkt recht, dass ein so steil angestelltes Fahrzeug wie der Red Bull normalerweise Probleme mit der Anströmung im Heck und der Abdichtung des Diffusors haben müsste. Aber genau da liegt ja auch eine Stärke des RB9.

Klar ist, dass Newey und seine Mannschaft irgendwas gefunden haben, ob das unsere Theorie mit der Traktionskontrolle ist, ob es was mit flexiblen Werkstoffen zu tun hat oder ob es eine Mischung aus Mapping, Anströmung, Werkstoffen usw. sein sollte – den Vorteil könnte Red Bull auch 2014 auf ihrer Seite haben.

Das Rennen sollte sich also zwischen Red Bull und Lotus entscheiden, der Rest dürfte wenig Chancen auf den Sieg haben. Mercedes hat ebenso wie Ferrari Zeit auf Red Bull eingebüßt, wobei der Zeitverlust von Ferrari noch eklatanter ist. Beim GP von Deutschland fehlen Alonso 7 Sekunden auf Vettel, in Japan waren es 45 Sekunden. Gegenüber Mercedes und Ferrari hat Red Bull im Rennen pro Runde rund 0,5 bis 0,7 Sekunden über die Sommerpause gewinnen können.

Dafür droht beiden Teams von hinten wenig Ungemach. McLaren sollte in Abu Dhabi etwas langsamer, als in Indien sein, Sauber dürfte da eher eine Rolle spielen. Die langen Geraden dürften dem schnellen Sauber liegen. Dahinter werden sich Force India und Toro Rosso um die Plätze streiten.

Strategie

Pirelli bringt erneut die “Soft/Medium” Reifen mit. In Abu Dhabi ist es recht warm (30 Grad), aber das Rennen startet ja kurz vor Sonnenuntergang und geht in die Nacht. Das bedeutet, dass die Strecke abkühlen wird, was bei der Strategie einiges an Fragen aufwirft. Zum Beispiel, was man mit den “Soft” macht und ob man mit einem Stopp über die Runden kommen wird. Force India und Lotus ist das Kunststück in Indien gelungen, warum also nicht in Abu Dhabi? Dafür spricht auch der Zeitverlust beim Stopp. Wegen der merkwürdigen Tunnelausfahrt verliert man etwas mehr Zeit, als sonst, auch wenn die Ausfahrt die Strecke etwas abkürzt. Gegen einen einmaligen Wechsel spricht ein möglicher Zeitverlust, vor allem mit abbauenden “Medium” am Ende, wie man bei Räikkönen in Indien sehen konnte.

Es könnte aber gut gehen, wenn man es wie Sutil in Indien machen. Auf den “Medium” starten, die lange fahren, um dann die letzen 20 Runden auf “Soft” zu gehen. Sutil fuhr beim letzten Rennen 19 Runden mit den “Soft” und in der vorletzten Runde seine schnellste Runde des Rennens. Ein leichtes Auto am Ende belastet die Reifen nicht allzu sehr.

Eine andere Variante wäre es auf den “Soft” zu starten, um dann nach 10 Runden auf die “Medium” zu gehen. Im letzten Stint könnte man dann, so man denn noch einen Satz hat, wieder auf “Soft” wechseln. Auf dem Papier erscheint dies die beste Lösung zu sein, wenn man denn einen Satz in Q2 oder Q3 sparen kann, was vermutlich nur Red Bull gelingen wird.

Rennzeiten sind wie in Europa, Quali und Rennen starten um 14.00 Uhr.

66 total views, 60 views today

The post Formel Eins: Vorschau Abu Dhabi 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

July 04 2013

14:44

Formel Eins: Vorschau GP Deutschland 2013

Die Formel Eins kommt nach Deutschland und die Auseinandersetzung zwischen Red Bull und Mercedes dürfte in die nächste Runde gehen.

nürburgringIn der unendlichen Reifensaga der Formel Eins gibt es am Ring ein neues Kapitel. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit ist es Pirelli gelungen, für den deutschen Grand Prix neue Reifen zu organisieren. Statt des umstrittenen Stahlbands liegt nun ein Kevlarband unter der dünnen Lauffläche. Und für das Rennen in Ungarn gibt es komplett neue Pirelli, die eine Art “Best of” sind. Konstruktion der Reifen aus dem Jahr 2012, die Mischungen aus dem Jahr 2013. Man hofft, dass damit die leidigen Diskussionen aufhören. In der Tat mag man es ja kaum noch hören, was so über die Reifen gesagt wird, aber ich bin mir sehr sicher, dass die neuen Reifen bei einigen Teams wieder für Unzufriedenheit sorgen werden, die man lautstark in Pressemitteilungen verkünden wird.

Am Ring sollten die Reifen allerdings keine große Rolle spielen. Die Strecke geht leidlich gut mit dem Gummi um, Reifenplatzer wie in England stehen nicht zu befürchten, weil die schnellen Kurven fehlen. Die empfindlichen Schultern der Reifen werden nicht so stark belastet wie in Silverstone und dank des Kevlarbandes sollten Delaminierungen nicht mehr auftauchen. Die neue Konstruktion bewirkt auch, dass sich die Reifen nicht mehr ganz so schnell erhitzen, was Mercedes helfen sollte, während Lotus und Ferrari in Probleme kommen könnten. Pirelli hat die Mischungen Medium/Soft im Gepäck.

Die Reifenwahl sollte Mercedes und Red Bull liegen, also dürfte der momentane Zweikampf zwischen beiden Teams in Deutschland fortgesetzt werden. Paradoxerweise hat Mercedes zurzeit die Nase vor Red Bull, wie man in den letzten Rennen, Ausnahme Kanada, ja immer sehen konnte. Der Quali-Speed des W04 sollte auch am Ring ausreichen, um zumindest einen Wagen in die erste Reihe zu bekommen. Mittlerweile ist Mercedes auch verbal zum Angriff übergegangen. Ross Brawn ließ die Woche zum ersten Mal verlauten, dass man eine Chance auf den WM-Titel habe, wobei es da in der Kontrukteurs-WM noch am Besten aussieht. Der Abstand beider Fahrer auf Vettel ist noch etwas groß, da würde man zwischendurch einen weiteren Ausfall von Vettel benötigen oder zumindest ein paar schlechte Ergebnisse.

Das ist von Red Bull am Nürburgring nicht zu erwarten. Die enge Passage des “Haug-Haken” und einige mittelschnelle Passagen liegen dem RB9 sehr gut und er kann am Kurvenausgang seinen Vorteil beim Herausbeschleunigen nutzen. Im Rennen wird es also schwer werden, die Red Bull auf Distanz zu halten, der Sieg könnte also über die Strategie gehen.

Bei Ferrari geht im Moment wenig zusammen. Offenbar ist man nach dem Rennen in Spanien auf der Entwicklungsautobahn irgendwo falsch abgebogen. Der F138 ist eher langsamer als schneller geworden, das gilt vor allem für die so wichtige Quali. Auch in Deutschland wird Ferrari hoffen, dass man mit einem blauen Auge davon kommt.

Selbiges gilt für Lotus, wo überhaupt kein Schritt nach vorne zu sehen ist. Räikkönen meinte nach der Quali in England, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe, im Rennen lief es auch nicht besser. Der Abstand nach vorne ist größer geworden, man kommt nur noch über die Strategie in Podiumsnähe, was man in Silverstone mächtig verhauen hat. Räikkönen soll immer noch sauer sein.

Erstaunlicherweise naht von hinten zudem Force India. Wie die Inder es schaffen, als einziges Mittelfeld-Team die Lücke nach vorne zu schließen, ist schon erstaunlich. Sutil fuhr in England locker um das Podium mit, dass er die Kollegen hinter sich aufgehalten hat, war nicht zu sehen. Auch bei Force India leistete man sich in Silverstone einen taktischen Fehler, was Sutil nach hinten warf. Ein weiteres Indiz dafür, wie gut der Force India ist, war die Fahrt von Paul di Resta, der von ganz hinten in die Punkte fahren konnte. Nebenbei lieferte er sich mit Lewis Hamilton ein packendes Duell auf Augenhöhe. Viel fehlt dem Team nicht in Richtung Podium.

Toro Rosso scheint sich langsam knapp dahinter einzusortieren. Beiden Piloten gelingt es, sich im hinteren Drittel der Top 10 zu etablieren, was schon ein wenig erstaunt. Der Wagen war zu Beginn der Saison nicht gerade konkurrenzfähig in der Quali. Für beide Fahrer geht es nun auch darum, sich für das freie Cockpit bei Red Bull zu bewerben, was zusätzliche Motivation mitbringen dürfte.

Dass die Italiener allerdings so weit zu vorne zu finden sind, hat auch viel mit der katastrophalen Saison von McLaren zu tun. Ich bin mal in die staubigen Niederungen des Archivs eingetaucht und habe geschaut, wann McLaren das letzte Mal so schlecht unterwegs war. Ergebnis: 2009 war so ein Jahr, als man bis zum Rennen Ungarn nur dreimal in Punkte kam. Aber ab Ungarn konnte man immerhin wieder Rennen gewinnen, was dieses Jahr nicht den Eindruck macht. Die letzte Saison ohne Sieg hatte man 2006, die letzte Saison ohne ein Podium war 1980 (!). Und McLaren ist auf einem guten Weg, dies zu wiederholen.

Hinter McLaren liegen noch Sauber und Williams. Bei beiden Teams sieht man auch keine Fortschritte. Bei Sauber weiß man immerhin seit letzter Woche, dass man die Weiterentwicklung des Wagens aus Geldmangel eingestellt hat. Bei Williams wird man den Eindruck nicht los, dass das Team ebenfalls schon das Handtuch geworfen hat und die schmalen Ressourcen lieber auf das Jahr 2014 konzentriert. Was nachvollziehbar ist, denn 2014 stehen alle Teams vor einem Neuanfang und die Hackordnung kann sich komplett neu sortieren.

Bei Caterham halten sich in den letzten Wochen hartnäckig die Gerüchte, dass man Heikki Kovalainen wieder als Einsatzfahrer haben möchte. Die Ergebnisse und das Feedback von van der Garde sind wohl nicht zufriedenstellend, allerdings hat der Niederländer wohl ein starkes Geldpaket im Rücken, mit dem Kovalainen nicht dienen kann.

Um Marussia ist es etwas ruhiger geworden. Der Anfangsschwung ist etwas verflogen, seitdem Caterham den Wagen renoviert hat, hängt man auch wieder hinter ihnen fest. Auch hier ist es wohl das fehlende Geld, das einen weiteren Fortschritt verhindert.

Strategie

Zwei Stopps sind wohl das Mindeste, was wir am Ring sehen werden. Die Boxengasse liegt recht günstig, man verliert wenig Zeit bei der Ein- und Ausfahrt. Es ist schwer vorherzusagen, wie das Kevlarband im Reifen sich auf den Verschleiß auswirken wird. Theoretisch sollte er zurückgehen, was längere Stints möglich machen sollte. Die entscheidende Frage lautet wie immer: “Wie lange halten die Soft durch?” Es ist durchaus denkbar, dass die “Soft” zu einer Drei-Stopp-Strategie führen können, die am Ende auch schneller ist als die Variante “Soft (Start), Hard, Hard”. Da es am Wochenende am Ring hochsommerliche Eifeltemperaturen geben soll (23 Grad, Sonne), könnte ein langer Mittelstint mit den “Hard” eine interessante Variante für eine Zwei-Stopp-Strategie sein. Webber, Hamilton und Alonso haben in Silverstone gezeigt, dass man mit der weichen Variante durchaus am Ende noch durchs Feld räubern kann.

Allerdings ist das mit dem Überholen am Nürburgring so eine Sache. Es gibt zwei DRS-Zonen, einmal die Haztenbachgerade, einmal die Start/Zielgerade. Beide sind gerade so lang genug für das DRS, wobei Spätbremser den Vorteil vor den Schikanen wieder aufholen können. Packt man es in einer der DRS-Zonen nicht, steckt man halt im Verkehr fest bis zur nächsten Runde. Der “Haug-Haken” kostet einen dann viel Zeit.

Überholmanöver könnten am Wochenende also knapp gesät sein, aber ich erwarte einen spannenden Kampf um den Sieg zwischen Red Bull und Mercedes, wo sich eine richtige Rivalität zu entwickeln scheint.

68 total views, 55 views today

The post Formel Eins: Vorschau GP Deutschland 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

May 22 2013

14:25

Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2013

Das traditionelle Leitplankenstreicheln in Monaco steht auf Programm. Die Formel Eins begibt sich also ins VIP-Ghetto und muss dort auch einige Probleme hinter den Kulissen aussortieren.

monNach dem etwas zerstückeltem Grand Prix von Spanien, stehen die Reifen weiter in der Kritik. Und das Chaos um die Pirellis ist noch größer geworden. Kurz vor Pfingsten hatte der italienischer Reifenhersteller angekündigt, dass man für das Rennen in Kanada neue Reifen mitbringen werde. Zwar werde man die Konstruktion der Reifen beibehalten, diese aber mit den Mischungen aus 2012 bestücken. Lotus und Ferrari waren nicht erfreut. Eric Boullier verglich den Schritt damit, dass man die Pause in einem Fußballspiel vorverlegen würde, weil die andere Mannschaft nicht mehr kann. Ferrari rechnete derweil akribisch vor, dass Vettel bei seinem Sieg im letzten Jahr in Spanien auch vier die Box besucht habe. Ohne dass sich Red Bull danach über die Reifen beschwert habe.

Die FIA mischte sich dann am Montag in die Diskussion ein, und wies darauf hin, dass man laut Regularien die Reifenmischungen innerhalb einer Saison nur dann ändern könnte, wenn alle Teams dem zustimmen würden. Was getrost vergessen kann. Pirelli kündigte daraufhin an, dass man die Mischungen “anpassen” würde. Dies vor allem, um Reifenschäden wie in Spanien zu vermeiden. Tatsächlich hatte sich zweimal die Lauffläche des Reifen gelöst, etwas, was man in Kanada nicht sehen will. Aus diesen Gründen will man die Mischungen aus dem letzten Jahr mit denen aus diesem Jahr aufpeppen. Klar ist, dass Pirelli in diesem Jahr etwas zu weit gegangen ist, was die Haltbarkeit der Reifen angeht. Zurecht weisen die Italiener aber darauf hin, dass man die Tests nur mit einem alten Renault aus dem Jahr 2010 fahren darf. Nicht mal einen HRT aus dem letzten Jahr durfte man kaufen. Doch die Aerodynamik hat sich bekanntermaßen massiv geändert, durch den Coanda-Auspuff ist der Abtrieb vor allem im Heck größer geworden. Dafür hat man durch die angehobene Nase Antrieb an der Vorderachse verloren. Zudem ist die Aufhängungsgeometrie bei den meisten Wagen eine völlig andere. Pirelli würde gerne einen neueren Wagen haben, dagegen sperren sich aber die Teams. Eine verkorkste Situation für alle, denn neue Mischungen lassen sich nur in den Trainings am Freitag testen, doch da ist die Zeit knapp. Man darf in diesem Zusammenhang auch gespannt sein, wie sich die Entscheidung für den Reifenlieferanten in der nächsten Saison entscheiden wird. Michelin hat schon abgewunken, aber es gibt vermutlich aus Fernost den ein oder anderen Hersteller, der viel Geld für ein Engagement zahlen würde.

Auch ansonsten war die Woche viel los in der Formel Eins. McLaren gab bekannt, dass man ab 2015 wieder mit Honda-Motoren antreten wird. Eine Rückkehr von Honda hatte sich über den Winter angekündigt, der Zeitpunkt ist aber interessant. Denn Mercedes wird McLaren 2014 noch mit dem neuen Motor ausstatten, also dürfte McLaren viele interessante Daten zu Honda mitnehmen. Wehren kann sich Mercedes da nur schwer, zu mal es für McLaren noch eine weitere Quelle in Form von Force India gibt, die 2014 wohl auch auf den Mercedes-Motor setzen werden. Mit den Indern verbindet McLaren seit Jahren eine technische Zusammenarbeit. Die Rückkehr von Honda ist sicher ein gutes Zeichen für die Formel Eins und könnte weitere Hersteller aus Asien anziehen.

Bei Mercedes gibt es auch Neuigkeiten. Das schlecht gehüteste Geheimnis seit Dezember ist endlich offiziell bestätigt. Paddy Lowe wird nach seinem Weggang von McLaren zum deutschen Formel Eins Team wechseln und die immer größer werdende Management-Riege erweitern. Er wird als “Executive Technical Director” eingestellt und neben Toto Wolff gestellt. Das ist insofern delikat, als dass Ross Brawn eigentlich der technische Direktor war/ist und die Entwicklung des Wagens unter seiner Kontrolle hat. Die Rede ist, dass Brawn schleichend entmachtet wird, wenn man es böse sehen möchte. Eine andere Lesart ist, dass man bei Mercedes ähnliche Strukturen wie bei Ferrari einführen möchte. Dort hat Pat Fry eine ähnliche Stellung inne, während Stefano Domenicalli gesamte Teamführung innehat. Was ja gut funktioniert, wie man in diesem Jahr sieht. Wie allerdings die hochrangige Riege von Designern (Aldo Costa, Geoff Willis, Bob Bell, John Owen und Jock Clear) damit klarkommen, dass Paddy Lowe nun das Sagen hat, ist wieder eine andere Frage. So “All-Star-Teams” können funktionieren, es kann aber auch schief gehen.

Kommen wir aber mal zum Rennen am Wochenende, denn dort gilt Mercedes als Top-Favorit. Das liegt vor allem an der guten Quali-Performance der Silberpfeile und in Monaco steht man halt gerne in der ersten Reihe, wenn man gewinnen möchte. Überholen ist ja nicht so leicht rund um den Hafen.

Die Frage ist dann mal wieder, wie Mercedes mit den Reifen klarkommt. Pirelli bringt die Mischungen “Soft” und “Supersoft” an die Strecke. Was angesichts der Performance der Reifen mutig klingt. Aber Monaco ist jetzt auch nicht besonders hart zu den Reifen, schnelle Kurven fehlen ebenfalls. In Australien hielten die weichen Reifen rund 10 Runden, das dürfte in Monaco also deutlich länger gehen. Dazu aber im Strategie-Teil weiter unten noch etwas mehr.

Aerodynamik spielt in Monaco keine allzu große Rolle, eher die Frage, wie man aus den vielen engen Kurven raus kommt. Das spricht durchaus für die Red Bull, die in diesem Gebiet gut aufgestellt sind. Auf der anderen Seite sah man auf langsamen Streckenteilen nicht so gut aus, in diesem Jahr. Aber das ist schwer zu beurteilen, weil Red Bull ja den RB9 auch weiterentwickelt hat. Die Frage wird sein, wie sie mit den sehr weichen klar kommen, was bisher nicht ihre Stärke war.

Für Lotus und Ferrari wird es ebenfalls kein einfaches Rennen. In der Qualifikation fehlt beiden Zeit und in Monaco können beide Teams nicht mehr ihre Stärke über die Longruns ausspielen, weil man immer Verkehr steckt. Sich über die Strategie nach vorne zu arbeiten, ist vermutlich die einzige Lösung, aber das wird schwer.

Monaco war auch schon immer ein Rennen, in dem ein kleines Team überraschen konnte. Force India zeigte in diesem Jahr eine sehr gute Leistung, wenn man ein wenig mutig ist, könnte man ihnen zutrauen, dass sich Richtung Top 5 bewegen könnten. Dafür müsste aber auch mal die Pechsträhne von Adrian Sutil aufhören. Toro Rosso zeigte ebenso wie Sauber eine aufsteigende Tendenz, aber für Monaco und vor allem mit diesen Reifen braucht viel Erfahrung, was beiden Piloten noch etwas fehlt. Beide Teams rücken aber McLaren auf die Pelle, deren Form für das kommende Rennen nur schwer einzuschätzen ist. Der komplette Umbau des Wagens hat dem Team nur wenig geholfen, was auch daran liegen kann, dass man den mehr oder weniger neuen Wagen erst mal verstehen muss. Die Rennen sind im Grunde erweiterte Testläufe.

Der Rest wird sich um die letzten Plätze balgen.

Strategie

Kniffelig. Man verliert in Monaco viel Zeit beim Boxenstopp und vor allem fällt man bei einem frühen Stopp ins langsame Mittelfeld, in dem vermutlich einige auch mit der härteren Mischung unterwegs sein werden und dementsprechend spät stoppen. Will man in der Quali aber vorne sein, muss man die “Supersoft” aufziehen, die bei vorsichtiger Betrachtung vielleicht 20 Runden halten werden. Eine Ein-Stopp-Strategie ist auch schwer, da müsste man die “Supersoft” schon bis Runde 27 tragen und die “Soft” müssten dann 50 Runden halten, was noch keiner ausprobiert hat. Dazu kommt der Drop-Off, der bei beiden Mischungen sehr groß ist. Zwei Stopps scheinen also die Lösung zu sein, aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Das lässt sich in Monaco sehr schwer vorhersagen, zumal ein Safety Car, das schnell mal draußen ist, die gesamte Strategie wieder zunichte machen kann.

Lotus könnte ein Team sein, dass auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen könnte. Die “Supersoft” müsste man dann aber mindestens 5 Runden länger fahren und darauf hoffen, dass man sich schnell an die Spitze setzt. Das ist möglich, wenn Räikkönen in den ersten beiden Reihen landet.

Interessant wird es hinter den ersten beide Reihen sein. Vorne wird man für den ersten Stint auf “Supersoft” setzen, dahinter könnten Teams wie Force India oder McLaren einen besseren Startplatz für die “Soft” eintauschen. Vielleicht überraschen aber auch alle Teams und verzichten genau aus diesem Grund auf die “Supersoft”, weil die Angst, dass der Reifen zu schnell eingeht und man dann im Mittelfeld steckt, einfach zu groß ist.

Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen. In Australien hat man gesehen, dass die Teams, die in den letzten Runden auf die “Supersoft” gesetzt hatten, plötzlich Probleme bekamen, weil die Reifen Graining zeigten. Das resultierte wohl auch aus der gelegten Gummispur der “Soft”. Die Brösel, die man sich auf den Reifen fuhr, halfen dem Handling nicht wirklich.

Das Wetter soll gut sein, mit Regen ist in Monaco wegen der Lage am Meer aber immer mal zu rechnen.

Und nicht vergessen: Die Trainings sind in Monaco traditionell am Donnerstag, nicht am Freitag!

The post Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

F1 MAL 13 00008 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00018 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00017 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00016 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00015 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00014 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00013 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00012 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00011 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00010 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00009 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00007 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00006 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00005 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00004 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00003 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00002 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00001 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013  Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

The post Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 appeared first on Racingblog.

flattr this!

December 03 2011

16:12

Formel Eins: Das Ende der FOTA?

Die Zeiten der Einigkeit bei den Teams ist vorbei. Ferrari und Red Bull haben die FOTA verlassen. Bernie Ecclestone wird es freuen.

Ein bisschen überraschend war die Meldung schon. Dass Ferrari mit der Arbeit der FOTA, der Teamvereinigung der Formel Eins, unzufrieden war, ist schon seit längerem bekannt. Aber Red Bull? Die hatten, zumindest offiziell, kaum Kritik an der FOTA. Gegründet wurde die FOTA Mitte 2008, ausgerechnet in Maranello. Ziel war es, gegenüber der FIA und der FOM (Ecclestone) in Zukunft mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen. Zuvor hatte es schon mehrfach derartige Organisationen gegeben, darunter auch die FOCA in den 80er Jahren, die Bernie Ecclestone gegründet hatte, um der damals allmächtigen FISA die Stirn zu bieten. Die FOCA existiert defacto noch, ist aber Teil des Ecclestone Imperiums. Vor der Gründung der FOTA verhandelten die Teams einzeln mit der FIA/FOM, was keine gute Position war. Die FOTA aber nicht nur gegründet, damit man in Zukunft eine höhere Beteiligung an den Einnahmen haben würde, sondern vor allem, um die von Max Mosley implementierte Kostengrenze von 40 Millionen Pfund umgehen zu können. Der Streit führte fast zum Bruch der Formel Eins im Jahr 2009. Und um die Kosten geht es auch jetzt.

2007, also noch vor der Gründung der FOTA, hatte man das “Resource Restriction Agreement” (RRA) unterzeichnet. Das sah vor, dass die Team nicht mehr als 40 Millionen Euro für externe Dienstleister (Windtunnel, CFD usw.) ausgeben dürfen. Die Zahl der Mitarbeiter wurde ebenso beschränkt, wie die Stundezahl der Windtunnel und andere Dinge. Der Vertrag sollte bis Ende 2012 laufen. Ende letzten Jahres einigte man sich auf ein neues Abkommen. Demnach sollen die externen Ausgaben auf 30 Millionen Euro ab 2012 gesenkt werden, die Zahl der Angestellten soll von 350 auf 315 sinken. Der Vertrag soll bis 2017 laufen.

Doch in diesem Jahr kam Ärger auf. Mercedes, McLaren und Ferrari beschuldigten, meist nur als Andeutung, dass Red Bull sich nicht an den Vertrag halten würde. Ross Brawn bezweifelte dies lautstark in Monza, als die Österreicher mit einem angeblich komplett neuen Unterboden und einem neuen Frontflügel anreisten.

Natürlich wird das RRA umgangen. Es wäre nicht die Formel Eins, wenn man keine Tricks finden würde. Und dabei wird auch noch offen geschummelt. Um an mehr Windkanaldaten zu kommen, haben viele Team schlicht und ergreifend Kooperationen geschlossen. McLaren lässt schon länger Force India in seinen Windkanal und nutzt teilweise deren Daten. Ähnliches macht man nun mit Marussia, es gibt sogar einen Mitarbeiter von McLaren, der das Team berät. Red Bull hat eine sehr tiefgehende Kooperartion mit der Renault/Nissan Tochter “Infinity” abgeschlossen, der Sinn sich erst dann erschließt, wenn man bedenkt, dass ein Autohersteller ganz hervorragende Windkanalanlagen hat und die Dinge tun kann, die man selbst nicht hinbekommt.

In die Röhre schauen dabei Ferrari, Mercedes, Renault (Lotus) und Williams, sowie Toro Rosso, Lotus (Caterham) und HRT. (Wobei HRT und Williams für 2012 eine technische Kooperation geschlossen haben und Toro Rosso ja immer noch zum Red Bull Konzern gehört). In den letzten zwei Jahren pilgerten auch etliche kleine Teams nach Köln zum alten Toyota-Werk, wo es viele Daten und einen hübschen Windkanal zu besichtigen gab.

Problematisch ist die Situation für Ferrari und Mercedes, die keine richtigen Partner haben. Ferrari dürfte mit Sauber Daten austauschen, den schicken und sehr modernen Windkanal in Hinwill nutzt man aber nicht. Dass der Mangel an Daten zu Problemen führen kann, hat man in diesem Jahr gesehen, wo Ferrari offenbar mit falschen Messdaten aus dem Windkanal kam. Man hatte keine Möglichkeit, die Ergebnisse in einem zweiten Kanal zu überprüfen. Bei Mercedes ist man noch isolierter, zu dem hat man sich wohl streng an das RRA gehalten. Zumindest bis dieses Jahr, aber nach dem man gefühlt fünf teuere Designer verpflichtet hat, wird man wohl etwas an der Entwicklungskostenschraube drehen. Aber warum verlassen nun Red Bull und Ferrari die FOTA?

Das RRA ist zwar nicht an die FOTA gekoppelt und stellt einen eigenen Vertrag dar, dennoch ist der Vertrag natürlich hinfällig, wenn sich keiner daran hält. Die Sanktionen, die die FOTA evtl. gegen Mitglieder aussprechen könnte fällt weg. Die faktische Kostenkontrolle wird schwieriger, zumal das RRA eh nur ein “Gentlemans Agreement” ist. Ferrari will offenbar mehr Geld ausgeben, was sie auch können, nachdem sie dieses Jahr allein 100 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Geldpott der Formel Eins kassieren. Red Bull liegt mit 90 Millionen Euro nicht weit dahinter. Das Konto ist also gut gepolstert.

Es geht aber vermutlich nicht nur um die Geldausgaben, sondern auch um die Geldeinnahmen. Bekanntermaßen ist das Concorde Agreement fällig, 2012 wird man sich mit der FIA und der FOM, bzw. deren Nachfolger, auf eine neue Verteilung der Einnahmen einigen müssen. Und es ist keine Neuigkeit, dass die Teams mehr haben wollen, als die bisher gezahlten 50%. Ferrari hat seit Jahren einen Extra-Deal laufen, der ihnen (gerüchteweise) ca. 5% mehr Anteil garantiert, plus eine Garantiesumme der FIA.

Der Schlüssel für ein Concorde-Agreement ist seit je her Ferrari, denn Bernie ist der Meinung, dass es ohne Ferrari keine F1 geben kann. Hat Ecclestone die Italiener auf seiner Seite, ziehen die anderen meist nach. Kann also gut sein, dass sowohl Red Bull, als auch Ferrari aus der FOTA austreten wollen, weil sie einzeln mit Ecclestone über das Concorde Agreement reden wollen. Dazu kommt die Forderung von Ferrari nach mehr Testtagen und anderen Dingen, von der man nicht ablässt. Die FOTA will da einen anderen Weg einschlagen.

Überraschend ist der Entschluss von Ferrari allerdings noch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Denn die Übernahme der F1 durch die Exmor/News Corp. Gruppe ist noch nicht vom Tisch. Zwar ist hat James Murdoch wegen des Überwachungsskandals in England gerade andere Probleme, aber das bedeutet nicht, dass man kein Interesse mehr an der F1 hätte. Der massive Ausbau von sky UK in Sachen F1 zeigt das auch deutlich. Wenn Ferrari allerdings aus der FOTA austritt, um mit Bernie einen Extra-Deal zu schliessen, scheint man sich zumindest bei Fiat nicht mehr sicher zu sein, was die Übernahme angeht. Mehr Sinn hätte es gemacht, wenn die FOTA sich auf der Seite von Exmor/News Corp. geschlagen hätten, um bei einer möglichen Übernahme in 2012 und einer Neuverhandlung des Concorde Agreements durch andere Personen als Ecclestone, mehr Anteile zu erhalten.

Gerüchteweise könnte das gesamte Übernahmeding aber sowieso platzen, denn Ecclestone denkt laut darüber nach, die Rechte an der F1 zurück zu kaufen um den ganzen Laden in Asien an die Börse zu bringen.

Es bleibt ein wenig nebulös, warum Red Bull und Ferrari sich zu diesem Schritt entschlossen haben. Angeblich soll es in dieser Woche ein (nun nicht mehr so) Geheimtreffen zwischen Ferrari, Red Bull, McLaren und Mercedes in Stuttgart geben. Ob dort versucht wird, die Scherben zu kitten, oder ob es um etwas anderes geht, ist nicht bekannt.

Wie merkwürdig die ganze Sache an sich, zeigt sich auch in der Pressemitteilung von Ferrari, die ich mal unkommentiert stehen lasse. Daran können sich ganze Armeen von Journalisten und Experten die nächsten Wochen tot analysieren.

“Ferrari has informed FOTA President Martin Whitmarsh that it is leaving the organisation made up of the teams competing in the Formula 1 World Championship.

“It was a difficult decision and a great deal of thought went into it. It was taken reluctantly after analysing the current situation and the stalemate when it came to debate on some issues that were at the core of why the association was formed, indeed with Ferrari and Luca di Montezemolo as the main instigator and promoter of ideas. It’s not by chance that the President of the Maranello company held that same position and job title within FOTA up to the end of 2009.

“Some of the major achievements of the association during these years, also worked out in conjunction with the FIA, centred around cost reduction, which was of significant benefit to everyone, the big teams and the small ones. Ferrari was on the front line in this area, even before the birth of FOTA and it intends to continue down this route to ensure the sustainability of the sport in the long term. Now however, it is necessary to find some new impetus to move it along because FOTA’s drive has run its course, despite the excellent work of current President, Martin Whitmarsh in trying to reach agreement between the various positions for the common good.

“Ferrari will continue to work with the other teams to make the current RRA, Resource Restriction Agreement, aimed at controlling costs, more effective and efficient, modifying it to make it more stringent in key areas such as aerodynamics, to rebalance some aspects such as testing and to expand it to areas currently not covered such as engines.

“Formula 1, like the rest of the world in fact, is currently going through a delicate period. Ferrari wants to work with all parties for the future of a sport that expresses the highest level of motor sport technology. We must return to a situation where Formula 1 is really a test bed for advanced technological research, the results of which can be transferred to Granturismo cars.

“In addition, we must not forget that this sport must become more user friendly and more accessible to the general public and furthermore, it cannot be the only professional sport where it is practically impossible to do any training: the number of days of testing must be increased so that the drivers, especially the young ones who lack experience and the teams, can be adequately prepared, as well as providing more opportunities for them to come into contact with spectators and sponsors.”

flattr this!

October 06 2011

05:58

Formel Eins: Vorschau Suzuka 2011

Der WM-Titel für Sebastian Vettel ist quasi in der Tasche, es fehlt ihm nur noch ein Punkt. Und Suuzuka ist die Strecke, die dem RB7 am Besten liegen sollte. Wer sollte ihn also schlagen können?

Die Antwort lautet vermutlich: Niemand. Es gibt wohl kaum eine Strecke im F1-Kalender, die dem Red Bull derartig passt, wie Suzuka. Die “Esses”, die “Spoon” und die “130R” – alles Kurven, die dem RB7 auf dem Leib geschneidert sind. Im letzten Jahr betrug der Vorsprung von Vettel in der Quali auf Kubica rund 4 Zehntel, aber da hatten die anderen Team noch nicht aufgehört zu entwickeln und Ferrari hatten einen starken Einsatzwagen. In diesem Jahr düfte der Abstand zu Vettel mindestens genauso groß sein. McLaren könnte hier vielleicht etwas besser aussehen, aber dass man die Red Bull wird schlagen können, glaubt wohl keiner. Dafür tut sich schon einiges in Sachen 2012.

Besonders bei Mercedes gibt es viel Bewegung. Die Verpflichtung des Ex-Ferrari Chefdesigners Aldo Costa nebst der von Geoff Willis hat für einige Wellen gesorgt. Costa bringt eine Menge Know-How von Ferrari mit, hat allerdings noch eine Arbeitssperre bis zum Ende des Jahres. Der Italiener ist allerdings nicht ganz unumstritten. Seit er bei Ferrari für das Design der Wagen verantwortlich war, sah die Scuderia, besonders zum Start einer Saison, nie besonders gut aus. Den letztjährigen Wagen bog man auch erst wieder hin, als man eine komplette B-Version aufbaute, der F150 ist kein Spitzenfahrzeug, auch wenn man viel auf die fehlerhaften Windkanaldaten geschoben hat. Aber die Entwürfe von Costa waren bisher auch nicht das, was man als “Mutig” bezeichnen könnte. Sie waren konservativ und, wenn man es hart formulieren möchte, einfallslos. Costa schiebt, zumindest zwischen den Zeilen, die Schuld dafür auch auf die besondere Struktur bei Ferrari, wo niemand einen Fehler machen möchte, damit man bei die Montezemolo nicht Ungnade fällt. Offenbar standen sich manche Abteilungen eher misstrauisch gegenüber. Ferrari hat Costa geopfert und versucht unter Pat Fry nun wieder eine Lösung hinzubekommen, wie man sie unter Ross Brawn hatte. Wie auch immer – Costa hat immer letztes Jahr einen Wagen gebaut, mit dem man hätte Weltmeister werden können und in diesem Jahr war man teilweise auf Augenhöhe mit Red Bull.

Ferrari und McLaren haben beide WM-Titel abgeschrieben und verlegen sich nun schon auf die Saison 2012. Man testet vor allem am Freitag neue Teile, die im nächsten Jahr an den Wagen geschraubt werden sollen. Die Spannung am Wochenende dürfte darauf hinauslaufen, welches Team denn näher an Red Bull dran ist. Da sollten die McLaren einen kleinen Vorteil haben.

Mercedes liegt die Strecke in Suzuka nicht so gut, schnelle Kurven waren nicht die Sache der MGP02, auch wenn der sich Laufe des Jahres verbessert hat. Die Deutschen fahren schon seit einigen Rennen im Niemandsland. An die Top 3 kommt man nicht ran, von hinten ärgert Force India, die aber in der Teamwertung weit abgeschlagen sind.

Ein Wörtchen in Sachen Punktevergabe könnte auch mal wieder Renault mitreden. Der nach vorne gelegte Auspuff schafft zwar mehr Probleme als Antworten, dürfte aber in Suzuka für jede Menge Abtrieb sorgen. Ich bin persönlich sehr gespannt, wie sich Bruno Senna schlagen wird, der mich ehrlich gesagt bisher überrascht. Er hat aus dem Stand und nur mit der Erfahrung des HRT, das Tempo von Petrow, was man schon honorieren muss. Suzuka ist eine Fahrerstrecke, wenn er hier gut aussieht, dann dürfte er sich auch für einen Einsatz in der nächsten Saison empfehlen. Senna hat sich bisher einige Freunde gemacht. Sein Name wird bei Renault gehandelt, aber auch bei Williams, die ja immer für einen Fahrer mit guten Sponsor zu haben sind.

Die Williams selber werden mangels Abtrieb auf der Hinterachse in Suzuka schwer leiden, daran wird auch der Schaufel-artige Heckflügel nichts ändern, den man in Spa auf dem Wagen hatten. Das Team macht im Moment auch eher damit Schlagzeilen, dass man wohl an Kimi Räikkönen dran ist. Ich habe das Gerücht erst einmal für einen Witz gehalten, aber in Singapur versicherten mir verschiedene, unabhängige Quellen, dass das kein Witz ist. Offenbar will Kimi zurück und er sieht in Williams auch durchaus eine gute Chance. Bekannt ist, dass er zu einem “Privatbesuch” beim Team war, die Frage scheint auch eher zu sein, ob sich Williams auf das Wagnis Räikkönen einlassen möchte.

Zum Rennen: Suzuka fordert eine Menge vom Wagen und vom Motor. Der Vollgasanteil (siehe Daten unten) ist sehr hoch, gleichzeitig werden die Reifen massiv belastet. Auch wenn die Fehleranfälligkeit der meisten Wagen in diesem erstaunlich niedrig war, in Suzuka wird das Material ziemlich hoch belastet. Das Wetter soll am Wochenende gut sein, ideale 24 Grad und trocken. Ein Safety Car wird man eher nicht sehen, die Auslaufzonen sind in Suzuka recht üppig.

Ob das DRS eine große Rolle spielen wird, ist schwer zu sagen, da ich die DRS-Zone zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kenne. Ich vermute, es dürfte die Start/Zielgerade sein, eine andere Variante wäre ein Messpunkt nach der Haarnadel und dann DRS runter bis zur 130 R.

Daten Suzuka:

Aero Setup: High Downforce
Top Speed: 320 km/h (mit DRS), 310 km/h ohne.
Vollgasanteil: 70% (Hoch)
Benzin: 148 kg (Mittel/Hoch)
Benzinverbrauch: 2.73 kg/Runde (Mittel/Hoch)
Zeitverlust pro 10kg Sprit/Runde: 0,385 Sek. (Hoch)
Bremsanteil: 10 % (Sehr niedrig)
Zeitverlust an der Box: 20,8 Sek (Mittel)

flattr this!

September 12 2011

06:21

Formel Eins: Analyse Monza 2011

Das letzte Rennen in Europa war in Sachen Spannung an der Spitze eher mau. Dafür sorgte Michael Schumacher für ordentlich Unterhaltung. Und Alonso überraschte auch.

Das Red Bull die Pole in Monza holen konnte, obwohl Vettel bei der Messung der Höchstgeschwindigkeit trotz komplett flach gestellten Flügel ganz am Ende lag, war schon eine große Überraschung. Jenson Button rätselte nach der Quali, wie man 4 bis 5 Zehntel Vorsprung in einem Sektor rausfahren kann, in dem es nur die Ascari, zwei Geraden und die Parabolica gibt. Aber genau in der Parabolica, bzw. der Anfahrt, scheint das Geheimnis von Red Bull zu liegen. Der RB 7 scheint selbst dann mehr Abtrieb zu haben, wenn man ihm den Heckflügel abmontiert. Erstaunlicherweise hatte niemand eine echte Chance gegen Vettel, auch wenn die McLaren im ersten Teil des Rennens etwas gehandicapt waren. Auch Ferrari konnte nicht die prognostizierte Form finden. Nur Mercedes war richtig gut drauf. Das wird aber wohl eine Eintagsfliege bleiben. Dennoch begeisterte Schumacher mit einem tollen Rennen.

Der Start lief weder für Vettel, noch für Hamilton richtig gut. Obwohl der Brite einen Tick besser wegkam und die Innenseite hatte, kam er doch nicht als Erster aus der Schikane, da Alonso hinter ihm einen sensationellen Start hatte und sich innen neben Hamilton setzen konnte. Das war schon erstaunlich, der Jubel der Tifosi dementsprechen. Hinten kegelte Liuzzi dann Rosberg und Petrov aus dem Rennen, als über das Gras angesegelt kam. Pech für Rosberg, dessen Idee auf harten Reifen zu starten, interessant geworden wäre. Aber angesichts des Tempos vorne, hätte es ihn vermutlich auch nicht weiter gebracht, als P5 oder P6.

Vettel sortierte sich nach der SC-Phase erst einmal und erlebte einen sehr guten Restart, da er an Alonso dran bleiben könnte. Dennoch dachte ich, dass der Ferrari auf der Geraden einen so deutlichen Vorteil haben würde, dass es ein zähes Rennen für Vettel werden würde. Tatsächlich schnappte sich der Deutsche den Ferrari aber recht flott, da er aus der ersten Schikane einfach besser raus kam. Alonso machte die Strecke zwar dicht, aber Vettel ging sogar mit zwei Reifen auf dem Gras am Ferrari vorbei. Danach segelte der Red Bull relativ ungefährdet zum Sieg. Die einzigen ernsthaften Konkurrenten steckten nämlich fest.

Für McLaren hätte das Rennen kaum schlechter starten können. Hamilton fiel hinter Alonso zurück und musste auch noch Schumacher vorbei lassen. Button hatte einen schlechten Start und fiel ein gutes Stück zurück. Besser wäre es gewesen, wenn Hamilton direkt hinter Vettel gehangen hätte, denn der Speed des McLaren im Rennen, und vor allem auf den harten Reifen, reichte um Red Bull unter Druck zu setzen. Man war allerdings auch nicht wirklich viel schneller, aber ein direktes Duell wäre sicher interessant gewesen.

So hing Hamilton hinter Schumacher und die beiden lieferten sich ein beinhartes Duell, bei dem man mehr als einmal den Atem anhalten musste. Normalerweise hätte Hamilton völlig problemlos an Schumacher vorbei gehen müssen, aber in Monza gelten halt etwas andere Regeln. Denn hier war der Mercedes sehr schnell, was auch daran liegt, dass es halt nur wenig rechts oder links rum geht. Der MGP02 verschleißt die Hinterreifen zu schnell, das fällt dann auch Strecken wie Monza nicht weiter auf. Dazu kam, dass das Getriebe von Hamilton zu knapp übersetzt war. Er kam auf den Geraden einfach in den Begrenzer. Und Schumacher war auf der Geraden schneller, als Hamilton mit DRS und KERS. Daher entwickelte sich dieses sehr schöne Duelle, von dem Hamilton nach dem Rennen sagte, er habe es sehr genossen.

Es zeigte auch, dass Schumacher im Rennen weiter an der Weltspitze mitfährt. Seine Quali-Leistungen haben sich in den letzten Rennen auch verbessert, was für das nächste Jahr hoffen lässt. Wenn es denn Ross Brawn gelingt, einen vernünftigen Wagen zu bauen. Das am Ende nur P5 für Schumacher raus kam, war schon fast etwas wenig. Er hätte mehr verdient.

Das Duell erlaubte dem schlecht gestarteten Jenson Button aufzuholen. Nachdem Webber und Massa sich in der Schikane deutlich zu nahe kamen, lag Button schon wieder auf P5. Er fuhr die Lücke zu Hamilton dann schnell wieder zu und profitierte davon, dass sein Getriebe offenbar etwas länger übersetzt war. Nachdem er beide Streithähne hinter sich gelassen hatte, machte er sich auf die Jagd nach Alonso. Ich war überrascht, wie schnell Button aufholte und wie wenig Chancen Alonso hatte, als Button vorbei ging. Für einen Moment konnte man dann noch hoffen, dass Button noch an Vettel ranfahren würde, aber da hatte er keine Chance. Interessant wäre es vielleicht noch geworden, wenn das SC noch mal raus gemusst hätte.

Buttons Rennen ging angesichts der Demo-Fahrt von Vettel und dem Kampf zwischen Hamilton und Schumacher etwas unter. Aber man sollte nicht vergessen, dass es ihm erneut gelungen ist, Hamilton zu schlagen. Und er nun in der WM 9 Punkte vor seinem Teamkollegen liegt. Wer hätte das gedacht?

Hinter den Topteams gab es in diesem Rennen ein paar Überraschungen. Nachdem Liuzzi mit seinem Unfall das Mittelfeld durchgewürfelt hatte, fanden sich zweitweise die Lotus auf P12 wieder und auch die Virgin tauchten weiter vorne auf, als man das gewöhnt ist. Die Pace zwischen Toro Rosso, Williams, Force India und Sauber war sehr ähnlich. Sergio Perez lag lange um P6 rum, dann versagte die Technik. Kobayashi fiel ebenso wie Sutil aus. Damit war der Weg eigentlich für Williams frei und Maldonado lag auch lange in den Top 10. Doch dann zeigte sich, mal wieder, dass Maldonado der Speed im Rennen fehlt. Er wurde von beiden Toro Rosso geschnappt und landete am Ende nur auf P11. Nur 15 Sekunden vor Barrichello, der in den Startnfall verwickelt war und fast eine Runde verloren hatte. Williams, die am Wochenende gut sortiert waren, hätte Punkte machen müssen, aber der Fahrer war trotz guter Ausgangsposition dazu nicht in der Lage.

Deutlich besser als erwartet war dagegen Bruno Senna unterwegs. Ich habe sein Talent bisher für begrenzt gehalten, weil er weder in der britischen F3 noch in der GP2 trotz gutem Material wirklich etwas zeigen konnte. Vermutlich wird er auch nie ein Top 5 Fahrer, aber zumindest in Monza zeigte er, dass er doch etwas kann. Das er Q3 schaffte, war schon mal die erste Überraschung. Dass er den Fehler seines Teams, direkt nach dem Unfall zu früh den Boxenstopp zu setzen, dann noch wettmachte, durchs ganze Feld fuhr und am Ende sogar fast auf P8 gelandet ist, war schon durchaus beeindruckend. Und wird Eric Boullier beruhigen, der nach der Entlassung von Heidfeld schwer in der Kritik stand.

Weiterhin erwähnenswert:

- Vettel hat in der WM 112 Punkte Vorsprung auf Alonso. 150 Punkte gibt es noch maximal zu holen. Und das Red Bull auf den beiden Strecken gewonnen hat, die nominell nicht zum Wagen passen, dürfte den anderen Teams nicht gefallen. Mit Suzuka, Korea und vermutlich Indien kommen mindestens noch drei Strecken, auf denen der RB7 unschlagbar ist.

- Paul die Resta. Schon wieder in den Punkten, schon wieder ein unauffälliges, aber fehlerloses Rennen. Es ist ja seine Debütsaison, aber da scheint einer zu sein, der mehr kann.

- Jamie Alguersuari. Wie immer hatte er eine miese Quali, dafür ein sehr gutes Rennen mit P7. Buemi kam auch in die Punkte, aber er scheint im Moment nicht so stark zu sein, wie der Spanier. Ich tippe, dass Alguersuari das Ticket für das nächste Jahr gelöst hat.

- Lotus. Schon in der Quali fehlten nur noch Zehntel in Richtung Q2. Im Rennen erreichte man, auch dank der vielen Ausfälle, P13 und P14. Schönes Ergebnis.

- DRS spielte keine große Rolle. Die Flügel waren eh so flach, dass man schnell genug war.

- Das war dass letzte Europa-Rennen. Singapur hat allerdings noch angenehme TV-Zeiten, danach wird es mit Japan und Korea eher unangenehm.

F1 Grand Prix of Italy - Race F1 Grand Prix of Italy - Race F1 Grand Prix of Italy - Race F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1_Monza_2011_6 F1_Monza_2011_7 F1_Monza_2011_8 F1_Monza_2011_9 Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. Formula One World Championship, Rd 13, Italian Grand Prix, Race, Monza, Italy, Sunday 11 September 2011. F1_Monza_2011_15 F1_Monza_2011_16 Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Italy Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Italy Motorsports: FIA Formula One World Championship 2011, Grand Prix of Italy F1 Grand Prix of Italy - Practice F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1 Grand Prix of Italy - Qualifying F1_Monza_2011_23 F1_Monza_2011_24 2011 Italian Grand Prix 2011 Italian Grand Prix 2011 Italian Grand Prix F1_Monza_2011_28 F1_Monza_2011_29

flattr this!

August 14 2011

06:58

Formel Eins: Die große Halbzeit Analyse

Die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr sind vorüber und es lohnt sich mal einen Blick auf die Teams zu werfen und wie ihre Saison bisher war.

11 Rennen sind vorüber, 8 weitere folgen noch, wobei es nur noch zwei in Europa geben wird (Spa, Monza). Die restlichen Rennen finden vor allem in Asien statt (Singapur, Japan, Korea, Indien) was für die Teams eine besondere Herausforderung sein wird. Denn wegen der längeren An- und Abreise ist es schwerer Updates an den Wagen zu bringen. Die Zeit, die die Rennchassis in der Fabrik verbringen, ist kürzer, dazu kommt, dass man wegen der sehr unterschiedlichen Strecken verschiedene neue Aero-Teile bereit halten wird. Ein weiterer Grund, der Updates erschweren wird, ist schlicht und ergreifend das Geld. Will man das 2011er Modell weiter updaten oder doch lieber mehr das 12er Modell? Man sieht – wer Fehler in der Vorbereitung und in der ersten Hälfte der Saison macht, der wird bitter bestraft. Und Fehler haben viele Teams gemacht.

1. Red Bull
Auf den ersten Blick hat Red Bull alles richtig gemacht. Man hat das Chassis mit dem besten Abtrieb, das mit allen Reifen zurecht kommt, man hat einen fehlerlosen Sebastian Vettel und die Technik macht auch nicht schlapp. Doch der Erfolg des RB7 basiert auch auf der Schwäche der anderen Teams. So hat Red Bull weiter Probleme mit dem KERS, zeitweise konnte man es gar nicht einsetzen. Glück hat man auch mit den Mapping-Regeln gehabt. Die Idee der FIA, den Overrun auf 10% zu reduzieren, hätte dem Renault-Motor nicht gut getan. Es in diesem Jahr viel für Red Bull gelaufen, die hart gearbeitet haben den letztjährigen Vorsprung zu halten und zu verbessern. Auch Vettel ist in diesem Jahr entspannter unterwegs, ist aber weiter in der Lage aggressiv unterwegs zu sein, wenn es sein muss. Mark Webber ist dagegen eine Enttäuschung in diesem Jahr. Über die Gründe, warum er so weit hinter Vettel zurück gefallen ist, gibt es zwei Gerüchte. Die eine Seite nennt die Pirelli Reifen, die andere die Charakteristik des RB7, der dem Australier nicht liegen sollte. Aber – trotz allem werden Red Bull und Vettel den Titel in diesem Jahr ein zweites Mal einfahren können.

2. McLaren
Als man den McLaren MP4-26 vorstellte, dachte ich mir schon, dass es bei so einem ausgefallenem Konzept nur zwei Varianten gibt: Floppt mit Anlauf oder entwickelt sich nach den ersten Kinderkrankheiten zu einem echten Sieger. McLaren hat viel einstecken müssen in diesem Jahr. Bei den Wintertests war der Wagen praktisch unfahrbar, wie Button und Hamilton klar bestätigten. Erst der Umbau des Unterbodens, der Auspuffanlage, der Kühlung und des Diffusors führte dann zu den gewünschten Ergebnissen. Dennoch bleibt der McLaren, ebenso wie der Ferrari, eine Wundertüte. Dazu kommt, dass der Wagen zu hart mit den Hinterreifen umgeht, was die Strategie für das Team nicht immer leicht macht. Der WM-Titel dürfte weg sein, interessant ist dabei aber noch die Frage, ob McLaren über den Winter an den L-förmigen Seitenkästen festhalten wird.
Hamilton hat in diesem Jahr eine gemischte Saison. Sein Frust über den schlechten Saisonstart merkte man ihm deutlich an und er benahm sich auf der Strecke deutlich daneben. Seit dem es aufwärts geht, ist auch Hamilton wieder zufriedener. Jenson Button ging es nicht besser, er lieferte aber durchaus brillante Rennen ab. Leider hatte er zwei “Nuller”, die seine schmalen Chancen auf den WM-Titel zunichte gemacht haben.

3. Ferrari
Das dritte Mal hintereinander ist Ferrari miserabel in die Saison gestartet. Letztes Jahr konnte man wenigstens noch das erste Rennen gewinnen, in diesem Jahr musste man bis zum Rennen in England warten. Die Probleme bei Ferrari sind vielfältig. Da war das merkwürdige Problem mit dem Windkanal, den man auf 60% Modelle verbessert hatte, aber die gelieferten Werte passten wohl nicht mit den CFD-Modellen zusammen. Zum anderen ist das grundsätzliche Problem, dass man die Sache zu konservativ angegangen ist. Man hat reagiert und die Entwicklungsabteilung umgebaut. Der erfolglose Aldo Costa musste gehen, Pat Fry hat die komplette Kontrolle in Sachen Chassis und Aerodynamik übernommen. Das Ferrari trotz der Umbesetzungen erfolgreich sein konnte, ist dann schon eine Überraschung und spricht für das Team. Aber die Saison kann man natürlich abhaken.
Alonso hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, was er kann. Selbst mit einem schlechten F150 war oft eine Gefahr und seit dem Europa GP hat er immer auf dem Podium gestanden. Massa hingegen ist nicht gut drauf, er hat in diesem Jahr bisher nur 70 Punkte eingefahren, während Alonso 145 Punkte hat. Das Ferrari ihn 2012 nicht austauscht, hat vermutlich nur etwas damit zu tun, dass man keinen brauchbaren Ersatz findet.

4. Mercedes
Da hat man mehr erwartet. So einfach kann man die Saison von Mercedes zusammenfassen. Ross Brawn ist mit dem MGP02 schon wieder ein eher nur mittelprächtiger Entwurf gelungen, dazu kommt, dass das offensichtlich schmale Budget kaum Verbesserungen zulässt. Zumindest von außen macht der Mercedes den Eindruck, als würde er sich kaum verändern. Man kann eine lange Liste von Gründen aufführen, warum der Wagen nicht läuft (langer Radstand, schlechte Kühlung, schlechter Diffusor, zu wenig Grip vorne), aber am Ende stimmt halt das gesamte Paket nicht. Als Hoffnungsschimmer muss man aber auch sagen, dass es dem Team gelungen ist den Abstand nach vorne während der Saison deutlich zu verringern. Es waren mal 2 Sekunden, in den letzten Rennen waren dann noch rund 1.3 Sekunden. Wenn man bedenkt, dass die anderen auch schneller geworden sind, ist das ein gutes Ergebnis.
Die Fahrer blieben beide blass. Schumacher hatte Lichtblicke aber noch mehr Tiefpunkte, Nico Rosberg konnte mich bisher auch nicht wirklich überzeugen, aber das mag am Chassis liegen. Insgesamt macht das Team leider nicht den Eindruck, als könne man 2011 den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

5. Renault
Auch Renault hat sich mit dem nach vorne gelegten Auspuff was hübsches ausgedacht, aber die Saison war eigentlich mit den Unfall von Kubica schon vorbei. Man hatte dem Polen den R27 auf den Leib geschneidert und als er weg war, hatte man den Salat. Dazu kam, dass die Idee, den gesamten Unterboden anzublasen, in der Realität nicht wirklich ausreichend funktioniert. Man hat mit einem “normalen” Auspuff experimentiert, aber die Konzeption des Wagens passt nicht dazu. Intern gab es auch jede Menge Ärger, denn sehr viele Mitarbeiter aus der Entwicklung sind in den letzten 12 Monaten gegangen. Eric Boullier hat einen eigenwilligen Führungsstil, wie man so hört. Die Verpflichtung von Nick Heidfeld war die richtige Entscheidung, aber der Deutsche konnte nicht wirklich überzeugen. Seine Quali-Schwäche ist in der heutigen F1 ein gravierender Nachteil und die Niederlagen gegen Petrov nicht schön. Der Russe wiederum fährt eine erstaunlich stabile Saison, aber ich bin mir sicher – würde Kubica im Wagen sitzen, sähe die Sache anders aus. Renault wird die zweite Hälfte der Saison damit verbringen, viele Neuteile für 2012 und Fahrer auszuprobieren. Grosjean gilt als einer, der Heidfeld noch in diesem Jahr ersetzen könnte.

6. Sauber
Der sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist vermutlich das Beste, was die Schweizer erreichen können. Die Top 3 sind nicht zu bekommen, Mercedes einen Schritt besser und Renault durchaus erreichbar in einigen Rennen. Und doch bin ich etwas enttäuscht. Immerhin fährt Sauber mit dem kompletten Ferrari-Antriebsstrang (Motor, Getriebe, KERS) und mit James Key hat man einen jener Designer bekommen, der zu den Besten seiner Generation zählt. Dazu hat man mit Kamui Kobayashi und dem erstaunlich schnellen Perez ein gutes Fahrerteam. Aber der diesjährige Sauber läuft nicht so gut, ihm fehlt vor allem der heiß angeblasene Diffusor, den man nicht baute, nachdem die FIA ihn zunächst verbieten wollte. Also wird man versuchen die Saison mit Stil zu Ende zu bringen und der sechste Platz ist drin, wäre da nicht das aufstrebende Force India Team.
Kamui Kobayashi hat in diesem Jahr mal wieder viel Spaß gemacht und ich hätte ihn 2012 schon gerne in einem Top Team gesehen, aber da ist ja kein Platz. 2013 könnte das anders aussehen, wenn er seine Fehleranfälligkeit noch etwas reduziert. Sergio Perez ist eine der Überraschungen in diesem Jahr. Auch wenn er nicht immer mit Kobayashi mithalten kann, da könnte ein interessantes Talent heranreifen.

7. Force India
Die Inder liefern eine durchwachsene Saison ab, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet sind. Auch hat Vijay Mallya in den letzten 18 Monate das komplette Entwicklungsteam umbauen müssen, von daher sind die guten und vor allem besser werdende schon eine kleine Überraschung. Das hat aber auch mit den Fahrern zu tun, die nach einigen Schwächen zu Beginn des Jahres, eine starke Leistung zeigen. Sutil ist nach einem unschönen Start endlich wieder auf seinem normalen Niveau angekommen, Paul di Resta liefert für seine erste Saison sehr gute Ergebnisse ab und steht vermutlich auf der Long List einiger Teamchefs. Das Problem bei Force India ist halt, dass ihnen gegen Ende des Jahre die Ressourcen ausgehen, weil man am neuen Wagen arbeitet. Aber noch haben sie durchaus eine Chance auch Sauber abzufangen, aber die ist wirklich nur sehr schmal.

8. Toro Rosso
Das B-Team von Red Bull steht zwar in Sachen Design auf eigenen Beinen, hängt aber weiter am Tropf von Red Bull. Und so richtig gut läuft es in diesem Jahr wirklich nicht. Der erste eigene Entwurf eines F1-Chassis hat vielversprechende Ansätze, aber mehr eben auch nicht. Normalerweise sollte man auf dem Niveau von Force India unterwegs sein, was im Rennen auch gelingt. Aber in der Quali liegt man doch ein gutes Stück zurück. Die Punkte hat man bisher über die Strategie und die saubere Fahrweise der Piloten holen können.
Wobei mich bisher weder Sebastian Buemi noch Jamie Alguersuari wirklich überzeugen konnten. Buemi ist der bessere Mann in der Qualifikation und sieht auch im Rennen oft besser aus. Aber die Unterschiede im Rennen sind eher marginal. Klar dürfte sein, dass einer im Winter wird gehen müssen. Vielleicht auch beide, wenn man neben Daniel Ricciardo noch einen weiteren Mann findet.

9. Williams
Sicherlich die Enttäuschung des Jahres. Der FW33, dessen Konzept auf dem Papier interessant ausschaut, ist ein totaler Flop. Und zwar ein Flop von derartigen Ausmaßen, dass man sich fragt, warum das niemanden vorher aufgefallen. Patrick Head, Adam Parr und Frank Williams haben dann das einzig richtige gemacht und schnell Konsequenzen gezogen. Sam Michael und große Teile der Entwicklung mussten gehen, man hat sich mit Mike Coughlin einen durchaus interessanten Mann geholt, der in der Lage ist, einen sehr schnellen und zuverlässigen Wagen zu bauen. Auch der Deal mit Renault bringt Williams in die richtige Richtung, auch wenn der Cosworth offenbar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. Zu den Fahrern kann man wenig sagen. Barrichello macht seinen Job, wirkt aber lustlos, Maldonado überrascht immer mal wieder mit einer guten, versackt aber dann im Rennen. Die 4 Punkte, die Williams hat (letztes Jahr um die Zeit waren es 40), sagen eigentlich schon alles.

10. Lotus
Für mich die zweite Enttäuschung des Jahres. Es war klar, dass man im zweiten Jahr keine Bäume würde ausreißen können, aber im Grunde ist der Abstand noch vorne zwar kleiner geworden, aber nicht so weit, dass man zumindest mit Williams mithalten könnte. Dabei hat Lotus sehr viel Geld in die Hand genommen, darunter auch für die Renault-Motoren. Auffallend ist, dass beide Wagen sehr mit technischen Problemen ausfallen, bei Kovalainen waren das immerhin 5 Ausfälle und damit ist er in diesem Jahr der Spitzenreiter auf dieser Liste. Da gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der eigenen Fabrik, denn der Renault-Motor ist ja in anderen Teams stabil. Allerdings – Lotus fehlt der “hot blown diffusor” und KERS, wenn das kommt, ist man vielleicht in der Lage Q2 zu erreichen.
Zu Trulli und Kovalainen kann man wenig sagen. Der Finne macht den besseren Eindruck in diesem Jahr, die besseren Rennergebnisse hat aber Trulli. Tony Fernandes hat angedeutet, dass man Trulli evtl. behalten könnte. Wenn ich ihm einen Rat geben müsste, würde ich schauen, dass ich jemanden wie Hülkenberg ins Team hole.

11. HRT
Ja, in der Wertung liegt HRT wieder vor Virgin, weil Liuzzi mal ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Was soll man sagen – das Wunder ist eigentlich, dass das Team noch fährt, was man Colin Kolles zu verdanken hat, der die Wagen in seiner Firma nahe Ingolstadt vorbereitet. Spanisch war an dem Team nur der Besitzer, der aber gewechselt hat. Mit der Investmentfirma kommt Geld, aber bei der momentan schwierigen Wirtschaftslage muss man da vorsichtig sein. Dass HRT nicht voran kommt liegt auch am alten, kaum veränderten Dallara Chassis, das nächstes Jahr dann wohl endgültig ausgetauscht wird. In Sachen Fahrer – Luizzi macht seinen Job, Karthikeyan fiel nicht weiter auf und sein Nachfolger, Daniel Ricciardo konnte bisher nicht überzeugen, aber dem muss man sicher noch etwas Zeit geben.

12. Virgin
Die Briten stehen am Ende der Wertung, was ihrer tatsächlichen Leistung vermutlich nicht ganz entspricht. Auch Virgin hat die technische Abteilung umgekrempelt. Nick Wirth ist raus (auch wenn man die F1-Abteilung von Wirth gekauft hat) und ab 2012 arbeitet man eng mit McLaren zusammen, was dem Team sicher etwas bringen wird. Aber dieses Jahr kann man abhaken. Interessant ist, dass man Timo Glock für weitere drei Jahre verlängert hat, aber offen darüber spricht, dass D’Ambrosio wohl 2012 nicht weiterfahren wird. Man sucht offenbar einen Fahrer aus dem Mittelfeld. Das könnte ein Ex-Toro Rosso Mann werden, aber auch die diversen Ersatzfahrer wird man sich anschauen.

flattr this!

July 21 2011

15:48

Formel Eins: Vorschau Deutschland GP 2011

Die Formel Eins macht Station in Deutschland und der Nürburgring wird sich vermutlich das gesamte Wochenende von seiner besten Seite zeigen: Mit Regen.

Nach dem Rennen in England fällt eine Einschätzung der momentanen Leistungsverhältnisse nicht leicht. Die gemischten Wetterverhältnisse in Silverstone, die kleinen Fehler bei den Boxenstopps und die Änderungen am Mapping machte das Rennen sehr einzigartig. Mittlerweile ist die Formel Eins wieder zu den Mapping-Einstellungen aus der Zeit vor Valencia zurückgekehrt, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Mapping im Parc Fermé nach der Quali nicht mehr verändern darf. Im Grunde profitieren von der Entscheidung fast alle Spitzenteams. Red Bull sowieso, aber vor allem McLaren hat durch einen kompromisslosen Umbau auf den hot blown diffusor in diesem Jahr viel gewonnen. Nur bei Ferrari ist man sich nicht so sicher.

Nach dem Sieg in Silverstone ist man bei Ferrari zwar einigermaßen erleichtert, euphorisch ist man aber nicht. Die veränderten Mapping-Einstellungen in Silverstone könnten den Ferrari geholfen haben, aber gleichzeitig hatten die Italiener auch jede Menge neuer Teile am Auto. Aus Maranello hört man, dass man in Sachen Abtrieb offenbar einiges gefunden hat, nachdem man den Fehler, der aus falschen Windkanaldaten resultierte, behoben hat. Gleichzeitig hat man mal wieder umstrukturiert und Pat Fry an die Stelle von Aldo Costa gesetzt, der das Team in dieser Woche endgültig verlassen hat. Wie ernst es Ferrari damit ist, die Strukturen neu auszurichten und gleichzeitig Ruhe ins Team zu bekommen, verdeutlicht die Aussage von Luca di Montezemolo aus dieser Woche, dass man auch 2012 mit Massa als zweiten Fahrer antreten wird. Es wird interessant zu sehen sein, wie Ferrari auf dem eher mittelschnellen Kurs des Nürburgrings klar kommen wird. Es fehlen hier zwar, bis auf das Schumacher-S, die schnellen Passagen, aber wenn der F150 hier gut geht, sollte er auch auf den kommenden Kursen ein Gegner sein.

Red Bull ist aber weiter das Team, dass die Nase vorn hat. Nach dem mittelgroßen Eklat in Silverstone, wo man gegen Ende des Rennens Mark Webber per Team Order einbremste, hat sich die Lage wieder beruhigt. Dietrich Mateschitz selber hat verkündet, dass man mit Webber noch ein weiteres Jahr unterwegs sein wird. Das nicht nur, weil Webber gute Leistungen erbringt, sondern auch, weil man keinen gleichwertigen Ersatz findet. Das Markt an guten Fahrer ist ziemlich leer gefegt. Ohne Zweifel sollte Vettel beim seinem Heim GP der erste Sieganwärter sein.

McLaren wird nach dem schwachen Auftritt in Silverstone am Ring besser aufgestellt sein, das wieder erlaubte Mapping sollte auch helfen. Dennoch ist der Wagen weiterhin eine Baustelle und man hat gegenüber Ferrari sogar an Boden verloren. Es fällt schwer dafür einen Grund auszumachen, der Wagen ist einfach generell zu langsam. Probleme gibt es auch im Team, vor allem um Lewis Hamilton herum. Der beklagte sich bei seinem Team nach Silverstone über ein “Burnout” und durfte erst einmal in den Urlaub fahren. Generell gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass Hamilton sich zu viel um seine Promi-Freunde und zu wenig um andere Sachen kümmert. Ob das so stimmt, ist dann wieder eine andere Sache, aber die Unruhe um beide Fahrer in Sachen Vertragsverlängerung tut dem Team mit Sicherheit nicht gut.

Derlei Probleme hat Mercedes nicht, dafür ist der MGP02 kein großer Wurf von Ross Brawn und alle Änderungen haben bisher den Abstand nur konservieren, aber wenig verkürzen können. Mittlerweile hat man fast das gesamte Auspuffsystem verändert, ebenso die Anströmung des Diffusor. Auffällig ist aber, dass der Wagen immer noch mehr Kühlauslässe hat, als die Konkurrenz. Das ist nicht gut für die Luftführung und kostet Anpressdruck. Sollte es am Wochenende allerdings wie erwartet nass sein, dass dürfte man wieder einen sehr starken Schumacher sehen, dem diese Verhältnisse offenbar entgegen kommen. Erstaunlicherweise sieht man im Regen, dass Schumacher, so er denn keinen Fehler macht, vom Speed her zur Spitze gehört. Es wäre ihm und dem Team zu wünschen, dass es am Ring richtig gut läuft.

Bei Renault wird man angesichts des aufgehobenen Mapping-Verbots erleichtert sein. Man hat in Silverstone gesehen, dass der Wagen schwer unter dem Verbot litt, daher sollte es am Ring deutlich besser laufen. Unzufrieden ist man bei den Franzosen dennoch, da die Saison nicht sonderlich gut läuft. Petrov macht seine Sache ordentlich, Heidfeld eigentlich auch, wäre da nicht seine leidige Quali-Schwäche, die ihm bessere Positionen versperrt. Offen spricht Eric Boullier davon, dass man auf eine Rückkehr von Robert Kubica hofft und diesen auch bei nächster Gelegenheit wieder in den Wagen setzen möchte.

Williams bastelt weiter am verkorksten FW33 und dürfte am Ring nicht auffällig werden. Gleiches gilt für Sauber, die in Sachen Entwicklung im Moment stehen geblieben sind. Toro Rosso hat sich verbessert, allerdings auch nur deswegen, weil man im Rennen mit anderen Strategien unterwegs ist.

Neuigkeiten gibt es von Lotus. Dort setzt Jarno Trulli am Wochenende überraschend aus, und wird durch Karun Chandok ersetzt. Der Inder, sicher einer der sympathischsten Fahrer im Feld, darf dann auch mal wieder ein Rennen fahren. Gleichzeitig hat Team Lotus aber klar gemacht, dass man mit Trulli auch über einen Einsatz im Jahr 2012 verhandelt. Dabei hatte man eher damit gerechnet, dass sich Lotus für 2012 einen jüngeren Fahrer holt.

Am Ring gibt es dieses Mal nur eine DRS-Zone, die die lange Gerade betrifft. Gemessen wird vor Turn 10, aktiviert wird der Heckflügel dann direkt nach Turn 11 bis zur Schikane. Je nach Wetter wird man vermutlich wieder einen abwechslungsreichen Grand Prix sehen und wenn es die in der Eifel üblichen Mischverhältnisse gibt, dürfte es richtig lustig werden.

Am Rande des Grand Prix gibt es auch eine Demo der “Save the Ring” Organisation. Viele Infos dazu findet man bei Facebook und bei Mike Frison, den ich der Einfachheithalber mal zitiere:

Treffpunkt ist die Gemeindehalle in Nürburg (neben Getränke Schmitz in der Nähe vom Hotel Tiergarten) und der Protestmarsch setzt sich um 11:45 Uhr in Bewegung.

flattr this!

March 21 2011

06:58

Formel Eins: Vorschau 2011 – Die Teams

Es geht, mit ein wenig Verspätung, wieder los. Der ausgefallene Grand Prix von Bahrain war für einige Teams offenbar Gold wert, denn bei den Tests sah nicht alle gut aus.

Es gibt viel neues in diesem Jahr. Der bewegliche Frontflügel ist weg, dafür kann man den Heckflügel jetzt in bestimmten Situationen flacher stellen. Doch die wichtigste Änderung betrifft wohl den Diffusor. Der darf nur noch einfach und nicht doppelt gebaut sein, was die Konstruktion des gesamten Hecks verändert. Dazu kommen die neuen Reifen von Pirelli, die auf Wunsch der FIA eine völlig neue Mischungen anliefern. Während die Bridgestone auch mal ein ganzes Rennen durch gehalten haben, zerbröseln die Pirelli schon nach wenigen Runden. Das wird die Strategie aller Teams in diesem Jahr komplett ändern, aber dazu dann am Donnerstag in der Vorschau mehr. Heute geht es erstmal um die Form der Teams, die ich so sortiert habe, wie ich sie im Moment zum Saisonstart sehe.

Eins noch vorweg: Während es vorne schon eng ist, kann man im Mittelfeld kaum sagen, wer da die Nase vorne hat. Im Grunde wird es bis in den Mai dauern, bis man einen einigermaßen sicheren Überblick haben wird. Das Problem ist auch, dass sich die Rangfolge wegen der neuen Reifen praktisch in jedem Rennen ändern kann. Keiner weiß, wie die Pirelli auf den verschiedenen Asphaltsorten und Temperaturen reagieren werden. Kann sein, dass Williams plötzlich in China in den Top 3 ist, um beim nächsten Rennen in der Versenkung zu verschwinden. Es geht nicht mehr nur um die reine Geschwindigkeit, sondern auch darum, wie gut man mit den Reifen umgeht. Ein “langsames”, konservativ gebautes Auto kann auf einer Renndistanz einen viel schnelleren Wagen schlagen, weil die Reifen nicht so schnell abbauen. Deswegen ist die folgende Vorschau eher ein Blick in die Kristallkugel.

1. Red Bull
Die Österreicher muss man auch in diesem Jahr ganz vorne sehen. Der RB7 machte bei den Tests einen sehr guten Eindruck. Und zwar nicht nur, was die Pace angeht, sondern auch was die Stabilität der Rundenzeiten betrifft. Denn die dürfte in diesem Jahr extrem wichtig sein. Der neue Red Bull ist wohl kein “Reifenfresser” was den Strategen 2011 viel Freiheiten gibt. Die Longruns sahen sehr gut aus, und zwar bei Webber wie Vettel, was ja auch nicht unwichtig ist. Ein paar Sorgen macht aber wohl die Kühlung. Die extrem kleinen und scharf eingezogenen Seitenkästen bergen die für Renault typischen kleinen Kühler, doch bisher waren die Temperaturen bei den Tests nicht sehr hoch. Es gibt also zumindest ein kleines Fragezeichen, aber der Grundspeed des Red Bull ist über den Winter nicht verschwunden.

2. Ferrari
Der 150° Italia ist keine Schönheit, das gesamte Design wirkt, verglichen mit anderen Wagen, sehr konservativ. Den Fehler, dass man Ferrari zu schnell einschätzt, begeht man schnell, weil man die Italiener ja immer vorne sieht. Bemerkenswert war allerdings die Zuverlässigkeit des neuen Wagen und die sehr konstanten Zeiten bei den Longruns. Auch der “Drop off”, also der Zeitenverlust gegen Ende eines Stints, ist wie bei Red Bull überschaubar. Ferrari hat sich, wie letztes Jahr, für ein Basis-Design entschieden, dass man updaten kann. Allerdings will man nicht, wie 2010, eine B-Variante bauen müssen. Ob das gelingt, bleibt mal abzuwarten. Mir fehlen bei Ferrari etwas die schnellen Zeiten bei den Tests, auch wenn sie meist in den Top 5 unterwegs waren. Den Italienern traue ich zu dem zu, dass sie das “sand bagging”, also das bewusste zurückhalten der eigenen Leistung, sehr weit getrieben haben.

3. Renault
Mit Robert Kubica hätte ich Renault auf Augenhöhe mit Red Bull gesetzt. Den Renault Designer ist ein guter Wurf gelungen, und das nicht nur wegen des Auspuffs, der vorne gerichtet ist. Der ganze Wagen macht einen sehr stabilen und guten Eindruck, bei den ersten Tests im Februar war man sofort vorne dabei. Nun ist Kubica, mit dessen Input man den Wagen entwickelt hat, nicht da und auch wenn Heidfeld laut Eric Boullier sehr ähnliche Vorstellungen von einem Wagen hat, wie der Pole, ist Renault doch etwas schlechter dran. Dennoch hat man mal wieder ein Auto, dass zumindest für ein paar Podien gut ist und Heidfeld ist ein Fahrer, dem das gelingen könnte. Renault ist in diesem Jahr für mich das “dark horse” schlechthin, und das nicht nur wegen der Farbe.

4. Mercedes
Mercedes und Ross Brawn stehen unter Druck. Noch so eine Saison wie 2010 kann man sich nicht erlauben, aber der Abstand zur Spitze ist nicht so leicht zu verringern. Brawn hat sich für eine nicht ungefährliche Strategie entschieden. Erst testete man ein Basis-Chassis um eine Grundabstimmung zu finden, dann klebte man die Updates auf den Wagen