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December 30 2013

07:00

Best of 2013 – Sebastian

Zum Jahreswechsel schauen die Racingblog-Autoren auf das vergangene Jahr zurück und stellen ihre persönlichen Highlights und Enttäuschungen zusammen.

Wie wohl vielen andere auch, wird mir das Motorsportjahr 2013 mit gemischten Gefühlen in Erinnerung bleiben. Tollen Rennen standen schlimme Unfälle mit tragischem Ausgang gegenüber. Und gut anzusehender Sport wird zunehmend überschattet von politischen Entscheidungen und dem steigenden finanziellen Druck mit dem viele Teams in verschiedensten Serien zu kämpfen haben. Die Formel 1 ist hier nur das prominenteste Beispiel.

Bestes Rennen
Um hierzu eine Entscheidung fällen zu können, urteile ich einfach mal höchst parteiisch und rein subjektiv. Meine beiden besten Rennen 2013 waren die BTCC-Läufe in Knockhill und das Saisonfinale in Brands Hatch. Und das nicht, weil es in der an Spannung ja ohnehin nicht gerade armen BTCC-Saison bei diesen beiden Rennen besonders unterhaltsam zuging, sondern ganz einfach, weil das meine ersten beiden BTCC-Rennen waren, die ich vor Ort live besuchen konnte.

Kurz gefasst: Es waren tolle Tage mit Motorsport zum Anfassen in entspannter Atmosphäre. Insbesondere Knockhill war hier eine ganz besondere Erfahrung. Im Paddock geht man auf Tuchfühlung mit Fahrern und Teams und die knackig kurze Strecke bietet viele tolle Stellen, um echtes Racing vom Streckenrand aus zu erleben. So eine Atmosphäre kenne ich eigentlich sonst nur aus der VLN – und da ist das in der Form eigentlich auch schon ein paar Jahre her.

Brands Hatch im Oktober lebte dann vor allem davon, dass hier die Meisterschaftsentscheidung in einem spannenden Finish fiel – und vom Regen, der am Rennsonntag keine einzige Pause einlegte. Meine Schuhe waren abends so aufgeweicht und verschlammt, dass ich sie direkt entsorgen konnte. Mit welchem Herz die britischen Fans aber trotz des miesen Wetters dabei sind und ohne ein einziges Dach zum Unterstellen an der Strecke ausharren, ist bemerkenswert und Racing pur.

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Bestes Finish
Hier muss ich irgendwie an die letzten Runden der V8 Supercars in Pukekohe denken. Mark Winterbottom folgte Jamie Whincup wie ein Schatten und man konnte kaum erwarten, wann der Ford-Pilot den finalen Angriff setzen würde. Dass die Sache dann in einer Kollision endete ist zwar nicht so schön – insgesamt ist dieser klassische Kampf Fahrer gegen Fahrer aber ein Beispiel dafür, was die Faszination Motorsport ausmacht. Und die mit einer riesigen Begeisterung begleitenden australischen Kommentatoren verliehen der ganzen Situation noch das i-Tüpfelchen.

Vielleicht also nicht wirklich das allerbeste Finish, das es im letzten Jahr gab. Für mich aber in schöner Erinnerung.

Bester Fahrer
hi_10468_7785In dieser Kategorie bleibe ich meinem Steckenpferd BTCC treu. Auch wenn die Leistungen so mancher Fahrer im letzten Jahr beeindruckend waren – Sebastian Vettel, Jimmie Johnson, Yvan Muller oder Mike Rockenfeller wären hier u.a. zu nennen – gebührt der Titel „Bester Fahrer“ doch dem BTCC-Champion Andrew Jordan. Die Werksmannschaften von Honda und MG und so arrivierte Namen wie Matt Neal, Gordon Shedden, Jason Plato und Colin Turkington hat der Eurotech-Pilot in die Schranken gewiesen und ist definitiv ein verdienter Meister. Keiner kann den BTCC-Honda Civic auf eine Runde so schnell um einen Kurs prügeln wie der Engländer und das, was ihm in den letzten Jahren oft fehlte, zeigte er in der zurückliegenden Saison mit Bravour: Eine eindrucksvolle Konstanz gepaart mit intelligenter Fahrweise über die gesamte Saison hinweg.

Bestes Team
Hier komme ich nicht um Red Bull herum. Vettels Leistung in der zweiten Saisonhälfte war sicherlich makellos, aber ohne die Weiterentwicklung, die Red Bull über die Sommerpause am RB9 betrieben hat, wäre die Titelverteidigung nicht so leicht möglich gewesen. Was auch immer da entwickelt wurde und ob es nun legal war oder nicht (Stichwort versteckte Traktionskontrolle?) hat den Ausschlag gegeben. Und neben Vettels fehlerfrier Leistung agierte auch das Team meist makellos und höchst professionell. Einzig getrübt haben die teaminterne Querelen zwischen den Fahrern und die vergleichsweise durchwachsene Leistung von Mark Webber. Ob der Australier aber nun teamintern tatsächlich benachteiligt wurde, lässt sich nicht sagen und daher ist Red Bull das Team des Jahres.

Feinde/Duell des Jahres
Kimi gegen Lotus, Lotus gegen Kimi. Das Jahr hatte mit dem Auftaktsieg beim Australien GP so verheißungsvoll angefangen – am Ende war es dann eine zerrüttete Ehe die in der Scheidung zwei Rennen vor Saisonende mündete.

Szene des Jahres
Der Moment als Matias Ekströms Vater seinem Sohn nach dessen Sieg an der Nürnberger Noris eine Flasche Wasser in den Overall goss. Ob nun aus freudigem Überschwang, wie die einen sagen, oder mit absichtlichem Kalkül, wie die anderen sagen – diese Szene läutete eine der bizarrsten Diskussionen ein, die ich im Motorsport erlebt habe. Klar, Reglement ist Reglement und da steht drin, dass nach der Zieldurchfahrt Parc Ferme-Bestimmung herrscht und am Auto und am Fahrer bis zur Waage nichts manipuliert werden darf. Aber die Art und Weise wie hier im Einzelnen um möglicherweise nachträglich hinzugefügtes Gewicht argumentiert und gestritten wurde war (leider) mal wieder so typisch unrühmlich für die DTM und hat unterm Strich dem Sport nur geschadet. Und die im Nachhinein am grünen Tisch getroffene Entscheidung, Ekström zu disqualifizieren aber auch keinen neuen Sieger zu küren, setze dem Fass noch die Krone auf. Das traurigste daran: Das Norisring-Rennen war bis dato eines der besten, das ich seit langem in der DTM gesehen hatte.

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Schönster Moment des Jahres
Als mir beim Betreten des Paddock in Knockhill Jason Plato mit Kaffee, Kippe und Handy am Ohr entgegenkam.

 

 

 

Überraschung des Jahres
Hier fällt mir doch noch was Positives zur DTM ein. Mal ehrlich, mit einem Champion Mike Rockenfeller hatte man vor der Saison nicht wirklich gerechnet, oder? Dabei ist für mich nicht nur überraschend, dass der sympathische Audi-Pilot den Titel holen konnte, sondern auch in welch cooler und souveräner Art und Weise. Und das alles rund zwei Jahre nach seinem schweren Le Mans-Unfall. Toll gemacht, Rocky!

Weitere positive Überraschung aus der DTM, die ich nicht unerwähnt lassen möchte: Timo Glock, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten super eingefunden hat und seine Debütsaison mit einem Sieg krönen konnte. Da haben wir schon ganz andere ehemalige F1-Piloten in der DTM erleben dürfen, die sich deutlich schlechter verkauft haben …

Enttäuschung des Jahres
Da war leider so einiges. McLaren, die Mercedes-Performance in der DTM, die ARD-Berichterstattung über die DTM, das Hick Hack um den Nürburgring, das Fehlen so mancher angekündigter Autos in der BTCC usw.

Aber für mich ganz persönlich war es leider Le Mans. Nicht etwa weil das Rennen schlecht war, sondern wegen dem Tod von Allan Simonsen. Ich hatte mich riesig auf das Le Mans-Wochenende gefreut, auf das verheißungsvolle Duell Audi gegen Toyota, auf die neue Ausgabe des größten Autorennens der Welt. Mit dem Tod von Alan Simonsen war um 18:00 Uhr dann schlagartig die Luft raus. Wie kann man Leitplanken direkt vor einen Baum stellen?! An so einer Stelle, bei so einem Rennen?!

Langweiligstes Rennen
Leider viele Rennen in F1 und DTM.

Racecontrol-Moment des Jahres
Eindeutig der Geländewagen, der beim GP von Südkorea auf einmal über die Gegengerade „bretterte“.

Spruch des Jahres
Sebastian Vettel nach dem Singapur GP über die Dominanz von Red Bull:

„Wenn andere die Eier in den Pool hängen lassen am frühen Freitag, arbeiten wir immer noch hart für ein starkes Rennen.“

Und vielleicht noch besser Nico Rosbergs Reaktion darauf:

“Er sollte sich weniger Gedanken machen über meine Eier und mehr auf sich selbst gucken.”

Glückspilz des Jahres
Fahrer und Streckenmarschall bei diesem Rennen zur Ferrari Challenge in Suzuka. Beide kamen mit dem Leben davon, was angesichts der Bilder mehr als ein Wunder ist.

Wünsche für 2014
Ich wünsche mir vor allem, dass die Formel 1 von den Regeländerungen profitiert und wir am Ende von 2014 noch immer elf Teams beisammen haben.
Ähnliches lässt sich auch für die WTCC wünschen.
Ansonsten hoffe ich auf viele spannende Rennen ohne verletzte oder gar tote Fahrer, Streckenmarschalls und Zuschauer.

 

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October 21 2013

06:25

DTM: Analyse Hockenheim II 2013 – Regenglück

Jede Menge Regen sorgte für ein interessantes Rennen, dass aber über die gesamte Zeit von BMW dominiert wurde. Nur ein Mercedes sorgte dafür, dass BMW das Podium nicht komplett belegen konnte.

Motorsports / DTM 10. race HockenheimSchon in der Qualifikation zeigte sich, dass der Sieg nur über einen BMW führen würde. Spengler, Werner, Priaulx und Glock machten Q4 in dieser Reihenfolge unter sich aus. Molina lag im besten Audi auf P5, der beste Mercedes war mit Robert Wickens gar erst auf P13 zu finden. Das sah also nach einer eindeutigen Sache für die Münchner aus, die ja immerhin noch die Möglichkeit hatten, den Markentitel zu verteidigen. Aber am Renntag schüttete es wie aus Eimern. Die Strecke stand teilweise unter Wasser, aber die Rennkommissare entschlossen sich dennoch für einen regulären Start.

Bruno Spengler konnte seine Pole nutzen und genoss die gischtfreie Sicht nach vorne. Dahinter wurde es dann erwartungsgemäß eng. Glock kam nur schleppend los und musste unter anderem Farfus passieren lassen, der von P10 kam. Auf der Anfahrt zu Kurve 2 wurde es dann eng und ausgerechnet zwei BMW gerieten aneinander. Glock hatte innen zu spät gebremst und schoss dabei dann Farfus ab, der wiederum fast Rockenfeller mit ins Verderben riss. Für Farfus war das Rennen dann mehr oder weniger gelaufen. Der Sieger des letzten Rennens konnte zwar weiterfahren, spielte im Rennen aber keine Rolle mehr. Auch für Rocky ging danach nicht mehr viel nach vorne, weil seine Spurstange einen Schlag bekommen hatte und der Wagen nur noch bedingt gut lief. Timo Glock hatte dagegen viel Glück. Zum einen blieb sein BMW unbeschädigt, zum anderen konnte er sich in dem Trubel wieder auf P4 schieben. Ein paar Runden später lag er dann hinter Spengler und Werner, den er im ersten Drittel des Rennens dann auch noch überholen konnte, auf P3.

Vorne tat sich nicht viel, dafür passierte im Mittelfeld umso mehr. Es gab jede Menge Positionsverschiebungen und Überholmanöver, die nicht immer ohne Materialaustausch vonstatten gingen. Die Rennleitung blieb aber, im Gegensatz zu früheren Jahren, entspannt und ließ die Fahrer gewähren. Nur wenn es zu arg wurde, wie in dem Fall, als Juncadella dem vor ihm liegenden Ekström abschoss, griff man ein.

Die heimlichen Hauptdarsteller des Rennens waren aber die Regenreifen. Offensichtlich hatten die Teams aufgrund der niedrigen Temperaturen unterschiedliche Ansichten, was den Reifendruck anging. Einige gingen mit einem etwas höheren Druck ins Rennen, was die Reifen zwar schnell auf Temperatur brachte, dafür aber die Stintlänge verkürzte. Andere, unter anderem auch das Team von Timo Glock, entschieden sich für etwas weniger Luft in den Reifen. So dauerte es ein paar Runden, bis Glock richtig in Schwung kam, dafür hielten seine Reifen dann erstaunlich lange.

Ein Verlierer des Luft-Pokers war Bruno Spengler, der wegen abbauender Reifen früher an die Box kommen musste. Gegen Ende seines Stints nahm ihm Glock richtig viel Zeit ab und reduzierte den Abstand von sechs auf zwei Sekunden. Spengler kam rein, fiel dadurch ins Mittelfeld zurück und verlor dort etwas Zeit. Gleichzeitig konnte Glock vorne weiter seine guten Rundenzeiten beibehalten und dementsprechend seinen Vorsprung ausbauen. Dabei war die Idee eines frühen Stopps gar nicht mal so schlecht, wenn man denn den richtigen Reifendruck finden konnte.

Ungemach drohte allerdings aus dem Mercedes-Lager. Die Stuttgarter waren im Regen teilweise etwas besser aufgestellt, auch wenn keiner der Toppiloten vorne eingreifen konnte. Dafür lieferte etwas überraschend Roberto Mehri ein sensationelles Rennen ab. Vom letzten Platz gestartet erwischte man ihn auch noch bei einem Frühstart. Weil aber in den ersten Runden noch viel Wasser auf der Piste stand und die Rundenzeiten dementsprechend schlecht waren, verlor Mehri bei seiner Durchfahrtsstrafe nicht allzu viel Zeit. Er startete dann eine furiose Aufholjagd, wobei die Strategie seines Teams vorsah, dass Mehri einfach alles aus den Regenreifen rausholen sollte. Zwei etwas frühere Stopps, eine grandiose Fahrt und einige sehenswerte Überholmanöver später fand sich Mehri in Reichweite der Podiumsplätze.

Dass es am Ende nicht für den Sieg reichte, lag an den etwas früheren Stopps und daran, dass der zweite kurze Stint vor dem letzten Reifenwechsel nicht gut lief. Auch hier war der Reifendruck Schuld. Zwar kam Glock bei seinem letzten Stopp hinter Mehri auf die Strecke, dafür hatte er aber nagelneue Regenreifen. Nachdem diese nach zwei Runden auf Temperatur waren, ging Timo Glock relativ einfach an Roberto Mehri vorbei und fuhr einen Vorsprung raus, der bis ins Ziel reichen sollte.

Dass Glock am Ende gewinnen konnte, war etwas überraschend, aber in den letzten Rennen konnte man den Aufwärtstrend des Deutschen schon beobachten. Interessant war seine Aussage nach dem Rennen, dass er mit seinem Ingenieur endlich mal was ausprobieren konnte. Da klingt durch, was in der DTM wegen der fehlenden Trainingszeit Normalität ist. Die Teams haben ein Grundsetup, an dem der Fahrer meist nicht mehr allzu viel verändern kann. Offenbar hat BMW für die letzten Rennen MTEK freie Hand gegeben, Glock bestätigte, dass er seit drei Rennen mit dem Wagen besser klarkommt.

Der Sieg von Glock bedeutete auch, dass BMW den Markentitel verteidigen konnte. Und das recht deutlich mit 369 zu 347 Punkten vor Audi. In der Teammeisterschaft konnte sich Phoenix durchsetzen, weil Miguel Molina sein bestes Resultat des Jahres holte und RBM mit Farfus und Hand keinen einzigen Punkt holen konnten.

Alle Meisterschaftsstände gibt es hier.

Das war es dann mit der DTM für 2013, die eine gute Saison abgeliefert hat. Sieht man mal von der Farce vom Norisring ab und vergisst man die teilweise unterirdischen Vorberichte der ARD, hat die DTM in diesem Jahr durchaus etwas an Profil gewonnen. Für Audi hat sich der Umstieg auf den RS5 gelohnt, BMW zeigte erneut eine starke Leistung. Mercedes wird froh sein, dass die Saison vorbei ist. In der Markenwertung fehlen Mercedes knapp 100 Punkte auf BMW, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man nur mit sechs Wagen unterwegs war.

Wie üblich macht die DTM nun eine lange Pause. Erst am 04. Mai 2014 wird es mit dem ersten Rennen in Hockenheim weitergehen.

DTM_Finale_2013 00003 DTM_Finale_2013 00002 DTM_Finale_2013 00001
DTM-Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM 4 Roberto Merhi (E), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé

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October 16 2013

06:47

DTM: Vorschau Hockenheim II 2013 – Der Krönungslauf

Auch wenn mit Mike Rockenfeller der Meister schon feststeht, es gibt noch ein paar Wertungen, die für die Hersteller und Teams sehr wichtig sind.

P90133391_highResTraditionell findet das letzte Rennen der DTM-Saison in Hockenheim statt. Nachdem sich die ITR auch von allen Experimenten in Sachen “kurzer Strecke” verabschiedet hat, kann man sich wieder auf die gesamte Strecke von Hockenheim freuen. Mike Rockenfeller wird versuchen, seine Meisterschaft mit einem Sieg zu krönen, aber leicht wird das nicht. Immerhin erlebte er beim Auftaktrennen im Mai in Hockenheim sein schlechtestes Saisonergebnis. Dazu kommt, dass es in der Meisterschaft noch Begehrlichkeiten anderer Teams gibt. Auch wenn der Fahrertitel weg ist, für die Hersteller und zwei Teams geht es noch um alles.

Ein Blick auf die Punktestände offenbart Folgendes:

Teamwertung
Team Phoenix (Audi) 151 Punkte
Team RBM (BMW) 148 Punkte
Team AMG (Mercedes) 141 Punkte

Schaut man sich die Punkteverteilung genau an, sieht man, dass bei Phoenix 142 der 151 Punkte von Mike Rockenfeller kommen. Teamkollege Miguel Molina hat eine extrem schwache Saison, wird aber im Finale auf jeden Fall gebracht. Bei RBM fahren Hand und Farfus, auch hier hat Farfus mit 116 Punkten den Löwenanteil besorgt. Hand hatte einzelne gute Ergebnisse und sich in dieser Saison auch deutlich verbessert, aber seine Form ist weiter eher schwankend. Wirklich gute Chancen hat AMG, die ja mit Vietoris und Wickens unterwegs sind. Beide Fahrer teilen sich die Punkteausbeute brüderlich, und auch wenn die Saison für Mercedes dieses Jahr eher zum Vergessen war, bei der Teammeisterschaft haben sie in Hockenheim sehr gute Chance, wenn Vietoris und Wickens in die Top 5 kommen.

Auch bei den Herstellern ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Audi 325 Punkte
BMW 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Mercedes ist raus aus der Entscheidung, aber BMW hat gute Chancen, wenigstens einen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Dieser Titel ist für die Hersteller durchaus wichtig, denn damit kann man sehr gut Werbung machen, selbst wenn man den Fahrertitel nicht gewonnen hat. Wie in der Formel Eins gilt intern der Herstellertitel mindestens genauso viel, wenn nicht mehr.

In den letzten Rennen schien BMW auch deutlich zugelegt zu haben, denn Farfus war immer vorne zu sehen. Dazu kommt, dass er das Auftaktrennen gewonnen hat, die Strecke liegt ihm also. Nicht vergessen sollte man auch, dass Dirk Werner im BMW im Mai den zweiten Platz belegen konnte. Es spricht also durchaus einiges für die Münchner, die in diesem Rennen auch den M3 verabschieden. Nächstes Jahr nimmt man das M4 Coupé als Silhouette.

Für Audi hat sich der Umstieg vom A4 auf den A5 auf jeden Fall gelohnt, wie man nach dem zweiten Titel innerhalb von drei Jahren sieht, nachdem man im letzten Jahr mit dem A4 etwas unterging. Mercedes wird sich das genau angeschaut haben, aber für die Marke ist es nicht so leicht, eine andere Silhouette zu bringen. Die E-Klasse ist zu groß, die neue C-Klasse kommt erst im Laufe des Jahres 2014. Man wird also vermutlich noch ein weiteres Jahr mit der “alten” C-Klasse unterwegs sein.

Überhaupt war Mercedes in diesem Jahr sehr schwach. Zwei Siege (Paffett, Red Bull Ring, und Wickens, Nürburgring) sind einfach zu wenig für den Anspruch der Marke. Die Idee, zwei Wagen weniger einzusetzen, damit man sich mehr auf die sechs Teams konzentrieren kann, ist nicht aufgegangen. Dabei hat man mit Paffett, Wickens und Vietoris drei sehr gute Fahrer unter Vertrag, denen man durchaus mehr zutrauen kann.

Hockenheim wird also noch einige spannende Momente bieten und das Wetter könnte auch eine Rolle spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht klar, ob es regnen wird, das könnte dem Rennen die zusätzliche Würze geben. Wie immer überträgt die ARD das Rennen.

Ein Blick auf 2014. Der Kalender für das nächste Jahr wird einige Änderungen bringen. Zandvoort wird rausfallen, vermutlich auch Brands Hatch. Obwohl die Rennen gut besucht waren. Aber die DTM hätte gerne, dass man den Traditionskurs umbaut, damit mehr Überholmanöver stattfinden können, was Dr. Palmer, der Streckenbesitzer, bisher kategorisch ablehnt. Sicher ist, dass die DTM wieder in China startet, hinzu sollen der Hungaroring und Barcelona kommen.

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September 29 2013

17:12

DTM: Analyse Zandvoort 2013 – Rocky rockt

Viel Spannung und viel Taktik bestimmten das vermutlich letzte Rennen der DTM in Zandvoort. Und am Ende sah man einen Sieger, der doch verloren hat.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 9. race at ZandvoortAlles richtig gemacht, und doch verloren. Augusto Farfus und BMW waren in den holländischen Dünen nicht zu schlagen. Doch der Sieg half dem Brasilianer am Ende nicht, denn Mike Rockenfeller war ebenfalls gut unterwegs und konnte mit einem zweiten Platz seinen ersten DTM-Titel sichern. Dabei hatte das Rennen für Rocky auf den ersten Blick gar nicht mal so gut angefangen. Von P3 aus gestartet sah es für einen Moment so aus, als habe Rockenfeller einen Frühstart hingelegt. Er schoss als erster los, schien sogar für einen Moment noch mal auf die Bremse zu gehen um nicht los zu fahren bevor die Lichter ausgingen. Aber die Kameras lösten das Rätsel dann doch auf. Rockenfeller war einfach sensationell gut gestartet und praktisch perfekt losgefahren. Ob das allerdings so geplant war?

Die DTM-Piloten halten das Auto am Start unter Vorspannung. Das heißt, sie legen den ersten Gang ein, drehen den Motor auf ca. 6000 U/min hoch, lassen die Kupplung am Druckpunkt schleifen und stehen auf der Bremse. Es kann passieren, dass die Kupplung in dem Moment auch mal schneller nachgibt, als man das gewohnt ist. Das würde das kurze Zucken von Rockenfeller am Start erklären. Vielleicht war es aber auch einfach ein perfekter Start. Die Rennkommissare sahen jedenfalls kein Vergehen.

Vorne stürmte Farfus weg, Marco Wittmann, der die Pole geholt hatte, versuchte Rockefeller abzublocken. Doch der war auf den weichen Reifen unterwegs und ließ den Nachwuchspiloten schnell hinter sich. Danach holte der Audi-Mann Runde um Runde auf Farfus auf und hing ihm am Ende des ersten Stints im Getriebe. Vorbei kam Rocky aber nicht, er machte es sich hinter Farfus gemütlich und setzte den Brasilianer unter Druck. Mehr musste er auch nicht machen, der zweite Platz reichte für die Meisterschaft. BMW entschied sich, etwas überraschend, Farfus an die Box zu holen. Überraschend deswegen, weil Farfus ja vor Rockenfeller lag und ihn ein wenig aufhielt. Das gab Wittmann die Möglichkeit wieder etwas aufzuholen, was wiederum Rockenfeller unter Druck setzen konnte. Zudem war BMW klar, dass man gebrauchte harte Reifen aufziehen musste, da man den letzten neuen Satz für den letzten Wechsel aufsparen wollte. Farfus kam eine Runde vor Rocky an die Box, der wiederum versuchte eine schnelle Runde hinzulegen. Das reichte aber nicht, um Farfus unter Druck zu setzen.

Die Phoenix-Mannschaft hatte Farfus auch nicht im Blick, sondern Wittmann, der Rockenfeller den zweiten Platz hätte streitig machen können. Die dadurch etwas defensivere Strategie führte dazu, dass man Farfus ziehen ließ. Was auch daran lag, dass Rockenfeller im zweiten Stint nicht so gut mit seinen Reifen klar kam. BMW nutzte die Gelegenheit, und holte Wittmann wieder etwas näher ran, aber trotz der Reifenprobleme von Rockenfeller konnte Wittmann nicht profitieren. Im Gegenteil – er verlor Zeit und hatte plötzlich Timo Scheider im Kreuz.

Es hing also alles vom letzten Boxenstopp ab. Farfus war durch, sein Abstand war eh zu groß. Aber zwischen Rockenfeller, Wittmann und Scheider wurde es beim letzten Stopp sehr eng. Rockenfeller kam zuerst, dann Wittman, der aber hinter Rocky auf die Strecke kam. Als letzter kam Scheider an die Box und konnte etwas überraschend vor den beiden Kampfhähnen um P2 auf die Strecke kommen. Was dann dazu führte, dass sein Team ihm innerhalb einer Runde mehrfach mitteilte, dass da hinter ihm ein “schnellerer Audi” auf der Strecke sei. Die Nervosität war offenbar sehr groß bei Audi, sonst hätte man sich knapp 17 Runden vor Schluss sich mit dem “Überholmanöver” auch etwas Zeit lassen können. Denn Wittmann konnte Rockenfeller nicht unter Druck setzen. Scheider fügte sich dann, ließ Rocky vor und schirmte ihn nach hinten ab. Allerdings galt auch hier, dass Wittmann nicht die Mittel hatte, um beide Audi unter Druck zu setzen.

Eng wurde es dann noch einmal wenige Runden vor Schluss, als Jamie Green in einem merkwürdigen Manöver Dirk Werner abschoss. Der Audi stellte sich beim Anbremsen quer, was an den Bodenwellen in der Anbremszone gelegen haben könnte. Werner steckte im Kies fest und ein übereifriger Streckenposten löste von Außen auch noch den Feuerlöscher aus. Was die Bergung des Fahrzeugs verzögerte und man gleichzeitig den hustenden Werner auch noch abtransportieren wollte. In der letzten Runde ging es dann noch mal mit Renntempo los, vorne änderte sich nichts mehr. Nur Ekström schnitt auf weichen Reifen durchs Feld, kassierte zwei Audi-Kollegen und in der vorletzten Kurve auch noch Marco Wittmann. Aber da waren Rennen und Meisterschaft sowieso erledigt.

NAch dem Rennen kartete BMW Motorsportchef Jens Marquardt etwas unschön nach, als er meinte, dass man den Start und die Situation zwischen Green und Werner noch untersuchen würde. Mag ja sein, dass man noch berechtigte Bedenken wegen es Starts hatte, aber eine, wenn auch aus BMW-Sicht, vorläufige Gratulation wäre sicher auch eine faire Geste gewesen.

Mike Rockenfeller ist ein verdienter DTM-Meister, er hat sich den Titel redlich verdient. Nicht nur, weil er in jedem Rennen Punkte holen konnte, er war auch der einzige, der sich permanent vorne halten konnten. Während seine Konkurrenten mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, oder mit unregelmäßigen Rennergebnissen haderten, blieben das Phoenix-Team und Rockenfeller besonnen, ruhig und vor allem an der Spitze. Selbst wenn es mal in der Quali nicht so gut lief, wie am Nürburgring, gelang dem Team über die Strategie und die sehr gute Rennperformance von Rockenfeller ein vordere Platzierung oder sogar einen Sieg.

Für Rockenfeller ist die Meisterschaft etwas ganz Besonderes. Nach seinem Horror-Crash 2011 in Le Mans, als er mit über 300 km/h in die Leitplanken einschlug und monatelang mit den Folgen zu kämpfen hatte, erholte er sich 2012 wieder und legte 2013 eine fanstastiche Saison hin. Egal ob Spengler, Farfus, Vietoris oder Paffett – er konnte sie mit seiner Konstanz in Schach halten und am Ende auch vor dem letzten Rennen schon die Meisterschaft für sich entscheiden.

Das letzte Rennen in Hockenheim ist allerdings kein Showlauf. In Sachen Team- und Herstellerwertung ist die Sache noch sehr offen. In der Teamwertung sieht es so aus:

Audi Sport Team Phoenix – 151 Punkte
BMW-Team-RBM – 148 Punkte
STIHL / AMG Mercedes – 141 Punkte

Hersteller
Audi – 325 Punkte
BMW – 317 Punkte
Mercedes 239 Punkte

Start 22 Timo Glock (D), BMW Team MTEK, BMW M3 DTM dtm_2013-09-29-023 dtm_2013-09-29-024 dtm_2013-09-29-027 dtm_2013-09-29-029 dtm_2013-09-29-030 dtm_2013-09-29-031 dtm_2013-09-29-032 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM

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September 12 2013

14:32

DTM: Vorschau Oschersleben 2013

Die DTM biegt auf die Zielgerade ihrer Saison ein und startet die letzten drei Rennen. Oschersleben verspricht, eine spannende Angelegenheit zu werden.

Mike Rockenfeller (GER, Audi Sport Team Phoenix / Schaeffler Audi RS 5 DTM),35 Punkte beträgt der Vorsprung von Mike Rockenfeller auf seinen besten Verfolger, Chrisitan Vietoris. Das genau diese beiden Fahrer am Ende Saison an der Spitze der Tabelle stehen würden, hätte so vermutlich auch niemand erwartet. Auch der drittplatzierte Robert Wickens, der nur einen weiteren Zähler zurückliegt, ist eine kleine Überraschung. Bruno Spengler, dem 39 Punkte fehlen, ist schon eher ein Name, den man im Titelkampf erwartete hat. Auch Augusto Farfus (-40 Punkte) konnte man vorne erwarten. Die Abstände zu Rockenfeller sind schon groß, aber bei noch drei zu fahrenden Rennen ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen. Oschersleben könnte aber eine Vorentscheidung bringen.

ZF Race Reporter_Online-Banner

Der enge Kurs in der Mageburger Börde ist bisher ein gutes Pflaster für die DTM gewesen. Obwohl die Strecke schmal ist und kaum über vernünftig lange Geraden verfügt, sind die Rennen hier oft sehr abwechslungsreich und spannend. Und weil man meist nur mit Kontakt überholen kann, sind Ausfälle nicht selten. Audi und Rockenfeller werden versuchen, sich in der Qualifikation so weit vorne wie möglich zu positionieren, um dem Schlamassel im Mittelfeld aus dem Weg zu gehen. Bisher waren die Quali-Ergebnisse von Rocky auch gut, sieht man mal vom Nürburgring ab, aber dass kann sich auch schnell wiederholen.

Je weiter Rockenfeller in Oschersleben vorne steht, desto schlechter für die Konkurrenz. Vietoris und Co. müssen Punkte gut machen, sonst wird es in den letzten zwei Rennen schwer, den Audi-Piloten von der Meisterschaft fernzuhalten. In Sachen Siege sieht es in Oschersleben ausgeglichen aus: BMW gewann im letzten Jahr, Audi 2011 und Mercedes 2010. Eine Tendenz, dass einer Marke die Strecke besser liegt, gibt es also nicht.

Viel wird vom Wetter abhängen, das im Momment mehr als unsicher ist. Die Wetterdienste sagen zwar nur eine geringe Regenwahrscheinlichkeit für Samstag und Sonntag voraus, aber dass kann sich ja bekanntermaßen schnell ändern. Ein Rennen mit wechselnden Bedingungen ist also nicht ausgeschlossen.

Sollte es trocken bleiben, kommt die Strategie wieder ins Spiel. Den “Option”-Reifen hat man bisher noch nicht bei eher kühlen Temperaturen gesehen, also ist es schwer vorherzusagen, was der Reifen bringen wird. Bisher gilt aber, dass die Unterschiede nicht so groß waren, was die Rundenzeiten angeht. Auch der Verschleiß des “Option” hielt sich in Grenzen. Ob man ihn bei niedrigen Asphalttemperaturen über das gesamte Rennen nutzen kann oder ob er dann zum Graining neigt, weil die Reifentemperatur zu niedrig ausfällt, ist schwer zu sagen. Spannend wird die Sache aber allemal, es lohnt sich also, am Samstag den Fernseher anzuschalten.

Ich bin am Samstag vor Ort und treffe mich unter anderem auch mit den Kollegen von “ZF Motorsport”, die uns in den letzten Jahren unterstützen. Geplant sind ein paar Hintergrundgespräche zum Thema “Stoßdämpfer” und “Kupplung” in der DTM und ein Ausblick auf das Jahr 2014. Dazu kommt ein Blick hinter die Kulissen vom “ZF Race Reporter”. Das Format hat sich richtig gut entwickelt und bietet vor allem Einsteigern einen schönen Einblick in die Welt der DTM. Ein kleiner Ausschnitt vom letzten Rennen am Nürburgring.

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August 19 2013

15:34

DTM: Analyse Nürburgring 2013

Die DTM, der Nürburgring und ein wenig Eifelwetter. Das war eine erstaunlich gute Mischung für ein spannendes Rennen.

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, Race at NuerburgringFür Mike Rockenfeller fing das Wochenende am Nürburgring nicht gerade gut an. In der Quali schaffte er es überraschenderweise nicht in die Top 10, obwohl er im freien Training noch auf P2 gelegen hatte. Aber allzu sehr ärgern musste er sich nicht, denn Gary Paffett und Bruno Spengler standen nicht viel weiter vor ihm. Das Rennen bekam noch vor dem Start die richtige Würze. Denn gerade, als es in die Einführungsrunde ging, kam der Regen runter. Und statt eines kurzen Schauers wurde es dann ein lang anhaltender Regenguss, der die Strategie der meisten Teams auf den Kopf stellte.

Der Start auf feuchter Strecke ging erstaunlich gut, nur in der ersten Kurve wurde es natürlich mal wieder eng. Es erwischte ausgerechnet Mike Rockenfeller, der sich drehte, um den vor ihm querstehenden Joey Hand nicht zu erwischen. Damit war das Rennen für Rocky eigentlich schon gelaufen, aber da der Regen weiter anhielt, entschied sich das Phoenix-Team zu einer riskanten Strategie. Man holte Rockenfeller eine Runde vor der Eröffnung des offiziellen Boxenstoppfensters rein und setzte ihn auf Regenreifen. Da das Feld noch eine weitere Runde auf Slicks unterwegs war, konnte man so den Rückstand aufholen und sogar in Führung gehen. Denn trotz seines großen Rückstandes lag der Vorteil weiter bei Rocky. Während seine Reifen schon auf Temperatur waren, mussten die anderen Piloten die Regenreifen erst einmal einfahren. Und so wurde aus einem letzten Platz in wenigen Runden die Führung.

Die Strategie hatte nur einen Nachteil: Rockenfeller musste noch zweimal an die Box, während der Rest das offizielle Boxenstoppfenster abgewartet hatte und nur noch einmal stoppen musste. Damit wurde die Strategie etwas schwieriger. Rockenfeller gelang es zwar, einen Vorsprung von 26 Sekunden herauszufahren, doch sein Team zögerte genau in dem Moment. Offenbar spekulierte man noch darauf, dass sich die Abstände hinter P3 weiter vergrößern würden, gleichzeitig trocknete die Strecke ab und man hoffte wohl, dass ein weiterer Regenschauer einsetzen würde. Dann hätte der Rest auch wieder rein gemusst und der Nachteil des fehlenden Boxenstopps wäre weg gewesen. Phoenix konnte sich dieses Spiel allerdings auch erlauben, weil der Rest der Meisterschaftskonkurrenten auch nicht gerade ein gutes Wochenende hatte.

Richtig schlimm erwischte es Gary Paffett und HWA. In der Quali lief es für Paffett auch nicht viel besser, im Rennen konnte er sich in den ersten Runden aber ein paar Plätze nach vorne schieben. Doch bei Mercedes spekulierte man in Sachen Wetter falsch. Man rechnete mit einem kurzen Schauer und zog Paffett beim ersten Stopp noch einmal Slicks auf. Eine fatale Fehlentscheidung, der Brite wurde so lange durchgereicht, bis er auf dem letzten Platz lag. Zur Krönung wurde er dann auch noch von Rockenfeller überrundet. Einen Vorwurf kann man seinem Team aber nicht machen. Es hätte auch gut gehen können, das Risiko war es angesichts des eh großen Rückstands von Paffett in der Meisterschaft auch wert.

Für Bruno Spengler lief es ein bisschen besser. Er hielt sich rund um die Top 6 auf, kam allerdings auch nicht wirklich nach vorne. Grund dafür war wohl auch eine Beschädigung an der linken Seite seines Wagens, die zwar nicht schlimm war, aber die Aerodynamik nachhaltig störte. Zudem verklemmte sich ein Teil im Radhaus und schliff ab und an am Reifen. Da er nach vorne wenig ausrichten konnte, rückte von hinten die Konkurrenz an und schob sich nach und nach an Spengler vorbei. Im späteren Verlauf des Rennens verlor er viele Plätze, als er im “Haug-Haken” mit einer Horde Audi aneinandergeriet, die sich dann auch noch vor in setzen.

Da beide Meisterschaftskonkurrenten nun aus dem Spiel waren, entspannte sich die Lage für Rockenfeller. Von hinten nahte Robert Wickens, der Miguel Molina niedergekämpft hatte, auf P3 lag Christian Vietoris. Warum man den letzten Stint von Rockenfeller dann allerdings länger als nötig machte, war mir nicht so ganz klar. P3 wäre drin gewesen, allerdings wäre es zwischen ihm und Vietoris eng geworden. Es kann auch sein, dass man bewusst auf den Zweikampf verzichten wollte. Rockenfeller war wohl mit einem etwas steiler angestellten Heckflügel unterwegs, der im Regen natürlich Gold wert ist. Auf der mittlerweile fast trockenen Strecke war das aber etwas hinderlich. P4 ist aber am Ende, vor allem nach der Startphase, wie ein kleiner Sieg. Wer hätte in den ersten Minuten des Rennens gedacht, dass er seinen Vorsprung in der Meisterschaft würde ausbauen können.

Viel besser hätte es für Audi jedenfalls nicht laufen können. In der Meisterschaft hat man Rockenfeller zwar noch lange nicht abgesichert, aber der Vorsprung für die letzten drei Rennen ist schon beeindruckend.

Rockenfeller 106
Vietoris 71
Wickens 70
Spengler 67
Farfus 66
Paffett 57

Paffett ist damit raus aus der Meisterschaft, aber Mercedes hat mit Vietoris und Wickens noch zwei richtige gute Eisen im Feuer. Theoretisch muss Rockenfeller nur noch in die Top Ten fahren, dann sollte der Titel sicher sein. Aber wie das so oft in einer Meisterschaft sein kann: Es ist leichter gesagt, als getan. Da man pro Sieg 25 Punkte erlangt, reicht schon ein Ausfall von Rockenfeller, der seit dem Start in Hockenheim immer in den Top 5 unterwegs war.

Es war ein spannendes und abwechslungsreiches Rennen der DTM, bei dem wirklich alles drin war. Nächstes Rennen ist in knapp vier Wochen in Oschersleben.

(Leider hat die DTM nicht mehr Fotos vom Renntag in ihrem Pressebereich)

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August 15 2013

13:50

DTM: Vorschau Nürburgring 2013

Die DTM macht ihren obligatorischen Stopp am Nürburgring und wenn für Mike Rockenfeller alles gut läuft, dann kann er seine Meisterschaftschancen am Ring schon erheblich verbessern.

P90130811_highResDamit hatte zu Beginn der DTM-Saison 2013 auch niemand gerechnet. Das Audi nach der schwierigen Saison 2012 plötzlich um die Meisterschaft fährt ist schon mal die eine Überraschung. Die andere, dass es mit Mike Rockenfeller geschieht. Ohne “Rocky” dabei irgendetwas von seinem fahrerischen Können abzusprechen – auf dem Schirm hatte man ihn für die Meisterschaft nicht. Da fielen eher Namen wie Gary Paffett, Bruno Spengler oder Timo Scheider. Aber diese DTM-Saison läuft sowieso etwas anders, als man gedacht hatte. Vor allem Mercedes dürfte enttäuscht sein.

Da hat man den Kader auf sechs Auto beschränkt, was theoretisch dafür sorgen sollte, dass man die einzelnen Fahrer besser unterstützen kann. Aber irgendwie funktioniert das in diesem Jahr bei Mercedes nicht so, wie man sich das gedacht hat. Zwar hat Gary Paffett noch Chancen auf den Titel, aber die sind wohl eher gering und es bedarf schon eines Ausfalls von Mike Rockenfeller um überhaupt in die Nähe des Audi-Piloten zu kommen. Immerhin wird man sich freuen, dass Christian Vietoris nur einen Zähler hinter dem Mercedes-Leader Paffett liegt.

BMW hat, nach der großartigen Saison 2012, in diesem Jahr etwas Federn lassen müssen. Merkwürdig ist vor allem, dass es eigentlich aussschließlich für Bruno Spengler läuft, während gute Piloten wie Jamie Green und Martin Tomczyk mehr oder weniger hinter her fahren. Vor allem Tomczyk merkt man eine gewisse Ratlosigkeit an. Der Ex-Meister wird das Fahren ja nicht verlernt haben, aber in der sehr engen DTM fehlen ihm einfach die drei bis vier Zehntel, die ihn ganz noch vorne bringen würde. Man kann sich vorstellen, wie frustrierend es sein muss, wenn man seine Zeiten sieht, nur einen halben Wimpernschlag langsamer ist und dennoch gerade so in den Top Ten ist.

Aber er steht da nicht so ganz alleine. Ekström, Scheider, Priaulx, Mortara, Glock – alles gute Namen, die in der Tabelle weit, weit zurückliegen. Und da die Saison nur noch vier Rennen (Nürburgring, Oschersleben, Zandvoort, Hockenheim) hat, bevor es in eine Pause bis Mai 2014 geht, wird die Zeit knapp und der Druck grösser.

Für das Rennen am Ring braucht man schon mal eine gute Startposition, denn Überholen ist nicht so ganz einfach. Das DRS wird sicher helfen, zumal man es in der DTM ja schon ab einem Abstand von 2 Sekunden nutzen kann. Entscheidend wird aber auch mal wieder die Strategie sein. Wie lange wird man gute Zeiten mit den Options-Reifen fahren können? In den letzten Rennen hat man immer wieder gesehen, dass man mit einem langen ersten Stint viele Plätze gut machen kann, wenn denn der Rest des Feldes mitspielt und früh an die Box geht. Wenn man am Ring einen guten Top-Speed hat, kann man das Wagnis eines späten Stopps durchaus eingehen.

Wer vorne liegt, wird nach hinten schauen. Was macht die Konkurrenz, wie entwickeln sich deren Zeiten? Es lohnt sich also auch als Zuschauer ein Auge auf das Livetiming zu haben.

Mit einer Prognose halte ich mich mal zurück, aber ich vermute mal, dass Audi vor allem Rockenfeller nach vorne bringen will, möglichst abgeschirmt durch einen weiteren Audi. Im Grunde müssen sie aber nur in der Nähe von Spengler bleiben und schauen, dass der nicht zu viele Punkte sammelt.

Stand in der Meisterschaft

Rockenfeller 94
Spengler 67
Paffett 57
Vietoris 56
Farfus 48

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June 17 2013

07:04

DTM: Analyse Lausitzring 2013

Die DTM lieferte am Lausitzring ein an der Spitze eher ruhiges Rennen ab. Immerhin ging es vergangenen Wochenende hinter den Top 3 gut zur Sache.

Mike Rockenfeller Christian VietorisIm Grunde war das Rennen schon am Start entschieden. Gary Paffett startete wie eine Rakete und ließ dem Polesitter Christian Vietoris nicht den Hauch einer Chance. Schon in der ersten Kurve setzte er sich ab und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr ab. Überraschend war dann eher schon die Tatsache, dass Mercedes plötzlich wieder vorne mitmischt. Der letzte Sieg eines Mercedes datierte aus dem letzten Jahr, als Jamie Green am Norisring gewinnen konnte. Seit dem schaute man beim Gewinnen nur zu. Woher kommt die also die Wiederauferstehung der Stuttgarter?

Bei AMG und den anderen Teams wird man hart gearbeitet haben, das ist klar. Ein leichter Aufwärtstrend war schon am Red-Bull-Ring zu sehen, hat man also nun den Anschluss an BMW und Audi geschafft? Ich vermute eher nicht. Denn auf der anderen Seite muss man sich am Lausitzring BMW anschauen. Die kamen mit der Strecke überhaupt nicht klar und verpassten schon in der Qualifikation zum ersten Mal seit Langem die Top 4. Nun werden weder Augusto Farfus noch Timo Glock das Fahren verlernt haben, beide krebsten im Rennen aber außerhalb der Top Ten herum und im letzten Jahr gewann man an selber Stelle. Was die Vermutung nahe legt, dass der Kurs am Eurospeedway den Mercedes einfach richtig gut passt.

Die BMW-Fahrer beschwerten sich unisono über ein schlecht liegendes Auto und Untersteuern. Das konnte man im Rennen bei Bruno Spengler sehen, dessen Linie deutlich weiter verlief, als die seiner Konkurrenten. Vielleicht hat man sich bei BMW wegen der kurzen Vorbereitungszeit auch mit der Abstimmung verhauen. Seitdem die ITR die Freitagstest verbannt hat, ist die Zeit für eine gute Abstimmung knapp geworden. Auf der anderen Seite ist da die FIA, die den Streckenbesitzern nun aufgetragen hat, auf der Strecke teilweise neuen Asphalt aufzutragen. Folgt man der Anweisung nicht, verliert man die FIA-Zertifizierung und damit auch die Top-Rennen.

Interessant war es an diesem Wochenende mal wieder in Sachen Strategie. Seit die DTM in diesem Jahr die etwas weicheren “Option” Reifen eingeführt hat und man wechseln kann, wann man will, ist das Rennen komplexer geworden. Zwei Beispiele machen das klar. Timo Scheider und Mattias Ekstörm. Beide Audi-Piloten erledigten ihre Pflichtboxenstopps in Runde 5 und Runde 8 und wollten mit den weichen Reifen dann bis zum Ende durchfahren. Bei Ekström ging die Rechnung auf. Nach dem zweiten Stopp lag er auf P19, kämpfte sich dann aber auf P8 vor, ohne noch einmal stoppen zu müssen. Bei Scheider klappte das nicht, er musste mit abbauenden Reifen 9 Runden vor Schluss noch mal reinkommen und landete so am Ende nur auf P20.

Immerhin sorgte Ekström mit seiner Fahrt dafür, dass es einiges an Überholmanövern zu sehen gab. In der letzten Runde attackierte er den bestplatzierten BMW mit Bruno Spengler, der auf P7 lag. Die beiden lagen auf der Geraden nebeneinander und berührten sich auf der Zielgeraden mehrfach. Spengler rettete sich mit einer knappen Zehntel Vorsprung und quittierte die Aktion des Schweden mit einem ausgetrekkten Mittelfinger. Die ausgefallene Strategie von Audi zahlte sich aber dennoch aus, denn Ekström war nur von P18 gestartet.

Überhaupt lief es für die Audi im Rennen etwas besser, als noch in der Qualifikation. Mike Rockenfeller, der in diesem Jahr einen richtig guten Lauf hat, verbesserte sich im Rennen von P6 auf P2. Auch hier half eine andere Strategie, die ihm erlaubte, sich an den vor ihm liegenden Mercedes vorbei zu schieben. Auch er hatte früh gestoppt, fuhr dann einen langen Mittelstint und kam erst im letzten Drittel des Rennens wieder an die Box. Danach lag er zunächst knapp hinter Gary Paffett, der sich aber nach und nach doch absetzen konnte.

Erwähnenswert ist noch das Rennen von Daniel Juncadella. Der Mercedes-Junior startete von P13 und zauberte einige sehenswerte Überholmanöver auf die Strecke. Bruno Spengler überraschte er mit einem wilden Manöver am Ende der Start/Zielgeraden, das sich zu den Besten des Rennens gehört.

Weil bei BMW am Wochenende nichts ging, blieben auch deren Piloten unter ferner liefer. Nur Spengler rettete sich in Top Ten, verlor aber in der Meisterschaft wichtige Punkte an Mike Rockenfeller, der der wegen der besseren Gesamtergebnisse die Gesamtführung übernommen hat. Die DTM-Saison 2013 scheint spannend zu werden, vor allem wenn Mercedes die Form vom Lausitzring in den nächsten Rennen bestätigen kann.

1. Mike Rockenfeller (Audi) 59 Punkte
2. Bruno Spengler (BMW) 59 Punkte
3. Gary Paffett (Mercedes-Benz) 47 Punkte
4. Christian Vietoris (Mercedes-Benz) 40 Punkte
5. Augusto Farfus (BMW) 33 Punkte
6. Marco Wittmann (BMW) 32 Punkte
7. Robert Wickens (Mercedes-Benz) 27 Punkte
8. Dirk Werner (BMW) 22 Punkte
9. Mattias Ekström (Audi) 20 Punkte
10. Joey Hand (BMW) 16 Punkte

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3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Start DTM Lausitzring 2013 Start DTM Lausitzring 2013 19 Mike Rockenfeller (D), Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM 12 Jamie Green (GB), Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi RS 5 DTM 9 Christian Vietoris (D), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé 3 Gary Paffett (GB), HWA, DTM Mercedes AMG C-Coupé Mike Rockenfeller Christian Vietoris

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May 22 2013

10:11

DTM – Brands Hatch – Das Rennen

Für Martin Tomczyk beginnt das Wochenende am Samstag mit der ersten Pole seit zwei Jahren. Beim offiziellen Wiegen stellt sich allerdings heraus, dass sein Schnitzer-BMW 0,5 kg zu leicht im Quali unterwegs war, weswegen er am Sonntag am Ende der Startaufstellung in Rennen gehen muss. Nutznieser ist Mike Rockenfeller der mit seinem Audi die Poleposition erbt, gefolgt von den BMW‘s von Augusto Farfus und Joey Hand. Der erste Mercedes startet mit Gary Paffett hinter dem Steuer erst von Platz 11.

DTM Brands Hatch 2013Direkt vom Start weg attackiert Farfus in den ersten beiden Runden den Audi von Rockenfeller. Weiter hinten kann sich sein Markenkollege Tomczyk vom 22. bis auf den 15. Platz vorarbeiten. Paffett und Ekström fahren bereits nach 4 Runden an die Box und wechseln von den Harten auf die Optionreifen, ihnen folgen Vietoris, Werner und Tambay. Die Idee hinter dieser Taktik ist nach dem Stopp hinter dem Feld Zeit aufzuholen und dann nach dem ersten Stopp der anderen Fahrer nach vorn gespült zu werden.

Unterdessen stellt sich Roberto Mehri bei Timo Glock vor und schickt den ehemaligen Formel 1 Fahrer bei einem Überholmanöver auf die Wiese, was dem zu diesem Zeitpunkt ganz gut liegenden Glock gehörig das Rennen versaut. Wenige Runden später nimmt sich Tambay ein Vorbild an Mehris Manöver und zwing Priaulx bei einem ganz ähnlichen Manöver in einen Dreher. Dafür kassiert Tambay direkt eine Durchfahrtstrafe. Um Tambay aber noch mal richtig zu zeigen, wie man einen Konkurrenten in die Wiese befördert, demonstriert Mehri ihm noch mal dasselbe Manöver an Martin Tomczyk, diesmal erhält auch Mehri seine Durchfahrtstrafe, auf die er es offensichtlich abgesehen hatte. Nach dem Rennen beschweren sich wenig überraschend Mehris „Opfer“ im Interview, Glock ist gar der Meinung dass Mehri nichts in diese Serie zu suchen hat.

An der Spitze kann Rockenfeller nach den ersten Stopps seine Führung vor Farfus problemlos halten und im Mittelfeld zeigt sich dass die Taktik von Paffett und Ekström auszugehen scheint. Nach rund 40 Runden liegen die beiden, die von Startplatz 11 und 12  ins Rennen gingen, nun auf Platz 6 und 8.  In Runde 44 wechselt Paffett in seinem 2. und letzten Stopp wieder auf harte Reifen.

Die einzige Gelbphase des Rennens gibt es in Runde 66. Farfus bekommt Elektronikprobleme, doch statt die Box anzusteuern fährt er an der Boxeneinfahrt vorbei, weit kommt er jedoch nicht mehr. Auf der Start-Ziel-Geraden bleibt der BMW gegenüber der Boxengasse liegen, Farfus versucht vergebens seinen M3 wieder in Gang zu setzen, was jedoch vergebens ist. Statt nun jedoch das Safetycar auf die Strecke zu bringen gibt es nur eine Gelbphase, die später übrigens Paffett zum Verhängnis werden soll. Ein etwas übermotivierter Fahrer eines Streckenfahrzeugs fährt zum liegen gebliebenen BMW von Farfus und sorgt kurz darauf für das vermutlich gefährlichste Manöver des ganzen Rennens. Das Steckenfahrzeug nimmt den BMW in Schlepptau um ihn von der Strecke zu bergen und zieht ihn dabei in einem vorsichtig ausgedrückt „Wagemutigen“ Manöver einmal quer über die Piste auf die andere Fahrbahnseite zum Ende der Boxenausfahrt, im Kamerabild sieht man von hinten schon herannahende Rennfahrzeuge. Vielleicht sah das Ganze in der Perspektive etwas enger aus, als es tatsächlich war, jedoch war dies mit Abstand das dümmste und unnötigste Manöver des Rennens.

Gegen Ende des Rennens kommt es zum nächsten Aufreger des Rennens. Der auf Platz 4 liegende Robert Wickens ist als Einziger in der Spitzengruppe noch mit den schnellen Optionsreifen unterwegs. Jedoch darf er nicht den vor ihm liegenden Paffett angreifen der nun schon seit etwas mehr als 40 Runden mit demselben Reifensatz unterwegs ist. Über Funk sagt man ihm er solle auf seine Reifen achten und „seinen Job machen“. Teamorder ist zwar in der DTM nicht verboten, aber so offen demonstriert von keinem gern gesehen. Das Rennen endet unspektakulär mit Rockenfeller als Start-Ziel-Sieger und Bruno Spengler auf Platz zwei. Als Dritter geht Gary Paffett über die Ziellinie, seine Taktik mit dem frühen ersten Stopp hat sich also ausgezahlt, doch auf den Treppchen landet er heut trotzdem nicht. Kurz nach Rennende erhält er eine 5 Sekundenstrafe. Eine neue Regel besagt, dass eine Runde unter Gelb mindestens eine halbe Sekunde langsamer sein muss als die vorherige Runde des Fahrers, sonst gibt es eine 5 Sekundenstrafe. Genau dies war bei Gary Paffett der Fall, der Brite (nun nur noch Sechster) zog also wutschnaufend von dannen, währen Wickens nun joggenderweise zur Siegerehrung spurtet und sich seine späte Wiedergutmachung in Form des dritten Platzes abholen durfte. Auf in Brands Hatch zeigte sich einmal mehr das Optionreifen und DRS (wie umstritten auch immer) für einige Überholmanöver sorgen konnten, grade auf der engen Strecke von Brands Hatch ist das schon bemerkenswert.

Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM and Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM. Augusto Farfus (BR) Castrol EDGE BMW M3 DTM, Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM and Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM. Marco Wittmann (DE) ICE Watch BMW M3 DTM Joey Hand (US) BMW M3 DTM and Augusto Farfus (BR) Castrol EDGE BMW M3 BMW Motorsport. Timo Glock (DE) DEUTSCHE POST BMW M3 DTM. Bruno Spengler (CA) BMW Bank M3 DTM Edoardo Mortara (ITA, Audi Sport Team Rosberg / Playboy Audi RS 5 DTM #11 Mattias Ekstroem (SWE, Audi Sport Team Abt Sportsline / Red Bull Audi RS 5 DTM) Mike Rockenfeller (GER, Audi Sport Team Phoenix / Schaeffler Audi RS 5 DTM), DTM Brands Hatch 2013 Red Bull Audi RS 5 DTM #11 (Audi Sport Team Abt Sportsline), Mattias Ekström Schaeffler Audi RS 5 DTM #19 (Audi Sport Team Phoenix

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August 21 2012

15:00

DTM Rennbericht Nürburgring / Vorschau Zandvoort

Nach einem überraschend schlechten Qualifying startet der Meisterschaftsführende, Paffett nur vom 11. Platz. Startplatz 1 sicherte sich Bruno Spengler, Vorjahreszweiter. Und Sieger von 2010. Startplatz 2 ging an Edoardo Mortara und Platz 3 sicherte sich Filipe Albuquerque.

Der Portugiese sorgt auch für den ersten Hingucker am Start, den er komplett verwachst und so bis auf den 11. Platz zurückfällt. Weiter vorn kann Spengler problemlos seinen ersten Platz halten. Hinter ihm entbrennt aber ein kleiner Kampf um Platz 2, in dem Mortara, Rockenfeller und Tomczyk nebeneinander durch die Spitzkehre nach der Start-Ziel-Geraden fahren. Mortara bleibt dabei vor Rockenfeller und Tomczyk. Paffett arbeitet sich während der ersten Runde bis auf Platz 7 vorarbeitet. Anfangs der zweiten Runde kommt es in der Spitzkehre zu einer Berührung zwischen Tambay und Molina, wobei sich Molina dreht. Bei dem Versuch sein Auto wieder in die richtige Richtung zu drehen verfehlt er recht knapp Susie Wolff, die zuvor schon selbst umgedreht wurde und nun auf dem letzten Platz geführt wurde.

In Runde 4 kommt es zum nächsten Dreher, diesmal ist es Christian Vietoris der Andy Priaulx umdreht. Vietoris kassiert dafür eine Durchfahrtstrafe. Für Andy Priaulx, der sich auch nur den 19. Startplatz erfahren konnte, ist es einmal mehr ein wenig erfolgreiches Wochenende. Die beiden ehemaligen WTCC Fahrer Priaulx und Farfus, haben sich sicherlich mehr von ihrer ersten DTM Saison erhofft. Während Farfus immer wieder ein paar Lichtblicke hat, läuft es für Priaulx dieses Jahr nicht wirklich gut.

In einer tollen Überholmanöverkombination über mehrere Kurven kassiert Tomczyk nach den ersten Boxenstopps Mike Rockenfeller und schiebt sich damit auf den dritten Platz vor. Weiter hinten kommt Coulthard zu weit über die Kerbs und dreht sich selbst raus. Er schafft es nur knapp, seinen postgelben Wagen von der Mauer fernzuhalten. Doch sein Unterboden wird ihm diese Aktion sicher übel genommen haben.

Unterdessen kann sich Tomczyk von Rockenfeller absetzen, der nun wiederum auf P4 liegend durch Green und Paffett unter Druck gerät.

Paffett hat Probleme beim zweiten Boxenstopp und verliert den Anschluss an Green. Green wiederum schaffte es, durch einen frühen Stopp, während der zweiten Boxenstoppphase an Rockenfeller vorbeizukommen. Für Gary Paffett ist das Wochenende jedoch gelaufen, über Platz 6 kommt er nicht mehr hinaus und ist im Interview nach dem Rennen auch sichtlich enttäuscht.

Kurz vor Ende scheint es so als würde die Strategie des frühen zweiten Stopps für Green nicht aufgehen. Der frühe Stopp spülte ihn zwar vor Rockenfeller, doch nun bauen die Reifen stark ab und Rockenfeller kommt langsam in Schlagdistanz.

Während dessen kommt am Ende des Felds Schumacher unter Druck durch Rachel Frey im Kampf um Platz 13. Die Schweizerin baut immer mehr Druck auf und Schumacher hat alle Hände zu tun, um sie hinter sich zu lassen.

Einige Audis scheinen zum Ende hin Probleme mit den Vorderbremsen zu bekommen, vermehrt sieht man an den Bremspunkten Bremsstaub von den Vorderachsen aufsteigen.

Letztlich siegt Spengler mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg mit 6,7 Sekunden vor dem zweitplatzierten Mortara und dem drittplatzierten, zweiten BMW auf dem Treppchen von Martin Tomczyk. Spengler sichert damit sich und BMW den zweiten Saisonsieg. BMW liegt damit nach etwas mehr als der Hälfte der Saison auf Platz 2 der Herstellerwertung.

Nächstes Wochenende geht es direkt weiter nach Zandvoort. Im letzten Jahr konnte hier Rockenfeller vor Spengler und Tomczyk gewinnen, also genau die Drei, die grade zusammen auf dem Treppchen am Nürburgring standen. Die 4,307 Kilometer lange niederländische Rennstrecke liegt direkt an der Nordseeküste und gilt mit ihren Kuppen, Bodenwellen und nicht einsehbaren schnellen (Mut-)Kurven als anspruchsvolle Fahrerstrecke. Eine zusätzliche Herausforderung ist der immer wieder auf die Strecke gewehte Sand von den umliegenden Dünen.

© Audi Motorsport

Stand DTM-Fahrerwertung nach 6 von 10 Läufen 1. Gary Paffett (Mercedes-Benz) 103 Punkte 2. Bruno Spengler (BMW) 83 Punkte 3. Jamie Green (Mercedes-Benz) 81 Punkte 4. Martin Tomczyk (BMW) 69 Punkte 5. Edoardo Mortara (Audi) 49 Punkte 6. Mike Rockenfeller (Audi) 49 Punkte 7. Mattias Ekström (Audi) 47 Punkte 8. Christian Vietoris (Mercedes-Benz) 24 Punkte 9. Timo Scheider (Audi) 18 Punkte 10. August Farfus (BMW) 17 Punkte 11. David Coulthard (Mercedes-Benz) 14 Punkte 12. Andy Priaulx (BMW) 14 Punkte 13. Filipe Albuquerque (Audi) 12 Punkte 14. Miguel Molina (Audi) 8 Punkte 15. Robert Wickens (Mercedes-Benz) 8 Punkte 16. Ralf Schumacher (Mercedes-Benz) 7 Punkte 17. Joey Hand (BMW) 2 Punkte 18. Dirk Werner (BMW) 1 Punkt DTM-Herstellerwertung 1. Mercedes-Benz 237 Punkte 2. BMW 186 Punkte 3. Audi 183 Punkte DTM-Teamwertung 1. THOMAS SABO/Mercedes-Benz Bank AMG 27 Punkte 2. Mercedes AMG 88 Punkte 3. BMW Team Schnitzer 84 Punkte 4. BMW Team RMG 71 Punkte 5. Audi Sport Team Abt Sportsline 65 Punkte 6. Audi Sport Team Rosberg 61 Punkte 7. Audi Sport Team Phoenix 57 Punkte 8. BMW Team RBM 31 Punkte 9. DHL Paket/stern Mercedes AMG 22 Punkte

Bei de Bildern gibt’s heut auch noch ein bisschen was zum 40 jährigen Bestehen der M GmbH.
Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgringring Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgringring Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgringring Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgringring Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgring, Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgring, Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgring, Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgring, Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgringring Motorsports / DTM 2012, 6. race at Nuerburgringring P90101517 P90101560 P90101614 P90101682 P90101685 P90101723 P90101724 P90101725

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June 14 2011

16:00

Analyse: 24 Stunden von Le Mans – Eng wars…

…und das mehr als einmal. Im knappsten Finish seit 1969 schlug Audi die Dauerkontrahenten aus dem Hause Peugeot ein weiteres Mal, entkam aber zuvor nur knapp einer Katastrophe.

An die 79. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans wird man sich noch lange erinnern – einerseits wegen des Zieleinlaufs, in dem der #2-Audi von Andre Lotterer, Benoit Treluyer und Marcel Fässler den Peugeot von Simon Pagenaud, Pedro Lamy und Sebastien Bourdais um etwa 15 Sekunden schlug, nachdem die beiden sich stundenlang ein hartes Duell geliefert hatten; daneben aber auch wegen der beiden äußert heftigen Unfälle, in die die beiden anderen Audi R18 verwickelt waren, und bei denen es nur wie durch ein Wunder keine ernsthaft Verletzten gab. Die Unfälle machen den Sieg des einzigen verbliebenen Audis noch einmal emotionaler, andererseits sorgen sie für viel Gesprächsstoff, dazu später mehr. Denn so schockierend die Bilder waren, so grandios war der Kampf zwischen Audi und Peugeot bei diesem fünften Aufeinandertreffen.

Schon das Qualifying war vielversprechend: immer wieder unterboten sich die beiden Werke, am Ende brachte Benoit Trelyuers 3’25:738, die er am Ende eines 21-ründigen Test-Stints gefahren hatte, die erste Pole Position für Audi seit 2006, als Peugeot noch nicht mit dabei war. Ebenso bemerkenswert: Alle sechs Werks-Turbodiesel lagen innerhalb von 0,534 Sekunden; zum Vergleich: in den beiden vergangenen Jahren war allein der Abstand zwischen Pole und zweitem Startplatz größer!

Was das Qualifying versprach, hielt die Startphase des Rennens: keiner der beiden Hersteller konnte sich absetzen, es bildete sich ein Paket aus sechs Autos, das um die Strecke flog – doch nach nichtmal einer Stunde gab es den ersten Schock: der in Führung liegende #1-Audi war ausgangs der Dunlop-Schikane von der Ideallinie abgekommen, Allan McNish in der #3 fuhr vorbei und wollte im folgenden Rechtsbogen gleich noch den Luxury-Ferrari von Anthony Beltoise mit kassieren, der jedoch sah den zweiten Audi nicht, zog auf die Ideallinie und traf McNish. Beide rutschen durchs Kiesbett, wobei der leichterer Audi kaum gebremst wurde, in die mit Reifenstapeln gesicherte Leitplanke einschlug und durch die Luft gewirbelt wurde. Unzählige Carbon-Einzelteile und auch Reifen lösten sich und flogen auf die dahinter stehenden Fotografen zu, von denen jedoch wie durch ein Wunder keiner schwer verletzt wurde. Von einem Beinbruch und einem kaputten Handy war im Nachhinein die Rede, ein Wunder bei a

June 08 2011

14:00

Vorschau: 24h von Le Mans, Teil II – Die LMP1

Zum fünften Mal treffen Audi und Peugeot in Le Mans aufeinander – viermal siegte Audi. Wer in diesem Jahr die Nase vorn haben wird, ist kaum vorherzusagen.

Gefühlt dauert der Kampf der beiden Werke schon eine kleine Ewigkeit an, doch es ist tatsächlich erst fünf Jahre her, dass Peugeot mit dem 908 Hdi-FAP einen echten Herausforderer für die schon lange dominierenden Audis an die Sarthe brachte. Die Ingolstädter hatten ein Jahr zuvor mit dem R10 TDI bereits die Diesel-Ära eingeläutet, die bis heute andauert. Im ersten Jahr konnte sich Audi noch problemlos gegen die aufbegehrenden Franzosen wehren, doch seit 2008 hatte Peugeot stets das schnellere Auto. Weder der R10, noch der R15 und der R15+ konnten mithalten. Dennoch konnte Audi 2008 – durch Konstanz im Regen – und 2010 – durch Zuverlässigkeit – siegen. Entsprechend trägt ein Audi die #1 und das Sieger-Trio sitzt unverändert am Steuer: Timo Bernhard, Romain Dumas und Mike Rockenfeller.

Zum ersten Mal treten in diesem Jahr sowohl Audi als auch Peugeot mit einem neuen Auto an. Offensichtlich wird beim Betrachten der beiden Wagen vor allem Eines: Audi war mutiger. Peugeot dagegen musste stets betonen, dass der Wagen „komplett neu“ sei, denn dem 908 (auch beim Namen hat sich wenig geändert) ähnelt seinem Vorgänger äußerlich stark. Doch warum sollte man auch ein gutes Konzept komplett über den Haufen werfen?

Audi dagegen blieb nichts anderes übrig als sich ein neues Konzept einfallen zu lassen. Das neue Reglement, das kleinere Motoren vorschreibt, macht aerodynamische Effizient bedeutender als je zuvor, entsprechend musste Dr. Wolfgang Ulrich von seinem heißgeliebten „Roadster“ nach zehn Jahren Abschied nehmen.

Mit dem Coupé und dem neuen (äußerst leisen) 3,7l V6-Turbodiesel und erstmalig einem Sechsgang-Getriebe handelt es sich tatsächlich um ein völlig neues Auto. Die interessanten Ideen stecken dabei im Detail: der Motor hat mit 120° einen sehr großen Bankwinkel, in dem der Turbolader untergebracht ist, sodass sich ein kompaktes Paket ergibt, dass auch nur über einen Auspuff samt Partikelfilter verfügt. Leichtbau ist die PR-Message von Audi, nachdem man jahrelang vor allem den TDI-Motor beworben hat.

Überraschenderweise hat Audi vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass man aus Effizienzgründen auch auf eine Klimaanlage verzichtet und stattdessen die vorgeschriebene Maximaltemperatur von 32°C durch geschickte Belüftung und reflektierendes Dach (wie bei Peugeot) erreichen will. Fotos des Motorraums zeigen auch Kühlleitungen, die von der Cockpitrückwand auszugehen scheinen; ich (als Laie) könnte mir vorstellen, dass man hier die warme Abluft aus dem Cockpit nutzt, um Komponenten zu kühlen und sich so weitere Einlässe im Heckbereich zu sparen. Weitere Analysen zu diesem Thema (sowie zu anderen Fahrzeugen) gibt es aRadio Le Mans</a>, die wie immer live berichten (englischsprachig), die <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">offizielle Seite des ACO mit News und Live-Timing oder denTracker von Thomas Baekdal</a> mit Timing, Twitter und anderen Diensten, auch für unterwegs. Den a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Spotter Guide von Alan Blackmore sollte man auch immer in Griff- oder Klickweite haben. Und wie im letzten Jahr werden wir hier im Racingblog wieder in aller Ausführlichkeit berichten, mit Liveblog für die kompletten 24 Stunden sowie voraussichtlich auch einige der Quali-Einheiten.

Außerdem bieten die drei Werksteams von Audi</a>, <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Peugeot und

June 01 2011

15:26

VLN: Analyse 53. ADAC ACAS H&R-Cup

Mittlerweile sind die Themen Effizienz und Energierückgewinnungssysteme in der gesamten Automobilbranche und auch im Rennsport eines der dominierenden Themen. So hat man in der F1 wieder den Einsatz von KERS erlaubt und in Le Mans wird ein Hybrid-Protoyp an den Start gehen. Das größte Echo in der medialen Welt dürfte aber bisher Porsche mit ihrem 911 GT3 R Hybrid erzeugt haben, als man 2010 am Ring debütierte.

Jenes Auto gewann fast den 3. Lauf zur VLN und führte bis gute 2 Stunden vor Schluss das 24H Rennen souverän an, als der Verbrennungsmotor und nicht das Hybrid-System den Geist aufgab. Seitdem hat Porsche jenen Wagen stetig weiterentwickelt und man sinnt auf Revanche für das diesjährige 24H Rennen und zumindest am Samstag hat dies prächtig funktioniert, als man den 4. Wertungslauf für sich entscheiden konnte. Nachdem das Zeittraining durch einen schweren Unfall im Bereich Kallenhard (u.a mit dem R8 von Graig Lowndes am Steuer) mit mehreren involvierten Wagen 20 Minuten vor Ende abgebrochen werden musste, ging man von Rang 8 ins Rennen.

Die Pole hatte zu diesem Zeitpunkt mit einer 8:18 der schon mehrmals auftrumpfende Pinta-Porsche mit Manuel Lauck erobert, dicht gefolgt vom Sieger des 2. Laufes, dem SLS von Mamerow Racing und dem 1. R8 von Phoenix, u.a mit Marc Basseng und Le Mans Sieger Mike Rockenfeller. Auf den Plätzen folgten ein weiterer SLS von Heico Motorsport (mit LD Arnold) sowie vor 4 Porsche aus dem Hause Manthey (Nadelstreifen vor dem GT3 RSR und dem GT3 R und den Hybriden), während 2 weitere Audi R8 mit u.a Mattias Ekström und
Frank Stipler die Top 10 komplettierten. Der eigentlich von Platz 9 startende R8 mit Craig Lowndes und Warren Luff musste aufgrund des Unfalles schon nach dem Training die Segel streichen und konnte gar nicht wieder antreten, was für die 2 Australier sehr schade ist, denn mit Rang 9 war man bisher recht flott unterwegs. Auch konnte der RSR nicht von seiner angestrebten Position starten, sondern musste sich 10 Plätze weiter hinten einordnen, da man unter Gelb wohl überholt hatte.

Da half ihnen auch kaum die Datenpanne bei der Zeitmessung, welche dafür sorgte dass der Rennstart erst mit gut 45 min Verspätung vonstattenging. Bei diesem Start konnte sich Patrick Long im Hybriden beim Anbremsen der 1. Kurve auf Rang 4 einsortierten, während die ersten 3 unverändert auf die Nordschleife abbogen.

So kamen sie auch mehr oder weniger unverändert aus der 1. Runde zurück und hier offenbarte “Wild Wild West Long” nun schon mal, was in dem weiterentwickelten Hybriden so alles steckt, und scheint so einiges zu sein, wie die Kollegen Mamerow und Lauck gleich im Bereich Mercedes Arena spüren sollten. So konnte er sich auf der Start und Ziel Geraden den SLS von Chris Mamerow dank guten 200 extra PS schnappen und machte gleich mal Jagd auf den Pinta Porsche, welchen er einen guten Kilometer später dann auch aufschnupfen konnte und als 1. auf die Nordschleife abbiegen konnte. Dahinter formierten sich dann die R8 von Audi sowie die Porsche von Manthey und dem Frikadelli Team sowie die SLS von Heico und Mamerow in sehr knappen Abständen.

So entwickelten sich mehrere schöne und enge Zweikämpfe, denn die Top14 lagen zu diesem Zeitpunkt nur 10 Sekunden auseinander! Dies ging bis zum 3. Umlauf gut, als sich im Bereich Wehrseifen ein folgenschwerer Unfall ereignete, welcher vor allem auf Porsche Seite für einiges an Ungemach sorgen sollte. Da wollte sich der Manuel Lauck außen an einem langsameren Auto vorbeibremsen, was ihm aber nicht gelang und wohl in der Begrenzung landete, was das Aus bedeutete. Dahinter wurde es natürlich sofort sehr eng. So konnte Marc Lieb gerade noch rechtzeitig bremsen um einen Unfall zu vermeiden, allerdings hing im zu diesem Zeitpunkt Niclas Kentenich im Frikadelli Porsche so dich im Getriebe, dass er kaum mehr reagieren konnte und dem Porsche hinten traf. Für das Auto von Sabine Schmitz war das Rennen sofort gelaufen, während Marc Lieb noch bis zur Box fahren konnte, wo erstmal größere Reparaturen anstanden und das Rennen für den 1. Dicken gelaufen war.

Bis zur 7. Runde konnten sich die 2 Führenden, Chris Mamerow und Patrick Long etwas vom Feld absetzen, um es sich dann aber mal richtig zu geben. Da wollte nun “Wild Wild West Long (O-Ton P. Simon) mit aller Gewalt an Chris Mamerow vorbei. Er versuchte es im Bereich Mercedes-Arena beim Anbremsen sich außen vorbei zu drücken. Als dies nichts half, versuchte er es ein paar Meter später wieder und klopfte dabei mehrmals herzhaft an der Tür von Chris Mamerow im SLS an. Dieser gab sich aber nicht geschlafen und konnte somit seine 1. Position verteidigen. Unterdessen kam auch das Feld im Zuge dieses Kampfes wieder im Formationsflug heran, angeführt von den R8 mit Mike Rockenfeller an der Spitze um einen Dreikampf zu eröffnen und Long auf der Nordschleife dann zu holen, während die Top 3 innerhalb von 0,6 Sekunden lagen.

In der 8. Runde wollte es dann Mike Rockenfeller sogar übers Gras versuchen, was ihm aber nicht gelang und er noch rechtzeitig zurückstecken konnte, um seine Position zu verteidigen, denn mittlerweile dachte sich Romain Dumas “Hey, aller guten Dinge sind zwar 3, aber 4 ist besser” und wollte nun seinerseits Rockenfeller kassieren. Nur ein Blick auf die Uhr und die angesetzte Distanz von 4 Stunden zeigte auf, dass noch gute 3 Stunden zu fahren sind.

Dies hat sich wohl auch über die Nordschleife fortgesetzt und fand erst ein Ende, als die R8 und der SLS von Chris Mamerow an die Box kamen zum 1. planmäßigen Service. Nur der Hybride und der RSR blieben draußen auf der Strecke und mussten erst 1 Runde später an die Box, was sich als rennentscheidend erweisen sollte.

Hierzu ein kleiner Exkurs in Sachen Rennlänge und Pit Window von mir: Bei einer Distanz von 4 Stunden ergeben sich im trockenen bzw. leicht feuchten Zustand in der Regel Distanzen von 27 oder 28 Runden. Die Tankgröße richtet sich nach dem Gewicht der Wagen, was bedeutete, dass der Hybrid und der RSR (1300 kg) 110 Liter tanken durften während der R8 und der SLS (beide 1350 kg) 120 Liter Tankinhalt haben. Aber da der R8 und der SLS einen etwas verbrauchsintensiveren Motor (größerer Air Restriktor) und mehr Gewicht haben, können sie 9 Runden draußen bleiben, während es der RSR und der Hybrid schafften, 10 Runden am Stück fahren zu können. Daraus ergeben sich für die GT3 Jungs 2 volle Stopps und ein kurzer Splash and Dash (wenn man das Fuel Window immer ausnutzt), während sich die 2 Porsche diesen Splash an Dash dann sparen können.

So konnten sich vor allem die 4 R8 LMS mit schnellen Zeiten und der schnellsten Runden einen Vorsprung von gut einer Minute auf die Gegner rausfahren, mussten aber einmal mehr an die Box und so kamen sie bereits Ende der 14. Runde an die Box, wobei man vermutlich absichtlich etwas früher kommen wollte, während die Porsche gegen Ende des 19. Umlaufes erst an die Box mussten.
In derselben Runde fiel auch der Mamerow SLS aus, wodurch sich nun endgültig ein Kampf zwischen Porsche und Audi entwickelte.

Denn die BMW in Form der Z4 GT3 hatten 0 Chance, denn der Auftritt der 3 Wagen von Schuberth entwickelte sich völlig zu einem Fiasko, als alle 3 in den Runden 22 und 23 die Segel streichen mussten. Der Alpina BMW kam gar nicht erst über den 1. Umlauf hinaus. Einzig der von Dörr eingesetzte Z4 GT3 konnte mit Platz 13 in der SP9 die Fahnen hochhalten, während der neue von Getrag nach SP7 aufgebaute Z4 ebenfalls vorzeitig die Fahnen senken musste. Mit einer 8:30 hat man aber schon mal aufgezeigt, dass man durchaus sehr sehr flott unterwegs ist.

Ebenfalls ein Fiasko erlebte der VW Golf24H, welcher mit Nicki Thiim bereits in der 2. Runde ausgerollt ist und nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte, genauso wie der VW Scirocco von LMS Engineering mit der #302, welcher mit seinem “Bruder” dem anderen Scirocco und dem TT-RS von Raeder Motorsport den Ton in der SP3T angibt.

Diese Klasse wurde nun wieder gewertet, welche die 3 Norweger von Schijaern knapp vor dem 2. Scirocco von LMS in ihrem TT gewinnen konnten. Mit 8:50 war man aber auch hier wieder 20 Sekunden schneller unterwegs als die meisten Konkurrenten und man darf gespannt sein, wie sich das nun noch entwickeln wird.

Ein weiterer sehr schneller Wagen war mal wieder der Audi TT-RS von Reader Motorsport mit Frank Biela, Jens Klingmann und Andrea Picinni, welcher den 14. Gesamtrang erreichen konnte und somit erstmals die FH Köln in der SP4T schlagen konnten.

Zurück an die Spitze und dort bahnte sich in der 19. Runde eine Vorentscheidung an. Gegen Ende dieses Umlaufes kamen nämlich die 2 Porsche an die Box und Marco Holzer übernahm von Lietz und Lieb übernahm von Luhr das Volant bis zum Ende. Diese hatten ab dem 27. Umlauf eine Doppelführung, da die Audi wie erwartet zum 3. Stopp mussten. Allerdings war Frank Stippler im besten R8 LMS nur 7 Sekunden hinter Marc Lieb im RSR und Marco Holzer begann anscheinend nicht mehr ganz am Limit zu fahren, sodass die 2 Verfolger mit 20 Sekunden Rückstand die vorletzte Runde in Angriff nahmen und immer näher kommen konnten.

Allerdings konnte Marco Holzer seine Vorsprung von guten 3 Sekunden über die Linie retten, während sich Marc Lieb noch erfolgreich gegen Stippler zur Wehr setzen konnte. Somit waren 3 Klassen und 2 verschiedene Wagen auf dem Gesamt-Podium.

Dies wird das letzte Aufeinandertreffen der Top Piloten vor den 24H vom Ring gewesen sein, denn der letzt Lauf vor dem Saisonhöhepunkt findet am gleichen Wochenende wie Le Mans statt und dann werden sich Müller, Lamy, Lieb, Luhr, Bernhard, Rockenfeller und Co. an der Sarthe einen Tanz auf der Rasierklinge liefern.

Mindestens genauso eng ging es aber auch in den anderen Klassen zu: So konnten sich Olivo Janek und Elmar Jurek den Sieg in der Renault Clio Cup mit einer Minute Vorsprung sichern, nachdem es auch dort stundenlang hin und her ging und man wenige Runden vor Schluss nur 3 Sekunden vor den späteren 2. Platzierten Dominik Brinkmann und Stefan Epp lag. 3. wurden in der Klasse die Linther Brüder während Schläppi Race-Tec, die Sieger des 1. Laufes auf Platz 4 ins Ziel kamen.

In der Serienwagen-Klasse bis 3000 ccm, der V5 ging es auch hoch her. Hier fährt seit Beginn des Jahres nicht nur das Black Falcon Junior Team mit den Führenden der Gesamtwertung, Metzger/Scheerbarth/Knechtges, sondern nun auch die Titelverteidiger von Bonk Motorsport, welche nach den wenigen Nennungen in ihrer Klasse (am Samstag waren es wieder nur 2 und dementsprechend wenig Punkte), der SP3 den Rücken kehrten und nun in der V5 direkt im Revier ihrer Rivalen Punkte holen wollen.

Dies ist ihnen schon mal sehr gut gelungen, denn man konnte gegen Endes des Rennens die Führung vom schon angesprochenen Black Falcon-Trio übernehmen, und mit gut 30 Sekunden Vorsprung die Klasse gewinnen.

Somit führt in der Meisterschaft weiterhin das Trio von Black Falcon, vor Wolfgang Weber/Norbert Bermes und Nilsson Rickardd vom Mathol Racing aus der SP10 vor dem 2. Black Falcon Trio aus der V6, nämlich Sean Paul Breslin, Leisen Phillip und Volin Oleg.

Der nächste Lauf findet wie schon angesprochen in 2 Wochen am Le Mans Weekend statt und gilt als Generalprobe, bevor 2 Wochen später die Hatz 2 mal um die Uhr durch die Eifel losgeht.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2011, 53. ADAC ACAS H&R-Cup

March 16 2011

07:23

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das schreckliche Erdbeben in Japan hat auch Auswirkungen auf den Motorsport. Die Dorna hat den geplanten MotoGP Lauf, der am 24.4 in Motegi stattfinden sollte, erst mal auf den 2. Oktober geschoben. Das ist angesichts der Ereignisse und der Dinge, die da gerade zusätzlich passieren, sicher die beste Entscheidung. Motegi ist beim Erdbeben schwer getroffen worden, die Strecke liegt zwischen Tokio und Sendai und hat wohl einige Schäden erlitten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hotels in der Umgebung teilweise wohl auch zerstört oder beschädigt wurden. Ob das alles bis zum Herbst wieder soweit hergerichtet ist, dass man Lust auf Motorsport hat, ist dann wieder eine andere Frage. In diesem Zusammenhang muss man dann auch die Formel Eins erwähnen, deren Rennen ebenfalls im Oktober statt finden wird. Die fahren allerdings in Suzuka, was deutlich weiter südlich unterhalb von Tokio liegt und wo es keine Schäden durch das Erdbeben gegeben hat. Dennoch wird man abwarten müssen, wie sich die Situation in Japan in den nächsten Tagen entwickeln wird. Die japanische Super GT hat ihren Test abgesagt, will aber den Saisonstart in der ersten Aprilwoche bisher durchziehen. Was aber angesichts der Probleme bisher auch noch auf wackeligen Beinen steht. [Danke an Yankee für die Info]. (Don)

// Sorgen gibt es auch um Bahrain. Dort hat der König einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt und es weiterhin blutige Demonstrationen. Es sieht zumindest im Moment nicht danach aus, als würde sich die Lage beruhigen. Die FIA würde gerne auf dem nächsten World Council Meeting am 1.Mai einen Ausweichtermin benennen, aber das wird wohl nach Lage der Dinge etwas knapp. Ich glaube kaum, dass wir 2011 ein Rennen in Bahrain sehen werden, zu mal die Teams jetzt schon angesichts des engen Zeitplans am Ende der Saison stöhnen. (Don)

// Ein Blick auf die gefahrenen Kilometer bei den Wintertests offenbart erstaunliches. Ferrari ist gut dabei, um McLaren muss man sich ernsthafte Sorgen machen:

1. Scuderia Ferrari, 6985km
2. Red Bull Racing, 6129km
3. Sauber, 5914km
4. Mercedes, 5778km
5. Toro Rosso, 5352km
6. Renault, 5031km
7. Williams, 4985km
8. Force India, 4127km
9. Lotus, 4084km
10. Virgin, 3709km
11. McLaren, 3603km

Da kommen zwar noch mal 1116km drauf, die McLaren mit dem alten Wagen unterwegs war, aber selbst Virgin, die ebenfalls spät präsentiert haben und die massive technische Probleme hatten, ist weiter gekommen. Der neue McLaren scheint von diversen Kinderkrankheiten geplagt zu sein, dazu kommt, dass man die komplizierte Aerodynamik noch nicht komplett verstanden hat. Das dürfte ein zäher Auftakt für die Briten werden. (Don)

// Neues von Robert Kubica. Der Pole ist weiter in einer italienischen Klinik und hat eine weitere Operation am Ellbogen über sich ergehen lassen müssen. Die Meldungen über die Fortschritte in seiner Reha sind spärlich bis nicht existent, was aber hoffentlich nur daran liegt, dass er etwas aus dem Fokus der Nachrichten gerutscht ist. (Don)

// Kurz gefasst, weil es schon rund ging: Vitantonio Liuzzi wird sich mit den Startplätzen 20 bis 24 anfreunden, denn er hat bei HRT unterschrieben. Die hatten zwar bei den Tests ein neues Auto dabei, konnten aber nicht fahren, weil etliche Teile angeblich im Zoll fest hingen. Und Sebastian Vettel hat bei Red Bull bis 2014 verlängert. Wobei die Frage interessant sein dürfte, ob er eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat, wenn es bei Red Bull nicht laufen sollte. (Don)

//Viel Neues auch in dieser Woche wieder bei den IndyCars:
-  Firestone hat seine Entscheidung, die Serie Ende 2011 zu verlassen revidiert, und bleibt nun bis 2013 alleiniger Reifenausrüster. Das wird allerdings nicht ganz billig: Angeblich hat sicher der Preis für die Teams von 280.000 auf über 500.000 Dollar fast verdoppelt. Außerdem wird man die Sponsoringaktivitäten zurückfahren. Die Indy Lights müssen sich zudem schon für die Saison 2012 einen neuen Hauptsponsor und Reifenausrüster suchen.
- Zwei Regeländerungen sorgen für Aufsehen: Einerseits hat die IndyCar beschlossen, bei Restarts länger zu warten, bis die gründe Flagge gezeigt wird. Weit auseinander gezogene Felder wird es bei den Restarts 2012 also nicht mehr geben. So weit, so populär. Weniger toll ist bei den Fans die Idee angekommen, die Lucky Dog Regel aus der NASCAR zu übernehmen. Nach heftigen Protesten denkt Randy Bernard wohl daran, sie nun doch nicht einzufühen.
- Gleichfalls unerfreut haben viele Fans auf die Ankündigung reagiert, dass es ab diesem Jahr keine Gratis-Livestreams von den Trainings, Qualifyings und Rennen geben wird.  Angeblich hat Neo-Rechteinhaber NBC/Comcast (die über den Winter Versus gekauft haben) darauf gedrängt, weil die TV-Quoten zu niedrig sind. Für Interessierte aus jenen europäischen Ländern, in denen nun gar keine Möglichkeit mehr besteht, die Rennen legal live zu verfolgen, denkt man aber angeblich darüber nach, Rennwiederholungen als (Pay-?)Streams anzubieten.
- Etwas kurios war eine andere Ankündigung – wenn auch auf die eher furchterregende Art. Dem Vernehmen nach denkt die INDYCAR ernsthaft daran, AMA Supercross-Fahrer James Stewart beim Finalrennen in Vegas in eines der fünf All-Start-Autos zu setzen. Rennerfahrung auf vier Rädern hat der Herr bisher zwar nicht, aber immerhin “plenty of laps in shifter karts”. Insgesamt haben sich angeblich bereits etwa 15 Manager aus der Formel 1, NASCAR, AMA Supercross und aus Rally Serien bei Bernard gemeldet.
- Der Kolumbianer Sebastian Saavedra wurde nach mehreren offenbar nur inoffiziellen Verkündigungen nun endgültig und “offiziell” als Fahrer des Conquest-Teams für die gesamte kommende Saison bestätigt.
- Ebenfalls die ganze Saison lang wird ein Auto des AFS Racing Teams an den Start gehen – Fahrer gibt es allerdings bisher keinen.
- Das gegenteilige Problem, nämlich kein Cockpit, haben nach wie vor Tony Kanaan, Paul Tracy und Dan Wheldon.  Bernard hat sich gegenüber Nate Ryan aber optimistisch gezeigt, dass beim Saisonstart in zwei Wochen trotzdem alle drei dabei sein werden.
-
Beim Open Test am Barber Motorsports Park am Montag und Dienstag hatte Helio Castroneves die Nase vorn, dahinter Will Power, Scott Dixon und Ryan Briscoe. Bei aller Vorsicht kann man also annehmen, dass Penske und Ganassi auch in dieser Saison wieder an der Spitze des Feldes zu finden sein werden. Anlaufschwierigkeiten gab es noch beim Ganassi-”Farmteam”, Graham Rahal fuhr nur die 14. schnellste Zeit, Charlie Kimball landete gar nur auf Rang 20. Positive Überraschung war die starke Vorstellung der beiden Newman/Haas von Oriol Servia und James Hinchcliffe auf den Rängen fünf und sieben. Servia hat allen Anzeichen nach zu urteilen bereits einen Vertrag für die gesamte Saison (offiziell unbestätigt), Hichcliffe sucht wohl noch nach Sponsoren. Die vollständige kumulierte Zeitenliste aller fünf Trainingssessions ist hier zu finden (Achtung, .pdf).
(Vorsicht)

// Die BTCC testet im Moment in Snetterton, allerdings sind nicht alle Teams vor Ort. Dennoch sind die Zeiten für den ein oder anderen vielleicht interessant. (Don)

// Die Superleague Formula hat einen generalüberholten, aber immer noch “provisorischen” Kalender für die Saison 2011 vorgestellt. Der neue Rennplan ist noch internationaler als bisher bekannten Versionen – dafür fängt die Saison aber erst Ende Mai, also ziemlich spät, an. Der ursprünglich geplante Saisonauftakt in Monza entfällt genauso wie das zweite Rennen in Portimao. Letzteres wird aber durch einen Lauf in Estoril ersetzt. Danach folgen die schon bisher geplanten Termine in Assen, Navarra, Magny-Cours, Zolder und Donington. Dann verabschiedet sich die Serie aus Mitteleuropa. Und von nun an ist alles neu: Die beiden geplanten Termine in China (Ordos und Beijing) entfallen, stattdessen fährt man Anfang September in Smolensk (Russland). Es folgt ein China-Rennen auf einer bisher noch unbekannten Strecke. Nächste Station ist Brasilien, wo die SLF Anfang Oktober in Curitiba und im gleichen Monat auf einer zweiten, bisher aber ebenfalls noch unbekannten Bahn an den Start geht. Die beiden letzten Saisonrennen sollen im Mittleren Osten und in Neuseeland stattfinden. Völlig bestätigt sind bisher nur jene Rennen, für die auch eine Strecke bekannt ist. Die anderen Austragungsorte könnten sich in den kommenden Wochen auch noch ändern. In Tabellenform heißt das also:

29. Mai: Estoril
5. Juni: Assen
3. Juli: Navarra
10. Juli: Magny-Cours
17. Juli: Zolder
7. August: Donington
11. September: Smolensk
25. September: China
9. Oktober: Curitiba
16. Oktober: Brasilien II
13. November: Mittlerer Osten
27. November: Neuseeland
(Vorsicht)

// Mike Rockenfeller ist von Audi befördert worden. Er darf 2011 in der DTM in einem Neuwagen Platz nehmen. (Don)

August 23 2010

06:33

BTCC & DTM: Analyse Silverstone & Zandvoort 2010

Ein paar gute Rennen lieferten die Tourenwagen am Wochenende ab. Selbst die DTM musste sich nicht verstecken.

Die BTCC machte in Silverstone Station und befuhr dort die “National” Variante. Die ist jetzt nicht unbedingt zwingend für Tourenwagen geeignet. Es gibt zu wenig Kurven, die Strecke ist mit einer Rundenzeit von 1 Minute jetzt nicht gerade lang, also gibt es auch wenig Möglichkeiten für Action. Dazu kam an diesem Wochenende, dass die Ford auf der schnellen Strecke kaum zu schlagen waren. Der Speedvorteil der mit Gas angetriebenen Fords war schon die gesamte Saison zu sehen, vor allem aber in Snetterton, wo Onslow-Cole und Chilton auf der langen Geraden den Rest des Feldes einfach stehen ließen. In Silverstone legte man in der Quali einen derartigen Speed hin, dass sich die Serien-Verantwortlichen genötigt sahen endlich einzugreifen. Der Airrestrictor wurde verkleinert, der Ladedruck verringert. Gebracht hat es allerdings wenig.



Rennen Eins
Schon im ersten Lauf gab es nichts, was man gegen die eingebremsten Ford machen konnte. Cole und Chilton zogen vorne weg, dahinter reihten sich Plato und MacDowell im Chevrolet Cruze ein. Erwartungsgemäß schwer taten sich beide Hondas mit Matt Neal und Gordon Shedden. Dem Civic fehlt es auf den langen geraden einfach an Leistung, man spricht von 15 bis 20 PS, die beiden fehlen. Zwar passt der Topspeed einigermaßen, aber in Sachen Beschleunigung geht halt nicht so viel, wie man bei den Onboardaufnahmen sehen konnte.
In den ersten Runden tat sich vorne wenig, dann kam Matt Neal so langsam in Schwung machte Druck. Er lag auf dem achten Platz, vor ihm fuhr Steven Kane im BMW, der auch nicht richtig gut unterwegs war. Der Kampf sollte bis zum Ende des Rennens gehen, und erst in der letzten Runde machte Kane einen Fehler und Neal gewann ein paar wichtige Punkte.
Vorne kam es zu einem etwas merkwürdigen Platztausch zwischen dem bis dahin führenden Onslow-Cole und Max Chilton. Dazu muss man sagen, dass Teamorder in der BTCC ausdrücklich nicht verboten sind, aber sie werden aus sportlich/moralischen Gründen nicht gerne gesehen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Cole gab nach dem Rennen an, er habe sich verschaltet. Nun ja. Das Manöver brachte Plato in Schlagdistanz, der auch kurz an Cole vorbei kam, dann aber auf der Geraden wieder aufgeschnupft wurde. Am Ende gewann Chilton vor Cole, Plato, MacDowell, Jordan, Collard, O Neill, Neal, Kane, Shedden.

Rennen Zwei
Die Ford gingen wieder locker in Führung, aber beide Chevy Piloten kamen schlecht weg. MacDowell fiel auf Platz 9 zurück, Plato musste Andrew Jordan im Honda Integra und Rob Collard im BMW passieren lassen, Matt Neal kurvte auf Platz 7 rum. Lange tat sich nichts im Rennen, was ja in der BTCC eher ungewöhnlich ist. Ein Reifenschaden des unglücklichen Andrew Jordan auf Platz 3 brachte dann aber wieder Bewegung. Nach dem die Ford schon wieder die Plätze getauscht hatten (dies mal gab es keine “Entschuldigung”) gingen deren Vorderreifen langsam den Bach runter. Offenbar frisst das massive Drehmoment des Turbomotors die Reifen etwas schneller auf, als beim Rest des Feldes. Gegen Ende des Rennens kam Rob Collard, der sich lange zurück gehalten hatte, sehr dicht auf und schnappte sich in zwei sehenswerten und typisch britischen Manövern Onslow-Cole. Gleich zweimal setzte er sich Eingangs Luffield neben Cole und schob ihn freundlich, aber bestimmt, zur Seite. Beim ersten Versuch schnappte sich Cole den BMW wieder auf der Geraden, den zweiten Versuch setzte Collard dann in der letzten Runde, was auch gut ging.

Weiter hinten mühte sich Matt Neal weiter ab, nach vorne zu kommen, befand sich allerdings in einem sehr engen Zweikampf mit dem Integra Piloten Paul O’Neill, der nicht einen Millimeter nachgeben wollte. Der Kampf der beiden war spannend, die Plätze wurden oft getauscht. Aber am Ende setzte sich dann Neal sehr knapp durch. Ergebnis: Chilton, Collard, Cole, Plato, Neal, O’Neill, Shedden, Kane, MacDowell, Jackson.

Rennen Drei
Auslosung für den Reverse Grid brachte dann Paul O’Neill auf die Pole, was Matt Neal auf Platz zwei brachte und er damit gute Chancen hatte, ein paar Punkte auf Plato gut zu machen. Doch startete nur einen Rang weiter hinten. Der Start sollte also lustig werden und er wurde es auch. Plato kam besser weg, wurde aber von Neal in Copps umgedreht. Ein paar Meter weiter rutschte Neal aber weit raus und fiel ebenso weit zurück. Hinten war MacDowell am Start stehen geblieben und wurde von Martin Depper im BMW voll getroffen. Das Safety Car musste erst Mal das Feld sortieren. Nach der ersten Runde führte O’Neill vor Onslow-Cole, Chilton, Collard, Kane, Jackson, Neal und Shedden. Plato war nur auf Platz 17.

Den Restart konnte O’Neill knapp für sich entscheiden, aber beide Ford machten jede Menge Druck. Nach zwei hart umkämpften Runden ging Cole dank der besseren Beschleunigung erstmal vorbei. Dahinter prügelten sich Jackson, Neal, Collard und Shedden um den vierten Platz, während Plato nur auf Platz 14 fest hing. Wie üblich gab es dann das normale Hauen und Stechen. Andrew Jordon und Rob Collard kamen sich etwas zu nah und Jordan landete im Kiesbett.

Vorne tat sich zunächst wenig, erstaunlicherweise konnte Chilton den alten Integra nicht überholen, nur Neal und Jackson lagen im Infight. Plato rutschte so langsam in Richtung Punkte und lag in Runde 15 auf Platz 11, und konnte 3 Runden später dann den 10. Platz erobern. Vorne fiel Chilton erstaunlicherweise schrittweise weiter zurück und die Gruppe Jackson, Neal und Shedden klebte an seinem Heck. Jackson probierte es in Brooklands mit einem überraschenden Angriff auf Chilton und schob ihn zur Seite. Dabei fielen Neal und Shedden auch noch über den ondulierten Ford her. Auch Jacksons BMW sah nicht mehr so gut aus, so dass Neal sich in den Windschatten hängen konnte.

In der letzten Runde gaben es sich Neal und Jackson noch mal so richtig. Neal versuchte alles, war aber auch vorsichtig, denn einen Ausfall konnte er sich nach dem schlechten Wochenende nicht leisten. Er schaute in Luffield zwar noch mal rein, aber Jackson blieb vorne. Endergebnis: Cole, O’Neill, Jackson, Neal, Shedden, Chilton, Kane, Nash, Plato, MacDowell.

Damit konnte Ford alle drei Rennen am Wochenende gewinnen. Und der eigentliche Sieger wäre Tom Onslow-Cole gewesen, der ja in den beiden Rennen zuvor Chilton hatte passieren lassen müssen. Da fragt man sich, warum Ford zu dieser Strategie gegriffen haben, denn am Ende haben sie die Ford-Piloten gegenseitig die Punkte weggenommen. Neal konnte zumindest am Ende ein paar Punkte aufholen, die aber zuvor verloren hatte.

Plato bleibt in der Meisterschaft vorne, allerdings hat er jetzt nicht nur mit Matt Neal zu tun, sondern auch mit Tom Onslow-Cole, der auf Platz zwei liegt. Da mit Knockhill ein Kurs folgt, der vor allem die Wagen mit kurzem Radstand liegen sollte, könnte es in der Meisterschaft noch mal richtig eng werden.

Jason Plato – 171 Punkte
Onslow-Cole – 157 Punkte
Matt Neal – 148 Punkte
Gordon Shedden – 138 Punkte
Tom Chilton – 127 Punkte

DTM
Achtung, die ITR vermeldet nach dem Rennen: “Aufgrund von weiteren Untersuchungen an einem Reifen des Fahrzeugs von Audi-Pilot Timo Scheider, wurde das Rennergebnis in Zandvoort nicht offiziell bestätigt und bleibt somit vorläufig. Nach Rennende war an einem Reifen von Scheiders Fahrzeug festgestellt worden, dass der obligatorische Identifikations-Barcode von Serienpartner Dunlop fehlte. Dies ist ein Verstoß gegen das Technische Reglement des DMSB. Der Reifen wird nun von Dunlop eingehend untersucht, um zu prüfen, wie sich der Barcode lösen konnte. Nach Analyse und Auswertung des DMSB erfolgt die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses in den kommenden Tagen.”

—schnipp—

Der versprochene Regen brach zwar nicht während des Rennens aus, aber das musste auch nicht sein. Die DTM lieferte auch so eines ihrer besseren Rennen in Zandvoort ab, auch wenn sich das nicht unbedingt auf den Kampf an der Spitze bezog. Dort drehten Gary Paffett und Paul di Resta einsam ihre Runden, nachdem Timo Scheider seinen Audi auf der Pole beim Start fast abgewürgt hatte. Das Glück ist dem zweifachen Meister in Holland einfach nicht hold, auch wenn er nach dem Rennen klar sagte, dass der Fehlstart auf seine Kappe geht. Damit war Audi schon nach wenigen Sekunden im Kampf um den Sieg raus, aber es ging vor allem darum, dass man Bruno Spengler möglichst viele Punkte abnehmen konnte, damit Ekström und Scheider in der Meisterschaft ein wenig aufholen konnten. Allerdings ist der Abstand der drei führenden Mercedes Piloten schon so groß, dass eine Titelverteidigung von Audi sehr unwahrscheinlich ist.

Mercedes bemühte sich, Spengler im Rennen zu halten, der auf Platz sechs rumfuhr, sich aber nicht nach vorne orientieren konnte. Stattdessen musste er in den Rückspiegel schauen, wo sich nach einigen Runden wieder Timo Scheider eingefunden hatte. Trotz seines miserablen Starts hatte er eines der schnellsten Autos auf der Strecke und konnte seine Gegner aufschnupfen. An Spengler kam er aber auf normalen Weg nicht vorbei, also beschloss man bei Audi den ersten Boxenstopp von Scheider sehr spät zu legen. Mercedes konzentrierte sich zu sehr auf Spengler und übersah dabei, dass der Audi-Zug bestehend aus Jarvis und Rockenfeller dank einer guten Strategie plötzlich Spengler gefährlich wurde. Nach dem Stopp fand sich der Mercedes Pilot plötzlich mitten im Audi-Gewühl, während Scheider weiter vorne schnellere Zeiten hin legen konnte. Das reichte am Ende sogar, um Ekström zu schlagen, der nicht gerade eines seiner besten Wochenenden hatte. Spengler drehte dann 10 Runden vor Schluss auch noch Rockenfeller in einem optimistischen Überholmanöver um, was überraschenderweise nicht bestraft wurde.

Am Ende gewann Paffett locker vor di Resta und Scheider, der seinen Platz behalten durfte, obwohl der in der Meisterschaft besser platzierte Ekström hinter ihm war. Allerdings hatte die Rennleitung in den letzten Runden Audi auch einen Warnschuss verpasst, als man ankündigte, dass man ein Überholmanöver aus dem Drittel des Rennens zwischen Ekström und Molina wegen mögliche Teamorder untersuchen würde. Scheider, der zwischendrin schon plötzlich eine Sekunde auf Ekström verloren hatte, konnte einen Abstand dann konservieren.

Ein Wort noch zu Molina: der junge Spanier hatte ein sehr gutes Wochenende. Vierter in der Quali, dann lange dritter im Rennen, bis er sich Ekström beugen musste. Scheider ging an Molina auf Grund der besseren Strategie vorbei. Offenbar hat Audi da aber einen richtig guten Neuling an Land gezogen. Wird interessant sein, wie er sich entwickelt.

Bei Audi ist aber nicht alles eitel Sonnenschein. Die Gerüchte um die Abwanderungsgelüste von Ekström in die NASCAR wollen nicht verstummen, egal wie sehr beide Seiten das dementieren. Man muss die Sache aber auch mal etwas kühler sehen. Ekström hat null Oval-Erfahrung, auch wenn er schon einen Test hatte und vermutlich in Richmond fahren wird. Aber wie man bei Montoya oder Ambrose gesehen hat, braucht es mindestens zwei Jahre, bis man einigermaßen vorne dran ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Red Bull dazu Lust hat. Zudem müsste man einen dritten Wagen einsetzen, denn Kahne und Vickers gelten als gesetzt. Wobei hinter Vickers noch ein Fragezeichen steht, nachdem er im Juli am Herzen operiert wurde. Das NASCAR Unterfangen kostet schon so viel Geld, einen dritten Wagen, der durch die Quali muss, wird man wohl eher nicht riskieren. Dazu kommt, dass Audi Ekström mit einem Einsatz in Le Mans ködert, was den Schweden durchaus reizt. Offenbar überlegt man bei Audi auch, wie lange das “Alt-Herren-Team” mit Capello und Kristensen noch schnell genug ist. Ekström wäre da eine gute Ergänzung.

In der DTM Meisterschaft ist es vorne nach dem mauen Rennen von Spengler etwas enger geworden.

Spengler – 44 Punkte
Paffett – 35 Punkte
di Resta – 33 Punkte
Ekström – 28 Punkte
Green – 26 Punkte
Scheider – 23 Punkte

Bei noch fünf ausstehenden Rennen ist noch eine Menge möglich, aber es ist unwahrscheinlich, dass alle drei führenden Mercedes-Fahrer mal gemeinsam ausfallen. Zudem scheint die C-Klasse in diesem Jahr auf allen Strecken deutlich besser zu sein.

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August 05 2010

06:37

DTM: Vorschau Nürburgring 2010

Die DTM beendet ihre Sommerpause, aber das, was sich hinter den Kulissen bewegt, ist spannender, als manches Rennen. Und dann gibt es eine erstaunliche Meldung aus der italienischen Superstar Serie.

Nürburgring und DTM – da stossen zwei Dinge zusammen, die sich gerade in einer Krise befinden. Am Ring stellt sich raus, dass die Neubauten, nebst des völlig überflüssigen “Eifeldorf”, von Finanzierungsskandalen gebeutelt sind. Der SWR hatte neulich eine deprimierende Dokumentation über die Machenschaften hinter den Kulissen, Wilhelm Hahne veröffentlicht demnächst ein Buch über die Hintergründe des pompösen Geschäfts. Hahne hatte eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen müssen, weil er allzu kritisch über die Geschäfte am Ring berichtet hatte. Ich selber, der früher fast jedes Wochenende am Ring war, bin geteilter Meinung, was die neuen Bauten angeht.

Ich war letztes Jahr kurz nach der Eröffnung zum F1 Rennen vor Ort, später noch einmal beim Oldtimer GP. Die neue überdachte Flaniermeile gefällt mir eigentlich recht gut, auch weil man bei schlechtem Wetter (soll ja vorkommen in der Eifel) trocken zur Tribüne kommt. Den Rest, das neue Hotel, die …öhhmmm… Achterbahn und vor allem das Eifeldorf hätte man sich sparen können. Wer ist auf die Idee gekommen, mitten in der Eifel, wo es Eifeldörfer noch und nöcher gibt, ein künstliches Eifeldorf aufzubauen? Das ist ungefähr so, als würde man in Berlin eine verkleinerte Version des Brandenburger Tors nachbauen. Wie viel Ignoranz gegenüber dem Ring und seiner Geschichte, muss man haben, um auf so eine Idee zu kommen. Egal – jetzt steht es. Meist leer, wie ich höre, und die “richtigen” Ring-Fans ignorieren die GP-Strecke sowieso.

Der DTM geht es auch nicht besonders, wobei man vorsichtig sein sollte. Verglichen mit anderen Rennserien ist die DTM in Deutschland immer noch deutlich erfolgreicher, sowohl was Zuschauerzahlen, TV-Quoten als auch den Marketing-Effekt angeht. Die nackten Zahlen stimmen bei der Serie, sie ist ein gutes Geschäft, sowohl für die Hersteller, als auch für die Sponsoren. Das sportliche Konzept funktioniert allerdings, aus hier mehrfach beschrieben Gründen, nicht. Ein Mitarbeiter eines anderen Konzerns meinte neulich während eines kurzen Gesprächs über die Serie, dass die ITR vor zwei bis drei Jahren versäumt habe, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Aber das sei halt das Problem, wenn eine Serie in den Händen der Hersteller sei und es keine Gegenpol in Form eines Organisator geben würde. 2008 habe man nicht mit einer Wirtschaftskrise gerechnet, danach hatte man dann andere Probleme, als den Motorsport gehabt. Zu dem habe man innerhalb der ITR nicht immer das rechte Augenmaß für die eigene Größe.

Das merkt die Serie jetzt, denn eigentlich hat man schon seit 2005, als Opel ausgestiegen ist, eine Erneuerung der DTM verschlafen. Jetzt bastelt man an einem Konzept, dass die GrandAm und die JapanGT mit einschließt und, wenn man BMW glaubt, irgendwie mit dem GT-Reglement verknüpft ist. Was genau man plant ist geheim, genaue Angaben lassen sich Insider nicht entlocken. Vielleicht auch, weil es noch keine gibt. Bei BMW, so hört man, wird man immer skeptischer, was die DTM angeht. Im Herbst muss man sich aber entscheiden, will man nächsten Sommer ein fertiges Auto haben, mit dem man testen kann. Sicher ist der Einsatz aber noch lange nicht.

Von den Untoten auferstanden ist auch Opel, die bestätigt haben, dass man mit Williams über einen Einsatz in der DTM redet. Geplant wäre der Einsatz eines Insignia, welche Rolle Williams dabei spielen soll, ist unbekannt. Eine Tochterfirma von Williams, Williams Hybridpower, hat das KERS System mit dem Schwungrad entwickelt, dass auch vom Porsche 911 Hybrid beim 24H am Ring eingesetzt wurde, allerdings hat Porsche das System nach eigenen Vorstellungen verändert und umgebaut. Logisch wäre, dass Williams sein System nun auch Opel anbietet, was bedeuten würde, dass das neue Reglement auch “grüne” Bestandteile haben würde. Williams und Opel betonen aber, dass man weit von einem Vertragsabschluss entfernt ist, auch wenn beide Seiten großes Interesse zeigen. Eine Entscheidung soll in zwei Monaten fallen. Angesichts der sehr angespannten Lage bei Opel, wäre ein Einsatz in der DTM schon eine kleine Sensation.

Doch selbst wenn er kommt – vor 2012 passiert nichts, weil die ITR Zeit braucht, den Reglementswechsel zu vollziehen. Weder Opel, noch BMW oder andere Hersteller werden 2011 in der DTM auftauchen, also bleibt es beim gewohnten Bild. Zu dem besteht durchaus die Gefahr, dass die DTM eines ihrer Zugpferde verlieren könnte. Die NASCAR Ambitionen von Mattias Ekström sind nach seinem Einsatz in Watkins Glen gestiegen, zu dem hat Red Bull noch nicht verlauten lassen, ob Vickers jemals wieder wird Rennen fahren können. Zwar macht der Einsatz von Ekström für Red Bull in den USA keinen Sinn, weil ihn da keiner kennt, aber um die Serie in Europa attraktiver zu machen, wäre selbst ein sporadischer Einsatz durchaus interessant. Unklar ist allerdings, wie lange der Vertrag von Ekström mit Audi läuft, die ihn sicher auch nicht gerne gehen lassen würden, und ihm zusätzlich mit einem Einsatz in Le Mans ködern können.

Am Ring wird man wieder, wie gewohnt, eine gute Show abliefern, zumindest, was das drumherum angeht. Man fährt die kleine Anbindung, biegt also nach dem “Haug-Haken” direkt wieder rechts ab. Der Grund für die Entscheidung lautet offiziell, dass man den Zuschauern mehr Runden und damit öfter die Ansicht der Wagen bieten möchte. Inoffiziell ist es wohl so, dass man nicht möchte, dass die Fans sich auf der dann doch weitläufigen Strecke verlaufen und die Tribünen an Start und Ziel etwas leerer aussehen.

Sportlich passiert natürlich auch etwas. Timo Scheider kann seinen dritten Titel in Folge wohl abschreiben, da es in diesem Jahr bei ihm recht zäh läuft. Überhaupt sieht es schlecht aus für Audi in Sachen Titelverteidigung. In der Meisterschaft liegt Bruno Spengler mit 32 Punkten vorne, Jamie Green hat schon 10 Punkte weniger. Ekström hat 21 Zähler, es folgen Paffet mit 19, di Resta mit 17 und Rockenfeller mit 12 Punkten. Es wäre schon ein kleines Wunder, wenn Audi Ekström als Meister durchbringen könnte. Auf der anderen Seite – Mercedes wäre auch mal wieder dran. Interessant wird auch zu beobachten sein, ob Ralf Schumacher sein gutes Quali-Ergebnis vom Norisring wiederholen kann, oder ob es eine einmalige Sache war.

Spaß könnte am Wochenende das Wetter machen. Regenrennen sind in der DTM ja leider selten, aber wie in jeder Serie sorgen sie für etwas Abwechslung. Der Trend spricht für Samstag und Sonntag jedenfalls von Schauern.

Kleine Meldung am Rande aus einer völlig anderen Serie. In der leider hier kaum bekannten “Superstar” Serie aus Italien, startet seit dem letzten Rennen ein Porsche Panamera. Nein, kein Tippfehler, ich meine tatsächlich einen Panamera. Die ehemalige Alfa-Schmiede N.Technology hat sich dem Schlachtschiff aus Weissach angenommen, und es tatsächlich siegfähig gemacht. Gleich beim ersten Einsatz in Mugello erreichte man die Pole und sackte den ersten Sieg ein. Am Steuer saß allerdings auch kein geringer als der zur Zeit arbeitslose Fabrizio Giovanardi.

Die italienische Serie besteht aus viersitzigen Sportwagen, die mit einem V8 ausgestattet sind und ein wenig an die leider zu früh verstorbene V8STAR Serie erinnern, bzw. die australische V8-Serie. Das Starterfeld besteht aus Audi RS4, M3s, AMG C63, Jaguar S-Type, aber auch Chrysler 300C oder Cadillac CTS. Allerdings tritt meist eine recht überschaubare Zahl an Autos an. In Deutschland ist die Serie mit mehrwöchiger Verspätung und in einer Kurzzusammenfassung auf MotorsTV zu sehen. Eigentlich ein sehr interessantes Konzept, aber den meisten Herstellern passen Rennen mit Oberklasse Limosinen nicht ins Marketingkonzept. Entweder nutzt man halt die typische Familienkutsche (WTCC) oder einen “richtigen” Sportwagen (GT-Serie).
Interessant ist der Einsatz des Panamera zwar schon, aber gleichzeitg weiß man, dass man es bei Porsche insgesamt ungern sieht, wenn andere Wagen als der 911er für Rennen eingesetzt werden. Die Gebrüder Alzen hatten eine zeitlang auf einen Cayman gesetzt, der dank seines Mittelmotors das eigentlich modernere Konzept bietet. Da war man bei Porsche aber nicht sonderlich erfreut und das Projekt verschwand dann auch schnell wieder von der Rennstrecke.

giovanardi38 LF5U1370 IMG_6216 IMG_3541

June 15 2010

16:40
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