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October 22 2013

12:24

Formel Eins: Danill Kyvat zu Toro Rosso

Toro Rosso wartet mit einer großen Überraschung auf. Für die Saison 2014 hat man den erst 19jährigen Danill Kyvat verpflichtet.

Danill KyvatToro Rosso hat bekannt gegeben, dass man sich für den 19jährigen Daniiö Kvyat als zweiten Fahrer neben Vergne entschieden hat. Den Namen dürften viele noch nicht mal gehört haben. Kvyat fährt bisher in der GP3, wo er in diesem Jahr den zweiten Platz in der Meisterschaft belegen konnte. In der F3 Euro war er auch unterwegs, allerdings als Gaststarter, so dass er keine Punkte gut geschrieben bekam. Seine bisherigen Erfolge sind durchaus sehenswert, allein der zweite Platz bei den GP3 ist schon recht erstaunlich für einen 19jährigen.

Auf der anderen Seite bin nicht nur ich massiv überrascht, dass sich Dr. Helmut Marko nicht für Antonio Felix da Casto entschieden hat. Da Costa konnte zwar keinen Meistertitel ergattern, gilt aber, zusammen mit Carlos Sainz jr., als ein sehr vielversprechendes Talent aus dem Red Bull Förderungsprogramm. Für da Costa bedeutet dies eine weitere Saison in der WSbR oder der GP2. Ein Grund, warum sich Red Bull für Kyvat entscheiden hat, mag seine Herkunft sein. Er stammt aus Russland, was für Red Bull insgesamt ja kein unwichtiger Markt ist. Eine andere Frage ist, ob Toro Rosso aufgrund der gestiegenen Kosten in der F1 sich für einen Paydriver entscheiden musste. Ich habe noch nicht rausfinden können, ob russische Geldgeber die Karriere von Kyvat zusätzlich zum Red Bull Programm unterstützen.

Ein weiterer Grund ist die eher schwache Saison von da Costa. Nachdem er 2012 die WsBR fast gewonnen hätte, obwohl er die ersten 5 Rennen auslassen musste, lief es dieses Jahr nicht so gut. Nicht alle Fehler lagen bei ihm, aber so zwingend wie im letzten Jahr, war er nicht unterwegs. Mit Kevin Magnussen gewann jemand die Serie, der intern mittlerweile höher gehandelt wird, als da Costa.

Kyvat dagegen zeigte in seinen bisherigen drei Jahren eine stetige Aufwärtstendenz, was Helmut Marko wohl überzeugen konnte. Auf der anderen Seite ist es leicht, mal drei Jahre hintereinander gut unterwegs zu sein. Als Mensch und als Fahrer lernt man aber auch, wenn es mal nicht so gut läuft.

Die Entscheidung kann man durchaus kritisch sehen. Kyvat fehlt es, ebenso wie Sirotkin bei Sauber, erheblich an Erfahrung. Wenn man sieht, wie lange selbst erwiesenermaßen schnelle Leute benötigen, um sich in der Serie zurecht zu finden, kann man sich schon Sorgen machen. Auf der anderen Seite sprechen die Ergebnisse beider Fahrer wieder eine andere Sprache. Toro Rosso geht aber meiner Meinung nach mit Kyvat ein Risiko ein, dass mit da Costa wesentlich geringer ausgefallen wäre. Vielleicht hofft man auf einen “neuen” Vettel, aber selbst der hatte immerhin noch eine halbe Saison in der WSbR, bevor er bei Toro Rosso einsteigen konnte.

Nicht um falsch verstanden zu werden. In der F1 waren schon immer die “jungen” unterwegs. Ein paar Beispiele, wie alt Fahrer bei ihrem Debüt waren:

Fernando Alonso 19 (Hat aber noch mal ein Jahr Pause eingelegt)
Sebastian Vettel 19
Jenson Button 20
Rubens Barichello 20
Felippe Massa 20
Kimi Räikkönen 21
Robert Kubica 21
Lewis Hamilton 22
Jochen Rindt 22
Niki Lauda 22
Jody Scheckter 22
Mika Häkkinen 22
Michael Schumacher 22
Emerson Fitipaldi 23
Jacques Villeneuve 24
Alain Prost 24
Ayrton Senna 24
Jacky Stewart 25
Nelson Piquet sen. 25
James Hunt 25
Jean Alesi 25
Nigel Mansell 27
Alan Jones 28
Damon Hill 31

Wenn man sich die Liste anschaut, sieht man, dass die meisten mit rund 22 Jahren in die F1 eingestiegen sind. Bis dahin hat man sich durch die Formel Ford und F3-Serie dieser Welt geschlagen. Ist gibt aber auch eine klare Tendenz in die Richtung, dass man seit etwas mehr als einem Jahrzehnt eher auf jüngere Fahrer setzt. Heute geht das mit der Karriere bei vielen, vor allem, wenn sie aus der Red Bull Schule kommen, deutlich schneller. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass die jungen Talente auch eine komplett andere Ausbildung bekommen. Da geht es nicht nur um die Rennen auf der Strecke, noch mehr Zeit verbringen die Fahrer im Simulator, der für die Ausbildung mittlerweile genauso wichtig ist, wie die Auftritte auf der Strecke.

Die Entscheidung für Kyvat macht auch noch aus einem anderen Blickwinkel durchaus Sinn. 2014 kommen komplett neue Autos. Die GP2 und die WsBR leben vor allem davon, dass sie in Sachen Motoren und Aerodynamik der F1 nicht unähnlich sind. Kyvat muss sich also nicht großartig umstellen. Eine Herausforderung wird das aber in jedem Fall. Dr. Helmut Marko meinte zur Verpflichtung abschließend: “No risk, no fun”.

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March 16 2011

07:23

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das schreckliche Erdbeben in Japan hat auch Auswirkungen auf den Motorsport. Die Dorna hat den geplanten MotoGP Lauf, der am 24.4 in Motegi stattfinden sollte, erst mal auf den 2. Oktober geschoben. Das ist angesichts der Ereignisse und der Dinge, die da gerade zusätzlich passieren, sicher die beste Entscheidung. Motegi ist beim Erdbeben schwer getroffen worden, die Strecke liegt zwischen Tokio und Sendai und hat wohl einige Schäden erlitten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hotels in der Umgebung teilweise wohl auch zerstört oder beschädigt wurden. Ob das alles bis zum Herbst wieder soweit hergerichtet ist, dass man Lust auf Motorsport hat, ist dann wieder eine andere Frage. In diesem Zusammenhang muss man dann auch die Formel Eins erwähnen, deren Rennen ebenfalls im Oktober statt finden wird. Die fahren allerdings in Suzuka, was deutlich weiter südlich unterhalb von Tokio liegt und wo es keine Schäden durch das Erdbeben gegeben hat. Dennoch wird man abwarten müssen, wie sich die Situation in Japan in den nächsten Tagen entwickeln wird. Die japanische Super GT hat ihren Test abgesagt, will aber den Saisonstart in der ersten Aprilwoche bisher durchziehen. Was aber angesichts der Probleme bisher auch noch auf wackeligen Beinen steht. [Danke an Yankee für die Info]. (Don)

// Sorgen gibt es auch um Bahrain. Dort hat der König einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt und es weiterhin blutige Demonstrationen. Es sieht zumindest im Moment nicht danach aus, als würde sich die Lage beruhigen. Die FIA würde gerne auf dem nächsten World Council Meeting am 1.Mai einen Ausweichtermin benennen, aber das wird wohl nach Lage der Dinge etwas knapp. Ich glaube kaum, dass wir 2011 ein Rennen in Bahrain sehen werden, zu mal die Teams jetzt schon angesichts des engen Zeitplans am Ende der Saison stöhnen. (Don)

// Ein Blick auf die gefahrenen Kilometer bei den Wintertests offenbart erstaunliches. Ferrari ist gut dabei, um McLaren muss man sich ernsthafte Sorgen machen:

1. Scuderia Ferrari, 6985km
2. Red Bull Racing, 6129km
3. Sauber, 5914km
4. Mercedes, 5778km
5. Toro Rosso, 5352km
6. Renault, 5031km
7. Williams, 4985km
8. Force India, 4127km
9. Lotus, 4084km
10. Virgin, 3709km
11. McLaren, 3603km

Da kommen zwar noch mal 1116km drauf, die McLaren mit dem alten Wagen unterwegs war, aber selbst Virgin, die ebenfalls spät präsentiert haben und die massive technische Probleme hatten, ist weiter gekommen. Der neue McLaren scheint von diversen Kinderkrankheiten geplagt zu sein, dazu kommt, dass man die komplizierte Aerodynamik noch nicht komplett verstanden hat. Das dürfte ein zäher Auftakt für die Briten werden. (Don)

// Neues von Robert Kubica. Der Pole ist weiter in einer italienischen Klinik und hat eine weitere Operation am Ellbogen über sich ergehen lassen müssen. Die Meldungen über die Fortschritte in seiner Reha sind spärlich bis nicht existent, was aber hoffentlich nur daran liegt, dass er etwas aus dem Fokus der Nachrichten gerutscht ist. (Don)

// Kurz gefasst, weil es schon rund ging: Vitantonio Liuzzi wird sich mit den Startplätzen 20 bis 24 anfreunden, denn er hat bei HRT unterschrieben. Die hatten zwar bei den Tests ein neues Auto dabei, konnten aber nicht fahren, weil etliche Teile angeblich im Zoll fest hingen. Und Sebastian Vettel hat bei Red Bull bis 2014 verlängert. Wobei die Frage interessant sein dürfte, ob er eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat, wenn es bei Red Bull nicht laufen sollte. (Don)

//Viel Neues auch in dieser Woche wieder bei den IndyCars:
-  Firestone hat seine Entscheidung, die Serie Ende 2011 zu verlassen revidiert, und bleibt nun bis 2013 alleiniger Reifenausrüster. Das wird allerdings nicht ganz billig: Angeblich hat sicher der Preis für die Teams von 280.000 auf über 500.000 Dollar fast verdoppelt. Außerdem wird man die Sponsoringaktivitäten zurückfahren. Die Indy Lights müssen sich zudem schon für die Saison 2012 einen neuen Hauptsponsor und Reifenausrüster suchen.
- Zwei Regeländerungen sorgen für Aufsehen: Einerseits hat die IndyCar beschlossen, bei Restarts länger zu warten, bis die gründe Flagge gezeigt wird. Weit auseinander gezogene Felder wird es bei den Restarts 2012 also nicht mehr geben. So weit, so populär. Weniger toll ist bei den Fans die Idee angekommen, die Lucky Dog Regel aus der NASCAR zu übernehmen. Nach heftigen Protesten denkt Randy Bernard wohl daran, sie nun doch nicht einzufühen.
- Gleichfalls unerfreut haben viele Fans auf die Ankündigung reagiert, dass es ab diesem Jahr keine Gratis-Livestreams von den Trainings, Qualifyings und Rennen geben wird.  Angeblich hat Neo-Rechteinhaber NBC/Comcast (die über den Winter Versus gekauft haben) darauf gedrängt, weil die TV-Quoten zu niedrig sind. Für Interessierte aus jenen europäischen Ländern, in denen nun gar keine Möglichkeit mehr besteht, die Rennen legal live zu verfolgen, denkt man aber angeblich darüber nach, Rennwiederholungen als (Pay-?)Streams anzubieten.
- Etwas kurios war eine andere Ankündigung – wenn auch auf die eher furchterregende Art. Dem Vernehmen nach denkt die INDYCAR ernsthaft daran, AMA Supercross-Fahrer James Stewart beim Finalrennen in Vegas in eines der fünf All-Start-Autos zu setzen. Rennerfahrung auf vier Rädern hat der Herr bisher zwar nicht, aber immerhin “plenty of laps in shifter karts”. Insgesamt haben sich angeblich bereits etwa 15 Manager aus der Formel 1, NASCAR, AMA Supercross und aus Rally Serien bei Bernard gemeldet.
- Der Kolumbianer Sebastian Saavedra wurde nach mehreren offenbar nur inoffiziellen Verkündigungen nun endgültig und “offiziell” als Fahrer des Conquest-Teams für die gesamte kommende Saison bestätigt.
- Ebenfalls die ganze Saison lang wird ein Auto des AFS Racing Teams an den Start gehen – Fahrer gibt es allerdings bisher keinen.
- Das gegenteilige Problem, nämlich kein Cockpit, haben nach wie vor Tony Kanaan, Paul Tracy und Dan Wheldon.  Bernard hat sich gegenüber Nate Ryan aber optimistisch gezeigt, dass beim Saisonstart in zwei Wochen trotzdem alle drei dabei sein werden.
-
Beim Open Test am Barber Motorsports Park am Montag und Dienstag hatte Helio Castroneves die Nase vorn, dahinter Will Power, Scott Dixon und Ryan Briscoe. Bei aller Vorsicht kann man also annehmen, dass Penske und Ganassi auch in dieser Saison wieder an der Spitze des Feldes zu finden sein werden. Anlaufschwierigkeiten gab es noch beim Ganassi-”Farmteam”, Graham Rahal fuhr nur die 14. schnellste Zeit, Charlie Kimball landete gar nur auf Rang 20. Positive Überraschung war die starke Vorstellung der beiden Newman/Haas von Oriol Servia und James Hinchcliffe auf den Rängen fünf und sieben. Servia hat allen Anzeichen nach zu urteilen bereits einen Vertrag für die gesamte Saison (offiziell unbestätigt), Hichcliffe sucht wohl noch nach Sponsoren. Die vollständige kumulierte Zeitenliste aller fünf Trainingssessions ist hier zu finden (Achtung, .pdf).
(Vorsicht)

// Die BTCC testet im Moment in Snetterton, allerdings sind nicht alle Teams vor Ort. Dennoch sind die Zeiten für den ein oder anderen vielleicht interessant. (Don)

// Die Superleague Formula hat einen generalüberholten, aber immer noch “provisorischen” Kalender für die Saison 2011 vorgestellt. Der neue Rennplan ist noch internationaler als bisher bekannten Versionen – dafür fängt die Saison aber erst Ende Mai, also ziemlich spät, an. Der ursprünglich geplante Saisonauftakt in Monza entfällt genauso wie das zweite Rennen in Portimao. Letzteres wird aber durch einen Lauf in Estoril ersetzt. Danach folgen die schon bisher geplanten Termine in Assen, Navarra, Magny-Cours, Zolder und Donington. Dann verabschiedet sich die Serie aus Mitteleuropa. Und von nun an ist alles neu: Die beiden geplanten Termine in China (Ordos und Beijing) entfallen, stattdessen fährt man Anfang September in Smolensk (Russland). Es folgt ein China-Rennen auf einer bisher noch unbekannten Strecke. Nächste Station ist Brasilien, wo die SLF Anfang Oktober in Curitiba und im gleichen Monat auf einer zweiten, bisher aber ebenfalls noch unbekannten Bahn an den Start geht. Die beiden letzten Saisonrennen sollen im Mittleren Osten und in Neuseeland stattfinden. Völlig bestätigt sind bisher nur jene Rennen, für die auch eine Strecke bekannt ist. Die anderen Austragungsorte könnten sich in den kommenden Wochen auch noch ändern. In Tabellenform heißt das also:

29. Mai: Estoril
5. Juni: Assen
3. Juli: Navarra
10. Juli: Magny-Cours
17. Juli: Zolder
7. August: Donington
11. September: Smolensk
25. September: China
9. Oktober: Curitiba
16. Oktober: Brasilien II
13. November: Mittlerer Osten
27. November: Neuseeland
(Vorsicht)

// Mike Rockenfeller ist von Audi befördert worden. Er darf 2011 in der DTM in einem Neuwagen Platz nehmen. (Don)

February 16 2011

18:28

Formel Eins: Heidfeld fährt 2011 für Renault

Nicht überraschend, auch wenn es etwas länger als gedacht gedauert hat, aber heute hat Renault Nick Heidfeld für 2011 bestätigt.

Er wurde schon kurz nach dem Unfall von Robert Kubica als dessen Nachfolger bei Renault hoch gehandelt und ein Ein-Tages-Einsatz am letzten Samstag verlief auch gut. Eine Verpflichtung schien also nur eine Formsache, zu mal Bruno Senna, der eine weitere Option für Renault darstellte, schon früh per Twitter klar stellte, dass er wohl kaum Chancen haben werde. Am Montag tauchten aber Gerüchte auf, dass Renault eventuell noch Liuzzi und de la Rosa testen könnte. Doch das machte wenig Sinn, denn Renault steht mit der Entwicklung des R31 noch am Anfang und durch den Ausfall von Kubica hat man mindestens zwei wichtige Testtage verloren. Weitere Tests mit anderen Fahrern in Barcelona hätten dem Team nicht geholfen. Es gibt aber noch einen interessanten Nebenaspekt der Meldung.

Denn sowohl Heidfeld, als auch Renault vermeiden jede Aussage über die Länge des Vertrags. Klar ist, dass man er wohl zunächst nicht länger als ein Jahr laufen wird, aber es gibt auch keine Aussage in der Richtung “Nick ist in diesem Jahr unser Fahrer, bis Robert wieder einsatzfähig ist.”. Das muss nichts bedeuten, aber aufgefallen ist es mir schon.

Heidfeld erhält damit die vermutlich nun wirklich letzte Chance seines Lebens in der Formel Eins. Er galt lange als einer der schnellsten Fahrer, doch bei Williams-BMW lief es nicht so gut. Als BMW dann Sauber kaufte nahm man Heidfeld mit, doch auch hier gelang ihm nicht der Durchbruch. 2009 hatte er massive Probleme und wurde von Kubica regelmäßig geschlagen. Der Pole deckte auch die Schwäche von Heidfeld auf, die in der Quali lag. Dem Deutschen fehlten regelmäßig ein paar wichtige Zehntel, dafür hat er aber den besseren Rennspeed. Die Niederlagen gegen Kubica senkten seinen Marktwert derartig, dass er 2010 kein Cockpit ergatterte. Erst als Peter Sauber de la Rosa nach Hause schickte, konnte er wieder fahren. Gegen Kobayashi sah seine Bilanz in den Rennen (Singapur, Japan, Korea, Brasilien, Abu Dhabi) so aus:

Quali: Nur einmal schneller (Japan)
Rennen: Nur einmal vor Kobayashi (Abu Dhabi)

Nun ist der Vergleich nicht ganz fair, denn Heidfeld kam erst am Ende der Saison, kannte den Wagen nicht und hatte wenig Zeit sich ein zu gewöhnen. Aber seine vermeintliche Schwäche in der Qualifikation wird sicher etwas sein, auf das man achten muss. Denn in diesem Jahr wird es im vorderen Mittelfeld richtig eng.

Ob Renault mit ihrem neuen, sehr innovativen Konzept, in der Lage ist Ferrari und Red Bull zu ärgern, wird man sehen müssen. Sollte man Heidfeld das dafür nötige Material liefern und er sich regelmäßig in den Top 6 qualifizieren kann, dann kann ich mir gut vorstellen, dass er viel und regelmäßig Punkte sammeln wird. Aber das wird man erst ab Bahrain sehen.

Renault Presseerklärung

Lotus Renault GP is pleased to announce that Nick Heidfeld has joined the team, taking over driving duties from the injured Robert Kubica, starting at this week’s test session in Barcelona.

The 33-year-old German is one of the most experienced drivers in Formula 1 having started 172 races over the last 11 seasons. He will race alongside Vitaly Petrov when the season gets underway in Bahrain on 13 March.

Nick Heidfeld: “I would have liked to come back to Formula 1 in different circumstances, but I’m proud to have been given this chance. Everything has happened so quickly, but I’ve been very impressed by what I have seen so far in terms of the facilities and the dedication of the people at Enstone. I really enjoyed the test last week in Jerez and I’ve already settled in well with the guys at the track. I have a good feeling for the car, which is quite innovative. I’m extremely motivated and can’t wait for the season to begin.”

Eric Boullier: “The team has been through a very difficult couple of weeks and we had to react quickly. We gave Nick a chance in Jerez last week and he really impressed us. He’s quick, experienced and is very strong technically with his feedback and understanding of the car. We always said the priority was to have an experienced driver in the car and we feel he is the ideal man for the job. We are pleased to welcome Nick to the team and look forward to a strong start to the season with him and Vitaly in Bahrain.”

Barcelona test session
The driving schedule for the upcoming Barcelona test (18-21 February) is as follows:

• Friday morning: Nick and Vitaly for pit-stop practice
• Friday afternoon: Vitaly
• Saturday: Nick
• Sunday: Vitaly
• Monday: Nick

07:42

Ferner liefen: Die Newshappen

Die “Tage des Zorns” sind auch im Motorsport angekommen. In Bahrain, wo in drei Wochen der Saisonauftakt der Formel 1 steigen soll (und am Wochenende ein Rennen der GP2 Asia) finden derzeit massive Demonstrationen statt, ein paar Hintergründe dazu gibt es hier und hier. Mindestens zwei Tote und zahlreiche Verletzte hat es in den vergangenen Tagen schon gegeben. Ohne jetzt auf die moralische Frage eingehen zu wollen, ob man in einem solchen Staat unbedingt fahren sollte – die für die kommende Zeit geplanten Veranstaltungen könnten jedenfalls gefährdet sein. Einige GP2 Asia Fahrer sind offenbar bereits in Bahrain angekommen, und haben die Proteste miterlebt. “Yesterday it was really bad here in bahrein. There where a lot of people protesting, even we could not leave the hotel!!” twittert etwa Barwa-Addax Pilot Guido van der Garde, der auch gleich ein Foto vom massiven Polizeiaufgebot rund um die Rennstrecke liefert. Luiz Razia und Team Air Asia melden, dass bis Dienstagabend auch die Autos noch nicht an der Strecke angekommen waren – mittlerweile sind sie aber wohl eingetroffen. Auch Bernie Ecclestone hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Er möchte nun ein Gespräch mit der Leitfigur des Grand Prix, Kronprinz Salman ibn Hamad ibn Isa Al Chalifa (der gleichzeitig auch Verteidigungsminister des Landes ist) abwarten, den er bisher aber noch nicht erreicht hat (“He is a bit busy, as you can imagine“). Sorgen um den Grand Prix hat er allerdings auch jetzt schon – vor allem, weil er fürchtet, Demonstranten könnten das Rennen als Bühne nutzen, um internationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Angst dürfte nicht ganz unbegründet sind. ”There’ll be lots of journalists, a lot of people looking and [the government] will react in a stupid manner as they have done, and that will be bloody, but will be more publicised,” hat etwa Menschrechtsaktivist Nabeel Rajab gegenüber der Zeitung Arabian Business angekündigt. (Vorsicht)

# Keine großen Neuigkeiten von Robert Kubica. Der Pole soll heute ein vermutlich letztes Mal operiert werden. Zu Beginn der Woche verschreckte ein polnischer Sender die Fans mit der Meldung, dass es Kubica angeblich schlechter gehen würde. Das war eine Ente und der Sender verlor auch seine Drehgenehmigung in der Klinik. So schlecht kann es Kubica nicht gehen, Rubens Barrichello vermeldete per Twitter, dass er von seinem Fahrerkollegen aus dem Hospital raus angerufen wurde. (Don)

# Eigentlich galt Nick Heidfeld nach seinem guten Test bei Renault als gesetzt, doch die Ankündigung der Verpflichtung lässt auf sich warten. Offenbar zögert Renault noch etwas, und am überlegt, ob man nicht doch Liuzzi und/oder de la Rosa ausprobiert. Der Spanier wird in Barcelona sein, was genau er da macht, hat er aber nicht verraten. Derweil soll sich Kubica für eine Verpflichtung von Liuzzi ausgesprochen haben. Mit Heidfeld kam der Pole nicht so wirklich gut klar, daher ist das vielleicht nicht verwunderlich. (Don)

# Pirelli hat die Reifenmischungen für die ersten vier Rennen (Bahrain, Australien, Malaysia, China) bekannt gegeben. Man wird “Hart” und “Soft” an die Rennstrecken bringen und erwartet zwei Boxenstopps. (Don)

# Fast zeitgleich mit der Nennliste zu den 24H von Le Mans wurde nun auch die Entry List für die 12H von Sebring veröffentlicht. In der LMP1 werden sich jeweils 2 Audi R15++ und 2 Peugeot 908 um den Sieg duellieren. Im Gegensatz zu Peugeot welche mit dem neuen Wagen fahren, wird Audi auf eine nochmals weiterentwickelte Variante des R15 setzen. Man darf davon ausgehen dass hier Motor, Getriebe sowie die restliche Technik größtenteils aus dem R18 kommen, man aber anscheinend nicht dasd Potential des Wagens aufzeigen will und somit noch die Silhouette des R15+ drüber legt. Oreca wird mit einem 908 HDI FAP antreten und sich somit mit den Wagen von Highcroft und Rebellion, sowie dem Aston Martin von Muscle Milk, welche hier von Lucas Luhr unterstützt werden, messen.
Drayson Racing fehlt (noch?) in der Entry List, hat aber auf seiner Facebook-Seite kurz verlauten lassen, dass man die ALMS bestreiten werde.
Wieder extrem gut besetzt ist die GT2, mit 2xM3 GT2, 3xCorvette GT2 (2x Werkseinsatz + 1Labre), 1xAston Martin Vantage, 2x Jaguar, 2xFord GT, 1x Lambo sowie den ganzen Ferrari F458 und F430 aus dem Jahre 2010 sowie diversen Porsche welche unter anderem von Flying Lizard, Proton, Falken eingesetzt werden. Dies verspricht wieder ein richtig schönes Hauen und Stechen. (Flo aus N)

Laut SRO haben sich neun Teams mit 18 Fahrzeugen für die GT1-WM-Saison 2011 beworben. Eine detaillierte Liste gibt es noch nicht, aber die Teams selbst haben schon einige Infos preisgegeben. Hexis und Young Driver werden wie 2010 für Aston Martin starten, Sumo Power und JR Motorsports, die beide zum selben Stall gehören, mit dem Nissan-GTR, MarcVDS und ein Satellitenteam mit dem Ford GT, außerdem wird Lamborghini mit vier Wagen vertreten sein. Die FIA prüft nun die Bewerbungen, danach wird die Liste veröffentlicht. Stephane Ratel hofft derweil noch auf ein weiteres Team, beharrt aber auf der bisherigen Linie, dass pro Marke mindestens vier Wagen und pro Team zwei Wagen am Start sein müssen. Interessant ist also die Frage, ob das neunte Team weitere Fahrzeuge einer der bereits genannten Marken einsetzt oder ob ein zehntes Team notwendig ist, damit Ratels Bedingung erfüllt ist und beide überhaupt an den Start gehen können. Der Verlust gegenüber der Saison 2010 wird also vier bis sechs Fahrzeuge betragen, auch Meister Vitaphone ist wohl raus. (Stefan)

# VLN/24H Nürburgring: VW hat vergangene Woche angekündigt mit einem neuen Wagen an mind. 3 Rennen der VLN sowie beim 24H Rennen am Nürburgring teilnehmen zu wollen. Dies ist aber nicht der Scirocco sondern ein komplett neu aufgebauter VW Golf24. Dieser wird von einem 2,5L Fünfzylinder Turbo angetrieben und soll laut offiziellen Aussagen an die 440 PS als max. Output leisten. Das Interessante an diesem Wagen ist jedoch, dass er einen Allradantrieb haben soll und somit auch etwas schwerer sein soll. Angeblich soll er 1250 kg auf die Wagen bringen und man darf gespannt sein ob man damit in der SP4T starten will wie der verwandte Audi TT RS von Raeder oder ob man nicht doch den Weg in die E1-XP Kategorie wählen wird. (Flo aus N)

# In der Auseinandersetzung zwischen Mike Frison und MEDIINVEST hat es eine neue Stellungnahme von MEDINNVEST gegeben. Darin bedauern sie die Schließung des Forums und weisen auf eine Podiumsdiskussion hin, welche am 17.02 um 18:00 im Gläsernen Studio von Nürburgring.tv stattfinden soll und auch per Livestream übertragen wird.
Passend dazu hat Mike Frison auch ein Update veröffentlicht indem er auf ein Gesprächsangebot seitens des Nürburgrings verweist und mehrere Reaktionen aufzählt.

February 11 2011

20:12

Formel Eins: Jerez Test Tag 2

Am heutigen Tag gab es einigen Schrott und eine überraschende Bestzeit von Mercedes. Doch die war vielleicht gar nicht so gut, wie ein ausführlicher Vergleich zeigt.

Die Saison hat noch nicht angefangen, da steht Mercedes schon in der Kritik. Gerüchte aus dem Fahrerlager wollen von einem Wagen erfahren haben, der sich zwar gut fahren lässt, aber leider zu langsam ist. Doch heute fuhr Schumacher dann plötzlich die schnellste Zeit und konnte sogar nachlegen, als Massa ihm die Bestzeit kurzfristig abnahm. Das führte zu allgemeinen Erstaunen und der Frage, ob man vielleicht eine “Vorstandszeit” gefahren ist. Mercedes und Schumacher bestreiten das, und in dem Fall glaube ich ihnen auch. Sowohl Ross Brawn als auch Mercedes sind nicht bekannt dafür, mit solchen Zeiten zu hantieren, zu mal sie auch nichts bringen würden. Aber dennoch muss man die Bestzeit vorsichtig bewerten.

Schumacher hatte, laut eigener Aussage, bei seinen schnellsten Runden die “Super-Soft” Mischung aufgezogen. Die haben zwar auch andere Teams genutzt, das Prilli die Reifen aber noch nicht kennzeichnet weiß man halt nicht, wer sie wann drauf geschraubt hat. Auffällig ist aber, dass die Zeiten von Schumacher immer in der ersten Runde eines Stints gefahren wurden, und seine weiteren Zeiten danach stark abfielen. Dazu sollte man auch erwähnen, dass Mercedes mit KERS unterwegs war, wie das bei den anderen Teams war, weiß man nicht. Hier mal ein Vergleich der langen und mittleren Stints nach Rundenzeiten, die ich aus dem wunderbaren Chat von Autosport.com … ähm… entliehen habe. Ich kann die Investition der 2.50 Euro nur wärmstens empfehlen. Bei den Zeiten immer eine 1. … min denken, das sind keine Sektorenzeiten.

Massa:
Long. 26.2, 26.1, 26.4, 26.9, 26.5, 26.8, 27.0, 27.0, 27.2, 27.4, 28.2, 28.7, 29.3
Mid. 22.2, 21.9, 22.4, 22.7, 22.7, 22.5, 22.5, 22.7

Webber:
Long. 25.3, 25.4, 25.1, 24.8, 24.8, 24.4, 24.5, 24.9, 28.5, 24.3, 24.2, 24.0, 24.4, 24.2, 25.4, 25.0, 25.3, 25.9, 26.7
Mid. 24.3, 23.8, 23.6, 23.6, 23.4, 23.5, 23.5, 23.5, 24.1, 28.2, 23.6, 23.9

Schumacher:
Long. 24.9, 23.4, 33.6, 23.6, 23.6, 23.9, 24.1, 24.1, 24.1, 24.2, 24.3, 24.9, 24.7, 25.3, 25.6, 26.4, 26.5, 26.3, 27.6
Mid. 20.3, 21.3, 22.0, 22.6, 22.9, 23.8, 24.2, 24.2, 24.1, 24.6

Heute morgen fuhr Schumacher:
21.4, 22.1, 23.0, 23.0, 23.5, 23.8, 24.3, 24.8, 25.4, 25.5

Zum Vergleich Webber gestern:
25.1, 24.3, 23.8, 23.7, 23.5, 23.5, 23.4, 23.1, 23.0, 23.9, 23.1, 23.2, 26.6, 23.0, 23.3, 23.5, 24.1, 24.7.

Aufschlussreich sind die langen Stints. Massa war offenbar mit einem randvoll getankten Auto unterwegs, bei Webber war der Tank mindestens halbvoll. Schumacher war zunächst auf seinem langen Stint schneller als Webber, was dafür sprechen könnte, dass er leichter war. Dagegen spricht allerdings, dass seine Zeiten gegen Ende massiv einbrachen, während die von Webber sehr stabil blieben. Das könnte auch darauf hindeuten, dass der Mercedes ein Problem mit dem Verschleiss der Reifen an der Hinterachse hat, bzw. der Red Bull einfach schonender mit dem Gummi umgeht. Ferrari wiederum hat heute nicht versucht, auf Zeitenjagd zu gehen.

Von Button gibt es leider keine solche Aufstellung, aber der neue McLaren fährt zumindest auf Anhieb vorne mit und sowohl Team als auch Fahrer zeigten sich heute sehr optimistisch.

Renault beließ es wie gestern bei Systemtests. Man hat nach dem Ausfall von Kubica offenbar das Programm umgestellt und hat Petrov mehr oder weniger nur Aero- und Reifentests fahren lassen. Im Grunde sammelt man Basisinformationen. Vielleicht wartet man da auf Nick Heidfeld, der morgen in den Wagen steigen soll.

Pech hatten Sauber und Williams. Der neue FW33 scheint ein nicht unkomplizierter Wagen zu sein, was das Heck angeht. Da hat es nicht geholfen, das Maldonado das Auto in einen Reifenstapel gefeuert hat und man den gesamten Nachmittag verlor. Etwas ähnliches passierte auch Sergio Perez, der bei Sauber die Vorderradaufhängung demolierte. Für beide war der Tag damit gelaufen, was für die Teams ernorm ärgerlich ist. Jede Testrunde zählt schließlich.

Auch bei Lotus war man frustriert. Man hatte man wieder mit technischen Problemen zu kämpfen und konnte am Nachmittag nicht fahren, weil man erst mal Ersatzteile aus England einfliegen lassen muss. Der Lotus scheint nicht schlecht zu gehen, zickt aber auch kräftig rum, so das sehr viel Testzeit verloren geht. Das Testtelegramm sah dann auch dementsprechend bescheiden aus:

0900 – 0902: Run 1, Installation lap
0901 – 0944: Cockpit adjustments / general system checks
0944 – 0950: Run 2, 3 laps
0950 – 1008: Session red flagged
1008 – 1032: Run 3, 12 laps
1032 – 1058: Rear camber change
1058 – 1116: Run 4, 12 laps
1116 – 1221: Change tyre compouds – soft to medium
1221 – 1232: Run 5, 7 laps
1216 – 1259: 2nd rear camber change
1259 – 1305: Run 6, 5 laps
1313 – 1700: Mechanical fault ends session – spare parts to rectify issue arrive from factory 11/02

Nur zum Vergleich: Massa und Schumacher kamen auf mehr als 100 problemlose Runden.

Zum Schluss die guten Nachrichten: Robert Kubica geht offenbar bedeutend besser. Er hat, über seinen Manager, der Gezetta dello Sport ein Interview gegeben, dass die Autosport in Teilen übernommen hat. Unser Leser und regelmäßige Kommentator ethone war so nett, das zu übersetzen. Ich zitiere mal die wichtigsten Passagen:

“Ich will zur Rennstrecke stärker zurückkommen als jemals zuvor, weil du nach solchen Unfällen nicht mehr derselbe bist wie vorher, du wirst besser.
Das ist mir schon 2007 passier, nach dem Unfall in Kanada. Ich musste für ein Rennen aussetzen und als ich zurück kam war ich besser.”

[...]

Die Finger funktionieren, ich kann sie spüren und der Arm funktioniert auch. Aber ich habe noch weitere Operationen, letztlich weiß ich erst danach woran ich bin.
Mir tut Leid was passiert ist. Es hätte nicht passieren sollen. Ich weiß gar nicht was passiert ist, ich kann mich an nichts mehr über den Unfall selbst erinnern. Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und alles wurde mir von meinem Manager, Daniele Morelli, der seit Sonntag hier ist, erklärt.

[...]

Ich fahre besser in der Formel 1 weil ich viele Rallies gefahren bin letztes Jahr. Rallies helfen deiner Konzentration, besonders weil es kaum noch Testtage in der Formel 1 gibt. Leistung in der Formel 1 kommt aus einer Reihe an Details.
Rallies zu fahren hat es mir erlaubt an bestimmten meiner Aspekte zu arbeiten wo es noch Verbesserungspotential gibt. Das ist wichtig in einer Saison mit 20 Rennen.”

Morelli: “Als er hier [im Krankenhaus] ankam hatte er nur noch einen Liter Blut. ‘Ruf die Eltern des Jungen an’ haben mir die Ärzte am Sonntag nachmittag gesagt. Mir ist es kalt den Rücken heruntergelaufen.”

Wir wünschen weiterhin gute Besserung!

1 Schumacher Mercedes 1m20.352s
2 Massa Ferrari 1m20.413s +0.061
3 Button McLaren 1m21.009s +0.657
4 Alguersuari Toro Rosso 1m21.214s +0.862
5 Webber Red Bull 1m21.613s +1.261
6 Sutil Force India 1m21.780s +1.428
7 Perez Sauber 1m21.857s +1.505
8 Glock Virgin 1m22.208s +1.856
9 Petrov Renault 1m22.493s +2.141
10 Maldonado Williams 1m22.591s +2.239
11 Trulli Lotus 1m23.216s +2.864

665311281-55081122011 4a401a6e 5776d5df 5ce74652 69608526 239611692 238953351 Formula One World Championship Formula One World Championship Formula One World Championship 665311281-175681122011 665311281-235481122011 110132tst

February 09 2011

21:29

Formel Eins: Renault in der Klemme

Nach dem schrecklichen Unfall von Robert Kubica gehen die Spekulationen los, wer ihn bei Renault ersetzen soll.

Das Lotus-Renault steckt in einer schwierigen Lage. Man hat mit dem R31 ein offenbar gutes Auto, aber der Wagen, mit seinen extravaganen Lösungen bei Auspuff, Kühlung und Aerodynamik braucht auf jeden Fall noch viel Entwicklungszeit. Doch selbst im erweiterten Kader findet sich niemand, der Kubica ersetzen könnte. Petrov hat keine Erfahrung, Senna ist zwar als erster Ersatzfahrer genannt, aber auch ihm fehlt das Wissen, wie man einen neuen Rennwagen entwickelt. Grosjean ist ohne jeden Zweifel schneller als Senna, hat aber ein Jahr aussetzen müssen und in Sachen Entwicklung ist er sicher auch nicht sonderlich erfahren. Renault hat sich zwar einen bemerkenswert großen Stall von Ersatzfahrern aufgebaut, aber die Piloten sind zum Teil nur als Testfahrer gedacht, zu jung oder zu unerfahren. Senna und Grosjean hat man auch eher engangiert, um Vitaly Petrov Feuer unterm Hintern zu machen. Bleibt die Lösung, einen neuen Piloten zu engagieren.

Eric Boullier wird nichts anderes übrig bleiben, als sich auf dem Markt umzusehen. Dabei gibt es allerdings nur zwei logische Ersatzfahrer für Kubica.

Nick Heidfeld
Trotz guter Ergebnisse bei Sauber wurde er zugunsten von Sergio Perez fallen gelassen und sucht ein Team. Offenbar gab es keine vernünftigen Angebote, bzw. keine Anfragen. Er gilt als guter Entwickler, hat aber Schwächen in der so wichtigen Qualifikation. Dafür stimmt sein Speed im Rennen und er gilt als jemand, der so reifenschonend unterwegs ist, was angesichts der in diesem Jahr schneller zerfallenden Pirellis ein Vorteil sein wird. Meiner Meinung nach der im Moment beste Ersatz für Kubica.

Pedro de la Rosa
So schlecht, wie man ihn letztes Jahr teilweise eingeschätzt hat, war er nicht. Er wirkte aber in der Saison nach der langen Rennpause etwas eingerostet, und Kobayashi stahl ihm mehrfach die Show. Ein umsichtiger Pilot, dazu einer, der den Wagen nicht an jeder Ecke weg wirft. Also ein guter Punktelieferant. Sein Plus: Seit dem Oktober testet er für Pirelli die Reifen, kennt also die unterschiedlichen Mischungen bestens. Allerdings ist dieser Wissensvorteil sicher schnell aufgebraucht.

Vitantonio Liuzzi
Seit seinem Rauswurf bei Force India zu haben. Er scheint überraschenderweise bei Renault durchaus ein ernsthafter Kandidat zu sein, wenn man die Gerüchteküche so hört. An seinen guten Tagen hat er Top Ten Format, doch die sind ja eher selten, daher würde es mich wundern, wenn man ihn verpflichten würde.

Kimi Räikkönen
Der Name fällt tatsächlich in Medienkreise, aber halte ich für völlig ausgeschlossen. Zum einen gab es im Dezember dieses merkwürdige PR-Geschacher zwischen Renault und seinen Management, zum anderen hat er vermutlich schlicht und ergreifend keine Lust. Zu dem gilt er nicht das guter Entwickler und hat ebenfalls das Problem, dass er ein Jahr Pause hinter sich hat. Sicher, ein hochmotivierter Räikkönen in einem guten Wagen ist vermutlich ein Siegkandidat, aber wer glaubt ehrlich, dass sich Räikkönen dazu noch einmal aufraffen möchte?

Wie man es dreht und wendet – Heidfeld scheint die logische Alternative zu sein, wenn man die Saison nicht komplett abschreiben möchte. Immerhin hat man einige Millionen in den neuen Wagen investiert. Auf der anderen Seite könnte Renault auch das Risiko gehen und es mit Grosjean oder Senna versuchen. Kubica kann man eh nicht ersetzen, schon gar nicht dessen Fähigkeit auf einer schnellen Runde den Wagen komplett auszuquetschen. Aber vielleicht überrascht ja Grosjean, in dem er seine Chance nutzt und seinen sicher vorhandenen Speed umsetzt.

Klar ist, dass die Entscheidung schnell fallen muss, die Testwochen der Formel Eins gehen schon am Donnerstag weiter.

February 07 2011

22:44

Robert Kubica: Unverantwortlich oder echte Leidenschaft?

Nachdem sich die erste Aufregung um den Unfall von Robert Kubica gelegt hatte, gab es einige Stimmen, die ihm “Wahnsinn” vorgeworfen haben, bei einem solchen Event zu starten. Ich sehe das anders.

Motorsport ist gefährlich. Das steht auf der Rückseite jeder Eintrittskarte im Kleingedruckten. Auf der Rundstrecke versucht man seit Jahrzehnten, die Risiken zu minimieren. Wenn man sich Bilder aus der frühen Formel Eins, aus Le Mans oder den Tourenwagenrennen anschaut, bleibt einem schon bei der Ansicht fast das Herz stehen. Keine Auslaufzonen, ungesicherte Mauern oder auch mal einfach ein paar Bäume, die am Rand stehen, Fangzäune mit massiven Holzbalken. Heute sagt man “Völlig bescheuert.” Damals war es normal. Es hat sich viel getan auf der Rundstrecke, aber der Rallyesport ist in Sachen Sicherheit immer noch eine ganz andere Sache. Es liegt in der Natur des Sports, dass man mit sehr schnellen Wagen auf sehr engen, nicht gesicherten Straßen unterwegs ist, wo klapprige Leitplanken einen davor schützen sollen, in einen Abhang zu fallen. Ist der Rallyesport deswegen irrsinnig? Hätte Robert Kubica die Finger davon lassen sollen?

Früher war es völlig normal, dass Formel Eins Fahrer auch in anderen Serien gestartet sind. Und dort häufig ihr Leben ließen. Jim Clark starb bei einem völlig belanglosen Formel Zwei Rennen, Pedro Rodríguez am Norisring bei einem Rennen der Prototypen und Stefan Bellof in Spa, bei einem Rennen zur Sportwagen Weltmeisterschaft in einem Porsche 956. Die Piloten starteten einerseits, weil sie echten Spaß am Motorsport hatten. Viele von ihnen wechselten von den Prototypen in die Formel Eins, zu Tourenwagen in die USA, und wieder zurück, weil der Motorsport ihr Leben war. Aber viele mussten auch in verschiedenen Serien starten, weil sie mit Startgeld und den Löhnen andere Abenteuer oder einfach ihr Leben finanzierten.

Die vielen Toten haben gerade bei den Formel Eins Teams zu einem Umdenken geführt. Statt ihre Fahrer in niederklassigen, meist schlecht abgesicherten Serien starten zu lassen, hat man ihnen mehr Geld bezahlt und gleichzeitig in der Verträgen festgelegt, dass sie in keiner anderen Serie starten dürfen. Auch gefährliche Sportarten werden viele Fahrern verboten, was zur legendären Ausrede des “Tennisunfall” von Montoya geführt hat, der sich seine Schulter wohl beim Motocross gebrochen hatte.

Kubica ist in der bequemen und gut bezahlten Position sich nur auf die Formel Eins konzentrieren zu können. Warum also das Risiko einer Rallye eingehen? F1 Fotograf Darren Heath twitterte noch am Sonntag:

Is driving #F1 not enough for #Kubica? Utterly irresponsible to crash in a club rally.Can’t see #Alonso, #Vettel, #Hamilton being so stupid.

Die Aussage war, vor allem zu dem Zeitpunkt, unnötig und unsensibel, aber hat er da einen Punkt getroffen? Warum sollte ein gut bezahlter, mit Terminen für sein Team und Sponsoren ziemlich ausgelasteter Mensch, der eh dauernd in einem Rennwagen sitzt, zwischen all den Verpflichtungen auch noch woanders Motorsport betreiben? Warum sollte er in einem, verglichen mit einem Formel Eins, relativ unsicheren, aber sehr schnellen Rennwagen sitzen, und über Strecken fahren, die das Wort “Sicherheit” nicht mal ansatzweise verdienen? Ist das nicht überflüssiger Wahnsinn? Oder gar verantwortungslos gegenüber seinem Team, den Sponsoren und seiner Familie?

Die Antwort ist schwer zu geben, aber ein Teil von ihr könnte lauten: Niemand hat ihn dazu gezwungen. Um mit einem Skoda bei einer Veranstaltung fahren zu können, hat er die Freigabe von Renault benötigt. Und die seines Teams. Es gab keine Sponsoren, die ihn dort einsetzen wollten, keine PR-Dinge, die ihn dort erwartet haben. Er wird sich diese Starts vertraglich zugesichert haben lassen und er hat es aus einem einzigen Grund gemacht: Aus Spaß.

Menschen klettern aus Spaß und weil sie sich und anderen etwas beweisen wollen auf Berge. Sie umsegeln in Nussschalen die Welt oder sie durchwandern alleine einen Dschungel. Robert Kubica ist gestartet, weil ihm Rallyes Spaß machen, weil er die Herausforderung gesucht hat. Es war nicht seine erste Rallye, auch wenn sein erster Versuch in einem S2000 Wagen war, er kannte sich aus, er wusste um die Risiken.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Formel Ein Piloten nur in dieser Serie starten. Ausflüge von aktiven Piloten (nicht Test- oder Reservefahrern) gibt es nicht mehr. Und doch weiß man, dass sie durchaus Lust dazu haben. Sebastian Vettel unterstrich in einem Interview mit dem Racingblog, dass er Spaß an einer Rallye haben würde. Und wer glaubt nicht, dass ein Lewis Hamilton, ein Alonso oder ein Jenson Button nicht daran interessiert wären, in Le Mans zu fahren? Es wird ihnen meist verboten. Aus Sicherheitsgründen, aus Marketinggründen. Schumacher hielt es nach seinem Rücktritt, als es keine Verträge mehr gab, nicht lange auf der Couch, er brach sich fast das Genick bei einem Motorradrennen.

Für viele Formel Eins Fahrer scheinen Rallyes ein faszinierender Sport zu sein. Kimi Räikkönen hat es dorthin gezogen, Kubica, Vettel finden es spannend und wenn eine Umfrage machen würde, kämen trotz des Unfalls des Renault Piloten noch weitere Fahrer hinzu. Vermutlich liegt die Faszination darin, eben nicht auf einer nach allen Seiten abgesicherten Strecke unterwegs zu sein. Vermutlich brauchen diese außergewöhnlichen Menschen einfach den Kick, auf der letzten Rille auf unsicheren Straßen unterwegs zu sein. Für manche sieht es nach Wahnsinn aus, für sie ist es ein Spaß, eine Herausforderung, eine Quelle, aus der sie Kraft schöpfen. Das ist verrückt und doch normal.

Robert Kubica ist einer dieser Verrückten. Ein Motorsportfanatiker, ein Racer, der selbst in seiner Freizeit den Kick braucht. Er ist keiner dieser Roboter, keiner, der immer nur brav nickt. Vor einer Woche, bei der Vorstellung des R31 wurde er gefragt, ob es schon immer sein Traum war, ein Lotus Pilot zu sein. Seine Antwort lautete: “I think Lotus is our sponsor. At least from what I know it is a sponsor. So I could also say it is my dream to drive for Total”. Das sagt viel über ihn aus und seine Art aus. Und während andere Fahrer ihre Zeit im Simulator verbringen, sucht er die Herausforderung auf engen Straßen.

Ohne jeden Zweifel müssen die Rallyes, besonders die Club Rallyes sicherer werden. Offene, hochstehende Leitplanken müssen gesichert werden, die Wagen besser gegen einen Aufprall vorbereitet sein. Die Strecken müssen sorgfältiger vorbereitet werden und die Sicherheitsteams sollten keine halbe Stunde warten müssen, bis die richtige Ausstattung am Ort des Unfalls ist.

Aber ehrlich gesagt – wir brauchen mehr Fahrer wie Robert Kubica. Man sollte ihnen erlauben, auch in anderen Serien zu starten, wenn sie es denn wollen. Warum nicht mal ein Einsatz in der WTCC, in Le Mans oder eben der WRC? Racer sind Racer, aber vor lauter PR und Marketing hat man fast vergessen, was ihre eigentliche Leidenschaft ist. Rennen zu fahren und zu gewinnen, egal wo und wann sie antreten.

Ich hoffe sehr, dass Robert Kubica schnell wieder gesund wird und das wir ihn bald wieder in einem Formel Eins und auch in anderen Serien wiedersehen.

13:47

Formel Eins: Update Kubica I

Die Meldungen aus Italien besagen, dass es Robert Kubica dem Umständen entsprechend gut geht.

Manchmal ist das Leben schon merkwürdig. Eigentlich wollte ich heute einen Text über die Testtage der Formel Eins aus der letzten Woche einstellen. Und meine besonderes Aufmerksamkeit galt dabei Renault und Robert Kubica. Der Text war schon fast fertig, als der Unfall gestern passierte. Geschrieben hatte ich “Wenn Renault in Valencia keine “Vorstandszeiten” gefahren hat und man mit einem ähnlichen Programm wie Red Bull und Ferrari unterwegs war, dann könnte diese die Wiederauferstehung des Teams sein.” Auch wenn Kubica dieses Jahr wohl nicht an den möglichen Erfolgen von Renault beteiligt sein kann, wichtiger ist doch, dass es ihm offenbar besser geht. Und das scheint der Fall zu sein, denn sein Team berichtete, dass er seine Finger schon wieder leicht bewegen kann.

Laut verschiedener Meldungen hat man ihn heute kurz aus dem künstlichen Koma erweckt. Dabei war er klar, konnte reden und beklagte sich über Schmerzen in seinen Beinen und seiner Hand. Letzeres ist ein gutes Zeichen, zeigt es doch, dass der schwerverletzte Unterarm und die Hand offenbar ausreichend durchblutet werden und dass die Nervenbahnen wieder hergestellt werden konnten.

Renault vermeldet folgendes:

Robert’s general condition is much better today.

After spending the night under constant observation, he was briefly woken up by the doctors of the Santa Corona Hospital (Pietra Ligure) this morning. The Lotus Renault GP driver was then able to talk to his relatives. He was also able to move his fingers, which is encouraging for the rest of his recovery process.

Professor Mario Igor Rossello, Director for the Regional Centre of Hand Surgery at San Paolo Hospital in Savona, did not notice any swelling or infection on his right forearm, and this is another good sign, although it will be several days before it is known if the operation has been 100% successful.

In order to avoid any physical stress, Robert will be put under gentle medication in order to sleep for the next 24 hours at least. Meanwhile, the doctors will decide how they will treat his elbow and shoulder fractures. Robert may have to undergo surgery once again for this, but not for a few days.

Lotus Renault GP wishes to thank the Hospital of San Paolo (Savona) and the Santa Corona Hospital (Pietra Ligure) for their professional approach and their dedication.

Lotus Renault GP will issue another update on Robert’s condition later this evening.

Noch ist es zu früh völlig Entwarnung zu geben und ebenso wird man noch einige Tage, Wochen oder gar Monate warten müssen, bis man genau weiß, ob und wie weit er seine Hand wieder verwenden kann. In einem Interview mit der BBC sprach Renault Teamchef Eric Boullier von “mehreren Monaten” Heilungsprozess. Autosport führt weitere Verletzungen auf, darunter schwere Brüche im/am Ellbogen, der Schulter und des Beins. Dies alles muss noch mehrfach operiert werden, was aber im Moment nicht geht, weil sich sein Körper vom wohl sehr hohen Blutverlust erst einmal erholen muss. Man rechnet zwar damit, dass er die Intensivstation in den nächsten zwei Tagen verlassen kann, muss aber abwarten, wie es um den Heilungsprozess seines Arms steht.

Mittlerweile ist im Netz ein Video aufgetaucht, dass von einem direkt nach Kubica gestarteten Fahrer zeigt. Wie man sehen kann, stehen die meisten Leitplanken komplett frei und sehr hoch. Die Enden sind weder abgesichert, noch wurden sie abgeflacht. Bei 3:10min wird die Unfallstelle erreicht.

February 06 2011

11:27

Formel Eins: Robert Kubica schwer verunglückt

Bei einer Rallye hat Robert Kubica einen schweren Unfall erlitten. Offenbar ist der Pole mit seinem Fabia S2000 gegen eine Leitplanke geknallt, die sich dann in seinen Wagen auf der Fahrerseite gebohrt hat.

Bei dem Unfall, der sich am frühen Sonntagmorgen bei einer Rallye nahe Genua ereignete, erlitt Kubica schwerste Verletzungen. Eine Leitplanke durchbohrte den Wagen und drang ins Cockpit auf der Fahrerseite ein. Dabei erlitt der Pole wohl vor allem Verletzungen am rechten Arm und an der Hand. Diese soll, so die Beschreibungen der Ärzte, teilweise abgetrennt worden sein. Sein Co-Pilot, Jakub Gruber, entkam dem Chrash unverletzt.

Die größten Sorgen machen den Ärzten wohl die rechte Hand und das verletzte Bein. Im Moment konzentriert man die Bemühungen darauf, die Funktionsfähigkeit der Hand wieder herstellen zu können. Nach dem Ende der siebenstündigen OP gab es die gute Nachricht, dass alles zunächst gut verlaufen ist, und man die Hand retten konnte. Allerdings muss man bis zu einer Woche warten, ob und wie die halb abgetrennte Hand von Robert Kubica anwachsen und ihre Funktionsfähigkeit wieder erlangen kann. Das Risiko besteht vor allem in Durchblutungsproblemen der Hand und des Arms. Dazu können Schwellungen und Infektionen kommen. Der Reha-Prozess, also die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Motorik, wird laut des Handspezialisten Dr. Igor Rossello rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Ob Kubica seine Hand jemals wieder zu 100% einsetzen wird können, kann man zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Bis das klar ist, werden vermutlich Monate vergehen. Wichtig ist zunächst, dass sich Kubica von seinen anderen schweren Verletzungen erholt und wieder gesund wird. Der operierende Arzt hat sich in einem Interview sehr reserviert gezeigt, was die komplette Heilung von Kubica abgeht.

Es ist zu früh, um sagen zu können, ob und wann Kubica jemals wieder in einem Formel Eins Wagen sitzen wird. Komplizierte Brüche und Verletzungen an der Hand müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass man diese nicht mehr nutzen kann. Die Mikrochirugie hat enorme Fortschritte gemacht, ebenso die Wiederherstellung von Nervenbahnen etc. Allerdings erinnert die Sache schwer an die Verletzungen, die Alessandro Nannini in den 80er Jahren erlitt, als er einen Hubschrauberunfall hatte.

Robert Kubica hatte bei der Rallye Ronde Di Andora teil genommen. Die Rallye ist ein sogenannter “Rallye Short” mit wenigen oder auch nur einer Sonderprüfung. Auf der Sonderprüfung (Karte) hat es dann den schweren Unfall gegeben. Kubica raste mit seinem S2000 Skoda Fabia von DP Autosport in eine Mauer, bzw. eine Leitplanke. Die ersten Fernsehbilder (siehe unten) geben da keinen genauen Aufschluss. Der Unfall war so schwer, dass man angeblich 90 Minuten benötigt hat, um ihn aus dem Wagen zu bergen.

Sein Wagen sieht schon nicht schön aus, die Fahrerzelle scheint aber intakt. Auf diesem Foto kann man relativ genau sehen, wo die Leitplanke in den Motorraum eingedrungen ist um dann weiter ins Cockpit zu gelangen. Das die hintere Tür fehlt liegt offenbar an den Rettungsarbeiten.

Ein italienischer TV-Sender hat einen kurzen Bericht.

Wir wünschen ihm an dieser Stelle schon mal gute Besserung und hoffen, dass er bald wieder in einem Rennwagen sitzen kann.

January 02 2011

07:58

Best of 2010: Teil Vier

Spannende Rennen, Glückspilze und spektakuläre Szenen – die Vierte. Und diesmal ohne Dach. Mein “Best of” eines außergewöhnlich interessanten Jahres 2010.

Bestes Rennen

Gar nicht so einfach! Im Rückblick eigentlich sogar ziemlich erstaunlich, wie viele tolle Rennen wir im vergangenen Jahr hatten – und das in fast allen Serien, die ich so verfolge. Am Ende gibt es für mich einen Sieger, der sicher viele überraschen wird. Aber der Reihe nach:

Bei der Formel 1 sehe ich den Lauf in Kanada wieder vorn. Auch, wenn einiges an der Spannung wegen der Reifenprobleme “küstlich” erzeugt wurde – die legendäre Kombination aus schneller Strecke, nahen Leitplanken, Risiko und den vielen Überholstellen haben das Rennen auch in diesem Jahr wieder aus der Masse herausgehoben. Auf den Ehrenplätzen: Melbourne, China – und die allen Unkenrufen zum Trotz ganz fantastische neue Strecke in Korea.

Auch auf die Gefahr hin, den Fanboy raushängen zu lassen: Die besten Rennen waren 2010 meiner Ansicht nach gut versteckt. Denn eigenwilliges Konzept und mangelnde Akzeptanz hin oder her: Das, was die Superleague Formula in Ordos (zweiter Platz) und Navarra (Sieger: “Bestes Rennen”) gezeigt hat, muss ihr erstmal jemand nachmachen. Das Superfinale aus Ordos (wo ja auch die GT1 im kommenden Jahr Station machen wird) gibt es hier in seiner Gesamtheit:

Wer sich aber wirklich in einer stillen Stunde einen Gefallen tun will, der sollte an einschlägigen Download-Orten nach dem zweiten Lauf aus Navarra suchen. Die Ausgangsposition: Meisterschaftsverfolger Craig Dolby (Tottenham Hotspur) muss sich vom Ende des Feldes bis ins Spitzenfeld vorkämpfen, um noch eine Chance auf den Einzug in Superfinale und den Gewinn der Meisterschaft zu haben. (Achtung – es folgen Spoiler): Die folgende entfesselte, aber stets faire Fahrt sollte ihn am Ende tatsächlich weiter in der Meisterschaft halten – die er schließlich um nur zwei Punkte (697 zu 699) an Davide Rigon und den RSC Anderlecht verlor.

Bestes Finish

Am engsten war es bei den Serien die ich näher verfolgt habe wohl beim IRL-Rennen in Chicagoland.

Westentlich spannender habe ich aber die letzten Runden der Formel Renault 3.5 in Silverstone und – vor allem – beim letzten Saisonrennen in Barcelona gefunden. Und zwar deshalb, weil es um wesentlich mehr ging: In Silverstone musste Esteban Guerrieri, der am Vortag zwar gewonnen hatte, aber wegen einer Lappalie disqualifiziert worden war unbedingt an Daniel Ricciardo vorbeigehen, um sich in der Meisterschaft zu halten – was ihm eine Runde vor Schluss in einem sehenswerten Manöver um den Sieg dann auch gelang. Und in Barcelona ging es überhaupt um die Meisterschaft: Mikhail Aleshin lag bis drei Runden vor Schluss bei unglaublich schwierigen, regnerischen Bedinungen hinter Daniel Ricciardo. Dann ging er am Australier vorbei. Und musste ihn drei Runden lang um jeden Preis hinter sich halten. Das Finish des Jahres (leider nur auf Französisch – ich denke aber, die Emotion kommt trotzdem rüber…):

Bester Fahrer

Jimmie Johnson hin, Dario Franchitti her – der beste Fahrer kann sich nach wie vor nur gegen die Haifisch-Konkurrenz der Königsklasse beweisen. Und das ist nunmal die Formel 1. Das Problem: Von den Spitzenpiloten hat sich in diesem Jahr keiner so recht würdig gezeigt. Vettel: Zu viele Fehler. Webber: Viel zu wenig Konstanz. Alonso: Zu viel Funk-Geheul, zu wenig überholt. Hamilton: Zu unkonzentriert; Button: Überraschend gut, aber im Vergleich mit Hamilton dann doch wieder zu langsam. Massa: Wohl kaum. Bleibt also nur der Griff ins Mittelfeld. Wenn es also auch nicht übermäßig originell sein mag: Für mich ist Robert Kubica der Fahrer des Jahres 2010.

Bestes Team

Wieder schwierig. Im Grunde gilt für mich das gleich wie oben – die Königsklasse ist der Maßstab. Und auch bei den Teams haben alle Fehler gemacht: Red Bull hat es nicht geschafft, für eine produktive Arbeitsatmosphäre zwischen Vettel und Webber zu sorgen. McLaren war – vor allem im zweiten Teil der Saison – zu langsam. Ferrari? Den Positionwechsel in Hockenheim mag man ihnen nachsehen – es geht ja in dieser Wertung nicht nur um Sympathie, sondern auch um Effizienz. Der unwürdige Theaterstadel und das mangelnde Medienmanagement danach disqualifizieren sie aber als Team.

Bleiben wieder die Hinterbänkler: Und da fand ich das, was das Team von Peter Sauber in diesem Jahr geschafft hat unglaublich beeindruckend. Fast keine Sponsoren, und trotzdem: Aus einer Gurke ein Mittelfeld-Auto gemacht; Den mittelmäßig eingeschätzten Kamui Kobayashi zum Teamleader entwickelt – und gleich auch noch durch den Teamkollegentausch auf Herz und Speed getestet; Und mit Sergio Pérez den vielleicht einzig verfügbaren Juniorpiloten verpflichtet, der Speed und einen vollen Geldkoffer vereint. Chapeau! – das Team des Jahres 2010.

Überholmanöver des Jahres

Realistisch betrachtet war wohl der Zweikampf zwischen Jenson Button und Lewis Hamilton in Istanbul das Highlight des Jahres. Das will ich aber hier nicht verwenden, weil 1) das Don schon gewählt hat, und 2) die beiden ohnehin noch die gebührende Ehre erhalten (siehe gleich unten).

Muss es also ein anderes Manöver sein. Fällt mir aber keines ein. Muss ich wohl die Kategorie abändern – “die Überholmanöver des Jahres”. Und die gab es meiner Meinung nach bei Auftaktrennen der IRL in Sao Paulo: Die lange Gegengerade dort ist im Grunde höchst kriminell und gefährlich – aber wenn die Wagen dort mit massiv arbeitenden Aufhängungen aus den Windschatten ausscheren, dann muss man eben auch zugeben: Das ist verdammt gutes Racing.

Freunde des Jahres

Die allerbesten “Freunde” sind sie vielleicht nicht. Aber Lewis Hamilton und Jenson Button haben der Rennsportwelt heuer vorgeführt, dass man einen teaminternen Wettkampf zwischen zwei Weltmeistern auch respektvoll führen kann. Hoffentlich bleibt das auch so, wenn die beiden mal wirklich um den Titel kämpfen.

Feinde/Duell des Jahres

Milka Duno vs. the World ist zwar lustig – aber irgendwie auch ein etwas zu dankbares Ziel. Genauso wie Danica Patricks Streitereien mit ihrem Team vor dem Indy 500.

Daher geht dieser glorreiche Titel an die Twitter-Konversationen der Indycar-Stars: Alex Tagliani verunglimpft dort Tomas Scheckter als “Wreckter”, dieser lädt in Folge den Kanadier zu einem “persönlichen Gespräch” beim nächsten Rennen ein; Ryan Briscoe legt Graham Rahal nahe, sich für den “Mist” den er gebaut haben soll doch endlich zu entschuldigen; Und Paul Tracy schimpft permanent über Paydriver, die ihm angeblich den Platz wegnehmen. Oder bietet überhaupt einem gewissen belgischen Rookie an, “big meatballs and sausage” zum “Baguette” mitzubringen.

Wenn die Piloten diese offene und vor allem herrlich kindische Form in die kommenden Saison retten können, dann kann die gerüchteweise geplante Reality-TV-Show um die Indycar-Serie (schon jetzt ein heißer Anwärter auf die “Un-Idee 2011″) wohl nur ein voller Erfolg werden!

Szene des Jahres

“I’m in a sandwich!” (bei ~6:40 Min)

…oder doch der hier?

Kostenpunkt des Jahres

Die Sache ist zwar etwas undurchsichtig, aber sehr wahrscheinlich setzt sich die überhastete Fertigstellung der Grand Prix Strecke in Südkorea mühelos in dieser Kategorie durch. Überhaupt legt das Bauchaos dort nahe, dass womöglich nicht das gesamte Budget in völlig legale Kanäle geflossen sein könnte – eine koreanische Zeitungsmeldung spricht gar davon, dass im Fertigstellungschaos insgesamt die Kleinigkeit von 53,7 Millionen US-$ “ohne Dokumentation” ausgegeben worden sein soll.

Schönster Moment des Jahres

Everyone loves an Underdog! Folglich: Karun Chandhoks erster Auftritt in der Formel 1 im Qualifying für den Bahrain GP – nachdem die Mechaniker es doch noch geschafft hatten, das Auto zusammenzubauen. Und sein folgender Ausfall in den ersten Runden des Rennens, als er auf einer Bodenwelle ausrutschte, die ihm verständlicherweise “vorher noch nie aufgefallen war”. Heroisches Scheitern von Fahrer und Team – und die fast perfekte Zusammenfassung der ganzen HRT-Saison in nur wenigen Runden!

Überraschung des Jahres

Das stechen für mich zwei Ereignisse im vergangenen Jahr heraus:

Einerseits die Leistung von Esteban Guerrieri in der WSbR: Ohne Budget für das ganze Jahr unterwegs, ein paar Rennen wegen Geldmangels ausgelassen und zweimal wegen Kleinigkeiten disqualifiziert. Und trotzdem bis zum letzten Rennwochenende im Titelrennen – und auf der Strecke stets fair unterwegs. Große Klasse vom Argentinier, dem dennoch der große Durchbruch versagt bleibt. 2011 startet er bei den Indy Lights und angeblich auch bei den TC2000-Tourenwagen. Silberstreif am Horizont: Gerüchte aus Chile sprechen davon, dass in Sonoma auch ein Einsatz in der IRL auf dem Programm stehen soll.

Und die Formel 1-Vertragsverlängerung von sky: Nach Schulz & Surers emotionalem Abschied aus Abu Dhabi, dem Gereade über Kundenbefragungen und mangelnde Exklusivität schwante mir schon Übles – zum Glück zu Unrecht.

Enttäuschung des Jahres

Meine Enttäuschung des Jahres kommt auch aus der IRL – und heißt Takuma Sato. Vor Saisonbeginn hatte ich der Kombo aus dem Japaner und KV Racing den einen oder anderen Sieg zugetraut. Oder zumindest fix mit Podestplätzen gerechnet. Aber trotz gelgentlicher Ausreißer im Qualifying oder einiger guter Runden auf den Ovalen bleibt am Ende nur die Hoffnung auf Besserung 2011. Und zwar nicht nur, was die häufigen Ausfälle betrifft – auch wenn die Konstanz mal funktioniert hat, war Sato für einen Mann seines unbetrittenen Talents auf den Rundkursen einfach schlicht zu langsam.

Unehrenhafte Erwähnung: Das Starterfeld der F3 Euroseries.

Langweiligstes Rennen

In der Negativwertung kann es wohl nur einen klaren Gewinner geben: Der Formel 1 Grand Prix in Bahrain – diesmal in der XXL(angweil)-Version. In dieser Saison wohl auch deshalb so besonders auffällig, weil die sonst so sicheren Langweiler in Barcelona, Valencia und Budapest diesmal aus verschiedenen Gründen ihre Highlights hatten. Die waren zwar nicht immer positiv (Hamiltons Crash in Barcelona, Webbers Freiflug in Valencia, und das fliegenden Rad in der Hungaroring-Box), aber immerhin: Man schläft nicht ein.

Racecontrol-Moment des Jahres

Da gibt es so einige Entscheidungen, die man im kommenden Jahr besser machen könnte. Vor allem die Formel 2 hat sich ein paarmal recht negativ hervorgetan. Ganz besonders zu Beispiel in Portimao, wo man trotz eines in der (uneinsichtigen) letzten Kurve gestrandeten Autos nur gelb schwenkte, und kein SC auf die Strecke brachte. Mit dem Ergebnis, dass Plamen Kralev sich dort dann auch drehte, und fast die Streckenposten abgeräumt hätte, die grade den anderen Wagen ausbuddeln wollten.

Die unumfochtene Krone geht aber an die SLF-Racecontrol in Beijing. Für die weise Entscheidung, trotz einsetzender Dunkelheit, dichtem Smogs, Regens und eines mitten auf der Strecke stehenden Autos (!) samt Fahrer (!!) auf der engsten Stelle des Kurses (!!!) kein SC auf die Strecke zu holen, sondern nur lokale Gelbflaggen zu werfen – die bei diesem Bedingungen natürlich niemand mehr sehen konnte. Zwei kleine Ausschnitte:



aa

August 01 2010

17:41

Formel Eins: Analyse Ungarn 2010 Der glückliche Webber

Wenn es der Formel Eins in Ungarn gelingt, ein spannendes Rennen zu produzieren, macht die Serie was richtig. Es gab allerdings auch genug Kontroversen.

Wer hätte das gedacht, dass man nach dem Rennen in Ungarn, von einem der besseren Rennen der Saison reden würde? Schuld daran war eine Safety Car Phase, ein schlafender Vettel und ein Michael Schumacher, der den Bogen mal wieder etwas überspannte, als er sich gegen ein Überholmanöver wehrte. (Umfrage weiter unten im Text). Die Verlierer am Wochenende waren McLaren, Mercedes, Force India und Renault. McLaren verlor Hamilton mit einem technischen Defekt, Button war am Wochenende schlecht drauf. Nach dem Rennen ist man die Führung in beiden Meisterschaften los. Schlimmer hätte es kaum laufen können.

Dabei sah alles nach einem entspannten Nachmittag für Sebastian Vettel aus. Nach dem Start, den er dank ausgetauschter Elektronik gut hin bekam, knöpfte er Alonso pro Runde 1.2 bis 1.6 Sekunden ab. Nach zehn Runden lag er knapp 9 Sekunden vorne und nahm schon Gas raus. Sein Speed reichte aber immer noch dafür, Alonso weiter Zeit abzunehmen. Webber, der den Ferrari Piloten am Start passieren lassen musste, hing dahinter fest und wartete darauf, dass der Ferrari vor ihm an die Box gehen würde, um dann mit zwei, drei schnellen Runden den zweiten Platz zu ergattern.

Doch dann kamen sich Luizzi und Button ins Gehege, was dazu führte, dass Teile des Force India mitten auf der Ideallinie lagen. Die Rennleitung entschloss sich zu einem Safety Car Einsatz, und wie üblich brach in der Box leichtes Chaos aus. Vettel bekam den Ruf zum Boxenstopp so spät, dass er über die Curbs rumpelte um noch rechtzeitig rein kommen zu können. Bei Mercedes schraubte man das rechte Hinterrad von Rosberg nicht fest, das sich dann in der Boxengasse löste und quer durch die Mechanikerreihen schoss. Es traf einen Williams Mann, dem aber nichts passierte. Adrian Sutil wollte in seine Box, doch gleichzeitig ließ Renault Robert Kubica los, so dass die beiden kollidierten. Sowohl Mercedes als auch Renault bekamen nach dem Rennen eine 50.000 Dollar Strafe aufgebrummt.

Während alle Welt an die Box kam, blieb Mark Webber draussen. Der Plan war klar: Webber sollte vorne einen 20 Sekunden Vorsprung auf Alonso rausfahren, damit er sich Platz zwei sichern konnte. Doch es kam dann alles etwas anders. Vettel verpennte, wie er selbst zu gab, komplett den Restart. Seit diesem Jahr dürfen die Fahrer nicht mehr als 10 Wagenlängen Abstand zum Vordermann lassen, aber der Deutsche war viel weiter zurück. Nach dem Rennen erwähnte Vettel Probleme mit dem Funk, er habe nicht gewusst, dass das SC reinkommen würde. Aber selbst wenn der Funk gestreikt hat – für den Abstand zu Webber war er selber zuständig. Er wurde dann mit einer Durchfahrtssttrafe belegt, die ihn hinter Alonso zurück warf. Der Hals von Vettel war so dick, dass er sich bei der Durchfahrt in der Box mittels Handzeichen beschwerte.

Webber fuhr vorne auf nicht mehr neuen Super Soft damit um den Rennsieg. Er musste nur 20+ Sekunden auf Alonso rausfahren, was ihm auch gelang. Da Vettel nicht an Alonso vorbei kam, war sein Sieg am Ende komplett ungefährdet. Er hatte zwar, verglichen mit Vettel, das schwächere Wochenende, aber er erlaubte sich halt keinen Fehler.

Sehr viel Aufregung gab es dann um ein Manöver von Michael Schumacher. Der Ex-Meister hatte ein bescheidenes Wochenende, nur 14. in der Quali, dann 13. nach der ersten Runde. Er rutschte dann nach vorne und lag ein paar Runden vor Schluss auf dem letzten Punkteplatz. Doch von hinten nahte, mit brandneuen Super Soft ausgetattet, sein alter “Freund” Rubens Barrichello. Nach drei Runde machte Schumacher Ausgang des letzten Turns einen Fehler und der Williams Pilot klebte im Heck des Mercedes auf der Start/Zielgeraden. Schumacher positionierte sich in der Mitte der Strecke und wartete, für welche Seite sich der Braslianer entscheiden würde. Der wollte rechts vorbei, folglich zog Schumacher auch nach rechts. So weit, so ok, doch Schumacher machte die Lücke, in die Barrichello reinstach, immer weiter zu. Er zog selbst dann nach recht, als der Williams schon neben ihm war. Wie eng das am Ende war, sieht man auf diesen Bildern:

Ein typisches Schumacher Manöver, so kennt man ihn. So was hatte er schon mit seinem Bruder vor vielen Jahren gemacht, als man am Nürburgring startete. Dennoch – das war zu hart. Der Abstand zu Mauer von Barrichello war nicht mehr existent, danach holperte der Williams sogar über eine Unebenheit. Was bei solchen Blockade Manövern passieren kann, konnte man bei der SLF sehen, als Chris Vanderdrift einen schrecklichen Unfall hatte, bei dem er alle Schutzengel aufbrauchte und sich “nur” ein Bein und den Knöchel brach.

Es ist weder Schumacher noch Barrichello etwas passiert. Aber man muss schon die Frage stellen, wie weit man einen Kollegen gegen die Mauer drücken kann. Schumacher wird nicht dafür bezahlt, hübsch Platz zu machen, aber in diesem Fall ist er meiner Meinung nach einen Schritt zu weit gegangen. Es war unsportlich, respektlos, unnötig und zeigte man wieder den Schumacher, den man nicht sehen will. Man kann sagen, dass Barrichello halt sehen muss, wie er vorbei kommt, aber der Williams war schon neben Schumacher, als dieser noch weiter rüberzog. Vielleicht würde man ihm die Aktion noch nachsehen, wenn es um den Sieg gegangen wäre, aber hier ging es um Platz 10. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass solche Manöver in einer Monopostoserie nichts verloren haben. Man sollte dem Gegner zumindest genug Luft zu atmen geben.

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Nach dem Manöver explodierten die Twittermeldungen. Die meisten Journalisten und Beobachter sprachen sich für eine Bestrafung von Schumacher aus, einer Meinung, der sich die FIA auch anschliessen konnte. Beim nächsten Rennen in Spa darf er dann 10 Plätze weiter hinten starten. Einige sprachen sich sogar für eine Rennsperre in Spa aus, aber das wäre dann in meinen Augen auch wieder zu viel gewesen.

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Schumacher hat sich mit dem Manöver auch keine Freunde gemacht. Sein Comeback läuft eh nicht sonderlich, es gibt viele hämische Stimmen im Paddock. Solche Aktionen zeigen auch nicht, dass er noch den alten Kampfgeist hat, sie sind eher ein Ausdruck von Verzweiflung und Frustation. Ein siebenfacher Weltmeister sollte in einer solchen Situation mehr Weitblick haben und weniger Engstirnigkeit beweisen.

Immerhin gab es einen wirklich sehr glücklichen Menschen am Ende des Tages: Mark Webber hat einen etwas glücklichen, aber verdienten Sieg eingefahren und er führt nun auch die WM an.

July 29 2010

15:57

Formel Eins: Vorschau Ungarn 2010

Ein Jahr ist es her, da hatte Felippe Massa seinen schweren Unfall am Hungaroring. Jetzt ist er zurück und auch Ferrari ist wieder an der Spitze.

Mittlerweile hat sich jeder, der irgendwas in der Formel Eins zu sagen hat, zum Thema Stallregie gemeldet. Den größten Witz erlaubte sich Christian “Ich nehm meinen Fahrer den Frontflügel weg und sage es ihm später vielleicht mal” Horner, der sich bei autosport.com über ein “manipuliertes” Rennen beklagte. Fehlt noch Flavio Briatore, aber der hält sich ja im Moment bedeckt. Meine Meinung hat sich nicht geändert, ich halte das Verbot für Quatsch, weil es reine Fan-Kosmetik ist. Die Teams haben, normalerweise, elegante Lösungen, wie sie das Problem umgehen können. Ob Ferrari jetzt besonders blöd, oder besonders ehrlich war, ist dann eine Interpretationssache. Immerhin – der schwarze Humor in der Formel Eins ist auch wieder da. Es werden die ersten Wetten angenommen, ob Massa in Ungarn gewinnen darf.

Dafür müsste Ferrari aber erst mal in der Lage sein, um den Sieg zu fahren. Der plötzliche Aufstieg der Roten, die innerhalb weniger Wochen mehr als 7 Zehntel gefunden haben, ist schon etwas unheimlich. Entweder hat man die B-Variante des F10 endlich verstanden, oder Hockenheim war ein Ausreisser, weil Strecke und Reifenmischung den Italiener lagen. Ich bin da noch skeptisch, was Ungarn angeht. Hockenheim ist eine Highspeed Strecke. In den ersten beiden Sektoren lagen die Ferrari vorne, im letzten Sektor, dessen enges Motordrom mit der Strecke in Ungarn vergleichbar ist, war der Red Bull schneller.

Von daher würde sollte man die “Bullen” nicht abschreiben, auch wenn sie in Deutschland nicht so gut aussahen. Vettel beklagte sich zwar darüber, dass er das Rennen am Start verloren habe, aber ich bin mir nicht sicher, dass er dem Speed der Ferrari auf Dauer gewachsen gewesen wäre. Deren Rundenzeiten waren schon ziemlich beeindruckend und auch der geschmolzene Abstand in der Quali gegenüber Ferrari spricht Bände. Interessanterweise hatten beide Teams am letzten Wochenende einen Termnin bei der FIA. Es ging um die jeweils neuen Frontflügel der Teams, die der Konkurrenz etwas zu flexibel erschienen. Die Endplatten sollen sich bei hoher Geschwindigkeit verbogen habe. Da bewegliche Teile am Wagen verboten sind, untersuchte die FIA beide Flügel, konnte aber nichts entdecken.

Bei all dem Stress um mögliche Stall-Order bei Red Bull und Ferrari, ist McLaren etwas untergangen. Die hatten auch in Hockenheim ein eher zähes Wochenende, was man damit begründete, dass man das neue Heck mit dem “blown diffusor” noch nicht richtig im Griff habe. Gerade mal 50% des Potentials habe man erkannt, hieß es bei den Briten. Ob das eine Aussage war, um die Probleme zu kaschieren, oder ob man bei McLaren einfach noch etwas Zeit braucht – man hängt auf jeden Fall etwas hinter her. Button und Hamilton führen zwar weiter die WM an, und man wird die Führung wohl auch nicht über die Sommerpause abgegeben, aber die Köpfe dürften in Woking kräftig rauchen. Aber so, wie die Saison bisher verlaufen ist, würde es mich auch nicht wundern, wenn der McLaren plötzlich wieder vorne ist, zu mal sie vier der fünf letzten Rennen in Ungarn gewonnen haben.

Bei Mercedes hängt zwar nicht der Haussegen schief, aber das Urteil über den W01 ist vermutlich gefällt: nicht siegfähig, nicht ausbaufähig. Man hat schon so ziemlich alles am Wagen verändert, was man ändern kann, aber gebracht hat es wenig. Oder positiver ausgedrückt: der Abstand nach vorne ist nicht größer geworden. Schumacher hat 2010 vermutlich schon längst abgehakt, Rosberg macht aus seiner Enttäuschung keinen großen Hehl. In Monaco ging der MGP nicht gut, vor allem in der so wichtigen Quali sieht man weiter schlecht aus. Da wird auch in Ungarn nichts gehen.

Mehr erwartet man schon Renault, dessen Konzept in Ungarn gut passen sollte. Aber Robert Kubica hat schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass am Wochenende nicht viel besser aussehen würde. Das Problem bei Renault ist der mangelnde aerodynamische Grip und angeblich auch der Motor, der zu wenig Leistung in bestimmten Drehzahlbereichen haben soll. Renault bemüht sich seit Wochen um die Genehmigung, am Motor etwas nachjustieren zu können, aber bisher hat sich weder die FOTA noch die FIA erweichen lassen.

Williams wurde in Hockenheim etwas unter Wert geschlagen. Zum einen, weil beide Fahrer schlecht am Start wegkamen, zum anderen, weil man sich bei der Strategie von Hülkenberg verhauen hatte, und ihn zu lange draussen ließ. Die Rundenzeiten stimmten schon beim Traditionsteam, aber man steckte halt im hinteren Mittelfeld fest. Ungarn dürfte dem Williams auf Grund des schwachen Cosworth eher nicht liegen, von daher fallen die wohl als Kandidaten für Q3 raus. Was Michael Schumacher einige Sorgen nehmen sollte.

Bei Force India geht im Moment wenig zusammen. Es ist das eingetreten, was ich neulich schon mal vermutet habe. Durch den massiven Aderlaß in der Designabteilung (neben James Key verließ auch dessen Nachfolger das Team) kommt man bei der Weiterentwicklung nicht voran und rutscht langsam aber sicher nach hinten. Im Mai war man knapp hinter Mercedes, jetzt prügelt man sich mit den Toro Rosso rum, die auch nicht vom Fleck kommen. Da wird sich (bei beiden) auch wohl so schnell nichts ändern.

Noch weiter hinten macht nur HRT Schlagzeilen. Die ersetzen Karun Chandok auch in Ungarn mit Sakon Yamamoto, der in Hockenheim ein braves, aber nicht sonderlich gutes Rennen gefahren ist. Immerhin ist man bei HRT nicht mehr weit von Virgin entfährt, im Rennen konnte sich Senna lange vor di Grassi halten. Die Virgin wiederum haben Anschluss an Lotus gefunden, wobei man sagen muss, dass Lotus nur noch kleine Updates am Wagen haben wird, weil man schon den 2011er Wagen entwickelt. Nachdem die drei kleinen Teams bis vor ein paar Rennen den Abstand nach vorne immer weiter verkürzen konnte, tut sich seit ein paar Wochen nur wenig. Es bleiben meist 1.5 Sekunden, die Trulli oder Kovalainen für Q2 fehlen.

Bridgestone bringt am Wochenende die Varianten “Medium” und “Super Soft” mit. Man erwartet vor allem am Freitag etwas Graining, aber wenn eine Gummischicht da ist, dürfte sich das Problem in Grenzen halten. Belastet werden vor allem die Hintereifen, die die Beschleunigungsorgien aus den engen Ecken aushalten müssen. Kann also sein, dass die Super Soft beim ein oder anderen auf der Langdistanz zerfleddern, die Medium sollten mehr als 70% der Distanz überstehen. “Hard” wäre natürliche eine nette Alternative gewesen, aber bei dem Kurs wäre die Spreizung etwas zu groß gewesen. Seitens des Wetters ändern sich die Vorhersagen gerade stündlich. Freitag soll es Regen geben, Samstag und Sonntag aber nicht. Andere Wetterdienste sprechen davon, dass es das gesamte Wochenende nass werden könnte. Die Temperaturen sollen, wenn es trocken bleibt, an die die 30 Grad Grenze heran reichen.

Ob es spannend wird, am Wochenende? Die Situation in der WM wird dem Kurs, auf dem man nur schlecht überholen kann, sicher helfen. Aber man sollte nicht zu viel erwarten und sich eher auf einen langatmigen Sonntag einstellen.

Training: Fr. 09.55h & 13.55, Sa. 10:55h
Quali: Sa. 13:55h
Rennen: So. 13.55h

June 30 2010

06:30

Ferner liefen: Die Newshappen

// Das Safety Car Chaos von Valencia wird weiter fleißig diskutiert. Während Ferrari irgendwie auch den Frust des WM-Aus in Südafrika an der FIA abarbeiten, macht sich auch Williams-Technikchef Sam Michael
dafür stark, dass man über die Modalitäten nachdenkt. Er spricht sich dafür aus, dass man generell die Sache anpackt, und nicht, wie sonst, so lange rumwurschtelt, bis es gerade mal passt.

// Robert Kubica ist eigentlich ein begehrter Mann. Er ist extrem schnell, er hat mittlerweile sehr viel Erfahrung und so mit wäre er durch aus ein Kandidat für eines der Top Teams. Doch der Pole hat das Pech, dass alle Teams, die momentan vor Renault liegen, keinen Platz frei haben. McLaren, Red Bull, Ferrari und Mercedes sind für 2011 komplett dicht, verschlechtern will er sich wohl auch nicht. Sein Manager, Daniele Morelli, stellte klar, dass man 2011 aus Mangel an Alternativen bei Renault bleiben würde. 2012 sei dann allerdings wieder ein anderes Thema.

// Update Vorschau für Silverstone: McLaren wird ein großes Update bringen, Mercedes schraubt mit wachsender Verzweiflung ebenfalls neue Teile an und Williams wird auch nachlegen. Red Bull wird, wenn überhaupt, nur Kleinigkeiten verändern.

// Und dann ist da noch eine Meldung, die völlig überraschend kommt: Die Kleine Zeitung aus der schönen Steiermark berichtet, Bernie Ecclestone plane mit der Formel 1 auf den ehemaligen A1-Ring in Spielberg zurückzukehren – und zwar womöglich schon 2011. Im Fahrerlager von Valencia war wohl gelegentlich das Gerücht zu hören, dass eines der Asien-Rennen durch den Österreich-GP ersetzt werden könnte. Welches das sein mag, ist allerdings völlig unklar. In Singapur hat man gerade erst angefangen zu fahren, Korea ist wohl – sofern rechtzeitig fertig – für die nächsten Jahre fix, gleichfalls Indien. Bleiben Suzuka, Shanghai und Sepang. Aber ob man wirklich einen dieser Läufe dafür opfern will? Oder ist mit dem “Asien-Rennen” am Ende der Türkei GP gemeint? Zu früh sollte man sich allerdings nicht freuen – eine F1 Rückkehr wäre wegen der strengen Umweltkriterien für Rennen am zukünftigen Red Bull Ring wohl kompliziert.

// Wie vergangene Woche schon spekuliert, hat die IRL am Wochenende im Rahmen des NASCAR-Rennens ihren Vertrag mit dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon über die Austragung eines Rennens in der kommenden Saison bekanntgegeben. In den 90er-Jahren war die CART bzw. später die IRL schon ein paar Mal dort unterwegs, 2011 soll das Rennen am Wochenende vor dem ebenfalls neuen Baltimore Grand Prix stattfinden. Über die Laufzeit des Kontrakts ist nichts bekannt, man muss also davon ausgehen, dass es sich erstmal nur um einen einjährigen “Test” handelt.

// Wie die touringcartimes.com unter Berufung auf die italienische Autosprint berichten,überlegt Subaru wohl 2012 in die WTCC einzusteigen. Entsprechende Gerüchte schwirren schon länger herum – neu ist aber, dass der japanische Autokonzern dabei mit Cosworth zusammenarbeiten möchte. Die amerikanische Motorenschmiede würde dabei einen 1.6 Liter Turbo entwickeln, wie er sowohl in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft als auch in der WRC zum Einsatz kommen könnte. Motorsport-total.de vermeldet derweil, dass auch Fords Pläne 2012 in die WTCC einzusteigen zunehmend konkreter werden – zuletzt sei eine Delegation der US-Herstellers in Zolder zu Gast gwesen.

// BMW wendet sich derweil in Sachen WTCC eher dem Ausgang zu. Mario Theissen hat sich jedenfalls in einem Interview mit Autosport (Print) wenig erfreut über die nun beschlossene Einführung des neuen Weltmotors für 2011 gezeigt. Die offizielle Linie lautet aber nach wie vor, dass man noch keinerlei Entscheidung über einen Verbleib in der Serie gefällt hat.

// James “Catweazle” Thompson, in diesem Jahr unerklärlichweise ohne Cockpit in der WTCC und der BTCC hat dann noch eine Beschäftigung gefunden. Er wird die die BTCC offizieller Testfahrer des NGTC, des neuen Einsatzwagens der BTCC ab 2011.

// sky-Experte Marc Surer macht einen seiner sehr, sehr seltenen Gastauftritte als Rennfahrer. Am Wochenende wird er im Scirocco-Cup am Norisring antreten.

// Sobald die NASCAR am Sonntag wieder gen Charlotte unterwegs ist, wird abgerissen. Der Daytona Speedway bekommt eine neue Asphaltdecke, was angesichts des 30 alten und bröckligen Teers dringend nötig erscheint. Man hofft bei der Renovierung auf zweierlei: zum einen, dass man vor Weihnachten fertig wird, zum anderen, dass man die “Bumps” nicht komplett wegradiert. Auf jeden Fall wird Daytona im Februar anders aussehen.

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March 28 2010

20:16

Formel Eins: Analyse Rennen Australien 2010

Was ein wenig Regen doch aus einem Rennen machen kann. 10 Minuten reichten, um für viel Spaß zu sorgen.

In der gestrigen Vorschau schrieb ich “Es ist Regen angesagt, allerdings weiß noch keiner ob und wenn ja, wie viel es regnen wird. Das könnte dem Rennen die nötige Würze verleihen, die die Fans sich erhoffen.” Dem hat die Formel Eins auch Folge geleistet, denn das Rennen gehörte durchaus zu den besseren in diesem Jahr. Das lag aber auch daran, dass Mark Webber, Lewis Hamilton und Fernando Alonso einen sehr hektischen Nachmittag in Australien hatten und für viel Spektakel sorgten. Interessanterweise gab es auf der vermeintlich leichten Strecke auch jede Menge technische Ausfälle.

Der Start war wie erwartet turbulent, denn es war nass, so dass alle Intermediates aufgezogen hatten. Vettel zog vorne weg, aber hinter ihm hatte Alonso einen Katastrophenstart und kam nicht recht vom Fleck. Dafür kamen Massa und Kubica sensationell weg und der Ferrari-Pilot schnappte sich sogar noch Mark Webber. Dahinter wurde es dann zu eng. Button schubste Alonso an, der sich drehte und dabei Schumacher den Weg versperrte. Der wich zwar über die Wiese aus, aber da zerstörte er sich seinen Frontflügel. Ein paar Kurven weiter entledigte sich Kobayashi zum dritten Mal an diesem Wochenende seines Flügel und raste ungebremst durchs Feld. Er traf ausgerechnet Hülkenberg ziemlich mittschiffs, aber Unfall ging glmipflich aus. Dennoch musste das Safety Car raus, was leider mehr Action auf den ersten Runden verhinderte.

Nachdem Restart war es dann das Wetter, das eine Rolle spielte. Der Regenschauer hatte sich verzogen und es war sehr schnell klar, dass es bald eine trockene Spur geben würde. Die Frage war halt, ob das Wetter halten würde und wann es trocken genug war. Normalerweise traut sich einer der Hinterbänkler und der Rest schaut, wie es so geht, aber dieses Mal war es Jenson Button, der schon in der sechsten Runde Slicks aufziehen ließ. Ehrlich gesagt dachte ich, nachdem er auch noch in Turn 3 erstmal den Bremspunkt verpasste, dass das Rennen für ihn gelaufen sei. Aber der Brite war klüger als alle anderen Fahrer, Strategen und Ingenieure des gesamten Rennzirkus. Seine Entscheidung war goldrichtig, kam zu bestmöglichen Zeitpunkt und er setzte sie auch perfekt um. Natürlich hatte er Glück, dass es nicht mehr weiter regnete. Er wäre nicht der erste gewesen, der einen Tick zu früh reinkam, aber in diesem Fall passte es perfekt. Und im Gegensatz zu allen anderen Fahrern hatte er den Mut (und die Freiheit) die Entscheidung eigenständig zu treffen. Das er am Ende dann auch siegen konnte, war allerdings nicht sein Verdienst.

Vettel hatte das Rennen bequem im Griff. Er hatte genügend Abstand nach hinten und weil er Führender war, holte ihn Reb Bull logischerweisde auch als erster an zwei Runden nach Button an die Box. Mark Webber, der zweiter war, musste eine Runde warten, was sein Rennen komplett zerstörte. Da der Rest der Welt ebenfalls in Runde 8 gewechselte hatte, nahm ihm die Konkurrenz 3 Sekunden ab und Webber fand sich auf Platz vier wieder. Und irgendwo dazwischen schlich Robert Kubica rum, dessen Renault erstaunlich gut ging.

Weiter hinten ging es dafür ab. Fernando Alonso rasierte durchs Feld. Die Kollegen in den langsameren Wagen schienen fast freiwillig Platz zu machen und so tauchte Alonso sehr schnell in den Top 10 auf. Michael Schumacher tat sich dagegen sehr schwer und blieb im Rennen lange hinter Alguersuari im Toro Rosso hängen. Und da konnte man dann auch schon den Speed Unterschied zwischen dem Mercedes und dem Ferrari sehen. Wo Alonso zügig zu Werke ging, fehlten Schumacher exakt die halbe Sekunde, die er hätte schneller sein müssen. Kein Wunder, dass Ross Brawn am Ende nur nüchtern feststellen konnte, dass der Wagen einfach zu langsam sei. Am Ende presste sich Schumacher in einer Gewaltaktion am Toro Rosso vorbei und ergatterte so noch einen Punkt.

Nico Rosberg erging es besser, er hielt sich die gesamte Zeit immer zwischen Platz vier und sieben. Wobei man sagen muss, dass man nicht den Eindruck gewinnen konnte, dass für Rosberg viel nach vorne ging. Im Gegenteil: auf Kubica konnte er nicht aufholen, die Ferrari waren ebenfalls außer Reichweite. Dann düpierte ihn Lewis Hamilton, der ihn im schnellen Turn 11 außen überholte. Später rauschte auch noch Mark Webber an ihm vorbei. [In der BBC kommentierte Eddie Jordon die Szene hämisch, dass Webber seinem Kollegen Rosberg den Spitznamen "Britney" [Spears] verpasste habe].
Eigentlich lag Rosberg damit hinter Button, Kubica, Massa, Alonso, Hamilton, Webber auf Platz 7 und vermutlich gehört Mercedes auch genau da hin. Norbert Haug wedelte nach dem Rennen zwar mit dem Zeitenblatt und der zweitschnellsten Rennrunde, aber es geht halt nicht mehr nur um den reinen Speed, sondern um die Konstantz in den Rundenzeiten und da sind andere Teams besser.

Die Ferrari enttäuschten etwas. Massas Abstimmung stimmte hinten und vorne nicht und er rutschte ziemlich durch die Gegend. Alonso war klar schneller, immerhin war er nach der Hälfte des Rennen wieder hinter dem Brasilianer, aber vorbei kam der Spanier auch nicht. Er beeilte sich aber nach dem Rennen zu sagen, dass er nie vorbei gekommen wäre, denn seine Reifen seien hinüber gewesen. Das sah im Rennen aber teilweise anders aus.

Mehr Ärger gab es bei McLaren – Hamilton hatte nicht gerade sein bestes Wochenende erwischt, wie man in der Quali sehen konnte. Während Button das Risiko einging sehr früh zu kommen, richtete sich Hamilton nach dem Boxenfunk. Gegen Ende des Rennens lag er auf Platz drei hinter Kubica und Button. Doch dann holte man ihn rein und er fiel hinter beide Ferrari und Rosberg. Warum McLaren so entschieden hat, ist mir ein Rätsel. Hamilton schimpfte schon während des Rennens per Boxenfunk und sagte nach dem Rennen deutlich, was er von der Entscheidung halten würde. Immerhin – Button für 51 Runden mit einem Reifensatz durch und legte am Ende auch gute Zeiten hin. Offensichtlich hatte man bei McLaren aber das Gefühl, dass die Hinterreifen von Hamilton wegen der Aufholjagd fertig waren, oder gegen Ende des Rennens einzubrechen drohten. Dennoch – eine Fehlentscheidung. Lieber draussen bleiben und warten, denn selbst mit angenagten Reifen ist ein McLaren in der Lage vorne zu bleiben. Der Unfall mit Webber war dann nur die Konsequenz der schlechten Entscheidung.

Pechvogel des Rennens war natürlich Sebastian Vettel – alles richtig gemacht und doch alles verloren. Aber es sind nicht zwingend technische Unzulänglichkeiten, die bei Red Bull liegen. Für eine schadhafte Zündkerze kann man nichts, in Australien hatte sich wohl die Radmutter beim Aufziehen verkantet. So saß sie zwar fest, aber nicht richtig auf der Achse. Wieso dann allerdings eine Bremsscheibe explodiert, möchte ich auch noch mal erklärt bekommen. Die Kritik an Red Bull wird zumindest in Deutschland massiv werden. Noch halten sich die Boulevardmedien mit Worten wie “Gurkenauto” zurück, aber lange wird das nicht so bleiben. Vettel könnte die WM locker anführen, stattdessen liegt er weit zurück.

- Beide Virgin fielen aus. Am Wochenende wurde bekannt, dass der Tank der Virgin zu klein ist um ein Rennen durch zu halten. Designer Nick Wirth machte die FIA dafür verantwortlich, von wegen Materialstärken und dass man hochverdichtetes Benzin fahren wollte, dann hätte das gepaßt. Was natürlich Quatsch ist. Jetzt muss Virgin den gesamten Wagen umbauen – oder anders gesagt: Saison versaut. Kommt ein größerer Tank rein, versaut er die Balance, ist die schlecht, bekommt man nur miese Daten fürs nächste Jahr.

- Trulli konnte wegen eines Hydraulikschadens nicht starten, aber Kovalainen kam durch. Senna fiel aus, aber – Überraschung – im zweiten Rennen ohne Testfahrten schleppte Chandhok den HRT mit 5 Runden Rückstand ins Ziel.

- Barrichello sammelte die wichtigen Punkte als “best of the rest” für Williams ein

- Sutil fiel mit einer Störung im Motormanagement aus, Luizzi fuhr abermals einen unaufgeregtes Rennen und holte Punkte.

- de la Rosa lag lange in den Punkten, am Ende waren die Reifen derartig hin, dass er Schumacher ziehen lassen musste.

Das Rennen war durchaus ansehnlich, eigentlich so, wie man sich ein Rennen in der Formel Eins wünscht. Ein “Thriller” war es nicht, auch kein “Krimi”, denn dafür tat sich vorne zu wenig, aber es war abwechslungsreich, spannend und schön anzusehen. Man sieht aber auch, dass ein zweiter Boxenstopp die Rennen durchaus interessant machen könnte. Vielleicht sollte man doch darüber nachdenken, diesen Pflichtstopp einzuführen. Es verbessert die strategischen Möglichkeiten enorm.

Aus Sicht des Reifenverschleiss war es interessant zu sehen, welche Fahrer und welche Teams das Rennen quasi durchfahren konnten. Ferrari, Renault und McLaren mit Button schaffen das ohne Probleme, Hamilton hat wie erwartet Probleme und bei Mercedes geht es offenbar nicht so gut. Gerade im Hinblick auf McLaren ist das schon interessant, denn so wird Button offenbar eindeutig bevorteilt. Hamilton hat Probleme mit der schonenden Abstimmung und im Rennen hat Button mit seiner weichen Fahrweise deutliche Vorteile auf Strecken, die die Reifen fordern. Sollte eine zweiter Pflichtstopp kommen, wird das dann wieder Hamilton in die Hände spielen.

- Fahrer des Rennens -> Robert Kubica, der den Renault auf 2 hievte
- Verlierer des Rennens -> Michael Schumacher, der nicht an Alguersuari vorbei kam
- Gewinner des Rennens -> Jenson Button für seine mutige Entscheidung

Nächste Woche geht es in Malaysia weiter. Man startet eine Stunde früher als letztes Jahr, dennoch liegt man immer noch im Fenster des nachmittägliche Regens. Ich hoffe, dass es in der Quali trocken bleibt, denn mich interessiert auf der aerodynamisch höchst anspruchsvollen Strecke, welches Chassis hier die größten Vorteile hat.

Am Schluss noch die Gegenüberstellung von neuer und alter Punktregel

Neu Classic Alonso 37 15 Massa 33 14 Button 31 12 Hamilton 23 9 Rosberg 20 8 Kubica 18 8 Vettel 12 5 Schumacher 9 3 Luizzi 8 2 Webber 6 1 Barrichello 5 1
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March 14 2010

23:45

Formel Eins: Analyse Rennen Bahrain 2010

Ein Krimi war das nicht gerade, was die Formel Eins zum Auftakt gezeigt hat. Und die Befürchtung ist groß, dass es sich in der Saison nicht ändern wird.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Bahrain am Ende einer Saison jemals auf meiner persönlichen Top 5 Liste der besten Rennen eines Jahres gestanden hat. Schon allein deswegen habe ich wenig erwartet, dass meine Erwartungen aber noch unterboten wurden, war dann schon erschreckend. Ohne die Probleme von Sebastian Vettel wäre das Rennen richtig langweilig geworden. Überholmanöver? Nicht mal im Hinterfeld oft zu sehen. Zweikämpfe? Im Sekundenabständen. Besonders erschreckend waren allerdings die massiven Zeitunterschiede zwischen der Spitze und dem Rest der Welt. Ferrari und Red Bull fahren den anderen Teams erst mal davon. Das es in Bahrain aber so langweilig war, hatte auch andere Gründe.

Für die Teams sind die neuen Regeln genau so neu und vor allem nicht vorhersehbar, wie für die Zuschauer. Man hat wenig Erfahrungen damit, wie die Wagen im Renntrimm und in Zweikämpfen mit den Reifen umgehen und man weiß auch nicht, wie man mit welcher Strategie klar kommt. Vor dem Rennen hieß es, dass man mit einer 1-Stopp-Strategie am besten dran sein würde, aber nach dem Rennen überlegte auch Norbert Haug, ob man mit 2 Stopps vielleicht nicht besser dran gewesen wäre. Der Grund: steckt man im Verkehr, kann man seine Zeiten nicht fahren, ist man alleine unterwegs, sieht das anders aus. Lewis Hamilton beklagte sich, dass er keine Chance hatte an den Ferraris dran zu bleiben, weil er zu lange hinter Rosberg festgesteckt habe. Ein sehr früher Stopp und ein weiterer später im Rennen hätten vielleicht etwas geändert. Aber sicher ist das natürlich nicht, denn der kostet mindestens 22 Sekunden. Die muss man auch erst mal wieder einfahren.

Die Teams waren vorsichtig und befahlen ihren Fahrern allesamt möglichst das Material zu schonen. Das half dem Rennen nicht wirklich auf die Beine, aber “ankommen” war wohl die Hauptdevise. Der Motor muss knapp 3 Rennen halten dazu der Verbrauch und der Reifenverschleiß, der überall kritisch beobachtet wurde. Rosberg gab nach dem Rennen an, dass er Vettel nicht habe einholen können, weil seine Reifen am Ende hinüber waren und er hinter Vettel zu viel Abtrieb verloren habe.

Überhaupt sah Mercedes im Rennen erstaunlich schlecht aus. Ein Blick auf die schnellsten Rennrunden hilft in diesem Jahr nicht viel, weil es mehr um die Konstanz geht. Und dort konnte man die Probleme im letzten Renndrittel deutlich sehen, Rosberg und Schumacher fuhren rundenlang fast identische 2.00.5er Zeiten, während Alonso und Vettel vorne eine gute Sekunde pro Runde schneller waren. Das ist schon deutlich und man wird hart arbeiten müssen, um da ran zu kommen. Immerhin hat Mercedes aber die Ressourcen. Haug und Rosberg meinten, man sei “in der Nähe” von McLaren, aber das kann nicht sein. Hamilton fuhr Rosberg nach dem Stopp auf und davon und am Ende waren es “nur” 17 Sekunden die Rosberg fehlten, weil der Brite es am Ende gemächlich anging. Als er noch Gas gab, war er rund 1 Sekunde schneller als der Mercedes.
Schumacher selber fuhr ein unauffälliges Rennen. Er hatte den Speed von Rosberg, war allerdings auch nicht schneller. Aber man sollte ihm auch Zeit geben, denn drei Jahre ohne F1 Rennen kann man eben nicht so einfach abstreifen. Er muss sich erst wieder fein justieren und ich bin mir sicher, dass er ab dem Sommer deutlich besser da stehen wird.

McLaren war in der Quali langsamer als erwartet, aber im Rennen hat mir Hamilton gut gefallen. Seine Zeiten reichten nicht so ganz an Red Bull und Ferrari ran, aber da war durchaus zu sehen, dass man mit McLaren noch rechnen kann. Oder zumindest mit Hamilton. Button ging an diesem Wochenende unter und das schlimmer, als ich es erwartet hatte. Ihm fehlten immer rund eine halbe Sekunde, was schon bitter ist. Nach dem Rennen meinte er, dass er zu konservativ unterwegs gewesen sei, aber dass allein war es wohl nicht.

Pech hatte Adrian Sutil, der am Start mit Robert Kubica aneinander geriet und sich drehte. Die Idee von Force India auf harten Reifen zu starten war interessant und ich hätte gerne gesehen, ob sich das ausgezahlt hätte. Die Grundidee war ja, dass zwar im ersten Stint etwas verliert, wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten würde man nicht weiter zurück fallen. Im letzten Stint hätte man dann aber mit einem leeren Auto und weichen Reifen eine sehr gute Ausgangsposition. Theoretisch interessant und bei Liuzzi funktionierte es immerhin so weit, dass er den neunten Platz halten konnte. Für Sutil wäre da mehr drin gewesen, zu mal er auch die zweitschnellste Runde im Rennen gefahren ist.

Im Mittelfeld ging es zeitweise eng zu. Williams, Renault, Toro Rosso und Sauber liegen sehr eng beieinander, wobei mich Sauber doch sehr enttäuscht hat. Man war am ganzen Wochenende nicht gut und hat dann auch noch beide Autos mit mechanischen Problemen im Rennen verloren. Ein schlechter Auftakt, wenn man vergleicht, dass Lotus beide Wagen ins Ziel bekam, auch wenn Trulli in der letzten Runde stehen bliebt. Damit waren die Malayen aber auch alleine, denn HRT und Virgin verloren ebenfalls beide Fahrzeuge. Immerhin lieferten sich Glock und Kovalainen einige sehenswerte Manöver.

Vorne aber geben Ferrari und Red Bull den Ton an. Die Österreicher sind auf eine Runde schneller, aber wenn es um Longruns geht, ist Ferrari mit der härteren Reifenmischung etwas besser. Das Alonso nach seinem Energieanfall im zweiten Stint nicht an Vettel vorbei kam lag weniger am Speed, denn mehr daran, dass er hinter Vettel in die gleichen Probleme kam, wie später Rosberg. Allerdings muss Red Bull die Zuverlässigkeitsprobleme in den Griff bekommen. Offensichtlich war es der Renault-Motor, der mal wieder den Geist aufgab, aber die Probleme sind ja nichts neues und haben Vettel letztes Jahr schon die WM gekostet.

Alonso staubte eine Sieg ab, er machte das in der Pressekonferenz auch klar, dass er unter normalen Umständen an Vettel nicht vorbei gekommen wäre. Ein nette Aussage, so kennt man den Spanier ja kaum. Mann des Rennens war aber Felippe Massa, auch wenn er hinter Alonso ins Ziel kam. Er hätte auch siegen können, aber Alonso hatte den besseren Start, weil er auf der sauberen Linie stand. Das er aber überhaupt wieder dabei war und gleich zeigen konnte, dass er nichts von seinem Biss verloren hatte, ist nach seinem Unfall im letzten Jahr ein kleines Wunder.

Das ändert aber auch nichts an den strukturellen Problemen der Formel Eins, was die Überholmanöver angeht. Zum einen hat man immer noch das Problem der “dirty air” wenn man hinter her fährt. All die Änderungen und verstellbaren Flügel haben nichts gebracht. Zum anderen scheint das Verbot des Nachtankens nicht geholfen zu haben. Die Idee, dass man dann nicht mehr über die für Zuschauer kaum verständliche Strategie an der Box überholt, sondern sich mit seinem Konkurrenten auf der Strecke auseinandersetzen muss, ist ja ok, aber dann muss den Fahrern auch die Möglichkeiten geben, das tun zu können. Im letzten Jahr war das KERS, was schon mal für Spaß gesorgt hat, aber das haben die Teams ja wieder raus geworfen. So haben die Veränderungen mehr geschadet als geholfen.

Die Reifen sind ein weiteres Problem. Tatsächlich bringt Bridgestone ja wieder zwei sehr unterschiedliche Mischungen, die eine Klasse überspringen. Das führt dann wohl dazu, dass alle Teams in Q3 mit den weichen Reifen unterwegs sein werden, die aber nicht so lange halten. Je früher man dann in die Box kommt, desto größer ist zunächst der Vorteil im Rennen. Weil dann alle innerhalb von einer Runde nachziehen, fährt die Spitzengruppe dann die letzten 70% eines Rennens mit abgelutschten Reifen, die keine Haftung mehr haben und ein Überholen zusätzlich schwer machen. FOTA-Chef Martin Whitmarsh hat angekündigt, dass man darüber nachdenkt einen zweiten Pflichtboxenstopp einzuführen, was die strategischen Möglichkeiten erhöhen würde. Oder Bridgestone bringt zwei Mischungen mit, die sehr nah beieinander liegen. Aber dann lohnt sich eine Strategieänderung nicht mehr, weil man mit einem zweiten Stopp, bei dem man vielleicht weiche Reifen aufzieht, nicht so viel Zeit gewinnt wie man braucht. Ergo fahren alle weiter hintereinander her.

So steht die Formel Eins zumindest im Moment vor einem großen Problem. Das wird beim nächsten Rennen in Australien nicht so groß sein, weil man da auf einer Stop ‘n go Strecke unterwegs, aber ich befürchte jetzt schon, dass Malaysia und China ohne Regen oder Safety Car Phase auch nicht besser werden.

Nun ist es noch zu früh die Saison abzuschreiben zu mal das Feld im Laufe der Saison noch weiter zusammenrücken wird, aber wenn die strategischen Möglichkeiten so eng sind und man wegen der Aerodynamik nicht überholen kann, wird man auch weiterhin die Reihenfolge des Zieleinlaufes schon in der Qualifikation festlegen.

Was mir sonst so aufgefallen ist:

- Erstes Rennen für Cosworth und erster Punkt. So langsam scheint der Motor nicht zu sein. Williams war aber weit von der Pace des vorderen Mittelfeldes entfernt. Die haben mal wieder ihr übliches Problem, dass sie in der Quali schlecht sind, aber einen guten Rennspeed haben.

- Hülkenberg drehte sich in den ersten Runden und fuhr danach ein unauffälliges Rennen.

- Petrov war bis zu seinem Ausfall überraschend gut unterwegs.

- Gegen Ende des Rennens fuhren die Lotus ganz akzeptable Rundenzeiten. Immerhin war man nur 2 Sekunden hinter dem Mittelfeld.

- Die sky Übertagung war ok, wenn auch sehr Mercedes lastig. Jacques Schulz hatte allerdings nicht seinen besten Tag und er versuchte mal wieder aus einem öden Rennen einen Krimi zu moderieren. Da hätte ich mir mehr Kritik gewünscht.

Nächstes Rennen ist in 14 Tagen in Australien.

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Schweinderl