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August 09 2013

16:00

ALMS & Grand-Am: Vorschau Road America / Ausblick auf die USCR 2014 / AsianLMS: Rückblick Inje

Die American Le Mans Series und die Grand Am fahren an diesem Wochenende in einem gemeinsamen Event – allerdings in getrennten Rennen – auf der Road America. Da bietet sich ein Überblick über den Stand der Dinge bezüglich #thefuture an, also der Vereinigung beider Serien in der United Sports Car Series (kurz USCR) im kommenden Jahr. Nach längerer Funkstille wurden im Juli nach und nach Teile des Reglements vorgestellt – endlich, denn die Zeit drängt: Hersteller, Teams, Sponsoren und Fahrer brauchen Planungssicherheit, um ihre Pakete für 2014 zu schnüren. Eines der wichtigsten Teile im Puzzle allerdings, der Kalender, fehlt weiterhin…

GT_fieldAls Fixpunkt haben sich die Regelmacher der neuen Serie die heutige GTE-Klasse ausgewählt, die in der ALMS aktuell „GT“ heißt und in der USCR zukünftig „GTLM“ heißen wird. Hier bleibt alles beim Alten, denn – das „LM“ gibt den Hinweis – diese Klasse stellt die wichtige Verbindung zu den 24 Stunden von Le Mans dar, die man beibehalten möchte. Die aktuelle ALMS-GT-Klasse funktioniert gut, bietet bei ordentlicher Markenvielfalt meist schönen Motorsport und entsendet Jahr für Jahr Teams an die Sarthe, allen voran das Corvette-Werksteam, das die USCR-Macher sicherlich nicht an die WEC verlieren wollen. Wichtigste Neuerung: Die Fahrzeuge bekommen die US-typischen „window nets“; ob die jedoch wirklich einen Sicherheitsmehrwert über die Hightech-Sitze hinaus bieten, bezweifle ich.

Die GT-Klasse der heutigen Grand Am Rolex-Serie wird bekanntermaßen „GTD“ für „GT Daytona“ heißen. Diese Fahrzeuge werden eingebremst, einerseits um die Kosten zu reduzieren, andererseits um sie deutlich von der GTLM abzusetzen. Ein Einheits-Heckflügel und ein Luftmengenbegrenzer werden hierzu vorgeschrieben.

Gleichzeitig hat man sich aber auch entschieden, FIA-homologierte GT3-Fahrzeuge in dieser Klasse zuzulassen, ohne dass wie bisher größere Modifikationen zur Bedingung gemacht werden. Das bedeutet einerseits großes Wachstumspotential für diese Klasse, birgt aber auch das Risiko, dass sie die GTLM in den Schatten stellt und dass die „traditionellen“ Grand Am-GT-Fahrzeuge (z.B. BMW M3, Chevrolet Camaro) durch die teuren GT3s verdrängt werden. Doch diese Verdrängung hat bereits mit der Zulassung modifizierter GT3 bereits begonnen; außerdem wird ein Auslaufen-Lassen der genannten „traditionellen“ Grand Am-GTs angestrebt, wie Scott Elkins aim Interview mit John Dagys</a> im Juli erklärte.</p> <p><span>Über kurz oder lang wird die GTD also eine amerikanische GT3-Klasse; eine eigenständige Serie, wie sie Stephane Ratel einst plante, ist damit überflüssig und für den Fall, dass das Ende des GTE-Reglements in einigen Jahren kommen sollte, hätte die USCR weiterhin eine sichere GT-Basis. So unklug scheint die Entscheidung alles in allem also nicht zu sein.</span></p> <p><a href=" http:="" rel='\"attachment'>0P1Und damit zur „spannendsten“ Klasse, was das Austüfteln des technischen Reglements angeht: Langsam aber sicher tasten sich die Experten an die Ausbalancierung von Daytona Prototypes, LMP2-Boliden und Delta Wing heran, doch eine fertige Lösung steht noch nicht. Bisher steht fest, dass alle diese Wagen Sechsgang-Getriebe mit Schaltwippen erhalten und dass Luftmengenbegrenzer zur Regulierung eingesetzt werden. Außerdem nennt adie Pressemitteilung</a> folgendes: „Cars considered P2 in origin will follow current technical specs of the ACO”. Dies scheint so gemeint zu sein, dass die LMP2-Fahrzeuge (abgesehen von der Regulierung der Größe des Luftmengenbegrenzers) unverändert starten und alle weiteren Anpassungen lediglich an den Daytona Prototypen vorgenommen werden. Das wäre zumindest eine sinnvollere Lösung, als die LMP2s auf DP-Niveau zu verlangsamen.</p> <p>Doch gerade die <b>Details </b>zur Einstufung, die in dieser Pressemitteilung <b>fehlen</b>, sind die Herausforderung. In dieser Hinsicht wird das anstehende Rennwochenende (das bereits gestern, am Donnerstag begonnen hat) für die Regelmacher von großer Bedeutung sein, denn sie werden (hoffentlich) Massen an Vergleichsdaten sammeln und auswerten können. Die Road America (nahe Elkhart Lake in Wisconsin gelegen) sollte dafür gut geeignet sein, denn sie vereinigt auf 6,5 Kilometern Länge viele verschiedene Typen von Kurven (von engen Ecken wie Turn 5 und der Canada Corner bis hin zum schnellen, langgezogenen Carousel sowie dem berüchtigten „Kink“ danach) und sehr lange Geraden (bis zu 1,2km); außerdem kommen Steigungen und Gefälle hinzu. So sollte sich ein gutes Gesamtbild erzeugen lassen können, wo welche Fahrzeuge ihre Stärken und Schwächen haben, was hoffentlich zu einem baldigen Ergebnis führt.</p> <p>Wie von vielen erwartet wurde außerdem bekanntgegeben, dass der deutsche Hersteller <b>Continental</b> drei der vier Klassen der USCR mit <b>Einheitsreifen</b> versorgen wird. Lediglich in der GTLM wird es – aus oben genanntem Grund – weiterhin offenen Wettbewerb zwischen allen interessierten Reifenherstellern geben. Für GT3-Teams, die an einen Gaststart, etwa bei den 24h von Daytona, denken, bedeutet dies, dass sie sich auf einen weiteren Reifentyp einstellen müssten (in Europa sind GT3s je nach Serie auf Gummis von z.B. Michelin, Dunlop, Yokohama oder Avon unterwegs).</p> <p>Umstellen müssen sich aber vor allem die Teams, die einen LMP2-Boliden in der neuen Serie einsetzen möchten, denn Continental hat bisher keine Teams dieser Klasse beliefert. Die Frage ist, ob Teams dann auch mit Continental-Reifen in Le Mans antreten würden oder ob diese sich aufgrund des Charakters nicht für den Wettbewerb dort eignen (schließlich müssen sie auch den Daytona Prototypes „passen“ und sollen einen gleichmäßigen Wettbewerb zwischen beiden ermöglichen); in diesem Fall müssten LMP2-Teams für Le Mans einen anderen Reifen testen und auswählen und das Auto auf diesen abstimmen, was erhöhte Kosten und damit eine große Hürde für die Le Mans-Teilnahme amerikanischer LMP2-Teams darstellt.</p> <p>Auch für den Delta Wing wird Continental gesonderte Reifen herstellen müssen, wenn dieses Projekt nicht mangels eines funktionsfähigen Motors über den Winter eingestellt wird. Details zum Continental-Deal gibt es a<a href=" http:="" target="\">bei SpeedTV.

Auch zum sportlichen Reglement gab es erste Veröffentlichungs-Häppchen (aaPressemitteilung hier</a>): Während in der Prototyp- und in der GTLM-Klasse die </span><b>Fahrerwahl</b><span> frei sein wird (min. 2, max. 3, bei 12h-Rennen max. 4, bei 24h-Rennen max. 5 Fahrer), darf in der Prototype Challenge und GT Daytona höchstens ein als Platin oder Gold eingestufter Pilot pro Wagen starten. Die IMSA stellt hierzu eine eigene Fahrer-Einstufung auf Basis der FIA-Regeln zusammen. Bei </span><b>Boxenstopps</b><span> dürfen sechs Personen am Auto arbeiten; zwei Schlagschrauber sind erlaubt und es darf gleichzeitig getankt und ein Reifenwechsel vorgenommen werden, was aktuell in den Le Mans-Serien verboten ist.</span></p> <h2>ALMS</h2> <p><a href=" http:="" rel='\"attachment'>551P2_6P1_checkerIm Vorjahr boten Dyson und Muscle Milk Racing auf dieser Strecke das knappste Finish der ALMS-Geschichte: Um 0.083 Sekunden schlugen Chris Dyson und Guy Smith damals Lucas Luhr und Klaus Graf. Ein solcher Ausgang ist in diesem Jahr unwahrscheinlich, denn mit Chris McMurry und Tony Burgess ist der Dyson-Lola-Mazda chancenlos gegen den Muscle Milk-HPD, wenn dieser hält (was in diesem Jahr bisher immer der Fall war). Mit technischen Problemen kämpft weiterhin der Delta Wing. Die LMP1 dürfte also leider für wenig Spannung sorgen.

Anders die LMP2: Die vier HPDs – je zwei von Level 5 und Extreme Speed Motorsports – sind inzwischen gleichermaßen siegfähig. Dreieinhalb von fünf Siegen gingen bisher an Level 5: In Lime Rock wurden den Siegern Tucker/Briscoe nachträglich zu Recht die Punkte aberkannt, weil Briscoe im Kampf um den Klassensieg den Extreme Speed-Wagen abschoss; doch wie in Amerika leider üblich, dürfen sie den unrechtmäßig erfahrenen Sieg trotzdem behalten. Jedenfalls steht es in der Meisterschaft nach fünf von zehn Rennen 95:88 für Level 5 in der Team-Wertung.

Da Ryan Briscoe sich beim IndyCar-Rennen in Toronto das Handgelenk gebrochen hat, hat Scott Tucker aals Ersatz Simon Pagenaud engagiert</a>, der mit seiner großen LMP-Erfahrung den Australier adäquat ersetzen können sollte. Er wird sich in der #552 mit Ricardo Gonzalez abwechseln, Tucker konzentriert sich ausnahmsweise auf die #551, anstatt beide Fahrzeuge zu pilotieren. Ich könnte mir vorstellen, dass auch taktische Erwägungen dahinterstecken, da es die Strategie des Teams oft einschränkt, dass Tucker in beiden Fahrzeugen die vorgeschriebene minimale Fahrzeit absolviert.</p> <p><span>Was die </span><b>GT-Klasse</b><span> angeht, ist die Road America in den vergangenen Jahren BMW-Land gewesen: 2010 und 2012 siegte das Rahal Letterman-Team mit dem M3 GT2, 2011 wurden die beiden Wagen durch den Risi-Ferrari knapp auf die Plätze 2 und 3 verdrängt. Der neue Z4 GTE hat sich in diesem Jahr bisher gut gemacht und konnte sowohl auf dem hakeligen Stadtkurs von Long Beach als auch auf der flüssigeren Strecke von Lime Rock siegen. Die Road America ist allerdings ein recht eigener Streckentyp, da sie lange Geraden mit relativ engen Kurven verbindet.</span></p> <p><a href=" http:="" rel='\"attachment'>4GT_6P1Großer Konkurrent von BMW ist Corvette Racing, die die anderen vier Saisonrennen gewonnen haben. Corvette führt die Team-Wertung mit 92:80 an; in der Fahrerwertung liegt jedoch BMW-Pilot Dirk Müller weiterhin knapp vor dem Corvette-Duo Gavin/Milner (70:65). Zwar ist es für die ALMS erst das sechste von zehn Rennwochenenden und damit gerade einmal Saisonhalbzeit, doch zwischen diesen beiden Teams geht es um jeden einzelnen Punkt im Kampf um die Meisterschaft.

Mit etwas Glück könnten auch die beiden SRT Viper an die starke Leistung aus Mosport anknüpfen, als sie die Pole holten und den Sieg knapp verpassten, aber beide Wagen aufs Podium zu stellen vermochten.

In der Prototype Challenge (die im kommenden Jahr in der USCR weiterleben wird) liegt wieder einmal CORE Autosport vorn, allerdings hat auch PR1 Mathiasen noch Titelchancen; beide haben zwei Siege auf dem Konto. In der GTC liegen Alex Job Racing (Bleekemolen/MacNeil) und Flying Lizard (Canache/Pumpelly) gleichauf bei 77 Zählern, ebenfalls mit je zwei Siegen.

Das Rennen der ALMS startet am Sonntag um 21 Uhr deutscher Zeit, Stream und Übertragung auf MotorsTV beginnen 15 Minuten vorher. Stream, Live Timing, Spotter Guide und alles weitere gibt es auf der aWebseite der ALMS</a>.</p> <h2>Grand-Am</h2> <p>Schon am Samstag tragen die beiden Serien der Grand Am ihre Rennen aus: Erst die Continental Tire Sports Car Challenge Series am frühen, dann die Rolex Sports Car Series am späten Nachmittag, genauer gesagt um 23 Uhr deutscher Zeit. Für sie ist das wunderbar unpassend betitelte „VisitFlorida.com Sports Car 250“ bereits das neunte Saisonrennen von insgesamt zwölf, die Saison wird bereits Ende September enden.</p> <p>14 Daytona Prototypes, 13 GT- und zwei GX-Boliden sind gemeldet. Das <b>DP-Feld</b> ist mit dem modifizierten Reglement, das seit Anfang 2012 in Kraft ist, also stabil geblieben und wird aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr den größeren Teil des Prototypen-Feldes der USCR stellen. Die Punktwertungen werden ausnahmsweise einmal nicht vom Ganassi-Team angeführt: Rojas/Pruett haben zwar zweimal gewonnen (unter anderem die 24h von Daytona), doch sie haben auch zwei Ergebnisse außerhalb der Top Ten in ihrer bisherigen Saisonbilanz. Dennoch gehören die beiden stets zu den Top-Favoriten.</p> <p>Aktuell Meisterschaftsführende sind nach ihrem Sieg beim letzten Rennen in Indianapolis Ryan Dalziel und Alex Popow für Starworks, die wie das Ganassi-Team einen Riley-BMW einsetzen. Ebenfalls sehr gut positioniert sind Gurney/Fogarty für GAINSCO/Bob Stallings, ebenfalls eines der langjährigen Top-Teams der Serie und in dieser Saison mit bisher einem Sieg. Je zwei Siege können Angelelli/Taylor (Wayne Taylor Racing) und Fittipaldi/Barbosa (Action Express) aufweisen, beide setzen auf den Corvette DP.</p> <p>Einige weitere in Europa bekannte Namen sind außerdem dabei: 8 Star Motorsports setzt auf der Road America wieder einmal auf Sebastien Bourdais als Gaststarter; Stephane Sarrazin gehört in diesem Jahr bereits zur Stammbesetzung des Teams. Außerdem hat sich das zweite Starworks-Team mit Brendon Hartley und wechselnden Partnern (diesmal Scott Mayer) in den letzten zwei Rennen endlich aus dem Mittelfeld lösen können; bei den 6h von Watkins Glen reichte es mit dem dritten Fahrer Pierre Kaffer erstmals für einen Podiumsplatz. Richard Westbrook und Ricky Taylor sind die „dritten Männer“ für die GTE-Corvettes in Le Mans 2012 und 2013 gewesen.</p> <p>Die DP-Kategorie ist aufgrund des Reglements von der Technik her sehr ausgeglichen ist, das Fahrerfeld ist bunt durchmischt. Mehrere der aufgezählten Teams sind an diesem Wochenende als Siegkandidaten zu nennen und auch die Meisterschaft ist noch lang nicht entschieden.</p> <p>Auch die <b>GT-Klasse</b> ist breit aufgestellt: Andy Lally und John Potter im Magnus-Porsche führen trotz Sieglosigkeit, aber mit Konstanz, die Meisterschaftswertungen an, knapp gefolgt von Edwards/Liddell im Stevenson-Camaro mit vier Siegen (aus acht Rennen), aber auch zwei 15. Plätzen. Auch die Ferrari 458 von Scuderia Corsa (mit Alessandro Balzan und diesmal Leh Keen) und AIM Autosport (mit Assentato/Lazzaro) sind ohne Siege noch in Reichweite zur Tabellenspitze. Paul Dalla Lana und Bill Auberlen sind, wenn sie zusammen antreten, auch stets zu beachten (bereits zwei Siege in dieser Saison).</p> <p>Außerdem dabei sind diesmal: Maxime Martin im zweiten Turner-BMW M3 und der zweite Mühlner Motorsport-Porsche mit Tim Bergmeister und Jeroen Bleekemolen. Einige Fahrer sind an diesem Wochenende doppelt beansprucht, unter anderem der bereits angesprochene Maxime Martin. Bill Auberlen, John Edwards und Spencer Pumpelly werden a<a href=" http:="" target="\">sogar in drei Serien (ALMS und beide Grand Am-Rennen) am Start stehen.

Das Rennen der Rolex Sports Car Series startet am Samstag um 23 Uhr deutscher Zeit und ist auf MotorsTV live zu sehen.

Rückblick: Asian Le Mans Series in Inje

Der Vollständigkeit halber ganz kurz ein Rückblick auf das erste Rennwochenende der Asian Le Mans Series im südkoreanischen Inje. Tatsächlich traten nur ganze acht Wagen das 3h-Rennen auf dem neuen Kurs namens „Inje Speedium“ an, davon zwei LMP2-Boliden und ein GTE-Ferrari. Der Sieg ging an das chinesische KCMG-Team mit Gary Thompson, James Winslow und dem sechzehnjährigen Akash Nandy. Die schnellste Runde, die dieses Team drehen konnte, war knapp drei Sekunden schneller als die des OAK Racing-Teams; beide starteten mit einem Morgan-Chassis, KCMG mit Nissan-Motor, OAK mit Judd-Aggregat. Bei OAK Racing kamen außerdem fünf Minuten mehr Boxenstandzeit zusammen, sodass sich insgesamt ein Abstand von fünf Runden akkumulierte, was am Ende nur Gesamtrang 3 bedeutete.

Gesamt-Zweiter wurde AF Corse mit dem GT3-Ferrari und Rugolo/Bertolini/Wyatt, ebenfalls fünf Runden vor dem nächsten Klassen-Konkurrenten. Der einsame GTE-Ferrari des Taisan Ken Endless-Teams erreichte Gesamtrang vier. Zwischen den beiden Ferrari 458-Varianten lagen in der schnellsten Rundenzeit nur drei Zehntel (zugunsten der GTE-Variante).

Das nächste Rennen der Asian Le Mans Series wird am 22. September in Fuji ausgetragen. Dann sollen 8 bis 10 Fahrzeuge mehr am Start stehen, allesamt Gaststarter aus der GT300-Klasse der beliebten Super GT-Serie. Doch was kommt danach?

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August 20 2012

15:49

ALMS: Road America 2012

Die Rennen in Road America waren schon immer für knappe Finishes bekannt. Aber am Wochenende hat die ALMS den knappsten Zieleinlauf in ihrer Geschichte erlebt.

Das Vier-Stunden-Rennen in Road America begann in der LMP1 eigentlich so, wie alle Rennen in diesem Jahr. Der Muscle Milk HPD mit Luhr/Graf stand auf der Pole und dies auch mit der bei weitem besten Zeit. Die Lola B12 von Dyson konnten auf der knapp sieben Kilometer langen Strecke nicht mithalten, und stellten sich hinten an. Die erste Stunde verlief dann auch relativ unspektakulär. Das Team von Greg Pickett hatte die Sache im Griff und führte mit deutlichem Abstand. Doch dann brach ein Kühlschlauch am Honda-Motor und Lucas Luhr musste die Box ansteuern. Die Crrew schraubte wie verrückt, doch am Ende lag der HPD vier Runden zurück. Was folgte, war eine furiose Aufholjagd, die auch das wahre Potential des Wagens zeigte.

Lucas Luhr und Klaus Graf fuhren reihenweise Rundenbestzeiten und knallten um den Kurs, als seinen sie in der Qualifikation. Das Tempo konnte der Dyson vorne nicht mitgehen, also verließ man sich auf ein gutes Durchschnittstempo und eine konservative Strategie, die dem Team möglichst viele Optionen offen hielt. Es war teilweise geradezu nervenaufreibend, was Luhr und Graf mit dem HPD anstellten und so arbeiteten sie sich Runde um Runde weiter nach vorne. Dazu kamen dann zwei SC-Phasen, die dem Mucsle Milk Team halfen, den Rückstand zu verkürzen. Vor allem die letzte Unterbrechung rund 20 Minuten vor Schluss war ein Segen für das Team. Denn erst jetzt konnte sie aufschließen und tatsächlich bestand noch Aussicht auf den Sieg. Der HPD robbte sich immer weiter an den Lola heran, die letzten Runden waren dann geradezu Wahnsinn.

Dank You Tube gibt es die letzte Phase des Rennens komplett zu sehen. 20 Minuten, die sich lohnen!

Auffallend war, dass der Dyson-Lola sich in den letzten Runden relativ gut vor dem HPD-Honda halten konnte. Luhr versuchte alles und war besonders im engen Infield etwas besser, aber am Kurvenausgang schien der Lola ein paar Vorteile zu haben. Guy Smith fuhr dabei ein grandioses Finish und positionierte den Lola immer so, dass Luhr mit einem Rempler vorbei gekommen wäre. Der Deutsche blieb aber fair und so ging der Sieg in diesem Jahr zum ersten Mal an den Dyson und das mit einem Vorsprung von gerade einmal 83 Tausendstel.

In der LMP2 gab es den gewohnten Zweikampf zwischen dem Conquest Morgan-Nissan, der von Martin Plowman und David Heinermeier-Hanson pilotiert wurde, und beiden Level 5 HPD-Honda, wo sich Scott Tucker die Cockpits mit Luis Diaz und Christophe Bouchut teilte. Tucker/Bouchut waren eigentlich die schnellere Variante, aber beide HPD hatten im Rennen mit massiven Problemen zu kämpfen. Bouchut hatte sich bei einer Berührung einen kleinen Schaden an der linken Hinterradaufhängung zugezogen und stand deswegen länger an der Box. Auch beim zweiten HDP gab es Probleme mit starken Vibrationen, weswegen beide Autos mir 2 bzw. 3 Runden Rückstand hinter dem Conquest Wagen gewertet wurden. Für Scott Tucker also ein Tag zum Abhaken.

In der GT-Klasse ging es wie üblich recht bunt zur Sache. Die beiden Flying Lizard Porsche erwiesen sich auf der Strecke als die besten Fahrzeuge, knapp gefolgt von der Corvette. Aber beim Rennen in der GT-Klasse ging es vor allem um die richtige Strategie. Überraschenderweise konnten die BMW an diesem Wochenende mal richtig mithalten. Mir ist nicht bekannt, ob die BMW in Sachen BoP etwas mehr Dampf bekommen haben, oder ob das Rahal-Letterman-Team einfach noch etwas gefunden hat. Jedenfalls blieben die M3s in Schlagdistanz und somit auch gefährlich. Eine Chance gegen die Porsche hatte man in Sachen Speed nicht, aber man setzte auf eine etwas verschobene Strategie, was das Rennen in der GT-Klasse dann teilweise auch etwas unübersichtlich machte. Wie auch in der LMP1 entschied sich der Sieg nach der letzten SC-Phase. Die kam für die Porsche außerordentlich ungünstig, so dass plötzlich die BMW wieder vorne waren. In den letzten Runden schob sich der 911er mit Bergmeister/Long zwar wieder ran, aber er konnte den Abstand nicht so weit verkleinern, dass man hätte überholen können. Auf P3 landete das Duo Overbeeck/Sharp mit dem Ferrari.

Mal abgesehen vom spannenden Finish hatte das Rennen in vier Stunden durchaus seine Längen. Die Aufholjagd von Luhr/Graf sorgte erst in der letzten Stunde für so etwas wie Spannung an der Spitze. Aber so ist das bei Langstreckenrennen halt oft.

Das nächste Rennen ist in 14 Tagen auf dem Stadtkurs von Baltimore. Es folgen dann noch ein Rennen in Virgina (15.9) und das Petit Le Mans (20.10).

Anmerkung: Es gibt leider keine Bilder, weil die ALMS es auch nach zwei Tage nach dem Rennen nicht schafft, Material hochzuladen. Dem Meisterschaftstand hat man auch noch nicht aktualisiert.

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August 22 2011

06:46

ALMS: Fotofinish in Road America

Gleich in zwei Klassen gab es ein extrem spannendes Finish beim ALMS Rennen auf dem Kurs von Road America. Aber auch die oft kritisierte LMPC Klasse überraschte.

Groß ist das Starterfeld der LMP-Klassen in der ALMS ja nicht gerade, aber das reicht dennoch um spannende Rennen zu produzieren. Die Eigenart der US-Serien, das Feld gegen Ende des Rennens mal wieder zusammen zu führen, sorgt halt auch dafür, dass die Rennen am Ende immer wieder extrem eng sind. In der LMP1 prügeln sich regelmäßig der Dyson Lola mit Smith/Dyson und der Muscle-Milk Aston mit Graf/Luhr am Steuer um den Sieg. Dank der BoP sind beide Wagen ungefähr gleich auf und der alte Aston Martin mit 12 Zylinder zeigt, zu welchen Leistungen er noch in der Lage ist. Kein Wunder, dass er Aston selber ihn jetzt wieder ausgegraben hat und auch in der LMS einsetzen wird. Dennoch wurde es ein hartes Rennen für die deutschen Fahrer.

Schon in den ersten Kurven wurde klar, dass das kein einfaches Rennen für den Aston Martin wird, der sich die Pole geholt hatte. Doch nach drei Kurven war man die Führung schon wieder los. Steven Kane im zweiten Dyson-Lola schien seine Dunlop-Reifen schneller auf Temperatur bekommen zu haben und stach in T3 innen durch. Kane konnte seine Führung auch bis zur ersten Gelbphase nach wenigen Runden verteidigen und der Restart zeigte dann wieder ein ähnliches Bild. Zunächst spielte Klaus Graf das überlegende Drehmoment seines Wagens aus, doch Kane konterte wieder in T3 und ging erneut in Führung. Kane konnte den Vorsprung auf Graf sogar leicht ausbauen, was allerdings vermutlich auch etwas damit zu tun hatte, dass Klaus Graf in seinen ersten Stint auch etwas spritsparender unterwegs war, denn der 6 Liter Motor des Aston braucht dann doch etwas mehr, als die 2-Liter Mazda Maschine im Dyson.

Das Rennen plätscherte lange ein wenig vor sich hin, auch wenn es an der Box von Muscle Milk beim ersten Stopp jede Menge Aufregung gab, als am Benzineinlass beim Tanken ein kleines Feuer entstand. Steven Kane konnte in seinem Dopplestint die Führung locker verteidigen und übergab dann an seinen Partner Humaid al Masaood übergab. Doch der zerlegte den Lola dann in Führung liegend so dass der Aston dann in Führung ging.

Diese verteidigte die Mannschaft dann auch, auch wenn Chris Dyson von hinten teilweise ordentlich Druck machte. So richtig in Schwung kam das Duell jedoch in den letzten 45 Minuten, als man während der letzten Caution zusammen an die Box kam. Der Aston hatte aber nur noch gebrauchte Reifen, während der Dyson auf frischen Pneus unterwegs war. Es entwickelte sich ein enges, hartes aber immer faires Duell zwischen beiden auch in der Meisterschaft führenden Teams. In der letzten Runde hing Dyson mit seinem Lola im Zentimeterabstand hinter dem Aston und suchte seine Chance. Gleichzeitig hatte man bei Mucsle Milk Sorgen, dass der Sprit mal wieder ausgehen würde. So wie im letzten Jahr, als man zwei Kurven vor Schluss den sicher geglaubten Sieg abgeben musste, weil der Tank von Klaus Graf trocken war. Doch dieses Mal reichte es für den Aston und er gewann mit gerade mal einem Zehntel Vorsprung vor dem Lola-Mazda.

GT
In der GT-Klasse gab es die üblichen Raufereien zwischen den BMW, Corvette und Ferrari. Zunächst hatten die Corvette die Nase vorne, allerdings nur sehr knapp vor den BMW, die im Laufe des Rennens dann die Oberhand gewannen. Wie eng es zugeht konnte man nach einer Stunde sehen, als Toni Vilander um F458 und Oliver Gavin in der Corvette sich nach einem Boxenstopp in der ersten Kurve nicht einig waren und beide sich fast drehten. . Was dem BMW mit Bill Auberlen erlaubte in Führung zu gehen.

Etwas als sonst sah man von den Porsche, die immerhin mal wieder um einen Podiumsplatz kämpfen konnten. Der Flying Lizard 911er mit Jörg Bergmeister und Patrick Long lag bis weniger Minuten vor Schluss auf Platz 3, musste sich aber am Ende doch mit P4 begnügen, weil der heranstürmenden zweiten BMW nicht aufhalten konnte. Mehr war für Porsche nicht zu holen, an einen Sieg war eh nicht zu denken, auch wenn man etwas dichter dran war.

Während die Corvette vorne gegen Ende des Rennens mal wieder Probleme hatten, entwickelte sich ein schöner Kampf zwischen beiden BMW und dem Ferrari F458 von Risi Competizione. Offenbar hat man bei Ferrari in den letzten Wochen jene Leistung gefunden, die man bisher vermisst hatte. Ferrari selber hatte zugestanden, dass der Motor noch nicht die Leistung bringt, die man sich erhofft, und man einige Wochen hinter dem Zeitplan hängt. Das Problem scheint sich erledigt zu haben, denn nach der letzten Caution rang der Ferrari den BMW mit Dirk Werner nieder und erarbeitete sich auch noch eine gemütliche Führung von knapp 9 Sekunden, was in der engen GT-Klasse ja nicht gerade wenig ist. Wenn man bedenkt, dass der F458 gerade seine erste richtige Saison fährt, kann man sich vorstellen, was da im nächsten Jahr noch kommen wird. BMW und Chevrolet werden sich warm anziehen müssen, ob Porsche mit dem neuen GTR, der im Moment getestet wird, wieder um Siege kämpfen kann, wird man sehen müssen.

LMPC

In der LMPC gewann der PR1/Mathiasen Motorsport Wagen mit Butch Leitzinger und Rudy Junco Jr. am Steuer. Das war nicht gerade überraschend, die Endposition des Wagens jedoch schon. Weil in der P1 und P2 mal wieder wenig Wagen unterwegs waren, die dann auch noch Probleme hatten, gelang es dem LMPC einen beeindruckenden dritten Platz in der Gesamtwertung einzufahren.

Dabei war der Sieg von Leitzinger/Junco in der Klasse lange gar nicht so sicher. Denn das Team der #63 Genoa Racing übte lange massiv Druck aus, und konnte ein ums andere Mal auch die Führung in der Klasse erlangen. Erst nach der letzten Caution setzte sich Junco ab und konnte den Sieg festzurren.

GTC
Die GTC zeigte auch mal wieder ein spannendes Rennen, aber die letzte Runde toppte dann doch alles. Jeroen Bleekemolen lag in der letzten Runde auf P3, schappte sich aber zunächst den zweitplatzierten um dann zwei Kurven vor Schluss den Führenden zu überholen. Der rächte sich mit einem kleinen Stupser in der letzten Kurve, doch der Niederländer konnte trotz eines schleichenden Plattfuss noch den Sieg holen.

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June 24 2011

15:21

NASCAR: Vorschau Sonoma 2011

Das kommende Wochenende entschädigt höchstwahrscheinlich für die drögen Nummern in Pocono und Michigan, denn es ist endlich wieder Rundstrecken-Zeit in der NASCAR! Samstag fährt die Nationwide Series auf der legendären Road America, während am Sonntag der Sprint Cup im kalifornischen Sonoma die Reifen qualmen lässt.

Für die eine Gruppe von Fans beginnt am heutigen Freitag eine ganz besondere Zeit in der NASCAR, denn am Wochenende steht das erste von nur zwei Rundkursrennen der Cup-Saison an. Traditionell beschließt dann später im August Watkins Glen diese – durch so wunderbare Rennen in Daytona und Indianapolis unterbrochene – Phase. Doch es gibt auch eine zweite Meinung, welche sich nicht so sehr mit den Auftritten abseits der so prominent vertretenen Ovale anfreunden kann.

Grundsätzlich sollte man dabei aber bedenken, dass die Rundkurse schon seit der Gründung der NASCAR 1948 eine (wenn auch kleine) Rolle spielen und diese Art des Racings somit ebenfalls über eine Menge Tradition verfügt sowie ihre Daseinsberechtigung besitzt. Streng genommen war sogar die erste Daytona-Strecke, welche mittels zweier Kurven den Strand der Stadt mit der Hauptstraße verband, trotz ihrer Form ein Rundkurs! So sagt es dann auch der Name „Daytona Beach Road Course“. Außerdem sehr populär war der Riverside International Raceway, welcher 1989 leider zugunsten des Baus eines Einkaufszentrums abgerissen wurde und lange Zeit sogar mit zwei Saisonrennen im Kalender vertreten war.

Das Jahr des letzten Rennens in Riverside sah gleichzeitig das Debüt des Sears Point Raceway, heute dank Streckensponsoring als Infineon Raceway bekannt. Der gut 4km lange Rundkurs war sozusagen der Ersatz für die Traditionsstrecke im stetig wichtiger gewordenen Markt an der kalifornischen Westküste. In der adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Von der Nationwide Series in Road America wird leider nur das Rennen selbst im TV übertragen. Was den Sprint Cup betrifft, so ist zwar alles zu sehen, allerdings mit teils großer Verzögerung: Das Qualifying findet zum Beispiel um 00:40 Uhr statt, wird aber erst am Samstag um 5 Uhr morgens zu sehen sein. Ich kann mir dieses Muster im Moment nur mit der Zeitverschiebung zu Kalifornien erklären. Vermutlich hat SPEED nur zu den regulären Zeiten entsprechende Kapazitäten frei und musste die Ausstrahlungen daher entsprechend verschieben. In Sonoma hat man anscheinend keine Möglichkeit alles vier Stunden später stattfinden zu lassen, damit es der Ostküste in den Kram passt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 24.06.
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
00:40 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED (TV um 5 Uhr!)

Samstag, 25.06.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 20:30 Uhr!)
19:45 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED (TV um 21:30 Uhr!)
21:05 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
23:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bucyrus 200), ESPN

Sonntag, 26.06.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Toyota/Save Mart 350), TNT / NASCAR.com RaceBuddy

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September 29 2010

11:25

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nun könnte es doch schon im kommenden Jahr so weit sein: Bernie Ecclestone hat im Interview mit der BBC verkündet, dass die FOTA möglicherweise schon 2011 alle Formel 1-Rennen in HD produzieren wird. Wenn auch die Aussage noch etwas schwammig wirkt: Denn im selben Atemzug meint er auch, dass es das Signal nur dann geben wird, wenn sichegestellt ist, dass alles in “Top Qualität” vorliegt – was “wahrscheinlich erst 2012″ der Fall sein dürfte. Immerhin: Fans hochauflösender Bilder dürfen nun wieder hoffen. Und mit ihnen sky, die sichsicher darüber freuen würden, dieses neue Feature exklusiv vermarkten zu können. (Vorsicht)

// Sofern sie denn überhaupt weiter übertragen: Denn laut Aussage von sky-Sportchef Carsten Schmidt in den Stuttgarter Nachrichten, steht die Formel 1 beim deutschen Bezahlfernsehen “auf dem Prüfstand“. Grund: Angeblich lassen sich mit der Königsklasse keine Neukunden gewinnen – der Erhalt von Bestandskunden spielt in diesem Kalkül wohl keine größere Rolle. Das Problem besteht vor allem auch darin, dass die Konkurrenz durch die Übertragung bei RTL im Free TV zu groß sei. Stattdessen will sich sky auf Sportarten konzentrieren, die in Deutschland nicht gratis zu empfangen sind. Wie gut diese Strategie bisher funktioniert hat, zeigt der durchschlagende Erfolg der sky-Übertragungen von NASCAR oder der Indycar-Series, aber auch der zahlreichen weiteren Sportarten, die derzeit im reichhaltigen, um nicht zu sagen “üppigen” Angebot des Senders zu bewundern sind. Natürlich kann man die Aussage auch als Taktik in den derzeit stattfindenden Verhandlungen mit Bernie Ecclestone betrachten – aber wären da die “Stuttgarter Nachrichten”, bei allem Respekt, wirklich das Medium der Wahl? Siehe dazu auch der Eintrag von gestern. (Vorsicht)

// Wie jedes Wochenende auch diesmal ein Korea-Update. Auf einer lokalen Internetseite ist ein Video davon aufgetaucht, wie die Strecke angeblich am 23.9. ausgesehen haben soll. Für alle, die Probleme mit der hierzulande äußerst langen Ladezeit haben: Die Strecke sieht so aus, als habe sich seit Chandhoks Demo-Run nicht besonders viel verändert. Überall stehen Baumaschinen herum, die Streckenbegrenzungen sind zum Teil noch unverankert, Auslaufzonen unbefestigt und die oberste Asphaltschicht liegt auch noch immer nicht. Neu: Einige sehr unschöne Schlaglöcher in der Sicht darunter, die angeblich vom unsachgermäßen Einsatz schweren Baugeräts stammen sollen. Auch Bernie Ecclestone kommentierte die Wahrscheinlichkeit, dass das Rennen stattfinden wird in Singapur eher verhalten – wenn auch weiterhin eher davon augegangen wird, dass am Ende doch alles knapp gutgeht. Der Inspektionstermin wurde jedenfalls schon mal auf den Montag nach dem Japan-GP verschoben. Was im Grunde für ein Rennen spricht – denn eine Absage zu derart später Stunde kann sich wohl keiner leisten. (Vorsicht)

// Weitere Streckennews gibt es gleich im Viererpack:
1. war die BBC gemeinsam mit Karun Chandhok zu Gast auf der indischen Baustelle, wo innerhalb des nächsten Jahres ein Formel1-Strecke entstehen soll. Und das Video zeigt, dass auch dort noch so Einiges zu tun bleibt. Ein Höhenterrain für die Bahn wurde wohl geschaffen, und die Streckenführung wohl mittlerweile notdürftig befestigt. Allerdings: Bisher steht kein einziges Gebäude. Dort, wo in Kurve Eins eine Senke entstehen soll, befindet sich derzeit ein kleiner See. Aber auch, wenn nach dem Desaster um die heuer von Indien ausgetragenen Commonwealth-Spiele und den langsamen Baufortschritt in Korea  im Fahrerlager einige Fragezeichen um den GP aufgekommen sind: Noch ist wohl ausreichend Zeit, um rechtzeitig fertig zu werden.

2. Ist erstaunlicherweise noch immer unklar, ob der erfolgreiche Grand Prix in Singapur auch nach Auslaufen des aktuellen Vertrages im Jahr 2012 weiter ausgetragen wird. Der Handels- und Industrieminister des Stadtstaates hat sich in einem Interview mit den Straights Times (via crash.net) jedenfalls ein wenig vorsichtig geäußert, und von einer “robusten Kosten-Nutzen-Analyse” gesprochen, die man zu diesem Thema durchführen will. Anders ausgedrückt soll das wohl heißen, dass man sich von Bernie Ecclestone einen besseren Vertrag erwartet, wenn er das von ihm als “Kronjuwel” bezeichnete Rennen noch länger durchführen will.

3. Gleichzeitig stehen möglicherweise schon wieder neue Austragungsorte vor der Tür: Wie Joe Saward berichtet, war der Premierminister des wohlhabenden afrikanischen Inselstaates Mauritius zu Gesprächen in Singapur vor Ort. Die Insel hat sich in den vergangenen Jahren als Sponsor diverser Nobelsport- und Kulturevents, wie etwa dem Pferderennen in Ascot oder den Filmfestspielen in Cannes einen Namen gemacht, und könnte daran interessiert sein, ihr Tourismusproil mit einem Formel 1-Rennen zu steigern. Und für die Königsklasse könnte ein WM-Lauf einen glamourösen Weg darstellen, auch in Afrika präsent zu sein.

4. Der Traditionsstrecke in Snetterton steht über den Winter ein Umbau bevor. Jonathan Palmer, Besitzer von MotorsportVison, denen wiederum die Strecke gehört, hat gegenüber Autosport bekannt gegeben, dass die Bahn und auf den Stand einer FIA Frade 2-Lizenz gebracht werden soll. Damit wäre man dann berechtigt, alle Wettbewerbe unterhalb der Formel 1 auszutragen. Der traditionalle Streckenverlauf soll weitgehend bestehen bleiben, einzig Kurve zwei wird zu einer Haarnadel umgebaut, die in einen neuen Streckenteil münden soll. Außerdem soll aus der Schikane vor Start und Ziel eine enge Linkskuve werden – ein Plan findet sich im verlinkten Autosport-Artikel. Palmer hofft unter anderem darauf, auf der “neuen” Strecke ein DTM-Rennen auszurichten. (Vorsicht)

// Die Auto GP-Serie hat es zwar nicht geschafft, am Wochenende eine Liveübertragung ihres Rennen auf der neuen Bahn von Navarra zu produzieren, hat aber wohl große Pläne für 2011. So wurde in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass für das kommende Jahr ein Stadtrennen auf dem Kurs in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geplant ist. Wann, und im Rahmenprogramm welcher größeren Serie  der Lauf stattfinden soll, ist noch unklar. Bisher war auf dem “Bukarest Ring” in den Jahren 2007 und 2008 zweimal die FIA GT, Vorgängerin der aktuellen GT1 WM zu Gast. (Vorsicht)

// Auch bei den Indycars tut sich Einiges: Zwar ist immer noch unklar, wo das Saisonfinale 2011 stattfinden wird, allerdings blickt Serien-CEO Randy Bernard schon weiter in die Zukunft. Und da scheint er sehr interessiert, den Traditionskurs von Road America wieder in den IRL-Kalender aufzunehmen. Problem: Die Strecke liegt ein wenig abseits größerer Bevölkerungszentren, und tut sich schwer, einen zahlungskräftigen Promoter zu finden. (Vorsicht)

// Aktueller gibt es zu vermelden, dass Ana Beatriz und Sebastian Saavedra in Homestead wieder im Cockpit sitzen werden. Die Brasilianerin übernimmt dank “bigger cheque”, wie Paul Tracy etwas frustriert twittert, den Dreyer & Reinbold Wagen des nach wie vor nicht fahrbereiten Mike Conway. Und Sebastian Saavedra wird im zweiten Conquest-Wagen Platz nehmen. (Vorsicht)

// Außerdem sind mal wieder ein paar TV-Quoten bekannt geworden. Demnach hat sich die Zuseherzahl für die IRL auf Versus in diesem Jahr um 15 Prozent erhöht. In ganzen Zahlen ausgedrückt klingt die Sache dann allerdings weniger beeindruckend: Im Schnitt haben 2010 366.000 Zuseher bei Versus eingeschalten – 2009 waren es nur 319.000. (Vorsicht)

// Sicher ist derweil, dass Lotus (also die, die in der F1 unterwegs sind, glaube ich, nicht die anderen) ein weiteres Jahr bei KV-Racing angedockt haben. Vielleicht kommt Takuma Sato ja 2011 etwas häufiger in Ziel. (Don)

// In der Superleague Formula ist derweil zwar noch nicht klar, wo in einenhalb Wochen des zweiten Rennen der China-Tournee stattfinden wird (mutmaßlich im Transportflugzeug Richtung Europa, gerüchteweise aber vielleicht auch im olympischen Ruder- und Kanupark Shunyi nahe Beijing): Dafür ist nun immerhin bekannt, dass WSbR-Titelkandidat Esteban Guerrieri beim Lauf im innermongolischen Ordos am kommenden Wochenende den Wagen des PSV Eindhoven pilotieren wird, in dem in dieser Saison zuvor schon Hywel Lloyd und Narain Karthikeyan Platz genommen hatten. Auch sonst gibt es ein paar Verschiebungen: Vorjahreschampion Adrian Vallés kehrt im Cockpit von Sporting Lissabon in die Serie zurück,  Frank Pereira wird für Bordeaux starten, Andy Soucek für Flamengo un Ben Hanley wird im Olypmpiacos-Auto wieder Chris von der Drift ersetzen.  (Vorsicht)

// Trevor Bayne ist sein Cockpit bei Diamond-Waltrip in der Nationwide Serie los. Den Rest der Saison wird Ryan Truex, der ältere Bruder von Martin Truex jr. hinter Steuer sitzen. Etwas mehr Hintergründe gibt es bei NASCAR Insider. (Don)

// Noch eine Entlassung: Brain Scott, in der Rookie-Wertung gar nicht so schlecht, fährt nicht mehr für Braun Racing. Die Entscheidung hat wohl etwas mit dem Verkauf des Teams an Turner Motorsport zu tun, richtige Klarheit gibt es diesbezüglich aber noch nicht. (Don)

// Der als “The Stig” bekannt gewordene Ben Collins wird beim Saisonfinale der BTCC einen dritten Airwaves BMW pilotieren. Collins, den man sonst von den Rennstrecken eher nicht so kennt, wird aber nur dieses eine Rennen abliefern. (Don)

// Volvo hat bekannt gegeben, dass man 2011 werksseitig in die WTCC einsteigt. Auch wenn man erst einmal nur mit einem Wagen an den Start geht, sind das gute Nachrichten für die Serie, zu mal es weder von Seat noch von BMW eine Zusage für 2011 gibt. Fahrer wird Robert Dahlgren sein. (Don)

// Sehr interessantes Interview mit Ferdinand Piëch in der AMS. Im vorletzten Absatz lässt er durchblicken, dass der VW Konzern gerne Audi und Porsche in Le Mans sehen würde. Audi mit dem Diesel, Porsche mit einem Benzinmotor, vermutlich aber ein Hybrid. Das ist das erste Mal, dass etwas über die neue Motorsportstrategie von VW durchsickert. Ein Verantwortlicher bei Porsche Motorsport hat mir gegenüber vor ein paar Wochen schon mal angedeutet, dass Porsche mit dem Hybrid noch einiges vor hat und das sich das nicht nur auf den bekannten Hybrid 911er beziehen würde. Ich vermute mal, dass Porsche auf Dauer an einem neuen Prototypen arbeiten wird. Ob das schon 2011 so weit sein wird, bleibt abzuwarten, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Man wird erst mehr Erfahrung mit dem 911er suchen, bevor man einen komplett neuen Motor für einen LMP1 bauen wird. (Don)

// DTM Kalender 2011.
01. Mai -Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
15. Mai -Circuit Park Zandvoort (NL)
05. Juni – Red-Bull-Ring Spielberg (A)
19. Juni – EuroSpeedway Lausitz (D)
03. Juli – Norisring (D)
17. Juli – Showevent Olympiastadion München (D)
07. August – Nürburgring (D)
04. September – Brands Hatch (GB)
18. September – Oschersleben (D)
02. Oktober – Valencia (E)
23. Oktober – Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
06. November – Shanghai (CN)

August 19 2010

16:00

Sportwagen-Vorschau: LMS in Budapest, ALMS in Elkhart Lake

Dank einer grandiosen organisatorischen Leistung von IMSA und ACO werden am Sonntagabend Le Mans-Sportwagen beiderseits des Atlantiks gleichzeitig unterwegs sein.

Zunächst zur europäischen Le Mans-Serie. Die hat sich dieses Jahr einen Termin auf dem Hungaroring gesichert, einer Strecke, die aus der Formel 1 für ihre vielen Kurven und wenigen Geraden und die daraus resultierende Überholproblematik bekannt ist. Sportwagen sind da zwar etwas weniger empfindlich als die Monoposto-Königsklasse, dennoch dürfte das enge Layout das Rennen entscheidend beeinflussen, und zwar beim Überrunden. Für alle Fahrzeuge, zu Überrundende und Überrundende, wird das ein langer, anstrengender Abend, der viel Geduld erfordert. Zumal der Hungaroring ja auch nicht wenig anspruchsvoll ist.

Ja, richtig: Abend. Wie schon in der Algarve vor einigen Wochen fährt man wieder in die Dunkelheit hinein, Start wird um 18 Uhr sein, die Zieleinfahrt sollte entsprechend zwischen 21:30 und 22 Uhr anstehen. Eurosport wird auch leider wieder nur diese halbe Stunde übertragen.

Am Start sind 38 Fahrzeuge, Kruse-Schiller Motorsport hat heute abgesagt; offizielle Begründung: zwei der Stammfahrer sind nicht verfügbar. Es gibt allerdings die aamericanlemans.com/live</a> gestreamt. Alles Weitere zur ALMS gibt es im <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Race Hub, das LMS-Timing findet sich auf

June 22 2010

16:30

NASCAR: Analyse Sonoma 2010

Zwei actionreiche Rennen bot die NASCAR am Wochenende bei den ersten Ausflügen des Jahres auf Rundkursen. Dabei wiesen die Meisterschaftsläufe von Nationwide Series und Sprint Cup erstaunliche Parallelen auf und hatten auf ihre Art quasi jeweils einen „first time“-Sieger.

Zwei Rundkursspezialisten, die fast gewonnen hätten wäre das Pech nicht hinzu gekommen, Dreher teilweise fast im Minutentakt, eine Unterbrechung des Rennens wegen einer Massenkarambolage und am Ende einen Sieger, für den es auf eine bestimmte Art und Weise das erste Mal war. Damit könnten jetzt im Prinzip beide Rennen des Wochenendes gemeint sein, da sich große Teile der Action des Nationwide Rennens bei den Cup-Stars wiederholten. Am Samstag war es Carl Edwards, der das Rennen auf der Road America in Elkhart Lake, Wisconsin gewann und damit den ersten Sieg für Ford in diesem Jahr einstrich. Dabei hätte auch Jacques Villeneuve am Ende in der „victory lane“ landen können, wäre ihm nicht wenige Runden vor Schluss der Motor hochgegangen. Zuvor musste er sich auch mit einem eingedrückten Kotflügel inkl. „tire rub“ auseinandersetzen.

Die turbulente Schlussphase, welche fast keine Runde ohne einen Dreher auf der Strecke sah, wurde nach einer Massenkarambolage in Runde 30 von 50 eingeleitet. Da gleich neun Wagen in diesen Unfall verwickelt waren, dauerten die Aufräumarbeiten einige Zeit, was NASCAR zu einer halbstündigen Unterbrechung des Rennens zwang. Außer Edwards und Villeneuve konnten auch Paul Menard und Brendan Gaughan mit einer Menge Talent aufblitzen, deren „road course“-Talent war mir bisher unbekannt. Weil Brad Keselowski als Dritter abgewinkt wurde, konnte Edwards nicht sonderlich viele Punkte auf den Meisterschaftsführenden aufholen. Keselowskis Vorsprung beträgt nach dem Rennen in Wisconsin und vor dem in New Hampshire nun immer noch gewaltige 272 Punkte. Der Dritte Justin Allgaier konnte nach einem Schaden an der Antriebsachse nur einen 35. Platz ins Ziel bringen. Die Strecke selbst erhielt von den Beteiligten gute Noten.

Das Cup-Rennen kam nach einem vorsichtigen Start dann doch noch richtig in Schwung

Der Sonntag gehörte dann dem Sprint Cup in Sonoma, der auch nicht zu wenig Action bot. Auffällig war aber, dass sich im Gegensatz zum Nationwide Rennen weniger Fahrer mit Drehern von der Strecke verabschiedeten. Das Fahrermaterial in der ersten Liga wartete also mit deutlich mehr Können und Klasse auf. Allerdings gab es auch Ausnahmen, z.B. schob Jeff Gordon gleich drei Konkurrenten während des Rennens auf uncharmante Art und Weise von der Piste. Martin Truex Jr sinnt derweil auf Rache und kommentierte die Szene im Boxenfunk auch nicht gerade familienfreundlich. Auch Brad Keselowski machte sich hier im Chat wohl keine Freunde, als er Mattias Ekström abräumte und ihn womöglich ein Top10/Top15-Ergebnis kostete. Am besten fange ich mit der Analyse aber ganz am Anfang des Rennens an:

Polesitter Kasey Kahne überstand an der Spitze nach dem Start keine komplette Runde und wurde ziemlich schnell von Jimmie Johnson überholt. Johnson kristallisierte sich schnell als einer der beiden Fahrer heraus, die es zu schlagen galt. Der andere Pilot war Marcos Ambrose, der mit Bestzeiten in allen drei Trainingssitzungen auf sich aufmerksam machte. Nur im Qualifying beraubte er sich mit einem Fahrfehler eines besseren Startplatzes und musste vom sechsten Rang ins Rennen gehen. Die erste Caution lies nicht lange auf sich warten, denn nach elf Runden wurden einige Fahrer zu ungeduldig. Eine Kollision beendete das Rennen für Kyle Busch, zwar kam er nach aufwändigen Reparaturen noch einmal zurück auf die Strecke, doch mit Rundenrückstand war maximal Platz 39 drin. Einige Fahrer nutzten diese frühe Gelbphase für erste Abstimmungsarbeiten am Auto, unter anderem Juan Pablo Montoya und Jeff Burton. Die Führenden blieben geschlossen auf der Strecke.

Diese unterschiedlichen Entscheidungen sorgten dann schon für eine Aufteilung der Strategien, weil das Rennen in einen ordentlichen Fluss kam. Ab Runde 27 waren die ersten Stopps unter grüner Flagge angesagt, aber nicht weil das Benzin knapp wurde. Die Reifen verloren auf der Berg- und Talbahn von Sonoma einfach zu schnell an Grip, was einen frühen Wechsel vorteilhaft machte. Beim „cycle-through“ übernahm dann in Runde 35 Tony Stewart kurzzeitig die Führung, bevor er sie zwei Umläufe später an Mattias Ekström abgeben musste. Der Schwede hatte in der ersten Gelbphase nachgetankt und konnte nun einige Führungskilometer sammeln. Da seine Reifen recht schnell nachließen, war Ekström den Platz an der Sonne aber schon in Runde 43 wieder an Jimmie Johnson los.

Denny Hamlin hatte genau wie seine anderen Gibbs-Teamkollegen eine Menge Pech

Einen Umlauf später bekam Denny Hamlin ein mehr oder weniger schlimmes Problem: Weil die Halterungen der Motorhaube versagten, klappte diese gegen die Windschutzscheibe. Hamlin musste unter Anleitung seines Spotters die Runde beenden und im Blindflug die Boxengasse ansteuern, wo sein Team die Haube wieder befestigte. Damit war das Problem gelöst, aber sofort tat sich ein weiteres auf: Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse war Hamlin zu schnell unterwegs und musste prompt noch eine Durchfahrtsstrafe absolvieren. Das alles brachte den Meisterschaftsanwärter so aus dem Konzept, dass am Ende nicht mehr als Platz 34 drin war. In der Punktetabelle kostete Busch und Hamlin das Sonoma-Rennen zwei Ränge, denn Konkurrent Jimmie Johnson konnte sich mit seinem späteren Sieg an beiden Fahrern vorbei auf Platz 2 hinter Kevin Harvick schieben.

Die lange Grünphase hielt derweil bis kurz nach Rennhalbzeit an und NASCAR kam der Dreher von Dave Blaney in Runde 58 vermutlich sehr gelegen, denn Johnson hatte sein Führungspolster mittlerweile auf 13 Sekunden ausbauen können. Der vierfache Meister war von seinem Crew Chief Chad Knaus aufgrund des großen Abstands angewiesen worden, die Reifen zu schonen und Benzin zu sparen, damit die #48 mit zwei Boxenstopps durchfahren könnte. Marcos Ambrose entschloss sich zwischenzeitlich anders und bog nur ein paar Runden zuvor mit einer Drei-Stopp-Strategie in die Boxengasse ab, wohl auch weil die neuen Reifen so gut funktionierten. Boris Said blieb während der Caution auf der Strecke und übernahm die Führung von Johnson, Ekström der weiterhin „out of sequence“ war, lag plötzlich auf Rang vier.

Said konnte die Führung exakt eine Runde lang verteidigen, bevor Marcos Ambrose zur Stelle war und von da an unwiderstehlich auf seinen ersten Cup-Sieg zufuhr. Nun begannen die lustigen fünf Minuten von Jeff Gordon: Zuerst legte er sich in Turn 7a mit Montoya an, was einen weiteren Konkurrenten auf der Außenbahn in einen Dreher zwang. Nur wenige Kurven weiter in Turn 11 räumte Gordon dann Martin Truex Jr ab, weil Ersterer in der Anfahrt der Haarnadelkurve einfach zu spät auf der Bremse war. Kurz danach in Runde 64 drehte sich Brad Keselowski von der Strecke und löste damit Gelbphase Nummer Vier aus. Beim folgenden Restart brach das totale Chaos aus, weil Boris Said einen Rückstau verursachte, der am Ende des Feldes einem Nebelunfall auf der A3 glich. Leider nahm diese Massenkarambolage auch den Rachsüchtigen Truex aus dem Rennen, der Jeff Gordon am liebsten noch vor New Hampshire ein weiteres Mal begegnet wäre.

Während der Aufräumarbeiten hatten die Gemüter ein wenig Zeit, um abzukühlen

Nach 20 Minuten Unterbrechung hatte das Streckenpersonal die Unfallstelle geräumt und gesäubert, sodass Marcos Ambrose in Runde 70 beim Restart das Feld anführen konnte. Schnell war Johnson auf Platz 2 zurück und das Favoritenduo fuhr gemeinsam an der Spitze Runde um Runde ab. Schon sieben Umläufe später begann eine neue Welle von „green flag stops“, die Montoya einleitete. Da noch ca. 30 Runden bis zum Ende des Rennens zu fahren waren, lag man somit nach einem Boxenstopps ab sofort im Benzinfenster, um bis zum Schluss durchzufahren. Auch Johnson und Ambrose nutzten diese Möglichkeit, was dann nacheinander Clint Bowyer und Elliott Sadler und Boris Said beim „cycle-through“ einige Führungsrunden bescherte. Robby Gordon, der spätere Zweitplatzierte, hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt schon still und heimlich in die Top5 gefahren.

Die Sonoma-Pechsträhne von Joe Gibbs Racing setzte dann Joey Logano im dritten JGR-Toyota fort. Montoya nahm den Rookie des Vorjahres aus dem Rennen und wünschte dessen Vater Tom über Funk einen fröhlichen Vatertag – auch nicht unbedingt eine nette Aktion. Loganos Rennen war damit genauso wie das seiner Teamkollegen gelaufen, am Ende kam er auf Rang 33 an. Die dadurch ausgelöste fünfte Caution war in Runde 88 beendet und Boris Said verlor seine Führung recht schnell wieder an Marcos Ambrose und Jimmie Johnson, während er sich selbst mit Brad Keselowski um Platz 3 prügelte. Keselowski fiel nach einigen Kontakten im Feld zurück und war in Runde 92 knapp außerhalb der Top10 bei Mattias Ekström angekommen. In den „Esses“ war der Schwede dann dran, „Bad Brad“ ließ dem Gaststarter keinen Platz und schickte ihn in einen Dreher, der ein gutes Resultat nach einem soliden Rennen leider verhinderte.

Im Finale musste sich Marcos Ambrose nur aufgrund eines Fehlers geschlagen geben

Zum Restart in Runde 95 waren dann die Plätze für den finalen Kampf in den letzten 15 Umläufen bezogen. Marcos Ambrose und Jimmie Johnson gingen als größte Favoriten gemeinsam in Führung, dahinter lauerten Robby Gordon, Greg Biffle und Boris Said. Bis Runde 103 ging alles gut, doch dann verwickelte Keselowski sich erneut in ein Scharmützel. Nach einer Kollision mit David Gilliland gelangten Flüssigkeiten auf die Strecke, welche NASCAR unter Gelb beseitigen wollte. Da niemand sicher war, ob es zu einer, zwei oder gar drei „green-white-checkered“-Verlängerungen kommen würde, begannen einige Fahrer damit, Benzin zu sparen. Für den Führenden Marcos Ambrose sollte sich das als fatal und rennentscheidend entpuppen. Bei der Überfahrt der Ziellinie schaltete er den Motor ab, um im Leerlauf den Wagen rollen zu lassen. Allerdings bekam er selbigen nicht mehr rechtzeitig für die Bergauf-Passage angeschaltet, was die #47 komplett zum Stillstand brachte.

Da die NASCAR-Regeln besagen, dass ein Auto unter Gelb mit der Geschwindigkeit des Pace-Cars mithalten muss, um seine Platzierung zu behalten, war Ambrose durch seinen Stopp die Führung los. Er versuchte zwar, seinen alten Platz wieder einzunehmen, doch NASCAR pfiff den Australier zurück. Durch diesen blöden Zwischenfall konnte Ambrose also seinen ersten Sprint-Cup-Sieg knicken und Jimmie Johnson war an der Spitze Tür und Tor geöffnet, seinerseits seinen ersten Rundkurs-Erfolg einzufahren. Robby Gordon konnte nach dem Restart nicht mehr gegen Johnson auftrumpfen und gab sich zugunsten eines Sprunges in der Owner-Wertung mit dem zweiten Platz zufrieden. Ambrose kam nur auf einem für ihn enttäuschenden sechsten Platz an. Kevin Harvick (3.) und Kasey Kahne (4.) konnten sich in einem unauffälligem Rennen aus allen Reibereien heraushalten und ein Top5-Ergebnis nach Hause bringen. Jeff Gordon komplettierte die Top5.

Die Plätze 7 bis 10 gingen an Greg Biffle, Boris Said, Tony Stewart und Juan Pablo Montoya. Dale Earnhardt Jr erzielte ein für ihn gutes Rundkurs-Ergebnis und konnte mit Rang 11 einige Plätze in der Meisterschaftswertung gutmachen. Die beiden Gaststarter Jan Magnussen und Mattias Ekström kamen auf den Plätzen 12 und 21 ins Ziel und ohne die Verwicklung der #83 in einige Zwischenfälle wäre ein ähnliches Resultat wie das von Magnussen möglich gewesen. Auffällig ist auch, dass die Hersteller-Marken recht gleichmäßig verteilt in den Top10 zu finden sind. Eine Ausnahme bildet nur Dodge, deren bester Vertreter überraschenderweise nicht aus dem Penske-Lager kommt, das einen rabenschwarzen Tag erwischte. JJ Yeley im unterfinanzierten Whitney-Dodge kam auf Platz 26 ins Ziel, noch vor Kurt Busch und Co.

In der Meisterschaft haben sich Jimmie Johnson, Robby Gordon und die #26 verbessert

An der Verteilung der Chase-Plätze änderte sich eine Woche vor dem Start des „Race to the Chase“ nichts, nur die Reihenfolge wurde etwas durcheinander geworfen. Jimmie Johnson ist nach seinem Sieg wieder Zweiter und holte gleich vier Positionen auf. Da Kevin Harvick mit seinem dritten Platz einen sehr guten Punktetag hatte, konnte er seinen Vorsprung in der Meisterschaft ausbauen. Die Gibbs-Piloten fielen etwas zurück, sollten aber in New Hampshire wieder voll mit dabei sein. Mit Dale Earnhardt Jr, Clint Bowyer und Ryan Newman haben wohl nur noch drei Fahrer eine wirklich ernsthafte Chance, sich einen Platz im Chase zu sichern. Alle Fahrer ab Platz 16, wie z.B. Jamie McMurray, Joey Logano, Kasey Kahne, Martin Truex Jr und Juan Pablo Montoya liegen mehr als 100 Punkte hinter Rang 12 und besitzen nun höchstens noch Außenseiterchancen.

Viel bewegt hat sich dagegen in den Top35 der Owner-Wertung: Robby Gordon und Boris Said haben mit zwei hervorragenden Resultaten viel Boden gewonnen. Die #7 ist nun sogar an Bobby Labonte vorbeigezogen und hat mit 39 Punkten einen halbwegs soliden Stand. In New Hampshire wird Gordon allerdings nicht fahren und auch die Vertretung PJ Jones darf wegen Sponsorenmangel nur einen „start&park“-Einsatz durchführen, damit bleibt es also knapp für Robby Gordon. Die #26 wird nun wieder von David Stremme gefahren und steht kurz vor einem garantierten Startplatz. Boris Saids achter Platz in Sonoma brachte das Auto von Latitude 43 an Travis Kvapil vorbei. Außerdem mischen Bobby Labonte und Front Row Motorsports freudig mit: Die #71 liegt nur noch knapp in den Top35, während Kvapil schon 90 Punkte Rückstand aufzuholen hat.

Die Qualität des Rennens haben wir sicher nicht der Berichterstattung von TNT zu verdanken

Das Rennen war mal wieder eines der besseren in letzter Zeit und hatte es wirklich in sich. Zwar hatten viele der Dreher und Zwischenfälle nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun, aber um eine Aussage aus dem Chat sinngemäß zu zitieren: „Es ist doch auch mal schön, wenn sich die Siegesanwärter nicht reihenweise nacheinander verabschieden.“ Leider ist das nun aber doch ein Mal passiert und kostete dem „Sieger der Herzen“ Marcos Ambrose den großen Triumph, um es mit einer bekannten deutschen Floskel auszudrücken. Ambrose war im Nachhinein a  

June 18 2010

07:30

NASCAR: Vorschau Sonoma 2010

An diesem Wochenende fährt die NASCAR wieder Rechtskurven: Der Cup ist auf dem Infineon Raceway in Sonoma, Kalifornien unterwegs und auch die Nationwide Series schnuppert „road course“-Luft, allerdings auf der Road America in Wisconsin; spaßig für die Doppelstarter.

Nun kommt wieder eines dieser Wochenenden auf das wir Europäer uns besonders freuen, denn Cup und Nationwide Series fahren gemeinsam nur fünf Rundstreckenrennen pro Saison, bei insgesamt 71 kombinierten Saisonläufen ist das eine Quote von gerade einmal 7%. Wieder werten gast-startende „road course ringer“ das Feld qualitativ auf, zudem sind einige Überraschungen möglich. Allerdings ist das Klischee der Rundstreckenspezialisten mittlerweile fast überfällig: Da die Leistungsdichte in den letzten Jahren deutlich angewachsen ist, braucht man eben selbst als „road course ringer“ ein vernünftiges Auto. Die Oval-Fahrer seien auf den „road courses“ mittlerweile konkurrenzfähig, so hört man seit einiger Zeit die Spatzen von den Dächern pfeifen.

Trotzdem hat man einige große Namen dabei und auch drei Europäer werden versuchen, sich ihren Weg ins Rennen zu bahnen. Dazu aber später mehr, zunächst gibt es einen Überblick über die Strecken: Die Nationwide Series fährt in Elkhart Lake, Wisconsin auf der Road America, die eher den Sportwagen- und ALMS-Fans bekannt sein dürfte, aber auch die ChampCars waren bis zu ihrer Beerdigung Ende2007/Anfang 2008 dort 26 Jahre lang unterwegs (außer 2005). Das neue Nationwide-Rennen kam eher zufällig zu Stande: Zwar trug der Cup 1956 schon einmal ein Rennen auf der Strecke aus, doch wäre die Milwaukee Mile bzw. deren Promoter nicht Pleite gegangen, hätte NASCAR nie nach einem Ersatzprogramm für dieses Wochenende suchen müssen. Den Sprint Cup verschlägt es an diesem Wochenende nach Sonoma, Kalifornien und zur dortigen Strecke habe ich etwas umfangreicher recherchiert. Da dies hier meine erste Vorschau für Sonoma ist, kommt die a  

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