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September 10 2013

08:00

NASCAR: Analyse Richmond September 2013

Die Chase-Teilnehmer stehen fest, doch der Weg dorthin war nicht nur turbulent, sondern wird in den nächsten Tagen noch für einigen Diskussionsstoff sorgen. Im Fokus stehen der Sieger Carl Edwards und vor allem Michael Waltrip Racing in Person von Clint Bowyer.

Federated Auto Parts 400Das Rennen in Richmond stand ganz im Zeichen des Chase. Ständig wechselten die Positionen und somit auch die Chase-Teilnehmer. Als alles entschieden schien, wurde durch ein späte Caution nochmal alles über den Haufen geworfen. Doch dazu später mehr. Eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rennen hatte sich Jeff Gordon im Qualifying gesichert, als er sich mit Streckenrekord die Pole Position holte. Jimmie Johnson verpasste unterdessen nicht nur das Qualifying, sondern auch sämtliche Practice-Sessions, denn er wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater, als Lydia Norriss das Licht der Welt erblickte. Ohne eine einzige gedrehte Runde ging Johnson als 43. ins Rennen. Dieses startete sehr diszipliniert und Gordon konnte in den ersten 49 Runden die Spitzenposition verteidigen. Dann ging allerdings Brad Keselowski an ihm vorbei, der wie auch Gordon einen Sieg bitter nötig gehabt hätte. Einige Runden nachdem Keselowski die Führung übernommen hatte, war er sie auch schon wieder los, denn Kurt Busch konnte durch sein auf Long Runs abgestimmtes Auto an ihm vorbeiziehen.

Nach den ersten Boxenstopps unter grün kam schließlich in Runde 136 die erste Caution heraus. Grund war – wie sollte es anders sein – Debris in Kurve drei. Bei den Stopps unter gelb fiel Kurt Busch durch Probleme beim Wechseln des linken Hinterrades von Platz eins auf sechs zurück. Die Führung hatte nun Jamie McMurray inne, allerdings nicht lange. Direkt beim Restart wurde er von Brad Keselowski geschnappt, der anschließend einsam seine Runden um die Konkurrenz drehte. Dies war dann in Runde 207 vorbei, denn David Stremme drehte sich eigenverschuldet in Kurve vier. Nach den Boxenstopps fand sich Kurt Busch wieder an der Spitze, vor Keselowski. Als es in Runde 215 weiter ging, kam es noch zu einem Kuriosum, als Jamie McMurray bei der Anfahrt auf Kurve eins frontal eine gefüllte Wasserflasche traf und diese mehrere Meter in die Luft geschleudert wurde. Es wurde zwar kein Auto nennenswert beschädigt, allerdings fragt man sich, wie diese “Debris” übersehen werden konnte und warum der Restart nicht noch um eine Runde verschoben wurde. Normalerweise sieht die NASCAR ja jedes Staubkorn auf der Strecke, diesmal allerdings nicht mal eine Wasserflasche.

Ungeachtet dessen setzte sich Brad Keselowski in Front, vor Kurt Busch. Während Keselowski vorne weg fuhr, musste Jimmie Johnson sein Auto aufgrund von technischen Problemen in die Garage stellen. Johnson fuhr kurz zuvor schon mit Rundenrückstand dem Feld hinterher und erwischte wie schon in den letzten Wochen ein grauenhaftes Rennwochenende. Auch sein Hendrick-Teamkollege Jeff Gordon in der #24 musste wenig später ungeplant die Box aufsuchen und kam mit zwei Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Doch mit vier frischen Reifen konnte er sich schnell zumindest wieder um eine Runde zurückrunden. Dann kam auch noch ein bisschen Glück hinzu, als in Runde 267 wegen Debris auf der Gegengeraden erneut gelb geschwenkt wurde. Somit war Gordon durch den “Lucky Dog” wieder in der Führungsrunde. An der Spitze fand sich unterdessen Clint Bowyer wieder. Dieser konnte sich recht schnell absetzen, da hinter ihm der Kampf um die zweite Position zwischen Kevin Harvick, Brad Keselowski und Kurt Busch ausgetragen wurde. Besonders Harvick und Keselowski rieben sich einige Runden aneinander auf, bis Harvick die #2 in Kurve vier etwas beiseite schob und den zweiten Platz eroberte. Keselowski fiel danach immer weiter zurück und konnte nicht mehr an seine Leistung vom Anfang des Rennens anknüpfen. Die Titelverteidigung war nun Geschichte.

58 Runden vor Schluss, gerade als die Boxenstopps unter grün absolviert wurden, sorgte Jimmie Johnson für Aufsehen. Durch einen geplatzten Vorderreifen verursachte er die dritte Caution des Abends. Sein Teamkollege Jeff Gordon hatte zum wiederholten Male Glück, denn gerade als er seine Box aufsuchte, kam die gelbe Flagge. Erneut durfte er sich mit Hilfe des “Lucky Dogs” zurückrunden. Die Turbulenzen wusste Carl Edwards am besten für sich zu nutzen und lag beim Restart auf Position eins vor Paul Menard. In den letzten Runden sollte sich jedoch ein anderer Name aufdrängen: Ryan Newman. Er kämpfte sich durchs Feld und übernahm zehn Runden vor Schluss sogar die Führung. Hätte er das Rennen gewonnen, hätte er sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Chase-Teilnahme gesichert – hätte. Denn acht Runden vor Schluss wurde zum vierten und letzten Mal in diesem Rennen die gelbe Flagge geschwenkt. Der Auslöser war Clint Bowyer in der #15, der sich in Kurve vier drehte. Bowyer behauptete nach dem Rennen, dass er von Dale Earnhardt Jr. getroffen wurde, doch dieser verneinte dies. Nach Aussage von Junior hatte sich Bowyer auf eigenartige Weise selbst gedreht. Nun kann man sich dabei denken, was man will, aber seinen Teamkollegen Martin Truex Jr. brachte Bowyer damit wieder ins Rennen um die letzte Wildcard.

Doch als ob das noch nicht genug Zündstoff gewesen wäre, setzte Carl Edwards beim Restart noch einen drauf. Nachdem er sich durch einen guten Boxenstopp die zweite Position hinter Paul Menard geholt hatte, schnappte er sich beim Restart gleich noch Menard, aber vor der Start-/Ziellinie. Menard kam durch seine alten linken Reifen schlecht weg und wurde bis zur Linie von Edwards bereits abgehängt. Ob die NASCAR auch zu diesem Vorfall Untersuchungen anstellen wird, ist bisher unbekannt. So sicherte sich Edwards schließlich seinen zweiten Saisonsieg. Zweiter wurde Kurt Busch, der damit eine kleine Sensation schaffte. Er zieht als erster Fahrer überhaupt mit einem Ein-Auto-Team in den Chase ein. Hinter ihm platzierte sich Ryan Newman, der kurz vor Schluss noch geführt hatte. Dies sollte allerdings nicht für den Chaseeinzug reichen, denn bis zur Nacht von Montag auf Dienstag war Truex durch seinen siebten Platz im Rennen im Chase. Doch dann gab die NASCAR die Ergebnisse der Untersuchung gegen Michael Waltrip Racing bekannt. Allen drei Sprint-Cup-Teams von MWR werden 50 Punkte in der Fahrer- und Ownerwertung abgezogen. Dies bedeutet, dass Truex aus dem Chase fällt und Newman nun doch drin ist. Zusätzlich wurden auch die drei Crew Chiefs der einzelnen Teams bis zum 31. Dezember diesen Jahres unter Beobachtung gesetzt. MWR wird zudem noch mit einer Geldstrafe von 300.000$ sanktioniert und der Spotter der #55 und General Manager von MWR – Ty Norris – wird auf unbestimmte Zeit suspendiert. Für Bowyer hat der Punkteabzug keine Auswirkung auf den Chase, da diese Strafe auf die Wertung der ersten 26 Rennen wirkt. Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse findet ihr hier.

Doch nicht nur im Kampf um die Wildcards war es knapp, auch die letzten Plätze der Top Ten waren stark umkämpft. Kurt Busch und Greg Biffle konnten durch solide Ergebnis relativ sicher den Chase-Einzug klar machen. Knapp wurde es hingegen für Joey Logano. Er setzte sich mit nur einem Punkt Vorsprung vor Jeff Gordon auf Platz zehn. Gordon ist damit nicht im Chase, nachdem er sich im Vorjahr noch knapp qualifizieren konnte. Ebenfalls nicht geschafft hat es der Vorjahresmeister Brad Keselowski, der sich nach dem Rennen in der Gesamtwertung sogar hinter Jamie McMurray wiederfindet. Als Führender geht Matt Kenseth in den Chase, der sich durch seine fünf Saisonsiege 15 Bonuspunkte sichern konnte. Im folgen mit einem Abstand von drei Punkten von Kyle Busch und Jimmie Johnson. Der Meister der ersten 26 Rennen – Carl Edwards – startet mit bereits neun Punkten Rückstand auf Kenseth in die Jagd um den Meisterschaftstitel. Nächste Woche läutet die NASCAR mit dem Rennen auf dem Chicagoland Speedway den Chase ein.

Neben dem Chase hat sich auch auf dem Fahrermarkt wieder etwas getan. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass Ryan Newman nächste Saison wie erwartet zu Richard Childress Racing wechseln wird. Hier übernimmt er die #31 von Jeff Burton. Dieser wiederum ist aktuell bei Swan Racing für die #30 im Gespräch.

Zum Abschluss gibt es heute nicht nur die Punktestände der Fahrer- und Ownerwertung sondern zusätzlich noch die Meisterschaftstabelle der Fahrer mit der es in den Chase geht.

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September 13 2011

06:07

NASCAR: Analyse Richmond September 2011

Vor Richmond = Nach Richmond, denn an der Liste der Chase-Teilnehmer hat sich am Wochenende nichts mehr geändert. Sowohl Tony Stewart als auch Dale Earnhardt Jr und Denny Hamlin schafften als letzte Fahrer den Cut für die Playoffs. Gewonnen hat unterdessen Kevin Harvick, obwohl kurz vor Schluss Jeff Gordon wie der sichere Sieger aussah!

Ein ganz simpler Faktor bestimmte in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Renngeschehen maßgeblich und sorgte am Ende dafür, dass Kevin Harvick anstatt Jeff Gordon in die Victory-Lane fuhr: Cautions – und zwar ohne Ende! Für ganze 15 Gelbphasen reichte es in bester Shorttrack-Manier auf dem Richmond International Raceway, was sogar den bisherigen Rekord egalisierte. Doch während der Löwenanteil dieser Hausnummer kurioserweise in den ersten drei Vierteln des Rennens aufaddiert wurde, ging die Schlussphase relativ ruhig und unfallfrei über die Bühne. Lediglich zwei weitere Cautions in den letzten 100 Runden sorgten nicht zuletzt durch ihr Timing für eine Vorentscheidung im Rennen.

Drei Gelbphasen im 12-Runden-Takt leiteten das letzte Viertel der Nacht ein und zu diesem Zeitpunkt führte mit Carl Edwards der dritte Favorit auf den Sieg. Im Verlauf des Rennens kam der Ford-Pilot insgesamt auf 113 Führungsrunden und nur Harvick konnte mit seinen 202 Umläufen in Front am Ende dagegen anstinken. Caution #14 sah David Reutimann nach einem Kontakt mit Clint Bowyer in der Mauer und es waren noch knappe 90 Runden bis zur schwarz-weiß-karierten Flagge zu absolvieren, was die Teams das Benzinfenster – zumindest mit Ausnahme einer durchaus möglichen Verlängerung – schließen ließ. Etliche Fahrer kamen somit zum errechnet letzten Tankstopp in die Boxengasse, doch ausgerechnet Leader Edwards pokerte und blieb auf der Strecke.

Dieses Verhalten muss man schon als grandiose Fehlentscheidung bewerten, denn frische Reifen entpuppten sich trotz der häufigen Gelbphasen und Pitstops als überlebenswichtig! Zwar gewannen viele Piloten im Verlauf des Renngeschehens mit einem Two- oder No-Tire-Boxenbesuch eine gute Portion Track-Position, konnten diese aber auf alten Reifen nicht lange halten. Warum Edwards hier draußen blieb, war mir ein Rätsel, entweder hatte Crew-Chief Bob Osborne gepennt oder sich schlicht und ergreifend verzockt. Vielleicht spekulierte er auf zehn weitere Cautions in einem wilden Finish, doch trotzdem müsste er eigentlich um den Vorteil der neuen Pneus gewusst haben, immerhin wurde es dem Team mit der #99 den gesamten Abend über vorgelebt.

Nächster Auftritt Kevin Harvick: Mit frischen Reifen pflügte er innerhalb von nicht mal zehn Runden von außerhalb der Top5 an die Spitze vor, während Edwards in besagte Gefilde zurückfiel. Harvick konnte sich also zu einem Short-Run-Auto im Rennfinale beglückwünschen, welches für die zu erwartende, kurzatmige Caution-Schlacht top-gerüstet erschien. Zur selben Zeit allerdings machte Jeff Gordon nun massiv Druck und brachte sich in der immer länger werdenden Grünphase mit seinem Harvick-entgegengesetzten Long-Run-Wagen an die Verfolgung der Spitze. Gordon war auf Platz 5 in den Restart gegangen und benötigte gut 25 Runden, um Greg Biffle den zweiten Rang streitig zu machen. In Runde 378, gut 47 Umläufe später hatte der seit Atlanta alleinige Drittplatzierte in der Cup-Sieges-Historie den Führenden Harvick abgefangen und war auf dem Weg zu Erfolg #86.

Wohlgemerkt geschah dies alles in einer ungewöhnlich langen Grünphase, welche sich zu diesem Zeitpunkt bereits über 72 Runden erstreckte. Gordon trennten also nur noch 22 Umläufe bzw. knappe zehn Minuten von der Victory-Lane, denn sein Wagen war nun klar der schnellste Bolide auf dem Shorttrack. Dass er dort nicht als Erster ankam, hatte er dann der letzten Caution in Runde 384 zu verdanken, für die Paul Menard aufgrund eines Drehers verantwortlich war.

Natürlich war es nun an der Zeit, für den Endspurt noch ein letztes Mal neue Reifen abzuholen und hier arbeitete dann die Crew von Kevin Harvick am schnellsten. Carl Edwards und Jeff Gordon mussten sich beim Restart mit den Platzierungen begnügen und hatten zudem Harvicks Short-Run-Flitzer mit der #29 nicht viel entgegenzusetzen. Gordon fiel zunächst aus den Top5 heraus und schien komplett geschlagen, holte aber kurz vor dem Ende die Ränge zurück, da sein Chevrolet später im Run über zwölf Runden wieder auf Touren kam. Mehr als Platz 3 war am Ende für den Atlanta-Sieger aber nicht drin. Etwas besser kam Carl Edwards (2.) zurecht, welcher seinen Ford bis zur Zielflagge noch auf 0,2 Sekunden an den Sieger Kevin Harvick heranbringen konnte.

Die Top5 komplettierten ein unauffälliger und starker David Ragan sowie Kurt Busch. Dahinter liefen Kurts Bruder Kyle Busch, Tony Stewart, Ryan Newman, Denny Hamlin und Mark Martin ein. Alle diese Piloten haben sich während des Rennens aus nahezu allen Scharmützeln herausgehalten und konnten somit in einem hart umkämpften Saisonlauf weiter vorne die Ziellinie überqueren. Interessant sind vielleicht noch die Positionen 11-16, die AJ Allmendinger, Brad Keselowski, Greg Biffle, Jamie McMurray, Juan Pablo Montoya und Dale Earnhardt Jr belegten.

Stewart und Hamlin nutzten ihre Top10-Resultate, um den Chase aus eigener Kraft zu erreichen, selbiges gelang auch Junior mit seinem Top16-Ergebnis! Für alle drei Piloten ist diese Playoff-Teilnahme ein Muss und gerade Earnhardts Qualifikation könnte eine Besserung der diesjährigen TV-Quoten gegen die Playoffs der NFL bringen, denn ohne den Publikumsliebling in der Meisterschaftsendscheidung flaute das Interesse in den vergangenen Jahren stets ab. Somit ist dieser bestimmte Teilnehmer auch für die NASCAR an sich eine wichtige Größe im Hinblick auf die nächsten zehn Wochen.

Brad Keselowski kam teilweise dicht an eine reguläre Qualifikation innerhalb der Top10 der Meisterschaft heran, weil Earnhardt über weite Strecken außerhalb der Top20 im Rennen unterwegs war. Keselowski darf nun als erster Wildcard-Teilnehmer die Bonuspunkte für seine drei Saisonsiege nicht nutzen. Juan Pablo Montoya war längere Zeit gut unterwegs und bewegte sich in der Nähe der Top5, bis nachlassende Bremsen ihn zum Verlangsamen zwangen. Mehr als die Top15 waren somit am Ende nicht drin, in der Meisterschaft brachte ihn das wieder auf Platz 18 voran – sicherlich nicht das angestrebte Ziel in dieser Saison.

Aber auch andere Piloten gerieten in Probleme, sei es nun selbst verschuldet oder unschuldig. Die 15 Cautions lösten sich schließlich nicht von selbst aus:

- Bowyer und Reutimann waren sich nicht erst am Ende des Rennens alles andere als Grün, denn schon nach 8(!) Runden lösten die beiden eine Massenkarambolage aus, der unter anderem Denny Hamlin und Dale Earnhardt Jr zum Opfer fielen. Die Crew der #88 hatte dann einen verdammt langen Abend vor sich und brachte den Chevrolet von Junior am Ende nach Reparaturarbeiten trotz teils extremer Kaltverformungen in Position für den Chase. Dafür möchte ich an dieser Stelle meinen Respekt aussprechen, denn die Möhre war doch arg demoliert und das selbst noch am Schluss.

- Marcos Ambrose räumte nach 50 Runden in seiner zweiten ausgelösten Caution die beiden Red-Bull-Fahrer Kasey Kahne und Brian Vickers ab. Kahne landete allerdings schon zu Gelbphase #3 hart in der Mauer. Vickers revanchierte sich mit einigen Schubsern und einem unfairen Blockade-Manöver an Ambrose, wofür NASCAR die #83 lange Zeit zum Abkühlen in die Garage schickte.

- Außerdem kamen sich auch Jimmie Johnson und Kurt Busch ordentlich ins Gehege, denn zunächst drehte Busch den Dauermeister in Runde 185 um, weil er mit Untersteuern die Strecke hochrutschte. Johnson wollte dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen und zeigte eine seiner eher seltenen Revanchen. Vermutlich kam es dazu nur, weil die #48 eh schon für den Chase qualifiziert war. In Umlauf 246 versagten dann plötzlich Johnsons Bremsen kurzzeitig, so dass er die #22 in einen Dreher bugsierte. Dieser kleine Rammstoß verlief allerdings auch für Johnson nicht vorteilhaft, denn seinen Chevy versenkte er dabei mit gehöriger Hitze unterm Helm selbst in der Mauer.

Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle kein wichtiges Ereignis unter den Tisch fallen lassen habe, immerhin war ja in den ziemlich genau vier Stunden einige Action geboten. Das Rennen habe ich über den Internet-Stream von ServusTV angeschaut, der in puncto Bildqualität wie immer kaum Wünsche übrig ließ. Was mir allerdings nur mit Abstrichen gefiel, war der Kommentar: Walter Zipser stellte zwar stets die richtigen Fragen an den Experten (oder wie ServusTV es ausdrückte: ehem. NASCAR-Team-Besitzer) Christian Kuhn, doch wenn er ewig Fahrernamen falsch ausspricht, tut es irgendwann weh. „Paul Menar“ war da ein schönes bzw. unschönes Beispiel, wann die Ohren anfangen zu klingeln.

Kuhn litt teilweise an derselben „Krankheit“, denn trotz mehrmaligen Vorsprechens des richtigen Namens durch Zipser, kam der eigentlich gut informierte Experte nicht über „Travis Kvofil“ hinaus. Christian Kuhn glänzte dafür jedoch an einer anderen Stelle, denn er gab wie gewohnt etliche Anekdoten und viel Insiderwissen an die Zuschauer weiter. Ob das Gerücht von Kevin Harvicks potentieller Scheidung auf wahren Tatsachen beruht, kann ich nicht bestätigen. Die Einstellung seines Truck- und Nationwide-Programms zugunsten der Cup-Karriere kann durchaus in dem Wunsch zum Gewinn der Meisterschaft ohne Ablenkungen begründet liegen. Warum man dafür aber mindestens 70 Leute auf die Straße setzen muss, hat sich mir nicht erschlossen.

Kuhn, der ehemalige NASCAR-Team-Besitzer – wobei ich mich Frage, ob man die Verantwortung für fünf Einsätze von Klaus Graf (3x 2004, 2x 2007) denn so bezeichnen kann –, machte insgesamt aber eine gute Figur, auch wenn er sichtliche Mühe hatte, die Funktion einer Trackbar zu erklären. Was er stattdessen erzählte war eine gute Beschreibung der Wedge-Einstellung, einer Art Feder-Vorspannung. Letzterer Begriff war sicherlich auch derjenige, den Kuhn in der Live-Übertragung suchte. Die Trackbar dagegen ist ahier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

May 03 2011

06:16

NASCAR: Analyse Richmond April 2011

Kyle Busch gewann in Richmond sein zweites Rennen 2011 und somit die dritte Ausgabe dieses Frühjahrsrennens in Folge. Gemeinsam mit Denny Hamlin beherrschte er nach dem Vorstoß an die Spitze etwa drei Viertel des Abends und musste nur im turbulenten Mittelteil auf die Führung verzichten. Derweil hält sich Carl Edwards mit einem Top5-Resultat an der Tabellenspitze.

Das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag startete gemächlich und sah in der ersten Hälfte nur zwei Gelbphasen. Das hat immerhin dafür gesorgt, dass ich recht schnell ins Land der Träume gesegelt und nur vereinzelt mal kurz wieder aufgewacht bin. Viel verpasst habe ich aber anscheinend nicht, denn nach Aufarbeitung des Geschehens stellte sich heraus, dass ich nur das Revanchefoul von Juan Pablo Montoya nicht mehr auf dem Schirm hatte. Ich konnte sogar den unvermeidlichen Sieg von Kyle Busch vermutlich besser riechen als das notwendige Riechsalz zum Wachbleiben, denn die Zieldurchfahrt ist mir ebenfalls nicht mehr in Erinnerung. Das heißt aber nicht, dass das Rennen keine Action zu bieten hatte, immerhin wartete die zweite Hälfte mit nicht weniger als vier Cautions auf – darunter auch ein Big-One! Doch von vorne:

Aus der zweiten Pole Position in diesem Jahr von Juan Pablo Montoya wurde wieder nichts. Schon nach 25 Runden musste der Kolumbianer mit starkem Untersteuern der in der beginnenden Nacht kälter werdenden Strecke Tribut zollen und wurde nach hinten durchgereicht. Dabei verstrickte er sich in ein Scharmützel mit Ryan Newman, der ihm beim Einscheren nach Turn 2 offenbar zu wenig Platz ließ. Montoya touchierte die äußere Mauer und riss sich dabei den Spoiler ab, welcher anschließend aufwändig repariert werden musste. Fünf Runden Rückstand waren am Ende die Folge dieser Szene. Für Unfallpartner Newman ging die Sache nicht weniger brenzlig aus, denn Montoya ließ einmal mehr sein heißsporniges Gemüt aufblitzen und nahm den Stewart-Hass-Piloten zum passenden Zeitpunkt ebenfalls aus dem Rennen.

Nun mag man von solchen Revanchefouls halten was man möchte, doch eigentlich ist es der Inbegriff vom Shorttrack-Racing der NASCAR und ein Resultat der sehr unterschiedlichen Charaktere auf der Strecke, die schon seit Jahren ihre Probleme fast ausnahmslos untereinander lösen. Daher ließ sich NASCAR auch nur zu einer Ermahnung Montoyas hinreißen und das reichte meiner Meinung nach aus. Dass sich beispielsweise ein Denny Hamlin sehr angefressen zu dieser Situation äußerte, ist mir nicht entgangen, aber damit verleugnet er meiner Meinung nach zu eindeutig seine Herkunft. Gerade Hamlin, ein Shorttrack-Meister und traditioneller Aufsteiger aus Virginia sollte es besser wissen.

Vielleicht steckt ihm aber auch der verharzte Saisonstart und der verpasste Sieg gegen den Teamkollegen Kyle Busch etwas mehr in den Knochen, als er es zugeben mag. Dazu kommt sicherlich auch seine persönliche Geschichte mit Montoya, der allerdings in der Vergangenheit auch schon öfter sehr beherzt auf seine Fehler aufmerksam gemacht wurde. Schön und fair ist es sicher nicht immer, aber das gehört meines Erachtens einfach zur NASCAR dazu, wenngleich man aus der Szene konträr auch herauslesen könnte, dass Newman Montoya wirklich soviel Raum gegeben hatte, wie er nur konnte. Wenn ein Kontrahent (Montoya) in Zukunft zu übermütig werden sollte, dann löst sich das Problem mit Sicherheit unter Beteiligung aller selbsternannten Rächer im Feld von alleine und auch ihm werden seine Grenzen aufgezeigt werden.

Zurück zum Rennen: Das erste Viertel bis zur Debris-Caution verursacht durch Montoyas Spoiler war schnell absolviert. Nach einigen Boxenstopps unter grüner Flagge hatte sich zudem das dominante Auto von Kyle Busch gegen die Konkurrenz bestehend aus Montoya, Clint Bowyer, Kasey Kahne und Denny Hamlin durchgesetzt. Lediglich 33 Runden benötigte der spätere Sieger unter anderem für seinen Vorstoß von Platz 20 in die Top10.

Das zweite Viertel beherrschte Kyle Busch dann nach Belieben ebenfalls komplett unter grüner Flagge, einzig verfolgt vom Teamkollegen Hamlin. Nach weiteren Green-Flag-Pitstops war die Hälfte des Rennens absolviert, als Kurt Busch bei einem kleinen Mauerkuss einige Teile verlor und die zweite Caution des Abends einläutete. Ein schönes Bild für die RTL-Abendnachrichten steuerte an dieser Stelle Robby Gordon bei, welcher in der Boxengasse ein kleines Lagerfeuer entfachte, weil beim Losfahren Rest-Benzin auf eine am Boden liegende, glühende Radmutter spritzte.

Gelbphase #3 wurde dann durch die angesprochene Montoya-Newman-Revanche-Geschichte ausgelöst. Beim Restart sorgte Martin Truex Jr für eine spektakuläre Rennszene, als er sich mit einer Three-Wide-Aktion auf der unteren Spur an den beiden Gibbs-Piloten vorbeischieben konnte und für elf Runden die Führung übernahm, ehe die nächste Caution seinen Vorwärtsdrang stoppte. Jimmie Johnson zeichnete sich dafür verantwortlich, weil er auf der Innenbahn den Grip verlor und die Strecke hochrutschte, wo sich in diesem Moment leider Joey Logano aufhielt. Der Toyota mit der #20 drehte sich in die Mauer, für Logano war der Tag damit aber glücklicherweise noch nicht beendet. Im Zuge einer Joe-Gibbs-Mannschaftsleistung holte sich das jüngste Teammitglied noch einen elften Platz ab.

Frei nach dem Motto „Cautions breed Cautions“ kam es innerhalb von kürzester Zeit beim Restart oder auch nur kurz danach zu vier weiteren Gelbphasen innerhalb von nicht einmal vierzig Runden. Die einzig erwähnenswerten Punkte waren nach Aufarbeitung des Rennens die abwechselnde Führung zwischen Matt Kenseth, Carl Edwards, Denny Hamlin und Kyle Busch sowie die direkte Beteiligung von Brad Keselowski an zwei dieser vier Cautions. Keselowski bekommt in dieser Saison auch nicht wirklich ein Bein auf den Boden, nach einem Viertel des Jahres steht er auf Platz 28 in der Meisterschaft am Ende der etablierten Kräfte ohne ein Top10-Ergebnis da.

Die achte und letzte Gelbphase (Caution #4 dieses kleinen Pakets) war dann die folgenreichste des ganzen Abends. Der auslösende Big-One war ein Ergebnis des abnehmenden Gefahrenbewusstseins nach mehreren Three- und Four-Wide-Situationen, welche ausnahmslos gut ausgingen. Alleine bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich zwei oder drei Four-Wides ausfindig machen, was natürlich spektakulär aussieht, aber selten gutgeht. Direkt zum Beginn des letzten Rennviertels nur zwei Runden nach dem letzten Restart gerieten Paul Menard, Matt Kenseth und Jeff Gordon aneinander, die in einer Kettenreaktion auch noch mehrere Fahrer im Hinterfeld abräumten. Menard erwischte Kenseth, der seinerseits Gordon umdrehte, der zu diesem Zeitpunkt völlig überrascht gewesen sein muss.

Nur drei Sekunden später schlug die #24 mit der Fahrerseite hart in eine Stelle an der inneren Mauer ein, welche nicht durch eine SAFER-Barrier gesichert war und außerdem noch in einem leicht ungünstigen Winkel zur Strecke stand. Jeff Gordon beschrieb den Einschlag als sehr unangenehm und witzelte noch, dass er dafür prädestiniert sei, immer die Mauern ohne Soft-Wall zu treffen. Die Aufprallenergie gab das Auto mit Sicherheit fast komplett an Gordon weiter, weil die Zerstörung am Chevrolet hinterher vergleichsweise minimal zu erkennen war. Bei diesem Aufschlag nahezu exakt parallel zwischen Wagen und Mauer konnte eigentlich nur die energieabsorbierende Hartschaumeinlage im Seitenbereich des Autos einen Teil der entstandenen Kräfte aufgenommen haben. Vermutlich sehr unangenehm…

Beim folgenden, letzten Restart des Abends zeigte Kyle Busch endgültig, dass er der spätere Rennsieger werden sollte. Nur an vierter Stelle wieder ins Rennen gegangen, musste er sich außerdem mit Dale Earnhardt Jr auseinandersetzen, der vor ihm die Reifen durchdrehen ließ. Busch schaltete schnell und setzte sich außen an Junior vorbei, um innerhalb von nur knapp zwei Runden alle vor ihm liegenden Fahrer zu düpieren, so viel schneller war er unterwegs. In den letzten 84 Umläufen behielt Busch einen klaren Kopf und überwand sogar längere Befürchtungen, dass der Sprit nicht bis zum Ende reichen könnte. Am Ende blieb tatsächlich niemand mit trockenem Tank liegen, als Kyle Busch die Ziellinie als Sieger überquerte. Vielleicht könnte man diesen Sieg aber auch dem Spritverbrauch der Gibbs-Toyotas zusprechen, die zu Saisonbeginn wegen Verbrauchsoptimierungen noch einige Motorschäden einstecken mussten. Vermutlich hat man dieses Problem nun zufriedenstellend gelöst, mit Sicherheit kann ich das aber natürlich nicht sagen.

Drei Viertel des Richmond-Rennens dominierte das Duo von Joe Gibbs Racing nahezu beliebig, der Sieg von Kyle Busch war eigentlich nur halbwegs ernsthaft durch seinen Teamkollegen Denny Hamlin gefährdet. Busch hatte das Auto, welches es zu schlagen gilt, wie man im NASCAR-Jargon so schön sagt. Die zweite Fahrt von Busch in die Victory-Lane 2011 zeigte, dass in diesem Jahr mit ihm und dem Team zu rechnen ist und dass sein Sieg in Bristol kein Ausreißer war. Übrigens: Mit 16 bisher gesammelten Bonuspunkten führt Kyle Busch 2011 diese Wertung souverän vor Kevin Harvick (12), Jeff Gordon (11) und Carl Edwards (10) an! Auch Denny Hamlin erlebte mit seinem zweiten Platz ein gutes Comeback und kann nun hoffentlich konsequent auf die Chase-Platzierungen aufholen, 37 Zähler fehlen ihm dazu.

Einen sensationellen dritten Rang holte Kasey Kahne für Red Bull Racing, nur wenige Tage nach seiner erneuten Knie-OP, eine Wahnsinnsleistung! Die Top5 komplettierten David Ragan und Carl Edwards: Während Edwards damit seine Meisterschaftsführung halten konnte, zeigte Ragan, dass der Groschen im Sprint Cup bei ihm so langsam zu fallen scheint. Ragan startete 2007 gemeinsam mit Montoya in der höchsten Klasse der NASCAR und der unterschiedliche Werdegang ist doch schon bezeichnend gewesen und ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass Ragan sich so lange im Top-Team von Roush-Fenway Racing halten konnte. Bei Hendrick Motorsports hatte man beispielsweise einen Casey Mears schon viel eher auf die Straße gesetzt. Da ich aber immer ein Freund der Underdogs war und nach wie vor bin, freut es mich für David Ragan.

Etwas unauffälliger (mit Ausnahme von Bowyer) komplettierten Clint Bowyer, AJ Allmendinger, Jimmie Johnson, Tony Stewart und Brian Vickers die Top10. Auf Platz 13 kam völlig überraschend – oder auch nicht, nach dem Talladega-Auftritt – Dave Blaney für Tommy Baldwin Racing ins Ziel und zeigte damit, dass das neue Sponsorenpaket und die Erlösung vom Start-&-Part-Dasein eine Menge Druck von den Schultern des Teams genommen hat. Die Belohnung für das gute Ergebnis ist Rang 34 in den Owner Points und damit ein garantiertes Startrecht in Darlington am nächsten Wochenende. Gratulation an dieser Stelle!

Martin Truex Jr lag lange Zeit im Bereich der Top5 und musste sich bei seinem letzten Boxenstopp einer vergessenen Reifenmutter beugen, die ihn bei einem weiteren Besuch seiner Crew unter sichtlichem Ärger auf Platz 27 zurückwarf. Schade, denn Truex hätte an diesem Abend ein gutes Resultat holen können und auch müssen! / Für Hendrick Motorsports war es ein sehr durchwachsenes Rennen, welches drei der vier Autos immerhin in den Top20 beenden konnten. Einzig Jimmie Johnson betrieb aber auf Platz 8 ausreichend Schadensbegrenzung im Sinne einer Chase-Qualifikation.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Wer ebenso wie ich aus grandioser Übermüdung insgesamt recht wenig vom Rennen mitbekommen haben sollte, der kann sich a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">auf NASCAR.com mit Hilfe dieser 11-minütigen Zusammenfassung einen kurzen Überblick verschaffen.

Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung, welche nach einem Viertel der Saison ja schon ziemlich aussagekräftig ist!

Bei den Fahrern führt derzeit Carl Edwards knapp vor Jimmie Johnson, dahinter haben Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr und Kevin Harvick schon etwas Respektabstand. Juniors Leistung kann man 2011 nach den vergangenen beiden Jahren momentan gar nicht hoch genug bewerten. Bei ihm fehlt zum völligen Durchbruch lediglich ein Sieg!

Bei den Ownern ergibt sich die kuriose Situation, dass die #32 von Frank Stoddard, die #13 von Germain Racing und die #71 von TRG Motorsports punktgleich auf dem letzten Platz der Top35 rangieren. Weil die Wood Brothers aber in Darlington erneut aussetzen, rückt zumindest Casey Mears in der #13 auf einen garantierten Startplatz vor. Insgesamt betrachtet liegen Platz 32 bis 37 derzeit nur 8 Pünktchen und damit 8 Positionen im nächsten Rennen auseinander.

2011_Richmond_Apr_Mike_Helton_Race_Day 2011_Richmond_Apr_NSCS_race_start 2011_Richmond_Apr_NSCS_Juan_Pablo_Montoya_leads 2011_Richmond_Apr_NSCS_Ryan_Newman_accident 2011_Richmond_Apr_NSCS_aerial_view 2011_Richmond_Apr_NSCS_Jeff_Gordon_accident 2011_Richmond_Apr_NSCS_Denny_Hamlin_fan 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_leads_Denny_Hamlin 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_crosses_finish_line 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_burnout 2011_Richmond_Apr_NSCS_Kyle_Busch_Victory_Lane

April 29 2011

06:26

NASCAR: Vorschau Richmond April 2011

Das neunte Saisonrennen beschließt an diesem Wochenende das erste Viertel des Jahres. In Richmond findet dabei das bereits dritte echte Shorttrack-Rennen nach Bristol und Martinsville und außerdem die erst zweite Flutlichtschlacht nach Texas statt. Die vier Ausgaben seit 2009 hat Joe Gibbs Racing dominiert, kann Denny Hamlin also endlich in die Gänge kommen?

Drei Monate oder ein Vierteljahr ist die NASCAR-Saison nun schon alt, wenn auf dem Richmond International Raceway Saisonrennen Nummer 9 von 36 ansteht. Damit ist die Orientierungsphase abgeschlossen und jetzt gilt es, die verbliebenen Probleme endlich auszumerzen bzw. weiterhin konstant Top10-Ergebnisse einzufahren, möchte man das „Race to the Chase“ zur Halbzeit der Saison dann aus einer komfortablen Position in Angriff nehmen. Hierbei denke ich besonders an Denny Hamlin, Jeff Burton und Joey Logano, die in Richmond eine gute Vergangenheit hatten, 2011 aber bisher noch nicht in einen vernünftigen Fluss gekommen sind. Das dritte echte Shorttrack-Rennen des Jahres auf dem 0,75 Meilen langen D-shaped-Oval läutet über dies eine zweiwöchige Nachtschicht im Sprint Cup ein, denn in Richmond und Darlington wird unter Flutlicht gefahren. Zur Orientierung: Daraufhin folgt dann Dover zur gewohnten Zeit am Sonntag, bevor das All-Star-Weekend (ebenfalls nachts) und das Coca-Cola 600 (spät am Sonntag) anstehen!

Zur Strecke an sich sage ich jetzt mal nicht viel mehr, als dass sich das Anschauen des Rennens definitiv lohnt. Im oben verlinkten Streckenportrait kann man einiges zur besonderen Charakteristik des Richmond International Raceway nachlesen, die ich persönlich sehr ansprechend finde. Zudem verfügt das Nachtrennen über eine Menge Tradition und unter Flutlichtbedingungen kommt die Rennaction noch mal mit ein Stück mehr Flair rüber. Nein, ich meine nicht Ric Flair, den sehen wir dann höchstwahrscheinlich erst in Dover oder seiner Heimatstadt Charlotte wieder…

Zum Thema Stärkeverteilung am Wochenende: Die bisherigen acht Saisonrennen gewannen 2011 nicht weniger als sieben unterschiedliche Piloten. Lediglich Kevin Harvick konnte in Fontana und Martinsville zu einem Doppelschlag ausholen. Nachdem dann in Texas Matt Kenseth den Rest der Roush-Fenway-Flotte wieder zum Leben erweckte, sicherte sich Jimmie Johnson in Talladega seinen ersten Saisonerfolg in einer Hendrick-Paradevorstellung um winzige 0,002 s. Im Prinzip bedeutet diese Aufzählung, dass im Moment eigentlich in jeder Woche jeder Fahrer ein Rennen gewinnen könnte. Noch nie war eine Sprint Cup Saison so kompetitiv, was auch die Anzahl der Führungswechsel und Überholmanöver belegt, welche ich in einem vergangenen Artikel mal aufgelistet hatte.

Richmond könnte also die Chance für z.B. Denny Hamlin sein, endlich Anschluss an den Rest der Chase-Anwärter zu bekommen. Immerhin dominierte sein Team Joe Gibbs Racing die letzten beiden Jahre auf dem Shorttrack. 2009 und 2010 gewann Kyle Busch jeweils die Frühlingsausgaben, während Denny Hamlin immer das letzte Rennen vor dem Chase für sich entscheiden konnte. Kyle Busch steht in der Meisterschaft auf derzeit auf Platz 6, aber auch nur, weil er durch seinen frühen Ausfall in Talladega vier Ränge abgestürzt ist. Das zeigt, wo Denny Hamlin und Joey Logano stehen könnten, wenn denn nur die Qualität des Materials gezählt würde.

Teamintern überlegt man daher laut einen Crew-Chief-Tausch bei den beiden weniger erfolgreichen Wagen. Ich befürworte unterdessen den möglichen Wechsel von Greg Zipadelli an die #11 sowie von Mike Ford an die #20. Was bei Hendrick Motorsports so prima funktioniert hat, könnte bei Gibbs ebenso klappen. Manchmal braucht es nur eine kleine Luftveränderung, denn weder haben Hamlin und Logano das Fahren verlernt, noch sind Zipadelli und Ford auf den Kopf gefallen. „Zippy“ ist immerhin zweimaliger Meister mit Tony Stewart geworden! Was Joey Logano betrifft, so sollte zumindest ein Top10-Resultat am Wochenende drin sein, denn in der Nähe dieser Marke hielt sich der Youngster in allen seinen vier Richmond-Teilnahmen auf.

Apropos Hendrick Motorsports: Was das Team in Talladega abgezogen hat, war schon unglaublich. Aus den ersten vier Plätzen in der Qualifikation machten die Mannschaften von Jimmie Johnson, Jeff Gordon, Dale Earnhardt Jr und Mark Martin nach 188 harten Restrictor-Plate-Runden ein internes Top8-Ergebnis. Zudem ist auch Richmond kein unbekanntes Pflaster für Jimmie Johnson, der 2007 und 2008 drei der vier Rennen dort gewinnen konnte. Dazwischen kam ihm 2008 nur Clint Bowyer, der dort seinen zweiten von vier Sprint-Cup-Siegen einfuhr.

Dale Earnhardt Jr befindet sich in der Form seines Lebens, denn mit einer durchschnittlichen Zielankunft von exakt Platz 10 stellt 2011 bisher seine beste Cup-Saison dar. Lediglich ein Sieg fehlt Junior noch zum großen Glück und dem Wiedergewinn seines Selbstvertrauens. Wie man in Richmond siegt weiß Earnhardt, schließlich gelang es ihm schon drei Mal. In der jüngsten Vergangenheit hinderten ihn allerdings einige Scharmützel mit Kyle Busch an einem weiteren Erfolg auf dem Shorttrack. Platz 3 in der Meisterschaft ist aber schon ein himmelweiter Unterschied zu den grottenschlechten letzten beiden Jahren! Junior ist auf einem guten Weg… Währenddessen geht es bei Jeff Gordon und Mark Martin weiterhin auf und ab, beide sind in Richmond in den vergangenen Saisons aber regelmäßig in die Top5 gefahren und könnten nun endlich nach vorne durchbrechen.

2008 siegte wie erwähnt einmal Clint Bowyer, der in diesem Jahr erst spät auf Touren kam. Nach anfangs sehr miesen Ergebnissen außerhalb der Top15, konnte er in den letzten vier Rennen in die Top10 vorstoßen und zuletzt sogar zwei zweite Ränge in Folge holen. Damit setzte er sich auf den zehnten und letzten festen Chase-Rang und wäre damit derzeit ebenso für die Playoffs qualifiziert, wie seine Teamkollegen Kevin Harvick (4.) und Überflieger Paul Menard (11.). Besonders Menard zeigt in dieser Saison was er wirklich kann, wenn er denn ordentliches Material zur Verfügung hat. Hier darf man weiterhin gespannt sein, denn auch dieser Mann fährt derzeit die mit Abstand beste Saison seiner Karriere. Die zweitbeste war letztes Jahr in Diensten von Richard Petty Motorsports, wo er nach langen Jahren bei DEI erstmals so richtig aufblitzen konnte.

Schlecht sieht es für Richard Childress Racing im Moment weiterhin bei Jeff Burton aus, der 2011 noch kein einziges Top10-Resultat ergattern konnte, zumindest fährt er seit Texas aber wieder regelmäßig in die Top20. Wenn Burton in diesem Jahr in den Chase will, dann muss die Leistung jetzt kommen! Richmond könnte ein guter Punkt sein, denn in den letzten sechs Rennen fuhr er dort drei Mal in die Top6. Die anderen Ergebnisse waren immer noch Top18s, was ja nun wirklich keine so schlechte Statistik ist.

So gar nicht einschätzen kann ich nach wie vor die Ford-Teams: Klar, in Texas sind sie eingeschlagen wie eine Bombe und auch in Talladega zeigten sie mehrfach gute Zeiten im Draft. Wie gut sie nun aber auf dem Shorttrack in Richmond klarkommen, kann ich absolut nicht beurteilen. Bisherige Ergebnisse dort lassen die Mannschaften von Roush-Fenway Racing und Richard Petty Motorsports nicht gerade als Spezialisten dieser Disziplin dastehen, doch der Amerikaner schwört auf sein „Momentum“. Wenn Ford also am Wochenende stark auftreten sollte, dann sitzt Carl Edwards ganz sicher noch fester im „Kampf um die Meisterschaft“-Sattel als ohnehin schon! Edwards ist dazu noch der einzige Ford-Pilot, welcher in den letzten sechs Richmond-Ausgaben mehr als ein Top10-Ergebnis einfahren konnte – darunter ist auch ein fünfter Platz aus dem letztjährigen Frühjahrsrennen.

Weiterhin nicht zu unterschätzen sind Tony Stewart, Ryan Newman und Juan Pablo Montoya. Alle drei Piloten haben sich 2011 mit eher unauffälligen Top5- und Top10-Resultaten auf den Chase-Rängen festgesetzt. Die beiden Piloten von Stewart-Haas Racing schwächelten zuletzt ein wenig und müssen in Richmond nun wieder zu alter Stärke zurückfinden. Gerade für Newman ist der Shorttrack eine echte Lieblingsstrecke, denn Ergebnisse außerhalb der Top12 sucht man fast vergebens. Seit seinem Debüt 2002 passierte das nämlich nur vier Mal! Tony Stewart errang 2008 und 2009 als Ausreißer jeweils einen zweiten Rang und wird es schon schwerer haben. Montoya steigerte sich in seinen bisher acht Richmond-Rennen kontinuierlich und beendete drei der letzten vier Ausgaben in den Top10. Ein solches Ergebnis muss jetzt nach dem Ausfall in Talladega dringend wieder her, um Platz 9 in der Meisterschaft auszubauen oder mindestens zu halten.

Mein Dark-Horse ist in dieser Woche Marcos Ambrose, der zuletzt in Talladega etwas Pech hatte und auch in den Rennen davor mehr so „Hop oder Top“ unterwegs war. Entweder klappt es bei ihm mit einem Top5-Resultat oder er kommt jenseits von Platz 15 ins Ziel. Für Ambrose mag das ganz in Ordnung sein, doch waren 2011 50% seiner Rennergebnisse Totalausfälle. In Richmond zeigte der Australier in seinen bisher vier Auftritten aber, dass ihm die Strecke liegt und an diesem Wochenende mal wieder ein gutes Ergebnis drin sein könnte: Drei Top11s stehen aus diesen vier Rennen zu Buche, mit dabei sogar ein fünfter Platz aus der letzten Ausgabe.

Ein kurzes Wort noch zu den „Hinterbänklern“: Trevor Bayne und die Wood Brothers haben bekanntlich trotz des Sieges im Daytona 500 keine Sponsoren für eine komplette Saison an Land ziehen können. Da man schon die Paychecks für acht von ca. 20 Rennen eingelöst hat, holt das Traditionsteam mit der #21 nun die Realität langsam wieder ein. In den nächsten drei Rennen (Richmond, Darlington und Dover) verzichtet man daher auf eine Teilnahme, um beim All-Star-Rennen und dem Coca-Cola 600 wieder voll durchzustarten. Start-&-Park-Einsätze lehnen die Wood Brothers kategorisch ab, dafür möchte man sich nicht hergeben. Die Nutznießer dieser Situation sind vorerst die Mannen von TRG Motorsports, welche bei Abwesenheit der #21 in die Top35 vorrücken dürfen.

Besser traf es in dieser Woche Tommy Baldwin Racing: Golden Corral und Big Red kommen für einen Großteil der restlichen Saison an Bord des kleinen Teams mit der #36 und sichern Fahrer Dave Blaney damit volle Renneinsätze zu. Abschließend sind meiner Rechnung nach lediglich vier Rennen nach wie vor nicht bezahlt, was sicherlich zu verschmerzen sein dürfte. Die nächste Aufgabe ist es nun, von Platz 37 in die Top35 der Owner Points vorzustoßen, die derzeit elf Punkte vorweg liegen.

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Zur Unterstützung des Sprint Cups ist die Nationwide Series in Richmond vor Ort, während die Trucks eine etwas längere Frühlingspause bis zum Rennen in Dover einlegen. Außerdem ist die Nationwide Series dieses Mal ausnahmsweise auf SPEED zu sehen! Das Einschalten lohnt sich am Wochenende auf jeden Fall, denn besonders der Freitagabend ist mit fast zwölf Stunden NASCAR am Stück gut vollgepackt.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 29.04.
15:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 16:30 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bubba Burger 250), SPEED

Samstag, 30.04.
01:30 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Crown Royal presents the Matthew and Daniel Hansen 400), FOX

September 14 2010

06:23

NASCAR: Analyse Richmond September 2010

Denny Hamlin konnte sich am Wochenende mit dem Sieg in Richmond an die Spitze der gesetzten Chase-Wertung bringen und rangiert zum Beginn der Playoffs nun zehn Punkte vor Jimmie Johnson. Das Rennen selbst war mehr als zäh und sah lediglich drei Gelbphasen.

Auf der NASCAR-Homepage habe ich unter der Woche einen Artikel gelesen, dessen Überschrift implizierte, dass der Richmond-Rennsieger im Vergleich zum Chase-Qualifikations-Drama meist nur die zweite Geige spielen würde und schnell in Vergessenheit geriete. An diesem Wochenende traf das, trotz der eigentlich gelaufenen Playoff-Teilnahme-Entscheidung, sogar auf das zähe Rennen in Richmond zu. Außer drei Gelbphasen gab es eigentlich nur einen recht unspektakulären Kampf um den Rennsieg: Von den sechs Fahrern mit Führungsrunden hatten lediglich vier eine realistische Chance, am Ende ganz vorne zu stehen. Zusätzlich war in den Schlussrunden auch noch der zweitplatzierte Kyle Busch für einen Angriff auf Denny Hamlin zu haben, gab sich dann aber aus teamtaktischen Gründen mit der Silbermedaille zufrieden. 251 von 400 Runden in Front sprechen eine eindeutige Sprache bezüglich der Leistung der #11.

Carl Edwards‘ Pole Position war gut für eine Führung bis zur ersten Gelbphase in Runde 55, denn viele Chase-Fahrer hatten im Qualifying schlechtere Startpositionen erwischt. Kurz bevor David Reutimann ein Reifen platzte, war Jimmie Johnson an der Spitze angekommen und machte der #99 den Platz an der Sonne streitig. Weil Edwards aber den besseren „pit stall“ in der Boxengasse auswählen durfte, führte er das Feld wieder zurück zu grünen Flagge. Nach Einbruch der Dunkelheit, welche das Gripniveau auf der sich abkühlenden Strecke natürlich massiv verändern sollte, war es um den Ford-Piloten dann endgültig geschehen. Edwards verabschiedete sich in Runde 100 nach dem ersten Rennviertel für den Rest des Abends aus den Top5 und wurde am Ende als Zehnter abgewinkt.

Die Führung übernahm Clint Bowyer, der ebenfalls in der Spitzengruppe gestartet war und sich gemeinsam mit Edwards vom Rest des Feldes absetzte. Zehn Umläufe später war aber bereits der spätere Sieger Denny Hamlin zur Stelle, nachdem er sich mühsam von Platz 14 nach vorne gekämpft hatte. In Runde 145 ging dann der zweite Reifen hoch und löste die zweite von drei Gelbphasen in Richmond aus und ausgerechnet Terry Labonte war der Unglücksrabe. Am Vortag verpasste er die Qualifikation knapp, weil sein Bruder Bobby das „champion’s provisional“ benötigte. Terrys Zeit war leider minimal zu langsam und sein Ex-Champion-Startrecht vier Jahre zu alt. Im Anschluss kaufte sich das neue Team von Stavola Labonte Racing bei Prism Motorsports ein, wo Mike Bliss die #55 für das Rennen qualifizieren konnte. Der Reifenplatzer bescherte dem Altmeister dann leider ein vorzeitiges Rennende.

Nach dem Restart kam ein wenig Fahrt ins Rennen, als sich Hamlin nacheinander zunächst gegen Jimmie Johnson und dann gegen Clint Bowyer durchsetzen musste, welche ihm die Führung aus der Hand zu reißen versuchten. Gerade Bowyer fuhr bis zum Ende ein starkes Rennen und wollte die Chase-Qualifikation unbedingt aus eigener Kraft und mit einem Paukenschlag schaffen. Der sechste Platz besiegelte die Playoff-Teilnahme dann schließlich auch. Jimmie Johnson hielt nach diesem letzten Aufbäumen tapfer in der Spitzengruppe mit und beendete das Rennen als Dritter.

Die erste Rennhälfte war exakt zu dem Zeitpunkt beendet, als Hamlin sich die Führung ein letztes Mal von Clint Bowyer zurückholte. In Runde 200 begannen dann plötzlich auch Spekulationen bezüglich einer Regenfront, welche sich auf die Strecke zubewegte. Zu diesem Zeitpunkt hätte das Rennen aber bereits offiziell beendet werden können, weil schon 50% der Renndistanz zurückgelegt waren. Somit hatte ich erstmal nicht wirklich Angst, wieder eine lange Nacht vor dem Bildschirm verbringen zu müssen. In Runde 226 setzte dann tatsächlich Regen ein, welcher aber zu kurz und zu schwach war, um das Rennen wirklich ernsthaft zu gefährden. Die dritte und letzte Caution wurde natürlich trotzdem ausgerufen, was die ABC/ESPN-Kommentatoren dazu verleitete, ein wenig zu spekulieren:

Die drei Reporter in der Kabine gingen davon aus, dass eventuell nur die bereits für den Chase qualifizierten Fahrer einen Boxenstopp während dieser Gelbphase unternehmen und die Piloten „on the bubble“ vielleicht in der Hoffnung auf einen Rennabbruch den Serviceaufenthalt auslassen würden. Da der Regen aber absolut nicht kritisch genug war, wurden Marty Reid, Andy Petree und Dale Jarrett eines besseren belehrt. Zunächst blieben Jeff Burton und Jamie McMurray draußen und setzten sich an die Spitze, später sahen sie ihre hoffnungslose Lage aber doch noch ein und holten den Boxenstopp nach.

Positiv fiel mir das Kommentatoren-Trio an diesem Abend aber bei der Berichterstattung über Mattias Ekström auf, der einen guten 31. Platz ins Ziel bringen konnte, nachdem er Dale Earnhardt Jr. überholte und kurzzeitig sogar auf Top30-Kurs unterwegs war. Eine Super-Leistung des Schweden, der sich bei seinem ersten Oval-Einsatz absolut schadlos hielt. Red Bull Racing plant sogar noch weitere Einsätze mit Ekström bei ausgewählten Rennen, sodass er sich dann das Cockpit der #83 vermutlich für den Rest des Jahres mit Reed Sorenson teilen wird. In der DTM stehen ja noch vier Rennen auf dem Programm, wovon drei mit NASCAR-Wochenenden kollidieren. Ausgeschlossen werden können also Einsätze in New Hampshire, Charlotte und Talladega, wobei ihm NASCAR vermutlich eh nicht so schnell eine Superspeedway-Freigabe erteilen wird – wahrscheinlicher sind dagegen Einsätze in Dover, Martinsville und Phoenix.

Noch kurz zurück zu ESPN: Beim Nationwide-Rennen am Freitag machte Rusty Wallace mal wieder mit einem ziemlich dicken Bock auf sich aufmerksam. Clint Bowyer erlitt nach einer Kollision einen sehr eindeutigen „tire rub“, dessen resultierende Rauchwolke Wallace mit verbranntem Öl zu erklären versuchte. Zwei Runden später ging Bowyers Reifen dann wie zu erwarten war tatsächlich hoch. Ich fand es völlig unverständlich, wie er das charakteristische Qualmen in den Turns nicht korrekt deuten konnte und auch nach der Wiederholung des Zusammenstoßes seine Meinung nicht sofort revidierte.

ESPN-Exkurs Ende…

In Runde 240 schwenkte NASCAR die grüne Flagge und damit begann der zähe Teil des Rennens, das nicht mehr durch weitere Gelbphase unterbrochen werden sollte. Hamlin gab in den verbleibenden 160 Umläufen nur noch einmal kurz seine Führung ab, als Juan Pablo Montoya für drei Runden das Feld anführen konnte. Der Kolumbianer war den gesamten Abend über in der Spitzengruppe unterwegs und kam bei den „green flag stops“ zwischen Runde 320 und 325 etwas früher an die Box, um den Vorteil der schnelleren, neuen Reifen auszunutzen. Da sein Wagen allerdings auf „short runs“ abgestimmt war, konnte er die Führung nicht halten. Mit Platz 7 holte er sich am Ende aber eine durchaus verdiente Platzierung und machte wieder einmal klar, wo er in der Meisterschaft stünde, wäre ihm während der Saison nicht soviel Pech wiederfahren.

Damit ist dann die zweite Rennhälfte in zwei Absätzen abgehakt, denn mehr passierte im Prinzip nicht. Kyle Busch versuchte 20 bis 30 Runden vor Schluss noch einmal, seinen Teamkollegen zu überholen, gab seine Anstrengungen dann aber zugunsten eines tollen Mannschaftsresultats auf. Eine weise Entscheidung des sonst so impulsiven Fahrers, die gerade zum Start des Chase fragen lässt, ob er so langsam die nötige Reife für eine Meisterschaft entwickelt hat. Oft stand ihm sein Ego in der Vergangenheit im Weg und das resultierte in einer Alles-oder-nicht-Fahrweise, die ihm wenige Sympathien einbrachte und ihn immer wieder massiv Punkte kostete. Noch vor ein bis zwei Jahren, so bin ich mir sicher, hätte Busch seinen Teamkollegen – ähnlich wie Dale Earnhardt Jr damals – mehr oder weniger sanft aus dem Weg geschoben.

Die von mir in der Vorschau benannten Top-Contender an diesem Wochenende belegten somit am Ende tatsächlich die Plätze 1,2 und 3: Denny Hamlin vor Kyle Busch und Jimmie Johnson. Diese drei Fahrer sind meiner Meinung nach gemeinsam mit Jeff Gordon und Kevin Harvick auch die größten Favoriten für den Chase. Eine ausführlichere Playoff-Vorschau folgt noch vor dem Rennen in New Hampshire an dieser Stelle.

Die Top5 komplettierten Joey Logano und Marcos Ambrose, was zum einen bedeutet, dass Joe Gibbs Racing fast ein Dreifacherfolg gelang wie einst Richard Childress Racing in Bristol. Zum anderen landete mein „dark horse“ Ambrose einen echten Wurf, der zeigt, wie weit er im NASCAR-Lernprozess schon ist. Im kommenden Jahr kann er bei Richard Petty Motorsports hoffentlich noch viel mehr erreichen, denn ich schätze das neue Team etwas stärker ein als sein jetziges. Clint Bowyer, Juan Pablo Montoya, AJ Allmendinger, Kevin Harvick und Carl Edwards lauten die Ränge 6-10, vor allem für Allmendinger wieder ein Top-Resultat. Harvick bestätigte in Richmond seine unglaubliche Konstanz, welche ihn an die Spitze der Meisterschaftstabelle brachte. Seine Führung ist er nun aber an Denny Hamlin los, der 2010 drei Rennen mehr gewinnen konnte und folglich zu Chase-Beginn höher gesetzt wurde.

In den Top20 tummelten sich bekannte Gesichter, eigentlich gab es sonst kaum Überraschungen, nahezu alle Fahrer hatten ein unauffälliges Rennen. Schlecht abgeschnitten haben Kasey Kahne (29.), Greg Biffle (32.) und Dale Earnhardt Jr (34.). Allen drei Fahrern gelang es nicht, in Kooperation mit ihrem jeweiligen Crew Chief eine gute Abstimmung für die wechselnden Bedingungen zu finden. Biffle qualifizierte sich immerhin für den Chase, weil er nicht Letzter wurde und auch Clint Bowyer ist ab New Hampshire mit dabei. Passen mussten dagegen Ryan Newman, Jamie McMurray und Mark Martin, was für alle drei Fahrer ziemlich enttäuschend sein dürfte.

Newman war im letzten Jahr ebenso wie Martin, Montoya und Kahne im Chase und McMurray hätte die Qualifikation sicher gerne gepackt, zumal er ja 2010 auch zwei Rennen gewinnen konnte. In Talladega hat er aber noch einmal die Chance, ganz groß aufzutrumpfen, denn zum einen ist er der amtierende Daytona-500-Champion und zum anderen der Vorjahressieger des Talladega-Chase-Rennens. Da darf man noch gespannt sein auf das viertletzte Datum des Jahres. In diesem Artikel gibt es wie angemerkt nur eine generelle Übersicht zur Chase-Setzliste, die ausführliche Vorschau folgt.

In der Owner-Wertung konnten Jeff Green (#26 für Bill Jenkins) und Travis Kvapil (#38 für Front Row Motorsports) den Abstand auf Kevin Conway (#7 für Robby Gordon Motorsports) weiter verkürzen, weil der Rookie wieder ein Rennen nicht beenden konnte. Es wäre interessant, da mal näheres zu den Vorgängen bei RGM zu erfahren. Das Sponsorengeld wird sicherlich da sein, also bleiben nur noch echte Defekte am Auto oder „Handling-Probleme“ à la Milka Duno übrig. Meine Einschätzung bleibt bestehen und ich kann bei dem Trend sogar schon abschätzen, dass die #7 nach ungefähr der Hälfte des Chase (+/- 1 Rennen) aus den Top35 verschwunden sein wird.

Am kommenden Wochenende beginnt wie erwähnt der Chase in New Hampshire und außerdem ist die Zeit der Nachtrennen vorerst wieder vorbei. Die nächsten drei Meisterschaftsläufe starten um ca. 19:15 Uhr, das nachfolgende Rennen in Fontana um ca. 21:15 Uhr, bevor das letzte Nachtrennen der Saison in Charlotte ansteht.

2010_Richmond_Sept_NSCS_First_Responders_pose 2010_Richmond_Sept_NSCS_race_start 2010_Richmond_Sept_NSCS_Jimmie_Johnson_on_pit_road 2010_Richmond_Sept_NSCS_Carl_Edwards_leads_field 2010_Richmond_Sept_NSCS_Clint_Bowyer_leads 2010_Richmond_Sept_NSCS_Terry_Labonte_accident 2010_Richmond_Sept_NSCS_Denny_Hamlin_on_track 2010_Richmond_Sept_NSCS_Denny_Hamlin_leads_Jimmie_Johnson 2010_Richmond_Sept_NSCS_Denny_Hamlin_leads_Kyle_Busch 2010_Richmond_Sept_NSCS_Denny_Hamlin_crosses_finish_line 2010_Richmond_Sept_NSCS_Denny_Hamlin_Victory_Lane 2010_Richmond_Sept_NSCS_Clint_Bowyer_on_pit_road_after_the_race 2010_Richmond_Sept_NSCS_Chase_Field Web OnTheBubbleNSCS2010_26Richmond

September 10 2010

06:15

NASCAR: Vorschau Richmond September 2010

Am Wochenende gastiert der Sprint Cup auf dem Richmond International Raceway, um die letzten beiden Chase-Plätze zu vergeben. Das letzte Rennen vor den Playoffs ist zum Glück auch das vorletzte Nachtrennen des Jahres. Außerdem ist mit Mattias Ekström ein Europäer am Start.

Der a

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