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September 19 2011

15:08

IndyCar: Immer Ärger mit Brian

Die Rennleitungs-Diskussion kommt nicht zur Ruhe: Ein langatmiges Rennen in Motegi wurde erneut von einer umstrittenen Entscheidung überschattet.

Kann es für eine Serie gut sein, wenn sogar die TV-Kommentatoren während der Übertragung beginnen, sich über die Entscheidungen der Rennleitung lustig zu machen? Wohl kaum. Womöglich muss die IndyCar froh sein, wenn das Rennen vom Sonntag wegen der ungewöhnlichen Sendezeit etwas schlechtere Quoten hatte. Der zunehmend spannende Kampf um die Meisterschaftskrone stand einmal mehr im Schatten der leidigen Diskussionen über Strafen und Einflussnahme. Nach dem Stimmungshoch von Baltimore also nun wieder schlechte PR für die IndyCars. Fraglich, ob Brian Barnhard es schafft, sich weiter auf dem Sessel des “Director of Competition” zu halten.

Grund der Aufregung war ein über-optimistisches Manöver von Dario Franchitti beim ersten Restart in Runde 26. Der Schotte hatte sich in der (zum Zusehen reichlich zähen) ersten Hälfte des Rennens von der Startposition neun auf den fünften Rang nach vorne gekämpft. Nach dem Ende der Gelbphase wollte er sich weiter nach vorne arbeiten. Er verfehlte aber auf der Innenlinie den Bremspunkt, und traf Ryan Briscoe am Hinterrad. Der drehte sich, setzte die Kettenreaktion fort, und beförderte auch noch den vor ihm fahrenden Dauer-Pechvogel Graham Rahal sowie Charlie Kimball aus dem Rennen und die Spitze.  Alle vier konnten das Rennen schließlich fortsetzen – der Kampf um den Sieg war allerdings vorbei.

Man muss also zugestehen: Franchitti hat mit dem Manöver vor allem seinen eigenen Interessen geschadet. Daneben hat er noch zwei Teamkollegen eliminiert. Aber nicht nur Ganassi war betroffen. Auch Briscoes Kampf um eine Spitzenposition war mit dem Manöver vorüber. Zudem hatte das Manöver deutliche Parallelen zu jenen Kollisionen, die zuletzt beständig für harte Strafen gesorgt hatten. Noch in Baltimore musste Ryan Briscoe für eine sehr ähnliche Aktion eine Drive Through Penalty unter grün absolvieren.

Doch das gespannte Warten auf eine entsprechende Strafe wurde enttäuscht. Franchitti wurde lediglich unter gelb ans Ende der Führungsrunde versetzt. Das kostete ihn exakt einen Rang – der ebenfalls repariert aus der Box kommende Briscoe durfte wieder an Franchitti vorbei.

Die Milde der Rennleitung sorgte für erhitze Gemüter – an einigen Stellen wurde auch wieder die These genannt, die IndyCar vergebe bewusst keine Strafen an Franchitti, um das wichtige Ganassi-Team nicht zu vergraulen. Und zugegeben: Man konnte sich heuer als Zuseher dieses Eindrucks schon mehrfach nicht erwehren.

Doch so verständlich diese Spekulationen sind, und so plausibel sie wirken mögen – dass die INDYCAR es riskieren würde, das größte Gut einer Sportbehörde, nämlich ihre Unabhängigkeit, derart offensichtlich und öffentlich in Frage zu ziehen, scheint doch recht unwahrscheinlich.

Klar ist aber: “Director of Competition” Brian Barnhart ist seiner Aufgabe im Moment ganz offensichtlich nicht gewachsen. Und selbst, wenn er seinen Job jüngst korrekt erledigt hätte – ein Offizieller, der jede Woche in dieser Weise im Rampenlicht steht, und von den Fahrern nicht mehr ernst genommen wird, ist für die Serie in jedem Fall problematisch. Um weiteren Schaden von der INDYCAR abzuhalten, müsste er alleine auf Grund der Kritik, ob sie nun (wie in diesem Fall) berechtigt sein mag, oder nicht, zurücktreten. Sollte er, wie es den Anschein erweckt, diesem Schritt nicht von sich aus setzen können, dann muss eben CEO Randy Bernard endlich die entsprechende Führungsstärke an den Tag legen.

Zurück zum Rennen: Deutlich besser als für seine drei Teamkollegen, die schließlich auf den Rängen acht, zwölf und 23 ins Ziel kommen sollten, lief es für Scott Dixon. Der Neuseeländer fuhr vom Start an vorne weg, konnte sich immer wieder deutliche Führungsabstände herausarbeiten, und holte sich am Ende einen ungefährdeten Sieg – den zweiten in diesem Jahr nach Mid Ohio.

Auf Rang zwei fuhr (abgesehen von den letzten Runden ebenso unbedrängt) Will Power ins Ziel, für den sich die Reise nach Japan ebenfalls gelohnt hat. Immerhin elf Punkte Vorsprung hat der Australier nun zwei Rennen vor Schluss auf Dario Franchitti. Auf den zwei schnellen Ovalen wird das zwar trotzdem eine schwere Aufgabe für den Rundkurs-Spezialisten. Ganz unmöglich ist der Gewinn der Meisterschaft aber bei weitem nicht mehr. Und ganz ehrlich: Wer hätte vor einem Monat noch gedacht, dass es an der Spitze der Tabelle überhaupt noch einmal spannend werden würde? Auch Oval-Freund Scott Dixon hat wieder eine kleine Chance. Ihn trennen insgesamt 55 Punkte (also ein Abstand von etwas mehr als einem Sieg) von Power.

Eine gute Vorstellung zeigte diesmal der heuer etwas inkonstante Marco Andretti. Am Ende landete der Amerikaner auf Rang drei, in der Schlussphase hätte es sogar fast noch für einen Angriff auf Power gereicht. Dahinter belegte der um einen Job fahrende Alex Tagliani den ebenfalls sehr guten vierten Platz. Oriol Servia, Sebastien Bourdais und JR Hildebrand zeigten sich auf den Positionen fünf bis sieben einmal mehr als fähig-verlässliche Punkteeichhörnchen.

Weniger toll lief es beim letzten IndyCar Auftritt in Japan für die Lokalmatadore: Takuma Sato landete nach einer Kollision mit Formula Nippon und Super GT Fahrer Joao Paulo de Oliveira (den man, wie das Versus-Team nicht müde wurde zu betonen “de Oliveida” ausspricht) auf dem zehnten Rang, wäre aber vermutlich auch ohne dieses Problem nicht wesentlich weiter vorne ins Ziel gefahren. De Oliviera selbst beschädigte sich bei der Aktion das Auto, und musste in Runde 44 endgültig abstellen. Ohne die Probleme wäre er wohl im Bereich von Sato ins Ziel gekommen – im Conquest-Wagen eine solide Premiere. Hideki Mutoh beendete das Rennen nach weitgehend unauffälliger Fahrt auf dem 18. Rang.

Eine Entscheidung ist am Wochenende schon gefallen: Will Power ist Gewinner der Mario Andretti Trophy, der “Rundkurs-Meisterschaft” der IndyCar Serie. Insgesamt 30 Punkte Vorsprung hatte er am Ende auf Vizemeister Dario Franchitti. Scott Dixon landete auf Rang drei, hat aber ganze 95 Punkte Rückstand. “Best of the Rest” sind Oriol Servia (-144 Punkte) und Tony Kanaan (-168).

Weiter geht es in zwei Wochen auf einer Strecke gänzlich anderer Art. Das 1,5 Meilen Oval in Sparta, Kentucky stand in den vergangenen Jahren stets für enge Zweikämpfe und Highspeed Rad-an-Rad Duelle. Die Meisterschaft bleibt spannend, denn welcher der beiden Titelaspiranten auf dieser Art Strecke Vorteile hat, ist diesmal besonders schwer zu prognostizieren. Der jüngste Lauf auf einem Oval ähnlicher Bauart fand Anfang Juni im Rahmen der “Texas Twin 275s” statt. Sieger damals: Dario Franchitti und Will Power.

Eine ausführliche Vorschau folgt in der kommenden Woche.

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Fotos: INDYCAR

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September 15 2011

15:57

Vorschau: The Final Indy Japan 300

Zum vorläufig letzten Mal starten die IndyCars Sonntagfrüh in Motegi. Wegen der Erdbebenschäden steht statt dem Oval der Rundkurs auf dem Programm.

Immerhin 26 Einsatzwagen wurden auf die lange Reise nach Japan geschickt. Es wird also ein gut gefülltes Feld geben, wenn Sonntagmittag (Ortszeit) die IndyCar-Motoren zum “Final Indy Japan 300″ gestaaaaartet werden. Ein Portion Wehmut wird allerdings auch dabei sein. Schon im Winter wurde bekannt, dass sich die IndyCar Series aus Japan zurückzieht, weil Honda nicht mehr für die Kosten aufkommen will. Nicht vergessen darf man aber auch, dass Motegi unweit jener Küstenregion liegt, die im März vom großen Erdbeben und Tsunami heimgesucht wurde – als Tomikazu Fukuda, der Mann, der für den oben verinkten, vermutlich besten aller Startcommands verantwortlich ist, plötzlich andere Nachrichten an den “Partner-Bundesstaat” Indiana übermitteln musste. Beim Erdbeben wurde auch das Oval am “Twin Ring Motegi” beschädigt. Für die Reparatur will man derzeit kein Geld ausgeben, weil das an anderer Stelle dringender gebraucht wird. Daher fährt die IndyCar Series heuer erstmals auf dem Rundkurs.

Jedes Jahr seit 1998 gab es in Motegi ein Ovalrennen einer amerikanischen Serie. Zunächst war von 1998 bis 2002 die CART dort zu Gast, seit 2003 fährt nun schon die IndyCar Series dort. Besonders spannende Rennen hat der Kurs zwar, vor allem in den letzten Jahren, nicht wirklich geboten. Zumindest ein histoischer Moment wird ihn aber wohl bleibend in den Geschichtsbüchern halten. Danica Patrick gewann hier 2008 ihr erstes und bisher einziges Rennen – der erste Sieg einer Frau in einer großen Formelrennserie. 2009 verspielte Ryan Briscoe auf kalten Reifen bei der Boxenausfahrt unter Gelb seine Meisterschaftschancen. Im vergangenen Jahr gewann Helio Castroneves eine weitgehend unspektakuläre Ausgabe.

Zugegeben: Die Statistiken aus dem vergangenen Jahren sind Makulatur, zumal die Serie ja heuer nicht mehr auf dem Oval antritt. Jüngere Erfahrungen mit dem Rundkurs in Motegi hat nur einer der Starter: Der Brasilianer Joao Paulo de Oliveira, Formel Nippon Meister 2010 und vor einigen Wochen Rennsieger am Twin Ring, wird für Conquest Racing sein Debut bei den IndyCars geben.

Freuen werden sich die japanischen Fans wohl über einen weiteren Rückkehrer. Hideki Mutoh, 2010 wenig erfolgreich für Newman/Haas und heuer in der Super GT unterwegs, wird bei Sam Schmidt Racing das Auto von Martin Plowman übernehmen. Zudem ist natürlich mit Takuma Sato ein weiterer Japaner am Start – womöglich bei seinem drittletzten Einsatz in einem Honda. Nachdem er in seiner bisherigen Karriere noch nie ein von einem anderen Hersteller befeuertes Auto bewegt hat, könnte im kommenden Jahr ein Wechsel zu Chevrolet bevorstehen. Zumindest dann, wenn er bei KV Racing bleibt.

Erneut am Start ist auch, vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr, Giorgio Pantano, der einmal mehr den verletzten Justin Wilson im Team von Dreyer und Reinbold ersetzt. Auf den folgenden Ovalen von Kentucky und Las Vegas wird man sich wohl nach einem anderen Fahrer umsehen wollen.

Bisher als Wackelkandidaten galten James Hinchcliffe und Simona de Silvestro. Beide habe aber die nötige Sponsorunterstützung gefunden, um nach Japan reisen zu können. Hinchliffe bekommt etwas Geld von seinem Dauersponsor Sprott Asset Management, den Rest zahlt offenbar Newman/Haas selbst. De Silvestros Sponsor “Nuclear Clean Air Energy” sollte indes eher eine kurzfristige Umlackierung überdenken.

Der Kurs, den die IndyCar Series in diesem Jahr befahren wird, ist jener, auf dem auch die Moto GP, Super GT und Formel Nippon ihre Rennen austragen. Er wirkt auf den ersten Blick etwas schmal, und dürfte mit seinen vielen mittelschnellen, langgezogenen Kurven nur wenige offensichtliche Überholmöglichkeiten bieten. Allerdings: Videoschnipsel aus den japanischen Vierradserien zeigen, dass dort durchaus auch gute Duelle möglich sind. Und noch eines muss zu Gunsten der Strecke gesagt werden: Es handelt sich vermutlich um jene Strecke, die im gesamten IndyCar Kalender den höchsten Standard in Sachen Sicherheit und Modernität bietet.

Nach dem Start, der im Infield des Ovals erfolgt, geht es in eine 180-Grad Kehre, die allerdings etwas zu schnell sein dürfte, um erfolgreiche Überholmanöver zu ermöglichen. Danach folgen zwei schnelle Linkskurven, für die leider das gleiche gelten sollte.

Dann allerdings geht es auf eine schnelle Gerade, an deren Ende sich eine relativ scharfe Rechtskurve befindet. Hier könnte das eine oder andere Überholmanöver zu bewundern sein. Der folgende Streckenabschnitt verlässt dann das Oval, und führt in ein schnelles Geschlängel, das ähnlich wie der erste Sektor in Silverstone oder die Esses in Suzuka anmutet – spannend zu fahren, spektakulär aus der Onboard-Perspektive, Überholen unmöglich.

Dann allerdings folgt die längste Gerade des Kurses, an deren Ende vielleicht noch einmal das eine oder andere Überholmanöver möglich sein könnte. Eine kurzes, kurviges Verbindungsstück führt dann wieder zurück ins Infield des Ovals und aus die Start- und Zielgerade.

Das folgende Video zeigt die Strecke aus der Formel Nippon Perspektive. Es wird interessant sein zu sehen, welche der beiden Serien den Kurs schneller umrundet. Wer sich eine Zeit zum Vergleich notieren will. De Oliveira fuhr vor wenigen Wochen in 1:35.012 zur Pole.

In der Meisterschaft wird es nach Will Powers Erfolg vor zwei Wochen in Baltimore noch einmal eng. Dario Franchittis Vorsprung beträgt nur noch fünf Zähler. Alle anderen Piloten haben kaum noch Chancen. Power muss versuchen, in Japan möglichst viele Punkte Vorsprung auf Franchitti einzufahren. Denn auf den letzten beiden Strecken, den schnellen Ovalen in Kentucky und Las Vegas, sollte er gegenüber Franchitti etwas im Nachteil sein.

Las Vegas News

Das Leben ist kurz, wie man nicht nur in Las Vegas weiß. Um ein vorzeitiges Ende zu vermeiden, braucht die IndyCar Series vor allem eines: Aufmerksamkeit. Diese wollte man mit einer spektakulären 5 Millionen Challenge zum Saisonfinale in Las Vegas erreichen. Piloten aus anderen Serien wären dem Plan nach gegen die IndyCar Profis angetreten – und hätten im Falle eines Sieges den Jackpot gewonnen. Leider haben sich aber keine Piloten gefunden, die an diesem Bewerb teilnehmen wollten.

Nun hat IndyCar Chef Randy Bernard ein Ausweichprogramm vorgestellt. Indy 500 Sieger Dan Wheldon wird am Saisonfinale teilnehmen, und das Rennen von letzten Startplatz aus in Angriff nehmen. Gewinnt Wheldon, bekommt er 2,5 Millionen Dollar. Weitere 2,5 Millionen gehen an einen zufällig ausgewählten Fan.

Das Format mag aus der Not geboren sein. Es bietet aber einige Vorteile gegenüber der ursprünglichen Idee. Am wichtigsten: Im Vergleich zu IndyCar-unerfahrenen Piloten aus anderen Serien kennt Wheldon Autos und Rennsituation genau, und stellt daher keine Gefahr für die anderen Fahrer oder gar das Publikum an der Strecke dar. Wheldon weiß, was er tut, und hat eine realistische Chance, zumindest in die Nähe des 5 Millionen Bonus zu kommen – vor allem deshalb, weil er ohne Qualifying-Druck das gesamte Training zum Feilen an der Rennabstimmung verwenden kann. Dass er aus der letzten Position startet, und um Geld für einen Fan fährt, macht ihn außerdem zum Underdog – was ihm sicher Sympathien einbringen wird.

Motegi im TV

Für das Rennen in Japan gilt das gleiche, wie für fast alle anderen Läufe in diesem Jahr. Eine Übertragung im deutschen TV gibt es nicht, man muss daher hoffen, im Netz fündig zu werden. In den USA überträgt Versus das Rennen. Wegen der Zeitverschiebung spielt sich die Action leider zu recht unchristlicher Zeit ab – los geht es bei Versus um 5:30 Uhr MESZ am Sonntagmorgen, die grüne Flagge fällt wohl um 6:00 Uhr.

Foto: INDYCAR

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June 22 2011

05:34

Newshappen-Sammlung für 22.06.

// Mit sofortiger Wirkung hat die FIA das “Engine Mappingverboten. Gemeint ist, dass der Motor auch dann auf hohen Drehzahlen läuft, wenn der Fahrer vom Gas geht. Durch die Auspuffgase wird der Unterboden, bzw. der Diffusor angeblasen, was wiederum für mehr Abtrieb sorgt. “Engine Mapping” heißt es deswegen, weil die Teams/Hersteller die Mappingeinstellungen der ECU beeinflussen, um diesen Effekt zu erreichen. Wenn man den Gerüchten so glauben mag, profitierte vor allem Red Bull von der neuen Ideen. Man hat das wohl in der Quali eingesetzt, nicht aber im Rennen, was dann auch den oft nicht erklärbaren Rundenzeiteneinbruch des Teams erklären könnte. Im Rennen verzichtet man wohl auf den Effekt, weil die Motoren leiden und man mehr Sprit verbraucht. Renault gab mal 10% an, was immerhin rund 10 bis 15kg wären, die man mehr mitschleppen müsste, was keiner freiwillig macht. Ab England sind dann auch die “heiss”, also per Auspuff angeblasenen Diffusor verboten. (Don)

// Argentinien und Mexiko überlegen offenbar den Bau von Formel 1 tauglichen Strecken. In Mexiko wurde kürzlich Charlie Whiting bei der Besichtigung des Autodromo Hermanos Rodriguez gesichtet. Angeblich soll er dort gewesen sein, um den Besitzern mitzuteilen, welche Änderungen an der Strecke nötig wären, um die begehrte Grade 1 Lizenz der FIA zu erhalten, die die Austragung von Formel 1 Rennen erlaubt. In Mexiko steigt derzeit wieder das Interesse an der Formel 1, weil mit Sergio Pérez erstmals seit Jahren wieder ein Mexikaner in der Königsklasse unterwegs ist – und mit Esteban Gutierrez ein weiterer vor der Türe steht. Auch Sauber-Sponsor Telmex würde gewiss gerne ein Heimrennen sehen. In Argentinien wurde derweil die Design-Firma Populous (für die neue Arena-Sektion in Silverstone verantwortlich) mit dem Bau einer völlig neuen Strecke nahe Buenos Aires beauftragt, die ebenfalls Grade 1-tauglich sein soll. Angeblich ist die Formel 1 aber nicht das primäre Ziel der Streckenbetreiber – die Bahn soll vielmehr der Entwicklung des argentinischen Motorsports dienen. (Vorsicht)

// Am Wochenende berichtete die “Sunday Times”, dass die BBC gedenkt ihren Vertrag mit der F1 2013 nicht mehr zu verlängern. Die BBC muss rund 60 Millionen Pfund einsparen und eine Saison kostet den Sender dem Vernehmen nach rund 50 Millionen Euro. Die Gerüchte, dass die BBC ihre Übertragung einschränkt und das “Post Race Forum” streicht, gibt es schon länger, aber von einem Ausstieg war bisher nicht die Rede. Man darf nicht vergessen, dass die “Sunday Times” zu News Corp. gehört, die ja gerade versuchen, Bernie Ecclestone die F1 aus den Händen zu winden. Ein Angriff auf wichtige Partner der F1 kommt da nur gelegen. In England heißt es, dass die Argumente in der “Times” nicht substantiell seien und vermutlich zum vor sich hingärenden Bieterwettstreit gehören. (Sorry, keine Links, da die “Times” eine Paywall hat.) (Don)

// James Allen berichtet, dass McLaren gerade Jenson Button umgarnt. Dessen Vertrag läuft eigentlich erst Ende 2012 aus, aber im Moment sind frühzeitige Verlängerungen ja gerade “in” (Siehe Ferrari/Alonso). Button wird im Moment allerdings auch als heisser Kandidat für den zweiten Platz bei Red Bull gehandelt, sollte man den Vertrag mit Webber nicht verlängern wollen. Bei Ferrari soll Button ebenfalls schon gesichtet worden sein. (Don)

// Auf der Seite des Motorsport-Journalisten Gordon Kirby ist ein umfangreicher Bericht zum geplanten Austin Grand Prix 2011 erschienen, der auf einem Interview mit dessen Planer und Veranstalter Tavo Hellmund beruht. Offenbar gibt es dort das eine oder andere Problem mit dem Zeitplan. Es ist mittlerweile auch davon die Rede, dass man a la Korea im ersten Jahr nur eine halbfertige Anlage zusammenbekommt – und, dass der Termin vielleicht an das Saisonende 2011 verschoben werden könnte. Joe Saward spekuliert derweil, dass Red Bull mit dem in der NASCAR ab 2012 gesparten Geld Titelsponsor der US Grand Prix werden könnte. (Vorsicht)

// Fast täglich gibt es momentan neue Gerüchte um den IndyCar Kalender 2012. In der Kurzfassung:
- Nach den unbefriedigenden Besucherzahl steht Milwaukee wohl zumindest auf der Kippe – ausgeschlossen ist eine Rückkehr aber nicht.
- Es gibt offenbar wieder Verhandlungen mit der NASCAR-eigenen Streckenfirma ISC. Dabei geht es wohl um eine Rückkehr von Chicagoland, aber auch um einen Lauf in Phoenix. Möglich ist, dass die IndyCar dafür auch wieder ein Rennen in Fontana “schlucken” muss.
- Auch in Watkins Glen bemüht man sich darum, wieder einen Lauf der IndyCar Series austragen zu dürfen – allerdings nicht um jeden Preis, es get wohl um Konzessionen bei der Antrittsgebühr.
- In Milwaukee war auch die Rede davon, dass man bald in Road America fahren könnte. IndyCar CEO Randy Bernard hatte kürzlich ein Treffen mit Streckenverantwortlichen, dass vielversprechend verlaufen sein soll.
-  In fernerer Zukunft möchte Randy Bernard gerne 22 bis 24 Läufe pro Saison austragen. Um das finanziell möglich zu machen, müssten allerdings die TV-Quoten endlich steigen (wonach es im Moment allerdings nicht gerade aussieht).
- Zu diesen neuen Rennen könnte dann auch ein Straßenrennen in Fort Lauderdale, Florida zählen, wo es offenbar erste Gespräche mit der IndyCar gibt. Das IndyCar Rennen wäre, sofern aus dem Event etwas wird, in ein dreitägiges Rennwochenende mit mehreren anderen Serien eingebunden, mit dem sich Fort Lauderdale zum “amerikanischen Monte Carlo” machen möchte.
- Der Kalender 2011 soll Anfang September fertig sein.
(Vorsicht)

// Einen mittelschweren Schock hatte die NASCAR gestern zu verkraften. Red Bull zieht den Stecker aus ihrem NASCAR Team und schiebt das Geld lieber wohl in Richtung anderer Sportarten, darunter Motorrad. Man schließt das Team zum Ende des Jahres, lässt es Manager Pat Fry aber offen, einen neuen Inhaber/Sponsor zu finden. Was angesichts der arg angespannten wirtschaftlichen Lage in den USA wohl nicht leicht zu schaffen sein wird. Das Team hat sich den vier Jahren seiner Existenz jetzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ein Sieg von Bian Vickers war drin, mehr aber auch nicht. Auch die Verpflichtung von Kasey Kahne brachte nicht den Durchbruch. Nun ist 2011 also Schluss und die NASCAR verliert einen nicht unwichtigen Sponsor und zwei Wagen. (Don)

// Tony Stewart holt laut Gerüchten wohl das nach, was er schon vor zwei Jahren machen wollte: Er schafft seinen ehemaligen Crew Chief Greg Zipadelli zu Stewart/Haas, der bei Joe Gibbs im Moment nicht so recht glücklich wird, weil Joey Logano nicht vom Fleck kommt. Berichtet zumindest Jayski (runterscrollen), der solche Dinge selten ohne Grund in die Welt setzt. (Don)

//Das Race of Champions 2011 wird nun doch nicht in Frankfurt stattfinden. Wegen des Abstieges der Eintracht Frankfurt in die zweite Liga wird das Stadion nun für den Fußballbetrieb gebraucht. Die Veranstalter müssen sich daher um einen neuen Austragungsort umsehen. Wer bereits eine Karte gekauft hat, kann aber jetzt den Kaufpreis zurückverlangen. Die Tickets behalten aber wohl auch am neuen Austragungsort ihre Gültigkeit. Einzig: Wo der sein wird, steht noch in den Sternen. (Vorsicht)

// Die Absagen für das kommende LMS Rennen in Imola häufen sich. Jetzt hat auch noch Quifel ASM abgesagt. Die Entrylist sieht auch noch einen AMR Aston Martin am Start, aber die werden auch nicht da sein. Ehrlich gesagt wüsste ich nach dem desaströsen Auftritt in Le Mans nicht, wie die mehr als 4 Runden in Imola schaffen wollen. Audi hat Bernhard/Fässler und Kristensen/McNish gemeldet. (Don)

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June 21 2011

16:43

Indycar Milwaukee: Guter Sport, schlecht verkauft

Eine klassische Strecke, viele Überholmanöver und ein interessantes Finish – was will man eigentlich mehr? Die IndyCar Series hat es trotzdem nicht geschafft, Fans auf die Tribünen zu locken. Und ABCs Dauerwerbesendung vertrieb sie von den Schirmen.

Und wieder eine vergebene Chance. Die Milwaukee Mile ist für die IndyCars historischer Grund, noch in den 1990er-Jahren strömten 50.000 Fans am Renntag der CART-Serie an die Strecke. Nach einem Jahr Pause kehrte man heuer wieder zurück. Und wurde von nur etwa 15.000 Besuchern begrüßt. Schade. Nicht zuletzt deswegen, weil das Rennen durchaus sehenswert war. Wenn man denn etwas davon zu sehen bekam. Denn wesentlich öfter als die Action von der Strecke zeigte ABC im Sonntag leider Werbeeinschaltungen. Immerhin: Die Schlussphase gab es ohne Werbeunterbrechung zu sehen. Und die lieferte, trotz eines am Ende ungefährdeten Siegers, noch einmal richtig Spannung. Abseits der Strecke brodeln derweil Spannungen zwischen den Teams.

Auch, wenn sie am Ende doch meist gewinnen – die Dominanz von Penske und Ganassi schien während den letzten Rennen zunehmend in Gefahr zu geraten. Diesmal hätte es fast geklappt: Tony Kanaan konnte an der Spitze mithalten, und lag zeitweise sogar recht komfortabel in Führung. Leider warf er den Wagen 29 Runden von Schluss mit einem Fahrfehler in die Wand, so dass Franchitti schließlich doch wieder ziemlich unbedrängt den Sieg nach Hause fuhr.

Auf Rang zwei landete Graham Rahal, der seinen Aufwärtstrend der vergangenen (Oval-)Rennen mit einem weitern starken Rennen verfestigte. Ebenso beeindruckend war abermals die Performance von Newman/Haas Racing: Oriol Seriva landete unauffällig aber effektiv auf Rang drei, James Hinchcliffe bewies mit Rang sechs erneut, dass er nicht zu Unrecht in der IndyCar Serie unterwegs ist. Besonders beim Spanier scheint es, als müsst nur der letzte Knoten noch platzen – der erste Sieg scheint heuer durchaus in Reichweite.

Auch KV Racing war wieder flott unterwegs: Kanaan hätte fast gewonnen, EJ Viso war konstant in den Top Ten unterwegs, bis auch er den Wagen etwa nach Rennmitte in der Mauer parkte. Auch der dritte im Bunde, Takuma Sato, fuhr zunächst in der Spitzengruppe mit. Bei einem Boxenstopp traf er dann aber einen Reifen (und fast auch noch einen Mechaniker), was die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe quittierte. Dass es trotzdem noch für Rang acht (in der Führungsrunde) reichte, spricht für die Performance von Team und Fahrer.

Etwas unter den Erwartungen: Team Penske. Einzig Powers guter (aber keineswegs überragender) vierter Rang rettete das Wochenende. Helio Castroneves lag zwar zeitweise in Führung – Druckverlust in einem Hinterreifen zwang ihn dann aber in die Box. Der enttäuschende neunte Rang war die Folge. Ryan Briscoe war zwar oft im Bild (weil als einer von wenigen mit einer Onboard-Kamera unterwegs), dass es ohne gröbere Probleme aber nur für Rang elf gereicht hat, ist für den Australier aber gewiss eine weitere Enttäuschung. Fährt er so weiter, ist sein Penske Cockpit für 2012 sicher in beträchtlicher Gefahr.

Die deprimierende Story des Wochenendes lieferte aber einmal mehr Simona de Silvestro. Die Schweizerin flog im Qualifying schon wieder hart in die Wand, und musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. Für den Renntag gab es zwar eine Starterlaubnis – weder das Auto noch (wenn die Fernsehbilder nicht sehr trügen) sie selbst waren aber in wirklich konkurrenzfähiger Rennverfassung. Nach tapferem Startversuch stellte sie den Wagen elf Runden später wieder ab.

Die Meisterschaft beginnt beim nächsten Rennen quasi von neuem. Denn sowohl Will Power als auch Dario Franchitti liegen nach dem Lauf in Milwaukee gleichauf bei 271 Punkten. Mit gehörigem Respektabstand folgt dann auf Rang drei der erstaunliche Oriol Servia (198) denkbar knapp vor Scott Dixon (195) und dem dritten Ganassi in den Top fünf, Graham Rahal (176). In der Ovalwertung führt Franchitti nach drei Läufen mit 117 Zählern von Scott Dixon (111), Power (103), Rahal (94) und Servia (88).

Ein wenig Unbill gab es wieder einmal nach dem Rennen – und in beiden Fällen stand Dario Franchitti im Fokus. Denn ob Niederlage wie in Texas oder Sieg wie in Milwaukee: Kritik im Post-Race Interview scheint bei Franchitti neuerdings zum guten Ton zu gehören. Diesmal war Helio Castroneves dran, bei dem der Schotte Blocking-Manöver im Kampf im Platz eins ortete. In einem anderen Aspekt stand Franchitti selbst in der Kritik: Denn auch der spätere Rennsieger soll bei einem Boxenstopp den Reifen eines Konkurrenzteams (der Penske-Crew von Will Power) berührt haben. Anders als Takuma Sato ereilte den Schotten aber keine Durchfahrtsstrafe – angeblich gab es keine schlüssigen Videobeweise.

Und auch wenn es sie gegeben hätte: Die Chance, sie zu sehen wäre zumindest für den TV-Zuseher verschwindend gering gewesen. Denn Broadcaster ABC behandelte das IndyCar Rennen einmal mehr als Dauerwerbesendung mit kurzen Rennunterbrechungen. Dass man als Network am Ende schnell aus der Übertragung raus muss, und wenig Zeit für Nachberichte hat – verständlich. Wenn aber auch während des Rennens in jeder Sekunde zu merken ist, dass man die IndyCar Serie viel lieber nicht zeigen würde – dann kann das für keinen der Beteiligten eine weise Business-Entscheidung sein. Auch die Zuseher in den USA waren diesmal wohl nicht begeistert: Ein Overnight Rating von nur 0.9 (Erklärung zum US-Ratings-System im Indy 500 Artikel) dürfte wohl weder die Serie, noch Team und Sponsoren, noch ABC nachhaltig begeistern.

Hoffentlich tröstet man sich bei ABC nicht damit, dass auch die Besucherzahlen vor Ort ziemlich enttäschend waren. Nach der Pleite des Milwaukee-Promoters im vergangenen Jahr hat man diesmal einen handverlesenen Veranstalter aus dem Serien-Heimatstaat Indiana mit der Ausrichtung beauftragt. Auch der hatte keinen Erfolg: Nur etwa 15.000 Zuseher waren am Sonntag vor Ort. Eine Rückkehr der Serie an die Traditonsstrecke wollte CEO Randy Bernard zwar am Rande des Rennens noch nicht ausschließen, sie scheint aber zunehmend unwahrscheinlich. Zumal auch, was ja im Grunde erfreulich ist, Strecken wie Elkhart Lake und Chicagoland (die beiden einen ähnlichen Markt bedienen) offenbar gute Chancen haben, 2012 wieder ein IndyCar Rennen austragen zu dürfen.

Vorschau: Iowa

Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2:00 Uhr) steht in Iowa das nächste Rennen auf dem Plan. In früherer Zeit war das progressiv überhöhte Oval eher als Langweiler verschrien. Der Plan, dort mehrere Fahrspuren zu schaffen, schien nicht immer so richtig so funktionieren. 2010 gab es aber zur allgemeinen Überraschung ein ziemlich enges und spannendes Rennen – vielleicht hat man also nun auch in Iowa den richtigen Modus für knappes Racing gefunden. Damals gewann Tony Kanaan, vielleicht schafft ja auch in diesem Jahr ein Außenseiter die Überraschung.

In einer Hinsicht dürfen Fans jedenfalls aufatmen: Statt der desinteressierten Truppe von ABC übernimmt diesmal wieder Versus die Übertragung. Man soll den Sender ja nicht in den Himmel loben, denn auch dort könnte man manches besser machen. Im Vergleich mit ABC ist der Spartenkanal aber geradezu Oscar-verdächtig. Das gilt leider nicht für die Empfangbarkeit im deutschen Sprachraum, wo man auch am kommenden Sonntag wieder auf alternative Quellen angewiesen sein wird.

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Fotos: INDYCAR

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June 11 2011

04:03

Vorschau: IndyCar Firestone Twin 275s

Die IndyCar probiert was Neues diesen Sommer – und es ist nicht Coke bei drei Grad. Stattdessen schneidet man das 550km-Renen in Texas in zwei Teile. Das verspricht Spektakel und Unwegbarkeiten, birgt aber auch Gefahren.

Wäre es ein normales Rennen in Texas, dann würde ich jetzt über die spannende Rad-and-Rad Duelle schreiben, die auf dem ultraschnellen Speedway in Fort Worth traditionell zu erwarten sind. Ich würde vermutlich auch wieder auf die Gefahren hinweisen, die damit in Verbindung stehen – und zur Debatte stellen, ob die IndyCar dieses künstliche Zusatzrisiko wirklich braucht. Das alles könnte man auch in diesem Jahr schrieben – 2011 gibt es aber ein noch größeres Thema, das diese Fragen überschattet. Die IndyCar testet in Texas nämlich ein neues Format: Statt einem längeren Rennen wird es zwei kurze geben, die direkt aufeinander folgen. Die Startaufstellung für Lauf 2 wird nach dem ersten Durchgang ausgelost. Allemal ein interessantes Experment. Der Modus wirft aber auch einige Fragen auf.

So überraschend die Idee klingen mag, ein IndyCar Rennen in zwei Teile zu schneiden – ganz neu ist der Einfall nicht. In den späten 1960er und in den 1970er-Jahren gab es insgesamt 17 sogenannte “Doubleheader”. Zunächst setzte die USAC den Modus vor allem für Rundkurse ein, etwas später und vor allem in frühen CART-Zeiten fanden die Veranstaltungen auf Ovalen statt. Dann gerieten sie in Vergesseneheit – bis IndyCar CEO Randy Bernard in der vergangenen Saison das Runder übernahm. Der neue Chef sucht fieberhaft nach “Pillar”-Veranstaltungen, die die Serie neben dem Indy 500 tragen könnten. Dabei ist er auch zu Experimenten bereit. Die “IndyCar Word Championships” im Herbst in Las Vegas sind so ein Versuch. Und das Twin-Rennen in der Nacht auf Sonntag eben auch.

Und so soll der Renntag ablaufen: Um 19:45 Uhr Ortszeit (das ist 2:45 Uhr CEST) ist Start des ersten Rennens, die Grid ergibt sich aus den Ergebnissen der Qualifikation (siehe unten). Dieser Lauf soll 275 Kilometer (= 114 Runden) lang sein – für den Rennsieger gibt es die halbe Punktezahl eines normalen Rennens. Danach haben die Teams dann Zeit für allfällige Reparaturen – während die Zusher auf andere Weise unterhalten werden. Denn dann erfolgt in umgekehter Reihenfolge des Zieleinlaufs die Verlosung der Startplätze für den zweiten Durchgang, der ebenfalls über 275 Kilometer geht. Start des zweiten Rennens ist dann um 21:45 Uhr Ortszeit (4:45 Uhr CEST). Auch hier wird die halbe Punktezahl eines “normalen” Laufes vergeben.

Das Format verspricht sicherlich Spannung. Dass die Zuseher gleich zweimal in den Genuss eines Zieleinlaufes kommen, ist sicherlich ein großes Plus. Und die umgekehrte Startreihenfolge im zeiten Lauf sorgt gewiss  für zusätzliche Würze – immerhin kann der Sieger dann durchaus auch aus der letzten Reihe ins Rennen gehen müssen.

Ob es diese Zusatz-Spannung aber ausgerechnet in Texas gebraucht hätte, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Die Verlosung könnte dafür sorgen, dass ein Meisterschaftskandidat an der Spitze des Feldes in den zweiten Lauf geht, und der andere ganz hinten – so richtig fair ist das nicht. Außerdem hat die Strecke auch ohne Gimmicks in den vergangenen Jahren immer äußerst spannende Läufe mit zahlreichen, teils rundenlangen Rad-an-Rad Duellen ermöglicht. Und die sind im Grunde auch dann schon gefährlich genug, wenn sie zwischen den Top-Autos stattfinden, und nicht an der Spitze des Feldes langsamere Wagen “lauern”.

Die Qualifikation

Eine erste – kleine – Überraschung gab es schon bei der Qualifikation am Freitagabend: Zum zweiten Mal in Folge nach dem Indy 500 steht Alex Tagliani auf der Pole. Das Auto von Sam Schmidt Motorsports scheint im Training weiter ganz hervorragend zu gehen – ob sie diesen Speed auch im Rennen halten können, ist weniger klar. Der Rennverlauf in Indianapolis lässt eher vermuten, dass man den Kanadier vielleicht in der vorderen Mitte des Feldes wiederfinden wird.

Dahinter lauern Dario Franchitti und Will Power. Die beiden Meisterschaftsanwärter liegen damit deutlich vor ihren Teamkollegen, die sich allesamt rund um Platz zehn wiederfinden (Dixon: 7, Briscoe 9, Castroneves 13). Vierter ist Takuma Sato, der seinen Aufwärtstrend aus den vergangenen Zeittrainings auch hier fortsetzen konnte – entsprechend strahlte Sato dann auch im Interview nach der Quali. Bleibt zu hoffen, dass es der Japaner auch einmal ins Ziel schafft. Fast schon sensationell: Platz fünf ging an Ed Carpenter im Auto von Sarah Fisher Racing – die Kombination aus dem gereiften Ovalspezialisten und dem engagierten Team scheint weiter Früchte zu tragen. Auf Rang sechs bestätigt Tony Kanaan die gute Forum vom KV Racing.

Sonst noch interessant: Rookie Wade Cunningham aus Neuseeland steht bei seinem allerersten Auftritt auf Rang acht, Danica Patrick auf zehn. Indy 500 Fast-Sieger JR Hildebrand auf Rang 11, Newman/Haas mit Servia und Hinchcliffe auf 14 und 15. Das Ganassi-Farmteam mit Kimball und Rahal auf 17 und 20. Paul Tracy geht bei einem seiner vermutlich letzten Ovalauftritte von 21 ins Rennen; Simona de Silvestro hatte im Training noch einige Probleme, und startet nur vom vorletzten Rang 29.

Ungemach

Hinter den Kulissen gärt es nach dem etwas merkwürdigen Indy 500 gleich an einigen Stellen ein wenig.

Zunächst brachte die kanadische Globe and Mail im Internet einen Artikel, in dem sie einen anonymen IndyCar-Fahrer mit der Vermutung zitierte, JR Hildbrand sei beim Indy 500 mit einem illegalen Auto unterwegs gewesen. (mehr dazu in den Newshappen) Mittlerweile wurde der Artikel von der Zeitung wieder gelöscht. Beweise gibt es für diese schwerwiegenden Vorwürfe freilich nicht. Das Thema ist aber deshalb keineswegs von Tisch, wie Nate Ryan für den Internetauftritt der USA Today berichtet.

Und als ob das nicht ungut genug wäre, hatte JR Hildebrand in der vergangenen Woche gleich nochmal kräftig Pech: Bei einem Sponsorevent verletzte sich der Amerikaner am Knie, und muss nun mit einer Schiene ins Rennen gehen. Gerüchte sprechen davon, dass er sich wohl das Krezband gerissen hat. Eine Operation dieser Verletzung wird auf lange Sicht wohl notwendig sein, im Interview mit Versus meinte Hildebrand aber, dass er das vielleicht erst nach dem Ende der Saison erledigen wird.

Neben Hidebrand schaffte es noch ein weiterer Pilot auf eher kontroversielle Weise ins Rampenlicht: Graham Rahal verlinkte auf seinem Twitter-Account die (mittlerweile gelöschte) Globe and Mail-Story über Hildebrands angeblich illegales Indy 500-Auto – und brach damit offenbar ein Tabu in der IndyCar Community. Aufgebrachte Twitter-Antworten waren die Folge. Im oben verlinkten USA-Today Artikel äußert sich Rahal zu dieser Causa. Er greift dabei Hildebrand nicht persönlich an – die Vorwürfe, Panther Racing könnte geschummelt haben, nimmt er aber nicht vom Tisch.

Das ist aber noch nicht alles: Im Interview mit Versus kritisierte Rahal dann auch noch sein eigenes Team. Das Auto sei im Qualifikationstrimm einfach zu langsam. Außerdem könne er nicht ganz verstehen, wieso sein Wagen zwei km/h langsamer sei, als jene der Teamkollegen Franchitti und Dixon. An sich eine berechtigte Frage – ob es beim Team allerdings gut ankommt, wenn man sie im TV-Interview statt bei internen Besprechungen aufbringt, ist dann aber wieder fraglich.

Schließlich gibt es noch Neuigkeiten zum Rennen in Motegi. Das soll trotz Erdbeben-Schäden an der Strecke zum geplanten Termin stattfinden – allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der Rundstrecke. Grund: Das Oval ist stärker beschädigt, und eine Reparatur würde zu viele Ressourcen von deutlich wichtigeren Wiederaufbau-Vorhaben in der Region abzweigen.

Dieser im Grunde eingängliche Umstand ist wiederum bei Danica Patrick auf wenig Verständnis gestoßen. Weil durch die Änderung nur noch sieben Ovalrennen im Kalender stehen (im vergleich zu zehn Rundstrecken), fürchtet sie, dass sich die Serien zu stark von ihren Oval-Wurzeln entfernt. Dass man in motegi nicht im Oval fahre, sei “enttäuschend“, so wie auch der gesamte Rennplan für 2011. Offene Kritik dieser Art ist im US-Sport eher selten – man darf also vermuten, dass Patrick damit ein konkretes Ziel verfolgt. Womöglich möchte sie den Kalender für 2012 in eine oval-lastigere Richtung bewegen – oder sich einfach eine praktische Ausrede für den Abschied in Richtung NASCAR zurechtlegen.

Im TV

Nach der eher mäßigen Leistung von ABC beim Indy 500 kommt in Texas wieder Versus zum Zug. Die Kommentatoren Bob Jenkins und Jon Beekhuis werden dabei von einem spezillen Gast unterstützt: Indy 500 Sieger Dan Wheldon saß bereits zum Qualifying mit in der Kabine, und wird auch beim Rennen als Experte fungieren. Die Übertragung beginnt laut Zeitplan um 1:30 CEST. Um etwas vom Rennen sehen zu können, wird auch diesmal wieder etwas Internet-Recherche nötig sein. Einen offziellen TV-Anbieter im deutschsprachigen Raum gibt es nicht.

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May 31 2011

16:32

Indy 500: Drama zum Jubiläum

Über lange Strecken erregte die Jubiläumsausgabe des Indy 500 vor allem durch eine schlechte TV-Übertragung und Unmassen von Werbung. Im Finale erwies sich das Rennen dann aber doch noch als geschichtsträchtig.

Nur eine Kurve trennte JR Hildebrand vom Triumph und mit ihm das Indy 500 von der großen Sensation. Doch nach 799 erfolgreichen Linksturns krachte der 22-jährige Rookie, der das Rennen völlig überraschend angeführt hatte auf den allerletzten Abdruck doch noch in die Mauer. Sehr zur Freude von Dan Wheldon, der bei seinem ersten – und vermutlich einzigen – Saisoneinsatz wieder einmal bewies, dass er zu Unrecht nur auf der Ersatzbank der IndyCar Series sitzt. Auch sonst war es nicht gerade ein Tag der Favoriten – Penske schlug sich mit allen drei Autos selbst, und Ganassi wurde die Spritsparstrategie diesmal zum Verhängnis. Für die Serie könnten die überraschenden Top 10 allerdings den Weg in eine spannendere Zukunft weisen.

Dabei sah es die längste Zeit so aus, als würde es ein ziemlich konventionelles Indy 500 werden. An der Spitze drehten meist die beiden Ganassi-Autos ihre Runden. Ganz vorne Scott Dixon, etwas dahinter Dario Franchitti, der seine übliche Spritspar-Strategie zu fahren schien. Als aber 36 Runden vor Schluss die letzte Gelbphase des Rennens anbrach, und einige Piloten versuchten, von dort bis zum Ende durchzufahren, sollte sich Hildebrand als der beste Spritsparer im Feld erweisen.

Franchitti hielt sich lange in direkter Lauerposition hinter den Führenden. Wieder einmal schien es, als könnte der Schotte in Führung gehen, wenn die Piloten vor ihm die Box ansteuern müssten. Am Ende ging aber auch ihm der Sprit aus – Franchitti landete als letzter Pilot in der Führungsrunde auf Rang 12.

Ganz anders Hildebrand. Der Kalifornier sparte gleich nach seinem Boxenstop massiv Sprit – und hatte am Ende ausreichend Treibstoff, um einigermaßen brauchbare Rundenzeiten zu fahren. Serienchef Randy Bernard und Co. wohl fast durchgehend den Atem angehalten haben. Ein 22-jähriger, gut vermarktbarer, amerikanischer Pilot mit einem Auto in den Farben der Nationalgarde, der als Rookie das große Jubiläumsrennen in Indianapolis gewinnt – für die Popularität der Serie wäre das ein riesiger Erfolg gewesen.

Der Traum währte 7 Runden und 3 Kurven – dann stand Charlie Kimball in Turn 4 des 200. Umlaufs zur Überrundung an. Hildebrand, unter Druck vom frisch betankten Dan Wheldon, der hinter ihm deutlich bessere Rundezeiten fuhr, entschied sich, nicht von Gas zu gehen, sondern Kimball außen zu überholen. Ein Manöver, das, wie Hildebrand nach dem Rennen zu Protokoll gab, zuvor mehrfach gut gegangen war – mit alten Reifen und halber Konzentration schlug es fehl. Hildebrand landete in der Mauer und Dan Wheldon fuhr am waidwunden Panther-Boliden vorbei zum Sieg. Der Rookie konnte den zerstörten Wagen noch auf Rang zwei über die Linie bringen – ein schwacher Trost für jemanden, der ein 499 1/2 Meilen-Rennen überlegen gewonnen hätte.

Immerhin: Wenn schon nicht der Sieg drin war – der Popularität des Kaliforniers tat das wohl wenig Abbruch. Die Medien waren nach dem Rennen jedenfalls weniger am Sieger interessiert, als am tragischen Helden. Hildebrands Marktwert dürfte deutlich gestigen sein – zumal er auch in der Niederlage Klasse bewies, für Interviews bereit stand, und den Fehler auf seine eigene Kappe nahm. Was ja in der Welt des Motorsport alles andere als selbstverständlich ist, wie die Formel 1 immer wieder beweist. Und auch finanziell ist so ein zweiter Platz nicht übel – etwas mehr als eine Million Dollar haben Hildebrand und Team an Preisgeld gewonnen. (Autosport-Journalist Pablo Elizalde hat hier eine volle Aulistung aller Preisgelder gepostet)

Auch der Drittplatzierte wird der IndyCar Series viel Freude bereitet haben. Graham Rahal, bisher in dieser Saison in Chip Ganassis Farmteam eher im hinteren Mittelfeld unterwegs, schaffte es mit einer cleveren Strategie und einem tadellosen Rennen von der Startposition 29 aus, fast an die Spitze des Feldes zu fahren. Sogar sechs Führungsrunden gab es für den Sohn des ungebrochen populären Bobby Rahal. Es ist nicht die erste gute Vorstellung des Filius auf einem Oval. Und zumal Graham eigentlich auf Straßenkursen groß geworden ist – sein Vater wollte ihn von den gefährlichen Ovalen fernhalten – sollte  wohl in Zukunft auch an der Spitze der Serie insgesamt ein Wort mitreden können, sofern Ganassi es schafft, auch sein zweites Team auf Vordermann zu bringen.

Beachtlich auch die Vorsellungen von Tony Kanaan (4), Oriol Seriva (6) und Bertrand Baguette (7). Kanaan holte im Wagen von KV Racing abermals eine gute Platzierung, und bewies, dass auch im Oval mit dieser Kombination aus Fahrer und Team zu rechnen ist. Servia konnte die sensationelle Leistung aus dem Qualifying zwar nicht ganz umsetzen, demonstrierte aber einmal mehr, dass das Auto von Newman Haas auch auf dem Oval vorne mitfahren kann – als Beleg dafür seien auch die 18 Runden genannt, die der Katalane an der Spitze des Feldes verbrachte. Und Bertrand Baguette schaffte bei seinem bisher einzigen Saisoneinsatz gegen Ende des Rennen ebenfalls einige Führungsrunden. Diese waren zwar, wie sich bald herausstellen sollte, dem Spritpoker geschuldet – seine Platzierung zeigt aber auf, dass sich sowohl der Belgier, als auch das Team von Rahal Letterman Racing mehr als dieses eine Rennen im Jahr 2011 verdient hätten. Änhliches gilt übrigens auch für Tomas Scheckter, der seinen KV Racing Boliden auf Rang acht ins Ziel brachte.

Marco Andretti auf Rang neun und Danica Patrick auf Platz zehn sorgten für ein einigermaßen versöhnliches Rennwochenende für Andretti Autosport. Zumal Patrick ihren Sponsoren auch zehn wertvolle Führungsrunden samt TV-Präsenz bieten konnte. Das ist deutlich mehr, als Ryan Hunter-Reay behaupten kann, das mit drei Runden Rückstand auf Platz 23 einlief. Ich kann mich nicht erinnern, den Wagen des Texaners irgendwann in der Übertragung gesehen zu haben. Bitter, zumal er den Startplatz nach verfehlter Qualifikation ja teuer von AJ Foyt und dessen Fahrer Bruno Junqueira gekauft hatte, um seine Sponsoren im TV unterzubringen.

Überhaupt noch ein Wort zur TV-Übertragung: ABC hat für das Rennen zwar so ziemlich jeden Kommentator und Analysten an die Strecke gebracht, der in der Redaktion von ESPN zu finden war. Gut war die Leistung aber trotzdem nicht: Zwar waren Kommentar und Interviews diesmal informiert und weitgehend fehlerfrei – es hätte aber vielleicht auch noch Themen abseits von Danica Patrick und Chalie Kimballs Diabetes gegeben, die man bei Gelegenheit hätte ansprechen können. Und auch die Bildregie dürfte mit dem Rennsport bisher nicht so viele Berührungspunkte gehabt haben. Abseits der Führenden war kaum jemals ein Auto zu sehen, das sich nicht gerade in die Wand gedreht hatte. Und bei aller Begeisterung für “Side by Side” in den Werbepausen – etwas öfter hätte man schon auch Bilder von der Strecke zeigen können, die über Briefmarkenformat hinausgehen. Mit einer Schätzung, dass etwa die Hälfte des Rennens aus Commercials bestand, liegt man vermutlich nicht weit daneben. Und das ist bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten von ABC und IndyCar doch deutlich zu viel. Vor allem dann, wenn man es nicht fertig bringt, zumindest Restarts und Führungswechsel zu zeigen – und sich bei der letzten, entscheidenden Boxenstop-Phase nicht entscheiden kann, ob man die Werbung nun unterbrechen soll, oder nicht. Und sich dann für “nicht” entscheidet.

Das war jetzt doch etwas mehr als “ein Wort” – aber musste einfach mal gesagt werden.

Wie über Twitter zu vernehmen ist, sind zumindest die Einschaltquoten gegenüber dem historischen Tiefststand aus dem vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Mit einem Overnight Rating von 4.3 liegt das Rennen sowohl über dem Wert aus 2010 (4.0) als auch über jenem der NASCAR-Konkurrenzveranstaltung Coca Cola 600 (ebenfalls 4.0). Kleine Anmerkung zu diesen Zahlen: Die sogenannten Nielsen Ratings sind nicht exakt mit den in Europa bekannten Zahlen, wie etwa dem Marktanteil zu vergleichen. Sie geben den Prozentsatz aller Haushalte mit TV wieder, die im Untersuchungszeitraum ein bestimmtes Programm gesehen haben. Derzeit steht ein Ratings-Punkt für 1,159 Millionen TV-Geräte. Ein Rating von 4.0 entspräche daher 4,636 Millionen Haushalten. (Weil es jedes Jahr in den USA mehr Haushalte mit TV-Geräten gibt, sind die Zahlen auch über den Jahresverlauf nur mit Vorsicht zu vergleichen – wenn es auch im Vergleich wohl die beste Methode dafür ist.) Auch zu beachten: Die sogenannten Overnight Ratings sind nicht die endgültigen Zahlen, sondern geben nur den Wert für die wichtigsten TV-Märkte in den USA wieder – vornehmlich sind das größere Städte. Das schadet der vergleichsweise urbanen IndyCar Series oft, während es der NASCAR eher hilft. So ist das endgültige Rating für das Indy 500 im vergangenen Jahr dann nur bei einem Rating von 3.6 gelegen.

In eineinhalb Wochen steht schon das nächste Saisonhighlight auf dem Programm – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der IndyCar-Chefetage geht. In Texas experimentiert die Serie nämmlich mit einem neuen Rennformat, das das bisher übliche 550km-Rennen ersetzen soll. Der Lauf in Fort Worth wird nämlich in zwei Teile geschnitten. Unter dem noch verbesserungsfähigen Namen Firestone Twin 275s werden direkt nacheinander zwei jeweils 275km lange Rennen ausgetragen, für die es jeweils die halbe Punktezahl gibt. Der Clou: Die Startreihenfolge für den zweiten Lauf wird direkt im Anschluss an Rennen 1 verlost – das Feld wird also munter durchmischt sein. Ob das in Zeiten von Double File Restarts auf dem schnellsten und vielleicht gefährlichsten Oval des Jahres wirklich eine gute Idee ist, wird sich zeigen. Immerhin: Für die Übertragung ist dann wieder Versus zuständig.

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Bilder: INDYCAR

April 21 2011

17:03

IndyCar: Analyse Long Beach

Ein bekanntes Sprichwort lautet: 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Unter diesen Motto stand am Wochenende der jährliche Aufgalopp der Indy Car Series beim Toyota Grand Prix of Long Beach. Bereits im Vorfeld des Rennen wurden hohe Erwartungen geschürrt, woran die beiden Rückkehrer Paul Tracy und dessen Lieblingsgegner Sebastian Bourdais sicher nicht ganz unschuldig waren.

Nach den freien Trainings sah alles noch so aus, als würde das Wochenende seinen üblichen Verlauf nehmen. Vorne weg fuhren die beiden Teams des Todessternes in Person von Will Power und Ryan Briscoe welcher 2 Trainings gewinnen konnte, dicht gefolgt von Ryan Hunter Reay und den anderen Wagen der beiden Big Teams. Dieser Trend setzte sich auch im Zeittraining fort, aber bei Leibe nicht mehr so stark wie man erwartet hatte bzw. dauerte nur bis zum vorletzten Segment. So schafften es Dario Franchitti und Scott Dixon als 7. und 8. nicht sich fürs Firestone Fast 6 zu qualifizieren, da sie in aller letzter Sekunde noch von Justin Wilson verdrängt wurden. Etwas überaschend verpasste auch Ryan Briscoe das Fast 6 als 12. und letzter der 2. Runde, während sich Will Power vor RHR, dem überaschend starken Mike Conway, Oriol Servia im überaschend starken NH-Dallara und Justin Wilson die Pole sichern konnte während Helio die 6 Fahrer komplettierte.

Dass mit Newman Haas in dieser Saison auf den Rundkursen zu rechnen scheint, bestätigte auch James Hinchcliffe auf P11, hinter Tony Kanann im besten KV. Beste Dame wurde Simona de Silvestro im HVM auf Startplatz 18, noch vor Matos und Patrick, während sich Sebastian Bourdais und Pault Tracy nur mit den Startpositionen 21 bzw. 25 begnügen mussten. Ein herber Rückschlag für beiden schon vor dem Rennen, da man in Long Beach schon traditionell nur sehr schwer überholen kann und sich die beiden Rückkehrer sicher mehr ausgrechnet haben.

Somit war alles perfekt für das Rennen angerichtet und auch die anfänglich befürchteten Regenschauer blieben – so viel sei schon mal gesagt, aus.

Leider vermasselte sich Ana Beatriz das Rennen schon vor dem Start, als sie sich in der Einführungsrunde ausgangs der Fountain Kurve drehte und den Motor dabei 2 mal abwürgte, was bedeutete, dass sie von ganz hinten beginnen musste.
Den Start konnte Will Power gewinnen, nachdem er sehr früh ausgangs der Hairpin aufs Gas trat und sich nur die ersten 2 Reihen in Formation bringen konnten, vor Ryan Hunter Reay und Mike Conway, während sich Oriol Servia auf Platz 4 halten konnte und auch die anderen Piloten mehr oder unverändert zu ihrer Startposition durch die ersten Kurven kamen, denn der befürchtete Massencrash in Turn 1 blieb nämlich aus.

So blieb dann auch alles bis zur 7. Runde mehr oder weniger unverändert, bis Ryan Briscoe – immer noch auf Platz 12 liegend sich entschlossen hat an die Box zu kommen, harte Reifen zu nehmen und somit out of Seqenze zu gehen, denn die ersten Stopss wurden nach normalen Rennverlauf erst gegen Runde 27 erwartet. Da Brisoce aber einen ordentlichen Vorsprung auf Platz 13 derweil herausfahren konnte blieb er nach dem Stopp unverändert auf Platz 12.
Währenddessen konnten sich Power, RHR und Conway etwas vom Rest des Feldes absetzen und gute 5 Sekunden Vorsprung auf das Duo Orial Servia und Justin Wilson herausfahren.

Leider blieben die folgenden 10 Runden ohne Ereignisse und er einzige Fahrer, welcher etwas Boden gut machen konnte, war Bourdais, der sich in Runde 17 Simona de Silvestro und damit Rang 18 holen konnte.

Mehr Action gab es dann allerdings erst ab der 24. Runde, als auf einmal Justin Wilson in der in der Hairpin quer stand, nachdem er von Helio Castroneves (welcher nochmals von sich reden machen wird) leicht angestoßen wurde. Dies nutzten sofort Ryan Briscoe, Tony Kanann, Alex Tagliani und Helio um in die Box zu kommen, da sie fest mit einer bald ausgerufenen Full-Course Yellow rechneten. Da aber Justin Wilson den Rückwärtsgang einlegen konnte und somit die Stelle schnell räumen konnte, schien es so als haben sich diese Herren getäuscht.

Aber da man im Leben manchmal Glück hat, wurde 1 Runde später Simona de Silvestro von PT an der selben Stelle angestupst, was ebenfalls einen Dreher zur Folge hatte und diesmal aber eine Full-Course Yellow ausgelöst hat. Für Simona war das Rennen somit schon sehr frühzeitig gegessen, da sie bald vom PaceCar überrundet wurde und somit das Rennen nur mit Rundenrückstand wieder aufnehmen konnte.
Auch PT kam nicht ohne Folgen davon, denn er erhielt im Gegensatz zu Helio eine drive Through was ihn ans Ende der Lead Lap befördert hatte, was aber nicht viele Postionen waren, denn er hielt sich eh nur ab Position 20 aufwärts auf.

In dieser Gelbphase kamen nun natürlich all jene zum tanken welche nicht vorher auch schon beim tanken waren und somit war in der Boxengase ordentlich Betrieb vorprogrammiert, was nicht ohne Folgen blieb. Zum einen verpasste Mike Conway beim 1. Versuch die Box um einen guten Meter weil er sich verbremste, was dazu führte dass er nicht betankt und somit ein 2. Mal zum Service kommen musste. Blieb dieser Vorfall noch ohne Folgen außer dass er auf Platz 21 zurückfiel und man meinte das Rennen sei auch für ihn gelaufen, blieb ein 2. Vorfall definitiv nicht ohne Folgen.

Nachdem Bourdais und Marco Andretti dicht beinander zum Service kamen, hatte Marco beim ausfahren aus seiner Box als das Go-Signal kam einen Moment lang nicht aufgepasst und den nebenihm fahrenden Bourdais komplett übersehen was eine Kollision in der Pit Road zur folge hatte. Das Rennen war für Seabass sofort gelaufen, da er einen mittelschweren Aufhängungsschaden hatte, da halfen ihm auch die Entschludigungen von Andretti nix und auch Marco musste kurze Zeit später das Segel streichen, nachdem man noch versucht hatte das Rennen wieder aufzunehmen. Jedoch war der Schaden auch an seinem Auto nach seinem Aussetzer zu groß.

Die Führung hatte nun aufgrund der Ereignisse Alex Tagliani vor Ryan Briscoe und Will Power übernommen, während Ryan Hunter Reay auf P4 vor Helio Castroneves und Dario Franchitti lag. Oriol Servia hat leider ein paar Positionen verloren und lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 7, noch vor Scott Dixon und James Hinchcliffe während Vitor Meira die Top 10 komplettierte. Danica Patrick lag als beste Dame auf P.15, 8 Plätze besser als Paul Tracy welcher dieses Wochende sicher gerne ganz schnell vergessen möchte, denn auch im weiteren Verlauf verlief es für ihn katastrophal und es sprang am Ende für ihn nicht mehr als ein 16. Platz heraus.

Beim folgenden Restart musste Alex Tagliani die sitting duck spielen, denn er wurde sofort von Ryan Briscoe und Ryan Hunter Reay kassiert, nachdem dieser erst Will Power eingangs Turn 1 überholen konnte. Jener Will Power konnte dann aber auch Tags schnell überholen. Unterdessen konnte sich Ryan Briscoe als einziger auf den schnelleren Reds sich etwas absetzen, denn seine Strategie ging bis jetzt perfekt auf.

Auch jetzt zog sich das Feld wieder sehr schnell auseinander, was dazu führte dass es auch hier kaum Überholmanöver gab und man wie auf einer Perlenschnurr druch die Straßen fuhr und auch an der Spitze gab es kaum Duelle, so fuhren die ersten 3 jeweils mit gut 1 Sekunde Abstand vor sich her. Die einzige Ausnahme bildetete aber Mike Conway für Andretti Autosport welcher an jenem Tag über ein Bomben-Auto verfügte und sich Stück für Stück wieder nach vorne arbeiten konnte.

Erst ab Runde 42 entwickelte sich wieder etwas Spannung, denn Justin Wilson kam in die Box auf P13 liegend zum Service, da er keine Möglichkeit besaß sich weiter nach vorne zu arbeiten. Ob diese Entscheidung sinnvoll oder nicht war, darüber kann man streiten denn das Fuel Window war hier 25-30 Runden und kurz Halbzeit hätte er es somit nicht ins Ziel geschafft. Aber hätte wäre wenn, in Runde 62 hat Justin Wilson beim anbremsen einen Achsschaden als ihm beim anbremsen von Turn 8 auf die Gegengerade das Heck wegging. Er schlug zwar nur leicht ein, jedoch war die Hinterachse dermaßen kaputt dass das Aus besiegelt war.

In Runde 54 läuteten dann Tony Kanann und Oriol Servia die Phase der 2. und letzten Stopps ein und nacheinander kamen dann auch alle Piloten zum Service rein, welche im Gegensatz zu den 1. Stops diesmal ohne Probleme verliefen. Jedoch konnte Will Power eine Runde länger als Ryan Hunter Reay draussen bleiben, was dazu führte dass er beim anbremsen von Turn1 die 2. Position erobern konnte, was zu diesem Zeitpunkt eine Penske Doppelführung bedeutete da Ryan Briscoe seinen Platz an der Sonne verteidigen konnte. Jedoch sah man dann in den folgenden Kurven den Unterschied zwischen kalten und warmen Reifen mehr als deutlich, sodass RHR sich wieder Platz 2 zurückerobern konnte.

Quizfrage: “Was gehört zu jedem normalen IndyCar Rennen dazu was wir bisher im Verlaufe des Rennen nicht haten ?” – Richtig ein Crash. und die 2. Frage lautet: “Von wem ?” auch wieder richtig, von E.J Viso in Diensten von KV Racing welcher seinen Dallara im 60. Umlauf in die Reifen setzte und somit mit KV-Kleinholz Nummero 8, wovon alleine 7 auf seine Kappe gehen (!!!) eine local yellow auslöste, als er beim anbremsen der links vor der Haarnadel sehr optimitisch nach innen zu Danica Patrick zog, worauf sich die Wagen berührten und er nach rechts in die Reifen abbog.

In Runde 62 kam es dann zum schon vorher angesprochenen Unfall von Justin Wilson welcher aber nun eine Full-Courese Catuon auslöste. Diese Caution sollte aber dann beim restart von rennentscheidender Bedeutung sein. Aber der Reihe nach. Vor dem Restart lag Briscoe, vor RHR, Power und Castroneves während sich Servia auf Platz 5 vor Dario und Scott Dixon platzieren konnte. Mike Conway war derweil der “biggest mover” und fand sich auf Platz 11 vor dem Restart wieder.
Beim Resart in Runde 66 konnte sich Ryan Briscoe durchsetzen, während Will Power versuchte sich aussen an RHR in Turn 1 zu bremsen. Dies gelang jedoch nicht und so wollte Will Power hinter RHR in Turn 1 biegen. Wollte deshalb weil Helio dachte “hey da ist ja eine Lücke, die ist zwar 40m vor mir und Will Power zieht da gleich rein, aber was Matt Jackson, Jason Plato und Co in der BTCC können, das kann ich doch auch!” So verlegte Castroneves seinen Bremspunkt einfach mal um gute 30m nach vorne. Will Power zog natürlich nach innen in Turn1, da da natürlich (noch) niemand war. Als er innen in Turn war, rauschte ihm jedoch Helio natürlich ins Heck und drehte somit sich und den auf Platz 3 liegenden Will Power weg.
Da aber beide keine Schäden davon trugen, konnten sie das Rennen sofort wieder aufnehmen und es wurde keine Caution ausgelöst.

Eine vorsichtig ausgedrückt “sehr optimistische” Aktion von Helio, da sich nach diesem Unfall beide auf Platz 12 und 13 wiederfanden. Dass Helio dieses Jahr anscheinend gerne sehr auf Verdacht in die Kurven beim restart bremst, konnte man ja schon in St. Pete sehen, aber hier räumte er seinen eigenenden Teamkollegen ab, welcher sicher höchstwahrscheinlich auf das Podest gekommen wäre. Für Will Power sprang am Ende ein 10. Platz raus, deutlich weniger als man sich in seinem Lager erhofft hatte.
Ein weiterer Verlierer dieser Aktion war Scott Dixon, welcher sich dabei die vordere linke Spurstange verbogen hatte. Jedoch konnten seine Mechaniker dieses Teil an der Box sehr zügig wechseln, so dass er auf Platz 18 mit 1 Runde Rückstand ins Ziel rollte.

Eine Runde später zeigte sich, dass die Entscheidung, noch schnell ein paar Dallara-Aktien zu kaufen absolut die richtige Entscheidung war, denn Takuma Sato kollidierte mit Charlie Kimball leicht, was dazu führte dass beide nicht sofort die Stelle räumen konnten und somit eine weitere Gelbphase zur Folge hatte. Während für Chalie Kimball, Teamkollege von Rahal bei Ganassi das Rennen sofort zu Ende war, kam Sato mit 4 Runden Rückstand ins Ziel.

Profiteure der Unfälle war zum einen Daio Franchitti welcher sich nun auf einmal auf Position 4 fand, vor Alex Tagliani und James Hinchcliffe, während Mike Conway bereits auf Position 6 lag, vor seiner Kollegin Danica Patrick und Orial Servia im 2. Newman/Haas Auto.

Beim Restart in Runde 70 schlug dann endgültig die Stunde von Mike Conway. Als Alex Tagliani aussen denn 3. Dario Franchitti angreifen will, schafft es Mike sich auf P4 reinzudrücken nur um dann kurze Zeit sogar Dario von Platz 3 zu verdrängen. Ziemlich zeitgleich, bekamm der bis dato beste Fahrer von Andretti Autosport, Ryan Hunter Reay Probleme mit der Bordelektronik sodass er auf einmal keine Vortrieb mehr hatte und aufgeben musste.
Da aber Ryan Briscoe nur 1,5 Sekunden Vorsprung auf Mike Conway hatte, war die Jagd auf Platz 1 eröffnet.

Etwas mehr als 1 Runde später hatte Conway den Rückstand bereits aufgeholt und holte sich eingangs Turn 7 beim anbremsen den Australier, welcher sich kaum zur Wehr setzen konnte, denn Mike hatte zu diesem Zeitpunkt ein unglaublich gutes Auto und konnte seinen Vorsprung daher innerhalb kurzer Zeit auf mehrere Sekunden ausbauen.

So gewann Mike Conway vöölig überaschend das Rennen vor Ryan Briscoe welcher dank kluger Strategie am Anfang von 12 auf 1 fahren konnte. 3. wurde Dario Franchitti als bester Ganassi Pilot, denn die anderen 3 bleiben mit Rahal auf 3, Dixon auf 18 und Kimball mit seinem Ausfall absolt unter den Erwartungen. Platz 4 ging an Indy-Rookie James Hinchcliffe welcher in seinem 2. Rennen völlig überaschend noch fast aufs Podest gekommen wäre, vor dem erfahrenen Alex Tagliani.
Dieser Erfolg wird Tags sicher auch gut tun, denn sein Teams stand kurz vor Beginn vor dem Aus, bevor es noch von Sam Schmidt aufgekauft wurde. Platz 6 ging an Oriol Servia im 2. Newman Haas welcher Danica Patrick als beste Dame auf Platz 7 verweißen konnte. Achter wurde Tony Kanann im KV, der wieder der einzige KV-Pilot war der ohne Unfall auskamm. Die Top 10 wurde noch von Vitir Meria und Will Power komplettiert, während R. Matos einen grundsoliden 11. Rang nach Hause fahren konnte.

Auf 12 und 13 fanden sich somit die schon angesprochenen Rahal, (welcher bis jetzt ziemlich unter seinen Möglichkeiten liegt) und Helio Castroneves. Platz 14 holte sich der Kollege von Bourdais, James Jakes welcher damit immerhin Paul Tracy in Schacht halten konnte. Mann kann für PT und Jay Penskes Dragon Team nur hoffen, dass sei bei ihrem nächsten Einsatz in Texas die Probleme gefunden haben und auf Speed kommen können, denn in Sao Paulo und Indy wird PT nicht im Dienste von Rogers Sohn stehen.
platz 17 ging an den enttäuschenden Jr Hildebrand, welchen man vor der Saison auch eher weiter vorne erwartet hätte.

Ein ebenfalls sehr schelchtes Wochenende hatte wie schon angesprochen Simona de Silvestro, was sehr schade war, denn bei diesem Rennverlauf hätte es durchaus weiter nach vorne gehen können, aber man war die ganze Zeit auf der Suche nach dem Speed. Hoffentlich hat man ihn bis Sao Paulo am 1. Mai wieder gefunden.

In der Meisterschaft führt nun Dario Franchitti mit 122 Zählern 5 vor Will Power, bevor Tony Kanaan mit 87 Zählern auf Platz 3 folgt. 4. ist nun Oriol Servia vor dem vorgerückten Mike Conway und Alex Tagliani für Sam Schmidt auf Platz 6, während sich Dixon, de Silvestro und Ryan Briscoe Platz 7 teilen.

In der Andretti Road Course Wertung sieht es gleich aus, denn bisher standen noch keine Ovale auf dem Programm und das wird auch so bleiben, denn am nächsten Wochenende pausiert die Indy Car Series, bevor es am 1. Mai in Sao Paulo zum letzten Lauf vor dem Indy 500 kommt.

2011 IndyCar Long Beach Priority _MG_3075 [1600x1200] 02DH6076 [1600x1200] 02DH6136 [1600x1200] 02DH6143 [1600x1200] 2011 IndyCar Long Beach Priority 04CJ7296 [1600x1200] 04CJ7057 [1600x1200] 04CJ2353 [1600x1200]

April 08 2011

16:52

IndyCar: Vorschau Grand Prix of Alabama

Nach dem etwas chaotischen Auftaktrennen in St. Petersburg fährt die IndyCar Series am kommenden Wochenende ihr zweites Saisonrennen. Und dabei sind noch einmal einige neue Gesichter am Start.

Erst zum zweiten Mal wagt sich die IndyCar Series heuer ins NASCAR-Land Alabama vor – und trotzdem wirkt der Barber Motorsports Park schon wie ein alter Bekannter. Das liegt nicht nur an den vielen Testkilometern, die Fahrer und Teams dort über den Winter abgespult haben. Die Strecke ist auch ungewöhnlich pittoresk gelegen und zudem in eine gepflegte Parklandschaft mit prägnanten Spinnen-Statuen eingebettet. Solche kleinen Details bleiben eben in Erinnerung. Leider helfen sie aber nicht dabei, das äußerst öde Rennen zu vergessen, das die Serie im vergangenen Jahr dort abgeliefert hat. Denn so schön die Strecke auch gelegen ist – eine offensichtliche Überholstelle sucht man leider vergebens. Vielleicht tragen aber die neuen Regeln rund um den Double File Restart auf der ersten “echten” Rennstrecke der Saison dazu bei, dass es diesmal etwas spannender wird.

Für Spektakel könnte außerdem ein weiterer Faktor sorgen: Ganze acht der 26 Starter waren bisher noch nicht im Rennen auf dem Barber Motorsport Park unterwegs. Für zwei, nämlich James Hinchcliffe und ChampCar und ALMS-Pilot Simon Pagenaud ist es überhaupt der erste Auftritt in der Serie.

Der Kanadier Hinchcliffe hat vergangene Woche nach langer Suche endlich einen Sponsor gefunden, und ist für das gesamte Jahr 2011 (außer Sao Paulo und, gegebenenfalls, Motegi) bei Newman/Haas untergekommen. Bei den Tests vor der Saison war Hichcliffe in Alabama schon ziemlich fix unterwegs, er könnte also womöglich für eine Überrschung sorgen.

Ziemlich kurzfristig und aus nicht ganz so freudigen Gründen ist mit Simon Pagenaud ein weiterer IndyCar Rookie dabei. Der französische Sieger des ChampCar Rennens von Edmonton 2006 ersetzt die nach ihrem Handgelenks-Bruch noch fahrunfähige Ana Beatriz bei Dreyer & Reinbold. Bis zum nächsten Rennen sollte Beatriz dann aber wieder fit sein – für Pagenaud wird es also vorerst beim einmaligen Einsatz bleiben. Teamkollege Justin Wilson, der sich ebenfalls das Handgelenk gebrochen hatte, wird mit einer Schiene an den Start gehen.

Gute Nachrichten gibt es auch aus dem Lager von Paul Tracy: Der Kanadier ist zwar beim Rennen in Alabama noch nicht dabei – er hat es aber immerhin geschafft, einen Deal über ein paar Rennen in der Saison 2011 abzuschließen. Tracy wird bei den Läufen in Long Beach, Texas, Toronto, Edmonton und Sonoma in einem Wagen des ohne Gil de Ferran wiederstandenen Dragon-Teams Platz nehmen.

Auch bei den sonstigen Startern muss man sich auf teils etwas geänderte Farben gefasst machen. So wird Vorjahressieher Helio Castroneves mit blau-roten Sponsorenaufklebern an den Start gehen, Meister Dario Franchitti überhaupt in einem blauen Wagen. Ryan Briscoe ist derweil in Penske-Gelb unterwegs. Eine vollständige Aufstellung der Wagen gibt es wie immer im Spotters-Guide auf indycar.com (Achtung, .pdf).

Bei der Performance der einzelnen Teams und Fahrer dürfte sich seit St. Petersburg wohl wenig geändert haben – Penske und Ganassi (zumindest deren A-Team) werden aller Voraussicht nach auch in Alabama den Ton angeben. Der Lauf vor zwei Wochen hat aber gezeigt, wie schnell Favoriten auch mal aus dem Rennen fliegen können. Die Voraussetzungen dafür stehen dank winkeligem Kurs sich am Sonntag wieder gut. Und sofern das passiert, sind Überrschungen nicht ausgeschlossen. Vor allem KV Racing hat mit Kanaan (und auch Sato) gezeigt, dass man der Spitze näher gekommen ist. Und wer weiß – vielleicht ist ja Simona de Silvestro wieder so gut in Form wie in St. Pete.

Die Strecke im Barber Motorsports Park wurde erst im Jahr 2003 gebaut, und ist damit eine der neuesten Rundstrecken in den USA. Ursprünglich war sie hauptsächlich für Testzwecke und private Ausfahrten von reichen Sportwagenbesitzern gedacht – was man dem Layout auch immer noch ein wenig ansieht. Letztendlich hat Besitzer George Barber die Baupläne aber immer wieder erweitert, so dass nun auch AMA Superbikes, Grand Am und eben die IndyCars dort an den Start gehen können. Der Kurs verfügt sogar über eine Grade T1-Lizenz der FIA, die Formel 1 Testfahrten erlaubt. Hintergrund: Das gescheiterte USF1 Team wollte hier seine ersten Proberunden absolvieren.

Namen hat man den Kurven leider trotzdem nicht gegeben, so dass die folgende Streckenbeschreibung mit den Turn-Nummern auskommen muss. Das ist besonders deswegen schade, weil die schnelle und flüssige Berg- und Talbahn fast nur aus Kurven besteht. Ähnlich wie zum Beispiel in Adria handelt es sich um einen Kurs, bei dem ganz offensichtlich möglichst viel Strecke auf einem kleinen Grundstück untergebracht werden sollte.

Nach der relativ kurzen Start- und Zielgeraden geht es auf die erste Kurve zu – eine schnelle Linkskurve (Turn 1), die zudem noch bergab geht. Außerdem ist die Ecke ziemlich eng, weswegen man im vergangenen Jahr den Rennstart auf die Gegengerade gelegt hatte. (Wie man heuer mit den Double File Restarts operiert, bleibt abzuwarten.) Direkt darauf folgt eine ziemlich langgezogene, fast schon Karussell-artige Rechtskurve (Turn 2 und 3), die aufmacht und danach auf eine kurze Gerade mündet. Nach nur etwa 350 Metern folgt schon die nächste 180-Grad Linkskehre (Turn 5) – keine guten Voraussetzungen für Windschatten-Duelle. Wenn sich der Vordermann aber ausgangs Turn 3 vertut, dann kann man hier trotzdem mit etwas Risiko einen Überholversuch starten. Ähnliches gilt für die Turns 7 und 8, die auf eine weitere kurze Gerade folgen. Turn 7 ist eine geradeaus druchfahrbare Bergabschikane, Turn 8 eine ebenfalls steil bergab führende enge Rechtskurve. Die einzige potenziell längere Gerade des Kurses wird dann durch die mittelschnelle Links-Rechts Kombination aus Turn 9 und 10 geteilt. Der zweite Teil dieser Gerade wurde im vergangenen Jahr als Ersatz-Startlinie verwendet. Er mündet in einen mittelschnellen links, reeeeechts, links, bergauf-bergab Komplex, der fahrerisch sicher spaßig ist, aber ebenfalls kaum Überholchancen eröffnet.

Zum Mitschauen hier die Onboard-Runde aus 2010 mit Scott Dixon:

Nach der eher mittelprächtig produzierten ABC/ESPN-Übertragung aus St. Petersburg ist der Lauf in Alabama das erste Saisonrennen für die Mannschaft von Versus. Im vergangenen Jahr hatte sich diese vor allem dadurch ausgezeichnet, dass man zwar bei den Übertragungen einen ordentlichen Job machte, dass die Quoten aber im kaum wahrnehmbaren Bereich lagen. Insofern ist das Rennen im Barber Motorsports Park nach den erfreulichen Quoten-Zuwächsen aus St. Pete der erste richtige Test dafür, ob die PR-Maßnahmen aus dem Winter auch wirklich mehr Fans vor den Bildschirm locken können.

Im deutschsprachigen Raum gibt es leider auch weiterhin keinen Sender, der die Serie überträgt. Auch bei der Problematik rund um die Abschaltung des offiziellen Streams hat sich bislang nichts verändert. Trotz offensichtlicher Bemühungen der IndyCar Spitze rund um CEO Randy Bernard ist es noch nicht gelungen, ein passendes Online-Angebot für jene Märkte zu errichten, in denen es keine TV-Übertragungen gibt. Bleibt also wieder nur die Suche in den Unteifen des Internets. Immerhin: Die NASCAR fährt ihr Texas-Rennen schon Samstagnacht, es gibt also zumindest keine Terminkollision.

(Foto: INDYCAR)

March 24 2011

06:24

IndyCar Series: Saisonstart in St. Petersburg

Eine teils chaotische, teils erfreuliche Off-Season geht endlich zu Ende – am Sonntagabend kehrt die IndyCar Series zurück auf die Strecke. Das dürfte spannend werden, denn seit dem Finale 2010 hat sich einiges getan.

Eine stille Winterpause sieht anders aus: Die IndyCar Series bedachte seit der Meisterschaftsentscheidung in Homestead Fans und Medien mit einem steten Fluss an Neuigkeiten, wie das sonst sogar während der laufenden Saison ungewöhnlich ist. CEO Randy Bernard hat bewiesen, dass er weiß, wie man mit der zuletzt eher unscheinbaren Monoposto-Serie Aufsehen erregt. Ob seine Ideen auch auf der Rennstrecke funktionieren, das muss sich allerdings noch beweisen. Immerhin: Zum Saisonstart stehen 25 Fahrer bereit, die meisten davon werden wohl das ganze Jahr lang dabei sein. Ein paar alte Stars haben es in die Serie zurückgeschafft, wenn auch zum Teil in letzter Minute. Zusammen mit einigen interessanten Rookies bescheren sie der IndyCar Series das wahrscheinlich stärkste Starterfeld seit CART-Zeiten.

Spannende Zeiten also auch für Fans, daher eine kurze Zusammenfassung der Meldungen aus dem Winter – für alle, die in der Off-Season nicht ganz so aktiv waren wie Randy Bernard. Eine Vorschau auf das Rennen in St. Petersburg folgt dann weiter unten.

Neue Hersteller

Auch, wenn sich die Nachricht eher auf die kommende Saison bezieht, als auf die aktuelle: Die wichtigste Meldung des Winters war wohl die Rückkehr von Chevrolet in die IndyCar Series. Der US-Hersteller wird dabei 2012 nicht nur Motoren liefern, sondern auch selbst eines jener Aero-Kits anbieten, mit denen die Teams das Standard-Chassis von Dallara erweitern können. Gleiches hat auch Lotus angekündigt, die ab kommendem Jahr als dritter Hersteller in der Serie aktiv sein werden. Richtig gelesen: Der in malaysischer Hand befindliche Sportwagenhersteller hat angekündigt, nicht nur ein Aero-Kit zu liefern, sondern auch einen Motor. Woher der kommen soll, wurde bisher allerdings nicht enthüllt. Als vierter Hersteller könnte auch noch das französische ORECA-Team dazukommen. Dort will man sich allerdings mit der Fertigung von Aero-Kits bescheiden.

Teams und Fahrer 2011

Gleich vorneweg eine kurze Entschuldigung: Die IndyCar Serie bietet leider zur Stunde noch keine Fotos aus St. Petersburg an. Bei den Bildern unten handelt es sich daher um Aufnahmen vom Test am Barber Motorsports Park in der vergangenen Woche. Dort waren leider nicht alle Teams und Piloten anwesend, von manchen gibt es also leider keine Bilder. Auch bei den Lackierungen könnte es also noch Änderungen geben. Die IndyCar Serie veröffentlicht normalerweise vor Rennstart einen Spotter’s Guide auf indycar.com. Den werde ich nachreichen, sobald bzw. sofern er verfügbar wird.

Penske

Die Mannschaft unter der Leitung von “Captain” Roger Penske wird wohl auch 2011 zu den Favoriten im Starterfeld zählen. Das haben auch die Ergebnisse der Testfahrten in Alabama noch einmal unterstrichen. Bei den Piloten hat sich nichts verändert, auch in diesem Jahr greifen Helio Castroneves, Will Power und Ryan Briscoe ins Lenkrad. Abseits der Ovale ist wohl Power der schnellste aus diesem Dreiergespann, als besserer Allrounder könnte sich aber einmal mehr Castroneves erweisen. Ryan Briscoe hat in der vergangenen Saison nicht so wirklich überzeugt, und wird in diesem Jahr etwas kräftiger aus Gaspedal treten müssen, wenn er sich die Gunst des Captains erhalten will.

Ganassi

Das zweite Top-Team der IndyCar Series hat sich über den Winter verdoppelt. Neben dem bisherigen Fahrergespann Dario Franchitti und Scott Dixon (die wieder in den klassischen, links abgebildeten Target-Farben starten), treten 2011 auch Graham Rahal und Charlie Kimball für Ganassi an, die jeweils von anderen Sponsoren unterstützt werden. Weil Target aber keine Konkurrenz im gleichen Team wollte, musste man bei Ganassi zu einem etwas ungewöhnlichen Trick greifen – und einfach ein zweites Team eröffnen. Offiziell wird man zwar nicht müde, die Unabhängigkeit der beiden Teams voneinander zu betonen. Inoffiziell darf man aber wohl schon davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen der beiden Teams gelegentlich mal über den Wag laufen werden. Und dabei wohl nicht nur über Baseball reden. Bei den Test hatte man noch ein paar Probleme, bei den Rennen darf man aber auch in diesem Jahr die Mannschaft vorne erwarten. Fahrerisch sind von Franchitti und Dixon wohl auch in dieser Saison wieder konstant gute bis sehr gute Ergebnisse zu erwarten. Auch Rahal hat in der Vergangenheit (vor allem 2009 bei Newman/Haas) schon Talent bewiesen. Inwieweit auch Charlie Kimball mithalten kann, muss sich noch weisen.

Andretti Autosport

Einige Überraschungen bot über den Winter die traditionell dritte Kraft der IndyCar Series. Erst wurde Tony Kanaan freigestellt (und ihm “erlaubt, mit anderen Teams zu verhandeln”) – vermutlich deshalb, weil man sich sein hohes Gehalt nicht mehr leisten konnte. Und dann tritt man 2011 doch wieder mit vier Fahrern an: Marco Andretti und Danica Patrick waren ohnehin schon gesetzt, Ryan Hunter-Reay konnte auch genügend Sponsoren auftreiben, um sich im Team zu halten. Keiner der drei hat bisher das Talent gezeigt, konstant um Siege oder gar Meisterschaften mitzufahren. Aber: Alle sind solide Piloten, und auf ihre Art wichtig für die Serie. Erstaunlich ist dagegen die Verpflichtung des beim Indy 500 schwer verunglückten (aber mittlerweile wohl wieder genesenen) Mike Conway. Der Brite hat zwar in diversen Juniorserien gute Leistungen gezeigt, in der IndyCar Series konnte er allerdings bislang (außer beim schicksalsvollen Indy 500) nicht wirklich überzeugen. Und seit seinem Unfall fehlt ihm überhaupt jegliche Erfahrung im Auto. Ein erfolgreiches Comeback wäre ihm zu vergönnen – bis es soweit ist, muss man aber vermutlich noch ein paar Rennen Geduld haben. Abzuwarten bleibt außerdem, ob es das Team nach einer sehr mäßigen Saison 2010 wieder schafft, an alte Stärken anzuknüpfen.

KV Racing

Mit drei Piloten geht das Team von Kevin Kalkhoven und Jimmy Vasser an den Start. Zur bisherigen Stammmanschaft mit EJ Viso und Takuma Sato ist in letzter Sekunde noch ein weiterer großer Name gestoßen. Der bei Andretti entlassene Tony Kanaan hat es am Wochenende vor dem Saisonstart geschafft, ausreichend Sponsoren für eine volle Saison im Teams zu sammeln. Das könnte sich für beide als gutes Geschäft erweisen: KV wird von der Erfahrung des Tony Kanaan (vor allem in Fragen der Abstimmung) gewiss profitieren, der Brasilianer bekommt von KV Racing ein in seinem Speed womöglich unterschätztes Autos zu Verfügung gestellt. Das mag zwar in dieser Saison noch nicht für Siege reichen – wenn Sato und Viso aber ihr Temperament diesmal etwas öfter in Zaum halten können, als im vergangenen Jahr, dann könnte das Team durchaus einen Sprung nach vorne machen.

Dreyer & Reinbold

Ein weiteres Team aus dem Bereich “solides Mittelfeld”, das sich 2011 nach oben entwicklen könnte. Justin Wilson ist ein Pilot, der gewiss immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist – ganz besonders auf den Rundkursen. Außerdem hat man sich mit Ana Beatriz verstärkt. Die Brasilianerin bringt einige Sponsoren an Bord, und konnte auch bei ihren Einsätzen in der vergangenen Saison durchaus Potenzial beweisen. Sie könnte sich also als gute Mischung aus Pay-Driver und solider Pilotin herausstellen. Beim Indy 500 wird außerdem Haudegen Paul Tracy für Dreyer & Reinbold an den Start gehen. Weitere Einsätze sind in Planung, aber bisher nicht fix. Beim Saisonstart ist der Kanadier jedenfalls nicht dabei.

Dale Coyne Racing

Eine faustdicke Überraschung gibt es beim ewig unterfinanzierten Traditionsteam: Champ-Car Dominator (und Toro-Rosso Mittelfeldpilot) Sebastian Bourdais kehrt in den US-Rennsport zurück. Allerdings nicht für die ganze Saison: Der Franzose wird aus Sponsormangel und wegen Terminkollisionen mit seinen Sportwagen-Projekten bei den Oval-Rennen nicht antreten. Dass Bourdais mit den amerikanischen Open Wheelern und hemdsärmeligen Stadt- und Rundkursen gut zurecht kommt, hat er bewiesen. Unklar ist dagegen, ob die Autos von Dale Coyne gut genug sind, um ein ernsthafter Kandidat auf die Mario Andretti Rundstrecken-Trophy zu sein. Ebenfalls unerwartet ist der zweiten Pilot: James Jakes, bisher bekannt aus GP2 und GP3 hat wohl einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden, und wird die gesamte Saison mit dabei sein.

Newman/Haas Racing

In 50%-Stärke startet die Mannschaft von Newman/Haas in St. Petersburg in die Saison. Ursprünglich hatte man gehofft, Oriol Servia und James Hinchcliffe zu verpflichten – schließlich hat es aber nur Servia geschafft, die nötigen Sponsorgelder aufzutreiben. Das ist schade, denn beim Test in Alabama waren beide sehr gut unterwegs. Hinchcliffe hofft nun, bis zu einem der kommenden Rennen ausreichend Gelder zu finden, um doch noch in die Serie einsteigen zu können. Immerhin hat Newman/Haas mit Oriol Servia aber einen erfahrenen und meist schnellen Piloten verpflichtet, mit dem man hoffen kann, das Abschneiden vom vergangenen Jahr (als der Pilot Hideki Mutoh hieß) vergessen zu machen.

Der Rest

Fans von Simona de Silvestro dürfen sich auch in dieser Saison auf ein dauerhaftes Antreten der Schweizerin freuen. Einziger Wehrmutstropfen: Ihr Sponsor, “Nuclear Clean Air Energy”, ein Projekt, das für “sauberen” Atomstrom werben soll, dürfte sich momentan nicht an der Spitze seiner Popularität befinden. Alex Tagliani und das FAZZT-Team sind auch wieder mit dabei – allerdings nach Kauf durch Sam Schmidt unter dem Namen von dessen Team “Sam Schmidt Motorsports”. Sebastian Saavedra wird die gesamte Saison bei Conquest Racing bestreiten, Raphael Matos hat in letzter Minute einen Deal mit dem neuen AFS Racing zustande gebracht. Vitor Meira bleibt bei Foyt. Und JR Hildebrand bei Panther Racing vervollständigt ein starkes und wieder etwas US-lastigeres IndyCar Feld. Sarah Fisher Racing wollte eigentlich die gesamte Saison mit Ed Carpenter bestreiten, musste sich nach einen Crash beim Testen aber für dieses Wochenende zurückziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft bald wieder dabei sein kann.

Nicht dabei sind beim Saisonstart der schon erwähnte Paul Tracy – und Dan Wheldon, der sich im Streit von Panther Racing getrennt hat. Der Brite scheint bei der Suche nach einem neuen Cockpit keine große Eile an den Tag zu legen, und wird nach eigener Aussage nur dann wieder in die Serie einsteigen, wenn er ein Angebot von einem konkurrenzfähigen Team bekommt.

Der Kalender

Nach dem Saisonstart am kommenden Wochenende geht es im Zwei-Wochen Takt mit Rennen am Barber Motorsports Park, in Long Beach und dem Brasilien-Lauf in Sao Paulo weiter.

Ohne vorheriger Übung auf einem Oval beginnt dann der Monat Mai, und damit die Vorbereitung auf das Indy 500 am 29.5.

Zwei Wochen später gibt es die erste Kalender-Neuerung – und die ist durchaus als Experiment zu bezeichnen. In Texas wird es nämlich zwei Rennen geben, die am selben Tag stattfinden werden. Die Punkte dafür werden ganz einfach geteilt, die Startaufstellung für das zweite Rennen wird ausgelost. Das kann spektakuläres Rennen geben – aber auch ebenso spektakulär in die Hose gehen. Es ist sicher nicht schlecht, frischen Wind in die Serie zu bringen. Ob man das aber unbedingt auf die High-Speed Oval in Texas machen muss, ist eine andere Frage.

Nur eine Woche danach feiert Milwaukee die Rückkehr in den IndyCar Kalender – ein Ort der Tradition aber auch der kleineren Geschwindigkeiten und nicht immer wahnsinnig spannenden Rennen. Danach folgt Iowa, bevor es im Rahmen der Kanada-Tournee wieder auf die Rundkurse geht. Zuerst startet die Serie in Toronto, zwei Wochen später auf dem völlig umgebauten Flugplatzkurs in Edmonton.

Wieder zurück in den USA folgt der Klassiker von Mid-Ohio. Dann steht wieder eine “Premiere” auf dem Programm: Das erste größere Open-Wheel-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway in Loudon seit mehreren Jahren. Besonderheit: Damit die Teams nicht umbauen müssen, wird auch dort in Road-Konfiguration fahren.

Es folgt eine weitere Premiere: Das erste Rennen auf dem neuen Stadtkurs in Baltimore. Dort hatte man wohl über den Winter finanzielle Anlaufschwierigkeiten. Nach aktuellem Stand wird die Strecke aber rechtzeitig fertig.

Für die letzten drei Rennen der Saison folgen dann wieder Ovale. Zunächst plant man, in Motegi zum vorerst letzten Japan-Auftritt der Serie anzutreten. Dass man dort ab 2012 nicht mehr antreten wird, haben INDYCAR und Motegi-Betreiber schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Ob man sich nach Erbeben und Tsunami heuer wirklich noch einmal auf die Reise macht, darüber gibt es im Moment noch keinen Beschluss.

Als vorletztes Rennen der Saison steht Kentucky auf dem Programm, wo es in letzter Zeit immer spannende Rad-an-Rad Duelle gegeben hat.

Schließlich folgt das Finale am baulich recht ähnlichen Oval in Las Vegas, für das sich Randy Bernard allerdings einen besondere Dreh einfallen hat lassen: Bei der Veranstaltung mit dem bescheidenen Titel “IndyCar World Championship” werden neben den regulären IndyCar Piloten noch fünf weitere Fahrer aus anderen Serien antreten. Sollte einer dieser fünf das Rennen gewinnen, winkt ein Preisgeld in der Höhe von 5 Millionen Dollar. Im Sommer soll ein Komitee entscheiden, welche Fahrer antreten dürfen. Bis dahin gibt es nur Spekulationen – etwa um den ehemaligen F1 und CART Piloten Mark Blundell, den Motocross Star James Stewart oder möglicherweise sogar Alex Zanardi.

Neue Regeln

Mit dem Ziel, eine bessere Show zu liefern, wurden in der Winterpause außerdem einige neue Regeln beschlossen: Commitment Cone, Double-File Restart, Einführung einer “Lucky Dog”-ähnlichen Regel, eine Höchst-Teilnehmerzahl von 26 Autos.

Oder auch nicht: Denn nach heftigen Beschwerden zahlreicher Fans wurden “Lucky Dog” und das 26-Starter Limit wieder gestrichen. Ausnahme: Auf Kursen, in denen die Pitlane nicht lang genug ist, etwa in Mid Ohio, wird es weiterhin eine Beschränkung des Startfeldes geben.

Geblieben ist die neue Regelung für Restarts: Die werden ab sofort in Double File absolviert. Außerdem wird die grüne Flagge deutlich später fallen als bisher. Die Autos werden also beim Überqueren der Zielflagge wieder näher beieinander liegen. Das sieht spektakulärer aus, ist bei den Teambesitzern aber nicht besonders beliebt, weil es auch zu einer Häufung an teurem Schrott führen könnte.

Vorschau: St. Petersburg

Wie das ganze in der Praxis funktioniert, werden wir am Wochenende in St. Petersburg sehen. Die IndyCar Series gastiert dort schon zum siebten, zählt man ein Champ Car Rennen 2003 dazu sogar schon zum achten Mal. Der Kurs liegt einigermaßen pittoresk in der 250.000 Einwohner-Stadt am Golf von Mexiko. Die Kursführung ist aber leider auch ziemlich eng. Die Rennen sind daher nicht immer wahnsinnig spannend. Mit etwas Glück und ein bisschen Regen wird das ganze allerdings schon wieder interessanter – so etwa 2008, als Graham Rahal das zweite Rennen nach der Wiedervereinigung von IRL und Champ Car Series gewann. Im vergangenen Jahr war es dann doch etwas zu viel des Guten, so dass der Lauf wegen Überflutungen auf den Montag verschoben werden musste. Gewonnen hat dann Will Power – der vierte Penske-Sieg in sechs Jahren. Heuer soll es aktuellen Wetterberichten zufolge trocken bleiben.

Zum Kurs selbst: Nach der Start/Zielgerade, die über eine für das Rennen stillgelegte Landebahn führt, geht es in eine recht enge Rechtskurve, wo in der Vergangenheit die meisten Überholmanöver stattgefunden haben. Es folgt eine kürzere Gerade, an deren Ende eine 90 Grad-Kurve auf die Fahrer wartet. Überholversuche gibt es dort immer wieder, gelungene Überholmanöver eher selten. Gelbphasen dafür wieder ziemlich häufig. Nach einem kurzen, ziemlich eckigen Intermezzo geht es entlang der Promenade in zwei schnelle Linkskurven und eine schnelle Schikane. Diese Passage ist landschaftlich besonders schön am Meeresufer gelegen – merkwürdig, dass dort nie Kameras postiert sind, die das entsprechend einfangen. Überholmanöver sind dort nicht zu empfehlen, und Fehler auch nicht – denn die Wand ist ziemlich nah. Über eine langgezogene, mittelschnelle Kehre geht es dann wieder zurück auf Start und Ziel. Wer sich hier einen Fehler erlaubt, läuft Gefahr, überholt zu werden. Die Versuchung für hinterherfahrende Piloten, beim Vordermann in NASCAR-Manier “anzuklopfen” scheint ziemlich groß zu sein. Helio Castroneves hat das am Ende einer SC-Phase vor ein paar Jahren mit Scott Dixon erfolgreich praktiziert. Ein aktuelles Onboard-Video hat die IndyCar Series zwar noch nicht veröffentlicht. Die Kursführung hat sich aber seit 2009 meines Wissens nach nicht verändert, so dass ich hier einfach die Onboard-Vorschau vom letzten Jahr, begleitet von Ryan Briscoe, poste.

Leider auch neu: Kein Stream

Alles in allem also gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Für Fans im deutschen Sprachraum hat die Sache aber leider einen Haken: Die Serie wird auch heuer (nach derzeitigem Stand) auf keinem Sender übertragen. Und auch den offiziellen Internet-Stream, der zwar nicht besonders gut, 2010 aber trotzdem oft die einzige Rettung war, gibt es auf Geheiß des amerikanischen Rechteinhabers Comcast/NBC (den neuen Versus-Besitzern) heuer nicht mehr.

Für die USA ist das verständlich, denn die INDYCAR hatte offenbar nie die Rechte, ihre Rennen im Internet zu streamen. Versus hat das wohl bisher trotz schlechter Quoten geduldet. Weil aber die Fans offenbar immer in der Werbeunterbrechung den Stream angeschalten haben, hat man diese Praxis nun beendet.

Weniger verständlich ist dagegen, wieso man auch die Trainings und die nicht im TV übertragenen Qualifying-Sessions mehr zeigen will. Und völlig unverständlich ist, wieso man nicht gegen Gebühr einen Stream des von ESPN produzierten internationalen Feeds der Serie in jenen Ländern anbietet, wo die Rechte für die IndyCar Serie nicht verkauft wurden. Leider ist man im Moment derartig auf den Aufbau einer amerikanischen Fanbase konzentriert, dass man es noch nicht mal geschafft hat, eine Liste der internationalen Broadcaster auf die Homepage zu stellen. Stattdessen gibt es dort noch immer jene vom vergangenen Jahr. Wird man sich also wieder in den Untiefen des Internets umsehen müssen, wenn man das Rennen trotzdem sehen will.

27.03.2011 LIVE 18:30 Uhr IndyCar Series St. Petersburg ABC LIVEx 23:00 Uhrx Asian F BMWxxx Bud Shootout Practicex sky sport2x

March 23 2011

06:41

Ferner liefen: Die Newshappen

# Oha! Bernie Ecclestone ist beim Saisonauftakt in Melbourne nicht dabei, sondern fährt nach New York, um mit Bürgermeister Michael Bloomberg über die Austragung eines Rennens in Staten Island zu verhandeln. Wie schon Anfang Februar berichtet, gibt es dort wohl Überlegungen, eine permanente Rennstrecke in einem ehemaligen Industriegebiet zu errichten. Ecclestones Abwesenheit wird bei den Organisatoren des australischen Grand Prix sicher für zusätzliche Nervosität sorgen – das Rennen gilt als gefährdet, weil die Regierung des Bundesstaates Victoria die finanzielle Unterstützung streichen will. Organisator Ron Walker hat sich gegenüber Autosport allerdings sicher gezeigt, dass der Lauf sogar über den derzeit laufenden Vertrag bis 2015 hinaus ein fixer Bestandteil des F1-Kalenders bleiben wird. (Vorsicht)

# Karun Chandhok wird nach seinem Abschied von HRT auch beim Grand Prix von Australien auf der Rennstrecke zu sehen sein. Der indische Publikumsfavorit hat eine Rolle als Test- und Ersatzfahrer beim Team Lotus ergattert. Er wird in dieser Funktion auch in einigen freien Trainings zum Einsatz kommen – darunter auch das erste Freie Training zum Saisonauftakt 2011 am kommenden Wochenende. Chandhok war zwar während der Wintersaison schon mehrfach in Teamkleidung von Lotus in Erscheinung getreten, die Verpflichtung kommt trotzdem einigermaßen überraschend. Denn im Grund hatte das Team auch zuvor mit dem “offiziellen dritten Fahrer” Luiz Razia und den beiden Testfahrern Davide Valsecchi und Ricardo Teixeira schon mehr als genug Cockpit-Personal. (Vorsicht)

# Das französische ORECA-Team, bisher eher auf Sport- und Tourenwagen spezialisiert, überlegt einen Einsatz in der IndyCar Series ab 2012. Konkret geht es darum, dass das Team eines der Aero-Kits für die kommende Saison konstruieren könnte, die dann ein Team oder ein anderer Hersteller als eigene Konstruktion branden würde. Ein Einsatz als eigenständige IndyCar-Mannschaft scheint dagegen nicht geplant zu sein. Randy Bernard wäre an einem weiteren Hersteller offenbar sehr interessiert, ein Treffen hat bereits stattgefunden. (Vorsicht)

# Randy Bernard ist weiter auf der Suche nach vermarktbaren Stars, die zum Saisonfinale in Las Vegas um das Preisgeld von 5 Millionen Dollar fahren sollen. Neben Altstars wie Mark Blundell und Vierrad-Amateuren wie Motocrosser James Stewart ist nun ein ganz besonders großer Name im Gespräch: Alex Zanardi. Der zweimalige CART-Champion dürfte die Anfrage von Bernard zwar anfangs nicht wirklich ernst genommen zu haben, scheint nun aber doch eine Teilnahme zu überlegen. Unklar ist noch, ob der nach seinem schweren Crash am Lausitzring auf beiden Seiten Unterschenkel-Amputierte Italiener das auch darf – einige Sicherheitsfragen, etwas das schnelle Aussteigen im Brandfall scheinen doch Bedenken aufkommen zu lassen. Außerdem hat Kollege Dario Franchitti Zweifel daran, ob Zanardi mit seinen kräftig trainierten Oberarmen noch ins Cockpit passt. Andererseits: Dass das alles nicht zwangsweise ein Hindernis sein muss, und vor allem, dass er es immer noch kann – das hat er ja in der WTCC mehrfach gezeigt. (Vorsicht)

# Und damit noch einige Kurzmeldungen aus der IndyCar Series – mehr dazu gibt es morgen in der Saisonvorschau:
- Tony Kanaan hat die Cockpit-Suche doch noch erfolgreich abgeschlossen, und wird 2011 ganzjährig bei KV Racing starten.
- Bei Dale Coyne wird vermutlich Sebastian Bourdais auf den Rundkursen zu Einsatz kommen, zusätzlich das gesamte Jahr über der britische Rookie James Jakes, der zuletzt in GP2 und GP3 unterwegs war. (Auf der Entry List (Achtung, .pdf) für St. Petersburg stehen beide, die Laufzeit der Verträge ist noch nicht offiziell bestätigt)
- Besagter Entry List ist auch zu entnehmen, dass Oriol Servia für Newman/Haas starten wird. James Hinchcliffe hat es dagegen wohl trotz guter Leistungen bei den Tests nicht geschafft, die nötigen Gelder zu sammeln.
- Paul Tracy ist noch nicht so weit, und wird beim Saisonauftakt in St. Petersburg daher allenfalls als Zuschauer dabei sein. Allerdings wurde in der vergangenen Woche bekannt, dass der Kanadier beim Indy 500 für Deyer & Reinbold an den Start gehen wird. Zusätzlich arbeiten beide Seiten daran, Sponsoren für weitere Starts zu finden.
- Dan Wheldon wird in St. Pete ebenfalls nicht dabei sein, und würde auch im Laufe der Saison nur dann an den Start gehen, wenn er ein Team findet, dass seinen Anforderungen genügt.
- Die schon angekündigte “Lucky Dog”-Regel wird nach Protesten der Fans 2011 doch nicht zum Einsatz kommen.
- Die Strecke in Motegi ist nach dem schweren Erdbeben in Japan nur leicht beschädigt, zum Glück sind alle Mitarbeiter unverletzt geblieben. Ob das geplante IndyCar Rennen im Herbst stattfinden wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden – die Verantwortlichen haben derzeit begreiflicherweise ganz andere Sorgen.
(Vorsicht)

# Der Promoter der Le Mans Series, Patrick Peter, hat a

March 09 2011

09:03

Ferner liefen: Die Newshappen

// Steht das nächste neue Formel 1-Rennen vor der Türe? Angeblich soll Kroatien an der Austragung eines Grand Prix interessiert sein. Wie mehrere kroatische Nachrichtenseiten berichten, gibt es Pläne für die Errichtung einer 250 Millionen Euro teuren Anlage nahe der Hauptstadt Zagreb. Private Investoren stehen angeblich schon bereit. Offenbar sind die Planungen sogar schon in einem eher vorgerückten Stadium – es existiert bereits ein Streckenplan von Hermann Tilke. Dieser Grundriss sieht der geplanten Anlage in Austin, Texas ziemlich ähnlich. Allerdings würde diese Strecke in die andere Richtung (also rechtsherum) führen – und somit über reichlich schnelle Kurven und ein paar interessante Passagen verfügen. Überholmöglichkeiten scheinen dagegen etwas dünn gesäht. Ein paar Jahre wird es bis zum ersten kroatischen Grand Prix aber in jedem Fall noch dauern – Joe Saward meldet, dass die Anlage im Idealfall 2014 fertiggestellt sein könnte. (Vorsicht)

// Das FIA World Motor Sport Council ist am Dienstag wieder einmal zusammengetreten, und hat dabei einige kleine Änderungen beschlossen, die bereits in der kommenden F1-Saison in Kraft treten werden. So wird in den Freitagstrainings 2011 eine zusätzliche Reifenmischung zum Einsatz kommen, um Pirelli mehr Möglichkeit zu geben, Weiterentwicklungen auch während der Saison zu testen. Außerdem gibt es kleinere Änderungen bei den Safety Car Regeln: Das Geschwindigkeitslimit gilt ab jetzt in den ersten beiden Runden nach dem Einsatz des Safety Cars, und nicht mehr nur in der ersten; Die Ampel an der Boxenausfahrt bleibt während der gesamten SC-Phase auf grün geschalten. Außerdem wurde eine “Circuit Commission” ins Leben gerufen, die gemeinsam mit Rennstreckenbetreibern an der Schaffung von Überholmöglichkeiten arbeiten soll. (Vorsicht)

// Vitantonio Liuzzi hat sich gegenüber autosport.com sehr zuversichtlich gezeigt, 2011 bei HRT unterzukommen. Bestätigt ist er dort zwar noch nicht, er scheint aber wohl fix damit zu rechnen, dass es bald so weit sein wird. Interesant: Offenbar hätte man sich dann bei HRT entschieden, auf einen besser zahlenden Fahrer zu verzichten, und dafür den passablen Entwickler Liuzzi anzustellen. Ob man sich das auch wirklich finanziell leisten kann, bleibt abzuwarten. Vor kurzem hat auch Christian Klien sein Interesse an dem Cockpit bekundet. Und das Team hatte verlauten lassen, man werde mit der Fahrerentscheidung “notfalls” auch bis zum Vorabend des GP von Melbourne warten – was ja ein wenig nach Versteigerung des Cockpits klang. (Vorsicht)

// Die Entscheidung um einen Ersatztermin für den vorläufig abgesagten Grand Prix von Bahrain ist vertagt. Die FIA möchte den Veranstaltern bis 1. Mai Zeit geben, die Entwicklung der Lage zu sondieren. (Vorsicht)

// Eine Mischung auf bitteren und überraschenden Meldungen gibt es aus der IndyCar Series. Bitter: Firestone hat bekannt gegeben, dass man die Serie mit Ende des Jahres verlassen wird. Damit bleiben nur wenige Monate Zeit, einen neuen Reifenpartner für 2012 zu finden. Realistischerweise sollte die Entscheidung sogar möglichst noch früher fallen, um dem neuen Hersteller die Möglichkeit zu geben, Reifen zu produzieren, die auch bei den hohen Ovalgeschwindigkeiten noch sicher sind. Der Aussteig von Firestone bedeutet auch Probleme für die Indy Lights, die sich nun einen neuen Titelsponsor suchen müssen. Randy Bernard hat bereits erste Gespräche mit den möglichen Kandidaten Goodyear, Michelin, Hoosier und Avon aufgenommen. (Vorsicht)

// Überraschend: Die IndyCar Serie rechnet offenbar für 2011 mit einem besonders vollen Fahrerfeld, und hat daher die Maximalteilnehmerzahl bei Rennen auf 26 begrenzt. Grund für diese Annahme ist der neue Wagen, der 2012 eingeführt wird. Der alte Dallara wird somit nicht mehr gebraucht und die Nachfrage sollte gegen Ende der Saison deutlich sinken – was den Wagen auch für kleinere Börsen erschwinglich machen könnte. Effekt: Der Samstag wird wieder spannender werden, denn 24 der 26 Plätze werden nach dem Zeiten im Qualifying ausgefahren. Zusätzlich wird es zwei “Provisionals” geben, die nach einem festgelegten Kriterienkatalog, der sich an bisherigen Erfolgen der Fahrer orientiert vergeben werden. Damit soll verhindert werden, dass etwa aktuelle Meister oder Indy 500-Sieger wegen eines Defektes oder Ausrutschers im Qualifying nicht an den Start gehen dürfen. Ausnahmen von der neuen Regel sind das Indy 500 mit seinen 33 Startern und das Finale in Las Vegas, wo man ja mit fünf zusätzlichen All-Star-Fahrern antreten will (und das Feld daher auf 30 Autos ausweitet). (Vorsicht)

// Noch sind allerdings einige Cockpits unbesetzt. So soll Conquest gerüchteweise mit dem Gedanken spielen, heuer zwei Autos einzusetzen.  Das eine der beiden Autos soll dabei die gesamte Saison lag von Sebastian Saavedra pilotiert werden, das andere gerüchteweise auf den Rundstrecken von Paul Tracy und auf den Ovalen von Pippa Mann. Newsman/Haas arbeitet derweil weiter mit Hochdruck daran, Sponsoren für Vollzeiteinsätze von Oriol Seriva und James Hinchcliffe zu finden – die beiden werden jedenfalls in dieser Woche wieder für das Team testen. (Vorsicht)

// Das WTCC-Rennen in Marrakesch wurde wegen finanzieller Probleme des Veranstalters abgesagt. Bei 12 WTCC-Rennen soll es angeblich aber trotzdem bleiben – zumindest rechnet man beim der Partnerserie AutoGP damit, dass innerhalb des kommenden Monats ein Ersatzrennen “in Zentraleuropa” zum gleichen Termin verkündet wird. Schon besetzt sind am fraglichen Wochenende der Red Bull Ring (DTM), Assen (SLF) und Silverstone (GT1). (Vorsicht)

// Bei den Indy Lights ist derweil endgültig der Einsatz des Argentiniers Esteban Guerrieri, der WSbR-Überraschung von 2010 bestätigt worden. (Vorsicht)

// Eurosport wird auch die Imola-Rennen der GP2-Asia übertragen. Allerdings (zumindest laut aktuellem Programmplan) nicht live, sondern in halbstündigen Zusammenfassungen am Sonntagmorgen (Hauptrennen) und Sonntagabend (Sprint). (Vorsicht)

March 02 2011

07:56

Ferner liefen: Die Newshappen

// Red Bull hat einen umfangreichen Sponsorenvertrag mit Infiniti unterzeichnet. Die Nobel-Tochter des Nissan-Konzerns wird 2011 und 2012 mit großflächigen Sponsorenaufklebern auf den Autos und den Overalls des Teams vertreten sein. Wegen der engen geschäftlichen Verbindung zwischen Nissan und Renault waren im Vorfeld einige Beobachter davon ausgegangen, dass auch Red Bulls Renault-Motor ab 2012 als “Infiniti” gebrandet sein könnte. Dem ist aber nicht so, die Autos werden auch künftig Red Bull-Renault heißen. Gewinner dieses Deals ist ganz klar Red Bull: Der Wagen trägt weiterhin den Namen des Getränkeherstellers, man bekommt aber zusätzlich Sponsorgelder von Infiniti, die man sonst selbst  hätte zahlen müssen. Außerdem soll es eine technische Zusammenarbeit geben: Beim östereichischen Team hofft man von Nissans Elektronik Know-how zu profitieren, um bei der KERS-Entwicklung mithalten zu können. Was sich Renault/Nissan von dem Deal erwarten ist dagegen weniger klar. (Vorsicht)

// Der vorläufig abgesagte Bahrain-GP könnte schon früher als gedacht nachgeholt werden. Bernie Ecclestone hat gegenüber Autosport angedeutet, dass er derzeit daran denke, das Rennen in der eigentlich als Sommerpause gedachten Zeit Mitte August auszutragen. Das könnte für Mensch und Material zu einer echten Belastungsprobe werden, denn zu dieser Jahreszeit liegen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen in Bahrain bei 39°C. Ecclestone hält dieses Problem aber offenbar für überwindbar, und appelliert (gewissermaßen) an den Idealismus der Teams: “I think the teams are sensible enough even to race in Bahrain in the summer break, and despite high temperatures, because this is the way we can support the country.” Eine endgültige Entscheidung soll es spätestens bis zum Saisonstart geben. (Vorsicht)

// Mercedes hat sich die restlichen Anteile am eigenen Team gesichert. Bisher gehörten noch 24.9% Ross Brawn und Nick Fry, doch diese Anteile wurden jetzt von Mercedes und deren Partner Aabar Investments PJS übernommen. Mercedes hält jetzt 60%, Aabar 40% des Teams. Die staatliche Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi hält ebenfalls rund 9% am Daimler Konzern. Wie viel Geld in Kassen von Brawn und Fry geflossen sind, ist nicht bekannt. Don

// Timo Glock wird die Testfahrten in Barcelona versäumen. Der Virgin Pilot musste sich am Montag den Bliddarm entfernen lassen, und wird daher in den nächsten paar Tagen etwas leiser treten. Für Australien sollte er aber wieder voll einsatzfähig sein, wie dem Twitter-Feed des Teams zu entnehmen ist. (Vorsicht)

// Außerdem gab es in dieser Woche noch eine ganze Menge lesenwerter Interviews mit führenden Motorsport-Persönlichkeiten. Bernie Ecclestone hat mit dem Spiegel seine Ansichten zum Verhältnis zwischen Sport und Politik, zu Michael Schumachers Comeback verraten. Außerdem hat er dabei seine Idee für ein Medaillensystem in der Formel 1 wieder aufgewärmt – und vorgeschlagen, Strecken künstlich zu überfluten, um die Rennen spannender zu machen. Max Mosley hat in einem halbstündigen Radio-Interview mit der BBC erstaunlich offen über seinen Sexskandal und den Schutz der Privatsphäre gesprochen – hier zum Nachhören. Und Randy Bernard hat dem hauseigenen Internetauftritt indycar.com ein stellenweise recht selbstkritisches Interview über sein erstes Jahr als INDYCAR-Chef gegeben. (Vorsicht)

// Opel wird 2012 nicht in die DTM einsteigen. Das meldet motorsport-total.com unter Berufung auf einen Artikel im Fachmagazin “Sponsors”. Angeblich fehlt es an Fachpersonal für den Aufbau eines Teams, außerdem wäre wohl auch die Zeit schon zu knapp. Spekuliert wird nun über einen Einstieg 2013. Ob die Chancen dafür allerdings angesichts dieser Meldungen besonders gut stehen, darf bezweifelt werden. (Vorsicht)

// Jules Bianchi muss noch einmal um seinen Meistertitel in der GP2 Asia zittern. Nach dem Ausfall der beiden Bahrain-Runden haben die Veranstalter kurzfristig ein weiteres Renn-Wochenende in Imola anberaumt, das vom 18.-20. März stattfinden soll. Damit stellt sich zwar endgültig die Frage, was an der Serie noch “Asia” sein soll – weil das Equipment aber offenbar schon wieder von Bahrain nach Europa transportiert wurde ist es aber verständlich, dass man nicht wieder alles nach Asien transportieren möchte. Etwas befremdlicher ist da schon die Auswahl des Austragungsortes Imola. Die nach dem Umbau wieder deutlich schnellere Strecke scheint für die GP2 doch etwas riskant. Immerhin besteht die Möglichkeit, vor Start/Ziel die Schikane zu nutzen, die auch von der Superbike WM verwendet wird. Ob die GP2 das auch macht, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. (Vorsicht)

// Die IndyCar Serie bleibt in den Schlagzeilen. Nach der Ankündigung, beim Saisonfinale fünf Piloten aus anderen Serien um ein Preisgeld von fünf Millionen Dollar fahren zu lassen wird nun eifrig über mögliche Kandidaten diskutiert. A.J. Allmendinger hat kürzlich sein Interesse bekundet. Der ehemalige Indy 500 Sieger Juan-Pablo Montoya scheint dagegen wenig Lust auf eine Open-Wheel Rückkehr zu haben. Ehemalige IndyCar-Piloten werden insgesamt nur in Ausnahmefällen antreten dürfen – und zwar dann, wenn sie von einem dafür zuständigen Komitee als “Legenden” anerkannt werden. Piloten wie Tomas Scheckter, Paul Tracy oder Bertrand Baguette dürfen also nicht auf den Jackpot hoffen. Einen sehr lesenswerten, aber auch furchtbar ausführlichen Artikel zum Thema hat Marshall Pruett vom speedtv.com verfasst. (Vorsicht)

// Und dann gibt es auch noch schlechte Neuigkeiten aus der IndyCar Series: Tony Kanaan wird in der kommenden Saison doch nicht für de Ferran Racing an den Start gehen. Der Meister von 2004 hat es nicht geschafft, genügend Sponsorengeld aufzutreiben. Damit steht nicht nur Kanaans sportliche Zukunft in Frage – auch das Team musste Ende vergangene Woche (zumindest vorübergehend) seine Pforten schließen. (Vorsicht)

// Sam Schmidt, Besitzer des Sam Schmidt Racing Teams hat Teile des FAZZT-Teams erworben. Bisher sind nur die Umrisse des Deals bekannt, es sieht aber wohl, zumindest auf längere Sicht, nach einer Fusion der beiden Mannschaftten aus. Fix scheint, dass Alex Tagliani wie geplant die volle Saison für FAZZT bestreitet. Ebenfalls unangetastet von der Fusion dürften die Schmidt-Einsätze Wade Cunninghams in Texas, Kentucky und Las Vegas, sowie von Townsend Bell und Jay Howard beim Indy 500 bleiben. Möglich scheint allerdings, dass sich aus der Zusammenarbeit der beiden Teams zusätzliche Cockpits oder zumindest weitere Einsatzmöglichkeiten für die Teilzeitpiloten ergeben. (Vorsicht)

// Der Meister der AutoGP-Serie 2011 darf sich auf eine Testfahrt in einem GP2 Auto freuen. Außerdem hat die Serie in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass man plant, eine U21-Wertung für Nachwuchspiloten einzurichten. Der Sieger dieser Wertung bekommt ebenfalls einen GP2 Test. Das deutet auf eine Zweifach-Strategie der Serienorganisatoren hin: Einerseits plant man wohl verdiente und erfahrene Piloten vom Stile eines Giorgio Pantano oder Romain Grosjean gegen Paydriver vom Schlage des “businessman” Giuseppe Cipriani antreten zu lassen. Andererseits soll sich die AutoGP aber wohl auch als ernstzunehmende Jugendserie profilieren. Die aktuellen Fahrerverpflichtungen aus der vergangenen Woche: Die beiden Italiener Fabio Onidi (23) und Fabrizio Crestani (23) bei Lazarus, und der 18-jährige Niederländer Daniel De Jong bei MP Motorsports. (Vorsicht)

// In der GP3-Series gibt es derzeit auch laufend neue Meldungen zu Fahrerverpflichtungen: Manor Racing wird 2011 mit Istanbul-Sieger 2010 Rio Haryanto und Adrain Quaife-Hobbs weitermachen. Das dritte Cockpit bekommt der Finne Matias Laine, der bisher mit mittelmäßigem Erfolg in der Formel Renault 2.0 und der F3 Euroseries angetreten ist. Jenzer holt den Russen Maxim Zimin aus der Formula Abarth. Arden Racing hat bekannt gegeben, dass neben den schon bekannten Mitch Evans und Simon Trummer der Brite Lewis Williamson für die Truppe an den Start gehen wird. Für Tech 1 fahren der Rumäne Doru Sechelariu und der Finne Aaro Vainio, während die amerikanische Zukunftshoffnung Conor Daly von Carlin Racing verpflichtet wurde. (Vorsicht)

// In der Formel Renault 3.5 hat derweil US-Talent Jake Rosenzweig für die kommende Saison beim Mofaz-Team unterschrieben. (Vorsicht)

// Und schließlich hat auch noch die Formel 2 Organisation verlautbart, dass der Russe Max Snegirev 2011 in der Serie an den Start gehen wird. (Vorsicht)

// Die WTCC plant wieder einmal an einem Rennen in den USA, und möchte zu diesem Zweck mit der amerikanischen USTCC kooperieren. Schon 2012 soll es so weit sein. Wie ernst diese Bemühungen nach dem Scheitern anderer WTCC-Projekte wie etwa den Rennen in Russland und Argentinien, und den bisher nie zustande gekommenen Läufen in den USA, der Absage des Mexiko-Rennens im vergangenen Jahr und dem angeblich drohenden Pleitegeier über der Marokko-Veranstaltung 2011 zu nehmen sind, darf freilich hinterfragt werden. (Vorsicht)

// Der neue Aston Martin LMP1 wurde gestern vorgestellt und er sieht… merkwürdig aus. Erinnert mich, Gulf-Lackierung hin oder her, an ein Bügelbrett. Don

// Die Kollegen von “Mulsanne Corner” wollen erfahren haben, dass es bei den Testfahrten mit dem neuen Peugeot LMP1 einen heftigen Unfall gegeben haben soll. Angeblich soll das 908 sogar abgehoben haben. Von Peugeot gibt es zu diesem Thema natürlich keine Stellungnahme. Don

// Der zumindest auf der Rennstrecke allseits beliebte Lord Dryson hat gegenüber “SpeedTV” ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, was seine Zukunft angeht. Man wird beim EVCUP starten, einer neuen, auf rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge ausgerichtete Serie, die im Sommer in Silverstone startet. Dryson wird dort zusammen mit seinem Langzeitpilot Jonny Cocker an den Start gehen. Eine weitere Teilnahme in der ALMS wird es in diesem Jahr nicht geben. Schade, wir werden seine Lordschaft vermissen. Don

// Zum Thema “Rennen ohne Motorlärm” gab es die Woche auch einen schönen Text von Le Mans Urgestein Paul Truswell. Don

// Erste Bilder des neuen Lola B11/40 LMP2 sind jetzt aufgetaucht. Don

September 29 2010

11:25

Ferner liefen: Die Newshappen

// Nun könnte es doch schon im kommenden Jahr so weit sein: Bernie Ecclestone hat im Interview mit der BBC verkündet, dass die FOTA möglicherweise schon 2011 alle Formel 1-Rennen in HD produzieren wird. Wenn auch die Aussage noch etwas schwammig wirkt: Denn im selben Atemzug meint er auch, dass es das Signal nur dann geben wird, wenn sichegestellt ist, dass alles in “Top Qualität” vorliegt – was “wahrscheinlich erst 2012″ der Fall sein dürfte. Immerhin: Fans hochauflösender Bilder dürfen nun wieder hoffen. Und mit ihnen sky, die sichsicher darüber freuen würden, dieses neue Feature exklusiv vermarkten zu können. (Vorsicht)

// Sofern sie denn überhaupt weiter übertragen: Denn laut Aussage von sky-Sportchef Carsten Schmidt in den Stuttgarter Nachrichten, steht die Formel 1 beim deutschen Bezahlfernsehen “auf dem Prüfstand“. Grund: Angeblich lassen sich mit der Königsklasse keine Neukunden gewinnen – der Erhalt von Bestandskunden spielt in diesem Kalkül wohl keine größere Rolle. Das Problem besteht vor allem auch darin, dass die Konkurrenz durch die Übertragung bei RTL im Free TV zu groß sei. Stattdessen will sich sky auf Sportarten konzentrieren, die in Deutschland nicht gratis zu empfangen sind. Wie gut diese Strategie bisher funktioniert hat, zeigt der durchschlagende Erfolg der sky-Übertragungen von NASCAR oder der Indycar-Series, aber auch der zahlreichen weiteren Sportarten, die derzeit im reichhaltigen, um nicht zu sagen “üppigen” Angebot des Senders zu bewundern sind. Natürlich kann man die Aussage auch als Taktik in den derzeit stattfindenden Verhandlungen mit Bernie Ecclestone betrachten – aber wären da die “Stuttgarter Nachrichten”, bei allem Respekt, wirklich das Medium der Wahl? Siehe dazu auch der Eintrag von gestern. (Vorsicht)

// Wie jedes Wochenende auch diesmal ein Korea-Update. Auf einer lokalen Internetseite ist ein Video davon aufgetaucht, wie die Strecke angeblich am 23.9. ausgesehen haben soll. Für alle, die Probleme mit der hierzulande äußerst langen Ladezeit haben: Die Strecke sieht so aus, als habe sich seit Chandhoks Demo-Run nicht besonders viel verändert. Überall stehen Baumaschinen herum, die Streckenbegrenzungen sind zum Teil noch unverankert, Auslaufzonen unbefestigt und die oberste Asphaltschicht liegt auch noch immer nicht. Neu: Einige sehr unschöne Schlaglöcher in der Sicht darunter, die angeblich vom unsachgermäßen Einsatz schweren Baugeräts stammen sollen. Auch Bernie Ecclestone kommentierte die Wahrscheinlichkeit, dass das Rennen stattfinden wird in Singapur eher verhalten – wenn auch weiterhin eher davon augegangen wird, dass am Ende doch alles knapp gutgeht. Der Inspektionstermin wurde jedenfalls schon mal auf den Montag nach dem Japan-GP verschoben. Was im Grunde für ein Rennen spricht – denn eine Absage zu derart später Stunde kann sich wohl keiner leisten. (Vorsicht)

// Weitere Streckennews gibt es gleich im Viererpack:
1. war die BBC gemeinsam mit Karun Chandhok zu Gast auf der indischen Baustelle, wo innerhalb des nächsten Jahres ein Formel1-Strecke entstehen soll. Und das Video zeigt, dass auch dort noch so Einiges zu tun bleibt. Ein Höhenterrain für die Bahn wurde wohl geschaffen, und die Streckenführung wohl mittlerweile notdürftig befestigt. Allerdings: Bisher steht kein einziges Gebäude. Dort, wo in Kurve Eins eine Senke entstehen soll, befindet sich derzeit ein kleiner See. Aber auch, wenn nach dem Desaster um die heuer von Indien ausgetragenen Commonwealth-Spiele und den langsamen Baufortschritt in Korea  im Fahrerlager einige Fragezeichen um den GP aufgekommen sind: Noch ist wohl ausreichend Zeit, um rechtzeitig fertig zu werden.

2. Ist erstaunlicherweise noch immer unklar, ob der erfolgreiche Grand Prix in Singapur auch nach Auslaufen des aktuellen Vertrages im Jahr 2012 weiter ausgetragen wird. Der Handels- und Industrieminister des Stadtstaates hat sich in einem Interview mit den Straights Times (via crash.net) jedenfalls ein wenig vorsichtig geäußert, und von einer “robusten Kosten-Nutzen-Analyse” gesprochen, die man zu diesem Thema durchführen will. Anders ausgedrückt soll das wohl heißen, dass man sich von Bernie Ecclestone einen besseren Vertrag erwartet, wenn er das von ihm als “Kronjuwel” bezeichnete Rennen noch länger durchführen will.

3. Gleichzeitig stehen möglicherweise schon wieder neue Austragungsorte vor der Tür: Wie Joe Saward berichtet, war der Premierminister des wohlhabenden afrikanischen Inselstaates Mauritius zu Gesprächen in Singapur vor Ort. Die Insel hat sich in den vergangenen Jahren als Sponsor diverser Nobelsport- und Kulturevents, wie etwa dem Pferderennen in Ascot oder den Filmfestspielen in Cannes einen Namen gemacht, und könnte daran interessiert sein, ihr Tourismusproil mit einem Formel 1-Rennen zu steigern. Und für die Königsklasse könnte ein WM-Lauf einen glamourösen Weg darstellen, auch in Afrika präsent zu sein.

4. Der Traditionsstrecke in Snetterton steht über den Winter ein Umbau bevor. Jonathan Palmer, Besitzer von MotorsportVison, denen wiederum die Strecke gehört, hat gegenüber Autosport bekannt gegeben, dass die Bahn und auf den Stand einer FIA Frade 2-Lizenz gebracht werden soll. Damit wäre man dann berechtigt, alle Wettbewerbe unterhalb der Formel 1 auszutragen. Der traditionalle Streckenverlauf soll weitgehend bestehen bleiben, einzig Kurve zwei wird zu einer Haarnadel umgebaut, die in einen neuen Streckenteil münden soll. Außerdem soll aus der Schikane vor Start und Ziel eine enge Linkskuve werden – ein Plan findet sich im verlinkten Autosport-Artikel. Palmer hofft unter anderem darauf, auf der “neuen” Strecke ein DTM-Rennen auszurichten. (Vorsicht)

// Die Auto GP-Serie hat es zwar nicht geschafft, am Wochenende eine Liveübertragung ihres Rennen auf der neuen Bahn von Navarra zu produzieren, hat aber wohl große Pläne für 2011. So wurde in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass für das kommende Jahr ein Stadtrennen auf dem Kurs in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geplant ist. Wann, und im Rahmenprogramm welcher größeren Serie  der Lauf stattfinden soll, ist noch unklar. Bisher war auf dem “Bukarest Ring” in den Jahren 2007 und 2008 zweimal die FIA GT, Vorgängerin der aktuellen GT1 WM zu Gast. (Vorsicht)

// Auch bei den Indycars tut sich Einiges: Zwar ist immer noch unklar, wo das Saisonfinale 2011 stattfinden wird, allerdings blickt Serien-CEO Randy Bernard schon weiter in die Zukunft. Und da scheint er sehr interessiert, den Traditionskurs von Road America wieder in den IRL-Kalender aufzunehmen. Problem: Die Strecke liegt ein wenig abseits größerer Bevölkerungszentren, und tut sich schwer, einen zahlungskräftigen Promoter zu finden. (Vorsicht)

// Aktueller gibt es zu vermelden, dass Ana Beatriz und Sebastian Saavedra in Homestead wieder im Cockpit sitzen werden. Die Brasilianerin übernimmt dank “bigger cheque”, wie Paul Tracy etwas frustriert twittert, den Dreyer & Reinbold Wagen des nach wie vor nicht fahrbereiten Mike Conway. Und Sebastian Saavedra wird im zweiten Conquest-Wagen Platz nehmen. (Vorsicht)

// Außerdem sind mal wieder ein paar TV-Quoten bekannt geworden. Demnach hat sich die Zuseherzahl für die IRL auf Versus in diesem Jahr um 15 Prozent erhöht. In ganzen Zahlen ausgedrückt klingt die Sache dann allerdings weniger beeindruckend: Im Schnitt haben 2010 366.000 Zuseher bei Versus eingeschalten – 2009 waren es nur 319.000. (Vorsicht)

// Sicher ist derweil, dass Lotus (also die, die in der F1 unterwegs sind, glaube ich, nicht die anderen) ein weiteres Jahr bei KV-Racing angedockt haben. Vielleicht kommt Takuma Sato ja 2011 etwas häufiger in Ziel. (Don)

// In der Superleague Formula ist derweil zwar noch nicht klar, wo in einenhalb Wochen des zweiten Rennen der China-Tournee stattfinden wird (mutmaßlich im Transportflugzeug Richtung Europa, gerüchteweise aber vielleicht auch im olympischen Ruder- und Kanupark Shunyi nahe Beijing): Dafür ist nun immerhin bekannt, dass WSbR-Titelkandidat Esteban Guerrieri beim Lauf im innermongolischen Ordos am kommenden Wochenende den Wagen des PSV Eindhoven pilotieren wird, in dem in dieser Saison zuvor schon Hywel Lloyd und Narain Karthikeyan Platz genommen hatten. Auch sonst gibt es ein paar Verschiebungen: Vorjahreschampion Adrian Vallés kehrt im Cockpit von Sporting Lissabon in die Serie zurück,  Frank Pereira wird für Bordeaux starten, Andy Soucek für Flamengo un Ben Hanley wird im Olypmpiacos-Auto wieder Chris von der Drift ersetzen.  (Vorsicht)

// Trevor Bayne ist sein Cockpit bei Diamond-Waltrip in der Nationwide Serie los. Den Rest der Saison wird Ryan Truex, der ältere Bruder von Martin Truex jr. hinter Steuer sitzen. Etwas mehr Hintergründe gibt es bei NASCAR Insider. (Don)

// Noch eine Entlassung: Brain Scott, in der Rookie-Wertung gar nicht so schlecht, fährt nicht mehr für Braun Racing. Die Entscheidung hat wohl etwas mit dem Verkauf des Teams an Turner Motorsport zu tun, richtige Klarheit gibt es diesbezüglich aber noch nicht. (Don)

// Der als “The Stig” bekannt gewordene Ben Collins wird beim Saisonfinale der BTCC einen dritten Airwaves BMW pilotieren. Collins, den man sonst von den Rennstrecken eher nicht so kennt, wird aber nur dieses eine Rennen abliefern. (Don)

// Volvo hat bekannt gegeben, dass man 2011 werksseitig in die WTCC einsteigt. Auch wenn man erst einmal nur mit einem Wagen an den Start geht, sind das gute Nachrichten für die Serie, zu mal es weder von Seat noch von BMW eine Zusage für 2011 gibt. Fahrer wird Robert Dahlgren sein. (Don)

// Sehr interessantes Interview mit Ferdinand Piëch in der AMS. Im vorletzten Absatz lässt er durchblicken, dass der VW Konzern gerne Audi und Porsche in Le Mans sehen würde. Audi mit dem Diesel, Porsche mit einem Benzinmotor, vermutlich aber ein Hybrid. Das ist das erste Mal, dass etwas über die neue Motorsportstrategie von VW durchsickert. Ein Verantwortlicher bei Porsche Motorsport hat mir gegenüber vor ein paar Wochen schon mal angedeutet, dass Porsche mit dem Hybrid noch einiges vor hat und das sich das nicht nur auf den bekannten Hybrid 911er beziehen würde. Ich vermute mal, dass Porsche auf Dauer an einem neuen Prototypen arbeiten wird. Ob das schon 2011 so weit sein wird, bleibt abzuwarten, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Man wird erst mehr Erfahrung mit dem 911er suchen, bevor man einen komplett neuen Motor für einen LMP1 bauen wird. (Don)

// DTM Kalender 2011.
01. Mai -Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
15. Mai -Circuit Park Zandvoort (NL)
05. Juni – Red-Bull-Ring Spielberg (A)
19. Juni – EuroSpeedway Lausitz (D)
03. Juli – Norisring (D)
17. Juli – Showevent Olympiastadion München (D)
07. August – Nürburgring (D)
04. September – Brands Hatch (GB)
18. September – Oschersleben (D)
02. Oktober – Valencia (E)
23. Oktober – Hockenheimring Baden-Württemberg (D)
06. November – Shanghai (CN)

September 06 2010

16:44

Kentucky Indy 300: Helio-Man Returns

Nicht dauerndes Rad-an-Rad, aber viele schöne Zweikämpfe: Zum 200. Rennjumbiläum haben sich die Indycars in Kentucky auf klassische Oval-Kost besonnen. Gut so!

Am Ende war es mal wieder gut, dass US-Ovale mittlerweile in stabile Zäune investieren – wie in seinen besten Jugendzeiten ließ sich Helio Castroneves von den Fans für seinen zweiten Saisonsieg feiern. Das ganze Penske-Team dürfte allerdings nicht in Jubelstimmung verfallen sein: Denn erstens wird manchnen aufgefallen sein, dass Castroneves seinen Sieg im Grunde einem Fehler seiner Mannschaft verdankt. Zweitens konnte Will Power trotz guter Vorstellung wieder nur den enttäuschenden achten Rang einfahren. Immerhin schaffte es Dario Franchitti auch nur auf Platz fünf – damit ist die Meisterschaft auch zwei Rennen vor Schluss immer noch völlig offen.


Der Dank dafür gebührt vor allem der starken Vorstellung von Panther Racing: Schon am Freitag hatte Ed Carpenter mit der Pole Position überrascht, am Samstag fuhr er dann zum zweiten Mal in Folge in Kentucky auf Rang zwei. Direkt dahinter vervollständigte Dan Wheldon das großartige Mannschaftsergebnis. Und hätte Penske nicht den angesprochenen Fehler gemacht, hätten die beiden durchaus auch gewinnen können.

So waren sie allerdings chancenlos. Weil Helio Castroneves nämlich nach einem verpatzten Boxenstopp den Eindruck hatte, dass ein Rad locker sei, fuhr er unter Gelb noch einmal in die Box – und war somit out of sequence. Und genau das sollte sich am Ende als versteckter Segen erweisen. Denn als alle andern ein paar Runden vor Schluss noch zum “Splash & Dash”-Stop gen Box abtauchten, konnte Helio draußen bleiben. Und gewann schließlich mit 13 Sekunden Vorsprung.

Ein Abstand, der den falschen Eindruck vom Rennen vermittelt: Denn über 195 der 200 Runden gab es im gesamten Feld immer wieder spannende Positionskämpfe. Anders, als noch in Chicago bleib der Pulk allerings nicht im halsbrecherischen Zentimeter-Abstand. Stattdessen zog sich das Feld immer wieder etwas auseinander, die Duelle fanden oft in Zweier- und Dreiergruppen statt. Das mag für etwas weniger Nervenkitzel sorgen – vernünftigerweise muss man aber anerkennen, dass es sich die Indycar unter einem Sicherheits-Gesichtspunkt eigentlich nicht leisten kann, oft so zu fahren, wie in Chicago. Denn so spannend das auch sein mag: Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, sollte bei so einem Lauf mal wirklich ein Auto in Richtung Tribüne abheben.

Aber auch in Kentucky gab es ein paar haarige Momente. Vor allem Simona de Silvestros frontaler Einschlag in die Infield-Leitplanke nach der Kollision mit Meira und Briscoe war nicht schön anzusehen – gut, dass die Schweizerin dabei unverletzt bleibt.

Ein unschönes Wochenende erwischte auch einmal mehr Takuma Sato, der sich direkt nach dem Start recht unsanft in Richtung Außenwand verabschiedete. Ich bleibe nach wie vor überzeugt, dass der Japaner das besser kann. Aber wenn der Knoten nicht sehr bald platzt – idealerweise beim Honda-Heimrennen in zwei Wochen – wird er wohl im kommenden Jahr vor ziemlich schwierigen Vertragsverhandlungen mit KV-Racing und Lotus stehen.

Ein gutes Rennen erwischte dagegen einmal mehr die Mannschaft von Andretti Autosport: Tony Kanaan auf Platz vier, Marco Andretti auch sechs und Danica Patrick auf neun lieferten ordentliche Leitungen ab. Etwas auf der Reihe fällt leider Ryan Hunter-Reay, der seinen Wagen in Runde 174 abstellen musste. Verblüffend: Just seitdem klar ist, dass er die ganze Saison fahren darf, bringt der Texaner keine Resultate mehr auf die Reihe.

Nicht so schön sind auch ein paar Gerüchte, durch den Paddock schwirren: Demnach soll Andretti Autosport in Chicagoland  mit regelwirdigem Flügelwerk erwischt worden sein. Strafen wurden nicht ausgesprochen, und die IRL schweigt dazu. Dass sich die Teamverantwortlichen nicht durchringen konnten, zu dementieren, sondern stattdessen keinen Kommentar zur Causa abgaben, legt nahe, dass vielleicht ein Körnchen Wahrheit hinter der Geschichte steht. Oder, dass man die Anglegeheit für so lächerlich hält, dass man sie lieber keines Kommentares würdigt.

Andere Gerüchte sind erfreulicher: Die Serie soll nämlich nach langen Gesprächen doch vor einem Vertragsabschluss mit dem Las Vegas Motor Speedway über die Austragung des Saisonfinales stehen. Bis Freitag wird es wohl Klarheit geben, dann soll nämlich der lange erwartete Kalender für die kommende Saison veröffentlicht werden. Schon bekannt: Auch 2011 wird es wieder 17 Rennen geben – das hat der derzeit zu Gesprächen in Europa weilende Serien-CEO Randy Bernard bereits bestätigt.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Meisterschaft: Will Power (552 Punkte) hat trotz anhaltendem Pech immer noch 17 Zähler Vorsprung auf Dario Franchitti (535). Ein Rechenbeispiel: Sollte er bei den kommenden Rennen mit der gleichen Rate Punkte verlieren, gewinnt er die Meisterschaft mit fünf Punkten Vorsprung. Für einen Sieg von Scott Dixon (469) würde es schon ein mittleres Wunder brauchen, Helio Castroneves (418) ist, wenn ich mich nicht verrechnet habe, bereits chancenlos.

In der “AJ Foyt Trophy” führt ein Rennen vor Schluss Dario Franchitti (228) 27 Zähler vor Scott Dixon und 29 vor Helio Castroneves. Bereits ein 16.Rang in Motegi würde Franchitti zum sicheren Gewinn reichen.

Ob er das auch wirklich schafft, werden Schlafrhythmus-Samurai, Nespresso-Werbeträger und die berühmten “echten Fans” in knapp zwei Wochen, am Sonntag, 19.9., ab 5 Uhr Früh erfahren.

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August 10 2010

16:14

Indycar: Wenig Spannung in Mid Ohio

Besonders aufregend war das Rennen am Sonntag ja nicht gerade. Einzig in der Startphase wurde ein paar Mal überholt – und in den letzten Runden weckte das Duell um den Sieg noch einmal kurz aus dem Schlaf.

Wenn sich auch eingefleischte IRL-Fans lieber das NASCAR-Finish in Watkins Glen ansehen, als die Indycars, dann handelt es sich beim Rennen wohl nicht grade um einen Thriller. Über weite Strecke hatte der Lauf in Mid Ohio vielmehr den Spannungsgrad des BR-alpha Nachtprogramms. Immerhin: Am Ende wurde es dank Will Powers couragierter Angriffe auf Leader Dario Franchitti  noch einmal spannend. Aber auch da gab es am winkeligen “Sports Car Course” am Ende kein vorbeikommen – auch, wenn der Australier schneller wirkte. Power darf sich aber trösten: Denn zumnidest mit einem Titel wird er in Zukunft höchstprominent in der Indycar Historie aufgeführt sein.

Die “Mario Andretti Trophy”, also die Rundkurs-Meisterschaft, ist ihm eine Runde vor dem Saisonabschluss nämlich nicht mehr zu nehmen. Doch auch da war die Luft im eigentlichen Rennen schon draußen – denn schon Powers Pole vom Samstag reichte für den Gewinn dieses Titels.

Doch zurück zum Rennen: Zumindest in der Anfangsphase gab es nämlich doch etwas Spannung. Hauptverantwortlich dafür: Takuma Sato, der sich nach einer tollen Qualifikationsleistung (P3) beim Start hinter Power auf den zweiten Rang schob. Diesen Platz verlor er zwar schnell wieder an Dario Franchitti, das Tempo der Spitzengruppe konnte er in Folge aber recht gut halten. Schade für den Japaner, dass er beim ersten Boxenstopp massiv Positionen verlor, und sich dann beim Restart selbt aus dem Rennen kegelte.

Weitere Überraschung: Alex Tagliani hat mal wieder Führungsluft geschnuppert. Dank einer cleveren Boxenstratiegie hatte sich der Kanadier nach dem ersten Stint an die Spitze gearbeitet, wo er bis zur letzten Runde der Boxenstopps auch bleib. Weil er dabei aber zwei Runden vor Power, Franchitti und Castroneves rein musste, verlor er mit den kalten Reifen ein paar Positionen. Trotzdem: Rang vier ist für Tagliani und das neu gegründete FAZZT-Team ein super Ergebnis – ganz besonders auf einem Rundkurs.

Auch eine lobende Erwähnung verdient hat sich Simona de Silvestro. Rang acht, nur geschlagen vom Todesstern, Tagliani und Matos ist für die Schweizerin aus dem nicht eben finanzstarken HVM Team ein tolles Ergebnis. Ein, zwei zusätzliche Ränge wären aber bei einem besseren letzten Boxenstopp schon noch drinnen gewesen – im Mittelteil des Rennens konnte sie sich sogar (mit gleichem Stoprhythmus!) vor Scott Dixon halten. Schon in Edmonton hatte sie für ihr gutes Qualifying eine Menge Komplimente eingeheimst – die Rennvorstellung in Lexington war aber sicher nochmal eine Klasse besser. Man darf gespannt sein, was de Silvestro in Sonoma zeigen kann.

Trotz fünf verschiedenen Wegen zum Sieg weiter enttäuschend: Andretti Autosport. Marco Andretti landete als bester Pilot auf Rang neun, Ryan Hunter-Reay auf Platz 10. Tony Kanaan, dem auch der Sieg in Iowa nicht aus seinem fundamentalen Formtief geholfen hat, beendete das Rennen gar nur auf Position 17. Der vierte im Bunde, Adam Carrol, konnte seine tolle Leistung vom Serien-Einstand in Watkins Glen nicht bestätigen, und lief nach farbloser Fahrt auf Platz 19 ein. Damit war er immer noch zwei Ränge vor Danica Patrick, die als letzte in der Führungsrunde ins Ziel kam.

Bei KV Racing holte Mario Moraes nach Satos Ausfall zumindest noch ein paar Kohlen aus dem Feuer – Rang 12 entspricht aber gewiss nicht den Erwartungen des Teams. Unter den gegebenen Umständen ist Moraes’ Renn-Leistung trotzdem nicht so übel: Nach einem Unfall am Samstag in der neu verkleinerten Boxengasse (mehr dazu in der Vorschau) musste seine Boxencrew mit zwei Mann weniger auskommen. Fast schon erwartungsgemäß: Teamkollege EJ Viso nahm sich mit einer reichlich unklugen Kollision mit Justin Wilson in Runde 22 einmal mehr selbst aus dem Rennen.

Das Duell der beiden Neulinge entschied ganz klar JR Hildebrand für sich, der mit Rang 16 ein recht achtbares Ergebnis einfahren konnte. Francesco Dracones Einstand lief erwartungsgemäß mau: Nachdem er sich in der ersten Hälfte des Rennens immerhin in der Führungsrunde halten konnte, lieferte er dann in Folge gleich zwei Dreher hintereinander, die jeweils in Gelbphasen mündeten.

Milka Duno stand einmal mehr beim Überholen im Weg, zeigte sich sonst aber gegenüber ihren bisherigen Saisonvorstellungen etwas verbessert. Folglich musste die Renneleitung diesmal auch keine “Handlingprobleme” verordnen – Duno konnte das Rennen mit vier Runden Rückstand immerhin beenden.

Ein paar Neuigkeiten für die kommende Saison und darüber hinaus wurden in Mid Ohio ebenfalls bekannt: So hat Hondy nun auch offiziell verlautbart, dass man für 2012 einen Turbomotor nach neuen Reglement für die Serie bereitstellen wird. Auf zusätzliche Motorenhersteller wartet man bei der Indycar weiterhin vergebens – mittlerweile ist davon die Rede, dass es womöglich erst 2013 Konkurrenz für Honda geben könnte.

Außerdem haben sich im Rahmen des Rennens die Teamowner zu Gesprächen mit Dallara getroffen – und dieses sehr enttäuscht (weiter unten) wieder verlassen. Die italienische Chassis-Schmiede scheint in Punkto Details noch nicht sehr viel Auskünft geben zu wollen bzw. (wahrscheinlicher) können.

Und CEO Randy Bernard hat sich im Interview mit planet-irl.com wiedermal zum Kalender 2011 geäußert. Viel Neues hat er allerdings nicht verraten: Das Premierenrennen in Baltimore wird wohl ein anderes Austragungsdatum erhalten, als bisher verlautbart. Motegi bleibt im Kalender, und wird antiklimatischerweise wieder gegen Ende der Saison stattfinden. Gegenüber USA Today hat Bernard außerdem verraten, dass insgesamt 24 Streckenbetreiber Interesse an der Indycar Series gezeigt hätten – im kommenden Jahr wird es aber aus Kostengründen trotzdem eher bei 17 oder 18 Veranstaltungen bleiben. Mehr Gewissheit in Form eines provisorischen Kalenders soll es bis Ende August geben – bis alle Rennen bestätigt sind, könnte es aber bis Mitte September dauern.

Noch schnell ein Blick auf die Gesamt-Meisterschaft: Dort konnte Franchitti (420 Punkte) seinen Rückstand auf Will Power (461) etwas verringern. Mit nur noch einem Rundkurs aber vier Ovalen auf dem verbleibenden Kalender sieht es für den Schotten in Sachen Titelverteidigung also gar nicht so schlecht aus. Aber auch Scott Dixon (379) und Ryan Brscoe (352) haben mit etwas Glück – etwa einer Kollision zwischen Power und Franchitti – noch Außenseiterchancen. Dahinter hat sich Helio Castroneves (340) wieder an Ryan Hunter-Reay (336) vorbeigeschoben.

Das nächste Rennen ist der Rundkurs-Saisonabschluss in einenhalb Wochen im schönen (aber nicht zwingend überholfreudlichen) Sonoma Valley.

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July 15 2010

07:04

IRL: Meet the new car; same as the old car?

Die Entscheidung ist gefallen: Hersteller des neuen Autos wird wieder Dallara sein – allerdings gibt es einen Dreh, der durchaus interessant klingt. Sportlich geht es am Wochenende mit dem Rennen in Toronto weiter.

Die Spannung war groß vor der Entscheidung des ICONIC Committee. Als sie dann am Mittwoch unter großen Trara verkündet wurde, war die Reaktion erstmal gepflegtes Schweigen. Zu unübersichtlich war in den ersten Momenten die Auflösung, als dass die Fans damit auf die Schnelle etwas anfangen konnten. Dallara soll auch in Zukunft das Indycar-Chassis herstellen – allerdings nur eine Basis, die von der IRL als “safety cell” bezeichnet wird, in der Realität aber deutlich mehr (etwa auch das Getriebe) beinhalten wird. Dazu können die Teams so gennannte “Aero-Kits” von einem Hersteller ihrer Wahl kaufen. Hier soll es einen freien Wettbewerb geben. Das klingt etwas verwirrend – mit ein wenig Glück und Sachverstand könnte es aber durchaus funktionieren.

Weil die Sache etwas kompliziert ist, hier noch einmal das bisher Bekannte im Überblick: Das Basis-Chassis bzw. die “safety cell” kommt von Dallara, Aerodynamikteile von Drittherstellern. Die Autos sollen mit Fahrer ein Mindestgewicht von etwa 1380 Pfund oder 625kg haben, exakt festgelegt ist das aber noch nicht. Angetrieben werden die Wagen von 2.4 Liter Turbo-Motoren mit 550 bis 700PS und maximal 6 Zylindern, die mittels “Overtake Assist” kurzfristig je nach Strecke aber auch bis zu 100PS mehr produzieren können. Das genaue Motorenkonzept kann innerhalb dieser Spezifikationen frei gewählt werden, es wird auch hier ein Wettbewerb der Hersteller und Ideen stattfinden. Das Problem der aufsteigenden Wagen auf Ovalen soll mittles eines nicht näher spezifizierten “Wheel Interlock Prevention System” behoben werden.

Ob das Konzept tatsächlich aufgeht, wird wohl (wie auch bei den Motoren) in erster Linie davon abhängen, ob sich ausreichend Hersteller finden, die solche Aero-Kits bauen wollen. Die IRL spricht in ihrer PR-Mitteilung bewusst große Namen an: “Come on Ford, GM, Lotus, Ferrari. Come on Lockheed Martin, Boeing, General Electric.” Öffentlich zu Wort gemeldet hat sich bisher aber keine der genannten Firmen.

Wie etwa auch bei der A1GP wird das fertige Auto dann nicht mehr “Dallara” heißen, sondern ausschließlich nach dem Hersteller des Aero-Kits benannt sein. Die IRL hofft, dass es renomierte Firmen als gutes Geschäft empfinden, so quasi zu Okkassionspreis zum “Hersteller” aufsteigen zu können. Weniger toll werden die Aero-Hersteller aber womöglich das Kostenlimit von 70.000 US$ pro Stück finden, das die IRL für die Aerodynamik-Packages vorschreibt.

Verständlich ist das aber trotzdem. Immerhin war es ein erklärtes Ziel, mit dem neuen Auto die Kosten für die Teams deutlich zu senken. IRL-CEO Randy Bernard hat dazu bei der Vorstellung des neuen Wagens Reduktionen um die 45 Prozent versprochen. Konkret soll das Basis-Chassis nun 349.000 US$ pro Stück kosten, mit einem Aero-Kit von Dallara 385.000 US$. “Fremde” Aero-Kits dürfen, wie erwähnt mit maximal 70.000 US$ zu Buche schlagen. Teams dürfen die Aero-Kits auch selbst herstellen, müssen sie dann aber der Konkurrenz zum Kauf anbieten. Dank Unterstützung der Regierung von Indiana werden die ersten 28 Safety cells für Teams mit Basis im Bundesstaat sogar nur 235.000 US$ kosten. Ein deutlicher Unterschied zu den 700.000 US$, die Dallara derzeit für ein Chassis verlangt.

Ein weiteres Ziel der IRL war es, die Fertigung der Chassis näher an die Serie “heranzuholen”. Das ist gleich zweifach gelungen: Einerseits hat die IRL nun deutlich mehr Einfluss darauf, wie die Wagen in technischer Hinsicht auszusehen und zu funktionieren haben. Immerhin sind es eben nicht mehr reine Dallara, sondern eher im Auftrag der IRL von Dallara gebaute Wagen. Die IRL hat in ihrer Pressemeldung bereits angekündigt, ihre technische Kapazität deutlich ausbauen zu wollen. Dazu gehört auch der Aufbau eines eigenen technischen Mitarbeiterstabes, der für den neuen Wagen zuständig sein soll.

Andererseits ist man auch geographisch näher dran: Als Teil des Konzeptes hat Dallara versprochen, dass die “safety cells” in einer Fabrik in Speedway, IN – also nur wenige 100 Meter vom Austragungsort des Indy 500 entfernt – gebaut werden sollen. Damit werden auch 80 neue Jobs geschaffen – in diesem Zeiten ein wichtiges Argument, das angeblich auch kräftig zur Entscheidung begetragen haben soll.

Das ist eine schöne Geste von Dallara, die von den anwesenden Fans auch mit Applaus aufgenommen wurde. Allerdings: Nun muss die italienische Chassis-Schmiede bis Anfang 2012 nicht nur die Wagen, sondern vorher auch noch eine Fabrik bauen. Bei der Präsentation wurde mehrfach versichert, dass das gar kein Problem sei, und der Zeitplan stehe – das erste Auto solle im Oktober 2011 rollen. Ob das tatsächlich alles so schnell funktioniert, bleibt abzuwarten.

Die ersten Reaktionen machner Fans waren derweil nicht so toll: Wer die Facebook-Kommentare gelesen hat, die neben dem Livestream auf indycar.com durchliefen, konnte schon ein wenig Angst um die Serie bekommen. Die negative Erstreaktion mag aber auch daran gelegen haben, dass es komplizierte Konzept nicht gleich vollständig bei den Fans angekommen ist. Viele hatten sich einen kompletten Neuanfang erhofft – als dann das Wort “Dallara” fiel, hörten einige schon nicht mehr richtig zu. Weiteres PR-Manko: Wie der neuen Wagen nun wirklich aussehen wird, blieb völlig offen.

Letztendlich halte ich diese erste Reaktion auch nicht für besonders wichtig – wenn die fertigen Wagen nett aussehen, gut klingen und tolle Rennen produzieren, ist das alles sicher schnell wieder vergessen. Die Basis dafür existiert meines Erachtens mit dem neuen Konzept – ob genügend Hersteller anbeißen, muss sich allerdings noch zeigen.

Kurzvorschau: Honda Indy Toronto

Sportlich gesehen geht es schon am Wochenende weiter. Und zwar mit dem Stadtrennen in Toronto, einem jener Traditionsevents, die die Indycar aus der Erbmasse der Champcars übernommen hat. Zwischen 1986 und 2007 war die Serie dort unterwegs, als Erinnerungen bleiben Gedanken an viele tolle Rennen. Aber auch an eine besonders dunkle Stunde: 1996 stieg das Auto von Jeff Krosnoff nach einer Kollision mit Stefan Johansson auf traf zuerst einen Baum und danach zwei Streckenposten. Krosnoff und einer der Streckenposten, Gary Arvin, waren sofort tot, ein weiterer Marshall wurde schwer verletzt.

In Folge wurde die Streckensicherheit stark verbessert, die CART fuhr, wie erwähnt, auch in den Folgejahren weiter auf der Strecke. Nach der Wiedervereinigung der beiden Serien wurde 2008 nicht gefahren – seit vergangenem Jahr steht der Kurs aber wieder auf dem Indycar-Kalender. Die 2009er-Augabe lieferte ein richtig gutes Rennen – vor allem die beeindruckende Fahrt von Paul Tracy (und deren plötzliches Ende) wird vielen in Erinnerung geblieben sein. Die Zuschauerzahlen waren leider nicht ganz so gut. Vermutlich wird man dem Rennen allein wegen der guten Tradition noch etwas Zeit geben. Trotzdem: Wenn sich die Zahlen nicht verbessern, könnte auch dieser Lauf in näherer Zukunft den Umschichtungen im IRL-Kalender zum Opfer fallen.

Neben den “üblichen Verdächtigen” werden in Toronto auch ein paar gern gesehene All-Stars mit von der Partie sein. So hat Paul Tracy für dieses Rennen (und den folgenden Lauf in Edmonton) einen Vertrag mit KV Racing abgeschlossen. Tomas Scheckter wird ebenfalls mit dabei sein, und den Dreyer & Reinbold Boliden von Mike Conway pilotieren. Und auch Graham Rahal kehrt in die Serie zurück: Toronto ist das erste von sechs Rennen, dass der US-Youngster in diesem Jahr mit seinem “alten” Team von Newman/Haas Racing bestreitet.

Alle drei genannten Fahrer muss man in Toronto wohl auch zum erweiterten Favoritenkreis zählen. Paul Tracy hat ja erst im vergangenen Jahr bewiesen, dass auf diesem Kurs mit ihm zu rechnen ist. Und Rahal konnte immerhin sogar den Sarah Fisher Wagen in St. Petersburg im Mittelfeld platzieren. Ob der Newman/Haas in diesem Jahr aber für bessere Platzierungen gut ist, muss sich erst zeigen. Die bisherigen Saisonergebnisse seines Neo-Teamkollegen Hideki Mutoh waren wenig erfolgversprechend.

Ansonsten wohl wieder mit vorne dabei: Die üblichen Verdächtigen. Mit Ganassi und Penske ist bekanntlich immer zu rechnen, in der Stadt besonders mit Dario Franchitti und Will Power. Andretti Autosport war bei den bisherigen Stadtkursen auch schnell unterwegs, Ryan Hunter-Reay konnte in Long Beach sogar gewinnen. Sonst zu beachten: Viso, Wheldon, Meira, unter Umstäden Sato. Und womöglich Adam Carroll, der in Watkins Glen einen sehr beachtlichen Einstand abgeliefert hat.

(Kleines Update, 15.7., 14:50): Mittlerweile hat die Indycar Series auch wieder das obligatorische Onboard-Video hochgeladen, diesmal mit Erklärungen von Will Power. Hier ist es:

Übertragen wird auch dieses Rennen auf ABC, man kann sich also wieder auf eine qualitativ fragwürdige Broadcast-Leistung einstellen. Zumindest ist davon auszugehen, dass sie nach dem Desaster von Watkins Glen diesmal besonderen Wert darauf legen werden, nicht noch einmal den Rennstart zu verpassen. Im deutschen Sprachraum zu sehen ist das Rennen (wie auch alle Trainings, die Qualifikation und der Indy Lights Lauf) wie immer auf der Racecontrol auf indycar.com. Und in den halblegalen Untiefen des Internets.

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July 06 2010

08:07

Indycar: Der “GP at the Glen” und die Saisonhalbzeit

Ein großer Knaller war es nicht gerade, was die IRL am Sonntagabend in Watkins Glen präsentiert hat. Insgesamt kann die Serie zur Saisonhalbzeit aber ganz zufrieden sein – wenn es auch ein paar Schönheitsfehler gibt.

Der Kurs von Watkins Glen bevorzuge Underdogs, habe ich vergangene Woche hier geschrieben. Daher solle man am Renntag ganz besonders auf Paul Tracy, Justin Wilson und Takuma Sato achten. Nunja. Am Ende stand doch wieder Meisterschaftsleader Will Power in der Victory Lane, gefolgt von einem weiteren Penske und einem Ganassi. Bester aus dem Geheimtipp-Trio: Justin Wilson auf Rang 10. Auch in einer anderen Sache könnte ich daneben gelegen sein: Das Rennen am vergangenen Sonntag war vielleicht doch nicht der letzte IRL-Lauf auf dem Kurs in Upstate New York. Zumindest haben sich Veranstalter Michael Printup und Indycar-CEO Randy Bernard am Wochenende recht positiv zur Veranstaltung geäußert. Und das ist auch gut so. Denn auch, wenn “The Glen” nicht die spannendsten Rennen produziert – es gibt dort etwas, was die IRL abseits des Indy 500 dringend braucht: einen Hauch von Tradition.

Immerhin versucht man, die Verbindungen zu alter Größe anderswo fast schon etwas bemüht herzustellen. Das zeigt sich etwa bei der Namensgebung der neuen Oval- und Rundkursmeisterschaften nach alten Idolen des Sports. Oder auch beim großen Trara, das die Indycar-Offiziellen kürzlich um die “Rückkehr” des Rennens in Loudon auf den IRL-Kalender veranstaltet haben. Oder aber auch daran, dass man mehrfach kundgetan hat, auch dann bereit zu sein, ein Rennen auf der (historischen) Milkwaukee Mile zu fahren, wenn man dadurch keinen finanziellen Gewinn erzielen könnte. Dass daraus trotzdem nichts zu werden scheint, zeigt, wie bescheiden es nach wie vor um das Open Wheel Racing in den USA steht. Aber bitte: Zumindest das Problem scheint den Verantwortlichen jetzt klar zu sein.

Das Indy 500 mag sich als Tradition gehalten haben – aber die IRL als Rennserie ist für viele Fans immer noch eine neue, etwas unnatürliche Erfindung. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil gegenüber der NASCAR mit ihren vielen altherbebrachten Bräuchen und ihrer umfangreichen Historie, die bei allen Gelegenheiten auch im TV erwähnt wird. Dabei gäbe es auch genug Open Wheel Tradition in den USA – der IRL muss es nur gelingen, in den Augen der Fans als legitimer Träger dieser Tradition dazustehen. Und nicht als die Piratenserie, deren Abspaltung die CART zerstört hat. Viele Wunden aus dem Split sind noch immer nicht verheilt. Der neue Serien-CEO Randy Bernard scheint das erkannt zu haben. Seine Bitten an die Medien, die Serie nicht länger als “IRL”, sondern als “Indycar Series” zu bezeichnen, zielen jedenfalls auf dieses Problem.

Überhaupt scheint derzeit manches in die richtige Richtung zu gehen. Der neue Kurs in Brasilien hat sich trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten als spannend und spektakulär erwiesen – wenn man im nächsten Jahr die Probleme mit Organisation und Sicherheit in den Griff bekommt, wird der Lauf ein echtes Plus sein. Die zwei bisher bekannten Neuheiten im Kalender 2011 klingen sinnvoll: Baltimore ist im amerikanischen Sportkalender unterrepräsentiert. Demensprechend viel wird die Stadt in die Promotion des Indycar-Rennens investieren. Außerdem ist der Standort gut gewählt: Der Großraum wird von der NASCAR ein wenig vernachlässigt, beherbergt aber eine Menge Menschen – ein womöglich ungesättigter Motorsportmarkt. Auch die zweite neue Rennen in Loudon ist bei den amerikanischen Fans auf Zustimmung gestoßen. Ein weiteres kleineres Oval wird der Vielfalt im Kalender jedenfalls gut tun. Und dass man angeblich nicht mehr in Homestead fahren will, halte ich auch für keine schlechte Idee. An ein richtig tolles Saisonfinale dort kann ich mich nämlich nicht erinnern.

Auch die sonstigen Entscheidungen über die Zukunft der Serie scheinen mit Bedacht gefallen zu sein. Die neue Motor-Formel für 2012 klingt sinnvoll – es bleibt zu hoffen, dass sich jetzt auch wirklich mehrere Hersteller zu einem Engagement in der Serie hinreißen lassen. Ähnliches gilt beim Chassis: Nach der großen Fan-Aufregung über den Delta Wing war es wohl clever, die Sache erstmal etwas abzukühlen, und dann die Auswahl aus mehreren Bietern von einem Kommittee aus erfahrenen Experten treffen zu lassen. Mittlerweile ist die Entscheidung gefallen – bekanntgegeben wird sie aber erst am 14. Juli. Bleibt zu hoffen, dass das ICONIC-Committee den Erwartungen gerecht wird, und eine Entscheidung trifft, mit der Teams und Fans leben können.

Man darf die Sache aber auch nicht zu rosig sehen. Die Serie kämpft nach wie vor mit massiven Problemen. Das größte davon ist, dass es trotz verstärkter Anstrengungen und guter Promotion durch Seriensponsor IZOD noch nicht wirklich gelungen ist, die Indycars über die allgemeine Wahrnehmungsschwelle zu heben. Die TV-Quoten bleiben schwach, die Besucherzahlen an den Strecken reichen auch gerade dafür aus, dass die Veranstalter am Rande der Profitabilität balancieren können.

Das liegt zum einen sicher daran, dass die Serie einen Großteil ihrer Saison gut versteckt im Programm des Sport-Nischensenders Versus verbringt. Der macht zwar eine gute Übertragung, ist aber vielen Durchschnitts-Konsumenten einfach kein Begriff. Auch diese Problem hat die Indycar-Führung aber erkannt. Randy Bernard hat als großes Ziel ausgegeben, die Ratings der Serie zu erhöhen – auch einer Trennung von Versus scheint er nicht ganz abgeneigt zu sein. Aber: Die damalige IRL hat erst 2008 einen Zehnjahresvertrag(!) mit dem Sender unterzeichnet, aus dem es womöglich kein Entrinnen geben wird. Das einzige Problem kann das aber ohnehin nicht sein – denn auch die Quoten auf ABC sind nicht gerade berauschend, die des “Kronjuwels” Indy 500 sogar nach wie vor rückläufig.

Der Indycar Series fehlt es wohl auch an interessanten Storylines und (US-)Persönlichkeiten. Damit meine ich nicht, dass man à la Wrestling einfach irgendwelche Handlungsstränge erfinden sollte. Derzeit wirken viele der Fahrer aber einfach gar zu nett – zum Teil sogar anonym bis austauschbar. Etwas mehr Rivalität würde der Identifikation der Fans mit bestimmten Piloten sicher gut tun. In der NASCAR geht es ja immerhin auch. Zugegeben: Die Art und Weise, wie manche Fahrer dort miteinander umgehen, würde bei den Indycars schnell zu üblen Crashes und Verletzungen führen. Also vielleicht zu einem passenderen Beipiel: Der Formel 1. Aktionen wie bei den Stockcars kommen dort in der Regel nicht vor. Wenn etwa ein Hamilton aber auf der Strecke auf Herrn Alonso trifft, wissen trotzem alle Fans, dass es um mehr geht, als eine Platzierung – und halten erstmal den Atem an.

Ein gute Anfang wäre es aber allemal, endlich etwas mehr Fahrer aus den USA in die Serie zu bringen. Bester Amerikaner in Watkins Glen war etwa Ryan Hunter-Reay auf Platz 7. Ferner liefen noch Marco Andretti (Platz 13) und Danica Patrick (20) – und wenn ich nicht einen groben Fehler gemacht habe, dann wars das auch schon wieder. Dass etwa Grahan Rahal nur häppchenweise in der Serie auftreten kann, während eine Milka Duno das ganze Jahr unterwegs sein darf, ist im Grunde ein Armutszeugnis. Und dass auch Ryan Hunter-Reay bis vergangene Woche um seinen Stammplatz bangen musste, setzt der Angelegenheit die Krone auf.

Fahrer und Teams

Will Power macht es einem nicht schwer, ihn bisher als den Fahrer der Saison zu betiteln. Seine Leistungen auf den Rundkursen waren durchwegs ordentlich. Die gelegentlichen Patzer, die ihm in früheren Jahren öfter mal gute Ergebnisse geraubt haben, scheint er abgestellt zu haben. Auch auf den Ovalen hat der Australier teils starke Leistungen abgeliefert. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Power im vergangenen Jahr noch nicht mal alle Rennen fahren konnte – zuerst deshalb, weil Helio Castroneves doch noch in seinem Steuer-Prozess freigesprochen wurde. Und danach wegen der Verletzung nach dem heftigen Crash in Sonoma. Auch, wenn Power im wohl besten Auto der Saison sitzt – die Führungen in der Gesamtmeisterschaft und der “Mario Andretti Trophy” gehen völlig in Ordnung.

Auch die sonstigen Penske- und Ganassi-Fahrer haben sich bisher nicht viel Blöße gegeben: Dario Franchitti fährt auch im zweiten Comeback-Jahr sehr konstant vorne mit und führt immerhin in der “A.J. Foyt Trophy”. Ähnliches gilt für seinen Teamkollegen Scott Dixon. Schon etwas unauffälliger, aber immer noch gut: Ryan Briscoe. Helio Castroneves ist derzeit wohl der schwächste des Top-Quintettes. Aber auch der Brasilianer braucht nur ein gutes Wochenende, um wieder voll vorne dabei zu sein.

Beeindruckt hat mich sonst noch Ryan Hunter-Reay. Vor allem auf den Rundkursen hat der Texaner unter Druck ein paar schöne Rennen gezeigt, insbesondere in Brasilien, wo er fast gewonnen hätte, und beim großen Klassiker in Long Beach, wo es dann tatsächlich für den Sieg gereicht hat. In Watkins Glen war die Form nicht ganz so toll, mit Platz sieben war er aber immer noch mit Abstand der beste Andretti Autosport-Pilot.

Außerdem toll: Die Leistungen des neuen FAZZT Racing Teams und von Alex Tagliani. Vor allem auf den Ovalen lieferte die Truppe die eine oder andere Überraschung, aber auch auf der Rundkursen gab es so manchen Ausreißer nach oben.

Simona de Silvestro hat sich vor allem zu Beginn der Saison gleich eine beachtliche Fanbasis erarbeitet. Die Schweizerin zählt sicher zu den besseren Rookies in dieser Saison, hat aber an manchen Wochenenden noch Potential nach oben. Das gilt vor allem für die Ovale, die für de Silvestro völliges Neuland sind. Sofern sie es schafft, ihre Leistung zu stabilisieren, traue ich ihr aber durchaus zu, auch dann und wann mal an der Spitze mitzukämpfen.

Das gleiche gilt für den zweiten bekannten Rookie Takuma Sato. Es fehlt dem Japaner noch an Konstanz, ein paarmal hat er auch unnötig Kleinholz produziert. Experten bescheinigen ihm aber, dass er sich überraschend schnell an das Fahren im Oval gewöhnt hat. In Iowa hätte er wohl den Speed für einen Podestplatz gehabt – bis er den Wagen im letzten Renndrittel in die Wand schmiss.

Eher mittelprächtig war die bisherige Saison für Andretti Autosport. Siege in Long Beach und Iowa können nicht darüber hinwegtäuschen, dass man insgesamt den Anschluss an die Spitze noch nicht gefunden hat. Manchmal ist die Truppe fast vorne dabei, an anderen Tagen versinken die Piloten im Mittelfeld. Das gilt ganz besonders für Starfahrerin Danica Patrick. Einem tollen Rennen in Texas stehen enttäuschende Leistungen zu Beginn der Saison und nun auch wieder in Watkins Glen gegenüber.

Insgesamt ist die Leistungsdichte in der IRL aber im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen, was Tony Kanaans Sieg in Iowa – der erste Oval-Sieg eines nicht Penske- oder Ganassi-Autos seit Nashville 2008 – nochmal nachdrücklich gezeigt hat. Man darf also schon gespannt sein, wie sich die Serie im zweiten Saisonteil präsentiert.

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April 29 2010

20:30

IRL: Vorschau Kansas

Nach vier Rund- und Straßenkursen in Folge beginnt bei der IRL langsam die Vorbereitung für das Indy 500. Am Wochenende steigt in Kansas das erste Ovalrennen der Saison.

Mitten im Herzen der USA besucht die Indycar Series bereits ihre fünfte Station in diesem Jahr. Spannend wird es Samstagnachmittag (!) in Kansas beim ersten Ovalrennen der Saison allemal – denn schon hier werden die ersten Karten für das Indy 500 auf den Tisch gelegt: Schon am Samstag wird man abschätzen können, ob sich auf den Ovalen die Dominanz von Penske und Ganassi aus dem vergangenen Jahr fortsetzt, oder ob andere Teams es geschafft haben, über den Winter zur Spitze aufzuschließen. Für zusätzliche Würze sorgt eine ab sofort gültige Regeländerung der IRL: Bereits in diesem Jahr werden nämlich zwei zusätzliche Meistertitel verliehen.

Im vergangenen Jahr war das Rennen auf dem nur mäßig überhöhten 1,5 Meilen Speedway nahe Kansas City nicht ganz so spannend. Es war vielmehr eher eines der Ovalrennen, bei denen man einen kräftigen Energydrink ganz gut gebrauchen konnte, um über die gesamte Distanz wach zu bleiben. Das muss aber für dieses Jahr kein schlechtes Omen sein. Denn erstens findet das Rennen diesmal nicht erst am späten Abend, sondern bereits um 20:00 statt (Übertragungsbeginn: 19:30). Und zweitens hat sich seit dem letzten Jahr auch sportlich einiges getan: Schon Mitte 2009 wurde der Push to Pass-Button eingeführt, und die Aerodynamik der Autos leicht angepasst, so dass auf den Ovalen nun ein engeres Auffahren möglich ist. Und außerdem haben heuer – zumindest auf den Rundstrecken – gleich mehrere Teams einen großen Teil ihres Rückstandes auf die “big two” von Penske und Ganassi aufgeholt.

Da wäre zum Beispiel Andretti Autosport. Das Team war in vergangenen Saisons auf den Ovalen immer wieder vorne dabei, hatte 2009 dann aber einen üblen Durchhänger. Auf den Straßenkursen war man heuer meist mit einem der Wagen in der Spitzengruppe – Ryan Hunter-Reay und Tony Kanaan muss man also auch in Kansas auf der Rechnung haben. Auch Marco Andretti könnte, wenn er mal wieder so einen Tag wie in Alabama erwischt ein Wörtchen mitreden. Und dann ist da ja noch Danica Patrick: Die hing zwar in den vergangenen Wochen in einem üblen Formtief – es war aber zu vernehmen, dass sie sich schon sehr auf den Beginn der Ovalsaison gefreut hat. Vielleicht findet ja auch sie zu ihrer alten Stärke zurück. Der Indycar würde es gut tun.

Sonst zu beachten: Mario Moraes, der in den letzten Ovalrennen der Saison 2009 ein paar sehr beachtliche Leistungen geboten hat. Wenn ihm KV Racing wieder ein entsprechendes Auto hinstellt, dann sollte man auch den Namen des Brasilianers beim Blick auf die Zeitenliste eher im oberen Drittel suchen. Spannend wird es auch zu sehen, was sein Teamkollege Takuma Sato bei seinem allerersten Auftritt in einem “Nudeltopf” erreichen kann. Erwarten sollte man nicht zu viel – selbst ein Montoya brauchte bei seinem Debut in der CART-Serie ein paar Rennen Eingewöhnung, um auf den Ovalen richtig konkurrenzfähig zu sein. Andererseits: Wenn der KV-Wagen wirklich so gut gehen sollte, wie im vergangenen Jahr, dann könnte auch der Japaner für eine Überraschung gut sein. Newman/Haas/Lanigan war Ende der vergangenen Saison auch nahe an der Spitze dran – ob das zunehmend marode Team aber noch einmal zu alter Stärke zurückfinden kann, scheint zweifelhaft.

Aber selbst wenn das alles nichts wird, und keines der anderen Teams konkurrenzfähig sein sollte: Penske und Ganassi stellen alleine ja auch fünf Fahrer. Wenn alle die ersten Runden überstehen, dann darf man zumindest ein schönes Duell dieser Piloten erwarten. Immerhin haben die Oval-Spezialisten Helio Castroneves und vor allem Scott Dixon schon einige Punkte Rückstand auf Tabellenführer Will Power. Der Australier fühlt sich zwar auf Straßenkursen normalerweise wohler – aber vielleicht gelingt ihm ja mit dem Wind der Tabellenführung im Rücken diesmal sein erster Ovalsieg.

In den USA läuft das Rennen wieder auf ABC, wo man die Zuseher offenbar schon mal auf das Indy 500 vorbereiten will. Für die Indycar ist das wegen der größeren technischen Reichweite eine feine Sache – und für deutsche Zuseher ist es auch nicht schlecht, weil so die Chancen steigen, irgendwo einen annehmbaren Stream des Rennens zu finden. Sofern das doch nicht möglich sein sollte, kann man die Geschehnisse auf der Strecke auch diesmal wieder in der Racecontrol auf indycar.com verfolgen. Der Übertragungstermin sollte nach derzeitigem Stand wohl halten – für Samstag ist zwar Bewölkung vorhergesagt, die Regenwahrscheinlichkeit ist aus heutiger Sicher aber gering.

Zwei neue “Meiterschaften”

Indycar-Boss Randy Bernard hat diese Woche mit einer ziemlich kurzfristigen Neuerung aufhorchen lassen: Schon in dieser Saison sollen neben dem gewohnten Indycar-Meistertitel zusätzlich zwei getrennte Trophies für die jeweils besten Fahrer auf Ovalen bzw. Rundkursen vergeben werden. Der Sieger der Rundurs-Wertung wird am 22. August in Sonoma feststehen, der Oval-Champion PR-technisch etwas ungünstig am 19.September im fernen Motegi. Das Finale in Homestead zählt nicht mehr zur Ovalwertung, so dass sich die Fans ganz auf das erhoffte Duell um die Gesamt-Meisterschaft konzentrieren können.

Für beide “Meister” werden neben den Titeln auch eigene Geldpreise verliehen – deren genaue Höhe steht allerdings zur Zeit noch nicht fest. Ebenfalls noch unklar ist der Name der neuen Trophies. Fest steht, dass Legenden des Sports als Namesgeber fungieren sollen – welche das genau sein werden, dürfen die Fans im Mai und Juni via Internet bestimmen.

Ein Ziel der neuen Meisterschaften sei es, die Vielseitigkeit der Serie zu unterstreichen, meint Bernard im Interview auf indycar.com. Ob es dafür allerdings gerade sinnführend ist, zwei getrennte Meisterschaften einzuführen, bleibt fraglich. Eingänglicher ist da schon ein Argument, das beim gewöhnlich gut informierten Indianapolis Star genannt wird: Mit den zwei Wertungen soll den kleineren Teams ermöglicht werden, zumindest genügend Sponsorengelder für eine der beiden Meisterschaften aufzutreiben. Das würde allerdings zu einem anderen Problem führen: Denn welcher Sponsor zahlt schon für die neun Rennen der Rundkurs-Meisterschaft, wenn er für weniger Geld auch die sechs Events der Oval-Trophy haben kann, die immerhin das Indy 500 beinhaltet?

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