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May 27 2011

06:49

Vorschau: Indy 500 Centennial

Nach einer spannenden Qualifikation mit einigen Überrschungen ist alles für ein spektakuläres Jubiläumsrennen bereit. Leider gibt es aber auch wieder etwas Ärger.

Das mit Abstand wichtigeste Rennen der IndyCar-Saison steht vor der Tür: Am Sonntag gegen 18 Uhr (CEST) wird IMS-Eignerin Mari Hulman George wieder den Command zum Starten der Motoren erteilen. Diesmal schwingt ganz besonders viel Tradition mit: Denn vor fast genau 100 Jahren, am 30. Mai 1911 fand das erste Indy 500 statt. (Das hundertste Rennen ist es trotzdem nicht – während der beiden Weltkriege mussten einige Läufe abgesagt werden.) Die Ergebnisse der Qualifikation versprechen zu diesem Anlass ein spannendes Rennen: Vorne sind einige Außenseiter dabei, und manch vermeintliche Favoriten starten von weit hinten im Feld. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine etwas fragwürdige Entscheidung nach der Qualifikation.

Die Qualifikation

Es war vor allem der Pole Day, der diesmal voller Überraschungen steckte: Da war zunächst die verblüffende Stärke einiger Fahrer, die in der bisherigen Saison entweder nur im hinteren Teil des Feldes zu finden waren, oder heuer noch gar nicht in Erscheinung getreten sind.

Insbesondere gilt das für Polemann Alex Tagliani. Der Kanadier war zwar auch auf den Road Courses schon recht gut dabei, und hat sich auch im vergangenen Jahr im Indy 500-Qualifying recht achtbar geschlagen – dass er aber im Sam Schmidt-Wagen die Qualifikation gewinnen würde, das hätten wohl nur die wenigsten erwartet. In Punkto Rennpace muss man wohl abwarten – 2010 war er im Rennen nicht ganz so gut wie im Training.

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch erstaunlich: Oriol Servia auf Rang 3. Die gute Oval-Performance von Newman-Haas überrascht nach dem Katastrophenjahr 2010. Man darf aber nicht vergessen, dass die Truppe schon einmal, Ende 2009, fast den Speed der großen zwei mitgehen konnte. James Hinchchliffes 13. Position beim ersten IndyCar Oval-Auftritt bestätigt die gute Pace des Autos. Ähnliches gilt für den viertplatzierten Townsend Bell (etwas kontroverserweise mit Greg Moores Startnummer 99 unterwegs), dessen vierte Position die Performance von Sam Schmidt Racing unterstreicht.

Dan Whelson (für Bryan Herta Autosport auf Rang sechs) zeigt, dass er eine volle Saison in der IndyCar verdient hätte; Gleichfalls die dahinter liegenden Oval-Spezialisten Buddy Rice und Ed Carpenter.

Ganz gut im Mittelfeld unterwegs: Die drei KV Racing-Wagen von Takuma Sato (10), EJ Viso (18) und Tony Kanaan (23). Ebenso Dreyer & Reinbold mit Davey Hamilton (15) und Justin Wilson (20). Beeindruckend die Leistung von Simona de Silvestro, die sich trotz schwerem Unfall und Verbrennungen an den Händen im Erstazauto auf Platz 24 qualifiziert hat.

Erstaunlich: Die Schwäche der beiden Top Teams. Mag schon sein, dass man bei Penske und Ganassi vielleicht etwas mehr in Richtung Rennsetup gearbeitet hat. Dass allerdings die beiden “echten” Ganassi Piloten fast beide Opfer eines Sprit-Rechenfehlers werden – das ist schon erstaunlich. Immerhin haben sich beide innerhalb der ersten neun platzieren können (Dixon: 2, Franchitti: 9). Ganz im Vergleich zum “Juniorteam” mit Kimball und Rahal, die sich beide ihren Platz am Grid erst am Bump Day gesichert haben.

Auch bei Penske lief es nicht viel besser: Lediglich Will Power hat es unter die ersten neun geschafft – sein fürnfter Platz ist vermutlich unter dem Ansprüchen des erfolgsverwöhnten Teams. Für Dreifach-Champion Helio Castroneves reichte es nur für Rang 16; Ryan Briscoe schaffte es nach einem Crash am Pole Day zunächst gar nicht, sich in die Ränge der Qualifizierten zu fahren – am Sonntag holte er dann Startplatz 26.

Das alles ist aber nichts nichts gegen das Desaster, dass das einstige Spitzenteam von Andretti Autosport erleben musste. Innerhalb der ersten 24 konnte sich am Pole Day allein John Andretti platzieren – auf Rang 17. Damit waren vor Beginn des Bump Day noch alle vier Stars (Danica Patrick, Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway) ohne Platz im wichtigsten Rennen des Jahres. Patrick und Andretti fuhren dann immerhin noch ins Feld (auf die Startpositionen 26 und 28), Conway und Hunter-Reay mussten draußen bleiben.

Die Kontroverse

Sollte man zumindest meinen. Denn im Laufe des Montag wurde klar, dass Ryan Hunter-Reay doch am Rennen teilnehmen würde. Möglich ist das, weil AJ Foyt den Startplatz von Bruno Junqueira an Andretti Autosport verkauft hat. Damit ist der Brasilianer trotz Qualifikation auf Rang 19 nicht im Rennen dabei. Und Hunter-Reay muss den Lauf von Startplatz 33 in Angriff nehmen.

Anlass für diesen Schritt war offenbar weniger der sportliche Ehrgeitz, als vielmehr das liebe Geld: AJ Foyt hatte Junqueira den Startplatz im Rennen quasi geschenkt – der Brasilianer selbst bringt keine Sponsoren mit ins Team. Das finanzielle Angebot von Andretti war für Foyt also umso attraktiver, als er nun unabhängig vom Resultat mit seinem Auto Geld verdient.

Für Andretti wiederum ging es darum, die Sponsoren von Hunter-Reay (SunDrop und die bewährten DTM-Förderer von DHL) im Rennen unterzubringen – möglicherweise war ein Auftritt beim Indy 500 Teil des Sponsorvertrages mit diesen Firmen.

Das Wagen wird jetzt mit einer Mischung aus den genannten Hunter-Reay-Sponsoren und jenen von AJ Foyt ins Rennen gehen, und Junqueiras (ehemalige) Startnummer 41 tragen. Noch nicht ganz klar ist, wer den Wagen technisch betreuen wird. Aktuelle Meldungen deuten aber darauf hin, dass auch das von AJ Foyt Enterprises erledigt wird.

Junqueira hat in ersten interviews recht besonnen auf die Aktion reagiert – für den Brasilianer kann das Ergebnis aber ganz sicher nicht erfreulich sein, zumal er ja um das Wiederaufleben seiner Karriere kämpft. Schon 2009 hatte er seinen Startplatz an Conquest Teamkollege Alex Tagliani abgeben müssen. Dass er den Speed für die Teilnahme am Rennen (oder auch an einer vollen Saison) nach wie vor hat, hat er bewiesen. Die Chance, das auch einer größeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, bleibt ihm aber wieder verwehrt.

Das Rennen – Vorschau

Mit Vorhersagen muss man beim Indy 500 immer ganz besonders vorsichtig sein. Nicht nur, weil in einem 500 Meilen-Rennen ohnehin ziemlich viel passieren kann. Sondern auch deswegen, weil nach dem Qualifying noch unklar ist, wer vor allem am Speed auf vier Quali-Runden gearbeitet – und wer stattdessen an der Rennpace gefeilt hat.

Von der schwachen Performance bei Penske und Ganassi sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die beiden Spitzenteams haben für das Rennen ganz sicher noch den einen oder anderen Trumph in der Hand – das betrifft auch die zweite Garde rund um Rahal oder möglicherweise sogar Kimball.

Ein weiterer heißer Tipp ist, wie oben schon angedeutet, Newman-Haas. Vor allem dem Ovalfreund Oriol Servia ist durchaus zuzutrauen, dass er auch an der Spitze des Feldes mithalten kann.

Wo sehen?

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer kein Sender im deutschen Sprachraum gefunden, der den Lauf überträgt – anders als etwa im benachbarten Ausland, wo etwa sky UK, sky Italia und Motors TV Frankreich das Rennen zeigen. Wie auch immer: Man wird sich wohl auch diesmal wieder in den Weiten des Internets auf die Suche nach einem Stream begeben müssen, wenn man den Lauf live verfolgen will. Los geht die Übertragung in den USA um 12Uhr ET (also 18Uhr CEST) auf ABC. Außerdem angeblich in Internet auf ESPN3.com – die Homepage des Senders bietet allerdings keine Bestätigung für diese in manchen Foren kursierende Information. Zum Einstimmen zeigt Versus schon am heutigen Freitag um 17 Uhr CEST live das “Firestone Freedom 100″ – das Rennen der Indy Lights.

August 06 2010

16:17

IRL: Vorschau Honda Indy 200 Mid-Ohio

Nach dem Eklat von Edmonton geht die IRL in Mid Ohio in die nächste Runde. Der Kurs hat in den vergangenen Jahren nicht wirklich für Spannung gesorgt, diesmal gibt es zumnidest ein paar positive Vorzeichen.

Nicht ganz umsonst heißt die Strecke, auf der die Indycars am Wochenende Station machen “Mid Ohio Sports Car Course“. Die Bahn ist zwar technisch herausfordernd, interessant zu fahren, und macht auch Spaß beim Zusehen. Aber für Rennaction mit Single-Seatern ist sie einfach nicht geschaffen. Die Überholmöglichkeiten sind rar – und das konnte man den meisten Rennen dort auch anmerken. Das ist auch in diesem Jahr zu befürchten. Allerdings gibt es auch einige Faktoren, die diesmal etwas mehr Spannung versprechen könnten. Denn zumindest die Anzahl derer, die für Action sorgen könnten, ist so groß, wie außerhalb des Indy 500 schon lange nicht mehr. 27 Fahrer werden am Wochenende an den Start gehen, darunter auch zwei neue Gesichter. Nur einer der beiden Piloten dürfte allerdings auch das Zeug zum Erfolg haben.

Damit alle Fahrer am Rennen teilnehmen können, musste die Indycar sogar kurzfristig ihre Regeln ändern. Denn während an Indycar-Rennen außerhalb des Indy 500 sonst 28 Autos zugelassen sind, waren bisher in Mid Ohio (so wie auch in Toronto) nur 26 Starter erlaubt. Grund ist die beengte Boxensituation auf der schon etwas in die Jahre gekommenen Rennstrecke. Um doch 27 Wagen zulassen zu können, musste man die Länge der einzelnen Boxen von 40 Fuß (ca. 12m) auf 35 (ca. 10,5m) verkürzen. Zum Vergleich: Die Autos selbst haben eine Länge von 16 Fuß (ca. 4,9m). Es könnte also sein, dass die Pitstops beim Rennen diesmal wegen des Platzmangels noch etwas kollisionträchtiger sind, als sonst.

Die Situation in den Boxen wird sich damit sehr gut mit der sonstigen Erfahrung auf dem “Mid Ohio Sports Car Course” decken: Es ist, für die Indycars, fast überall etwas zu eng. Und dafür dann eigentlich auch wieder ziemlich schnell. Wegen der Höhenunterschiede gibt es außerdem einige uneinsichtige Kurven, gleich mehrere der Ecken sind so gebaut, dass sie an der Spitze eines kleinen Hügels liegen. Das macht die Strecke anspruchsvoll – aber auch nicht ganz ungefährlich. Vor allem auch deswegen, weil, USA-typisch, nicht überall ausreichend Auslauf zur Verfügung steht. Und weil das alles so flüssig gestaltet ist, fehlen leider auch die Überholmöglichkeiten. Probieren kann mans vor den Esses nach der langen Gegengeraden, auf der traditionell auch der Start abgehalten wird. Und womöglich in der vorletzten Kurve vor Start und Ziel, die so wie die legendäre Passage in Road America Carousel heißt, aber deutlich langsamer zu durchfahren ist. Über die Jahre kann ich mich an beiden Stellen aber an mehr fehlgeschlagene als gelungene Manöver erinnern. Zum besseren Überblick hier noch eine Onboard-Runde mit Marco Andretti.

In den vergangenen Jahren war die Strecke fest in Ozeanischer Hand: Beim Debut 2007 und im vergangenen Jahr konnte sich Scott Dixon durchsetzen, 2008 hatte Ryan Briscoe die Nase vorn. Anders, als auf manch anderen Rundkursen hat in Mid Ohio also bisher immer ein Auto der beiden Top Teams gewonnen. Und wenn im Qualifying und beim Start alles gut geht, dann sind diese beiden Teams wohl auch heuer die großen Favoriten. Konkret wird wohl, wie auf allen Rundkursen, wieder zuallererst mit Will Power zu rechnen sein, der beim vorletzten Rundkursrennen der Saison nur mehr ein paar Pünktchen braucht, um sich die “Mario Andretti Trophy” zu holen. Aber auch Helio Castroneves hat hier in seligen CART Zeiten schon zweimal triumphieren können.

Den letzten Sieg eines noch aktiven Teams abseits von Penske und Ganassi holte im Jahr 1991 Michael Andretti für Newman/Haas Racing. Und das Team könnte auch diesmal zu den Geheimtipps zählen. Denn zum zweiten Mal nach Toronto greift Graham Rahal für die Mannschaft ins Lenkrad – Auftritte bei allen folgenden Rennen (außer Kentuky) werden folgen. Weitere Geheimfavoriten: Wie immer Justin Wilson, der hier allerdings nie wirklich auf Touren gekommen ist; Die KV-Mannschaft (vor allem, sofern sie ein gutes Wochenende erwischen, Sato und Viso); Und natürlich Andretti Autosport, die gleich mit fünf Autos an den Start gehen werden – Adam Carrol wird nämlich zum zweiten Mal nach seinem sehr beachtlichen Debut in Watkins Glen ins IRL-Cockpit steigen.

Ganz neu dabei: J.R. Hildebrand. Der Indy Lights-Meister 2009 kommt im Auto des noch immer rekonvaleszenten Mike Conway endlich zu seinem ersten IRL-Einsatz. Ein wenig Eingewöhnungszeit muss man ihm wohl zugestehen – sofern er in nächster Zeit aber noch ein paarmal starten darf (Sonoma ist schonmal fix), dann würde ich ihm durchaus ein paar solide Leistungen zutrauen. Zu hoffen wäre es, denn etwas mehr US-Vollzeitpiloten würden der Indycar Series ja nicht unbedingt schaden.

Das zweite neue Gesicht ist der Italiener Francesco Dracone, der bei Conquest Racing das Auto von Sponsoren-Pleitier Mario Romancini übernimmt. Zu viel sollte man sich von Dracone aber vielleicht nicht erwarten. Denn, ganz abgesehen davon, dass sich seine bisherige IRL-Erfahrung in einem kürzlich absolvierten Test erschöpft: Er konnte auch in keiner anderen Serie so richtig überzeugen. Zuletzt war er einige Jahre in der Euroseries 3000 unterwegs, wo seine besten Platzierungen drei fünfte Plätze und der Gesamtrang sieben (2009) waren.

Gelegenheits-Starter Jay Howard, der in Mid-Ohio das Auto von Sarah Fischer fährt, komplettiert das Feld.

Einen Abschluss hat mittlerweile die Affäre rund um das angebliche Blocking-Manöver von Helio Castroneves gefunden. Die IRL bleibt vorerst bei der Regel, die in Zweikämpfen den verteidigenden Fahrer verpflichtet, die normale Rennlinie zu verwenden, und eine imaginäre Linie in der Mitte der Strecke nicht zu überfahren. Brian Barnhart ist auch weiterhin in Amt und Würden – hoffentlich schafft er es endlich, die Regel (wenn sie schon existieren muss) wenigstens konsistent umzusetzen. Castroneves hat sich für sein Verhalten nach dem Rennen entschuldigt. Trotzdem wurde er mit einer Strafe in der Höhe von 60.000 US$ und verschärfter Beobachtung bis zum Ende der Saison bestraft.

Lotus, in dieser Saison ja schon als Partner des KV-Autos von Takuma Sato in der Serie vertreten, haben gegenüber Autosport ihr Interesse daran bestätigt, ab 2012 Aero-Kits für das neue Dallara-Chassis zu entwerfen. Motorsport-Direktor Claudio Berro spricht bereits von konkreten Plänen, und davon, dass man dies als “natürliche Evolution” des Indycar-Engagements sehe. Hoffen wir mal, dass sich noch weitere Hersteller finden, die sich dieser Meinung anschließen können.

Der Lauf in Mid Ohio wird in den USA von Versus übertragen, man darf also 1) auf fachkundige Moderatoren, 2) auf einen anständigen Stream in der Racecontrol, und 3) auf zahlreiche Wiederholungen der Worte “Linda”, “awesome” und “selfish” in den Werbepausen hoffen. Für Rundstreckenfreunde etwas bitter: Das Rennen findet parallel zum NASCAR-Lauf in Watkins Glen statt, was auch die Verfügbarkeit brauchbarer Streams ein wenig einschränken könnte. Start des Qualifyings am Samstagabend ist um 18:30, das Rennen selbst beginnt am Sonntag um 20:30 (Green mutmaßlich um 21:00). Fans der Indy Lights können das Rennen der Nachwuchsserie um 18:30 (alles MESZ) in der Racecontrol verfolgen.

April 08 2010

14:17

IRL: Vorschau Barber Motorsports Park

Wieder einmal Neuland für die IRL: Die Rennserie geht in die dritte Runde, und wagt sich am Barber Motorsports Park in Alabama dirket in einen Kernmarkt der NASCAR vor.

Nach den zwei Stadtkursen in São Paulo und St. Petersburg steht bei der IRL am kommenden Wochenende die erste Rundstrecke des Jahres auf dem Programm. Im Vorfeld gab es viel Lob für den fast schon idyllisch in die Landschaft gebauten Kurs – aber auch ein wenig Kritik an den fehlenden Überholstellen. Jedenfalls sollte den Indycars nach dem organisatorischen Problemen in Brasilien und der Regenverschiebung vor zwei Wochen diesmal ein ruhigeres Wochenende bevorstehen: Die Strecke scheint professionell geführt zu sein, und auch die Wettervorhersage für das Wochenende meldet derzeit eine Regenwahrscheinlichkeit von beruhigenden 0%. Wichtig wäre eine gelungene Veranstaltung allemal: Die IRL wagt sich nämlich in ein fast schon spirituelles Zentrum des großen Konkurrenten NASCAR vor – der Superspeedway in Talladega ist vom Barber Motorsports Park gerade einmal 40 Fahrminuten entfernt.

Ob man den verwöhnten NASCAR-Fans aber auch wirklich ein spannendes Rennen bieten kann, bleibt erstmal noch abzuwarten: Ohne besondere Vorkommnisse wird der Sieg im Barber Motorsports Park wohl wieder einmal nur über die Top-Teams von Ganassi und Penske führen. Ein Auge sollte man aber auch wieder auf die übrigen Verdächtigen haben: Justin Wilson hat beim letzten Rennen bewiesen, dass er auch im Wagen von Dreyer und Reinbold für eine Überraschung gut sein kann. Konstant schnell unterwegs war in St. Pete außerdem Alex Tagliani, der im neu gegründeten Fazzt Team auch beim zweiten Rennen eine starke Figur machte. Sofern Andretti Autosport mal wieder die Abstimmung auf die Reihe bekommt, muss man auf den Rundstrecken natürlich auch immer mal mit Tony Kanaan und womöglich auch mit Marco Andretti und Ryan Hunter-Reay rechnen. Vielleicht winkt aber auch eine noch größere Überraschung: Graham Rahal hat beim Einstand für Sarah Fisher Racing einen sehr ordentlichen Einsruck hinterlassen – wenn er sich jetzt noch ein klein wenig steigert, kann ich mir durchaus vorstellen, dass man ihn diesmal noch etwas weiter vorne finden wird. Sofern das nicht gelingt, hat der Sohn von Rennlegende Bobby zumindest die Chance, sich in Long Beach noch einmal zu empfehlen: Seine Vertrag bei Sarah Fischer wurde nämlich um dieses eine Rennen verlängert. Neu dabei ist WSbR-Meister Bertrand Baguette, der keinen Platz in der Formel 1 bekommen hat, und deshalb á la Montoya oder Glock den Umweg über die USA nehmen will.

Wie gut man von der bisherigen Saison-Performance aber überhaupt auf das Rennen in Alabama schließen kann, ist unklar: Die Strecke unterscheidet sich nämlich stark von den recht eckigen Stadtkursen der ersten beiden Veranstaltungen. Stattdessen gibt es massig mittelschnelle und flüssige Kurvenkombinationen, deren Rhythmus nur zweimal von engen Schikanen gebrochen wird. Offensichtliche Überholstellen sind aber leider Mangelware. Bei der IRL hofft man trotzdem auf Spektakel: Die vielen Höhenunterschiede und blinden Kurven sowie die hohen Fliehkräfte sollen zu Fahrfehlern verleiten, die das dann Überholen ermögichen. Ob daraus was wird? Man darf gespannt sein. Die “Tilkes der IRL”, @NZRconsulting geben sich auf Twitter nicht so optimistisch: “Key to #IZODIndyCar Barber race: qualify well or you better pull out a miracle strategy.” Aber auch wenn es nur wenigen Duelle geben sollte: Die schöne Lage der Strecke sorgt – ähnlich wie in Laguna Seca und Sears Point – dafür, dass man auch sonst gerne ein paar Runden lang einfach zusieht. Nicht ganz so schön sind allerdings die Auslaufzonen: Dafür, dass der Kurs erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde sind die zum Teil nämlich etwas klein geraten. Sie entsprechen damit zwar durchaus dem landesüblichen Standard, aber trotzdem: Eine moderne Rennstrecke sollte hier mehr bieten. Damit sich jeder selbst ein Bild machen kann, hier noch eine Onboard-Runde mit Scott Dixon:

Interessant könnte es diesmal auch bei den Indy Lights werden. Früher war die Serie eher eine talentfreie Zone, aber heuer sind ein paar Piloten dabei, die man sich merken sollte: Zum Beispiel der Fünfte der vergangenen F3 Euro-Saison, Jean Karl Vernay. Der Franzose hat den Sprung über den großen Teich gewagt, und konnte sich als “JK” Vernay zum Einstand in St. Petersburg den Sieg schnappen. Bei der IRL ist man offenbar so beeindruckt, dass man ihm gleich mal eine Titelstory auf der serieneigenen Homepage gewidmet hat. Außerdem dabei: Teilzeit TV-Kommentator James Hinchcliffe, der sich in St. Pete die Pole geholt hat, dann aber abgeschossen wurde; Der “Rookie of the Year 2009″ Sebastian Saavedra und Justin Wilsons Bruder Stefan. Neu: Der ehemalige Champcar Fahrer Dan Clarke ersetzt Jonathan Summerton bei Walker Racing. “Speedy Dan” mag manchen noch aus den Champcar Saisons 2006 und 2007 bekannt sein. Wer ihn nicht kennt: Er hat damals ein paar richtig gute Leistungen (etwa eine Pole in Elhart Lake) gezeigt – sich aber auch durch teils unüberlegte Manöver den Unmut der Kollegen zugezogen. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass der Karriere-Reboot gelingt, denn den Speed hat er allemal. Falls nicht, ist aber wohl zumindest für Spektakel gesorgt.

Wie immer wird man das Rennen, die Quali und sämtliche Trainings über die Indycar Race Control auf indycar.com verfolgen können. Oder auch müssen, denn im deutschsprachigen TV ist die Serie leider weiterhin nicht aufgetaucht. Ebenfalls im genannten Stream gibt es die Quali und das Rennen der Indy Lights. Immerhin überträgt diesmal in den USA wieder Versus das Rennen – das mag zwar der IRL weniger Quoten bringen, dafür darf man wenigstens mit einer besseren Übertragung als beim großen Network ABC (bzw. dessen Ausweichkanal ESPN2) rechnen.

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