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May 10 2011

06:36

NASCAR: Analyse Darlington 2011

In welcher Rennserie kann ein Underdog aus einem leicht unterfinanziertem Team noch gewinnen? In der NASCAR, wie Regan Smith am Wochenende gezeigt hat.

Ein bisschen sensationell ist die Sache schon. Furniture-Row-Racing gehört jetzt nicht zwingend zu den Team, die man oft vorne sieht. Aber der Kurs in Darlington, der unter dem Beinamen “to tough to tame” läuft, machte diesem Zusatznamen mal wieder alle Ehre. Es flogen die Fetzen, und das nicht nur, weil Brian Vickers einen der kuriosesten Unfälle seit Ewigkeiten hatten, sondern auch weil nach dem Rennen fast zu viel los war, wie auf der Strecke. Denn die beiden durchaus als Heißsporne bekannten Kyle Busch und Kevin Harvick gerieten ebenso aneinander, wie vor dem Rennen Ryan Newman und Juan Pablo Montoya, die sich angeblich bei einer “Aussprache” am Freitag wortwörtlich in den Haaren gelegen haben sollen. Die NASCAR bezeichnete das Ergebnis der Aussprache als “unglücklich”, beide Fahrer wollten sich nicht so recht äußern. Offenbar sind bei einigen Fahrern die Nerven etwas angespannt.

Das kann man auch verstehen, denn bei kaum einen Team läuft es so richtig rund. Die Earnhardt-Ganassi Fahrer Montoya und McMurray kommen nicht so recht in Schwung, zäh läuft es auch bei RCR, trotz einiger vielversprechender Ergebnisse. Und bei Hendrick will es auch nicht so recht laufen. Mark Martin knallte seinen Chevy etwas zu heftig in die Mauern von Darlington und verlor so viel Zeit, dass er er nur auf P19 einlief. Dem Rest erging es nicht besser. Jeff Gordon tauchte zunächst vorne auf, pendelte dann aber zwischen P5 und P12 rum. Junior hatte man wieder eine beschiedene Quali, kämpfte sich aber bis in die Top 5 vor, bevor er weiter nach hinten durch gereicht wurde. Meister Johnson drehte sich gleich zweimal, einmal wurde er von Montoya angeschubst, ein anderes Mal machte er einen seiner seltener Fehler. Die Hendrick Mannschaft kam dann fast geschlossen auf den Plätzen 12 (Gordon), 14 (Junior) und 15 (Johnson) an. Das hat man schon anders gesehen.

Im Rennen dominierte etwas überraschend Kasey Kahne im Red Bull, der sich schon die Pole geholt hatte. Er führte im ersten Drittel, bevor von hinten Carl Edwards angerauscht kam. Es mischte sich dann noch Kevin Harvick in den Kampf ein, der aber über die Distanz das Tempo nicht ganz halten konnte. Also teilten sich Kahne und Edwards die Führung. Kyle Busch fuhr in teilweiser atemberaubender Manier zwischenzeitlich durchs Feld, hatte aber Pech, weil sein Team gegen Mitte des Rennen ein loses Rad vermutete und der Mehrfach-Sieger an die Box musste. Er holte sich zwar seine verlorene Runde wieder zurück, kam aber nach der Runde 204 von 367 nicht mehr an die Front.

Es war ein typisches Darlington Rennen. Viel Single-File, aber nicht uninteressant, da es trotzdem viele Zweikämpfe gab. Hilfreich war auch, dass es kaum Cautions gab, obwohl etliche Fahrer mehr als einen “Stripe” an der Mauer hinterließen. Den interessantesten Unfall hatte wohl Brain Vickers. Der gerat in Runde 231 mit David Ragan aneinander. Vickers kam etwas quer aus der Ecke, Ragan versuchte auszuweichen, was natürlich schief ging. Irgendwie hakte sich die linke Front von Ragan im rechten Kotflügel von Vickers ein und riss ihm die gesamte rechte Seite. Sogar die Hartschaumeinlagen aus der Tür wurden rausgerissen. So konnte Vickers nicht weiterfahren, die Reparatur dauerte dann ewig.

15 Runden vor Schluss hatte sich Edwards an der Spitze etwas von Kahne und Harick auf P3 abgesetzt. Dahinter lagen Newman, Hamlin und auf P6 der erstaunliche Regan Smith. Kyle Busch lag einen Platz dahinter. Alle hatten genug Sprit und konnten also durchfahren. Doch dann platzte Jeff Burton in Runde 359 der Motor – Caution. Die Frage war: Reinkommen oder draussen bleiben? Bis auf Regan Smith, Brad Keselowski und Stewart kamen alle Piloten herein. Dabei hatte Stewart die besten Karten, den er hatte einen andern Stopp-Rhythmus gewählt und seine Reifen hatten nur 19 Runden auf dem Buckel. Es konnte also ein deftiges Finale geben – und das kam auch.

Der Restart sah Regan Smith auf der ersten Position, doch schon einer Runde gab es wieder Gelb. Kyle Busch, Harvick und Bowyer konnten sich nicht einigen und versuchten es “3-wide”, was in Darlington nicht so die wirklich gute Idee ist. Busch rumpelte in Kevin Harvick, der ausgerechnet auf der Start/Zielgeraden seinen Teamkollegen Clint Bowyer hart in die Mauer schickte. Damit war die Sache aber nicht beendet, denn ein paar Meter weiter schob Busch, der offenbar einen Aussetzer hatte, auch noch Harvick einfach zur Seite und in die Mauer. Das sollte nach dem Rennen noch ein Nachspiel haben.

Wegen des vielen Schrotts war ein “GWC” angesagt. Regan Smith war in Front geblieben und kam beim Restart sehr gut weg. Er konnte Carl Edwards in Schach halten, bis er in der letzten Runde in Turn 2 noch die Mauer berührte. Edwards schien das ausnutzen zu können, doch Smith gelang es tatsächlich Edwards geschickt zu blocken und er gewann das Rennen, was auch sein erster Sieg und der des Teams war. Bei Furniture-Row-Racing wusste man nicht, ob man vor lauter Freude lachen oder weinen sollte. Ein toll heraus gefahrener Sieg, absololut verdient.

Derweil war in der Boxengasse die Hölle los. Harvick war offenbar noch sauer und versuchte Busch noch auf der Strecke zu stellen. In einem sehenswerten Wendemanöver inkl. Rückwärtsfahrt manövrierte Busch Harvick aus, der sich dann allerdings in der Boxengasse vor ihn stellte…. ach, das muss man selber sehen.

Am Ende lagen sich dann auch noch die Crews beider Mannschaften in den Haaren. That’s NASCAR. Sowohl was den Sieger angeht, als auch den Rest.

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March 21 2011

16:47

NASCAR: Analyse Bristol März 2011

Es war mal wieder das Wochenende von Kyle Busch, der beide Rennen der NASCAR am Wochenende gewinnen konnte. Aber auch für andere Fahrer lief das Wochenende nicht schlecht.

Bristol entwickelt sich zum “Wohnzimmer” von Kyle Busch. Gleich fünf der letzten acht Rennen konnte der jüngere Busch gewinnen, was nicht nur seine, sondern auch die Stärke von Joe Gibbs Racing auf den Short Tracks zeigt. Dabei sah es zunächst aber nicht nach einem Sieg von ihm aus, denn zu Beginn bestimmte der erstaunlich gut aufgelegte Paul Menard das Tempo, bevor er von dem normalerweise in Bristol ebenfalls starken Martin Truex abgelöst wurde. Aber das Rennen selber war dieses Mal eher eins von der schlechteren Sorte. Seit dem Bristol vor ein paar Jahren eine neue Asphaltdecke bekommen hat und man ein progressives Banking Einzug hielt, habe die Rennen sehr an Biss verloren. Das alte “beatin’ and bangin’” gibt es kaum noch, lange Phasen unter Grün sind mittlerweile völlig normal. Die Langeweile der letzten Jahre schlägt sich auch auf die Anzahl der Besucher nieder.

Noch vor ein drei Jahren war Bristol immer ausverkauft. Der Witz machte die Runde, dass man nur durch ein Erbe in den Besitz von Karten kommen konnte. Vor zwei Jahren gab es dann plötzlich Restkarten, in diesem Jahr waren die Tribünen erschreckend leer. Das kann nicht nur an den immer noch recht hohen Preisen oder der weiterhin schlechten Wirtschaftslage in den USA liegen. Auch die Rennen der NASCAR waren einigermaßen gut, aber Bristol hat eben durch den Umbau viel von seinem Charme verloren. Da helfen auch keine “Debris-Caution”. 120.000 Besucher vermeldet die NASCAR für Sonntag, 160.000 passen auf die Tribünen. Das sagt schon eine Menge aus und wenn man die Bilder so sieht, dann finde ich die 120.000 schon eine sportliche Aussage.

Auch gestern war es ein eher zähes Rennen. Wer unten auf der inneren Linie klebte, musste nicht fürchten, dass die Konkurrenz vorbei kam, da oben rum kaum etwas ging. Nur 18 Leadchanges verzeichnet die Statistik, wenn man diejenigen abzieht, die nur eine Runde vorne waren, dann waren es sogar nur 13.

Während in der ersten Rennhälfte Truex und Ryan Newman den Ton angaben, tauchte ab Mitte des Rennens Jimmie Johnson an der Spitze auf, dessen Chevrolet im Gegensatz zu seinen anderen Hendrick-Kollegen vernünftig ging. Zusammen mit Kyle Busch dominierte er ab Runde 192 und die beiden wechselten sich regelmäßig in der Führung ab, ohne jedoch in bissige Zweikämpfe verwickelt zu sein. Das passierte eher weiter hinten, wo es ein wenig Action gab, die allerdings von den Fox-Kameras nur selten eingefangen wurde. Überhaupt gab Fox in Bristol ein eher lustloses Bild ab. Das zähe Rennen zerrte wohl auch an der Laune der Kommentatoren, die sich vor allem im zweiten Rennteil schwer taten, noch irgendetwas neues zu Busch oder Johnson erzählen zu können.

Aber zurück zum Hendrick Team. Während sich Johnson in guter Form zeigte, waren die drei anderen Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, der eh einen schlechten Start in die Saison hat, blieb wieder unauffällig. Sein Wagen hatte massive Handlingsprobleme, dazu kam, dass er mit Brad Kesolowski aneinander rasselte, als er diesen überrunden wollte. “Bad Brad” lag drei Runden zurück, kämpfte aber derartig verbissen gegen Gordon, dass er ihn fast abgeräumt hätte. Am Ende kam nur ein Platz 14 raus. Nicht besser lief es bei Mark Martin, der ebenfalls mit seinem Wagen zu kämpfen hatte, und nicht vorne eingreifen konnte. Auf Platz 11 und damit einen vor Martin, kam Earnhardt jr. ins Ziel, dessen Aufwärtstrend sich zumindest im Moment weiter fortsetzt. Nach einer schlechten Qualifikation arbeitete sich der Publikumsliebling in Richtung Top 10 vor, bevor ihm eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box wieder zurück warf. Doch während Junior im letzten Jahr nach derartigen Vorfällen meist im Nirvana der Wertung verschwand, kämpfte er sich in Bristol wieder an die Top Ten. Das ist zwar alles noch nicht wirklich richtig gut, aber die konstanten Platzierungen unter den ersten 10 zeigt, dass er zusammen mit Steve Letarte auf einem gutem Weg ist.

Richtig miserabel läuft es dagegen bei RCR. Wenn der bestplatzierte Chevrolet von Childress der von Bezahlfahrer Paul Menard ist, dann heißt das schon was. Jeff Burton und Clint Bowyer hatten früh im Rennen Unfälle, bzw. Probleme, Kevin Harvick drehte sich im letzten Renndrittel und verursachte dabei weitere Kollisionen, die unter anderem den bedauernswerten Trevor Bayne das Rennen kostete. Aber es läuft nicht und bei RCR und die ersten Sorgenfalten dürften im Team auftauchen. Paul Menard liegt in der Meisterschaft zwar auf Platz 5, aber Kevin Harvick nur auf 15, während Bowyer und Burton nicht mal unter den Top 20 sind.

Auch bei ECR ist man mit angezogener Handbremse in die Saison gestartet. Montoya konnte in Las Vegas kurz zeigen, das man noch dabei ist, doch bei Jamie McMurray läuft es überhaupt nicht. Montoya liegt nach Bristol in der Wertung auf Platz 8, sein Teamkollege wird in den Top 20 noch vermisst.

Es war, wie erwähnt, kein sonderlich gutes Rennen in Bristol. Nächste Woche steht Fontana auf dem Program. Eigentlich ein programmierter Langweiler, weil es aber ein Highspeed Oval ist, und Bump Drafting gehen sollte, könnte es doch interessanter werden, als man es gewöhnt.

Das ganze Ergebnis bei Racing Reference.
225040 2011BristolMar_NSCS_Race_Edwards_Busch_SideBySide 2011BristolMar_NSCS_Race_Harvick_Spin 2011BristolMar_NSCS_Race_Hamlin_Vickers_Reutimann_Spin 2011BristolMar_NSCS_Race_Menard_Johnson_Leading 2011BristolMar_NSCS_Race_Bristol_HighAngle_TrackShot

June 29 2010

10:06

NASCAR: Analyse Loundon I 2010

Am liebsten würde ich ja hier hin schreiben: öööööööööde. Das es meine Seite ist, mach ich es auch.

Es gibt Strecken in der NASCAR Saison, die sind wie Flugreisen. 99% völlig Langeweile, wenn was passiert kommt dann 1% totaler Terror hinzu. So was das gestern auch in Loundon. Bis Runde 280 plätscherte das Rennen in verschiedenen Zuständen so vor sich hin, danach wurde es dann dank zwei Gelbphasen wie immer noch mal interessant. Es muss so Rennen geben, nicht jedes Wochenende kann die NASCAR die Fetzen fliegen lassen. Hilfreich wäre es allerdings, wenn der übertragende Sender dann nicht auch noch zwischen totaler Werbeunterbrechungshysterie und unfähigen Kommentatoren hin und her schwenken würde.

Schon allein die Statistik des Rennens verrät alles. Vier Unterbrechnungen, davon die letzten zwei in den letzten 20 Runden. Dazwischen gab es sage und schreibe 210 Runden unter Grün. Auf einem 1 Meilen Oval mit 12 Grad Banking, das nur zwei richtige Linien hat und nur eine, auf der man überholen kann. Das macht klar, warum sich vorne auch nichts getan hat.

Zunächst konnte Montoya seine Pole Position in eine deutliche Führung umsetzen. Der EGR Chevy lief wie sauber und der zweitplatzierte, Kasey Kahne, kam erst in die Nähe des Kolumbianers, als der im Verkehr stecken blieb. Nach der ersten Unterbrechung nach 36 Runden wegen Debris übernahm Kahne die Führung, während Montoya dahinter blieb. Und dann folgte die lange, lange Grünphase, in der sich nicht allzu viel tat. Für Montoya, der mit einer guten Platzierung seine Chancen auf den Chase hätte wahren können, ging es allerdings rückwärts. Man hatte sich offensichtlich mit den Veränderungen am Wagen verhauen und bekam die auch nicht mehr so in den Griff, dass man etwas hätte ändern können. Da man nur alle 70 bis 75 Runden an die Box kam, musste Montoya dann auch mit den Problemen leben, was dazu führte, dass er sich mit Händen, Füssen und allen Kotflügeln gegen die Kollegen hinter ihm wehrte.

Wie üblich übertrieb er es etwas und kam mit Jeff Gordon zusammen. Der ist gerade offenbar nicht der Laune den netten Nachbarn von nebenan zu spielen. In Sonoma räumte er schon jeden aus dem Weg, der ihm in die Quere kam, in Loundon hielt er dann auch dagegen. Am Ende schaute Montoyas Splitter an der linken Ecke traurig gen Himmel und der Rest des Feldes fiel über ihn her. Das ihn ausgerechnet der überrundete Reed Sorenson dann in die Mauer schickte, war dann die Krönung seines eher bescheidenen Rennens.

Vorne hielt sich lange Kasey Kahne, der seinen Petty-Ford offenbar am besten auf die Strecke eingestellt hatte. Hinter ihm ordneten sich je nach Boxenstopp Kurt Busch oder Jeff Burton ein. Es tat sich lange wuirklich nichts. Der einzige, der sich mal wieder zeigte war Dale Earnhardt jr. der von Platz 31 starten musste, aber schnell in den Top Ten war. Danach war sein Vorwärtsdrang allerdings auch wieder beendet. Aber immerhin war mal ein bisschen von ihm zu sehen und sein achter Platz am Ende bringt ihn auch wieder in Reichweite des Chase.

Kahne hätte einen halbwegs ruhigen Nachmittag haben können, wäre ihm nicht sein Motor verreckt. Das wiederum brachte Jeff Burton ungefährdet an die Spitze, aber Burton leistete sich einen schlimmen Stragiefehler. Nachdem in Runde 283 Sorenson und Montoya aneinander gerasselt waren, blieb auf seinen nicht mehr taufrischen Reifen draussen anstatt an die Box zu gehen. Das aber machten alle hinter ihm und beim Restart war er dann die berühmte “sitting duck”. Das Feld flog förmlich an ihm vorbei und dann kollidierte er auch noch mit Kyle Busch 10 Runden vor Schluss.

Immerhin hatte die NASCAR so noch ein Shootout, das sich zwischen Kurt Busch und dem wie aus dem Nichts auftauchenden Jimmie Johnson entscheiden sollte. Johnson gewann den Restart acht Runden vor Schluss, aber Busch nagte an seiner Stoßstange. Sieben Runden vor Schluss schob er den NASCAR Champion in gewohnter Manier sanft aus dem Weg und suchte sein Heil in der Flucht. Das schien zu klappen, doch so richtig weit weg kam er nicht. Johnson biss sich wieder ran und räumte Busch seinerseits mit einem leichten Klaps hinten links aus dem Weg. Nichts unfaires, das klassische “beatin’ & bangin’”. Danach war die Sache dann gegessen und das Rennen in rekordverdächtigen 2:48 Std. beendet.

Wenn ein Rennen schon eher mau ist, dann müssen sich die Kommentatoren mächtig ins Zeug legen. FOX kann das dank Mike Joy, Larry McReynolds und Darrell Waltrip ganz gut, TNT mit Adam Alexander, Wally Dallenbach und Kyle Petty können das nicht. Alexander ist nur ein mittelguter Stichwortgeber, Dallenbach und Petty reden sich um Kopf und Kragen. Vor allem Kyle Petty unterhält die Welt mit unerträglichen Plattitüden. Larry McReynolds hat man dafür unverständlicherweise am “cut away car” und er darf ab und an ein paar technische Details zeigen. Immerhin – die Regie schaut nicht nur nach vorne, sondern versucht auch Kämpfe im hinteren Feld zu finden. Es gab halt selten welche.

Erschwerend kam hinzu, dass man das Rennen im Mittelteil meist alle 10 Runden, also rund alle 4 bis 5 Minuten mit einem Werbeblock unterbrach. Oder anders gesagt: 160 Minuten Rennzeit – 59 Minuten Werbung. Der Fairnesshalber sollte man aber erwähnen, dass TNT das Daytona-Rennen nächste Woche ohne Unterbrechnungen während des Rennens zeigt. Nur bei einer Caution geht man in einen Break.

Dennoch ist die Arbeit von TNT in diesem Jahr nicht gut. Die Werbung erscheint ungünstig platziert, die Kommentatoren bleiben blass oder haben, wie letzte Woche beim Rundkursrennen, schlicht und ergreifend keine Ahnung. Fast wäre man geneigt zu sagen: “Ich freu mich schon auf ESPN”, wenn man nicht in Erinnerung hätte, wie schlecht die sind.

In Sachen Chase sieht es im Moment so aus:

Vorne dürfte alles klar sein, aber hinten wird es eng. Man darf die Punkte an der Spitze nicht zu ernst nehmen, im Chase zählen ja bekanntlich die Siege mehr. Und davon hat Jimmie Johnson mehr als genug. Sollte er nach seiner kleinen Schwächephase jetzt wieder ins Rollen kommen, sieht es mit dem fünften Titel in Folge mehr als gut aus. Die momentan nicht gerade in ihrer besten Form fahrenden Mark Martin und Carl Edwards stehen in den letzten Rennen vor dem Chase mächtig unter Druck. Junior hat wieder alle Chancen, in den Chase zu kommen. Dort würde er vermutlich auch viel reissen, aber für die Einschaltquoten wäre das nicht unwichtig. Die Chancen von Clint Bowyer und Ryan Newman schätze ich eher schwach ein. Montoya hat mittlerweile 183 Punkte Rückstand auf einen Platz im Chase. Das dürfte mächtig eng werden, es sei denn, die Konkurrenz semmelt ihre Einsatzwagen in Daytona kollektiv in die Mauer und Montoya fährt in die Top 5.

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April 16 2010

10:15

NASCAR: Vorschau Texas April 2010 / Kahne zu Hendrick

Noch eine Woche bis zum „game changer“ in Talladega, doch an diesem Wochenende geht es für Cup und Nationwide Series in Texas zur Sache. Diese Strecke ist dafür bekannt, das Seriensieger nicht die Regel sind, sondern eher die Ausnahme. Beste Garantie für Spannung also?

Bevor es mit der Analyse der bisherigen Stärkeverteilung 2010 losgeht, habe ich wie immer eine kleine Übersicht über die Geschichte der Strecke vorbereitet, die aus der November-Vorschau 2009 stammt. Dazu noch eine Ergänzung, die ganz kurz erklärt, wie und wann der Texas Motor Speedway zu seinem zweiten Saisonrennen gekommen ist. Am Ende des Artikels werde ich dann auf den bereits rasenden Zug aufspringen und auch mal ein wenig bezüglich des Wechsels von Kasey Kahne zu Hendrick Motorsports spekulieren. Nicht zu ausführlich, aber genug um aufzuzeigen, was denn nun schon konkret ist und was eben noch nicht. Hier nun aber zunächst die versprochene Übersicht:

Der Texas Motor Speedway ist ein 1,5-Meilen-Oval in derselben Form wie Atlanta oder Charlotte und wird deshalb auch als deren Schwesterstrecke bezeichnet. Alle drei Ovale haben ein Banking von 24° und die charakteristische, doppelt geknickte Start/Ziel-Gerade, jedoch ist Texas ca. 35 Jahre jünger als seine Schwestern. Weitere Besonderheiten des Speedways sind zum einen das besonders hohe Preisgeld, [...]. Da der Topf gut gefüllt ist, bekommen natürlich auch die „start & park“-Entries ein größeres Stück vom Kuchen als sonst, was einen Start sehr attraktiv macht. Die Rennen in Texas bieten dem Sieger eine halbe Million Dollar und das ist das drittgrößte Preisgeld nach dem Daytona 500 (1,5 Mio $) und dem All-Star-Rennen (1 Mio. $), noch vor Klassikern wie Indy oder dem Coca-Cola 600, die nur knapp weniger als die halbe Million Dollar zu bieten haben. Zum anderen ist die Zuschauerkapazität mit 191.122 Plätzen nach dem Indianapolis Motor Speedway (mind. 257.325) die zweitgrößte in der NASCAR, noch vor den beiden Superspeedways (Talladega: 175.000, Daytona: 167.785) und dem Lowe’s Motor Speedway (167.000).

Seit 1997 gastiert der Cup auf dem Texas Motor Speedway und seit 2005 gibt es auch ein zweites Saisonrennen. Damals bekamen Texas und Phoenix jeweils einen Termin von Rockingham und Darlington zugesprochen, eine der kontroversesten Kalenderanpassungen der NASCAR-Geschichte. Rockingham war dann gar nicht mehr im Renngeschehen vertreten und die „Lady in Black“ verlor ihr traditionelles Labor-Day-Rennen, das Southern 500. Zwar hat seit dem letzten Jahr das einzig verbliebene Darlington-Rennen wieder die legendäre Bezeichnung, findet nun aber am Muttertag statt. Der Texas Motor Speedway ist seit 2005 also auch im Chase vertreten, wo 2009 Kurt Busch das Rennen gewann. Da dieser Sieg sein erster Erfolg in Texas war, setzte er seinen Namen neu auf die Liste der bisherigen noch aktiven Sieger, welche immer noch von Carl Edwards angeführt wird:

1. Carl Edwards (3)
2. Jeff Burton (2)
3. Mark Martin, Dale Earnhardt Jr, Matt Kenseth, Ryan Newman, Elliott Sadler, Greg Biffle, Kasey Kahne, Jeff Gordon, Tony Stewart, Jimmie Johnson und Kurt Busch (je 1)

Alle Hersteller außer Toyota waren auf dem Texas Motor Speedway bereits erfolgreich und in der jüngeren Vergangenheit sogar äußerst ausgeglichen. Ford kann auf 9, Chevrolet auf 6 und Dodge auf 3 Siege zurückblicken. Der kleine Überhang zugunsten von Ford und Chevy stammt aus den Jahren vor 2001. Dodge startete erst in dem Jahr gemeinsam mit Ray Evernham, Chip Ganassi, Richard Petty und Bill Davis ein Comeback nach dem Ausstieg der Automarke aus dem Cup im Jahr 1985. Schon zwei Jahre später gelang Ryan Newman damals noch in einem Penske der erste Dodge-Erfolg in Texas seit dem Comeback. Generell fällt auf, dass die Rennen auf dem TMS in der Regel selten Wiederholungstäter in Bezug auf Fahrten in die Victory Lane sehen. Jeff Burton war der erste, der es nach 10(!) Jahren schaffte, seinen Sieg im Frühjahrsrennen zu wiederholen und Carl Edwards ist der einzige Pilot, der beide Texas-Rennen eines Jahres für sich entscheiden konnte.

Hendrick Motorsports rangiert 2010 bisher vor Roush-Fenway Racing und RCR

Da stellt sich natürlich die Frage, wer denn am Wochenende weit vorne zu erwarten ist. Ganz sicher wieder die üblichen Verdächtigen, die ich heute mal Team für Team bewerten möchte:

- Hendrick Motorsports: Jimmie Johnson es hat mit Ausnahme von Daytona, wo ihn seltenerweise mal der Defektteufel erwischt hat, nur in Atlanta nicht in die Top10 geschafft. Wenn ein Rennen beim Meisterschaftsführenden mal nicht optimal läuft, dann wird er eben Neunter wie in Martinsville. Im letzten Jahr kostete Johnson ein früher Unfall im Texas-Chase-Rennen fast die Meisterschaft und seit drei Jahren hat er hier auch immer ein schlechtes Rennen pro Saison gehabt. Trotzdem ist er einer der ganz großen Kandidaten für einen Sieg. Jeff Gordon hat auch eine ordentliche Texas-Statistik (ein Top5-Ergebnis pro Jahr) und die vergangenen beiden Rennen in Martinsville und Phoenix, die er fast gewonnen hätte, dürften ihm vielleicht den letzten fehlenden Biss zurückgegeben haben. Mark Martin gelang nach drei eher schlechten Rennen wieder der Anschluss an die Chase-Plätze, auf die er nun nach seinem vierten Rang in Phoenix als Meisterschaftsdreizehnter Jagd macht. Im letzten Jahr zeigte der GrandDaddy.com schon, was er bei HMS in Texas reißen kann: Platz 4 und 6 stehen aus 2009 für ihn zu Buche. Er hat eine gute Chance auf die Top5, die Top10 sind aber realistischer. Bleibt noch Dale Earnhardt Jr, der in Texas seit 2006 nicht mehr in die Top10 gefahren ist, in seinen stärkeren frühen Jahren aber immerhin 2000 gleich sein erstes Rennen auf der Strecke gewonnen hat. Ein Top10-Resultat sollte das Höchste der Gefühle sein, mehr hat er 2010 auch noch nicht gezeigt, trotzdem liegt er derzeit auf Platz 10 in der Meisterschaft.

Dazu noch schnell das Kundenteam von Stewart-Haas Racing: Tony Stewart steuert derzeit ein wenig schwammig durch die Saison, ein Top10-Resultat sollte aber möglich sein. Bei Ryan Newman wird man außerdem sehen, was wirklich hinter dem Sieg in Phoenix steckt. Die Tendenz über die Saison 2010 gesehen ist ja zumindest einmal da: 34/36/18/17/16/4/1, also auch hier mögliches Top10-Material.

- Roush-Fenway Racing: Die einstigen Könige der Intermediate-Ovale haben auf diesem Streckentyp doch arg nachgelassen, zumindest was die Siege angeht. Für Top-Resultate sind die drei Fords von Matt Kenseth, Greg Biffle und Carl Edwards nach wie vor zu haben und sie sind momentan auch ziemlich solide im Chase platziert. Nach David Ragan muss man dann schon etwa intensiver graben und suchen, denn mehr als Platz 28 in der Meisterschaft ist derzeit nicht drin. Jack Roush grollt vermutlich immer noch, dass er Ende 2009 an Ragans Stelle Jamie McMurray hat gehen lassen. Carl Edwards hat in Texas zwar schon drei Siege auf dem Konto, wenn er aber nicht gewinnt, dann fährt er auch nicht in die Top10; schon ein wenig eigenartig. Besser schätze ich da schon Matt Kenseth ein, der seit 2007 nur zweimal nicht in den Top5 zu finden war und das sind dann zwei neunte Plätze 2008 gewesen. Ein ähnliches Ergebnis fährt er wohl auch bei diesem Rennen ein, wenn man bedenkt, dass Kenseth 2010 nur in Martinsville nicht unter den besten Zehn ankam. Bleibt noch Greg Biffle, den ich einen kleinen Tick schlechter einschätze als Matt Kenseth: Nur in Phoenix nicht in die Top10 gefahren, aber eben mit ein wenig schlechteren Ergebnissen als sein Teamkollege in diesem Jahr.

- Richard Childress Racing: RCR sehe ich nach dem tollen Start in die Saison nun nur noch hinter Roush-Fenway Racing. Jeff Burton war bisher über die Jahre gesehen am konstantesten in Texas unterwegs und gewann auch das Debütrennen des Speedways 1997, sowie eine weitere Ausgabe 2007. Ein Top10-Resultat ist fast schon sicher, ob es für die Top5 reicht muss man nach den Practices entscheiden. Bei Bowyer und Harvick sehe ich das ganz ähnlich und obwohl RCR im Vergleich zu den ersten vier Saisonrennen ein wenig nachgelassen hat, bestehen gute Chancen die derzeitigen Chase-Platzierungen mit einem guten Resultat an diesem Wochenende zu festigen.

- Joe Gibbs Racing: Joey Logano und Kyle Busch haben es in Phoenix mit Top10-Resultaten geschafft, unter die zwölf besten Fahrer in der Meisterschaft aufzusteigen. Denny Hamlin verlor in der letzten Woche ja leider früh den Anschluss, zum einen wegen einer kleinen Rempelei zu Rennbeginn, zum anderen wegen seines frisch operierten Knies. Dadurch fiel er in der Meisterschaft von Platz 15 auf die 18. Ich schätze alle drei Fahrer momentan in etwa gleich stark ein: Top10-Ergebnisse sind absolut machbar, vor allem bei Joey Logano freut es mich sehr, wie gut er sich 2010 entwickelt hat. Bei Denny Hamlin wären mit einem 100%ig-fitten Knie sicher auch die Top5 machbar.

Auch einige weitere Fahrer stechen derzeit als Favoriten aus ihren Teams heraus

Zu diesen vier momentanen Top-Teams, die auch alle geschlossen die Chase-Positionen besetzen, kommen dann noch ein paar Einzelstreiter, die deutlicher aus ihren Teams hervorstechen: Kurt Busch gewann das bisher letzte Texas-Rennen im Herbst 2009 und im Frühjahr fuhr er auf Platz 8. Da er in der Saison 2010 bis jetzt nur ziemlich schwankende Resultate eingefahren hat, sehe ich die Top10 als höchste Position der Gefühle an. Paul Menard, der in diesem Jahr leistungstechnisch die Führung bei Richard Petty Motorsports übernommen hat, fiel nach Platz 29 in Phoenix aus den Top12 der Meisterschaft. Seine bisherigen Resultate in Texas ähneln seiner Saisonstatistik 2010, ergo kann man sagen, dass an diesem Wochenende wieder ein gutes Ergebnis für Menard drin sein sollte.

Bleibt noch Juan Pablo Montoya, der in Phoenix mit einem fünften Rang wieder an gewohnte Leistungen anknüpfen konnte. Es muss halt nur mal laufen für den Kolumbianer. Im letztjährigen Frühjahrrennen gelang ihm Platz 7, im Herbst musste er allerdings die Segel streichen und verlor mit nach einem Ausfall jegliche Restchancen in der Meisterschaft. Möglicherweise ist dieses Thema in diesem Jahr schon zu dieser frühen Zeit abgehakt: Ich habe bei Jayski eine Statistik gesehen, die sich mit historischen Rückständen auf die Chase-Platzierungen im Anfangsteil der Saison beschäftigt. Darin war nach einem Phoenix-Rennen die größte Differenz, die jemals bis zum Cut aufgeholt wurde, nur 104 Punkte. Montoya hat nach Phoenix noch 132 Punkte Rückstand auf Platz 12 und das garantiert Spannung, wenn das Auto denn hält. Den Link kann ich gerne nachreichen, wenn ich fündig werde, momentan versteckt er sich allerdings vor mir.

Die Meisterschaftsläufe auf dem Texas Motor Speedway zählen zu den Westküsten-Rennen und beginnen daher in diesem Jahr um 21 Uhr. Der Rennstart ist ja immer einen Tick später und sollte so gegen 21:15 Uhr anstehen. FOX überträgt allerdings schon ab 20 Uhr. Das Qualifying findet wie gewohnt am Freitagabend statt und SPEED geht um 22:30 Uhr dafür auf Sendung. Die Nationwide Series ist am Samstagabend ab 21 Uhr (Rennstart eine Stunde später) auf ESPN2 zu sehen. Die Trucks pausieren bis in den Mai.

Kasey Kahne wechselt ab 2012 zu Hendrick Motorsports

Was ist denn bisher fix? Mark Martin hört Ende 2011 auf, zumindest mit seiner Vollzeitkarriere. Einzelne Rennen oder auch eine Teilzeit-Saison hat er bisher nicht ausgeschlossen. Damit ist für Kasey Kahne der Wagen mit der #5 ab 2012 frei. Das hat Rick Hendrick ihm ebenso zugesichert, wie die Tatsache, dass Hendrick sich höchstpersönlich um ein Cockpit für Kahne für das nächste Jahr kümmern wird, wo man derzeit keine Kapazitäten frei hat. Eine Entscheidung diesbezüglich soll innerhalb der nächsten drei Monate fallen, klar ist nur, dass er 2011 in einem Chevrolet unterwegs sein wird. Nachlesen kann man das hier.

Alles andere ist derzeit rein spekulativ: Dass Kasey Kahne schon seit längerem über einen Wechsel nachdenkt, ist bekannt. Die dramatische Umstrukturierung der Besitzverhältnisse in seinem bisherigen Team von Ray Evernham zu einer Kombination aus George Gillett Jr, Richard Petty und Doug Yates, sowie der Wechsel von Dodge zu Ford, sind dem 30-jährigen wohl ziemlich sauer aufgestoßen. Das unstabile Arbeitsumfeld führte dann jetzt auch zu einer massiven Unterperformance fast aller RPM-Teams 2010, womit ein Weggang Kahnes beschlossene Sache war.

Welche Möglichkeiten hat er nun für 2011? Die offensichtlichste Lösung für dieses Übergangsjahr dürfte ein drittes Team bei Stewart-Haas Racing darstellen, Tony hat ja schon öfter damit kokettiert zu expandieren. Rick Hendrick dürfte sicherlich schon ein großzügiges Angebot an Smoke in der Hinterhand haben, um sein Kundenteam von diesem Plan zu überzeugen. Als Sponsor kommt wieder Budweiser in Frage, die Kasey Kahne nun schon seit drei Jahren begleiten und auch ziemlich zufrieden mit ihrem Werbeträger sind. Zudem hat Hendrick schon eine Vergangenheit mit dem Bierbrauer, der in den 90er-Jahren auf der #25 zu sehen war. Aber was passiert mit diesem dritten Stewart-Haas-Team dann 2012? Dazu gibt es schon die Theorie, dass Danica Patrick dann nach zwei Teilzeit-Jahren in der Nationwide Series in den Cup gehievt werden könnte. Und weil Mark Martin ja so ungern ganz aufhört, könnte er sich das Cockpit bei SHR mit Danica teilen, um den Wagen zumindest in den Top35 zu halten, sollte es Patrick nicht alleine schaffen. So hätten im Prinzip alle das, was sie wollen.

Eine Alternative dazu wäre, JR Motorsport ab dem nächsten Jahr im Cup starten zu lassen. Das ist zwar bisher generell nicht vorgesehen, aber Rick Hendrick hat Anteile am Nationwide-Team von Dale Earnhardt Jr und könnte da sicher eine Menge Einfluss ausüben. Das könnte sich auch so darstellen, dass Hendrick quasi die (einjährige) Cup-Operation von JR Motorsports komplett unter seine Fittiche nimmt. Die Ressourcen für ein inoffizielles fünftes Team unter einem anderen Banner wären jedenfalls vorhanden, denn schon in den letzten beiden Jahren stellte Hendrick Motorsports ein fünftes Auto für Brad Keselowski in jeweils sieben Saisonrennen zur Verfügung. Warten wir also erstmal maximal 90 Tage ab…

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April 12 2010

15:03

NASCAR: Analyse Phoenix I 2010

Spaß machte das Rennen in Phoenix leider nur zeitweise, aber am Ende gab es einen Überraschungssieger.

Die Strecke in Phoenix hat ja so ihre Besonderheiten. Zum einen ist sie durchaus schnell, zum anderen gleicht sie fast einer Rundstrecke, weil die Kurvenüberhöhung eher marginal ist. Die Mischung sorgt meist für ein interessantes Rennen, dass in diesem Jahr durch den Umstand verkompliziert wurde, dass man es um knapp eine Stunde Rennzeit verlängert hat. Das stieß nicht überall auf Gegenliebe, kritisieren doch viele Teams und Fans, dass die Rennen eh schon lange genug seien. Doch in diesem Fall hat sich die Verlängerung durchaus gelohnt, denn man startete bei brütender Hitze in der Wüste und fuhr dann in die eher kühle Nacht rein. Man musste also viel am Auto rumschrauben. Am Ende war es, mal wieder, eine Caution, die den Rennverlauf auf den Kopf stellte.

Die vier Überraschungsfahrer in den ersten beiden Startreihen, Allmendinger, Speed, Hornish und Ambrose konnten nur zu Beginn des Rennens den Rest der Meute hinter sich halten. Auch wenn man allen vier mal ein gutes Rennen gegönnt hat, am Ende setzte sich dann doch die Erfahrung der großen Teams durch. Als das Rennen vorbei war, lagen Ambrose auf 11, Allmendinger auf auf 15, Hornish auf 18 und Speed auf Platz 21. Das sind aber immer noch respektable Ergebnisse, und zeigt, dass ein vorderer Startplatz durchaus dazu führen kann, dass man sich aus dem Gerangel im Mittelfeld und damit den möglichen Unfällen raus halten kann.

Doch vorne gaben andere den Ton an. Juan Pablo Montoya dominierte das eher fade Rennen bis zur Halbzeit teilweise nach Belieben. Zwar saß ihm zwischenzeitlich Tony Stewart im Genick, doch in der frühen Phase des Rennens hielt man sich an der Spitze mit harten Manöver zurück und ließ den Kolumbianer ziehen. Weiter hinten machten es sich die Hendrick Piloten gemütlich. Gordon, Johnson und zeitweilig Earnhardt fuhren zunächst unauffällige Rennen um die Top Ten herum. Einzig Mark Martin, der schon eine schlechte Quali hatte, steckte im Mittelfeld fest. Richtig Pech hatten Kasey Kahne und Kurt Busch. Der Ex-Meister verschätzte sich schon in Runde 16 Eingangs Turn 2 und nahm auf seinem Weg dann auch noch Kahne mit, den er rückwärts in die Mauer schickte. Der Ford war danach ein Kompaktwagen und das Rennen beendet.

Ab Mitte des Rennens kam Bewegung ins Feld, denn mit Einbruch der Nacht veränderten sich die Streckenverhältnisse und man musste den Wagen anpassen. Am besten gelang das zunächst, wenig überraschend, Jimmie Johnson, der sich Montoya schnappte und ihn Führung ging. Es sah mal wieder nach einem Johnson Sieg aus, der die Strecke ja durchaus mag, aber noch war das Rennen nicht zu Ende. Mittlerweile hatte sich der nur von Platz 17 gestartete Kyle Busch nach vorne geschoben und sorgte für Druck. Nach einem Restart in Runde 261 (Reutiman hatte sich die Mauer näher angeschaut) übernahm der jüngere Busch die Führung und stürmte vorne genauso weg, wie es vorher Montoya und Johnson gemacht hatten.

Travis Kvapil verlor in Runde 314 seinen Motor, was zu einer weiteren Caution führte, ganz knapp vor den geplanten Boxenstopps. Damit lag man auch gerade so im Fenster um das Rennen ohne weiteren Tankstopp zu Ende zu fahren, aber die Frage war natürlich, wie Reifen über die Distanz gehen würden. Nach dem Restart in Runde 321 setzte sich Kyle Busch direkt ab, was auch damit zu tun hatte, dass man sich hinter ihm nicht immer einig war. Schon beim Start versuchte Montoya zu dritt in Turn 1 zu fahren, was am Ende dazu führte, dass er etliche Plätze verlor. Auf Platz drei lag Gordon, der sich aber ein sehenswertes Duell mit Clint Bowyer lieferte. Teilweise fuhr man runden lang nebeneinander. Um Platz 10 balgten sich Martin, Harvick, Edwards, Allmendinger und Hornish. Ryan Newman, der auch eher ein zähes Rennen hatte, schob sich gegen Ende auf Platz 5.

Aber die NASCAR wäre nicht die NASCAR, wenn es nicht am Ende doch noch mal krachen würde. Busch segelte einem verdienten Sieg entgegen, doch dann platzte Scott Riggs drei Runden vor Schluss ein Reifen – Caution. Alles fährt natürlich an die Box, aber Johnson und Busch machen den Fehler für das GWC vier Reifen zu nehmen, während der Rest auf zwei setzt. Ein paar verzichteten komplett auf den Wechsel. Und so dann die Startreihenfolge aus: 1. Jeff Gordon 2. Ryan Newman 3. Mark Martin 4. Matt Kenseth 5. A.J. Allmendinger. Von Busch und Johnson keine Spur.

Tony Stewart hatte schon zu Beginn des Rennens gezeigt, dass man mit zwei Reifen durchaus ein paar Runden konkurrenzfähig sein konnte. Warum die Crewchiefs von Johnson und Busch das nicht auf dem Schirm hatten, ist ein kleines Rätsel.

Der Restart sah kurz Gordon vorne, doch Ryan Newman hatte einen mittleren Energieanfall und schob sich am Hendrickpiloten vorbei. White Flag und die Sache war erledigt. Johnson preschte am Ende noch auf den dritten Platz, Kyle Busch wurde nur achter und war dementsprechend angefressen. Montoya, der ja zunächst lange geführt hatte, kam immerhin auf Platz 5 ins Ziel.

Montoya war am Ende zufrieden, denn was der jetzt braucht sind weiterhin solche Ergebnisse. Er liegt immer noch rund 130 Punkte von Platz 12 entfernt. Das wird keine leichte Sache mit dem Chase, ist aber nicht unmöglich.

Andere Fahrer:
- Junior hatte mal wieder ein zähes Wochenende. Er lag durchaus gut im Rennen, kam aber nicht an die Spitze ran. Wie immer fehlt es vor allem an der Verbesserung des Wagens während des Rennens. Er liegt 50% des Rennens in Tuchfühlung zur Spitze, danach verlässt es ihn meist und er rutscht ab. Am Ende wurde er 12.

- Max Papis schob seinen Wagen in der Quali ins Feld, dann überhitzte sein Toyota aber und er kam nur auf Platz 40. Das hilft ihm nicht im Kampf um die Top 35.

- Denny Hamlin fuhr bekanntlich mit einem frisch operierten Knie und hatte Casey Mears als Ersatz bereit stehen. Er fuhr das Rennen aber erstaunlicherweise durch und kam auf Platz 30.

- Joey Logano hatte auch ein schwieriges Rennen, landete aber auf Platz 10. Das Nachwuchstalent legt bisher eine sehr gute Saison hin, seine Chancen auf den Chase sind durchaus da.

- Nachdem die NASCAR den “Start & Park” Teams klar gemacht hat, dass man es nicht mehr duldet, wenn ein qualifiziertes Auto nicht mal den Versuch unternimmt eine Renndistanz zu fahren, stellen die Teams ihre Wagen mittlerweile sehr spät ab. Erster Ausfall in Phoenix war McDowell in Runde 149.

Nächste Woche steht das ultraschnelle Oval in Texas auf dem Programm. Da wird sich dann auch zeigen, was der neue Spoiler so alles verändert. Man hat den Eindruck, dass die Wagen nun etwas instabiler auf der Hinterachse sind, aber auch besser draften können. Wird spannend.

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April 08 2010

20:28

NASCAR: Vorschau Phoenix April 2010

Nach den zwei echten Shorttracks in Bristol und Martinsville gastiert die NASCAR in dieser Woche auf dem sehr ungewöhnlichen Oval in Phoenix, Arizona. Jimmie Johnson konnte vor zwei Wochen nicht brillieren, steht nun aber an der Spitze der Punktetabelle und ist in Phoenix stark.

Warum schreibe ich „nach zwei ECHTEN Shorttracks“? Ganz einfach: Der Phoenix International Raceway ist exakt eine Meile lang und steht damit größentechnisch zwischen den echten Shorttracks Bristol, Martinsville (Halbmeiler) und Richmond (Dreiviertelmeile) auf der einen Seite und den schnellen Intermediate Ovalen mit typischerweise 1,5 Meilen Länge auf der anderen. Da die Grenze allerdings genau bei der Marke von einer Meile gezogen wird, ist Phoenix so ein Zwischending. Dann kommt natürlich noch das sehr spezielle Layout der Strecke dazu, die eine Einteilung noch einmal schwieriger gestaltet. Bleiben wir einfach dabei, dass das „(R)oval“ in Arizona eine ganz besondere Stellung innehat. Zur Geschichte des PIR hier ein Auszug aus einer früheren Vorschau, der auch die ungewöhnliche Form des Speedways erklärt:

Die Strecke ist mal wieder eine echte Rarität und hat seine außergewöhnliche Form den geologischen Gegebenheiten auf dem Grundstück zu verdanken. Weil man außer dem Oval noch eine Rundstrecke und einen Dragstrip mit auf das felsige und hügelige Gelände quetschen wollte, musste die Strecke ein wenig zurechtgebogen werden: So hat die Gegengerade außer ihrem Banking von 9° einen Knick, der als „dogleg“ bekannt ist. Die Turns haben ähnlich Pocono einen unterschiedlichen Charakter, Turn 1 und 2 sind mit 11° überhöht und enger als Turn 3 und 4, die dafür auch 2° weniger Banking aufweisen. Das Oval ist exakt eine Meile lang und fasst 76.800 Zuschauer, die zum Teil auf Naturtribünen ihren Platz findet. Rustikales Ambiente also und man erzählt sich außerdem die Geschichte, dass das Rennen ohne die freiwilligen Helfer nicht möglich wäre, die jeden Morgen auf den Tribünen die Klapperschlangen einsammeln; authentisches Wüstenfeeling.

1964 wurde der Raceway in Avondale, Arizona im Südwesten von Phoenix erbaut und in einer Sports-Illustrated-Umfrage wählten ihn 2007 12% aller NASCAR-Fahrer zu ihrer Lieblingsstrecke, was immerhin zu einem zweiten Platz gemeinsam mit dem Atlanta Motor Speedway hinter Bristol (18%) reichte. Eigentlich galt das Oval bis zum Jahr 2005 eher als Rennschauplatz der Open-Wheeler, allen voran den IndyCars und der Indy Racing League, doch die NASCAR-eigene International Speedway Corporation (ISC) entschied sich in besagtem Jahr für eine Neuausrichtung. Interessanterweise verfügte die Strecke bis zu diesem Zeitpunkt über die drittlängste IndyCar-Historie nach Indianapolis und Milwaukee. Die ISC kaufte den Phoenix International Raceway 1997 dann schließlich, doch Cup-Rennen fanden schon seit 1988 dort statt. Seit dem 2005er Kalender-Realignment verfügt das Oval gemeinsam mit Texas auch über ein zweites Saisonrennen, damals zu Ungunsten von Rockingham und Darlington.

Der externe Rundkurs war in den Parkplatz des Raceways integriert und führte von außen über die Fahrbahn des Ovals in das Innere der Anlage. Dieser Kurs wurde dann später durch eine integrierte Strecke im Infield ersetzt. Seit den letzten großen Umbauarbeiten 2002-03 gibt es einen Access-Tunnel unter Turn 4, womit auch die erwähnten bisherigen und einzigen Zufahrten ins Infield geschlossen werden konnten. Dadurch existiert auch der Dragstrip in seiner früheren Form nicht mehr.

Ein kleiner Rückblick auf Martinsville zeigt die aktuelle Stärkeverteilung im Cup

In Martinsville bestätigte sich wieder das ungeschriebene Gesetz, dass nur Denny Hamlin und Jimmie Johnson gewinnen dürfen. Wie ungewöhnlich stark sich dieser „Fluch“ durchsetzen konnte, war gegen Ende des Rennens zu sehen. Während Johnson blass blieb, aber trotzdem mit einem Top10-Ergebnis die Tabellenführung übernehmen konnte, führte Hamlin im Angesicht der zwei Tage später folgenden Knie-OP die meisten Runden. Dann folgte der taktische Fehlgriff des Jahrhunderts, der uns sicherlich alle mit offenem Mund vor dem Bildschirm zurückließ: Hamlin und Teamkollege Kyle Busch gingen tatsächlich in der letzten Gelbphase etwa 10 Runden vor Schluss an die Box und ließen neue Reifen aufziehen. Mit Hilfe des „Fluchs“, mehrerer Overdrive-Versuche und der kurzen Rivalität zwischen Matt Kenseth und Jeff Gordon konnte Hamlin den Sieg und die Serie allerdings doch noch retten. Ein unfassbar spannendes Finish, eines was wir seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen hatten.

Was war noch zu sehen? Ach ja, RCR ist wieder zurück. Wenn Jeff Burton, wie übrigens so vielen anderen auch, nicht der Reifen geplatzt wäre, stünde vermutlich ein Top5-Resultat für ihn zu Buche. Clint Bowyer landete immerhin auf Platz 7 und Kevin Harvick verlor die Führung in der Meisterschaft auch nur aufgrund von Bremsproblemen, die ihn 100 Runden zurückwarfen. Heimlich, still und leise ist Johnson in Martinsville also an die Spitze vorgerückt und hat dort die beiden Fords von Greg Biffle (-14) und Matt Kenseth (-16) im unmittelbaren Schlepptau. Die waren aber in Martinsville jenseits der Top10 unterwegs. Normalerweise fahren sie 2010 konstant vorne mit, aber für einen Ford-Sieg hat es bisher noch nicht gereicht. Das unterstreicht nun vor allem Richard Petty Motorsports, wo außer beim zurzeit sensationellen Paul Menard wirklich nichts vorwärts geht. Kasey Kahne hat beispielsweise schon ca. 100 Punkte Rückstand auf den Chase, in dem Menard momentan stehen würde.

Juan Pablo Montoya liegt nach vielen unverschuldeten Rückschlägen auf Platz 25 nun schon 171 Punkte hinter dem Chase. Aber wer weiß, wenn das Pech jetzt zuschlägt, dann hat er vielleicht gegen Ende der Saison mehr Glück. Doch das nützt ihm natürlich nichts, wenn die Chase-Qualifikation misslingt. Viele solche Totalausfälle darf er sich jedoch nicht mehr leisten. Wer ist derzeit noch vorne mit dabei? Nach Johnson, Biffle und Kenseth alle drei RCR-Fahrer, zu denen sich noch zwei Hendrick-Piloten gesellen: Jeff Gordon und überraschenderweise Dale Earnhardt Jr, für den es in diesem Jahr wieder besser läuft. Dann sind da noch Tony Stewart, der momentan eher mitfährt, sowie Kurt Busch, Paul Menard und Brian Vickers. Hinter Platz 12 lauern Carl Edwards, Mark Martin und die drei Fahrer von Joe Gibbs Racing. Denny Hamlin wird nach seiner Knie-OP versuchen, jedes Rennen zu bestreiten, hat aber Casey Mears als Ersatzmann zur Seite gestellt bekommen. Um die vollen Punkte zu bekommen, muss Hamlin jedes Rennen starten, kann aber falls das Knie zu stark anschwillt, jederzeit an Mears übergeben, der dann leer ausgeht.

In Phoenix geht der Sieg vermutlich nur über Hendrick Motorsports; RCR mit Chancen

Mit wem muss man nun in Phoenix rechnen? In allererster Linie natürlich wieder mit Dauermeister Johnson sowie allen weiteren Hendrick-Piloten, denn seit 2007 stand kein anderes Team in der Wüsten-Victory-Lane. Dann kann man noch weiter eingrenzen und getrost auf einen Chevrolet-Sieg tippen, denn seit 2003 hat nur ein Ford in Phoenix gewonnen und das war 2005! Toyota und Dodge suchen weiterhin nach der Einfahrt in die Victory Lane. Wenn man die momentane Kräfteverteilung 2010 anschaut, dann wird diese Phoenix-Statistik fast mit Sicherheit länger werden.

Anbei noch die Liste der bisherigen, noch aktiven Sieger:

1. Jimmie Johnson (4)
2. Mark Martin, Dale Earnhardt Jr, Jeff Burton und Kevin Harvick (je 2)
3. Tony Stewart, Matt Kenseth, Kurt Busch, Kyle Busch und Jeff Gordon (je 1)

Zu beachten ist, dass Mark Martins erster Sieg, beide Erfolge von Jeff Burton und Kurt Buschs Sieg in einem Ford zustande kamen. Tony Stewart gewann in einem Pontiac und Kyle Busch in einem Hendrick-Chevy.

Das zeigt also, dass der Sieg vermutlich nur über Hendrick und RCR geht. Die Top5-Kandidaten dahinter sollten sein: Kurt Busch, einer der Roush-Fords (vermutlich Greg Biffle oder Matt Kenseth) sowie eventuell Denny Hamlin, wenn er denn die OP gut wegstecken kann. Juan Pablo Montoya muss die Top10 erreichen, sonst wird es verdammt eng. Im letzten Phoenix-Rennen gelang ihm das zum ersten Mal dort. Dann habe ich noch drei Geheimtipps für die Top10: Martin Truex Jr schaffte das bereits in den letzten vier von fünf Phoenix-Ausgaben zwar in einem EGR-Chevy, doch sein MWR-Toyota war in Martinsville für die Top5 gut. Ebenso sehe ich David Reutimann da vorne, der im letzten Jahr beide Rennen in den Top10 beendete. Der Dritte im Bunde ist Marcos Ambrose mit den Plätzen 18, 14 und 11 in seinen bisherigen Anläufen in Phoenix. Alles in allem sollte man also am Wochenende auch auf Michael Waltrip Racing achten.

Wer das Rennen schauen will, der wird eine Nachtschicht einlegen müssen, denn Saisonrennen Nummer 7 startet in der Nacht von Samstag auf Sonntag um ca. 1:45 Uhr. FOX überträgt ab 1 Uhr. Alle anderen Termine laufen komplett am Freitag ab: Das Cup-Qualifying gibt es in der Nacht vor dem Rennen um 1 Uhr auf SPEED zu sehen und im Anschluss daran fährt die Nationwide Series ihr Rennen ab 3 Uhr auf ESPN2. Ungewöhnlich: Wegen des Nachttermins gibt es nach dem Cup-Qualifying keine Practice-Sessions mehr. Die einzigen beiden Trainingssitzungen finden davor statt, allerdings gelten keine „impound rules“. An den Wagen darf also trotzdem gearbeitet werden.

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March 29 2010

22:20

NASCAR: Analyse Martinsville März 2010

Erst wurde das Rennen verschoben und dann gab es das beste Finale seit langem auf einem Short Track.

Die NASCAR Verantwortlichen werden sich ärgern. Erst schwemmt der Regen die Übertragung auf den ungeliebten Montag und dann folgt auch noch eines der besten Short-Track Finishes seit einiger Zeit. In Zeiten, in denen die Quoten weiter fallen, wären die letzten Runden in Martinsville genau das, was die Serie gebrauchen könnte. Nur hat es eben kaum einer gesehen, weil die meisten Fans Montagmittags eben arbeiten müssen. Dabei plätscherte das Rennen lange so vor sich hin, geprägt von einigen Führungswechseln, aber den immer gleichen Protagonisten in den Top 10.

Weil schon die Quali ins Wasser gefallen war, stand Kevin Harvick auf der Pole. Und die nutzte er auch gleich in den ersten Runden aus. Er hatte schon das Truckrennen am Samstag dominiert und in den ersten Runden sah es wieder an einer Harvick-Show aus. Doch dann brach plötzlich und ohne Einwirkung eines Gegners etwas an der Hinterachse und die Sache war gelaufen. Er kam zwar noch einmal mit rund 100 Runden Rückstand raus, aber die Führung in der Meisterschaft ist er dennoch los.

Kurt Busch übernahm die Spitze und hielt sich dort, mit kleinen Unterbrechungen auch lange. Ansonsten tat sich vorne nicht allzu viel. Das übliche “beatin’ & bangin’” im Mittelfeld führte zu ein paar harmlosen Drehern und sorgte während des Rennens für einige Unterhaltung. Zu den wenigen Fahrern, die sich nach vorne arbeiten konnten, gehörte Juan Pablo Montoya. Zeitweise prügelte er seinen Chevy durchs Feld und überholte zwei, drei Fahrer pro Runde. Doch die ruppige Fahrweise führte dann auch zu Problemen. Der rechte Vorderreifen, in Martinsville eh ein kleines Problem, mochte die harte Fahrweise des Kolumbianers nicht und explodierte. Montoya landete heftig in der Mauer und damit war sein Rennen auch gegessen. Für ihn bedeutet der erneute Ausfall, dass es schon jetzt tatsächlich eng werden könnte mit dem Chase. Er liegt 170 Punkte hinter dem letzten Platz im Chase. Das lässt sich aufholen, aber viele Ausfälle kann er sich nicht mehr leisten.

Im Verlauf des Rennens wechselten sich Kurt Busch, Denny Hamlin und Jeff Burton an der Spitze ab. Zwischenzeitlich mischte auch Mark Martin mit, der während zwei Gelbphasen mal das Risiko mit nur zwei neuen Reifen gegangen war, was ihn nach vorne spülte. Er sah im letzten Drittel des Rennens sehr stark aus, doch weil er nach einem Boxenstopp zu früh los fuhr und einen Luftschlauch mit riss, wurde er ans Ende des Feldes gesetzt. Kurt Busch hatte ebenfalls Pech, weil sich ein Rad gelöst hatte, und er unter Grün an die Box musste. Danach war sein Rennen ebenfalls vorbei.

Wie üblich auf einem Short Track spitze sich das Rennen gegen Ende zu. Jeff Burton und Denny Hamlin lieferten sich einen packenden und sauberen Zweikampf und die Führung wechselte teilweise im Rundentakt. Man überstand die üblichen Unterbrechungen in den letzten Runden und Hamlin konnte sich 12 Runden vor Schluss endlich absetzen. Doch dann folgte eine erneute Unterbrechung, weil dem unglücklichen Jeff Burton ein Reifen platze.

Vorne lagen Hamlin und Kyle Busch und man freute sich schon auf einen Zweikampf, da bogen beide JGR Piloten zum Reifenwechsel in die Box ab! Und sie waren die einzigen Fahrer der Top Ten, die neue Reifen fassten. Eine unfassbare Fehlentscheidung, die Kommentatoren bei FOX waren geradezu entsetzt, mir fiel die Kinnlade runter und man konnte das “What the fuck…” aus den USA quasi laut hören. Denn nach dem Burton weg war, gab es kein Team, dass ansatzweise den Speed der JGR gehen konnte. Es war ein völlig überflüssiger Stopp, der Busch und Hamlin auf Platz 9 und 10 zurück warf.

Vorne lag, vermutlich selbst etwas überrascht, Jeff Gordon, der zwar im Rennen immer in den Top 10 war, aber im letzten Drittel des Rennens nie wirklich in den Spitzenkampf eingreifen konnte. Der Restart erfolgte 5 Runden vor Schluss und wer sollte Gordon das Rennen noch streitig machen?

Hamlin und Bush bohrten sich mit den neuen Reifen durch das Feld und Hamlin lag zwei Runden vor Ende des Rennens auf Platz vier, aber ohne Chance Jeff Gordon noch einholen zu können, da der Alt-Meister ein paar Wagenlängen in Führung lag. In der vorletzten Runde und in Turn 3 gerieten aber Kyle Busch und Paul Menard aneinander. Letzter schickte Busch in die Mauer, der dann quer auf der Strecke stand. Knapp 100 Meter vor der weißen Flagge warf die NASCAR die Caution und es ging in die Verlängerung. Gordon, der wie der sichere Sieger aussah, musste also noch mal ran.

Beim letzten Restart startete Jeff Gordon auf der unteren Linie, Ryan Newman neben ihm außen, Matt Kenseth hinter Gordon und neben ihm Hamlin. Eine denkbar ungünstige Situation, denn auf der Außenlinie war das Überholen schwer. Aber wie es so bei einem GWC ist – es wurde eng. Newman und Gordon blockierten beide Linien, doch Kenseth gab unten Gordon einen Schubser, der dazu führte, dass Gordon Newman weg drängte. Kenseth drängelte sich unten rein, Hamlin tobte durch die Lücke hinter Gordon. Auf der Gegengerade zog Kenseth an Gordon vorbei, doch Eingangs Turn 3 war Kenseth etwas zu flott und rutschte vor Gordons Nase. Der stupste den Ford-Piloten auf die Außenlinie und plözlich tat sich auf der unteren Linie eine riesige Lücke auf. Hamlin schlüpfte durch und gegen seine vier neuen Reifen hatte niemand mehr eine Chance. Und weil Gordon und Kenseth sich gegenseitig behinderten, zog auch noch Joey Logano vorbei. Ein unfassbares Finish, eine letzte Runde, wie man sie selten sieht. Der Boxenstopp der JGR Mannschaft dürfte zwar somit im Preisausschreiben um die dämlichste Entscheidung des Jahres keine Rolle mehr spielen, aber vergessen wird man das so schnell auch nicht.

Selbst nach dem Rennen machte Hamlin noch einen total überraschten Eindruck, während Gordon mit seinem Schicksal haderte. Verständlich, die NASCAR hätte auch warten und die Caution erst dann geben können, nachdem Gordon die weiße Flagge gesehen hätte. Dann wäre ihm die Overtime erspart geblieben und das Rennen wäre unter Gelb beendet worden. Aber die NASCAR will ja unbedingt die GWC.

Andere Fahrer:

- Kasey Kahne kam nur auf Platz 17 ins Ziel und war frustriert. Die Zeichen mehren sich, dass er Ende des Jahres samt seines Sponsors Budweiser das Team verlässt. Gerüchte besagen, dass er mit dem Bierbrauer bei RCR andocken will.

- Junior hatte ein durchwachsenes Rennen. Wegen einer schlechten Pitstoppansage fiel er kurz zurück, kämpfte sich aber wieder nach vorne. Er fuhr das gesamte Rennen zwischen Platz 10 und 15, am Ende wurde er auch 15. Nach allem, was man so hört, ist die Stimmung zwischen ihm und seinem Crew Chief Lance McGrew nicht die allerbeste. Die beiden giften sich während des Rennens ziemlich an. FOX, bzw. Darell Waltrip, spielten die teilweise harten Worten zwar runter, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Kommunikation und das Vertrauen zwischen beiden nicht sonderlich gut ist.

- Jimmie Johnson blieb blass, aber hielt sich im gesamten Rennen in den Top Ten. Er wurde neunter und übernahm die Führung in der Meisterschaft. Man unkt schon, dass er dort bis Ende November auch bleiben wird.

- Tony Stewart sah nur in der ersten Stunde des Rennens gut aus, dann fiel er zurück und man verhedderte sich heillos mit der Abstimmung. Platz 26 wurde es am Ende.

- Brad Keselowski wurde 12. Carl Edwards war nie zu sehen, wurde am Ende aber irgendwie achter.

- Drei weitere interessante Ergebnisse: Martin Truex jr. hatte eine gutes Rennen und kam auf Platz 5 ins Ziel. Brian Vickers kam auf die sechs und der in diesem Jahr sehr erstaunliche Paul Menard wurde 14. Der “Bezahlfahrer” (seine Vater ist der Sponsor des Teams) hat ein so gutes Jahr, dass die Roush-Fahrer angefangen haben, seine Abstimmungswerte zu kopieren. Im Moment liegt er mit Platz 11 noch stramm auf Chase-Kurs.

Nächste Woche macht der Sprint Cup Pause, nach Ostern geht es in Phoenix weiter.

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March 08 2010

17:42

NASCAR: Analyse Rennen Atlanta 2010 / WTCC: Analyse Curitiba

Nach den beiden Langweilern in Fontana und Las Vegas hat die NASCAR gestern in Atlanta ein sehr gutes Rennen hingelegt. Für den Aufreger des Rennens sorgte Carl Edwards.

Zu Beginn der Saison hat die NASCAR klar gemacht, dass man in diesem Jahr weniger regulieren möchte, was die Auseinandersetzungen auf der Strecke angeht. “Die Handschuhe kommen runter” heißt es hübsch in der Werbung und man zeigt Aussschnitte, wie verschiedene Fahrer nach einem Rennen aufeinander los gehen. Die Stoßrichtung ist klar: back to the basics und jener Zeit, als man sich eben auch gerne mal nach dem Rennen ein wenig durch die Gegend geschubst hat, wenn einem der Gegner auf die Nerven ging. Soweit, so gut die Idee. Was die NASCAR nicht wollte, waren so Unfälle wie gestern in Atlanta, als sich Carl Eadwards und Brad Keselowski bös in die Quere kamen.

Beide haben so ihre Geschichte. Sowohl miteinander (Talladega 2009), als auch solo auf der Strecke. Edwards ist in der Vergangenheit schon mehr aufgefallen, weil ihm gerne mal die Sicherung durchknallt, Kesolowski fiel in diesem Jahr auf, weil er etwas ungestüm unterwegs war, und schon mal blöd im Weg rumstand. Gestern gerieten die beiden das erste Mal in Runde 43 aneinander. Nach einem Restart ging es mal wieder eng zu und Edwards wollte von der mittleren Linie nach unten ziehen, wo allerdings Keselowski unterwegs war. Der Nachwuchsfahrer meinte nach dem Rennen, er habe gelupft, aber Edwards sei zu früh runter gezogen. Edwards war der Meinung, dass er mehr oder weniger absichtlich abgeschossen wurde. Leider wurde Joey Logano mit in den Unfall verwickelt, dessen Rennen damit auch mehr oder weniger gelaufen war.

Die Roush Truppe bügelte den Wagen von Edwards wieder hin und dieser kam, mit etwas mehr als 160 Runden Rückstand wieder auf die Strecke. Und dann passierte das:

Es war ein klarer Racheakt, den Edwards, nach dem die NASCAR ihn sofort geparkt hatte, auch zu gab. Er habe nicht damit gerechnet, dass die #12 sich überschlagen würde. Eine, wie ich finde, dumme Ausrede. Der Unfall hätte durchaus schlimmer ausgehen können. Nicht nur für Keselowski, sondern auch für die Zuschauer. Meine erste, intuitive Reaktion nach dem Unfall: Edwards gehört für ein Rennen gesperrt.

So leicht ist das aber nicht, zu Mal sich Keselowski in den letzten Rennen im Feld nicht gerade beliebt gemacht hat. Dazu kommt – wenn die NASCAR Edwards jetzt bestraft, ist die neue Politik dann sofort wieder hinfällig? In den USA wird das gerade, auch per Twitter, heiß diskutiert und eine richtige Meinung hat sich noch nicht heraus gebildet. Meine Meinung: fahrt euch wegen mir in die Kiste, aber a) nicht bei 190 mph und b) so, dass der andere nicht frontal oder auf dem Kopf in der Mauer landet. Die Fahrer sollten Erfahrung genug haben, wie man so etwas bewerkstelligt. Wer einen größeren Gedächtnisspeicher als Edwards hat, wartet sowieso auf Bristol, Martinsville, Richmond oder Dover.

Ansonsten gehörte das Atlanta Rennen durchaus zu besseren der letzten Zeit, weil sich an der Spitze sehr viel tat. Kurt Busch, Juan Pablo Montoya, Kasey Kahne und gegen Ende auch Matt Kenseth fuhren ein sehr enges, und sehr spannendes Rennen aus. Interessanterweise waren die Hendrick Piloten kaum zu sehen. Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Dale Earnhardt wurden allesamt von Reifenproblemen geplagt. Ebenso Tony Stewart und Danny Hamlin. Auf den ersten Blick schien es so, dass Goodyear mal wieder Mist gebaut hat. Der Hersteller hatte härtere Reifen mit gebracht, die ausgiebig vorher in Atlanta getestet wurden. Dabei kam es allerdings zu keinen Problemen und auch viele andere Teams fuhren problemlos lange Distanzen. Offenbar hatte es etwas mit einer sehr extremen Abstimmung zu tun. Um schnell in den Kurven zu sein, werden die Wagen gerne asynchron abgestimmt, das heißt, sie schieben auf der Geraden etwas über den rechten Vorderreifen, dafür muss man in den Kurven nicht so stark einlenken. Man kennt das auch aus der IRL, wo die Piloten das Lenkrad auf der Gerade schief halten müssen. Aber diese Abstimmung führte wohl zu den massiven Problemen bei den Reifen.

Kurt Busch, der schon im letzten Frühjahr gewinnen konnte, schien das alles relativ wurscht zu sein. Er hatte fast über die gesamte Distanz den besten Wagen, profitierte aber auch von den Fehlern der Konkurrenz. Kahne fiel wegen eines schlechten Boxenstopps weit zurück, ähnlich erging es Montoya zwischen durch, der aber wieder einen sehr starken Eindruck macht. Auch andere Piloten, die zwischendrin mal ihre Nase nach vorne steckten, fielen später zurück. Jeff Gordon, Jimmie Johnson, Danny Hamlin, Dale Earnhardt und Kyle Busch versackten im Mittelfeld.

Gegen Ende des Rennens wurde es richtig spannend. Der Unfall von Keselowski löste die erste GWC aus, ein Big One nach dem Start (#1,5,11,18,33,38,56) machte einen weiteren Restart nötig. Das war ein wenig ärgerlich für Montoya, der vor dem Zwischenfall mit Keselowski den zwischenzeitlichen Vorsprung von Busch pulverisiert hatte und kurz davor stand, zum Angriff überzugehen. Aber die Restarts blieben dann doch die Domäne von Kurt Buch, der Sieg Nummer 21 nach Hause fahren konnte.

Kurz zu den anderen Fahrern:

- Mark Martin hatte eins schwaches Rennen und war am Ende in den Big One verwickelt.

- RCR war sehr blass. Man bekam die Abstimmung nicht hin und fuhr weit hinterher.

- Auffällig: mal wieder Paul Menard, der nach einem guten Rennen auf den fünften Platz kam und AJ Allmendinger, der sechster wurde.

- Red Bull hatte mit Platz 7 (Vickers) und 10 (Speed) ein gutes Mannschaftsergebnis

- Mike Bliss kam auf die 24, David Gilliand auf die 26 ins Ziel, was für beide in ihren unterfinanzierten Teams ein gutes Ergebnis war.

Nächste Woche ist Pause in der NASCAR. Nächstes Rennen dann in 14 Tagen in Bristol.

WTCC Curitiba
Die Rennen in Curitiba sahen Regen, zwei mittelmäßig spannende Rennen, starke, wenn auch nicht übermächtige Seats, gute Chevrolets und enttäuschende BMWs.

1.Rennen
Das 1. Rennen wurde wegen Regens hinter dem Safety Car gestartet. Das Wasser floss allgemein sehr schlecht ab, vor allem in den Kurven 1 und 2 was einigen Fahrern Ausritte bescheren sollte, doch der Reihe nach. Nach 2 Runden wurde das Rennen freigegeben und Yvan Mueller führte das Feld vor Gené ,Menu und Huff auf die Start-Ziel-Gerade. Alle in den Top 4 außer Mueller trafen den Bremspunkt der ersten Kurve nicht und mussten durchs Gras. Gené verpasste wenige Kurven später leicht übermotiviert und auf Grund der Nässe einen weiteren Bremspunkt ,musste den Notausgang nehmen und beraubte sich somit aller Chancen auf ein Podium, er wurde am Ende Siebter. Durch den Ausritt von Gené, der bis dahin auf Platz 2 lag, fuhren nun 3 Chevys in den Top 3. Dies sollte sich bis zum Rennende nicht mehr ändern. Später mussten dann auch Tarquini, Coronel und Monteiro in Kurve 1 geradeaus, was den Chevys das Rennen erleichterte.

Im Laufe des Rennens wurden die Bedingungen spürbar besser, es hörte auf zu regnen und die Sonne kam durch. Das machte das Rennen leider an der Spitze nicht gerade interessanter. Vorne fuhr Yvan Mueller einem ungefährdetem Start-Ziel Sieg entgegen. Da die 3 Chevrolets sich vorne verständlicherweise nicht viel taten, musste man ins Mittel- und Hinterfeld gucken, um Rennaction zu sehen, was die Regie leider meines Empfindens nach in beiden Rennen zu selten tat. Dort gab es nämlich schöne Duelle zum Beispiel zwischen Priaulx/Farfus, Barth/Michelisz Engstler/Young und Coronel/Gené. Als die Fahrer gegen Ende des Rennens schon anfingen nach Wasser auf der Strecke zu suchen, tat sich nicht mehr viel. Huff konnte zwar zwischendurch nochmal Druck auf Mueller machen, doch der fuhr das Rennen mit seiner Erfahrung vor Huff und Menu nach Hause. Somit bescherte Mueller Chevrolet in seinem erstem Rennen für das Team einen reinen Start-Ziel-Sieg. Starke Leistung von Mueller und der gesamten Chevy-Truppe. Und die Seats? Die sorgten für schöne Rennaction, verbauten sich ihre Chancen im ersten Rennen aber größtenteils selbst, durch Ausritte in der ersten Kurve und Rangeleien. So ziemlich jeder Seat-Pilot dürfte die Kurve 1 mal nicht bekommen haben. Tarquini wird erster Seat auf Rang 4, danach folgen die beiden sehr unauffällig fahrenden BMWs von Priaulx und Farfus. Gené, Coronel, Barth und Michelisz komplettieren die Punkteränge. Noch kurz der Blick zu den Independents: Hier konnte sich Hernandez gegen den mit noch aus Macao lädierter Schulter fahrenden Engstler und Young durchsetzen.

2.Rennen
Pünktlich zum Start des zweiten Rennens strahlte die Sonne und die Strecke war bis auf ein paar nasse Flecken vollständig abgetrocknet. Beim Start kollidierten gleich Priaulx und Coronel, die sich damit aus dem Rennen nahmen. Das RBM-Team konnte zwar durch Farfus auf Platz 6 im zweiten Lauf noch Punkte einfahren, der Saisonstart war jedoch eher unterdurchschnittlich, da man zwar in den Trainings schnell war, diese Leistung aber im Rennen und in der Qualifikation nicht umsetzen konnte. Durch das übliche Gerangel in der Startphase schoben sich die Cruze-Chevys auf die Plätze 3-5, vorne lagen die Seats von Tarquini und Gené, die sich dank der TDI-Power vom Rest des Feldes absetzen konnten. Huff, der eigentlich an 3 lag, musste sich auf Rang 5 zurückfallen lassen, da ihm seine Öltemperatur Probleme bereitete. Er geriet deshalb fast 10 Runden lang in einen Zweikampf mit Augusto Farfus, der es aber einfach nicht schaffte an Huff vorbei zu gehen. Die ganze Zeit das gleiche Bild: In der letzten Kurve vor Start und Ziel ist Farfus etwas schneller als Huff, schafft es aber trotz Windschatten nicht an ihm vorbeizugehen. Da fehlte erschreckend viel Speed bei Farfus auf der Geraden. Zur Rennmitte gab es schöne Zweikämpfe zum Beispiel zwischen Engstler und Hernandez, doch auch hier war die Regie meiner Meinung nach alles andere als optimal. Gegen Rennende wurde das ganze vorne eher zur Spazierfahrt, denn vorne war alles gegessen: Tarquini blieb vor Gené, dahinter kamen mit Menu, Mueller und Huff die 3 Chevys ins Ziel. Farfus, Monteiro, Nykjaer, Michelisz und Hernandez komplettieren die Punkteränge. Auch hier noch schnell der Blick auf die Independents: Hernandez vor Engstler und Bennani. Die Punktwertung sieht folgendermaßen aus: Mueller und Tarquini punktgleich, vor Menu, Huff und Gené. In der Independents Trophy liegt Hernandez vor Engstler und Vaulkhard.

Fazit:
Ganz starkes Rennwochenende der Chevrolet Truppe, die die Seats trotz der auf 900m gelegenen Strecke zumindest im Qualifying und erstem Rennen in Schach halten konnten. Die Seats zeigten dann allerdings im zweiten Rennen, was der Motor hergibt und waren vorne uneinholbar. Allerdings dominierten sie nicht wie zu befürchten war das ganze Klassement. Lediglich die BMWs erwischten absolut keinen guten Rennsonntag, die Punkteausbeute ist recht mager, und wirklich konkurrenzfähig zu den Chevrolets sah man, abgesehen von Huffs Ölproblemen nicht aus. Die gute Leistung Freddy Barth , der in seinem ersten WTCC-Rennen überhaupt Punkte holen konnte, soll hier nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie die fahrerische Klasse eines Yvan Mueller im Regen, der als einziger sich keinen Ausritt leistete.

Das nächste Rennen findet dann in… ja Moment mal? Wo denn eigentlich statt? Puebla wurde heute, wie erwartet, offiziell wegen “Unruhen in der Region” und der damit nicht zu gewährenden Sicherheit der Zuschauer abgesagt. Die WTCC hat noch nicht entschieden, ob es einen Ausweichtermin gibt, oder den Rennkalender auf 11 Rennwochenenden kürzt. Dann würde es allerdings erst in 2 Monaten in Marrakesch weitergehen.

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March 05 2010

09:08

NASCAR: Vorschau Atlanta März 2010

Diese Woche steht Saisonrennen Nummer 4 in Atlanta an, bevor die NASCAR in ihr erstes freies Rennwochenende geht. Nach zwei Erfolgen des nun alleinigen 1,5-Meilen-Oval-Rekordsiegers Jimmie Johnson wird ausgerechnet wieder auf einem Intermediate-Oval gefahren.

Nach einem zweiwöchigen Ausflug in den Westen der USA kehrt die NASCAR nun wieder ins Herz ihrer Geschichte zurück: die Südstaaten. Nun folgen in vier Wochen drei Rennen in Georgia (Atlanta), Tennessee (Bristol) und Virginia (Martinsville), wobei nach dem Rennen in dieser Woche das erste freie Rennwochenende für alle nationalen NASCAR-Serien folgt. Damit geht es in der Saison 2010 nach dem Daytona 500 schon auf die nächste große Entscheidung zu: der Kampf um die begehrten Plätze in den Top35, die nach dem fünften Rennen in Bristol wieder jede Woche aktualisiert werden. Dazu aber später mehr! Zunächst ein paar Worte zur Strecke, wobei ich der Einfachheit halber einen Absatz aus der letzten Herbst-Vorschau zitieren möchte; für die Neueinsteiger also hier ein kleiner Überblick über die 50-jährige Geschichte des Atlanta Motor Speedways, die alten Hasen können ruhig darüber hinweg lesen:

1960 wurde die Strecke in Hampton, Georgia eröffnet und liegt 30km südlich der Hauptstadt Atlanta. Die Baukosten beliefen sich damals auf 1,8 Mio. US-$, durch die Inflation ist eine solche Summe heutzutage ein Schnäppchen. Zu Beginn war die Strecke exakt 1,5 Meilen lang und glich mehr einem D-shaped-Oval, was sich dann 1997 änderte. Speedway Motorsports Inc nahm größere Umbauarbeiten vor, um Atlanta an ihre Strecken in Charlotte und Texas anzupassen. Seitdem ist das Oval 1,54 Meilen lang, besitzt mit 24° exakt das gleiche Banking wie die Schwesterstrecken und verfügt nun ebenfalls über die charakteristischen Linksknicks auf der Start-Ziel-Geraden. Gemeinsam mit Texas und Charlotte ist Atlanta auch eine der schnellsten Nicht-restrictor-plate-Strecken, was der Rundendurchschnitt im Qualifying beweist: Mark Martin holte im März [2009] die Pole mit einem Speed von 187.044mph, was im Schnitt 299,270km/h bedeutet. Die Einfahrtsgeschwindigkeit in die beiden Kurven liegt bei über 200mph!

Viele aktive Fahrer haben in Atlanta bereits mehrfach gewonnen, die Veteranen voran

50 Jahre Atlanta Motor Speedway bedeutet bei zwei jährlichen Rennen auch, dass dort im letzten Jahr das hundertste Rennen gefahren wurde und die Liste der bisherigen Sieger eine sehr lange ist. Deshalb beschränke ich mich mal auf die aktiven Piloten, bei denen Kurt Busch und Kasey Kahne seit dem letzten Jahr ein Top-Resultat mehr auf dem Konto haben:

1. Bobby Labonte (6)
2. Bill Elliott (5)
3. Jeff Gordon (4)
4. Jimmie Johnson, Carl Edwards (je 3)
5. Kurt Busch, Kasey Kahne, Tony Stewart, Mark Martin (je 2)
6. Kyle Busch, Dale Earnhardt Jr., Kevin Harvick (je 1)

Der Trend scheint in Atlanta also durchaus in Richtung der Seriensieger zu gehen, wobei man Bobby Labonte und Bill Elliott als Sieger im Frühjahrsrennen 2010 aber fast schon ausschließen kann. TRG Motorsports befindet sich erst in der zweiten Saison und scheint momentan höchstens für ein Top20-Ergebnis gut zu sein. Deren Sponsor fügte nun allerdings auch das Atlanta-Rennen zu seinem Förderungsplan hinzu, also besteht für die Zukunft zumindest die Hoffnung, dass man mit einer soliden Finanzierung nach höheren Aufgaben streben kann. Die Wood Brothers dagegen bestreiten mit Bill Elliott nur noch Teilzeitsaisons und der Altmeister geht die Rennen nach dem „just for fun“-Prinzip an. Die Ergebnisse lassen sich trotz Unterstützung von Roush-Fenway Racing mit denen von TRG Motorsports vergleichen.

Ein Blick über die bisherigen Ergebnisse der Teams sieht RCR und Hendrick vorne

Bessere Chancen auf einen Sieg haben dagegen so ziemlich alle anderen Fahrer auf dieser Liste, allen voran natürlich Jimmie Johnson (35/1/1), Jeff Gordon (26/20/3) und Mark Martin (12/4/4). Dale Earnhardt Jr. als dritter Hendrick-Fahrer im Bunde muss sich wohl noch steigern, lieferte in seinen letzten Rennen (2/32/16) aber schon bessere Resultate als 2009 ab. Im Durchschnitt bedeutet das schon sieben Plätze besser, wobei natürlich der zweite Rang von Daytona die Statistik schönt. Die Hendrick-Partner von Stewart-Haas Racing scheinen langsam aufzutauen: Tony Stewart fuhr in Las Vegas das zweite Top10-Ergebnis für seinen Rennstall ein und in Atlanta ist ihm nun durchaus ein Top5-Resultat zuzutrauen. Auch bei Ryan Newman geht es endlich aufwärts, zumindest von der Tendenz (34/36/18). Letzteres Resultat brachte ihn näher in Richtung der Top35, auch wenn natürlich nach der Saison 2009 die Chase-Plätze das Ziel sein müssen.

Weiter geht es bei der zweiten großen und endlich wiedererstarkten Chevrolet-Fraktion: Richard Childress Racing, deren zwei Fahrer Kevin Harvick (7/2/2) und Clint Bowyer (4/8/8) weiterhin die Meisterschaftstabelle anführen. Auch Jeff Burton (11/3/11) befindet sich derzeit auf einem Chase-Platz und so merkt man doch deutlich, wie sehr im letzten Jahr das vierte Team um Casey Mears den kompletten Rennstall ausgebremst hatte. Das lag wohl nicht so sehr an Mears, eher daran, dass vier Teams einfach eine Menge mehr an Ressourcen erfordern. RCR konnte das nicht bieten und so zogen sich letztendlich alle Mannschaften gegenseitig runter und verpassten den Chase komplett. Statt drei Top-Teams vier in der Mittelmäßigkeit. Zur letzten konkurrenzfähigen Chevy-Mannschaft: Earnhardt-Ganassi Racing muss dringend wieder zur alten Form zurückfinden. Nach einem tollen Saisonauftakt in Daytona ist das Team vollkommen in der Versenkung verschwunden. Juan Pablo Montoya (10/37/37) war dabei noch nicht einmal Schuld an seinen schlechten Resultaten. Nach einem Motorschaden wurde er zuletzt vom Teamkollegen Jamie McMurray (1/17/34) abgeräumt.

Ford folgt Chevrolet direkt auf dem Fuße, erst dahinter stehen Toyota und Dodge

Der zweitstärkste Hersteller scheint derzeit Ford zu sein, die mit Matt Kenseth (8/7/5), Greg Biffle (3/10/10) und Carl Edwards (9/13/12) gleich drei ihrer Fahrer in den Top12 haben. David Ragan (16/23/23) befindet sich weit dahinter auf Platz 20 und es sieht wieder nur nach einer durchschnittlichen Saison für den jungen Fahrer aus. Ich bin gespannt wie lange Jack Roush sich das anschaut, obwohl man auch sagen muss, dass der Sponsor UPS viel in Ragan investiert hat. Vom zweiten großen Ford-Camp Richard Petty Motorsports ist bisher nichts zu sehen, deren bester Fahrer ist derzeit erstaunlicherweise Paul Menard (13/18/17). Mit drei für ihn achtbaren Top20-Resultaten ist er 2010 ordentlich unterwegs. Die anderen drei Piloten befinden sich außerhalb der Top20 und lediglich Kasey Kahne (30/34/9) konnte endlich ein Top10-Ergebnis holen. Für AJ Allmendinger (32/25/25) und Elliott Sadler (24/24/27) sieht es momentan ganz düster aus und RPM ist somit wohl die Negativüberraschung unter den Teams in diesem Jahr; zumindest bisher.

Fehlen noch Toyota und Dodge: Hätte man mir erzählt, dass zum Anfang der Saison Joey Logano (20/5/6) und David Reutimann (5/15/13) noch vor Kyle Busch (14/14/15) in der Punktetabelle stehen, hätte ich vermutlich einmal laut gelacht. Gut, es sind vielleicht erst drei Rennen gefahren, aber es kristallisiert sich schon wirklich deutlich heraus, mit wem derzeit zu rechnen ist! Dann kommt als viert-bester Toyota Scott Speed (19/11/22), der drei für ihn beachtliche Resultate eingefahren hat, gefolgt von seinem Teamkollegen Brian Vickers (15/12/31). Auf Toyota-Seite enttäuscht haben die anderen beiden Fahrer von Michael Waltrip Racing: Martin Truex Jr. (6/39/20) und Marcos Ambrose (41/35/14), der momentan mit der Qualifikation für die Top35 kämpft, nachdem er 2009 solide in den Top20 unterwegs war. Ich denke aber, dass er in den nächsten Rennen noch zulegen kann. Truex dagegen hat wohl Team- und CrewChief-Wechsel noch nicht so richtig verdaut, während ich bei Reutimann mit der bisher gebrachten Leistung wirklich gerechnet habe. Der Mann hat durchaus was auf dem Kasten, was auch DW gerne mal hervorhebt. Bleibt noch Denny Hamlin (17/29/19), das Schlusslicht bei Joe Gibbs Racing, wo derzeit verkehrte Welt an der Tagesordnung ist: Hamlin wurde vor der Saison als Geheimfavorit auf den Titel verschrien und vermutlich weiß wohl keiner, warum er derzeit den schlechtesten Saisonstart seiner Karriere hinter sich bringen muss.

Penske Racing verkauft sich 2010 auch eher unter Wert, lediglich Kurt Busch (23/5/35) ist einmal in die Top10 gefahren. Brad Keselowski (36/21/25) muss man wohl bis zum Ende der Saison Zeit geben, damit er die Rookie-Federn abwerfen kann und sich an das Team gewöhnt. Keselowski hat einfach noch nicht genug Erfahrung. Sam Hornish Jr. (37/16/28) haftet dagegen weiterhin das Pech an, obwohl ich den Eindruck habe, dass er mehr leisten kann und will. Ob das Penske-Problem jetzt an der generellen Unterversorgung seitens Dodge liegt, kann ich nicht beurteilen, da ich natürlich keinen direkten Einblick ins Team habe. Sollte sich die Situation aber nicht bessern, würde mich ein Herstellerwechsel zum Jahresende nicht überraschen.

Im Kampf um die Top35 wird langsam deutlich, wer einen garantierten Startplatz bekommt

Noch ein kurzer Blick auf den momentanen Stand in den Owner Points, wo es bis Platz 35 ein garantiertes Startrecht ab Martinsville zu verteilen gibt:

30. Bobby Labonte – 231 Punkte (+25)
31. David Gilliland – 228 Punkte (+22)
32. Ryan Newman – 225 Punkte (+19)
33. Marcos Ambrose  – 219 Punkte (+13)
34. Robby Gordon – 215 Punkte (+9)
35. Travis Kvapil – 213 Punkte (+7)
—————————————————-
36. Kevin Conway – 206 Punkte (-7)
37. Max Papis – 186 Punkte (-27)
38. Boris Said – 185 Punkte (-28)
39. Mike Bliss – 180 Punkte (-33)

Diese vier Kandidaten befinden sich derzeit außerhalb der Top35:
- Kevin Conway, der Rookie mit dem Vollzeitsponsor
- Max Papis, der notfalls auch ohne Sponsoring per „start&park“ in die Top35 kommen will
- Boris Said, der über das derzeit langsamste Auto im Feld verfügt
- Mike Bliss, der einen Teilzeitsponsor an Bord hat.

Alle anderen Fahrer/Teams nach Mike Bliss sind definitiv mit der „start&park“-Strategie unterwegs und liegen mindestens 42 Punkte weiter hinten. Alle Fahrer vor Bobby Labonte liegen nur knapp vor dem Cut, selbst Kasey Kahne auf Platz 23 hat nur ein Polster von 71 Punkten auf Kevin Conway. Ich vermute aber, dass sich die Owner Points an der Grenze so oder so ähnlich zementieren werden. Bobby Labonte und Scott Speed werden wohl einen garantierten Startplatz erhalten und Regan Smith kann seinen gekauften behalten. Robby Gordon liegt jedes Jahr ohnehin an der Obergrenze der Top35 und die drei Teams von Front Row Motorsports (Gilliland, Kvapil und Conway) werden sich um den letzten garantierten Platz streiten. Boris Saids Auto ist derzeit zu schlecht, um überhaupt mitzuhalten und Max Papis wird auch kämpfen müssen; vor allem dafür, mehr Erfahrung im Stockcar sammeln zu dürfen.

Aber wer gewinnt nun das Rennen auf dem Atlanta Motor Speedway?

Nach diesem Überblick über die aktuelle Stärkeverteilung der Teams im Cup, möchte ich zum Schluss die Siegkandidaten für das Rennen am Wochenende durchgehen. Mein Favorit ist dabei Kevin Harvick, der nach zwei zweiten Plätzen 2010 und zwei Top5-Ergebnissen in Atlanta 2009 wohl die besten Karten haben dürfte. Jimmie Johnson sollte man nach zwei Siegen auf Intermediate-Ovalen auch auf der Rechnung haben, außerdem hat er zurzeit „momentum“, wie die Amerikaner sagen. Jeff Gordon und Matt Kenseth erwarte ich in den Top5, ebenso haben Mark Martin, Greg Biffle und Carl Edwards gute Chancen auf ein Top5-Ergebnis. Clint Bowyer sollte locker in die Top10 fahren können und auch Tony Stewarts Zeit müsste langsam kommen. Kasey Kahne und Kurt Busch gewannen im letzten Jahr, mal schauen, wie sie 2010 in Atlanta unterwegs sein werden. Der erweiterte Kreis besteht aus Juan Pablo Montoya, dem nachgesagt wird, dass die Strecke zu seinen stärkeren zählt und Brian Vickers, der im letzten Jahr Platz 5 und Rang 7 belegt hat.

Das Rennen ist am Sonntagabend ab 18 Uhr auf FOX zu sehen, der Rennstart erfolgt gegen ca. 19:15 Uhr. Nach dem Rennen in Daytona ist es nun der zweite Termin, an dem wir uns über die neuen einheitlichen Startzeiten (die frühen) freuen dürfen. Noch eine Notiz zum Rennen in Bristol in zwei Wochen: Aufgrund der Sommerzeitumstellung in den USA wird die grüne Flagge schon um ca. 18:15 Uhr geschwenkt… und ich muss arbeiten! Das Qualifying findet in der Nacht von Freitag auf Samstag um Mitternacht auf SPEED statt, 46 Autos sind dafür gemeldet. Die Nationwide Series pausiert in dieser Woche, ist aber in Bristol wieder mit dabei. Die Trucks fahren allerdings in Atlanta und zwar am Samstagabend um 19:30 Uhr auf SPEED. In der nächsten Woche fährt dann keine der drei nationalen NASCAR-Serien, genug Zeit also, sich dem Start der Formel-1-Saison zu widmen.

News

Naja, das Schlagloch in Daytona ist repariert, Montoya und McMurray haben sich wieder lieb und Spoiler wird wohl ab Martinsville den Flügel ersetzen. Ist nicht viel passiert in dieser Woche…

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February 22 2010

16:30

NASCAR: Fontana Analyse / Danica Patrick mit Problemen

Wie erwartet war das Rennen in Fontana nicht gerade der Brüller, bot aber einige interessante Runden und ein gutes Finish.

Einer der wenigen, die in der NASCAR laut und deutlich sagen, was sie denken, ist Jimmy Spencer. Der meinte vor zwei Jahren mal angesichts der elend langweiligen Rennen in Fontana mal “Es gibt eine Lösung: reißt es ab, baut es neu.” Erstaunlich kritisch, wenn um drei Ecken, war gestern auch FOX in der Vorberichterstattung. Statt sich mit Fontana zu beschäftigen, zeigte man einen langen Bericht über die leider abgerissene Strecke in Riverside und ließ ein paar Veteranen zu Wort kommen, die immer wieder sagten, wie toll die Strecke doch gewesen, wie spannend die Rennen waren und die viel Spaß man gehabt habe. So kann man es natürlich auch machen. Aber das half ja alles nichts, das Rennen musste trotzdem gefahren werden. Und war dann nicht ganz so schlimm, wie befürchtet.

Bedanken durfte man sich da allerdings bei RCR und dem Wetter. Es sah beim Start schon schwer nach Regen aus, und die Wolken bauten sich drohend am Horizont auf. Es war teilweise so schwarz, dass man den Regen schon sehen konnte, aber es vielen nur ein paar Tropfen. Doch das Wetter sorgte dafür, dass einige Teams im letzten Drittel anfingen ein wenig mit der Tanktaktik zu spielen. Denn es war klar, dass, sollte der Regen kommen, das Rennen sicher nicht noch gestartet werden würde.

Doch beim Start sah alles noch etwas anders aus. Jamie McMurray, die Pole geholt hatte, fiel gleich mal zurück und Montoya übernahm die Spitze, nur nach knapp 30 Runden Jimmie Johnson im Rückspiegel zu haben. Der Meister machte während des gesamten Rennens einen sehr starken Eindruck und weder Mark Martin noch Jeff Gordon konnten ihn richtig unter Druck setzen. Dale Earnhardt jr. sowieso nicht, der blieb irgendwo um Platz 20 kleben und kam nicht nach vorne. Später brach ein Teil der Aufhängung bei seinem Chevy, was für allgemeines Stirnrunzlen sorgte, denn genau den Defekt hatte auch Jimmie Johnson in Daytona. Aber gute Schwung aus den Speedweeks ist für Junior erst mal dahin.

Johnson beherrschte die Spitze, aber nicht nach Belieben. Denn das gesamte RCR Team tauchte mehr oder weniger geschlossen vorne auf, und setzte Johnson unter Druck. Vor allem Harvick und Burton machten Johnson das Leben schwer und zeigten, wie gut die RCR in diesem Frühjahr aufgestellt ist. Es sah also gut aus für RCR, doch individuelle Fehler machten einen Sieg schwer. Bowyer entschied sich zwischenzeitlich für eine falsche Abstimmung und ruderte übersteuernd eine Grünphase herum, Harvick war gegen Ende zu schnell in der Box und musste sich wieder nach vorne kämpfen.

Der Regen und ein Dreher von Keselowski sorgte dann dafür, dass das Feld gegen Ende wieder zusammen geführt würde. 20 Runden sind auch in Fontana eine angenehme Shootout-Distanz und deswegen wurde es noch mal spannend. Johnson setzte sich beim letzten Restart sofort ab. Seine Wagen ging auf der kurzen Distanz besser, während Harvick und Burton erst einmal in Schwung kommen musste. Das roch auch danach, dass beide mit etwas niedrigem Luftdruck unterwegs waren. Johnson konnte sich vorne rund 1.2 Sekunden absetzen, kam aber nicht weiter weg. Harvick und Burton beharkten sich etwas, aber nie so, dass man ernsthaft Zeit verlor und vier Runden vor Schluss hatte Harvick den Rückstand auf Johnson eingedampft. Doch dann touchierte er Ausgangs Turn 4 leicht die Mauer. Eine völlig unnötige Aktion, er hatte noch drei Runden Zeit und war klar der schnellere auf der Strecke. Danach war das Rennen gelaufen und Johnson gewann am Ende auch verdient.

Ganz ohne Sorgenfalten wird man bei Hendrick aber nicht sein. Zum einen sind da die Defekte an der Aufhängung, zum anderen ist Gordon der Motor eingegangen. Und er war nicht alleine, denn auch Ryan Newman flog der Hendrick-Motor in einer atemberaubenden Wolke in die Luft. Ein weiterer Pechvogel war Montoya, dessen Motor ebenfalls schon recht früh den Geist aufgab.

Ein paar Fahrer hatten richtig gute Rennen. Das Red Bull Team kam geschlossen auf den Rängen 11 (Speed) und 12 (Vickers) an, was ein Ergebnis ist, das Mut macht. Joey Logano fuhr ein sehr ruhiges, aber beherztes Rennen und landete auf Platz 5 und war damit bester Gibbs Pilot. Solide war Sam Hornish unterwegs, der 16. wurde. Und man sollte noch Paul Menard erwähnen, dessen Rennen in diesem Jahr allesamt recht gut waren (18.). Regan Smith kam mit dem unterfinanzierten Furniture Row Wagen auf die 19, Max Papis auf Platz 28. Das ist deswegen wichtig, weil die Top 35 nach dem fünften Rennen ja neu gesetzt werden.

Nationwide Rennen
Natürlich ging es mal wieder um Danica Patrick, die ihr erstes “richtiges” NW-Rennen fuhr und gleich mal in der Realität ankam. Platz 31 und 3 Runden Rückstand war ihr Ergebnis am Ende. Und sie sah zu keiner Zeit des Rennens so aus, als könne sie auch nur ansatzweise etwas an der schlechten Platzierung ändern. Das Problem für sie: sie konnte sagen, dass sie mit dem Wagen nicht klar kamen (zu viel Untersteuern), aber sie wusste halt nicht, was man bei den Stopps ändern soll, damit sie sich wohler fühlt. Luftdruck? Trackbar? Sie konnte es nicht sagen, weil ihr die Tests und die Erfahrung fehlen. Was dann auch gleichzeitig die Probleme für ihre NASCAR-Saison beschreibt. Denn sie fährt noch in Las Vegas und dann macht sie erst einmal vier Monate NASCAR Pause um sich der IRL zu zu wenden.

Kurze Vorschau für die Woche: Die F1 Tests gehen in Barcelona weiter und enden auch da, weil danach die Wagen nach Bahrain geschaffen werden müssen. Man hofft auf gutes und vor allem warmes Wetter und ich darauf, dass ein paar Karten auf den Tisch gelegt werden, damit ich meine F1 Saison Vorschau schreiben kann.

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February 19 2010

15:17

NASCAR: Vorschau Fontana

Nach dem sich der Rauch in Daytona gelegt hat, geht die richtige Saison los. Und gleich mit dem Langweiler in Fontana.

Einen größeren Unterschied kann es eigentlich kaum geben. Während Daytona in Sachen Spannung meist eher vorne liegt, gibt es kaum eine Strecke die langweiligere Rennen liefert, als Fontana. Der Kurs nahe Los Angeles hat meines Wissens noch nicht einmal für ein spannendes Rennen gesorgt und es zählt zu den Rennen, das die wenigstens Zuschauer hat. Und das trotz eines Einzuggebietes von knapp 25 Millionen Menschen. Aber die NASCAR und Kalifornien sind eh zwei Welten, die nicht so richtig zueinander finden. Auch in Sachen “Wer steht wo” ist das Rennen wenig aussagekräftig.

Im Prinzip ist die Konfiguaration des Kures nicht schlecht. 2 Meilen Oval mit weiten Kurven, die aber nur 14 Grad Banking haben. So erreichen die Wagen auf der Geraden Spitzengeschwindigkeiten von über 200 mph und man ist schneller, als in Daytona. Dooferweise lässt das Banking und der eher rutschige Asphalt selbst auf der breiten Strecke wenig Überholmanöver zu und das führt dann dazu, dass sich das Geld meist schon nach zwei Runden wie ein Kaugummi auseinander zieht. Die Rennen sind kleine Geduldsproben mit meist wenig Action und noch weniger Cautions, was immerhin dafür sorgt, dass die Sache schnell vorbei ist.

Als Gradmesser dafür, wo die einzelnen Teams und Hersteller nach dem Winter stehen, taugt die Strecke auch nur bedingt. Wegen der speziellen Konfiguration und der Highspeed-Orgie ist es schwer, eine genaue Beurteilung abzugeben. Im letzten Jahr sah Ford hier noch gut aus, nur um dann in der restlichen Saison komplett unter zu gehen. Aber ein paar Dinge kann man schon erkennen. Weil Motorleistung hier alles ist, wird man sehen, wer über den Winter besser gearbeitet hat. Und da sollte man wohl nach Daytona vor allem RCR und EGR genau beobachten, die mir einen sehr starken Eindruck gemcht haben. Auch Ford war mit dabei, während Toyota etwas zu schwächeln schien.

Bei den ersten Rennen ist es immer schwer einen Favoriten auszumachen, aber ich tippe mal auf einen Sieger aus dem Childress Team.

Ein paar News gibt es noch zu berichten:

In Daytona hat man damit angefangen, das Loch in Turn 2 zu stopfen. Man wird eine Teil des brüchigen Asphalts abtragen und mit Beton auffüllen. Das ist sicher nur eine Notlösung, die Diskussion über eine Neuasphaltierung ist noch im Gange. Wie schon erwähnt versucht man das zu umgehen, weil der Kurs dann seine Wellen verlieren würde, was ihn ja gerade so interessant macht.

Matt Kenseth hat einen neuen Crew Chief. Drew Blickensderfer, der die Rolle 2009 übernommen hatte, wird durch Todd Parrott ersetzt. Der hatte 1999 die Meisterschaft mit Dale Jarrett gewonnen. Kenseth hatte 2009 eine durchwachsene Saison und offenbar stimmte die Chemie überhaupt nicht mehr.

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February 15 2010

20:43

NASCAR: Daytona 500 – 2010 Analyse

Ein Loch in der Strecke hat zu einem der kuriosesten und vor allem längsten Daytona 500 geführt, die jemals gegeben hat.

Ein Loch im Asphalt zwischen Turn 1 und Turn 2 hat das Daytona 500 fast zu einer Farce werden lassen. Nachdem das Rennen einen relativ guten Schwung und viele verschiedene Führende gesehen hatte, brach mit dem Loch auf der Strecke auch die Spannung ein. 78 Runden vor Schluss wurde “the great american race” zu einem Geduldsspiel für die Zuschauer und für FOX, die einen knapp sechsstündigen Sendemarathon hinter sich bringen mussten. Immerhin gab es am Ende eine sensationelle Schlussrunde und einen überraschenden Sieger.

Um ehrlich zu sein: richtig gut war es in diesem Jahr nicht. Obwohl die Änderungen am CoT sichtbar waren, und die Fahrer viel länger nebeneinander draften konnten, tat sich doch relativ wenig. Die vielen und langen Unterbrechungen machten das Rennen zu einer sehr zähen Veranstaltung. Dabei ging es eigentlich gut los. In der achten Runde sammelte Brad Kesolowski ausgerechnet seinen Teamkollegen Sam Hornish ein, und dezimierte die Dodge-Truppe damit auf Kurt Busch. Die meisten Fahrer nutzten die erste Caution für einen Stopp – nur Mark Martin, Junior und Juan Pablo Montoya blieben draußen. Vermutlich rechneten sie damit, dass es eh bald wieder krachen würde. Die Anfangsphase eines Daytona Rennens ist berüchtigt für Unterbrechungen, weil in der ersten Stunde des Rennens die meisten Zuschauer am TV-Gerät sitzen und man sich und seinen Sponsor dementsprechend in Szene setzen will. Aber – erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Es passierte nichts mehr und die drei mussten unter Grün nachtanken. Damit schien das Rennen erst mal für alle drei gelaufen.

Doch der Caution-Gott war gnädig und sorgte dafür, dass alle drei Fahrer bei der nächsten Unterberechung wieder “in Sequenze” kamen. Fortan unterließ man derlei Spielereien. Leidtragender war aber dennoch Mark Martin, der während des gesamten Rennens nicht mehr so richtig in Schwung kam. Auch Junior sah man kaum noch, was sich aber gegen Ende noch ändern sollte.

Danach plätscherte das Rennen wie gewohnt so vor sich hin. Der erstaunliche AJ Allmendinger zeigte, warum man ihm zu recht die legendäre Startnummer #43 gegeben hatte und lag sogar eine ganze Zeit in Führung. RPM machte in der Phase des Rennens einen sehr starken Eindruck, zumal Kasey Kahne auch immer vorne zu sehen war und sogar der sonst eher blasse Elliott Sadler kämpfte um die Spitze. Aber viel passierte nicht, denn die Fahrer klickten ihre Runden runter. Normalerweise ist es zwischen der 50 uund 120 Runde relativ ruhig, weil man nur wenig Risiken eingehen möchte.

Und just, als man Runde 120 erreicht hatte, nahm das Unheil seinen Lauf. Ein Stück Asphalt hatte sich zwischen Turn 1 und 2 gelöst, ausgerechnet auf der unteren Spur. Nachdem sich etliche Fahrer über das Loch beschwert hatten, stoppte die NASCAR das Rennen um sich das Ding mal anzusehen. Auf den Fernsehbildern sah es nicht so groß aus, aber es dürfte die Länge eines Unterarms gehabt haben, war ca. 20 cm hoch und ca. 4 bis 5cm tief. Bei den Geschwindigkeiten ist so ein Loch kein Spaß also machte man sich daran, dass Loch irgendwie zu stopfen.

Nur wie bekommt man ein solches Loch zu? Das Problem ist nicht das Füllmaterial, sondern wie man das Material mit dem alten Asphalt verbindet. Normalerweise stemmt man in so einem Fall alles weg, was irgendwie bröckelt, füllt Asphalt ein und lässt es ein paar Stunden trocknen. Aber das ging ja nun nicht, also versuchte man es auf die schnelle Tour. Eine Variante, die dann immer noch sage und schreibe 100 Minuten dauerte.

Auf Twitter war der Teufel los. Selbst gestandene Journalisten wie Jeff Gluck oder Dustin Long wunderten sich über die, nennen wir es mal Kopflosigkeit, der NASCAR und beklagten den allgemein schlechten Zustand der Strecke. Daytona ist das letzte Mal 1979 neu asphaltiert worden. Seitdem hat man immer nur ausgebessert. Angesichts der Tatsache, dass es auch Daytona viel regnet und mal kalt ist und schon “normale” Strassen da gerne mal nachgeben, ist es schon ein Wunder, dass die Strecke bei der Belastung so lange durch gehalten hat. Warum die Strecke ausgerechnet gestern aufbrach, ist ein kleines Rätsel, immerhin hatte sie zwei Rennen am Samstag schadlos überstanden.

Etliche “Experten” fordern seit Jahren eine Renovierung der Strecke, aber so einfach ist das nicht. Denn wenn man alles neuasphaltiert gehen auch die legendären “Bumps” verloren, die die Strecke einfach auszeichnen. Die NASCAR hat in den letzten Jahren zweimal schlechte Erfahrungen mit neuem Asphalt gemacht. Einmal in Talladega, der Schwesterkurs von Daytona, die nach der Renovierung die Wellen verloren hat und langweilig geworden ist. Selbiges gilt für Bristol, dass ohne die Schläge an Würze verloren hat. Das ist nicht nur unbedingt meine Meinung, sondern vor allem die der Fahrer. Etliche Piloten meldeten sich in der Pause und nach dem Rennen und warnten eindringlich vor einer Neuasphaltierung, weil man damit den Charakter der Strecke zerstören würde.

Das ist umso erstaunlicher, als dass es mit der ersten Unterbrechung nicht gewesen war und die Probleme das Rennen total auf den Kopf stellten. Im Grunde hätte man sich die ersten 120 Runden komplett schenken können, denn nach der langen Pause ging alles von vorne los. Nur hatte sich mittlerweile die Strecke massiv abgekühlt und das stellte die Fahrer und Teams vor größere Probleme. Aber gut – ein 78 Runden Shootout mit einem Tankstopp hat ja auch was.

Die Konstellation versprach Spannung. Zum einen: wie lange würde das Flickwerk in den Kurven halten? Zum anderen: Wer hatte sein Auto am besten auf die neuen Bedingungen eingestellt? Kurt Busch und Tony Stewart schon mal nicht, die verschwanden als bald im Mittelfeld. Dafür nisteten sich vorne Martin Truex jr., Jamie McMurray, Kevin Harvick, Greg Biffle, Kyle Busch und Clint Bowyer ein und legten ein enormes Tempo vor. In der Phase des Rennens hätte ich mein Geld auf Bowyer gesetzt und freute mich schon über meinen (innerlichen) RCR Tipp. Doch dann… kam es wie erwartet und die Strecke brach wieder auf. Dieses mal noch breiter und tiefer als zu vor. Die NASCAR stoppte das Rennen erneut in Runde 162 und man begab sich wieder mal zur Streckenausbesserung.

Zum dem Zeitpunkt war das Rennen schon ein echter Riemen und man muss FOX an der Stelle auch mal Lob zollen. Klar – die viele Werbung im Rennen nervte mal wieder, aber die Pausen füllte man wirklich exzellent in dem man wirklich jeden interviewte, der irgendwie ein Lenkrad halten konnte. Teilweise war man so verzweifelt, dass man damit anfing sich gegenseitig zu interviewen, aber langweilig war das alles nicht unbedingt. Die Genervtheit konnte man allerdings in den Gesichtern deutlich lesen.

Tatsächlich schaffte es die NASCAR das Loch in Rekordzeoit (40 Minuten) mit irgendeiner weißen Masse zu zukleistern. Vermutlich hat man einfach irgendeinen schnell anziehenden Beton genommen. Oder, wie im Chat vermutet, Moltofil. Jedenfalls ging es schneller als gedacht und die letzten 38 Runden wurden in Angriff genommen. Das Rennen lief also wieder – aber es war ja die Endphase und da kracht es immer.

Scott Speed hatte ein kurzes Intermezzo an der Spitze, nachdem er nach der letzten Unterbrechung nicht getankt hatte, und hielt das Feld ein wenig auf. Nachdem ihn Biffle elegant aus dem Weg geräumt hatte, balgten sich Biffle und Bowyer um die Spitze. Meine imagniären 100 Dollar auf Bowyer schienen gut angelegt, doch dann verhakten sich der mittlerweile untergetauchte Sadler, Kvapil und Reutimann recht heftig und sorgten in der 195 Runde für die nächste Caution. Die NASCAR dehnte die Unterbrechung so lange aus, bis man in GWC Reichweite war, was einige Fahrer zu einem Stopp verleitete. Darunter war auch Junior, der sich zwei neue rechte Reifen aufziehen ließ.

In dieser Saison gibt es aber nicht mehr nur eine GWC, sondern man versucht es gleich dreimal, das Rennen unter Grün zu beenden. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Führende nicht schon die weiße Flagge gesehen hat. Man ahnt es schon – das erste GWC ging in die Hose, sehr zum Leidwesen von Greg Biffle. Der lag in Front, hatte noch ein paar hundert Meter zur weißen Flagge, als weit hinter ihm Bill Elliot einen Reifenschaden hatte und er Logano und Boris Said gleich mit nahm. Es folgte Versuch Nummer zwei. Vorne waren: der erstaunliche McMurray und Greg Biffle. Und dann legte Junior zwei Runden hin, die man gesehen haben muss. Achtet in dem Video mal auf die #88 und den Move von Biffle zu Beginn der letzten Runde.

Eine Wahnsinnsrunde. Greg Biffle meinte nach dem Rennen, dass er einen Fehler gemacht habe. Statt Eingangs von Turn 1 auf der Außenbahn einen Überholversuch zu starten, hätte er bis zur Gegengerade warten sollen. Denn Biffle hätte von hinten Hilfe bekommen, sei es durch Bowyer oder wen auch immer. Die Moves von Junior waren der schiere Irrsin. Führten allerdings auch dazu, dass er am Ende niemanden mehr hinter sich hatte, weil sein “3 wide” auf der Gegengerade für zu viel Unruhe unter den Verfolgern gesorgt hatte. McMurray nutzte den letzten Push von Biffle voll aus und konnte seinen ersten Daytona Sieg beruhigt nach Hause fahren, weil Earnhardt der Schwung fehlte. Allerdings war es schon erstaunlich, dass Junior nicht mal im Windschatten richtig nahe ran kam. Der EGR Chevy ging wie die Hölle.

Eine irre Leistung von McMurray, der im Dezember nicht mal wusste, dass er einen Vertrag haben würde und allgemein als “Notlösung” bei EGR angesehen wurde.

Das Rennen (plus den Sieg von Harvick im Shootout) zeigte, dass EGR/RCR zumindest bei den restrictor plate Rennen das beste Paket haben. Ob sich das allerdings auf den anderen Strecken wiederholen wird, muss man abwarten. Restrictor plate ist eine Sache, normale Rennen eine andere. Aber schon im letzten Jahr war Montoya richtig gut unterwegs und wenn sie diese Performance halten können, sieht es nicht schlecht aus. RCR scheint auch die Chassis-Probleme aus dem letztem Jahr in den Griff bekommen zu haben. Aber das wird man alles erst richtig nach den ersten fünf Rennen sortieren können.

Am Ende dauerte das Daytona 500 etwas mehr als sechs Stunden – ein Rekord für die NASCAR. Mit 208 Runden war es auch das längste 500, dass es jemals gegeben hat. Und es hat am Ende einen Sieger gehabt, mit dem man nicht gerechnet hat. Die NASCAR, die um drei Ecken Streckenbesitzer von Daytona ist, wird sich allerdings einige Fragen gefallen lassen müssen. Und die Diskussion um eine Neuasphaltierung wird vermutlich sehr hitzig werden. In diesem Jahr wird das allerdings nichts mehr. Das nächste Rennen ist im Juli, die Zeit für eine komplette Renovierung ist zu kurz. Vermutlich wird man die Strecke erst mal ausbessern und nach dem Coca-Cola 400 entscheiden, was mit der Strecke passieren soll.

FOX wird heute allerdings keine gute Laune haben. Die Quoten sind noch nicht da, aber so lange Unterbrechungen sind nie gut. Nach dem man 2009 mit Regen zu kämpfen hatte, war es das zweite “irreguläre” Rennen in Folge. 2011 stehen die Vertragsverhandlungen mit den Sendern an. Das wird der NASCAR nicht gefallen.

Ein Wort noch zu den Streams. Im Moment geht wohl wenig ohne dafür zu bezahlen. live247 hatte einen ab und zu laggenden, aber insgesamt sehr, sehr guten HD-Stream mit 1,5 Mbit/s, plus einen durchlaufenden SD Stream. Der XSlive (SD)-Stream laggte auch, war aber auf die Dauer gesehen stabil. Bei JTV habe ich nicht reingeschaut, aber offenbar liefen die einigermaßen. Mein Sieger hieß live247, allerdings weiß man bei dem nie, ob der auch regelmäßig auf Sendung ist. Das Nationwide Rennen hat er zum Beispiel verpennt. Und er ist massiv teuerer als XS.

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Schweinderl