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July 28 2013

16:24

Formel Eins: Analyse GP Ungarn 2013

Der Grand Prix von Ungarn brachte vor allem die Erkenntnis, dass Mercedes auf dem Weg ist, in der Weltmeisterschaft noch ein Wörtchen mitzureden. Der Titel ist durchaus in Reichweite.

GP Ungarn 2013Das vermutlich heißeste Rennen des Jahres, die Reifen der Marke “Soft”, konstanter Druck in der Frühphase des Rennens – und doch kann Mercedes das Rennen gewinnen. Red Bull genießt mit Sebastian Vettel zwar noch einen großen Vorsprung in der WM, aber die Sache könnte noch enger werden, als es den Österreichern lieb ist. Und auch Lotus rückt Red Bull dank der neuen Pirelli auf die Pelle. Großer Verlierer des Wochenendes ist jedoch Ferrari, die mal wieder kein Bein auf den Boden bekommen haben und im Entwicklungswettkampf der vier führenden Teams offenbar unterlegen sind.

Es war schnell klar, dass sich das Rennen über zwei Dinge entschieden wird: Strategie und Reifenverschleiß. Und in beiden Punkten sah sich Red Bull eigentlich im Vorteil. Am Freitag schimpfte Lewis Hamilton noch über einen schlecht liegenden Mercedes, nach seiner Pole spielte er die Siegchancen runter und hoffte auf ein Podium. Doch offensichtlich war das eher Theater. Denn Lewis konnte in Ungarn von Anfang an die Pace bestimmen und er musste auch nicht mehr oder weniger auf seine Reifen aufpassen, als das Vettel tat. Die beiden kamen nach dem ersten Stint mit nur einer Runde Abstand in die Box, um die “Soft” gegen die “Medium” zu tauschen. Dabei war der frühere Stopp von Hamilton am Ende sogar die bessere Strategie, denn er konnte auf seiner Outlap Vettel klar distanzieren. Helmut Marko sprach nach dem Rennen von einer schlechten Inlap, die Vettel gefahren sein, Vettel wiederum erklärte, dass die Reifen in den letzten zwei Runden des Stint einfach komplett eingebrochen seien.

Für Vettel bedeutete dieser Zeitverlust allerdings, dass er das Rennen schon nach dem ersten Stopp verloren hatte. Während Hamilton vor den auf “Medium” gestarteten Jenson Button raus kam, landete Vettel hinter dem Briten und verlor dort sehr viel Zeit. Knapp 8 Sekunden werden es über die Runden gewesen sein, die der Deutsche einbüßte, wobei man Button keinen Vorwurf machen kann. Der fuhr sein Rennen und kämpfte um seine Position.

Für Vettel bedeutete dies ein weiteres Problem, wie sich allerdings erst später im Rennen rausstellen sollte. Lotus hatte Räikkönen nach einem langen ersten Stint auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt, die der Finne mustergültig umsetzen konnte. Ein wenig abseits der Kameras und nur sichtbar, wenn man den Zeitenmonitor verfolgte, fuhr er sehr schnelle und sehr konstante Rundenzeiten. Sein Abstand zu Hamilton war wegen seines schlechten Qualis schon kurz nach dem Start zu groß, das Ziel hieß also P2. Lotus stellte die Strategie just in dem Moment um, in dem man sah, dass Vettel sehr viel Zeit hinter dem McLaren verlor. Eine strategische Meisterleistung, aber auch eine grandiose Fahrt von Kimi, der von seinen Reifen im letzten Stint (32 Runden) genau die richtige Leistung abverlangte. In der letzten Runde, so der Finne, brachen die Medium dann ein, was man auch am tänzelnden Heck des Wagens sehen konnte.

Interessant an der Sache ist, dass Lotus Red Bull mit der Taktik unter Druck setzen konnte. Dass Vettel hinter Kimi ins Ziel kam, lag sicher auch daran, dass er hinter Button feststeckte, aber auch der anderen Seite musste Räikkönen zu Beginn des Rennens mit Alonso kämpfen und konnte seinen Speed auch nicht fahren. Mag sein, dass die Umstände (Strecke, Hitze) auch dazu geführt haben, dass Red Bull nicht wie gewohnt dominieren konnte, aber es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass neuen Reifen vielleicht im Moment doch nicht so recht passen. Wenn Lotus auch in Zukunft immer einen Stopp weniger machen kann, dürfte das interessante Rennen geben.

Das Ergebnis für Renault hätte noch besser ausfallen können, wenn Romain Grosjean nicht mal wieder Ärger mit den Kommissaren bekommen hätte. Bei einem Überholmanöver gegen Button, zog der Franzose etwas früh rüber und die beiden Fahrzeuge berührten sich. Ein paar Runden später zog in er einem sensationellen Manöver außen in T4 an Massa vorbei. Blöderweise lag die weiße Linie dieses Mal vor der schraffierten Fläche und er war mit beiden Rädern außerhalb der Strecke. Die Folge war eine regelkonforme Durchfahrtsstrafe, die aber sich aber ein wenig harsch anfühlt. Für die Berührung mit Button brummten ihm die Kommissare dann auch noch eine 20-Sekunden Strafe auf, die sein Ergebnis (P6) aber nicht änderte.

Ferrari hatte mit dem Ausgang des Rennens überhaupt nichts zu tun. In der Quali kam Alonso immerhin auf P5. Das ist jetzt nicht toll, aber auch nicht schlecht. Und wie man bei Mark Webber sehen konnte, kann man daraus was machen, wenn das Auto stimmt. Am Ende kam Alonso auch auf P5 raus, rund 31 Sekunden hinter Hamilton. Man verliert pro Runde also knapp 0,5 Sekunden und das ist einfach zu viel. Ferrari fährt im Nirvana hinter Mercedes, Red Bull und Lotus. Nach hinten muss man sich nicht wirklich verteidigen, nach vorne geht aber auch nicht. Das Problem für Ferrari ist, dass ihnen die Zeit davon läuft. Zwar kommen noch neun Rennen, aber die liegen wiederum so dich beisammen, dass es schwierig sein wird parallel die Entwicklung voranzutreiben. Es ist auch nicht so, dass Ferrari grundsätzlich Schwächen zeigen würde. Der Reifenverschleiß ist ok, der Topspeed usw. Auch die Fahrer berichten, dass sie mit dem Wagen grundsätzlich zufrieden sind. Der F138 ist einfach grundsätzlich zu langsam und Ferrari gelingt nicht, die Lücke nach vorne zu schließen.

Da wundert es fast nicht, dass Ungarn Gerüchte aufgetaucht sind, Alonso könnte zu Red Bull wechseln. Schuld daran war ein Gespräch von Luis Garcia, der Manager von Alonso, mit Christian Horner. Helmut Marko ließ es sich nicht nehmen, etwas Feuer unter der Sache zu machen, aber man sollte darauf nichts geben. Alonso hat bei Ferrari einen Vertrag bis Ende 2016, der eng an den Sponsorvertrag mit Santander gekoppelt ist. Red Bull wird sich Alonso auch nicht antun wollen. Hintergrund des Gespräches dürfte viel mehr Carlos Sainz jr. gewesen sein, der ebenfalls von Gracia vertreten wird.

McLaren zeigte sich in Ungarn etwas verbessert. Perez schaffte es recht locker in Q3, im Rennen lagen beide aufgrund der Zwei-Stopp-Strategie recht gut im Rennen. Für einen Moment sah es sogar so aus, als könne Button aufs Podium fahren, aber dann war der MP4/28 dann doch zu lahm und wurde von der Konkurrenz aufgeschnupft. Perez und Button kamen beide in Punkte, was insofern wichtig war, weil Force India am Wochenende patzte.

Die Inder hatten sich gegen die Änderung der Reifen mit allem gewehrt, was sie hatten. Sie wussten wohl schon, dass die neuen Pirelli dem Wagen nicht gut tun würden. Schon in der Quali blieben beide Piloten blass und schafften nicht den Sprung in Q3. Sutil hatte in seinem Rennen Pech und fiel mit einem Hydraulikproblem aus, allerdings lag er zu diesem Zeitpunkt auch nicht in Punktenähe. Paul di Resta kämpfte sich durchs Rennen, dass man sich am Ende aber einem Williams geschlagen geben musste, sagt schon einiges.

Williams gelang es in Ungarn endlich den ersten Punkt in diesem Jahr zu holen. Bedanken können sie sich da bei Pastor Maldonado, der mit einem sehr guten Start die Basis für den Erfolg legte. Man sollte das allerdings nicht überbewerten. Die enge Strecke liegt dem Williams besser, als das, was sonst so in der Saison fährt, dazu kam das Glück, dass Rosberg kurz vor Schluss liegen blieb. Aus eigener Kraft hätte Williams den Punkt nicht geholt.

Force India war während des gesamten Wochenendes nicht zu sehen. Q3 war utopisch, die Rundenzeiten auf den Long Runs schlecht. Grund mag die Strecke gewesen sein, der STR mag die schnellen Kurse lieber.

Sauber hatte ebenfalls ein, wie in diesem Jahr schon fast gewohnt, zähes Rennen. In der Quali blieb Guiterrez mal wieder in Q1 hängen, im Rennen fiel der Mexikaner früh aus. Hülkenberg lag zwischenzeitlich auf P10, verlor aber viel Boden, als er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam.

Ein Wort noch zu Mark Webber, der von P10 auf P4 fahren konnte. Er startete mit den “Medium”, was sich als gute Entscheidung für den ersten Stint herausstellen sollte. Allerdings, und das habe ich nicht so ganz verstanden, setzte man Webber ebenfalls auf eine Drei-Stopp-Strategie. Entweder kann der Red Bull nicht mehr, oder man hat sich da vertan. Durch das zweimalige Wechseln auf die “Medium” verlor Webber rund 20 Sekunden an der Box, ob er die auf der Strecke auf verloren hätte, ist zumindest mal eine Frage wert.

Das Rennen war also durchaus interessant, bot packende Zweikämpfe und für Ungarn erstaunlich viele und vor allem sehenswerte Überholmanöver. Leider geht die Serie jetzt in eine vierwöchige Pause, das nächste Rennen ist erst Ende August in Spa. Die Fabriken müssen zwei Wochen geschlossen bleiben, was aber nicht bedeutet, dass keiner arbeiten wird. Vier Wochen sind viel Zeit, um den Wagen zu verbessern.

Vettel führt in der WM zwar mit 38 Punkten vor Räikkönen, Alonso hat 39 Punkte Rückstand und bei Hamilton sind es 48 Zähler. Das bedeutet, dass die WM noch längst nicht entschieden ist. Ein Ausfall von Vettel und die Sache sieht wieder anders aus. Mercedes hat mit Hamilton auch noch durchaus Chancen. Wenn deren Performance weiter so stabil ist, Vettel noch einmal ausfällt und es gelingt, immer ein oder zwei Plätze vor Vettel liegen, dann könnte es gegen Ende der Saison noch mal knapp werden. Das klingt etwas viel nach “wenn und sollte”, aber ausgeschlossen ist es nicht, dass Red Bull noch mal ins Schwitzen kommt.

In der Sommerpause gibt es von uns wie gewohnt die Halbzeitanalyse, damit es nicht ganz so langweilig wird.

2013 Hungarian Grand Prix - Saturday F1_Ungarn_2013 00007 F1_Ungarn_2013 00018 F1_Ungarn_2013 00006 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00005 F1_Ungarn_2013 00010 F1_Ungarn_2013 00004 F1_Ungarn_2013 00017 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Sergio Perez in action F1_Ungarn_2013 00015 Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary Motor Racing - Formula One World Championship - Hungarian Grand Prix - Race Day - Budapest, Hungary F1_Ungarn_2013 00011 Jenson button in action 2013 Hungarian Grand Prix - Saturday

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July 14 2013

09:30

Formel Eins: Silly Season 2013

Wie in jedem Jahr gibt es jede Menge Gerüchte über Fahrerwechsel. Dieses Jahr dreht sich alles um das Red-Bull-Cockpit. Eine kleine Übersicht, die völlig spekulativ ist, aber das ist ja der Spaß an der Sache.

Motor Racing - Formula One World Championship - Australian Grand Prix - Race Day - Melbourne, Australia
Red Bull
Vettel bleibt bis Ende 2015. Für das Webber-Cockpit gibt es nur drei echte Kandidaten: Räikkönen, Vergne und Ricciardo.

Für den Finnen sprechen sein Speed und sein Marketingpotenzial. Außerdem hat Red Bull dessen Rallye-Abenteuer finanziert. Es gibt aber auch einiges, das gegen Kimi spricht. Da wäre zunächst das Alter, mit 34 ist seine Zeit in der Formel Eins begrenzt. Dazu kommt seine bekannte Unlust in Sachen PR und langen Sitzungen mit den Ingenieuren. Bekannt ist auch: Wenn Kimi keine Lust mehr hat, merkt man ihm das an. Siehe Ferrari.

Vergne und Ricciardo sind dagegen jung, kommen aus der Red-Bull-PR-Schule und wollen nach vorne. So richtig überzeugen konnten sie mich bisher noch nicht. Vergne ist im Rennen besser, hat aber eine Qualischwäche, Ricciardo hat Schwächen im Rennen. Nachdem Red Bull nun aber soundsoviel Nachwuchsfahrer durchgenudelt hat, wird es Zeit, dass man nach Vettel mal wieder einem jungen Fahrer eine Chance gibt. Ich würde Ricciardo nehmen.

Andere Kandidaten für Red Bull sehe ich nicht. Hülkenberg wäre sicher interessant, aber ein zweiter deutscher Fahrer passt nicht.

Ferrari
Alonso hat einen Vertrag bis Ende 2016, Massa nur bis Ende 2013. Ferari hat schon angedeutet, dass man Massa halten könnte. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen: Wen soll man sonst nehmen? Zum anderen soll das technische Feedback von Massa exzellent sein. 2014 ändert sich ja einiges in der F1, da will man ein eingespieltes Team haben und nicht auch noch jemanden anlernen müssen.

Auch hier ist Hülkenberg ein Kandidat, Kontakte gab es schon im letzten Jahr. Ferrari selber hat Jules Bianchi bei Marussia geparkt und wird ihn da vermutlich auch noch ein Jahr lassen, es sei denn, es tut sich was bei Williams, Force India oder Sauber.

Mercedes
Beide Fahrer sind fix bis Ende 2015.

Lotus
Der Weggang von Räikkönen würde das Team hart treffen. Aber der Finne sagt selbst, dass er sich bei Lotus extrem wohlfühlt. Wenn die Ergebnisse stimmen, wird er vermutlich bleiben. Grosjean ist ein Wackelkandidat. Eric Boullier hat schon öffentlich gemacht, dass man mit Hülkenberg redet, auch wenn Kimi bleiben sollte.

Ein weiterer Kandidat ist Paul di Resta, dessen konstante Fahrweise ein großes Argument gegen Grosjean ist. Der Schotte muss auch sehen, dass er mal woanders unterwegs ist.

Es gibt auch Gerüchte, die besagen, dass Pastor Maldonado zu Lotus wechseln könnte, weil er jede Menge Geld mitbring. Halte ich aber für Quatsch.

McLaren
Da wird sich nichts ändern. Button wird seine Karriere dort beenden, Perez hofft auf ein besseres Auto im nächsten Jahr.

Force India
Der Vertrag von Sutil läuft nur ein Jahr, aber es gibt keinen Grund, warum er nicht verlängert werden könnte. Sutil hat sonst auch kaum Optionen, außer viellecht Williams, wo er schon mal beim Seat-Fitting war.

Wenn di Resta gehen sollte, könnte Jules Bianchi kommen. Der Belgier war Testpilot 2012 und ist nur auf Grund der Sponsorengelder an einer Verpflichtung gescheitert. Andere Kandidaten für Force India sehe ich im Moment nicht. Hängt sicher davon ab, wie viel Geld Vijay Mallya für ein Cockpit haben will.

Toro Rosso
Wer auch immer von beiden Fahrern geht, der Ersatz wird Felix da Costa heißen. In der WsbR nicht ganz so schnell wie erwartet, aber zur Zeit eines der besten Talente da draußen. Wenn Red Bull Räikkönen nimmt, wird man einen der bisherigen Fahrer entlassen. Da wird es wohl Vergne treffen.

Williams
Beide Fahrer mit einem Ein-Jahres-Vertrag. Nach der katastrophalen Saison 2013 wird man Geld benötigen. Bottas und Maldonado zahlen für ihre Cockpits, also wird man versuchen, sie zu halten. Sollte Maldonado gehen, wird man man einen weiteren Pay-Driver suchen. Das könnte Luis Razia sein oder ein anderer Fahrer aus der GP2 mit viel Geld im Rücken.

Sauber
Schwer zu sagen, ob das Team 2014 überhaupt antreten kann. Wenn sie einen Sponsor finden, dürfte man an Guiterrez festhalten, dessen Gehalt von Carlos Slim bezahlt wird. Hülkenberg wird gehen wollen, ein Ersatz für ihn wird schwierig zu finden sein. Da das Team nicht gut dasteht, dürfte sich das Interesse der Pay-Driver in Grenzen halten. Etablierte Fahrer wird man nur schwer bekommen, also muss man in die GP2 schauen.

Caterham
Pic entwickelt sich ganz gut, den sehe ich ein weiteres Jahr bei Caterham. Guido van der Garde steht eh schon kurz vor dem Rauswurf. Finnische Zeitungen berichten seit Wochen, dass Kovalainen wieder ins Cockpit steigen soll. Wäre vermutlich auch die beste Lösung. Für 2014 ist Kovalainen auf Grund seiner Erfahrung sicher eine gute Wahl.

Marussia
Bianchi ist, auch in der WM, der beste Fahrer der kleinen Teams. Das zeigt er auch immer wieder und es wäre gut, ihn mal in einem Force India zu sehen. Max Chilton macht einen guten Job, seine Weiterverpflichtung hängt aber wohl am Geld vom Vater. Wenn Bianchi geht, wird man Chilton wohl behalten. Kandidaten sind Kevin Magnusson und Fahrer wie Sam Bird oder Felippe Nasr.

Auffallend ist, dass hier die Namen der Reservefahrer fehlen. Das liegt daran, dass es bis auf Sebastian Buemi kaum welche gibt, die wirklich zum Fahren kommen. Wenn sich ein Team überhaupt einen Testfahrer leistet, dann nur weil man damit Geld einnimmt und weil man die Fahrer im Simulator fahren lässt. Von einem Renneinsatz sind die meisten sehr weit entfernt.

Weiterhin auffallend sind die fehlenden Namen aus der GP2. Schaut man auf die Wertung, sieht man Namen wie Coletti, Nasr, Bird, Leimer und Calado. Nasr und Bird sind sicher zwei interessante Namen, denen scheint aber das Geld zu fehlen. Coletti und Leimer sind gefühlt eine halbe Ewigkeit in der Serie unterwegs, da ist der Zug abgefahren. Calando ist schnell, verliert aber gegen Nasr und Bird.

Aus anderen Serien gibt es wenig Nachwuchs. In der WsbR führt im Moment Stoffel Vandoorne, der vermutlich 2014 in die GP2 wechseln will. Kevin Magnussen ist ein interessanter Name, auch er wird aber vermutlich eine Ehrenrunde in der GP2 drehen müssen. Da Costa habe ich bereists auf dem Schirm für Toro Rosso.

Ein Blick au8erhalb Europas offenbart, dass da nichts kommen wird. Die Super Formula (Ex-Formel Nippon) ist zu speziell, in den USA gibt es keine ernstzunehmende Nachwuchsserie außer der Indy Lights, wo zwölf Autos starten.

Was zeigt: Die meiste Teams setzen für 2014 auf Konstanz. Red Bull hätte Webber sicher aus diesem Grund auch gerne ein weiteres Jahr behalten. Die neuen Regeln für 2014 schaffen viel Ungewissheit, da will man als Team zumindest auf der Fahrerseite Konstanz haben.

In Sachen Nachwuchs erwächst der Formel Eins ein Problem. Alonso, Button, Räikkönen und Massa sind alles Top-Piloten, die sich eher ans Ende ihrer Karriere bewegen. Alonso hat einen Vertrag bis 2016, dann ist er 34. Aber es ist gut vorstellbar, dass er noch zwei Jahre dranhängt. Vettel, Hamilton und Rosberg haben noch viel Zeit, doch dahinter gibt es eine große Lücke im Moment. Hülkenberg, Perez und di Resta sind noch die besten Namen, die man nennen kann. Das wäre nicht so problematisch, wenn denn die GP2 genug Talente auswerfen würde, aber das ist seit ein paar Jahren nicht mehr der Fall.

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July 04 2013

14:44

Formel Eins: Vorschau GP Deutschland 2013

Die Formel Eins kommt nach Deutschland und die Auseinandersetzung zwischen Red Bull und Mercedes dürfte in die nächste Runde gehen.

nürburgringIn der unendlichen Reifensaga der Formel Eins gibt es am Ring ein neues Kapitel. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit ist es Pirelli gelungen, für den deutschen Grand Prix neue Reifen zu organisieren. Statt des umstrittenen Stahlbands liegt nun ein Kevlarband unter der dünnen Lauffläche. Und für das Rennen in Ungarn gibt es komplett neue Pirelli, die eine Art “Best of” sind. Konstruktion der Reifen aus dem Jahr 2012, die Mischungen aus dem Jahr 2013. Man hofft, dass damit die leidigen Diskussionen aufhören. In der Tat mag man es ja kaum noch hören, was so über die Reifen gesagt wird, aber ich bin mir sehr sicher, dass die neuen Reifen bei einigen Teams wieder für Unzufriedenheit sorgen werden, die man lautstark in Pressemitteilungen verkünden wird.

Am Ring sollten die Reifen allerdings keine große Rolle spielen. Die Strecke geht leidlich gut mit dem Gummi um, Reifenplatzer wie in England stehen nicht zu befürchten, weil die schnellen Kurven fehlen. Die empfindlichen Schultern der Reifen werden nicht so stark belastet wie in Silverstone und dank des Kevlarbandes sollten Delaminierungen nicht mehr auftauchen. Die neue Konstruktion bewirkt auch, dass sich die Reifen nicht mehr ganz so schnell erhitzen, was Mercedes helfen sollte, während Lotus und Ferrari in Probleme kommen könnten. Pirelli hat die Mischungen Medium/Soft im Gepäck.

Die Reifenwahl sollte Mercedes und Red Bull liegen, also dürfte der momentane Zweikampf zwischen beiden Teams in Deutschland fortgesetzt werden. Paradoxerweise hat Mercedes zurzeit die Nase vor Red Bull, wie man in den letzten Rennen, Ausnahme Kanada, ja immer sehen konnte. Der Quali-Speed des W04 sollte auch am Ring ausreichen, um zumindest einen Wagen in die erste Reihe zu bekommen. Mittlerweile ist Mercedes auch verbal zum Angriff übergegangen. Ross Brawn ließ die Woche zum ersten Mal verlauten, dass man eine Chance auf den WM-Titel habe, wobei es da in der Kontrukteurs-WM noch am Besten aussieht. Der Abstand beider Fahrer auf Vettel ist noch etwas groß, da würde man zwischendurch einen weiteren Ausfall von Vettel benötigen oder zumindest ein paar schlechte Ergebnisse.

Das ist von Red Bull am Nürburgring nicht zu erwarten. Die enge Passage des “Haug-Haken” und einige mittelschnelle Passagen liegen dem RB9 sehr gut und er kann am Kurvenausgang seinen Vorteil beim Herausbeschleunigen nutzen. Im Rennen wird es also schwer werden, die Red Bull auf Distanz zu halten, der Sieg könnte also über die Strategie gehen.

Bei Ferrari geht im Moment wenig zusammen. Offenbar ist man nach dem Rennen in Spanien auf der Entwicklungsautobahn irgendwo falsch abgebogen. Der F138 ist eher langsamer als schneller geworden, das gilt vor allem für die so wichtige Quali. Auch in Deutschland wird Ferrari hoffen, dass man mit einem blauen Auge davon kommt.

Selbiges gilt für Lotus, wo überhaupt kein Schritt nach vorne zu sehen ist. Räikkönen meinte nach der Quali in England, dass man das Maximum aus dem Wagen geholt habe, im Rennen lief es auch nicht besser. Der Abstand nach vorne ist größer geworden, man kommt nur noch über die Strategie in Podiumsnähe, was man in Silverstone mächtig verhauen hat. Räikkönen soll immer noch sauer sein.

Erstaunlicherweise naht von hinten zudem Force India. Wie die Inder es schaffen, als einziges Mittelfeld-Team die Lücke nach vorne zu schließen, ist schon erstaunlich. Sutil fuhr in England locker um das Podium mit, dass er die Kollegen hinter sich aufgehalten hat, war nicht zu sehen. Auch bei Force India leistete man sich in Silverstone einen taktischen Fehler, was Sutil nach hinten warf. Ein weiteres Indiz dafür, wie gut der Force India ist, war die Fahrt von Paul di Resta, der von ganz hinten in die Punkte fahren konnte. Nebenbei lieferte er sich mit Lewis Hamilton ein packendes Duell auf Augenhöhe. Viel fehlt dem Team nicht in Richtung Podium.

Toro Rosso scheint sich langsam knapp dahinter einzusortieren. Beiden Piloten gelingt es, sich im hinteren Drittel der Top 10 zu etablieren, was schon ein wenig erstaunt. Der Wagen war zu Beginn der Saison nicht gerade konkurrenzfähig in der Quali. Für beide Fahrer geht es nun auch darum, sich für das freie Cockpit bei Red Bull zu bewerben, was zusätzliche Motivation mitbringen dürfte.

Dass die Italiener allerdings so weit zu vorne zu finden sind, hat auch viel mit der katastrophalen Saison von McLaren zu tun. Ich bin mal in die staubigen Niederungen des Archivs eingetaucht und habe geschaut, wann McLaren das letzte Mal so schlecht unterwegs war. Ergebnis: 2009 war so ein Jahr, als man bis zum Rennen Ungarn nur dreimal in Punkte kam. Aber ab Ungarn konnte man immerhin wieder Rennen gewinnen, was dieses Jahr nicht den Eindruck macht. Die letzte Saison ohne Sieg hatte man 2006, die letzte Saison ohne ein Podium war 1980 (!). Und McLaren ist auf einem guten Weg, dies zu wiederholen.

Hinter McLaren liegen noch Sauber und Williams. Bei beiden Teams sieht man auch keine Fortschritte. Bei Sauber weiß man immerhin seit letzter Woche, dass man die Weiterentwicklung des Wagens aus Geldmangel eingestellt hat. Bei Williams wird man den Eindruck nicht los, dass das Team ebenfalls schon das Handtuch geworfen hat und die schmalen Ressourcen lieber auf das Jahr 2014 konzentriert. Was nachvollziehbar ist, denn 2014 stehen alle Teams vor einem Neuanfang und die Hackordnung kann sich komplett neu sortieren.

Bei Caterham halten sich in den letzten Wochen hartnäckig die Gerüchte, dass man Heikki Kovalainen wieder als Einsatzfahrer haben möchte. Die Ergebnisse und das Feedback von van der Garde sind wohl nicht zufriedenstellend, allerdings hat der Niederländer wohl ein starkes Geldpaket im Rücken, mit dem Kovalainen nicht dienen kann.

Um Marussia ist es etwas ruhiger geworden. Der Anfangsschwung ist etwas verflogen, seitdem Caterham den Wagen renoviert hat, hängt man auch wieder hinter ihnen fest. Auch hier ist es wohl das fehlende Geld, das einen weiteren Fortschritt verhindert.

Strategie

Zwei Stopps sind wohl das Mindeste, was wir am Ring sehen werden. Die Boxengasse liegt recht günstig, man verliert wenig Zeit bei der Ein- und Ausfahrt. Es ist schwer vorherzusagen, wie das Kevlarband im Reifen sich auf den Verschleiß auswirken wird. Theoretisch sollte er zurückgehen, was längere Stints möglich machen sollte. Die entscheidende Frage lautet wie immer: “Wie lange halten die Soft durch?” Es ist durchaus denkbar, dass die “Soft” zu einer Drei-Stopp-Strategie führen können, die am Ende auch schneller ist als die Variante “Soft (Start), Hard, Hard”. Da es am Wochenende am Ring hochsommerliche Eifeltemperaturen geben soll (23 Grad, Sonne), könnte ein langer Mittelstint mit den “Hard” eine interessante Variante für eine Zwei-Stopp-Strategie sein. Webber, Hamilton und Alonso haben in Silverstone gezeigt, dass man mit der weichen Variante durchaus am Ende noch durchs Feld räubern kann.

Allerdings ist das mit dem Überholen am Nürburgring so eine Sache. Es gibt zwei DRS-Zonen, einmal die Haztenbachgerade, einmal die Start/Zielgerade. Beide sind gerade so lang genug für das DRS, wobei Spätbremser den Vorteil vor den Schikanen wieder aufholen können. Packt man es in einer der DRS-Zonen nicht, steckt man halt im Verkehr fest bis zur nächsten Runde. Der “Haug-Haken” kostet einen dann viel Zeit.

Überholmanöver könnten am Wochenende also knapp gesät sein, aber ich erwarte einen spannenden Kampf um den Sieg zwischen Red Bull und Mercedes, wo sich eine richtige Rivalität zu entwickeln scheint.

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May 22 2013

14:25

Formel Eins: Vorschau GP von Monaco 2013

Das traditionelle Leitplankenstreicheln in Monaco steht auf Programm. Die Formel Eins begibt sich also ins VIP-Ghetto und muss dort auch einige Probleme hinter den Kulissen aussortieren.

monNach dem etwas zerstückeltem Grand Prix von Spanien, stehen die Reifen weiter in der Kritik. Und das Chaos um die Pirellis ist noch größer geworden. Kurz vor Pfingsten hatte der italienischer Reifenhersteller angekündigt, dass man für das Rennen in Kanada neue Reifen mitbringen werde. Zwar werde man die Konstruktion der Reifen beibehalten, diese aber mit den Mischungen aus 2012 bestücken. Lotus und Ferrari waren nicht erfreut. Eric Boullier verglich den Schritt damit, dass man die Pause in einem Fußballspiel vorverlegen würde, weil die andere Mannschaft nicht mehr kann. Ferrari rechnete derweil akribisch vor, dass Vettel bei seinem Sieg im letzten Jahr in Spanien auch vier die Box besucht habe. Ohne dass sich Red Bull danach über die Reifen beschwert habe.

Die FIA mischte sich dann am Montag in die Diskussion ein, und wies darauf hin, dass man laut Regularien die Reifenmischungen innerhalb einer Saison nur dann ändern könnte, wenn alle Teams dem zustimmen würden. Was getrost vergessen kann. Pirelli kündigte daraufhin an, dass man die Mischungen “anpassen” würde. Dies vor allem, um Reifenschäden wie in Spanien zu vermeiden. Tatsächlich hatte sich zweimal die Lauffläche des Reifen gelöst, etwas, was man in Kanada nicht sehen will. Aus diesen Gründen will man die Mischungen aus dem letzten Jahr mit denen aus diesem Jahr aufpeppen. Klar ist, dass Pirelli in diesem Jahr etwas zu weit gegangen ist, was die Haltbarkeit der Reifen angeht. Zurecht weisen die Italiener aber darauf hin, dass man die Tests nur mit einem alten Renault aus dem Jahr 2010 fahren darf. Nicht mal einen HRT aus dem letzten Jahr durfte man kaufen. Doch die Aerodynamik hat sich bekanntermaßen massiv geändert, durch den Coanda-Auspuff ist der Abtrieb vor allem im Heck größer geworden. Dafür hat man durch die angehobene Nase Antrieb an der Vorderachse verloren. Zudem ist die Aufhängungsgeometrie bei den meisten Wagen eine völlig andere. Pirelli würde gerne einen neueren Wagen haben, dagegen sperren sich aber die Teams. Eine verkorkste Situation für alle, denn neue Mischungen lassen sich nur in den Trainings am Freitag testen, doch da ist die Zeit knapp. Man darf in diesem Zusammenhang auch gespannt sein, wie sich die Entscheidung für den Reifenlieferanten in der nächsten Saison entscheiden wird. Michelin hat schon abgewunken, aber es gibt vermutlich aus Fernost den ein oder anderen Hersteller, der viel Geld für ein Engagement zahlen würde.

Auch ansonsten war die Woche viel los in der Formel Eins. McLaren gab bekannt, dass man ab 2015 wieder mit Honda-Motoren antreten wird. Eine Rückkehr von Honda hatte sich über den Winter angekündigt, der Zeitpunkt ist aber interessant. Denn Mercedes wird McLaren 2014 noch mit dem neuen Motor ausstatten, also dürfte McLaren viele interessante Daten zu Honda mitnehmen. Wehren kann sich Mercedes da nur schwer, zu mal es für McLaren noch eine weitere Quelle in Form von Force India gibt, die 2014 wohl auch auf den Mercedes-Motor setzen werden. Mit den Indern verbindet McLaren seit Jahren eine technische Zusammenarbeit. Die Rückkehr von Honda ist sicher ein gutes Zeichen für die Formel Eins und könnte weitere Hersteller aus Asien anziehen.

Bei Mercedes gibt es auch Neuigkeiten. Das schlecht gehüteste Geheimnis seit Dezember ist endlich offiziell bestätigt. Paddy Lowe wird nach seinem Weggang von McLaren zum deutschen Formel Eins Team wechseln und die immer größer werdende Management-Riege erweitern. Er wird als “Executive Technical Director” eingestellt und neben Toto Wolff gestellt. Das ist insofern delikat, als dass Ross Brawn eigentlich der technische Direktor war/ist und die Entwicklung des Wagens unter seiner Kontrolle hat. Die Rede ist, dass Brawn schleichend entmachtet wird, wenn man es böse sehen möchte. Eine andere Lesart ist, dass man bei Mercedes ähnliche Strukturen wie bei Ferrari einführen möchte. Dort hat Pat Fry eine ähnliche Stellung inne, während Stefano Domenicalli gesamte Teamführung innehat. Was ja gut funktioniert, wie man in diesem Jahr sieht. Wie allerdings die hochrangige Riege von Designern (Aldo Costa, Geoff Willis, Bob Bell, John Owen und Jock Clear) damit klarkommen, dass Paddy Lowe nun das Sagen hat, ist wieder eine andere Frage. So “All-Star-Teams” können funktionieren, es kann aber auch schief gehen.

Kommen wir aber mal zum Rennen am Wochenende, denn dort gilt Mercedes als Top-Favorit. Das liegt vor allem an der guten Quali-Performance der Silberpfeile und in Monaco steht man halt gerne in der ersten Reihe, wenn man gewinnen möchte. Überholen ist ja nicht so leicht rund um den Hafen.

Die Frage ist dann mal wieder, wie Mercedes mit den Reifen klarkommt. Pirelli bringt die Mischungen “Soft” und “Supersoft” an die Strecke. Was angesichts der Performance der Reifen mutig klingt. Aber Monaco ist jetzt auch nicht besonders hart zu den Reifen, schnelle Kurven fehlen ebenfalls. In Australien hielten die weichen Reifen rund 10 Runden, das dürfte in Monaco also deutlich länger gehen. Dazu aber im Strategie-Teil weiter unten noch etwas mehr.

Aerodynamik spielt in Monaco keine allzu große Rolle, eher die Frage, wie man aus den vielen engen Kurven raus kommt. Das spricht durchaus für die Red Bull, die in diesem Gebiet gut aufgestellt sind. Auf der anderen Seite sah man auf langsamen Streckenteilen nicht so gut aus, in diesem Jahr. Aber das ist schwer zu beurteilen, weil Red Bull ja den RB9 auch weiterentwickelt hat. Die Frage wird sein, wie sie mit den sehr weichen klar kommen, was bisher nicht ihre Stärke war.

Für Lotus und Ferrari wird es ebenfalls kein einfaches Rennen. In der Qualifikation fehlt beiden Zeit und in Monaco können beide Teams nicht mehr ihre Stärke über die Longruns ausspielen, weil man immer Verkehr steckt. Sich über die Strategie nach vorne zu arbeiten, ist vermutlich die einzige Lösung, aber das wird schwer.

Monaco war auch schon immer ein Rennen, in dem ein kleines Team überraschen konnte. Force India zeigte in diesem Jahr eine sehr gute Leistung, wenn man ein wenig mutig ist, könnte man ihnen zutrauen, dass sich Richtung Top 5 bewegen könnten. Dafür müsste aber auch mal die Pechsträhne von Adrian Sutil aufhören. Toro Rosso zeigte ebenso wie Sauber eine aufsteigende Tendenz, aber für Monaco und vor allem mit diesen Reifen braucht viel Erfahrung, was beiden Piloten noch etwas fehlt. Beide Teams rücken aber McLaren auf die Pelle, deren Form für das kommende Rennen nur schwer einzuschätzen ist. Der komplette Umbau des Wagens hat dem Team nur wenig geholfen, was auch daran liegen kann, dass man den mehr oder weniger neuen Wagen erst mal verstehen muss. Die Rennen sind im Grunde erweiterte Testläufe.

Der Rest wird sich um die letzten Plätze balgen.

Strategie

Kniffelig. Man verliert in Monaco viel Zeit beim Boxenstopp und vor allem fällt man bei einem frühen Stopp ins langsame Mittelfeld, in dem vermutlich einige auch mit der härteren Mischung unterwegs sein werden und dementsprechend spät stoppen. Will man in der Quali aber vorne sein, muss man die “Supersoft” aufziehen, die bei vorsichtiger Betrachtung vielleicht 20 Runden halten werden. Eine Ein-Stopp-Strategie ist auch schwer, da müsste man die “Supersoft” schon bis Runde 27 tragen und die “Soft” müssten dann 50 Runden halten, was noch keiner ausprobiert hat. Dazu kommt der Drop-Off, der bei beiden Mischungen sehr groß ist. Zwei Stopps scheinen also die Lösung zu sein, aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Das lässt sich in Monaco sehr schwer vorhersagen, zumal ein Safety Car, das schnell mal draußen ist, die gesamte Strategie wieder zunichte machen kann.

Lotus könnte ein Team sein, dass auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen könnte. Die “Supersoft” müsste man dann aber mindestens 5 Runden länger fahren und darauf hoffen, dass man sich schnell an die Spitze setzt. Das ist möglich, wenn Räikkönen in den ersten beiden Reihen landet.

Interessant wird es hinter den ersten beide Reihen sein. Vorne wird man für den ersten Stint auf “Supersoft” setzen, dahinter könnten Teams wie Force India oder McLaren einen besseren Startplatz für die “Soft” eintauschen. Vielleicht überraschen aber auch alle Teams und verzichten genau aus diesem Grund auf die “Supersoft”, weil die Angst, dass der Reifen zu schnell eingeht und man dann im Mittelfeld steckt, einfach zu groß ist.

Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen. In Australien hat man gesehen, dass die Teams, die in den letzten Runden auf die “Supersoft” gesetzt hatten, plötzlich Probleme bekamen, weil die Reifen Graining zeigten. Das resultierte wohl auch aus der gelegten Gummispur der “Soft”. Die Brösel, die man sich auf den Reifen fuhr, halfen dem Handling nicht wirklich.

Das Wetter soll gut sein, mit Regen ist in Monaco wegen der Lage am Meer aber immer mal zu rechnen.

Und nicht vergessen: Die Trainings sind in Monaco traditionell am Donnerstag, nicht am Freitag!

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March 24 2013

18:02

Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

Der GP von Malaysia bot ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn niemand den Sieg von Red Bull ernsthaft in Frage stellen konnte. Doch der Sieg von Vettel hatte einen bösen Nachgeschmack.

F1 MAL 13 00008 300x201 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 Das Gesicht von Mark Webber nach dem Rennen sprach Bände. Das Wort “verärgert” trifft die Sache nicht mal annähernd, am liebsten wäre der Australier wohl der Siegerehrung fern geblieben. So kam er spät in den Vorraum, sprach kein Wort und würdigte Vettel keines Blickes. Der wiederum gab sich locker, sprach mit Adrian Newey über die Reifenwahl und ging Mark Webber aus dem Weg. Die Gesichter in der Red Bull Box waren auch nicht gerade so fröhlich, wie man es nach einem Doppelsieg hätte erwarten können. Vor allem Christian Horner sah man an, dass etwas sehr in Unordnung gekommen war. Die Erklärung für all die langen Gesichter erfuhr man dann nach dem Rennen: Vettel hatte die klare Anweisung Platz 2 zu halten – und ignoriert sie.

Mann des Rennens war tatsächlich Mark Webber. Nach einer mäßigen Leistung in der Quali (P5) legte er einen Zauberstart hin, schob sich auf P3 und bald darauf hinter Vettel. Webber schaffte es mit einem Undercut an Vettel vorbei zu gehen, als er für den ersten Stopp später an die Box kam und dem Deutschen die Führung wegschnappte. Von da an sah es nach einem Rennen für den Australier aus, der sich aber auf der anderen Seite nicht entscheidend absetzen konnte. Die Reifen spielten wie immer eine große Rolle. Webber setzte in seinem Rennen auf folgende Kombination: Intermediates, Hard, Medium, Hard, Hard. Vettel nahm: Intermediates, Medium, Hard, Hard, Medium. Damit hatte Webber nach dem zweiten Stopp den Vorteil, der ihm den Undercut brachte. Warum man Webber aber beim letzten Stopp nicht auch auf Medium setzte, bleibt ein Rätsel der Red Bull Strategie. Denn eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Medium die restliche Distanz halten würden. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Webber keinen angefahrenen Satz Medium mehr hatte.

Die Strategie führte dann zum folgenschweren Zusammentreffen der beiden Fahrer auf der Strecke. Vettel war mit den Medium schneller, Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon eine klare Teamorder ausgegeben. Webber sprach nach dem Rennen in Richtung Vettel die Worte “Client 21″ aus. Damit bezieht er sich wohl auf einen Funkspruch für Vettel. Die Codierung bedeutet dann eben “Du bleibst auf P2″. Vettel ignorierte die Ansage seines Crew Chief und zusätzlich die von Horner höchstpersönlich. Nach dem Rennen sagte der Deutsche dann:

“I messed up today. I would love to come up with a nice excuse as to why I did it, but I can’t. I can understand Mark’s frustration and the team not being happy with what I did today; I owe an explanation to him and the whole team. I will try to explain to them later. We talk about this situation happening many times and what we will do if and when it happens and normally it doesn’t, but today it did and I should have translated the call into action. I got the call and I ignored it. Mark and I are used to fighting each other when we’re close, but with the tyres how they are now, and not knowing how long they will last, it was an extremely big risk to ignore the call to stay second. We could have ended up finishing eighth or ninth after destroying the tyres in those two laps; I put myself above a team decision, which was wrong. I didn’t mean to and I apologise. I’m not happy I’ve won, I made a mistake and if I could undo it I would. It’s not easy right now and I owe apologies to Mark and the team.”

Dennoch bleiben da ein paar Fragen offen. Man kann sagen, dass so eben Weltmeister handeln und dass man anders nicht Weltmeister wird. Man kann sagen, dass Vettel der klar Schnellere auf der Strecke war und der Bessere soll eben gewinnen, Teamorder hin oder her. Auf der anderen Seite ist die Formel Eins ein Mannschaftssport. Es geht nicht nur um den Fahrer, sondern um das Zusammenspiel des ganzen Teams. Und Mitglieder des Teams, die sich nicht an die Regeln halten, vergiften die Atmosphäre. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Webber das nächste Mal Vettel in einer ähnlichen Situation einfach abschießt. Eine Eskalation im Team liegt jedenfalls in der Luft.

So oder so waren die Red Bull aber am Wochenende nicht zu schlagen. Die größte Überraschung war dann noch, dass der Verfolger Mercedes hieß. Damit war nicht zu rechnen, die meisten hatten ja Ferrari schneller eingeschätzt. Da Alonso und Ferrari sich in den ersten zwei Runden von allein erledigt hatten, war nur noch Massa da, der im Rennen aber keine Rolle spielte und 13 Sekunden hinter den beiden Mercedes landete. Das Rennen beider Mercedes war interessant. Denn am Anfang konnten beide die Pace der Red Bull halten, ohne diese allerdings wirklich unter Druck setzen zu können. Und sie konnten sich lange im Spiel halten. Im letzten Drittel war dann aber merkwürdigerweise die Luft raus. Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass sie nur auf gebrauchten Medium unterwegs waren. Bei Hamilton musste man wohl Sprit sparen, Rosberg kam wiederum nicht am Briten vorbei, weil er nicht durfte.

Das war auch eine merkwürdige Entscheidung. Es gab keinen Grund Rosberg zurückzuhalten, der am Ende deutlich schneller fahren konnte. Für Teamorder ist es noch ein wenig früh, Rosberg so zu demütigen ist auch keine gute Sache. Auch wenn Hamilton in der Quali schneller war, im Rennen war er es nicht. Ob Ross Brawn seinem neuen Piloten ein Begrüßungsgeschenk machen wollte, ob er einfach Angst hatte, ein Zweikampf der beiden könnte die Positionen gefährden? Schwer zu sagen. Niki Lauda war nach dem Rennen jedenfalls sauer über die Entscheidung. Und Lewis Hamilton immerhin so fair, dass er auf dem Podium sagte, dass er nicht hätte dort stehen sollen.

Dennoch ein erstaunlich gutes Rennen auf einer sehr schwierigen Strecke von beiden Mercedes. Der Abtrieb scheint zu stimmen, die Verschleißwerte sind auch bei großer Hitze gut. Das zeigt, dass der Wagen eine gute Basis hat, auf der man in den nächsten Monaten aufbauen kann. Vielleicht wird es ja doch was mit den Siegen in diesem Jahr.

Wo Ferrari nun steht, ist schwer zu sagen. Massa konnte die Mercedes nicht halten, ob es Alonso gelungen wäre, ist auch fraglich. Da nun auch seine Werte fehlen, kann man nicht wirklich eine Einschätzung abgegeben. Sicher ist nur, dass man ein gutes Stück von Red Bull weg ist.

Lotus enttäuschte in Sepang, aber ich hatte ja schon in meiner Vorschau geschrieben, dass man erst einmal sehen muss, wie der E21 mit schnellen Kurven klarkommt. Offenbar nicht so richtig gut. Grosjean und Räikkönen kämpften erst mit den Force India, später dann mit den Sauber und McLaren. Dadurch steckten beide Lotus fortwährend in engen Zweikämpfen, was die Rundenzeiten nicht verbesserte – und beide Piloten machten auch nicht den Eindruck, als ob da wirklich sehr viel mehr gegangen wäre. Lotus bleibt weiter ein kleines Rätsel.

Ebenso Force India. Sutil war mal wieder extrem stark unterwegs und zeigte bis zu seinem Ausfall ein sehr gutes Rennen. Offenbar funktioniert der Wagen auch auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, was für das Team ein gutes Zeichen ist. Im Rennen gab es dann Probleme mit den zentralen Radmuttern. Force India hat sich da bisher nicht genauer geäußert, aber es schien so, als ob diese plötzlich zerbrachen oder nicht mehr passten. Aus Sicherheitsgründen beschloss man, beide Autos aus dem Rennen zu nehmen.

Für Sauber lief es ein wenig besser. Guiterrez fuhr das Rennen brav auf P12 zu Ende, musste sich dabei aber Vergne im Toro Rosso geschlagen geben. Der achte Platz von Hülkenberg klingt gut, auch, dass man im Rennen mit den McLaren um die hinteren Top-10-Plätze kämpfen konnte. Aber die Form von McLaren ist ja eher außergewöhnlich schlecht, dazu kam der Ausfall von Alonso. Anders gesagt: die Sauber sind zum Start der Saison nicht so gut, wie im letzten Jahr. Immerhin hätte Perez das Rennen 2012 fast gewonnen.

Die Probleme von Williams sind mittlerweile offensichtlich. Dem Wagen fehlt es an Abtrieb, an Speed und Reifenverschleiß. Wie bei McLaren scheinen alle Vorteile aus dem letzten Jahr komplett verloren zu sein. Was gerade für dieses Team ein echtes Drama ist. Ob der Williams noch mit Upgrades schneller werden kann, ist schwer zu sagen. Das Problem in einer Saison ist ja immer, dass die anderen auch nicht schlafen und man den Rückstand oft nur konservieren kann.

Bei Marussia dürften in Malaysia die Korken geknallt haben. Jules Bianchi macht einen extrem guten Job und lieferte den Wagen auf P13 ab. Satte 34 Sekunden vor dem besten Caterham mit Charles Pic. Bianchi fehlten am Ende zwar auch 54 Sekunden auf den vor ihm liegenden Sauber, aber dennoch ist P13 ein wichtiges Ergebnis.

Nun gibt es erst einmal drei Wochen Pause, bevor das Rennen in China gestartet wird. Die Teams werden alle die Daten aus Sepang analysieren und schauen, wo die Probleme liegen. Klar ist, dass Red Bull im Moment mal wieder deutlich die Nase vorne hat. Weder Mercedes, noch Ferrari scheinen in der Lage zu sein, das Team ernsthaft zu gefährden. Die Updates, die man in drei Wochen auf den Autos sehen wird, sollten das Bild auch nicht allzu deutlich verändern, dazu scheint der Vorsprung der Red Bull zu groß. Scheinbar kann man sich im Moment offenbar nur selber schlagen und Vettels Missachtung der Teamorder kann eine Schwäche im Team aufgezeigt haben.

F1 MAL 13 00008 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00018 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00017 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00016 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00015 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00014 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00013 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00012 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00011 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00010 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00009 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00007 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00006 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00005 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00004 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00003 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00002 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013 F1 MAL 13 00001 150x150 Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013  Formel Eins: Analyse GP Malaysia 2013

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September 06 2012

16:15

Formel Eins: Vorschau GP Italien 2012

Das wohl schnellste und kürzeste Rennen steht auf dem Programm. Monza ist eine einzige Hochgeschwindigkeitsorgie. Hinter den Kulissen wartet alles auf eine Entscheidung von Lewis Hamilton.

Schon fast traditionell verabschiedet sich die Formel Eins mit dem Rennen in Monza aus Europa. Die Strecke braucht man nicht mehr vorstellen und auf den ersten Blick sieht es nach einer leichten Strecke aus. Aber der Teufel liegt auch in Monza im Detail, bzw. in beiden Lesmo-Kurven und der Parabolica. Erstaunlich, wie viele Fehler man in diesen drei Ecken jedes Jahr sieht. Allerdings gewinnt und verliert man hier auch die Zeit, denn der Vollgasanteil in Monza beträgt atemberaubende 75%. 11% der Zeit steht man auf der Bremse, den Rest rodelt man durch die Kurven. Mit anderen Worten: Die Zeit holt man über die Traktion, die Kurvengeschwindigkeit und die Bremse. Und natürlich den Topspeed, denn man erreicht gleich vier Mal die 300er Marke, am Ende der langen Start/Zielgerade werden es so um die 330 km/h sein. Ohne DRS. Dementsprechend sind die Wagen klar im Vorteil, die einen guten Topspeed haben.

Doch ganz so einfach ist das nicht, wie man im letzten Jahr gesehen, als Red Bull gewinnen konnte. Der RB7 war auf der Geraden bis zu 12 km/h langsamer, Vettel gewann das Rennen dennoch. Möglich wurde dies durch den angeblasenen Diffusor und die flexiblen Frontflügel von Red Bull, die dem Wagen derartig viel Abtrieb geben gaben, dass Vettel einfach schneller aus den Kurven raus kam. Der Verlust beim Topspeed fiel dann nicht mehr ins Gewicht.

Der angeblasene Diffusor ist, ebenso die Flexi-Wings und das extreme Motor-Mapping sind aber Geschichte und wie man in Spa sehen konnte, hilft der Topspeed dann doch. Sichtbar war das ausgerechnet an den Telemetriedaten, die Hamilton gepostet hatte. Mit dem Heckflügel, der mehr Abtrieb erzeugte, verlor er die meiste Zeit die Kemmel Gerade hinauf, im zweiten Sektor holte er dann wieder auf. Für Monza bedeutet dies, dass die Teams alle Flügel abschrauben werden.

Schaut man sich die Geschwindigkeiten aus Spa an, sieht man, dass Ferrari sehr schnell war, aber grundsätzlich lag man dicht beieinander. Die TV-Bilder zeigten, dass Mercedes und Ferrari einen guten Topspeed hatten, McLaren fiel nicht weiter auf, aber Button lag ja auch die gesamte Zeit an der Spitze. Red Bull war nicht schlecht unterwegs, aber Webber und Vettel steckten oft im Windschatten und kamen trotzdem nicht vorbei. Lotus war ebenfalls nicht sonderlich schnell.

Dazu kommen noch Toro Rosso, Force India und Sauber, die auf den Geraden sehr gut unterwegs waren. Dementsprechend könnte man in Monza ein sehr gemischtes Starterfeld sehen, mit einigen Überraschungen auf den ersten Plätzen. McLaren scheint im Moment das beste Paket zu haben, das sollte in Monza auch nicht anders sein. Aber Sauber und Mercedes sind durchaus eine Gefahr, und das nicht nur in der Qualifikation. Pirelli spielt in Italien die sichere Karte und bringt wie in Spa die harte und medium Mischung an die Strecke. Das ist nachvollziehbar, besonders weil man ja nie weiß, wie heiss es in Monza wird. Die harten Mischungen liegen mittlerweile fast allen Autos, hier sollte es also keine großen Unterschiede geben.

Bei den Boxenstopps wird es keine Überraschungen geben: Wie schon immer, werden die meisten Teams mit einem Stopp auskommen, mehr macht aus zwei Gründen keinen Sinn. Zum einen ist der Zeitverlust zwischen den Medium und den Hart nicht sehr groß, er liegt bei 0,2 Sekunden und wird vermutlich geringer, wenn die Strecke genug Gummi hat. Zum anderen kostet ein Stopp in Monza richtig viel Zeit, weil man mit 80 km/h durch die Box schleicht, während die Konkurrenz mit 310 km/h draussen vorbei rauscht. Problematisch könnten aber die Temperaturen werden, es soll bis 30 Grad warm werden. Die Reifen werden in Monza wegen der hohen Geschwindigkeiten extrem belastet, es ist die einzige Strecke, auf der man schon mal Blasen auf den Reifen sehen kann. Die Teams werden vor allem am Freitagnachmittag austesten, wie lange man die Medium-Reifen fahren kann.

Insgesamt wird man sich auf ein spannendes und sehr enges Rennen einstellen können. Ich vermute, dass die Abstände sehr gering sein werden, dazu kommt, dass man, wie in Spa gesehen hat, mit den Wagen mittlerweile auch recht dicht in den Kurven an den Vordermann ranfahren kann. Der Einsatz von KERS und die DRS-Zone (Start-Ziel und zwischen der letzten Lesmo und der Ascari) werden entscheidende Bedeutung haben. Ein Auge sollte man auf Jerome D’ Ambrosio werfen, der den gesperrten Romain Grosjean ersetzt. Monza ist eine gute Strecke für einen Einsatz, zum dem kennt der ehemalige Marussia-Pilot die Strecke sehr gut. Man wird von ihm nicht erwarten, dass er in Q3 kommt, aber irgendwas um P10 herum wäre schon nett.

Es fällt schwer, einen Favoriten zu bestimmen. McLaren vielleicht, eventuell überrascht wieder einmal Sauber. Mercedes hat, wenn sie denn nicht wieder in Reifenprobleme kommen, eine Chance auf das Podium. Lotus wird sich schwer tun und ich vermute auch Ferrari. Ein Alonso-Sieg in Monza wäre für die Fans eine schöne Sache, aber die Chancen stehen eher nicht so gut.

Hinter den Kulissen bewegt sich auch einiges. Wie im Podcast schon besprochen, scheint Hamilton im Moment in ernsthaften Gesprächen mit Mercedes zu sein. Das macht für Hamilton sportlich gesehen auf den ersten Blick wenig Sinn. Langfristig betrachtet aber vielleicht schon. Der W03 ist nicht sonderlich gut, aber besteht kein Grund zur Annahme, dass das Team um Ross Brawn die Fehler nicht ausmerzen kann. Wie schnell sich die Gewichte in der F1 verschieben hat man in diesem Jahr gesehen. Dazu kommt, dass ab 2014 neue Motoren kommen, vermutlich will man dann in einem Werkswagen sitzen. Die Gerüchteküche besagt zu dem, dass Mercedes, dank arabischer Unterstützung, 25 Millionen pro Saison auf den Tisch legen will. Alle Seiten halten sich im Moment bedeckt, es gibt aber auch keine Dementis. An der Sache ist also mehr dran, als man denkt.

Gerüchte gibt es auch um Nico Hülkenberg (ebenfalls siehe Podcast). Meinen Informationen nach ist noch nichts fest, aber Ferrari sucht wohl einen Fahrer, der für ein Jahr Massa ersetzen kann. 2014 will man Perez in den Wagen heben und ihn als Alonso-Nachfolger aufbauen, der 2015 oder 2016 aufhören möchte. Für Hülkenberg ist das natürlich eine Chance, aber offenbar ist er im Moment sowieso sehr begehrt. Wenn Hamilton McLaren verlässt und die Briten nicht Räikkönen bekommen (Lotus hat das schon kategorisch ausgeschlossen), wird man an Hülkenberg interessiert sein. Oder Paul di Resta, aber der Deutsche macht im Moment im Rennen den besseren Eindruck. Sollte Räikkönen aber dennoch zu McLaren wechseln wollen (und können) steht der Deutsche wiederum wohl auch weit oben auf der Liste von Lotus. Bewegung wird in die ganze Sache aber erst reinkommen, wenn sich Hamilton entschieden hat.

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July 26 2012

15:12

Formel Eins: Vorschau GP Ungarn 2012

Halbzeit in der Formel Eins und es ist das letzte Rennen vor der langen Sommerpause. Vor dem Urlaub werden die Teams aber noch mal schwitzen.

Das Wetter in Ungarn dürfte am Wochenende einiges Team Kopfzerbrechen machen. 33 Grad sollen es werden, die Asphalttemperaturen dürften über 45 Grad liegen. Da Pirelli am Wochenende die Soft/Medium Variante mitbringt, dürfte die Strategie sehr interessant werden. Denn der Kurs in Ungarn hat wenig Grip, der Reifenverschleiss ist dementsprechend hoch. Das dürfte vor allem McLaren und Mercedes Kopfzerbrechen machen, deren Reifennutzung nicht gerade gering ist. Die hohen Temperaturen könnten aber auch bedeuten, dass der Medium-Reifen mehr Grip entwickelt, als sonst, was die Strategie zusätzlich verkompliziert. Schon die Tests am Freitag dürften interessant werden.

Hockenkeim-Sieger Fernando Alonso wird Ungarn mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Die Strecke selber sollte dem F2012 liegen, auch die hohen Temperaturen durften dem Wagen entgegenkommen. Ferrari hat seit Beginn der Saison Probleme mit der Temperatur in den Vorderreifen, das sollte in Ungarn eher kein Problem werden. Auf der anderen Seite neigt der Wagen dazu, die Hinterreifen zu stark zu belasten. In Hockenheim trug Alonso seinen Wagen mehr oder weniger durch den letzten Stint und hielt Button und Vettel gerade so weit auf Abstand, dass sie ihn in der DRS-Zone nicht überholen konnten. Dennoch könnte Alonso einen weiteren, wichtigen Sieg in der WM einfahren.

Red Bull ist normalerweise auf dem engen Kurs in Ungarn sehr stark. Der Sieg von Webber in Monaco hat gezeigt, dass der RB8 mit langsamen Strecken kein Problem hat. Etwas schwieriger könnte es für Red Bull werden, sollte das in Hockenheim verwendete und von der FIA beanstandete Mapping endgültig verboten werden. Das sorgte dafür, dass das Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich abgesenkt wurde, obwohl der Pilot das Gaspedal zu 100% durchdrückte. Eine Art Traktionskontrolle, die zu dem die Hinterreifen schont. Da Red Bull das Mapping ausgerechnet in Ungarn nicht einsetzen darf, bin ich gespannt, wie sie sich schlagen werden. Insgesamt scheint der RB8 etwa besser mit den Reifen umzugehen als der Ferrari, der Vorteil wäre aber dann etwas geschmälert. Grundsätzlich sollten Webber und Vettel aber vorne zu finden zu sein.

McLaren ist nach dem großem Update der Seitenkästen und Luftführung im Heck zuversichtlich. Sicher ist, dass Button in Hockenheim eines der schnellsten Autos hatte, aber gegen Ende kämpfte der Brite mit massiv abbauenden Reifen, was Vettel erlaubte, wieder ran zu fahren. Die hohen Temperaturen in Ungarn werden sind eher Gift für die McLaren, aber wenn es ihnen gelingt, in den Top 3 unterwegs und in “clean air” unterwegs zu sein, könnte mal wieder ein Sieg rausspringen. So richtig überzeugt bin ich davon allerdings nicht. Die Updates müssen in Ungarn auch erst einmal funktionieren. Klar ist aber, dass McLaren auf jeden Fall ein gutes Wochenende braucht. Hamilton ist nach seinem Ausfall letztes Wochenende eigentlich aus der WM raus, er braucht dringend einen Sieg und muss darauf hoffen, dass die Konkurrenz mal schlapp macht. Man wird auf Lotus hoffen.

Die sind, mal wieder, das Dark Horse des Wochenendes. Der E20 geht auf allen Strecken gut, man kann auch mit der Reifenstrategie spielen. In Valencia war auffällig, dass Räikkönen am Ende trotz gebrauchter Reifen den schnellsten Wagen auf der Strecke hatte. Problematisch für Lotus ist allerdings, dass der Wagen auf langsamen Strecken nicht so gut funktioniert. Ungarn könnte dem Lotus aber dennoch passen. So langsam wie Monaco ist die Strecke nicht, die aerodynamischen Vorteile des Wagen kommen hier besser zu Geltung. Wenn denn Lotus endlich mal wieder die Quali hinbekommen würde…

Selbiges gilt auch für Sauber. Nach dem sehr gutem Rennen in Hockenheim, ist man zuversichtlich, dass man auch in Ungarn die “Großen” wird ärgern können. Aber dann bin ich mir nicht so sicher. Der Sauber soll eines der besten Autos im Feld sein, vor allem was die Mischung aus Geschwindigkeit und Reifenverschleiss angeht, aber bisher erscheinen die Leistungen von Team und Fahrern nicht stabil zu sein. Aber eben weil der Sauber mit wenig Reifen auskommt, ist er in Ungarn ein Kandidat für eine Zwei-Stopp-Strategie, die einen langen ersten Stint beinhaltet. Das könnte dann wieder dazu führen, dass man Kobayashi und Perez in den Top 5 sieht.

Mercedes wird in Ungarn wohl kaum etwas reißen können. Die angesprochenen Reifenprobleme werden Schumacher und Rosberg zu schaffen machen. Wenn man schon Hockenheim bei mittleren Temperaturen in Probleme kommt, dürfte die Situation in Ungarn nicht besser werden. Aber dem Wagen liegen enge Kurse, wie man an Pole von Schumacher in Monaco gesehen hat. Mit frischen Reifen und einer freien Runde, könnte sich ein Mercedes wieder weit nach vorne schieben. Aber halten wird man diese Position dann nicht. Wie in Hockenheim dürfte man im Verlauf des Rennens wieder zurückfallen um irgendwas zwischen P6 und P10 ins Ziel zu fassen.

Da kann Mercedes froh sein, dass es den nicht minder schnellen Force India in Sachen Reifen ebenfalls nicht besser geht. So flott der Wagen mittlerweile ist, der Speed verpufft im Rennen, weil man entweder auf alten Reifen zu viel Zeit verliert, oder zu früh an die Box muss. Man wird an den Top 10 kratzen, mehr aber vermutlich nicht.

Für Williams lief es in den letzten Rennen nicht gut, und dies nicht nur, weil Maldonado den Rabauken auf der Strecke spielte. Der FW34 ist schnell, auch und gerade auf engen Kursen, aber er hat ebenfalls ein Problem mit den Reifen. In Hockenheim versackte man ins Mittelfeld, auch weil man eine falsche Strategie wählte. Es wird schwer für Williams, die zu dem aus Geldmangel schon jetzt eher kleinere Updates an die Strecke bringen.

Toro Rosso macht auch keinen Schritt nach vorne. Die Saison fing nicht schlecht an, aber in Sachen Weiterentwicklung hakt es doch gewaltig. Da sie im Nirvana zwischen Williams und Caterham hängen, fällt es auch schwer die Leistung der Piloten einzuschätzen.

Caterham, Marussia und HRT bilder weiter das Ende des Feldes. Sahen die Zeiten von Caterham vor dem letzten Rennen noch recht gut aus, war der Abstand in Hockenheim doch wieder eher erschreckend groß. Bei Marussia geht es auch nicht so recht voran, auch wenn man ein größeres Update am Wagen hat. Man muss eher aufpassen, dass HRT von hinten ran kommt.

Strategie:

Der Zeitverlust beim Boxenstopp hält sich in Ungarn einigermaßen in Grenzen, aber 20 Sekunden werden sein. Das gibt wenig Spielraum für eine Drei-Stopp-Strategie, die aber durchaus Sinn machen kann, wenn man denn am Ende zwei neue Satz weiche Reifen hat. Allerdings ist da noch der Verkehr, den man mit einberechnen muss. Die Spitze wird auf der Soft-Mischung an den Start gehen, der erste Stint dürfte recht kurz werden. Man könnte dann einen langen zweiten Stint auf den Medium drehen, in der Hoffnung, dass die Strecke übers Rennen hin sich deutlich verbessert und Gummi aufbaut. Danach zwei schnelle Stopps und Stint mit weichen Reifen könnten eine Alternative sein. Aber diese Strategie hat sehe viele Unabwägbarkeiten, daher wird die konservative 2-Stopp-Strategie die Lösung sein. Ein-Stopper sehe ich auf der Strecke nicht. Man müsste rund 35 Runden auf den weichen Reifen fahren, oder mehr als 40 auf den Medium. Das ist deutlich zu viel.

Das Rennen wird dementsprechend dann eine sehr lange, sehr ruhige Phase haben, in der man darauf achtet, so lange wie möglich mit den Medium Reifen unterwegs zu sein. Gegen Ende wird die Spannung wegen der unterschiedlichen Strategien dann wieder deutlich steigen.

Zahlen:

Aero-Setup: Hoher Abtrieb
Topspeed: 300 km/h (Mit DRS), 295 km/h (ohne)
Vollgasanteil: 58% (niedrig)
Spritladung: ca. 145 Kilo (niedrig)
Spritverbrauch: ca. 2 Kilo/Runde (niedrig)
Zeitverlust pro 10kg Benzin/Runde: 0,28 Sek (mittel)
Zeitverlust Boxenstopp: Ca. 20 Sekunden

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July 23 2012

05:21

Formel Eins: Analyse GP Deutschland 2012

Ferrari war wie erwartet bärenstark in Hockenheim, McLaren zeigte, dass die Updates funktionieren und Red Bull hatte jede Menge Ärger mit den Rennkommissaren.

Der Ärger für Red Bull ging schon vor dem Rennen los. Cirka drei Stunden vor dem Start sickerte im Paddock durch, dass die Rennkommissare einige Probleme mit den Telemetrie-Daten von Red Bull hatten. Genau ging es um die Drehmomentwerte im mittleren Drehzahlbereich. Offenbar entwickelte sich das Drehmoment nicht linear zur Drehzahl des Motors, bzw. zur Pedalstellung. Im Grunde versuchte Red Bull das Verbot des angeblasenen Diffusor zu umgehen. Wie genau der Trick aussah, ist leider nicht bekannt. Nach langem hin und her beschloss die FIA, dass das Mapping von Red Bull nicht erlaubt, aber auch nicht verboten sei, da sie eine Lücke im Reglement ausnutzten. Klar ist aber, dass die FIA die Regeln für das Rennen in Ungarn anpassen wird. Aber der Ärger ging für Red Bull nach dem Rennen weiter. Zuvor lieferte Ferrari eine ziemlich beeindruckende Show ab.

Mein Tipp, dass die Ferrari in Hockenheim stark sein würden, bewahrheitete sich dann auch mal. Die Strecke und das Wetter passten perfekt auf den F2012, der sich in den letzten Rennen stark verbessert gezeigt hat. Alonso zog am Start locker in Front, konnte während des Rennens aber weder Vettel noch Button abschütteln. Normalerweise versucht man seinen Vorsprung auf 5 bis 8 Sekunden auszudehnen, aber davon war Alonso weit entfernt. Sein Glück war, dass der Ferrari innerhalb der langen DRS-Zone schnell genug war, um vor dem Red Bull und dem McLaren zu bleiben. Auch bei der Strategie machten die Italiener keine Fehler. Die 2-Stopp-Strategie war richtig, ebenso die Entscheidung, zwei mal auf die “Medium” Mischung zu setzen. So blieb man mit Vettel auf Wellenlänge. Eventuell könnte man Red Bull den Vorwurf machen, im zweiten Stint nicht auf die “Soft” Mischung gesetzt zu haben. Damit hätte Vettel den Spanier eigentlich schnappen müssen, allerdings wäre sein letzter Stint auf den Medium dann sehr lange geworden. Zu dem zeigten die Rundenzeiten in diesem Moment des Rennens, dass die härtere Mischung die besseren und vor allem konstanteren Rundenzeiten lieferte.

Es war kein leichter Sieg für Alonso, da er, bis wenige Runden, immer unter Druck stand. Ferrari scheint aber im Moment die richtige Balance aus Speed und Reifenverschleiss zu haben, gleichzeitig kommt der Wagen auf allen Strecken gut klar. Was er bisher nicht mag sind Temperaturen unter 20 Grad, da man dann die Reifen nicht mehr richtig aufheizen kann. Den schnellsten Wagen hatte man aber nicht unbedingt. Zum einen gelang Schumacher mit frischen weichen Reifen und leerem Tank die schnellste Runde, zum anderen gelang es Jenson Button einen Rückstand von knapp 8 Sekunden nach den ersten Runden zu beseitigen. Wie Vettel vorher steckte er aber in der dirty air des Ferrari fest.

McLaren hatte ein großes Updatepaket mit nach Deutschland gebracht. Die Seitenkästen fallen nun steiler nach unten und haben einen leichten Undercut, ähnlich dem von Red Bull. Auch die Auspuffanlage und der Unterboden sind neu. Um so mehr ärgerte sich McLaren über den verregneten Freitag, an dem man weniger ausprobieren konnte, als vorher. Offensichtlich liefert die neue Variante mehr Abtrieb und sorgt so dafür, dass die Reifen besser auf Temperatur kommen. Ein Grund auch dafür, warum Jenson Button in Hockenheim wieder aus der Versenkung auftauchte.

Der Brite fuhr ein sehr gutes Rennen, kämpfte sich von P6 gestartet auf P2 nach vorne. Allerdings fiel auf, dass ihm am Ende die Reifen ausgingen und Vettel, der schon 2.5 Sekunden hinter lag, konnte wieder aufschliessen. Und dann kam dann die Szene, die nach dem Rennen noch für Ärger sorgte. Ausgangs der Haarnadel, wenige Runden vor Schluss, versuchte Vettel außen an Button vorbei zu gehen. Der drückte den Deutschen etwas raus, Vettel war mit allen vier Reifen hinter der weißen Linie, überholte Button aber dennoch. Nach dem Rennen entschieden die Kommissare dann, dass Vettel dafür eine 20 Sekunden Strafe bekommen würde. Er fiel damit von P2 auf P5 zurück.

Man kann nicht darüber streiten, dass Vettel sich außerhalb der weißen Linie einen Vorteil verschafft hat. Ich darf aber an Bahrain erinnern, wo Hamilton selbiges mit Rosberg machte, nach dem dieser den Briten weit raus gedrückt hatte. Damals sah man von einer Strafe ab, weil Hamilton während des Vorgangs schon vor Rosberg gelegen hatte. Vettel war am Ausgang der Kurve aber hinter Button. Kann man bestrafen, muss man aber nicht. In diesem Fall wäre es vielleicht fair gewesen, die Strafe auf 10 Sekunden zu beschränken, dann wäre Vettel auf P3 zurück gefallen.

Klar war während des gesamten Rennens, dass Ferrari, Red Bull und McLaren im Moment gleich schnell unterwegs sind. Es gibt Unterschiede, je nach dem, wie der Reifenverschleiss ist, das gleicht sich aber über eine Renndistanz wieder aus. Hamilton, der schon in der ersten Runde einen Reifenschaden hatte, zeigte im Rennen, dass auch er vorne hätte mitfahren können. Sein Überholmanöver gegen Vettel, als er eine Runde zurücklag, bezeichnete der Deutsche als “Idiotisch”, was man auch so sehen kann. Ich verstehe auch nicht, warum Hamilton zu diesem Zeitpunkt sich in den Führungskampf einmischte. Um zu beweisen, dass er hätte mithalten können, hätte es auch ausgereicht, wenn er sich ins Heck von Vettel geklemmt hätte. Allerdings: Falsch gemacht hat Hamilton nichts, die blaue Flagge gilt nur, wenn man langsamer ist.

Hinter den Top 3 ging es bis Runde 40 sehr eng zu. Das Schumacher P3 nicht würde halten können, war schon vor dem Rennen klar. Räikkönen und Button waren deutlich schneller und dementsprechend fiel er auf P5 zurück. Dass er sich am Ende aber auch beiden Sauber geschlagen geben musste, war dann doch etwas überraschend. Interessant war es auch deswegen, weil Kobayashi auf einer 2-Stopp-Strategie unterwegs waren. Schumacher stoppte in Runde 14, 36 und 52. Kobayashi, der von P12 gestartet war, stoppte in Runde 22 und 43. Perez, der auf P6 ins Ziel kam, stand in Runde 17 und Runde 40. Überhaupt zeigte sich die 2-Stopp-Strategie überlegen. Auch wenn die Gesamtstandzeit in Hockenheim relativ gering ist, das Problem waren die Reifen. Die “Medium” Mischung war der “Soft” nicht so weit unterlegen, wie man erhofft hatte. Schumacher gelang am Ende zwar die schnellste Runde, kam aber an den Sauber nicht mehr vorbei. Der Fehler lag dabei in der Strategie von Mercedes, die aber wohl nicht anders konnten, als drei Stopps zu machen, da sie mal wieder Probleme mit dem Reifenverschleiss hatten.

Sauber holte mit der Strategie das Maximum raus. Immerhin schob man Kobayashi und Perez auf P4 und P6, nachdem beide in der Regen-Quali nicht gut aussahen. Interessant ist der Vergleich mit Hülkenberg, der von P4 gestartet war. Er lag lange in Top 5, doch dann schlug die Strategie zu. Weil der Sauber besser mit den Reifen umgeht, musste Force India wie Mercedes auf 3-Stopps setzen. Das kostete Hülkenberg viel Zeit und so landete er nur auf P9. Di Resta erging es noch schlechter, er verlor durch den letzten Stopp seine Position in den Top 10 und kam auf P11, da er sich Nico Rosberg geschlagen geben musste. Rosberg gelang ein gutes Rennen, immerhin musste er von P22 starten. Allerdings fiel auch auf, dass er in seinem Mittelstint um P12 stecken blieb und nicht weiter nach vorne kam. Der Speed des Mercedes ist zwar besser als der des Force India, aber nur gerade so.

Ein zähes Rennen hatte auch Mark Webber, der kaum von der Stelle kam. Er startete als Achter und landete am Ende auch dort. Im Gegensatz zu Vettel schien der RB8 nicht die Rundenzeiten zu bringen, die man aus den letzten Rennen gewohnt war.

Weitere Fahrer:

- Pastor Maldonado ging völlig unter. Immerhin von P5 gestartet, landete er am Ende nur auf P15. Auch bei Williams versuchte man es mit einer 3-Stopp-Strategie, aber dem Williams fehlte dafür die Geschwindigkeit. Er wurde nach und nach durch gereicht.

- Bruno Senna hatte wie Hamilton ein Problem in der ersten Runde und fiel auf den letzten Platz zurück. Bemerkenswert waren seine Runden nach dem Stopp. Er kam kurz vor Alonso auf die Strecke, konnte sich aber vor dem Führungsduo halten und fuhr teilweise schnellere Zeiten. Immerhin ein Lichtblick für Williams.

- Romain Grosjean hatte ebenfalls einen Nasenwechsel und fiel danach nicht weiter auf

- Felippa Massa zerstörte sich seinen Flügel am Start an einem Toro Rosso, konnte sich aber immerhin auf P12 zurück kämpfen. Für Ferrari dennoch ärgerlich, weil man wichtige Punkte in der Team-WM verlor.

- Beide Toro Rosso sind weiter zu langsam und spielen auch im Mittelfeld kaum eine Rolle.

- Caterham war im Rennen wieder etwas besser, aber es fehlt weiterhin der entscheidende Schritt nach vorne.

In einer Woche geht es schon weiter, dann steht der GP von Ungarn auf dem Programm.

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Bilder: Ferrari, DaimlerAG, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Williams, Sauber, McLaren, Lotus, Force India, Caterham, Marussia

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