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May 27 2011

06:49

Vorschau: Indy 500 Centennial

Nach einer spannenden Qualifikation mit einigen Überrschungen ist alles für ein spektakuläres Jubiläumsrennen bereit. Leider gibt es aber auch wieder etwas Ärger.

Das mit Abstand wichtigeste Rennen der IndyCar-Saison steht vor der Tür: Am Sonntag gegen 18 Uhr (CEST) wird IMS-Eignerin Mari Hulman George wieder den Command zum Starten der Motoren erteilen. Diesmal schwingt ganz besonders viel Tradition mit: Denn vor fast genau 100 Jahren, am 30. Mai 1911 fand das erste Indy 500 statt. (Das hundertste Rennen ist es trotzdem nicht – während der beiden Weltkriege mussten einige Läufe abgesagt werden.) Die Ergebnisse der Qualifikation versprechen zu diesem Anlass ein spannendes Rennen: Vorne sind einige Außenseiter dabei, und manch vermeintliche Favoriten starten von weit hinten im Feld. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine etwas fragwürdige Entscheidung nach der Qualifikation.

Die Qualifikation

Es war vor allem der Pole Day, der diesmal voller Überraschungen steckte: Da war zunächst die verblüffende Stärke einiger Fahrer, die in der bisherigen Saison entweder nur im hinteren Teil des Feldes zu finden waren, oder heuer noch gar nicht in Erscheinung getreten sind.

Insbesondere gilt das für Polemann Alex Tagliani. Der Kanadier war zwar auch auf den Road Courses schon recht gut dabei, und hat sich auch im vergangenen Jahr im Indy 500-Qualifying recht achtbar geschlagen – dass er aber im Sam Schmidt-Wagen die Qualifikation gewinnen würde, das hätten wohl nur die wenigsten erwartet. In Punkto Rennpace muss man wohl abwarten – 2010 war er im Rennen nicht ganz so gut wie im Training.

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch erstaunlich: Oriol Servia auf Rang 3. Die gute Oval-Performance von Newman-Haas überrascht nach dem Katastrophenjahr 2010. Man darf aber nicht vergessen, dass die Truppe schon einmal, Ende 2009, fast den Speed der großen zwei mitgehen konnte. James Hinchchliffes 13. Position beim ersten IndyCar Oval-Auftritt bestätigt die gute Pace des Autos. Ähnliches gilt für den viertplatzierten Townsend Bell (etwas kontroverserweise mit Greg Moores Startnummer 99 unterwegs), dessen vierte Position die Performance von Sam Schmidt Racing unterstreicht.

Dan Whelson (für Bryan Herta Autosport auf Rang sechs) zeigt, dass er eine volle Saison in der IndyCar verdient hätte; Gleichfalls die dahinter liegenden Oval-Spezialisten Buddy Rice und Ed Carpenter.

Ganz gut im Mittelfeld unterwegs: Die drei KV Racing-Wagen von Takuma Sato (10), EJ Viso (18) und Tony Kanaan (23). Ebenso Dreyer & Reinbold mit Davey Hamilton (15) und Justin Wilson (20). Beeindruckend die Leistung von Simona de Silvestro, die sich trotz schwerem Unfall und Verbrennungen an den Händen im Erstazauto auf Platz 24 qualifiziert hat.

Erstaunlich: Die Schwäche der beiden Top Teams. Mag schon sein, dass man bei Penske und Ganassi vielleicht etwas mehr in Richtung Rennsetup gearbeitet hat. Dass allerdings die beiden “echten” Ganassi Piloten fast beide Opfer eines Sprit-Rechenfehlers werden – das ist schon erstaunlich. Immerhin haben sich beide innerhalb der ersten neun platzieren können (Dixon: 2, Franchitti: 9). Ganz im Vergleich zum “Juniorteam” mit Kimball und Rahal, die sich beide ihren Platz am Grid erst am Bump Day gesichert haben.

Auch bei Penske lief es nicht viel besser: Lediglich Will Power hat es unter die ersten neun geschafft – sein fürnfter Platz ist vermutlich unter dem Ansprüchen des erfolgsverwöhnten Teams. Für Dreifach-Champion Helio Castroneves reichte es nur für Rang 16; Ryan Briscoe schaffte es nach einem Crash am Pole Day zunächst gar nicht, sich in die Ränge der Qualifizierten zu fahren – am Sonntag holte er dann Startplatz 26.

Das alles ist aber nichts nichts gegen das Desaster, dass das einstige Spitzenteam von Andretti Autosport erleben musste. Innerhalb der ersten 24 konnte sich am Pole Day allein John Andretti platzieren – auf Rang 17. Damit waren vor Beginn des Bump Day noch alle vier Stars (Danica Patrick, Marco Andretti, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway) ohne Platz im wichtigsten Rennen des Jahres. Patrick und Andretti fuhren dann immerhin noch ins Feld (auf die Startpositionen 26 und 28), Conway und Hunter-Reay mussten draußen bleiben.

Die Kontroverse

Sollte man zumindest meinen. Denn im Laufe des Montag wurde klar, dass Ryan Hunter-Reay doch am Rennen teilnehmen würde. Möglich ist das, weil AJ Foyt den Startplatz von Bruno Junqueira an Andretti Autosport verkauft hat. Damit ist der Brasilianer trotz Qualifikation auf Rang 19 nicht im Rennen dabei. Und Hunter-Reay muss den Lauf von Startplatz 33 in Angriff nehmen.

Anlass für diesen Schritt war offenbar weniger der sportliche Ehrgeitz, als vielmehr das liebe Geld: AJ Foyt hatte Junqueira den Startplatz im Rennen quasi geschenkt – der Brasilianer selbst bringt keine Sponsoren mit ins Team. Das finanzielle Angebot von Andretti war für Foyt also umso attraktiver, als er nun unabhängig vom Resultat mit seinem Auto Geld verdient.

Für Andretti wiederum ging es darum, die Sponsoren von Hunter-Reay (SunDrop und die bewährten DTM-Förderer von DHL) im Rennen unterzubringen – möglicherweise war ein Auftritt beim Indy 500 Teil des Sponsorvertrages mit diesen Firmen.

Das Wagen wird jetzt mit einer Mischung aus den genannten Hunter-Reay-Sponsoren und jenen von AJ Foyt ins Rennen gehen, und Junqueiras (ehemalige) Startnummer 41 tragen. Noch nicht ganz klar ist, wer den Wagen technisch betreuen wird. Aktuelle Meldungen deuten aber darauf hin, dass auch das von AJ Foyt Enterprises erledigt wird.

Junqueira hat in ersten interviews recht besonnen auf die Aktion reagiert – für den Brasilianer kann das Ergebnis aber ganz sicher nicht erfreulich sein, zumal er ja um das Wiederaufleben seiner Karriere kämpft. Schon 2009 hatte er seinen Startplatz an Conquest Teamkollege Alex Tagliani abgeben müssen. Dass er den Speed für die Teilnahme am Rennen (oder auch an einer vollen Saison) nach wie vor hat, hat er bewiesen. Die Chance, das auch einer größeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, bleibt ihm aber wieder verwehrt.

Das Rennen – Vorschau

Mit Vorhersagen muss man beim Indy 500 immer ganz besonders vorsichtig sein. Nicht nur, weil in einem 500 Meilen-Rennen ohnehin ziemlich viel passieren kann. Sondern auch deswegen, weil nach dem Qualifying noch unklar ist, wer vor allem am Speed auf vier Quali-Runden gearbeitet – und wer stattdessen an der Rennpace gefeilt hat.

Von der schwachen Performance bei Penske und Ganassi sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Die beiden Spitzenteams haben für das Rennen ganz sicher noch den einen oder anderen Trumph in der Hand – das betrifft auch die zweite Garde rund um Rahal oder möglicherweise sogar Kimball.

Ein weiterer heißer Tipp ist, wie oben schon angedeutet, Newman-Haas. Vor allem dem Ovalfreund Oriol Servia ist durchaus zuzutrauen, dass er auch an der Spitze des Feldes mithalten kann.

Wo sehen?

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer kein Sender im deutschen Sprachraum gefunden, der den Lauf überträgt – anders als etwa im benachbarten Ausland, wo etwa sky UK, sky Italia und Motors TV Frankreich das Rennen zeigen. Wie auch immer: Man wird sich wohl auch diesmal wieder in den Weiten des Internets auf die Suche nach einem Stream begeben müssen, wenn man den Lauf live verfolgen will. Los geht die Übertragung in den USA um 12Uhr ET (also 18Uhr CEST) auf ABC. Außerdem angeblich in Internet auf ESPN3.com – die Homepage des Senders bietet allerdings keine Bestätigung für diese in manchen Foren kursierende Information. Zum Einstimmen zeigt Versus schon am heutigen Freitag um 17 Uhr CEST live das “Firestone Freedom 100″ – das Rennen der Indy Lights.

May 25 2010

06:00

Indy 500 Qualifikation: Die Analyse

Das Qualifying für das Saisonhighlight der IRL ist gelaufen, das Zusehen hat sich gelohnt. Denn während der Pole Day noch einigermaßen unspektakulär verlief, gab es zum Ende des Bump Day dann doch noch jede Menge Spannung.

Tony Kanaan muss am Bump Day um seinen Startplatz bangen. Paul Tracy scheitert an der Qualifikation. Sebastian Saavedra zerstört erst sein Auto – und ist am Ende doch beim Rennen dabei. Und Danica Patrick wird von der Tribüne ausgebuht. Die IRL wollte das Qualifying entstauben und wieder spannender machen – die Bemühungen wurden belohnt, vor allem die letzte Stunde des Bump Day wird man wohl so schnell nicht wieder vergessen. Der Pole Day war im Vergleich etwas weniger spektakulär. Aber auch vorne sind ein paar Autos aufgetaucht, die man nicht unbedingt dort erwartet hätte.

Sieger

Die erste Reihe ist noch überraschungsfrei: Die zwei Indy 500 Sieger Helio Castroneves und Dario Franchitti und der Meisterschaftsleader Will Power. In der zweiten Reihe stehen Ryan Briscoe und Scott Dixon – auch die hätte man dort erwartet. Doch zwischen den beiden wartet schon die erste große Überraschung: Alex Tagliani hat das Auto des in dieser Saison neu eingestiegenen FAZZT-Teams auf Platz fünf gestellt. Auch, wenn das Mannschaft nicht gänzlich neu ist, sondern den Shop von Marty Roth übernommen hat: So weit vorne hätte die Truppe auf einem Oval sicherlich kaum jemand erwartet.

Die zweite Cindarella-Story ist Graham Rahal: Bis vor wenigen Wochen war völlig unklar, mit welchem Auto der Sohn von Rennlegende Bobby das Indy 500 bestreiten würden. Für die ganze Saison konnte er nicht genug Sponsorengelder zusammekratzen, auf den Straßenkursen hielt er sich mit Gelegenheitsdrives für Sarah Fischer Racing im Gespräch. Für Indy hatten die Experten bei Newman-Haas erwartet. Doch der Deal kam nicht zustande, und Graham musste sich anderswo umsehen. Schließlich landete er beim familieneigenen Rahal-Letterman Team, das seit dem Indy 500 im vergangenen Jahr kein IRL-Rennen mehr bestritten hat. Umso erstaunlicher also, dass Rahal das Indy 500 von der siebten Position aus in Angriff nehmen wird.
Die dritten Reihe komplettieren Ed Carpenter und Hideki Mutoh – vor dem Training auch eher noch Geheimtipps.

“Zweite Sieger”

Gar nicht nach Wunsch lief es dafür für Andretti Autosport. Als schnellster Fahrer aus dem Siegerteam vergangener Jahre platzierte sich Marco Andretti auf Rang 16, einen Rang vor Ryan Hunter-Reay. Veteran John Andretti konnte sich immerhin sicher qualifizieren und startet von Rang 28. Danica Patrick und Tony Kanaan hatten dafür überhaupt ein Wochenende zum Vergessen.

Patrick konnte sich am immerhin am Sonntag locker für Platz 24 qualifizieren – das Qualifying lief für sie also aus sportlicher Sicht nicht gerade glänzend, aber durchaus noch solide. Dass sie das Wochenende dennoch in schlechter Erinnerung beahlten wird, hat allerdings einen anderen Grund. Als sie am Samstag an der Strecke etwas kritisch interviewt wurde, meinte sie “[...] it’s not my fault. The car is not good.” Anders ausgedrückt: Schuld sei das Team. Das kam beim Publikum an der Strecke gar nicht gut an. Folge: Buhrufe für für die merklich verdutzte Rennfahrerin. Danica wirkte noch immer völlig perplex, als sie etwas später dazu interviewt wurde. Auch, wenn der Hype um ihre Person ihr Können übersteigen mag – ihre Reaktion am Samstag halte ich für nachvollziehbar: Patrick wurde jahrelang als großer Star IRL aufgebaut, jeder kleine Erfolg wurde bejubelt. Jetzt lassen auch diese kleinen Erfolge auf sich warten – und die Schulterklopfer haben sich plötzlich aus dem Staub gemacht.

Aber auch, wenn es stimmen mag, dass Andretti Autosport schon mal konkurrenzfähiger war – clever ist ihre Kritik am Team ganz sicher nicht. Das Klima scheint schon zu leiden. Zumindest hat sich Tony Kanaan bereits berufen gefühlt, ihr über die Medien auszurichten, sie müsse ihre Einstellung ändern. Was natürlich auch von Kanaan kein wirklich cleverer Zug ist. Wie bei Patrick ist aber auch seine Frustration nachvollziehbar. In allen Trainings war der Brasilianer vorn dabei, das Team setzte ihn sogar in die Autos seiner Kollegen, um Tipps für die Abstimmung zu bekommen. Und dann die Enttäschung: Ein Dreher samt Mauerkontakt am Pole Day, das selbe noch einmal am Sonntagmorgen – und schon musste Kanaan um die Qualifikation bangen. Am Ende ging es dank eines passablen Versuchs etwa 30 Minuten vor Ende doch noch einmal gut, wenn auch denkbar knapp: Der Brasilianer wird das Rennen von Rang 32 aus in Angriff nehmen müssen.

Nur unwesentlich besser lief es für Takuma Sato. Der ehemalige Formel 1 Pilot zerstörte ebenfalls am Samstagmorgen seinen KV-Racing-”Lotus” und musste am Bump Day um die Qualifikation fahren. Schließlich reichte ein dramatischer Run in den letzten Minuten für Platz 31.

Besonders unglaublich war aber der Kampf um den letzten Startplatz am Ende des Bump Day. Erst zerstörte der auf dem Bubble-Platz 33 qualifizierte Sebastian Saavedra beim Trinaing sein Auto – sollte ihn also jemand überholen, würde er keine Zeit mehr haben, seine Zeit zu verbessern. Dann kamen die Versuche von Kanaan und Sato – Saavedra war draußen, vor ihm “on the bubble”: Mario Romancini.

Und dann fuhr Romancini einen Versuch, seine Zeit zu verbessern. Da der Nachwuchspilot zu diesem Zeitpunkt noch qualifiziert war, konnte kaum jemand verstehen, wieso er das Risiko einging, seine Zeit streichen zu lassen. Doch der Poker lohnte sich, Romancini schaffte die sichere Qualifikation auf Rang 27, alle anderen rutschten nach unten. Als nächster Pilot versuchte der auf den Bubble-Platz abgerutschte Paul Tracy den gleichen “Präventivschlag” – und scheiterte.

Und dann stand eine Minute vor Trainingsende Jay Howard auf Platz 33 – und vor einer riskanten Wahl: Würde er einen neuen Trainingsversuch wagen, wäre die schon gefahrene Zeit weg. Ohne einen neuen Trainingsversuch wäre allerdings Paul Tracy an der Reihe, und könnte veruschen, ihn aus der Startaufstellung zu bumpen. Howard entschied sich dafür, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und zu fahren – und schaffte es nicht. Der letzte Startplatz ging damit an den schon sicher draußen geglaubten Sebastian Saavedra, der im Infield Care Center von seinem Glück erfuhr.

Eine bittere Pille für Howard und Sarah Fischer Racing. Das kleine Team hatte wohl fix mit der Qualifikation beider Autos für das Indy 500 kalkuliert – im Interview direkt nach Trainingsende erklärte die völlig aufgelöste Sarah Fischer jedenfalls unter Tränen, dass sich das Ergebnis sehr nachteilhaft auf den Rest der Saison auswirken würde.

Äußerst schade ist die Sache auch für Paul Tracy: Anders als im vergangenen Jahr hatte der Kanadier diesmal nur einen Deal für das Indy 500, nicht auch für die Läufe in Edmonton und Toronto. Die Nichtqualifikation lässt befürchten, dass es wohl der letzte Auftritt von Tracy in dieser Saison war. Und ob er es mit diesem Ergebnis in kommenden Jahren noch einmal schafft, die nötigen Gelder für das Indy 500 aufzutreiben, steht in den Sternen.

Trotz dieser Wermutstropfen:  Die Qualifikation lässt diesmal wieder ein spannenderes Indy 500 hoffen, als es das Rennen vom vergangenen Jahr war. Eine ausführliche Vorschau folgt gegen Ende der Woche.

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May 20 2010

06:30

Indy 500: Die Qualifikation

Am Wochenende startet wieder der Qualifikationsreigen für das Saisonhighlight der IRL. Kürzer, knapper und spektakulärer soll in diesem Jahr alles ablaufen – ganz unkompliziert sind die Regeln trotzdem nicht. Eine kurze Erklärung.

Nach ein paar schönen Rennen zum Saisonauftakt, einem erfolgreichen Wochenende in Alabama, und dem gut besuchten Klassiker in Long Beach war das erste Ovalrennen der Saison ein wenig antiklimatisch. So mau das Rennen in Kansas gewesen sein mag – beim Indy 500 hat die IRL noch immer Spektakel geliefert. An diesem Wochenende steht die Qualifikation auf dem Programm. Und da haben sich die Verantwortlichen in diesem Jahr einen neuen Modus überlegt. Ziel: Mehr Spannung vorm TV-Gerät, weniger Ausgaben für die Teams. Die grobe Struktur mit “Pole Day” und “Bump Day” wurde beibehalten – aber sonst ist vieles neu. Denn erstmals findet die Qualifikation an nur noch zwei Tagen statt – und den besten winken schon am Sonntag erste Punkte und Preisgelder.

Pole Day (Samstag)

Am Samstag Vormittag (17:00 – 22:00Uhr MESZ) steht erstmal eine “konventionelle” Oval-Qualifikation auf dem Programm: Alle gemeldeten Fahrer (siehe unten) haben drei Versuche, im Einzelzeitfahren eine Marke zu setzten. Jeder Versuch besteht aus vier Runden (= zehn Meilen), es zählt die Gesamtzeit.

Wer in dieser Qualifikation auf der ersten neun Plätzen landet, ist bereits fix für das Indy 500 qualifiziert. Unter diesem neun Fahrern geht es im Anschluss (2:30 – 0:00 Uhr) dann um die Pole: Dafür werden die Zeiten aus dem ersten Quali-Segment gestrichen, jeder Fahrer hat mindestens einen Versuch, eine Marke zu setzen. Solle noch Zeit bleiben, ist aber auch ein zweiter Quali-Run möglich.

Bump Day (Sonntag)

Am Folgetag (12:00 – 0:00 MESZ) geht es dann im klassischen “Bump Day”-Modus um die restlichen 24 Startplätze für das Rennen. Jene Piloten, die am Samstag einen Platz zwischen zehn und 24 belegt haben, dürfen ihre Zeit behalten. Alle anderen beginnen bei Null – ihre Zeit wird nämlich gestrichen. Primär geht es also darum, dass sich jene, die am Samstag noch keine Marke gesetzt haben für einen der verbleibenden neun Startplätze (25-33) qualifizieren. Sicher ist aber niemand: Wer immer eine schnelle Zeit setzt, bumpt alle, die langsamer sind um einen Platz nach unten. Theoretisch können also alle Fahrer ab Position 10 noch ihren Startpatz verlieren.

Und was ist bei Regen?

Darüber scheint sich keiner so wirklich Gedanken gemacht zu haben. Momentan sieht es zum Glück auch so aus, als wäre das auch nicht nötig, denn am Wochenende soll es in Indianapolis schön und trocken sein. Sollte es aber tatsächlich so sein, dass man nicht, oder nur wenig fahren kann, wird die Qualifikation verschoben. Im Notfall, so hört man, wäre man auch bereit, auf das neue System zu verzichten, und eine “normale” Oval-Quali zu machen.

Neu: Punkte und höhere Geldpreise

Um die Wichtigkeit der Qualifikation zu heben, hat die IRL die Geldpreise für die drei Front-Row-Starter noch einmal deutlich erhöht. Dem ersten winken 175.000$, für Rang zwei gibt es 75.000$, und für den Dritten immerhin noch 50.000$. Außerdem bekommen alle 33 Starter Meisterschaftspunkte: Während es bei normalen IRL-Rennen lediglich einen Punkt für die Pole gibt, gewinnt der Pole-Mann hier gleich 15 Zähler. Der zweite bekommt 13, der dritte zwölf. Für die anderen Top-Neun Positionen gibt es elf bis sechs Zähler, für die Plätze zehn bis 24 vier, für die restlichen Starter drei.

Wer ist dabei?

Auf der offiziellen Entry List (Achtung, .pdf. Nicht verwirren lassen, die Startnummer mit einem “T” dahinter zeigen nur an, dass auch ein Ersatzfahrzeug bereit steht) werden noch 38 Fahrzeuge geführt, das 3G-Team ist allerdings noch zu keinem der bisherigen Trainings aufgetaucht – nachdem auch der Fahrer als “TBA” geführt ist, muss man wohl davon ausgehen, dass nur 37 Piloten und in die Qualifikation gehen. Unter jenen, die in dieser Saison bisher nicht dabei waren, finden sich gleich einige bekannte Namen: Paul Tracy (KV Racing) wird erstmals dabei sein, AJ Foyt IV (Foyt Racing) und Bruno Junqueira (FAZZT), Townsend Bell (Schmidt/Ganassi), Ed Carpenter (Panther Racing), Davey Hamilton (de Ferran) und Tomas Scheckter (Dreyer&Reinbold) feiern ebenfalls ihre Serien-Comebacks. Ana Beatriz (ebenfalls Dreyer&Reinbold) geht nach Sao Paulo zum zweiten Mal in der IRL an den Start, Graham Rahal kehrt von Sarah Fischer Racing zum heimatlichen Rahal/Letterman-Team zurück. Überhaupt zum ersten Mal könnte Sebastian Saavedra in der IRL an den Start gehen – bisher sieht es aber so aus, als hätte der Kolumbianer Probleme, eine anständige Zeit zu setzen. Mal sehen, ob er sich qualifizieren kann.

Insgesamt könnten in diesem Jahr zum ersten Mal fünf Frauen (Danica Patrick, Sarah Fischer, Simona de Silvestro, Ana Beatriz und Milka Duno) beim Indy 500 starten. Ob es tatsächlich zu dieser Premiere kommt, wird wohl vor allem davon abhängen, ob sich Beatriz und Duno wirklich qualifizeiren können. Vor allem letztere machte in den bisherigen Trainings einen etwas wackligen Eindruck.

Was bisher geschah

Besonders viel kamen die Piloten bis jetzt noch nicht zum Fahren – die ersten Rookie-Tests am Wochenende wurden von häufigem Regen unterbrochen, das Montags-Training musste überhaupt abgesagt werden. Bei ersten wirklich seriösen Training am Dienstagnachmittag war Scott Dixon am schnellsten. Dahinter etwas überrschend Mario Moraes, gefolgt von Marco Andretti und dem erstaulichen Alex Tagliani. Weitere Überraschungen: Simona de Silvestro auf Rang zehn, Ryan Briscoe nur auf 18. Graham Rahal schaffte es auf Position 20, Takuma Sato auf 26. Danica Patrick setzt ihre Misserfolgsserie mit Platz 30 fort. Den ersten härteren Abflug hatte EJ Viso, der im Anschluss über Rückenschmerzen klagte. Ersthaft verletzt hat sich der Venezoelaner nach bisherigem Informationsstand aber zum Glück nicht.

Die Aussagekraft dieser ersten Zeiten darf freilich bezweifelt werden. Vor allem die guten Teams werden ihre Karten wohl erst am Samstag wirklich auf den Tisch legen.

Die 20 Millionen-Idee

Für Aufsehen hat in der vergangenen Woche eine Idee vom neuen Indycar-CEO Randy Bernard gesorgt. In einem Interview erzählte der CEO von Speedway Motorsports (einer Oval-Betreiberfirma, der unter anderem auch die Strecke in Charlotte gehört) von Verhandlungen mit der IRL, schon ab 2011 einen Preis von 20 Millionen Dollar für jenen Piloten auszuschrieben, der es schafft, an einem Tag die Indy 500 und das Coca Cola 600 zu gewinnen. Eigentlich war geplant, die Idee noch geheim zu halten – denn zu viele Details sind noch ungeklärt. So fehlt etwa noch die Zustimmung von Mari Hulman George, der Besitzerin des Indianapolis Motor Speedway. Außerdem stünden dem Plan derzeit noch die zu nahe beieinander liegenden Beginnzeiten der beiden Rennen im Wege – angeblich wäre die IRL aber bereit, den Indy 500 Start von 13:00 auf 11:00 Uhr vorzuverlegen. Interesse an einem solchen Doppelstart haben in der Vergangenheit etwa die NASCAR-Stars Kyle und Kurt Busch, Kasey Kahne, Dale Earnhardt, Jr. und Kevin Harvick geäußert. Tony Stewart, Robby Gordon und John Andretti, die in der Vergangenheit schon in beiden Rennen gestartet sind, wären womöglich auch wieder für den Double Header zu gewinnen.

Übertragungszeiten

Ein kompletter Plan für alle Veranstaltungen rund um das Indy 500 ist auf der Indycar-Homepage verfügbar. Der Pole- sowie der Bump Day werden jeweils ausführlich auf Versus übertragen – hierzulande wird man wieder auf den offiziellen Stream von der “Indycar Race Control” setzten müssen, wo ebenfalls beide Qualifikationstage ausgestrahlt werden.

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