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August 06 2013

06:15

NASCAR: Analyse Pocono August 2013

In Pocono fand am Sonntag ein Rennen statt, welches aufgrund vieler Vorfälle spannender ausfiel als zunächst erwartet. Neun Cautions sorgten dafür, dass sich das Feld nie zu weit auseinanderzog. Dazu kamen ein nervenaufreibendes Finale sowie Crashes einiger hochkarätiger Piloten. Am Ende holte sich Kasey Kahne nach einem sauberen Kampf gegen Jeff Gordon seinen zweiten Saisonerfolg.

Kasey-Kahne-team-2-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400Eigentlich sollte der Sieger Jimmie Johnson lauten, doch dieser wurde das Opfer seiner Goodyear-Reifen. Gegen Rennmitte machte sein rechter Vorderreifen schlapp und beförderte die #48 in Runde 78 unsanft in die Außenmauer. Bis dahin hatte Johnson immerhin satte 43 Führungsumläufe in den Asphalt gebrannt und war der große Favorit. Zur Schadenbegrenzung legte man bei Hendrick Motorsports daraufhin einen sagenhaften Sportsgeist an den Tag und brachte Johnson in der Führungsrunde ins Ziel. Überraschenderweise konnte der fünfmalige Champion in der Meisterschaft sogar noch zwei Pünktchen auf seinen direkten Verfolger Clint Bowyer herausfahren, weil sich dieser direkt hinter Jimmie (ohne Führungskilometer) die karierte Flagge abholte.

Somit war nach diesem Vorfall der Weg frei für Kasey Kahne und Brad Keselowski, welche sich als die aussichtsreichsten Nachfolger des dominanten Johnson herausstellten. Keselowskis Team pokerte später leider in der Boxengasse falsch und schickte den amtierenden Meister mit vier neuen Reifen zurück ins Renngeschehen, während die Konkurrenz sich nur zwei frische Pneus abholte. Zwar brachte Bad Brad später noch einen versöhnlichen sechsten Rang ins Ziel, doch der Sieg war in unerreichbare Ferne gerückt. Darum stritten sich in der Schlussphase nämlich die drei verbliebenen Hendrick-Teamkollegen:

Nach den letzten Boxenstopps unter grüner Flagge um Runde 135 lag wieder Kasey Kahne in Führung, welcher schnell Gesellschaft in Person seiner Mitstreiter Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr bekam. Wer hätte vor dem Rennen schon geglaubt, dass plötzlich drei Hendrick-Chevrolets an der Spitze des Feldes liegen würden und Jimmie Johnson wäre keiner davon? Ungefähr 15 Umläufe hielt diese Paradefahrt an und Kahne schien vorne mit gut sieben Sekunden Vorsprung bei noch zehn zu fahrenden Runden quasi enteilt. In Umlauf 150 von 160 fanden die NASCAR-Offiziellen dann allerdings Debris auf der Ideallinie und lösten folgerichtig eine weitere Caution aus.

Jetzt ging es eigentlich nur noch darum, wer denn den besseren Restart erwischen und zudem das schnellere Auto auf dem letzten Short-Run besitzen würde. Jeff Gordon reagierte besser und holte sich Kasey Kahne auf der Innenbahn. Schnell hatte er sich einen kleinen Vorsprung erarbeitet und setzte zum ersten und so dringend benötigten Saisonsieg an – zudem noch an seinem 42. Geburtstag. Doch wer glaubte, hier war das Rennen nun entschieden, der irrte gewaltig: Matt Kenseth bugsierte sich und seinen Gibbs-Toyota drei Runden vor Schluss zum dritten Mal in die Schlagzeilen (dazu gleich mehr), als er in Turn 2 einen Dreher hinlegte und daher die letzte Gelbphase des Tages ausgerufen werden musste.

Der entscheidende Restart zwei Umläufe vor dem Ende begann also mit umgedrehten Vorzeichen, da nun Jeff Gordon vorne vor Kasey Kahne den Takt angeben musste. Gordon war eigentlich schlau genug, die für ihn zuvor erfolgreiche Innenbahn zu wählen, allerdings hatte er nicht mit der Entschlossenheit von Kahne gerechnet. In einem wahnsinnigen Manöver schob die #5 sich im sehr schwierigen Tunnel-Turn bzw. Turn 2 AUSSEN an der #24 vorbei. Dabei sah es wirklich aus, als wenn Kahne überhaupt nicht vom Gas gegangen wäre. Gordon war wohl derart perplex, dass er schnell noch weiteren Boden auf seinen Teamkollegen verlor und die Entscheidung somit gefallen war.

Für Kasey Kahne bedeutet sein zweiter Saisonsieg die fast sichere Chase-Qualifikation, denn zumindest per Wildcard sollte er jetzt über sehr gute Chancen verfügen, wenn er denn aus den Top10 herausfallen würde. Das ist jetzt nicht ganz so unwahrscheinlich wie man zunächst denkt, da Kahne als Achter lediglich 18 Punkte Vorsprung auf den Cut besitzt.

Schade ist es für Jeff Gordon, der sicherlich gerne seinen ersten Saisonerfolg gefeiert hätte und das nicht hauptsächlich wegen seines Geburtstags: Zwar brachte ihn sein zweiter Platz auf Rang 9 in der Meisterschaft, aber ohne Sieg sind die 8 Punkte Vorsprung auf den Cut natürlich wahnsinnig gefährlich. Entweder Gordon gewinnt demnächst oder er bleibt zumindest konstant am Ball. Ansonsten darf Jeff nach Richmond zuschauen, wenn der neue Champion ermittelt wird.

Hinter dem Hendrick-Duo positionierte sich ein wieder mal sehr stark auffahrender Kurt Busch, welcher derzeit bei seinem Farmteam Furniture Row Racing das eigentliche Mutterschiff von Richard Childress Racing gewaltig auf Trab sowie deutlich auf Distanz hält. Für die Chase-Qualifikation könnte auch Busch endlich einen – inzwischen sehr verdienten – Sieg gebrauchen. In der Fahrerwertung liegt er nämlich nur auf Rang 13, hinter dem ebenfalls noch sieglosen Brad Keselowski und vor Martin Truex Jr, welcher momentan die zweite Wildcard nach Tony Stewart besetzt. Auch hier kommt es derzeit jede Woche zu Verschiebungen.

Die Top7 ist weiterhin ziemlich safe, lediglich Matt Kenseth ist mit 44 Zählern Vorsprung etwas zurückgefallen. Das lag wohl an seinem katastrophalen Tag, welcher schon in Runde 1, Turn 1 begann. Juan Pablo Montoya wurde beim Rennstart von hinten angeschoben und kam deshalb etwas ungestüm in die erste Kurve gefahren, wo er neben Kenseth auch noch Ricky Stenhouse Jr das Rennen versaute. Kenseth machte danach noch mit einer zu spät abgesessenen Durchfahrtsstrafe von sich reden, weshalb ihn die NASCAR-Offiziellen sogar kurzzeitig von der Zeitnahme ausschlossen. Seine verlorene Runde bekam Matt jedoch anschließend durch einen Lucky-Dog zurück. Der letzte Incident mit „Mad Kansas“ war dann die bereits erwähnte finale Caution drei Umläufe vor Schluss. Kein guter Tag also für den meiner Meinung nach größten Johnson-Konkurrenten in diesem Jahr.

Weitere nennenswerte Zwischenfälle:

- Danica Patrick und ihr mittlerweile ja schon „persönlicher Freund“ Travis Kvapil trafen sich mal wieder auf der Strecke. Patrick wurde im side-by-side loose und kassierte bei ihrem Dreher noch das RCR-Duo Jeff Burton und Paul Menard. Schade, denn sie lag in Aussicht auf ein Top20-Resultat. Es war aber ein ganz normaler Rennunfall.

- Pechvogel Denny Hamlin erlebte durch einen weiteren Reifenschaden das dritte DNF der letzten fünf Rennen. Ich weiß nicht, ob vielleicht Goodyear eine Wette platziert hat, wann Hamlin sich den Rest der Saison frei nimmt, um seine anhaltenden Rückenschmerzen ärztlich behandeln bzw. operieren zu lassen? Auf jeden Fall ist der Chase für ihn nun außerhalb realistischer Reichweite: Bis zu Rang 20 müsste Denny 118 Punkte aufholen und dabei noch mindestens zwei Siege in den verbleibenden fünf Rennen einfahren. Ja ne, is klar…

Der Vollständigkeit halber kurz noch zum Endergebnis: Die Top5 komplettierten hinter dem Führungstrio Ryan Newman und Dale Earnhardt Jr. Ein Top10-Resultat ließen sich Brad Keselowski, Joey Logano, Kyle Busch, Tony Stewart sowie Greg Biffle gutschreiben.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

mark-martin-nascar-sprint-cup-series-pocono-gobowling400 Dane-Cook-Jimmie-Johnson-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Flagstand-green-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Pocono-Turn-1-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Ricky-Stenhouse-Jr-Crash-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Denny-Hamlin-Crash-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Jimmie-Johnson-pit-stop-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-leads-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Danica-Patrick-Crash-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-team-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-victory-lane-1-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-victory-lane-2-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-checkered-flag-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-spray-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400 Kasey-Kahne-team-2-NASCAR-Sprint-Cup-Series-Pocono-GoBowling400

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August 02 2013

06:15

NASCAR: Vorschau Pocono August 2013

Pocono ist eher nicht so der große Klassiker und ob man dort zwei Ausgaben pro Jahr braucht, ist mal mindestens umstritten. Jedoch bringt der Kampf um den Chase-Einzug etwas mehr Spannung in die Kiste, da die Top19 sehr kompakt positioniert sind – zwischen Rang 8 und 13 beträgt der Abstand nur winzige 12 Zähler.

GOBOWLING 400 LOGO cmykIm Juni machte Jimmie Johnson mit seinem dominanten Sieg in Pocono schon allen Beobachtern klar, dass der Goodyear-Faktor nach der Neuasphaltierung 2012 komplett aufgebraucht ist. Der Einheitslieferant hat sich an den neuen Streckenbelag angepasst und liefert für das Wochenende vermutlich wieder Holzreifen. Damit schwinden mindestens leicht die Hoffnungen, nach dem zuletzt sehr zähen Brickyard 400 wenigstens an diesem Sonntag ein spannendes Rennen sehen zu können. Noch ist aber nicht aller Tage Abend, denn am Ende könnte Pocono bei ausbleibenden Gelbphasen noch ein Benzinkrimi werden. Die Strecke ist nämlich so lang, dass die Teams mit einer Rundkurs-Strategie ins Rennen gehen können und die Fahrer verlieren somit bei einem Boxenstopp unter grüner Flagge selten eine komplette Runde auf den Führenden.

Möglich macht das wie gesagt die durchaus interessante Charakteristik des Pocono Raceway: Wunderschön in den namensgebenden Pocono Mountains – einem Ausläufer der Appalachen – gelegen, besitzt das Oval in Long Pond, Pennsylvania nur drei anstatt vier Kurven. Wenn man es ganz realistisch betrachtet, müsste man die Beweislast eigentlich umkehren und sagen: „Pocono verfügt sogar über drei statt zwei Kurven“, denn die anderen NASCAR-Strecken setzen sich doch eigentlich nur aus zwei 180-Grad-Kurven zusammen. Wie dem auch sei, wichtig ist in Pocono die Abstimmung der Wagen, da alle drei Turns von Gott mit unterschiedlichen Kurvenüberhöhungen und -radien ausgestattet wurden. Die genaue Konfiguration und weitere interessante Details könnt ihr im oben verlinkten Streckenartikel nachlesen.

Die Frage ist am Wochenende also, welches Team ein möglichst gutes Kompromisssetup auf die Räder stellen kann. Der glückliche Fahrer dieser Rakete düst dann meist einsam und alleine die lange Hauptgerade in Richtung Sonnenuntergang dahin. Daher fällt es auch schwer, einen Sieger zu benennen. Die letzten vier August-Ausgaben gingen zwar allesamt an verschiedene Hersteller, doch trotzdem sehe ich Chevrolet vor Toyota und dahinter Ford mit einem kleinen Respektabstand. Wenn ich konkrete Teams benennen müsste, würde ich Hendrick Motorsports am Sonntag vor Joe Gibbs Racing setzen. Nach den letzten Erfolgen von Stewart-Haas Racing und Michael Waltrip Racing darf man aber auch diese Mannschaften nicht aus den Augen verlieren. Vor allem SHR haben die Tests im Sommer wirklich viel gebracht.

Das eigentliche Augenmerk liegt aber derzeit weiterhin auf der Qualifikation zum Chase, in welcher es ziemlich eng zugeht: Wirklich „durch“ sind wohl nur die Top7 mit Jimmie Johnson (182 Punkte auf Platz 11), Clint Bowyer (107), Carl Edwards (97), Kevin Harvick (90), Dale Earnhardt Jr (58), Matt Kenseth (57) und Kyle Busch (52). Es überrascht vielleicht etwas, dass Fahrer wie Edwards und Harvick so weit vorne mit dabei sind, aber diese Piloten sind einfach außerordentlich konstant unterwegs. Außerdem haben beide im Gegensatz zu Bowyer und Junior in diesem Jahr schon mindestens einen Rennsieg geholt.

Dann gibt es schon einen gewaltigen Sprung zu Greg Biffle (7) auf Platz 8 und dahinter wird es echt verdammt eng, denn bis zu Brad Keselowski (-6) auf Rang 13 balgen sich (inkl. Biffle) sechs Piloten innerhalb von nur 12 winzigen Punkten! Die restlichen vier hören auf die Namen Kasey Kahne (6), Jeff Gordon (1), Tony Stewart (-1) und Martin Truex Jr (-5). Wow, in diesem Paket dürfte für die nächsten sechs Rennen bis zum Chase eine Menge Spannung stecken, denn niemand darf sich hier einen Totalausfall leisten. Bis auf Gordon und Keselowski haben alle diese Piloten auch schon einen Saisonsieg in der Tasche, was den Kampf um die Wildcards absolut eng macht. Derzeit würden tatsächlich Stewart und Truex auf Rang 11 und 12 in die Playoffs einziehen.

Das direkte Verfolgerfeld besteht aus Kurt Busch (-13), Jamie McMurray (-22), Ryan Newman (-25, 1 Sieg), Aric Almirola (-30), Joey Logano (-35) und Paul Menard (-39). Ab Jeff Burton auf Platz 20 sind es dann schon mindestens 60 Punkte Rückstand auf den Cut. Ihr seht, auch diese Gruppe hat noch sehr realistische Chancen, auch wenn Newmans Sieg in Indianapolis bisher keine große Veränderung gebracht hat, weil vor ihm ja noch andere Anspruch auf die Wildcards haben. Vor allem für den selbstverschuldet gebeutelten Kurt Busch würde mich aber eine Chase-Teilnahme freuen und auch McMurray oder Almirola könnten für Earnhardt-Ganassi Racing bzw. Richard Petty Motorsports etwas Momentum reinholen.

In den verbleibenden sechs Rennen bis zu den Playoffs kann es hier noch eine ganze Menge Verschiebungen geben und wer jetzt rechtzeitig einen konstanten Schwung aufnimmt, der fährt am Jahresende mal mindestens zum Chase-Bankett in Las Vegas. Da nach Richmond für die letzten zehn Events auch die Punkte zurückgesetzt werden, ist sogar für den letzten Qualifikanten noch viel mehr drin. Erstmal hilft nur Abwarten und Tee trinken – und ich geh jetzt das schöne Wetter genießen!

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 02.08.
15:00 Uhr, Truck Series Final Practice, nicht im TV
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 19 Uhr)
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
01:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV

Samstag, 03.08.
15:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Pocono Mountains 125), SPEED
23:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
02:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 04.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (GoBowling.com 400), ESPN

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June 10 2013

20:10

NASCAR: Analyse Pocono Juni 2013

Am Wochenende feierte lediglich Jimmie Johnson eine “Party in the Poconos”. Für alle anderen gab es wie erwartet eher eine Menge “Pain in the …” und daran war nicht nur die Strecke Schuld. TNT lieferte eine Übertragung ab, welche die Einblendung „Dauerwerbesendung“ verdient gehabt hätte. Aber dafür wäre unter der riesigen Sprint-Einblendung eh kein Platz mehr gewesen!

Jimmie_Johnson_Win_Pocono_NSCS_060913Jimmie Johnson holte sich auf dem Pocono Raceway in einer absolut souveränen und überragenden Manier seinen dritten Saisonsieg und baute damit seine Führung in der Meisterschaft völlig verdient auf 51 Punkte vor Carl Edwards aus. Was für Johnson und seine Fans natürlich eine schöne Sache ist, die ich auch überhaupt nicht in Frage stellen möchte, hat das restliche NASCAR-Universum fast drei Stunden massiv leiden lassen. Die „Party in the Poconos“ fiel für all diejenigen aus, die nicht pünktlich zum Rennstart bei 2 Promille waren oder ohnehin im Split-Screen die Formel 1 aus Montreal verfolgt haben. Johnson verbrachte satte 128 von 160 Runden in Führung und wurde lediglich ansatzweise von Ryan Newman (19 Lead-Laps) begleitet, welcher seinem Chevy-Mitstreiter quasi wie der Mond um die Erde folgte. Die fehlenden 13 Führungsrunden sicherten sich Carl Edwards (9) und Brad Keselowski (4) entweder zum Anfang des Rennens oder im Rahmen von Green-Flag-Pitstops.

Dazu gab es sechs Cautions serviert, von denen sich lediglich eine in den ersten 125 Runden einsortierte. Danach wurde es ein wenig turbulenter, da zunächst Juan Pablo Montoya während einer aussichtsreichen Top10-Fahrt im Tunnel-Turn die Kontrolle über seinen Chevrolet verlor und dabei auch Matt Kenseth abräumte. Später löste Dave Blaney noch zwei weitere Gelbphasen aus, in dessen zweite auch Aric Almirola verwickelt war. Bei den häufigen Restarts in der Schlussphase ging es zwar teilweise 3- bis 4-wide zur Sache, ganz vorne konnte allerdings niemand Jimmie Johnson gefährden. Versucht haben es zumindest sein Hendrick-Teamkollege Dale Earnhardt Jr. (3.) und später beim finalen Anlauf Greg Biffle (2.), der immerhin Junior beim Restart schnappen konnte. Wenigstens reichte es für beide Piloten noch zu Top3-Ergebnissen.

Die Top5 komplettierten Tony Stewart und Ryan Newman, die zeigen konnten, dass sich die Testfahrten von Stewart-Haas Racing in den letzten Wochen absolut gelohnt haben. Kyle Busch, Kurt Busch, Denny Hamlin, Kevin Harvick und Joey Logano unterstrichen ihre momentan ohnehin sehr starke Performance mit einem Top10-Resultat. Weil Hamlins Konkurrenz um den Einzug in die Top20 der Meisterschaftswertung weiter hinten ins Ziel kam, konnte sich der Gibbs-Pilot um eine Position nach vorne schieben. Trotzdem hat er immer noch 76 Punkte Rückstand auf Platz 20, den momentan Ricky Stenhouse Jr. besetzt.

Beim Rest von Hendrick Motorsport lief es derweil nicht so gut: Jeff Gordon verlor in entscheidenden Situationen bei Restarts und Boxenstopps immer wieder Positionen und kam schließlich nur auf Rang 12 hinter Jeff Burton und vor dem Earnhardt-Ganassi-Duo bestehend aus Jamie McMurray und Juan Pablo Montoya ins Ziel. Kasey Kahne (36.) hatte schon direkt nach dem Rennstart mit Vibrationen zu kämpfen und verlor in der Garage 19 Umläufe, wodurch am Ende keine Platzierung innerhalb der Top35 mehr zu holen war.

Unterdessen hat TNT beim ersten von sechs Saisonrennen gleich mal komplett den Vogel abgeschossen und eine Dauerwerbesendung veranstaltet. Zwischenzeitlich brachte man gerade mal zwei bis drei Minuten einer Viertelstunde live und verpasste dann auch noch die Boxenstopps während einer Caution. Dabei hatte der Sender genau in dieser Situation die größtmögliche Vorwarnzeit. Passenderweise ging TNT direkt nach den Stops wieder in einen Break, unfassbar… Wer Glück hatte, konnte unter der riesigen Sprint-Einblendung dann auch etwas vom Rennen mitverfolgen. Da bleibt noch viel Luft nach oben!

Dass die Analyse jetzt so kurz ausgefallen ist, tut mir leid, aber das Rennen gab wirklich nicht mehr her.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Greg_Biffle_Pocono_NSCS_060913 Dale_Earnhardt_Jr_Pocono_060913_NSCS Clint_Bowyer_Pocono_NSCS_060913 Tony_Stewart_Pocono_NSCS_060913 Jimmie_Johnson_Pocono_NSCS_060913 Jimmie_Johnson_090613_Pocono_NSCS_1 Martin_Truex_Jr_Pit_Stop_Pocono_060913_1 David_Stremme_Pocono_060913_NSCS Gordon_Pocono_NSCS_060913 Jimmie_Johnson_060913_Pocono_NSCS Ryan_Newman_Pocono_NSCS_060913 Jimmie_Johnson_Win_Pocono_NSCS_060913 Jimmie_Johnson_Victory_Lane_Pocono_060913 Jimmie_Johnson_Win_Flag_Pocono_NSCS_060913 Clint_Bowyer_Pocono_NSCS_060913

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June 07 2013

20:02

NASCAR: Vorschau Pocono Juni 2013

Am Wochenende übernimmt TNT die Berichterstattung von FOX und als erstes von sechs Sprint-Cup-Events steht dabei ausgerechnet Pocono auf dem Programm. Die Strecke lieferte kurz nach ihrer Neuasphaltierung zwar ein paar richtig gute Rennen ab, mittlerweile ist der sogenannte „Goodyear-Faktor“ aber wieder obsolet.

z_finalWährend ich hier so auf dem Balkon sitze und mich nach vollbrachtem Tagewerk freue, dass seit der heutigen Tour zum Waschpark endlich die klebrigen Rückstände der Kastanienblüten sowie diverse Vogelkotrückstände von meinem Auto verschwunden sind, fällt mir plötzlich ein, dass ich ja auch noch eine NASCAR-Vorschau schreiben wollte. Ein kurzer Besuch bei Jayski (nein, ich boykottiere weiter die neue NASCAR-Webseite) offenbart jedoch das totale Grauen. Mir ist auf einmal, als ob sich tausende Raben auf meinen frisch gewaschenen Wagen setzen und absolut alles geben: „Pocono“ steht da schwarz auf weiß, „P-O-C-O-N-O“ – ich buchstabiere eben kurz vor mich hin. „Ja gut, wird schon nicht so schlimm werden!“ beruhige ich mich, denn vielleicht macht die TV-Übertragung ja etwas vom erwartet zähen Renngeschehen wieder wett. Wer überträgt noch gleich am Wochenende? FOX oder?

Weit gefehlt: Als neben dem Titel „Party in the Poconos“ der Schriftzug „TNT“ erscheint, fällt mir fast das Glas aus der Hand und ich höre sofort innerlich das nervigstmögliche Lachen von Kyle Petty auf Dauerschleife. Und überhaupt: „Party in the Poconos“?! Seriously?! Sehen wir hier das neue Konzept des „Tricky Triangle“: Saufen bis der Arzt kommt, damit man das Rennen erträgt?! Na bitte! Sei es, wie es sei! Ich hole mir jetzt erstmal einen neuen Drink – die Zutaten:

  • 1 Longdrink-Glas
  • 2 Eiswürfel (waren zum Glück noch im Kühlfach)
  • 2 bis mehrere cl Canadian Club (je nach Anspannung so kurz vor Pocono und TNT)
  • mit Cola aufgießen und genießen

Ein paar Schlucke später wird mir klar, dass man(n) Pocono quasi mit dem Typ Frau vergleichen kann, welcher sich häufig in Discotheken rumtreibt: verzaubert mit Aussehen und schönem Blick – sobald aber der Mund aufgeht, dreht man sich meist angewidert weg.

Äußerlich ist der Pocono Raceway eine schöne Anlage und inmitten der Natur gelegen, denn die namensgebenden Pocono Mountains sind ein Ausläufer der Appalachen und rum um die Strecke gibt es außer Wald eigentlich nicht viel. Mit seinen 2,5 Meilen ist das Oval per Definition eigentlich ein Superspeedway, jedoch relativiert die einzigartige Konfiguration die zu erwartenden Geschwindigkeiten, weshalb keine Restrictor-Plates notwendig sind. Pocono ist ein Trioval mit drei komplett unterschiedlichen Kurven und Geraden, ganz genau könnt ihr das aber in der verlinkten Streckenbeschreibung nachlesen.

Um auf den Disko-Vergleich zurückzukommen: Der Pocono Raceway erfordert aufgrund seiner Charakteristik eine Kompromissabstimmung, damit alle Turns effizient gefahren werden können und die Drehzahl am Ende der Geraden nicht den Begrenzer erreicht. Weil alle Teams mit ihren Setups unterschiedlich ausgerüstet sind, sollte man meinen, dass sich dadurch ein ansehnliches Racing bietet. Doch aus irgendeinem Grund ist dies in Pocono leider kaum der Fall und der Fan an sich dreht sich mit Grausen weg, wenn die Grünphase mal wieder 100 Runden dauert und 43 Autos wie an der Perlenschnur aufgereiht sind.

Im letzten Jahr wurde Pocono neu asphaltiert, was kurzzeitig Besserung brachte, weil Goodyear Schwierigkeiten hatte, einen „passenden“ Reifen an die Strecke zu bringen. Die beiden Saisonläufe machten wirklich etwas her, doch wie man in Dover am letzten Wochenende sehen könnte, ist der Einheitslieferant bei den kürzlich renovierten Streckenbelägen wieder „voll auf der Höhe“. Ich will nichts ausschließen, aber die Chancen stehen sehr hoch, dass wir am Sonntag wieder das altbekannte Pocono erleben werden. Eine weitere Unbekannte ist immerhin das Gen6, welches bisher natürlich noch nicht im Rennbetrieb auf dem „Tricky Triangle“ unterwegs war. Die einzigen Testfahrten absolvierten in diesem Monat Stewart-Haas Racing sowie Richard Childress Racing. SHR ist nach wie vor bemüht, die allgemeine Performance des Teams zu verbessern.

Wo ich gerade so schön am Meckern bin: Motorvision TV überträgt ebenfalls am Sonntag aus Pocono und lässt sich dafür im Gegenzug im Rahmen des 25-Rennen-Vertrags mit der NASCAR z. B. eine Perle wie das Sommerevent aus Daytona entgehen. Schon eine eigenwillige Wahl, zumal man ja beim Coca-Cola 600 zeigte, dass man grundsätzlich auch für Nachtrennen zu haben ist. Bezüglich TV gibt es am Wochenende leider nicht allzu viel zu sehen, da Trucks (Texas) und Nationwide Series (Iowa) auf anderen Strecken unterwegs sind. Wer sich den heutigen Freitag mit NASCAR-Action versüßen wollte, wurde ebenfalls enttäuscht, da es in Pocono derzeit noch in Strömen regnet. Der komplette Fahrbetrieb des Tages musste abgesagt werden, was bedeutet, dass Tabellenführer Jimmie Johnson kampflos die Pole-Position besetzt.

Ich erspare uns allen jetzt aber Tiraden in Richtung TNT und poste stattdessen wie gewohnt zum Abschluss an dieser Stelle noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Freitag, 07.06.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 19:30 Uhr)
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Practice, nicht im TV
01:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 400), SPEED

Samstag, 01.06.
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
23:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
02:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (DuPont Pioneer 250), ESPN

Sonntag, 02.06.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Party in the Poconos 400), Motorvision TV / TNT

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April 10 2013

06:00

IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Ryan Hunter-Reay konnte die Erfolgsserie von Andretti Autosport fortsetzen und beendete die Siegesserie von Penske Racing in Alabama. Scott Dixons Abfolge von zweiten Plätzen im Barber Motorsport Park hält dagegen weiter an.

Barber Winner IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

Der strahlende Sieger – Ryan Hunter-Reay
(C) Shawn Gritzmacher; IndyCar Media

Nur eine Gelbphase zu Rennbeginn, unterschiedliche Strategien hinsichtlich Reifenwahl und Zahl der Stopps sowie einige enge Duelle auf der Strecke bildeten die Grundlage für ein sehr schönes Rennen. Die maximale Stintlänge wurde vor dem Rennen mit 27 Runden angenommen, was bei 90 Rennrunden zu drei regulären Stopps führen sollte. Es zeigte sich aber, dass man auch mit zwei Stopps und gedrosseltem Tempo durchfahren konnte. Nach einem schwächeren Saisonstart und bisherigen Platzierungen außerhalb der Top 10 in Alabama konnte sich dabei Champion Ryan Hunter-Reay vor Scott Dixon durchsetzen. Mit einigem Abstand folgte der neue Meisterschaftsführende Helio Castroneves vor Charlie Kimball und Will Power. Insgesamt war es ein gutes Rennen, das weder ein Team noch ein Motorenhersteller zu dominieren vermochte.

Am Start konnte sich Ryan Hunter-Reay von der Pole Position kommend an die Spitze setzen. Hinter ihm fächerte das Feld auf und Will Power, von Startplatz 2 aus, musste in der ersten Kurve weit ausholen und verlor einige Plätze. Hinter Hunter-Reay schob sich derweil innen der wieder starke Rookie Tristan Vautier auf Position 2. Das Feld sortierte sich schnell und nur zwischen EJ Viso, James Hinchcliffe und Graham Rahal wurde es zu eng. Abgefahrene Carbonteile führten zur einzigen Gelbphase. Beim Restart in Runde 7 musste Will Power in Turn 1 wieder einen weiten Weg gehen und verlor weitere Positionen.

In Lap 19 eröffneten Helio Castroneves und Dario Franchitti die erste Runde der Boxenstopps. Durch die frühen Stopps versuchten beide, Positionen auf der Strecke zu gewinnen. Alle Toppiloten wechselten von den weicheren roten Reifen auf die haltbareren schwarzen. Will Power hingen blieb draußen und versuchte sich an einer 2-Stopp-Strategie. In Führung liegend, aber auf älteren roten Reifen, konnte er dem Feld um etwa 0,5 Sekunden pro Runde davon fahren.

In Runde 33 holte Will Power seinen Boxenstopp nach und nur ein weiterer in Runde 61 sollte ihm bis zum Rennende ausreichen. Ryan Hunter-Reay war somit wieder in Führung, gefolgt von Helio Castroneves, der durch den frühen Stopp einige Plätze gut machen konnte, sowie den beiden Chip-Ganassi-Piloten Charlie Kimball und Scott Dixon. Will Power sortierte sich auf Platz 5 ein.

Helio Castroneves war zu dieser Zeit der schnellste Fahrer im Feld und konnte seinen Rückstand deutlich verkürzen. Nach der nächsten Runde der Boxenstopps ab Lap 43 kam das Spitzenduo direkt hinter Will Power wieder auf die Strecke. Power musste Benzin sparen und konnte auch wegen der älteren Reifen nicht das Tempo der Verfolger gehen. Den leichten Stau nutzte Castroneves aus und ging außen an Ryan Hunter-Reay vorbei. Dieser rutschte leicht in den Penske Chevrolet hinein, was aber zu keinen Beschädigungen führte. Helio Castroneves konnte auch seinen Teamkollegen überholen und setzte sich fast 10 Sekunden von Will Power, der Hunter-Reay hinter sich halten konnte, ab.

In Runde 61 ging Power zu seinem letzten Pitstop und gab den Weg frei für Ryan Hunter-Reay. Nur fünf Runden später kamen auch die 3-Stopper zum letzten Mal an die Box. Der Großteil der Fahrer setzte auf die haltbareren schwarzen Reifen, nur Hunter-Reay hatte sich einen Satz der weicheren Reifen aufgespart. Auf der Strecke führte Helio Castroneves vor Ryan Hunter-Rey, Will Power, Scott Dixon und Charlie Kimball, der sein bisher bestes IndyCar-Rennen überhaupt zeigte. Hunter-Reay konnte schnell die Lücke zu Castroneves schließen und dank der besseren Reifen auch zum Sieg überholen. Scott Dixon ging schon in Runde 70 an Power und in Runde 76 an Castroneves vorbei. Er konnte noch nah an Hunter-Reay heran fahren, ihn aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzten. Charlie Kimball zog in derselben Runde in einem waghalsigen aber erfolgreichen Manöver an Will Power vorbei. Dieser konnte sich im Benzinsparmodus und mit alten Reifen nicht mehr ernsthaft wehren. Andretti Autosport, Chip Ganassi Racing und Penske Racing zeigten ihre ganze Stärke und teilten sich die Top 5 redlich untereinander auf.

Die drei Topteams hatten aber auch mit jeweils einem Auto große Probleme. Der Sieger des Saisonauftakts James Hinchcliffe konnte sich im Andretti Chevrolet nur auf Platz 20 qualifizieren und während der engen Startphase kollidierte er auch noch mit EJ Viso und Graham Rahal. Die beiden letzteren beschädigten sich stark ihre Autos und mussten zur Reparatur in die Box. Hinchcliffe konnte die Fahrt erst einmal fortsetzen, blieb dann aber in Runde 3 mit einem losen linken Hinterreifen liegen. Das Rennen war für ihn beendet, obwohl er weitere 70 Runden im Auto sitzen blieb. Bei Andretti Autosport hatte man wohl die Hoffnung, das Auto während einer Gelbphase wieder zur Box zu bekommen und dann das Rennen fortsetzen zu können. Eine weitere Gelbphase blieb aber aus und so sorgte der steif gesessene Hinchcliffe beim Aussteigen für die kuriosesten Bilder des Tages.

Dario Franchitti konnte seinen Chip Ganassi Honda nach seinem Unfall in St. Peterburg auch in Alabama nicht ins Ziel bringen. In Runde 44 musste er die Box mit Motorproblemen ansteuern. Der erst vermutete elektronische Fehler stellte sich als gebrochener Krümmer heraus. Aber schon in den Trainings konnte er nicht die Zeiten seiner Teamkollegen Dixon und Kimball fahren. Wie im letzten Jahr hat der Schotte einen sehr zähen Saisonstart. Immerhin steigen so seine Chancen auf den Sieg bei den Indianapolis 500.

Rückkehrer AJ Almendinger, der auch beim nächsten Rennen in Long Beach und eventuell auch beim Doubleheader in Detroit für Roger Penske fahren wird, konnte sich auf Platz 10 qualifizieren. Im Rennen konnte er sich zwischen Platz 8 und 11 halten und erfüllte so die Erwartungen. Beim seinem letzten Boxenstopp würgte er aber seinen Motor ab und verlor viele Plätze. Aus dem dichten Hinterfeld konnte er sich nicht mehr befreien und beendete das Rennen auf Platz 19. Damit landete er aber immerhin noch zwei Plätze vor Graham Rahal, der wiederum früh in kleinere Scharmützel verwickelt war und nie auf schnelle Zeiten kam. Sein Teamkollege bei Rahal Lettermann Lanigan Racing James Jakes war mit Platz 12 in den ersten Runden ganz gut unterwegs, wurde dann aber durch technische Probleme gebremst. Mit drei Runden Rückstand blieb am Ende nur Platz 23 übrig, immerhin konnte er aber die schnellste Rennrunde für sich verbuchen.

Ein ganz schlechtes Rennen erwischten auch die Piloten von KV Racing Technologie. Simona de Silvestro war im dritten freien Training noch schnellste, konnte diese Leistung später im Qualifying und Rennen aber nicht bestätigen. Auch ihr Teamkollege Tony Kanaan konnte nie wirklich schnelle Runden drehen. Nach den freien Trainings hatte man bei KV Racing in der Abstimmung der Autos die falsche Richtung eingeschlagen. Die Plätze 13 für Tony Kanaan und 18 für Simona de Silvestro waren die Folge.

Ein sehr unauffälliges Rennen zeigte JR Hildebrand und platzierte seinen Panther Racing Honda auf die 17, direkt hinter Sebastian Bourdais. Der Franzose blieb, trotz eines teilweise schönen Kampfes mit Tristan Vautier um Platz 10, wieder unter seinen Möglichkeiten. Ganz im Gegensatz dazu konnte Rookie Tristan Vautier seine bisherigen guten Leistungen mit Platz 10 am Ende bestätigen. Sein Teamkollegen Simon Pagenaud war auf Platz 6 sogar „Best-of-the-Rest“. Insgesamt war es wieder eine sehr gute Leistung von Sam Schmidt Motorsport. Hinter Pagenaud fuhr Marco Andretti einen soliden siebten Platz ein und belegt Platz 4 in der Meisterschaftswertung.

Die Top 10 komplettierten Justin Wilson für Dale Coyne Racing, der einen noch besseren Platz bei seinem zweiten Pitstop liegen ließ, und Josef Newgarden für Sarah Fisher Hartmann Racing, der zum ersten Mal in die Top 10 fahren konnte. Für diese beiden kleinen Teams, sind das zwei herausragende Ergebnisse. Takuma Sato, der sich in St. Petersburg noch sehr gut aufgelegt gezeigt hatte, blieb an diesem Wochenende, abgesehen von einer Strafe wegen Blockierens im Qualifying, sehr blass. Mehr als Platz 14 sprang für den Fahrer von AJ Foyt Enteprises nicht heraus.

In der Meisterschaftswertung führt nun Helio Castroneves vor Scott Dixon und den drei Andretti-Piloten Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti und James Hinchcliffe. Dahinter vollenden Tony Kanaan, Will Power, Justin Wilson und EJ Viso die Top 10.

Der Honda Indy Grand Prix of Alabama wird immer mehr zu einem Zuschauermagneten mitten im NASCAR-dominierten Süden der USA. Mit über 83.000 Zuschauern am Wochenende konnte wieder ein neuer Rekord aufgestellt werden. Entsprechend ist es auch keine Überraschung, dass der Vertrag zwischen der IndyCar und dem Baber Motorsport Park bis 2016 verlängert wurde. Wir können uns also weitere spannende Rennen in den Hügeln Alabamas freuen.

Ryan Briscoe, im letzten Jahr Stammpilot bei Penske Racing, wird wahrscheinlich das Indy 500 in einem Chip Ganassi Honda bestreiten können. Noch ist das Feld von 33 Startern nicht ganz gefüllt.

Das für Morgen angesetzte Rookie Orientation Programm auf dem Indianopolis Motor Speedway musste aufgrund von Regen und tiefen Temperaturen abgesagt werden. Wann AJ Allmendinger, Conor Daly, Carloz Munoz und Tristan Vautier das Programm nachholen, steht noch nicht fest. Rookies müssen, bevor sie zu den Trainings bzw. zum Qualifying für das Indy 500 antreten dürfen, ein dreiteiliges Trainingsprogramm durchlaufen.

Die Reifentests auf dem Pocono Raceway können dagegen stattfinden. Zum ersten Mal seit 1989 wird dort in diesem Juli wieder ein IndyCar-Rennen stattfinden. Dario Franchitti, Simon Pagenaud, Will Power und Marco Andretti werden für Firestone testen. Nutzen wird man dabei die Aero-Konfiguration für Indianapolis und Fontana und als Basis für die Datenerfassung werden die Reifen für das Indy 500 dienen.

Zum Abschluss der Link zur Statistikseite der IndyCar für das Rennergebniss und die Meisterschaftswertung und noch der Hinweis auf das nächste Rennen in Long Beach am 21.04.2013.

 

 IndyCar: Analyse 2. Rennen im Barber Motorsport Park

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August 07 2012

13:15

NASCAR: Analyse Pocono August 2012

Getreu nach dem Motto „Wenn die ersten beiden Reihen sich streiten, freut sich die dritte!“ übernahm Jeff Gordon beim letzten Restart die Führung und wurde kurz danach aufgrund des erneut einsetzenden Regens zum Sieger gekrönt. Grund zum Feiern gab es jedoch eher weniger, denn das Unwetter forderte unglücklicherweise ein Todesopfer auf Seiten der Fans.

Aus diesem Grund schieben wir die Analyse ein wenig nach hinten und sprechen kurz über die unschönen Vorfälle nach dem Abbruch des Rennens. Dazu zunächst ein Zeitablauf der Geschehnisse: Spätestens zur Halbzeit der Veranstaltung war klar, dass sich eine weitere Unwetterzelle der Strecke näherte und das Rennen möglicherweise nicht bis zum geplanten Ende würde absolviert werden können. Aus Gründen der Sicherheit informierte der Streckenbetreiber daher die anwesenden Fans bereits um 16:12 Uhr über die Unwetterwarnung, während die Wagen natürlich noch munter auf dem Oval um Positionen kämpften. Eine knappe halbe Stunde später begann dann der Regen und sorgte innerhalb einer Runde recht schnell – um 16:44 Uhr – für eine Unterbrechung des Rennens.

Weitere zehn Minuten später stand dann Sieger Jeff Gordon in einer eher provisorischen Victory-Lane, da man die Strecke zur vorgerückten Stunde schließlich aufgeben musste. Zum Trocknen hätte man nach dem Gewitter nämlich weitere zwei Stunden benötigt, weshalb das Oval erst zur Dämmerung und damit ohne Flutlicht viel zu spät wieder einsatzbereit gewesen wäre. Um 17:01 Uhr ereignete sich dann die erwähnte Tragödie, als Brian F. Zimmerman aus Moosic, Pennsylvania auf dem Parkplatz an seinem Auto lehnend vom Blitz getroffen wurde. Außerdem wurden neun weitere Personen bei diesem und einem weiteren Einschlag verletzt. Zunächst möchte ich natürlich der Familie des Opfers unser aller Beileid aussprechen und ihnen alles Gute in dieser schwierigen Zeit wünschen.

Erst jetzt kommen wir nun zu der Frage, ob alle Beteiligten richtig gehandelt haben: Es gab also tatsächlich eine Warnung an der Strecke, was auch erklärt, warum die Tribünen zum Finish nur noch zur Hälfte gefüllt waren, während sie am Anfang des Rennens nahezu ausverkauft aussahen. Warum haben sich nicht alle Fans in Sicherheit begeben? Ed Klima, der Verantwortliche für den Rettungsdienst am Dover International Speedway brachte es wohl am besten auf den Punkt, indem er sagte: „it’s very difficult to get people to leave if there’s still cars going around the racetrack.“

Vielleicht sollte man an dieser Stelle überlegen, das Rennen bei einem so offensichtlich nahenden Unwetter schon vorher zu unterbrechen. Brian Neudorff, der selbsternannte inoffizielle Meteorologe der NASCAR, blies in ein ähnliches Horn: „If lightning is eight to 10 mile away, clear the stands. If lighting is present, NASCAR should red flag the race. If you can hear thunder, you can be struck by lightning. Obviously, fans would not be very appreciative of evacuating, especially if it’s not raining at the time. But safety first.“

Als etwas schwach empfand ich jedoch die offizielle Reaktion der NASCAR, welche lediglich in Form eines Statements per Marketing-Sprecher David Higdon erfolgte und besagte, dass die Sicherheit der Fans letztlich in der Verantwortung der Streckenbetreiber läge. Er fügte hinzu, dass in Pocono niemand der Verantwortlichen unaufmerksam gewesen wäre und es auf vielen Strecken für diesen Fall zudem überhaupt gar kein Sicherheitskonzept gäbe. In der Zukunft würde man aber sicherlich genau die Vorgehensweisen überprüfen und notwendige Änderungen umsetzen. Naja, klingt für mich ein wenig schwammig, vielleicht sollte man ein Rennen einfach wirklich früher unterbrechen oder die Evakuierung der Tribünen strenger forcieren.

Analyse Pocono

Das Rennen entschied etwas überraschend wie erwähnt Jeff Gordon für sich, nachdem es lange Zeit danach aussah, dass Jimmie Johnson das Geschehen fest im Griff hat. Die entscheidende Szene ereignete sich jedoch beim letzten Restart in Runde 91, nachdem zuvor Kurt Busch durch seinen Mauereinschlag aufgrund eines geplatzten Reifens die Caution auslöste. Der Führende Johnson sprintete gemeinsam mit Matt Kenseth zur grünen Flagge, gefolgt von Brad Keselowski und Greg Biffle in der zweiten Reihe sowie Kasey Kahne und Gordon in der dritten.

Am Hendrick-Chevrolet mit der #48 verabschiedete sich sofort in Turn 1 der rechte Hinterreifen, was sich wohl auch während der Aufwärmphase für den Restart angekündigt hatte. Johnson bekam direkt massives Übersteuern und nahm Kenseth mit ins Verderben, wobei auch Keselowski, Biffle und Kahne einigen Schwung verloren. Einzig Jeff Gordon hatte freie Fahrt und konnte sich an die Spitze setzen, wo er auch verblieb, da wenige Runden später unter der erneuten gelben Flagge der gefürchtete Regen einsetzte.

Kasey Kahne (2.) und Brad Keselowski (4.) konnten sich immerhin in den Top5 halten, wobei Kahne noch sehr viel Glück hatte, da er einige Trümmerteile der vorausfahrenden Wagen aufsammelte, die ihm einen Plattfuß bescherten. Wegen des nahenden Abbruchs ließ er aber keine Reifen mehr wechseln. Für Matt Kenseth (23.) war die Party nach dem Zwischenfall quasi vorbei, da er vom nachfolgenden Denny Hamlin (29.) torpediert wurde und somit nach Indianapolis die zweite Woche in Folge frühzeitig aufgrund eines nicht selbst verschuldeten Unfalls aufgeben musste. Kenseth konnte sein beschädigtes Auto aber immerhin bis zum Abbruch am Ende der Führungsrunde halten.

Jimmie Johnson fing seinen übersteuernden Chevrolet übrigens äußerst spektakulär ab und cruiste unter Gelb noch auf Platz 14 ins Ziel. Seine Platzierung dort stieß allerdings Greg Biffle etwas sauer auf, den NASCAR seinerseits während der Gelbphase nur auf Rang 15 gesetzt hatte. Natürlich gab es auf der anderen Seite auch einige Abstauber bzw. Profiteure von dieser rennentscheidenden Situation, so konnte z. B. Martin Truex Jr. einen dritten Platz nach Hause fahren.

Auch die beiden Piloten von Stewart-Haas Racing rutschten noch weiter nach vorne und belegten die Ränge 5 (Tony Stewart) und 6 (Ryan Newman). Die Top10 komplettierten unterdessen Carl Edwards (7.), Clint Bowyer (8.) und etwas überraschend Regan Smith (9.) sowie Marcos Ambrose (10.).

Nicht so gut lief es erneut für das Team von Earnhardt-Ganassi Racing, welches immerhin Juan Pablo Montoya (20.) auf die Pole-Position brachte. Der Chevy mit der #42 war im Renntrimm allerdings so unterlegen, dass die Führung schon nach sieben Runden wieder verloren war. Im weiteren Verlauf des Rennens fiel er sukzessive zurück und landete gerade noch so in den Top 20, die auch für seinen Teamkollegen Jamie McMurray (17.) das Höchste der Gefühle waren. Bei EGR besteht also weiterhin massiver Nachholbedarf und die Äußerungen von Montoya nach dem Qualifying fand ich da auch eher amüsant: „We know we’ve been working in the right direction. We know we’ve been working hard, and we feel that the cars are getting a little better, but to actually get out there and get a pole…“ Immerhin hat man nicht ernsthaft mit der Pole-Position gerechnet.

Ganz übel erwischte es an diesem Wochenende ausgerechnet Dale Earnhardt Jr. (32.), welcher in den Wochen zuvor mit einer Marke von 21 die bisher längste Serie der NASCAR-Geschichte von Zielankünften in der Führungsrunde aufbaute.  In Runde 50 machte ihm allerdings das Getriebe seines Hendrick-Chevrolets einen Strich durch die Rechnung und so verlor er die meistgenutzten Gänge 3 und 4. Dabei hatte man wie eigentlich alle Teams aufgrund der besonderen Umstände in Pocono (Schalten in den Turns) extra vor dem Qualifying noch das Getriebe gewechselt. Die Reparaturpause kostete Junior zwar 20 Runden, aber wegen des Pechs vieler seiner Verfolger in der Meisterschaft glücklicherweise nicht die Führung in der Fahrerwertung.

Die erste der insgesamt drei Cautions löste übrigens Kyle Busch (33.) aus, der in Runde 19 nach einem offensichtlichen Defekt in die Mauer von Turn 1 abbog und bei den anschließenden Arbeiten am Auto ganze 24 Umläufe auf die Konkurrenz einbüßte. Diese Gelbphase diente dann auch gleich als Competition-Caution, welche ohnehin für Runde 20 geplant war, damit die Teams den Reifenverschleiß auf der grünen Strecke überprüfen konnten. Das Rennen wurde nämlich wegen eines weiteren Regenschauers kurz vor dem Start mit knapp zwei Stunden Verspätung angegangen.

In puncto Chase-Qualifikation hat sich durch den Sieg von Jeff Gordon natürlich einiges geändert, weil der Artikel aber schon eine stattliche Länge erreicht hat, werde ich darauf in der Vorschau für Watkins Glen am Freitag genauer eingehen. An dieser Stelle vielleicht noch so viel: Gordon rückte gleich um zwei Plätze nach vorne und steht nun gemeinsam mit Kasey Kahne in den Playoffs. Allerdings ist die #24 punktgleich mit Ryan Newman (ebenfalls ein Saisonsieg), welcher jedoch im Gegensatz zu Gordon über einen fünften Platz weniger verfügt, der in diesem Falle ausschlaggebend ist. Weiter vorne ist es ebenso eng, da die Top4 nach Pocono innerhalb von nur acht winzigen Punkten liegen.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

nascar-pocono-rain-2012 dale-earnhardt-jr-pocono-august-2012 jeff-gordon-fan-nascar-pocono-august-2012 clint-bowyer-puddle-nascar-pocono-august-2012 nascar-american-ethanol-green-flag-pocono-august-2012 juan-pablo-montoya-leads-pocono-august-2012 dale-earnhardt-jr-garage-pocono-august-2012 jeff-gordon-pocono-august-2012 jeff-gordon-pocono-pit-stop-august-2012 kyle-busch-damage-pocono-august-2012 pocono-nascar-fans-august-2012 jeff-gordon-pocono-win-victory-lane-august-2012 jimmie-johnson-pocono-august-2012 tony-stewart-pocono-rain-august-2012

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August 03 2012

06:15

NASCAR: Vorschau Pocono August 2012

Im recht kurzen Abstand zur letzten Ausgabe bestreitet die NASCAR am Wochenende bereits ihr zweites Saisonrennen auf der eigenwilligen Strecke in Pocono. Ab Sonntag bleiben den Piloten nur noch sechs Anläufe, um die Qualifikation für den Chase dingfest zu machen.

Moment mal, war nicht gerade erst ein Cup-Rennen in Pocono? Ganz genau, denn bereits vor acht Wochen war die NASCAR im Nordosten der USA zu Gast und lieferte dort nach einigen erfreulichen Veränderungen die wahrscheinlich beste Pocono-Ausgabe der jüngeren Zeit ab. Als Grund für die erstaunliche Verbesserung können zwei Faktoren ausgemacht werden: Zum einen bekam das „Tricky Triangle“ pünktlich zum ersten 2012er-Besuch eine neue Asphaltdecke spendiert, welche dafür sorgte, dass sich das Feld erstmals seit vielen Jahren nicht so schnell wie sonst kaugummiartig auseinanderzog. Zum anderen verkürzte man beide Saisonrennen nach langer Beratungsresistenz endlich auf 400 Meilen, was dem Fluss des Events zu Gute kam. Statt dreieinhalb bis vier Stunden dauert eine Pocono-Ausgabe jetzt nur noch deren entschlackte drei, was sich eindeutig besser in die sonst üblichen Rennlängen der NASCAR einfügt.

Der neue Asphalt brachte auch neue Geschwindigkeitsrekorde, so erreichten die Fahrzeuge am Ende der längsten Start-Ziel-Geraden des Kalenders satte 212 mph bei einem gesamten Rundenschnitt von um die 180 mph. Die Crew-Chiefs empfanden mit Sicherheit große Freude, als ihre Fahrer sich über das Handling im Kurveneingang der drei, für ein Oval eh schon ausreichend grenzwertig unterschiedlichen Turns beschwerten. Die verlinkte Streckenbeschreibung zum Pocono-Raceway soll an dieser Stelle dann ruhig noch einmal erklären, weshalb der ungewöhnliche und in seiner Form ziemlich einzigartige Speedway so eine Herausforderung in puncto Setup der Wagen darstellt.

Bevor ich hier aber zu sehr mit dem Schwelgen beginne, muss man in Pocono natürlich immer die Möglichkeit im Hinterkopf behalten, dass die erste Saisonausgabe im Juni nur ein positiver Ausrutscher gewesen sein könnte. Im schlimmsten Fall haben sich die Teams ähnlich schnell wie die Borg bei Star Trek an die neuen Gegebenheiten angepasst und sind mit ihren Setups bereits wieder so am Limit unterwegs, dass der berühmte und zähe Kaugummieffekt direkt zurückkehrt.

Ich bin aber trotzdem guter Dinge und hoffe auch, dass die NASCAR-Offiziellen die ungewöhnlich langen Caution-Perioden in den Griff bekommen haben. Vor acht Wochen dauerten die Aufräumarbeiten während der Gelbphasen doch wirklich extrem lange an, was ein sehr kurzweiliges und spannendes Rennen künstlich verlängerte und so überhaupt erst über die 3-Stunden-Marke brachte. Vielleicht war das gewollt, vielleicht auch nicht, alles weitere wäre jetzt Spekulation.

Wobei wir mit dem letzten Wort dann auch direkt beim Thema Rennsieger angekommen sind: Bereits im Juni empfand ich es als äußerst schwierig, einen Favoriten zu benennen, da die letzten acht Ausgaben jeweils zwei Mal von allen vier unterschiedlichen Hersteller gewonnen wurden. Dazu gesellte sich in diesem Jahr Joey Logano, der damit die Marke von Toyota verbessern konnte. Das Rennergebnis sah 5x Chevrolet, 4x Toyota und 2x Ford in den Top10, wobei die japanische Marke vier Wagen in die Top6 bringen konnte. Daraus kann man nun machen was man möchte, ich hätte jedenfalls nicht damit gerechnet, dass Logano tatsächlich in die Victory-Lane fahren würde. Die Chancen dürften bei den Top-Teams am Wochenende dann auch wieder ziemlich ausgeglichen sein.

Der unterrepräsentierte Hersteller Dodge brachte seinen besten Fahrer in Person von Brad Keselowski nur auf Platz 18, was aber einer alternativen und eher nachteiligen Benzinstrategie sowie einer Durchfahrtsstrafe geschuldet war. Mit Bestrafungen haben die NASCAR-Offiziellen im Juni ja nur so um sich geworfen, da einige Team es offensichtlich versäumten, sich nach der Neuasphaltierung über die geänderten Speeding-Lines in der Boxengasse zu informieren. Das sollte an diesem Wochenende natürlich nicht noch einmal vorkommen und wird meiner Auffassung nach auch ein isoliertes Kuriosum bleiben.

Werfen wir noch einen Blick auf den aktuellen Stand in der Meisterschaft und wagen einige Rechenspiele die Chase-Qualifikation betreffend. In den letzten fünf Saisonrennen hat sich der Abstand zwischen Platz 10 und 11 (also die Bubble) von 11 auf 55 Punkte aufgeblasen. Das bringt die derzeitigen Top10 mit großer Wahrscheinlichkeit in die Playoffs:

1. Dale Earnhardt Jr. (+143), 1 Sieg
2. Matt Kenseth (+129), 1
3. Greg Biffle (+121), 1
4. Jimmie Johnson (+116), 3
5. Denny Hamlin (+79), 2
6. Kevin Harvick (+65), kein Sieg
7. Martin Truex Jr. (+65), kein Sieg
8. Tony Stewart (+64), 3
9. Brad Keselowski (+61), 3
10. Clint Bowyer (+55), 1

An einem schlechten Tag kann man im schlimmsten Fall (wie Matt Kenseth in Indianapolis) gut und gerne 30 Punkte verlieren. Eine eventuell noch mögliche Schadensbegrenzung kann diese Marke aber auch auf die Hälfte reduzieren und sollte unbedingt angestrebt werden. Denn egal wie schrottreif das Auto ist, irgendwo finden sich in der NASCAR-Garage immer noch etwas Panzertape und ein Vorschlaghammer.

Bei noch sechs verbleibenden Rennen bedeutet das im Grunde genommen, dass die Top4 sowie alle dreimaligen Saisonsieger und eventuell auch Denny Hamlin sich jetzt verstärkt auf weitere Fahrten in die Victory-Lane konzentrieren sollten. Für jeden Erfolg bekommt man im Chase nämlich drei Bonuspunkte, welche sich im Ernstfall als entscheidend in der Meisterschaft herausstellen können. Den Champion von 2012 (Tony Stewart) und seinen unterlegenen Konkurrenten (Carl Edwards) trennten am Ende exakt null Punkte voneinander und auch da gaben die Saisonsiege dann den Ausschlag. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass Smoke seine insgesamt fünf Erfolge erst im Chase eingefahren hat, während Edwards mit drei Bonuszählern in die Playoffs ging.

Kevin Harvick, Martin Truex Jr. und sein Teamkollege Clint Bowyer sollten dagegen noch die ein oder andere Woche auf Bedacht fahren und nicht alles riskieren, da man mit 0-1 Saisonsiegen ziemlich verloren ist, sollte man aus den Top10 herausfallen. Somit zeigt sich hier eine schnell ansteigende Kurve, betrachtet man die Anzahl der bisher eingefahrenen Erfolge gegenüber der Möglichkeit, sich häufiger auf ausgefallene taktische Spielchen einlassen zu können. So kann zum Beispiel Brad Keselowski gemäß dieser Theorie eigentlich nach Belieben pokern, denn eine Wildcard hat er im Notfall ziemlich sicher in der Tasche.

Für die Piloten außerhalb der Top10 geht es derzeit rechnerisch noch von Woche zu Woche, wobei man übergreifend sagen kann, dass 2-3 Saisonsiege momentan mit einer großen Wahrscheinlichkeit in die Playoffs führen. Die Situation ist nach Indianapolis folgende:

11. Kyle Busch (-55), 1 Sieg
12. Carl Edwards (-61), kein Sieg
13. Kasey Kahne (-64), 2
14. Ryan Newman (-70), 1
15. Jeff Gordon (-79), kein Sieg
16. Paul Menard (-79), kein Sieg
17. Joey Logano (-99), 1

Dahinter werden die Abstände auf Platz 10 beginnend mit Marcos Ambrose über 120 Punkte groß und den Erstgenannten sowie Jamie McMurray, Jeff Burton und Juan Pablo Montoya sehe ich auch maximal nur einen Saisonsieg holen, was aber nie und nimmer reichen wird.

Zwischen Rang 11 und 17 ist die Lage hingegen so eng, dass man eigentlich noch nicht alles auf eine Karte setzen darf. Ausnahmen sind Carl Edwards, Jeff Gordon, Paul Menard und Joey Logano die langsam aber sicher All-In gehen sollten, um ihre letzten Chancen zu wahren und jetzt auf Gedeih und Verderb Saisonsiege zu produzieren.

In einer umgekehrten Analogie zu den Top10 können sich Kyle Busch, Kasey Kahne und Ryan Newman zwar einerseits nicht auf ihren Erfolgen ausruhen, müssen aber andererseits vorsichtig sein, dass sie nicht bedingt durch eine zu riskante Taktik im Rennen punktemäßig von der Konkurrenz überholt werden. Was bringt zum Beispiel Busch sein einer Sieg, wenn er in einem hypothetischen Szenario in zwei Wochen hintereinander mit nur zwei neuen Reifen in der Schlussphase versucht in die Führungsposition zu gelangen, danach aber unter Grün mit abgefahrenen Pneus jeweils zehn Plätze verliert, während Newman immer Zweiter wird?

Da müssen viele Fahrer und Teams immer wieder neu abwägen, was letztendlich in jeder neuen Woche die richtige Entscheidung ist. Für einige Beteiligte wird dies schwierig werden, andere sind schon so gut wie durch und können sich getrost für den Chase in Stellung bringen. Die nächsten sechs Wochenenden werden aber wie immer eine Menge Spannung bereithalten.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und ein Zeitplan für das TV-Programm vom Wochenende.

Die Nationwide Series ist in Iowa am Start, während die Trucks den Sprint Cup in Pocono unterstützen. Leider wird aus dem Rahmenprogamm nur das Qualifying der zweiten Liga gesendet, ansonsten kommen nur die jeweiligen Rennen selbst sowie natürlich alle Cup-Sessions im US-Fernsehen.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 03.08.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 04.08.
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
18:30 Uhr, Truck Series Rennen (Pocono Mountains 125), SPEED
22:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 05.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Pennsylvania 400), ESPN / RaceBuddy

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August 09 2011

06:18

NASCAR: Analyse Pocono August 2011

Pocono hat exakt gehalten was es im Vorfeld versprach, nur das Wetter hat dem Rennen am Wochenende einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Fünf Stunden dauerte deshalb die Sprint-Cup-Veranstaltung und am Ende gewann ein verletzter Brad Keselowski – der Fahrer, von dem man es wohl am wenigsten erwartet hätte.

Das sage ich nicht etwa, weil Keselowski nicht fahren könnte. Viel mehr geht es darum, dass es sich mit einem gebrochenen (Ja, er ist doch gebrochen!) Knöchel wirklich schwerlich Auto fahren lässt. Bei Tests in Road Atlanta hatte der Penske-Pilot einen schweren Unfall, nachdem die Bremsen an seinem Dodge versagten. Mit 160 km/h schlug er in eine mit Reifenstapeln „gesicherte“ Betonwand ein und verletzte sich dabei wie durch ein Wunder „nur“ an seinem Knöchel. Die zugehörigen Bilder hatte ich ja bereits in der Vorschau gepostet und selbst Keselowski gab später zu, dass er da wohl eine ganze Menge Glück gehabt hatte! Erschwerend kam am Sonntag in Pocono die Tatsache hinzu, dass seit einer Veränderung der Gear-Rule seitens NASCAR in diesem Jahr auf dem Trioval wieder geschaltet wird, um das beste Drehmoment für die langen Geraden zu erwischen.

Die 500 Meilen dürften für Brad Keselowski also nicht schmerzfrei über die Bühne gegangen sein, was seinen Erfolg natürlich noch weiter aufwertet. Da kann man von dem Burschen halten, was man will, aber das ist schon eine Hausnummer, bei 200mph 200 Runden lang die Zähne zusammenzubeißen und dann noch den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Die Ausgangsposition für seinen Sieg legte Keselowski gemeinsam mit dem Teamkollegen Kurt Busch kurz vor der gut 100-minütigen Regenunterbrechung. Die beiden Penske-Piloten kamen gemeinsam vor dem Rest des Feldes zum Tankstopp und sahen sich danach die Spitze vorerst von den hinteren Plätzen an. Dann fiel allerdings der Regen und es sah nach dem Rennen eines anderen Fahrers aus:

Nach 124 Runden lag Joey Logano in Front, als es nass wurde. Logano hatte das Rennen vorher schon für über 40 Umläufe angeführt und gemeinsam mit seinen Teamkollegen Kyle Busch und Denny Hamlin einen Anspruch auf den Rennsieg angemeldet. Die drei Fahrer von Joe Gibbs Racing lagen unter roter Flagge auf den Plätzen 1,3 und 4, nur getrennt durch Jimmie Johnson auf Rang 2. Im ersten Moment dachte ich nach einem Blick auf das Radar, dass die nächste Regenfront einfach zu schnell nachziehen würde, um eine Wiederaufnahme des Rennens ermöglichen zu können. Wäre es so gewesen, wäre dieser Artikel vermutlich jetzt zu Ende. Doch irgendwie gab es eine Veränderung in der Macht und der Regen blieb aus, noch dazu konnte man das 2,5-Meilen-Oval in weniger als den üblichen zwei Stunden wieder abtrocknen. Das Rennen wurde fortgesetzt…

Da zu diesem Zeitpunkt alle Piloten bis auf die Penske-Teamkollegen am Ende ihres Spritfensters angelangt waren, mussten sie nachfassen. Brad Keselowski und Kurt Busch wurden daher sofort nach den Boxenstopps an die Spitze des Feldes gespült und waren auch durch weitere Green-Flag-Pitstops und eine letzte Caution nicht mehr aus den Top5 zu vertreiben. Hier zeigte sich wieder ganz klar, was in Pocono am wichtigsten ist, nämlich Track-Position. Wie in der Vorschau beschrieben, zog sich das Feld nach maximal fünf Runden massiv auseinander und verteilte sich auf dem riesigen Trioval. Während der Restarts war es aber wie erwartet durchaus spaßig und es ging teilweise five-wide zu Sache. Eigentlich müsste man in Pocono das Rennen auf 300 Meilen verkürzen und alle 10-20 Runden eine Competition-Caution werfen, dann hätte man eine Menge Spaß!

Nachdem die Penske-Piloten ihre Führung in Folge der letzten Boxenstopps unter grüner Flagge an Kyle Busch verloren hatten, gerieten 20 Umläufe vor Schluss Juan Pablo Montoya und Kasey Kahne aneinander. Der Kolumbianer „übersah“ Kahnes Red-Bull-Toyota auf der Außenseite bei der Ausfahrt aus Turn 1, weil sein Spotter kurzzeitig am Funk gestört wurde. Das „Outside“-Kommando kam anscheinend nie bei der #42 an, weshalb der Tag für beide Fahrer nach dem folgenden Mauerkontakt gelaufen war. Für Montoya ist der Chase damit außerhalb seiner eigenen Reichweite, denn selbst ein Rennsieg nützt ihm jetzt kaum noch etwas: Erstens haben bereits zu viele Piloten vor ihm eine Fahrt in die Victory-Lane vorzuweisen und zweitens bleiben die Wildcard-Plätze außerhalb der Top20 unerreichbar und dort befindet Montoya sich nun!

Zurück zum Rennen: Die letzte Caution wurde noch einmal zum Tanken und Reifenwechseln genutzt und brachte die erste Reihe unverändert zum Restart: Kyle Busch vor Brad Keselowski und Jimmie Johnson. Letzterer witterte seine Chance und scherte nach der Ziellinie unten aus, um beiden Autos auf einmal zu schnappen. Da Busch jedoch konterte, konnte Keselowski die Führung übernehmen. Sofort zog sich das Feld wieder auseinander und die Clean-Air an der Spitze rettete der blauen #2 die Spitzenposition bis ins Ziel. Kyle Busch konnte kämpfen wie er wollte und das tat er auch, doch trotz Quersteher in der letzten Kurve der letzten Runde blieb Keselowski für ihn unerreichbar. Trotzdem sollte Buschs Leistung in einem guten Licht gesehen werden:

Bereits früh im Rennen warf der jüngere Busch-Bruder fast alle Chancen auf ein solides Ergebnis weg, als er sich ausgangs von Turn 3 drehte und fast in der Boxenmauer landete. Um keinen Reifenschaden mit den entstandenen Bremsplatten auf einer Extrarunde zu riskieren, musste er direkt in der noch gesperrten Boxengasse zum Reifenwechsel kommen. Weil NASCAR sowas natürlich nicht erlaubt, musste er beim Restart zurück ans Ende der längsten Schlange. Doch Busch kämpfte sich wie gesehen zurück.

Ebenfalls im Pech aber ohne Rebound fanden sich folgende Piloten wieder:

- David Ragan löste die zweite Gelbphase in Runde 20 aus und beschädigte sich seinen Wagen fast irreparabel. Somit verlor er am Schluss 51 Umläufe und kam nur als 34. ins Ziel.

- Joey Logano sah zunächst wie der sichere Rainout-Sieger aus, kam dann aber nach dem Neustart ganz schön unter die Räder: Ein Reifenschaden spät im Rennen zwang ihn zu einem unplanmäßigen Boxenstopp unter Grün und bedeutete am Ende nur Platz 26.

- Was für Joe Gibbs Racing so gut begann, endete schließlich nur für Kyle Busch mit einem (fast) Happy-End. Denny Hamlin, der dritte Fahrer im Bunde, musste aufgrund einer abgefallenen Radmutter beim letzten Pitstop auf eine bessere Platzierung verzichten. Immerhin sprang noch Rang 15 raus, auch wenn im Kampf um eine Chase-Teilnahme natürlich weitere Rennsiege her müssen!

Außerdem gerieten noch Kurt Busch und Jimmie Johnson in den letzten Runden beim Kampf um Platz 3 teilweise heftig aneinander. Während Johnson der Meinung war, dass Busch nicht fair gegen ihn gefahren sei, forderte Letzterer natürlich sein Recht auf Positionsverteidigung ein. Man konnte nicht genau sehen, ob Busch wirklich zu hart im Zweikampf unterwegs war, doch den Auslöser der Anklopf-Orgie startete Johnson mit einem echt überflüssigen Fast-Rempler. Dass Busch sich sowas nicht bieten lassen würde, war klar und so rempelte er die #48 einmal heftig an, was Johnson auch gleich an die #22 zurückgab. Nach der Zieldurchfahrt unterhielten sich die beiden Piloten noch einmal ausführlichst in der Boxengasse über den Vorfall und konnten sich nicht wirklich einig werden. Eine körperliche Auseinandersetzung blieb aber aus, auch wenn es zwischenzeitlich doch danach aussah.

Für Brad Keselowski bedeutet sein zweiter Saisonsieg außer dem Vorstoß in die Top20 der Fahrerwertung  damit verbunden  natürlich auch das derzeitige Anrecht auf den ersten Wildcard-Platz. Zwei Erfolge sind an dieser Stelle zwar schon eine gute Leistung, doch innerhalb von zwei Rennen könnte sich mit Rennsiegen der falschen Fahrer das Blatt ganz schnell wieder drehen. In den Top10 der Meisterschaft hat sich dagegen kaum etwas geändert: Carl Edwards führt weiterhin vor Jimmie Johnson, dahinter stehen jetzt Kyle Busch, Kurt Busch, Kevin Harvick und Matt Kenseth in veränderter Reihenfolge.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden</a>. Zum Abschluss folgt wie gewohnt die Übersicht zu den <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Punkteständen bei den Fahrern und

August 05 2011

06:19

NASCAR: Vorschau Pocono August 2011

Nach dem Klassiker von Indianapolis geht es an diesem Wochenende in Pocono weiter, wo das zweite Saisonrennen des nicht unumstrittenen Triovals auf dem Programm steht. Die Juni-Ausgabe gewann Jeff Gordon vor den Busch-Brüdern und der viermalige Meister sollte auch am Sonntag nach seinem zweiten Platz in Indy wieder der Favorit auf die Fahrt in die Victory Lane sein.

Zwei Mal im Jahr ist der Sprint Cup auf dem aTwitter präsentierte er einen ziemlich dicken Knöchel</a> (nicht gebrochen) und das Nationwide-Rennen wurde schon mal vorsichtig an Sam Hornish Jr weiterdeligiert. Laut eigener Aussage ist Keselowski “cleared to race”, aber dafür muss er den Fuß auch erstmal in einen feuerfesten Schuh bekommen. Bilder vom Ausmaß des Unfalls stellte Jimmie Johnson <a http: href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier, hier</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">hier bereit. Kurt Busch sehe ich dagegen nach wie vor als Siegkandidaten in Pocono.

Etwas Neues gibt es von der Vertrags-Front zu vermelden: Carl Edwards hat endlich einen neuen Vertrag unterschrieben und zwar erneut bei Roush-Fenway Racing, wie gestern bekannt geworden ist. Damit löst sich ein ganz großer Teil der Silly-Season sofort in Luft auf, denn weil Edwards nicht zu Joe Gibbs Racing geht, wird dessen Platz bei RFR nicht frei. Dieses hätte wiederum eventuell Clint Bowyer bekommen können, der dann bei RCR von Juan Pablo Montoya ersetzt worden wäre. Puh, ziemlich kompliziert, aber nun hinfällig. Bleibt nur noch zu fragen, wo Mark Martin und Brian Vickers im nächsten Jahr fahren. Kommt die Übernahme von Red Bull Racing durch General Manager Jay Frye tatsächlich zu Stande, dann gibt es keine Probleme. Ansonsten habe ich für Vickers einen tollen Vorschlag: Warum bewirbt er sich nicht um das vierte Cockpit bei Joe Gibbs Racing? Und Mark Martin könnte prima zu Stewart-Haas Racing gehen, denn:

Danica Patrick steht offenbar kurz vor der Bekanntgabe ihres NASCAR-Wechsels. Mehrere Personen, welche die Verhandlungen verfolgen, gehen davon aus, dass Patrick 2012 nur noch das Indy 500 bei den IndyCars verbringen wird. Stattdessen würde sie den Chevrolet mit der #7 Vollzeit für JR Motorsports in der Nationwide Series bewegen und zusätzlich sieben Cup-Einsätze bei SHR in einem dritten Auto absolvieren, damit sie 2013 um den “Rookie of the Year”-Titel antreten könnte. Mark Martin wär hier als Mentor im ersten Teilzeit-Cup-Jahr sicherlich am besten geeignet. Die Zeit wird es zeigen, wie Madame sich entscheidet…

Zum Abschluss wie gewohnt noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende:

Neben dem Sprint Cup sind auch noch die Trucks und die ARCA-Serie mit in Pocono dabei. Am Freitag überträgt SPEED die Trainingssitzungen, allerdings schiebt man das Truck-Practice als Aufzeichnung zwischen die Cup-Trainings, damit man die Pause umgehen kann, in der die ARCA fährt. Am Samstag überträgt SPEED dann alles an Truck-Events vom Qualifying bis zum Rennen zu europafreundlichen Uhrzeiten, während das das Cup-Qualifying erneut auf ESPN2 läuft. Die Nationwide Series fährt unterdessen in Iowa ein Nachtrennen von Samstag auf Sonntag, ESPN2 ist dafür ebenfalls der Sender der Wahl. Alle anderen Nationwide-Sessions habe ich ausgespart, da sie nicht im TV übertragen werden.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.08.
16:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED (TV um 20 Uhr!)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED

Samstag, 06.08.
15:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
16:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
19:00 Uhr, Truck Series Rennen (Good Sam RV Emergency Road Service 125), SPEED
01:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (U.S. Cellular 250), ESPN2

Sonntag, 07.08.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Good Sam RV Insurance 500), ESPN

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June 10 2011

06:13

NASCAR: Vorschau Pocono Juni 2011

An diesem Wochenende steht das erste Pocono-Rennen auf dem Programm, welches ja nicht ganz unumstritten ist. Immerhin hat man nach den zwei schweren Unfällen im letzten Jahr etwas für die Sicherheit der Strecke getan. Zudem überträgt TNT das erste Rennen in dieser Saison, nachdem sich FOX bis zum nächsten Daytona 500 verabschiedete. Den Coup des Jahres hat aber eindeutig der Hauptsponsor des Rennens gemacht.

Ein in der NASCAR bekannter Hersteller von Energy-Drinks sicherte sich die Werberechte für das Rennen am Sonntag und könnte damit eindeutig nicht richtiger liegen. Vermutlich wird man eines ihrer Produkte benötigen, um über die komplette Renndistanz zu kommen. Auf dem fragwürdigen adie Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer-</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende. Der Sprint Cup vertritt die Farben der NASCAR in Pocono komplett alleine, lediglich die ARCA-Serie ist noch am 2,5-Meilen-Oval. Die Nationwide Series macht in dieser Woche Pause und ist in sieben Tagen auf dem Michigan International Speedway wieder mit von der Partie. Die Trucks sind gemeinsam mit der IndyCar Series in Texas und starten zu einer wirklich gemeingefährlichen Uhrzeit! Da das komplette Vorprogramm der Trucks auch schon gelaufen ist (allerdings nicht im TV), wird es ein karges NASCAR-Wochenende.

Auch blöd ist, dass die Formel 1 in Kanada zu einer für NASCAR-Fans unglücklichen Zeit fährt. Das Rennen in Montreal zählt ja bekanntlich zu den besseren Grand Prix und ist durchaus sehenswert, startet aber 15 Minuten vor dem NASCAR-Rennen. Meine Empfehlung für den Sonntagabend lautet daher: Sich um 18 Uhr bei gutem Wetter mit Freunden und/oder Familie schön den Grill vollschaufeln und ggf. die Vorberichte nach Wahl anschauen. Um 19 Uhr dann Formel 1 und ab ca. 20:30 Uhr die restlichen 2,5 Stunden aus Pocono mitnehmen. Ich wünsche allseits ein schönes und erholsames Wochenende!

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 10.06.
18:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 400k), SPEED

Samstag, 11.06.
17:00 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED (ab 17:30 Uhr)

Sonntag, 12.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (5-Hour Energy 500), TNT / NASCAR.com RaceBuddy

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August 02 2010

15:37

NASCAR: Analyse Pocono August 2010

Das zweite Saisonrennen in Pocono drohte ein weiterer Langweiler zu werden, doch nach 120 Runden sorgten turbulente Restarts und vereinzelte Regentropfen für Spannung. Dazu kam dann der Unfall von Elliott Sadler, welcher das Sicherheitsdefizit der Rennstrecke auf brutale Weise deutlich machte.

Dass der NASCAR am Sonntag kein weiterer Fahrer verloren ging, lag definitiv nicht an den Sicherheitsvorkehrungen des Pocono Raceway. Elliott Sadler kann sich beim R&D-Center der NASCAR für das 2007 eingeführte CoT bedanken und auch Dr. Robert Hubbert einen Brief schreiben – seines Zeichens Erfinder des HANS-Device. Vor nicht ganz zehn Jahren wäre dieser Unfall von Sadler vermutlich sein letzter gewesen. Nach seinem Sieg im Truckrennen am Samstag musste er einen ganz bösen Einschlag in eine Autobahnleitplanke (!!!) samt dahinterliegendem Erdwall einstecken, der ihn frontal von geschätzt ca. 200 km/h auf -50 km/h zurückbeschleunigte, seinen Motor herausriss, den Wagen mit der Nummer #19 bis zur A-Säule komplett zerstörte und auf die Strecke zurückwarf.

AJ Allmendinger traf das Auto von Sadler als die meisten Fahrer nach einem Crash von Kurt Busch vom Gas gingen und in der Rauchwolke ein Rückstau entstand. Busch wurde wiederum von Jimmie Johnson angeschoben und drehte sich über das Gras im Pocono-Infield. Dabei verfehlte er nur knapp die Einschlagstelle von Sadler und rauschte an einer Service-Zufahrt vorbei, um seitlich in der Fortsetzung besagter Leitplanke einzuschlagen. Auch Kurt war nach dem Unfall kurz benommen, wie die Onboard-Bilder zeigten. Elliott Sadler konnte sich aus eigener Kraft unter schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Wrack befreien und legte sich, die Hände ins Gesicht haltend, auf den Asphalt direkt neben die zerstörte #19, während die ersten Helfer eintrafen – ein grauenvoller Anblick, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Zuletzt gesehen habe ich so schockierende Aufnahmen 2007 bei einem Frontalcrash von David Reutimann im alten Cup-Auto. Nach dem Einschlag in die SAFER-Barrier war Reutimann tatsächlich kurzzeitig bewusstlos und lehnte mit dem Helm gegen das Lenkrad. Er bekam ähnlich wie Sadler von dem harten Ruck in die Anschnallgurte „den Wind aus sich herausgeschlagen“! (Idiom im Original: „He got the wind knocked out of him.“)

Nach Kasey Kahnes Unfall im Juni gaben die Verantwortlichen des Pocono Raceway endlich aFahrerwertung</a> und die a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">Owner Points ebenfalls von Jayski.com. Getan hat sich in den Top35 nichts, 199 Punkte Rückstand hat David Gilliland (#38) nun schon auf Bobby Labonte/Landon Cassill (#71). Bei den Fahrern gab es einige Verschiebungen in den Top12, wobei Jeff Burton mit zwei Rängen am meisten gewann, weil er und Kurt Busch die Positionen tauschten. Der Sieg von Greg Biffle (11.) bringt diesem einen Vorsprung von über 100 Punkten auf Platz 13, wo Mark Martin lauert, den zwölften Rang von Clint Bowyer einzunehmen. 34 Punkte trennen die beiden Piloten, da geht es noch um alles. Dale Earnhardt Jr hat mit 129 Zählern Rückstand auf Platz 12 jetzt eine Menge Arbeit in den verbleibenden fünf Rennen vor sich. Das zweite Rundkursrennen in Watkins Glen am kommenden Wochenende ist da vielleicht nicht der beste Platz.

July 29 2010

06:30

NASCAR: Vorschau Pocono August 2010 / News

Nach dem Knüller von Indianapolis und vor dem zweiten Rundkursrennen in Watkins Glen ist es nun Zeit für das Spätsommerrennen in Pocono. Der erste Meisterschaftslauf im Juni sah einen dominanten Denny Hamlin, der seine Siegesstatistik weiter aufpolieren konnte.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr gastiert der Sprint Cup nun auf dem Pocono Raceway, dieses Mal gibt es allerdings eine Neuerung: Anstatt sich endlich mal von der langweiligen und in puncto Sicherheit überholten Rennstrecke zu verabschieden, lädt man mit den Trucks eine weitere der drei nationalen Rennserien auf das Tri-Oval ein. Während im Juni traditionsgemäß die ARCA-Serie den Cup unterstützt, feiert jetzt Anfang August die Truck-Serie ihr Debüt in Pennsylvania. Was soll man groß zu Pocono sagen? Die Debatte ist bekannt und wird schon länger geführt: Langweilige Rennen, da meist ein Fahrer in dominanter Manier dem Rest des Feldes enteilt und alleine in den Sonnenuntergang fährt. Größere Veränderungen bringen meist nur die Cautions, während denen die Teams ihre Abstimmung verkorksen/verbessern oder die hier so wichtige „track position“ verlieren/gewinnen können. Auf der Strecke geht meist nichts, leider muss man sagen, denn die drei unterschiedlichen Turns und die daher erforderliche Kompromissabstimmung lassen eigentlich besseres Racing vermuten.

Dazu kommt die Sicherheit der Rennstrecke oder besser gesagt die nicht vorhandene Sicherheit: Grasflächen im Infield, dahinter Leitplanken wie auf US-Highways und teilweise fehlende Fangzäune! Der Unfall zwischen AJ Allmendinger und Kasey Kahne im Juni-Rennen beförderte den Ford mit der #9 fast durch die Nordostdeutsche-Baumallee-Gedächtnishecke, was auch ganz schnell hätte böse ins Auge gehen können. Warum auf dieser Geraden kein Zaun installiert ist, der die fliegenden Autos auf der Strecke hält, ist mir schleierhaft. Auslöser der Situation war ein Blocking von Allmendinger, was Kahne auf die noch nasse Wiese zwang, wo er komplett die Kontrolle über das Auto verlor. Gras im Infield also – ein weiterer Kritikpunkt, den sich viele Speedways in den USA gefallen lassen müssen.

Einstellen muss man sich am Wochenende auf durchschnittlich 3 Stunden und 45 Minuten Zugfahrt. Wer den NASCAR-Train dabei anführen wird, ist wie immer nicht leicht zu sagen. Denny Hamlin gewann das Juni-Rennen und konnte sich dabei gegen den Teamkollegen Kyle Busch, sowie RCR-Pilot Clint Bowyer durchsetzen. Auf der NASCAR-Homepage aschmeißt zum Ende der Saison bei JTG-Daugherty Racing hin</a>. Weitere Pläne sind bisher noch unbekannt, allerdings wird der Australier <strong>als Nachfolger von Kasey Kahne</strong> in der a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">#9 bei Richard Petty Motorsports gehandelt. Der Wechsel ist angeblich zu 95% fix, es gibt aber noch keine offiziellen Aussagen diesbezüglich. Mögliche Sponsoren: bisher Fehlanzeige!

- Das freigewordene Cockpit in der #47 übernimmt ab 2011 Bobby Labonte, der damit seiner jüngsten Team-Odyssee a

June 04 2010

06:30

NASCAR: Vorschau Pocono Juni 2010

Mit dem Coca-Cola 600 in Charlotte endete die erste Hälfte der 26 Rennen zur Chase-Qualifikation in diesem Jahr und mit ihm auch die FOX-Übertragungen für 2010. Die NASCAR startet nun auf TNT in die „summer series“, welche mit dem ersten Abstecher zum Pocono Raceway beginnt.

Am Wochenende steht das erste Mal in diesem Jahr der Pocono Raceway auf dem Programm, eine Strecke die bei Fahrern und Fans nicht unumstritten ist, genaueres dazu gibt es auf der Infoseite bei den NASCAR-Strecken. Gleich zwei Mal fährt der Cup pro Saison auf dem 2,5-Meilen-Trioval in Long Pond, Pennsylvania ein 500-Meilen-Rennen. Man ist geneigt anzunehmen, dass die Strecke durch ihr ungewöhnliches Layout spannende Rennen verspricht, doch gerade da liegt der Knackpunkt. Trotz der unterschiedlichen Kurvenradien und -überhöhungen sowie Geradenlängen, die ein Kompromisssetup erforderlich machen, zieht sich bei den Pocono-Rennen das Feld immer schnell auseinander. Wenn dann noch wenig Cautions dazukommen, fährt meist der Fahrer dem die beste Abstimmung gelungen ist, alleine in den Sonnenuntergang davon. Kurt Busch hat 2007 so eine Performance hingelegt und auf dem Weg zum Rennsieg 175 der 200 Runden angeführt.

Ein Rückblick auf das letzte Jahr: Tony Stewart und Denny Hamlin in der „victory lane“

Im letzten Jahr gewann Tony Stewart das Juni-Rennen in Pocono und holte damit seinen ersten Erfolg als Fahrer und Owner gleichzeitig. Das Rennen dominierte bis dahin allerdings Carl Edwards, der 103 Runden anführte, bevor er 50 Runden vor Schluss die Spitzenposition beim Boxenstopp an Smoke verlor. Danach konnte er Stewart nicht mehr ernsthaft gefährden und hier zeigt sich dann auch, wie wichtig „track position“ in Pocono ist. Letztendlich kam es nach dem frühen Ausfall von Denny Hamlin, der auf dem Trioval für gewöhnlich gut unterwegs ist, nur noch zu drei Debris-Cautions. Das Rennen war damit eins der kürzeren und dauerte „lediglich“ dreieinhalb Stunden.

Im August fand dann Denny Hamlin wieder zu alter Stärke zurück und führte satte 91 Runden auf dem Weg in die „victory lane“. Bei zehn Gelbphasen ging das Rennen an die zeitliche Marke von vier Stunden heran und ungefähr zwischen diesen beiden Marken vom Vorjahr spielten sich auch alle Ausgaben seit August 2007 ab. Viele Fahrer und Fans finden die Distanz von 500 Meilen zu lang und sähen lieber zwei 400-Meilen-Ausgaben oder aber nur noch ein „langes“ Pocono-Rennen pro Jahr. Neben der oft fehlenden Spannung ist auch die Sicherheit der Strecke so ein Thema, was in dem oben erwähnten Artikel ausführlicher beschrieben ist. Bleibt zu hoffen, dass es am Sonntag nicht allzu zäh wird und dass der zurückgekehrte Spoiler besseres „side-by-side racing“ ermöglicht. Interessant ist noch, dass sich an diesem Wochenende die Einführung der „double file restarts“ zum ersten Mal jährt.

Ich will jetzt die Strecke nicht endlos weiter „bashen“, die Probleme sind ja doch schon seit Jahren allseits bekannt. Die Erwartungen sollten wir an diesem Wochenende etwas runter schrauben und uns freuen, dass wir überhaupt NASCAR-Racing geboten bekommen. Außerdem soll der Chat unseres Blogs um diese Jahreszeit sehr schön sein. Beim Coca-Cola 600 ging hier jedenfalls so richtig die Post ab, wenn die Rennaction mal wieder nachließ. Wirklich viel ändern kann man bei der zähen Masse der NASCAR-Verantwortlichen eh nicht. Man sieht ja wie lange es nun schon dauert, einen Termin im Kalender für den Kentucky Speedway zu finden und es gibt auch noch genügend andere Ansatzpunkte für notwendige Umstrukturierungen, wie z.B. Fontana, New Hampshire oder Kansas.

In Pocono gewinnen paradoxerweise die etablierten Fahrer mit Vorliebe für Shorttracks

Werfen wir lieber einen Blick auf die möglichen Siegkandidaten für Pocono, dazu hier zuerst die Übersicht aller bisherigen noch aktiven Sieger. Die fünf Siege von Bill Elliott lasse ich mal außen vor, da der Routinier an diesem Wochenende nicht antritt. Jeff Gordon konnte bereits vier Mal gewinnen und der jüngste Erfolg stammt aus 2007, die anderen drei Siege aus seinen erfolgreicheren 90ern. Bobby Labonte gelangen schon drei Fahrten in die „victory lane“, welche er allerdings noch für Joe Gibbs in einem Pontiac absolvierte. Bei TRG Motorsports dreht sich für Labonte in diesem Jahr wohl alles nur um das Halten der Top35-Platzierung, die Karriere des Ex-Meisters klingt ähnlich wie bei „Awesome Bill“ gerade aus.

So richtig interessant wird die Reihenfolge erst jetzt ab 2003: Denny Hamlin ist ein wahrer Pocono-Spezialist und holte in seiner Rookie-Saison (2006) gleich zwei Siege in Pennsylvania. Ein weiterer Erfolg im letzten Jahr summiert die Anzahl der Siege zu 3. Mit Tony Stewart, Kurt Busch, Jimmie Johnson und Carl Edwards folgen nun vier Fahrer die ihre Fahrt in die „victory lane“ bereits einmal wiederholen konnten. Dieser Erfolg gelang Ryan Newman und Kasey Kahne bisher noch nicht, die beiden Fahrer stehen erst bei einem Sieg in Pocono. Auffällig ist, dass Mark Martin in dieser Liste fehlt; er kann allerdings schon auf sechs zweite Plätze seit 1982 zurückblicken. Auch für die Richard-Childress-Piloten, sowie Dale Earnhardt Jr und Kyle Busch ist der Raceway bisher nicht für einen Platz an der Sonne gut gewesen.

Man sagt, dass Pocono trotz seiner Länge eher das Spezialgebiet der Shorttrack-Spezialisten ist. Das geringe Banking kommt Martinsville mit Abstrichen ziemlich nah und die kopierte Charakteristik der drei Turns belohnt Fahrer, die z.B. in Indianapolis oder auf der Betonmeile von Milwaukee regelmäßig gut unterwegs sind. Mit diesem Wissen lässt sich die Siegerliste besser verstehen und es zeigt sich auch, warum vorzugsweise etablierte Fahrer darin auftauchen. Einzelerfolge von Rookies sind selten, Denny Hamlins Doppelerfolg 2006 ist jedoch mit dem Martinsville-Beispiel gut zu erklären.

Außer den bisherigen Siegern haben auch Montoya und Bowyer noch gute Chancen

Damit gibt es auch noch einen weiteren Favoriten auf den Sieg: Juan Pablo Montoya! Der „tunnel turn“ (Turn 2) ist stark an Indianapolis angelegt und viele Fahrer hauen hier regelmäßig ihr Auto in die Wand. Tony Stewart und Montoya sind in Indy beispielsweise oft stark unterwegs. Zur Untermauerung: Montoya verlor 2009 in Indianapolis nur, weil er zu schnell durch die Box fuhr und brachte seinen EGR-Chevy gleich bei beiden Pocono-Ausgaben in den Top10 unter. Im August schlitterte er nur knapp am ersten Ovalsieg vorbei und musste als Zweiter Hamlin ziehen lassen. Bei Stewart kommt dann noch dazu, dass der Beginn der „summer series“ traditionell auch den Startschuss in eine für Smoke erfolgreiche Jahreszeit darstellt.

Für die Top5 habe ich noch Clint Bowyer auf dem Radar, der seit 2007 nur zwei Mal außerhalb der Top10 ankam. Die anderen beiden RCR-Fahrer, sowie die Roush-Truppe mit Ausnahme von Carl Edwards sollte eher die Top10 als realistisches Ergebnis anpeilen. Bei Kyle Busch bin ich mir nicht sicher, was er am Wochenende reißen kann, bisher stehen für ihn nur zwei Top10-Resultate aus zehn Pocono-Rennen auf dem Papier. Die „dark horses“ sind an diesem Wochenende Sam Hornish Jr, David Reutimann und Marcos Ambrose. Hornish kam im letzten Jahr auf Platz 4 und 10 ins Ziel, während Reutimann einen dritten Platz und Ambrose ein Top6-Resultat vorweisen können.

FOX hat für 2009 größtenteils Feierabend: Ein kurzer Überblick über „NASCAR on TNT“

An diesem Wochenende übernimmt TNT die Berichterstattung von FOX, welche aber noch stark in den Produktionsprozess integriert sind. So ist zum Beispiel FOX-Experte Larry McReynolds am „cut-away car“ vertreten und Matt Yocum unterstützt die Pit-Reporter. Im Grunde genommen besteht die TV-Übertragungssituation somit nur aus zwei großen Lagern: FOX/TNT (19 Rennen) und ESPN/ABC (17 Rennen), welche sich die Saison fast gleichmäßig aufteilen. Deswegen sind auch während der „summer series“ von TNT weiterhin Practice und Qualifying auf SPEED zu sehen. Auch Darrell Waltrip bleibt uns somit zumindest außerhalb der Rennen für weitere sechs Wochen erhalten. Weil TNT als Kabelsender im Gegensatz zu den Networks FOX und ABC nicht in jedem Haushalt zu empfangen ist, gibt es mit dem RaceBuddy auch wieder einen offiziellen Stream.

Die TNT-Kommentatoren sind in diesem Jahr: Adam Alexander (Pit-Reporter bei den Trucks auf SPEED, ersetzt Bill Weber), Wally Dallenbach Jr und Kyle Petty. Bei letzterem bin ich persönlich geteilter Meinung, das mag aber auch daran liegen, dass er nach meinem Empfinden nicht gerade viel Charme versprüht und sich ähnlich wie „Experte“ Rusty Wallace gerne selbst reden hört. Hoffentlich hat man bei ESPN in diesem Jahr wieder Erbarmen mit uns und setzt erneut Dale Jarrett an das Kommentatorenpult. Durch die Pre-Race-Show führt in diesem Jahr erstmals Lindsay Czarniak, die zuvor als Pit-Reporterin einen guten Job gemacht hat.

Der Sprint Cup ist bei den Pocono-Rennen seit Jahren gewissermaßen ohne hochkarätige Unterstützung unterwegs und auch an diesem Wochenende sind Nationwide Series und die Trucks wieder quer über das Land verstreut. Im August ändert sich das übrigens, wenn die Trucks gemeinsam mit dem Cup in Pocono aufkreuzen – eine Reaktion auf die Wünsche der Fans. Das Cup-Rennen startet am Sonntagabend um ca. 19:15 Uhr auf TNT, die schon ab 18 Uhr auf Sendung sind. Das Qualifying findet am Freitagabend um 21:30 Uhr statt und wird von SPEED gesendet. Im letzten Jahr sind beide Qualifikationen dem Regen zum Opfer gefallen, doch für den heutigen Freitag sind keine Niederschläge vorhergesagt und auch am Sonntag soll es trocken bleiben.

Anders bei der Nationwide Series, die in Nashville, Tennessee eine weitere Gibson-Gitarre unters Rennfahrervolk bringen möchte. Für Freitag und Samstag sind Gewitterschauer vorhergesagt, doch so tragisch dürfte das nicht sein, denn parallel zum Nationwide-Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr auf ESPN2 sind ja auch noch die IndyCars in Texas unterwegs. Da soll es dann trocken bleiben, was auch den Trucks gefallen wird. Die sind nämlich zur Unterstützung der IndyCars ebenfalls am Texas Motor Speedway und fahren bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag um 2:30 Uhr auf SPEED. Wer keine Nachteule ist, für den ist vermutlich also an diesem Wochenende nur das Cup-Rennen am Sonntag interessant.

Der Vollständigkeit halber hier noch ein Blick auf den Meisterschaftsstand bei den Fahrern, sowie die Top35 in Bildform:

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