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November 12 2013

20:44

NASCAR: Analyse Phoenix November 2013

Der vierte Saisonerfolg von Kevin Harvick bewies wieder einmal, dass Mister „Where did he come from?“ immer dann zur Stelle ist, wenn die Konkurrenz schwächelt. Unterdessen erlebte Matt Kenseth in Phoenix ein Setup-Debakel und verlor möglicherweise die entscheidenden Zähler im Kampf um die Meisterschaft.

292011Das zweitletzte Saisonrennen des Sprint Cups auf dem Phoenix International Raceway war ein recht kurzweiliges NASCAR-Rennen, da die acht Cautions immer mal wieder frischen Wind an der Spitze wehen ließen. So kamen schließlich 13 Fahrer auf insgesamt 23 Führungswechsel, wobei sogar ganze acht Piloten mehr als die üblichen ein bis zwei Umläufe unter gelb oder während Green-Flag-Pitstops in Front des Feldes unterwegs waren. Dass es auch keinem Teilnehmer gelang, mehr als 70 von 312 möglichen Führungsrunden anzusammeln, zeigt wie abwechslungsreich das Rennen wirklich war. Teilweise hatte man keine Ahnung, wer denn nun an der Spitze stand; das mag allerdings zum Teil der Konzentration von ESPN auf die beiden Meisterschaftsfavoriten geschuldet sein – und die hatten es absolut nicht leicht:

Jimmie Johnson geriet, von der Pole-Position gestartet, sofort in der ersten Kurve massiv durch Joey Logano in Bedrängnis, welcher etwas überforsch ins Rennen startete. Mit seinem rutschenden Wagen räumte er fast die #48 ab, was Johnson mit einigen gekonnten Lenkradbewegungen jedoch abwenden konnte. Trotzdem war er so in die umkämpften Top 10 abgerutscht, in deren Regionen es später noch einmal wild werden sollte, als er wohl Carl Edwards bei einem Three-Wide-Manöver in der Mitte übersah und von diesem ebenfalls beinahe abgeräumt wurde. Auch hier gab es wieder Car-Control par excellence zu bestaunen. Man merkte allerdings schon, dass Johnson und Crew-Chief Chad Knaus eher darauf bedacht waren, das Rennen ruhig und gelassen zu Ende zu bringen, anstatt sich beim Kampf zurück zur bzw. dann an der Spitze aufzureiben.

Der entsprechende Funkspruch von Knaus lautete, Johnson solle von Beginn an sein Auto schonen. Dass dies die Gewinnertaktik im Hinblick auf die Meisterschaft sein würde, bestätigte schließlich Matt Kenseth während der gesamten Renndauer mit seinem komplett unfahrbaren Auto. Dazu kam auch noch das Pech bei einem vergeigten Boxenstopp, als der vordere Tire-Changer seinen Luftschlauch unter dem Reifen einklemmte. Kenseth kostete alleine dieser Vorfall acht Plätze, was Johnson natürlich immer mehr Polster nicht nur im Rennen selbst einbrachte. Der eigentlich sehr talentierte Crew-Chief an der #20, Jason Ratcliff, war quasi machtlos, denn keine der möglichen Abstimmungsmaßnahmen wollte fruchten. Im Prinzip hätte man der Karre in der Garage eine komplett neue Fahrwerkseinstellung verpassen müssen.

Das Ende von Lied war dann Rang 23 für Matt Kenseth bei gleichzeitiger Podiumsplatzierung von Jimmie Johnson, der sich mühelos in den Top 10 aufhalten konnte und schlussendlich einen starken dritten Platz nach Hause fuhr, anstatt nach Trainingsbestzeiten und Pole-Positionen auf Krampf sein Auto in die Wand zu werfen. Diese kluge Fahrweise (und auch ein wenig Glück) brachte ihm nun einen sehr großen Vorsprung in Höhe von 28 Punkte in der Meisterschaft ein, der vor dem letzten Rennen mehr oder weniger einer Vorentscheidung im Chase gleichkommt. So ein hoher Rückstand konnte noch nie vom Zweitplatzierten im Saisonfinale aufgeholt werden. Ein Titelgewinn von Kenseth käme dem Wunder von Atlanta gleich, als Alan Kulwicki 1992 im vermutlich besten NASCAR-Rennen aller Zeiten satte 30 Zähler gutmachen konnte – im alten Punktesystem jedoch.

Ganz unbemerkt hat sich aber noch ein dritter Anwärter ins Spiel gebracht: Weil Kevin Harvick in der letzten Runde den Sieg vom ohne Sprit ausrollenden Carl Edwards erbte, reist er nun als einziger Verfolger des Spitzenduos nach Homestead. Harvick muss allerdings ein noch größeres Wunder vollbringen, wenn er die 34 Punkte Rückstand noch aufholen will. Strenggenommen sind es sogar 35 Zähler, denn bei Punktegleichheit fungieren die sechs bzw. sieben Saisonsiege von Jimmie Johnson bzw. Matt Kenseth als Tiebreaker und es ist ja nicht so, als ob wir dieses Kuriosum nach 36 Rennen nicht schon einmal bemühen mussten.

Allerdings ist Kevin Harvick immer dann zur Stelle, wenn die Konkurrenz sich nicht voll auf der Höhe zeigt. Dies beweisen seine vier Saisonsiege in Richmond, Charlotte, Kansas und nun eben Phoenix – vier Strecken, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Trotzdem war sein später Erfolg nicht unverdient, denn immerhin holte Harvick mit 70 Führungsrunden auch in dieser Kategorie Platz 1, weil er schon zu Beginn des Rennens 50 Umläufe in Front bestreiten konnte. Ich bin schon gespannt, was „The Closer“ im nächsten Jahr mit Hendrick-Material bei Stewart-Haas Racing reißen kann. Sollte er weiter so gerissen und konstant sein, wird er mit (im Gegensatz zu seinem RCR-Chevy wirklichem) Top-Material direkt zum Saisonbeginn zum Mitfavoriten auf den 2014er Titel.

Kommen wir kurz noch zum Rennen bzw. dessen Ausgang:

- Der verlorene Benzinpoker warf einen starken Carl Edwards (21.) schließlich ans Ende der Führungsrunde zurück, während sich vorne andere Piloten die Pfründe sicherten. Kasey Kahne belegte wieder einmal Platz 2 und musste sich damit erneut nur knapp geschlagen geben. Hinter Johnson auf Rang 3 fuhren Dale Earnhardt Jr. und Kurt Busch zwei eher unauffällige Top-5-Resultate ins Ziel.

- Die Top 10 komplettierten Juan Pablo Montoya, Kyle Busch, Martin Truex Jr., Joey Logano und Ryan Newman, wobei die beiden letztgenannten Fahrer zuvor gemeinsam 64 Runden an der Spitze verbrachten. Als weitere Lead-Lap-Hamster entpuppten sich Brad Keselowski (mit 27) und Jeff Gordon (mit 49), welche jedoch im Finale keine Rolle mehr spielten.

- Besonders gut gefiel mir auch David Gilliland, der sich mit unterlegenem Material zwischenzeitlich in die Top 10 nach vorne arbeiten konnte, aber leider am Ende nur außerhalb der Top 20 die Zielflagge sah.

- Einen heftigen Abflug erlebte David Reutimann in Runde 192, als er seinen BK-Toyota in einen asiatischen Kompaktwagen verwandelte. Reutimann schlug rücklings so heftig in die SAFER-Barrier ein, dass sich sogar die Hinterachse in Richtung Fahrerkabine verschob.

Die gesamten offiziellen Ergebnisse können hier inklusive weiterer Statistiken noch einmal bei Jayski.com nachgeschaut werden. Es folgt wie gewohnt die Übersicht zu den Punkteständen bei den Fahrern und in der Owner-Wertung (Achtung: Alles PDF-Dateien!).

Da euch unser Neuzugang Steffen das Saisonfinale in der nächsten Woche schmackhaft machen wird, möchte ich mich abschließend noch ganz herzlich bei allen Lesern für das Interesse an meinen Artikeln sowie bei den Racingblog-Kollegen für die schöne und unterhaltsame Zusammenarbeit bedanken. Steffen gilt an dieser Stelle natürlich ein ganz besonderer Dank, da er mich in der NASCAR-Abteilung seit dem Brickyard 400 mehr als nur vertritt! Wir werden uns auch 2014 die Artikel hier gleichberechtigt aufteilen und lösen damit quasi das Gespann aus Mark Martin und Brian Vickers bei MWR ab. Auf in eine neue (Teilzeit-)Saison also, bei mir nicht aus Alters- sondern aus Arbeitsgründen.

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November 09 2013

13:00

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2013

Wir befinden uns mitten in der heißen Phase der Meisterschaft und am Sonntag könnte in Phoenix sogar schon eine Vorentscheidung im Chase fallen. Jimmie Johnson konnte sich ausgerechnet in Texas ein kleines Polster auf Matt Kenseth herausfahren, während die anderen Verfolger jetzt quasi aus dem Rennen sind.

advo500_phoenix logo_finalZunächst möchte ich um Entschuldigung bitten, dass die NASCAR-Vorschau in dieser Woche so spät erscheint. Ich habe es neben der Arbeit zeitlich leider einfach nicht früher geschafft, was mir aber nun wiederum eine interessante Möglichkeit bietet: Am gestrigen Freitag gingen in Phoenix bereits das erste Freie Training sowie die Qualifikation über die Bühne, weshalb ich nun einen gewissen Informationsvorsprung für die Bewertung der Kräfteverhältnisse im Chase besitze. Bevor wir uns die Ergebnisse der ersten Fahraktivitäten anschauen, möchte ich allerdings zunächst kurz die Strecke vorstellen, auf der am Sonntag gefahren wird. Später folgen dann noch ein paar kleine mathematische Spielereien bezüglich des aktuellen Standes in der Meisterschaftstabelle.

Die V8-Motoren bullern an diesem Wochenende auf dem Phoenix International Raceway in der Wüste von Arizona, weshalb für das Rennen exzellente äußere Bedingungen zu erwarten sind. So beträgt die derzeitige Regenwahrscheinlichkeit 0% bei lauschigen 31 °C Lufttemperatur und einer leichten Bewölkung. Doch nicht nur das Wetter ist aufgrund der räumlichen Lage auch im Februar oder November immer außergewöhnlich gut, auch die Strecke selbst ist es, denn das felsige Grundstück machte den Bau des 1-Meilen-Ovals in einer symmetrischen Form nämlich praktisch unmöglich. Phoenix erinnert daher mit seinem offensichtlichen Buckel so in etwa an den Glöckner von Notre Dame in Asphaltform.

Diese charakteristische Biegung auf der Gegengerade, die im Zuge der letzten Neukonfiguration 2011 weiter herausgearbeitet wurde, bezeichnet man im NASCAR-Jargon als „dog leg“. Die Kurvenüberhöhung von 10 bis 11 Grad nutzen allerdings nicht alle Fahrer aus und fahren stattdessen lieber komplett vom Banking herunter und der alten Streckenführung nach, über die man tatsächlich legal abkürzen darf. Die Rückfahrt auf die Kurvenüberhöhung vor Turn 3 gestaltet sich dann jedoch oft derart holprig, dass es gerne mal zu seitlichen Rammstößen mit der Konkurrenz kommt. Verliert ein Fahrer hier sein Auto aus der Kontrolle und räumt jemanden unabsichtlich ab, werden schnell neue „persönliche Freundschaften“ geschlossen. Ein gutes Beispiel ist sicherlich der legendäre Dauerlauf aus dem letzten Jahr von Clint Bowyer zur Garage von Jeff Gordon.

Um kurz die Streckencharakteristik zum Abschluss zu bringen: Turn 1 und 2 sind aufgrund des besonderen Layouts etwas enger geschnitten und daher analog zum „dog leg“ mit 10 bis 11 Grad überhöht. Die beiden weiteren Kurven 3 und 4 kommen dagegen mit nur 8 bis 9 Grad aus, wobei dieses variable Banking ebenfalls 2011 eingeführt wurde und seitdem eine Menge Side-by-Side-Action ermöglicht. Wie immer auf den Shorttracks kommt der Track-Position eine besondere Bedeutung zu, die man jedoch ungern in beinharten Kämpfen auf der Strecke erobert. Stattdessen gibt man sich beim nächsten Boxenstopp mit zwei neuen Reifen zufrieden und versucht, die besser ausgestattete Konkurrenz irgendwie hinter sich zu halten. Die derzeitigen Goodyear-Mischungen lassen diese Strategie bedenkenlos zu und mich würden in Phoenix selbst Left-Side-Only-Calls nicht überraschen.

Das vorhergesagte Wetter am Sonntag macht es notwendig, den Wagen auch während des Rennens stets an die herrschenden Bedingungen anzupassen. Schieben sich Wolken vor die Sonne, sinkt die Streckentemperatur und der Grip erhöht sich. Dazu kommt in der Wüste auch immer etwas Staub, der den Asphalt am Anfang eines Rennens sehr rutschig macht. Also quasi Nachtrennen-Feeling für die Crew-Chiefs, obwohl unter der Sonne gefahren wird. Am besten kommen bekanntlich Jimmie Johnson und sein Stratege auf dem War-Wagon mit solchen Veränderungen klar, und Johnson bewies am Freitag gleich mal, wie gut die Truppe um Chad Knaus schon im Vorfeld gearbeitet hatte: Nicht weniger als die Bestzeit im ersten Freien Training und ein neuer Streckenrekord im Qualifying waren die Top-Resultate der #48. Zudem kann Johnson bereits auf vier Siege in den sehr erfolgreichen Jahren von 2007 bis 2009 zurückblicken.

Sein direkter Verfolger Matt Kenseth schwamm dagegen am Freitag eher an der Spitze mit und holte sich nach einem soliden sechsten Platz im Training nur Startposition 14, was am Sonntag zunächst eine kleine Aufholjagd durch die umkämpften Top 10 notwendig macht. Wie schnell man sich da im Verkehr nach einem Restart zum Beispiel im „dog leg“ verzetteln kann, hatte ich eingangs erwähnt. Kenseth gewann in Phoenix zudem bisher nur ein einziges Rennen und das war 2002 in einem Ford von Jack Roush. Im Toyota traue ich ihm jedoch deutlich mehr zu, das beweisen nicht zuletzt seine Gibbs-Teamkollegen, die sich am Freitag durchgehend in den Top 9 halten konnten. Ein Top-5-Resultat für Kenseth ist am Sonntag Pflicht, will er noch eine Chance haben, wenn es in der nächsten Woche zum Saisonfinale nach Homestead geht.

Interessantes offenbart auch ein Blick auf die Ergebnis-Statistik der beiden direkten Kontrahenten: Jimmie Johnson (6) und Matt Kenseth (7) sind mit ihren zahlreichen Saisonsiegen klar das erfolgreichste Duo in diesem Jahr, denn hier können die abgeschlagenen Verfolger Kyle Busch (4) und Kevin Harvick (3) eindeutig nicht mithalten. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich dagegen bei den Top-5/10-Resultaten der beiden Piloten, wo ausgerechnet der sonst so konstante Kenseth (11/19) das Nachsehen hinter Johnson (15/22) hat. Die drei DNFs des Gibbs-Piloten können ebenfalls erklären, woher der – wenn auch winzige – Rückstand hinter der #48 stammt, die nur einmal das Rennen nicht beenden konnte.

Apropos Rückstände und Punkte: Die beiden Titelfavoriten Jimmie Johnson und Matt Kenseth sind nur durch magere sieben Zähler voneinander getrennt, welche „noch“ Five-Time in Texas auf die #20 herausfahren konnte. Davor herrschte ja bekanntlich eine Woche lang Gleichstand, was für das Rennen in Homestead sicherlich ein wünschenswerter Zustand als Ausgangslage wäre. Die Verfolger sind mathematisch übrigens bereits jetzt ab Joey Logano (2x 48 > 91) auf Platz 9 aus der Entscheidung draußen. Neben Logano betrifft dies Kurt Busch, Carl Edwards, Ryan Newman und Kasey Kahne, die sich eine große Gabel von Brad Daugherty abholen dürfen.

Die magische Punktzahl vor dem Saisonfinale in Homestead lautet 48 (43 + 3 Bonus für den Sieg + 1 Most Lead-Laps + 1 Lead-Lap) und hier sind auch alle Fahrer hinter Kevin Harvick (-40) auf Platz 3 nach Phoenix angeschmiert, denn Kyle Busch (-52), Dale Earnhardt Jr (-62), Jeff Gordon (-69), Clint Bowyer (-69) und Greg Biffle (-73) müssen unter die genannte Marke kommen, um ihre minimalen Chancen aufrecht zu erhalten. Allerdings ist das nur noch mathematische Spielerei, denn wenn nichts komplett Unvorhergesehenes oder Abgefahrenes passiert, machen Jimmie Johnson und Matt Kenseth die Meisterschaft unter sich aus.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm am Wochenende. Außerdem verlinke ich noch die Ergebnisse der bereits gelaufenen Sessions im Sprint Cup, sprich das erste Freie Training sowie die Qualifikation bzw. Startaufstellung.

Samstag, 09.11.
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
18:30 Uhr, Nationwide Series Qualifying, FOX Sports 1
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 1
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (ServiceMaster 200), ESPN2 / Motors TV ab 21:30 Uhr

Sonntag, 10.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AdvoCare 500), ESPN / Motorvision TV ab 20 Uhr

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November 11 2011

07:11

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2011

Noch zwei Fahrer haben in zwei verbleibenden Rennen eine realistische Chance auf den Titel, wenn nicht ein Wunder geschieht. Der vorletzte Saisonlauf steht für den Sprint Cup in Phoenix an, wo man die Rennbahn neu asphaltiert und konfiguriert hat. Es ist also die letzte Wildcard der Saison auf einer Strecke mit unbekannten Eigenschaften.

Mitte dieses Jahres wurde der Phoenix International Raceway im Zuge einer Neuasphaltierung auch etwas umkonfiguriert: Man tauschte nicht nur den gut 20 Jahre alten Streckenbelag des 1-Meilen-Ovals in der Wüste Arizonas aus, sondern führte außerdem ein variables Banking ein, um die obere Rennlinie gleichwertig gut befahrbar zu machen. Zusätzlich wurde der charakteristische und einzigartige Dog-Leg umgestaltet und etwas weiter aus dem Raceway herausgelegt, womit er jetzt einen engeren Kurvenradius aufweist. Aus diesem Grund musste dann natürlich auch etwas für das Banking getan werden:

Deshalb wurde Letzteres im Scheitelpunkt des Dog-Leg-Knicks der Gegengerade zusätzlich auf 10-11° erhöht, um angemessene Geschwindigkeiten an diesem Punkt der Strecke zu ermöglichen. Die anderen Turns sind bei ihrer maximalen Kurvenüberhöhung von 11 bzw. 9 Grad geblieben, allerdings klaute man der unteren Spur wegen des variablen Bankings jeweils 1° in allen vier Kurven. Weitere kleine Veränderungen wurden in der Boxengasse vorgenommen, so haben u.a. die Boxenplätze jetzt eine Betonfläche, wie man das auch von anderen Oval schon sehr gut kennt. Außerdem wurde die Start/Ziel-Gerade von 16 auf 19 Meter verbreitert.

Es gab zwar schon Reifentests von Goodyear auf dem neuen Layout, bei denen Tony Stewart auch nicht schlecht abschnitt, immerhin kennt er Phoenix ja zu Genüge aus seiner Vergangenheit bei den IndyCars. Doch zu dem Zeitpunkt der Testfahrten gelang es im Sommer nicht, eine wirklich befahrbare zweite Rennlinie auf der Außenseite zu generieren, da der neue glatte Asphalt kaum Gummi annahm. Als Maßnahme zur Vorbereitung auf das Rennen am Sonntag mussten deswegen die ausrangierten Boliden der Richard Petty Driving Experience unzählige Runden in den Belag brennen, damit für das Cup-Rennen genug schwarzes Gold auf der oberen Spur vorhanden ist. Sollte dieser Kniff nicht gelingen, dann wird Track-Position eine verdammt große Rolle spielen. Es gibt am Wochenende also mehr Variablen als Konstanten.

Damit ist Phoenix in diesem Chase also vor allem eines: Die letzte große Wildcard 2011, wo grundsätzlich alles passieren könnte. Im Grunde genommen bleiben uns hier also nur die Daten und Fakten aus den letzten Jahren seit Einführung des CoT, um wenigstens ansatzweise eine Prognose wagen zu können. Schaut man sich die Ergebnisse seit 2007 an, dann springt einem Hendrick Motorsports förmlich mit dem nackten Allerwertesten ins Gesicht. Von den vergangenen neun Rennen konnte das Meisterteam nämlich satte sieben Ausgaben gewinnen, alleine Jimmie Johnson entschied vier Rennen davon für sich.

Jimmie Johnson ist in Phoenix sowieso ein Wunderknabe, denn in bisher 16 Auftritte dort, fuhr er nur zwei Mal nicht in die Top7. Diese Ausritte waren dann jedoch zwei 15. Plätze, was seine Stärke in den letzten Jahren allerdings nur untermauert. In den letzten zehn Phoenix-Rennen kam Johnson erstaunlicherweise jedes Mal in den Top5 ins Ziel. 2011 stagniert seine Performance ja das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit so sehr, dass ihn das sehr wahrscheinlich sogar die Meisterschaft gekostet hat. Im Hause Jimmie Johnson / Chad Knaus hängt zurzeit der Haussegen also etwas schief, was für das Wochenende keine Top-Resultate vermuten lässt. Wer will bei einer solchen Traum-Statistik aber schon gegen den Dauermeister wetten?

Die übrigbleibenden beiden Phoenix-Rennen seit 2007 gewannen Ryan Newman (Frühjahr 2010) für Stewart-Haas Racing und ausgerechnet Carl Edwards (Chase 2010) in seinem Run zum Jahresende, wo er anschließend auch in Homestead siegte und sich selbst nach einer zunächst miesen Saison zu einem großen Favoriten auf den diesjährigen Playoff-Titel krönte. Gute Voraussetzungen also für Edwards am Wochenende, denn er weiß wie man in Phoenix siegt; das Problem ist nur die Rekonfiguration. Liegt die neue Strecke dem alten Fahrer immer noch?

Der letzte Ford-Sieg liegt übrigens schon etwas zurück, 2005 gewann Kurt Busch noch in einem Auto von Jack Roush für den Hersteller mit dem blauen Oval. Bis zu Edwards’ Sieg haben ausnahmslos Chevrolets in der Victory Lane gestanden, so gewann zum Beispiel Kevin Harvick 2006 beide Phoenix-Ausgaben. Im Vergleich der Marken ist Ford aber trotzdem gleich auf mit Chevy (15:13), weil man vor 2003 sage und schreibe 11 von 15 Rennen gewonnen hat! Die Zeiten sind aber längst vorbei, doch natürlich darf man niemals nie sagen.

Trotzdem sehe ich Tony Stewart am Wochenende im Vorteil, denn er fährt ein Hendrick-Kundenauto und ist in diesem Chase super aufgelegt. Ein Kracher wäre natürlich, wenn Edwards jetzt auf der Chevy-Strecke siegen würde, nachdem Smoke zuletzt die Ford-Dominanz in Texas geknackt hatte. Dann kann ich mir das ganze Geklüngel in der Homestead-Vorschau auch sparen, weil es einfach zu kompliziert wäre, im Vorfeld mehr als nur ansatzweise etwas zu erahnen. Da kann man auch gleich das Saisonfinale in Las Vegas austragen und vor dem Meisterbankett dort im Casino den Titel ausspielen.

Die nächste Möglichkeit wäre natürlich ein Totalausfall eines oder sogar beider großen Meisterschaftskandidaten. Schauen wir uns also abschließend noch mal ein wenig die Punktesituation an: Carl Edwards führt knapp mit 3 Punkten vor Tony Stewart, die beiden trennen im Prinzip also nur drei Plätze auf der Rennstrecke zum Gleichstand. Andersherum könnte Edwards den Sack zumachen, wenigstens was Smoke angeht. Dazu müsste Stewart beispielsweise schon früh im Rennen ausfallen und die Top40 bei einem gleichzeitigen Sieg des Führenden in der Punktewertung verfehlen. Ziemlich unwahrscheinlich, aber warum sollte nicht mal ein Hendrick-Chevy das zeitliche segnen.

Die nachfolgenden Fahrer Kevin Harvick (-33) und Matt Kenseth (-38) haben bei gleichbleibendem Rückstand auf Edwards auch in Homestead noch eine Außenseiter-Chance auf den Titel. Dann dürfen sie aber nicht mehr als 48 Punkte Differenz auf ihrem Konto haben, wenn sie aus Phoenix abreisen. Ein Abschneiden um mehr als 10 bzw. 15 Plätze hinter Carl Edwards wäre also das Ende ihrer verbliebenen schmalen Titelhoffnungen. Ein Harvick-Sieg wie 2006 brächte bei gleichzeitigem Ankommen der beiden großen Contender außerhalb der Top10 also noch einen weiteren Kandidaten zurück ins Boot nach Florida.

Anders sieht es dagegen bei Brad Keselowski (-49) und Jimmie Johnson (-55) aus, die erstmal unter die Marke von 48 Zählern kommen müssten. Dazu wäre ein Ankommen von einem bzw. sieben Plätzen vor Carl Edwards nötig. Bei allen Rechenspielen bezüglich Harvick, Kenseth, Keselowski und Johnson ist natürlich vorausgesetzt, dass nicht plötzlich Stewart vor Homestead die Tabelle anführt. Dann ändern sich alle Zahlen noch ein weiteres Mal. Die vier Piloten benötigen aber eh ohnehin ein Wunder, wenn sie noch den Titel holen wollen.

Und wenn diese beiden Fahrer schon höheren Beistand brauchen, dann müsste bei Dale Earnhardt Jr. (-79), Jeff Gordon (-81) und Kurt Busch (-87) schon der Herrgott persönlich aus den Wolken hinabsteigen und die Top2 persönlich in die SAFER-Barrier schicken. Aber das wäre natürlich unfair und würde von NASCAR sofort mit Abzug von Owner-Punkten und einer Geldstrafe geahndet. Gott dürfte das vermutlich wenig stören, genauso wie Kyle Busch seine Rambogebühr über wahnsinnige 50.000 US-Dollar.

Schlecht sieht es für Busch derzeit nur in Punkte restliche Saisonrennen und 2012 aus. Sein Sponsor Z-Line hat sich für Homestead schon jemand anderes im Nationwide-Rennen gewünscht, daher wird Denny Hamlin seinen Teamkollegen dort in der #18 vertreten. Auch geistert das Gerücht umher, Kyle Busch würde von M&Ms mal mindestens bis zum Ende des Jahres aus dem Cockpit geworfen. Möglicherweise steige man auch komplett bei Joe Gibbs Racing aus, sodass Busch für die nächste Saison vor ernsthafte Probleme gestellt würde. Ich habe so einen Move ja im Podcast noch für unwahrscheinlich gehalten, doch mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber das sind eben wie gesagt im Moment nur Gerüchte.

Hamlin, Busch und auch Ryan Newman sind mathematisch übrigens schon vor dem Rennen in Phoenix aus der Entscheidung draußen. Interessant werden könnte es dagegen aber noch in der Owner-Wertung, wo die #38 von Front Row Motorsports nur winzige elf Zähler vor der #71 von TRG Motorsports liegt. Hier geht es immerhin ja auch um eine feste Qualifikation für das nächstjährige Daytona 500 und ein Jahresende in den Top35 wäre für Andy Lally sicherlich wertvoller als der kampflose Gewinn des Titels Rookie-of-the-Year.

Wie gewohnt folgen an dieser Stelle noch die Links zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie ein Zeitplan für das Wochenende und jetzt ganz neu mit dabei die Entry-List:

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 11.11.
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, nicht im TV
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2

Samstag, 12.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Wypall 200), ESPN2

Sonntag, 13.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 500), ESPN

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February 28 2011

22:39

NASCAR: Analyse Phoenix Februar 2011

Die erste Bestandsaufnahme unter normalen Bedingungen sollte das Rennen auf dem Phoenix International Raceway werden, doch bekommen haben wir ausgerechnet einen big one. Danach waren gefühlt nicht mehr genügend Autos im Feld, um die elendig langen Grünphasen unterhaltsam zu gestalten. Gewonnen hat am Ende verdient Jeff Gordon vor Kyle Busch.

66 Rennen musste Jeff Gordon warten, um nach seinem Texas-Erfolg von 2009 endlich wieder in die victory lane zurückzukehren und damit seine bisher längste sieglose Periode zu beenden. Die Crew-Chief-Rotation bei Hendrick Motorsports kurz nach dem Ende der letzten Saison scheint sich für das ganze Team gelohnt zu haben, zumindest sieht es bisher danach aus. Alle vier Fahrer platzierten sich auf den vorderen Rängen und nur Mark Martin schaute von Platz 13 in die Top10 hinein. Gordons Sieg ging aus insgesamt 138 Führungsrunden hervor und ist damit mehr als verdient, zumal der – von bösen Zungen bereits in Rente gewähnte – Pilot in den Schlussrunden seinen Erfolg gegen einen ebenfalls starken Kyle Busch selbst herausfuhr.

Neben Jeff Gordon kamen aber auch noch einige andere Piloten für einen Rennsieg in Frage, zumindest wenn man nach der signifikanten Anzahl ihrer Führungsrunden geht: Die übrigen 174 von 312 Runden teilten sich Tony Stewart (59), Kurt Busch (31), Kyle Busch (23), Carl Edwards (21) und Jimmie Johnson (19). Einzig Edwards landete am Ende nicht innerhalb der Top8, weil ihn ein früher Kontakt mit Kyle Busch aus dem Rennen nahm, wofür sich der sonst so hitzköpfige Fahrer aber später ausgiebig entschuldigte. Diese Aktion löste bereits in Runde 59 die vierte Gelbphase aus, nachdem zuvor Robby Gordon und Trevor Bayne mit Drehern das Feld zwei Mal zum Verlangsamen brachten. Die erste Caution war übrigens eine der so beliebten Debris-Ausgaben. Daytona-Sieger Bayne, auf den in den USA noch alle Augen gerichtet sind, startete mit seinem Mauereinschlag also denkbar schlecht in die weitere Saison.

Richtig fies wurde es dann in Runde 67, als sich die unruhige Startphase gleich mal potenzierte und Brian Vickers nach einem Dreher auf der Außenbahn einen enormen big one auf dem Shorttrack auslöste. 13 Autos waren in diesen eigentlich Superspeedway-üblichen Unfall verwickelt und konnten teils nur nach sehr weitreichenden Reparaturen das Rennen mit massivem Rückstand wieder aufnehmen. Der Tag war damit unter anderem für Clint Bowyer, Jeff Burton und Jamie McMurray gelaufen. Danach war der große Trubel vorerst vorbei, vermutlich auch, weil sich nur noch etwas mehr als die Hälfte der Starter im Rennen befanden. Der lange und nicht sonderlich spannende zweite Teil des Phoenix-Rennens erstreckte sich über zwei Drittel der Renndistanz, geprägt durch green flag stops und nur unterbrochen durch drei weitere Cautions.

In Runde 127 platzte bei David Ragan ein Reifen und sorgte für einen ziemlich heftigen Mauereinschlag, der äußerst schmerzhaft gewesen sein dürfte. An der Stelle des Einschlags befand sich an der Außenmauer keine SAFER-Barrier und Ragan machte beim Aussteigen ganz langsam und wirkte ein wenig angeschlagen. Die vorletzte Gelbphase löste Joey Logano oder besser dessen Motor aus, nachdem sich ein etwaiges Desaster schon über die gesamte Renndistanz ankündigte: In Runde 46 klagte Logano bereits über nachlassende Leistung und konnte seinen Toyota-Motor nicht mehr richtig über die 9000-Umdrehungen-Grenze bringen. In Umlauf 107 gab dann letztendlich ein Zylinder seinen Geist auf, bevor das Aggregat der #20 in Runde 218 sein letztes Leben aushauchte.

Die entscheidende Rennsituation entwickelte sich 30 Runden vor dem Ende als die letzten Boxenstopps unter Grüner Flagge für das Feld anstanden. Mit Ausnahme von Dale Earnhardt Jr. nutzten alle Piloten diese Gelegenheit, um das Spritfenster zu schließen. Junior war nämlich schon einige Umläufe zuvor mit einem losen Reifen zum Nachtanken gekommen, wodurch er allerdings aus der Führungsrunde flog. Diese Rotation brachte ihn auf die Lucky-Dog-Position. Direkt im Anschluss setzte Andy Lally seinen TRG-Motorsports-Chevrolet in die Mauer und sorgte für die letzte Zusammenführung des Feldes und ein Zurückrunden Earnhardts.

Weil die Reifen auf dem alten Streckenbelag von Phoenix eine erheblich größere Rolle spielten als noch vor einer Woche auf dem frisch asphaltierten Daytona International Speedway, kamen alle Piloten nun noch ein letztes Mal an die Boxen. Der Phoenix International Raceway bekommt übrigens direkt nach dem Frühjahrsrennen ebenfalls eine Neuasphaltierung verordnet. Der folgende aPunkteständen bei den Fahrern</a> und a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">in der Owner-Wertung ist hier noch mit verlinkt. Am kommenden Wochenende macht der Sprint Cup in Las Vegas Station. Danach folgt schon recht früh das erste Off-Weekend der noch jungen Saison, anstatt wie bisher erst nach dem vierten Rennen.

Bevor ich es erneut vergesse: Im Rahmen des Daytona 500 bin ich auf zwei sehr interessante Artikel auf NASCAR.com gestoßen, die ich leider erst gestern lesen konnte. Diese beschäftigen sich mit den Sicherheitsinnovationen in den vergangenen 60 Jahren NASCAR</a>, sowie a<a href=" http:="" plugins="" target="\" wordpress="" wordpress-feed-statistics="" wp-content="">mit der Entwicklung des HANS-Device als solches. Wirklich sehr interessant und gut zu lesen, obwohl sie recht lang sind. Lohnt sich!

2011_Phoenix_Feb_Emmy_Rossum_poses_with_Trevor_Bayne 2011_Phoenix_Feb_NSCS_race_start 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Apolo_Ohno_on_pit_box 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Trevor_Bayne_spins 2011_Phoenix_Feb_NSCS_99_car_in_garage 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Jeff_Gordon_leads 2011_Phoenix_Feb_NSCS_83_car_in_garage 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Kyle_Busch_leads_Jeff_Gordon 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Jeff_Gordon_passes_Kyle_Busch 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Jeff_Gordon_crosses_finish_line 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Jeff_Gordon_salutes_the_fans 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Jeff_Gordon_Victory_Lane 2011_Phoenix_Feb_NSCS_Jeff_Gordon_champagne_Alan_Gustafson

February 24 2011

16:18

NASCAR: Vorschau Phoenix Februar 2011

Nach dem Ende der Speedweeks in Daytona hat die neue NASCAR-Saison nun endgültig begonnen und dabei gibt es gleich eine Neuerung: 2011 geht es nach dem Daytona 500 zwar auch weit in Richtung Westen, dieses Mal allerdings nach Phoenix anstatt nach Fontana.

Nach einer Änderung des Rennkalenders für 2011 erfolgt die Rückkehr auf den Phoenix International Raceway schneller als in den vergangenen Jahren, zumal auf dem 1-Meilen-Oval ja gerade erst beim zweitletzten Chase-Rennen gefahren wurde. Im November 2010 siegte dort Carl Edwards, der damit Jimmie Johnsons langjährige Dominanz in Form von drei Herbst-Siegen in Folge brechen konnte. Gleichzeitig war es auch eine Vorentscheidung in der Meisterschaft, da Denny Hamlin erneut wichtige Punkte auf Johnson verlor. Edwards‘ Erfolg war der erste nicht-Chevrolet-Sieg seit 2003, doch eigentlich ist es nur eine Ford-Renaissance, denn der Hersteller mit dem blauen Oval war damals in Phoenix ähnlich bestimmend wie Chevy heute.

In diesem Jahr ist das erste Phoenix-Rennen der Saison kein Nachtrennen mehr, da Ryan Newman für den Gewinn der 2010er Ausgabe knapp vier Stunden benötigte. Diese Renndauer war das Ergebnis der einheitlichen Startzeiten, was für eine Vorverlegung des Rennbeginns um ca. 1,5 Stunden sorgte. Da das Nachtrennen damit nicht mehr in der Dunkelheit geendet hätte, verlängerte NASCAR die Distanz von 500 auf 600km. 2011 besinnt man sich wieder auf die bisher übliche Länge und trägt das Frühjahrs-Rennen als Folge dessen erstmals am Tage aus. Phoenix ist nach dem bump drafting und den two-car trains auf dem Superspeedway von Daytona wieder ein normales Rennen, bei dem nun wohl auch eine aktuelle Kräfteverteilung unter konventionellen Bedingungen für die neue Saison zu erkennen sein wird.

Die korrekte Einschätzung dieser Kräfteverteilung dürfte sich zum Anfang der Saison noch recht schwierig gestalten, zumal während der Winterpause natürlich alle Teams massiv an der Verbesserung ihrer Leistung gearbeitet haben. Da das letzte Phoenix-Rennen gerade mal drei Meisterschaftsläufe zurückliegt, verlinke ich an dieser Stelle deshalb auf meine letzte Vorschau für die Chase-Ausgabe des Rennens, da bloßes Abschreiben in letzter Zeit keinen sonderlich guten Ruf genießt. Dazu kommt hier noch die Ergebnisliste des besagten Playoff-Events, damit man sich einen Überblick zu den jüngsten Entwicklungen verschaffen kann. Kurz gesagt: Auch bei diesem Rennen habe ich die Chevrolet-Teams, allen voran Hendrick Motorsports, ganz vorne auf meiner Liste. Zusätzlich muss man sehen, wie gut Roush-Fenway Racing seinen Schwung über die Winterpause retten konnte. Das Daytona 500 war ja eine positive Rückmeldung diesbezüglich.

45 Teams haben für das zweite Saisonrennen gemeldet, darunter auch der Daytona-Sieger Trevor Bayne mit den Wood Brothers. Bayne (oder auch Jack Roush) hat im Übrigen eine Entscheidung bezüglich der Punktevergabe getroffen und wird seine Zähler in dieser Saison in der Nationwide Series holen. Sein Cup-Kalender wurde in Folge seiner Fahrt in die victory lane aber bereits auf 18 Rennen aufgestockt, weitere Einsätze könnten folgen.

Bei Brian Keselowski ist ein Phoenix-Start übrigens nach wie vor ungewiss, da das beschädigte Daytona-Chassis das einzige im Besitz des Teams ist und derzeit noch wiederhergerichtet wird. Die Verschuldung des älteren Keselowski-Bruders, der mit seinem eigenen Geld wohl etwas mehr Vertrauen in sein Talent hatte als ratenswert war, konnte mittlerweile aber ausgeglichen werden. Laut eigener Aussage sei er nach dem satten Daytona-Paycheck über 273.663 US-Dollar nun wieder „back to zero“. Momentan geht man bei K-Automotive Motorsports eher von einem Auftritt beim vierten Saisonrennen in Bristol aus.

Außerdem hat sich noch etwas in der Owner-Wertung für die ersten fünf Saisonrennen getan: Weil Rusty Wallace Racing seine #77 mit Sohn Steve nicht an den Start bringt, rückt die #37 von Front Row Motorsports mit Tony Raines am Steuer nach. Das champion’s provisional geht unterdessen an Bill Elliott in der #09 von Phoenix Racing, weil kein aktuellerer ehemaliger Champion für ein start & park-Team antritt.

Die Qualifikation ist in diesem Jahr erst am Samstag. Der Phoenix International Raceway geht damit denselben Weg wie viele andere Strecken in dieser Saison, um die Ticketbesitzer nicht zu benachteiligen, welche u.a. wegen ihrer Arbeit erst am Samstag zur Strecke kommen können. Damit wird einerseits das Qualifying aufgewertet, andererseits gibt es am Samstag allerdings keine Cup-Practice-Sessions mehr. Der gesamte Trainingsbetrieb findet somit am Freitag statt. Für die Teams ergibt sich daher quasi eine eingeschränkte Impound-Situation ähnlich wie in der Nationwide Series. Man darf zwar auch noch nach der Qualifikation an den Wagen arbeiten, es gibt dann aber bis zum eigentlichen Rennen keinen Fahrbetrieb mehr. Für die go-or-go homer bedeutet das unterdessen mehr Streckenzeit und bessere Vorbereitungsmöglichkeiten auf das für sie so wichtige Einzelzeitfahren. Für die Teams innerhalb der Top35 dürfte sich dagegen kaum etwas verändern.

Als neue Besonderheit werden an diesem Wochenende erstmals die neuen Regeln der NASCAR in Bezug auf die Qualifikation angewandt. Die umgekehrte Reihenfolge der letzten Practice-Session bestimmt dann die Startreihenfolge im Einzelzeitfahren. Damit möchte man die Entscheidung über die Pole-Position möglichst ins Finale der Qualifikation verlegen. Ein Problem könnten an dieser Stelle die tageszeitbedingt wechselnden Streckenverhältnisse darstellen:

Morgens und abends ist die Strecke natürlich wegen der geringeren Sonneneinstrahlung kühler und bietet daher mehr Grip als um die Mittagszeit. Auf Ovalen mit einem früheren Start des Qualifyings möchte man daher gerne möglichst früh auf die Strecke gehen, bevor der Asphalt zu heiß wird. Deshalb könnte es in Zukunft in einem solchen Fall dazu kommen, dass sich die schnellsten Teams im Freien Training sehr zurückhalten werden, damit sie am Ende der Zeitenliste befindlich einen frühen Startplatz für das Einzelzeitfahren zugeteilt bekommen. Auf Strecken mit einem Qualifying am Abend, so wie in Phoenix an diesem Wochenende, bleibt die Taktik dagegen unverändert.

Dazu kommt nach aktueller Vorhersage eventuell Regen, zumindest aber wird die Temperatur von den Freien Trainings bis zum Rennen um mindestens 10°C abstürzen. Sollte das Qualifying also ausfallen, wird die Startaufstellung analog der Zeitenliste der letzten gefahrenen Practice-Session sein. Fallen alle Trainingssitzungen dem Wettergott zum Opfer, kommt die altbekannte Owner-Wertung zum Einsatz. Noch nicht geklärt ist übrigens der Fall, wie verfahren wird, wenn mehrere Teams aufgrund des neuen Punktesystems noch keine aktuellen Owner-Punkte besitzen. An diesem Wochenende beträfe das die für Daytona nicht qualifizierten Teams #13, #60, #66 und #64, welche hinter #09, #32, #36, #87, #92 und #46 die zwei verbleibenden Startplätze mittels eines tie-breakers unter sich ausmachen müssten. Ich vermute, dass hier die letztjährige Owner-Wertung zum Einsatz kommen wird.

Die Media-Seite der NASCAR hat die aktuellen Meisterschaftsstände noch nicht als Grafik aufbereitet. Ich weiß nicht, ob dieser Service auch in Zukunft angeboten wird, deshalb hier vorerst die Links zu den aktuellen Ständen in Fahrer- und Owner-Wertung.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 25.02.
17:00 Uhr, Truck Series Final Practice, SPEED
19:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
20:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
22:00 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
23:00 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
00:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
02:00 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 150), SPEED

Samstag, 26.02.
20:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Nationwide Series Rennen (Bashas’ Supermarkets 200), ESPN2

Sonntag, 27.02.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Subway Fresh Fit 500), FOX

November 16 2010

07:24

NASCAR: Analyse Phoenix November 2010

Das vorletzte Chase-Rennen in Phoenix entwickelte sich nach der gewöhnlichen Phase des Überlebenskampfes zu einem Benzinpoker, der am Ende gleich einige Opfer forderte. Für das letzte Saisonrennen in Homestead bedeutet dieses Ergebnis jedoch den engsten Punktabstand der ersten drei Piloten seit Einführung der Playoffs zum Finale.

Als Favorit des Rennens am Wochenende wurde im Vorfeld eindeutig Jimmie Johnson gehandelt, immerhin gewann er die letzten drei Phoenix-Ausgaben. Doch was dann letztendlich von Johnson folgte, war nicht die gewohnte Dominanz der vergangenen Jahre, was zeigt, dass der viermalige Meister in diesem Jahr definitiv härter um die Krone kämpfen muss. Zum ersten Mal liegt er nun außerdem vor dem Saisonfinale in Homestead nicht an der Spitze der Meisterschaftstabelle, sondern befindet sich in der ungewohnten Verfolger-Position hinter Denny Hamlin. Hamlin dominierte Phoenix in diesem Chase, musste sich letztendlich aber wegen Benzinmangels einem anderen Piloten geschlagen geben, der schon länger nicht mehr in der Victory Lane gesichtet wurde:

Carl Edwards legte an diesem Wochenende eine wahre Serie hin und überraschte mit Bestzeiten in allen(!) drei freien Trainings sowie einer Pole-Position im Cup. Zusätzlich dazu holte Edwards sich am Samstag bereits in der Nationwide Series den Sieg und unterstrich somit endgültig seine Favoritenrolle für den Sonntag. Im Cup-Rennen verlor er nach einer sehr frühen Caution, ausgelöst durch Nationwide-Pilot Brendan Gaughan, die Führung an Kurt Busch. Busch hielt sich allerdings nur 20 Runden vor Edwards und war einer der wenigen Piloten, die überhaupt in der Lage waren, sich an die Spitze des Feldes zu setzen. Außer Hamlin, Edwards und Kurt Busch gelang dies nur noch Bruder Kyle Busch (6 Runden), Bobby Labonte (2) und Matt Kenseth (1), was die spätere Dominanz von Denny Hamlin weiter unterstreicht. Doch hübsch der Reihe nach:

Nachdem Carl Edwards die Führung zurückerobert hatte, landete Brad Keselowski in Runde 59 in der Mauer, um Gelbphase #2 auszulösen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hamlin sich von seinem 17. Startplatz an die Spitze vorgearbeitet und schickte sich an, Edwards die Führung für eine lange Zeit dauerhaft abzuringen. Nach Caution #3 wegen Debris in Runde 101 folgte eine extrem lange Grünphase über mehr als 100 Umläufe, bevor nur 90 Runden vor Schluss die entscheidende Phase des Rennens begann. Zu diesem Zeitpunkt rechnete wohl jeder damit, dass Denny Hamlin seine Dominanz in einen Sieg ummünzen würde, doch dann kam alles ganz anders:

In Runde 222 drehte sich Robby Gordon von der Strecke und verursachte damit Gelbphase #4, die nach den Boxenstopps unter grüner Flagge zwischen Umlauf 166 und 173 wieder alle Fahrer zum Nachtanken und Reifenwechseln brachte. Kyle Busch konnte sich dabei kurzfristig in Führung setzen, hatte aber beim Restart keine Chance gegen seinen Teamkollegen. Noch unter Gelb in Runde 225 teilte Crew-Chief Mike Ford seinem Fahrer Denny Hamlin zwischenzeitlich mit, dass dem Toyota nach Berechnung des Verbrauchs Sprit für rund 12 bis 13 Runden fehlen würde. Diese Tatsache führte dann auch zur nächsten Entscheidung von Ford, die Hamlin im Gesamtbild gesehen das Rennen kostete.

Nur fünf Runden nach dem Neustart in Umlauf 233 löste Travis Kvapil mit einem Ausflug ins Gras die fünfte und letzte Gelbphase des Nachmittags aus. Weil nach den letzten Boxenstopps erst knappe zehn Runden vergangen waren, entschieden sich die Top8 des Rennens gegen ein Nachfassen. Sie setzten stattdessen auf eine weitere Caution, wohl auch weil trotz eines Auftankens immer noch Sprit für zwei bis drei Runden fehlen würde. Da diese hypothetische Gelbphase jedoch auf sich warten ließ, gerieten mehrere Piloten in eine äußerst missliche Lage, denn es war nicht klar, wer überhaupt würde durchfahren können.

Carl Edwards dagegen hatte offenbar einen besseren Benzinverbrauch, denn Crew-Chief Bob Osborne teilte seinem Fahrer 20 Runden nach dem Restart mit, dass der Ford mit der #99 wohl genug Sprit für den Rest des Rennens an Bord hätte. Diese Mitteilung ließ sich Edwards nicht zweimal überbringen und machte sofort Druck auf den Führenden Hamlin, neben dem er beim Neustart zurück ins Rennen gegangen war. Sieben Umläufe später in Runde 266 machte Edwards sich zu nutze, dass Hamlin wegen seines kleinen Benzinproblems nicht voll zurückschlagen konnte.

Völlig enttäuscht musste Hamlin die #11 dann in Runde 298 von 312 an die Box fahren, um Sprit für die letzten Meilen nachzufassen und fiel dadurch kurzzeitig bis auf Platz 19 mit Rundenrückstand zurück. Da er aber auch zwei neue Reifen mit auf den Weg nahm, konnte er den Schaden relativ gering halten, sich seine Runde zurückholen und das Rennen noch auf Rang 12 beendet. Die Entscheidung, den Boxenstopp dennoch durchzuführen war letztendlich die bessere, denn ein Totalausfall mit leerem Tank hätte Hamlin in der Meisterschaft wohl extrem weit zurückgeworfen.

An der Spitze ging Carl Edwards auf Nummer sicher und nahm etwas Pace heraus, was zeitweilig befürchten ließ, er könnte doch trockenlaufen. In diesem Falle wäre zwischenzeitlich Juan Pablo Montoya zur Stelle gewesen, der sich im Rennverlauf von jenseits der Top30 sukzessive in die Top5 vorgearbeitet hatte. In den Schlussrunden lag Montoya plötzlich auf Platz 2, bis auch ihm der Sprit ausging. Eine realistische Chance auf den ersten Ovalsieg gab also zumindest kurzzeitig, aber der ausrollende Chevy mit der #42 rettete sich nur auf Platz 16 über die Ziellinie.

Carl Edwards feierte damit nach knapp zwei Jahren (Homestead 2008) endlich einen weiteren Cup-Sieg und lieferte auch gleich den bekannten Rückwärtssalto ab. Danach begab er sich kurioserweise sogar durch den Fangzaun auf die Tribüne, um sich von den Zuschauern ausgiebig feiern zu lassen. Hierbei hatte die zur Stelle geeilten Sicherheitskräfte augenscheinlich eine Menge zu tun. Wenn man bedenkt, dass Edwards 2008 noch ganze neun Saisonrennen gewinnen konnte, kann man erahnen, was ihm dieser Erfolg bedeutete. Nach Greg Biffle (4.) kehrte also auch Edwards auf die Gewinnerstraße zurück, lediglich Matt Kenseth (7.) hat bei Roush-Fenway Racing noch aufzuholen, fuhr aber immerhin in die Top10.

Im Kampf um die Meisterschaft konnten Hamlins Konkurrenten Jimmie Johnson (5.) und Kevin Harvick (6.) ordentlich Boden auf die #11 gutmachen, weil sie sich früh in den Spritsparmodus begaben und so auf einen letzten Boxenstopp verzichten konnten. Harvick musste sich zwischenzeitlich sogar vom Ende des Feldes zurück nach vorne kämpfen, weil seine Pitcrew bei einem früheren Stopp vergessen hatte, eine Radmutter festzuziehen.

Das Kuriosum des Rennens lieferte aber eindeutig Kasey Kahne, der eine Benzinkanne nach den Boxenstopps unter grüner Flagge zu einer ungeplanten Ausfahrt mitnahm. Diese verhakte sich am Boxenausgang glücklicherweise am Heckspoiler anstatt abzufallen. Bei einer weiteren Anfahrt konnte die Crew das Anhängsel dann entfernen. Ein entsprechendes Bild dazu gibt es unten in der Galerie zu sehen. Weil Kahne dabei eine Runde verlor, blieb anschließend nur noch Platz 30 für den Red-Bull-Neuzugang übrig.

Platzierungen weiterer Piloten:
- Ryan Newman (2.) und Joey Logano (3.) liefen unmittelbar hinter Carl Edwards ein.
- Mark Martin (8.), Kurt Busch (9.) und Jamie McMurray (10.) komplettierten die Top10 vor Jeff Gordon (11.) und Kyle Busch (13.).
- Dale Earnhardt Jr (14.) lieferte unauffällig ein solides Ergebnis ab, nachdem er zuvor eine Runde in Rückstand geriet.
- Die drei letzten Chaser Tony Stewart (17.), Jeff Burton (19.) und Clint Bowyer (21.) kamen außerhalb der Top15 ins Ziel.

Das Pech von Denny Hamlin bei gleichzeitigen Top6-Ergebnissen von Jimmie Johnson und Kevin Harvick gestaltete die Meisterschaftswertung vor dem Saisonfinale in Homestead nun völlig offen. Hamlin liegt zwar weiterhin knapp vor Johnson (-15) und Harvick (-46), die Abstände sind jedoch mehr als gering. Damit liefert der diesjährige Chase die knappste Ausgangsbasis für ein finales Rennen seit seiner Einführung 2004. Betonen möchte ich allerdings noch einmal die Saisonleistung von Kevin Harvick, der in den Classic-Points weiterhin mit 195 Punkten führt und damit ohne Playoffs die Meisterschaft bereits sicher in der Tasche gehabt hätte. Auf die einzelnen Punkte-Szenarien für Homestead gehe ich dann in der entsprechenden Vorschau am Freitag ein.

In der Owner-Wertung liegen die Plätze 32-36 noch unter Druck. Da jedoch keines der entsprechenden Teams häufig besser als Platz 30 ins Ziel fährt, sind mehr als 50 Punkte Polster im letzten Rennen eigentlich sicher genug für den Verbleib in den Top35. Das finale Duell in Homestead lautet wohl #38-Dave Blaney für Front Row Motorsports vs. #71-Andy Lally für TRG Motorsports, wobei das Aufholen von 74 Punkten durch einen Rundkurs-Piloten auf einem Intermediate-Oval schon ein Wunder wäre.

Für FRM dürfte das Abschneiden außerhalb der Top35 allerdings kein Beinbruch bedeuten, hat man doch trotzdem noch zwei Autos fest für das Daytona 500 im nächsten Jahr qualifiziert. Für den dritten Wagen sind die Gelder des Teamchefs Bob Jenkins ohnehin knapp kalkuliert, mit einem Zwei-Wagen-Team können die wenigen vorhandenen Teile optimaler eingesetzt werden. Das bestätigte Fahrer Travis Kvapil in einem Interview, der Link dazu ist hier zu finden, erwies sich beim Einbinden jedoch zeitweise als tot. Ansonsten kann man bei Jayski.com in den News zur #34 die entsprechende Stelle unter der Überschrift „Front Row to 2 cars? Kvapil returns in 2011: from an interview with driver Travis Kvapil“ nachlesen.

Zum Abschluss noch was zum Thema NASCAR-Streams: Beim Phoenix-Rennen tauchte erneut der Link zu einem offiziellen Stream auf der Startseite von NASCAR.com auf. Dieses war derselbe wie zwei Wochen zuvor in Talladega: Gut schaubar, wegen der geringen Bildwiederholrate zwar noch immer nicht perfekt, im Gegensatz zu den bekannten Briefmarkenformaten aber schon ein ordentlicher Schritt. Das Texas-Rennen in der letzten Woche wurde übrigens nicht offiziell im Netz verbreitet. Zur aktuellen Situation und der Möglichkeit eines offiziellen NASCAR-Streams im nächsten Jahr bietet sich folgender Artikel bei The Daly Planet als Lektüre an.

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November 12 2010

11:19

NASCAR: Vorschau Phoenix November 2010

2 to go heißt es an diesem Wochenende in Phoenix, wenn Denny Hamlin, Jimmie Johnson und Kevin Harvick den Grundstein für das große Saisonfinale in Homestead legen. Zwar könnte Hamlin auch schon am Sonntag alles klar machen, doch dazu müsste Johnson jenseits der Top30 ankommen, was gerade in Phoenix ziemlich unwahrscheinlich ist.

In Texas übernahm Denny Hamlin durch seinen Sieg die Tabellenführung von Jimmie Johnson, der „nur“ ein Top10-Resultat einfahren konnte. Der viermalige Meister liegt nun zwei Rennen vor Schluss 33 Punkte hinter Hamlin. Kevin Harvick auf Platz 3 in der Meisterschaft hat mit 59 Zählern Rückstand ebenfalls noch eine realistische Chance auf den Titel. Falls die Top3 der Fahrerwertung auch in Phoenix und Homestead an den Start gehen, was natürlich mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit geschehen wird, haben alle Fahrer hinter dem viert platzierten Carl Edwards auch rechnerisch kein Wörtchen mehr um die Trophäe mitzureden. Im Folgenden liste ich kurz die Clinch-Szenarien auf, die an diesem Wochenende auf dem Phoenix International Raceway Denny Hamlin vorzeitig zum Meister machen könnten.

Carl Edwards kann man trotz der verbleibenden rechnerischen Chance aber auch schon aus der Entscheidung rauswerfen: Für einen Rennsieg gibt es in der NASCAR 185 Zähler und zusätzlich erhält man automatisch 5 Bonuspunkte für eine geführte Runde, denn zumindest den letzten Umlauf muss man bei einem Erfolg ja zwangsläufig in Front des Feldes gelegt haben. Sollte ein Fahrer auch noch die meisten Runden geführt haben, bekommt er weitere 5 Extrazähler, was eine maximale Punkteausbeute von 195 pro Wochenende bedeutet. Der 43. und letzte Pilot eines Rennen bekommt allerdings immerhin noch 34 Punkte auf seinem Konto gutgeschrieben und das bedeutet, dass – sollte der entsprechende Konkurrent in der Rechnung am Rennen teilnehmen – nur 161 Zähler Rückstand aufgeholt werden können bzw. ein Vorsprung nur um diese 161 Punkte ausgebaut werden kann.

In zwei Rennen ergibt sich so eine Differenz von 322 Punkten und Carl Edwards hat 317 Zähler aufzuholen. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Hamlin zweimal Letzter würde, Johnson und Harvick stets ebenfalls ausfielen und Edwards beide Rennen mit den maximal möglichen Punkten gewänne, könnte er also noch Meister werden. Sobald er aber in Phoenix oder Homestead nicht die 5 Bonuszähler für die meisten Führungsrunden holen würde, wäre es bereits aus. Diese Variante sei nur der Vollständigkeit halber ausgelistet und weil ich gerne rechne. Zu erwarten ist das natürlich nicht mehr, da wird in diesem Jahr eher Lewis Hamilton noch Formel-1-Weltmeister.

Denny Hamlin könnte an diesem Wochenende den Titel bereits unter Dach und Fach bringen, dazu müsste er mit voller Punktzahl gewinnen, während Jimmie Johnson nicht besser als 32. wird. Kevin Harvick könnte sich maximal Platz 21 leisten, damit Hamlin vor Homestead mindestens 161 Zähler in Führung liegt. Dieses Szenario ist allerdings ebenfalls ziemlich unrealistisch und das merkt man spätestens, wenn man einen Blick auf Johnsons bisherige Phoenix-Statistik wirft:

Die hat es wahrlich in sich, denn von den bisher 14 Auftritten beendete Jimmie Johnson alle in den Top15, zwölf in den Top7 und nicht weniger als neun in den Top4. Die letzten drei Chase-Rennen in Phoenix gingen allesamt an Johnson und dazu noch die Frühjahrsausgabe von 2008. Seit Ende 2006 kam der Titelverteidiger auf dieser Strecke nie schlechter als auf Rang 4 ins Ziel. Damit ist Johnson an diesem Wochenende der Fahrer, den es zu schlagen gilt und man sollte ihn wohl unbedingt in seinen Top5-Tipp aufnehmen.

Allerdings gilt: Wenn jemand den Dauermeister und –gewinner in Phoenix schlagen kann, dann eben Denny Hamlin. Dem ärgsten Konkurrenten gelang auf dem 1-Meilen-Oval zwar noch kein Sieg, in zehn Rennen aber immerhin schon vier dritte Plätze. Falls Johnson mit den meisten Führungsrunden siegt und Hamlin erneut Dritter wird, dann schleppt der jetzige Tabellenführer einen winzigen Vorsprung von drei Zählern zum Finale nach Homestead. Kommt er in diesem Szenario schlechter als die erwähnte Platzierung an, ist er seinen Platz an der Spitze bereits nach nur einem Rennen wieder los. Hamlin hat in Phoenix bereits zweimal richtig Pech gehabt und fuhr schlechter als auf Platz 30 ins Ziel. Ansonsten sieht es bei ihm wie bei Johnson aus (rechnet man mal damit, dass Hamlin vier Rennen weniger auf dem Buckel hat): Acht von zehn Mal Top16, sechs Mal Top6.

Der Glücks- und Unglücksrabe 2010 gleichzeitig ist momentan der Dritte in der Meisterschaft: Kevin Harvick. Zwar blieb der Kalifornier in diesem Jahr bereits drei Mal siegreich und verglichen mit 2009 ist diese Saison ein Griff nach den Sternen, doch im Kampf um die Meisterschaft musste Harvick dem Chase-System gewaltigen Tribut zollen. Nach dem alten Ablauf ohne Rücksetzen der Punkte hätte der Meister der regular season das Heft derzeit deutlich in der Hand. 300 Zähler Vorsprung in der Tabelle wären nur 22 weniger, als er zwei Rennen vor dem Schluss bräuchte, um alles klar zu machen. Spätestens nach Phoenix hätte Harvick wohl als Meister festgestanden.

Ich finde, NASCAR sollte die Leistung des Ersten der Qualifikationsphase zum Chase mehr anerkennen und ihn mit einem größeren Bonuspunktepolster in die Playoffs schicken. Maximal 50 Zähler wären zum Beispiel denkbar, oder halt 50 Punkte vor dem Top-Gesetzten durch Rennsiege, sonst schmeißt man 26 Rennen Konstanz einfach so weg. Riesige Vorsprünge in der Tabelle, wie die über 200 Punkte von Harvick in diesem Jahr nach Richmond, verringert man mit meiner Idee trotzdem signifikant.

Kevin Harvicks Chancen in Phoenix dürften allerdings ziemlich begrenzt sein. Zwar ist er für seine regelmäßigen Top10-Ergebnisse bekannt, doch in bisher 15 Ausgaben gelangen ihm jene nur sechs Mal. Im Frühjahr sprang Platz 13 für den Meister der regular season heraus. 2006 gewann Harvick übrigens beide Saisonrennen in Phoenix. An diesem Wochenende sehe ich ihn mal ausnahmsweise nicht in den Top10 und wenn, dann nur sehr knapp. Selbst im besten Fall sollte sich sein Rückstand in der Meisterschaft vor Homestead auf gut und gerne 100 Punkte vergrößert haben. Das wäre dann vermutlich sein Abschied aus dem Titelrennen. So wirklich ausschließen darf man in der NASCAR aber natürlich nichts, dafür passieren gerne mal kleine Wunder.

Neben Johnson und Hamlin haben an diesem Wochenende vor allem die Chevrolet-Teams gute Karten, das zeigt die Vergangenheit ganz deutlich: Seit Ende 2005 standen nur Chevys in der Victory Lane von Phoenix, davor war die Strecke eher eine Ford-Domäne, Toyota und Dodge gingen bisher leer aus. Im Frühling setzten sich die kompletten Top5 des Rennens aus Fahrzeugen von Chevy zusammen. Hendrick Motorsports und dem assozierten Stewart-Haas Racing muss man hier wohl die besseren Karten zuordnen, immerhin gewann Ryan Newman im Frühjahr knapp vor Jeff Gordon. Mark Martin kam in vier der letzten fünf Phoenix-Rennen in die Top5.

Die verbleibenden Chase-Piloten haben auf jeden Fall die Stärke, in die Top10 zu fahren. Bewiesen haben alle auch schon, dass die Top5 ebenfalls möglich sind. Da jetzt aber genauere Vorhersagen zu machen, dürfte schwierig werden. Außerhalb des Chase sollte man außer Martin und Newman noch den dritten Toyota von Joe Gibbs Racing, sowie die beiden Piloten von Earnhardt-Ganassi Racing im Auge behalten. Joey Logano erreichte im Frühjahr immerhin die Top10, nachdem er zuvor an den Top20 kratzte. Jamie McMurray hält sich derzeit immer am Rand der Top10 auf und kann in jedem Moment plötzlich mal in der Spitzengruppe um den Rennsieg mitfahren. Sein Teamkollege Juan Pablo Montoya beendete die letzten beiden Phoenix-Ausgaben in den Top8, das beste Ergebnis ist ein fünfter Platz aus dem Frühjahrsrennen.

Eine etwas bessere Statistikübersicht bietet noch die – wie gewohnt unten folgende – Grafik zu den Phoenix-Leistungen der Chase-Fahrer. Die Meisterschaftstabelle ist ebenfalls in bildlicher Form eingebunden, zusätzlich zur Situation rund um den Kampf am Cut der Top35 der Owner-Wertung. Geschrieben hatte ich dazu ja schon was in der Texas-Analyse. Bevor die Grafiken zum Schmökern einladen und die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende folgen, noch ein paar kleine News:

Kyle Busch wurde von NASCAR für seinen Stinkefinger mit einer Geldstrafe von 25.000 US-Dollar belegt und fährt zusätzlich bis Ende des Jahres auf Bewährung. Noch einmal sollte er sich sowas also nicht leisten. Derweil haben sich die beiden Jeffs (Gordon und Burton) nach einer Aussprache wieder vertragen, bei der angeblich sogar etwas gewitzelt wurde. Ich konnte mir ohnehin keinen Reim daraus machen, warum da nun Absicht im Spiel gewesen sein sollte und warum die Gemüter so überhitzten.

Wirklich ruhig wird es derzeit allerdings nicht um Richard Petty Motorsports: Das Team kämpft nach wie vor mit der sehr angeschlagenen finanziellen Situation, während man vom Mehrheitsbesitzer George Gillett leider kaum etwas hört. Es ist bisher nicht sicher, ob die vier Autos von RPM auch beim Saisonfinale in Homestead am Start sein werden, nachdem die Rechnungen für Phoenix erst in letzter Minute bezahlt wurden. Die entsprechenden Wagen wurden zum Texas Motor Speedway gebracht, verblieben aber bis zum Mittwochnachmittag in der Obhut von Technik-Partner Roush-Fenway Racing. Nach Klärung aller finanziellen Ungereimtheiten bezüglich der folgenden Woche durften die Rennwagen dann in die eigenen Trucks umgeladen werden und selbige in Richtung Phoenix aufbrechen. Genauer nachlesen kann man den erwähnten Ablauf im hier verlinkten Artikel.

Wie ernst es um die Zukunft des Teams steht, zeigt eigentlich schon diese Woche-für-Woche-Herangehensweise und die Tatsache, dass die RPM-Mitarbeiter die Autos mittlerweile in den Räumen von RFR vorbereiten müssen. Weil die Leasingkosten momentan sehr spät beglichen werden, gibt Roush die Wagen daher erst kurz vor Beginn der Rennwochenenden an RPM heraus.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 12.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
20:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, ESPN2
21:30 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED
22:30 Uhr, Truck Series Qualifying, SPEED
23:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, ESPN2
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (Lucas Oil 150), SPEED

Samstag, 13.11.
18:00 Uhr, Nationwide Series Qualifying, SPEED
19:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
20:50 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, ESPN2 (TV um 21:00 Uhr)
22:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (WYPALL 200), ESPN2

Sonntag, 14.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Kobalt Tools 500), ESPN

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